Marktupdate – 29.06.12 – kick the can down the road

Nach meinen harten Worten zum EU-Gipfel, nun noch ein paar Gedanken zum Markt und wie es weitergeht.

1. Die gestern veröffentliche Sentiment-Sicht war offensichtlich ein Volltreffer. Der Markt hatte vom Gipfel nichts mehr erwartet, weswegen die Reaktion dann extrem positiv war, nachdem dann das 1:2 gegen Deutschland sich auch in Brüssel am Verhandlungstisch abzeichnete.

2. Diese Beschlüsse haben in meinen Augen das Potential, nun für einen ruhigeren Börsen-Sommer zu sorgen, in dem die Kurse latent hochschieben könnten. Mein schon geäusserter leichter Optimismus für das dritte Quartal ist heute bestätigt.

3. Grundsätzlich ist aber gar nichts gelöst, sondern es wurde "die Büchse" nur ein wenig die Strasse weiter runter getreten. Und es ist auch ganz klar, dass in Spanien und Italien nun die Reformbemühungen endgültig erlahmen werden, da man ja nun eine neue Melkkuh gefunden hat. Insofern wird die Krise wiederkommen, wohl im Herbst und dann werden wir halt noch mehr deutsches Geld auf das Problem werfen. Das wird solange nach dem Muster weiter gehen, bis der echte "Reset" kommt.

4. Ich würde mir nun den Bund-Future genau anschauen. Es könnte gut sein, dass der heutige Tag da auch der endgültige Wendepunkt ist und der Markt nun die Zahlungsfähigkeit Deutschlands auch zunehmend kritischer sieht.

5. Eine endgültige Bewertung des Marktes ist aber erst möglich, nachdem die Wallstreet heute ihre Karten aufgedeckt hat. Sollte sich meine Meinung ändern, melde ich mich im Laufe des Tages noch einmal.

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Ein historischer Tag – Das Ende Deutschlands, wie wir es kennen.

Vorsicht, hier kommen sehr subjektive, persönliche und harte Worte.

Markieren Sie sich den heutigen 29.06.12 im Kalender, es bestehen gute Chancen, dass das ein historischer Tag ist. Denn heute in den frühen Morgenstunden wurde nach meiner Ansicht das Ende des Deutschlands eingeleitet, wie wir es kennen.

Sie finden das übertrieben ? Ich nicht, denn die entscheidenden Wendepunkte der Geschichte sind nicht die Tage, an denen etwas mit Pomp offiziell verkündet wird, was sich schon lange vorher entwickelte. Nein, es sind die Tage, an denen die Parteien unter Aufbietung aller Kräfte miteinander ringen und sich endgültig zeigt, wer die grösseren Kräfte, den grösseren Mut besitzt und wer zurück zieht.

Im amerikanischen nennt man solche Tage einen "Inflection Point", einen Begriff aus der Mathematik, der mit dem deutschen "Wendepunkt" zwar eine Näherung, aber keine perfekte Entsprechung hat.

Der zweite Weltkrieg wurde militärisch auch nicht im Mai 1945 entschieden, als die Kapitulation bekannt gegeben wurde. Nein, nicht einmal Anfang 1943 in Stalingrad. Der zweite Weltkrieg wurde im Oktober 1941 vor Moskau entschieden, das war der "Inflection Point". Was danach kam, waren nur noch qualvolle Jahre bis zum unvermeidlichen Ende.

Aber zurück zur Gegenwart. Erinnern wir uns, mit welcher Bugwelle die Parteien in den EU-Gipfel gegangen sind ? Monti redete vom "Euro der zum Teufel geht" und warf damit alles an Erpressungspotential in die Waagschale, was er zu bieten hatte. Und Merkel machte den "nicht in meinem Leben" Satz zur gemeinsamen Haftung. Dieser Gipfel, das war der Höhepunkt des Ringens der beiden Positionen. Noch nie war die Spannung so gross und das Klima in der EU so giftig. Das war der Tag, an dem sich eine Seite durchsetzen würde, der Inflection Point.

Und zurückgezogen, verloren, das hat unsere Regierung und damit wir als Deutsche. Dinge, die man vorher kategorisch ausgeschlossen hatte - wie eine direkte Kapitalisierung spanischer Banken durch EFSF und ESM - wurden durchgewunken. Damit finanzieren deutsche Arbeitsnehmer mit ihren Steuergeldern nun direkt spanische Zombi-Sparkassen ohne einen Hauch von Einfluss zu haben. Und damit hat die spanische Regierung weder Not noch Interesse daran, sich dort weiter hart zu engagieren. Und Italien darf nun Gelder aus dem ESM entnehmen, ohne das die "bösen" schwarzen Herren aus der Troika kommen.

Es ist wie im orientalischen Basar, wenn der Basarhändler spürt, dass der Kunde nicht wirklich bereit ist ohne Ware aus dem Laden zu gehen und die Tür zu schliessen, hat man ganz schlechte Karten was den Preis angeht. Und so ist es auch hier, mit Deutschlands Staatsräson, die Eurozone um jeden Preis zu "retten", haben wir uns erpressbar gemacht und sind nun erpresst worden.

Ich schreibe lieber nicht, was ich über die sich im Wind drehende Merkel & Co., und noch schlimmer über die Hollande die Füsse leckende SPD-Troika denke, die Deutschlands Position mutwillig geschwächt hat. Man muss sich das mal vorstellen, Monti konnte Deutschland mit Verweigerung der Zustimmung zu Wachstumspakt und Transaktionssteuer erpressen, obwohl beide Punkte gar nicht im originären Interesse unserer Regierung gelegen haben. Das ist ein echter Witz ! Diese beiden Punkte wurden aber seitens unserer Opposition zur Bedingung der Zustimmung zum ESM gemacht. So spielt man perfekt mit Italien und Frankreich über Bande - Pfui Spinne !

Aber wie auch immer, meine Wut und Abscheu ist mein persönliches Problem. Was in den nächsten Jahren hier passiert, betrifft uns aber alle. Wenn die deutschen Bürger diesen Weg nicht wollen, haben sie nun nur noch eine kleine Chance, sie müssten bei der nächsten Bundestagswahl anderen Parteien als den vorhandenen zu einer Mehrheit verhelfen, was unrealistisch ist. Auf das von Ex-Politikern durchsetzte BVG würde ich nicht setzen.

Da ich daran nicht glaube, kann ich dem hart arbeitenden deutschen Arbeitnehmer nur raten: Lasst es sein, geniesst das Leben, es lohnt sich nicht, sich abzurackern ! Denn es reicht ja nicht, dass ein durchschnittlicher Facharbeiter beim "Daimler" schon heute im Grenzsteuersatz ankommt und von seiner Lohnerhöhung gleich die Hälfte einkassiert wird. Es reicht auch nicht, dass dieser Facharbeiter ein geringeres Durchschnittsvermögen als zum Beispiel Belgier und Italiener besitzt und im letzten Jahrzehnt reale Wohlstandsverluste hingenommen hat, nur um noch härter zu rackern. Nein, nun finanziert er damit auch noch die Fehlspekulationen spanischer Banken.

Ich bin heute übrigens aus Kroatien zurück gekommen. Ich habe in Kroatien nagelneue Infrastruktur vorgefunden, alles perfekt. Dann bin ich in Slowenien auf perfekten, nagelneuen Autobahnen gefahren. Dann habe ich in Österreich die hervorragend gewarteten Autobahnen und Tunnel genossen. Und dann kam ich nach Deutschland auf die A8 München-Salzburg und holperte im dichten Verkehr über alte Betonplatten aus "Adolfs Zeiten", ohne Seitenstreifen, mit verrosteten und verbogenen Leitplanken. Mehr muss man dazu wohl nicht sagen.

Die südlichen Länder der Euro-Zone haben gewonnen, das ist nun klar. Der 29.06.12 ist ein historische Tag. Die Schuldner zwingen den Gläubigern ihren Willen auf. Man kann jedem Deutschen nun nur noch mit Sarkasmus raten, sich diesen Lebensstil selber anzueignen, selber Schulden aufzunehmen und das Leben im Hier und Jetzt in vollen Zügen zu geniessen. Wenn wir dann Morgen unsere Schulden nicht mehr bedienen können, werden wir schon einen Dummen finden, bei dem wir sie abladen können.

Das Europa mit so einer Haltung im Wettbewerb mit aufstrebenden Volkswirtschaften wie China nicht mithalten kann, sollte offensichtlich sein. Aber darüber macht man sich keine Gedanken, wenn man das Leben im Hier und Jetzt geniesst. Nach uns die Sintflut !

Ihr Hari

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Marktupdate – 27.06.12 – Marktsentiment vor dem EU Gipfel

21.00 Uhr

Eine wichtige Frage für kurzfristige Anleger vor dem EU Gipfel dürfte sein, was der Markt erwartet bzw welche Szenarien eingepreist sind und welche nicht.

