Kurzkommentar – 31.10.12 – Der DAX will. Wallstreet kann (noch) nicht. Gold kann.

16:00 Uhr

Ein paar kurze Worte zur Lage. Achtung, die Wallstreet läuft wg Winterzeit schon seit 14.30 Uhr MEZ !

Von der gestern von mir antizipierten guten Stimmung war bisher nur in Europa etwas zu spüren. Der DAX lief durchaus bemerkenswert fast bis 7350. Die Märkte in Italien und Spanien sind auch jetzt immer noch im Plus.

Die Wallstreet aber kann sich immer noch nicht entscheiden, wohin sie nun will, was die europäischen Märkte logischerweise wieder einbremste. Der S&P500 hat nun gerade das Gap Fill seines Opening-Gap vollzogen. Jetzt dürfte sich zeigen ob wir wirklich abkippen oder nun langsam zu steigen beginnen. Denken Sie an die Möglichkeit einer sehr bösen Schulter-Kopf-Schulter Formation im S&P 500 !

Bemerkenswert finde ich zwei Dinge:

Erstens Apple (WKN 865985). Die Aktie kann die 600 USD nicht halten und fällt aktuell bis auf 590 USD auf die 200-Tage-Linie. Damit dürfte möglicherweise bei 570 USD auch bald ein Test anstehen, ob der Aufwärtstrend erhalten bleibt oder nun zum ersten Mal seit langer Zeit ein tieferes Tief generiert wird. Auf jeden Fall riecht das nun bei Apple nach Gezeitenwende und man muss nun nicht mehr unbedingt in der Aktie sein. Ich bin es seit Ende September nicht mehr.

Zweitens Gold (XAUUSD). Gold ist aus der Seitwärtsbewegung um 1715 USD nach oben ausgebrochen und hat kurz über die 1720 USD geschaut. Auch wenn die Bewegung noch nicht dynamisch ist, bleibe ich bei meiner -> hier <- am 25.10. geäusserten Erwartung, dass die Wende am 24.10. mit Tief bei 1698 ein bedeutendes SwingLow war. Auch die Minen bestätigen diese Sicht, der GDX ist über 2% im Plus.

Da es dazu diverse Kommentare gab, möchte ich noch einmal betonen, dass langes Gegrübel um die 20 oder 30% Wahrscheinlichkeit, dass wir bei Gold doch wieder unter 1700 USD laufen, in meinen Augen relativ sinnlos ist. Denn Sicherheit hat man nie, egal bei welchem Trade. Und 20% Restwahrscheinlichkeit immer. Und wenn man zu lange grübelt, grübelt man immer noch, wenn der Kurs schon wieder dynamisch steigt.

Nachdem das SwingLow kam, bin ich konsequent eingestiegen und habe unter 1698 USD abgesichert. Damit war das Verlustpotential für mich nur minimal gewesen. So konnte ich ganz entspannt abwarten. Setup erkennen -> Absicherung (Risikomanagement) definieren -> Exekutieren ! So entsteht Erfolg, mit Exekution, die darf man nicht vergessen. Das ein Teil der Trades am Ende gegen einen läuft, gehört zum Spiel und ist nicht zu vermeiden !

Auch bei Gold kann es durchaus so sein. Wie gesagt 20 - 30% Eintrittswahrscheinlichkeit nach meiner Einschätzung. Der Gewinn aber entsteht im Depot aus dem prozentualen Verhältnis der erfolgreichen zu den falsch laufenden Trades und mindestens so wichtig aus der Höhe der durchschnittlichen Gewinne im Verhältnis zu den durchschnittlichen Verlusten. Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen also. Hört sich so leicht an und ist soooo schwierig. 😉

Deshalb sind Stops unter derartigen Swings so herrlich für einen Trader. Weil Sie enge Absicherung erlauben, ohne das Risiko zu haben durch einen volatilen Swing blöd ausgestoppt zu werden. Ich denke man hat in den letzten Tagen auch bei Gold gesehen, dass das funktioniert. Wir waren zwar wieder nahe dran an den 1698, haben diese aber nie mehr touchiert.

PS: 16:20 Uhr: Soeben steigt Gold (XAUUSD) dynamisch auf 1725 USD. Damit dürfte die Frage wohl entschieden sein. Und die Restwahrscheinlichkeit ist immer noch da, aber nun noch kleiner als vorher. Und ich habe meine Stops nun ins Grüne auf 1703 USD nachgezogen.

Ich wünsche viel Erfolg !

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Marktupdate – 30.10.12 – Die Kraft nach dem Sturm.

