Haris Märkte am Abend – 31.01.12

22 Uhr Handesschluss. Machen wir es heute kurz. Mr. Market weiss noch nicht so recht, ob er dem Szenario (1) oder (2) von -> gestern <- folgen will.

Deshalb wurde der gestern genannte Bereich um 1306 im S&P500 heute erneut von oben getestet. Als "Grund" werden von den Medien die heutigen US Konjunkturdaten genannt. Das ist natürlich mal wieder knapp an der Realität vorbei, denn wären die zwar schwachen aber wenig spektakulären Daten nicht gekommen, hätte der Markt sich einen anderen "Grund" gesucht. Insofern waren die Daten heute Auslöser, aber eben wohl kaum Grund.

Es ist eher so, dass Mr. Market wirklich noch nicht weiss wohin die Reise gehen soll. Einerseits fehlt ihm die Kraft nun sofort wieder nach oben durchzulaufen - was ja auch nach dieser Rally wirklich kein Wunder ist. Anderseits will Mr. Market aber auch nicht wirklich nach unten und ist bei 1306 im S&P500 erneut nach oben abgeprallt, was nur ein weiteres Indiz seiner aktuellen Stärke ist.

So bleibt uns nichts weiter zu tun als demütig abzuwarten und solche Tage zu nutzen, um uns sauber für die nächste Bewegung zu positionieren. Wer die verschiedenen Szenarien verstehen will, möge daher noch einmal "Haris Märkte am Abend" von gestern lesen.

Auch bei Einzelaktien ist heute wenig Bedeutsames passiert, die meisten Titel bewegen sich so, wie man das im Zuge des allgemeinen Marktverhalten erwarten sollte.

Erwähnenswert ist vielleicht Veolia (WKN 501451), die ohne für mich sichtbare Nachricht um zeitweise 5% steigen. Einzig ein positiver Analystenkommentar von Morgan Stanley war auffällig, ob dieser der Auslöser der Bewegung war, vermag ich nicht zu sagen. Grundsätzlich finde ich Veolia langfristig attraktiv, für die Aktie braucht es aber definitiv einen langen Atem, denn die Restrukturierung wird sich wohl noch lange hinziehen, bis in den operativen Zahlen wirklich positive Effekte sichtbar sein werden.

Und Stada (WKN 725180) hat heute wieder komplett gedreht und mit zeitweise 5% Plus ein starkes Signal gesendet. In dieser Aktie sehe ich noch einiges Potential. Ebenso bei der hier schon erwähnten Jungheinrich (WKN 621993), die heute mit 4% Plus weiter kräftig am Ausbruch nach oben arbeitet.

Ansonsten war für mich heute "business as usual". Bleiben Sie geduldig und wachsam zugleich !

Ich wünsche eine gute Nacht !

Haris Märkte am Abend – 30.01.12 – Am Scheideweg

Da war sie endlich, die lange überfällige Korrektur - oder zumindest sah es heute lange so aus. Die "griechische Defensive" zum Wochenende war also genau richtig.

Denn am Vormittag scheiterte der Versuch die Nackenlinie des inversen SKS Setups letzter Woche zu halten, weswegen ich denke, dass wir heute nun endlich die "echte" Korrektur vor uns haben bzw hatten. Im Ergebnis ist der DAX heute nachmittag bis ca. 6410 herunter gekommen. Auch der Rutsch des S&P500 unter die alten Tiefs letzter Woche bei 1306 und Intraday sogar kurz unter 1300, bestätigte das Bild, dass wir es heute mit einem ernsten Test des Marktes zu tun hatten.

Beeindruckenderweise hat der S&P500 aber die Marke von 1306 Intraday mittlerweile schon wieder zurück erobert und bei 1313 geschlossen. Das ist echtes Bullenmarkt-Verhalten, es gibt dafür kein anderes Wort und ich nehme diese Stärke des Marktes sehr ernst. Denn damit könnte es erstaunlicherweise sein, dass die Korrektur schon wieder vorbei ist. Letztlich werden wohl die politischen Schlagzeilen dabei eine wichtige Rolle spielen, aber die Vorzeichen für Morgen sind schon wieder verhalten positiv.

Ich halte das was gerade im Markt passiert daher für einen sehr wichtigen Moment der besondere Aufmerksamkeit erfordert, denn diese Korrektur sagt uns mehr über den Zustand und die Überzeugung des Marktes, als noch ein paar weitere Prozent nach oben. Die entscheidende Frage ist also nun wie es weitergeht, betrachten wir deshalb mal die drei möglichen Szenarien:

(1) Runaway Move ?
Sollte der Markt Morgen am Dienstag weiter hochschieben und die Marken um 6440 im DAX und 1306 im S&P500 nachhaltig hinter sich lassen, haben wir es heute wohl mit einem klassischen Fehlsignal zu tun. Dann war der Abtaucher von heute gerade gut genug, um ein paar nervöse Longs auf fiese Art und Weise aus dem Markt zu kegeln. Als Folge könnte der Markt wohl die nächsten Tage wieder mit einem dynamischen Schub nach oben laufen und der DAX die 6600 erreichen und möglicherweise durchschlagen. Das Szenario (1) wäre dann ein weiteres Indiz in Richtung des -> hier <- von mir vor kurzem skizzerte "Runaway-Move". Ein Gedanke den sich noch vor wenigen Wochen kaum jemand vorstellen konnte und der damit wohl endgültig im Bereich des Möglichen angekommen wäre. Denken Sie bitte an den "Weg des maximalen Schmerzes", DAX 7000 here we come .....

(2) Gesunde Korrektur ?
Sollte die Korrektur Morgen doch weiterlaufen und der Markt die unter (1) genannten Marken nicht halten können, wäre mein nächstes Ziel im DAX der lange umkämpfte Bereich um 6200, womit auch das Gap vom Morgen des 17.01.12 dann endlich geschlossen würde. In diesem Bereich würde sich dann wohl entscheiden, ob der Markt in einem stabilen Aufwärtstrend ist oder nicht. Jede Wende auf noch höherem Terrain wäre natürlich erst recht positiv zu werten !

(3) Bullenmarkt ade ?
Sollte der Markt aber auch die Zone zwischen 6100 und 6200 nicht halten können, würde die Einschätzung viel schwieriger und kann hier nicht vorab pauschal gegeben werden. Damit würde die positive Marktsicht aber möglicherweise in Frage gestellt. Aber erst ein Bruch des 5700er Bereichs im DAX nach unten, würde das Bullenmarkt-Szenario wohl endgültig invalidieren.

Ich persönlich tendiere in Anbetracht der beeindruckenden Marktstärke aktuell eher zu den Szenarien (1) oder (2), aber letztlich ist es irrelevant was ich glaube - Geld wird damit verdient sich schnell zu adaptieren egal was passiert und nicht mit dem sowieso zum Scheitern verurteilten Versuch die Zukunft zu erraten.

Man sollte jetzt also geduldig und aufmerksam zu gleich sein, denn ich halte das aktuelle Geschehen für einen wichtigten Test. Geduldig, um nicht zu früh mit allem Kapital wieder zuzugreifen, denn wenn das jetzt doch die richtige Korrektur sein sollte, wird sie länger als einen Tag laufen. Aufmerksam aber auch, um nicht zu verpassen, wenn die Kurse wieder nach oben drehen. Denn wenn es am morgigen Dienstag wieder richtig hoch geht, ist der "Runaway-Move" durchaus im Bereich des Möglichen.

Soweit zum Marktgeschehen, nun zu ein paar Einzeltiteln:

Aktie des Tages war für mich heute Klöckner (WKN KC0100), die in der Spitze 8% abgaben, weil CEO Gisbert Rühl sich sehr skeptisch zur Stahlkonjunktur 2012 äusserte und die derzeitige Erholung scheinbar nur für ein Zwischenhoch hält. Andere Stahlaktien wie Salzgitter (WKN 620200) wurden davon in einem sowieso schwachen Markt auch durchgeschüttelt. Ich nehme die Marktreaktion gelassen, denn das am Stahlmarkt noch nicht alles glänzt und die Nachfrage schwankend bleibt, finde ich nun nicht so überraschend, wie Mr. Market heute tut. Wäre es anders, wäre Klöckner bei 20€ und nicht unter 12€ und deutlich unter Buchwert. Insofern ist es möglich, dass sich der Absturz um fast 8% im nachhinein als Kaufgelegenheit heraus stellen könnte. Nachdem ich am Freitag aus taktischen Gründen bei Klöckner und Salzgitter abgebaut hatte, bin ich daher heute bei den Tiefstständen in beide Titel wieder reingesprungen und habe teilweise zurück gekauft. Nun warte ich die weitere Entwicklung am Stahlmarkt einfach ab. Mir ist bewusst, dass es im Zuge der Korrektur noch weiter nach unten gehen kann. Ich finde beide Titel aber so attraktiv, dass ich in jedem Fall dabei sein will. Nachlegen kann ich bei tieferen Kursen immer noch.

Sehr stark war heute Continental (WKN 543900), die auch in der Korrektur kaum nachgaben. Der Titel sieht aktuell gut aus und riecht für mich nach einer Seitwärtskonsolidierung, bevor es dann weiter nach oben geht. Auch bei den hier vor kurzem schon erwähnten Krones (WKN 633500) und Pfeiffer Vacuum (WKN 691660) finde ich die relative Stärke in der Korrektur bemerkenswert. Alle drei habe ich nun im Depot.

Richtig spannend finde ich nun auch wieder Stada (WKN 725180), die heute wohl wegen der Grünenthal-Übernahme zeitweise um mehr als 5% zurück kamen. Ich habe meine Position zu diesen Kursen nun aufgestockt.

Nokia (WKN 870737) sah dagegen auch heute wieder gar nicht gut aus und ich bin froh an der Seitenlinie zu stehen, wie ich -> hier <- ja vor kurzem dargestellt habe. Wer in dem Titel noch investiert ist bzw darüber nachdenkt wieder einzusteigen, sollte in meinen Augen unbedingt die Tiefs von letztem August bei ca. 3,3€ und von letztem Dezember bei ca. 3,5€ im Auge haben. Kurzfristig ist Nokia nun technisch überverkauft und die Abwärtsbewegung könnte nun möglicherweise auslaufen bzw eine kleiner Bounce bevor stehen. Ich selber bleibe aber trotzdem lieber weiter an der Seitenlinie, für einen guten Trade gibt es in meinen Augen zur Zeit attraktivere Setups mit deutlich klarerer Nachrichtenlage.

So weit für heute, ich wünsche allen eine gute Nacht !

Serie Rohstoffaktien – Hecla Mining – Seriosität in Silber

In der Serie Rohstoffaktien, möchte ich Ihnen heute meinen aktuellen Favoriten bei den Silberminen vorstellen: Hecla Mining (WKN 854693)

Wenn man sich in das Universum der Gold- und Silberminen hinein bewegt, hat man ebenso mit weltweit operierenden Riesen wie Barrick Gold (WKN 870450), wie auch mit unzähligen kleinen Explorern zu tun, die zwar öffentlich über ihre gewaltigen Chancen schwadronieren, aber noch keine Unze Edelmetall zu Tage gefördert haben. Das Problem bei den Explorern ist aber, dass eine einzige Nachricht ausreicht, um den Kurs mal eben zu halbieren. Und wie schnell das gehen kann, konnten wir auch bei Hecla Mining vor kurzem beobachten, als die wichtige Mine "Lucky Friday" durch Steinschlag ausser Gefecht gesetzt wurde und nun wahrscheinlich für das ganze Jahr 2012 ausfällt. Hecla hat dadurch bis zu 25% Börsenwert verloren, für ein kleineres Unternehmen wäre so ein Ereignis wohl der Exitus.

Für mich persönlich vereinen die "idealen" Minenaktien daher folgende Parameter:

(1) Mehrere Minen in Produktion mit kontinuierlichem Cashflow. Die Abhängigkeit von nur einer produzieren Mine ist mir zu riskant.

(2) Minen in politisch sicheren Regionen, die Verstaatlichungspolitik eines Hugo Chavez ist nun einmal nicht planbar.

