Hari´s Märkte am Abend – 29.02.12 – was Apple uns zum Markt sagt

22 Uhr - Handelsschluss

Aufgrund anderweitiger Verpflichtungen habe ich heute etwas weniger Zeit zum Schreiben. Daher gibt es heute Abend nur eine Analyse zum Markt als Ganzes und bis auf Apple und Gold keine Kommentare zu einzelnen Titeln.

Sie erinnern sich, dass ich letzte Woche schrieb, dass der Markt noch ein paar Tage Konsolidierung braucht, um genug Kraft zu tanken.

Nun, diese Tage sind vergangen und langsam nähert sich diese Phase scheinbar dem Ende zu. Denn die heute zu beobachtende Volatilität ist nach meiner Erfahrung das Vorspiel zu einer stärkeren Bewegung - ganz so wie ein energiegeladenes Pferd, das unruhig an seiner Trense zerrt.

Schauen Sie sich an, was heute im NASDAQ passiert ist - nachdem er die glatte Zahl 3000 touchierte, wurde er sofort heftig abverkauft.

Und schauen Sie sich an, was heute passiert ist, nachdem die EZB im Rahmen der LTRO Operation die gewaltige Summe von über 500 Milliarden € in den Markt gekippt hatte - sofort wurde das zum Ausstieg genutzt, frei nach "Sell the News".

Und schauen Sie sich an, wie heute auf Ben Bernankes Rede reagiert wurde, mit massiven Abgaben, weil er - Überraschung 😉 - vor Euphorie warnte. Und weil er dem Wunsch des Marktes nach einem sofortigen QE3 noch nicht nachgab.

Und schauen Sie sich an, was heute bei Gold und Silber passiert ist. Das war bemerkenswert. Gestern sprach ich noch davon, dass wir noch ein paar positive Tage haben werden, bevor dann im März eine kleine Korrektur kommt, die möglicherweise 1700 USD noch einmal von oben testet. Nun, Mr. Market hatte es scheinbar eilig und hat nicht mal mehr bis März gewartet, denn heute waren wir am Ende sogar unter 1700 USD - so schnell geht es nach unten, wenn computerbasierte Tradingprogramme im Spiel sind.

Der Einschlag begann um 16.45 Uhr und hat auch mich erwischt, weil ich so schnell nicht reagieren konnte und damit nicht gerechnet hatte. Allerdings haben mich Trailing Stops bei meiner grossen Silberwette vor Schaden bewahrt und mir einen Gewinn gesichert, auch wenn dieser dann kleiner war als erhofft. Mit meinen Minenwerten habe ich die Tagesverluste aber voll mitgenommen, insofern bin auch ich Leidtragender dieses völlig überraschenden Absturzes.

Ich vermute einen Zusammenhang mit Bernankes Rede, ohne es genau festmachen zu können. Denn der Dollar stieg schon einige Zeit vorher und die Edelmetalle begannen danach einen gewaltigen Fall. 80 USD Verlust bei Gold an einem Tag, das sieht man nicht alle Tage. Nach meiner Einschätzung setzte sich irgendwann während der Rede bei Big-Money die Erkenntnis durch, dass QE3 nicht sofort kommt. Starke Abgaben trafen dann auf einen sowieso überkauften Markt bei Gold und Silber und die trendverstärkenden Algos taten ihr übriges. So bekamen wir eine Art "Mini-Crash" in den Edelmetallen. Der QE3 Aufschlag scheint damit endgültig aus dem Goldpreis gewichen zu sein.

Sollte meine Theorie richtig sein, könnte sich das Niveau von heute Abend mit 1694 USD aber vielleicht als Kaufgelegenheit heraus stellen. Denn wenn Sie sich den gestern dargestellten zyklischen Verlauf betrachten, steht eine grosse Korrektur noch nicht an. Allerdings sollte man den morgigen Tag abwarten, um diese Bewegung bestätigt oder negiert zu bekommen. So viel Geduld muss sein. Denn dieser Einschlag war nicht normal, das war schon aussergewöhnlich und ohne Vorwarnung. Und das hat auch allerlei Porzellan in Form von Vertrauen zerdeppert, was man schon leicht daran sehen kann, dass der Kurs von Gold im späteren Handel keinen Bounce mehr zusammen bekommen hat und sogar noch einmal unter 1700 USD abrutschte. Und deshalb wird sich Morgen erst einmal der ganze Markt schütteln und wird versuchen, sich in Sachen Edelmetalle neu zu sortieren und den Einschlag zu werten. Und erst wenn diese Neuorientierung abgeschlossen ist, wissen wir wohin die Reise kurzfristig weiter geht.

Mit Blick auf den Gesamtmarkt, halte ich es aber eher für einen Fehler, sich von diese volatilen Bewegungen schon jetzt verunsichern zu lassen. Denn ein grösserer Absturz beginnt höchst selten an solch klaren Marken wie NASDAQ 3000, das ist zu offensichtlich. Auch wenn sich das heute teilweise ganz schön Angst machend angefühlt hat, ist in den grossen Indizes defacto nicht viel passiert und einiges spricht dafür, dass es sich hier um typisch technische Reaktionen handelt, die primär von den Algos getrieben wird. Denn diese traden derartige Setups konsequent.

Diese Bewegungen sind aber auch das Zeichen steigender Nervosität, das typische Anzeichen vor einem grossen Sprung. Positiv ist, das von einer übertrieben bullishen und selbstgefälligen Stimmung im Markt nun in meinen Augen keine Rede mehr sein kann. Insofern war die Konsolidierung der letzten 1,5 Wochen sehr erfolgreich und der Boden für eine starke Bewegung ist bereitet, weil nun wieder genügend Skepsis im Umlauf ist.

Ich wäre also nicht überrascht, wenn wir in den nächsten Tagen mit Macht ausschlagen. Wohin ? Alles ist möglich, aber wenn man den Markt rational betrachtet, liegt der Vorteil in meinen Augen nach wie vor leicht bei den Bullen. Was nicht bedeutet, dass nicht auch eine stärkte Korrektur möglich ist, ich halte sie nur für weniger wahrscheinlich, weil der Markt bisher keine Signale sendet, die einen Vorteil für die Bären implizieren. Das kann natürlich noch kommen, aber man sollte abwarten bis der Markt diese Signale wirklich sendet.

Wer seine Gewinne sichern will, kann jetzt also aus dem Markt gehen, das ist eine sinnvolle Massnahme, wenn Sie sich nicht mehr wohl genug fühlen. Immerhin sind ja bis hier schöne Gewinne aufgelaufen und diese mitzunehmen, hat noch niemanden arm gemacht. Für einen Short gegen den Markt, gibt es aber für mich nach wie vor nicht genug Indizien, die aus Mr. Markets Verhalten ableitbar wären.

In diesem Zusammenhang möchte ich sie an Apple (WKN 865985) erinnern. Das ist ein Runaway-Move wie er perfekter nicht sein könnte. Lesen Sie noch einmal meinen Beitrag -> hier <- von vor 2 Wochen. Darin habe ich trotz des starken Rücksetzers auf damals wieder unter 500USD davor gewarnt, eine solche Aktie zu shorten, egal wie überzogen die Bewegung aussieht. Und nun werfen Sie eine Blick darauf, was danach passiert ist:


Source: Finviz.com

Beeindruckend oder ? Auch heute ist Apple wieder im Plus. Gut also, wenn Sie damals meine Warnung beachtet haben und das Wort "irgendwann" nach wie vor nicht unterschätzen. Und ich bin überzeugt, solange die Leitaktien wie Apple so stark sind, ist der Bulle intakt. Erst wenn sich bei diesen Leitaktien der Wind dreht, dann muss man über einen Short nachdenken. Ein möglicher Tag für eine Wende bei Apple könnte zum Beispiel der 07. März sein, an dem das iPad 3 vorgestellt wird. Es wäre nicht das erste Mal, dass im Sinne "buy the rumor, sell the news" genau dann der Kurs dreht, wenn das lange antizipierte Ereignis Realität wird.

Ich persönlich setze nach dem heutigen Tag, der sicher einige ängstliche Markteilnehmer rausgeschüttelt hat, eher auf einen "First of Month Jumper" am morgigen 1. März. Meine Stops würden dann auf dem Niveau der heutigen Tiefsstände bei DAX 6840 liegen, mit diesen Stops könnte ich einen solchen Trade Morgen ganz gelassen angehen. Ob ich den Trade wage, entscheide ich aber erst Morgen früh, je nach Lage kurz nach Handelsstart. Denn der frühe Vogel fängt zwar den Wurm - richtig. Aber der zu frühe Vogel kommt halt noch in einen verspäteten Wintereinbruch - auch das ist richtig. Morgen früh ist also früh genug, um eine solche Wette noch einzugehen. Aber ich werde Morgen intensiv Ausschau nach diesem Trade halten, mal sehen ob er sich realisiert.

Ich werde aber auch so flexibel sein sofort die Reissleine zu ziehen, wenn wir Morgen mit Volumen nach unten laufen. Denn wenn das nach dem heutigen volatilen Tag passiert, dann bin ich bereit den Bären ab Morgen wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Schnallen Sie sich also nun bitte an, es könnte die nächsten Tage einen holperigen Flug geben ! Aber genau in diesen Phasen wird das Geld gemacht, mit dem Offensichtlichen kann man nicht reich werden. Es wird also wieder spannend ......

Ich wünsche einen schönen Abend !

Hari´s Märkte am Abend – 28.02.12 – Vom ultimativen Geld: Gold

22 Uhr - Handelsschluss

Der Markt setzte heute früh zum Sprung nach oben an, wurde aber von ziemlich schwachen US-Konjunktur-Daten abgeschossen. Trotzdem waren die Märkte erstaunlich stabil und die Schwäche hielt nicht lange vor, was wieder zeigt was an den Börsen der wichtigste Faktor ist: Liquidität. Und davon ist Dank der "Geldschöpfungspolitik" der Notenbanken weltweit mehr als genug vorhanden. Gute Daten zum Verbrauchervertrauen, sorgten dann für Pluszeichen in den Depots.

Viel passiert ist dadurch am Ende nicht. Und ich tue mich schwer Ihnen heute etwas Neues oder Intelligentes zum Markt zu schreiben. Insofern will ich nur an mein Credo der letzten Tage erinnern, dass all das was wir bisher sehen kein Zeichen von Schwäche ist, sondern in meinen Augen eher dafür spricht, dass der Markt Kraft für einen Sprung nach oben holt. Machen wir es daher heute kurz und kommen gleich zu einzelnen Titeln.

Der gestern skizzierte kurzfristige Nordex-Trade (WKN A0D655) hat heute früh funktioniert. Die Zahlen waren wie erwartet schlecht und der Ausblick wie erwartet verhalten positiv. Da all das schon in den Kursen war, war Nordex am heutigen Vormittag um ca. 2,5% im Plus, bevor die allgemeine Marktschwäche dann zuschlug. Ich habe diese 2% mitgenommen und bin nun aber wieder draussen. Für ein langfristiges Investment ist mir das ganze Thema aber zu undurchsichtig und der aus China kommende Kostendruck zu stark. Ein klarer Trend ist bei Nordex nun auch nicht mehr sichtbar. Noch vor 3 Wochen sah das auf dem Chart alles viel positiver aus, das Bild hat sich nun aber eingetrübt und mit etwas Phantasie kann man auf dem Chart sogar eine bärische Schulter-Kopf-Schulter Formation ausmachen, die eine erneute Bewegung herunter bis 4€ implizieren würde. Genügend Gründe für mich, bei Nordex nun erst einmal an der Seitenlinie zu bleiben.

Die gestern sehr schwache Aixtron (WKN A0WMPJ) war heute mit über 5% wieder deutlich im Plus und das alles ohne jede Nachricht. Ein klarer Trend ist nicht erkennbar und belastbare Nachrichten gibt es auch nicht. Insofern ist dem hier schon mehrfach gesagten nichts hinzufügen. Auffällig war aber heute, wie der Marktführer Cree (WKN 891466) im späten Handel und auch ohne sichtbare Nachricht mit über 9% Plus abhob ! Das dürfte Aixtron Morgen wohl zunächst beflügeln.

Die hier schon mehrfach besprochene ST Microelectronics (WKN 893438) steht kurz davor den Abwärtstrend nun doch hinter sich zu lassen. Seit Wochen kämpft die Aktie mit der Barriere um 5,70€, der erste Versuch scheitert noch im Januar, der zweite vor ein paar Tagen. Nun hat ST Micro die erneute Chance die Schwächephase hinter sich zu lassen. Ein Anstieg von fast 7% heute spricht eine klare Sprache, die durch das Chartbild bestätigt wird. Wer sicher gehen will, sollte aber wohl warten, bis die Aktie über 5,8€ steht - dann ist der Weg nach oben aus reiner Chartsicht frei. Das ich die Aktie fundamental und vom Produktportfolio her für mittelfristig interessant halte, hatte ich ja schon mehrfach dargestellt.

Bei Silber (XAGUSD) ist nun - wie schon am 21.02. antizipiert - nach oben der Deckel weggeflogen. Meine Nase hatte also den richtigen Riecher als sie Witterung aufgenommen hat. Über 4% Plus heute sind sensationell, nächstes Ziel ist 40 USD !

Auch Gold (XAUUSD) sieht weiter gut aus, ich denke im Edelmetallbereich liegen noch ein paar gute Tage vor uns, bevor dann irgendwann im März im Bereich um 1800 USD wieder eine kleine Korrektur kommt, die möglicherweise 1700 USD noch einmal von oben testet. Gerade Gold schwingt langfristig relativ zuverlässig in Zyklen, schauen Sie sich mal den langfristigen Chart seit 2008 an, den ich Ihnen mitgebracht habe. Und achten Sie nun auf die Abstände, in denen Korrekturen auftreten ! Bis auf eine unklaren Fall im Herbst 2009 hatten wir recht zuverlässig ca. alle halbes Jahr einen signifikanten Tiefpunkt. Und jedes Tief lag höher als das vorherige, die exakte Definition eines Bullenmarktes ! Würde sich das fortsetzen, wäre der nächste Tiefpunkt erst im Sommer zu erwarten und sollte 1500 USD nicht mehr erreichen.

Der Ausschlag vom August 2011 war in meinen Augen eine durch die Euro-Krise verursachte Anomalie. Man sieht sehr schön, wie der Kurs nach diese Übertreibung nach oben mit einer Übertreibung nach unten letztlich wieder in den alten Trend zurückgekehrt ist. Ignorieren Sie also das Hoch vom August und das Tief vom September, damit wurde nur die Gültigkeit der Gummiband-Theorie erneut bewiesen. Davon abgesehen davon, haben wir bei Gold einen langfristigen, extrem bullishen Trend, wie er schöner auf einem Chart gar nicht aussehen könnte. Und ich sehe im Moment absolut nichts auf dem Radar, dass diesen Trend irgendwie in Frage stellen würde.

Genau genommen ist Gold der einzige langfristige Bullenmarkt, den wir seit Jahren haben. Ich habe auf jeden Fall nicht vor, solche Chancen zu verpassen, weswegen ich wie Sie wissen schon seit Jahren immer bullish für Gold bin, mal mehr, mal weniger - je nachdem wie stark das Gummiband gedehnt ist. Dieser Trend bei Gold ist auf jeden Fall ganz eindeutig mein Freund und erst ein Bruch dieser beeindruckenden Reihe von immer höheren Tiefs würde meine Sicht verdüstern.

An dieser Stelle möchte ich mir auch erlauben, der Legende Warren Buffett zu widersprechen. Buffet hat sich ja verschiedentlich despektierlich zu Gold geäussert. Ich versuche den Tenor seiner umfangreichen Aussagen über Jahrzehnte hier mit meinen eigenen Worten wiederzugeben: Gold sei ein totes Metall, das keine produktive Verwendung habe, keinen inneren Wert besitze, keinen Mehrwert schaffe und keine Zinsen oder Dividende abwerfe. Er verstehe nicht, warum man sich dergleichen in den Tresor lege, wenn man statt dessen eine Firma kaufen könne, die echten Mehrwert schaffe.

Das Witzige ist, ich habe zu diesen Aussagen Buffetts gar keinen Widerspruch. Er hat völlig Recht !

Allerdings nur unter einer ganz wichtigen Annahme, die er implizit macht: das der "Mehrwert" der von Firmen geschaffen wird und sich in Form von steigendem Depotwert manifestiert real ist, sprich das eine höhere Zahl auch wirklich realen Mehrwert bedeutet ! Oder in anderen Worten, dass das (Papier-) Geld in dem dieser Mehrwert gemessen wird, seinen realen Wert erhält.

Und hier genau liegt doch der Hase im Pfeffer und da hat Warren Buffet in meinen Augen einen blinden Fleck. Denn in einer Welt in der die Notenbanken wie wahnsinnig Geld schöpfen, ist genau das nicht der Fall. Und Buffetts Vergleich von Gold mit anderen Anlageklassen hat den Haken, dass Gold gar keine Anlage ist, denn :

Gold ist Geld ! Und zwar das ultimative Geld, das:

      -> seit tausenden von Jahren in jeder Kultur auf der ganzen Welt akzeptiert wird.

-> sich den Versuchen es aus dem Nichts zu "schöpfen" hartnäckig widersetzt - ebenso den Alchemisten des Mittelalters, wie den Notenbankern von Heute.

-> nie seinen Wert verloren hat und immer recht wertstabil war. So kostet ein Massanzug vom Schneider heute immer noch ungefähr so viel Gold wie vor 100 Jahren.

-> weder verdirbt, noch verloren geht noch beliebig vermehrbar ist.

Gold ist also das ultimative Geld, sozusagen der "Urmeter" der Finanzwelt und daran muss sich alles langfristig messen, was von sich behauptet "mehr" Wert geworden zu sein. Denn nur weil eine Zahl höher ist, heisst es noch lange nicht das realer Wert geschaffen wurde. Auch Gold schwankt natürlich in Moden und wird mal höher und mal niedriger bewertet, aber langfristig ist Gold der einzige objektive Massstab für Wert.

Wer Gold heute erwirbt, erwartet daher auch gar keinen Wertgewinn, es geht vielmehr nur darum, der Entwertung des Papiergeldes entgegen zu wirken. Gold steigt nicht wirklich, vielmehr verliert das Papiergeld an Wert - so herum ist es richtig. Und wer diese permanente Entwertung mal nachvollziehen will, der sollte sich mal einen Chart über 100 Jahre anschauen, der den inflationsbereinigten Wert des USD dem Goldpreis gegenüber stellt. Danach ist man nachhaltig kuriert.

Warren Buffet hat also durchaus Recht, reich werden kann man mit Gold nicht. Und Werte werden so auch nicht geschaffen. Das kann man nur mit dem richtigen Unternehmen im Depot, dass ala Apple die Welt erobert. Aber arm werden kann man mit Gold auch nicht und das ist mehr, als einem alle Zinsen und Dividenden versprechen können !

Aber selbst wenn Warren Buffet an dieser einen Stelle in meinen Augen einen kleinen blinden Fleck hat, ist doch sein jährlicher Berkshire Hathaway Aktionärsbrief immer höchst interessant zu lesen und für börseninteressierte wie uns eigentlich Pflichtlektüre. Sein aktueller Aktionärsbrief ist gerade heraus gekommen und kann -> hier <- nachgelesen werden. Buffetts Teil ist der "Chairmans Letter" und wie immer von sehr persönlichen und ehrlich formulierten Ansichten durchzogen.

Auch das macht diesen Aktionärsbrief so lesenswert, denn nichts sagende Formulierungen die sich hinter Floskeln verstecken um nicht angreifbar zu sein, kennen wir ja aus Geschäftsberichten und Analystenkommentaren zu Genüge. Bei Warren Buffet merkt man aber immer, dass hier jemand seine eigene Meinung kommuniziert und auch den Mumm, die Kompetenz und das Selbstbewusstsein besitzt dafür einzustehen - eine erfrischend persönliche Note, in einem traurigen Meer dürrer Verlautbarungen.

In diesem Sinne nehmen Sie sich doch mal die Zeit und folgen Sie Warren Buffett durch seinen Chairman´s Letter. Hier erklärt Ihnen einer der erfolgreichsten Investoren der Menschheits-Geschichte jedes Jahr kostenlos, wie er die Welt sieht. Eine Chance, die man in meinen Augen nicht verpassen sollte.