08:45 Uhr

Der Sturm "Sandy" ist über New York hinweg gefegt und bringt die Wallstreet auch heute zum Erliegen. Am morgigen Monatsletzten könnte es aber weiter gehen. Die heutige Ruhe an den Märkten sollte man also noch einmal geniessen.

Sie wissen ja, dass ich immer noch mit der Jahresendrally rechne, die irgendwann im November einsetzt. Gleichzeitig bin ich in Anbetracht der Schwäche der Bullen aber vorsichtiger geworden und behalte die Möglichkeit im Auge, dass sich im Leitindex S&P500 eine massive Schulter-Kopf-Schulter Formation bildet, die ich Ihnen ja -> hier <- nahegebracht habe.

Ich kann mir gut vorstellen, dass "Sandy" die Kräfte nun kurzfristig noch etwas zu Gunsten der Bullen verschoben hat. Sie wissen ja, Börse ist vor allem Psychologie und Stimmungen der Marktteilnehmer spielen auch eine Rolle.

Da hat sich die Wallstreet über alles mögliche gesorgt, über das Fiscal Cliff, die Konjunktur, Europa, die Unternehmenszahlen usw. usw. Und dann kommt so eine Naturgewalt, die man am eigenen Leib erlebt und ruft einem in Erinnerung, wie unwichtig das alles ist. Dann, wenn man die Phase der Angst überwunden hat, wenn man wieder hinaus tritt und feststellt, das es die Welt immer noch gibt, stellt sich ein positives Gefühl ein. Man möchte den Tag umarmen, es ist ein Gefühl des Neuanfangs. Ich weiss nicht ob Sie diesen Ablauf kennen, ich kenne ihn. Dieser Ablauf braucht keinen Monstersturm, sondern jeder Einschnitt - wie zb schlimme Krankheit - kann diesen psychologischen Ablauf auslösen.

Wenn die Wallstreet also am Mittwoch an ihre Desks zurück kehrt, kann es gut sein, dass viele mit derart positiver Stimmung die Ärmel hoch krempeln. Und sie treffen dann auf einen technisch überverkauften Markt, auf die klassische Stärke zum Monatsende/Monatsanfang, auf europäische Aktienmärkte in Lauerstellung die heute vielleicht Stärke zeigen und Notenbanken weltweit beim Gelddrucken.

Jetzt ist völlig klar, dass so eine positive, der Zukunft zugewandte Stimmung vielleicht 24 oder 48 Stunden anhält, dann werden die bekannten Sorgen wieder zuschlagen. Wenn diese 48 Stunden bis zum 01.11. aber ausreichen um den initialen Schub einer Rally auszulösen, kann es gut sein, dass sich diese von da an selbstständig trägt. So funktioniert Börse nun einmal. Wenn die Herde einmal so richtig in eine Richtung rennt, schliessen sich auch die an, die eigentlich gar nicht rennen wollten. Schlechte Unternehmensdaten sind dann plötzlich irrelevant. Zumal Unternehmensdaten die Vergangenheit sind und sowieso nur der Ausblick zählt.

Auch die Unsicherheit die von der US Wahl am 06.11. ausgeht, dürfte nur mässig sein. Denn ein erneuter Sieg von Obama ist eingepreist, damit hat sich die Wallstreet abgefunden. Ein überraschender Sieg von Romney hat dagegen eher das Potential für eine kleine Freundenrally zu sorgen. Ausgenommen davon dürften nur stark subventionierte oder vom Staat beeinflusste Branchen wie Solar oder Healthcare sein. In diesen Branchen müsste man bei einem Sieg Romneys mit Verwerfungen rechnen. Umgedreht wäre es für die klassischen Energieträger wie Kohle und Öl wohl ein Freudenfest.

Jetzt überbewerten Sie bitte obige psychologische Spekulation als Folge des Sturms "Sandy" nicht, es ist nur ein kleiner Faktor in der Gleichung und einfach nur eine Spekulation meinerseits. Aber die Chance, dass wir nach Handelseröffnung der Wallstreet zur Rally ansetzen ist definitiv da. Auch andere Parameter sprechen dafür. Wenn, dann setzt die Rally wohl auch schon früher ein, denn Hedge-Fonds die heute den Kopf heraus strecken und sehen, dass der Sturm weggezogen ist, werden schon heute und morgen früh die Weltmärkte nutzen um sich zu positionieren. Die entscheidende Frage dürfte auch eher sein, wie weit die Rally trägt, wenn sie denn kommt. Wird es die rechte Schulter einer sehr üblen SKS-Formation oder erreichen wir neue Höchststände ?

