R&D-Aktien – Von einem archäologischen Versuch, zukünftige Gewinner auszugraben


Vorwort
Der folgende Artikel stammt als Gastkommentar von unserem Mitglied "Plastik".
Eigentlich war er nur für den internen Bereich gedacht, aber wir haben uns gemeinsam entschlossen, ihn etwas abgespeckt auch im freien Bereich zu veröffentlichen.
Auf meiner Seite schwingt dabei ohne Frage ein wenig Stolz mit, was wir in der Community für tolle Mitglieder haben!
Viel Spass und gute Erkenntnisse beim Lesen wünscht
Ihr Hari!

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Ein Gastartikel von "Plastik"

"Die Zukunft kaufen!"

"Hohe Gewinne garantiert!"

"Die heißesten Börsenrenner!"

Wer kennt sie nicht, die vollmundigen Sprüche, die einem aus zahlreichen Hochglanzmagazinen, aus viel versprechenden aber wenig haltenden Internet-Newslettern und von unzähligen, blinkenden Webseiten immer entgegenspringen. Wissen wir doch alle, dass die Börsen heute schon die Zukunft, das Aufgehen der vielversprechenden Geschichte, das neue Produkt, den technischen Durchbruch feiert und handelt.

Doch so manch eine der wohlklingenden Geschichten wird über kurz oder lang von der Realität eingeholt, und der eine oder andere Börsenüberflieger des Monats Mai wird schon im Juni vom Ausbleiben der Substanz hinter der an der Börse gehandelten Geschichte eingeholt und verschwindet wieder in der Versenkung.

Was aber nun, wenn man tatsächlich eine Methodik finden könnte, die es ermöglichen würde, der realen Substanz der Firmen tatsächlich auf den Grund zu gehen? Ist es möglich zu ermitteln, welche Firmen voraussichtlich in der nahen Zukunft eine Neuentwicklung, ein neues Produkt auf den Markt werfen? Und zwar, bevor dieses Wissen in den Markt einsickert!

Fleiß bei der Entwicklung bedeutet mehr Erfolg an der Börse!

Welche Firmen in den Weiten der Weltwirtschaft könnten das nun sein? Der Grundgedanke ist hier ganz einfach: es sind wohl diejenigen, die sich am meisten anstrengen und den meisten Fleiß bei der (Neu-)Entwicklung aufwenden! Womit wir bei den Aufwendungen für Forschung & Entwicklung (R&D) wären! Tatsächlich geben verschiedene Veröffentlichungen dieser Argumentation recht - insgesamt honoriert die Börse auf längere Sicht diejenigen Unternehmen überdurchschnittlich, die im Branchenvergleich mehr R&D-Aufwand als ihre Konkurrenten betreiben. (1),(2)

In den Kommentaren und Analysen zum Markt kocht dieses Thema eher auf kleiner Flamme, aber es gab bzw. gibt bereits seit mehreren Jahren einen englischsprachigen und kostenpflichtigen Newsletter zu diesem Thema, Moneyweek Research Investments (3), den ich persönlich allerdings nie abonniert habe.

Die Methodik und das R&D Scoreboard

Über Dr. Mike Tubbs, den Initiator dieses Börsenbriefs, bin ich dann auf das R&D Scoreboard (4) gestoßen, eine jährlich veröffentlichte Analyse der forschungsintensivsten 1500 Unternehmen in der EU, durchgeführt von der Europäischen Kommission (EC). Eine tabellarische Auswertung der weltweit forschungsintensivsten 2500 gibt es auch. Meines Wissens war Dr. Tubbs an der Entwicklung dieses R&D Scoreboards beteiligt. Die Daten stammen dabei aus den von den Firmen veröffentlichten Bilanzen. An der Spitze dieser umfangreichen Datenbank findet man bekannte Marktriesen wie z.B. VW, Daimler oder GlaxoSmithKline, aber weiter unten in der Datenbank wird es dann interessant.

Der Gedankengang ist nun: kann man anhand dieser Zahlen und Tabellen kleine bis mittelgroße vielversprechende Unternehmen finden, bevor der Markt es merkt? Zahlenmaterial gibt es mittlerweile mehr als ausreichend - das R&D Scoreboard wurde 2004 das erste Mal veröffentlicht.

Die Filterregeln

Somit habe ich mir in den vergangen Monaten die R&D Scoreboard-Tabellen vorgenommen und ein bisschen mit den Zahlen gespielt, um geeignete Filterregeln herauszufinden. Die genauen Zahlen finden sich im internen Bereich.

Filteregeln2

Portfolio-Methodik und Backtesting

Mithilfe dieser Filterregeln habe ich dann für jedes Jahr etwa 15 Firmen identifiziert (man muss gelegentlich mit den Parametern ein wenig spielen, damit man genug Firmen findet), und das beginnend mit 2008 für jedes veröffentlichte Scoreboard-Tabellenwerk gemacht. Dann habe ich die historischen Kurse rausgesucht und die Marktentwicklung übers kommende Jahr angeschaut.

