Aufbau eines Trades – 31.07.12 – Am Beispiel Silber

15:30 Uhr

Heute möchte ich Sie auf die Kursentwicklung bei Silber (XAGUSD) in USD aufmerksam machen. Denn dort könnte sich möglicherweise nun eine interessante Chance für einen lukrativen Trade entwickeln. Und ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um den weniger erfahrenen Lesern an diesem Beispiel zu zeigen, wie ein durchdachter Trade am Beispiel Silber aufgebaut sein könnte.

Das Silber von möglichen Notenbank-Aktionen profitieren sollte, dürfte wohl offensichtlich sein. Für den folgenden Trade interessieren mich aber derartige Überlegungen weniger, sondern ich betrachte ihn ausschliesslich aus Sicht der Chart- und Markttechnik.

Schauen wir uns Silber mal im Tageschart an:

Sie sehen die massive Konsolidierung, die Silber seit den Höchstständen im Frühjahr 2011 durchlebt. Sie sehen aber auch, dass Silber immer wieder bei ca. 26 USD nach oben drehte. Hier liegt eine ganz starke Unterstützung, die sich als idealer Stop bei einem Trade anbietet.

Sie sehen auch das fallende Dreieck, dass bei Silber nun bald zur Entscheidung führen sollte. Grundsätzliche sind fallende Dreiecke weitgehend neutral was die Richtung des Ausbruchs angeht. Allerdings ist ein Ausbruch typischerweise mit Dynamik in die eingeschlagene Richtung verbunden.

Insofern stellt sich die Frage, ob Silber nun nach unten durch die 26 USD durchfällt, worauf Silber durchaus 20 USD durchschlagen könnte. Oder ob Silber nach oben aus dem Dreieck ausbricht, worauf Silber mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens die Region um 35 USD erreichen dürfte.

Ehrlich, ich weiss es nicht und habe nur eine leichte Präferenz für eine Bewegung nach oben, die sich aus den finanzpolitischen Rahmenbedingungen (Notenbankaktionen) speist. Eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit rechne ich aber dem Szenario zu, dass Silber die obere Begrenzung des Dreiecks testet, die mit der 200-Tage-Linie bei etwas über 30 USD zusammen trifft. Diesen Punkt habe ich im Chart mit einem grünen Punkt markiert und der wäre immerhin immer noch ca. 10% vom aktuellen Kurs entfernt.

Unterstützt wird diese Sicht von der relativen Stärke, die sich nun im Silberkurs aufbaut und im RSI leicht zu sehen ist. Aber auch ein Blick auf das Stundenchart ist interessant:

Nachdem der Kurs über viele Tage oberhalb 26 USD immer wieder nach oben drehte, hat sich nun ein klarer Aufwärtstrend heraus gebildet. Aktuell sieht es nach einer leichten Korrektur aus, die bis knapp unter 28 USD führen könnte, den Punkt den ich mit einem roten Stern markiert habe.

Das aber könnte mit etwas Glück eine interessante Kaufgelegenheit sein, um eine Bewegung nach oben, zumindest bis zur 200-Tage-Linie bei gut 30 USD, mitzunehmen.

Wenn man diesen Trade längerfristig eingehen will, könnte man seinen Stop bei ca. 25,9 USD hinlegen und auf eine Bewegung bis 35 USD und darüber hinaus bis Jahresende wetten.

Wenn man den Trade kurzfristig eingehen will, könnte man seinen Stop unter das Tief von gestern bei ca. 27,5 USD legen und auf eine kurzfristige Bewegung bis zur 200-Tage-Linie oberhalb 30 USD wetten.

In jedem Fall steht hier eine klar definierte Kurs-Chance, einem klar definierten Kurs-Risiko gegenüber. Und das ist schon mal eine wichtige Voraussetzung für einen sauberen Trade. Und mit der 26 USD Marke gibt es eine harte Grenze für eine Notbremse, die von hoher Güte und Aussagekraft ist und weniger als 10% Verlust nach unten bedeutet.

Ob Silber nun tatsächlich zum Sprung nach oben ansetzt, dürfte entscheidend von der FED am Mittwoch und der EZB am Donnerstag abhängen. Ob so ein Trade wirklich aufgeht ist ebenso unklar, Sicherheit gibt es an der Börse nicht. Betrachtet man aber die Wahrscheinlichkeit, sehe ich eine leicht höhere Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Kurs nun den Bereich um 30 USD testen wird. Und betrachte ich Chance und Risiko der Bewegung von einer absoluten Perspektive, sehe ich ein Risiko nach unten bis 26 USD von aktuell ca. 8%, dem aber eine grössere Chance nach oben bis ca. 35 USD oder 25% gegenüber steht.

In Summe also ein gutes Beispiel für einen Trade den man in meinen Augen machen kann (aber nicht muss). Ich hoffe es hilft den unerfahrenen Lesern, ihre Aktivitäten an der Börse in Zukunft ebenso sauber zu durchdenken und mit definierten Chancen und Risiken zu hinterlegen.

Zu einem sicheren Gewinn wird dieser Silber-Trade genau so wenig führen, wie jede andere Wette an den Märkten. Alles ist ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Aber dieses Beispiel ist zumindest eine sauber durchdachte Strategie und damit erfolgsträchtiger, als Adhoc-Aktionen aus einem rein emotionalen Momentum heraus, ohne Chancen und Risiken wirklich durchdacht zu haben.

Ich wünsche viel Erfolg !

Ihr Hari

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Marktupdate – 30.07.12 – Vor der FED

17:00 Uhr

Was sich Ihnen heute schreibe ist alles nicht neu. Eigentlich hat sich gegenüber dem Artikel vom Samstag nichts geändert. Trotzdem dürfte es für das Jahresergebnis nun von hoher Bedeutung sein, diese Wegscheide richtig zu spielen. Deshalb will ich die wesentlichen Punkte die man in meinen Augen verstehen muss, noch einmal prägnant wiederholen.

1.

Diese Rally hat nach meiner Einschätzung mehr Bedeutung und Momentum, als alles was wir im 2. Quartal an kurzfristigen Rallys bisher hatten. Das ist etwas, was mir ganz klar der Markt mit seiner bullischen Price-Action sagt. Selbst heute, nach 2 Tagen kompromisslosem Anstieg ist der Markt vergleichsweise stark und hat kaum Abgabedruck. Das ist nur möglich, wenn institutionelles "Big Money" in den Markt fliesst.

Es ist deshalb völlig irrelevant ob man die Bewegung nun übertrieben findet oder nicht. Was wir glauben interessiert den Markt so viel wie das berühmte Fahrrad in China. Das Geld, das nun dem Markt zufliesst ist real. Und es ist real, weil der Markt an die Notenbanken glaubt. Und die Notenbanken haben in den letzten Jahren nie den Markt massiv enttäuscht, dafür sind Bernanke und Draghi zu sehr Profis was Marktkommunikation angeht. Das sind die simplen Fakten und ich werde mir den Blick darauf nicht von einem bärischen Bias verstellen zu lassen.

2.

Sie werden aktuell viele Statements hören nach dem Motto : "Ich traue dem Braten nicht", "Das war doch nur Gerede von Draghi", "Die Aussage von Draghi ist Zeichen von Panik" usw. Diese Haltung ist Ausdruck all der Marktteilnehmer, die vor einer Woche das massiv negative Sentiment ausgemacht haben, das ich im Artikel vom -> Bullen, der noch Kraft in den Lenden hat <- beschrieben habe.

Ich höre nicht darauf, diese Leute stehen teilweise jetzt noch an der Seitenlinie und suchen nach Selbstrechtfertigung. Vielleicht haben sie ja auch recht, dann ist das aber pures Glück, denn mehr wissen als das Big Money, das gerade den Markt kauft, tun diese Leute nicht.

Ich erinnere in diesem Zusammenhang erneut an den Dreher, den der Markt bei ca. 1080 im S&P500 im Oktober letzten Jahres machte. Jetzt wissen wir, das war das absolute Tief seit dem. Damals fühlte sich der Anstieg auch so idiotisch wie heute an, das Short-Interest war auch hoch und alle schrieben, dass diese Rally doch sowieso bald zusammen fällt. Richtig Sorgen werden ich mir machen, wenn alle wieder von DAX 8000 oder mehr reden, nicht aber, wenn kaum einer an die Rally glaubt !

3.

Selbstverständlich haben wir eine mögliche FED Aktion am Mittwoch nun schon teilweise in den Kursen verfrühstückt. Sollte die FED doch nicht liefern, oder sollten sich Draghis Worte doch nur als substanzloses Gerede heraus stellen, werden wir ein massives "Sell the News" Szenario haben, das für alle Bullen dann ganz bitter ausgeht.

Umgedreht sollte sich aber auch keiner einer Illusion hingeben, wenn ein echtes QE3 kommt, dann werden wir noch viel, viel höher laufen und der Markt wird das auch sofort feiern. Und um zu erkennen, dass wir nun aktuell bei DAX fast 6800 mal wieder für eine Korrektur reif sind, muss man wirklich keine Intelligenzbestie sein. Was aber selbst Otto Normalanleger sehen kann, tritt einfach selten ein. Das ist die einfache statistische Wahrheit.

Da alle NACH der FED nun mit einer "Sell the News" und Korrektur rechnen, finde ich es wahrscheinlicher, dass diese nun VOR der FED - also in Kürze - schon kommt und wir nach der FED dann weiter nach oben drehen.

Insofern ist nun Vorsicht durchaus sinnvoll, wer jetzt noch nicht in den Markt gesprungen ist, wartet damit nun wohl besser die FED am Mittwoch Abend ab oder agiert erst am Donnerstag nach der EZB Sitzung. Umgedreht gibt es aber zu übergrossem Pessimismus auch keinen Anlass, wie mehrfach gesagt, hat die FED den Markt zuletzt immer hervorragend vorbereitet. Warum soll das dieses mal anders sein ?

4.

Und welche Aktien sollte man im Zweifel in einer Korrektur kaufen, um noch in den Markt zu springen ? Ganz einfach, die die jetzt im Zuge der Rally anspringen. Und nicht die, die trotz Rally immer noch unten herum krebsen und nicht richtig in Fahrt kommen. Ganz egal wie "billig" diese Aktien aussehen, denken Sie daran, es gibt immer einen Grund warum Aktien so billig sind und die tausend Profis die diese Aktien da draussen handeln und beobachten, wissen in der Regel mehr als wir ! Ich folge daher lieber dem Markt, ich folge den Profis und kaufe das, was die gerade auch kaufen !

5.

Sie sehen an meinen Worten, das ich aufgrund der mir sichtbaren Markttechnik diese Rally mehr ernst nehme, als alle anderen seit April. Trotzdem ist das keine Sicherheit, Sicherheit existiert im Markt nicht ! Denn es kann natürlich immer alles ganz anders kommen, wir wissen ja nun, was ein paar Worte von Draghi und Co. bewirken können. Meine Aussagen oben sind also, wie immer, nur Aussagen zu Wahrscheinlichkeiten, so wie ich persönlich sie sehe, nicht mehr.