Insofern dürfte klar sein, dass ich nun nicht mehr Short im Markt bin. Ich bin wieder überwiegend Long aufgestellt und habe ja nun durch die Kursverläufe der letzten Tage schöne Stopniveaus unter den Tiefs, die eine Long-Spekulation zum Jahresende ohne grosses Risiko erlauben.

Übrigens, bei Leoni bin ich nun auch wieder Long und bin - wie in den Tips und in einem eigenen Artikel -> hier <- mit Kursziel 24€ angekündigt - bei 24,5€ wieder eingestiegen. Stop bei 23,4€.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag !

Ihr Hari

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Kurzupdate – 29.10.12 – Die Ruhe vor dem Sturm

07:00 Uhr

Guten Morgen, ich bin gerade aufgestanden. Wie immer gilt mein erster Blick den Märkten.

Und dabei fällt mir die Nachricht in die Hände, dass die New York Stock Exchange wegen des Sturms nun ganz geschlossen ist. Siehe hier: -> NYSE geschlossen <-. Siehe auch -> hier <- im Handelsblatt.

Dabei ist die Einstellung des Parketthandels gar nicht mal so wichtig, Teile des viel bedeutenderen elektronischen Handels laufen ja vielleicht weiter - zumindest bis zu einem längeren Stromausfall, den auch die Notstromaggregate nicht mehr kompensieren können. 😉

Wichtiger ist, dass auch die Menschen des "Big Money" der Wallstreet aus der Stadt fliehen und heute kaum aktiv sein werden, damit dürfte das Handelsvolumen weltweit eher gering sein. Und das bedeutet auch, dass die amerikanischen Investoren heute kaum in Europa und damit auch nicht im DAX aktiv sein werden. Und wie schlapp und unmotiviert der DAX oft rumhängt, wenn das Geld der Wallstreet fehlt, haben wir ja an US Feiertagen oft genug erlebt.

Im Moment spricht also alles für einen eher ruhigen, volumenarmen Tag an den Märkten. Weswegen ich es heute wie die Händler der Wallstreet mache und nur noch mit einem Auge auf den Markt schaue. Die starken und viel zu frühen Schneefälle hier vor den Alpen - obwohl die Pflanzen alle noch Blätter haben - haben unseren Garten durch Schneebruch teilweise "verwüstet"- Da wartet viel Arbeit draussen. Insofern passt es gut, dass die Börsen voraussichtlich etwas ruhiger sein werden.

Sollte sich heute doch etwas Bemerkenswertes an den Märkten tun, melde ich mich - zumindest kurz in den Live Tips. Insofern schauen Sie ruhig im Laufe des Tages noch einmal auf Mr-Market.de.

Ansonsten wünsche ich Ihnen einen schönen Tag !

Ihr Hari

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Gastkommentar – DAX-Betrachtung: Weihnachts-Geld in Sicht ?

Ein Gastartikel von Tokay

DAX-Betrachtung: Weihnachts-Geld in Sicht ?

In diesen Tagen mehren sich wieder einmal die Spekulationen über eine bevorstehende sogenannte „Jahresendrallye“. Für und gegen eine solche Jahresendrallye werden allerlei Argumente ins Feld geführt. Dabei reden die einen von saisonal auftretenden Mustern, andere führen die mickrigen Geld- und Kapitalmarktzinsen ins Feld, und wieder andere warnen vor einem jähen Ende der bereits seit dem Sommer andauernden Rally an den Aktienmärkten. Und ja, die Eurokrise – die gibt es ja auch noch. Da stellt sich für uns die Frage: Was ist dran an solchen Mutmaßungen, gibt es saisonale Muster und wie verlässlich sind sie?

Anhand der seit Ende 1959 vorliegenden DAX-Kurse zum Monatsende haben wir einmal

  • als „Jahresendrally“-Zeitraum die Monate November bis Dezember definiert;
  • diesen Zeitraum mit den restlichen Monaten Januar bis Oktober und außerdem mit dem Gesamtjahr verglichen;
  • und nachfolgend die Entwicklung der beiden letzteren Zeiträume auf einen Zwei-Monats-Zeitraum umgerechnet – die Jahresendrallye hat für eine vermutete Outperformance ja nur zwei Monate zur Verfügung, also wäre es ein bisschen unfair, zwei Monate mit zehn bzw. zwölf Monaten zu vergleichen.