Das ist besonders interessant, weil wir dieses Mal eine ungewöhnliche Situation haben. Zuletzt war es immer so, dass der Markt vor solchen Terminen im Sinne "buy the rumor" mit Hoffnung anzog, während er nach den eher durchwachsenen Ergebnissen dann gerne im Sinne "sell the news" wieder abgab.

Dieses Mal ist aber alles anders, denn Angela Merkel hat mit für mich im Stil überraschenden und aussergewöhnlich harten und deutlichen Worten jegliche Hoffnung auf eine einfache Lösung im Sinne "Deutschland kippt um" aus dem Markt genommen. Ich halte das für sehr bemerkenswert, da es so ganz untypisch für die ansonsten vorsichtige und sich alle Szenarien offen haltende Merkel ist.

Ich betrachte das als Indikator, das wir möglicherweise auf einen entscheidenden Wendepunkt in der endlosen Geschichte der Euro-Krise zulaufen. Bis gestern habe ich auch an einen Gipfel zum "Gähnen" geglaubt, nun bin ich nicht mehr sicher.

Jetzt kann man natürlich nicht ausschliessen, dass es in Amerika Marktteilnehmer gibt, die immer noch Illusionen über Deutschlands offene Brieftasche nachhängen. Den Profis im "Big Money" muss man aber genügend Intelligenz und Verständnis zubilligen, dass sie nun keine Erwartungen an einen "Quick Fix" beim EU-Gipfel mehr haben. Dieses zumal die Phrase "not in my lifetime" ja gestern via Zero Hedge quer durch die Wallstreet lief.

Das wir heute einen starken Tag erleben, hat deswegen auch nichts mit Europa zu tun. Aus Sicht der Nachrichtenlage spielt hier China eine Rolle, wo man nun weitere fiskalische Stimulierungsmassnahmen erwartet. Und auch die Markttechnik hat die Stärke schon signalisiert - wer jetzt hier Koch und Kellner ist, überlasse ich denen die es interessiert, mich interessiert aber nur das Ergebnis. Das China und nicht Europa eine Rolle spielt, kann man auch gut an den heute stärksten Sektoren beobachten - wenn Rohstoffe gut laufen, ist eigentlich immer China irgendwie im Spiel.

Was Europa und den Gipfel angeht, kann man die Stimmung des Marktes aber eher als lethargisch und von Europa genervt bezeichnen. Die aktuelle Cognitrend Analyse -> hier <- passt da gut ins Bild. Aber auch Artikel wie -> hier <- beim "Reformed Broker" bringen es auf den Punkt.

Wenn diese Analyse von Lethargie richtig ist, muss man das aus Sicht des Sentiments als eine eher positive Entwicklung werten. Denn dann könnte der Gipfel nur noch dann nachhaltig enttäuschen, wenn er im Streit auseinander geht - was ich aber für sehr unwahrscheinlich halte, zumal nun auch aus Frankreich deutlich konsensorientiertere Signale kommen, nachdem endlich die Wahlen hinter uns liegen.

Umgedreht könnte aber jede überraschende, positive Wendung nun ein Feuerwerk am Markt zünden. Sollte es Hollande und Merkel also gelingen da ein "Überraschungsei" zu finden, dürften die Shorts am Montag - oder je nach Zeitablauf des Gipfels vielleicht schon am Freitag - ein böses Erwachen haben. Und zwar dann nicht nur wegen des "Ei" an sich, sondern auch wegen des Signals einer neu gefundenen deutsch-französischen Eintracht. Diese Eintracht für sich, könnte der Markt nach Merkels medialer Vorbereitung, wohl schon als positive Wendung werten.

Wir haben also die ungewöhnliche Situation, dass Lethargie im Markt auf eine Frau Merkel trifft, die scheinbar nach eigener Einschätzung in eine Entscheidungsschlacht geht. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit grosser Bewegungen danach, denn bisher war es eher anders herum - vor dem Termin hyperventilierte der Markt schon, nur um sich danach zu fragen warum eigentlich.

Aus reiner Sentimentsicht, kann man den EU-Gipfel also durchaus mit der "Chancen-Brille" betrachten. Bitte bedenken Sie aber, dass Sentiment nur ein Baustein einer Analyse ist und auch nur einen gewissen statistischen Vorteil verschafft, der leicht durch reale Entwicklungen überlagert werden kann. Aber jeder statistische Vorteil hat seinen Wert und vielleicht liegt er dieses Mal auf der Seite der Bullen.

Ihr Hari

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Marktupdate 26.06.12 – Geduld und Gelassenheit

14:00 Uhr

Vor der heutigen Eröffnung der Wallstreet, möchte ich mit Ihnen die Sicht eines Urlaubers auf den aktuellen Markt teilen.

Die Überschrift habe ich mit Bedacht gewählt, denn ich bin derzeit nicht der Meinung, dass man in die aktuellen Bewegungen des Marktes zu viel hinein interpretieren sollte. Vielleicht lesen Sie auch den Artikel von letztem Freitag noch einmal, der in meinen Augen immer noch gültig ist.

-> Geduld ist nun gefragt <-

Mittelfristig:

(1)

Der Markt ist im Moment richtungslos und sucht nach Orientierung. Er hofft, dass der EU Gipfel diese Orientierung geben wird, das wird aber - wie wir als Europäer gut verstehen - nicht passieren. Es wird weder die Welt untergehen, noch ein "Quick Fix" für die strukturellen Probleme der Eurozone gefunden werden. Es wird wohl einfach so weiter gehen mit der Unsicherheit und dem Gewürge rund um Europa.

(2)

Das Volumen im Markt ist gering, man merkt, dass langsam die Sommerzeit an den Börsen anbricht. Das macht es für die Algos leichter, den Markt mal in die eine oder andere Richtung zu bewegen. Diese Bewegungen haben aber keine Bedeutung, denn aus den gleichen Gründen aus denen wir gestern abgegeben haben, könnten wir heute vielleicht wieder steigen. Eine solche Phase kann man entweder an der Seitenlinie ignorieren, oder - wenn man dazu das Wissen und die technischen Möglichkeiten hat - als technischer Trader nutzen. Allzuviel Gedanken braucht man sich in meinen Augen über das richtungslose Hin- und Her aber nicht zu machen. Erst wenn wir die Hochs und Tiefs der letzten Wochen hinter uns lassen, wird es wohl richtig "ernst".

(3)

Im Gegensatz zur allgemeinen Weltuntergangsstimmung, finde ich den Ton des Marktes konstruktiv und latent positiv. Bitte bedenken Sie, *obwohl* nun jedem klar ist, dass auch ein Auseinanderbrechen der Eurozone im Bereich des Möglichen angekommen ist, notieren wir im DAX oberhalb 6000 und im S&P500 oberhalb 1300 ! Wer glaubt, dass seien niedrige Kurse, oder hier sei eine Katastrophe eingepreist, hat in meinen Augen die Orientierung verloren. Bei einem Auseinanderbrechen der Eurozone stehen wir im DAX eher bei 3000 - da bin ich ganz sicher.

(4)

Wir haben also 50% theoretisches Absturzpotential und der Markt macht trotz der massiven Unsicherheit - etwas was Mr. Market hasst wie die Pest - keine Anstalten, sich in diese Richtung zu bewegen. Das ist sehr konstruktiv und positiv zu werten. Insofern wäre es vielleicht gar nicht mal schlecht, wenn es keinen Quick-Fix für die Eurozone gibt, sondern der Markt sich einfach an diese latente Unsicherheit gewöhnen muss. Dann könnte nämlich etwas passieren, was bei Mr. Market ganz typisch ist, es tritt eine Gewöhnung an ein "New Normal" ein und plötzlich steigen die Kurse wieder. Dafür reicht es dann auch, dass ein anderer Aufreger in den Fokus gerät, der den Blick von Europa weglenkt. Und UK wie die US haben ja genug fiskalischen "Dreck am Stecken", dass sich mal der Fokus des Marktes verschieben könnte.

(5)

In Summe bin ich also gar nicht mal so pessimistisch, was den Verlauf des Börsensommers angeht. Das ist aber definitiv nur Kaffeesatzleserei und ausdrücklich keine Prognose. Ich habe keine Ahnung was die nächsten Wochen bringen. Ich bin aber der Überzeugung, dass die Lage derzeit besser ist als die Stimmung. Und das war schon oft die Grundvoraussetzung für überraschend steigende Kurse.

Kurzfristig:

Kurzfristig haben wir nach dem gestrigen schlechten Tag:

- Heute ein potentielles "Turnaround Tuesday" Setup
- Unterstützung durch das End of Quarter Window-Dressing
- Die Chance auf einen "Europe will be saved" Hoffnungs-Tag im Vorfeld des Gipfels.

Würde ich heute also Intraday richtig aktiv sein, wäre ich wohl eher auf der Suche nach kurzfristigen Long-Setups. Bei dieser Einschätzung spielen auch kurzfristige technische Signale eine Rolle.