Und wenn Ihnen das zu lang oder zu mühsam ist, dann bitte tun Sie sich den Gefallen und lesen wenigstens den Abschnitt "The Basic Choices for Investors and the One We Strongly Prefer". Hier äussert er sich explizit zu seiner Investmentphilosophie und wie oben beschrieben zu Gold. Sehr lesenswert und gut investierte Zeit !

Viel Spass beim Lesen, ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Gastkommentar – Kurzanalyse Rhön-Klinikum – von Tribun

Rhön-Klinikum AG ist, neben Helios Kliniken GmbH (Fresenius SE), Sana Kliniken AG, Asklepios Kliniken GmbH und den Paracelsus Kliniken, eine der bedeutendsten privaten Klinikbetreiber und eine der wenigen börsennotierten Krankenhauskonzerne in Deutschland.

Punkte die für Rhön-Klinikum sprechen:

      konjunkturresistenter globaler Wachstumsmarkt (5-6 % Wachstum prognostiziert)

erhöhte Nachfrage nach Gesundheits- und Krankenhausleistungen bedingt durch quantitativ steigenden Weltbevölkerung und Wachstum des Wohlstandes durch Einkommenssteigerung (Thema Gesundheit ist omnipräsent)

Krankenhausmarkt profitiert von dem steigenden Anteil der Bevölkerung ab 65 Jahren, die in Europa von rund 16 % in 2005 auf über 27 % in 2050 wachsen soll

Zunahme der Privatisierung am deutschen Krankenhausmarkt mittels staatlicher Förderung und relativer Liberalisierung

gesetzlichen Krankenversicherung im internationalen Vergleich stabil und leistungsfähig

Krankenhaussektor ermöglicht eine durchschnittliche Rendite von zehn bis zwölf Prozent

Kompetenzvorteile in Medizin, Prozessen und Management gegenüber öffentlichen und freigemeinnützigen Krankenhäusern

durch Akquisitionen erhöhtes Wertsteigerungspotential (das umso höher ist, je größer der Track Record hinsichtlich der Fortsetzung des Geschäftsmodell ist – kaufen, sanieren, weiter kaufen)

Expansion im deutschsprachigem Raum, zukünftige Marktführerschaft mit 8 % Marktanteil in Deutschland, flächendeckendes Versorgungsnetz mit ambulanten und stationären Strukturen zur integrierten Gesundheitsversorgung; Wissenstransfer durch Akquisitionen in Krankenhäuser der Schwerpunkt- und Maximalversorgung (Uniklinikum Gießen-Marburg)

Vielzahl an Möglichkeiten beim strategischen und ertragswirtschaftlichen Turnaround

Bestrebung mit der Akquisition einer Klinik in drei bis fünf Jahren ein positives Betriebsergebnis zu erzielen

Rhön-Klinikum AG weist über die letzten Jahre steigende operative Cash Flows auf (infolge der hohen Investitionstätigkeit jedoch negative Free Cash Flows)

erhöhte Markteintrittsbarriere für Mitbewerber

Punkte die gegen Rhön-Klinikum sprechen:

      Rekrutierung von qualifiziertem Personal (Arbeitsmarktsituation von Ärzten und Pflegekräften ist besorgniserregend)

stetig wachsender regionaler und internationaler Wettbewerb zwischen den Krankenhäusern

typische Merkmale eines klassischen Marktes sind gering ausgeprägt

enormer Investitionsbedarf!

Bürgerbegehren und den Widerstand der Gewerkschaften gegen Privatisierung von Krankenhäusern

wirtschaftliche gesehen, haben die privaten Anbieter keine Möglichkeit ihre Eigenkapitalkosten oder Gewinnmarge auf die Entgelte stationärer Leistungen aufzuschlagen; der Gewinn sollte dann über Reorganisation und Rationalisierung erzielt werden

stetiger Verhandlungsdruck mit Krankenkassen um Entgelte

Risiken bei Akquisitionen und Turnaround von Kliniken

Dividende schwankt zwischen 20 und 40 Cent; Rendite steht bei ca. 2 %.

Konnte mich bisher nicht durchringen diese Aktie zu kaufen. Das Thema ist jedoch ausgesprochen interessant und die Aussichten vielversprechend. Dennoch nur ein Kandidat für eine Watchlist.

Hari´s Märkte am Abend – 27.02.12 – Von Öl und Ordnungspolitik

22 Uhr - Handelsschluss

Wie erwartet geht die Konsolidierung weiter. Die Indizes halten sich weiter recht gut, obwohl es heute unter der Decke bei einzelnen Titeln teilweise erhebliche Abschläge gab. Dazu später mehr.

Sehr positiv war, dass wir heute im DAX auf dem Niveau von 6740 erneut - wie am 23.02. - eine starke Gegenbewegung nach oben bekamen, die uns wieder bis über 6850 brachte. Beim S&P 500 waren es analog die 1355 die für einen erneuten Rebound sorgten. Es könnte sein, dass die Konsolidierung auf diesem Niveau gerade einen Boden ausformt. Und es würde zu meinem letzte Woche beschriebenen Bild passen, dass der Markt noch einige Tage Konsolidierung benötigt, bevor er dann möglicherweise den nächsten Schub nach oben nimmt. Vielleicht mit einem "First of Month Jumper" am Donnerstag den 01. März.

Der Dow Jones ist heute übrigens zum Handelsschluss ganz knapp an der 13000 gescheitert, steht aber nichts desto trotz so hoch wie nicht mehr seit der Finanzkrise 2008. Dem DAX fehlen dazu aber noch rund 700 Punkte, ein Argument mehr, warum der DAX noch Luft nach oben haben sollte, denn die Unterperformance des letzten Jahres ist nun zwar verringert, aber immer noch nicht ausgeglichen.

Langsam scheint nun auch der Ölpreis auf den Radar des Marktes zu geraten. Wie ich ja letzte Woche schrieb, braucht Mr. Market immer einige Zeit, um sich darüber klar zu werden, was nun der nächste "Aufreger" sein soll, wenn der alte (hier Griechenland) weggefallen ist. Vielleicht wird ja in den nächsten Wochen nun der Ölpreis dieser Aufreger sein. Für konjunktursensible Aktien wären das eher schlechte Nachrichten.

Bedeutende objektive Effekte des Ölpreises sehe ich auf dem derzeitigen Niveau aber noch nicht wirklich und zu Panik und Aufregung gibt es eigentlich noch keinen Anlass. Denn die Unternehmen sind bei dem Thema wesentlich flexibler geworden und arbeiten auch oft bewusst mit Hedging an den Finanzmärkten. Aber wir wissen ja, dass Mr. Market sich nie um die Gegenwart kümmert, sondern immer die Zukunft diskontiert. Und in diesem Sinne werden nun vielleicht die Konjunktur-Sorgen bei potentiell noch weiter steigenden Öl-Preisen gespielt. Auch wenn man sich andere Bereich anschaut, scheint der Markt unter der Decke schon den "Iran-Trade" zu spielen: Öl stark, Gold stark, Rüstungsunternehmen stark. Schauen Sie sich mal an, wie sich in den letzten Monaten die gerade in der Luftrüstung (Drohnen, F-22, F-35) starke Lockheed Martin (WKN 894648) entwickelt hat. Zufall ? Vielleicht.

Wenn ich dann aber zum Thema Ölpreis wieder die populistischen Forderungen des ADAC höre, der eine Anhebung der Pendlerpauschale aufgrund der derzeit hohen Benzin-Preise fordert, könnte ich vor Verzweiflung permanent mit dem Kopf gegen die Wand schlagen. Vor allem auch, weil ja genügend Politiker nichts besseres zu tun haben, als sich den Stammtischen mit zustimmendem Gerede anzudienen und mit dem Finger auf die "bösen" Ölkonzerne zu zeigen. Diese sind nun bestimmt keine Waisenknaben und nutzen ihr Oligopol natürlich um Profite zu erzeugen, nicht anders als es andere Branchen machen, in den sich Oligopole (zb Strom) ausgebildet haben. Statt zu lamentieren sollte die Politik daher via Kartellrecht einfach ihren Job machen.

Der allem zugrunde liegende Ölpreis wird aber nicht von den Öl-Multis bestimmt - derartige Darstellungen sind einfach grober Unfug. Wäre es anders, würde er bestimmt nicht in wenigen Jahren zwischen 40 und 120 USD schwanken, diese Volatilität läuft den Interessen der Öl-Multis nämlich komplett zuwider, die an stabilen Einnahmeströmen interessiert sind. Der Versuch einen komplexen, weltweiten Markt mit vielen Spielern und unterschiedlicher Interessenlagen auf ein paar Sündenböcke zu reduzieren ist zwar sehr populär, aber trotzdem immer noch an der Realität vorbei.

Verstärkt wird meine Verzweiflung, wenn ich vom Kartellamtspräsidenten Andreas Mundt in der Presse lese, dass das Kartellamt keine verbotene Preisabsprachen nachweisen könne, weil die Konzerne alleine durch ihre "Reaktionsverbundenheit" in der Lage seien, den Preiswettbewerb auszuschalten (auf Deutsch: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus). Solche Sätze, ohne daraus Konsequenzen abzuleiten, sind für mich ein Armutszeugnis.

Denn entweder ist der jetzige Zustand von Politik und Kartellrecht gewollt und legal, dann sollte man sofort aufhören populistisch über die Ölkonzerne zu lamentieren. Oder es ist nicht gewollt, dann müssen Politik und Kartellamt endlich ihren Job machen und für echten Wettbewerb sorgen, der derartig stillschweigende Übereinkünfte dann von ganz alleine unterbindet. Im schlimmsten Fall ist halt eine Zerschlagung und Aufspaltung der integrierten Konzerne notwendig, eine Waffe die das Kartellrecht sehr wohl im Köcher hat. Und wenn diese Waffe noch nicht scharf genug ist, muss halt die Politik ran und das Kartellrecht nachschärfen.

In jedem Fall ist aber überlegte Ordnungspolitik notwendig und nicht peinlicher Populismus. Ach übrigens, können Sie sich daran erinnern, dass der ADAC eine Verringerung der Pendlerpauschale forderte, als der Ölpreis 2009 bei fast 40 USD war ? Ich nicht, aber das hatte bestimmt gute Gründe, die ich dummer Mensch nur einfach nicht sehen kann.

[Satire On]

Als williger Schüler eines derartigen politischen Aktionismus, fordere ich daher nun, dass Gesetze von der Politik permanent je nach Marktpreis dynamisch angepasst werden. In Frage kommt dafür natürlich nicht nur der Ölpreis, sehr geeignet sind auch der Strompreis oder besonders die Getreidepreise auf den Weltmärkten. Ich plädiere daher für eine innovative und selbstverständlich nachhaltige "Bauern-Solidar-Abgabe", die vom Bäcker als verlängertem Arm des Finanzamtes am Tresen eingezogen wird und sich dynamisch und reziprok zu den Getreidepreisen verhält, so dass Bauern mit ihrer Ernte immer die selben Einnahmen erzielen. Die Unterstützung des Bauernverbandes ist mir dabei bestimmt gewiss.

Der dadurch hohen Belastung finanziell schwacher Bevölkerungschichten durch hohe Brotpreise, könnte man ja durch Einrichtung einer neuen Behörde begegnen, die nach ausführlicher Bedarfsprüfung einen entsprechenden Aufschlag auf das ALG 2 veranlasst. Der arbeitenden Bevölkerung (also den "Reichen") könnte man dagegen durch eine Brot-Kopf-Pauschale gerecht werden, die dynamisch berechnet und von allen Unternehmen mit der Lohnabrechnung auszuzahlen ist.

Alternativ wäre natürlich auch ein weiterer Mehrwertsteuersatz von 4,7% nur für Brot vorstellbar. Natürlich nur für Schwarzbrot aus ökologisch unbedenklichem Anbau, das Gewerbeaufsichtsamt möge das stichpunktartig prüfen. Weissbrot ist bitte mit 13,1% zu vesteuern, über Graubrot beraten noch die Finanzbehörden und bereiten einen Erlass vor, der die schwierigen Abgrenzungsfragen klären soll.

Auf jeden Fall würden so die Bürger dank einer engagierten Politik vor den skandalösen Unbillen schwankender Marktpreise geschützt. Und der allen so wichtigen "Gerechtigkeit" wäre erneut genüge getan, das wollen wir doch alle, oder ? Oder ?? 😉

[Satire Off]

Aber keine Sorge, nach diesem satirischen Ausflug werde ich nun wieder ernsthaft, entsorge meine naiven Träume durchdachter Ordnungspolitik im Müllkorb und wende mich den Aktien des Tages zu:

Nordex (WKN A0D655) war vor den morgigen Zahlen - und vor allem dem weiteren Ausblick - mit zeitweise 6% Minus sehr schwach. Die Nervosität ist also scheinbar gross. Ich weiss nicht, was da Morgen raus kommt, aber nach der heutigen Schwäche, könnte das möglicherweise für einen sehr kurzfristigen Trade ein interessantes Chance/Risiko Verhältnis im Bereich 60/40 sein. Denn wenn der Kurs schon vor der Bekanntgabe potentiell schlechte Zahlen verarbeitet hat, ist die Chance für eine positive Überraschung höher als das Gegenteil. Das es sich bei den heutigen Abgaben um Insider handelt, halte ich zwar für möglich, aber eher unwahrscheinlich. Insider haben es in der Regel nicht nötig, einen Tag vor den Zahlen geballt zu verkaufen, die wissen schon Tage und Wochen vorher was im Gange ist.

Weiterhin schwach war Veolia (WKN 501451), auch wenn der Titel sich im späten Handel etwas erholte. Ich bin froh, da erst einmal "Adieu" gesagt zu haben. Denken Sie bei Veolia unbedingt an den Mittwoch 29.02. mit dem Board-Meeting ! Erst danach sollte sich das Bild aufklären. Sollte ich nach dem Board-Meeting Nachrichten hören, die nahelegen dass das Management die Konsolidierung und Restrukturierung ungestört fortsetzen kann, ist für mich ein sofortiger Wiedereinstieg vorstellbar. Bestätigen sich dagegen die Gerüchte um einen Machtkampf oder einen erneuten Wechsel des Managements, werde ich dem Titel weiter fern bleiben.

Richtig war es auch, bei Nokia (WKN 870737) und Aixtron (WKN A0WMPJ) auszusteigen, die heute beide ohne jede Nachricht mit intraday bis zu 5-6% Minus stark abgaben. Derartige Schwäche macht mich eher skeptisch und in beiden Fällen ist man im Moment an der Seitenlinie wohl besser aufgehoben. Besonders irritierend ist die Schwäche bei Aixtron, die rein vom Chart her eigentlich schon nach oben ausgebrochen waren und nun unter 12,6€ zurück gefallen sind.

Bei Aixtron wird wohl erneut bestätigt, was ich ja hier schon mehrfach skeptisch angemerkt hatte: Förderungen in China bedeuten nicht notwendigerweise Aufträge für deutsche Unternehmen und auch nicht zwingend eine Verringerung des Preisdrucks. Bei Aixtron ist auch die Nachrichtenlage zum Auftragsbestand aus dem Unternehmen heraus sehr dürftig, man hört gar nichts, völlige Stille seit Wochen, was eine Anlage zu einem rechten Blindflug macht. Denn weder für den Anstieg der letzte Zeit noch für die aktuelle Korrektur gab es belastbare Hinweise aus dem Unternehmen. Wie bei Nordex werden auch bei Aixtron vom Markt nun ängstlich die Zahlen erwartet, die am Donnerstag kommen sollen. Sollte Aixtron vor den Zahlen noch weiter abrutschen, könnte auch hier eine kurzfristige Spekulation auf eine positive Überraschung möglich sein. Allerdings drängt sich mir aufgrund meiner grundsätzlichen Skepsis eine Spekulation hier im Moment nicht zwingend auf.

Etwas ratlos liess mich heute die grosse Schwäche der Commerzbank (WKN 803200) zurück, denn eigentlich sollte der Effekt der Kapitalerhöhung doch letzte Woche verarbeitet worden sein und die allgemeine Schwäche der Banken reicht als Erklärung für heute zeitweise 5% Minus wohl nicht aus. Meine Sicht ist unverändert wie letzten Donnerstag hier kommuniziert und ich sehe diese Schwäche nun eher als Chance, denn die Visibilität der Entwicklung bei der Commerzbank hebt sich nun langsam, nachdem das Thema Stammkapital nun wohl endgültig im Griff zu sein scheint. Im späten Handel hat die Commerzbank auch erneut die 1,9€ zurück erobert. Sollte sich hier ein Boden ausbilden, wäre die Grundlage für einen neuen Schub nach oben möglicherweise gelegt.

Relative Stärke hatte heute erneut Rheinmetall (WKN 703000), die nur wenig abgab und für mich weiterhin eine attraktiv bewertete Aktie ist. Sicherlich ist es für Rheinmetall ein Problem, dass durch die Überschuldung einiger europäischer Staaten nun gute Kunden ausfallen. Gerade Griechenland hat ja das Geld, das es eigentlich nie hätte haben dürfen und das ihm von Anleihenkäufern geliehen wurde, besonders gerne in Panzer und Schiffe investiert. Insofern hätten doch die Banken, bevor sie einem Schuldenschnitt zustimmen, vielleicht besser auch ein paar Panzer pfänden sollen, mit denen sie ihre Türme dann gegen den wütenden Mob schützen können 😉 Aber Spass beiseite, ich bin zuversichtlich, dass eine Rheinmetall in Anbetracht der Güte der Produkte und des hervorragenden Rufs von "German Engineering" auch andere Absatzmärkte finden wird. Insofern ist weitere Schwäche der Rheinmetall Aktie bei Bekanntgabe der nächsten Zahlen durchaus möglich, ich halte das dann aber eher für eine mittelfristige Kaufgelegenheit. Und auch als Übernahmeziel ist Rheinmetall durchaus vorstellbar.

Beeindruckend stark war heute auch wieder BASF (WKN 936785). Ohne Frage ein tolles Unternehmen mit einem völlig intakten profitablen Geschäftsmodell und hervorragender Marktposition. Bei aller Begeisterung wird mir bei Kursen über 65€ aber doch langsam plümerant zumute, bis 70€ sind der Aktie vielleicht noch zuzutrauen, dann dürfte aber auch mal eine deutliche Korrektur des beeindruckenden Anstiegs fällig sein. Bei BASF ein paar Gewinne mitzunehmen, kann in meinen Augen also jetzt nicht schaden.

Ein Aktie die jetzt langsam auf meinen Radar gerät, ist die des Klinikbetreibers Rhön Klinikum (WKN 704230), die nach einer Akquisition ziemlich verprügelt wurde und auf dem derzeitigen Niveau nun vielleicht für einen längerfristigen "Buy and Hold" Ansatz geeignet ist. Ich habe mir zu dem Titel noch keine abschliessende Meinung gebildet, ein Grund mehr mal in die Runde zu fragen: hat jemand von Ihnen zu Rhön Klinikum eine Meinung ?

Ich wünsche einen schönen Abend !

Hari´s Märkte am Abend – 24.02.12 – Wochenabschluss – The Trend is your Friend

17.40 Uhr

Heute hatten wir bisher einen ruhigen, fast langweiligen Tag an den Märkten. Mr. Market ist immer noch orientierungslos und schwimmt ohne Ziel hin und her. Deswegen falte ich meine Bücher heute einmal früher zu, äussere mich nicht zu Einzelaktien und beginne mein Wochenende vor dem Handelsschluss an der Wallstreet. Sollte doch noch etwas ganz aussergewöhnliches passieren, werde ich spät Abends noch ein kurzes Update verfassen.

Hinter uns liegt nun eine Woche der Konsolidierung und eigentlich habe ich schon alles Notwendige an den verschiedenen Tagen gesagt und könnte heute gleich wieder aufhören.

Es schadet aber sicher nicht, sich einen Moment zurück zu lehnen und sich die wichtigsten Punkte zur Börsenwetterlage - so wie ich sie sehe - noch einmal gesammelt und in Ruhe vor Augen zu führen:

1. Wir befinden uns mitten in einem durch Liquidität getriebenen, starken Aufwärtstrend und Art und Umfang dieser Konsolidierung bestätigen den Trend bisher erneut. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir nach der Konsolidierung weiter nach oben steigen, ist für mich nach wie vor höher als das Gegenteil.

