Cloud – Nein Danke !

Erlauben Sie mir, als grau gewordener Informatiker der ersten Stunde, mal ein paar persönliche Worte zum Thema "Cloud" los zu werden, die mir schon lange auf der Zunge liegen. Durch ein paar aktuelle Anzeigen, die mir aufgefallen sind, fühle ich mich gedrängt, diese Sätze mal zu sagen. Mit der Börse hat das natürlich nur am Rande zu tun, aber immerhin verdienen damit ja mittlerweile viele Unternehmen gutes Geld, insofern ist ein Zusammenhang durchaus vorhanden.

Ich persönlich halte die "Cloud", die dem geneigten Privatkunden nun als "Sky Drive" (Microsoft) oder "iCloud" (Apple) oder unter anderen Namen angedient wird, für totalen Quatsch, für gefährlich und für eine Form der freiwilligen Entmündigung der Menschen. Entschuldigung für die deutlichen Worte. Das Bild von der Datenwolke, in der die eigenen Daten verschwinden, fällt für mich nicht unter Verheissung, sondern eher unter die Kategorie Marketinggeschwätz und Volksverdummung.

Denn was ist Neu daran, dass man seine Daten "remote", also über die Leitung, in einem Rechenzentrum bzw einer Datenbank speichert ? Und darauf von verschiedenen Endgeräten zugreift ? Das gab es schon in den 70er Jahren und seit dem immer, in verschiedensten Ausprägungsformen.

Und die Vorteile die man heute den Privatnutzern verkauft, dass man geräteübergreifend und von überall her auf seine Daten zugreifen kann, sind auch nichts Neues. Das kann man auch schon seit mindestens 10 Jahren selber, wenn man zu Hause einen kleinen NAS (Network Attached Storage) stehen hat und den sinnvoll konfiguriert. Das erfordert ein wenig Grundlagenwissen und ein bisschen Disziplin, wie man seine Daten ablegt, aber wirklich schwierig ist es nicht. Und von überall im Web kann man auch auf den eigenen NAS zugreifen.

Mit diesem Marketing-Begriff der harmlos, weissen Cloud, wird in meinen Augen ein riesiger Nebel erzeugt, der das wahre Problem verbirgt. Denn es geht um die Daten selber und die Kontrolle über die selben. Hat man als Anbieter einer "Cloud" Ihre persönlichen Daten mal in seiner Hand, kann man auch wunderbar darauf Gebührenströme aufbauen, die Ihnen dann kostenpflichtig erlauben, Ihre eigenen Daten überhaupt zu nutzen. Und je abhängiger Sie mit wichtigen Daten werden und je mehr Ihr Tagesablauf auf diesen Zugriff ausgerichtet wird, desto sicherer sind die Umsätze der Cloud-Anbieter.

Denn WO - im Sinne auf welcher Hardware - die Daten gespeichert werden, ist doch völlig egal, solange die Speicherung zuverlässig, geschützt und ausfallsicher ist und die Daten leicht zugreifbar sind. Viel wichtiger ist eine ganz andere Frage. Die Frage WER unsere Daten speichert, WER Zugriff hat und WER nach welchem Rechtssystem kontrolliert, was damit passiert.

Auf dem Zugriff auf persönliche Daten der Menschen basieren mittlerweile ganze Geschäftsmodelle, wie zum Beispiel von Facebook. Das Bild von der freundlichen, weissen, harmlosen "Cloud", soll den Anwender dort wohl hinein locken und ihn anfixen. Steckt er dann mit seiner digitalen Identität und wichtigen Dateien drin, ist der Ausstieg nicht mehr so einfach.

Dabei ist im 21. Jahrhundert unsere digitale Identität neben unserem nackten Leben und unserer Gesundheit fast das Wichtigste, das wir zu schützen haben. Denn davon hängt mittlerweile fast alles ab, die Fähigkeit einen Kredit zu bekommen ebenso, wie überhaupt einen Job zu bekommen.

