Marktupdate – 29.06.12 – kick the can down the road

Nach meinen harten Worten zum EU-Gipfel, nun noch ein paar Gedanken zum Markt und wie es weitergeht.

1. Die gestern veröffentliche Sentiment-Sicht war offensichtlich ein Volltreffer. Der Markt hatte vom Gipfel nichts mehr erwartet, weswegen die Reaktion dann extrem positiv war, nachdem dann das 1:2 gegen Deutschland sich auch in Brüssel am Verhandlungstisch abzeichnete.

2. Diese Beschlüsse haben in meinen Augen das Potential, nun für einen ruhigeren Börsen-Sommer zu sorgen, in dem die Kurse latent hochschieben könnten. Mein schon geäusserter leichter Optimismus für das dritte Quartal ist heute bestätigt.

3. Grundsätzlich ist aber gar nichts gelöst, sondern es wurde "die Büchse" nur ein wenig die Strasse weiter runter getreten. Und es ist auch ganz klar, dass in Spanien und Italien nun die Reformbemühungen endgültig erlahmen werden, da man ja nun eine neue Melkkuh gefunden hat. Insofern wird die Krise wiederkommen, wohl im Herbst und dann werden wir halt noch mehr deutsches Geld auf das Problem werfen. Das wird solange nach dem Muster weiter gehen, bis der echte "Reset" kommt.

4. Ich würde mir nun den Bund-Future genau anschauen. Es könnte gut sein, dass der heutige Tag da auch der endgültige Wendepunkt ist und der Markt nun die Zahlungsfähigkeit Deutschlands auch zunehmend kritischer sieht.

5. Eine endgültige Bewertung des Marktes ist aber erst möglich, nachdem die Wallstreet heute ihre Karten aufgedeckt hat. Sollte sich meine Meinung ändern, melde ich mich im Laufe des Tages noch einmal.

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Ein historischer Tag – Das Ende Deutschlands, wie wir es kennen.

Vorsicht, hier kommen sehr subjektive, persönliche und harte Worte.

Markieren Sie sich den heutigen 29.06.12 im Kalender, es bestehen gute Chancen, dass das ein historischer Tag ist. Denn heute in den frühen Morgenstunden wurde nach meiner Ansicht das Ende des Deutschlands eingeleitet, wie wir es kennen.

Sie finden das übertrieben ? Ich nicht, denn die entscheidenden Wendepunkte der Geschichte sind nicht die Tage, an denen etwas mit Pomp offiziell verkündet wird, was sich schon lange vorher entwickelte. Nein, es sind die Tage, an denen die Parteien unter Aufbietung aller Kräfte miteinander ringen und sich endgültig zeigt, wer die grösseren Kräfte, den grösseren Mut besitzt und wer zurück zieht.

Im amerikanischen nennt man solche Tage einen "Inflection Point", einen Begriff aus der Mathematik, der mit dem deutschen "Wendepunkt" zwar eine Näherung, aber keine perfekte Entsprechung hat.

Der zweite Weltkrieg wurde militärisch auch nicht im Mai 1945 entschieden, als die Kapitulation bekannt gegeben wurde. Nein, nicht einmal Anfang 1943 in Stalingrad. Der zweite Weltkrieg wurde im Oktober 1941 vor Moskau entschieden, das war der "Inflection Point". Was danach kam, waren nur noch qualvolle Jahre bis zum unvermeidlichen Ende.

Aber zurück zur Gegenwart. Erinnern wir uns, mit welcher Bugwelle die Parteien in den EU-Gipfel gegangen sind ? Monti redete vom "Euro der zum Teufel geht" und warf damit alles an Erpressungspotential in die Waagschale, was er zu bieten hatte. Und Merkel machte den "nicht in meinem Leben" Satz zur gemeinsamen Haftung. Dieser Gipfel, das war der Höhepunkt des Ringens der beiden Positionen. Noch nie war die Spannung so gross und das Klima in der EU so giftig. Das war der Tag, an dem sich eine Seite durchsetzen würde, der Inflection Point.