2. In Anbetracht der Dauer des Anstiegs seit Mitte Dezember, reicht die eine Woche Konsolidierung wahrscheinlich nicht aus, damit der Markt genug Kraft für einen erneuten Anstieg sammeln kann. Eine paar weitere Tage Konsolidierung wären für mich nicht überraschend. Noch etwas tiefere Kurse als derzeit auch nicht.

3. Oberhalb 7000 Punkte im DAX liegt eine grosse und starke Wiederstandszone. Es ist für mich eher unwahrscheinlich, dass wir diese Zone gleich im ersten Anlauf nehmen können.

4. Nachdem wir durch die Widerstandszone oberhalb 7000 durch sind, ist eine Trendbeschleudigung durchaus vorstellbar, die uns dann schnell bis 7500 bringt. Denn wir haben noch jede Menge zögerndes Geld an der Seitenlinie. Ein überzeugender Anstieg über 7000 könnte für diese Zweifler der Auslöser sein, der sie zur Aufgabe zwingt.

5. Nach einer derartigen Trendbeschleunigung muss man dann aber wahrscheinlich aus dem Markt, denn dann - wenn alles lose Geld von der Seite herein geströmt ist - steht die echte Korrektur wohl bevor.

6. Sollten wir nächste Woche doch erst weiter korrigieren, liegt die nächste Unterstützung bei ca. DAX 6650 und eine harte Unterstützung - die gute Chancen hat den Wendepunkt darzustellen - in der Zone oberhalb DAX 6400.

7. Für die nächste Woche sehe ich abgesehen von den bekannten grauen (Iran) und unbekannten scharzen Schwänen nichts auf der Agenda, dass den Markt aus heutiger Sicht zu absehbar starken Aussschlägen zwingen könnte.

8. Allerdings wird mit der kommenden LTRO Operation der EZB am Mittwoch 29.02. wahrscheinlich so viel Liquidität in die Banken geschwemmt, dass das der Treibsatz für weiter steigenden Assetpreise sein dürfte.

9. Mit der französischen Präsidentenwahl dürfte Ende März / Anfang April ein Thema auf den Radar des Marktes geraten, dass das Potential hat zum temporären Aufreger (Stichwort Zusammenhalt Eurozone) zu werden.

Und noch etwas Grundsätzliches, ich lasse mich von den vielen Artikeln immer noch nicht aus der Ruhe bringen, die mir nun schon seit Wochen etwas von einem überkauften Markt und einer kurzfristig anstehenden Korrektur erzählen. Vielleicht haben diese Artikel ja sogar nun endlich auch mal recht, ich schliesse das auf keinen Fall aus, aber dann eher aus Zufall und Glück. Denn die technischen Oszillatoren wie RSI, MACD, Stochastik helfen hier nur bedingt. Denn was gerne übersehen wird ist, dass diese technischen Parameter gerade in stark trendenden Bullenmärkten über Wochen und Monate am Anschlag laufen könnnen. Sicher kommt irgendwann die Korrektur, aber eben "irgendwann" und das kann auch noch Wochen dauern. Diese technischen Oszillatoren leisten in schwingenden, volatilen Märkten hervorragende Dienste und ich nutze sie dann exzessiv. In stark nach oben trendenden Märkten wie aktuell, ist die Aussagekraft dagegen deutlich eingeschränkt. Wie bei jedem Handwerkszeug, muss man einfach wissen, wann man es einsetzt und wann nicht.

Vielleicht machen Sie sich mal Ihre eigene Liste wie oben und wenn Sie dann damit für sich eine klare Marktsicht formuliert haben, dann setzen Sie sich hin und definieren sich eine Handvoll Trades, mit denen Sie sich dann in der kommenden Woche positionieren. Ich habe mit dieser Art Vorbereitung immer gute Erfahrungen gemacht, denn zu oft vergisst man ansonsten wichtige Vorsätze in der Hektik des Tages.

Und ein nette, lehrreiche Übung möchte ich Ihnen mal für das kommende Wochenende vorschlagen, eine Übung die ich vor vielen, vielen Jahren von Charles Kirk gelernt habe:

Versuchen Sie sich mal die Aktien rauszusuchen, die bis Ende 2012 nach Ihrer Erwartung am schlechtesten laufen werden, die also den prozentual höchsten Verlust produzieren werden.

Sie haben richtig gehört, ich will von Ihnen die Aktien hören, die Ihrer Meinung nach bis 31.12.2012 den grössten prozentualen Verlust produzieren werden ! Was soll das, werden Sie vielleicht denken, aber machen Sie es doch einfach mal ! Denn sobald Sie anfangen darüber nachzudenken, werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass das eine verdammt schwierige Frage ist, viel schwieriger als Sie sich vielleicht im ersten Moment gedacht haben. Und jetzt frage ich Sie: wenn es schwierig ist die zukünftig schwächsten Aktien zu benennen, wieso glauben Sie dann die zukünftig besten Aktien benennen zu können ?

Und ich habe auch eine starke Vermutung, was für Aktien Ihnen bei der Frage dann möglicherweise durch den Kopf spuken werden: Aktien die bisher extrem gut gelaufen sind und auf Allzeithoch notieren. Aktien bei denen man denkt: weiter hoch kann es ja gar nicht mehr gehen. Aktien wie zb eine Apple.

Vor 10 Jahren hätte ich wahrscheinlich auch sofort an Aktien wie Apple bei dieser Frage gedacht. Jetzt sage ich Ihnen aber, mit was für Aktien ich heute diese Wette eingehen würde - mit Aktien wie Q-Cells zum Beispiel. Wie bitte, Q-Cells - werden Sie nun wahrscheinlich denken ? Die notieren doch heute schon nur bei 0,32€ - wohin sollen die denn noch fallen, da würde man doch eher auf eine Wende nach oben tippen. Ich aber halte es persönlich für gut möglich, dass Q-Cells in Anbetracht der permanenten Verluste und des fehlenden profitablen Geschäftsmodells dieses Jahr noch weiter abstürzt, bis zur theoretischen Insolvenz im schlimmsten Fall. Q-Cells würde dann also nahezu wertlos sein und sozusagen bei 0,01€ notiert. Das würde für jemanden der heute bei 0,32€ einsteigt einen Verlust von 97% produzieren ! Glauben Sie Apple kann auch so einen Verlust produzieren ? Nicht wirklich, ich denke da sind wir uns einig.

Durch diese Übung wird Ihnen erneut vor Augen geführt, dass gute Aktien eher weiter gut laufen und schlechte Aktien eher weiter schlecht. Und das Trends in der Regel länger dauern, als man erwartet. Denn instinktiv würde man sich als Laie eher gegen den Markt stellen und bei Q-Cells über das kaufen nachdenken und bei Apple über das verkaufen. Und auch wenn das im Einzelfall mal zufällig richtig sein kann, sagt die Erfahrung, dass es in der Regel in die Hose geht.

Deswegen ist Ihnen sicher im Leben auch höchst selten ein Mensch begegnet, der mit legalen Wetten auf Pennystocks (betrügerische Pusher natürlich ausgenommen) reich geworden wäre. Dabei lieben gerade Laien diese Wetten auf Pennystocks, weil die Aktien ja vermeintlich so billig aussehen. Aber es gibt halt meistens verflucht gute Gründe warum eine Aktie im Pennybereich notiert. Und wenn etwas billig aussieht, muss es deswegen noch nicht billig sein.

Machen Sie also einfach mal selber den Versuch. Schreiben Sie 10 richtig miese Aktien auf, bei denen das Geschäftsmodell so richtig in Scherben liegt und die schon massiv gefallen sind. Die 10 Gurken-Aktien also, zum Beispiel im Solarbereich könnten Sie da aktuell fündig werden. Und schreiben Sie dann die 10 Aktien auf, die extrem gut gelaufen sind, von einem klasse Management geführt werden und nun nach einer Korrektur geradezu schreien - wie Apple halt. Und dann schauen Sie am Jahresende 2012 wer besser gelaufen ist - ich verspreche Ihnen schon heute : die guten Aktien, obwohl sie schon so weit gelaufen sind !

Und sehr freuen würde ich mich, wenn Sie Ihre "Gurken-Aktien" hier mit uns teilen würden. Ich fände das höchst spannend und lehrreich.

Wer dieses Prinzip des Trends wirklich verinnerlicht hat, wird seine Ergebnisse bei der Geldanlage nach meiner Erfahrung deutlich verbessern. Und gegen die durchaus vorhandene Gefahr eines Trendbruches gibt es doch ein probates Gegenmittel: Trailing-Stops !

"The Trend is your Friend" - dieser Spruch ist immer noch gültig und viele halten ihn für eine Trivialität. Aber sich daran zu halten, ist weit schwieriger als es scheint !

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein erholsames Wochenende !
Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 23.02.12 – Commerzbank, Veolia, Silber

22 Uhr - Handelsschluss

Eigentlich sollte man ja meinen, dass auch Mr. Market mittlerweile volkswirtschaftliche Zukunfts-Prognosen nicht mehr ernst nimmt. Denn eine statistische Studie zur Trefferquote würde wohl reinen Zufall zu Tage fördern, wenn nicht sogar einen Kontraindikator.

Aber heute liess sich Mr. Market mal wieder verschrecken, denn die EU-Kommission prognostizierte die Wirtschaftsleistung 2012 der Euro-Zone auf die Kommastelle. Ich finde es einfach faszinierend, dass die EU-Kommission die Zukunft so exakt vorher sehen kann und verstehe ehrlich gesagt in Anbetracht dieser unglaublichen Fähigkeit nicht, warum dort überhaupt noch jemand der Volkswirte arbeitet. Denn wer so exakt die Konjunktur und Wirtschaftsleistung über 10 Monate hinweg in die Zukunft prognostizieren kann, der könnte an der Börse doch mit dem Wissen in Kürze zum Multimilliardär aufsteigen. Wenn ich doch nur so klug und brilliant wie diese Leute wäre ..... 😉

Aber lassen wir lieber meinen tiefschwarzen Sarkasmus, Mr. Market lief heute bis zu dieser Bekanntgabe mutig Richtung 6900 im DAX, nur um als Folge dieser Prognose zusammen zu sacken. Und ehrlich gesagt, ich halte Mr. Market in Wirklichkeit für ziemlich klug und auch er weiss genau, dass diese Vorhersagen schlichter Kokolores sind. Aber es ist halt eine willkommene Gelegenheit und Ausrede, mal ein paar Gewinne mitzunehmen.

Beschleunigt werden solche Bewegungen durch eine zunehmende Zahl Algos im Markt, die automatisch Nachrichten scannen und auf bestimmte Keywörter innerhalb von Millisekunden reagieren. Das muss für uns Menschen aber kein Nachteil sein, denn so intelligent sind Algos noch nicht, dass sie die Relevanz bestimmter Schlagzeilen zuverlässig einschätzen können.

Heute konnte man Intraday auch wunderbar erkennen, wie der erste Schwung der Abgaben aus Europa kam und um die Öffnung der Wallstreet herum, der zweite Schwung aus den USA hinterher. Denn es waren die Lieblinge der amerikanischen institutionellen Anleger, die klassischen deutschen Industrienamen wie Volkswagen, Daimler und Co. , die erst im zweiten Schwung so richtig verprügelt wurden.

Wie geht es jetzt weiter, werden Sie sich fragen. Aus den obigen Zeilen entnehmen Sie sicher schon, dass ich das für eine reine technische Korrektur halte. Denn ich hatte hier ja schon erwähnt, dass ich mir einen temporären Rücksetzer unter 6800 nun gut vorstellen kann. Und wir sind dann auch prompt im späten Handel wieder über die 6800 gestiegen und haben bei DAX 6809 geschlossen, wie man im Chart hier von ca. 21.30 Uhr gut sehen kann.

War es das also schon wieder mit der Korrektur ? Kann gut sein, genau so wahrscheinlich ist aber das Gegenteil. Denn ich glaube eher nicht, dass der Markt so schnell schon wieder genügend Kraft zum Anstieg über 7000 gesammelt hat. Und sollte ich mich irren, wäre das nur Ausweis unbändiger Stärke. Ich kann mir also eine weitere Seitwärtsbewegung gut vorstellen und auch noch einen weiteren Absacker in den nächsten Tagen.

Falls das passieren sollte, wäre das dann in den nächsten Tagen möglicherweise die Gelegenheit für alle an der Seitenlinie, noch einen brauchbaren Einstieg in den Markt zu finden. Viele werden es trotzdem nicht schaffen, denn aus den gleichen psychologischen Gründen aus denen sie bisher bei keinem Rücksetzer eingestiegen sind, werden sie auch dann wieder befürchten, dass es nun noch weiter runter geht. Erst wenn wir dann über die 7000 nach oben ausbrechen, wird der psychische Druck so gross werden, dass diese Zögernden dann nachspringen.

Schauen wir uns den DAX Chart für den theoretischen Fall einer weitergehenden Korrektur an, sollte die erste nennenswerte Unterstützung unterhalb des heutigen Niveaus bei ca. 6650 liegen. Das wäre ein naheliegender Punkt für eine Wende, denn dort hatten wir schon am 10.02. und am 16.02 eine Wende. Sollte diese Linie nicht halten, liegt eine sehr starke Unterstützung im Band oberhalb 6400. Spätestens da reche ich fest mit der Wende nach oben. Denn selbst DAX 6400 stellen den aktuellen bullishen Trend noch nicht in Frage !

Ich werde mich jetzt also mit meiner freien Liquidität auf die Lauer legen und bei meinen Lieblingsaktien Kaufaufträge zum "abfischen" eingeben, die ungefähr mit DAX 6650-6700 korrelieren. Eine paar kleinere Nachkäufe habe ich heute schon bei ca. DAX 6750 getätigt. Etwas Liquidität spare ich mir aber auf, um im Falle des Falles bei DAX 6400 noch einmal nachlegen zu können. Und sollte der Markt doch nun schon wieder massiv hochdrehen, lege ich nach, sobald wir glaubhaft nach oben Fahrt aufnehmen. Denn besser spät als nie.

Was Einzelaktien angeht, habe ich mich ja zur trostlosen Deutsche Telekom (WKN 555750) -> hier <- heute schon geäussert.

Höchst interessant fand ich heute das Geschehen bei der Commerzbank (WKN 803200). Zum ersten Mal seit Monaten habe ich zur Commerzbank wieder so etwas wie eine Meinung, da sich für mich der Nebel der Nachrichten nun langsam lichtet. Denn so schlecht waren die Zahlen in meinen Augen nicht und der Rückgang ist deshalb wohl vor allem der erneuten Kapitalerhöhung geschuldet. Positiv finde ich aber, wie der Markt damit umgegangen ist. Denn die Kapitalerhöhung soll ja nun um die 10% des Kapitals betragen, womit die derzeitigen Aktionäre entsprechend verwässert werden. Abgegeben hat die Aktie aber heute nur ca. 6% und hat die 1,9€ gehalten.

Bei mir verstärkt sich damit der Eindruck, dass es das bei der Commerzbank in Sachen Kapitalmassnahmen und Eigenkapital nun wirklich war und wir uns in den nächsten Quartalen alleine mit dem operativen Geschäft befassen können. Denn nun sollte das von der EBA geforderte Eigenkapital gesichert sein. Sollte meine Interpretation der heutigen Geschehnisse stimmen, sind die heutigen 1,9€ möglicherweise eine mittelfristige Kaufgelegenheit.

Veolia (WKN 501451) bröselt nun weiter nach unten und hat die 9€ unterschritten, womit meine Entscheidung von Dienstag zum Ausstieg dann doch scheinbar richtig war - ich hatte mich damit ja schwer getan und lange überlegt. Wenn Sie jetzt noch in dem Titel sind, rate ich das Boardmeeting vom 29.02. im Auge zu behalten. Je nachdem was da nach draussen dringt, kann der Kurs von Veolia an dem Tag erheblich ausschlagen. Natürlich auch im Vorfeld schon, wenn vorher schon etwas zur Presse durchgestochen wird. Ob der Ausschlag dann nach oben oder nach unten kommt, kann ich Ihnen nicht sagen und habe noch nicht einmal eine ferne Ahnung, das wissen nur die paar Insider. Aber ein Anleger sollte sich überlegen, ob er vor so einer potentiell kursbewegenden Situation überhaupt investiert sein will oder das lieber von der Seitenlinie beobachtet.

Positiv ist weiterhin wie sich Gold und Silber hält. Gerade Silber hebt nun richtig ab und ich habe Ihnen heute mal den Chart der letzten Tage auf 1-Stunden Basis mitgebracht. Bei dem kleinen blauen Pfeil bin ich übrigens letzten Freitag Nachmittag im Handelssystem Long Silber (XAGUSD) gegangen. Heute Abend bin ich dann um 20.45 Uhr bei 35,5 USD wieder temporär ausgestiegen, das ist der Pfeil rechts oben. Sollten wir nun einen kleinen Rücksetzer bekommen, steige ich Morgen aber voraussichtlich wieder ein.

Warum der Einstieg am letzten Freitag Nachmittag ? Weil der V-förmige Turnaround vorher am Donnerstag 16.02. für mich wie eine Wendemarke aussah, was sich ja dann auch bewahrheitet hat. Schaut man sich den längerfristigen Chart an, hat Silber nun aber gut Luft nach oben bis ca. 40 USD.

An diesem Beispiel kann man auch die zwangsläufige und natürliche Diskrepanz sehen, die zwischen dem was man selber macht und dem was man Dritten schreibt entsteht. Ich bemühe mich hier, Ihnen nur die Dinge im Blog nahe zu bringen, von denen ich auch selber wirklich überzeugt bin und die sich auch anhand des Marktes nachvollziehen lassen. Solche Aussagen müssen so gesichert sein, dass sie in der Regel 24 Stunden Bestand haben, sonst würden sie zu dem Medium "Blog" nicht passen. Selber bin ich im Handelssystem natürlich viel aktiver und gehe stellenweise auch grössere Risiken ein. So habe ich mich am Donnerstag 16.02. zu Gold und Silber ja hier noch neutral geäussert, allerdings auf die überraschende Stärke bei den Minen und die Möglichkeit des Beginns einer relevanten Bewegung hingewiesen.

Ich selber war aber schon einen Tag später (am Freitag) bereit im Bereich Silber etwas zu riskieren, weil diese Wende im Chart so überzeugend aussah. Nur kommunikationsfähig war das in meinen Augen noch nicht, weil das mehr auf Riecher beruhte als auf nachvollziehbaren Marktdaten. Und ich hätte die Position auch schon kurz danach gnadenlos geschlossen, wenn sie sich nicht bestätigt hätte. Erst jetzt, eigentlich seit Dienstag, zeigt der Markt das hier etwas Grösseres im Gange ist, das über einen kurzfristigen Zucker hinaus geht. Und am Dienstag habe ich das Thema hier auch ausführlich besprochen und ein Einstieg danach am Mittwoch wäre immer noch sehr profitabel gewesen.

Warum weise ich Sie bewusst auf diese Diskrepanz hin ? Weil ich Ihnen damit erklären will, warum ich hier nie in einem "Musterdepot" meine Bewegungen 1-zu-1 veröffentlichen werde und ich auch von dem Prinzip "Musterdepot" eher wenig halte. Denn egal was man Ihnen sagt, es ist in der Regel nicht das, was die schreibende Person mit dem eigenen Geld wirklich macht. Es ist eher ein Kunstprodukt nur für Sie als Kunden.

Denn der Zeitverzug zwischen Handlung und Veröffentlichung und die Notwendigkeit Bewegungen überhaupt erklären und rechtfertigen zu müssen, sorgt zwingend dafür, dass der Schreiber immer die Schere im Kopf hat die lautet: "was packe ich den jetzt meinen Lesern ins Depot und wie kann ich das rechtfertigen". Dabei folgt gerade ein guter Trader einer Bewegung auch mal schnell und instinktiv aus Erfahrung, sichert sie ab und schaut einfach was passiert. Die Notwendigkeit der Rechtfertigung hemmt aber das Handeln und schadet der Performance.