Wie kann man als vernünftig denkender Mensch die Kontrolle über diese eigenen, persönlichen Daten freiwillig in fremde Hände geben und dann auch noch dafür zahlen, dass man gnädigerweise seine eigenen Daten verschieben und verarbeiten darf ? Witzig finde ich dabei, dass die gleichen Leute die sich bei den eher trivialen Fragen eines Zensus durch den Staat wahnsinnig aufregen, ohne zu zögern ihre persönlichsten Daten in fremde Rechtsräume kopieren und aus der Hand geben.

Das will mir nicht in den Kopf und wirkt auf mich wie eine Form von Gehirnwäsche, durch im wahrsten Sinne des Wortes "wolkig" klingende Begriffe. Die Vorstellung, das meine digitale Identität und meine höchst persönlichen und privaten Daten in einer "Wolke" verschwinden, in der ich keine wirkliche Kontrolle mehr über deren Verwendung und Zugriff habe, ist für mich eher eine Horrorvorstellung, als eine Verheissung. Und ist und bleibt ein absolutes NoGo. Und es gibt auch keinen einzigen zwingenden, technischen Grund das zu tun. All das, was mir diese Dienste bieten, kann ich leicht auch mit eigener Infrastruktur bekommen, über die ich die volle Hoheit behalte.

Wer braucht also die "Cloud" ? Die Industrie die davon lebt bestimmt, der Anwender dagegen nicht. Der lässt sich freiwillig entmündigen und seine persönlichen Daten in fremde Rechtsräume transportieren, die er in keiner Weise mehr überblickt. Und lässt den Zugriff auf seine eigenen Daten von seitenlangen AGBs in Englisch abhängig machen, die er sowieso nicht liest, nicht versteht und sowieso wegklickt. Und zahlt dann auch noch dafür, auf etwas Zugriff zu haben, was ihm sowieso gehört.

Wirklich lustig. Wobei ..... doch eher traurig.

Für mich gilt: Cloud nein Danke !

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Goldminen, Silberminen, GDX, SIL, Barrick Gold – Die grosse Chance ?

Für Positionstrader - und das sind die meisten von uns - gibt es nur wenige Momente im Jahr, an denen man die Chance hat, den Beginn einer grundlegenden Bewegung eines ganzen Sektors mitzunehmen. Und dann über Monate den Trend zu geniessen.

Den Unterschied zwischen langfristigem Erfolg und Misserfolg macht dabei, frühzeitig zu erkennen wie sich die Ströme der Gezeiten ändern und dann konsequent, wenn auch das "Big Money" auf diese Wende setzt, ohne falsche Furcht einzusteigen. Natürlich gut nach unten abgesichert, aber trotzdem mit gesunder Aggressivität. Denn wenn man eine klare Chance vor sich hat, muss man auch beherzt zupacken.

Sie wissen ja, dass ich für das Trading gerne die Metapher des Jägers und Fährtenlesers benutze und wenn das Wild, nachdem man die ganze Nacht gewartet hat, dann endlich vor einem aus den Büschen bricht, genau dann ist der Zeitpunkt zum Handeln gekommen !

Der letzte derartige Punkt war der 17.11.12, genau der Zeitpunkt an dem ab 14.11. die Liquidität der FED aus QE3 endlich den Markt erreichte. Und was war in den Medien vorher alles an prozyklischem Text produziert worden, das die Massnahmen der FED keine Wirkung mehr hätten. Alles nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben wurde.

Wie treue Leser wissen, hatte ich das Thema des 14.11.12 hier explizit und im deutschen Sprachraum nahezu exklusiv schon vorher thematisiert und ich empfehle noch einmal, sich diesen rückblickenden Artikel -> Dont fight the Fed <- anzuschauen. Denn im nachhinein muss man sich ja die Frage stellen, warum hat man selber diesen Punkt nicht gesehen und ist nicht aggressiv in die Märkte eingestiegen ? Was darauf nun 6 Monate lang folgte, haben wir ja alle erlebt. Und nur wenn man daraus lernt, kann man es das nächste Mal besser machen.

So eine grundlegende Chance könnte nun erneut - und zwar bei den Gold- und Silberminen - vor uns liegen.