Und zurückgezogen, verloren, das hat unsere Regierung und damit wir als Deutsche. Dinge, die man vorher kategorisch ausgeschlossen hatte - wie eine direkte Kapitalisierung spanischer Banken durch EFSF und ESM - wurden durchgewunken. Damit finanzieren deutsche Arbeitsnehmer mit ihren Steuergeldern nun direkt spanische Zombi-Sparkassen ohne einen Hauch von Einfluss zu haben. Und damit hat die spanische Regierung weder Not noch Interesse daran, sich dort weiter hart zu engagieren. Und Italien darf nun Gelder aus dem ESM entnehmen, ohne das die "bösen" schwarzen Herren aus der Troika kommen.

Es ist wie im orientalischen Basar, wenn der Basarhändler spürt, dass der Kunde nicht wirklich bereit ist ohne Ware aus dem Laden zu gehen und die Tür zu schliessen, hat man ganz schlechte Karten was den Preis angeht. Und so ist es auch hier, mit Deutschlands Staatsräson, die Eurozone um jeden Preis zu "retten", haben wir uns erpressbar gemacht und sind nun erpresst worden.

Ich schreibe lieber nicht, was ich über die sich im Wind drehende Merkel & Co., und noch schlimmer über die Hollande die Füsse leckende SPD-Troika denke, die Deutschlands Position mutwillig geschwächt hat. Man muss sich das mal vorstellen, Monti konnte Deutschland mit Verweigerung der Zustimmung zu Wachstumspakt und Transaktionssteuer erpressen, obwohl beide Punkte gar nicht im originären Interesse unserer Regierung gelegen haben. Das ist ein echter Witz ! Diese beiden Punkte wurden aber seitens unserer Opposition zur Bedingung der Zustimmung zum ESM gemacht. So spielt man perfekt mit Italien und Frankreich über Bande - Pfui Spinne !

Aber wie auch immer, meine Wut und Abscheu ist mein persönliches Problem. Was in den nächsten Jahren hier passiert, betrifft uns aber alle. Wenn die deutschen Bürger diesen Weg nicht wollen, haben sie nun nur noch eine kleine Chance, sie müssten bei der nächsten Bundestagswahl anderen Parteien als den vorhandenen zu einer Mehrheit verhelfen, was unrealistisch ist. Auf das von Ex-Politikern durchsetzte BVG würde ich nicht setzen.

Da ich daran nicht glaube, kann ich dem hart arbeitenden deutschen Arbeitnehmer nur raten: Lasst es sein, geniesst das Leben, es lohnt sich nicht, sich abzurackern ! Denn es reicht ja nicht, dass ein durchschnittlicher Facharbeiter beim "Daimler" schon heute im Grenzsteuersatz ankommt und von seiner Lohnerhöhung gleich die Hälfte einkassiert wird. Es reicht auch nicht, dass dieser Facharbeiter ein geringeres Durchschnittsvermögen als zum Beispiel Belgier und Italiener besitzt und im letzten Jahrzehnt reale Wohlstandsverluste hingenommen hat, nur um noch härter zu rackern. Nein, nun finanziert er damit auch noch die Fehlspekulationen spanischer Banken.

Ich bin heute übrigens aus Kroatien zurück gekommen. Ich habe in Kroatien nagelneue Infrastruktur vorgefunden, alles perfekt. Dann bin ich in Slowenien auf perfekten, nagelneuen Autobahnen gefahren. Dann habe ich in Österreich die hervorragend gewarteten Autobahnen und Tunnel genossen. Und dann kam ich nach Deutschland auf die A8 München-Salzburg und holperte im dichten Verkehr über alte Betonplatten aus "Adolfs Zeiten", ohne Seitenstreifen, mit verrosteten und verbogenen Leitplanken. Mehr muss man dazu wohl nicht sagen.

Die südlichen Länder der Euro-Zone haben gewonnen, das ist nun klar. Der 29.06.12 ist ein historische Tag. Die Schuldner zwingen den Gläubigern ihren Willen auf. Man kann jedem Deutschen nun nur noch mit Sarkasmus raten, sich diesen Lebensstil selber anzueignen, selber Schulden aufzunehmen und das Leben im Hier und Jetzt in vollen Zügen zu geniessen. Wenn wir dann Morgen unsere Schulden nicht mehr bedienen können, werden wir schon einen Dummen finden, bei dem wir sie abladen können.