Deshalb ist meine persönliche Strategie nun Long im Markt zu sein, gleichzeitig mich aber auch konsequent abzusichern. Und ich habe mein Long-Exposure nun in Erwartung der Korrektur etwas herunter gefahren. Sollten wir nun vor oder nach der FED eine kleine Korrektur bekommen, wäre der Tiefpunkt dann eine ideale Marke die man für Stops verwenden kann. Bisher nutze ich dafür das 50er Fibo-RT von 6550 im DAX.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Händchen,

Ihr Hari

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Marktupdate DAX, S&P500 und Co. – 28.07.12 – Die Notenbanken machen Ernst

Eine ereignisreiche Börsenwoche liegt hinter und eine ebenso spannende vor uns. Das übergreifende Thema kann man wohl in einem Satz zusammen fassen: Die Notenbanken machen Ernst !

Sah es noch vor 3 Tagen von der Markttechnik her sehr danach aus, als ob wir nach unten wegkippen, hat das klare, persönliche Commitment von EZB Chef Draghi alles verändert. Und das Timing war perfekt, es war sozusagen Rettung in allerletzter Sekunde aus Sicht der Bullen, von einem ehemaligen Vice President von Goldman Sachs darf man effektives Markt-Timing aber wohl auch erwarten. 😉

Mit den Aussagen Draghis, verbunden mit den Hinweisen die die FED über ihren "Lieblingsjournalisten" Jon Hilsenrath vom -> Wall Street Journal <- verbreitet, ist jetzt klar, dass die Notenbanken wohl einen Boden in den Markt eingezogen haben. Und der gestrige Freitag mit seiner erneuten Stärke zeigt mir, dass das institutionelle Geld nun einsteigt. Seit Gestern ist Überzeugung (Conviction) im Markt, wäre das nicht so, wäre die Korrektur gestern früh nicht sofort gekauft worden.

Die brutale Stärke der Bewegung der letzten beiden Tage beruht darauf, dass die Mehrzahl der Marktteilnehmer nach wie vor ein sehr bärisches Sentiment hat und deshalb der Rally am Donnerstag auch nicht getraut hat. So wurden die Shorts gehalten, in der Erwartung, dass die Aussagen von Draghi erneut nur wieder ein "One-Day-Wonder" sind und wir in der Schaukelbörse bleiben. Die Stärke von Freitag hat bei diesen Marktteilnehmern dann wohl zu massiven Schmerzen geführt.

Wenn Sie letzte Woche aufmerksam meinen Artikel zum -> Bullen, der noch Kraft in den Lenden hat <- gelesen haben, dürfte Sie dieser Short-Squeeze nicht zu sehr überrascht haben. Denn wie ich letzte Woche schrieb, hatten wir vom Sentiment her fast historische Tiefststände erreicht, die statistisch fast immer zu höheren Kursen in Folge führen.

Für die nächste Woche warne ich erneut davor, die Notenbanken nicht ernst genug zu nehmen und seinem bärischen Bias zu lange nachzuhängen - denken Sie lieber an die bewährte Regel: "Dont fight the FED". Sicher ist am Montag zunächst von leichten Gewinnmitnahmen auszugehen, das zu erwarten ist nun wirklich keine Raketenwissenschaft. Am Mittwoch kommt aber die FED nach einer zweitägigen Sitzung mit dem Ergebnis in den Markt. Und bis dahin dürfte der Markt weiter von Hoffnung geprägt sein.

Sollte die FED dann nicht liefern und auch von Seiten EZB keine weitere Konkretisierung erfolgen, besteht am Mittwoch das Risiko einer üblen "Sell the News" Reaktion. Allerdings rechne ich tendentiell nicht damit, denn wenn sich die Notenbanken so deutlich äussern, dann liefern sie auch, dazu sind sie in der medialen Vorbereitung ihrer Aktivitäten zu erfahren. Eher drängt sich mir nun der Eindruck einer massiven, konzertierten Aktion auf, denn auch die Chinesen haben ja nun den Weg des Stimulus erneut beschritten. Und Nachrichten von plötzlicher Reisediplomatie wie -> diese <-, runden das Bild der konzertierten Aktion dann ab.

Wenn die Notenbanken nun aber Ernst machen und massiv in den Markt einsteigen - und das ist das was der Markt gerade denkt - dann sollten sich alle Bären warm anziehen und besser tief in ihren Höhlen verkriechen. Denn dann dürfte wohl Party-Time an den Märkten anbrechen. Und neue Jahres-Höchststände oberhalb 1420 im S&P500 und oberhalb 7200 im DAX sind dann fast als sicher zu betrachten.

Wer jetzt von seiner bärischen Sicht nicht loslassen will, der sollte sich an den September 2010 erinnern, an dem die FED das erste Quantitativ Easing (QE 1) auf die Reise brachte. Danach bekamen wir fast eine halbes Jahr lang eine permanenten Liquiditäts-Rally, bis Fukujima denn Ablauf unterbrach. Und ich erinnere an den Dezember, den 4. Monat der Rally 2010 – da liefen wir ganz ruhig fast jeden Tag hoch, das war wohl einer der entspanntesten und schönsten Börsenmonate seit Jahren.

Fazit:

Wenn die Notenbanken nun ernst machen und liefern - und danach sieht es aus - könnte das der Anfang einer gewaltigen Liquiditätsrally sein, die über Monate trägt. “The powers that be” haben einfach die Macht die Märkte hoch zu pumpen und alles wie bei frischem Schnee mit einer Decke frisch gedruckten Geldes zu bedecken und zu beruhigen. Das Risiko einer Enttäuschung dieser Erwartung besteht zweifellos, weswegen Stops nach wie vor nötig sind, falls der Markt am Mittwoch wegkippt. Aber wahrscheinlicher ist für mich, dass die Notenbanken nun richtig Ernst machen.

Selbstverständlich löst das keines der strukturellen Probleme der westlichen Welt und schafft vielmehr neue, wenn man so will wird der drogensüchtige Mr. Market halt mit einem erneuten Schuss Heroin wieder ein gutes Stück Zeit bei Laune gehalten. Und Europa wird so auch nicht stabiler, im Gegenteil, der Anpassungsdruck auf Spanien und Italien dürfte sinken, was zu bedauern ist, da wir ja an Irland, Portugal, Lettland oder Bulgarien sehen, dass harte Spar- und Reform-Politik eben doch zum Erfolg führt, wenn man den Mumm hat, das wirklich durchzuziehen.

Das Wissen um das dicke Ende danach, nützt uns aber gar nichts, wenn wir im Markt Geld verdienen wollen. Dann zählt nur, dass die Notenbanken ganz klar gemacht haben, dass sie abstürzende Kurse nicht zulassen. Damit ist ein Boden im Markt, den man für aggressive Long-Engagements nutzen könnte. Und die Notenbanken haben die Macht das zu tun. Über die unvermeidbaren Konsequenzen dieser "Fiat-Money" Politik unterhalten wir uns dann in 2013 und folgenden Jahren.

Also werde ich persönlich auf dieser Party - gut nach unten abgesichert - kräftig mittanzen, solange sie dauert. Dont fight the FED ! Unterschätzen Sie das nie !

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – 26.07.12 – Vom Bernanke-Draghi Put

16.30 Uhr

Der heutige Tag hat exemplarisch gezeigt, warum der Markt für jedermann derzeit so schwierig ist. Wir haben es eben nicht mehr mit einem "echten Markt" zu tun, der aufgrund wirtschaftlicher Erwartungen in sich schwinkt. Sondern wir sind massiven Manipulationen durch Politik und Notenbanken ausgesetzt. Und wie das halt so ist, wenn sich jemand im stillen Kämmerlei überlegt wann er was sagt, sind diese Interventionen für jedermann völlig unvorhersehbar.

Die heutigen kurzen Worte von EZB Chef -> Draghi <- sind ein solches Beispiel. Mit wenigen Worten gibt er den Märkten einen Blankoscheck. Lesen Sie mal im Link sein kurzes Statement, da fällt einem die Kinnlade runter wenn man das liest. Denn mit dem an dem Vorbild der Bundesbank ausgerichteten Mandat der EZB hat der Satz "sollten hohe Risikoaufschläge für Staatsanleihen von Krisenländern die Wirkung der Geldpolitik stören, fällt das in unser Mandat" in meinen Augen so viel zu tun wie eine Milchkuh mit der Mondfahrt. Aber Draghi sieht das offensichtlich anders und wer bin ich, mit dem EZB Chef über sein Mandat zu diskutieren !

Die Märkte lieben es und legen aus dem Stand eine gewaltige Rally hin. Schon am Dienstag hatten ja bewusst lancierte Gerüchte um die FED die Märkte nach oben getrieben. Die Notenbanken machen nun also scheinbar ernst, aus dem Bernanke-Put ist nun der Bernanke-Draghi-Put geworden.

Übrigens hat Gold mal wieder diese Entwicklung gerochen und seinem Ruf als Notenbanken-Indikator alle Ehre gemacht. Die plötzliche Bewegung gestern Abend über 1600 USD halte ich nicht für Zufall, hier war "Smart Money" am Werk.

Wie Sie aus meinen Kommentaren wissen, habe ich mit Wahrscheinlichkeit eher damit gerechnet, dass etwas derartiges wie heute passiert und wir im Aufwärtstrend bleiben und wieder nach oben drehen. Ich hatte die Ursache aber eher bei der FED verordnet und die EZB nicht so auf dem Radar gehabt. Insofern kommt diese heutige Entwicklung meiner persönlichen Aufstellung sehr zupass. Ich hatte alle Shorts glattgestellt und bin heute Long im Markt.

Trotzdem habe ich grösstes Verständnis für viele nun frustrierte Marktteilnehmer, denn bei objektiver Betrachtung muss man sich einfach auf den Arm genommen fühlen. Denn diejenigen die auf den Bruch des Trends und eine massive Bärenflagge gesetzt hatten, hatten ja mit ihrer Sicht durchaus einen Punkt. Die Price-Action gestern war mies, es gab kaum überzeugende Leadership und selbst der FED-Bounce von Dienstag wurde schnell wieder abverkauft. Rein von der Technik her, sprach gestern sehr viel dafür, dass wir nach unten absacken.

Wenn man also nur auf die Markttechnik vertraut und nicht wie ich auch immer den Irrsinn der Fiat-Money-Politik der Notenbanken vor Augen hat, kann man schnell auf dem falschen Fuss erwischt werden. Und auch wenn ich nun richtig lag, macht es mich nicht glücklich. Denn dabei ist auch immer ein Stück Zufall und mir wäre es lieber, wenn der Markt mal wieder in sich schwingen würde und Markttechnik damit wieder verlässlicher würde.

Ich möchte deshalb auch noch einmal an das wahre Bild des Marktes erinnern, dass durch die Manipulationen der Notenbanken völlig verzerrt wird:

(1) Wir befinden uns in weiten Teilen in einem für eine Rezession typischen Bärenmarkt, wie eindeutig bei unzähligen Aktien der zweiten oder dritten Reihe zu beobachten, die teilweise auf langjährigen Tiefstständen rumkrebsen.

(2) Nur die gross kapitalisierten, defensiven Bluechips lassen die Indizes vergleichsweise gut dastehen. Die Märkte sehen also durch die Indizes besser aus, als sie unter der Decke sind.