Die Ergebnisse sind durchaus interessant! Man hat auf jeden Fall eine hohe Chance, echte Kracher zu finden. Pleitekandidaten waren bei der gewählten Unternehmensgröße eigentlich auch keine dabei, aber man muss auch ein bisschen Glück haben, weil es natürlich auch sein kann, dass man eine Firma erwischt, bei der der Kurs dann im kommenden Jahr 30-60% an Wert verliert! Es ergibt sich eine recht breite Auswahl an Firmen aus vielen Branchen und Ländern, man wäre also gegenüber reinen Sektor- oder Länderschwächen durch Diversifizierung halbwegs abgesichert. Weiterhin ist man bei insgesamt 15 Firmen auch breit genug aufgestellt, um die unvermeidlichen Fehlzünder abfedern zu können.

Die Selektionsmethodik beruht auf jährlicher Neuaufstellung des Portfolios zum 30.12. anhand der oben beschriebenen Kriterien. Dieses Selektionsverfahren wurde rückwirkend durchgeführt bis 30.12.2007 und mit DAX und NASDAQ (weil letzterer stark techniklastig ist) verglichen.

Das Ergebnis ist, dass man die ersten beiden Jahre (2008 u. 2009) sehr schlecht gefahren wäre - 2008 hätte das Portfolio signifikant stärker verloren als sowohl DAX als auch NASDAQ, und auch 2009 war die Erholung alles andere als überzeugend.

Bei späterem Einstieg (ab Ende 2009) sieht es aber sehr viel besser aus! Da hätte man den DAX ganz klar outperformt - beim NASDAQ ist es etwas enger, aber über mehrere Jahre durchgezogen betrachtet wäre man auch da immer vorne gelegen. Währungseffekte habe ich nicht berücksichtigt.

Ergebnisse des Backtestings

Die Auswertung ist wie folgt, wobei ich farblich den Gewinner (grün), den Zweiten (orange) und den Dritten (rot) entsprechend gekennzeichnet habe:

Daten

Fazit aus diesem Backtest: in guten Börsenjahren ist die Strategie recht vielversprechend - wenn die Weltwirtschaft allerdings in großem Stil einknickt, werden solche kleineren Firmen leider auch früher abgestoßen, und man braucht lange, um die Verluste wieder aufzuholen!

Das Portfolio im laufenden Jahr

Rückwirkend auf Anfang 2015 (Stichtag 30.12.2014, Schlusskurse) habe ich nun ein Musterdepot angelegt mit 16 Firmen, die ich mittels des Ende 2014 erschienenen R&D Scoreboards 2014 ausgewählt hätte.

Das Musterportfolio für das laufende Jahr findet sich im Premium Bereich und enthält Firmen wie z.B. PRA Health Sciences (PRAH) (+58% in €) und Playtech PLC (PTEC) (+33% in € )

PRAH 18.06.15

PTEC 18.06.15

Die absolute Gesamtperformance kann aus dem folgenden Chart abgelesen werden. Diese entspricht Stand Freitag, 12.6.2015, einer Gesamtperformance von +16,3%. Der DAX steht im gleichen Zeitraum bei +14,0% und der NASDAQ (in € bemessen) bei +12,1%.

Somit schlägt das Portfolio im Moment sowohl DAX als auch NASDAQ, wenn auch knapp! Für eine bessere Vergleichbarkeit, gerade im Hinblick auf die starken Währungseffekte dieses Jahr, empfiehlt es sich, einheitlich die €-Kurse zu betrachten.

Portfolio Performance 2015 06 12

Die Volatilität, bemessen als ATR (14), liegt im Moment bei etwas über 500, was bezogen auf den Gesamtwert des Portfolios (ca €93T) eher im niedrigen Bereich liegt.

Fazit

Der Grundgedanke der Analyse scheint recht vielversprechend zu sein. Man hat definitiv eine Chance, "Hidden Champions" sehr frühzeitig zu identifizieren, wobei das Portfolio- und Risk Management nicht vernachlässigt werden darf. Langfristig erfolgreich scheint die Strategie auch auf jeden Fall zu sein.

Ich beobachte das jetzt mal weiter, und dazu würden mich auch die Kommentare der Community interessieren! Mit Sicherheit kann man die Methodik noch verbessern, Risk Management betreiben, die Charttechnik bemühen, Stopps setzen, für kosteneffektive Umsetzung sorgen (geringer Umsatz, hohe Spreads, tw. exotische Börsen) etc. Natürlich könnte man die besten Aktien auch länger halten, nicht nur ein Jahr.

Da ja im Moment ebenfalls das -> Teamprojekt "Sicherheit durch Wachstum" <- ins Laufen kommt, kann ich die obige Arbeit nur wie folgt umschreiben:

Zwei Seelen, ein Gedanke!