Das Europa mit so einer Haltung im Wettbewerb mit aufstrebenden Volkswirtschaften wie China nicht mithalten kann, sollte offensichtlich sein. Aber darüber macht man sich keine Gedanken, wenn man das Leben im Hier und Jetzt geniesst. Nach uns die Sintflut !

Ihr Hari

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Marktupdate – 27.06.12 – Marktsentiment vor dem EU Gipfel

21.00 Uhr

Eine wichtige Frage für kurzfristige Anleger vor dem EU Gipfel dürfte sein, was der Markt erwartet bzw welche Szenarien eingepreist sind und welche nicht.

Das ist besonders interessant, weil wir dieses Mal eine ungewöhnliche Situation haben. Zuletzt war es immer so, dass der Markt vor solchen Terminen im Sinne "buy the rumor" mit Hoffnung anzog, während er nach den eher durchwachsenen Ergebnissen dann gerne im Sinne "sell the news" wieder abgab.

Dieses Mal ist aber alles anders, denn Angela Merkel hat mit für mich im Stil überraschenden und aussergewöhnlich harten und deutlichen Worten jegliche Hoffnung auf eine einfache Lösung im Sinne "Deutschland kippt um" aus dem Markt genommen. Ich halte das für sehr bemerkenswert, da es so ganz untypisch für die ansonsten vorsichtige und sich alle Szenarien offen haltende Merkel ist.

Ich betrachte das als Indikator, das wir möglicherweise auf einen entscheidenden Wendepunkt in der endlosen Geschichte der Euro-Krise zulaufen. Bis gestern habe ich auch an einen Gipfel zum "Gähnen" geglaubt, nun bin ich nicht mehr sicher.

Jetzt kann man natürlich nicht ausschliessen, dass es in Amerika Marktteilnehmer gibt, die immer noch Illusionen über Deutschlands offene Brieftasche nachhängen. Den Profis im "Big Money" muss man aber genügend Intelligenz und Verständnis zubilligen, dass sie nun keine Erwartungen an einen "Quick Fix" beim EU-Gipfel mehr haben. Dieses zumal die Phrase "not in my lifetime" ja gestern via Zero Hedge quer durch die Wallstreet lief.

Das wir heute einen starken Tag erleben, hat deswegen auch nichts mit Europa zu tun. Aus Sicht der Nachrichtenlage spielt hier China eine Rolle, wo man nun weitere fiskalische Stimulierungsmassnahmen erwartet. Und auch die Markttechnik hat die Stärke schon signalisiert - wer jetzt hier Koch und Kellner ist, überlasse ich denen die es interessiert, mich interessiert aber nur das Ergebnis. Das China und nicht Europa eine Rolle spielt, kann man auch gut an den heute stärksten Sektoren beobachten - wenn Rohstoffe gut laufen, ist eigentlich immer China irgendwie im Spiel.

Was Europa und den Gipfel angeht, kann man die Stimmung des Marktes aber eher als lethargisch und von Europa genervt bezeichnen. Die aktuelle Cognitrend Analyse -> hier <- passt da gut ins Bild. Aber auch Artikel wie -> hier <- beim "Reformed Broker" bringen es auf den Punkt.

Wenn diese Analyse von Lethargie richtig ist, muss man das aus Sicht des Sentiments als eine eher positive Entwicklung werten. Denn dann könnte der Gipfel nur noch dann nachhaltig enttäuschen, wenn er im Streit auseinander geht - was ich aber für sehr unwahrscheinlich halte, zumal nun auch aus Frankreich deutlich konsensorientiertere Signale kommen, nachdem endlich die Wahlen hinter uns liegen.

Umgedreht könnte aber jede überraschende, positive Wendung nun ein Feuerwerk am Markt zünden. Sollte es Hollande und Merkel also gelingen da ein "Überraschungsei" zu finden, dürften die Shorts am Montag - oder je nach Zeitablauf des Gipfels vielleicht schon am Freitag - ein böses Erwachen haben. Und zwar dann nicht nur wegen des "Ei" an sich, sondern auch wegen des Signals einer neu gefundenen deutsch-französischen Eintracht. Diese Eintracht für sich, könnte der Markt nach Merkels medialer Vorbereitung, wohl schon als positive Wendung werten.