Wer wissen will, in welche Richtung der Markt läuft, sollte auch immer ein Auge auf den EURUSD haben. Ich bin beeindruckt, dass der Kurs trotz der Fragezeichen um den Euro immer noch um die 1,25 klebt. Sollte der EURUSD sich nun langsam nach oben bewegen und von der 1,25er Marke lösen, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit von ein paar guten Börsentagen ausgehen, von denen vor allem auch der Rohstoff- und Energie-Sektor profitieren sollte. Umgekehrt würde ein Schwall Richtung 1,20 im EURUSD, den Markt mit Sicherheit massiv belasten.

Ich wünsche weiterhin viel Erfolg, es grüsst Hari aus Istrien !

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In eigener Sache – Die Mission dieses Blogs

Hallo liebe Leser,

ich grüsse alle aus Istrien (=Kroatien, Adriaküste Südlich Triest). 🙂 Nach einigem Hin- und Her haben wir eine tolle kleine Suite direkt am Meer, vor allem mit einer gut funktionierenden Klimaanlage - hier sind über 30 Grad und gegen Ende der Woche sollen es bis 40 werden ... puuh. Und ich habe einen WLAN, wunderbar ... 😉

Wenn also jemand der Leser hier in der Nähe gerade im Urlaub ist -> direkte Mail an mich, erlaubt dann Börsengespräche mit Blick aufs Mittelmeer. 🙂

Zur Sache und dem was Z88 in einem Kommentar auf die Frage von Johann geschrieben hat:

Kann ich alles unterschreiben was Z88 gesagt hat ! Sehr treffend ! An der Stelle wo er die Alternativen "Buffet oder Technik" erklärt hat, möchte ich unten noch ergänzen - ich bin sicher, er hat das selber auch im Sinne wie folgt gemeint:

Es gibt unzählige Methoden, mit denen man am Markt erfolgreich sein. X Facetten der technischen Analyse, Mischformen, X Facetten der fundamentalen Analyse. Mit fast allen (so sie kein Unfug sind) kann man erfolgreich sein und es gibt auch zu fast jeder Methode Menschen, die damit ihren persönlichen Stil gefunden haben. Es ist also nicht entweder/oder, sondern Erfolg beim Trading kann auf unterschiedlichsten Wegen kommen.

Aber allen ist etwas gemeinsam, was Z88 gut beschrieben hat: Erfolg kommt bei jeder Methode nur mit harter Arbeit, Fleiss und Disziplin ! Man muss sich zwingend einen "Edge", einen Vorteil gegenüber den anderen, erarbeiten. Und wer glaubt dazu reicht es ein Börsenmagazin zu lesen und dann mal hier kurz nachzulesen was Hari sagt, der ist - mit Verlaub - naiv und hat nicht wirklich verstanden, was ich hier schon in x Artikeln erklärt habe.

Denn das was alle anderen Marktteilnehmer auch wissen, kann unmöglich einen Edge gegenüber dem Markt darstellen. Und damit kommen wir zu dem, was ich hier im Blog versuche zu erreichen und was nicht.

Bevor ich das genauer erkläre, möchte ich alle noch einmal dringend auf meinen folgenden Artikel hinweisen, den viele der neueren Leser sicher übersehen haben:
-> Der Trader das unbekannte Wesen <-.
Darin erkläre ich ein paar Grundvoraussetzungen für Erfolg. Jedem der auf diesem Wege Geld verdienen will, sei der Artikel ernsthaft zur Lektüre empfohlen !

Wenn Sie das gelesen haben, wissen Sie, dass ich mit einer "Mischform" erfolgreich bin. Sozusagen technisches Trading basierend auf einem fundamental ausgewählten Aktienuniversum. Das ist meine "Mr-Market-Methode".

Was ich Ihnen dazu hier im Blog anbiete, ist aber nur ein Bruchteil und nur die Spitze des Eisberges meiner Methode. Mein Ziel ist es, möglichst viele Anleger, aus der Abhängigkeit von selbsternannten Gurus zu befreien und wirklich relevantes Grundlagenwissen zu vermitteln. Deshalb sind die Informationen im Blog auf Breite, aber nicht auf Tiefe angelegt, sie sollen wie ein "Appetizer" sein, der Sie ermutigt sich selber mit den Themen zu beschäftigen. Sie sollen Ihnen das Grundgerüst an Überblickswissen vermitteln, damit Sie in der Lage sind, dann Ihren eigenen Weg zu finden.

Nehmen wir als Beispiel den Anstoss, den ich Ihnen vor kurzem zum Thema Divergenz gegeben habe. Bitte glaube Sie nicht, es sei wirklich so einfach sich einen Edge zu erarbeiten: RSI anschauen, Kursverlauf anschauen, Edge fertig, Erfolg garantiert 😉 Schön wärs. Das Beispiel war ein Appetizer in die Welt der Divergenzen.

Ich bin mit meiner Methode auch nicht deshalb erfolgreich, weil ich oberflächlich auf 2 Parameter schaue. Ich habe vielmehr aufgrund meines beruflichen Hintergrunds und meiner Trading-Erfahrung einfach einen Wissensschatz und eine Breite und Tiefe bei der Methodik, die ich zu meinem Erfolg einsetze. Die Tiefe kann ich hier aber unmöglich kommunizieren und will ich auch nicht, das übersteigt das Format eines Blogs, das wäre eher ein Lehrbuch oder ein Tutoring, wo ich jemandem länger über die Schulter schaue und intensiv diskutiere.

Nehmen Sie das Thema der Fibonacci-Retracements (RT), ein riesen Thema, da kann man extrem viel zu sagen, was mit der Methode geht und was nicht. Wenn ich diese Diskussion hier im Blog führen würde, würde ich aber 90% der Leser zurück lassen, diese würden nicht mehr weiterlesen und der Blog würde sein Ziel nicht erreichen. Er würde nicht mehr Menschen zu mehr Börsenwissen verhelfen, sondern zu einer Spezialisten-Plattform für technische Trader werden. Das ist aber nicht meine Absicht !

Um es also ganz hart zu formulieren, wer glaubt er braucht nur zu lesen was ich schreibe, dem dann folgen und würde so erfolgreich sein - ist völlig auf dem Holzweg und hat trotz meiner vielfachen Erklärungen noch nicht verstanden, worum es geht !

Sie müssen sich Ihren eigenen persönlichen Stil, Ihren eigenen Edge erarbeiten und das ist harte Arbeit, bei der man ganz tief runter in die Mühen der Ebene muss. Was ich für Sie sein kann und sein will, ist eine Art freundlicher "Fremdenführer" ohne versteckte wirtschaftliche Interessen, der Ihnen Hinweise gibt, wo so ein Edge zu finden sein kann und der Sie vor unnötigen Irrwegen bewahren kann. Wenn Sie so wollen, bin ich ein Scout der Ihnen zeigen kann wo das Wild rumsteht. Jagen und das Wild erlegen, müssen Sie aber selber !

Und zum Schluss noch ein Hinweis, den ich Ihnen nicht ersparen kann. Selbst wenn man viel Wissen und Erfahrung hat und wenn man daraus fast einen Fulltime-Job macht, ist das keineswegs die Garantie richtig zu liegen und immer Geld zu verdienen ! Man liegt dann vielleicht zu 60% richtig, die 40% schmerzen aber immer noch. 😉

Alles was gute Trader mit all dem Aufwand schaffen, ist an verschiedene Zukunftsszenarien Wahrscheinlichkeiten zu kleben, die vielleicht etwas zutreffender sind, als das was Otto Normalanleger erwartet. Wenn man das aber dauerhaft schafft, stellt sich Erfolg früher oder später ein.

Fazit:

Dauerhafter Erfolg am Markt ist ein Beruf, der eine hohe Qualifikation erfordert. Das funktioniert nicht schnell und nicht über Nacht, sondern nur wenn man sich reinhängt. Ingenieur, Steuerberater oder Architekt wird man aber auch nicht über Nacht.

Wenn Börsenerfolg leicht wäre, warum scheitert dann die Mehrheit ? Was mich nur erstaunt ist, wie viele trotzdem immer wieder den Schallmeienklängen des vermeintlich schnellen Reichtums erliegen.

In diesem Sinne lade ich Sie ein, diesen Blog als Ihren freundlichen Scout zu nutzen, der Sie vor Irrwegen bewahrt. Das Wild verfolgen, den Gebrauch Ihrer Waffen trainieren und das Wild erlegen, müssen Sie aber selber !

Ihr Hari

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„Greife nicht ins fallende Messer“: DAX nach der Woche der Richtungsentscheidungen

Ein Gastartikel von Tokay

Update aus aktuellem Anlaß zu Börsenregeln reloaded III

Wir sind nun am Ende einer Woche der Richtungsentscheidungen, und so stellt sich die Frage: Sind die Würfel jetzt gefallen? Dies ist das Thema der folgenden Zeilen.