Plastik

(1) "Kapitalmärkte belohnen F&E"; Deutsche Bank Research; 27. April 2011, zu finden -> hier <-

(2) "The impact of firms’ R&D strategy on profit and productivity"; B. Johansson, H. Lööf; Centre of Excellence for Science and Innovation Studies (CESIS), Royal Institute of Technology, Jönköping International Business School (JIBS); zu finden -> hier <-

(3) zu finden -> hier <-

(4) "R&D Scoreboard European Commission, zu finden -> hier <-

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Das Musterdepot der Champions: Sicherheit durch Wachstum!

Geldanlage hat viele Aspekte und es gibt verschiedenste Techniken, mit denen man an den Markt heran treten kann, um sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden.

Hier auf Mr-Market versuchen wir, diesen unterschiedlichen Methoden gleichermassen Raum zu geben und sie zu vertiefen und uns darin zu üben. Gross genug ist die Community dafür mittlerweile und genügend gebildet und börsenaffin sowieso.

Über Sicherheit

Ein typischer Wunsch bei langfristigen Anlagen ist, "Sicherheit" zu finden. Nun ist dieser Wunsch im Angesicht einer sich permanent wandelnden Welt zwar verständlich, aber doch verwegen, denn absolute Sicherheit gibt es bei Geldanlagen sowieso nicht und zwar weder bei Bargeld, noch bei Bundesanleihen, weder bei Immobilien, noch bei Gold und auch nicht bei Aktien. Absolut sicher ist bisher nur, dass unser Leben begrenzt ist und irgend wann endet.

Aber zumindest relative Sicherheit wollen wir berechtigterweise finden und deswegen erfreuen sich derzeit bei Aktienanlegern alle Strategien grosser Beliebtheit, die sich auf die lange existierenden, super stabilen und cashflow-starken Unternehmen konzentrieren. Die "Nestles dieser Welt" sozusagen.

Diesen Strategien werden verschiedene Namen gegeben und es gibt davon diverse Abarten und oft werden diese mit einer Dividenden-Strategie verknüpft. "Dividenden-Aristokraten" ist ein Name für eine dieser bekannten Varianten dieser Herangehensweise. Diese Strategie funktioniert und ist sinnvoll, ist aber derzeit auch extrem beliebt im Markt. Auch darüber sprechen wir intensiv in der Community und ein Mitglied führt dazu derzeit ein Musterdepot.

Sicherheit kann man aber auch ganz anders definieren, als so defensiv, wie das aus Sätzen wie "gegessen wird immer" spricht. Denn diese Form von "defensiver" Sicherheit, definiert sich dann darüber, dass ein Unternehmen einen Umbruch in jedem Fall überlebt, auch wenn es vorher wie alle anderen stark fällt. Das ist eine sehr sinnvolle Betrachtungsweise, aber es nicht die einzige Art und Weise sich dem Thema "Sicherheit" zu nähern. Und sehr überlaufen sind diese Dividenden-Strategien sowieso und alle dieser Aktien schon luftig bewertet.

Die Champions

Sicherheit kann man alternativ aber auch offensiv definieren, wie das im Sprichwort "Angriff ist die beste Verteidigung" schon vermittelt wird.

Denn relative Sicherheit bei der Geldanlage, kann auch daraus entstehen, dass die idealen Unternehmen auf derart starken Produkten und einer derart grossen Marktmacht sitzen, das auf absehbare Zeit niemand daran vorbei kommt. Die Unternehmen sollten also "Champions" in ihren individuellen Märkten sein.

Nicht jeder muss diese Unternehmen kennen, es dürfen also auch "hidden" Champion sein, aber sie müssen in ihrem Markt auf jeden Fall absolut führend sein und irgend etwas deutlich besser als ihre Mitbewerber können, so dass kein Weg an ihnen vorbei führt.

Und noch besser, die Unternehmen sollten in ihrem Markt auch deutlich wachsen, weil ihre Produkte immer mehr Zuspruch finden. Und dabei tut man sich natürlich leicht, wenn der Markt selber auch deutlich und absehbar auf Jahre wächst, weil er zu einem starken Zukunftstrend gehört, gerne auch Megatrend genannt.

Wer solche Unternehmen selektiert und in seinem Depot versammelt, wird auch eine sehr hohe, relative Investitions-Sicherheit finden und kann diese Unternehmen durchaus mal länger laufen lassen, ohne bei jeder Kurs-Bewegung gleich in Panik zu verfallen. Eine Diversifikation auf 10 Werte unterschiedlicher Branchen und Länder, sollte die Sicherheit am Ende dann weiter erhöhen.

In einer schweren Krise ala 2008, werden diese Unternehmen natürlich auch massiv einknicken, aber das tun die Dividenden-Aristokraten auch, wie wir auch 2008 gesehen haben - erinnert sich noch jemand an GE und einen Kurs von 5 USD? Autsch!