(3) In die gross kapitalisierten, defensiven Bluechips ala Nestle oder Johnson & Johnson fliesst deshalb frisches Geld, weil die institutionellen Anleger dort ihr Kapital noch als "sicherer" betrachten, als in manch anderer Anlageform.

(4) Derartige Notenbank-Manipulationen wie aktuell helfen primär dem Finanzsektor und damit den Indizes, wie auch heute wieder an Banken und Versicherungen zu beobachten. Die Realwirtschaft bekommt davon wenig ab, die Aktien der Realwirtschaft ebensowenig.

(5) Big Money geht über ETFs in den Markt und wieder hinaus und spielt diese Manipulationswellen. Ein Commitment zu einzelnen Titeln im Sinne Stockpicking macht immer weniger Sinn. Als Anleger muss man sich die Frage stellen, in wie weit man dieses Spiel mitspielt.

(6) Echte Trends sind bis auf wenige Segmente nicht mehr zu sehen, nach spätestens 3-4 Tagen in eine Richtung schlägt das Pendel in die Gegenrichtung. Dem Markt fehlt es massiv an Überzeugung, weil er weiss das egal wie die wirtschaftlichen Daten sind, die nächste Intervention gleich wieder um die Ecke kommt.

(7) Der Bernanke-Draghi-Put setzt jede Spekulation auf einen Abwärtstrend unter so hohes Risiko, das sie sinnlos wird. Gleichzeitig ist offensichtlich, wie künstlich aufgepumpt die Indizes sind, was ein Long-Commitment aus Überzeugung ebenso schwierig macht.

Das ist der Markt mit dem wir leben müssen. Wer hier versucht eine mittelfristige Anlagepolitik zu fahren, darf sich nicht wundern, wenn seine Performance gegenüber den Indizes ziemlich dürftig aussieht. Ich weiss, dass das derzeit vielen so geht, auch Hedgefond Superstars wie David Eichhorn von Greenlight Capital sind davon nicht ausgenommen. Und auch wenn ich mich noch relativ positiv halte, habe auch ich schon profitablere Phasen erlebt.

Denn wie ich schon an anderer Stelle schrieb, kann man derzeit entweder als Daytrader die Swings kurzfristig spielen oder sollte langfristig Stockpicking von echtem "Value" betreiben. Eine Anlage mit Zeithorizont Wochen und Monate ist dagegen mangels Trends und permanenter Interventionen zur Zeit extrem schwierig.

Aber ich kann Sie trösten, auch das wird sich wieder ändern und es kommen wieder andere Zeiten. Dafür muss aber die permanente Intervention von Seiten Politik und Notenbanken mal aufhören. Rein von der Geldanlage her würde ich es daher begrüssen, wenn der Markt mal endlich in Frieden gelassen würde und aus sich selbst heraus so richtig absacken könnte. Denn ich bin mir sicher, ohne die Kernwaffen der Notenbanken über den Köpfen der Marktteilnehmer, wäre der DAX heute eher bei 5500 als bei 6500.

Nur wenn der Markt mal wieder in Ruhe gelassen wird und in sich schwingen kann, haben wir auch wieder eine Grundlage, auf der man mittelfristige Strategien aufsetzen kann, die dann auch ein paar Monate halten. Bis wir das aber erleben dürfen, werden wir wohl noch lange mit solchen Sätzen wie von Draghi konfrontiert werden.

Jammern nützt also nichts, entweder wir nehmen den Markt wie er ist oder gehen aus ihm raus. Eine andere Wahl haben wir nicht. Machen wir das Beste daraus !

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gutes Händchen !

Ihr Hari

PS: Noch ein Hinweis in eigener Sache: am morgigen Freitag bin ich auf Reisen. Ein grösserer Artikel wird also wohl nicht erscheinen. Updates in "Tips" sind aber möglich und die Kommentare werden wie gewohnt zeitnah freigeschaltet.

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Die goldenen Regeln für Geldgeschäfte

Ich habe mal vor ca. 2 Jahren für eine Freundin, die sich von Banken den üblichen Provisions-Müll aufschwatzen liess, eine Art Selbstverpflichtung geschrieben, mit der sie sich in Zukunft selber zur Disziplin rufen kann.

Jetzt ist der Inhalt für die meisten der Leser hier selbstverständlich, weil sie (hoffentlich ;-)) schon über die Phase hinaus sind, in der sie noch daran glaubten, dass es in den Marmorpalästen der Banken und Versicherungen primär um ihre Interessen geht.

Nun bin ich aber wieder über den alten Text gestolpert und finde ihn immer noch so treffend, dass ich ihn hier veröffentlichen will. Vielleicht haben Sie ja auch Verwandte und Bekannte, denen diese Regeln zu besseren Geldgeschäften verhelfen könnten. 😉

Wenn ja, geben Sie Ihnen diesen Link zu Mr-Market.de !

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Hari´s 5+1 goldene Regeln zu Geldgeschäften

1. Alles hat eine Nacht Zeit !

Ich werde bei Vorschlägen zur Geldanlage NIE direkt beim ersten Gespräch zustimmen. Ich werde mir den Vorschlag ganz genau anhören, detailliert nachfragen und dann den Vorschlag entweder direkt ablehnen oder antworten : "Ich denke darüber nach und melde mich dann Morgen bei Ihnen". Kein Geldgeschäft ist so dringend, dass es nicht eine Nacht und einen Tag Zeit hätte.

2. Ich mache nur was ich verstehe !

Ich werde NUR Geldanlagen tätigen, die ich auch wirklich verstanden habe. Denn kein Geldgeschäft ist so kompliziert, dass man es nicht erklären könnte, wenn man es selber verstanden hat. Und wenn sich das auch noch so toll und kompliziert anhört und wenn der Gesprächspartner auch noch so kompetent wirkt und mit Fachbegriffen um sich wirft : Solange ich nicht alles wirklich verstanden habe, tätige ich kein Geldgeschäft !

3. Nur faule Ware muss intensiv beworben werden !

Ich habe verstanden, dass gute Geldanlagen keine Werbung brauchen - die verkaufen sich unter den Profis von alleine. Je mehr aber etwas beworben wird und je angestrengter ein Dritter eine Sache empfiehlt, desto wahrscheinlicher ist die Geldanlage schlecht. Wirklich gute Tips gibt es manchmal von kompetenten Freunden, wenn sich aber ein Fremder mit Anlage-Tips aufdrängt, hat er einen Grund dafür und das kostet mich in der Regel Geld !

4. Es gibt immer Risiken !

Ich habe verstanden, dass JEDE Geldanlage, selbst eine Staatsanleihe, Risiken in sich birgt. Je höher die Risiken desto höher der potentielle Ertrag. Hohe Erträge ohne Risiko gibt es nicht und wenn das einer behauptet, verbirgt er etwas und will betrügen, denn kein Fremder hat etwas zu verschenken. Deshalb werde ich mich zu jeder Anlage umfassend zu den Risiken informieren.

5. Die Welt ändert sich jeden Tag, wer erfolgreich sein will muss sich anpassen !

Ich habe verstanden, dass eine gestern richtige Geldanlage schon Morgen aufgrund geänderter Rahmenbedingungen nicht mehr empfehlenswert sein kann. Ich habe verstanden, dass es KEINE Anlagen gibt, die man einfach hinlegen und vergessen kann - das ist ein Gerücht. Ich werde deshalb zumindest einmal im Jahr, alle meine Geldanlagen und Versicherungen durchsehen und prüfen ob diese immer noch in Ordnung sind.

5+1. Strafe muss sein !

Wenn ich mich selber dabei ertappe, dass ich gegen eine der Regeln oben verstosse, spende ich zur Strafe 100€ für einen guten Zweck.

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Aktientip – 25.07.12 – Aktien die attraktiv aussehen

17:00 Uhr

Im folgenden möchte ich ein paar Aktien-Ideen mit Ihnen teilen, die ich im Moment - mit einem Horizont bis zum Ende des 3. Quartals - als attraktiv erachte. Attraktiv deshalb weil sie entweder:

(a) von der Eurokrise unabhängig sind, oder
(b) attraktive technische Setups haben, oder
(c) eine besondere Wachstumsstory besitzen.

Die meisten wurden hier schon besprochen oder in den "Tips" zumindest schon erwähnt. Mit der folgenden Übersicht, möchte ich sie aber explizit in Erinnerung rufen.

Zu Beginn sei an die vor zwei Wochen -> hier <- vorgestellten Aktien von Linde (WKN 648300), SAP (WKN 716460) und ABB (WKN 919730) erinnert. Meine Sicht auf diese drei Titel ist unverändert positiv und die Entwicklung der letzten beiden Wochen unterstreicht das.

Broadcom (WKN 913684) ist Weltmarktführer im Bereich der Kommunikationschips, die in Smartphones, Notebooks etc eingesetzt werden. Für einen Bluechip im Techbereich ist Broadcom attraktiv bewertet und legt gerade eine fulminante Wende hin, die durch die guten Quartalszahlen von gestern unterstrichen wird. Im Bereich Tech ist Broadcom ein Basisinvestment. Wer es im Bereich Kommunikationschips etwas aggressiver mag, kann ja alternativ mal einen Blick auf Marvell Technology (MRVL, WKN 930131) werfen.

iRobot (WKN A0F5CC) , der innovative Roboterhersteller im Bereich Home und Militär, litt zuletzt unter verschobenen Aufträge des US Governments, während die Home-Sparte ausgezeichnete Zahlen lieferte. Die Börse hat iRobot übertrieben abgestraft, denn das Problem der Government-Aufträge scheint mir ein temporäres zu sein und ansonsten ist das Unternehmen ausgezeichnet aufgestellt. Damit reichten heute besser als erwartete Zahlen um den Kurs um 18% nach oben zu katapultieren. Aber auch nach dieser Bewegung hat iRobot nach meiner Erwartung noch jede Menge Luft nach oben, basierend auf einer überzeugenden Wachstumsstory und einem profitablen Geschäftsmodell. Schauen Sie sich einfach mal den Chart mit dem riesigen Gap vom Februar an, das durch die verschobenen Government-Aufträge aufgerissen wurde.

Der Energiedienstleister Halliburton (WKN 853986) profitiert wie sein Mitbewerber Baker Hughes (WKN 8729339) vom Boom der Förderung unkonventioneller Energiequellen, insbesondere im Bereich Gas. Die Aussichten der Industrie sind mittelfristig ausgezeichnet, während die Aktien gerade eine Bodenbildung abschliessen bzw wie Halliburton eine klare inverse "Schulter-Kopf-Formation" vollendet haben. Hier empfehle ich, sich mit den Aussichten der Förderindustrie einmal ausführlich zu beschäftigen. Die aktuellen Kurse sehen in meinen Augen nach Einstiegschancen aus.

