Procter & Gamble und Johnson & Johnson – Das Ende der Dividende als Anleihen-Ersatz?

Ich weiss nicht, ob Ihnen aufgefallen ist, dass im Rahmen der Sektor-Umschichtungen nach der Wahl Trumps, kleine Nebenwerte, die im Russell 2000 Index zusammen gefasst sind, massiv haussiert haben - wie hier zum Beispiel im ETF IWM zu sehen, der den Russell 2000 abbildet:
(All Charts from -> Finviz.com < -)

iwm-21-11-16

Gleichzeitig haben aber einige klassische Dividendentitel und grosse Bluechips, teilweise deutlich korrigiert - ausser sie gehörten zu Sektoren wie dem Industrie-Sektor, die von Trumps absehbarem Infrastruktur-Programm profitieren werden.

Diese Bewegung, hat übrigens schon vor Trumps Wahl begonnen, sie wurde durch seine Wahl nur beschleunigt bzw wieder neu in Gang gesetzt. Hier sind zwei Beispiele solcher Korrekturen von gross kapitalisierten Dividenden-Bluechips:

Procter & Gamble (PG):

pg-21-11-16

Johnson & Johnson (JNJ):

jnj-21-11-16

Damit stellt sich die Frage, was sich hinter dieser Schwäche verbirgt und die Antwort ist recht einfach:

Weiterlesen ...

Jahresendrally oder davon, die Wirklichkeit anzunehmen

Wenn Sie sich erinnern, letztes Jahr im November und Dezember 2015, ist die Jahresendrally faktisch ausgefallen. Die Kurse wurden durch das "Window Dressing" zum Jahresende zwar zusammen gehalten, aber es war schon eine innere Schwäche sichtbar, die uns hier zur grossen Vorsicht gemahnte und es uns daher ermöglich hat, dem scharfen Einbruch direkt zum Jahresbeginn, profitabel aus dem Weg zu gehen.

Dieses Jahr erscheinen die Chancen weit besser. Sicher ist am Markt gar nichts, zumal nicht mit einem neuen US Präsidenten, der sein Programm überhaupt erst finden muss und erst einmal grosse Fragezeichen aufwirft.

Aber trotzdem, sich in Angst, Ablehnung und dem eigenen Bias zu suhlen, ist etwas für Verlierer. Wer am Markt zu den Gewinnern gehören will, muss immer wieder die Wirklichkeit so annehmen, wie sie ist. Was wir denken, wollen oder wünschen, ist dem Markt völlig egal. Im Gegenteil, es weist eher in die falsche Richtung, denn da auch wir Teil der "Herde" sind, ist es recht wahrscheinlich, dass andere die gleichen Ängste und Zweifel haben und das schon längst in den Kursen steckt.

Gewinner am Markt haben eine kalten, klaren Blick auf diese Wirklichkeit und richten ihr Handeln an dem aus, was ist und nicht an dem, was sie gerne hätten oder befürchten.

Stellt sich die Frage, wie denn nun aus meiner Sicht die aktuelle Wirklichkeit des Marktes zum Jahresende aussieht:

(1)

Erste Statements von Trump geben zur Annahme Anlass, dass er seine Wahlversprechungen tatsächlich angehen will, aber in einer "verträglichen", deutlich weniger radikalen Form, als es im zugespitzten Wahlkampf hinaus posaunt wurde. Das sind keine schlechten Voraussetzungen für die Börse.

(2)

Das grosse Konjunktur/Infrastrukturprogramm wird kommen, weil absolut zentraler Teil von Trumps Versprechungen und Grundlage der Loyalität seiner Wähler, gerade aus den alten Industriebereichen. Dieses Programm, wird massive Kursphantasie generieren und das vor allem in der US Binnenkonjunktur und in den klassischen Industrie- und Bausektoren. Schauen Sie einfach mal, was der Baumaschinen-Bluechip Caterpillar (CAT) die letzten Tage nach Trumps Sieg gemacht hat, dann wissen Sie, was ich meine. Das Programm wird das BIP anheben und die Inflationserwartungen nach oben bewegen, das erscheint recht wahrscheinlich.

(3)

Wir haben in der abgelaufenen Quartalssaison gesehen, dass die Gewinnerwartungen der Unternehmen wieder zu steigen beginnen und diese Lage trifft auf ein Sentiment im Markt, das bis zu Trumps Wahl eher negativ und skeptisch war. Das ist eine sehr positive Mischung für die Märkte.