Der langfristige Trend des DAX, gemessen am gleitenden 200-Tage-Durchschnitt, war bis Anfang Juni negativ und hat seither ins positive gedreht (Strecke AE). Der mittelfristige Trend ist seit Ende März negativ (Strecke BCG), wurde aber gesamthaft in den vergangenen Handelstagen nach oben durchbrochen (Strecke mit den Auflagepunkten FGH); dies offensichtlich als Folge des „glimpflichen“ Wahlausgangs in Griechenland sowie einer positiven Erwartungshaltung der Märkte in Bezug auf eine geldpolitische Expansion insbesondere seitens der FED. Es hat sich damit ein kurzfristig positiver Trend herausgebildet, der allerdings Ende der Woche bereits wieder touchiert wurde. Gleichzeitig sehen wir auch eine Begrenzung der Erholung nach oben, markiert durch die Strecke CI.

Folgende Szenarien sind damit im Bereich des Möglichen:

  • Optimistische Sicht : Die Strecke FGH etabliert sich als untere Begrenzung eines neuen mittelfristigen Trends. Falls also der heutige Schlusskurs in der nächsten Woche nicht nennenswert unterboten und zugleich die Linie CI überquert wird (DAX bei ca. 6.400), spräche dies für den Auftakt zu einer Sommerrallye.
  • Pessimistische Sicht: Die Linien FGH und ebenso die Fortsetzung der Linie ACG werden unterschritten (DAX spürbar unter 6.000), dies würde wahrscheinlich einen Abschwung Richtung 5.500 Punkte bewirken.

Es ist im Augenblick schwer zu beurteilen, welche Sichtweise die Oberhand gewinnen wird, da die Einflussfaktoren überwiegend politisch geprägt sind. In jedem Fall wird es interessant sein zu sehen, ob die jetzige Konsolidierung in der nächsten Woche rasch zum Stillstand kommt. Die optimistische Sichtweise könnte durch positive Nachrichten von der „Euro-Front“ unterfüttert werden (Bankenunion, Spekulation auf weitere Zinssenkungen durch die EZB), während die pessimistische Sichtweise durch das Ausbleiben solcher Nachrichten an Nahrung gewönne. Wie wir in den letzten Tagen gesehen haben, beginnt sich nunmehr auch die Wirtschaftslage beim Zugpferd Deutschland zu verschlechtern (ZEW, Ifo-Index, Einkaufsmanager-Index). Vorsicht ist somit das Gebot der Stunde.

Tokay

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Marktupdate – 22.06.12 – DAX, S&P500 & Co. : Geduld ist nun gefragt !

14:30 Uhr

Geduld ist nun gefragt, denn es ist keineswegs klar, in welche Richtung sich der Markt nun entwickelt.

Auf der einen Seite wäre es durchaus typisch, dass wir heute eine anämische technische Gegenbewegung sehen, bevor wir dann - vielleicht Anfang kommender Woche - den zweiten Teil des Absturzes erleben, der von der Sturzhöhe ähnliche Dimensionen wie gestern annehmen dürfte und im S&P500 damit unter 1300 schauen dürfte. Das wäre das klassische Szenario einer solchen scharfen Korrektur.

Auf der anderen Seite ist es aber nicht unmöglich, dass gestern eigentlich nur eine gesunde Korrektur der neuen Aufwärtsbewegung war, die durch ihre hohe Dynamik schlicht nach unten übertrieben hat. Dann sollten wir die Zone um 1340 im S&P500 schnell zurück erobern, diese im Schlusstand halten können, um dann weiter nach oben zu laufen. Dann wäre der extreme Absturz gestern schlicht eine Übertreibung gewesen, die schnell korrigiert wird.

Beides ist möglich und für beide Seiten lassen sich Indikatoren finden, wenn man nach ihnen sucht. Es ist wie immer, wenn man von einer Tendenz überzeugt ist, findet man auch die Argumente dafür. Man nennt das "Confirmation Bias".

Das Schlimme dabei ist, dass die Markttechnik alleine uns in diesen Tagen auch nicht weiterführt, wir sind in einem politischen Markt und daher direkt von Nachrichten um die Eurozone abhängig. Das im Kern richtige Bonmot von den Kursen, die sich die Nachrichten machen ist halt wie alle derartigen Weisheiten auch nicht immer gültig und wir erleben gerade so eine Phase, in der ein Huster von Frau Merkel sehr wohl massive Auswirkungen haben wird. In einem gesunden Markt, der in sich selber schwingt trifft das Bonmot ohne Frage den Kern, wir haben aber keinen gesunden Markt sondern einen politischen, der hat zwar bekanntermassen kurze Beine, leider läuft er auf diesen Beinen nun schon seit letztem Sommer, von kurzen Phasen der Normalisierung unterbrochen.

Statt selber viel zu schreiben, will ich daher heute dem von mir ausserordentlich geschätzten Pro Charles Kirk mit seinem -> Kirk Report <- das Wort geben. Seine Zeilen unten sind aus seinem aktuellen Report und stellen für mich den "Quote of the Day" dar:

"In review, last week the hopeful “win-win the Fed will have our backs again” bulls did a fine job of forcing me out of my well-established short positions and, yesterday, I was forced out my new long positions. Such is the way of disciplined, price/pattern focused trading at times in tough, choppy markets.

We now find ourselves in a trading environment that simply trading the patterns and price action isn’t going to be quite enough to bring home the gold. Instead, you’ve got to be trading upon the moment’s expectations and get ahead the next “eurozone is saved/killed headline” and, my friends, is one very tough way to earn a living. Only liars and charlatans would tell you anything different or act like they’re making money hand over fist in this environment.

As all traders should do when conditions turn this hostile toward our own strategies, I have moved myself and my money to the sidelines to sit and reevaluate. Given the whipsaws and stopped positions, that’s where I plan to remain until I see how the market handles itself for a few days if not even longer. The edge we have now is one of patience until the market provides us with the next best setup on way or the other. As we’ve learned this week, now is not the time to force it."

Charles Kirk

Dem ist von meiner Seite nichts hinzu zu fügen !

Ich wünsche Ihnen schon jetzt ein schönes Wochenende, falls ich heute keinen Bedarf für einen weiteren Post mehr sehen sollte, was ich im Moment noch nicht abschätzen kann.

In der kommenden Woche werden meine Updates etwas spärlicher sein, weil ich mir etwas mehr Zeit mit meiner Familie genehmige. Ich werde aber die Märkte weiter verfolgen und mich wenn nötig, hier auch melden. Kommentare werden weiter zeitnah freigeschaltet, es gibt dafür ja iPhone & Co. 😉

Ihr Hari

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Marktupdate – 21.06.12 – Absturz im Energiesektor

22 Uhr Handelsschluss

Ich möchte Ihnen im Nachgang zum heutigen Absturz ab 17 Uhr noch ein Chart zeigen. Ein Chart das zeigt, dass wir heute aussergewöhnlichen Abgabedruck hatten.

Es ist das Tages-Chart des ETF XLE, der grossen US Ölwerte, also Chevron, Exxon und Co.. Ich war darin heute Long und wurde ausgestoppt, als wir die rechte Schulter der IHS Formation unterboten haben.

Sie sehen, dass das heute mit über 4% der grösste Tages-Absturz im XLE seit September 2011 war ! Ich muss gestehen, mich macht das nach wie vor etwas nervös, zumal ich nach wie vor keinen richtigen Zugang zu der Stärke der Marktbewegung habe. Eine stinknormale Korrektur war das vom Momentum her heute also nicht. Ich könnte Ihnen auch andere Charts aus dem Bereich Rohstoffe, Energie, Precious Metals zeigen, die ähnlich aussehen. Im GDX wurde ich mit 44,8 USD und 5% Minus gerade so eben nicht ausgestoppt, auch dieser Zusammenbruch kommt nicht alle Tage.

Das alles betrachte ich als ein deutliches Warnzeichen. Sicher kann es sein, dass es sich um eine normale Korrektur nach den grossen Gewinnen der letzten Woche handelt. Aber dieses Momentum gemahnt nun zur Vorsicht. Schauen wir, was der morgige Tag bringt.

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Marktupdate – 21.06.12 – Plötzliche Schwäche im Markt

18:45 Uhr

Ehrlich gesagt, lässt mich die plötzliche massive Schwäche des Marktes etwas ratlos zurück. Ich habe diese nach dem vorherigen Tagesverlauf nicht kommen sehen und sehe im Moment auch nicht, was der Auslöser ist.

Im S&P500 haben wir nun sogar die Nackenlinie der Cup&Handle Formation im S&P500 durchbrochen. Diese sollten wir nun ganz schnell wieder zurück erobern, denn wenn uns das zum Schlussstand nicht gelingt, sind das keine guten Nachrichten.

Auf jeden Fall ist es mal wieder typisch für den fiesen Mr. Market, wie er mit eindrucksvoller Gelassenheit eine leichte FED Enttäuschung und auch einen schlechten Philly Fed Index erträgt, nur um dann ohne Vorwarnung in echten Korrekturmodus zu wechseln.

Was mich auch irritiert ist, dass das grosse POMO Kauf-Programm heute entweder noch nicht da war oder keine Wirkung entfalten konnte. Das ist gänzlich untypisch. Und wenn der Markt sich untypisch verhält, sollte man lieber ganz vorsichtig werden.