Wir haben also die ungewöhnliche Situation, dass Lethargie im Markt auf eine Frau Merkel trifft, die scheinbar nach eigener Einschätzung in eine Entscheidungsschlacht geht. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit grosser Bewegungen danach, denn bisher war es eher anders herum - vor dem Termin hyperventilierte der Markt schon, nur um sich danach zu fragen warum eigentlich.

Aus reiner Sentimentsicht, kann man den EU-Gipfel also durchaus mit der "Chancen-Brille" betrachten. Bitte bedenken Sie aber, dass Sentiment nur ein Baustein einer Analyse ist und auch nur einen gewissen statistischen Vorteil verschafft, der leicht durch reale Entwicklungen überlagert werden kann. Aber jeder statistische Vorteil hat seinen Wert und vielleicht liegt er dieses Mal auf der Seite der Bullen.

Ihr Hari

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Marktupdate 26.06.12 – Geduld und Gelassenheit

14:00 Uhr

Vor der heutigen Eröffnung der Wallstreet, möchte ich mit Ihnen die Sicht eines Urlaubers auf den aktuellen Markt teilen.

Die Überschrift habe ich mit Bedacht gewählt, denn ich bin derzeit nicht der Meinung, dass man in die aktuellen Bewegungen des Marktes zu viel hinein interpretieren sollte. Vielleicht lesen Sie auch den Artikel von letztem Freitag noch einmal, der in meinen Augen immer noch gültig ist.

-> Geduld ist nun gefragt <-

Mittelfristig:

(1)

Der Markt ist im Moment richtungslos und sucht nach Orientierung. Er hofft, dass der EU Gipfel diese Orientierung geben wird, das wird aber - wie wir als Europäer gut verstehen - nicht passieren. Es wird weder die Welt untergehen, noch ein "Quick Fix" für die strukturellen Probleme der Eurozone gefunden werden. Es wird wohl einfach so weiter gehen mit der Unsicherheit und dem Gewürge rund um Europa.

(2)

Das Volumen im Markt ist gering, man merkt, dass langsam die Sommerzeit an den Börsen anbricht. Das macht es für die Algos leichter, den Markt mal in die eine oder andere Richtung zu bewegen. Diese Bewegungen haben aber keine Bedeutung, denn aus den gleichen Gründen aus denen wir gestern abgegeben haben, könnten wir heute vielleicht wieder steigen. Eine solche Phase kann man entweder an der Seitenlinie ignorieren, oder - wenn man dazu das Wissen und die technischen Möglichkeiten hat - als technischer Trader nutzen. Allzuviel Gedanken braucht man sich in meinen Augen über das richtungslose Hin- und Her aber nicht zu machen. Erst wenn wir die Hochs und Tiefs der letzten Wochen hinter uns lassen, wird es wohl richtig "ernst".

(3)

Im Gegensatz zur allgemeinen Weltuntergangsstimmung, finde ich den Ton des Marktes konstruktiv und latent positiv. Bitte bedenken Sie, *obwohl* nun jedem klar ist, dass auch ein Auseinanderbrechen der Eurozone im Bereich des Möglichen angekommen ist, notieren wir im DAX oberhalb 6000 und im S&P500 oberhalb 1300 ! Wer glaubt, dass seien niedrige Kurse, oder hier sei eine Katastrophe eingepreist, hat in meinen Augen die Orientierung verloren. Bei einem Auseinanderbrechen der Eurozone stehen wir im DAX eher bei 3000 - da bin ich ganz sicher.

(4)

Wir haben also 50% theoretisches Absturzpotential und der Markt macht trotz der massiven Unsicherheit - etwas was Mr. Market hasst wie die Pest - keine Anstalten, sich in diese Richtung zu bewegen. Das ist sehr konstruktiv und positiv zu werten. Insofern wäre es vielleicht gar nicht mal schlecht, wenn es keinen Quick-Fix für die Eurozone gibt, sondern der Markt sich einfach an diese latente Unsicherheit gewöhnen muss. Dann könnte nämlich etwas passieren, was bei Mr. Market ganz typisch ist, es tritt eine Gewöhnung an ein "New Normal" ein und plötzlich steigen die Kurse wieder. Dafür reicht es dann auch, dass ein anderer Aufreger in den Fokus gerät, der den Blick von Europa weglenkt. Und UK wie die US haben ja genug fiskalischen "Dreck am Stecken", dass sich mal der Fokus des Marktes verschieben könnte.