Ich will damit Musterdepots nicht perse verdammen. Sie können durchaus vernünftig und sinnvoll zusammen gestellt sein und damit für unerfahrene Anleger einen Mehrwert schaffen. Aber sie sind fast nie das, was sie oft vorgeben zu sein: eine echtes Abbild des Handelns der Person hinter der Tastatur mit eigenem Geld.

Was ich hier mit diesem Blog versuche, ist daher eher das Gegenteil - eben nicht fixe Vorlagen, die Sie einfach nachbilden können ohne nachzudenken. Wer das sucht, findet im Internet genug Angebote. Und für Ihr Handeln im Markt, sind Sie ganz alleine verantwortlich. Ich will Ihnen statt dessen lieber helfen, selber so viel Wissen und Erfahrung zu sammeln, dass Sie keine Musterdepots mehr brauchen. Und ich will Ihnen Ideen aufzeigen und Ihnen Zusammenhänge und Techniken nahe bringen. Damit gewinnen Sie nach meiner Ansicht langfristig viel mehr, als wenn Sie nur den Bewegungen eines anderen hinterher laufen. Und ich will auch gerne selber etwas von Ihnen lernen, wenn Sie interessante Beiträge liefern. Denn auch ich werde nie aufhören zu lernen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Abend !
Ihr Hari

Das Elend der Deutschen Telekom – warum so zahm Herr Obermann ?

Aktie des Tages ist die Deutsche Telekom (WKN 555750), die mir mit den heutigen Zahlen erneut bewiesen hat, dass Sie kein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell mehr besitzt. Es gibt für mich absolut keinen Grund, auch nur einen Cent Kapital in so einer Aktie zu haben. Auch die Dividende verschleiert für mich letztlich nur die trostlose Lage. Wenn man sich anschaut, dass die Telekom diese Dividende gerade noch so mit Mühe erwirtschaftet, stehen den Aktionären in meinen Augen noch bittere Zeiten bevor.

Dabei ist die Situation der Telekommunikationunternehmen eigentlich ein Treppenwitz. Das Internet boomt und boomt. Und Unternehmen wie Google oder Facebook bauen parasitär auf der vorhandenen Infrastruktur der Telekommunikations-Anbieter Welt-Unternehmen auf. Eigentlich sollte die Deutsche Telekom also im Geld schwimmen. Aber bei den Telekommunikationsunternehmen bleibt nichts hängen, nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen westlichen Ländern. Das - und nur das - ist für mich das eigentliche Problem der Telekoms der Welt.

Es ist mir einfach ein Rätsel, warum die CEOs der Telefonica, France Telecom, Deutsche Telekom etc dieses Kernproblem nicht viel aggressiver angehen. Und ich meine wirklich aggressiv, mit brachialer Gewalt und allem Druck der Ihnen zur Verfügung steht. Immerhin haben sie doch teilweise den Staat als Aktionär und damit Zugang zu den politischen Zirkeln. Es braucht eine Art "Weggebühr" für die Google´s der Welt, solange das Problem keine Lösung hat, sind alle anderen Aktivitäten wie zb eine OTE zu kaufen in meinen Augen nebensächlich.

Den Regulierer lasse ich dabei als Ausrede nicht gelten. Denn der Regulierer steht unter politischer Vorgabe. Der Kampf wird also in der Politik ausgetragen. Und in der Öffentlichkeit. Und wenn man das richtig angeht, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man auch eine Bevölkerung motivieren kann. Man muss dem Bürger halt erklären, welche Multimilliarden an Gewinn bei Google, Facebook und Co. landen, die ohne die für sie kostenlose Infrastuktur unmöglich wären. Nur Steuern werden dafür in Deutschland nicht gezahlt. Warum eigentlich ? Eine Autobahnmaut gibt es ja für Lastwagen mittlerweile auch. Auch da muss die Infrastruktur ja erst einmal bezahlt werden.

Ich bin bestimmt auch ein Fan der Netzneutralität, aber was hat das damit zu tun ? Wo wäre das Problem, wenn die Infrastruktur-Bereitsteller in Zukunft eine gleichmässige Weggebühr nach Volumen der Nutzung verlangen ? Das wäre fair, transparent und immer noch neutral. Wer es viel nutzt wie Google zahlt dann halt auch viel. Na und ? Immerhin bleibt damit das Geld im Land, dass man dann für einen sinnvollen Ausbau der Glasfaserinfrastruktur verwenden kann.

Im Moment läuft es doch so, dass in Mountain View und Palo Alto die Milliarden Gewinne auflaufen und am Ende wir Deutsche mit Steuern die Infrastrukur des Webs bezahlen müssen, weil der Deutschen Telekom dafür mittlerweile die Kraft fehlt. Ich behaupte ganz frech: wenn man darum mal öffentlich kämpft, hat man jede Chance die Bürger und die Politik auf seine Seite zu bekommen.

Letztlich ist das ein ganz ähnliches Thema wie die Transaktionssteuer an den Finanzmärkten. Glaubt jemand ernsthaft es gäbe in Deutschland keine Internetwirtschaft, wenn tausend übertragene Megabyte vielleicht ein paar Cent "Weggebühr" kosten, die bei den Anbietern der Infrastruktur abzuliefern sind ? Das normale Internetgeschäft in Form von Shops etc würde es kaum merken und vielleicht als Folge beim Provider einen Euro mehr für die Flatrate zahlen müssen. Na und ? Aber Google und Co. würden es merken. Und plötzlich wäre es wieder wirtschaftlich, sich um eine gute Internet-Infrastruktur zu kümmern.

Also meine Herren Obermann und Co. Wenn es um die Existenz geht, sollte man doch mal langsam kämpfen. Wo bleibt die Kampfbereitschaft meine Herren ? Warum wirken Sie gerade bei dem entscheidenden Thema so schweigsam, träge und unkreativ ?

Hari´s Märkte am Abend – 22.02.12 – Frankreich und die Glaskugel

22 Uhr - Handelsschluss.

Die Orientierungsphase und Konsolidierung des Marktes dauert wie erwartet an.

Ich habe schon oft erwähnt, dass man in Korrekturen oder Konsolidierungen mehr über den Markt lernt, als bei ein paar Prozent Anstieg mehr oder weniger. Und dieser Markt ist ganz ruhig, geradezu gelassen und korrigiert auf breiter Front ohne jede Hektik oder Angst.

Dieses Verhalten sollte man als positives Zeichen werten. Denn es gibt zwei Gründe warum ein Markt unerwartet crashartig abstürzen kann:

(1) Durch ein überraschendes, exogenes Ereignis ala Fukujima. Dergleichen kann immer und jederzeit passieren, auch in den nächsten 5 Minuten nachdem ich den Artikel hier Online gestellt habe. Das ist einfach das normale Risiko des Lebens und wer sein Geld diesem Risiko nicht aussetzen will, sollte gar nicht an der Börse sein.

(2) Aus innerer Nervosität heraus, die dann einen kleinen Schmetterlingsschlag des Schicksals zu einem wasserfall-artigen Absturz werden lässt, weil dann alle gleichzeitig zum Ausgang rennen. Derartige Nervosität und die damit einhergehende Volatilität haben wir ja letzten Herbst eindrücklich erlebt. Aber derartige Nervosität entsteht nicht aus dem Nichts innerhalb einer Stunde. Und sie vergeht auch nicht in einer Stunde. Die muss wachsen, weil bestimmte Risiken sich langsam in die Wahrnehmung des Marktes hinein fressen.

Und deshalb muss man das derzeitge Marktverhalten positiv werten. Sicher ist (1) jederzeit möglich, aber (2) ist im Moment definitiv nicht vorhanden und wenn doch wieder solche Nervosität entsteht, wird man die vorher bemerken und sich entsprechend darauf einstellen können. Hohe Volatilität ist ein Prozess und kein singuläres Ereignis, das einen "mal eben" überraschen kann.

Ich weiss, dass fast alle technischen Indikatoren derzeit mehr oder weniger laut "Korrektur" schreien. Das zu erkennen erfordert aktuell nun wirklich keinen Doktor in Raketentechnik, sondern nur eine halbwegs scharfe Brille um RSI, MACD, Stochastik etc ablesen zu können. Und vielleicht kommt eine grössere Korrektur auch jetzt, obwohl mir mein Instinkt sagt: "jetzt noch nicht, aber später". Aber wenn sie kommt, dann bin ich überzeugt, dass derzeit noch so viel Geld an der Seitenlinie genau auf diese Korrektur hofft und wartet, dass sie schnell wieder vorbei sein wird.

Umgekehrt wirkt der Markt aber auch nach oben ziemlich müde. Ich glaube also nicht, dass 2 Tage als Konsolidierung ausreichen. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir nun ein oder zwei Wochen in einer Seitwärtsbewegung mit leicht fallender Tendenz verharren, weil Mr. Market diese Zeit einfach braucht, um wieder Kraft für den nächsten Schub nach oben zu sammeln.

Wenn wir übrigens beim Instinkt sind, kann ich mir vorstellen, dass der nächste wirklich Angst machende Aufreger für den europäsichen Markt die Präsidentschaftswahl in Frankreich sein wird, die den ersten Wahlgang am 22. April hat. Denn was man vom Kandidaten der Sozialisten Francois Hollande hört - Absichten wie die Rentenreform zurück zu drehen und das Einstiegsalter wieder auf 60 zu setzen oder den Fiskalpakt in Europa neu zu verhandeln - wird Mr. Market massiv Angst machen.

Nicht wegen den Auswirkungen solcher Politik in Frankreich - sollen die das doch innenpolitisch machen, was sie davon haben werden sie schon merken. Sondern wegen der Sprengkraft auf die gerade gewonnene Einigkeit innerhalb der Euro-Zone. Denn ein Frankreich, dass von Deutschlands Seite weicht und fröhlich die Politik des Geldausgebens auf Pump in den EU Gremien forciert, lässt Deutschland nur die Wahl zwischen Syphilis und Tripper. Syphilis wenn Deutschland im Euro bleibt und damit endgültig zum Zahlmeister Europas wird. Wir gehen dann also mit 67 oder 69 in Rente, damit Hollande seine Wahlversprechen finanzieren kann. Letztlich würde es ein paar Jahre dauern, aber eine deutsche Regierung die da mitmacht, würde auch bei uns dann weggefegt. Und Tripper, wenn Deutschland das nicht akzeptiert und dann aber den Euro zwingend verlassen muss, was wiederum den Euro sprengen und Deutschland als "bösen, unsolidarischen Verräter" stigmatisieren würde.

Und um den naheliegenden Einwurf gleich zu beantworten: natürlich bin auch ich der Überzeugung, dass alles was Hollande jetzt im Wahlkampf sagt, hinterher nicht so heiss gegessen wird. Auch ein Hollande wird sich letztlich den fiskalischen Realitäten beugen müssen. Aber das ist hier nicht der Punkt, denn Mr. Market wird eben vor der Wahl schon in massive Unruhe geraten, wenn der Vorsprung von Hollande vor Sarkozy deutlich und seine Rhetorik zum Europa und dem Euro unverändert bleibt. Dann wird der Markt schon Anfang April das mögliche Szenario eines Zerfalls der Euro-Zone einpreisen. Denn Mr. Market handelt die Zukunft und wartet keine Wahlen ab !

Um mal meine beschlagene Glaskugel für das mittelfristige Bild zu bemühen, kann ich mir also gut vorstellen, dass der Markt nach der derzeitigen Konsolidierung noch einen kräftigen Schluck nimmt und deutlich über die 7000 im DAX schiesst. Auch 7500 sind bis Anfang April sicher machbar. Dann aber, ab ca. Mitte März, mit dem Näherrücken der französischen Wahl, immer nervöser wird und letztlich im April in einen grösseren Korrekturmodus wechselt. Denn die Wahl in Frankreich und damit erneut die Existenzfrage der Eurozone hat allemal das Potential, der nächste schwere Aufreger für Mr. Market zu werden.

Ich verfolge ja den amerikanischen Markt und die Kommentare in Presse und Blogs sehr aufmerksam. Das in der französischen Wahl steckende Risiko für die Eurozone ist derzeit noch kein Thema an der Wallstreet, ich bin aber sicher: das kommt noch !

Das nur als Gedankenanstoss, Sie wissen ja: auch meine Glaskugel funktioniert nicht wirklich. Aber es schadet nicht, sich gedanklich auf solche möglichen Szenarien einzustellen. Handeln sollte man aber bitte nicht auf Verdacht, sondern erst, wenn der Markt mit seinem Verhalten ein solches Szenario ganz real bestätigt. Und die Signale die uns Mr. Market in dieser Konsolidierung bisher sendet lauten nach wie vor: Vorteil für die Bullen ! Es wäre in meinen Augen nicht klug, sich auf Verdacht gegen diese Signale zu stellen.

Was die Einzelaktien angeht, gehen Sie einfach mal durch die heutigen Kurslisten und schauen Sie, welche deutschen Aktien heute im Plus oder nur minimal im Minus waren. Da werden Sie auch einige Titel (Stichwort: Rheinmetall, Continental, Daimler etc) finden, die wir hier schon explizit besprochen haben. Relative Stärke in einer Konsolidierung ist ein sehr wichtiges Zeichen, das eine Menge über zukünftige Chancen aussagt. Insofern ist diese Übung heute sehr sinnvoll.

Auch bei einem meiner langfristigen Favoriten, der in Deutschland erstaunlicherweise trotz 120.000 Mitarbeitern und 20 Milliarden € Jahresumsatz kaum bekannten Schneider Electric (WKN 860180), geht es nun richtig nach oben. Das Unternehmen bewegt sich primär im Bereich der Energieverteilung und der Automation, wobei Schneider Electric zunehmend einen Schwerpunkt im intelligenten Gebäudemanagement ausbildet. Energiesparende Gebäude und automatisierte Gebäudetechnik sind dank steigender Energiepreise einfach ein wachstumsstarker Zukunftsmarkt und Schneider Electric dort der Marktführer in Europa. Erst heute hat das Management sich vorsichtig und zurückhaltend zum Geschäftsverlauf in 2012 geäussert und was macht der Kurs statt dessen ? Er steigt um rund 5% 😉 Das ist das typische Zeichen, das bei einem substanzstarken Unternehmen scheinbar alle schlechten Nachrichten schon eingepreist sind. Auch der Chart sieht ausgezeichnet aus, auch wenn man nach oben nun keine Wunderdinge erwarten darf. Schauen Sie einfach mal selber drauf.

Und Gold hat die gestern erwähnte positive Tendenz heute eindrucksvoll bestätigt. Wir haben mit ca. 1778 USD geschlossen und da ist definitiv was im Gange ! Meine Nase hatte scheinbar den richtigen Riecher und manchmal lohnt es sich halt auch, einfach derselben zu folgen.

Zu Einzelaktien aus Deutschland gibt es ansonsten bedingt durch die gleichmässigen und geordneten Abgaben im Markt heute auch herzlich wenig, was ich nun unbedingt erwähnen müsste. Also lasse ich es heute mal dabei, hole mir einen Rotwein und geniesse einen Abend, an dem mir auch die Börse Raum zur Entspannung gewährt.

Bis Morgen !
Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 21.02.12 – Veolia, Corning, Hecla Mining

22 Uhr Handelsschluss.

Nach der "Rettung" ist vor der "Rettung".

Der Markt verhält sich heute nahezu so, wie gestern antizipiert. Bis 6970 hatte der DAX heute vormittag noch Kraft - zur 7000er Marke reichte es nicht mehr ganz - dann setzten Gewinnmitnahmen in einer typischen "Sell the News" Reaktion ein. Und die Presse konnte die schon vorher geschriebenen Artikel raus holen, die mit einem dicken Fragezeichen die ungeheuer "kreative" Frage stellen, ob Griechenland denn jetzt wirklich "gerettet" ist oder vielleicht doch nicht.

Wir kennen die Antwort schon lange und sie lautet natürlich NEIN - das Thema wird uns definitiv weiter verfolgen und in ein paar Monaten wird man - Überraschung 😉 - feststellen, dass kaum eines der Versprechen eingehalten wurde. Wie denn auch, mit einer Bevölkerung die das nicht mitträgt und einer korrupten "Verwaltung" die sich quer legt, damit sie auch in Zukunft fröhlich ihre "Fakelaki" in die Tasche stecken kann. Jeder vernünftige Mensch weiss, dass wir in wenigen Monaten wieder an der gleichen Stelle stehen wie heute.

Ich denke lieber nicht darüber nach, was wir alles an Steuern zahlen und vor allem zahlen werden, damit dieses Geld dort sinnlos in den endlosen Ritzen eines kaputten Systems versickern kann. Nur um dann letztlich von der Nomenklatura des Systems auf Auslandskonten in Singapur transferiert zu werden. Aber immerhin sind wir ja mal wieder "ganz solidarisch", weil wir ja gerade als Deutsche immer so gute Menschen sein wollen - der Dank der "Beschenkten" ist uns ja schon heute sicher, wie sich das gehört. Wer hier bitteren Sarkasmus findet, kann ihn behalten. 😉

Mr. Market ist jetzt aber in der ganz typischen gedanklichen Leere, die immer nach solchen Momenten einsetzt, an denen ein Thema temporär abgeräumt wurde das einen lange beschäftigt hat. Und Mr. Market fragt sich nun etwas desorientiert, worin er sich als nächstes nun so richtig verbeissen soll. Bis Mr. Market da eine Idee entwickelt hat, sollten die Kurse eine Zeit lang richtungslos hin- und her schwingen, ein Zustand den wir schon heute beobachten konnten. Im DAX kann ich mir gut vorstellen, dass diese Seitwärtsbewegung im wesentlichen unterhalb der 7000er Marke statt findet. Auch ein Absacken bis 6800 oder sogar noch etwas darunter, wäre alles andere als unerwartet.

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir nach dieser Konsolidierung dann aber wieder nach oben durchstarten, ist nach wie vor wesentlich höher als ein grundlegender Absturz - solange die Notenbanken die Welt mit Liquidität fluten. Warten wir also nun ab und wenden uns den einzelnen Aktien zu:

Schaut man sich die Schwäche bei den einzelnen Titeln in Deutschland heute an, korrelierte diese bis auf wenige Ausnahmen mit dem entgegen gesetzten Anstieg in den Tagen zuvor. Was also vorher gut gelaufen war, wurde heute auch besonders abverkauft. Insofern gibt es heute aus Deutschland keine Aktie, bei der sich mir ein Kommentar aufdrängt.

Bei Veolia (WKN 501451) ist nun Vorsicht angebracht. Gerade in dem Moment, in dem der Restrukturierungskurs des CEOs Antoine Frerot erste Effekte zu haben scheint, könnte es zu einem Machtkampf mit seinem Vorgänger Henri Proglio kommen, der als Chef des Staatskonzerns EDF nicht nur mit dem französischen Staatspräsidenten Nikolas Sarkozy gut bekannt sein soll, sondern dem man in der Presse auch Gelüste nachsagt, eine Ehe aus EDF und Veolia herbei führen zu wollen. Zumindest laufen heute entsprechende Gerüchte durch die Presse, die sich auf den ersten Blick als durchaus vorstellbar anhören.

Ich persönlich halte von diesen politisch induzierten und riesigen Staatskonzernen gar nichts und ich denke der Kapitalmarkt sieht das ähnlich. Nach längerem Überlegen bin ich heute Abend zum Ergebnis gekommen, dass ich den Gerüchten eine hohe Wahrscheinlichkeit zubillige und habe am Abend Veolia zu ca. 9,2€ verkauft und einen kleinen Gewinn mitgenommen, da ich deutlich unter 9€ eingestiegen war. Derartig politisch begleitete Machtkämpfe sind mir einfach zu unberechenbar, als das ich mein Kapital an dieser Stelle binden möchte.

Mir ist die Entscheidung heute aber schwer gefallen, denn die Restrukturierungsgeschichte und der Turnaround von Veolia sind für mich weiterhin attraktiv, man muss das Management daran aber auch arbeiten lassen und das ist mit dem heutigen Tag fraglich geworden. Sollte sich der Nebel verziehen und der Machtkampf ausfallen, schliesse ich daher auch einen kurzfristigen Wiedereinstieg nicht aus. Ein entscheidendes Datum, an dem wir vielleicht Klarheit bekommen, sollte nun das Boardmeeting am 29.02.12 sein.