Einen Moment lang habe ich überlegt, dass der Markt auf die Nachricht reagiert, dass der Bundespräsident die Gesetze zum ESM auf Wunsch des BVG nicht vor dem 01.07. unterschreiben wird. Denn diese Nachricht fiel zeitlich mit dem Absturz zusammen. Aber diesen Gedanken habe ich verworfen, letztlich ist der 01.07. kein wirklich hartes Datum, da der ESM sowieso erst später seine echte Arbeit aufnehmen sollte.

Insofern bleibe ich im Moment etwas ratlos zurück und beobachte intensiv, wie sich der Markt nun im späten Handel verhält. Sollte nun keine Gegenbewegung kommen, würde das bei mir Warnlampen auslösen. Sie sehen, auch mir geht es manchmal so, dass ich etwas ratlos bin.

PS: Möglicherweise hat der Absturz mit -> dieser <- Nachricht zu tun, obwohl ich den Inhalt jetzt auch nicht so überraschend finde.

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Marktupdate – 21.06.12 – Konsolidierung der Indizes, alarmistischer Unfug um Spanien

17:45 Uhr

Heute zum Markt nur ein kurzes Update.

Was wir bisher sehen, ist in meinen Augen gesunde Konsolidierung. In Anbetracht des um 16 Uhr veröffentlichten sehr schlechten Philly Fed Index kann man den Markt sogar als gelassen bezeichnen.

Auch der DAX macht heute einen starken Eindruck, er will sich so recht gar nicht von der 6400er Marke lösen, echter Abgabedruck ist nicht zu sehen. Viel spricht also dafür, dass der DAX in den nächsten Tagen einen ernsthaften Anlauf macht, die Wiederstandszone bis 6450 zu überwinden und einen Sprung Richtung 6600 in Angriff zu nehmen.

Vor wenigen Minuten hatten wir einen Test der Nackenlinie des bullischen Cup&Handle bei 1338 im S&P500. Wenn diese hält, ist das ein gutes Zeichen. Das POMO Kaufprogramm war wohl heute auch noch nicht aktiv.

Statt langen Worten zum Markt, heute ein paar ökonomisch-politische Gedanken meinerseits zu Spanien.

Als ich die Ergebnisse der heutigen spanischen Anleihenauktion sah - Spanien konnte sich bei der 5-Jahres-Auktion mit 6% neu refinanzieren und diese Auktion war dreifach überzeichnet - sprang mir auch wieder der Gedanke durch den Kopf, wie verzerrt die aktuelle Wahrnehmung in Medien und Öffentlichkeit ist. Denn 6% sind nur im Vergleich zu den glücklichen ersten Euro-Jahren viel. Langfristig sind das ganz normale Zinsen für das Land und vor dem Euro hat Spanien auch schon einmal 10% und mehr bezahlt und ist auch nicht Pleite gegangen.

Natürlich, da hatte Spanien auch eine eigene Währung und konnte die Anleihen mit frisch geschöpftem Notenbankgeld zurück zahlen, mir sind die Unterschiede wohlbewusst und mir ist auch klar, dass das Thema nicht ganz so simpel ist. Trotzdem ist der Vergleich geeignet die Perspektiven gerade zu rücken und zu zeigen, dass wir eigentlich nur eine Normalisierung der Bondrenditen für die südlichen Euro-Länder erleben. Hoch sehen sie nur im Vergleich zu wenigen Jahren im Euro aus, historisch sind sie nicht hoch, sondern ganz normal. Und genau diese ersten Jahre im Euro haben den PIGS einen geschenkten Wohlstand verschafft, dem keine wirklich Wertschöpfung gegenüber stand. Letztlich erzwingen die Anleihenmärkte nun nur eine Normalisierung.

Vor diesem Hintergrund sind Sätze wie -> hier <- im Handelsblatt nach dem Motto "Spanien und Italien können sich kaum noch am Markt refinanzieren" für mich alarmistischer Unfug, mit dem letztlich nur politische Umverteilungsinteressen der PIGS untermalt werden. Warum deutsche Redakteure das einfach nachplappern, erschliesst sich mir nicht. Denn bei einer dreifach überzeichneten Auktion ist Gerede von "nicht mehr refinanzieren können" wohl deutlich übertrieben, um es mal wohlwollend zu bezeichnen.

Letztlich bricht sich die ökonomische Realität halt Bahn und Mathematik lässt sich nicht bestechen. So war der kreditfinanzierten Boom der Binnenkonjunktur Spaniens in den ersten Euro-Jahren halt ein Luftschloss, er hat sich zwar gut angefühlt, war aber nicht angemessen. Dieser gefühlte Wohlstand war nie real erwirtschaftet.

Indirekt bezahlt wurde er im übrigen von deutschen Arbeitnehmern, die in dieser Zeit reale Einkommensverluste erlitten und zwar nicht wegen der "bösen" Politik eines Gerhard Schröder, sondern wegen der fiskalischen Effekte der Währungsunion, die Deutschlands Investitionsklima massiv schadeten. Nur deshalb wurde Deutschland, das schon vorher Exportmacht war, plötzlich zum "kranken Mann Europas", obwohl sich in Deutschland eigentlich gar nichts geändert hatte. Auch diese negative Wirkung des Euros auf Deutschland wird heute gerne unterschlagen, wenn das irreale Loblied auf die Bedeutung des Euros für Deutschland gesungen wird.

Und auch die deutsche Infrastruktur hat unter der Fehlallokation von Investitionen in südländischem Beton massiv gelitten, was wir am aktuellen Zustand der Strassen und anderer Bauten leicht nachvollziehen können, da Investitionsgelder eher in die Boomblasen flossen. Auch deutsche Anleger steckten ihr Geld via geschlossener Fonds dann in Investitionen in diese Länder und eben nicht in Deutschlands Infrastruktur. Erst jetzt, wo die Bürger in Deutschland versuchen jeden freien Euro in Beton umzuwandeln um einer Inflation oder Währungsreform zuvor zu kommen, wandelt sich das Bild, die Handwerker haben volle Auftragsbücher und die Investitionen boomen wieder. Denn auch für Investitionseuros gilt: sie können nur einmal ausgegeben werden.

Das der indirekte Wohlstandstransfer der deutschen Bevölkerung Richtung PIGS in den ersten Eurojahren keine Legende ist, kann man sehr leicht daran nachvollziehen, wie sich das durchschnittliche Vermögen der Deutschen und der Italiener oder Spanier in den ersten Eurojahren entwickelt hat. Da sieht man schnell, wer die Verlierer und wer die Gewinner waren. Auch heute liegt das durchschnittliche Geldvermögen (ohne Immobilien) der Italiener immer noch leicht höher, als das der Deutschen. Sehen Sie -> hier <- und staunen Sie, wer alles vor uns liegt. Wer sich vor diesen Realitäten nicht verschliesst, kann doch nicht mehr ernsthaft fordern, dass die einen die anderen retten sollen. Was ist das eigentlich für ein Verständnis von Solidarität ?

Insofern steckt für mich bei aller Kenntnis der schweren, strukturellen Probelem des Euros hinter dem aufgeregten Geschnatter um "untragbare Bondrenditen" auch eine Menge populistisches Kalkül der PIGS, mit dem die fiskalisch starken Länder weichgeklopft werden sollen. Denn auch wenn es wahrscheinlich einige Spanier und Italiener nicht hören wollen, ist die Realität ganz klar: das wirkliche Problem sind nicht die Kredite und die Verschuldung, sondern die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder. Und um diese am Weltmarkt wieder herzustellen, muss Spanien um 10-20% billiger werden, es gibt keinen anderen ökonomischen Weg, das Perpetuum Mobile wurde noch nicht erfunden.

Das aber geht nur auf zwei Arten: entweder, wenn man im Euro bleiben will, müssen die Arbeitskosten sinken und gleichzeitig die Produktivität steigen. Oder man steigt aus dem Euro aus und wertet die eigene Währung ab. Man hat die Wahl, es gibt keine anderen ökonomischen Alternativen. In beiden Fällen aber, verschwindet der Pseudowohlstand aus den ersten Eurojahren wieder, dass das in Spanien nicht beliebt ist, kann ich gut nachvollziehen. Warum andere das finanzieren sollen, aber auch nicht.

Insofern wird Spanien so oder so auf das Wohlstandsniveau der 90er Jahre zurück fallen. Alles andere sind Illusionen und so schlecht hat es sich in Spanien in den 90ern ja nun auch nicht gelebt. Und letztlich bestätigt das auch nur wieder eine sehr alte Weisheit:

"There is no free lunch !"