(3) Marktkapitalisierung im einstelligen Milliardenbereich. Damit gross genug um einen Einschlag auszuhalten und noch klein genug um flexibel zu agieren und als Übernahmeziel für die ganz Grossen interessant zu sein.

(4) Erfahrenes Management mit einem guten Trackrecord. Gerade im Minensektor bei den kleineren Explorern zieht der Bullenmarkt in Gold und Silber leider auch einige dubiose Gestalten an, die sich mehr auf Marketing verstehen, als darauf reales Edelmetall real an die Oberfläche zu bringen.

(5) Geringe Produktionskosten und erwiesene gute Kostenkontrolle in der Vergangenheit. Was passiert, wenn das Management das nicht im Griff hat, konnte man ja vor kurzem bei Kinross Gold (WKN A0DM94) schmerzhaft beobachten.

Schauen wir uns vor dem Hintergund dieser fünf Kriterien mal Hecla Mining an.

Hecla wurde schon 1892 in Idaho, US gegründet und gehört damit zu den "Urgesteinen" der weltweiten Minenindustrie. Heclas erfahrenes Management betreibt eine gute Investor Relations, die man auch auf der interessanten und informationsreichen Homepage -> hier <- nachvollziehen kann. Schauen Sie sich mal die detaillierte Darstellung der Unternehmensgeschichte von Hecla an und vergleichen Sie das mit so manch anderer Mine, die vor 10 Jahren noch gar nicht existent war.

Hecla hat zwei Minen in Operation: "Green Creeks" in Alaska und "Lucky Friday" in Idaho. Darüber hinaus hat Hecla noch weitere aussichtsreiche Explorationsprojekte in Nordamerika bzw Mexiko. Die bei vielen Silberminen massiv vorhandenen politische Risiken in Ländern wie Bolivien oder Argentinien hat Hecla also mit seiner Operation nicht.

Am 11. Januar diesen Jahres musste Hecla bekannt geben, dass die "Lucky Friday" Mine nun auf Anordnung der Mine Safety and Health Administration (MSHA) für Wartungs- und Aufräumarbeiten ungefähr ein Jahr geschlossen werden muss, da es dort immer wieder zu Steinschlag bzw Bergstürzen kam. Der Markt hat das gar nicht goutiert und Hecla in der Spitze um 25% nach unten geschickt. Das ist auch auf den ersten Blick nachvollziehbar, denn der kurzfristige Jahresertrag wurde damit von 10 Millionen Unzen Silber auf 7 Millionen Unzen reduziert.

Es gibt aber gute Argumente, die dafür sprechen, dass der Markt nun übertrieben hat. Denn auch wennn "Lucky Friday" nun für ein Jahr schliesst, ist dadurch das Silber in der Erde ja nicht weg. Die Reduktion des kurzfristigen Ausstosses also eins-zu-eins auf den Aktienkurs durchschlagen zu lassen, lässt Raum für positive Überraschungen. Und Auszeiten bei Minen und Wartungsarbeiten sind halt etwas ganz Normales in der Industrie, Steinschlag ebenso. Nun hat Hecla also die Chance, die Mine in Ruhe so auf Vordermann zu bringen, dass diese danach auf Jahre hinaus ohne Unterbrechung hohe Erträge erwirtschaften kann. Die in 2012 ausgefallene Silberproduktion, kann dann in den Folgejahren um so schneller nachgeholt werden.

Gleichzeitig kam dieser Absturz zu einem Zeitpunkt, an dem der Kurs von Hecla sowieso schon über das ganze Jahr 2011 durch die zunehmenden Probleme in "Lucky Friday" belastet war. Diese Stilllegung könnte also den finalen Abverkauf markieren, auch das hohe Volumen während des Ausverkaufs spricht dafür.

Dabei ist Hecla in meinen Augen schon heute fundamental unterbewertet. Denn Hecla hat im Branchenvergleich sehr geringe Abbaukosten und das bei geringeren politischen Risiken als die meisten seiner Mittbewerber. Das liegt unter anderem daran, dass die Hauptmine "Green Creeks" einen überdurchschnittlich hohen Silbergehalt besitzt, was bedeutet man kann viel Silber mit relativ wenig Aufwand aus dem Boden holen. Auch die Explorationsprojekte in den USA und Mexiko sehen attraktiv aus. Hecla notiert nun nahe am Buchwert bei 1,5 Milliarden USD Marktkapitalisierung und schüttet sogar eine kleine Dividende aus, die in 2012 erhalten bleiben soll.

Dividende, gute Kostenkontrolle, offene Investors Relations, lange erfolgreiche Historie - all das sind Indizien für ein kompetentes, seriöses Management - ein Kriterium das man nicht jedem Minenunternehmen uneinschränkt zugestehen kann.

Auf dem Chart sieht man, wie weit Hecla nun innerhalb eines Jahres von seinen Höchstständen zurück gekommen ist. Die Aktie befindet sich immer noch in einem etablierten Abwärtstend, insforn ist es charttechnisch derzeit nicht zwingend in Hecla Mining zu investieren. Gleichzeitig hat Hecla aber im Bereich von 4 USD gut Unterstützung und positiv ist auch zu sehen, wie gut Hecla sich schon von dem "Lucky Friday" Einschlag erholt hat. Auch RSI und MACD könnten kurz vor eine Wende ins Positive zu stehen und deuten zumindest eine Stabilisierung an. Die charttechnische Entscheidung scheint also nicht mehr all zu fern in der Zukunft zu liegen. Alleine letzten Freitag ist Hecla schon um 7% gestiegen. Möglicherweise positioniert sich hier schon Kapital für die Wende.

Hecla Mining ist für mich persönlich im Moment die attraktivste Wette im Universum der Silber-Minen. Denn hier vereint sich erhebliches theoretisches Upside mit einem seriösen, langjährig erfolgreichen Unternehmen in politischen sicheren Weltregionen.

Letztlich hängt aber alles vom Silberpreis ab und nur wenn dieser weiter stark bleibt, wird man wohl auch mit Hecla schöne Gewinne einfahren können. In Anbetracht der klaren Aussagen der FED und parallel der Liquiditätsschwemme, die die EZB nun über die Banken ausgiesst, sind Gold und Silber in meinen Augen gut unterstützt und für den weiteren Verlauf des Jahres 2012 sehr aussichtsreich. Sollte noch dazu die Weltkonjunktur wieder anziehen, würde Silber als Industriemetall doppelt profitieren.

Genügend Gründe also für mich nun in Hecla Mining investiert zu sein. Ich sehe bei der Aktie durchaus eine Verdoppelungspotential innerhalb 24 Monaten und habe vor, diese Bewegung voll mitzunehmen.

Ob Hecla Mining auch in Ihr Depot passt, kann ich Ihnen nicht beantworten, das können nur Sie selber. Bedenken Sie neben all den Chancen daher auch die Risiken von Silberminen, denn trotz aller positiven Aussichten kann sich ein "Lucky Friday" Ereignis in jeder Mine der Welt jederzeit wiederholen und eine Hecla notierte im Tief Ende 2008 auch mal nahe bei 1 USD, also bei einem Fünftel des heutigen Wertes ! Das sollten Sie bei allen positiven Aussichten nicht vergessen. Sie sehen, neben grossen Chancen lauern also auch erhebliche Risiken, weswegen ich persönlich ein Engagement nur entsprechend abgesichert eingehen würde. Der Bereich um 4 USD könnte dafür eine sinnvolle Marke sein, um im Falle des Falles die Notbremse zu ziehen.

Silberminen sind also definitiv nicht für einen langfristigen "Buy and Hold" Ansatz geeignet. Aber für mich persönlich überwiegen bei Hecla Mining aktuell deutlich die Chancen und wenn ich schon in eine Silbermine investieren will, dann ist Hecla Mining mein persönlicher Favorit.

Haris Märkte am Abend – 27.01.12 – Wochenabschluss

Zum Markt habe ich mich gestern und heute -> hier <- so ausführlich geäussert, dass ich es hier nicht erneut wiederholen muss. Kurzfristig - insbesondere über das Wochenende - neige ich zur Vosicht, mittelfristig sehe ich den Markt aber positiv. Die Bullen sind eindeutig am Drücker und könnten es auch noch eine ganze Zeit lang bleiben.

Kommen wir also direkt zu einzelnen Titeln:

Die vor drei Tagen -> hier <- vorgestellte Temenos (WKN 676682) ist heute mit einem Plus von 4% deutlich angesprungen. Bemerkenswert war dabei, dass die Bewegung vom Tief um 10:18 Uhr mit 15,4 CHF bis zum Hoch um 17:15 Uhr mit 16,65 CHF Intraday einen Hub um beeindruckende 8% betrug ! Gleichzeitig habe ich aber keinerlei Nachricht gesehen, die zwingend als Ursache in Frage kam. Vielleicht weiss ich Morgen mehr, wenn die Analysen der Schweizer "Finanz und Wirtschaft" auf meinem Frühstückstisch liegen.

Es ist aber nicht unmöglich, dass sich nun grosses Geld in der Aktie für einen Ausbruch positioniert, eine solche Bewegung ohne Nachricht ist auf jeden Fall bemerkeswert. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, sollte vielleicht lieber warten bis der Kurs bei ca. 18 CHF den Deckel der seit August letzten Jahres andauernden Konsolidierung hebt und damit einen Ausbruch bestätigt. Mangels zuverlässiger Nachrichten bin auch ich bei Temenos noch in Wartestellung. Wer sich die Marktdaten zur Aktie genauer anschauen will, kann das ganz gut -> hier <- direkt bei der Schweizer Börse tun.

Der IT Netzwerksektor bekam heute einen Einschlag, weil Juniper Networks (WKN 923889) einen schlechten Ausblick lieferte und Intraday zeitweise 9% im Minus lag. Ich finde den ganzen Sektor aber grundsätzlich interessant und das nicht nur weil der Einschlag bei Juniper sofort wieder gekauft wurde - um 20 Uhr waren nur noch 3% Minus übrig. Denn sollte die US Konjunktur drehen, haben eine ganze Reihe von Unternehmen eine Menge an IT Investitionen nachzuholen. Gerade in der Telekommunikationsbranche hat sich da stellenweise ein Investitionsstau gebildet, was man zum Beispiel auch an den aktuell schlechten Zahlen des Telecom-Infrastruktur Spezialisten Ericsson (WKN 850001) sehen kann.

Davon könnte neben Juniper Networks möglicherweise auch Ciena (WKN A0LDA7) oder Cisco Systems (WKN 878841) profitieren. Ich empfehle, sich mal langfristige Charts der Titel anzuschauen, gerade bei Juniper oder Ciena spricht in meinen Augen einiges für eine langfristige Bodenbildung. Der Marktführer Cisco hat seinen Tiefpunkt wohl schon hinter sich und steigt seit Monaten dynamisch. Hier das Chartbild von Juniper Networks seit 2006.

Die Vorsicht bei Aixtron (WKN A0WMPJ), die ich hier letzten Dienstag formuliert hatte, war scheinbar berechtigt. Nach dem grossen Absturz von Dienstag ist die Aktie ohne jede Nachricht weiter Tag für Tag schwach und es gibt keinerlei Gegenbewegung. Das spricht sehr dafür, dass es bei der Aktie eine negative Nachricht gibt, die aber noch nicht allgemein bekannt ist. Der bisherige Verlauf mit schwerem Einschlag und dann tagelangem Bröseln, spricht aber in meinen Augen gegen eine echte Katastrophenmeldung, passen würde das Marktverhalten eher zu einer grösseren Abschreibung oder ähnlichen Szenarien. Der Effekt scheint nun aber langsam auszulaufen. Insofern könnte man rein charttechnisch wohl über einen Einstieg im Bereich unter 10,8€ nachdenken, denn um 10,8€ lag auch die längere Konsolidierung von Anfang Januar. Denn vom theoretischen Potential her, ist Aixtron sicher ein hoch interessanter Wert. Zwingend ist dieser Trade aber für mich im Moment noch nicht, da es noch völlig am nachrichtlichen Hintergrund fehlt. Ich bin also nun Neutral was Aixtron angeht.