Es zeigt sich, dass die Zwei-Monats-Performance November bis Dezember mit 2,42 Prozent deutlich höher ausfällt als die umgerechneten Performancewerte für Januar bis Oktober bzw. für das Gesamtjahr, die beide unter 1 Prozent liegen. So positiv das Abschneiden der Jahresendrally sich darstellt, so variabel ist es allerdings auch. In den vergangenen 52 Jahren hat die Jahresendrallye in 28 Fällen besser abgeschnitten als der Vergleichszeitraum, aber 24 mal schlechter. In 30 Jahren legten die Kurse zum Jahresende zu, aber in 22 Jahren waren Verluste zu verzeichnen. Wasser auf die Mühlen derer, die sagen, dass sich Aktienkurse nicht vorhersagen lassen.

Extreme Entwicklungen gab es etwa 1973, als vor allem der rapide Anstieg der Ölpreise am Schluss des Jahres negative Wirkungen an den Börsen zeitigte. Sehr deutlich ging es hingegen am Jahresende 1982 nach oben, als die Gewinnerwartungen der Unternehmen rapide anstiegen. Ebenso geschah dies Ende 1989 im Rahmen der Euphorie, die mit dem Fall der Mauer entstand und ebenso Ende 1999, als der New-Economy-Boom, was man damals natürlich noch nicht wusste, in den letzten Zügen lag. 2000 hingegen war dieser Boom vorbei und 2002 steckte die deutsche Wirtschaft in einer schweren Rezession – in beiden Fällen konnte von einer Jahresendrallye keine Rede sein. Diese Entwicklungen sind nachfolgend deutlich zu sehen:

Insgesamt also sehen die Jahresendrallye-Perspektiven etwas wackelig aus – Es kann gut laufen, es kann aber immer auch irgend etwas dazwischen kommen. Dennoch meine ich: Es ist etwas dran an der Jahresendrally! Und warum? Nun, da könnte man sinngemäß mit Otto Rehhagel sagen: „Die Wahrheit liegt in den Daten“.

Denn es zeigt sich, dass die Datenverteilung der Jahresendrally-Performances vergleichsweise stabil ist – die Vergleichszeiträume sind viel wackeliger. Damit ist aber die Wahrscheinlichkeit, eine deutlich positives Ergebnis zu erzielen, zum Jahresende hin viel höher als sonst im Jahr. Sicherheiten, das wissen wir, gibt es natürlich auch hier keine. Aber Wahrscheinlichkeiten. Und die sprechen eindeutig für die Jahresendrally. Lassen wir Bilder sprechen:

Das sollte man sich wirklich einmal genau anschauen. Bei der Aussicht, ohne Verlust davonzukommen, sind sich die Wahrscheinlichkeiten der Jahresendrallye und der Vergleichszeiträume noch ähnlich: ungefähr 62 Prozent bei der Jahresendrally , 59 Prozent beim Rest. Gewaltige Unterschiede tun sich indes auf, wenn man etwa nach der Chance auf 6 Prozent Wertzuwachs fragt: Hier schlägt die Jahresendrally den Restzeitraum mit 32,2 zu 10,4 Prozent. Eintrittswahrscheinlichkeit.

Kaum geringer sind die Unterschiede bei der Chance auf einen Wertzuwachs von zehn Prozent in zwei Monaten: Im Jahresdurchschnitt – sprich im Normalfall - hat man eine Wahrscheinlichkeit von gerade einmal 1,3 Prozent, einen solchen Wertzuwachs zu erzielen, jedenfalls, wenn man die letzten 52 Jahre zugrunde legt – das kam praktisch nicht vor. Nicht so bei der Jahresendrally: Hier steigt die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Wertzuwachs auf 16,4 Prozent und ist damit über 15 Punkte höher, und ist in der Tat, wie wir gesehen haben, auch schon vorgekommen. Kleiner Wermutstropfen: Das Risiko, einen Verlust von mehr als fünf Prozent zu erleiden, ist in diesem Zeitraum höher – 17 zu 7 etwa. Kam leider auch vor. No risk, no fun sozusagen. Aber trotzdem: Wir haben für die Jahresendrallye eine höhere langjährige Renditeerwartung, und außerdem günstigere Risikoeigenschaften.

Dann nichts wie investieren – oder? Vorsicht: Wir haben uns gerade eben die Marktdaten der vergangenen 52 Jahre angeschaut. Aus denen aber Rückschlüsse für das Jahresende 2012 zu ziehen – nun, das ist vielleicht doch ein bisschen heikel. Noch mal zum Fußball: Auch wenn man vom Feeling her ein gutes Gefühl hat – eine Garantie hat man keine. Wer's probieren mag - Viel Erfolg beim Investieren!

Tokay

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Marktupdate – 26.10.12 – Mr. Market macht es schwierig

15:50 Uhr

Heute nur ein kürzerer Artikel zur Markteröffnung der Wallstreet. Ich habe diese Woche genug getippt, zumal mich immer noch der Infekt plagt.