Rheinmetall (WKN 703000) ist - Überraschung 😉 - auch dabei. Zum Geschäft habe ich schon mehrfach alles gesagt, das Rüstungsgeschäft ist in meinen Augen gegenüber anderen Firmen zB in den US deutlich unterbewertet. Und sollte die Bundesregierung die Richtlinien für Rüstungsexporte den EU Standards angleichen, sollte Rheinmetall massiv profitieren, denn "German Engineering" ist weltweit heiss begehrt. Weitere Kurstreiber könnten der weiterhin offene Börsengang von Kolbenschmidt-Pierburg oder eine mögliche Fusion mit Krauss-Maffei-Wegmann sein. Und der Kurs zeigt relative Stärke, die Aktie zeigt keinen grossen Abgabedruck mehr, was Kurse über 40€ beim nächsten Aufwärtstrend für mich wahrscheinlich macht. Sollte Rheinmetall die 38€ nicht nachhaltig verlieren, ist der Aufwärtstrend völlig intakt. Und fundamental gesehen gilt für mich, dass ich nicht ernsthaft über einen vollständigen Verkauf meiner Positionen nachdenke, solange Rheinmetall nicht über 50€ notiert. Denn dort - erst über 50€ - würde ich persönlich den fairen Wert des Unternehmens ansiedeln.

Attraktiv bewertet, im Aufwärtstrend und mit relativer Stärke ist auch ganz klar K+S (WKN KSAG88) unterwegs. Ein Basisinvestment im Bereich Agrardünger und Salze, alternativ könnte sich der Blick auch auf die norwegische Yara (WKN A0B07F) richten. Der ganze Sektor ist aktuell von attraktiven Aussichten geprägt und zeigt das auch mit grossen Zuflüssen von "Big Money".

Soweit eine kleine Auswahl aus meinen aktuellen Favoriten, ich wünsche Ihnen viel Erfolg und ein gutes Händchen !

Ihr Hari

PS: Ich vergass: Qiagen (WKN 901626) die "SAP unter den Biotechunternehmen". Von mir am 09. November -> hier <- vorgestellt und seit dem über 25% im Plus. Trotzdem für mich immer noch ein klarer, langfristiger Kauf im Sinne "Buy and Hold".

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Marktupdate – 24.07.12 – Do or Die !

15:00 Uhr

Ein kurzes Marktupdate vor der Eröffnung der Wallstreet. Wir befinden uns nun in einer "Do or Die" Situation, die man am Chart des S&P500 Futures leicht nachvollziehen kann.

Denn die Serie immer höherer Tiefs ist noch nicht gebrochen und der Aufwärtstrend damit immer noch intakt ! Entscheidend wird nun die Zone um 1335 sein, oberhalb derer wir gestern schon gedreht sind und die die untere Begrenzung des Trends markiert.

Schaffen wir es heute, uns in einem positiven Tag von der unteren Begrenzung des Trendkanals wieder abzusetzen, ist die Sommerrally intakt und 1400 nach wie vor möglich !

Brechen wir aber nachhaltig aus dem Trendkanal nach unten aus, muss man den Trendkanal wohl als gewaltige "Bärenflagge" werten, was massiv niedrigere Notierungen in der nahen Zukunft implizieren und einen Test der Tiefs bei 1263 wahrscheinlich machen würde.

Rein statistisch ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir im Trendkanal bleiben und nun wieder hoch laufen leicht höher, ein Stop der einen vor einem Durchbruch nach unten schützt, ist trotzdem unerlässlich !

Ich wünsche viel Erfolg und ein glücklichen Händchen !

Ihr Hari

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Marktupdate – 23.07.12 – Mini Crash

15:50 Uhr

Das hat nun schon den Charakter eines kleinen Crash, was der Markt gerade macht. Und es erstaunt und überrascht mich in der Dynamik. Das diese Korrektur kommen würde, war am Donnerstag völlig klar und habe ich ja auch hier deutlich formuliert. Umfang und Dynamik ist aber erstaunlich.

Die Meldungen zu Griechenland halte ich dabei nach wie vor für wenig überraschend. Kein professioneller Marktteilnehmer hat mit etwas anderem gerechnet, das Griechenland nicht im Euro bleiben wird ist jedem kompetenten Beobachter seit Monaten klar.

Aber auch wenn diese Nachricht diese Bewegung nicht rechtfertigen kann, ist sie doch der Auslöser. Denn das war das Signal, die Gewinne der Sommerrally mitzunehmen. Und wenn das alle machen, noch dazu von Algos automatisiert, erleben wir einen bitteren Tag mit einem klassischen Wasserfallabsturz wie heute.

Unglaublich dämlich und die Situation verschärfend waren dann die Verbote von Leerverkäufen in Italien und Spanien. Die sorgten für den nächsten Schwall nach unten, denn die signalisierten dem Markt, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist. Diese Massnahmen haben auch den gelassenen Marktteilnehmern die Ruhe genommen. Das war wirklich "Selbstmord aus Angst vor dem Tod".

So stehen wir nun an der Wegsscheide, die Sommerrally kann aber immer noch überleben und die letzten 2 Tage sich im Rückblick als reinigendes Gewitter und Kaufgelegenheit heraus stellen. Dafür müssen aber die 6350 im DAX und die Zone um 1335 im S&P500 heute als "Last Line of Defense" halten und wir müssen heute zum Handelsschluss wieder deutlich über 6400 im DAX notieren.

Die Chancen dafür sind nicht schlecht, denn wir haben heute eine POMO Kauf-Operation und sind nun so technisch überverkauft, das zumindest ein Bounce nun ansteht.

Umgedreht wird aber auch ein Schuh daraus. Wenn wir heute weiter abstürzen und auch diese Zonen nicht halten können, dann war es das mit der Sommerrally. Und dann muss sich unser Blick wieder in düstere Tiefen richten.

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Marktupdate – 23.07.12 – Die Rückkehr der alten Dämonen

08:20 Uhr - Vor Handelsstart

Pünktlich zum Beginn der ersten Korrektur der Aufwärtsbewegung am Freitag, kamen am Wochenende auch wieder Meldungen in den Markt, die die alten Dämonen - namentlich Griechenland, IWF & Co. - beschworen.

Ohne diese Nachrichtenlage wäre die Wahrscheinlichkeit heute sehr hoch gewesen, dass der DAX oberhalb 6600 schon wieder nach oben dreht.

Nun müssen wir aber abwarten, wie weit die neuen-alten Ängste erneut eskalieren. Das optimale Szenario, das die Bullen heute hinlegen könnten wäre, wenn die Abwärtsbewegung schon bei 6550 (dem 50er Fibo-RT) ausläuft und ab ca. 10 Uhr gleich wieder gekauft würde um den DAX wieder deutlich über 6600 zu drücken. Das wäre ein sehr bullisches Signal, das keiner übersehen sollte !

Passiert das nicht, muss man mit einer Bewegung bis in die Zone um 6400 (dem 38er Fibo-RT) rechnen. Dort aber besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse wieder nach oben drehen. Denn nichts an den erneuten Ängsten ist neu oder überraschend und das hier zuletzt diskutierte negative Sentiment im Markt gibt starken Abwärtsbewegungen wenig Raum.

Insofern halte ich es nach wie vor für das wahrscheinlichere Szenario, das aktuelle Geschehen als eine potentielle Kaufgelegenheit in einer andauernden Sommerrally zu betrachten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !
Ihr Hari

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Sentimentcheck DAX und Co. – 19.07.12 – Dieser Bulle hat noch Kraft in den Lenden !

Heute sehe ich im kostenpflichtigen Bereich eines meiner Börsen-Dienste die aktuellen Sentimentdaten der American Association of Individual Investors (AAII) und die lassen mich fast vom Stuhl kippen.

Das bullische Sentiment fiel in dieser Woche um absolut 8 Prozentpunkte von 30.2% auf 22.19% und erzeugte damit den grössten Rückgang seit Anfang April ! Absolut gesehen liegt das bullische Sentiment an der Wallstreet damit in der Nähe der Tiefststände seit 2009 und das in einer Woche, die eine beeindruckende Rally brachte.

Daraus lässt sich nur eine Schlussfolgerung ziehen: der Markt traut dem Braten nicht ! Und das ist aus Sentimentsicht sehr positiv für den Markt zu werten, denn eine Rally endet typischerweise in Euphorie und nicht mitten in grosser Skepsis. Wir klettern offensichtlich wieder eine steile "Wall of Worry".

Unterstrichen wird das positive Bild durch die Statistik. In den 6 Fällen in denen seit Beginn des Bullenmarktes im März 2009 das AAII bullische Sentiment unter 25% fiel, stieg der Markt im folgenden Monat um im Schnitt fast 5% ! Das ist ein Gewinner-Quote von 100% !

Ist diesmal alles anders ? Wir werden sehen. Aber es spricht aus Sicht des Sentiments viel für eine Wiederholung der 6 anderen Fälle seit 2009 und weiter steigende Kurse.

Unterstrichen wird das Bild auch vom Sentiment in Deutschland. Lesen Sie -> hier <- was Cognitrend dazu gestern zu sagen hatte. Das Fazit lautet: "Von Risikohunger keine Spur" und deckt sich damit mit den Sentimentdaten der Wallstreet.

Alles in allem haben wir vom Sentiment her also eine starke Indikation dafür, dass der Bulle der Sommerrally uns nach oben überraschen könnte. Kurzfristig gesehen, besteht eine Chance für einsetzende Gewinnmitnahmen am morgigen Freitag oder Montag. Wenn das Sentiment richtig liegt, wofür in meinen Augen viel spricht, wäre diese Korrektur aber eine Kaufgelegenheit mit Horizont von ein paar Wochen !

Schaut man aber über die nächsten Sommerwochen hinweg in den Herbst hinein, sollte einen die fallende Marktbreite, die im -> McClellan Oszillator <- schon eine negative Divergenz zum S&P500 zeigt, nachdenklich machen. Insofern sollt man wohl auf der aktuellen Sommerparty tanzen, so lange sie dauert. Kürzere Tage, fallende Blätter und Herbststürme kommen garantiert, auch an der Börse !

Ich wünsche viel Erfolg und geniessen Sie den Sommer und die Sommerrally !

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Hari´s Märkte am Abend – wohin uns die Sommerrally führen könnte

22 Uhr - Handelsschluss

Heute Abend mal wieder ein paar Worte zum Markt. Sozusagen aus der Sicht eines entspannten "Urlaubers", der die Märkte mit mehr Entfernung (und damit weniger Präzision) als sonst durch eine Sonnenbrille betrachtet. 😉

Es ist mit oder ohne Sonnenbrille offensichtlich, dass die Sommerrally ins Laufen gekommen ist. Was sind die Auslöser dieser Entwicklung ? In meinen Augen zwei wesentliche Parameter:

(1)

Psychologisch primär eine Form von Entspannung, die wir alle spüren. Denn obwohl sich in Europa substantiell nichts geändert hat, sind die Schlagzeilen und Horrornachrichten etwas von den Titelseiten verschwunden. Wir sorgen uns einfach nicht mehr so sehr, wie noch vor Wochen. Das ist eine ganz typische menschliche Verhaltensweise, wir können Hochspannung einfach nicht unbegrenzt aushalten. Und so sorgt unser eigener Körper ganz natürlich dafür, dass bei jedem Thema, gleich wie schwierig, im Laufe der Zeit eine Gewöhnung eintritt. Und dafür reicht es, dass einfach der permanente "Alarm" fehlt, der Mensch vergisst - so war er schon immer. 😉

Und wenn man mal nicht mehr jeden Tag auf Europa und den fiskalischen Weltuntergang starrt, dann treten halt auch die einzelnen Aktien wieder in den Vordergrund. Und dann entdeckt man, dass an einigen Stellen doch ganz attraktive Einstiegskurse vorhanden sind. Und so setzt sich nach dem katastrophalen 2. Quartal nun das langsame Hochschieben des Sommers in Gang. Leser die länger dabei sind wissen, dass ich genau diese Entwicklung für den Sommer schon mehrfach, seit Ende März immer wieder, prognostiziert hatte. Schwieriges 2. Quartal und ruhiges Hochschieben im Sommer war seit Monaten mein Mantra, wenn ich das mittelfristige Bild betrachtete.