Ich habe ja zum Sektor einiges geschrieben und schon vor 10 Tagen hier gegen den Mediendruck auch den potentiellen -> Doppelboden bei Gold <- thematisiert. Für die extrem verprügelten Minen war die Zeit aber bisher nie reif. Alle Gegenbewegungen waren von schwächlicher Natur und wurden eindeutig nicht von "Big Money" getragen.

Sicher, man konnte die extreme Überdehnung nach unten sehen und wir haben das hier auch besprochen. Aber Zeit für den Einstieg ist erst, wenn auch "Big Money" mitzieht. Und dieser Punkt könnte endlich gestern erreicht worden sein.

Warum und woran man das erkennt ? Dieses und auch welche Chancen und Risiken in diesem Trade liegen, das will ich Ihnen im Folgenden im Detail zeigen und erklären.

Schauen wir als erstes mal auf den 10-Minuten-Chart der letzten Woche im grossen Goldminen-ETF GDX, dem ETF in dem sich auch die grossen Namen wie Soros & Co. tummeln:

GDX 31.05.13 kurz

Das Chart dürfte weitgehend selbsterklärend sein. Es zeigt Ihnen exemplarisch, wie sich am Vortag sichtbares Momentum aufbaut, das sich auch in einem starken Closing zeigt. Dann am Folgetag der Gap-Up kommt und die Kurse nie mehr zurück schauen. Mitten im Tag dann eine klassische Konsolidierung als Bullenflagge, die zum Handelsschluss erneut gekauft wird und damit weitere Stärke indiziert. Und das alles mit einem brutalen Aufwärtsvolumen.

Jetzt macht eine Schwalbe ja noch keinen Sommer und ein Aufwärtstag noch keinen Trend. Das stimmt. Die Kunst ist aber, abseits der reinen Prozentzahlen die "besonderen" Tage zu erkennen. Und das dieser Tag auch im grossen Kontext "besonders" war, zeigt Ihnen höchst eindrucksvoll der Blick auf das Volumen im Tageschart, das hier einen Zeitraum von einem guten Jahr umfasst:

GDX 31.05.13 lang

Beeindruckend oder ? Sie erkennen im roten Kreis im April eindeutig das Kapitulationsvolumen. Klarer geht eine Kapitulation nicht mehr. Und Sie haben zur Referenz den Volumenschub, der vor einem Jahr die dreimonatige Aufwärtsbewegung des Sektors bis in den September hinein ankündigte. Und nun schauen Sie auf dieses aussergewöhnliche "Monster-Volumen" und wie es sich aufgebaut hat. Gestern war etwas Besonderes. Dieses Bild macht es deutlich.

Was schliessen wir daraus ?

Ganz einfach, dass "Big Money" nun in den Sektor einsteigt und die beiden letzten Tage die erste Welle neuen Momentums sind. Und glauben Sie nicht, dass diese Bewegungen den Algos verborgen bleiben. Momentum zieht Momentum nach sich, in Zeiten der Algos sowieso. Und sollte der Markt nun zur Gezeitenwende ansetzen erst recht. Denn das Geld, das aus den bisherigen Favoriten dann heraus fliesst, muss ja irgendwo hin. Und dieses "heisse Geld" wird auf der Suche nach dem nächsten Momentum-Trade sein.

Verbunden mit der fundamentalen Überdehnung, hoher Short-Quote und dem negativen Sentiment zum Sektor - alles Dinge die wir hier, insbesondere im Premium-Bereich, regelmässig besprechen - haben wir hier also ein sehr gutes Chance-Risiko-Verhältnis.

Das ist natürlich keine Garantie, dass dieser Trade funktionieren wird, absolute Garantien gibt es im Markt nicht. Wer hier einsteigen will, muss also unbedingt mit Stops operieren, spätestens wenn die alten Tiefs im GDX vom 20.05. bei 26,25 USD nachhaltig gebrochen werden, muss man raus.

Das Schöne ist aber, diese Tiefs sind nicht sehr weit weg, was das Verlustrisiko einer Long-Position damit doch sehr minimiert. Auf jeden Fall ist das Potential nach oben erheblich grösser und eine klareres Setup für eine Wende als derzeit, bietet der Markt selten. Ein Restrisiko bleibt immer.