Wer mal eine Berg und Talfahrt sehen möchte, kann hier den Kurs des LED Weltmarktführers CREE (WKN 891466) bestaunen. Cree leidet auch unter Preisdruck und Überkapazitäten, die ihre Quelle vor allem in China hatten. Schon vor einer Woche habe ich auf den Titel aufmerksam gemacht und möchte das heute erneut tun, denn die Konsolidierung der letzten Woche sah sehr konstruktiv aus. Auf dem Langfristchart seit Ende 2008 unten sehen Sie auch, dass der RSI bei Cree zuletzt Ende 2010 so stark war wie derzeit. Möglicherweise ist da also eine Wende im Gange, die natürlich auch bei Aixtron dann irgendwann durchlagen würde. Ich bin bei Cree noch nicht investiert, weil die Lage noch nicht eindeutig ist, habe die Aktie nun aber ganz genau unter Beobachtung.

Gold (XAUUSD) bzw Silber (XAGUSD) scheint dagegen im Moment in der perfekten Ausgangslage zu sein. Durch die klaren Aussagen der FED ist Gold für mich nun unterhalb 1700 USD stark unterstützt. Und mit der Griechenland Thematik steht ein Thema vor der Haustür, für das Gold im Fall des Falles durchaus eine gute Versicherung sein könnte. Der ganze Minensektor war auch heute wieder sehr stark. Meine Edelmetall- bzw Minen-Positionen lasse ich daher auch über das Wochenende unangetastet und lasse die Gewinne laufen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende ! Wie immer reagiere ich auch am Wochenende auf Kommentare, der nächste Artikel kommt dann regulär am Montag.

Marktupdate – 27.01.12 – Griechische Defensive übers Wochenende

Ich stelle mich beim DAX Niveau 6550 nun über das Wochenende etwas defensiver auf. Grund ist, dass das Thema Griechland möglicherweise nächste Woche zur Entscheidung kommt. Nachdem was man liest, soll der Bericht der Troika am Montag beim EU Gipfel zwar noch nicht vorliegen, informell wissen aber bestimmt alle schon was darin stehen wird.

Für mich sieht die Nachrichten-Lage nun so aus, als ob die richtige Pleite endlich vollzogen wird. Die Signale aus der Politik sprechen für mich dafür. Möglicherweise tritt Griechenland auch "freiwillig" aus dem Euro aus, wobei das Wort "freiwillig" dann sicher durch allerlei milliardenschwere Kompensationsgeschäfte "motiviert" wurde. Aber wie auch immer, ich glaube das Thema ist auf der Zielgeraden und eigentlich weiss jeder, dass ein Schuldenschnitt mit "weiter so" nichts wirklich ändert, selbst wenn es 70% wären. Griechenland braucht schlicht eine viel weichere Währung, anders kommt das Land in meinen Augen nicht auf die Beine. Mit dem Euro ist Griechenland nicht wettbewerbsfähig und ich sehe ehrlich nicht, wie sich das in absehbarer Zeit ändern soll, dafür liegen zu viele grundlegende Dinge im Argen.

Mr. Market sieht das ganze mittlerweile ziemlich gelassen, weil er in meinen Augen zurecht davon ausgeht, dass die Staaten und Banken nun genügend Zeit hatten sich auf den Fall X vorzubereiten. Zu einem völlig ungeordneten Zusammenbruch wird es also wohl nicht kommen. Zu einem formalen "Default" mit entsprechenden Effekten bei den CDS aber möglicherweise schon. Und wenn doch ein Lösung im Konsens erarbeitet wird die den formalen Default vermeidet, wird das Mr. Market um so mehr mögen.

Trotz dieser berechtigten Gelassenheit, würde ein Default den Markt wohl kurzfristig durchschütteln. Denn Unsicherheiten gibt es auch bei der besten Vorbereitung. Wenn man dann noch bedenkt wo wir aktuell notieren und wie weit wir schon gelaufen sind, sehe ich keinen Grund das Risiko über das Wochenende zu nehmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass uns der Markt bis Montag massiv nach oben wegläuft ist für mich auf dem Niveau von DAX 6550 gering. Das politische Risiko übers Wochenende ist dagegen hoch.

Das ändert nichts an meiner grundlegend positiven, mittelfristigen Marktsicht und sollte Griechenland tatsächlich in den Default gehen, wäre die kurze Phase der Verunsicherung für mich möglicherweise sogar eine Kaufgelegenheit. Aber ich sehe wenig Grund mich nun über dieses Wochenende übermässig zu exponieren. Und wenn wir nun bis Montag ein bischen nach oben verpassen sollten, war das die Sicherheit in meinen Augen wert.

Am Montag werde ich die Lage dann ganz in Ruhe neu bewerten.

Haris Märkte am Abend – 26.01.12 – Dont fight the FED !

Wie schon im Marktupdate von heute Mittag -> hier <- geschrieben, haben wir nun klassisches Bullenmarkt-Verhalten. Der DAX hat auf jeden Fall den Deckel bei ca. 6460 geknackt, hat damit auch die Oktober-Hochs von letztem Jahr hinter sich gelassen und liegt oberhalb des bedeutenden 200er Moving Average.

Mittelfristig ist damit in meinen Augen der Weg in den 7000er Bereich frei und in Anbetracht der Liquiditätsschwemme die von den Notenbanken ausgeht, wäre ich gar nicht mal überrascht, wenn das schneller geht als die meisten ahnen. Denn an der Börse stehen die Ampeln nun auf Grün, und das gerade deshalb, weil die Mehrzahl der Marktteilnehmer wohl noch in der Krisenlogik des Jahres 2011 gefangen ist. So war es schon immer, 2003 ebenso wie 2009. Der frühe Vogel fängt aber den Wurm ! Wenn Sie diesem Blog in den letzten Wochen gefolgt sind, hatten Sie einen neuen Bullenmarkt schon früher als die meisten auf dem Radar und so die Chance schöne Gewinne mitzunehmen.

Kurzfristig haben wir heute mit DAX >6550 und S&P500 >1330 Intraday den unteren Teil der Zielzone aus der inversen SKS Formation schon erreicht. Man sieht daran wie stark die Bewegung war. Nicht überraschend ist daher, dass die Indizes in diesem Bereich zunächst einmal etwas zurück gekommen sind. Der S&P hat Intraday nach dem Hoch bei 1333 auch eine Schulter-Kopf-Schulter Formation teilweise abgearbeitet, deren Ziel bei ca. 1306 aber nicht mehr erreicht und mit 1318 nur minimal im Minus geschlossen.

Wie es von hier kurzfristig weitergeht ist unklar, ich neige aber eher zu der Annahme, dass der Markt noch einmal oberhalb der Nackenlinie Luft holt und der DAX dann die 6600 touchiert. Kurzfristig, also Morgen, sollte der DAX daher nicht mehr signifikant unter die 6430 fallen. Stops in diesem Bereich finde ich deswegen eine gute Idee. Sollte der Fall doch schon Morgen eintreten, müsste man den Ausbruch wohl als mögliches Fehlsignal mit Skepsis betrachten.

Jetzt rätselt natürlich jeder: wie geht es mittelfristig weiter , wobei die unterinvestierten Marktteilnehmer nun ganz besonders an den Nägeln kauen und bibbernd auf eine scharfe Korrektur hoffen. Und obwohl meine Glaskugel genau so trübe ist wie die aller anderen (der Unterschied ist, ich gebe es zu ;-)), will ich zwei Gedanken zum weiteren Ablauf mit Ihnen teilen:

Der klassische Fall - sozusagen nach Lehrbuch - wäre nun, wenn der DAX in einem letzten Halali bis über 6600 läuft um dann nächste oder übernächste Woche endlich zu korrigieren. Die Korrektur könnte dann bis zur alten Ausbruchs/Widerstandszone um 6200 herunter laufen. Dann müsste der DAX dort drehen und in einem Zug bis 7000 nach oben durch rauschen. So weit das "Bilderbuch" für einen Bullenmarkt.

Leider ist es nach meiner Erfahrung so, dass diese idealtypischen Abläufe fast nie eintreffen, eben weil sie fast jeder auf dem Radar hat. Womit wir bei dem zweiten Gedanken sind, der weniger bekannt ist, dafür aber einen umso besseren Trackrecord hat.

Es ist der "Weg des maximalen Schmerzes". Das bezeichnet den Weg des Marktes, den die wenigsten erwarten und der die grösste Überraschung (und damit Schmerz) hervor rufen wird. Erfahrene Börsianer wissen, das genau dieser Weg eine höhere Eintrittswahrscheinlichkeit hat, denn auf dem Weg auf dem sich niemand positioniert hat, gibt es kaum Widerstand. Umgedreht, wenn alle etwas erwarten, haben sich auch alle in diese Richtung aufgestellt. Wie will der Markt dann in diese Richtung weiter laufen, wenn alle schon im Markt sind ?

Und dieser Weg des maximalen Schmerzes, wäre in meinen Augen ein sogenannter "Runaway-Move", ohne grössere Korrektur, bis 7000 und darüber hinaus. Mit der Korrektur rechnen alle, damit wohl kaum einer ! Selbst das Szenario, dass wir jetzt komplett wegkippen und wegen Griechenland wieder Richtung 5000 zusammen brechen, haben mit Sicherheit mehr Marktteilnehmer auf dem Radar, als einen solchen "Runaway-Move". Und gewaltige Schmerzen würde so eine Bewegung garantiert machen, denn viele Marktteilnehmer sind unterinvestiert.

Witzigerweise gibt es derartige Bewegungen fast ohne Korrektur gerade am Beginn von Bullenmärkten öfter als man denkt. Denken Sie zum Beispiel an die Bewegung von März bis Juni 2009, über 30% Anstieg ohne echten Verschnaufer in 3 Monaten ! Oder wie wäre es zum Beispiel mit der ebenfalls durch Liquidität induzierten Rally von September 2010 bis Februar 2011 ? Das ging in einem Rutsch ohne grosse Pausen von 5900 bis 7500 !

Um es klar zu sagen, das heisst nicht, dass diese Bewegung nun kommen muss ! Und ich warne dringend davor, auf solche Annahmen und Szenarien einfach zu wetten ! Denn die Zukunft ist definitiv unbestimmt, egal was wir in der Glaskugel zu sehen glauben. Und die Politik oder die Notenbanken können jederzeit mit eine paar Lippenbewegungen dafür sorgen, dass alles ganz anders kommt. Ich will Ihnen mit diesen Szenarien nur Perspektiven eröffnen. Aber selbst wenn ich an einen "Runaway-Move" glaube, würde ich mich aber nie anders verhalten, als diszipliniert und abgesichert zu handeln. Und wenn das bedeutet, dass man ein paar Über-Prozent Gewinn verpasst, dann ist das halt so, die Sicherheit ist es alle mal wert !

Diese Interpretationen der Kristallkugel haben daher auch keinen unmittelbaren Nutzen was die unmittelbare Aufstellung am Markt angeht und sollten einen nicht zu Handlungen verleiten. Sie haben aber den Sinn, dass man sich gedanklich nicht mit einem fixen Bias vergräbt, sondern die Sinne offen hält und gerade das Unerwartete erwartet. Denn gerade gedankliche Flexibilität ist unabdingbar um mit Mr. Market Schritt halten zu können.

Nach diesem Blick in die - wie immer - trübe Kristallkugel, noch ein paar Worte zu Einzelwerten:

Zu Nokia (WKN 870737) habe ich mich ja schon in seperatem Artikel geäussert.

Herausragend im positiven Sinne war heute Salzgitter (WKN 620200) mit einem Plus von mehr als 6%, die ich hier im Blog ja schon mehrfach positiv besprochen habe. Der Kurs schiebt mit einer gewaltigen Dynamik hoch und auch wenn es sicher mal die eine oder andere Korrektur geben wird, rechne ich persönlich damit, dass wir schon bald Kurse im Bereich 50-55 € sehen. In diesem Bereich werde ich dann die Hälfte meiner Position wieder verkaufen und Gewinne mitnehmen. Die andere Hälfte lasse ich laufen, denn fundamental sind für mich bei Salzgitter auch Kurse über 60€ durchaus gerechtfertig.