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Marktupdate – 20.06.12 – Post FED Wrap Up

20:40 Uhr

Ben Bernanke spricht noch in der Pressekonferenz, CNBC läuft bei mir im Hintergrund und ich höre mit einem Ohr zu. 😉 Ein paar Gedanken zum Thema in looser Folge:

(1)

Die FED verlängert Operation Twist bis Ende des Jahres und trifft damit die Erwartungen des Marktes. Als unmittelbare Reaktion gab es leichte Schwäche, die den S&P500 bis 1345 herab brachte und damit nahe an die Nackenlinie der Cup&Handle Formation heran. Dann setzten Kaufprogramme ein, die den Index über 1360 bis fast zu den gestrigen Hochs brachten. Während der Pressekonferenz schwang sich der Index dann mit minimaler Schwäche wieder in der Nähe der Eröffnung um die 1350 ein. Bernanke hat damit wieder gezeigt, dass er in der Lage ist, die Erwartungen des Marktes im Vorfeld zu managen. So bleibt der heutige Tag bisher weit ruhiger als erwartet.

(2)

Die bullischen Marktstrukturen bleiben damit erhalten und technisch steht einem Lauf des S&P500 bis 1400 nach meiner Ansicht nun nichts mehr im Wege. Der DAX sollte im Zuge dieser Bewegung mindestens die 6600 testen. Damit der DAX auch einen Teil seiner Unterperformance aufholt - denn bei S&P500 1400 sollte der DAX eher bei 7000 stehen - dürften überzeugende Beschlüsse beim EU Gipfel Ende des Monats nötig sein. Bis dahin, bis zum Gipfel, stehen die Chancen nun von der Markttechnik her gut für weiter positives Börsenwetter. Wobei Europa und auch der DAX nach wie vor relativ schwach gegenüber den US Indizes bleiben dürften, solange keine grössere Sicherheit über die Zukunft der Euro-Zone herrscht. Auch das "End of Quarter Window Dressing" könnte den Markt bis Ende kommender Woche weiter stützen.

(3)

Mein Eindruck aus den politischen Nachrichten ist, dass sich die Euro-Zone tatsächlich in die Denkrichtung einer "Banken-Union", also einer Vergemeinschaftung der Banken-Risiken und Kontrolle bewegt. Auch -> solche <- aktuellen Statements bestätigen mir diese Sicht. Sollte dergleichen beim EU Gipfel beschlossen werden, könnte das die Grundlage für eine Sommerrally legen, die dann durchaus bis September laufen könnte.

(4)

Spätestens ab September dürfte sich der immer vorausschauende Markt aber verstärkt mit der US Präsidenten-Wahl beschäftigen und sich zunehmend um den "Fiscal-Cliff" im US Budget Anfang kommenden Jahres sorgen.

(5)

Trotz dieser kurzfristig eher positiven Börsenaussichten, sollten wir nie vergessen, das wir immer noch Sklaven der Pirouetten der Euro-Krise bleiben. Wenn es Griechenland wie schon so oft schafft, uns auf dem falschen Fuss zu erwischen, kann alles ganz schnell anders aussehen.

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Marktupdate – 20.06.12 – Taktik vor der FED

16:40 Uhr

Ich habe heute lange über die Divergenz zwischen dem Goldpreis - der eher Skepsis hinsichtlich weiterer Lockerungsmassnahmen der FED signalisiert - und dem Aktienmarkt nachgedacht.

Meine Schlussfolgerung ist, dass der Aktienmarkt nicht nur wg der FED bullisch ist und die Erwartungen an die FED keineswegs so positiv sind, wie es in Anbetracht der Rally erscheint. Der Goldpreis ist in der Regel ein weit besserer Indikator für FED-Erwartungen als der Aktienmarkt.

Der Aktienmarkt reagiert in seiner Begeisterung möglicherweise auch auf die Signale der Politik, die doch - auch bei mir - implizieren, dass Europa zum Ende des Monats noch einmal einen grossen "Schuss" wagen wird, der in Richtung Bankenunion geht. Die heutige Stärke der europäischen Banken spricht für diese Theorie, denn eine Korrelation zur FED besteht eher im Rohstoffsektor und der ist heute pre-FED eher schwach und vorsichtig.

Und die technische Lage ist nun eindeutig, wir haben in allen US Indizes klar bullische Strukturen, die weit höhere Kurse zum Monatsende implizieren.

Als Folge daraus werde ich vor der FED doch keine Shorts eingehen, obwohl mich das Setup im DAX knapp unter 6400 schon juckt. Aber dieser Trade ist mir zu offensichtlich geworden, als das er so einfach funktionieren könnte. Denn Gold und der Rohstoffsektor signalisiert mir, dass die Erwartungen an die FED doch nicht so hoch sind, wie es in Anbetracht des Aktienmarktes zunächst für mich aussah.

Insofern gehe ich mit einer mässigen Long-Aufstellung und jeder Menge Cash in den heutigen Abend. Einen mässigen Rücksetzer heute Abend nach der FED, plane ich dann zu nutzen, um mein Long-Exposure weiter auszubauen. Nur eine sehr kräftige Enttäuschung könnte mein Bild noch ändern, aber damit rechne ich nicht, dafür ist Bernanke zu geübt darin, den Markt vorzubereiten.

"Schaun mer mal" was passiert, ich wünsche uns allen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Wacker Chemie im Rallymodus

12 Uhr

Seit gestern Nachmittag, exakt 15 Uhr, befindet sich die Aktie von Wacker Chemie (WKN WCH888) im Rallymodus. Schauen Sie mal auf das äusserst eindrucksvolle 10-Minuten-Chart Stand 12 Uhr:

Gleichzeitig sehe ich keinerlei Nachricht, die eine derartige Rally rechtfertigen würde. Solarworld (WKN 510840) oder der iShares S&P Global Clean Energy (WKN A0M5X1), in dem viele Solarwerte enthalten sind, dümpeln derweil vor sich hin. Eine generelle Nachricht zum Solarsektor - zb aus China - scheidet also als Grund wohl aus, der Auslöser muss im Unternehmen selber begründet sein.

Wenn ich bei einzelnen Aktien solche Bewegungen aus dem Nichts ohne Nachricht sehe, drängt sich mir der Verdacht auf, dass hier jemand mehr weiss als wir. Achten Sie insbesondere auf das Volumen, das ist grosses Geld, das hier den Kurs von Wacker nach oben drückt.

Und damit es hier keine Missverständnisse gibt, der Anstieg absolut ist ja kein Problem, das passiert permanent, das mal eine Aktie 5% nach oben schiesst. Deswegen würde ich bestimmt nicht so einen Beitrag schreiben. Nur das sieht im Chart dann anders aus, da geht der Kurs dann in einem Strich hoch und dann sieht man an den Schwankungen danach, dass der Markt die Nachricht nun aussortiert. Diese stetige Bewegung hier über 24 Stunden, hat aber einen ganz anderen Charakter, das sieht für mich eher nach Geld aus, das von der Seitenlinie beständigt in definierten Stückzahlen in die Aktie geschoben wird.

Ich habe keine Ahnung, ob das hier bei Wacker alles mit rechten Dingen zugeht und will auch niemandem etwas unterstellen. Vielleicht kauft sich hier einfach nur eine grosse Adresse ein, ohne das es zum Austausch von Insiderwissen gekommen ist. Aber merkwürdig ist dieses spezielle Chart für mich schon und wirft bei mir grundsätzliche Fragen zur Marktüberwachung auf.

Denn idealerweise müsste eine funktionierende Marktüberwachung bei solchen Bewegungen automatisch tätig werden und sich die Daten der Käufer und ihre Stellung in Bezug auf das Unternehmen besorgen, um theoretisch möglichen Marktmanipulationen mit Insider-Wissen auf die Schliche zu kommen. Vielleicht passiert das ja aktuell auch durch die Bafin, ich erwarte aber eher das Gegenteil, da die Bafin für diese Aufgaben meines Wissens quantitativ und qualitativ unterbesetzt ist.

Quantitativ, weil in der Bafin nach meinem Wissen schlicht zu wenig Mitarbeiter vorhanden sind, um einen Markt mit tausenden Aktien aktiv zu überwachen. Unsere Politik faselt zwar immer von "Regulierung", stattet am Ende aber die nach meiner Ansicht eher sinnfreie -> Bundesmonopolverwaltung für Branntwein <- personell besser aus, als die volkswirtschaftlich sehr wichtige Abteilung für Marktüberwachung der Börsen.

Qualitativ, weil nicht nur das Cyberabwehrzentrum nicht ohne echte Hacker in den eigenen Reihen erfolgreich sein kann, sondern eben auch eine Marktüberwachung in meinen Augen zwingend Marktprofis braucht, die den Börsen über die Schultern schauen und vieles sehen können, was dem Laien vielleicht verborgen bleibt. Nur dieser Typus - zb ehemalige Händler - lässt sich halt nicht mit dem BAT locken.

So müssen wir wohl weiter mit einem Markt leben, in dem es überall Marktteilnehmer gibt, die mehr wissen als der normale Anleger. Dabei sind die klassischen "Insider", wie sie das Gesetz beschreibt, gar nicht mal das Problem, die halten sich in der Regel an die Gesetze. Das Problem ist der riesige und schwer zu fassende Komplex der Banker, Berater, Analysten, Juristen, Wirtschaftsprüfer, Lieferanten etc. um die Unternehmen herum, von denen viele defacto Insiderwissen zum Unternehmen haben, aber durch das Gesetz nicht richtig erfasst werden und ihr Wissen daher durchaus legal weitergeben können.