Eine Wende nach oben halte ich nun auch bei Corning (WKN 850808) für möglich. Corning ist für mich ein "Trüffel" und sehr unterschätzter Technologiekonzern und litt zuletzt unter geringen Abnahmemengen im TV Geschäft, dass Corning mit seinem bekannten und hoch robusten "Gorilla-Glas" beliefert. Corning kontrolliert zusammen mit seiner 50% Tochter "Samsung Corning Precision" mehr als die Hälfte des weltweiten Glass-Panel Marktes. Aber nicht nur mit Glas-Panels ist Corning an der technologischen Front vertreten, sondern auch im Bereich OLED, optische Kabel oder Life Science hat Corning aussichtsreiche Produkte und Technologien, auch wenn diese vom Umsatz her noch deutlich abfallen.

Falls Sie sich unter Glas so richtig nichts Innovatives vorstellen können, dann sollten Sie sich mal -> hier <- diese Videos anschauen. Sicher sind das Werbe/Marketing-Videos und insofern inhaltlich mit Vorsicht zu geniessen und diese Produkte gibt es noch nicht, es sind einfach Visionen der Zukunft. Aber es vermittelt Ihnen vielleicht eine Vorstellung davon, was Innovation im Bereich Glas bedeutet. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass "intelligentem" Glas die Zukunft gehört, so wie wir es in Filmen wie "Minority Report" schon vor 10 Jahren eindrucksvoll vorgeführt bekommen haben. Und Corning hat für mich alle Chancen, in diesen Zukunftsmärkten Marktführer zu sein.

Wenn Sie dann noch sehen, dass Corning derzeit zum Buchwert und mit einem KGV von 8-9 zu haben ist und im Chart sich nun die Chance auf eine Wende abzeichnet, dann verstehen Sie sicher, warum ich bei Corning schon seit Herbst letzten Jahres investiert bin und das für mich einer meiner "Buy and Hold" Werte ist, bei denen ich auf langfristig erhebliche Wertsteigerungen setze. Schauen Sie sich Corning einfach mal selber ganz unbefangen an.

Übrigens, da Corning nicht nur (über das Joint Venture) in Samsung Geräten steckt, sondern auch Apple beliefert, haben Sie mit ziemlicher Sicherheit schon einmal ein Glas von Corning in der Hand gehabt oder vor einem als TV gesessen. Sie haben es bisher nur nicht gewusst. Corning ist für mich das, was man einen "hidden Champion" nennt.


Source: Finviz.com

Auffällig war heute die Stärke in Gold und Silber in einem ansonsten wenig berauschenden Markt. Ich gewinne nun zunehmend den Eindruck, dass hier etwas im Gange ist und uns höhere Kurse bevorstehen, ohne dass ich das nun ursächlich argumentativ festnageln könnte. Der Anstieg über das Hoch von Anfang Februar bei ca. 1750 USD, ist für Gold und Silber auf jeden Fall ein Zeichen von Stärke. Denn schon letzten Donnerstag hatte ich ja -> hier <- an dieser Stelle auf die auffällige Wende nach oben bei den Minenaktien hingewiesen und dazu geraten, das nun genau zu beobachten. Ich habe es getan und seitdem verdichten sich die Signale. Heute, ein paar Tage später scheint die Wende vom 16.02. auch beim Preis der Edelmetalle selber eine markante Untergrenze definiert zu haben.

Insofern, mit dem 16.02. als Untergrenze im Rücken, habe ich hier mal einen Bündel an Trades gewagt, bei denen ich nur meiner "Nase" folge, denn die nimmt nun Witterung auf. Deshalb bin ich in Antizipation einer positiven Bewegung in den letzten Tagen einige Long-Positionen eingegangen. Mit den 1705 USD vom letzten Donnerstag, habe ich ja nun eine exzellente Stopmarke, mit der ich das Risiko dieses Trades "auf Verdacht" in ganz engem Rahmen halten kann. Und im Falle eines Krieges um Irans Atomprogramm, wäre Gold sicher auch nicht die schlechteste aller Anlagen.

Was die Gold- und Silber-Minen angeht, bin ich nun also Long bei Barrick Gold (WKN 870450), Iamgold (WKN 899657), Freeport McMoran (auch Kupfer) (WKN 896476), Hecla Mining (WKN 854693) und Coeur dAlene (WKN A0RNL2).

Hecla Mining hatte ich ja vor kurzem -> hier <- ausführlich vorgestellt und die Aktie zauberte mir heute aufgrund "überraschend" guter Quartalszahlen mit zeitweise 12% Plus ein breites Lächeln ins Gesicht 😉

Und auch die schon mehrfach besprochene Cameco (WKN 882017) hat mich heute erneut erfreut und legte noch einmal über 4% auf die aufgelaufenen Gewinne oben drauf. Der Preis von Uran hat aber in Anbetracht der Renaissance der Kernenergie in den USA noch jede Menge Luft nach oben, weswegen die Bewegung bei Cameco noch lange nicht beendet sein muss.

Ich wünsche einen schönen Abend !

Hari´s Märkte am Abend – 20.02.12 – Es grünt so grün …

17.45 Uhr - Handelsschluss in Deutschland

Heute mache ich es kürzer als sonst. Der Markt steigt weiter in freudiger Erwartung einer "Rettung" Griechenlands durch eine erneute Ladung Geld aus dem Steueraufkommen europäischer Bürger. Wir allen wissen, dass es keine echte Rettung sein wird, denn dazu müsste Griechenland seinen Staat und seine Organe komplett neu aufsetzen. Aber es wird zumindest erneut ein paar Monate Zeit erkaufen, Zeit in der man die anderen Länder der EU so sattelfest machen kann, dass Griechenland am Ende wirklich keine Rolle mehr spielt.

Mit der heutigen Stärke von Mr. Market hat sich auch meine Vorsicht vor dem Wochenende als unnötig erwiesen. Es grünt massiv in den Depots - auch in meinem - und wenn dann noch das Wetter draussen endlich mal etwas von Frühling zeigen würde, dann könnte dieser Rosenmontag zusammen mit dem Glück einen charakterstarken Bundespräsidenten zu bekommen, eindeutig als besonders erfreulicher Tag in die Annalen eingehen.

Ich denke allerdings auch, dass der Freudeneffekt über die nächste Geldspritze an Griechenland nun weitgehend verarbeitet ist und der Markt zwar schnell an die DAX 7000er Marke stossen kann, diese aber wohl nicht in einem Rutsch nachhaltig nehmen wird. Denn im Band etwas oberhalb 7000 Punkten liegt ein ziemlich starker Widerstand, der durch eine Unnmenge an Tiefs aus dem letzten Frühjahr / Sommer definiert ist.

Viele Marktteilnehmer sind beim Absturz im August letzten Jahrens auf diesen Niveaus unter Wasser geraten und werden nun, wenn ihre Positionen endlich wieder im Grünen sind, wahrscheinlich mit einem Verkauf liebäugeln - was es wiederum dem Markt schwer machen dürfte, diesen Bereich ohne Mühen in einem Schwung zu nehmen. So funktioniert nun einmal Widerstand und ich wäre überrascht, wenn es diesmal anders wäre. Nur den Banken traue ich nach einer konkreten Einigung in Brüssel Morgen noch einmal einen richtig guten Sprung ins Positive zu. Denn ich denke gerade für die Commerzbank, würde das eine erhebliche Erleichterung sein.

Insofern wäre ich überhaupt nicht überrascht, wenn wir nach einer positiven Griechenland-Entscheidung kurz über die 7000 schauen, nur um dann zunächst Richtung 6800 zu konsolidieren.

Wenn man etwas weiter auf die nächsten Wochen schaut, haben wir nun aber eindeutig Phase 2 einer solchen Hausse erreicht. Denn von überall her hört man nun, dass auch die Privatanleger wieder in den Markt zurück kehren und auch die Institutionellen an ihren Aktienquoten schrauben. Die Rally baut aber immer noch auf einer "Wall of Worry", einer gehörigen Portion Skepsis im Markt auf, die man als bullishes Signal werten muss. Denn es ist ja noch nicht so lange her, dass wir hier Angst hatten nachhaltig unter DAX 5000 zu fallen. Das hört sich heute wie ein Bericht aus einer anderen Welt an, liegt aber gerade einmal 4 Monate zurück - so schnell kann es gehen und so verändert sich unsere vermeintlich so "objektive" Wahrnehmung durch die Umstände.

Die "Wall of Worry" kann man auch daran erkennen, dass im Web nun schon wieder von "Übertreibung" und ähnlichem geredet wird. Das ist in meinen Augen kompletter Unfug, unter der Annahme einer halbwegs gesunden Konjunktur ist der DAX immer noch historisch günstig. Natürlich sind bestimmte technische Indikatoren nun im roten Bereich, das sind sie aber schon seit Wochen und ist für so Bullenmärkte ganz normal und kann noch weitere Wochen andauern. Und natürlich werden wir auch eine Korrektur bekommen, die die techischen Indikatoren wieder normalisiert, aber solange es nur eine begrenzte Korrektur bleibt, wird dieser Bullenmarkt dadurch nicht in Frage gestellt. Darüber hinaus kann selbstverständlich jederzeit etwas Überraschendes passieren und uns mal eben um 1000 Punkte nach unten schicken. Aber dieses Restrisiko hat man immer und obwohl immer die theoretische Gefahr besteht, dass einem der Himmel auf den Kopf fällt, steht man trotzdem aus dem Bett auf und fängt an zu leben.

Unter der Annahme, dass uns in den nächsten 2 Monaten ein Krieg um den Iran oder eine andere überraschende Katastrophe ala Fukujima erspart bleibt, glaube ich daher, dass der DAX bis April noch gut 10% Luft nach oben hat und bei diesem Momentum die 7500 gut erreichen kann. Ob es so kommt, werden wir sehen. Aber wenn man die Signale des Marktes rational betrachtet ohne sich von einem negativen Bias blenden zu lassen, kann man nur feststellen: alle Ampeln stehen objektiv auf Grün. Dieser Markt lebt von Liquidität und diese ist in Massen vorhanden.

Und glauben Sie mir, es ist wirklich ein dumme Idee sich gegen den Markt zu stellen. Man muss nicht immer alles voll mitmachen und kann auch mal an der Seitenlinie sein. Aber sich explizit gegen den Trend zu stellen - also zu shorten - ist in meinen Augen verfehlt. Denken Sie an die grossen "Helden der Chartkunst" über die ich mich erst vor gut 2 Wochen -> hier <- so aufgeregt habe. Zum Zeitpunkt des Interviews mit den Herren vor ungefähr 3 Wochen standen wir bei ca. DAX 6400. Lesen Sie deren Aussagen nochmal, das ist nun wie ein Artikel aus einem Parallel-Universum und passt durchaus zum heutigen Rosenmontag, dem Tag der Narren 😉

Damit mich keiner missversteht, natürlich können wir jederzeit wegkippen und auch ein Fukujima II kann jederzeit passieren, ebenso wie ein Krieg um den Iran. Aber wer sein Geld auf vage Vermutungen setzt, der kann nur verlieren. Alles was wir aber an harten Fakten zur Markttechnik haben sagt aber : Vorteil Bullen ! Und Korrekturen - die definitiv immer wieder kommen - sind Kaufgelegenheiten. Wenn sich die Signale des Marktes ändern, werde ich hier darüber schreiben. Und wenn Sie (zurecht) Angst vor einem Krieg um den Iran haben, dann habe ich ja mein probates Mittel dargestellt, wie ich am Aktienmarkt profitieren und trotzdem mein Depot absichern kann: Ölaktien ! Abgesehen davon, hindert uns niemand daran, unsere Gewinne nun mit Stops unter 6800 abzusichern.

Kommentare zu einzelnen Aktien gibt es heute nicht. Dafür einen Link zu einem Thema, dass durchaus das Potential hat die Hausse in Gold weiter zu befeuern. Lesen Sie -> hier <- zu Singapurs Plänen. Denn mit so günstigen Handelsmöglichkeiten ist es wie mit einer neuen Autobahn: eine neue Autobahn erzeugt auch neuen Verkehr, der vorher gar nicht dagewesen ist.

Hoffen wir nun, dass unsere Finanzminister heute Abend in Sachen "G" den Markt nicht nach Handelsschluss enttäuschen. Denn wenn das passiert, haben wir nun doch einiges an Enttäuschungs- und damit Korrektur-Potential aufgesammelt, das sich Morgen in Form eines GAPs nach unten entladen würde.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Abend !

Ich freue mich sehr …..

... dass wir mit Joachim Gauck einen Bundespräsidenten bekommen, der nicht nur wirklich unabhängig ist, sondern der vor allem den Wert der individuellen Freiheit zu schätzen weiss.

Joachim Gauck ist ein liberal denkender Mensch mit Bodenhaftung und klaren bürgerlichen Werten, für die er auch öffentlich einsteht. So einen brauchen wir an der Spitze unseres Staates.

Ich freue mich heute Morgen sehr und wollte Ihnen meine Freude nicht vorenthalten .....

Hari´s Märkte am Abend – 17.02.12 – Wochenabschluss – Rosenmontag und das grosse G

22 Uhr Handelsschluss - Ausklang einer sehr bewegten Woche an den Börsen.

Eigentlich ein toller Tag für alle, die wie ich den Markt eher bullish sehen. Aber das war fies von Mr. Market. Richtig fies. Ein bischen Ausbruch bis DAX 6870 - aber nur ein bischen um dann mit DAX 6848 zu schliessen - damit man sich nun bei gar nichts richtig sicher sein kann.

Denn der DAX selber hatte schon volle Fahrt Richtung 7000 aufgenommen. Nur kam von den Amerikaner nichts. Die hingen um die 1360 im S&P500 herum. Und so konnte auch der DAX nicht mehr nachlegen, obwohl er eigentlich wollte. Ich bin bei diesen Ausbrüchen immer etwas zögerlich und warte lange ab, bis ich mir sicher bin, dass es nach oben durchläuft. Denn ich habe schon zu viele Fehlsignale erlebt, die nur dazu dienten, die Marktteilnehmer abzufischen, die dem vermeintlichen Ausbruch hinterher rannten. So hatte ich auch heute um die DAX 6850 herum immer noch die Hände unter dem Hintern.

Aber auch ich war knapp davor nachzulegen. Aber noch habe ich es nicht getan und bin unverändert nur mit halber Kraft Long positioniert. Formal sind wir nun aus der gestern gezeichneten Konsolidierung ausgebrochen und nachbörslich hatten wir erneut leichte Stärke. Von Schwäche keine Spur. Auch im S&P 500 liegen wir nun über der Konsolidierungszone - also eigentlich alles in Butter mit dem Ausbruch, oder ?

Aber ich bin noch nicht endgültig überzeugt, dafür haben wir uns heute nicht dynamisch genug von der Konsolidierungszone weg bewegt. Ob meine Passivität heute nun gut war, oder mich nun kurzfristig für einen Tag additive Gewinne kostet, wird erst der Montag zeigen. Das war heute mal wieder so eine Situation, bei der auch ich mir unsicher bin.

Grund für den mangelnden Enthusiasmus der Wallstreet war wohl der US Feiertag "Presidents Day" am Montag. Vor diesem langen Wochenende wollte sich niemand mehr so richtig positionieren. Und letztlich kein Wunder, denn da ist doch wieder diese vermaledeite Sache mit dem grossen "G" - wie könnte es auch anders sein, es würde uns ansonsten doch auch viel zu gut gehen.

Wohl niemand möchte dieses verfluchte Thema noch hören, aber wir haben keine Wahl. Denn "G" wie "Grausig" oder "Gewürge" oder eben "Griechenland" steht am Montag wieder an. Und zwar genau am Rosenmontag, an einem Tag an dem auch noch die Amerikaner zufällig Feiertag haben und rund um die Frankfurter Börse die Jecken rumhopsen. Na Bravo, das wird was werden - Helau, Alaaf oder was auch immer kann ich da nur sagen 😉 Eine innere Stimme sagt mir, dass wir am Montag von Mr. Market alle eine Narrenkappe aufgesetzt bekommen.....

Denn wenn man den US amerikanischen Medien und Bloggern folgt, dann merkt man schon, dass es da an grundlegendem Verständnis für die konsens-orientierten, komplexen europäischen Abläufe fehlt. Ist ja auch kein Wunder, selbst wir reiben uns ja über Brüssel die Augen und die Amerikaner kennen halt nichts anderes als einen Staat mit einem mächtigen Präsidenten an der Spitze, der einfach das rote Telefon nehmen könnte um die Welt in die Steinzeit zurück schicken. Das Gewürge in Brüssel läuft da halt ganz anders ab.

Und die Meinung auf der anderen Seite des Atlantiks scheint nun zu sein: Griechenland wird sowieso gerettet. Genau diese Sicht wurde gestern bzw. heute bei dem halben Ausbruch in den Markt eingearbeitet. Nur ich erlebe die Signale aus Brüssel leider nicht ganz so eindeutig und ich sehe eine nicht zu kleine Wahrscheinlichkeit, dass man Griechenland schon fallen gelassen hat und nur noch auf Zeit spielt. Sollte das der Fall sein, würde auch der Montag kein Ergebnis bringen, sondern die Entscheidung würde dann auf März verschoben usw. usw. Solange bis die Griechen endlich von alleine den Exit vollziehen, womit niemand sich als "Rauswerfer aus Europa" beschimpfen lassen muss.

Und das ist mein grosses Problem heute bei der Einschätzung, denn für diesen Fall hätten wir möglicherweise nun einiges Überraschungs- bzw Enttäuschungspotential im Markt - nachdem wir heute die Rettung schon etwas verfrüht gefeiert haben. Ich tue mich sehr schwer bei der Frage, ob dieses Downside wirklich noch da ist, oder ob der Markt auch eine richtige Pleite schon verarbeitet hat. Aber ich tendiere zur Sicht, dass die richtige Pleite die Märkte doch noch einmal kurz durchschütteln würde.

Und das, zusammen mit der "Bombe" Iran über unseren Köpfen, ist der einzige Wehrmutstropfen, der mich nun davon abhält voller Überzeugung Kursziele von DAX 7500 oder sogar mehr auszufen. Denn ansonsten könnte es im Markt kaum besser aussehen als derzeit und die Bullen haben eindeutig die volle Kontrolle.

Mich würde interessieren welches "G"-Szenario nach Ihrer Ansicht nun schon im Markt verarbeitet ist und welches eben noch nicht. Denn gerade die Letzteren sind es ja, die die Kurse massiv bewegen.

Was einzelne Aktien angeht, wurden heute wenig überraschend genau die Aktien am stärksten gekauft, die gestern am stärksten verprügelt wurden - so zum Beispiel der Stahlsektor. Interessant ist aber auch zu sehen, wie Salzgitter (WKN 620200) und Klöckner (KC0100) mit dem ganzen Stahl-Sektor mit 3% bzw. 6% nach oben schiessen, während ThyssenKrupp (WKN 750000) sogar im Minus vor sich hin dümpelt. Wer den Grund verstehen will, der sollte meinen Artikel "Vom Donnerhall zum Anlagenbauer" nicht übersehen. Denn ThyssenKrupp=Stahl ist eine Gleichung, die möglicherweise nicht mehr lange Bestand hat.

Im LED Sektor geht es nach den Nachrichten aus China zur LED Förderung nun massiv aufwärts, der Marktführer CREE (WKN 891466) stieg gestern fast 8% und Aixtron (WKN A0WMPJ) schaffte heute mit ebenso 8% Plus den Ausbruch über die Zone um 12,6€. Mein fundamentale Sicht auf das Thema LED hatte ich zuletzt vorgestern hier erläutert und ich rechne mittelfristig eher damit, dass der Preisdruck durch die Förderung sogar steigt, weil das den Wettbewerb weiter anheizt und neue Marktteilnehmer in Spiel holt. Aber rein von der Markttechnik her, ist nun bei Aixtron kurzfristig viel, viel Luft nach oben und wer in der Lage ist schnell am Markt zu agieren, könnte diese Bewegung nun mitgehen. Ein sinnvoller kurzfristiger Stop bei Aixtron läge für mich unter dem Tief vom 14.02. bei ca. 11,4€. Wer ganz eng absichern will - dann natürlich mit dem grösseren Risiko dumm ausgestoppt zu werden - könnte auch das Tief von gestern bei 12,1€ als Stopmarke ins Auge fassen.