(5)

In Summe bin ich also gar nicht mal so pessimistisch, was den Verlauf des Börsensommers angeht. Das ist aber definitiv nur Kaffeesatzleserei und ausdrücklich keine Prognose. Ich habe keine Ahnung was die nächsten Wochen bringen. Ich bin aber der Überzeugung, dass die Lage derzeit besser ist als die Stimmung. Und das war schon oft die Grundvoraussetzung für überraschend steigende Kurse.

Kurzfristig:

Kurzfristig haben wir nach dem gestrigen schlechten Tag:

- Heute ein potentielles "Turnaround Tuesday" Setup
- Unterstützung durch das End of Quarter Window-Dressing
- Die Chance auf einen "Europe will be saved" Hoffnungs-Tag im Vorfeld des Gipfels.

Würde ich heute also Intraday richtig aktiv sein, wäre ich wohl eher auf der Suche nach kurzfristigen Long-Setups. Bei dieser Einschätzung spielen auch kurzfristige technische Signale eine Rolle.

Wer wissen will, in welche Richtung der Markt läuft, sollte auch immer ein Auge auf den EURUSD haben. Ich bin beeindruckt, dass der Kurs trotz der Fragezeichen um den Euro immer noch um die 1,25 klebt. Sollte der EURUSD sich nun langsam nach oben bewegen und von der 1,25er Marke lösen, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit von ein paar guten Börsentagen ausgehen, von denen vor allem auch der Rohstoff- und Energie-Sektor profitieren sollte. Umgekehrt würde ein Schwall Richtung 1,20 im EURUSD, den Markt mit Sicherheit massiv belasten.

Ich wünsche weiterhin viel Erfolg, es grüsst Hari aus Istrien !

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In eigener Sache – Die Mission dieses Blogs

Hallo liebe Leser,

ich grüsse alle aus Istrien (=Kroatien, Adriaküste Südlich Triest). 🙂 Nach einigem Hin- und Her haben wir eine tolle kleine Suite direkt am Meer, vor allem mit einer gut funktionierenden Klimaanlage - hier sind über 30 Grad und gegen Ende der Woche sollen es bis 40 werden ... puuh. Und ich habe einen WLAN, wunderbar ... 😉

Wenn also jemand der Leser hier in der Nähe gerade im Urlaub ist -> direkte Mail an mich, erlaubt dann Börsengespräche mit Blick aufs Mittelmeer. 🙂

Zur Sache und dem was Z88 in einem Kommentar auf die Frage von Johann geschrieben hat:

Kann ich alles unterschreiben was Z88 gesagt hat ! Sehr treffend ! An der Stelle wo er die Alternativen "Buffet oder Technik" erklärt hat, möchte ich unten noch ergänzen - ich bin sicher, er hat das selber auch im Sinne wie folgt gemeint:

Es gibt unzählige Methoden, mit denen man am Markt erfolgreich sein. X Facetten der technischen Analyse, Mischformen, X Facetten der fundamentalen Analyse. Mit fast allen (so sie kein Unfug sind) kann man erfolgreich sein und es gibt auch zu fast jeder Methode Menschen, die damit ihren persönlichen Stil gefunden haben. Es ist also nicht entweder/oder, sondern Erfolg beim Trading kann auf unterschiedlichsten Wegen kommen.

Aber allen ist etwas gemeinsam, was Z88 gut beschrieben hat: Erfolg kommt bei jeder Methode nur mit harter Arbeit, Fleiss und Disziplin ! Man muss sich zwingend einen "Edge", einen Vorteil gegenüber den anderen, erarbeiten. Und wer glaubt dazu reicht es ein Börsenmagazin zu lesen und dann mal hier kurz nachzulesen was Hari sagt, der ist - mit Verlaub - naiv und hat nicht wirklich verstanden, was ich hier schon in x Artikeln erklärt habe.

Denn das was alle anderen Marktteilnehmer auch wissen, kann unmöglich einen Edge gegenüber dem Markt darstellen. Und damit kommen wir zu dem, was ich hier im Blog versuche zu erreichen und was nicht.