Mit dem Gabelstapler Hersteller Jungheinrich (WKN 621993) arbeitet heute ein weiterer klassischer deutscher Maschinenbauer am Ausbruch nach oben und liefert ein Plus von 4% ab. Auch dieses Unternehmen ist in meinen Augen ein echter Qualitätstitel mit Potential und einen Blick wert !

Gold (XAUUSD) hat den Ausbruch von Gestern heute bestätigt und ich kann dazu nur sagen: Dont fight the FED ! Die FED hat klar gemacht, dass ohne Rücksicht Geld gedruckt wird, damit ist Gold in USD in meinen Augen gut unterstützt und nicht ausgeschlossen, dass wir nun dynamisch nach oben laufen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Nokia – neutral und abwartend

Auf mehrfachen Wunsch ein kurzer Kommentar zu Nokia:

Nokia (WKN 870737) lieferte heute schwache Zahlen, die aber vom Markt positiv aufgenommen wurden, weil sie wohl noch schwächer erwartet wurden.

Man sieht an Nokia in meinen Augen erneut, dass der Markt kein faires Spielfeld ist. Denn ich habe mich ja wie hier geschrieben schon seit letztem Jahr gefragt, warum der Nokia Kurs von 5€ zurück kommt, ohne das es irgend welche belastbaren, offiziellen Aussagen zu den Umsatzzahlen mit den neuen Lumia Smartphones gab. Und wie Sie wissen, halte ich mich in solchen Situationen immer lieber raus, denn wenn der Kurs nicht macht was ich eigentlich erwarte, kann es sein das dem Unternehmen nahe stehende Marktteilnehmer etwas wissen, was ich als Aussenstehender eben nicht weiss. Deshalb habe ich meine Nokia Positionen auch schon Ende letzten Jahres im Bereich knapp oberhalb 4€ aufgelöst und lieber einen kleinen Verlust realisiert, als weiter im Dunkeln zu fischen.

Im Nachhinein halte ich es daher persönlich für gut möglich, dass das Wissen um die Umsätze schon vorher in den Markt diffundiert ist. Zumindest wäre das eine vernünftige Erklärung für die Schwäche seit November letzten Jahres. Dazu braucht es gar keine Insiderlecks im rechtlichen Sinne und ich will da auch niemandem etwas unterstellen. Denn es reicht schon, dass Markteilnehmer die dem Unternehmen nahe stehen, einfach ganz legal die Informations-Bruchstücke die an ihnen vorbei gehen richtig zusammen setzen.

Denn alleine die verschiedenen Provider haben schon einen hervorragenden Überblick über den Erfolg von Modellen im Massenmarkt und auch aus den Ergebnissen der Chiplieferanten wie Texas Instruments oder ST Micro kann man eine Menge über Nokias Absatz schliessen. Man muss diese Daten halt nur früher haben als die anderen. Der Kreis der Marktteilnehmer mit Wissensvorsprung gegenüber uns normalen Anlegern, ist bei Handyherstellern deswegen immer besonders gross. Erfolg am Markt ist nun mal ein Kampf um kleine Wissensvorsprünge und der Gegner auf der anderen Seite des Trades ist ja auch nicht dumm. Wie heisst es so schön von Warren Buffet: "Investing is simple, but not easy ...."

Nokias CEO Elop hat mich auf jeden Fall mit seinen Aussagen heute nicht richtig überzeugt, für mich hörte sich das heute mehr wie Durchhalteparolen an. Ich bin zwar weiter davon überzeugt, dass Nokia mit 4€ aufgrund seines inneren Wertes (Marke, Patente etc) zu billig gehandelt wird. Und ich kann mir immer noch vorstellen, dass Nokia mit der Lumia Linie Erfolg hat, denn die Smartphones sind in meinen Augen objektiv gut und echte "Handschmeichler".

Solange ich aber nicht sehe, dass die Strategie zu wachsenden Marktanteilen führt, bleibe ich nun erst einmal an der Seitenlinie. In unsicherer Nachrichtenlage ohne klaren "Edge", macht es für mich keinen Sinn den Helden zu spielen. Und der Markt ist im Moment doch voll von klaren, eindeutigen Ausbrüchen aus Wendeformationen, da muss ich mein Kapital aktuell nicht in dieses trübe Wasser stecken.

Was Nokia angeht, schaue ich also mit einem Auge noch zu, warte ansonsten aber einfach ab.

Marktupdate – 26.01.12 – Kaufpanik oder das Reh im Scheinwerferlicht

Die inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation aus "Haris Märkte am Abend" von gestern war ein Volltreffer ! Wir haben die Nackenlinie nach oben durchbrochen und haben eine Ahnung von Kaufpanik im Markt !

"Dont fight the FED" bleibt wohl auch dieses mal richtig und ich denke nun sieht jeder, dass wir es hier mit Bullenmarkt - Verhalten zu tun haben. 2012 ist scheinbar anders als 2011 und mit den eingeübten Reflexen von 2011 kann man in 2012 wohl keinen Blumentopf gewinnen.

Beachten Sie jetzt den Bereich 6550-6600 im DAX, den ich gestern als Ziel ausgegeben habe. Dort könnten wieder Gewinnmitnahmen einsetzen.

Die Bären fühlen sich jetzt aber wahrscheinlich wie ein Reh im Scheinwerferlicht und sind in Schockstarre. Und die Institutionellen die an der Seitenlinie stehen haben nun ein riesiges Problem.

Genau das befeuert aber die Rally. Warten wir ab wohin sie uns trägt, ich hoffe Sie haben sich wie ich nach oben orientiert und geniessen erst einmal den Tag. Erst wenn diese Bewegung ausläuft und das Geld von der Seitenlinie in den Markt geflossen ist, dürfte es wieder riskant werden.
Den Stop könnte man jetzt von DAX 6330 unter den Bereich des Ausbruches aus der Nackenlinie nachziehen, also ca. in den Bereich von DAX 6430.

Alle Aussagen oben natürlich vorbehaltlich exogener Schocks, die so ein Bild jederzeit auf den Kopf stellen können. Deshalb bei aller Euphorie, nie die Absicherung vergessen - siehe oben.

Geniessen Sie den Tag !

Haris Märkte am Abend – 25.01.12 – Déjà-vu

21 Uhr, 1 Stunde vor Handelsschluss.

Déjà-vu, der Markt macht heute wieder das gleiche wie gestern - Intraday Schwäche, die aber wieder bei ca. DAX 6360 gekauft wird. In Anbetracht von über 20 Tagen Anstieg ist das eine bemerkenswerte Stärke.

Nachdem es den Bären auch mit dem heutigen Tag nicht gelungen ist den Markt zu drehen, steigt für mich nun langsam die Wahrscheinlichkeit, dass der nächste grosse Sprung demnächst wieder nach oben geht. Denn wie ich schon vor ein paar Tagen schrieb, eine überkaufte Markttechnik kann ein Bullenmarkt durch ein kurze, scharfe Korrektur oder eben durch eine etwas längere Seitwärtsbewegung abbauen. Die Wahrscheinlichkeit steigt nun in meinen Augen, dass wir letzteres gerade erleben.

Trotzdem gibt es keinen Grund die Strategie der "vorsichtigen Offensive" zu ändern, denn ich rede hier über eine langsame Verschiebung von Wahrscheinlichkeiten um einige Prozentpunkte, nicht mehr aber auch nicht weniger. Die weitergehende Korrektur bleibt weiter möglich, die Wahrscheinlichkeit sinkt aber nun mit jedem Tag der Konsolidierung.

Mein in die Zukunft gerichteter Blick orientiert sich nun deshalb wieder stärker nach oben. Denn mit etwas Phantasie kann man sogar eine inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation im DAX der letzten Tage ausmachen. Und mit ca. DAX 6330 haben wir eine wunderbare Stopmarke, die nicht durchschlagen werden sollte, falls die Theorie der Seitwärtskonsolidierung richtig ist. Umgedreht kann man den Chart natürlich auch als multiplen Top interpretieren, ich neige aufgrund der beeindruckende Stärke des Marktes aber eher zur bullishen Interpretation des Preisverhaltens. Und wenn sich das bestätigt, definiert die inverse SKS Formation ein Kursziel von ca. DAX 6580. Der Chart des DAX ist von ca. 20.30 Uhr.

Die nächsten Tage werden es zeigen wohin die Reise geht, einen Stop für seine Long-Positionen nun aber in den Bereich um DAX 6330 zu legen und somit nur noch geringe Abwärtsrisiken zu haben, hat in meinen Augen viel Logik. Sollte der Ausbruch nach oben in den nächsten Tagen kommen, werde ich aber nicht zu schnell abspringen, sondern den Markt zumindest bis in den Bereich um DAX 6600 laufen lassen.

Nur ein Thema muss ich heute noch explizit erwähnen - Gold ! Sie erinnern sich an die Abwärtstrendlinie, die ich vor zwei Wochen -> hier <- gezogen hatte ? Die hat Gold nun überraschend mit einer gewaltigen Bewegung innerhalb Minuten nach oben durchbrochen ! Und wenn sich das Morgen bestätigt - diese Bestätigung ist extrem wichtig um Fehlsignale auszuschliessen - dann könnte das ein signifikanter Ausbruch sein !

Denn Auslöser der plötzlichen Stärke ist heute wohl mal wieder die FED, die heute bekannt gibt, dass die Zinsen bis mindestens Ende 2014 niedrig bleiben, weil das Wachstum der US Wirtschaft wohl auf Sicht schwach bleibt. Der Markt interpretiert das als Signal der FED, dass ein erneutes "Quantitatives Easing" (= Gelddrucken) kurz bevor steht. Deshalb geht der Goldpreis durch die Decke, denn Gelddrucken bedeutet Abwertung des Papiergeldes und damit Vorteil für die ultimative Währung : Gold. Schauen Sie sich diesen beeindruckenden Gold Chart von 20.55 Uhr an, dann wissen Sie was heute Sache war.

Es muss sich keiner einbilden, dass man so etwas vorhersagen kann, denn diese Bewegung hängt alleine an den Lippenbewegungen von Ben Bernanke. Aber man muss das auch nicht vorhersehen, man muss es aber ganz schnell ernst nehmen und sich adaptieren. Und mit diesem Blog Eintrag haben Sie die Chance dazu. Denn wenn sich das Morgen bestätigt - die Bestätigung ist wichtig - dann ist das für mich ein Signal das über Gold hinaus geht. Das bedeutet für mich erweiterte Liquiditätsschwemme und damit Bullenmarkt für harte Assets. Und alle harten Assetklassen, besonders die Rohstoffe, werden dann nach oben getrieben. Schauen Sie alleine, was heute mit der Barrick Gold (WKN 870450) passiert, die ist aktuell für so einen Bluechip gewaltige 5,5% im Plus ! Damit bekommen Sie eine Ahnung, was da möglich ist, sollte sich die Geldschwemme durch ein QE3 bewahrheiten.

Auf den ganzen Rohstoff-Sektor würde ich jetzt also ganz genau schauen !

Fazit: Ich bleibe zwar vorsichtig und nach unten abgesichert, aber das Blatt der Bären wird nun schwächer. Die Bären hatten ihre Chance und vielleicht haben Sie Morgen im Sinne "Sell the News" noch eine. Spätestens dann sehe ich ihre Zeit aber wohl fürs erste abgelaufen und der Markt könnte dann nach meiner Einschätzung wieder nach oben drehen !

Gute Nacht allerseits !

Haris Märkte am Abend – 24.01.12 – Buy the Dip

Da war er heute scheinbar, der überfällige Beginn der Korrektur. Der DAX bei 6340 und eine Reihe Aktien Intraday 2, 3 oder sogar 4% im Minus.