GE 14.06.15

Der valide Punkt beider sinnvollen Herangehensweisen ist, dass die guten Unternehmen sich dann schnell erholen und das gilt eben nicht nur für Dividenden-Aristokraten, sondern auch für solche Wachstums-Champions, die auf Produkten sitzen, nach denen die Welt hungert.

Ich zeige Ihnen hier mit Ecolab mal ein Unternehmen als Appetizer, mit dem ich nicht zu viel verrate. Wenn Sie nicht schon Mitglied sind, werden Sie das Unternehmen recht wahrscheinlich nicht kennen. Eingeführt wurde Ecolab bei uns durch unseren -> Kolumnisten <- "Johann", der Kenner dieser Branche ist.

Das Unternehmen ist ein "Champion" in seinem Markt und es gibt keine Anzeichen, dass sich das absehbar ändern wird. Und ein namhafter Investor scheint das auch so zu sehen. Denn wenn die mir vorliegenden Daten noch stimmen, ist Bill Gates, unter anderem über seine "Bill & Melinda Gates Foundation", mit 25% der grösste Aktionär. Schauen Sie mal, wie sich Ecolab nach 2008 entwickelt hat:

ecolab 15.06.15

Ist das nicht auch "Sicherheit"? Sicherheit durch Wachstum? Und nun stellen Sie sich mal vor, wir würden 10 davon finden und gut diversifiziert zusammen stellen. Wäre das nicht ein interessantes Portfolio, dem man erst einmal Vertrauen schenken darf?

Sicher, dass die Kurse schon weit gelaufen sind ist wahr, gilt aber für fast alle Aktien im derzeitigen Markt. Dass Ecolab aber so gelaufen ist, ist gut begründet, weil sich das Geschäft eben ausgeweitet hat, eine Übernahme erfolgte und das Unternehmen einfach nicht mehr das von 2008 ist. Ecolab macht aktuell 14 Milliarden USD Umsatz, das ist also keine "Bude" mehr.

Das Projekt

Wir haben deshalb hier vor einigen Tagen auf Mr-Market ein Community Projekt begonnen, um gemeinsam die "besten" 10 dieser Wachstums-Champions zu identifizieren und in einem Musterdepot dann länger zu begleiten. Auf dem Weg zu diesem Musterdepot, sammeln wir aber erst einmal mit dem geballten Wissen der Community wesentlich mehr Unternehmen ein, geplant sind um die 50, bevor wir diese dann durch immer schärfere Kriterien auf die "besten" 10 wieder reduzieren, die am Schluss übrig bleiben.

Aber auch die geplanten 50, von denen nun schon über 20 identifiziert wurden, sind hoch interessante und "gute" Unternehmen, darunter ganz viele, von denen Sie wahrscheinlich noch nie gehört haben. Wie gesagt, Champions dürfen durchaus auch "hidden" sein 😉

Die erste Phase des Projektes läuft bis kommenden Sonntag 21.06.15, bis dahin sammeln wir alle Kandidaten. Dann folgen weitere Phasen, in denen wir gemeinsam weiter selektieren und dabei auch eine Menge über so einen Selektionsprozess und sinnvolle Kriterien lernen. Denn wie ich hier schon oft gesagt habe: -> KGV und KBV sind es eher nicht <-.

Teilnehmen kann jedes Mr-Market Premium-Mitglied, das sich im Forum vorgestellt hat. Die erste Phase läuft aber nur bis kommenden Sonntag 21.06. Abends. Nur wer sich bis dahin beteiligt hat, kann hinterher bei dem weiteren Prozess auch Einfluss nehmen. Und Nein, in den freien Bereich wird das Portfolio der Wachstums-Champions später nie gestellt, das bleibt auf jeden Fall alleine dem Premium-Bereich vorbehalten.

Wenn Sie auch Spass an so einem Projekt hätten und als Teil einer kompetenten Community, viele hoch interessante Aktien kennen lernen wollen, dann stossen Sie zu uns, am besten noch vor dem kommenden Sonntag, um noch mitmachen zu können. Und wenn nicht, wünsche ich weiter viel Spass und Erfolg mit Ihren bisherigen Quellen.

In jedem Fall sollten Sie aber darauf achten, dass Sie überhaupt qualitativ hochwertige und unabhängige Quellen besitzen. Ich erinnere an meinen Artikel -> Börsenerfolg, worauf warten Sie noch? <-

Ihr Hari

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Syngenta und der typische Ablauf von Übernahmen

Der folgende Artikel erschien schon Freitag 08.05.15 12:50 in Hari Live und bezog sich auf das Übernahmeangebot vom Marktführer Monsanto für die schweizerische Syngenta.