Bevor ich das genauer erkläre, möchte ich alle noch einmal dringend auf meinen folgenden Artikel hinweisen, den viele der neueren Leser sicher übersehen haben:
-> Der Trader das unbekannte Wesen <-.
Darin erkläre ich ein paar Grundvoraussetzungen für Erfolg. Jedem der auf diesem Wege Geld verdienen will, sei der Artikel ernsthaft zur Lektüre empfohlen !

Wenn Sie das gelesen haben, wissen Sie, dass ich mit einer "Mischform" erfolgreich bin. Sozusagen technisches Trading basierend auf einem fundamental ausgewählten Aktienuniversum. Das ist meine "Mr-Market-Methode".

Was ich Ihnen dazu hier im Blog anbiete, ist aber nur ein Bruchteil und nur die Spitze des Eisberges meiner Methode. Mein Ziel ist es, möglichst viele Anleger, aus der Abhängigkeit von selbsternannten Gurus zu befreien und wirklich relevantes Grundlagenwissen zu vermitteln. Deshalb sind die Informationen im Blog auf Breite, aber nicht auf Tiefe angelegt, sie sollen wie ein "Appetizer" sein, der Sie ermutigt sich selber mit den Themen zu beschäftigen. Sie sollen Ihnen das Grundgerüst an Überblickswissen vermitteln, damit Sie in der Lage sind, dann Ihren eigenen Weg zu finden.

Nehmen wir als Beispiel den Anstoss, den ich Ihnen vor kurzem zum Thema Divergenz gegeben habe. Bitte glaube Sie nicht, es sei wirklich so einfach sich einen Edge zu erarbeiten: RSI anschauen, Kursverlauf anschauen, Edge fertig, Erfolg garantiert 😉 Schön wärs. Das Beispiel war ein Appetizer in die Welt der Divergenzen.

Ich bin mit meiner Methode auch nicht deshalb erfolgreich, weil ich oberflächlich auf 2 Parameter schaue. Ich habe vielmehr aufgrund meines beruflichen Hintergrunds und meiner Trading-Erfahrung einfach einen Wissensschatz und eine Breite und Tiefe bei der Methodik, die ich zu meinem Erfolg einsetze. Die Tiefe kann ich hier aber unmöglich kommunizieren und will ich auch nicht, das übersteigt das Format eines Blogs, das wäre eher ein Lehrbuch oder ein Tutoring, wo ich jemandem länger über die Schulter schaue und intensiv diskutiere.

Nehmen Sie das Thema der Fibonacci-Retracements (RT), ein riesen Thema, da kann man extrem viel zu sagen, was mit der Methode geht und was nicht. Wenn ich diese Diskussion hier im Blog führen würde, würde ich aber 90% der Leser zurück lassen, diese würden nicht mehr weiterlesen und der Blog würde sein Ziel nicht erreichen. Er würde nicht mehr Menschen zu mehr Börsenwissen verhelfen, sondern zu einer Spezialisten-Plattform für technische Trader werden. Das ist aber nicht meine Absicht !

Um es also ganz hart zu formulieren, wer glaubt er braucht nur zu lesen was ich schreibe, dem dann folgen und würde so erfolgreich sein - ist völlig auf dem Holzweg und hat trotz meiner vielfachen Erklärungen noch nicht verstanden, worum es geht !

Sie müssen sich Ihren eigenen persönlichen Stil, Ihren eigenen Edge erarbeiten und das ist harte Arbeit, bei der man ganz tief runter in die Mühen der Ebene muss. Was ich für Sie sein kann und sein will, ist eine Art freundlicher "Fremdenführer" ohne versteckte wirtschaftliche Interessen, der Ihnen Hinweise gibt, wo so ein Edge zu finden sein kann und der Sie vor unnötigen Irrwegen bewahren kann. Wenn Sie so wollen, bin ich ein Scout der Ihnen zeigen kann wo das Wild rumsteht. Jagen und das Wild erlegen, müssen Sie aber selber !