Und wie bei jeder Korrektur üblich, wurde am stärksten verkauft, was vorher am besten gelaufen ist. Soweit völlig normal und selbst 4% Minus Intraday bei einer Rheinmetall (WKN 703000) oder einer Klöckner (KC0100) waren da nicht so überraschend.

Und dann kam wieder "Buy the Dip" und die kleine Korrektur wurde sofort wieder gekauft. Damit beweist der Markt erneut beeindruckende Stärke und ich kann nur wiederholen was ich schon oft gesagt habe: gegen so einen starken Markt wettet man in meinen Augen nicht.

Wie es nun kurzfristig weiter geht ist unklar. Die gute Nachricht für die Bullen ist, dass sich mit diesen kleinen Intraday Korrekturen die überkaufte Markttechnik nun langsam abbaut und damit der Boden für den nächsten grossen Schwung nach oben bereitet wird. Denn technisch ist der Markt nun schon nicht mehr so nach oben überdehnt, wie er es noch vor wenigen Tagen war.

Andererseits gibt es durchaus Beispiele dafür, dass nach 2 oder 3 gescheiterten Versuchen den Markt zu drehen, dann plötzlich doch eine Wende durchschlagenden Erfolg hat - genau dann wenn alle denken, dass dieser Markt ja komplett "kugelsicher" sei.

Und Morgen haben wir noch dazu eine Wildcard im Spiel - die Notenbanken. EZB Chef Draghi spricht Morgen um 14.15 und um 20.15 Uhr kommt dann das Ergebnis der zweitägigen FED Sitzung. Ich wage keine Prognose was da passiert, da Bernanke bisher aber sehr gut darin war die Erwartungen der Märkte im Vorfeld zu managen, erwarte ich nicht all zu viel Neues. Trotzdem muss man dieses Datum auf dem Radar haben, denn wenn der Markt überhaupt demnächst stark abkippt, dann kann ich mir das nach der FED Sitzung vorstellen, schwerlich aber nun vorher.

Summa Summarum sagt uns das Verhalten des Marktes bei aller kurzfristigen Unklarheit aber eindeutig : Vorteil für die Bullen ! Das sollte man respektieren und deshalb bleibe ich unverändert bei der Strategie der vorsichtigen, abgesicherten Offensive.

Merkwürdig verhielt sich für mich heute Aixtron (WKN A0WMPJ). Das Minus von Intraday zweitweise 7% ist in meinen Augen mit der Korrektur alleine nicht erklärbar, da müssen andere Ursachen im Hintergrund sein. Da man aber keinerlei Nachricht sieht und diesen Absturz daher nicht zuordnen kann, sollte einen das eher noch skeptischer machen. Denn solche Bewegungen haben immer einen Grund, wir kennen ihn nur nicht. Aber andere Marktteilnehmer offensichtlich schon, denn sonst würde der Kurs nicht so abstürzen. So ein Szenario ist nach meiner Erfahrung fast immer höchst gefährliches Terrain für "Nicht-Insider" wie uns ! Bei Aixtron bleibe ich also erst einmal an der Seitenlinie und warte die Nachrichten der nächsten Tage ab.

Im positiven Sinne fand ich in der Korrektur Pfeiffer Vacuum (WKN 691660) bemerkenswert. Die Aktie ist Intraday kaum zurück gekommen. Da geht scheinbar noch was nach oben. Auch Krones (WKN 633500) war in der Korrektur stark. Beides sind klassische deutsche Mittelständler und Maschinenbauer, für die ich mittelfristig optimistisch bin.

Fazit des Tages: Bleiben Sie ruhig, sichern Sie ihre Gewinne und warten Sie demütig darauf, was Mr. Market nun Morgen zu tun gedenkt.

Ihnen eine gute Nacht !

Unbekannte Qualitätsaktien – Temenos – Chancen mit Bankensoftware

Neben der Serie "Rohstoffaktien" beginne ich heute mit Temenos auch eine Serie mit "unbekannten Qualitätsaktien", die ich in unregelmässigen Abständen weiter führen werde.

Darin will ich Ihnen Aktien vorstellen, die eigentlich seriöse, gut kapitalisierte Bluechips ihres Segments sind, in Deutschland aber trotzdem nur einen sehr geringen Bekanntheitsgrad haben.

Denn es schadet sicher nicht, wenn man seinen Anlagehorizont über die "üblichen Verdächtigen" in DAX, MDAX, SDAX und Co. hinaus ausdehnen kann. Alle die vorgestellten Aktien haben aus meiner Sicht attraktive, zukunftsträchtige Geschäftsmodelle und/oder befinden sich in einer markttechnisch spannenden Ausgangslage.

Beginnen will ich heute mit dem Schweizer Anbieter von Bankensoftware: Temenos (WKN 676682)

Haben Sie schon mal den Namen Temenos gehört ? Wohl kaum. Aber Gelder über Software von Temenos abgewickelt, haben Sie garantiert schon einmal.

Denn das Schweizer Unternehmen mit Sitz in Genf hat nicht nur 3500 Mitarbeiter, sondern über 1000 Banken als Kunden in mehr als 100 Ländern weltweit. Da ist mit Sicherheit auch ein Institut dabei, über das auch schon Ihre Gelder geflossen sind. Damit ist Temenos einer der Weltmarktführer im Bereich integrierter Gesamtbankensoftware und gewinnt mit seinen modernen Softwaresystemen weitere Marktanteile. Und eine Marktkapitalisierung von fast einer Milliarde Euro ist auch ganz ordentlich und zeigt, dass wir es hier mit keinem Exoten, sondern einem grossen, erfolgreichen Konzern zu tun haben.

Das Sie trotzdem den Namen Temenos wohl noch nie gehört haben, liegt daran, dass die meisten Banken eher ein Geheimnis um die Software machen die bei ihnen eingesetzt wird. Die einzige Erklärung die mir dazu einfällt ist, dass man man in der Bankenwelt scheinbar Wert darauf legt, beim Kunden den Eindruck eigener Kompetenz zu erzeugen. Das man in Wirklichkeit von Software und dem Support von externen Dienstleistern - wie Temenos - abhängig ist, muss man ja nicht an die grosse Glocke hängen.

Wenn Sie einen Blick auf den Chart von Temenos werfen, erkennen Sie sofort den Absturz in 2011, der Temenos von 40 CHF bis runter in den Bereich von 15 CHF gebracht hat.

Temenos

Dieser Absturz war natürlich nicht ohne Grund, denn wer Banken als Kunden hat, leidet natürlich mit, wenn diese unter die Räder der Eurokrise kommen, im Fukujima Schock stehen oder wie in Teilen der arabischen Welt durch Umbrüche lahm gelegt werden. In solchen Zeiten in denen es für die Banken um Sparen und Überleben geht, investieren Banken nicht in neue Softwaresystem mit langjährigen Projektlaufzeiten und schon gar nicht in integrierte Banksysteme. Denn wer Kernkapitalquoten heben will, hat weder Zeit noch Geld um riesige Softwareprojekte anzuschieben. Insofern gibt es für mich eine ganz einfache Erklärung für die Schwäche von Temenos.

Darin liegt aber auch die grosse Chance, denn an modernen Softwaresystemen führt mittelfristig für die Banken kein Weg vorbei. Wenn man weiss, mit welchen Uraltsystemen - zum Teil noch aus den 80er Jahren - selbst bestimmte namhafte Grossbanken heute noch arbeiten, weiss man welche riesigen Chancen da für Anbieter wie Temenos liegen. Diese Chancen können aber erst gehoben werden, wenn die Bankenwelt aus der unmittelbaren, existenzbedrohenden Krise kommt. Dann sorgt aber der Kostendruck im Retailgeschäft dafür, dass das Thema IT wieder höchste Priorität geniessen wird. Denn eine flexible und leistungsfähige IT-Infrastruktur ist für Banken der entscheidende Erfolgsfaktor.

Ein Vorteil von Temenos ist auch, dass das Unternehmen über eine weltweite Diversifizierung verfügt, so sitzt die Entwicklung zum Beispiel überwiegend in Indien und Kunden finden sich auf der ganzen Welt. So ist der Umsatzanteil von Europa bei Temenos gerade mal im Bereich 30%. Damit ist auch der harte Franken für Temenos kein grosses Problem und Temenos sehr gut gegen exogene Schocks in einzelnen Ländern geschützt.

Trotz dieser Diversifizierung kann sich Temenos der kurzfristigen Krisenstimmung in der Finanzindustrie natürlich nicht entziehen. Mittefristig ist die Zukunft aber voller Chancen. Denn böse Zungen lästern: Retailbanken bestehen heutzutage nur noch aus drei Elementen: Erstens einer leistungsfähigen, integrierten IT, zweitens aus grossen Vertriebsorganisationen, die sich euphemistisch "Berater" nennen dürfen und drittens aus einer kleinen Schaar sehr heller Köpfe, die all die "Produkte" kreieren, mit denen die "Berater" dann auf Kundenfang gehen. Und wenn diese bösen Zungen recht haben sollten, dann führt an neuen IT Systemen kein Weg vorbei, denn der IT-Investitionsstau in der Branche ist teilweise gewaltig.

Ob man die Temenos Aktie unbedingt heute schon kaufen muss, kann ich Ihnen nicht sagen. Aber Temenos nun genau zu beobachten und aufzuspringen wenn der Kurs nach oben dreht, könnte attraktive Chancen bieten. Denn der Chart sieht für mich im Moment nach einem tragfähigen Boden aus, von dem ausgehend die Aktie sogar theoretisch Verdoppelungspotential hat.

Haris Märkte am Abend – 23.01.12

Zur allgemeinen Markteinschätzung, habe ich im Marktupdate heute Mittag -> hier <- alles in meinen Augen Notwendige gesagt. Eigentlich ist eine Korrektur nun überfällig und heute gab es auch erste Versuche in den US Indizes den Markt zu drehen. Aber solange der Markt so stark ist, sollte man das respektieren und sich nicht dagegen stellen. Seine Gewinne auf diesem Niveau erst einmal abzusichern, ist aber in meinen Augen eine gute Idee. Kurzfristiges Ziel ist nun der Bereich 1330-1340 im S&P500 bzw. 6500-6600 im DAX.

Die Aktie des Tages war heute erneut die Commerzbank (WKN 803200) mit einem zweistelligen Tagesplus. Man sieht daran, was ich ->hier<- schon zur Commerzbank und ähnlichen Situationen gesagt hatte. Es ist gar nicht so entscheidend vorher auf die richtige Richtung zu wetten. Wichtiger ist schnell und konsequent aufzuspringen, wenn sich die Richtung etabliert hat. Wer bei der Commerzbank nach dem ersten Sprung auf über 1,6€ nicht gezögert hat, hat nun in den Folgetagen trotzdem grosse Gewinne mitnehmen können. Und das bei weit geringerem Risiko, weil man einen etablierten Trend kauft, statt vorher zu raten wie das Ergebnis aussieht.

Wie der Schweinezyklus und die schizoide Logik von Mr. Market funktioniert, kann man heute wunderbar am grossen US Gas Förderer Chesapeake Energy (WKN 885725) beobachten. Chesapeake gibt eine drastisch Reduktion der Gas-Produktion bekannt und als Folge steigt der Kurs 6%. Die extrem niedrigen Preise, bedingt durch Überkapazitäten und einen warmen Winter, sind also komplett im Kurs verarbeitet. Die Produktions-Reduktion - obwohl theoretisch eine schlechte Nachricht - wird also deshalb vom Markt sehr positiv gesehen, weil sie Hoffnung auf eine Ende des Preisverfalls macht.

Ähnliches kann auch bei den US Kohle Aktien nun jederzeit passieren, da deren Preisverfall auf ähnlichen Ursachen wie bei "Natural-Gas" beruht und Kohle als Energiequelle für Industrie und Versorger im Wettbewerb mit Gas steht. Passend dazu sind die US Kohle Aktien heute in Folge von Chesapeake auch, teilweise deutlich, im Plus. Patriot Coal (WKN A0M5QB) zum Beispiel mit 8% Plus, weil sie bisher am meisten unter dem niedrigen Kohlepreis gelitten haben.