Mr. Market macht es schwierig. Der Rücksetzer heute früh warf Fragen auf, in den Indizes wie in Gold. Gerade Gold und sein "Swing Low" war nicht völlig klar. Die Minen sprangen gestern wie erwartet an, aber die 1715 USD waren noch nicht nachhaltig erobert, was ja auch den erneuten Test heute früh auslöste.

Nun betrache ich aber den Swing-Low bei Gold als bestätigt. Der zweite erfolgreiche Test der 1700 USD hat das Bild runder gemacht. Diverse Parameter wie Zyklen-Analyse, Saisonale Muster, Markttechnik sprechen nun alle für eine folgende starke Phase der Edelmetalle und der damit verbundenen Aktien, die bis zum Jahresende andauern könnte. Ich habe vor, an dieser Phase massiv zu partizipieren und habe mittlerweile signifikante Positionen aufgebaut.

Die Stops sind nun auch klar und nicht weit entfernt, was das Risiko minimiert. Das ist das Schöne an einem sauberen "Swing-Low" mit seinen definierten Tiefs. Insofern hoffe ich mich jetzt zurück lehnen zu können und zu geniessen. Was den GDX angeht, wage ich mal eine optimistische Erwartungshaltung zu formulieren. Er notiert aktuell bei 51,5 USD. Zum Jahresende reche ich persönlich mit einem Kurs zwischen 60 und 65 USD - das ist mein Kursziel. Das wären ca. 20 % von heute. Aber auch eine Bewegung bis ca. 70-75 USD, also 40% und mehr, halte ich für denkbar. Sollten wir das Kursziel erreichen, würde ich aber wohl 50% der Gewinne aus dem Markt nehmen und nur die andere Hälfe weiter laufen lassen.

Sie sehen, ich bin bei dem Thema sehr optimistisch, was bei mir selten vorkommt. Selten lehne ich mich so aus dem Fenster. 😉 Schaun wir mal, ob Mr. Market mich für derartigen Hochmut bestraft. Verdient hätte ich es, wir wissen ja alle, was nach dem Hochmut kommt. 😉

Was die breiten Aktien-Indizes angeht, ist meine grundlegend bullische Haltung zum Jahresende auch weiter vorhanden. Hier bin ich aber nicht mehr ganz so eindeutig optimistisch. Zum "warum" habe ich Ihnen den Tageschart des Leitindex S&P500 mitgebracht:

Sie sehen, das wir aufgrund des bisherigen Verlaufes nun die Gefahr haben, eine ziemlich fiese Schulter-Kopf-Schulter Formation auszubilden. Die bärische Divergenz im RSI sieht auch nicht so toll aus. Eine Steigung bei den drei Hochs wäre eine Divergenz, die ich lieber gesehen hätte. 😉

Das ist für sich alleine kein Grund ängstlich zu werden, es verhindert aber blinden Optimismus. Im Thema Edelmetalle oben habe ich derartige Fragezeichen nicht.

Man könnte es auch so formulieren: nicht der Absturz der letzten Tage irritiert mich, den hatte ich ja wie Sie wissen auf der Rechnung. Aber die Schwäche der Bullen nun einen Bounce zusammen zu bekommen, das irritiert mich schon und lässt mich vorsichtiger werden. Das ist für mich ein "Change of Charakter" im Markt.

Auch wenn ich nach wie vor von einer Jahresendrally ausgehe, werde ich mich also nun erst dann so richtig sicher fühlen, wenn wir die alten Hochs hinter uns gelassen und damit diese potentielle SKS invalidiert haben. Bis dahin bleibe ich auf Zehenspitzen.

Die heutige Stärke im Markt ist ja mal ein Anfang. Um mich richtig zu beeindrucken, sollten die Bullen nun aber mal die 1420 im S&P500 nehmen können. Ehrlich gesagt finde ich die Performance des Marktes technisch im Moment nicht überzeugend. Es riecht eher danach, dass wir auch heute die frühe Stärke im Verlaufe des Handels wieder abgeben. Aber wir werden sehen.

Nur eines sollten wir nie vergessen. Wenn konsistent in der zweiten Handelshälfte die Stärke der ersten Stunde verkauft wird, spricht das für Distribution, dafür das "Big Money" sich aus dem Markt schleicht. Und das macht mich vorsichtig. Nicht ängstlich, aber vorsichtig. Erst wenn sich diese Schwäche wieder ändert und der Markt zum Handelsschluss gekauft wird, werde ich wieder optimistischer.

So, jetzt wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende. Ich nehme mir heute Abend mal frei und werde mal nicht der Wallstreet folgen.

Ihr Hari

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