Sie wissen auch im freien Bereich, dass ich sehr positiv zu Syngentas mittel- und langfristigen Aussichten eingestellt war.
Mein Artikel -> Syngenta als langfristiges Investment <- vom November letzten Jahres zeugt davon, in dem ich auch die Übernahmethematik schon adressiert hatte.

Insofern war es wichtig am Freitag nach Bekanntgabe des Angebots gleich zu entscheiden, ob die massiven Gewinne nun mitzunehmen waren oder da noch mehr für Anleger drin ist. Meine Argumentation des typischen Ablaufs solcher Übernahmen von Freitag, können Sie unten nachlesen.

Erste aktuelle Nachrichten bestätigen übrigens die im Artikel beschriebene Richtung: -> Monsanto pokert <-.

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Man kann den Fall Syngenta benutzen, um das Handeln von so Übernahmeszenarien mal ganz generell und abstrakt zum Thema zu machen und das will ich hier tun.

Die Frage ist also, wie geht man als Anleger damit um, wenn so ein Übernahmeangebot im Raum steht und die Aktie im Depot massiv hoch geschossen ist? Natürlich ist jeder Fall individuell, aber es gibt schon Muster, die in der Mehrzahl der Fälle so ablaufen.

So wäre die typische, emotionale und initiale Reaktion des geneigten Normal-Anlegers ja erst einmal, die Aktie sofort zu verkaufen, um den schönen Gewinn "zu sichern", bevor er vielleicht wieder weg ist.

Es wird Sie nicht wundern wenn ich Ihnen sage, dass dieses instinktive Verhalten in der Regel total *FALSCH* ist, wie fast alles, was uns unser Affenhirn so instinktiv an Marktverhalten eingibt. 😉

Wenn man mal nachdenkt, ist das auch ganz leicht und rational zu verstehen. Denn was ist hier passiert?

Da hat doch das Management des Marktführers und grössten Mitbewerbers - das ja auch kein Geld zu verschenken hat - gesagt: Ihr seid so und so viel wert! Und das Management des Unternehmens selber hat gesagt: Wir sind noch viel mehr wert! Und hat das Angebot abgelehnt.

Die beiden Gruppen im Markt, die den Wert also am Besten einschätzen können, haben eine klare Aussagen getätigt und diese öffentlich quantifiziert. Und jetzt sagen Sie mir, warum sollte Mr. Market sich gegen die klaren Aussagen dieser beiden besten Kenner der Situation stellen?

Sicher gibt es Ausnahmefälle, bei denen grosse Risiken im Angebot stecken und bei denen es deshalb gerechtfertigt ist, das Angebot nicht für bare Münze zu nehmen. Aber in der Regel gilt:

So ein Angebot zieht kurzfristig erst einmal einen Boden nach unten ein und nicht nach oben! Die instinktive Reaktion des "geneigten Anlegers" ist also in der Regel falsch und vergibt Chancen.

Bei der Frage, wie das Angebot denn zu bewerten ist, kann man sich auch am Besten auf den Markt verlassen. Der kann das viel besser als wir und preist das Angebot sehr schnell ein.

Auch bei Syngenta bietet Monsanto ja 449 CHF pro Aktie und der Kurs von Syngenta pendelt nun bei 390 CHF. Das ist aber kein Widerspruch, denn Monsanto bietet den Aktionären ja gar nicht 449 CHF für jede Aktie, sondern will nur 45% Bar zahlen und den Rest wohl mit Eigenaktien tauschen. Und damit muss der Markt noch einen Sicherheitsabschlag einplanen, denn sind die Aktien von Monsanto wirklich dauerhaft so viel wert, wie aktuell der Kurs ist?

Hinzu kommt dann noch ein genereller Sicherheitsabschlag, weil das Angebot sich ja theoretisch schnell auflösen könnte, es könnte von den Kartellbehörden abgelehnt werden und so weiter und so weiter. Und so kommt nun aktuell 390 CHF als fairer Wert des Angebots zustande, das ist der Preis, den Mr. Market heute so bewertet und keiner kann das besser und vor allem schneller als der Markt. Würde Monsanto zu 100% in Cash 449 CHF bieten, wäre der Kurs von Syngenta nun mit Sicherheit weit näher an 449 CHF, als aktuell.

Wir haben also nun ein Angebot von (gewertet) 390 CHF des Marktführers im Raum und wie oben gesagt, stellt so etwas viel wahrscheinlicher erst einmal einen Boden dar, als eine Obergrenze, die man schnell verkaufen muss.

Denn was jetzt typischerweise in so Fällen passiert ist, dass der Markt in den kommenden Tagen und Wochen durchspielt, wie viel mehr da nach oben noch geht. Denn das Syngenta Management sagt ja klar: "wir sind mehr wert". Da könnte nun viel passieren. Monsanto könnte erhöhen - das passiert in so Übernahmeschlachten ganz oft. Oder es kommt ein weiterer Bieter ins Spiel, vielleicht sogar ein "weisser Ritter", der vom Management von Syngenta gewollt wird. Oder oder oder, es bieten sich viele Möglichkeiten den Preis noch zu treiben.