Sehr gut sah heute auch der Generika-Hersteller Stada (WKN 725180) aus, der sich nun endgültig von der Zone um 20€ lösen konnte und in meinen Augen noch Luft nach oben hat. Auch die "alten Verdächtigen" Salzgitter (WKN 620200) und Rheinmetall (WKN 703000) sind heute wieder sehr stark und bestätigen erneut den hier schon mehrfach diskutierten Aufwärtstrend. Bei beiden Aktien war es richtig, die kleine Korrektur am Freitag sofort wieder zu kaufen. Trotz des etablierten Trends sollte man nun in meinen Augen Stops nachziehen und die Gewinne bei diesen Titeln sichern.

Bei Thyssen Krupp (WKN 750000) wäre ich dagegen vorsichtiger. In meinen Augen muss man den Stahlsektor nicht unbedingt über diese Aktie spielen, weil die Probleme doch substantiell sind und möglicherweise noch über Monate für schwierigen Newsflow sorgen. Auch wenn die Aktie recht billig aussieht, setze ich persönlich im Moment lieber auf Salzgitter, bis Thyssen Krupp sein Problem in Brasilien und den USA wirklich gelöst hat und klar wird, wie hoch die Rechnung ausfällt.

Zum Abschluss noch der erneute Hinweis auf die Iran Problematik, die Strasse von Hormus und den damit verbundenen Ölpreis. Die Sprache auf beiden Seiten radikalisiert sich nun deutlich. Gleichzeitig nehmen die Märkte das Thema aber noch auf die leichte Schulter, bis auf Stärke des Ölpreises ist noch nicht viel zu merken. Ich vermute das liegt an einem allgemeinen Konsens der ungefähr lautet "ist ja sowieso nur Säbelrasseln, die werden sich doch nicht ins eigene Bein schiessen und einen Krieg anfangen".

Ein derartiger Konsens ist aber riskant, denn wenn es doch zu kriegerischen Handlungen kommt, hat das an den Märkten ganz erhebliches Überraschungs- und Korrekturpotential ! Und auch wenn ich ebenso wie die Mehrheit die "Säbbelrassel-Theorie" durchaus für wahrscheinlich halte, bin ich doch nicht so fest davon überzeugt, dass ich das Thema einfach ad acta legen könnte. Denn Rationalität ist nicht bei allen Beteiligten ausreichend vertreten und der innenpolitisch motivierte Drang zur "glorreichen Schlacht" durchaus vorhanden. Wenn eine Krise mal so weit eskaliert ist, braucht es gar keinen formalen Kriegsbeschluss der gesamten Regierung mehr, sondern es reicht das Zündeln radikaler Gruppen und schon sind die Jäger und Bomber in der Luft und die Märkte am nächsten Morgen wohl zweistellig im Minus.

Und Ölwerte wie Statoil (WKN 675213) oder Suncor (WKN A0NJU2), die ihre Vorkommen ausserhalb des Nahen Osten haben, wären dann wohl deutlich im Plus und zusammen mit ausgewählten Rüstungsaktien wohl die wenigen grünen Lichtblicke in einer ansonsten tiefroten Kurstafel !

Ich wünsche Ihnen trotzdem einen schönen Abend ! Hoffen wir, dass Vernunft und Rationalität die Oberhand behält.

Marktupdate – 23.01.12 – Kaum Sorge um Griechenland

Wieviel dem Markt die Sorgen um Griechenlands Exitus noch wert sind, konnte man heute schön beobachten: nicht mal mehr ein Prozent, denn im Vorfeld der Entscheidung fiel der DAX "zur Sicherheit" gerade mal bis 6360.

Nach der Nachricht der wahrscheinlichen Einigung ging es dann bis 6460 in der Spitze hoch, um danach wieder etwas zu bröseln. In Summe ist also nicht wirklich viel passiert am Markt. Auf jeden Fall kein Vergleich zu Ausschlägen in 2011 bei ähnlicher Situation.

Was sagt uns aus meiner Sicht nun dieses Marktverhalten:

1. Eine Lösung für Griechenland ist scheinbar eingepreist und der Markt geht fest von dieser Lösung aus - ohne katastrophale Verwerfungen in der Euro-Zone oder bei den Banken. Damit ist aus dieser Ecke kaum noch Upside für den Markt vorhanden, bei einer überraschenden und verstörenden Nachricht aber um so mehr Downside.

2. Jeder Dip wird weiterhin für Käufe genutzt. Und es sieht danach aus, als ob das noch weitergehen könnte. Denn viele stehen unterinvestiert an der Seitenlinie. Sobald das aber einmal aufhört, dürfte die Korrektur um so schärfer werden, je länger diese Aufwärtsbewegung ohne Korrektur läuft. Die "Gummiband-Theorie" ist an den Märkten nach wie vor gültig !

Fazit:

Es kann gut sein, dass der DAX in den nächsten Tagen noch weiter hochschiebt und auch die 6600 schnell erobert. Die Markttechnik spricht durchaus dafür, denn es gibt bisher keinerlei Anzeichen, dass die Bullen aufgeben würden. Und das muss man unbedingt respektieren.

Auch aus Sicht des S&P 500 spricht einiges dafür, dass dieser noch die 1336 erobert, was einer weiteren Bewegung von 2% nach oben entspricht, die man im DAX wohl auf 3% und ca. DAX 6600 übersetzen könnte.

Das schon jetzt grosse Risiko einer scharfen Korrektur steigt aber nun weiter und jeder sollte sich nun überlegen, wieviel Risiko er sich selber aussetzen will. Meine persönliche Konsequenz aus dieser Gemengelage lautet: Short definitiv NEIN ! Teilgewinne mitnehmen und absichern definitiv JA !

In eigener Sache – Registrierung für Kommentare !

Liebe Leser,

vielen Dank für das zahlreiche und positive Feedback zur Registrierung. Ich habe mich daher nun entschlossen diesen Schritt zu vollziehen.

Mit sofortiger Wirkung sind Kommentare daher nur noch für registrierte und eingeloggte Leser möglich.

Falls Sie die Registrierung noch nicht vollzogen haben, können sie diese jederzeit unter dem Link "->Registrieren bei Mr-Market nachholen. Sie finden den Link rechts oben auf der Seite, unter dem Login.

An dieser Stelle finden Sie auch ein paar wenige technische, rechtliche und soziale Regelungen zur Nutzung von Mr-Market.de. Diese entsprechen den in professionellen Foren allgemein üblichen Standards.

Nutzer die sich schon vorab registriert haben, bitte ich diese Regelungen nachträglich zur Kenntnis zu nehmen !

Viel Spass auf Mr-Market.de wünscht Ihr Hari !

PS: Rechts unten auf der Seitenleite finden Sie ein erstes kleines "Gadget" das nun möglich ist: die Liste der "Top User" nach Punkten. Die Punktverteilung ist dabei ganz einfach, für einen Kommentar gibt es 1 Punkt und für einen veröffentlichten Artikel 10 Punkte. Dieses "Gadget" ist noch rudimentär und hat keinen grossen Nutzen, es kommt aber Zug um Zug mehr in dieser Richtung mit dann (hoffentlich) echtem Nutzen für Sie als Leser.

Gastkommentar – Das “Big Picture” des Marktes – von „Tokay“

Liebe Leser,

wenn ich umfangreiche Kommentare von Ihnen sehe, die vom Inhalt her auch ein Artikel sein könnten und für alle interessant sind, werde ich Sie möglicherweise ansprechen, ob Sie den Kommentar nicht als Artikel veröffentlichen wollen. So geschehen heute bei "Tokay" und hier finden Sie also nun den ersten von einem Leser geschriebenen Artikel auf Mr-Market. Diese Artikel sind später dann in der Kategorie "Gastkommentare" aufzufinden, der Autor erscheint jeweils oben in der Titelzeile und ist so eindeutig zu erkennen.

Natürlich sind auch Sie herzlich eingeladen, von sich aus mit einem Vorschlag für eine Veröffentlichung an mich heran zu treten.

Viel Spass beim lesen wünscht Ihr Hari

------------------------------------------------------------

Hallo zusammen, Hallo Hari,

ich hab mich “vorsichtshalber” auch bei Deinem Blog angemeldet, weil mich die ganzen Diskussionen/Beiträge natürlich schon interessieren, diese aus meiner Sicht auch ein recht gutes Niveau haben und ich hoffe, daß das auch weiterhin so sein wird und nicht etwa in “Schlammschlachten” ausartet.

Jetzt zu Deinem gestrigen Eintrag zur Markteinschätzung bzw. zum “Big Picture”, meine Sichtweise ist recht ähnlich. Ich sehe den Markt an einem Indifferenzpunkt, wo die Seitwärtsbewegung die seit dem Herbst 2011 stattfindet, möglicherweise endet und andererseits ein neuer Bullenmarkt im Entstehen begriffen ist. Man weiß es nicht so genau(wie immer erst hinterher…;-))

Wenn man so die Jahresausblicke der Banken liest, so ist der Grundtenor ein verhalten optimistischer. Dies ist zunächst etwas paradox, denn die Gewinnerwartungen für 2012 werden eher nach unten korrigiert werden müssen, und Zinssenkungspotential besteht auch kaum welches. Diese beiden Faktoren sind ja üblicherweise die Haupttreiber der Entwicklung am Aktienmarkt.

Auf der anderen Seite waren die Risikoprämien bedingt durch die weiterhin andauende Eurokrise in 2011 historisch sehr hoch. Für 2011/2012 errechnet sich ein aktuelles DAX-KGV von ca. 10, somit eine Gewinnrendite von 10%. Der historische Durchschnitt liegt wohl bei etwa 15 bzw. 6,5 %. Somit wäre unter sonst gleichbleibenden Umständen ein höhere Bewertung gerechtfertigt. Die ungünstigen Einflüße bei Unternehmensgewinnen und Zinsen würden dies nur abschwächen, aber nicht umkehren. Da die Politik der EZB in nächster Zeit weiterhin expansiv sein wird(wenn man Herrn Draghi Glauben schenken darf), hält sich das Zinserhöhungsrisiko doch sehr in Grenzen. Es besteht außerdem die Aussicht, daß die Mini-Rezession in 2012 die deutschen Unternehmen nicht so schwer trifft wie befürchtet und die Lage in den BRIC-Staaten sich zügig bessern wird. Wenn China mit knapp 9 % eine Wachstumsabflachung zu verzeichnen hat, so ist das etwas, womit die deutschen Exporteure wohl gut leben können. Ein DAX-Ziel von 6500-7000 wäre damit keineswegs illusorisch.

Risiken wären andereseits insbesondere dann vorhanden, wenn es mit der Eurokrise nicht vorangeht, insbesondere bei Griechenland. Jedoch bei Spanien und Italien ist deutliche Besserung eingetreten, in Italien insbesondere, seit dem dort nicht mehr “Bunga-Bunga”das Hauptthema ist. Auch die Situation im persischen Golf könnte sich noch zuspitzen und die Kurse nach unten drücken. Das ist zwar nicht auszuschließen, aber auch nicht besonders wahrscheinlich, denn da würde sich der Iran letztlich ins eigene Fleisch schneiden(oder womit will man dort seine ausländischen Rechnungen bezahlen, wenn nicht mit Öl?).

Und was könnte das konkret bedeuten? Nun, eine Reihe von Titeln ist in den letzten Wochen sehr gut(zu gut?) gelaufen. Vielleicht steckt momentan bei einigen Aktien etwas zu viel Euphorie drin. Dennoch könnte man meinen, daß der Markt im Prinzip nach oben will, und Rücksetzer dann eher eine Gelegenheit wären, zuzukaufen. Außerdem ist generell, und dies kommt in dem DAX-KGV von 10 ja zum Ausdruck, die allgemeine Risikoscheu noch immer sehr hoch. Ein Kursanstieg auf lange Sicht wäre so gesehen eigentlich nichts anderes als eine Normalisierung der Verhältnisse. Ob man dies jetzt ausnutzt und sogleich verkauft oder den positiven Trend laufen lässt – ich weiß auch nicht, was das bessere ist. Aber nachdem jetzt die letzten 12 Monate so bescheiden gelaufen ist, wäre es vielleicht etwas voreilig, bei der ersten Aufhellung gleich wieder zu verkaufen. Sollte diese Aufhellung allerdings nicht von Dauer sein, und das muß man ja immerhin trotz allem als Möglichkeit in Betracht ziehen, dann muß man überlegen, die Euphoriegewinne glattzustellen. Vielleicht ist es auch ganz gut, wenn diesbezüglich etwas Unsischerheit herrscht, denn ansonsten wären ja wieder alle in großem Stil auf der Käuferseite.