(2)

Der zweite wesentliche Faktor ist, dass ein konstanter Bid im Markt ist, der es den Bären nahezu unmöglich macht grosse Geländegewinne in den Indizes zu verzeichen. Dieser Bid speist sich wiederum aus zwei Quellen:

Einerseits hält Ben Bernanke die Hoffnung hoch. Er hat zwar nichts Konkretes gesagt und die Aussagen der FED sind eigentlich unverändert und es gibt kein konkretes Anzeichen einer bevorstehenden weiteren Geldpolitische Lockerung. Aber Hoffnung ist ein mächtiges Werkzeug, nicht umsonst gilt die Regel "buy the rumor, sell the news". Und diese Hoffnung verschafft dem Markt Sicherheit nach unten.

Darüber hinaus ist wirklich bemerkenswert, wie die grossen defensiven Titel seit Monaten steigen und steigen. Schauen Sie sich mal an, wie sich eine Johnson&Johnson (WKN 853260) oder Merck & Co. (WKN A0YD8Q) entwickelt. Und das sind nur Beispiele, das ganze Segment der defensiven Bluechips sieht im Moment fast wie "Growth"-Werte aus. Ich kann mich lange nicht erinnern, bei Aktien wie oben solche dynamisch ansteigenden Charts gesehen zu haben. Für mich ist daher ganz klar, dass hier massiv Kapital in diese Titel fliesst. Hier positionieren sich die institutionellen Anleger, die Ihre Cash Bestände zu Recht lieber in derartigen Bluechips sichern, als der nächsten Phase der Krise auszusetzen. Die permanenten "Buying on Weekness" Tage der letzten Wochen in diesen Titeln, bestätigen das Bild institutioneller Zuflüsse in die defensiven Werte. Diese Entwicklung zeigt aber auch, dass die Währungs- und Staatsschulden-Krise keineswegs als beendet betrachtet wird, sie hat nur ein Pause eingelegt, diesen Sommer dürfen wir mal endlich durchschnaufen.

Deswegen muss man auch unbedingt zwischen den Indizes und den einzelnen Aktien unterscheiden. Die defensive Bluechips steigen und da sie in den Indizes eine hohe Gewichtung haben, laufen die Indizes nach oben und sehen recht gut aus. Schaut man aber abseits der defensiven Bluechips in den konjunktursensiblen Segmenten des Marktes, sieht es zum Teil ziemlich finster aus. Wer diese defensiven Bluechips nicht in seinem Depot hat, dürfte bei einem Performance-Vergleich zu den Indizes daher im Moment in der Regel blass aussehen.

Man kann es also auch so sagen: Es gibt einen "Flight to Safety" im Aktienbereich, der die Indizes besser aussehen lässt, als der breite Markt in Wirklichkeit ist. Bei aller Freude über die Sommerrally, sollten Sie also das grosse Bild nicht aus dem Auge verlieren.

Was bedeutet das nun für die kommenden Wochen ?

Schauen wir mal auf das Tages-Chart des S&P500 Futures.

Man sieht sehr leicht den Aufwärtstrend. Man sieht aber auch, dass wir nun an einer wichtigen Wegscheide sind. Wir müssen nun unbedingt die Juli-Hochs übersteigen, ansonsten laufen wir grosse Gefahr eine Art "Doppeltop" auszubilden und zumindest bis zum unteren Ende des Trendkanals herunter zu fallen, hier bei ca. 1344, dem 50er Fibo-Retracement. Das haben wir heute aber noch nicht geschafft, wir brauchen Morgen also den "follow-through". Das negative Szenario ist als b) eingezeichnet.

Bekommen wir aber Morgen den "follow-through", sollten wir bis in den Bereich um 1387 laufen, bevor wir dann etwas Luft holen, ideal die 1363 noch einmal testen um dann endgültig die 1400 in Angriff zu nehmen. Das ist Szenario a) im Bild.

Es gibt noch ein Abart von Szenario a) in der wir Morgen erst einmal bis zum 62er Retracement bei 1363 Luft holen, bevor wir dann doch weiter hoch drehen. Ich bin mir bei diesem Szenario aber nicht so sicher, da ich vermute, dass der vermeintliche "Doppeltop" dann eher zu stärkeren Abgaben führen würde.

Meine Präferenz aus Urlaubersicht, also mit etwas Abstand und nicht ganz der tiefen Analyse wie sonst:

Ich präferiere Szenario a). Die zunehmende Breite der aktuellen Bewegung, die wiederholt starke Price-Action in der letzten Handelsstunde, die absehbare Nachrichtenruhe der nächsten Wochen, sowie die Unfähigkeit der Bären nennenswertes Momentum aufzunehmen, sprechen für mich für eine der Varianten des Szenario a), das uns noch diesen Sommer bis 1400 im S&P500 und im DAX bis knapp unter 6900 bringen könnte. Szenario b) wird erst dann ernst, wenn wir nach einer für morgen oder übermorgen zu erwartenden kleinen Korrektur die 1363 nachhaltig verlieren.

Insofern geniessen Sie den Sommer. Ich verspreche Ihnen, die Krise kommt im Herbst wieder. Damit ich diese Meinung ändere, müssten die konjunktursensiblen Aktien beginnen Stärke zu zeigen und damit eine Wende bei der Weltkonjunktur "wittern". Davon sind wir aber weit entfernt und um das zu erkennen, reicht es eine Aktie wie Klöckner (WKN KC0100) anzuschauen.

Insofern kann es im Moment wohl nicht schaden, das zu tun, was das institutionelle "Smart Money" im Moment auch tut: die grossen, defensiven Bluechips bei einer Korrektur einzusammeln. Unsere gemeinsam -> hier <- erstellte Aktienauswahl, bietet da einige interessante Kandidaten.

Gute Nacht allerseits !

Ihr Hari

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Grundlagenwissen : Was bedeutet Short Interest für die Trading-Strategie ?

Heute möchte ich Ihnen einen Einstieg in ein Thema vermitteln, dass für die Bewertung einer konkreten Trading-Situation wichtige Hinweise geben kann.

Es geht um die Short-Interest Quote, das bedeutet die Anzahl der Marktteilnehmer, die gezielt auf fallende Kurs bei einem konkreten Titel wetten. Je höher die Quote, desto mehr gehen also von fallenden Kursen aus.

Wie immer in solchen Blog-Artikeln ist es unmöglich, das Thema vollständig aufzurollen. Mit den folgenden Zeilen will ich Ihnen daher auch nur einen Anstoss geben, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Woher bekommt man die Daten ?

In den US kein Problem, sogar kostenlos kann man verschiedentlich an diese wichtigen Daten kommen. Zuletzt hatte der "Bespoke" Dienst eine aktuelle Übersicht über das Short-Interest bei den verschiedenen Sektoren des Marktes, dargestellt über ETFs, sehen Sie -> hier <-.

In meinen hilfreichen Links finden Sie -> hier <- aber auch eine (weitgehend kostenpflichtige) Datenbank, in der Sie gezielt nach der Short-Quote für einzelne Aktien suchen können.

Wie so oft im Aktien-Entwicklungsland Deutschland, ist mir aber für deutsche Aktien etwas Entsprechendes nicht bekannt. Wer hier einen Tip hat wie man leicht an die Short-Quoten kommt, könnte mir eine Freude machen.

Was bedeutet nun eine hohe Shortquote für das Trading und welche Schlussfolgerungen muss man daraus ziehen ?

Das ist die entscheidende Frage und wie immer gibt es keine simple Antwort, sondern auch hier gilt : es hängt davon ab ! 😉

Zunächst einmal ist wichtig festzustellen, dass hohe Shortquoten in der Regel ein Abbild des Verhaltens von Profis und Semiprofis, also des sogenannten "Smart Money" sind. Otto Normalanleger, bösartig auch "Dumb Money" genannt, bringt im Bereich Short in der Regel nicht genügend Gewicht auf das Spielfeld. Insofern bedeutet ein hohes Short-Interest zunächst einmal, dass Teile des Smart Money von demnächst fallenden Kursen bei dem Titel ausgehen. Das alleine ist schon eine sehr wichtige Information !

Da das "Smart Money" aus Marktteilnehmern besteht, die in der Regel mehr wissen als der Durchschnitt, kann man auch davon ausgehen, dass die Aktie konkrete "Mängel" hat, die diese Short-Attacke auslösen. Selbst wenn im veröffentlichten Bereich noch alles rosig aussieht, können massiv anziehende Short-Quoten also ein Indiz dafür sein, dass etwas faul mit dem Titel ist.

Insofern ist ein plötzlich stark anziehendes Short-Interest in der Regel ein sehr ernst zu nehmendes Signal. Besonders, wenn das bei Titeln passiert, die Anzeichen einer Topbildung zeigen oder nahe an den Höchstständen notieren. Dann kann ich nur zu äusserster Vorsicht raten und es zahlt sich dann in der Regel nicht mehr aus, eine solche Aktie noch weiter zu halten.

Es gibt allerdings auch seltenere Fälle, bei denen das Short-Interest ein Kontraindikator sein kann. Typischerweise korrelieren diese aber mit Situationen, wo der Titel schon massiv korrigiert hat und damit auch markttechnisch "überverkauft" ist. Wenn hier die "Shorties" weiter nachlegen, besteht eine relevante Wahrscheinlichkeit, dass eine kleine, überraschend positive Nachricht nun zu einer Short-Covering-Rally (Short Squeeze) führt, weil die Short-Seller eindecken müssen.

Fazit: Stark ansteigendes Short-Interest bei Titeln nahe den Höchstständen ist ein bedeutendes Warnsignal, dem ich aus Erfahrung fast immer folge. Nach einem schon erfolgten Absturz ist die Beurteilung eines hohen Short-Interest dagegen diffiziler und nicht mehr so eindeutig. Dann kann (aber nicht muss) der hohe Short-Interest auch ein Kontraindikator sein. Nach meiner Erfahrung hat in diesen Phasen die Entwicklung des Short-Interest (also Anstieg oder Abfall) mehr Aussagekraft, als die absolute Höhe.

Für die Leser, die sich die Grundlagen der Marktanalyse und Markttechnik schon erarbeitet haben, sind die Short-Interest-Quoten aber eine sinnvolle Ergänzung einer konkreten Situations-Analyse.

In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg,

Ihr Hari

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Gedanken zur Community und zum Tag – 16.07.12

Ich erinnere daran, dass ich derzeit etwas kürzer trete und ein bisschen "Urlaub" mache, deshalb nur kurz ein paar Gedanken zum Tag

Aktienauswahl der Community

Ich bedanke mich für die rege Teilnahme bei der gemeinsamen -> Selektion <- von Aktien, die bis zum 30.09.12 "garantiert" steigen.