Und zum Schluss noch ein Hinweis, den ich Ihnen nicht ersparen kann. Selbst wenn man viel Wissen und Erfahrung hat und wenn man daraus fast einen Fulltime-Job macht, ist das keineswegs die Garantie richtig zu liegen und immer Geld zu verdienen ! Man liegt dann vielleicht zu 60% richtig, die 40% schmerzen aber immer noch. 😉

Alles was gute Trader mit all dem Aufwand schaffen, ist an verschiedene Zukunftsszenarien Wahrscheinlichkeiten zu kleben, die vielleicht etwas zutreffender sind, als das was Otto Normalanleger erwartet. Wenn man das aber dauerhaft schafft, stellt sich Erfolg früher oder später ein.

Fazit:

Dauerhafter Erfolg am Markt ist ein Beruf, der eine hohe Qualifikation erfordert. Das funktioniert nicht schnell und nicht über Nacht, sondern nur wenn man sich reinhängt. Ingenieur, Steuerberater oder Architekt wird man aber auch nicht über Nacht.

Wenn Börsenerfolg leicht wäre, warum scheitert dann die Mehrheit ? Was mich nur erstaunt ist, wie viele trotzdem immer wieder den Schallmeienklängen des vermeintlich schnellen Reichtums erliegen.

In diesem Sinne lade ich Sie ein, diesen Blog als Ihren freundlichen Scout zu nutzen, der Sie vor Irrwegen bewahrt. Das Wild verfolgen, den Gebrauch Ihrer Waffen trainieren und das Wild erlegen, müssen Sie aber selber !

Ihr Hari

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„Greife nicht ins fallende Messer“: DAX nach der Woche der Richtungsentscheidungen

Ein Gastartikel von Tokay

Update aus aktuellem Anlaß zu Börsenregeln reloaded III

Wir sind nun am Ende einer Woche der Richtungsentscheidungen, und so stellt sich die Frage: Sind die Würfel jetzt gefallen? Dies ist das Thema der folgenden Zeilen.

Der langfristige Trend des DAX, gemessen am gleitenden 200-Tage-Durchschnitt, war bis Anfang Juni negativ und hat seither ins positive gedreht (Strecke AE). Der mittelfristige Trend ist seit Ende März negativ (Strecke BCG), wurde aber gesamthaft in den vergangenen Handelstagen nach oben durchbrochen (Strecke mit den Auflagepunkten FGH); dies offensichtlich als Folge des „glimpflichen“ Wahlausgangs in Griechenland sowie einer positiven Erwartungshaltung der Märkte in Bezug auf eine geldpolitische Expansion insbesondere seitens der FED. Es hat sich damit ein kurzfristig positiver Trend herausgebildet, der allerdings Ende der Woche bereits wieder touchiert wurde. Gleichzeitig sehen wir auch eine Begrenzung der Erholung nach oben, markiert durch die Strecke CI.

Folgende Szenarien sind damit im Bereich des Möglichen:

  • Optimistische Sicht : Die Strecke FGH etabliert sich als untere Begrenzung eines neuen mittelfristigen Trends. Falls also der heutige Schlusskurs in der nächsten Woche nicht nennenswert unterboten und zugleich die Linie CI überquert wird (DAX bei ca. 6.400), spräche dies für den Auftakt zu einer Sommerrallye.
  • Pessimistische Sicht: Die Linien FGH und ebenso die Fortsetzung der Linie ACG werden unterschritten (DAX spürbar unter 6.000), dies würde wahrscheinlich einen Abschwung Richtung 5.500 Punkte bewirken.

Es ist im Augenblick schwer zu beurteilen, welche Sichtweise die Oberhand gewinnen wird, da die Einflussfaktoren überwiegend politisch geprägt sind. In jedem Fall wird es interessant sein zu sehen, ob die jetzige Konsolidierung in der nächsten Woche rasch zum Stillstand kommt. Die optimistische Sichtweise könnte durch positive Nachrichten von der „Euro-Front“ unterfüttert werden (Bankenunion, Spekulation auf weitere Zinssenkungen durch die EZB), während die pessimistische Sichtweise durch das Ausbleiben solcher Nachrichten an Nahrung gewönne. Wie wir in den letzten Tagen gesehen haben, beginnt sich nunmehr auch die Wirtschaftslage beim Zugpferd Deutschland zu verschlechtern (ZEW, Ifo-Index, Einkaufsmanager-Index). Vorsicht ist somit das Gebot der Stunde.