So bleibt halt das Frankfurter Westend oder die Fressgasse weiterhin ein Basar des Unternehmenswissens, auf dem nach dem Prinzip "eine Hand wäscht die andere" weit mehr an wichtigen Informationen fliesst, als wir uns lieber vorstellen wollen. Denn letztlich sind wir, die wir diese Information nicht haben, die Leidtragenden dieses Systems. Wir sollten halt nie vergessen, dass wir Privatleute an der Börse ganz am Ende der Nahrungskette stehen.

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Marktupdate – 19.06.12 – Bullische ETF Charts

18:00 Uhr

Ich mache heute mal ein kleines Experiment, ich zeige Ihnen aktuelle Charts Stand 18 Uhr mit bullischen Chartmustern, worum es sich handelt, sage ich erst hinterher. 😉

Es handelt sich durchweg um ETFs, die bullische Struktur ist also eine Aussage für ein ganzes Aktiensegment.

Weitere Kommentare meinerseits gibt es nicht, vielleicht bringt es Sie ja auf Ideen.

(1) Tageschart seit Jahresanfang in USD

Es handelt sich um den ETF XLE - Energy Select Sector SPDR - in dem die grossen US Energiewerte enthalten sind, also Chevron, Exxon & Co. Siehe -> hier <-.

(2) Tageschart seit Jahresanfang in USD

Das ist der S&P500 Future, mit seinem Kursziel 1400 ! Wenn die leichte FED Enttäuschung morgen kommen sollte, wäre das idealerweise ein Rücksetzer auf die Nackenlinie bei 1338, der das bullische Muster dann aber nicht ausser Kraft setzen würde.

(3) Wochenchart seit 2008 in EUR

Das ist der ETF "iShares MSCI Far East ex Japan" (WKN A0HGZS), der das süd-ost-asiatische Aktienuniversum der Bluechips - ohne Japan und Indien - abbildet. Grösste Einzelposition ist Samsung, siehe -> hier <-

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Marktupdate: FED – Buy the Rumor, Sell the News !

15:00 Uhr

Ein kurzer Kommentar zur aktuellen Lage im Vorfeld der FED Sitzung.

Es ist für mich nun sichtbar, dass sich das gestern schon skizzierte Szenario des "FED Hoffnungs Trades" gerade realisiert. Der Markt preist also heute und vielleicht auch noch Mittwoch früh, eine neue fiskalische Massnahme der FED ala QE3 ein.

Auch ein Rolle bei der guten Stimmung dürfte die positive Erwartung eines "End of Quarter Window Dresssing" sein, denn letztes Jahr brachte das 2. Quartal in den letzten Tagen erhebliche Anstiege.

Erinneren Sie sich in diesem Zusammenhang bitte an die alte Regel "Buy the Rumor, Sell the News" ! Und bitte bedenken Sie, dass wir nun in einigen Bereichen wieder einen kurzfristig technisch überkauften Zustand erreicht haben !

Damit die FED in Anbetracht der grossen Erwartungen morgen um 18.30 Uhr noch positiv überraschen kann, müsste Bernanke nun wohl eine richtig begeisternde Massnahme, wie zb echte Assetkäufe auflegen. Ob das aber in Anbetracht der doch brauchbaren Konjunkturentwicklung in den US wirklich kommt, wage ich zu bezweifeln. Eine reine Verlängerung von Operation Twist oder andere kleine Massnahmen, dürfte der Markt aber nun wohl schon mit Enttäuschung quittieren.

Das alles sind nicht die Inkredenzien, die es für mich lohnend machen vor der FED nun heftig den Kursen hinterher zu rennen. Ich bin ja auch ausreichend Long aufgestellt. Vielmehr werde ich die aktuelle Stärke im Laufe des heutigen späten Handels nutzen, um etwas Risiko aus meinem Depot zu nehmen. Sollten wir heute also im DAX weiter Richtung 6400 steigen, werde ich im späten Handel möglicherweise sogar kurzfristig Shorts auf die Indizes eingehen, um eine mögliche "Sell the News" Reaktion am Mittwoch zu spielen.

Erneut sei gesagt, dass das hier nur ein kurzfristiges Spiel mit Wahrscheinlichkeiten ist und nicht mit einem mittelfristigen Marktausblick zu verwechseln ist. Und sicher ist morgen auch eine brutale Rally möglich, wenn die FED den Markt positiv überraschen sollte. Das ist aber in Anbetracht der aktuellen Vorfreude des Marktes in meinen Augen nun weniger wahrscheinlich, als eine Enttäuschung.

Was den mittelfristigen Ausblick auf das 3. Quartal angeht, werde ich mich dazu wohl erst nächste Woche äussern, nachdem der Rauch der FED-Entscheidung verflogen ist. Sie erinnern sich aber sicher, dass ich schon vor Monaten das Bild eines schwierigen 2. Quartals entworfen habe, an das sich dann ab Mitte Juni ein überraschend positiver Sommer anschliesst, in dem die Kurse langsam aber stetig hochschieben. Dieses Szenario ist nach wie vor aktiv und hat nach wie vor meine Präferenz. Warum und wieso und ob ich das nach der FED immer noch so sehe, lesen Sie dann hier im Blog kommende Woche.

Insofern sollten Sie meine taktische Sicht auf die FED-Sitzung nicht mit einer prinzipiell negativen Marktsicht verwechseln, denn ich bin für den Markt mittelfristig eher positiv gestimmt. Sollte eine "Sell the News" Situation nach der FED eintreten, werde ich diese Schwäche je nach Nachrichtenlage möglicherweise sofort wieder kaufen. Das insbesondere, weil das hier besprochene Cup&Handle Szenario im S&P500 nun aktiv ist, wir haben also ein Kursziel von 1400 und durchaus die Chance, diese Marke schon bis Ende des 2. Quartals zu erreichen.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen und denken Sie immer an Ihre Absicherung für den Fall des Falles, auch geringe Wahrscheinlichkeiten können eintreten !

Ihr Hari

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Kurzhinweis: Tesla Motors kurz vor Auslieferung des Model S

Tesla Motors (WKN A1CX3T) steigt heute dynamisch, aktuell 7%, nachdem die Auslieferung des ersten Model S diese Woche scheinbar kurz bevor steht.

Falls Ihnen Tesla Motors nichts sagt, lesen Sie bitte -> diesen <- ausführlichen Artikel vom Februar, oder bemühen Sie bitte die Suchfunktion des Blogs nach "Tesla" und "Elon Musk", ich habe die Aktie im Blog mehrfach besprochen.

Zu den vergangenen Artikeln gibt es heute inhaltlich auch wenig hinzu zu fügen, die Auslieferung des Model S ist ein entscheidender Meilenstein, da Tesla damit zu einem ernst zu nehmenden Autohersteller wird. Bisher hatte der Markt grosse Angst, dass dieser wichtige Schritt misslingen würde, denn es ist ein Unterschied ein paar innovative Prototypen zu bauen oder eine Serienfertigung ans Laufen zu bringen.

Sollte sich diese Unsicherheit zum Positiven auflösen, hat Tesla in meinen Augen hebliches Potential. 50 USD bis Ende 2012 erscheinen mir nicht utopisch, falls der Markt die Überzeugung gewinnt, dass Tesla die Produktion im Griff hat. Als Stop bieten sich ganz hervorragend die 26 USD an. Wenn wir die wieder sehen, dürfte mit der Produktion etwas im Argen liegen und dann ist es auch gut ausgestoppt zu werden.

Nun schauen Sie bitte auf den aktuellen Chart und achten Sie insbesondere auf den Doppelboden, das "W" und die diversen Moving Averages. Wobei man Charttechnik bei einem derart von News getriebenen Wert nicht überbewerten darf. Trotzdem springt einem das Potential im Chart geradezu ins Auge.


Source: Finviz.com

Mit diesem Hinweis, möchte ich Sie auf die Situation bei Tesla aufmerksam machen. Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse !

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Hari´s Märkte am Abend – 18.06.12 – Rheinmetall, FED, POMO

18 Uhr - Handelsschluss in Deutschland

Ich will heute Abend mal in Form eines Q+As auf ein paar Fragen eingehen, die sich vielleicht aktuell aufdrängen.

(1) Wie weit kann Rheinmetall (WKN 703000) noch steigen ?

Fundamental habe ich hier schon mehrfach geschrieben, dass ich Rheinmetall zu Kursen unter 40€ nicht hergebe, da ich den Wert des Unternehmens höher einschätze. Der aktuelle Anstieg von ca. 15% in 2 Tagen beruht auf 2 Faktoren, die sich gegenseitig verstärken:

Erstens einem Analystentag, auf dem das Management offensichtlich eine gute Figur abgegeben hat und die Analysten unisono überzeugt hat, dass zu grosse Sorgen um den Auftragseingang im Rüstungsgeschäft unberechtigt sind.