Allen ein schönes Wochenende,
Tokay

Haris Märkte am Abend – 20.01.12 – Wochenabschluss

Wie kann ein Bullen-Markt eine überkaufte Markttechnik abbauen ? Auf zwei Arten, entweder durch eine kurze, scharfe Korrektur oder durch eine etwas längere Seitwärts-Konsolidierung.

Und auch wenn Sie es heute vielleicht nicht bemerkt haben, weil der DAX nach wie vor um die 6400 schwankt: wir hatten heute eine Konsolidierung und in einigen Aktien auch eine kleine Korrektur. Gerade gut gelaufene Titel sind heute 1-2% Intraday zurück gekommen.

So hatte Salzgitter (WKN 620200) heute Intraday ein Tief von 44,6€ - gar nicht so weit weg von den gestern genannten 44€, Daimler (WKN 710000) war kurz bei 40,6€, Klöckner (WKN KC0100) bei 11,6€ usw. Das war heute eine kleine Korrektur bzw. Konsolidierung, die aber sofort wieder gekauft wurde. Besonders bemerkenswert ist die Stabilität des Marktes, wenn man berücksichtigt dass die Griechenland-Problematik nun auf die Zielgerade zu steuert und heute mit General Electric (WKN 851144) ein echtes Schwergewicht nicht gerade berauschende Quartalszahlen vorgelegt hat.

Und jetzt habe ich eine irritierende Nachricht für alle, die noch an der Seitenlinie sind: es ist für mich nicht ausgeschlossen, dass das heute im DAX schon die antizipierte (Mini-) Korrektur war und mehr kurzfristig nicht kommt. Das ist ausdrücklich nur eine Möglichkeit und für mich nicht die wahrscheinlichste, ich halte eine etwas umfassendere Korrektur nach wie vor für wahrscheinlicher. Aber man sollte sich dieser Möglichkeit bewusst sein. Ich würde den Anfang kommender Woche vielleicht noch abwarten, aber wenn wir auch dann nur leicht konsolidieren und jeder kleine Rückgang sofort wieder gekauft wird, dann steigt für mich die Wahrscheinlichkeit, dass die Reise schon nächste Woche Richtung DAX 6600 weiter hoch geht. So ist das halt am Beginn von Bullenmärkten, wenn die Bewegung nach oben einmal richtig in Gang ist, dann sorgt das Geld von der Seitenlienie dafür, dass Korrekturen nur klein ausfallen.

Vielleicht noch einen Tip für die, die jetzt an der Seitenlinie stehen, sich ärgern und überlegen ob sie nun noch aufspringen sollen: lösen Sie sich schnell von dem Ärger und dem Gefühl, dass Ihnen etwas weg gelaufen ist oder Sie etwas verpasst haben ! Denn dieses Gefühl paralysiert Sie. Und die Vergangenheit können Sie nicht mehr ändern, die Zukunft aber schon ! Schauen Sie sich also lieber die Kurse Ihrer Lieblings-Aktien mit einem längerfristigen Blickwinkel an. Nehmen wir mal Klöckner als Beispiel:

Und jetzt sagen Sie mir, wenn Sie davon ausgehen, dass der Markt nun vor einer längeren Erholungsbewegung steht und wenn Sie daran glauben, dass die Eurokrise dieses Jahr überwunden wird, macht es dann wirklich einen riesigen Unterschied ob Sie Klöckner bei 11,5 oder 10,5 gekauft haben ? Wäre es nicht viel schlimmer Ende des Jahres zu sehen wie Klöckner vielleicht theoretisch bei 20 € steht und Sie nicht dabei waren, weil Sie sich wegen ein paar verpasster Prozent geärgert haben ?

Ich will Sie damit keinesfalls in Klöckner treiben, das ist nur ein Beispiel weil der Chart so eindrucksvoll ist, und vielleicht ist Klöckner am Montag doch 4% tiefer. Denn wer sieht wo der RSI im Moment bei Klöckner steht, muss eigentlich erst eine Korrektur abwarten. Ich will Ihnen mit diesem Beispiel nur eine andere Perspektive geben. Denn falls der Markt so stark bleibt wie aktuell, dann bietet er noch unzählige Chancen für grosse Gewinne, verpasst haben Sie dann wenig !

Nächste Woche wird auf jeden Fall der ultimative Test für die Bullen kommen. Überkaufte Markttechnik trifft auf Pleite-Griechen sozusagen 😉 Wenn das den Markt auch nicht aus der Spur bringen kann, dann dürfte man wohl mit Fug und Recht einen neuen Bullenmarkt 2012 ausrufen !

Abschliessend möchte ich Sie - ohne weitere Analyse oder Charts - mit ein paar Aktien abseits der deutschen Standardwerte auf Ideen bringen. Vielleicht ist da ja Ihr persönlicher Gewinner des Jahres 2012 dabei. Schauen Sie sich die Aktien genau an und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Über Kommentare, Meinungen und Analysen zu diesen Aktien freue ich mich, ebenso wie wahrscheinlich die anderen Leser.

1. Cree (WKN 891466) der Marktführer für LEDs, wurde im letzten Jahr brutal verprügelt, weil der Markt unter Preisdruck und Überkapazitäten litt. Nun ist seit einigen Tagen massiv Bewegung in den Kurs gekommen und Cree steigt 3-5% pro Tag.

2. Wenig überraschend zeigt natürlich auch Aixtron (WKN A0WMPJ) entsprechende Lebenszeichen, kein Wunder wenn der Marktführer zu laufen beginnt.

3. An ST Microelectronics (WKN 893438) den europäischen Marktführer für Spezialchips, möchte ich erneut erinnern. Wo finden man schon eine Tech-Aktie mit grossem Upside und 5% Dividenden-Rendite ?

4. Für die defensiveren Anleger unter uns bietet Hamborner Reit (WKN 601300) aus meiner Sicht nicht nur fast 7% Dividendenrendite, sondern hat scheinbar auch eine Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von über 50% und als Sahnehäubchen einen Chart, der gerade nach oben dreht.

5. Und zu guter Letzt bietet die von mir ->hier<- schon vorgestellte Qiagen (WKN 901626) in meinen Augen ein gutes Management, attraktive Wachstumsaussichten in einem Segment, das von Finanzkrisen wenig betroffen ist und einen herrlich aussehenden, nach oben strebenden Chart.

Ich wünsche Ihnen ein schönes, erholsames Wochenende. Auf Fragen oder Kommentare reagiere ich auch am Wochenende, der nächste Artikel von mir erscheint kommenden Montag.

Haris Märkte am Abend – 19.01.12 – Der Bulle ist los !

Heute Abend mache ich es kurz. Denn alles ist schon gesagt. Der DAX marschiert in Folge der Wallstreet über 6400 und nun wird es für alle an der Seitenlinie (oder noch schlimmer Short) ganz schmerzhaft. Diese werden nun gezwungen in den Markt zu springen und das befeuert die Rally zusätzlich. Sobald dieses additive Feuer abgebrannt ist, wird es aber kurzfristig gefährlich !

Denn um die Rally mal in eine Perspektive zu bringen, im S&P 500 haben wir nun den 20. Rally-Tag hintereinander und die beste Januar Performance seit 1987 ! Niemand sollte glauben, dass das so ewig weiter geht. Aber nach der Geburt eines neuen Bullenmarktes sieht es sehr wohl aus und das alleine ist nach dem nervenzerfetzenden Jahr 2o11 einfach ein Genuss !

Aktie des Tages war heute natürlich die Commerzbank (WKN 803200). Dazu ist auf vielen Websites alles erschöpfend gesagt, so dass ich dem nichts Intelligentes hinzu zu fügen habe. Nur einen Satz der persönliche Wertung des heutigen Geschehens noch: Wenn man davon überzeugt ist, dass die Commerzbank ihr Eigenkapital Problem nun nachhaltig gelöst hat und nun wieder nach vorne aufs operative Geschäfts schauen kann, dann ist ein Kurs von 1,6€ und ein Plus von über 10% heute gar nichts und aus mittelfristiger Perspektive völlig egal, ob man bei 1,4 oder 1,6 eingestiegen ist.

Ansonsten gab es unter der Decke der positiv ausschauenden Indizes bei einigen Einzelaktien schon deutliche Konsolidierungsbewegungen, im DAX sei nur Deutsche Post, Bayer, Daimler oder SAP erwähnt. Diese Konsolidierungen wurden aber unter dem Druck der Bullen Intraday negiert oder fielen sehr verhalten aus. Aber ich vermute, ohne die Bewegung der Commerzbank, die mit Allianz und Deutscher Bank zwei DAX Schwergewichte mitgezogen hat, hätten wir heute möglicherweise leicht im Minus geschlossen. Insofern merkt man schon, dass wir uns nun im überkauften Zustand befinden und die Luft nach oben dünner wird.

Auch der heutige Tag hat aber wieder bestätigt, dass die Rally vor allem vom klassischen Industriesektor getragen wird, was ich als äusserst gesund betrachte und Hoffnung auf einen nachhaltigen Aufschwung macht. Beispielhaft will ich Ihnen dafür heute mal den Chart des Stahlproduzenten Salzgitter (WKN 620200) zeigen. Dieser Chart ist eine wahre Schönheit, das "W" ist perfekt ausgebildet und wenn es alleine nach dem Chart gehen würde, müsste man aus meiner Sicht erwarten: demnächst eine kleine Korrektur bis zum Oktober-Hoch bei ca. 44€ und dann ein Kursziel bei 55€.

Derartige Charts gibt es aber einige im Moment und Salzgitter ist nur ein Beispiel. Und deshalb hat der neue Bulle auch noch jede Menge Platz um schnaubend los zu rennen. Wir haben jetzt über ein Jahr geschwitzt und gelitten um endlich wieder solche Setups zu haben wie bei Salzgitter, da möchte ich solche Gelegenheiten nicht ungenutzt an mir vorbei ziehen lassen. Ich selber bin aktuell Long Salzgitter, habe nun bei der einen Hälfte die Gewinne mitgenommen, die andere Hälfte halte ich. Sollte der Kurs bis ca. 44 zurück kommen, kaufe ich die zweite Hälfte der Position voraussichtlich wieder zu.

Sehr schwach sieht für mich Gold aus, das selbst bei fallendem Dollar nicht vom Fleck kommt. Ich möchte in dem Zusammenhang an meine ->hier<- geäusserte Warnung erinnern, die für mich aktueller denn je ist. Gold wird garantiert wieder seine Zeit haben, ich vermute schon im zweiten Halbjahr. Aber im Moment sollte man wohl vor allem die klassische Industrie nach oben reiten !

So weit so gut für Heute, geniessen Sie den wilden Ritt ! So stark wie der Druck nun ist, kann das durchaus noch etwas weiter gehen. Aber überlegen Sie sich bitte nun genau die Stelle, an der Sie dann auch mal schnell abspringen können !

PS: 22.39 Uhr, Update zu den Q4 Zahlen der Schwergewichte IBM, Google, Microsoft und Intel: Alle liefern gute Zahlen im Rahmen der Erwartungen oder darüber. Alle sind nachbörslich im Plus, ausser Google, das nachbörslich fast 9% abstürzt. Das liegt aber nicht an schlechten Zahlen, sondern an der überraschenden Bekanntgabe, dass der seit mehr als 10 Jahren erfolgreiche CEO Eric Schmidt aufhört. Das ist aber ein singulärer Google-Effekt und wird keinen Einfluss auf den Markt haben. Aus Sicht der Zahlen dieser Schwergewichte, steht also einer Fortsetzung der Rally nichts im Wege.