(4)

Und es gibt dieses Jahr besonders massiven Performance Druck auf die institutionellen Anleger. Denn viele Fondsmanager und Hedgefonds hängen in diesem schwierigen Jahr den Indizes hinterher. Da dürften nun einige Angst um ihre Jobs haben und müssen nun um jeden Preis eine potentielle Jahresendrally mitnehmen. Und gerade weil das so ist, hat die Rally besonders gute Chancen zu kommen, ganz typisch im Sinne der selbsterfüllenden Prophezeihung im selbstreferentiellen Markt.

Weiterlesen ...

Amazon – der Beweis für die Klugheit des Marktes

Amazon und seine Kursentwicklung, ist eine hoch faszinierende Geschichte, weil sie zeigt, wie unglaublich klug der Markt bei seiner Einschätzung ist. Über mehr als ein Jahrzehnt, hat Jeff Bezos mit Amazon investiert, investiert, investiert und immer Gewinne in der Zukunft versprochen, die dann kommen sollten, wenn die gewünschte Marktstellung erreicht ist.

Amazon wurde in der ganzen Zeit mit gigantischen P/Es von 80 und höher bewertet. Auch heute ist das noch der Fall. Anleger, die naiverweise glaubten, man könnte solche Wachstumsaktien mit KGVs von E.ON und Co. vergleichen, haben den Kopf geschüttelt, "völlig überdreht" gesagt, sich abgewendet und RWE gekauft - die waren ja "billig". 😉

Der Markt hat Bezos aber geglaubt und das offensichtlich nicht, weil der Markt naiv war, sondern weil Bezos glaubwürdig war und der Markt ganz genau hingeschaut hat, um das zu verifizieren. Und seit 2015 kommen die Gewinne nun mit Macht und aus dem Cash-Burner Amazon wird langsam eine Cash-Cow.

amzn-19-10-16

Faszinierend!

Warum ist das aber so bemerkenswert? Weil ich mir erlaube, in den Januar 2013 zurück zu gehen, es macht doch Sinn sich auch immer mal wieder "das Geschwätz von Gestern" vor Augen zu führen.

Lesen Sie bitte unbedingt den Artikel -> Amazon, die Mutter aller Trends < - vom Januar 2013 noch einmal!

Bitte tun Sie es, selbst wenn Sie ein "alter Hase" hier sind und sich erinnern. Es ist gerade deshalb so eindrucksvoll, weil der Kurs sich von 268 USD damals auf nun ca. 820 USD heute, in gut 3 Jahren verdreifacht hat!

Und übrigens, Amazon *hat* damals dann Ende April die Trendlinie bei 246 USD wieder getestet. 😉

Dieses Prinzip, das dahinter steht und das ich damals schon eindrücklich erklärt habe, ist so unendlich wichtig, das ich heute noch einmal einen Artikel daraus mache.

Lesen Sie auch mal bitte unbedingt die Kommentare und Argumentationen des damaligen Artikels, zum Beispiel den dritten Kommentar und meine Antworten darauf.

Leser:
.... Wenn es sich hier jedoch nicht um eine Übertreibung handelt, dann weiß ich auch nicht mehr ....

Hari:
.... Du argumentierst mit Mr. Market, was selten eine gute Idee ist ....

Das sind die Botschaften, die ich Ihnen hier erneut am Fall Amazon in aller Deutlichkeit geben will:

Weiterlesen ...

BASF – wie Muster uns helfen – und wie nicht

Vor einer guten Woche, hatte ich Ihnen im Artikel -> Drei Plus für BASF < - die eindrucksvolle Ausbruchschance bei BASF nahe gebracht.

Am 03.10.16, sah das Chart so aus:

basf-03-10-16

Nun heute am 12.10.16 so:

basf-12-10-16

Das kann man wohl einen Volltreffer nennen. Ein klares Kaufsignal und ein klarer Ausbruch.

Nun würde andere sich vielleicht damit brüsten, dass Sie das ja "gesehen" haben und dabei all die Fälle unterschlagen, in denen so Strukturen eben nicht aufgehen, obwohl sie ähnlich aussichtsreich aussahen.