Mit der Aktienauswahl der Community ist in meinen Augen eine sehr interessante Depotzusammenstellung entstanden ! Es wäre spannend zu beobachten, wie sich ein derart aufgebautes Depot nun gegenüber den breiten Indizes entwickelt.

Denn wir haben hier überwiegend klassische "Value-Titel", angereichert mit etwas "Growth", "Commodities" und "Nebenwerten" um der Auswahl etwas "Pep" zu verleihen. In Summe ist das genau die Art und Weise, wie man nach meiner Ansicht ein langfristig orientiertes, breit gestreutes Anlagedepot aufbaut. Insofern "good job all" 😉 !

Ich werde deshalb die Performance des Gesamtdepots auch mit den Indizes vergleichen, wenn ich es schaffe jeden Monat. So wird uns unsere gemeinsame Aktienauswahl nun bis zum 30.09.12 und vielleicht darüber hinaus begleiten. Vielleich schaffen wir es ja damit den Markt zu schlagen. 🙂

Zum Thema Ehrlichkeit vor sich selber

In den letzten Wochen sind doch eine ganze Reihe neuer Leser in den Blog gekommen, worüber ich mich sehr freue und alle "Neulinge" hier noch einmal ausdrücklich begrüsse.

Ich möchte das daher zum Anlass nehmen, erneut an das zu erinnern, was diesen Blog von anderen Foren zum Thema Aktien unterscheiden soll und bitte jeden diesbezüglich ehrlich in den Spiegel zu schauen.

Wir alle wissen, wie es in öffentlichen Foren abläuft, diese sind ein Hort des überquellenden Egos. Jeder ist ein "Experte", jeder schon lange dabei, jeder ein "Profi" und jeder schreibt irgendwelche Sätze von Adorno bis Kant ab, um seinen Worten besonderen "Wert" zu verleihen und damit um so wollüstiger auf den anderen Foristen einschlagen zu können. Erkennen Sie in diesen Worten normale Foren wieder ? 😉

So soll es hier NICHT sein. Wer hier mitmacht, sollte sein Ego bitte besser ablegen. Denn Mr. Market interessiert sich herzlich wenig für unser Ego. Er deckt statt dessen gnadenlos und konsequent unsere Schwächen auf.

Dieser Blog soll statt dessen ein Ort des Wissens und des Vertrauens sein, um an unseren Schwächen zu arbeiten. Denn wir haben alle Schwächen, mich eingeschlossen. Und am Ende wollen wir doch alle einen höheren Saldo im Depot stehen haben, das ist doch einzige was beim Thema Börse wirklich zählt, oder ?

Das erfordert, dass die aktiven Mitglieder des Blogs ein Klima schaffen, in dem man keine Scheu haben muss, seine Fehler einzugestehen und um Rat und Hinweise zu bitten. Keine Scheu vor Schwäche, weil man weiss, dass man unter "Freunden" ist. Ich will dazu meinen Beitrag leisten, in dem ich Tendenzen zu Egoschlachten konsequent unterbinde. Auch diese Zeilen sind ein Beitrag zu diesem Thema.

Es erfordert aber auch, dass Sie selber nicht versuchen, sich zu mehr zu machen als Sie sind, sondern Ihr Augenmerk auf Ihre Defizite lenken. Denn mit Ego getriebener Darstellung schaden Sie sich nur selber, Ihr Depot wird dadurch nicht grüner, im Gegenteil. Darüber hinaus schadet es der Kultur des Blogs. Und geben Sie sich keinen Illusionen hin, wer sich in einem Thema wirklich auskennt, erkennt sofort ob jemand weiss worüber er redet oder nicht. Aus den Augen wirklich erfahrener Trader, stehen Versuche Kenntnis vorzuschützen ziemlich nackt dar, auch wenn es aus Höflichkeit oft nicht gesagt wird.

Insofern noch einmal meine Einladung und meine Bitte, machen Sie mit und öffnen Sie sich Ihren Defiziten. Nutzen Sie diesen Blog um zu lernen und sich auszutauschen. Nutzen Sie das Wissen der Erfahreneren, um Ihr Depot "grüner" werden zu lassen, als es je gewesen ist. Wenn Sie aber nach einem Ort suchen um sich "bedeutend" zu fühlen und sich die Dosis sozialer Anerkennung zu holen, nach der Ihnen dürstet, können Sie diese Bedürfnisse an anderer Stelle besser befriedigen. Denn Mr. Market deckt jegliche Schwäche in Ihren Depots gnadenlos auf, vor ihm können Sie sich nicht verstecken !

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle unseren Leser "Ramsi" als Vorbild empfehlen. Er mag manchmal anecken mit dem was er schreibt, aber er ist kompromisslos ehrlich zu sich in Sachen Börse. Und das ist nicht nur ein Zeichen von Stärke, sondern auch die Grundvoraussetzung, um überhaupt am Markt Erfolg haben zu können. Wenn Sie den Artikel übersehen haben, schauen Sie vielleicht -> hier <- einmal herein, wie ihm sein Ego im Weg stand.

Diese Worte richten sich ausdrücklich an niemanden konkret, ich möchte das betonen ! Ich schiesse hier sozusagen mit der Schrottflinte auf alle, in der Hoffnung, dass sich jeder selber prüft. Ob Sie sich angesprochen fühlen, müssen Sie also selber wissen. Es ist mir nur wichtig, diesen Sachverhalt nach Monaten und vielen neuen Lesern die den Start des Blogs nicht miterlebt haben, erneut in Erinnerung zu rufen. Denn dieser Blog wird nicht in die "Qualität" klassischer Foren abgleiten, die oft nichts weiter als der Wettbewerb eitler "Pfauen" um Aufmerksamkeit sind. Dafür werde ich sorgen !

Der Markt heute

Zum Markt heute von mir, aus etwas "entspannterer" Entfernung, nur ein paar kurze Worte. Ich bin derzeit im Investmentdepot mit einer Reihe von Positionen "long", im Handelssystem mache ich aber derzeit gar nichts und habe deshalb auch etwas Abstand.

Für mich sieht bisher (Stand 16.07.12 12:00 Uhr) alles nach einer völlig normalen, gesunden Konsolidierung nach dem Anstieg von Freitag aus. Ich denke wir werden diese Woche bald wissen, ob wir in der "Range" bei ca. 6600 im DAX wieder nach unten drehen oder ob wir nun einen Ausbruch nach oben bekommen. Aus dem was ich in der Markttechnik sehe, werte ich die Chancen für einen Ausbruch aber für durchaus gut. Auf der "Long"-Seite zu stehen, sollte also im Moment nicht die schlechteste Entscheidung sein. Und für den Fall, dass wir doch wieder Richtung 6300 im DAX drehen, gibt es ja Stops. Wenn Sie auf die Bewegungen des Tages schauen, hatten wir bisher mehrere Tiefs im Bereich 6535, das ist eine Marke die man kurzfristig im Auge behalten sollte.

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DAX Betrachtung – Doch eine Sommerrallye ?

Ein Gastartikel von Tokay

Dax Betrachtung - Doch eine Sommerrallye ?

Die Eurokrise, die Schuldenkrise und die Bankenkrise dauern an, und so könnte man meinen, dass sich die Märkte in einem Zustand hochgradiger Nervosität befinden. Das tun sie auch. Dennoch kristallisieren sich unübersehbar einige Grundtendenzen heraus:

Die seit März 2012 bestehende Abwärtsbewegung ABD wurde Ende Juni durchbrochen. Dieser Durchbruch fiel zusammen mit dem Bekanntwerden der Brüsseler Gipfelergebnisse, welche von den Märkten „gefeiert“ wurden.

Seither hat sich eine kurzfristige Aufwärtstrendlinie CD entwickelt. Die obere Begrenzungslinie BEF wurde zudem heute Abend überzeugend nach oben durchbrochen.

In Summe sieht dies nach einer positiven Entwicklung aus, die sich zu einer Sommerrallye entwickeln könnte. Dieses Szenario würde nur dann entkräftet, wenn der Bereich 6.350 bis 6.400 Punkte deutlich unterschritten würde bzw. die Kurse unterhalb der Fortsetzung der Linie CD zum Liegen kämen. Es spricht für eine positive Grundstimmung, daß sich die Kurse dieser Linie noch nicht wieder angenähert haben. Offenbar wurde die Großwetterlage(Geldpolitik der EZB plus US-Konjunktur) allgemein überwiegend positiv eingeschätzt.

Gestützt wird diese Erwartung außerdem durch eine langfristige Beobachtung:

Wir sehen hier, dass seit dem Beginn der Erholung 2009 sich ein Aufwärtstrend entwickelt hat, der durch die Strecke ABCDE charakterisiert ist. Wir befinden uns momentan noch unterhalb dieser Linie. Es besteht eine gute Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse sich in den kommenden Wochen diesem Entwicklungspfad annähern, wenn nicht ihn sogar übertreffen werden.

Tokay

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Umfrage: Die Aktie, die garantiert am 30.09.12 höher steht.

Liebe Leser von Mr-Market.de

Ich möchte heute einmal eine ebenso ungewöhnliche wie spannende Umfrage starten. Ich bitte Sie uns allen die Aktie zu nennen, bei der Sie sich am sichersten sind, das diese nach dem Sommer (am 30.09.12) höher steht als heute am 13.07.12. Es geht also nicht darum, welche Aktie potentiell die höchsten Gewinne produziert, sondern bei welcher die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, dass man einen Trade am 30.09.12 mit Erfolg im Positiven abschliessen kann.

Stellen Sie sich also vor, Sie haben eine grosse Summe Geld bekommen, die Sie bis 30.09.12 anlegen dürfen. Und Sie haben nur einen "alles oder nichts" Schuss frei, bei welcher Aktie Sie das Geld anlegen. Welche würde das sein ?

Sie werden sich fragen was das soll ? Wirklich verstehen werden Sie das erst am 30.09.12, denn dann schauen wir uns die Ergebnisse im Rückblick an. Meine Erfahrung ist nämlich, dass es unerhört lehrreich ist, im Nachhinein noch einmal zu sehen, was, wie und warum man vor 3 Monaten dachte.

Deswegen habe ich auch den 3 Monats Zeitraum gewählt, genügend Zeit um Raum für Bewegung zu lassen und gleichzeitig nah genug an der Gegenwart, damit man noch weiss, wie man am 13.07.12 über den Markt und Aktien gedacht hat.

Meine Bitte an Sie ist also: Stellen Sie hier einen Kommentar ein, in dem Sie den Titel mit WKN nennen, der in Ihren Augen am wahrscheinlichsten am 30.09.12 höher steht als heute. Zugelassen sind nur Aktien weltweit. Eine kurze Begründung im Kommentar wäre nett, ist aber nicht zwingend. Doppelnennungen sind natürlich zulässig.

Ich werde die genannten Titel hier in den Artikel übertragen und so Zug um Zug eine Tabelle der Vorschläge erstellen. So bekommen wir eine höchst spannende Liste der "aussichtsreichsten Aktien" aus Sicht der Mr. Market Community.