Sehr stark ist auch erneut die hier schon erwähnte DIC Asset (WKN 509840) mit heute 6% Plus. Auch dieses Immobilienunternehmen hat in meinen Augen noch einige Luft nach oben, um mit der Marktkapitalisierung überhaupt erst wieder den Nettoinventarwert der Immobilien zu erreichen.

Auffällig ist auch, wie seit Tagen der US Shale-Gas Pionier Chesapeake Energy (WKN 85725) steigt, heute wieder um 4%. Ursache sind wohl die diversen Produktionsreduktionen, mit denen man versucht dem Verfall des Gaspreises aufgrund Überangebot entgegen zu wirken, verbunden mit nun kälterem Winterwetter auch in den US. Und der Markt scheint von höheren Gaspreisen überzeugt zu sein, wie man dem Chart gut entnehmen kann:


Source: Finviz.com

Sollte sich die Tendenz höherer Gaspreise bewahrheiten, dürfte auch bald der Kohlepreis und damit die Kohleförderer wie Arch Coal (WKN 908011) profitieren, die ja im Moment ziemlich ausgebombt am Boden liegen.

So weit zu aktuellen Aktienbewegungen. Nun zum Wochenende noch ein Aktientip für einen längeren Anlagehorizont. Wenn Sie sich für Versorger interessieren, schauen Sie sich doch mal die österreichische Verbund AG (WKN 877738) an. Sie kennen vielleicht schon aus dem Urlaub die riesigen Wasserkraftwerke und Stauseen in den österreichischen Alpen, wenn ja kennen Sie auch ohne es zu wissen die Verbund AG. Denn Verbund produziert Strom fast ausschliesslich aus Wasserkraft. Und wenn in Süddeutschland mal nach der "Energiewende" der Strom knapp wird, dann wird auch auf Kraftwerkskapazität von Verbund zurück gegriffen.

Jetzt ist ein Stromversorger sicher keine Aktie, bei der man eine schnelle Verdoppelung erwarten kann, aber zweistellige Kursgewinne und saubere 3% Dividendenrendite sind bei Verbund auch drin. Und das Schöne ist, dass der Kurs von Verbund durch Abgaben im letzten Jahr noch gedrückt ist. Denn der starke Kursrückgang hatte nach meiner Erkenntnis nichts mit operativen Problemen des Unternehmens zu tun, sondern nur damit, dass der österreichische Staat mit 51% Hautpaktionär ist und dieser steht und stand ja auch im Feuer von Herabstufung etc. Abgesehen davon waren ja die Strompreise generell unter Druck, was sicher auch seinen Einfluss auf die Kursentwicklung hatte.

Die deutsche "Energiewende" führt nun aber zur Knappheit von Strom, weswegen weiter steigende Preise an den Strommärkten wahrscheinlich sind. Und der Chart der Aktie sieht sehr vielversprechend aus. Im Gegensatz zu den deutschen Versorgern ist bei Verbund auch das Geschäftsmodell völlig intakt. Wer also auch mal was nach dem Motto "Buy and Hold" im Depot haben möchte, für den könnte die Verbund AG ja mal einen Blick wert sein. Denn weniger inhärente Risiken als bei einem Stromversorger im Staatsbesitz, der seine Geschäfte fast ausschliesslich mit der vergleichsweise umweltfreundlichen und risikoarmen Wasserkraft macht, wird man bei einer Aktie nach meiner Ansicht wohl schwerlich finden.

Falls Sie sich für Verbund interessieren, sollten Sie den Titel am besten direkt in Wien kaufen - vorausgesetzt Ihre Bank bietet für Wien erträgliche Gebühren. Denn dort ist Verbund mit Abstand am liquidesten.

So weit für heute Abend. Der kommende Montag dürfte auf jeden Fall spannend werden. Hinzu kommt, dass wegen des "Presidents Day" das Handelsvolumen im DAX eher gering sein dürfte. Was die Situation nicht besser macht, sondern das Risiko erheblicher Bewegungen wegen des grossen "G" verschärft.

"Hari´s Märkte am Abend" erscheinen kommenden Montag wesentlich früher, schon nach dem deutschen Handelsschluss. Mal schauen wen Mr. Market am Montag zum Narren macht ...

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Hari´s Märkte am Abend – 16.02.12 – Konsolidierung dauert an – Itron hebt ab

22 Uhr Handelsschluss

Ein sehr spannender Tag im Markt, zu dem es vieles zu sagen gibt ! Deshalb wird dieser Artikel heute etwas länger 🙂

Heute konnten wir erleben, wie wichtig es ist, sich an die einmal gesetzten Regeln zu halten. Denn wir sind immer noch in der Konsolidierungszone, die ich -> hier <- vor zwei Tagen skizziert hatte.

Gestern haben wir die obere Begrenzung bei ca. DAX 6830 getestet und es gab einige die zu früh versuchten den Ausbruch zu traden und dann böse rasiert wurden, als der Ausbruch scheiterte. Heute haben wir im frühen Handel bei DAX 6650 die untere Begrenzung getestet und hatten das gleiche Bild: wer zu früh Short gegangen war, fand sich kurz danach auf der Verlierseite wieder. Ich kann daher nur noch einmal unterstreichen, wie wichtig es an solchen Marken ist, nicht zu versuchen die Bewegung zu erahnen. Man sollte nach meiner Erfahrung lieber auf ein oder zwei Prozent verzichten um dafür ganz sicher zu sein, dass der Kurs wirklich nach oben oder unten ausbricht und eine nachhaltige Bewegung eingesetzt hat.

Für Sie habe ich im Chart des DAX von 18 Uhr die Konsolidierungszone noch einmal deutlich heraus gearbeitet. Nach unten ist die Begrenzung bei DAX 6650 eindeutig. Nach oben kann man darüber lange diskutieren wo man die Linie genau zieht. Ich persönlich schneide gerne die "Fahnen" ab, weswegen ich eher auf DAX 6830 komme. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte aber lieber abwarten bis DAX 6850 wirklich nachhaltig hinter uns liegt.

In Summe sprechen solche Konsolidierungen aber eher dafür, dass der Markt nach einiger Zeit die alte Bewegung wieder aufnimmt, sprich hier nach oben weiterläuft. Ausnahme von der Regel sind klassische Top-Bildungen mit Wechsel der Aktien von den "starken" in die "schwachen" Hände, die erst spät nachrücken und dann gerne von Mr. Market auf dem falschen Fuss erwischt werden.

Eine wichtige Beobachtung ist aber heute früh bestätigt worden: der Markt hat (zumindest temporär) seinen Charakter geändert und die unerbittliche Bewegung, die uns über Wochen nach oben getrieben hat, ist erst einmal vorbei.

Das bedeutet aber nicht, das der mittelfristige Bulle vorbei ist, bitte interpretieren Sie in den Satz oben nichts Falsches hinein ! Es bedeutet nur, dass wir nun wieder in einem "normalen" Markt sind, in dem eine Aufwärtsbewegung von Korrekturen und Seitwärtskonsolidierungen unterbrochen ist und in dem es hin und her geht. Die letzten Wochen seit Anfang Januar war das aber anders, da gab es auf der gesamten Strecke keine einzige nennenswerte Konsolidierung, da war der "Runaway-Move" voll intakt. Ob er nun zu Ende ist oder nur eine Verschnaufpause einlegt, wird die Zukunft zeigen.

Das gleiche Bild des DAX, diesmal aber im grösseren Chart über Monate, offenbart die beeindruckende Bewegung seit Mitte Dezember und den aktuellen Trendbruch eindeutig. Die Konsolidierungszone von oben habe ich erneut eingezeichnet. Was wir aber auch sehen ist, dass wir mit der starken Bewegung von heute Nachmittag/Abend die Chance haben, wieder in den Aufwärtstrend zurück zu kehren. Denn im späten Handel an der Wallstreet haben wir uns wieder ganz nach oben an die obere Grenze der Konsolidierungszone geschoben und der DAX Future hat nahe 6800 geschlossen. Sollte das passieren, wäre das ein sehr bullishes Signal !

Für Morgen kann ich aber hier nur unterstreichen, was ich vor 2 Tagen schon sagte: es ist völlig offen wann und ob wir diese Konsolidierungszone nach oben oder unten verlassen - auch wenn ich die Bullen nach wie vor im Vorteil sehe und der Markt heute im späten Handel einen bullishen Ausbruch vorzubereiten scheint. Nach oben würden wir wohl schnell die DAX 7000 durchschlagen. Und nach unten wäre für mich oberhalb DAX 6400 die erste Auffangzone.

Und noch etwas kann man am Beispiel des heutigen Tages wunderbar heraus arbeiten, eine Lehre für alle, die Markttechnik für Unfug halten: War es Zufall, dass der DAX heute exakt auf 6650 wie von Zauberhand gedreht hat ? Nein, war es nicht ! Interessiert sich der DAX also für solche Marken ? Nein tut er auch nicht ! 😉 Aber die Menschen und vor allem seit neuestem die Algos interessieren sich dafür. Und weil diese Ausbruchszonen beachtet und gehandelt werden, verhält sich auch der Markt so. Man mag das Massensuggestion nennen und da ist durchaus was dran, aber wenn der Markt da dreht, dann ist die Bewegung halt sehr real, ebenso wie der Gewinn und Verlust im Portemonnaie. Man tut also gut daran diese Marken zu beachten.

In diesem Zusammenhang will ich auch mit einem weit verbreiteten Missverständnis aufräumen. Da diese Verhaltensmuster ja von der Psychologie der Menschen getrieben werden, könnte man ja annehmen, dass diese Muster in der Zeit der Algos schwächer werden. Das Gegenteil ist aber der Fall und wenn man überlegt, ist es auch ganz logisch. Diese automatischen Algorithmen mit denen der Computer handelt, werden ja (noch) von Menschen programmiert und diese programmieren die Algos derzeit so, dass diese genau die klassischen Chartmuster handeln. Das verstärkt die Muster, weil auch viele Algos Unterstützungszonen fröhlich kaufen und Widerstandszonen fröhlich verkaufen. Das macht die Muster im Moment berechenbarer, wird sich aber wieder ändern, wenn die Intelligenz der Algorithmen steigt. So schafft sich der Markt halt seine eigene Wirklichkeit, in einer verquirrlten Mischung von Hoffnungen, Ängsten, mathematischer Logik und fundamentalen Daten und Fakten.

Meine grundsätzlich und mittelfristig positive Marktsicht hat mich heute früh aber veranlasst, in die Schwäche des Marktes hinein meine Long-Positionen bei Daimler (WKN 710000), Continental (WKN 543900), Repsol (WKN 876845), Cameco (WKN 882017) und Freeport McMoran (WKN 896476) aufzustocken. Denn in einer Konsolidierung kauft man die Unterstützung - so lange bis man es nicht mehr tut und die Reissleine zieht. Ich bin in Summe weiterhin verhalten Long aufgestellt und habe meine Reissleine ganz fest in der Hand. 😉

Die Bewegungen bei deutschen Einzelaktien waren heute überwiegend so, wie man es in so einem Markt auch erwarten würde. Die klassischen Industrietitel waren am stärksten von der Schwäche am Morgen betroffen, darunter auch die Rheinmetall (WKN 703000), zu der ich mich ja -> hier <- geäusserte hatte und dem ich auch nichts hinzu zu fügen habe. Insofern erübrigt sich heute die Diskussion einzelner Aktien des deutschen Marktes.

Bemerkenswert waren heute zwei US Technologieaktien, auf die ich Sie hier schon hingewiesen hatte.

Itron (WKN 888379) stieg heute nach guten Zahlen, einem neuen Auftrag und diversen Hochstufungen von Analysten um zeitweise sensationelle 24% , am Handelsschluss waren immer noch 20% Plus übrig. Das ist ein Turnaround aus dem Bilderbuch und ich erinnere in diesem Zusammenhang an meinen Artikel -> hier <- vom 06. Dezember letzten Jahres, sowie viele weitere Erwähnungen.

Man sieht daran wieder, wie wichtig ein fähiges Management ist, der gute alte LeRoy Nosbaum kann es halt einfach. So einen Tag nennt man im amerikanischen einen "Recognition Day" - auf Deutsch irgendwas wie "Tag der Erkenntnis" - an dem der breite Markt plötzlich merkt, was in einer Aktie los ist. Das löst solche Bewegungen aus.

Gehe Sie also davon aus, dass die Aktie demnächst auch in den diversen populären Anlegermagazinen vermehrt auftaucht und als "Geheimtip" von diversen Börsenbriefen gegen Geld verkauft wird. Ich bin weiter positiv zur Aktie gestimmt, habe aber nach diesem Anstieg nun erst einmal die Hälfte der Gewinne mitgenommen. Denn "Gier ist gut" wie Gordon Gekko ja trefflich bemerkte, aber wie er auch letztlich feststellte, sollte man es mit der Gier in Anbetracht eines solchen Tagesgewinnes auch nicht übertreiben 😉 Und ein Rücksetzer um einige Prozent wäre nach einer solchen Tagesbewegung nur normal.

Und auch Tesla Motors (WKN A1CX3T) lieferte gestern gute Zahlen und einen positiven Ausblick auf den anstehenden Produktionsstart beim Modell S. Tesla ist nun 10% im Plus, seit ich den Artikel -> hier <- vor 3 Tagen veröffentlich hatte. Das ist aber nicht so bedeutend, sondern eher die Tatsache, das Tesla nun kurz davor ist, das Doppelhoch von November/Dezember bei ungefähr 35 USD erneut zu testen und da würde ich nun genau hinschauen was passiert !

Übel sah heute zweitweise Gold und Silber aus, bevor es sich einigermassen erholte, fragen Sie mich bitte nicht warum. Die Edelmetalle haben seit einigen Wochen eine klare Richtung verloren und schwimmen ohne für mich erkennbare Struktur hin und her, einen Tag hoch, einen Tag runter. Sobald ich wieder eine klare Tendenz sehe, werde ich mich dazu äussern. Solche Phasen gibt es am Markt halt einfach und man sollte in diesen Phasen geduldig sein, die Hände still halten und auf keinen Fall Schatten jagen, die einen von den wichtigen Bewegungen in anderen Bereichen ablenken. Mittel- und langfristig hat sich an meiner positiven Sicht auf die Edelmetalle nichts geändert.

Im Gegensatz zur Schwäche der Edelmetalle selber, war heute aber auffällig, wie die Gold- und Silber-Minen im Laufe des Handelstages nach oben geschossen sind. Der "HUI" (NYSE ARCA Gold Bugs Index) hat sich Intraday um 4% nach oben bewegt, von -1,5% bei Eröffnung bis +2,7% bei Handelsschluss. Ob das mehr ist als ein zwangsläufiger Bounce nach der Schwäche der letzten Tage, vermag ich noch nicht zu sagen. Aber Aufmerksamkeit kann hier nicht schaden, denn wenn die Minen sich temporär vom Goldpreis entkoppeln sollten, hätten diese noch ein Menge aufzuholen und würden vor erheblichen Gewinnen stehen.

Ich wünsche einen schönen Abend !

Hari´s Märkte am Abend – 15.02.12 – Aixtron, Juniper Networks, Apple

22 Uhr Handelsschluss.

Nichts Neues von Mr. Market. Der Markt ist weiter in der gestern genannten Konsolidierungszone gefangen und hat heute deren oberen Rand getestet, wurde aber abgewiesen. Insofern gibt es auch nichts Neues zu sagen, im Zweifel schauen Sie zur Marktbewertung bitte noch einmal in "Hari´s Märkte am Abend" von Gestern dem 14.02.12.

Klar wurde heute auch endgültig, dass Griechenland keinen mehr interessiert, selbst die erneute Verschiebung der Entscheidung auf Montag, die noch letzten November bei dem zittrigen Mr. Market für 4% Minus gesorgt hätte, war heute nicht mal mehr ein Schulterzucken wert. Das Wort "Griechenland" will langsam niemand mehr hören und wer will es den Marktteilnehmer verdenken, mir geht es ja nicht anders. Und eigentlich ist dieses 11 Millionen Land ohne relevante Industrie auch wirklich unbedeutend für die Börsenwelt.

Bei mir verfestigt sich aber mehr und mehr der Eindruck, dass eine Pleite Griechenlands in bestimmten Hauptstädten Europas nun mehr und mehr gewollt wird und das das was wir erleben, nur der Versuch ist, den schwarzen Peter als Verursacher nicht abzubekommen. Insbesondere Deutschland darf auf keinen Fall als "Rausschmeisser" dastehen, was das sprachliche Rumeiern und einige Widersprüche in der Kommunikation unseres Finanzministers und unserer Kanzlerin vielleicht erklärt.

Denn ich bin sicher, dass die beiden loyal zusammen arbeiten und einem gemeinsamen Schlachtplan folgen und werte daher die aus Verhandlungen kolportierten Äusserungen Schäubles als authentischer, als die salbungsvollen Reden voller "Solidarität", die unsere Kanzlerin halt immer mal wieder halten muss. Sollte diese Vermutung richtig sein und man Griechenland nun solange vor sich her treiben bis es von alleine ausscheert, gibt es wahrscheinlich ein zwar kurzfristiges, aber doch signifikantes negatives Überraschungspotential für den Markt. Denn mein Eindruck ist, dass Mr. Market nun gelassen darauf setzt, dass Griechenland so oder so "gerettet" wird. Aber selbst für diesen Fall der Pleite denke ich, dass der Markt nach einem ersten Schreck schnell merken wird, dass man nun überall genügend Zeit hatte, sich darauf vorzubereiten und die Auswirkungen daher beschränkt bleiben.

Unabhängig davon wie man über unseren Finanzminister als Politiker denkt - und ich habe da auch ein paar Dinge zu kritisieren - möchte ich in diesem Zusammenhang hier einmal meiner Bewunderung dafür Ausdruck geben, mit welcher Selbstverständlichkeit Herr Schäuble diesen Höllenjob ausführt. Er setzt damit ein herausragendes Beispiel für die Integration von Behinderten in den Berufsalltag und das gerade deshalb, weil niemand mehr daran denkt, dass der Mann ja gelähmt ist. Denn das ist für Behinderte der optimale Zustand: sich voll akzeptiert in der Arbeitswelt zu bewegen, ohne dass die Behinderung permanentes Thema ist. In Anbetracht von Schäubles Vorbild ist es um so unverständlicher, wenn Firmen rein körperlich Behinderte auch auf solche Jobs nicht einstellen, deren Erfolg von der Hirnleistung des Mitarbeiters und nicht von körperlichen Fähigkeiten abhängen.

Zurück zu einzelnen Aktien.

Zu Rheinmetall (WKN 703000) habe ich mich ja hier -> hier <- schon ausführlich geäussert.

Bemerkenswert war heute auch Aixtron (WKN A0WMPJ), die aufgrund guter Nachrichten zur chinesischen Förderung des LED Marktes abhoben und nun massiv mit dem Ausbruch bei ca. 12,6€ kämpfen. Zur Aktie selber habe ich mich vor kurzem geäussert. Die Aussicht auf chinesische Subventionen um die LED Produktionskosten zu senken hilft natürlich Aixtron kurzfristig, weil man von mehr Produktion auch auf mehr Aufträge für die Anlagen von Aixtron schliessen kann. Mittelfristig pusht damit China aber vor allem die eigenen Unternehmen und ich würde mich nicht wundern, wenn analog zum Solarsektor sich auch eine Aixtron bald chinesischen Mitbewerbern gegenüber sieht, die ähnliche Produktionsanlagen zu geringeren Preisen in den Markt drücken. Aus charttechnischer Sicht kann man Aixtron also sicher kurzfristig "Long" spielen, wenn der Ausbruch gelingen sollte. Mittelfristig und fundamental bleiben für mich die Fragezeichen aber auf der Tagesordnung.

Erneut möcht ich Ihr Augenmerk auch auf den hier schon mehrfach erwähnten US Netzwerksektor richten, der von anziehenden Ausrüstungsinvestition deutlich profitieren würde. Juniper Networks (WKN 923889) war nach positiven Analystenkommentaren zur Investitionsneigung des Telekom-Riesen AT&T heute zeitweise bis zu 10% im Plus ! Auch der Branchenriese Cisco (WKN 878841) hatte zuletzt gute Zahlen geliefert, ist aber auch schon sehr gut gelaufen. Das sieht sehr vielversprechend für den Sektor aus und deutet darauf hin, dass die lange Talsohle dieser Aktien sich nun dem Ende zu neigen könnte.