Genau da setzt dann auch die - etwas naive - Kritik von unerfahrenen Anlegern an, die Markttechnik gerne perse als Hokuspokus abtun und damit nur zeigen, wie weit sie selber vom Verständnis des selbstreferentiellen (reflexiven) Marktes entfernt sind.

Beide - die die so tun, als könnten sie so Ausbrüche zuverlässig vorher sagen, wie auch die, die Markttechnik perse als Hokuspokus abtun - sitzen dabei einem grundlegenden Missverständnis auf.

Weiterlesen ...

Drei Plus für BASF

Heute nur ein kurzer Hinweis.

Anlage am Aktiemarkt ist - wie wir wissen - immer mit Unsicherheit verbunden. Sicherheit gibt es nie und es kann immer anders kommen, weil die Zukunft unbestimmt ist.

Unsere Aufgabe ist daher auch nicht, Sicherheit zu suchen, sondern die Chancen im Verhältnis zu den Risiken zu optimieren. Denn es ist immer beides gleichzeitig vorhanden, Chance wie Risiko, ein guter Anleger kann aber Chancen ergreifen und Risiken begrenzen.

In einem sehr durchwachsenen, indifferenten Markt, könnte sich gerade so eine Chance beim Schwergewicht BASF auftun. Denn BASF vereint derzeit drei Pluspunkte, die man gern gleichzeitig in einer Aktie findet, bevor man dort mittelfristig einsteigt.

Erstens noch einiges Nachholpotential zum Markt, denn am Ende gilt die "Mean Reversion" und was nicht grundlegend abstürzt - wovon bei BASF nicht auszugehen ist - wird sich irgendwann wieder dem Mittelwert angleichen.

Zweitens ein fundamentaler Grund, warum sich die Lage gerade jetzt bessern sollte. Und der ist mit der überraschenden Einigung der OPEC gegeben, die den Ölpreis mittelfristig befördern sollte und BASF ist mit seiner Tochter Wintershall, unmittelbarer Profiteur einer solchen, potentiellen Entwicklung.

Drittens aber auch von der Markttechnik her, liefert BASF gerade ein Bild, das nach einem grundlegenden, mittelfristigen Kaufsignal riecht:

basf-03-10-16

Nun gibt es noch einige andere Argumente für die Aktie, so die Bewertung, aber auch die Tatsache, dass sich BASF im Agrochemie-Fusionskarussel noch nicht verausgabt hat wie Bayer und daher hier auch noch positives Überraschungspotential besitzt.

Ich will es hier im freien Bereich aber mit den drei obigen Argumenten bewenden lassen und einfach nur sagen: Schauen Sie mal auf BASF, wenn Sie nach einer Anlagemöglichkeit im DAX suchen. Es gibt derzeit sicher schlechtere Ausgangslagen.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Sichere Geldanlage? Immer noch Rüstung!

Autsch! Schon wieder so politisch unkorrekter "Mist" hier in diesem Blog. Aber "wat mutt dat mutt".

Denn unzählige Menschen im deutschsprachigen Raum, sind aktuell auf der Suche nach dem "heiligen Gral der Geldanlage". Sie wollen wenigstens ein bischen Rendite und das aber bitte "ganz sicher".

Ich weiss, eigentlich müsste man jedem dieser Menschen sagen: Vergiss es!

Risikolose Rendite gibt es nicht mehr. Dankensbriefe sind an die Notenbanken zu richten und an die Politik, die diese Nullzinspolitik befördert, um die eigenen finanziellen Wolkenkuckuksheim-Versprechungen, notfinanzieren zu können.

Und eine Anlage in Aktien ist *immer* mit Risiko verbunden, es gibt keine absolute Sicherheit am Aktienmarkt. Punkt.

Selbst die "solidesten" Aktien, können 5 Jahre später ziemlich unsolide sein, ein unfähiger CEO oder ein Paradigmawechsel im Markt, reichen dafür völlig aus. Erinnert sich jemand daran, wie "solide" E.ON und RWE waren? 😛

Aber trotzdem gibt es ja Aktien, die relativ gesehen "sicher" sind. Denn die grösste Sicherheit entsteht daraus, dass die Geschäftsmodelle nicht in Frage stehen und deren Produkte "sicher" auch morgen noch nachgefragt werden.

Und da habe ich ein Angebot für Sie: Rüstungsaktien. Ich weiss, politisch sehr unkorrekt hier in Deutschland, aber trotzdem wahr.