Das wird der Markt nun ausloten in den kommenden Tagen und Wochen. Und irgendwann kommt dann ein Zeitpunkt, zu dem die Karten auf dem Tisch liegen. Zu dem nach oben die Möglichkeiten ausgereizt sind und entweder der Deal abläuft oder endgültig scheitert.

DAS ist dann der Zeitpunkt - nicht heute aber dann - zu dem bei Syngenta erst einmal für Monate die Luft nach oben raus sein dürfte. Denn der Marktführer hat ein Angebot gemacht, bis er nicht mehr weiter wollte und es gehört viel dazu, das dann noch schnell zu toppen.

Nun muss ich warnend erneut sagen, was ich beschreibe ist natürlich nur das generelle Muster solcher Abläufe, sozusagen der wahrscheinlichste Fall. Jeder Fall ist individuell und hier kann es anders ablaufen. Es lohnt sich aber, sich am Normalfall zu orientieren und der sagt, dass jetzt nicht der Zeitpunkt ist Syngenta zu verkaufen, dafür aber in ein paar Wochen, wenn das Angebot ausgelootet ist und nach oben nichts mehr geht. Dann dürfte mit guter Wahrscheinlichkeit die Luft für einige Zeit raus sein.

Sollte Monsanto dann doch Syngenta übernehmen, kann man als Minderheitsaktionär natürlich immer noch drin bleiben und auf einen Squeeze-Out spekulieren. Das sind aber Wetten, die nicht mein Fall sind. Aber wers mag, kann es ja machen, in der Vergangenheit sind solche Spekulationen auch oft ganz gut gelaufen, sie sind aber leider sehr abhängig von der Rechtslage und sehr langwierig.

Ich hoffe das war hilfreich, den Vorgang einzuordnen.

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Allianz Aktie – Wohin geht die Reise?

Der folgende Beitrag erschien schon Mittwoch 06.05.15 12:30 in Hari Live

Die Allianz hat heute überraschend gute Zahlen geliefert und der bisherige -> CEO Michael Diekmann übergibt an Oliver Bäte. <-

Da lohnt sich doch mal wieder ein Blick auf das Chart zu werfen, um zu schauen, was das zur Lage sagt. Dieses zumal die Allianz-Aktie ja über Monate zu meinen Favoriten gehörte und ich auch den Einbruch durch den Abgang von Gross bei Pimco, für übertrieben gehalten habe. Im Nachhinein war das ja auch eine geniale Kaufgelegenheit:

Allianz 06.05.15

Was wir sehen, ist erst einmal ein Chart, das danach schreit, dass es nun von 150€ erst einmal wieder hoch geht. Zu klar ist die Unterstützung und zu überverkauft die Lage. Die guten Zahlen sind nun ein Katalysator, der eine Wendeformation in Gang setzen sollte.

Berücksichtigen Sie aber bei der Betrachtung bitte den morgigen, massiven Dividendenabschlag, der dieses Chart-Bild optisch zerstören wird, ohne dass dem Einbruch ein wirklicher Vermögensverlust gegenüber steht. Nehmen Sie also bitte nicht 150€ als Stop. 😉

Nur wohin geht die Reise, nach dem dieser initiale Schub nach den Zahlen dann ausgelaufen ist? Dabei bin ich nun erst einmal latent skeptisch und kann mir einen Verlauf wie eingezeichnet gut vorstellen, der aber natürlich nur ein Szenario unter vielen ist.

Zwei Faktoren sind dabei dominant:

Erstens wäre die Allianz wohl eine der Hauptleidtragenden, falls sich der beginnende Anstieg der Renditen der Staatsanleihen weiter fortsetzt. Die Allianz ist durch regulatorische Anforderungen, wie andere europäische Versicherer, bis zur Halskrause mit Staatsanleihen voll geladen. Bis letzten Monat konnten diese Anleihen durch die sinkenden Zinsen Buchgewinne erzielen, nur was passiert in der Gegenrichtung? Und wie sind diese Buchgewinne bilanziert?

Denn die Interessen der Lebensversicherungskunden und der Aktionäre der Allianz sind nicht gleich gerichtet. Die extrem gefallenen Renditen sind gefährlich für die bestehenden Lebensversicherungsverträge, deren dauerhafte Tragfähigkeit in Frage gestellt werden könnte, wenn die Nullzinsphase lange andauern sollte. Für die Bewertung der riesigen Bestände an Staatsanleihen bei den Versicherern aber, waren die fallenden Renditen aber kurzfristig erst einmal positiv und das tat den Aktionären gut.