Zum Abschluss möchte ich mit Ihnen einen Blick auf einen der beeindruckendsten "Runaway-Moves" der letzten Zeit werfen :
Apple (WKN 865985).

Schauen Sie sich mal diesen Chart an:


Source: Finviz.com

Da bleibt Ihnen auch die Spucke weg oder ? Apple wird nun vom Markt mit sage und schreibe fast 500 Milliarden USD bewertet ! Und erinnern Sie sich, was der Konsens bei Apple noch vor ein paar Monaten war ? Wenn Steve Jobs stirbt, bricht der Apple Kurs zusammen !

Und das ist also das Ergebnis, eindeutig wieder der "Weg des maximalen Schmerzes", den Mr. Market hier verfolgt. Erneut bestätigt sich also der Konsens der Massen als klarer Kontraindikator. Und die erste Regel die ich Ihnen zu solchen Bewegungen nannte wird auch bestätigt: diese Bewegungen dauern länger als man sich vorstellen kann !

Ich weiss, wie sehr es jetzt in den Finger juckt diese Aktie zu shorten. Und richtig, irgendwann wird es einen massiven Rücksetzer, wenn nicht Crash geben, denn diese Bewegung kann die Aktie nicht dauerhaft durchhalten. Selbst wenn man an eine Weiterführung des Erfolges von Apple glaubt, muss der Kurs wohl irgendwann zum langfristigen Aufwärtstrend zurück kommen, der im Moment grob bei ca. 400 USD liegen dürfte. Das Problem ist aber das "irgendwann", denn auch wenn es sich irreal anhört, das kann auch noch ein paar Wochen so weiter gehen. Oder es crashed Morgen schon, denn Intraday hat Apple unter hohem Volumen von dem Hoch auf dem Chart bei 523 USD nun schon wieder auf unter 500 USD abgegeben. Aber auch wenn das nach dem Top riecht, der Zeitpunkt ist aber trotzdem nicht sicher vorhersehbar ! Und wenn Sie schon heute Apple shorten würden, könnte es Ihnen passieren, das der Markt noch weit länger irreal ist, als es Ihr Depot aushält.

Deswegen ist es nach meiner Erfahrung bei solchen Titeln auch nicht die richtige Strategie sich gegen die Bewegung zu stellen, egal wie überzeugend und verlockend das aussieht. Besser wartet man den ersten Einschlag ab, der eindeutig zeigt, dass der parabolische Anstieg am Ende angekommen ist. Dann hat man zwar ein paar Prozent verpasst, dann ist aber eher der richtige Zeitpunkt für Puts !

Und selbst dann ist es in meinen Augen fraglich, ob man eine Apple unbedingt shorten sollte. Denn gute Shorts laufen gegen Gurken-Aktien mit unfähigem Management, denen das Geschäftsmodell wegbröselt - ich will da jetzt keine Namen nennen um keinem Vorstand gegen das Schienbein zu treten, aber wer meinen Artikeln länger folgt kann sich vorstellen, was ich da so im Sinn habe 😉 Aber Apple ist einfach ein superbes Unternehmen mit einem ebenso grossartigen Geschäftsmodell. Wenn man da den Ein- und Ausstieg eines Shorts nicht perfekt hinbekommt, wird man garantiert vom Markt einen Kopf kürzer gemacht !

Schauen Sie sich im Zweifel noch einmal in -> diesem <- Artikel den Ablauf bei Silber in 2011 an, da haben Sie ein Muster was auch bei Apple irgendwann mal passieren könnte. Aber beachten Sie bitte unbedingt das wichtige Wörtchen "irgendwann" 😉

Ich wünsche einen schönen Abend !

Rheinmetall, iRobot und der Iran

Der Markt hat ja eigentlich immmer recht, aber keine Regel ohne Ausnahme und eine solche Ausnahme sehe ich persönlich gerade bei Rheinmetall (WKN 703000). Heute ist Rheinmetall wieder recht schwach und wenn man sich den Chart anschaut, dann hat Rheinmetall gegenüber anderen Industrie-Konzernen noch eine Menge nachzuholen. Grund der Unterperformance ist offensichtlich, dass der Markt Sorgen davor hat, dass die ganzen Sparmassnahmen in den Staaten der westlichen Welt zu geringeren Rüstungsausgaben führen. Völlig verfehlt ist der Gedanke sicher nicht, aber in meinen Augen doch übertrieben.

Denn erstens ist Rheinmetall weltweit aktiv und hat gerade im Nahen Osten eine Menge Chancen, der in Anbetracht der aggressiven Politik des Irans gerade vor einer gewaltigen Rüstungsspirale steht. Zweitens haben Schulden die Staaten noch nie gehindert für Rüstung Geld auszugeben, das völlig überrüstete Griechenland ist da so ein klassisches Beispiel. Drittens sind Radfahrzeuge und leichte Panzer wie die von Rheinmetall nicht nur im Militär, sondern in vielen Ländern auch bei der Polizei im Einsatz, Uno-Truppen eingeschlossen und derartige Einsätze werden eher steigen. Und last but not least ist Rheinmetall in seinem zweiten Geschäftssegment ein normaler Automobilzulieferer, mit der Option mit diesem Geschäft sogar an die Börse zu gehen.

Alles in allem genügend Argumente, warum ich Rheinmetall bei 43€ immer noch für einen Kauf halte. Kurzfristig kann die Aktie natürlich auch mal eben um 5% fallen, aber mittelfristig bin ich sehr zuversichtlich das wir wieder Kurse über 50€, wenn nicht 60€ sehen. Zu guter Letzt ist Rheinmetall im Depot sicher auch eine ganz gute Absicherung gegen einen Irankrieg, denn der Titel sollte im Falle des Falles sehr stabil bleiben, möglicherweise sogar steigen. Ich bin deswegen schon länger bei Rheinmetall investiert.

Apropos Iran und die Strasse von Hormus, was ich -> hier <- ja schon am 18. November letzten Jahres in einem eigenen Artikel thematisiert hatte als daran noch niemand glauben wollte, schiebt sich nun in einem klassischen Eskalationsablauf unerbittlich Richtung Krieg. Wenn nicht ein Wunder passiert - und an Wunder glaube ich nicht - wird Iran nicht nachgeben. Und Israel wird nach meiner Erwartung angreifen, weil sich Israel der stillschweigenden Sympathie der meisten arabischen Staaten sicher sein kann und ein Angriff bei allen Risiken immer noch das kleinere aller Übel ist.

Denn über die Satelliten wie die Hisbollah befindet sich Israel doch heute schon defacto im Krieg mit Iran. Ich sehe nur einen internen Umsturz im Iran als einzige Hoffnung, mit dem die Kleriker die Riege um Ahmadinedschad absetzen, mit der sie nach dem was aus dem Land dringt sowieso schon einen internen Machtkampf austragen. Gut für den Frieden wäre es, denn der Iran des Klerus ist eher nach innen gekehrt, der Iran Ahmadinedschads aber aggressiv mit Machtanspruch im Nahen Osten. Wetten würde ich auf dieses "Wunder" aber nicht, so sehr ich mir das für die Welt und all die Menschen wünsche, die bei einem derartigen Konflikt verletzt oder getötet würden.

Die mittel- und langfristigen Folgen eines solchen Angriffs kann niemand seriös abschätzen, das hängt schlicht vom Verlauf ab. Aber kurzfristig ist für uns Anleger klar, dass die Börsen weltweit massiv abstürzen werden. "Gewinner" werden ein paar Rüstungsfirmen, aber vor allem der Ölpreis sein. Und daher möchte ich Sie hier noch einmal daran erinnern, wie sinnvoll ich es finde im Moment Ölkonzerne im Depot zu haben, die genau nicht im Nahen Osten, sondern in politisch weit entfernten Regionen aktiv sind. Vier Namen fallen mir da sogleich ein, die kanadische Suncor (WKN A0NJU2) mit ihren Ölsanden, die norwegische Statoil (WKN 675213) mit ihrem Nordseeöl, die spanische Repsol (WKN 876845) mit ihren Ölfunden in Argentinien - die übrigens im Moment auch vom Chart her attraktiv aussieht und zum Schluss der brasilianische Staatskonzern Petrobas (WKN 899019 für die Vorzüge) mit seinen riesigen Vorkommen im Atlantik. Leider ist die Petrobas-Aktie in Deutschland sehr illiquide.

Wichtig ist auch zu verstehen, dass ein Iran-Konflikt deshalb das Potential hat den Markt massiv zu bewegen, weil Mr. Market die Risiken derzeit noch ignoriert und nach dem Motto "alles nur Gerede" mit den Schultern zuckt. Man merkt das Risiko etwas beim starken Ölpreis, das war es dann aber auch schon. Sobald sich das ändert und Mr. Market plötzlich eine Problemwahrnehmung entwickelt, werden sich die Kurse massiv in Bewegung setzen und dazu ist nicht einmal ein echter Angriff notwendig - es reicht die Erwartung, dass es zu einem kommt.

Passend zum Thema Rüstung möchte ich Ihre Aufmerksamkeit heute auch noch auf eine ebenso spannende wie heisse Wachstums-Aktie richten: den US Roboterhersteller iRobot (WKN A0F5CC) dessen Website Sie -> hier <- finden. Sie haben sicher schon mal von dem Staubsaugerroboter "Roomba" gehört, bei uns zu Hause fährt er übrigens fröhlich in der Küche herum und wir möchten ihn nicht mehr missen. Wir haben ihm den Namen "R2" nach "R2D2" aus Star Wars gegeben, weil er ähnliche Fiepslaute von sich gibt. Aber neben dem zivilen Geschäft stellt iRobot auch Spezialroboter für das Militär und den Katastrophenschutz her, zum Beispiel um Bomben zu entschärfen. Und dieses Geschäftssegment ist nun von Kürzungen des Verteidigungsetats betroffen, weswegen der Vorstand vor kurzem die Guidance zurück nehmen musste. Als Folge hat es den Kurs von iRobot im wahrsten Sinne des Wortes zerlegt, wie Sie im folgenden Chart sehen können.


Source: Finviz.com

Eine interessante Frage ist nun, ob das nicht vielleicht eine hervorragende Gelegenheit ist, um in eine höchst spannende Aktie mit einem innovativen Geschäftsfeld einzusteigen. Denn das Roboter ein massiver Wachstumsmarkt sind und uns zunehmend riskante oder lästige Aufgaben abnehmen - und das nicht nur auf dem Mars - dürfte wohl unstrittig sein. Und iRobot hat seine Umsätze ebenso wie seinen Gewinn weiter gesteigert - es handelt sich hier also um ein schon heute profitables Wachstumsunternehmen. Ihre Meinung zum Thema würde mich interessieren.

Hari´s Märkte am Abend – 14.02.12 – Konsolidierung

21.45 Uhr kurz vor Handelsschluss

Heute ist der dritte Tag, an dem sich Mr. Market in einer Konsolidierung befindet, ohne all zu viel von dem gewonnenen Terrain wieder abzugeben. Unter der Decke war heute aber schon erhebliche Schwäche sichtbar und das in vielen klassischen Industrie-Aktien - wie zum Beispiel den Autobauern - die in den vergangenen Wochen ja sehr gut gelaufen waren.

Derartige Konsolidierungsphasen sind normal und sehr gesund für einen steigenden Markt. Und wenn in der Konsolidierung nur so wenig abgegeben wird wie derzeit, spricht das für die Stärke des Marktes und bereitet den Boden für die nächste Bewegung nach oben.

Wie immer gibt es aber auch eine Schattenseite der Medaille und derartige Phasen könnten auch eine Topbildung andeuten und zwar dann, wenn sich das "Schlaue Geld" das diese Bewegung seit Ende Dezember voll mitgenommen hat, nun aus dem Markt verabschieden sollte, während die Lücken von nachströmenden Marktteilnehmern geschlossen werden die unbedingt - aber zu spät - noch auf den Zug aufspringen wollen. In solchen Phasen ruckeln die Börsen dann auch ziellos hin und her, bis die Nachzügler voll im Markt sind und dann geht es massiv runter, weil jetzt keine Käufer mehr da sind.

Sicherlich ist die Marktstimmung nun positiver geworden als noch vor 2 Wochen und die Anzahl der Artikel und Börsenbriefe die wieder mit "tollen Kursraketen" und "schnellen Gewinnen" locken steigt wieder. Und im Chart des DAX könnte man auch eine Schulter-Kopf-Schulter Formation als Top hinein interpretieren, die im Stundenchart sogar ziemlich eindrucksvoll aussieht. Aber von einem übertriebenen Optimismus im Markt kann nach meiner Ansicht derzeit noch keine Rede sein. Und auch in dem von mir eng verfolgten -> Selling on Strength <- Indikator der US Börsen gibt es noch keine Hinweise, dass Big Money nun massiv aussteigt. Und auch das Chartbild ist nicht so eindeutig wie es aussieht, wenn man sich den DAX in anderen Zeiträumen betrachtet.

Insofern ist es nur vernünftig und rational, den Bullen die derzeit eindeutig am Drücker sind auch für die nächste Zeit mehr Vertrauen zu schenken als den Bären. Ich bleibe daher zwar verhalten und vorsichtig, aber bullish. An dem Tag an dem der Markt die Konsolidierungzone mit Volumen nach oben durchbricht und die 6850 im DAX hinter sich lässt, werde ich nachlegen und mein Long-Exposure erhöhen. Denn dann kommen die 7000 wahrscheinlich recht schnell in Reichweite.

Morgen soll ja Griechenland endlich entschieden werden und dann könnte mal wieder für ein paar Monate Ruhe in das Thema kommen. Ich kann Ihnen nicht recht sagen wie der Markt darauf reagiert und eine "Sell the News" Reaktion wäre eigentlich klassisch. Ich glaube aber auch, dass das Thema mitterweile derart ausgelutscht ist und es wirklich keiner mehr hören will, dass der Markt vielleicht einfach nur die Schultern zuckt. Nur eine echte Überraschung wird wohl noch für grosse Bewegungen sorgen und eine solche Überraschung kann im Moment wohl nur eine negative sein.

Insofern bleiben Sie ruhig, bereiten Sie sich Einstiegspunkte für Ihre Lieblingsaktien vor und nutzen Sie diese Phase für Ihre Hausaufgaben, die Ihnen dann schnelles Handeln ermöglichen, wenn der Markt sich massiv in Bewegung setzt. Ich werde aber auch nicht zögern aus dem Markt zu gehen, sollten wir die Konsolidierung mit Dynamik nach unten verlassen und die 6650 durchschlagen, wo sich im Stunden-Chart auch interessanterweise die 200 Tage Linie befindet. Denn dann wäre das nächste Ziel wohl irgendwo oberhalb 6400 im DAX, wo die nächste deutliche Unterstützung liegt.

Lassen Sie sich beim folgenden Chartbild des DAX bitte nicht davon täuschen, dass der grüne Pfeil kürzer ist als der rote und der leere Raum nach unten grösser aussieht. Solche optischen Eindrücke manipulieren uns nämlich mehr, als wir ahnen. Diese Optik ist nur eine Folge der Skalierung, weil ich die DAX 6400 noch auf dem Bild haben wollte. Damit ist keine negative Aussage zum Markt verbunden. Ich gehe sogar davon aus, dass das Upside beim Ausbruch nach oben absolut bis deutlich über 7000 reicht und daher eher grösser ist, als das Downside bis 6400 im DAX. Und ja, man kann die Box um die Konsolidierung auch etwas nach oben verschoben zeichnen und natürlich kann die Seitwärtsbewegung auch noch tagelang weitergehen, aber man kann in so einem Bild nicht alle Eventualitäten darstellen, ich wollte Ihnen nur einen optischen Eindruck der Konsolidierung verschaffen und Ihnen zeigen, warum es wichtig ist genau hinzuschauen, wenn wir aus der Konsolidierung ausbrechen. Nicht mehr aber auch nicht weniger - so ein Chart ist keine präzise Voraussage zur Zukunft !

Auffällig war für mich heute die Schwäche des klassischen Grundstoffsektors, repräsentiert durch breit aufgestellte Titel wie zum Beispiel Rio Tinto (WKN 852147). Ich führe diese Schwäche auf die enttäuschenden US Konjunkturdaten und erneute Sorgen um Chinas Inflation zurück. Denn eine zu hohe Inflation in China, würde die Möglichkeiten weiterer monetärer Stimuli einschränken. Und wir wissen ja wie allergisch Mr. Market darauf reagiert, wenn ihm seine Drogen genommen werden.

Zu Einzelaktien sage ich heute nichts, es ist auch wenig Erwähnenswertes passiert. Die Deutsche Börse (WKN 581005) habe ich schon gestern besprochen und das K+S (WKN KSAG88) bei dem Schnee vor meiner Haustür weiter steigt ist auch nicht so überraschend. Darüber hinaus habe ich ja aus gegebenem Anlass zu ThyssenKrupp (WKN 750000) einen ausführlichen -> Artikel <- veröffentlicht. Es wäre für mich auch hilfreich zu wissen, ob Sie mit den kurzen Hinweisen zu mehreren Einzelaktien in "Hari´s Märkte am Abend" etwas anfangen können oder ob ich mich in Zukunft eher auf die reine Sicht auf den Gesamtmarkt konzentrieren sollte.

Ich wünsche einen schönen Abend !

Marktupdate – 14.02.12 – ThyssenKrupp – Vom Donnerhall zum Anlagenbauer

ThyssenKrupp (WKN 750000) liefert heute schlechte Quartalszahlen und wird entsprechend abgestraft. Diese Zahlen sollte man in meinen Augen aber nicht unbesehen auf die Stahlbranche übertragen, denn Thyssen-Krupp leidet unter hausgemachten Problemen aus der Zeit von CEO Ekkehard Schulz, in Form von zwei neuen Stahlwerken in Brasilien und den USA, die so erhebliche Anlaufverluste schreiben, dass auch die Verschuldung des Konzerns auf ein ungesundes Mass angestiegen ist. Das wiederum begrenzt die finanzielle Schlagkraft und lastet wie Blei auf dem Konzern. Abgesehen davon rumort es kräftig im Konzern, denn der Aufsichtsratchef Gerhard Cromme wird mit seiner Haltung die Verantwortung auf Ekkehard Schulz abzuladen nicht überall im Konzern akzeptiert. Einen Eindruck was da unter Decke los ist, vermittelt vielleicht -> dieser <- Artikel der Süddeutschen von vor 2 Monaten.

Nach dem was man in der gut informierten Wirtschaftswoche -> hier <-< lesen kann, scheint die Lage im Konzern so kritisch zu sein, dass man sogar über eine völlige Trennung vom Stahl-Geschäft nachdenkt und den Konzern möglicherweise eher in Richtung einer Siemens II als Technologieanbieter entwickeln will. Nur für grosse Schritte fehlt schlicht das Geld. ThyssenKrupp ohne Stahl, das wäre für mich ungefähr so wie Daimler ohne Autos - unvorstellbar und in meinen Augen auch unsinnig. Denn ein erfolgreiches Unternehmen ist mehr als ein paar beliebig austauschbare Geschäftsbereiche. Ruf, Image, Loyalität der Mitarbeiter und Jahrzehnte an mühsam aufgebauter Kompetenz - all das hängt oft an einer langen erfolgreichen Historie, die man nicht ohne Not aufgeben sollte.

Vor ein paar Jahren fand es der Aufsichtsrat von ThyssenKrupp ja noch angemessen, zwei teure neue Stahlwerke zu bauen und nun kurz danach, soll Stahl nicht mehr die richtige Strategie sein nur weil man das Thema operativ versenkt hat ? Wie bitte ? Ich halte von diesem Aktionismus gar nichts und kann darüber nur den Kopf schütteln. Ich erinnere in diesem Zusammenhang daran, dass einige Jahre vorher - natürlich auf dem preislichen Tiefpunkt - sich viele Stahlkonzerne auch unter dem Druck der "Restrukturierer" von ihrem Zugriff auf eigene Erzresourcen getrennt hatten, nur um kurz danach (Überraschung!) festzustellen, wie die Preise steigen und ihnen von Rio Tinto, Vale und Co. brutal diktiert werden. Erst das hat Konzerne wie ThyssenKrupp in meinen Augen in die unlösbaren Probleme im Stahlsektor getrieben. Denn als integrierter Konzern der die gesamte Wertschöpfungskette im Stahl abdeckt, könnte man vieles gelassener sehen. Ein etwas längerer strategischer Horizont von mindestens 10 Jahren würde solchen Konzernen gut tun, statt sich von kurzfristigen Schwankungen im Schweinezyklus treiben zu lassen.