Wie es nun weiter geht ? Dafür ist vielleicht eine gute Lehre, wie das damals vor einem Jahr im GDX war, sehen Sie selbst:

GDX 2012

Sie sehen diesen ganz typischen Moment, in dem eine neue Bewegung noch einmal getestet wird. Und erst wenn dieser Test erfolgreich ist und aggressiv gekauft wird, dann ist nach oben "Feuer frei". Dann hätten wir im aktuellen Chart des GDX auch eine klassische Umkehrformation in Form einer inversen Schulter-Kopf Formation.

Insofern haben wir auch eine gute Wahrscheinlichkeit, dass es diesen erneuten Test in den kommenden Tagen noch geben wird und der GDX dabei auch wieder in Richtung der Tiefs gedrückt wird. Und dann eine iSKS Formation ausbildet.

Wer nun also in den Sektor einsteigen will, sollte sich schon im Vorfeld klar machen, wie er damit umgehen wird, um dann nicht zu den "Dummen" zu gehören, die genau in diesem Moment das Falsche tun. Wer dagegen mit seinem Einstieg auf diesen erneuten Test warten will, sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass dieser Test zwar wahrscheinlich, aber nicht sicher ist. Und das Volumen, dass nun in den Sektor fliesst, ist aktuell so gross, dass auch ein "Gap and Go" keineswegs unmöglich ist, sprich die Kurse vielleicht nie mehr zurück schauen.

Fazit:

Der Sektor der Gold- und Silberminen scheint eine attraktive Chance zu bieten, wie sie in dieser Klarheit nur selten im Jahr auftaucht. Eine Garantie ist das nicht, Garantien gibt es nicht. Wer hier also einsteigen will, muss unbedingt auch wissen wo und wann die Reissleine gezogen wird. Und bei aller Überdehnung der Minen nach unten, wenn Gold und Silber erneut einbrechen und die Tiefs durchschlagen, werden auch die Minen erneut einbrechen, das ist sicher. Die bullischen Szenarien oben basieren also alle zwingend auf einem zumindest stabilen Preis des Basismetalls.

Natürlich kann man auch die einzelnen Unternehmen wie Barrick Gold traden, Barrick ist gestern alleine über 7% gestiegen. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass die Wenigsten unter uns in der Lage sind, wirkliches Wissen über diese Unternehmen aufzubauen, das dann auch einen Edge generiert. Und wenn man keinen Edge hat, weil man das Unternehmen besonders gut versteht, gibt es auch keinen Grund sich dem erhöhten Einzelrisiko auszusetzen. Und denken Sie daran, einen Artikel in einem Magazin zu einem Unternehmen gelesen zu haben, ist *kein* Edge, im Gegenteil. 😉

Für die Meisten sind Sektor-ETFs dafür also die bessere Wahl. Wer Zugang zur Wallstreet hat wählt GDX, GDXJ oder den SIL für die Silberminen. Das sind die hoch liquiden und massiv kapitalisierten ETFs, in denen sich auch das "Big Money" tummelt. Anleger mit deutschen Direktbanken können dagegen beispielsweise die ETFs WKN:ETF091 von Comstage und WKN: A1JS9D von iShares benutzen.

Ich wünsche gute Entscheidungen ! Ach ja, und "For the Record": Ich selber bin nun im Sektor voll Long investiert. Genau nach den oben beschriebenen Prinzipien. Und im Premium-Bereich werden wir die Entwicklung des Sektors nun intensiv verfolgen.

Ihr Hari

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Zeitenwende an den Märkten ? Von steigendem Gold und fallenden Bonds und Bluechips

Premium gross

Monatelang haben sich die Märkte - befeuert durch die Liquidität der Notenbanken - immer weiter nach oben bewegt. Der Trade war immer der gleiche, Long weltweite Bluechips insbesondere Nahrung und Healthcare, Long Nikkei, Short Gold.

Nun passieren aber seit einigen Tagen bemerkenswerte Dinge unter der Oberfläche der Märkte. Wir haben steigende Bondrenditen, in Japan wie in den USA. Gerade die langlaufenden US Bonds haben nun Chartstrukturen, die dazu verleiten den Hinterkopf zu kratzen und sich zu fragen, ob die "Great Rotation" nicht schon längst begonnen hat.