Und bitte zögern Sie nicht, weil Sie Angst haben falsch zu liegen, bei Nennung nur einer Aktie ist die Chance immer sehr hoch, das man falsch liegt. Auch mir kann das selbstverständlich passieren, denn niemand kennt die Zukunft und selbst die beste Aktie der Welt kann plötzlich überraschende Nachrichten generieren, die alles auf den Kopf stellen. Und wenn man bei so einem Call falsch liegt, ist das kein Makel und sagt nichts über die eigenen Fähigkeiten aus, jeder liegt mal falsch und wenn es zufällig in diesem Fall ist, hat man halt Pech gehabt.

Es geht hier also nicht um individuelles "richtig" oder "falsch" liegen, es geht um ein Stimmungsbild der Favoriten. Und in 3 Monaten geht es um unsere gemeinsame Reflektion, was aus dem Stimmungsbild geworden ist und warum.

Schluss dieser Umfrage ist Sonntag Abend 15.07.12. Dann ist die Liste hier im Blog endgültig. In diesem Sinne freue ich mich auf Ihre Favoriten !

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Nach dieser Vorrede muss ich natürlich mit meinem Favoriten für den "sichersten Gewinn" loslegen. Meine Antwort ist nicht überraschend: Apple (WKN 865985). Die Gründe dafür habe ich schon in Artikeln und Kurznachrichten in "Hari´s Tips" aufgezeigt. Und nun sind Sie dran !

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Und hier ist sie nun, die Liste der "Top Aktien der Mr-Market Community" mit Schlusskursen an der Hauptbörse (Brief) vom 13.07.12, Stand 15.07.12 22:00 :

3D Systems (WKN 888346) - 33,02 USD
Tesla Motors (WKN A1CX3T) - 34,25 USD
Apple (WKN 865985) - 604,97 USD
BASF (WKN BASF11) - 55,96 €
Coca-Cola (WKN 850663) 77,28 USD
Total (WKN 850727) - 36,04 €
SAP (WKN 716460) - 48,90 €
BMW (WKN 519000) - 57,77 €
Salzgitter (WKN 620200) - 30,16 €
Deutsche Post (WKN 555200) - 14,34 €
Boeing (WKN 850471) - 73,51 USD
Sanofi (WKN 920657) - 60,74 €
Wells Fargo (WKN 857949) - 33,91 USD
Daimler (WKN 710000) - 36,39 €
Altria Group (WKN 200417) - 35,62 USD
Commerzbank (WKN 803200) - 1,24 €
Deutsche Bank (WKN 514000) - 25,60 €
Peabody Energy (WKN 675266) - 22,51 USD
Gesco (WKN A1K020) - 64,97 €
Merck & Co. (WKN A0YD8Q) - 43,47 USD
Berkshire Hathaway B (WKN: A0YJQ2) - 84,48 USD
Qiagen (WKN 901626) - 13,74 €
Volkswagen VZ. (WKN 766403) - 137,10 €
Kraft Foods (WKN 655910) - 39,71 USD
Andritz (WKN 632305) - 41,6 €
Sandridge Energy (WKN A0M1JP) - 6,41 USD
SGL Carbon (WKN: 723520) - 32,68 €
Pfizer (WKN 852009) - 22,81 USD
Dialog Semiconductor (WKN 927200) – 15,57 €
McDonald’s (WKN 856958) - 92,29 USD
Elringklinger (WKN 785602) - 20,79 €
Aareal Bank (WKN 540811) - 13,25 €
Royal Dutch Shell (WKN A0D94M) - 28,04 €
Barrick Gold (WKN 870450) - 34,84 USD
Biogen Idec (WKN 789617) - 144,61 USD

Referenz Schlusskurse 13.07.12 DAX 6557,10 S&P500 1356,33

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Marktupdate 13.07.12 – Der Blick nach oben

09:10 Uhr

Nur ein paar kurze, schnelle Zeilen zu meiner Markteinschätzung für den Tag. Heute ist Freitag der 13. - das sollte Glück bringen. 😉

Heute hat der Markt eine Chance nach oben.

1. Wir haben im DAX nun mehrfach in einer Zone 6350-6400 nach oben gedreht. Selbst wenn wir "Range-Bound" bleiben und kein Ausbruch bevorsteht, könnten wir nun wieder in den oberen Bereich der Range, die Zone um 6550, vorstossen.

2. Wir sind im S&P500 nun 6 Tage hintereinander im Minus gewesen. Ganz egal wie es mittelfristig weitergeht, das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Gegenbewegung ganz erheblich.

3. Zum ersten Mal seit 1993, sind wir im Sentiment der -> AAII <- nun seit 15 Wochen im bärischen Bereich. Schlechte Erwartungen gibt es also mehr als genug im Markt.

4. Wir haben in den letzten Tagen im S&P500 immer wieder Kaufdruck in der letzten Handelsstunde gesehen. Normalerweise das Zeichen, dass "Big Money" in den Markt geht.

5. Wir hatten in den letzten Tagen immer wieder "Buying on Weekness" in den grossen Namen wie Apple, Cisco etc und auch dem SPY und Russel.

6. Ich sehe in der kurzfristigen Markttechnik Kaufdruck auf einigen Aktien, ein gutes Zeichen für den Markt.

7. Die Charttechnik sagt, dass der mittelfristige Aufwärtstrend im DAX seit dem Tief Anfang Juni intakt ist. Auch die 200 Tage Linie steigt wieder und wurde vom Markt nicht mehr in Frage gestellt.

Alles in allem würde ich heute also eher auf der LONG Seite wetten wollen. Schauen wir mal, was die Wallstreet ab 15.30 Uhr daraus macht. Und vor allem wie lange diese positive Stimmung anhält.

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Marktupdate – 12.07.12 – Ich muss gähnen !

08:45 Uhr

Seien Sie mir nicht böse, aber ich muss in Anbetracht dieses Marktes gähnen.

Der Markt hat einfach nicht genug Kraft um nach oben zu laufen. Ist ja auch kein Wunder im Anblick der Nachrichtenlage und der bisher sehr durchwachsenen Quartalsergebnisse.

Im DAX Future ist die kleine Aufwärtstrendlinie nun auch schon wieder gebrochen und wir bleiben Rangebound zwischen 6300 und 6600.

Wirklich nach unten will der Markt scheinbar aber auch nicht, die Hoffnung stirbt halt zuletzt und die Bären fürchten sich gewaltig, in eine Falle der FED hinein zu laufen und mit massiven Shorts im Markt die Ankündigung eines neuen Stimulus hören zu müssen. Bens "Kernwaffenarsenal" jagt den Bären nach wie vor gewaltigen Schrecken ein.

Zu allem Überfluss ist nun auch eine Art Erschöpfung und Überreizung der Marktteilnehmer eingetreten, die auch ich spüre. Was hatten wir in den letzten Wochen nicht alles an extrem wichtigen Terminen, die uns permanent und ohne Pause auf den Zehenspitzen gehalten haben. Kein Wunder, dass nun die Luft etwas heraus ist.

So halte ich das aktuelle, richtungslose Geschehen am Markt für ein gutes Abbild der allgemeinen Stimmungslage. Und wir tun in meinen Augen gut daran, uns auch selber etwas Luft und Entspannung zu verschaffen, solange die Marktlage so ist wie sie ist.

Ich habe daher meine Positionen deutlich zurück gefahren und werde die nächsten Wochen des Hochsommers mit etwas weniger Präsenz unterwegs sein. Dafür habe ich dann mehr Zeit für Familie und kann meinen Bauch auch mal in die Sonne halten. 😉

Wundern Sie sich also nicht, wenn die Updatefrequenz des Blogs temporär etwas geringer wird. Wenn es nichts zu sagen gibt, muss man sich auch nichts aus den Fingern quetschen. Ich bin aber permanent im Blog präsent, freue mich über jede Diskussion im Kommentarbereich und werde sicher auch Artikel schreiben, wenn ich dafür einen Anlass sehe.

Und sollte sich diesen Juli doch noch ein bedeutender Trend an den Märkten etablieren, werde ich meine Präsenz sofort wieder hochfahren, da können Sie sicher sein. Denn ich bin nun den ganzen Sommer "im Lande".

Spätestens ab Ende August, Anfang September, sollte das Volumen dann von alleine wieder anziehen und dann will auch ich ausgeruht und voller Energie wieder mit aller Kraft mit Mr. Market ringen.

Schauen wir einfach, wie sich der Sommer entwickelt. Vielleicht beschliesst ja Mr. Market schon morgen zum grossen Sprung anzusetzen, ihm ist alles zuzutrauen. Solange er uns aber eine dringend nötige Verschnaufpause gewährt, sollten wir diese nutzen.

In diesem Sinne auf bald !

Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – 10.07.12 – Ein übler Markt

22.00 Uhr - Handelsschluss

Ein übler Markt, das ist die einzige Bezeichnung, die man dem richtungslosen Hin- und Her angedeihen lassen kann. Gestern 3% hoch, heute 3% runter, ohne jede Richtung - so sieht der Markt aktuell in weiten Teilen aus.

Man merkt auch, wie wir vollständig in der Hand der Algos sind. Durch das geringe Volumen des Sommers haben die Algos auch ganz besonders leichtes Spiel dabei, uns hin und her zu werfen.

So drehten wir heute im DAX perfekt an den erwarteten technischen Marken nach oben und liefen mit Momentum bis fast 6500. Irgend ein Grund dafür ? Fehlanzeige. Mir hat es trotzdem gefallen, weil ich genau diese Bewegung ja erwartet hatte und entsprechend profitieren konnte.

Gemurmelt wurde am Markt dann von Gerüchten in London, das BVG würde den ESM einfach durchwinken. Und von "guten" Wirtschaftsdaten aus England und Italien wurde auch gemurmelt. In meinen Augen aber alles nur der hilflose Versuch zu erklären, was nicht zu erklären ist. Programme bestimmen den Markt und machen ihre Gewinne, in dem sie uns hin und her treiben. Mehr gibt es da nicht zu verstehen und es gilt genau auf die technischen Marken zu schauen, denn genau die traden die Algos auch.

Dann, mit Eröffnung der Wallstreet das umgedrehte Spiel, Positionen die gestern noch deutlich im Plus waren, wurde heute im gleichen Umfang runter geprügelt. Dieses mal musste ich mir das Spektakel staunend von der Seitenlinie anschauen, weil ich diesen Abverkauf nicht mehr auf der Rechnung hatte und meine Stops schnell zogen.

Und immer - und ganz typisch dafür, dass Algos im Spiel sind - wird an den entscheidenden Marken gedreht. So drehte der S&P500 Future im Tief bei (Überraschung !) 1335,6 ! Erinnern Sie sich an die von mir gestern genannte Zone ? Noch Fragen ?
Oder noch besser der GDX, Sie erinnern sich an die 42,60 USD bei denen ich alles verkaufen wollte ? Raten Sie mal, wo wir im späten Handel das Tief hatten, bevor es wieder etwas hoch ging ? Sie ahnen es, 42,66 USD ! Lustig oder ?

Am Ende wird der Rahmen der technischen Marken maximal ausgeschöpft, ohne das es aber zur entscheidenden Bewegung kommt. Das bedeutet maximalen Schmerz für die Menschen an den Bildschirmen und ebenso schöne Gewinne für die Programme, die diese Bewegung treiben. "Chopped to Death" nennt man das an der Wallstreet.