In eigener Sache – Umfrage: Login für Kommentare

Liebe Freunde von Mr. Market,

ich freue mich über die vielen kompetenten Kommentare, die Sie hier schon geschrieben haben. Eine solche Seite lebt auch vom Austausch Ihrer Leser, je intensiver desto besser.

Dabei habe ich es schon immer bedauert, dass man in der Standardeinstellung eines solchen Blogs viel zu wenig die oft wertvollen Inhalte einzelner Kommentatoren würdigen kann. Auch fällt es schwer, nachträglich noch bestimmte Kommentare zu finden.

Das möchte ich gerne ändern, denn ich würde Mr. Market gerne zu einer "verschworenen", kleinen Community von Börsen-Interessierten machen, die sich gegenseitig voller Hilfsbereitschaft unterstützen und mit Ideen anregen. Und dabei auf eine stilvolle, von gegenseitiger Achtung geprägte Diskussion wert legen, in der nur das sachliche Argument zählt - statt der in Foren leider zu oft üblichen Polemik.

Deshalb habe ich mich mit den Möglichkeiten befasst, die mir WordPress dazu bietet. Und JA, es geht eigentlich ganz einfach. Ein kleiner Schritt der Vorbereitung und ich könnte Zug um Zug Funktionalitäten freischalten wie:

- Einen Kommentar-Zähler pro User, inklusive im Sidebar eine Liste der aktivsten Kommentatoren
- Gezielte Suchfunktionen nach Inhalten eines bestimmten Users
- Einen bestimmten Status pro User definieren, den man zum Beispiel durch fleissiges Schreiben von Kommentaren erreichen kann
- Abhängig vom Status aktiven, gut bekannten Kommentatoren die Fähigkeit freischalten, die eigenen Kommentare selber freizugeben.
- Im letzten Schritt für die Aktivsten unter uns die Möglichkeit eröffnen, eigene Artikel zu verfassen

usw. usw.

Mit obiger Liste beschreibe ich beispielhaft ein paar der Möglichkeiten die sich bieten, nicht notwendigerweise das, was ich dann implementieren möchte. Und man darf sich das auch nicht so vorstellen, als ob ich diese Funktionen mit einem "Fingerschnippen" sofort aktivieren könnte. Nein, dafür muss ich Software installieren, diese anpassen, das Ergebnis testen usw. usw. Insofern würden solche Funktionalitäten langsam Schritt für Schritt kommen, immerhin mache ich das hier nur nebenher.

Aber um all das überhaupt möglich zu machen, bedarf es eines vorbereitenden Schrittes. JEDER müsste sich dann hier im Blog einmalig registrieren und damit einen User-Account anlegen. Zum Schreiben von Kommentaren wäre dann ein Login Voraussetzung.

Witzigerweise sind die Daten die dafür notwendig sind, genau die gleichen die von Ihnen schon heute für einen Kommentar abgefragt werden. Ein beliebiger Username eigener Wahl und eine E-Mail Adresse - fertig, mehr braucht es nicht. Einziger Unterschied, die E-Mail Adresse muss echt sein, denn da wird dann ein erstes Password hingeschickt, das man später ändern kann.

Nachdem man sich so registriert hätte, wäre man als User von Mr-Market hinterlegt und könnte nun eingeloggt Kommentare schreiben. Aber auch das eigene Profil anpassen, einen Avatar anlegen etc. - eben die üblichen Dinge die man in normalen Foren auch kann.

Das wars, mehr wäre für eine Registrierung nicht nötig. Aber der Login ist zwingend, weil nur so das System später Ihren Kommentar Ihnen als dauerhaftem Leser zuordnen kann und nur so all die Funktionalitäten ermöglicht werden, die ich oben skizziert habe.

Und falls Sie sich fragen, warum ich das nicht einfach mache und überhaupt frage: für einige Menschen wäre diese "Registrierung" möglicherweise eine Hürde, die dazu führt dass von einem ersten Kommentar Abstand genommen wird. Und das wäre schade. Auf der anderen Seite brauchen wir diesen Schritt zwingend, um das Tor zu den oben skizzierten Möglichkeiten überhaupt aufzustossen.

Für Ihre Meinung zum Thema wäre ich daher dankbar !

PS: Wer mal testen will, wie das abläuft - ich habe rechts oben je einen Button für Login und Registrieren installiert. Darauf klicken und dem weiteren Ablauf folgen. Danach kann man sich unter dem Usernamen immer einloggen, statt bei jedem Kommentar die Daten anzugeben

Marktupdate – 19.01.12 – Der Druck steigt

Kurzes Marktupdate 10 Uhr. Der Markt verweigert sich bisher jedem Korrekturansatz.

Damit steigt der Druck auf alle die, die noch in der Denke des zweiten Halbjahres 2011 gefangen sind und geglaubt hatten, den Markt auf diesem Niveau nun shorten zu müssen. Oder die gar nicht investiert sind und an der Seitenlinie auf niedrigere Kurse warten.

Wenn wir also heute oder morgen - zb in Folge guter Quartalszahlen von IBM und Co. - deutlich über DAX 6400 hinaus laufen, kann das zu einem erheblichen Schub führen und wir ganz schnell nochmal um 100 Punkte oder mehr nach oben laufen. Dann kommt die Korrektur danach um so schmerzhafter, nachdem alle ihre Absicherungen aufgelöst und auf den Zug gesprungen sind. Das wäre typisch Mr. Market und würde mich nicht überraschen.

Umgedreht, sollte eine Korrektur jetzt doch in Kürze kommen, werden alle an der Seitenlinie das wohl schnell zum Einstieg nutzen und so das Downside begrenzen.

Nun ist also in meinen Augen Disziplin und eine ruhige Hand gefragt: Die Disziplin dem Drang zu widerstehen, diesen Markt nach der Logik letzten Jahres zu shorten. Und die Disziplin bei einem emotionalen Ausbruch nach oben nicht in Euphorie zu verfallen. Verhaltene, vorsichtige Offensive ist für mich persönlich weiter das Gebot der Stunde.

Denn wir wissen alle den nächsten Zug von Mr. Market nicht. Wir wissen aber, lassen wir uns emotional mitreissen, werden wir verlieren. Denn Mr. Market fühlt sich nun so an, als ob er kurz vor einem emotionalen Ausbruch steht, so oder so. Der Druck steigt .....

Haris Märkte am Abend – 18.01.12

Handelsschluss 22 Uhr. Heute ist wenig Neues passiert. Der Markt ist weiter sehr stark und will hoch, eine kleine Schwäche nach Eröffnung wurde gleich wieder gekauft. Mr. Market befindet sich aktuell in freudiger Erwartungshaltung auf den morgigen Donnerstag, an dem eine Reihe von Bluechips an der Wallstreet ihre Quartalszahlen bekannt geben werden, so Intel, IBM, Microsoft und Google. Am Freitag ist dann unter anderem General Electric dran. Die Käufe an der Wallstreet zum Handelschluss, deuten auf jeden Fall auf positive Erwartungen hin.

Mit der starken Bewegung im DAX heute gegen 11 Uhr bis fast 6400, wurden elegant ein paar Shorts aus dem Markt gesqueezed die auf eine Korrektur gewettet hatten, nur um danach dann doch wieder abzusacken, bevor der Markt dann später in Folge der Wallstreet wieder nach oben Fahrt aufnahm. Das war ganz typisches Abfischen der Algos, man tut gut daran sich diese Algorithmen wie Raubtiere vorzustellen, die im Urwald auf schnelle Beute lauern. Und eine Menge Shorts mit Stops oberhalb alter Höchststände sind halt schnelle Beute. Deswegen macht es auch Sinn über Systeme zu handeln, die einen Stop im eigenen System halten und erst dann in den Markt geben, wenn die Marke erreicht ist. Denn einen Stop direkt an der Börse einzugeben und damit die Absicht für andere sichtbar zu machen, ist nichts weiter als eine Einladung an die Raubtiere: friss mich !

Das bullische Verhalten des Marktes heute bestärkt mich aber in meiner Sicht, dass der Markt seinen Ton geändert hat. Trotz technisch überkauftem Zustand weiter hoch zu schieben und keinen Jota vom gewonnenen Terrain abzugeben ist bemerkenswert und eher die Charakteristik eines Bullenmarktes. Sicher hat das Thema um den IWF und damit die Eurostärke heute dem Markt geholfen, eine starke Performance ist es aber allemal.

Ich kann nur erneut widerholen, dass man in meinen Augen gut beraten ist, diese Änderung im Ton ernst zu nehmen. Derartiges Marktverhalten habe ich zuletzt 2010 erlebt, das erste Halbjahr 2011 schob der Markt zwar auch hoch, fühlte sich aber viel wackeliger an als heute. Wer zu lange braucht um sich an derartig grundlegende Änderungen der Marktstimmung anzupassen, verliert nach meiner Erfahrung viel Geld und muss später aus weit schlechterer Ausgangslage hinterher rennen.

Es ist allerdings für mich zu früh, aktuell nun "den" Bullenmarkt auszurufen. Ich bin überzeugt, wir werden im ersten Quartal noch Einschläge erleben, die uns zweifeln lassen ob da wirklich ein Bulle um die Ecke wartet. Und einen erneuten Test der Zone um 5700 im DAX halte ich durchaus im ersten Quartal noch für möglich, auch wenn sich das im Moment unwahrscheinlich anfühlt. Das ändert aber nichts daran, dass wir es in meiner Wahrnehmung nun mit einem weit positiveren Markt als 2011 zu tun haben und Rücksetzer für mich persönlich eher Kaufgelegenheiten sind.

Zur kurzfristigen Sicht habe ich auch wenig hinzu zu fügen. Den Moment einer Korrektur auf den Tag zu treffen ist reines Glück und man ist in der Regel zu früh dran, zumal positive Nachrichten wie heute zum IWF dann den Markt weiter nach oben schieben. Vielleicht steigt der Markt auch noch ein paar Tage, bevor die Korrektur kommt. Aber ich bin fest überzeugt sie kommt oder der Markt bewegt sich für längere Zeit seitwärts. Denn letztlich fordert die Markttechnik immer ihren Tribut und ein überkaufter Zustand muss abgebaut werden, entweder schnell per Korrektur oder langsam per Konsolidierung. Ich werde daher oberhalb DAX 6300 oder S&P500 1300 kurzfristig nicht mehr mit additivem Geld hinterher rennen, sondern eher meine Positionen konsolidieren. Ich bleibe aber weiterhin "Long" - wenn auch mit Vorsicht - und werde den Markt definitiv nicht shorten, dafür ist er zu stark.

Verhaltene, vorsichtige Offensive ist für mich also weiterhin das Gebot der Stunde. Teilgewinne werden mal mitgenommen oder diese besser abgesichert - dann warte ich, bis Mr. Market bessere Kurse liefert um in meine Favoriten wieder hinein zu springen bzw erneut zu verdoppeln. Aber wenn es so weit ist und ein Rücksetzer kommt, werde ich auch nicht zögern wieder hinein zu springen, denn 2012 sieht in meiner Analyse bisher so aus, als ob "Buy the Dip" wieder zu guten Gewinnen führen könnte.

Abschliessend möchte ich noch eine Idee mit Ihnen teilen, die für mich im Moment mehr als einen Blick wert ist: den europäischen Markt für Spezialchips. Schauen Sie sich mal den Marktführer ST Microelectronics (WKN 893438) an - mit 5 Milliarden Marktkapitalisierung durchaus ein Bluechip - und ziehen Sie ihre eigenen Schlüsse aus dem Chart ! Und 5% Dividendenrendite sind für einen Wert mit so viel Upside ja auch nicht zu verachten oder ? Ich selber bin aktuell Long ST Micro mit Einstand bei ca. 5€ und Stop bei 4€.

Ach ja, und Uran läuft und läuft. Cameco (WKN 882017) heute erneut über 5% Plus !

In diesem Sinne wünsche ich erfolgreiches Handeln !