Und wir hatten nun erste Einbrüche bei den oben genannten Bluechips. Coca-Cola oder Procter & Gamble waren gestern über 2% im Minus. Das passiert nicht alle Tage und das der S&P500 sich trotzdem gut hielt, verbirgt nur hinter einer Fassade, dass unter der Oberfläche massive Umschichtungen im Gange sind.

Aber auch der Nikkei hat erste Einbrüche erlebt und der Rebound wurde an den beiden letzten Handelstagen wieder verkauft, was für eine grössere Topbildung spricht.

Passend dazu haben die Gold- und Silberminen gestern eine gewaltige Rally hingelegt. Hecla Mining (WKN: 854693) stieg alleine 11%, der GDX um 4,6%. Und Gold zieht heute in der Frühe nach, über Nacht wurde die hart umkämpfte 1400 USD Marke geknackt, über die ich hier so viel geschrieben habe.

All das sind Indizien, dass eine Zeitenwende an den Märkten bevor stehen könnte. Zeit dafür wäre es ja allemal ! Man beachte dabei aber auch bitte den Konjunktiv. 😉

Denn ich warne davor, zu schnell und zu überzeugt auf den Zug der Wende aufzuspringen. Ein derart starker Bulle wie wir ihn nun hatten stirbt nicht einfach mal "so eben". Das ist eher ein langwieriger, quälender Prozess der immer wieder von Gegenbewegungen unterbrochen wird. Solange aber die tieferen Hochs von Vorgestern nicht nach oben geknackt werden, bleibt die Topformation auf der Agenda und der Markt nervös. Anders herum ist aber nicht wirklich etwas passiert, solange der Leitindex S&P500 die 1600er Marke nicht nachhaltig nach unten durchschlägt. Ich hatte das ja -> hier < - ausführlich dargestellt warum und wieso.

Auch Markt- und Charttechnisch gibt es eine Reihe von Indikatoren, die zur Vorsicht mahnen. So wird im Moment im Markt viel über das "Island Reversal" geredet, das Vorgestern auftrat und das oft einen Top indiziert. Aber eben nur oft und wir wissen ja, wieviel diese technischen Parameter in den letzten 6 Monaten im Lichte der Steroide der Notenbanken wert waren: wenig bis nichts ! Hierzu gibt es im amerikanischen ein Sprichwort, das es gut trifft: "It doesn´t matter, until it matters." 😉

Auch hier lassen Sie sich also nicht von den ganzen Meinungsverkäufern mit Glaskugeln ins Boxhorn jagen, die vermeintliche Sicherheit in eine Richtung verbreiten. Das ist eine opportunistische Masche und die wissen es selber nicht und sind auch nur hinterher mit klugen Sätzen da. Mitten im Schlachtengetümmel ist da nur das grosse Schweigen.

Tatsache ist, dass die Märkte Signale senden die eine Zeitenwende nun möglich erscheinen lassen und zur Vorsicht mahnen. Tatsache ist aber auch, dass diese Zeitenwende erst vollzogen ist, wenn sie vollzogen ist. Und dafür braucht es mehr als ein gehyptes Island Reversal und ein paar Tage an denen die alten Trends in die Gegenrichtung laufen.

Denn Tatsache ist auch, dass die Notenbanken weiter drucken und dass der Markt voll ist mit Marktteilnehmern, die diese Rally verpasst haben und nur deshalb nun bärische Weissagungen produzieren, weil sie sich nichts sehnlicher wünschen, als das die Kurse Ihnen noch einmal einen Einstieg ermöglichen. Genau aus dieser Ecke kommt dann aber auch das Futter, dass jeden Dip kaufen lässt und so jede Korrektur sehr flach hält. Deutlich wird das erneut von den Erhebungen von -> Cognitrend < - unterstrichen, denn das Bärenlager ist erstaunlich gross und der Markt damit weit von einer euphorischen Überdehnung entfernt.

Die Zeitenwende ist also erst dann vollzogen, wenn dieses "Buy the Dip" aufhört. Im Moment ist das nicht der Fall, wie erst gestern erneut der S&P500 gezeigt hat. Und wie wir wissen, zählt im Markt das was ist und nicht das, was man sich wünscht oder erwartet.