Schon letzten November, habe ich das Thema im Artikel -> Luftfahrt, Raumfahrt und Rüstungsaktien - Stabiles Erfolgsmodell oder verwerfliche Anlage? < - ausführlich thematisiert.

Da habe ich Ihnen nicht nur 20 Namen genannt, sondern auch die moralische Frage adressiert, die jeder für sich selber beantworten muss. Infoern will ich das hier nicht wiederholen.

Weiterlesen ...

Profiteure fallender Zinserwartungen

Die US Arbeitsmarktdaten, sind am Freitag schwach herein gekommen. Nicht extrem schwach, aber doch mit so vielen Fragezeichen, dass die sich aufbauenden Erwartungen an eine Zinserhöhung der FED am 21.09. einen Dämpfer bekommen haben: -> Schwache Jobdaten erschweren Zinsschritt < -

Damit stellt sich die Frage, welche Assetklassen davon profitieren könnten, bis sich am 21.09. dann Klarheit ergibt, ob die FED genügend Mumm hat, um vor der US Präsidentschaftswahl doch noch einmal die Zinsen zu erhöhen. Denn wenn sie es im September nicht tut, dürfte das nächste Fenster erst wieder im Dezember sein.

Zwei Assetklassen, fallen mir dabei ins Auge:

Einerseits die Emerging Markets und zwar deren Bonds wie auch Aktien gleichermassen. Denn mit schwindenden Zinserwartungen, sinkt auch der Aufwertungsdruck auf den Dollar und ein starker Dollar ist Gift für die Emerging Markets. Brauchbare Dienstleistungs-Daten aus China, habe heute Nacht ihr Übriges getan, um den Sektor zu stützen. In der Nacht auf Donnerstag kommen noch mehr wichtige Daten aus China mit Auswirkungen auf die Aktienmärkte.

Sehen wir auf das langfristige Chart des Sektor-ETFs EEM, sehen wir eine getriggerte inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation (iSKS), die danach aussieht, als läge gerade ihre erste Konsolidierung hinter ihr. Weiteres Potential bis zu FED scheint vorhanden:

EEM 05.09.16

Weiterlesen ...

Teamprojekt „Champions“ – Ein Jahr danach

Vor ziemlich genau einem Jahr, haben wir unser "Champions" Teamprojekt vorzeitig beendet. Damit ist es Zeit, ein Fazit zu ziehen - ein Jahr danach.

Für alle neuen Leser muss ich erst einmal erklären, worum es dabei ging und das können Sie am Besten verstehen, wenn Sie diesen Artikel im freien Bereich noch einmal lesen: -> Depot der Champions - Sicherheit durch Wachstum < -

Wir wollten also den Beweis antreten, dass stetiges, nachhaltiges Wachstum, letztlich grosse Sicherheit beim Kursverlauf verschafft, ganz besonders, wenn man aus solchen Unternehmen ein diversifiziertes Depot zusammen stellt.

Zeigen sollte das Projekt auch, dass Sicherheit vielleicht sogar besser in aussichtsreicher Zukunft, als in statischen, grossen Gewinnen und niedrigen Kennziffern zu finden ist, wie sie vor Jahren zum Beispiel auch noch bei RWE oder E.ON zu finden waren.

Dazu haben wir einen umfangreichen Prozess begonnen, mit dem wir in gut überlegten Schritten ein Universum von ca. 70 Kandidaten, bis auf einen engeren Kreis von 28 Kandidaten herunter gebrochen haben.

Dann wurde die Zeit aber zu knapp und die Sommerferien rückten näher, weswegen wir weitere fachliche Selektionsschritte - die ich noch vor hatte um weitere, weniger geeignete Kandidaten zu eliminieren - ausgelassen haben und in freier Abstimmung aus den 28 dann 10 Aktien selektiert haben, die den Teilnehmern "Pi-mal-Daumen" am Sinnvollsten erschienen.

Das Ergebnis ist daher einerseits die "28er Champions" Liste, die ich im Folgenden hier zum ersten Mal im freien Bereich vorstellen will. Diese Liste repräsentierte also kompetent im Teamprozess ausgewählte Kandidaten. In der Liste sind auch die 10 Aktien mit einem Stern markiert, die es dann in der Endauswahl in die 10er Liste schafften:

Weiterlesen ...