Langfristig werfen die Niedrigzinsen aber auch für die Aktionäre Fragen auf, denn wenn der temporäre Effekt der Buchgewinne ausgelaufen ist bleibt die Frage, wo denn die Erträge her kommen sollen. Das bei wieder steigenden Anleihen-Renditen auf die Versicherungskonzerne aber bilanzielle Fragezeichen zukommen, die die Börsen dann nicht kalt lassen werden, erscheint mir zumindest wahrscheinlich.

Aber auch ein zweiter Faktor ist am Werk und dass ist die Tatsache, dass der langjährige Chef Michael Diekmann nun seinen Abschied genommen hat und natürlich mit einer guten Zahlenbilanz. Es ist eine reine Vermutung meinerseits, aber es wäre nicht der erste Fall, bei dem zu so einer Abschlussbilanz dann allerlei "optimiert" wird, um das Bild zum Abschluss besonders gut aussehen zu lassen. Natürlich nur im legalen Gestaltungsrahmen, der ist aber im Bereich IFRS erheblich und gibt grossen Spielraum. Lesen Sie im Zweifel -> hier <-.

Und neue Chefs machen - wenn sie klug sind - dann am Anfang sowieso erst einmal ein bilanzielles "Grossreinemachen", weil sie bei den ersten Quartalen dafür noch nicht in persönliche Haftung genommen werden.

Beide Faktoren zusammen gemahnen in meinen Augen zur Vorsicht und das Risiko ist daher für mich da, dass wir am 13.04. bei 170€ bei der Allianz ein zumindest mittelfristiges Hoch gesehen haben.

Deswegen muss man nun nicht ins andere Extrem kippen und die Allianz zu einem Short erklären, dafür sehe ich keine Grundlage. Aber für mich ist die Allianz nun also kein zwingender Favorit mehr, sondern ich rechne eher damit, dass die Aktie dem Markt in den kommenden Monaten vielleicht sogar hinter hinken wird.

Wer in der Aktie drin ist, sollte den absehbaren Anstieg nach den guten Zahlen, nun also vielleicht kritisch beobachten.

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IBM (851399, IBM) – Wandlungsfähig durch starke Unternehmenskultur

Den folgenden Artikel zu IBM mit sehr persönlichem Hintergrund, habe ich mit den Mitgliedern im Premium-Bereich schon im Januar am Montag 26.01.15 16:40 geteilt.

Seit dem ist IBM gut gelaufen, steht heute deutlich höher und ist für mich auch weiterhin eine langfristige Position im Investment-Depot.

Das Chart der Gegenwart sieht nun auch weit attraktiver aus, als damals im Januar und IBM befindet sich mitten in einer deutlichen Wendeformation. Um so interessanter ist doch aber, wie die Argumentation im Januar war:

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Es gibt Dinge, die sind erstaunlich. Da bin ich doch eigentlich ein IBMer wie er leibt und lebt. Bin in dieser Firma Ende der 80er Jahre sozialisiert worden, was "Business" angeht und habe dort meine ersten Schritte ins Management grösserer, internationaler Einheiten hinein gemacht.

Und vor allem, kann ich mit Fug und Recht sagen: es war das bestgeführteste Unternehmen, mit der klarsten und durchdachtesten Unternehmenskultur, das ich bisher von innen kennen gelernt habe.

Als ich von IBM dann zu einem anderen Grosskonzern kam, hatte ich was die interne Kultur anging, etwas flapsig das Gefühl, von der Champions League in die 2. Liga abgestiegen zu sein. Animositäten, Revierkämpfe und ein völliger Mangel einer Gemeinsamkeit stiftenden Kultur waren dort viel mehr zu verzeichnen, als ich es von der vergleichsweise "heilen, internationalen Welt" in IBM Reseach & Development kannte.

Jetzt ist meine Zeit bei IBM über 20 Jahre her und ausser ab und zu mit alten Kollegen mal Skat zu spielen, die mittlerweile auch fast alle aufgestiegen sind, habe ich keine Verbindungen mehr. Und die IBM der Gegenwart, ist vielleicht eine ganz andere, als die die ich kannte, zumal "Research & Development" innerhalb der IBM sowieso schon damals eine ganz eigene Kultur hatte und auch noch hat. Insofern sind zu starke Verallgemeinerungen von persönlichen Erlebnissen, sicher fehl am Platze.

Trotzdem hat das Unternehmen bewiesen, dass es in der Lage ist, sich in schwierigen Zeiten zu häuten und neu zu erfinden. Die starke Unternehmenskultur spielt dabei eine ganz massive Rolle, ohne diese, wäre IBM wohl schon in den 90er Jahren beim Übergang von John F. Akers zu Lou Gerstner auseinander gefallen.

Zwei vom damaligen Chairman John F. Akers unterzeichnete Urkunden hängen hier übrigens bei mir immer noch im Büro an der Wand - das nur als Beweis, dass ich immer noch ein "alter IBMer" bin. 😉 Trotzdem bin ich vor allem ein -> Lou Gerstner <- Fan, der damals einfach einen superben Job gemacht hat.