Zweitens den Meldungen über den gewaltigen Auftrag der Saudis zum Kauf von Leopard Panzern, der einer der grössten Rüstungskäufe in der Geschichte der Bundesrepublik wäre.

Insofern bin ich zuversichtlich, dass Rheinmetall in der mittelfristigen Zukunft auch wieder zu Kursen oberhalb 40€ notieren wird, einfach weil das nach meiner Ansicht dem inneren Wert des Unternehmens eher angemessen ist, als Kurse um 32€. Was wir heute mit zeitweise +9% im Kurs erlebt haben, ist schlicht die Erkenntnis des Marktes, dass er zuletzt nach unten übertrieben hatte.

Kursfristig ist aber auch klar, dass nach solchen Anstiegen auch eine technische Gegenbewegung folgt. Insofern könnte die 200-Tage-Linie die bei ca. 38,9€ verläuft, den "Deckel" der kurzfristigen Bewegung darstellen. Ein temporärer Rückgang Richtung 35,5€ (im Chart die feine waagerechte Linie) wäre dann nur normal und gesund. Diese "Zone" zwischen 38,9 und 35,5 habe ich im Chart mit zwei Pfeilen markiert.

Übrigens, um das Thema der Divergenz zwischen Kurs und RSI in Erinnerung zu rufen, schauen Sie doch mal genau auf den Chart und betrachten Sie das Tief von Anfang Juni im Vergleich zu den (höheren) Tiefs von Mitte Mai. 😉

(2) Wie wird der Markt am Mittwoch auf die FED reagieren ?

Da wir nicht wissen, was Ben Bernanke plant, lohnt es sich auch nicht darüber zu spekulieren. Das überlasse ich lieber all den sogenannten "Experten", die von Medien gerne zitiert werden. 😉 Viel interessanter ist aber für mich, was der Markt aktuell schon eingepreist hat. Und im Moment ist es wohl Marktkonsens, dass Bernanke liefern wird.

Sollte der Markt also bis Mittwoch früh weiter hoch laufen, erhöht dass das Risiko einer "Sell the News" Enttäuschung erheblich. Einen starken Markt bis Mittwoch früh, werde ich also eher nutzen um Risiko heraus zu nehmen und nicht um dem Markt hinterher zu laufen. Ein geradezu ideales Setup wäre es, wenn der DAX morgen die Widerstandszone um 6400 von unten testen würde, dass wäre für mich dann möglicherweise eine Gelegenheit, um vor der FED im Handelssystem eine kurzfristigen Short-Trade auf den DAX einzugehen.

Für die neuen Leser weise ich aber ausdrücklich darauf hin, dass diese Aussage keinerlei Richtungsaussage für den mittelfristigen Kursverlauf des DAX ist ! Es geht dabei nur um eine kurzfristige Positionierung für die Marktreaktion am Mittwoch auf die FED, nicht mehr und nicht weniger. Und diese kurzfristige Positionierung ist immer und zwingend mit Stops versehen, denn auch eine gute Wahrscheinlichkeit ist nicht mit "Sicherheit" gleichzusetzen !

(3)Was verbirgt sich hinter dem Begriff "FED POMO Operation" ?

POMO steht für "Permanent Open Market Operations", also sozusagen die Operationen der FED am offenen Herzen des Marktes. Dahinter stehen die konkreten Käufe und Verkäufe, die die FED im Rahmen ihrer QE1, QE2, Twist Programme vornimmt. Diese Operationen haben deutliche und recht zuverlässig vorhersehbare Effekte auf den Kursverlauf Intraday, weswegen das Wissen darum eine grosse Bedeutung hat.

Glücklicherweise werden Zeitpunkt und Umfang der Operationen für jeden sichtbar -> hier <- veröffentlicht. So hatten wir heute eine grosse POMO Sell-Operation, die der Markt aber gut aufgenommen hat, ein positives Zeichen. Ich rate dazu, diese Schedules immer im Auge zu behalten, da sie oft den Unterschied zwischen einem schwachen und einem starken Börsentag ausmachen können !

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Marktupdate – 18.06.12 – Der DAX nach der Wahl in Griechenland

9:00 Uhr

Griechenland hat gewählt und die alten "Eliten" in Form der Nea Demokratia und Pasok werden wohl erneut die Regierung stellen. Vordergründig sorgt das für Entspannung und Erleichterung, wie man am DAX Future über 6300 leicht erkennen kann.

Ob das aber für Europa wirklich eine gute Nachricht ist, wird sich erst zeigen müssen, ich gestehe ich habe massive Zweifel. Denn man kann gegen die radikale Linke sagen was man will, sie war wenigstens ehrlich was die eigenen Absichten angeht. Und ihre Wähler haben mit der Stimme für Syriza nicht nur Bauernfänger-Parolen gewählt, sondern eben auch mit der alten Polit-Aristokratie abgerechnet. Und Letzteres ist genau das was Griechenland wirklich braucht, weit mehr als Hilfsgelder: einen Schlussstrich unter Korruption und Selbstbedienungsmentalität der "Eliten" dieses Landes.

Insofern befürchte ich, wir werden in den nächsten Wochen und Monaten noch mehr vom gleichen Gewürge in Europa erleben. Denn ich kann nicht sehen, wie die Vertreter der alten "Nomenklatura" einen Neuanfang der staatlichen Institutionen hinbekommen sollen. Und ohne diesen institutionellen Neuanfang bin ich sicher, dass Griechenland weder seine Versprechungen einhalten wird, noch sonstwie eine positive Entwicklung nehmen kann. Denn in Griechenland stinkt der Fisch vor allem vom Kopf !

Was den DAX angeht, gehe ich davon aus, dass Mr. Market in seiner Weisheit das genau so sieht. Zunächst ist er erleichert, dass der Grexit kurzfristig ausbleibt. Das reicht für ein paar Prozent nach oben, es würde mich aber überraschen, wenn es den DAX heute in Folge über 6400 heben kann.

Ich gehe davon aus, dass der Markt nach einem kurzen Freudenhüpfer also schon in wenigen Stunden die FED ins Augenmerk nimmt und die Frage ob Bernanke am Mittwoch liefert oder nicht, dürfte den Handel bestimmen, nicht aber Griechenland. Insofern wäre ich vorsichtig, diesen Freudenhüpfer heute früh mit Begeisterung zu kaufen. Die Chance auf ein verlässlicheres Bild haben wir wohl erst ab Donnerstag.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag !

Ihr Hari

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„Greife nicht ins fallende Messer“: Der DAX am Vorabend von Richtungsentscheidungen

Ein Gastartikel von Tokay

Update aus aktuellem Anlaß zu Börsenregeln reloaded III

Wir nähern uns einer entscheidenden Woche und nehmen daher noch einmal den DAX in Augenschein. Wir erinnern uns: Die Aufwärtsentwicklung seit Jahresanfang (Strecke AB) wurde Ende März gebrochen. Der seither bestehende Abwärtstrend (Strecke BEF) bleibt weiterhin intakt.

Die Abwärtstrendlinien BEF bzw..DF wurden zu Anfang Juni unterschritten. Somit wurde die 200-Tage-Linie unterschritten sowie der kurzfristige Abwärtstrend bestätigt; die Hochpunkte der Abwärtsbewegung wurden immer kleiner. Auch der Pufferbereich der 200-Tage-Linie wurde unterschritten, was ebenfalls negativ zu werten war, doch wurde diese wieder überschritten(Bewegung GH). Die Bären konnten somit vorerst noch nicht weiter ins Lager der Bullen eindringen. Freitag Abend wurde mit dem DAX-Schlusskurs von 6229,41 sogar die Abwärtstrendlinie BEF touchiert.

Möglicherweise kommt es nächste Woche zu einer monetär induzierten Überschreitung dieser Abwärtstrendlinie, wenn sich die heutige Entwicklung fortsetzt. Die Notenbanken der Welt scheinen entschlossen, das „fallende Messer“ nicht Realität werden zu lassen. Am wahrscheinlichsten aus heutiger Sicht ist es, dass diese Erholung sich verflüchtigt und eine Rückkehr in den Bärenmarktmodus entlang des Bereichs 6000 bis 6100 erfolgt. Es müssten Anschlusskäufe stattfinden, die den DAX in den Bereich 6400 bis 6500(etwa auf der Höhe der Strecke CE) tragen, um eine Trendumkehr bzw. sogar eine Sommerrally zu bewirken, die allerdings nach jetzigem Stand recht unerwartet käme, was dafür spräche. Eine ebenfalls geringere Wahrscheinlichkeit hat das Unterschreiten des kurzfristigen Tiefs von 5950, doch könnte hierdurch eine Bewegung Richtung 5500 Punkte ausgelöst werden. Dies könnte dann passieren, wenn sich aus den „Grexit“-Szenarien etwa aufgrund einer Regierungsübernahme in Griechenland durch die Syriza-Partei eine Eigendynamik entwickelt.

Tokay

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