Im Moment ist es also primär unsere Aufgabe wachsam und neutral zu sein. Statt uns von "Gurus" einen Bias in die eine oder andere Richtung aufdrücken zu lassen, müssen wir unsere Energie darauf verwenden zu beobachten. Was macht der Markt, kommt "Buy the Dip" wieder und wann ist die Wende vollzogen ?

Was wichtige Marken und Indikatoren sind, um die Lage bei S&P500, DAX, Bonds, Gold und Goldminen zu beurteilen, will ich im Folgenden mit den Premium-Mitglieder besprechen.

Und als Folge der neuen Lage auch Änderungen im Setup-Monitor vornehmen und zwei neue, erfolgsversprechende Setups aufnehmen:

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Was dem Markt heute zu schaffen macht …..

Mitglied

....ist in meinen Augen primär die Sorge der Wallstreet, dass diese Markt-Korrektur noch nicht zu Ende ist, sondern erneut einen A-B-C artigen Verlauf nimmt, wie fast alle Korrekturen im andauernden Runaway-Move bisher.

Sehen Sie den S&P500 im Stundenchart um das deutlich zu machen:

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Gedanken zum Markt: Wacker Chemie, Klöckner, Französische Staatsanleihen

Der Markt scheint wieder Fahrt nach oben aufzunehmen, die Korrektur scheint vorbei und die alten Trends sind bereit, erneut ein gutes Stück weiter zu laufen.

Daher heute ein paar Gedanken zu drei Themen: Wacker Chemie, Klöckner und französischen Staatsanleihen:

Wacker Chemie und Klöckner

Beide Aktien zeigen aktuell deutliches Momentum nach oben und haben gleichzeitig in den letzten Wochen eine schwierige, unklare Chartstruktur ausgebildet. Und bei beiden Aktien dürfte diese unklare Struktur durch den Einfluss exogener Nachrichten hervor gerufen worden sein, da diese Nachrichten das natürlich Verhalten von Angebot und Nachfrage überlagert haben.

Wacker Chemie (WKN: WCH888) ist eigentlich reif für eine massive Erholung, nachdem der Solarsektor in den US zu boomen begonnen hat und auch die chinesischen Unternehmen Signale senden, dass der Tiefpunkt hinter uns liegen könnte. Diese Erholung wurde bei Wacker aber durch diese unsägliche Diskussion um einen Handelskrieg mit China überlagert und konterkariert - eine Diskussion die wir absurderweise zu einem guten Teil Solarworld zu verdanken haben.

Die Angst vor diesem Handelskrieg liess zuletzt den Kurs der Wacker Aktie wieder absacken, denn Wacker wäre als Lieferant von Polysilizium an viele Hersteller besonders betroffen. Mit jeder Meldung, die einen derartigen Handelskrieg aber unwahrscheinlicher macht, merkt man wie der Kurs wie ein angeleintes Rennpferd nach oben zerrt.

Wenn man bedenkt, dass der Boom im US Solarmarkt real und dauerhaft zu sein scheint, ist es möglicherweise nur eine Frage der Zeit, bis die Preise für Polysilizium wieder anziehen und auch Wacker wieder weit höher notiert.

Wacker Chemie 28.05.13

Im Chart ist das bullische "W" auffällig, dass im Widerspruch zu der massiven Schulter-Kopf Formation steht. Da diese Formation aber durch die zweimal von 50€ ausgehenden Gegenbewegungen in ihrer Bedeutung geschwächt wurde, gebe ich dem bullischen "W" nun mehr Aussagekraft.

Wenn man hier einen Trade wagt, darf der Doppelboden des "W" nicht mehr unterschritten werden. Darunter wäre ein Stop also sinnvoll platziert.