Um diese Kultur zu beschreiben, will ich die Geschichte eines damaligen Management-Kollegen aus den US - aus dem Mid-Hudson-Valley nördlich von New York - erzählen, der über 25 Jahre bei IBM war und im Zuge des grossen Umbruches Anfang der 90er Jahre entlassen wurde.

Nach der überraschenden Entlassung, noch Tage vorher hatte ich mit ihm im Job telefoniert, habe ich ihn dann im Zuge eines regulären Visits an der Ostküste zu Hause besucht. Jeder "normale" Mensch wäre nun stinksauer auf die Firma gewesen, die so einen verdienten Mann einfach entlässt - ohne ihm persönlich etwas vorwerfen zu können, sondern einfach nur, weil es halt jemanden treffen muss. Ich erwartete also, einen giftigen und verbitterten Mann zu treffen, der auf IBM schimpfte.

Was ich vorfand, war ein Wohnzimmer voller Urkunden und Bilder aus der IBM Zeit, und darin einen Mann, der zwar bitter war, das aber vor allem auf das vorgesetzte Management, das ihn "auf die Liste" gesetzt hatte. Und im gleichen Atemzug dieses Frustes, kamen aber immer wieder die Worte ehrlicher Sorge im Sinne "wie soll das nur mit IBM weiter gehen" aus seinem Mund.

Er trennte also die Personen, die ihn entlassen hatten, von "seiner" IBM, um die er sich immer noch sorgte. Das nennt man Loyalität und Unternehmenskultur. Dieses Erlebnis hat mich sehr geprägt und mir gezeigt, was Unternehmen auszeichnet, die Umbrüche überleben und erneut zu wachsen anfangen können. Es ist vor allem die Unternehmenskultur und Loyalität der Menschen. Andere Unternehmen fallen auseinander, bei denen der Kit der Unternehmenskultur fehlt.

So weit meine kleine Anekdote.

Diese Fähigkeit sich neu zu erfinden, braucht IBM unter Virginia Rometty nun erneut, denn es ist mal wieder Zeit für den Wandel. Das alte von Gerstner begonnene und von Palmisano fort entwickelte Geschäftsmodell, stösst an Grenzen. Im Manager Magazin, finden Sie in einem Artikel vom Oktober letzten Jahres, eine gute Darstellung der Lage: -> Wie Virginia Rometty Big Blue neu beleben will <-.

So habe ich die letzten Jahre, in denen die inhaltliche Stagnation bei IBM für mich sichtbar wurde abgewartet, um einen Zeitpunkt zu finden, ab dem ich einen ersten kleinen Fuss bei "meiner IBM" wieder in die Tür stellen kann.

Nun, es kann gut sein, dass dieser Zeitpunkt gekommen ist. Eine erste kleine Position, habe ich als "Starter" nun wieder eröffnet.

Auslöser ist dabei nicht nur der Blick auf den fortschreitenden Umbau, der nun auch mit Entlassungen Fahrt aufnimmt. Es ist auch der Blick auf das mittelfristige Chart, das einen Doppelboden signalisiert, mit der Chance, das grosse Enttäuschungs-Gap vom Oktober 2014 wieder zu schliessen:

IBM 26.01.15

Es ist noch zu früh, eine Wende bei IBM endgültig auszurufen, das Unternehmen steckt noch im dunklen Tunnel und eine neue Strategie ist bestenfalls schemenhaft zu sehen, nur "yet another Cloud" anzubieten, kann es nicht sein.

Und auch ob Rometty überhaupt die richtige Nr. 1 für diesen Wandel ist, ist zweifelhaft. Es sollte also niemand glauben, die Probleme von IBM verschwänden nun einfach über Nacht und es ginge im Kurs nun nur noch hoch, nur weil ich als alter Kenner des Unternehmens hier davon schreibe.

Nein, das dürfte noch ein langer, dunkler Weg bei IBM sein und auch der Kurs wird mehr seitwärts als aufwärts laufen. Aber eine erste langfristige Position ist nun in meinen Augen zu rechtfertigen, auf die Fähigkeit des Unternehmens vertrauend, sich selbst neu zu erfinden.

Von der fundamentalen Bewertung her, hat der Markt nun sowieso jedes Wachstum aus IBM ausgepreist. Ich denke aber, der Markt unterschätzt die massive Substanz an Intelligenz, Marktmacht und Netzwerk, die dieser Konzern immer noch besitzt.

Der R&D Bereich von IBM ist immer noch Weltspitze, das Unternehmen muss nur wieder mehr daraus machen. Ausgehend von der aktuellen Bewertung, erlaube ich mir das nun wieder ganz gelassen zu betrachten. Nicht mehr nur als Ex-IBMer, sondern auch als kleiner Aktionär.

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