In der Kommentarsektion war gerade die Frage, ob das für Morgen nichts Gutes bedeutet ?
Ehrlich, ich glaube das bedeutet im Moment noch gar nichts ! Das sind die Wirrungen des Sommers, mehr nicht.

Fassen wir also mal zusammen, wie ich den Markt sehe:

(1) Der Markt besteht in diesen Tagen aus technischen Swings im Tagesrhythmus, ohne echten Trend. Das bedeutet man kann in diesem Markt als rein technischer Daytrader erfolgreich sein, der Trends ein paar Stunden spielt und dann aussteigt. Oder man kann ganz langfristig mit substanzstarken Aktien im Markt sein, wie ich Ihnen heute drei genannt habe. Dann ignoriert man das tägliche Hin- und Her einfach. Womit man aber in der jetzigen Phase Schiffbruch erleidet, ist der Versuch Trends ein paar Tage zu reiten, denn schon am Folgetag ist alles anders. Stellen Sie sich also besser entsprechend auf oder gehen Sie ganz aus dem Markt. Andernfalls werden Sie eben "Chopped to Death" !

(2) Wenn es etwas Positives zu berichten gibt, dann das der DAX langsam eine "Overperformance" gegenüber dem S&P500 entwickelt. Gegenüber den Kursen im Future um 9 Uhr Morgens, hat der DAX um 22 Uhr ca. 20 Punkte gewonnen, während der S&P 500 fast ein Prozent abgegeben hat.

(3) Im GDX wurden die von mir aufgerufenen 42,6 USD nicht erreicht, gleichzeitig ist die Price-Action im Sektor so traurig und flügellahm, dass man einen nachhaltigen Bruch befürchten muss. Ich habe der unklaren Lage durch eine Halbierung der Positionsgrössen Rechnung getragen. Das ist auch eine sinnvolle Strategie in Phasen der unklaren Richtung. Risiko rausnehmen und Positionen verkleinern, aber nicht notwendigerweise ganz aussteigen.

(4) Rein von meiner technischen Sicht auf den Markt her, spricht immer noch mehr dafür, dass wir von hier weiter hoch laufen, als das wir weiter abstürzen. Ich betrachte daher weiter die von mir genannten Zonen 6300-6360 im DAX und 1335-1345 im S&P500. Erst wenn wir diese nachhaltig mit Schlusskurs nach unten verlassen haben, wäre das ein Indiz, dass der Abwärtstrend noch aktiv sein könnte.

Achja und zum Schluss ein Wort zum Bundesverfassungsgericht.

Für mich zeichnet sich das erwartete "Kompromiss-Urteil" ab, das den Märkten nicht weh tut. Auch die Andeutung sich vielleicht bis zu 3 Monate Zeit zu nehmen, ist für mich eher ein Kotau vor der normativen Kraft des Faktischen. Lesen Sie unter anderem -> hier <-.

Ich bin enttäuscht, aber nicht überrascht, dass das Gericht sich scheinbar freiwillig den vermeintlichen "Zwängen der Märkte" anpasst, statt einfach klar und hart und ohne Rücksicht auf die Märkte, auf die Vorgaben der Verfassung zu schauen. Es ist schon witzig, wie viele "Experten" auf allen Ebenen nun so tun, als wüssten sie, wie die Märkte auf dies und das reagieren würden. Auch unser Bundesfinanzminister ist scheinbar zum Marktexperten geworden, erstaunlich. Wenn diese Leute die Märkte so gut verstehen, könnten sie ja an der Börse ganz schön reich werden. Offensichtlich waren im Gerichtssaal einige Superinvestoren mit Kristallkugel. 😉 Alleine Bundesbankpräsident Jens Weidmann versah diese Aussagen mit der richtigen Wertung: "höchst spekulativ".

Letztlich ist diese Logik des "wir müssen, weil die Märkte", doch nur die Knute der Hochfinanz, der sich die Handelnden in vorauseilendem Gehorsam freiwillig unterwerfen. Ich bilde mir ja ein, etwas mehr als der Durchschnitt von den Märkten zu verstehen und kann über diese ängstliche Haltung nur lachen. Gar nichts "muss" man, nur wegen der Märkte ! Man kann Mr. Market auch überzeugen und wenn er auf klare Führung trifft, wird Mr. Market schnell zum kleinen, kuschenden Hündchen !

Dafür muss man aber genau wissen was man will und das mit Klarheit und Tatkraft umsetzen ! Nichts liebt der Markt mehr, als überzeugtes Handeln von Menschen, die auch die Macht für ihr Tun haben. Und nichts hasst er mehr, als das Geschwurbel, Durcheinander und die Unsicherheit, die derzeit im Versuch erzeugt wird, irgendetwas zu "retten". Mal klar Nein zu sagen, wäre auch ein Beitrag zur Klarheit, vielleicht wären einige erstaunt, wie der Markt darauf reagiert. Aber bei der geballten Ladung an Marktexperten, speziell im Finanzministerium, sind meine Worte natürlich nur das Gerede eines Ahnungslosen.

So aber begehen wir weiter "Selbstmord aus Angst vor dem Tod". Und nach der heutigen Verhandlung befürchte ich, dass sich das BVG dieser Karawane anschliesst. Aber ich hatte ja auch nicht viel erwartet, insofern hält sich mein Erstaunen an dieser Stelle in Grenzen.

Ich wünsche trotzdem eine gute Nacht !

Ihr Hari

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Linde, SAP, ABB – drei substanzstarke Aktien, die ich nun für Buy&Hold interessant finde

Hier ist eine kleine Liste von drei substanzstarken Aktien aus dem deutschsprachigen Raum, die ich Stand 10.07.12 für eine langfristige Anlagestrategie im Sinne Buy&Hold interessant finde. Alle drei Titel sind aktuell in meinem Investmentdepot als langfristige Anlage.

Diese Liste dient nur dazu Ideen zu generieren, ich verzichte also auf Charts und detaillierte Analysen. Sie sollten sich die Titel daher selber genau anschauen und unbedingt Ihre eigenen Schlüsse ziehen. Denn was für mich Sinn macht, muss noch lange nicht für Sie sinnvoll sein !

Linde (WKN 648300)

Linde ist in meinen Augen eines der bestgeführten Unternehmen auf dem deutschen Kurszettel, schauen Sie im Zweifel noch einmal in -> diesen <- Artikel hinein. Mit der Übernahme der amerikanischen Lincare ist Wolfgang Reitzle nun ein weiterer Coup gelungen, der zu einer sinnvollen, weiteren Diversifizierung des Geschäfts führt. Damit schafft er den Eintritt in den amerikanischen Gesundheitsmarkt. Die aktuelle Schwäche ist nur auf die Kapitalerhöhung zurück zu führen, die nun aber abgeschlossen ist. Ansonsten mag die Börse den Deal, obwohl der Kaufpreis sportlich ist. Die Übernahme hat übrigens etwas historisches, denn sie beendet 90 Jahre Unrecht. Denn Lincare war letztlich das US Geschäft von Linde, das 1917 im 1. Weltkrieg durch die US Regierung einfach enteignet wurde.

Wer wie ich von den Management-Qualitäten der Linde-Führungscrew überzeugt ist, hat hier vielleicht die Gelegenheit, zu einem guten Kurs in einen Weltmarktführer mit grosser Erfolgsgeschichte einzusteigen und diese Position langfristig zu halten.

SAP (WKN 716460)

Ich war über viele Jahre sehr, sehr skeptisch was SAP angeht, weil ich die Tendenz der Walldorfer Entwickler zum teuren "Overengineering" aus eigener Anschauung kannte und ich auch wusste, wie träge und satt die Organisation im Erfolg geworden war. Noch zu Zeiten von Leo Apotheker an der Spitze, hätte ich SAP nicht mit der Kneifzange angepackt, zumal Apotheker auf die sowieso vorhandene Problematik der SAP nach meiner Wahrnehmung noch seine eigene Hybris oben drauf setzte. Nun scheint es der "grauen Eminenz" Hasso Plattner aber gelungen zu sein, die Wende einzuleiten. Mit Bill Mc Dermott und Jim Hagemann Snabe hat SAP nun eine gute funktionierende Doppelspitze, man merkt richtig wie der SAP nun frisches Leben eingehaucht wird.

Plötzlich agiert SAP auch im M&A Bereich aggressiv, wie die Übernahme von Ariba beweist. Auch was die Modernisierung des Produktportfolios angeht, scheint SAP grosse Fortschritte zu machen. Man hat fast den Eindruck, als hätte jemand die Fenster aufgemacht und den alten "Muff" heraus gelassen. Gleichzeitig sind die gewaltigen Margen aus dem Kerngeschäft aber nicht ernsthaft gefährdet, weswegen Gewinnmargen um die 30% weiterhin die Regel sein sollten. So bleibt SAP eine Cashcow, die weit höhere KGV Multiples als normal rechtfertigt. Mit dem Rücksetzer auf Kurse um 45€, könnte nun wieder ein langfristig interessantes Einstiegsniveau erreicht sein.

ABB (WKN 919730)

Schon mehrfach habe ich die schweizerische ABB besprochen, zum Beispiel im Mai -> hier <-. Und ich wiederhole mich trotzdem ! Denn wir haben hier ein stocksolides Unternehmen, Weltmarktführer im Bereich der Energie-Infrastruktur, das in den kommenden Jahren massiv von der Änderungen in der Stromerzeugung profitieren sollte. Oder glaubt hier jemand, dass die Stromnetze in den nächsten Jahren keine grossen Investitionen brauchen ? Gleichzeitig notiert ABB nun in der Nähe von Tiefstständen, die zuletzt 2008 unterschritten wurden und 4% Dividendenrendite sind dann das "Zückerli". Schnelle Gewinne sind bei ABB nicht zu erwarten, aber für eine langfristige Anlage erscheint mir ABB als attraktiver Titel.

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Marktupdate – 09.07.12 – Die entscheidenden Marken im S&P500 und DAX

16:00 Uhr

Sie wollen wissen, wo die entscheidende Marke im Leitindex S&P500 liegt, die Sie im Auge behalten müssen um ein Korrektur im Aufwärtstrend, von einer beginnenden neuen Abwärtsbewegung zu unterscheiden ?

Schauen Sie auf den Tageschart des S&P Futures:

Bei ca. 1344 liegt das 50er Fibo-Retracement und die Aufwärtstrendlinie nur wenig darunter. Und bei ca. 1339 lag das markante Tief vom 06.03.12, das sofort wieder gekauft wurde. Zu allem Überfluss liegt bei ca. 1335-1338, je nachdem wie man sie zeichnet, die Nackenlinie einer gedachten "Inverse Head&Shoulder" Umkehrformation. Wir haben damit also eine entscheidende Zone von ca. 1335-1345 im S&P 500, in der die Kurse wieder drehen sollten, wenn der Aufwärtstrend intakt ist.

Und übrigens - Überraschung - diese Zone korreliert ungefähr mit den 6300-6360 im DAX, die ich am Freitag als Ziel für die Korrektur ausgab. 😉

Behalten Sie diese Marken also lieber im Auge. Und wenn Sie im Bereich der Marken etwas machen wollen bedenken Sie, dass diese Marken gerne etwas unter- bzw. überschritten werden um Stops abzufischen, bevor die Kurse dann doch drehen. Planen Sie bei Stops also etwas "Luft" ein !

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