Klöckner (WKN: KC0100) ist ähnlich wie Wacker durch exogene Nachrichten beeinflusst, hier durch die Konsequenzen aus der Beteiligung des neuen Grossaktionärs Knauf. Auch bei Klöckner bin ich mittelfristig optimistisch. Die Stahlkonjunktur wird wieder kommen, es fragt sich nur wann. Klöckner restrukturiert und verringert derzeit seine Kostenbasis, während sich gleichzeitig der Geschäftsanteil in den konjunkturell besser dastehenden USA durch die Übernahme der Macsteel den 50% annähert - ein Sachverhalt der vielen noch nicht bekannt ist.

Es scheint mir möglich, dass der Markt das mittelfristige Potential aus dieser Mischung unterschätzt, eine leichte Verbesserung der Stahlkonjunktur würde auf jeden Fall schon genügen, um den Kurs erheblich nach oben hebeln. Eine starke Unterstützung bei 8,9€, ein Buchwert von um die 16€ pro Aktie, sowie die strategische Beteiligung von Knauf, machen das Abwärtspotential dagegen wohl eher überschaubar. Für alle Fälle kann ein Stop unter die 8,9€ nicht schaden.

Französische Staatsanleihen

Eine der Absurditäten der Politik der Notenbanken ist, dass der wahre kranke Mann Europas - Frankreich - sich zu absurd niedrigen Renditen refinanzieren kann. Bis zur Bundestagswahl rechne ich auch mit keiner Änderung, da die EZB und Eurozone alles dafür tun werden, dass solange "Ruhe im Karton" herrscht. Auch die Politik der BoJ stützt diese Politik, da mit den Geldern in einer Art "Carry Trade" unter anderem Staatsanleihen der Eurozone gekauft werden.

Nach der Wahl steht aber ein Renditenanstieg für Frankreich auf der Agenda, denn der Markt wird nicht ewig diese absurd niedrigen Renditen akzeptieren. Deswegen könnte es sich lohnen, sich schon heute dafür einen Short ETF zurecht zu legen, mit dem man auf steigende Renditen in der Eurozone, primär aber in Frankreich wetten kann.

Ein brauchbares Vehikel dafür könnte der ETF der Deutschen Bank: Short iBoxx € Sovereigns Eurozone Daily (WKN: DBX0AW) sein, der mit jeweils 24% die grösste Position in französischen und italienischen Staatsanleihen abbildet. Der ETF hat noch keine Wende vollzogen und der Abwärtstrend ist noch voll aktiv. Insofern ist es zu früh zum Einstieg. Aber beobachten kann man ihn nun intensiv, denn die Wende dürfte nicht mehr all zu weit entfernt sein.

Hier das eindrucksvolle Trendchart seit Anfang 2012, das eine absurde Fehlbewertung von Risiko deutlich macht, für die die Notenbanken die primäre Verantwortung tragen. Man könnte meinen, Herr Hollande hätte eine brilliante Wirtschaftspolitik betrieben, die ein erhöhtes Vertrauen in die Stabilität Frankreichs rechtfertigt. Wenn man irgendwo exemplarisch sehen will, wie die Notenbanken den Markt verzerren, dann kann man das hier.

DXSV 28.05.13

Sie sehen der Trend ist nicht gebrochen, ein Einstieg steht also noch nicht an. Wenn der Trend aber bricht, könnte sich hier ein interessantes Setup aufbauen. Und das Schöne dabei ist, dieser Trade funktioniert inhärent dann auch als Absicherung gegen ein erneutes Aufflammen der Eurokrise. Ein netter Nebeneffekt bei der Balancierung eines grösseren Depots.

Bedenken Sie bei so Short ETFs aber auch, dass diese in der Regel einige Prozent per Annum innerer Kosten für die Short-Struktur haben. Diese inversen ETFs machen also als langfristige Wette in der Regel keinen Sinn, in Seitwärtsmärkten verliert man damit nur Geld. Man sollte diese also nur dann einsetzen, wenn ein klarer Trend in die richtige Richtung etabliert ist. Hier heisst es also abwarten und beobachten.

Und bedenken Sie auch, dass Sie in der dominanten politischen Logik - und damit auch für Otto Normalbürger - ein "böser Zocker" sind, wenn Sie Zweifel an Frankreichs Schuldentragfähigkeit haben und auf fallende Staatsanleihen setzen. Denn Staatsanleihen ist immer und jederzeit zu vertrauen. Amen !

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