Tokay

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Marktupdate – 22.06.12 – DAX, S&P500 & Co. : Geduld ist nun gefragt !

14:30 Uhr

Geduld ist nun gefragt, denn es ist keineswegs klar, in welche Richtung sich der Markt nun entwickelt.

Auf der einen Seite wäre es durchaus typisch, dass wir heute eine anämische technische Gegenbewegung sehen, bevor wir dann - vielleicht Anfang kommender Woche - den zweiten Teil des Absturzes erleben, der von der Sturzhöhe ähnliche Dimensionen wie gestern annehmen dürfte und im S&P500 damit unter 1300 schauen dürfte. Das wäre das klassische Szenario einer solchen scharfen Korrektur.

Auf der anderen Seite ist es aber nicht unmöglich, dass gestern eigentlich nur eine gesunde Korrektur der neuen Aufwärtsbewegung war, die durch ihre hohe Dynamik schlicht nach unten übertrieben hat. Dann sollten wir die Zone um 1340 im S&P500 schnell zurück erobern, diese im Schlusstand halten können, um dann weiter nach oben zu laufen. Dann wäre der extreme Absturz gestern schlicht eine Übertreibung gewesen, die schnell korrigiert wird.

Beides ist möglich und für beide Seiten lassen sich Indikatoren finden, wenn man nach ihnen sucht. Es ist wie immer, wenn man von einer Tendenz überzeugt ist, findet man auch die Argumente dafür. Man nennt das "Confirmation Bias".

Das Schlimme dabei ist, dass die Markttechnik alleine uns in diesen Tagen auch nicht weiterführt, wir sind in einem politischen Markt und daher direkt von Nachrichten um die Eurozone abhängig. Das im Kern richtige Bonmot von den Kursen, die sich die Nachrichten machen ist halt wie alle derartigen Weisheiten auch nicht immer gültig und wir erleben gerade so eine Phase, in der ein Huster von Frau Merkel sehr wohl massive Auswirkungen haben wird. In einem gesunden Markt, der in sich selber schwingt trifft das Bonmot ohne Frage den Kern, wir haben aber keinen gesunden Markt sondern einen politischen, der hat zwar bekanntermassen kurze Beine, leider läuft er auf diesen Beinen nun schon seit letztem Sommer, von kurzen Phasen der Normalisierung unterbrochen.

Statt selber viel zu schreiben, will ich daher heute dem von mir ausserordentlich geschätzten Pro Charles Kirk mit seinem -> Kirk Report <- das Wort geben. Seine Zeilen unten sind aus seinem aktuellen Report und stellen für mich den "Quote of the Day" dar:

"In review, last week the hopeful “win-win the Fed will have our backs again” bulls did a fine job of forcing me out of my well-established short positions and, yesterday, I was forced out my new long positions. Such is the way of disciplined, price/pattern focused trading at times in tough, choppy markets.

We now find ourselves in a trading environment that simply trading the patterns and price action isn’t going to be quite enough to bring home the gold. Instead, you’ve got to be trading upon the moment’s expectations and get ahead the next “eurozone is saved/killed headline” and, my friends, is one very tough way to earn a living. Only liars and charlatans would tell you anything different or act like they’re making money hand over fist in this environment.

As all traders should do when conditions turn this hostile toward our own strategies, I have moved myself and my money to the sidelines to sit and reevaluate. Given the whipsaws and stopped positions, that’s where I plan to remain until I see how the market handles itself for a few days if not even longer. The edge we have now is one of patience until the market provides us with the next best setup on way or the other. As we’ve learned this week, now is not the time to force it."

Charles Kirk

Dem ist von meiner Seite nichts hinzu zu fügen !

Ich wünsche Ihnen schon jetzt ein schönes Wochenende, falls ich heute keinen Bedarf für einen weiteren Post mehr sehen sollte, was ich im Moment noch nicht abschätzen kann.

In der kommenden Woche werden meine Updates etwas spärlicher sein, weil ich mir etwas mehr Zeit mit meiner Familie genehmige. Ich werde aber die Märkte weiter verfolgen und mich wenn nötig, hier auch melden. Kommentare werden weiter zeitnah freigeschaltet, es gibt dafür ja iPhone & Co. 😉

Ihr Hari

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