Oder glaubt jemand ernsthaft mit Stahl liesse sich in 10 Jahren kein Geschäft mehr machen ? Ich halte das für Unfug, nur weil man operativ versagt hat, sollte man nicht ein hundert Jahre altes Geschäftsmodell über Bord werfen. Selbst Spekulationen um eine zukünftige Fusion von ThyssenKrupp mit Siemens geistern nun schon durch die Presse - was in Anbetracht von Herrn Cromme als Aufsichtsratchef beider Unternehmen und dem neuen ThyssenKrupp CEO und ex-Siemensianer Heinrich Hiesinger ja naheliegend ist. Sie werden von Siemens dementiert und es gibt derzeit bestimmt auch keine konkreten Gespräche. Aber mittelfristig ist der Gedanke ja naheliegend wenn ThyssenKrupp vom Stahl weg will und es zeigt mir vor allem wie desolat die Lage im Moment ist. Ich persönlich brauche aber keine Siemens II auf dem Kurszettel, da kann ich gleich das Original nehmen. Und wenn Grösse und Fusionen alleine zählen würden, wäre General Motors heute der erfolgreichste Autokonzern der Welt.

Aber die alte ThyssenKrupp, der integrierte Stahlkonzern mit stahlintensivem, technologisch hochwertigem Anlagenbau, der hätte in meinen Augen auch in 10 Jahren noch genügend Platz im Weltmarkt. Denn auch da gilt: "Made in Germany" hat Weltruf und Rheinmetall verkauft seine berühmte Glattrohrkanone immer noch mit riesigem Erfolg. Thyssen-Krupp wurde aber - unter anderem auch von Herrn Cromme - in meinen Augen so lange restrukturiert, bis am Ende von einem stolzen Konzern mit einem weltweiten Ruf wie Donnerhall vielleicht nicht viel mehr übrig bleibt als ein durchschnittlicher, mittelgrosser Anlagenbauer. Und Perlen wie das private Geschäft der Spezialwerft Blohm & Voss wurden ja auch lieber verkauft, statt das Geschäft so aufzustellen, dass es im Jahr 2012 bestehen kann. Komisch nur, dass es sogar Finanzinvestoren als Käufer gibt, die sich das zutrauen. Sehr, sehr traurig ist das in meinen Augen alles. Eine etwas längerer Atem und mehr Weitblick hätten diese traurige Entwicklung in meinen Augen verhindert.

Aber wie auch immer, ich sitze nicht als Berthold Beitz in der Villa Hügel und habe weder darüber zu entscheiden ob Herr Cromme mir nachfolgt noch was die richtige Strategie für ThyssenKrupp ist. Ich habe nur zu entscheiden ob ich diese Aktie kaufe oder verkaufe. Und aus den oben genannten Gründen ist ThyssenKrupp für mich derzeit völlig unattraktiv. Solange bis dieses strategische Problem auf die eine oder andere Art und Weise gelöst ist. Von dem Reflex bei ThyssenKrupp an Stahl zu denken, muss man sich aber möglicherweise bald verabschieden. Wer eine Stahlaktie kaufen will, der hat in Deutschland Salzgitter (WKN 620200).

Hari´s Märkte am Abend – 13.02.12 – Leoni, Deutsche Börse, Kirch vs Deutsch Bank, Temenos

22 Uhr Handelsschluss

Ein eher langweiliger Tag an der Börse geht zu Ende. Wie ich heute um 12 Uhr in meinen -> Marktupdate <- schon bemerkte, weiss der Markt nicht so recht wohin er will. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass das bis zur (hoffentlich) endgültigen Griechenland-Entscheidung voraussichtlich diesen Mittwoch dann auch so bleibt. Und wenn dann Griechenland endlich sein Geld hat um eine paar weitere Monate zu überleben, wäre eine "sell the news" Reaktion des Marktes auch nicht so untypisch.

Insofern mache ich es heute kurz, zumal ich ja -> hier <- zu Tesla Motors schon einen hoffentlich interessanten Artikel veröffentlicht habe.

Leoni

Die hier schon mehrfach erwähnte Leoni (WKN 540888) will ich aber nicht vergessen, die heute mit fast 5% Plus erneut derart dynamisch in den Himmel gestiegen ist, dass einem Angst und Bange werden kann.

Fundamental und von den Geschäftsaussichten her, sieht Leoni für mich weiterhin höchst attraktiv aus und hat für mich sogar noch Potential nach oben. Man sollte allerdings realistisch bleiben und ich gehe davon aus, dass spätestens im Bereich um 40€ Gewinnmitnahmen einsetzen. Insofern muss man bei aller Begeisterung für den Titel jetzt wohl nicht mehr unbedingt dem Kurs hinterher rennen, sondern sollte sich eher etwas in Geduld üben.

Deutsche Börse

Interessant sind sicher auch die Quartalszahlen und Aussagen der Deutschen Börse (WKN 581005), die heute nach Börsenschluss veröffentlich wurden. Diese lagen im Rahmen meiner hier ja mehrfach besprochenen Erwartungen. Die Dividende für 2011 soll auf 2,30€ pro Aktie erhöht werden und zusätzlich soll eine Sonderdividende von 1€ pro Aktie fliessen. Der Rest der überschüssigen Liquidität soll in Aktienrückkäufe fliessen.

Der nachbörsliche Kurs näherte sich in Folge den 50€ und ich habe das nun heute am späten Abend zum kompletten Ausstieg genutzt. Denn wenn der Dividendeneffekt von ca. 6,5% bezogen auf den heutigen Kurs ausläuft, kann ich mir gut vorstellen, dass die ungelösten strategischen Fragen der Deutschen Börse wieder in den Vordergrund treten und den Kurs belasten.

Ein derartiger Rücksetzer wäre dann aber vielleicht wieder eine Einstiegschance in eine prinzipiell spannende Aktie, bei der dem Management dann vielleicht ja auch in Zukunft etwas Besseres mit der Liquidität einfällt, als es für Aktienrückkäufe zu verwenden. Denn nun hat das Management der Deutschen Börse ja endlich wieder Zeit, sich ausschliesslich um das operative Geschäft zu kümmern. Und vielleicht werden meine persönlichen Wünsche ja doch noch irgendwann erhört und der für mich wenig erfolgreiche Herr Francioni wird durch jemanden mit mehr Innovationskraft und Gestaltungswillen ersetzt.

Kirch vs Deutsche Bank

Ein Ereignis fand ich heute bemerkenswert, auch wenn es nur mittelbar mit der Börse zusammen hängt. Der Prozess Kirch gegen die Deutsche Bank (WKN 514000) scheint nach der Meldung des Manager Magazins -> hier <-mit einem Vergleich zu Ende zu gehen, nach dem die Deutsche Bank knapp 800 Millionen Euro zahlen soll.

Was offiziell "Vergleich" genannt wird, ist wenn es sich bestätigt in meinen Augen ein grandioser, posthumer Sieg von Leo Kirch, seinen Vertreter und Anwälten gegen einen Weltkonzern mit nahezu unbegrenzter juristischer und finanzieller Schlagkraft. Man kann über den verstorbenen Leo Kirch denken wie man will und seine ganze Weltanschauung war mir (so weit die Darstellungen der Presse stimmten, denn ich kannte ihn nicht persönlich) immer höchst suspekt. Aber der hier gezeigte Durchsetzungs- und Behauptungswillen ist bemerkenswert und vor dieser Kraft und Energie kann ich nur meinen Hut ziehen.

Und dem Land und anderen Unternehmen hat Leo Kirch in meinen Augen damit einen Dienst getan, denn nie wieder wird sich wohl ein Bankvorstand derart "locker" öffentlich zu seinen Kunden äussern, wie das Rolf Breuer in meinen Augen getan hat. Insofern löst dieses "Peanuts" eindeutig übertreffende Ende hoffentlich einen positiven und Demut fördernden Lerneffekt bei den "Masters of the Universe" aus.

Fusion Misys - Temenos

Im folgenden ein abschliessendes Wort zur zuletzt -> hier <- besprochenen Temenos (WKN 676682), bei der sich ja die Ereignisse kurz nach der Vorstellung hier überschlagen haben:

Am Mittwoch Morgen letzter Woche kamen insofern negative Nachrichten in den Markt, als das Tauschverhältnis der Aktien bei der Fusion auf den Stand von Dienstag Abend nach Börsenschluss festgezurrt werden soll. Das ist deshalb eher negativ, weil Temenos ja aktuell nach meiner Ansicht noch unter Wert gehandelt wird und es nun keine Chance zu geben scheint, diese Differenz im Zuge der Fusion aufzuholen. Wie ich in dem Artikel oben schon schrieb, ist das ein weiteres Beispiel dafür, warum derartige Fusionsverhandlungen mit so vielen Risiken verbunden sind, dass es fraglich ist ob man während dessen investiert sein muss. Ich habe daher auch konsequent am Vormittag des letzten Mittwochs in die fallenden Kurse hinein meine Gewinne mitgenommen und bleibe nun auf Zeit an der Seitenlinie.

Unklar ist, ob die Aktionäre von Temenos in Anbetracht des für mich wenig attraktiven Umtauschkurses zustimmen werden. Ich kann mir diese für Temenos eher ungünstige Bewertung nur damit erklären, dass das Temenos Mangement im neuen Konzern möglicherweise die Führung übernimmt und daher möglicherweise ein Eigeninteresse daran hatte, den Deal auch zu einem ungünstigen Kurs für die Temenos Aktionäre zu erzwingen. Der scheinbare Abgang des bisherigen Misys CEOs Mike Lawrie deutet auf jeden Fall in diese Richtung. Und die Fusion als solche macht ja jede Menge Sinn und ist prinzipiell im Interesse der Aktionäre, weil sich beide Unternehmen sehr gut ergänzen und in mehrfacher Hinsicht von geringeren Kosten und grösserer Marktmacht profitieren könnten. Ob sich die Temenos Aktionäre dieser Sicht anschliessen oder sich dem eher ungünstigen Umtauschkurs verweigern, wird sich zeigen. Die Meldung der NZZ dazu -> hier <-

Insofern sollte man in meinen Augen nun an der Seitenlinie bleiben, das neue fusionierte Unternehmen dann aber ganz eng auf den Radar nehmen, sobald die Fusionswirren vorbei sind. Denn alles was ich zu Temenos sagte, gilt für das neue Unternehmen erst recht. Bankensoftware hat jede Menge Zukunft und die fusionierte Temenos/Misys wird in diesem Spiel eine ganz bedeutende Rolle haben.

Ich wünsche eine gute Nacht !

Tesla Motors – die Zukunft des Automobils in einer der spannendsten Aktien der Welt

Eine ganz heisse Aktie und schon lange auf meinem Radar, ist die vom amerikanischen Milliardär und Visionär Elon Musk (Zip2, Paypal, SpaceX) gegründete und finanzierte Tesla Motors (WKN A1CX3T).

Denn denkt man an Elektro-Mobilität, dann sieht man von den etablierten Autokonzernen allerlei mehr oder weniger ausgereifte kleine Stadtautos oder diverse Hybrid-Konzepte. Keines davon kann aber ernsthaft als Konkurrent zu den heutigen Premium-Karossen von Daimler, BMW, Audi, Porsche und Co. betrachtet werden. Alle diese heute lieferbaren Modelle sind im Moment noch nicht mehr als ein zögerliches Vortasten der Konzerne in eine neue Welt. Zögerlich deshalb, weil sich natürlich niemand die gewaltigen Margen im Premiumsegment mutwillig kaputt machen will. Und alles darüber hinaus ist noch im Stadium der Konzepte.

Aber einen real fahrenden, voll elektrischen Roadster im Premiumsegment, der es mit einem Porsche aufnehmen kann - und noch dazu schon tausendfach verkauft und real ausgeliefert wird - das bietet nach meinem Wissen nur -> Tesla Motors <- mit seinem Roadster, der auf einem Lotus basiert. Und wenn man dann noch hört, dass der Roadster trotz seiner innovativen Technologie einen Basispreis im Bereich von gut 80.000€ hat und damit zu vergleichbaren Sportwagen absolut konkurrenzfähig ist, dann bleibt einem doch erst einmal der Mund offen stehen.

Und mit dem nun kurz vor Produktionsstart stehenden Model S setzt Tesla dann noch einen drauf. Ein echter, eleganter Gran Turismo für - halten Sie sich fest - ab ca. 40.000€ ! Ausverkauft ist die 2012 Produktion von 5000 Stück auch schon - wen wundert das ? Die Vorstellung, das so ein Auto vielleicht in Kürze nicht 5.000 mal sondern 500.000 mal produziert werden könnte, treibt sicher manchem Automanager der etablierten Marken die Schweissperlen auf die Stirn.

Die Radikalität des Tesla Konzeptes steht für mich in derart krassem Gegensatz zu den aktuell kaufbaren Erzeugnissen der etablierten Konzerne, dass einem nur zwei Alternativen zur Erklärung bleiben:
-> Entweder hat sich Elon Musk zu viel vorgenommen und überschätzt seine Möglichkeiten
-> Oder die etablierten Konzerne hemmen bewusst die Entwicklung, weil sie Angst um Ihre gewaltigen Margen im Premium-Segment haben

Dass die etablierten Konzerne die Entwicklung bei Tesla mit Argusaugen verfolgen, kann man ja unschwer an der strategischen Beteiligung von Daimler und Toyota ablesen. Das Unangenehme und Gefährliche für die Konzerne ist, das sie durch die Finanzkraft von Elon Musk keine Chance haben, Tesla in der Anfangszeit einfach finanziell zu erdrücken und damit vom Markt zu nehmen oder sich einzuverleiben. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als das Geschehen möglichst nahe zu verfolgen und zu hoffen, dass Tesla nicht ein neues Paradigma begründet, das ihre Stellung im Premiumsegment schneller aushöhlt, als Ihnen lieb ist. Und wer klug ist wie Daimler und Toyota, rutscht möglichst nahe heran um im Falle des Erfolges wenigstens teilweise auch profitieren zu können. Denn wenn es Tesla neben den technologischen Herausforderungen gelingen würde "Hip" zu werden und eine Marke wie Apple zu begründen, dann wäre das echte Konkurrenz für so manchen Premiumanbieter.

Und Tesla hat ja nun vor wenigen Tagen - nach Roadster und Model S - mit der Vorstellung seines -> Model X <- eine deutliche Kampfansage an das Premiumsegment losgelassen. Schauen Sie sich das Auto mal auf der Website von Tesla inklusive aller Technik an Bord an. Und wenn Sie denken das Fahrzeug sieht ja auch nicht anders aus als andere Premium-Crossovers, dann erinnere ich Sie daran, dass Model X auch vorne einen Kofferraum hat, weil da nämlich kein Motor ist 😉 Denn unter der Haube ist Model X ein Quantensprung gegenüber der gegenwärtigen Autotechnik.

Die grössten Herausforderungen für Tesla liegen deshalb auch in meinen Augen bei den "Mühen der Ebene". Denn selbst mit einer geliebten Marke und toller Technologie muss man für den echten Massenerfolg so "profane" aber schwierige Dinge wie Produktionsverfahren, Qualitätsmanagement, Crashtests, Zuliefererqualität, Servicenetz usw im Griff haben. Und dort haben die etablierten Konzerne sicher einen gewaltigen Wettbewerbsvorteil und diese Themen sind alles andere als leicht im Griff zu behalten. Nicht umsonst hat eine Marke wie Audi fast 20 Jahre gebraucht, bis sie von Fugen die einem "Wackeldackel" würdig waren, zu der heutigen perfekten Qualitätsanmutung beim gesamten Auto vorgestossen ist.

Trotz der gewaltigen Aufgabe voller Risiken hat Tesla für mich ebenso gewaltiges Potential und es erscheint mir so, als ob Elon Musk mit Tesla bisher fast alles richtig gemacht hat. Ich habe viel Vertrauen in seine Durchsetzungskraft, denn immerhin ist sein zweites Lebenswerk -> SpaceX <- nun auch schon in der Umlaufbahn angekommen, etwas was man sich vor 10 Jahren von einem rein privat finanzierten Unternehmen wirklich nicht vorstellen konnte ! Für mich hat Tesla daher bei allen Risiken das Potential eine Art "Apple" der Autowelt zu werden und ich verfolge deren Fortschritte mit grösster Spannung und Sympathie.

Was die Aktie konkret angeht, kann ich Ihnen überhaupt nicht sagen, ob man diese Aktie nun heute, übermorgen oder lieber gar nicht kaufen sollte und charttechnische Analysen sind bei der Volatilität auch nur äusserst begrenzt sinnvoll. Denn alles hängt von einzelnen Nachrichten ab und wie sehr das den Kurs bewegt, konnte man ja erst vor Kurzem sehen, als der Chefkonstrukteur des Roadsters und der Leiter Karosseriebau das Unternehmen verlassen haben. Ein gewaltiger Spike nach unten - nachdem die Nachfolger bekannt gegeben wurden und keine weiteren negativen Nachrichten nachkamen, beruhigte sich der Kurs dann wieder.


Source: Finviz.com

Eines ist aber klar, hat Elon Musk Erfolg, wird Tesla in einigen Jahren ein Vielfaches der heutigen Marktkapitalisierung von ca. 3 Milliarden USD wert sein - eine Verzehnfachung auf 30 Milliarden wäre dann durchaus denkbar. Und scheitert Tesla, dann wird Tesla aufgrund seiner Patente und Technologien sicher nicht auf Null fallen, sondern wahrscheinlich früher von einem der Partner Daimler oder Toyota übernommen werden. Insofern würden die Aktionäre in diesem Szenario vermutlich herbe Verluste, aber doch keinen Totalverlust erleiden.

Und auch wenn Tesla scheitern sollte - was in Anbetracht der gewaltigen Aufgabe alles andere als unwahrscheinlich ist - ich ziehe auf jeden Fall meinen Hut und verbeuge mich vor so viel unternehmerischem Mut und Gestaltungskraft !
Für mich persönlich ist Tesla daher ein derart spannendes Investment, das ich aus reinem Spass etwas "Spielgeld" in der Aktie habe, schon alleine um nichts an der spannenden Entwicklung der nächsten Monate und Jahre zu verpassen.

Alles in allem ist Tesla Motors in der nächsten Monaten und Jahren für mich eine der spannendsten Aktien der Welt, mit gewaltigen Chancen und Risiken in einem Titel vereint. Ob man an dieser Wette teilhaben will, muss jeder selber wissen. Aber eine Beobachtung ist diese herausragende Story allemal wert !

Marktupdate – 13.02.12 – ein zögerlicher Mr. Market ohne Richtung

12 Uhr

Was wir heute bisher erleben, ist typisch für einen Markt, an dem von zwei gegensätzlichen Kräften gezogen wird.

Auf der einen Seite hat die Korrektur von Freitag sicher noch nicht gereicht und eigentlich waren viele Marktteilnehmer dafür positioniert nun noch ein paar schwächere Tage zu erleben.

Andererseits hat der Parlamentsbeschluss in Griechenland die Hoffnung doch wieder erhöht, dass beim Finanzministertreffen am Mittwoch endlich ein Deckel auf diesen endlos köchelnden Topf kommt. So kann der Markt heute bisher weder richtig hoch, noch richtig runter und weiss nicht so recht, was er will.

Ich neige daher weiter zu kurzfristiger Vorsicht, auch wenn sich an meiner mittelfristig bullischen Sicht nichts geändert hat.

Übrigens ein durchaus typisches Verhalten von Mr. Market wäre, sich bis zur Entscheidung um Griechenland noch stabil zu halten und tendentiell leicht nach oben zu laufen, nur um dann - nach der positiven Entscheidung der Kreditgewährung - nach einem kurzen Freudenhüpfer in den Korrekturmodus zu wechseln - frei nach dem Motto "sell the news".