Wenn Zinserwartungen sich ändern



Wir wissen ja, dass es die Erwartungen sind, von denen die Märkte getrieben werden und dabei spielen die Zinserwartungen eine besondere Rolle.

Und diese Zinserwartungen, werden neben einer Reihe anderer Parameter, natürlich auch insbesondere von der Politik der Notenbanken beeinflusst.

Im Falle der US Zinsen und der FED, hat sich da gerade eine interessante Entwicklung ergeben, die in den kommenden Wochen des Hochsommers zu erheblichen Bewegungen bei allen zinssensitiven Anlage wie Gold oder Staatsanleihen führen könnte.

Rekapitulieren wir, noch vor einem guten Monat, hatte die FED die Märkte sehr deutlich auf eine kommende Zinserhöhung im Sommer vorbereitet, die dann entweder im Juni oder im September stattfinden würde.

Dann kamen die extrem schlechten Arbeitsmarktdaten Anfang Juni und die FED hat alles über den Haufen geworfen und eine extrem vorsichtige Haltung eingenommen.

In Folge sind die kurzfristigen Zinserwartungen massiv gefallen, einer Erhöhung im Sommer wurde vom Markt fast völlig ausgepreist. Und in Folge dieser Entwicklung setzten US Staatsanleihen und auch Gold, folgerichtig zur Rally an.

Letzten Freitag aber - genau einen Monat später - wurde der Spiess umgedreht. Die Arbeitsmarktdaten waren extrem gut und zeigten, dass der Vormonat eine Anomalie war, wahrscheinlich aufgrund von Streiks.

Da könnte man ja denken, dass auch die Zinserwartungen sofort zurück schwingen würden, das sind sie aber nicht. In Dollar und Gold, die beide sehr sensitiv auf geänderte Zinserwartungen reagieren, sahen wir erstaunlich wenig Bewegung. Nach wie vor, schliesst der Markt also eine Zinserhöhung der FED im Juli fast sicher aus und im September mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Was passiert nun aber, wenn der Gedanke an eine Zinserhöhung im September doch wieder hoch kriecht und sich die Erwartungen wieder dahingehend ändern?

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Ein realistische Szenario für Gold und die Goldminen im Lichte der FED

An der aktuellen Schwäche bei Gold und den Goldminen, die seit Freitag eingesetzt hat, ist wenig überraschend. Wir haben im Premium-Bereich diese Entwicklung am Freitag schon antizipiert, zu klar waren die diversen Signale.

Selbstverständlich hat das auch mit der Erwartung an die FED zu tun, der der Rebound der Märkte und die Politik der EZB nun in die Hände spielt und die wohl auf ihrem gemässigten Zinserhöhungspfad bleiben wird.

Denn ein Grossteil der Rally im Goldpreis, war auch der Erwartung geschuldet, dass Negativzinsen auch in den Dollarraum vordringen, entsprechenden Äusserungen von FED Mitglieder, haben die Märkte stark beeinflusst.

Diese Erwartung sinkt nun und damit wird ein gewichtiges Argument dafür Gold zu halten, wieder schwächer. Ich gehe davon aus, dass diese Diskussion um Negativzinsen im für Gold positiven Sinne wieder kommt, aber zunächst und wahrscheinlich temporär, hat sie etwas von ihrer Wirkung verloren.

Aber auch technische und zyklische Parameter, haben Ende letzter Woche recht unisono in diese Richtung (abwärts) gewiesen:

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Der wahrscheinliche Pfad bei Gold

Am 04.02. habe ich im Artikel -> Gold und Goldminen - ist das die Wende? < - gezeigt, was Gold machen müsste, um eine nachhaltige Wende überhaupt wahrscheinlich werden zu lassen.

In den folgenden Tagen ist das dem Edelmetall eindrucksvoll gelungen, die dort gezeigten Ziele, wurden alle erreicht und sogar übertroffen.

Technisch gesehen, wurde der Abwärtstrend seit 2011 damit gebrochen, in dem die Hochs vom 15.10. und 18.05. letzten Jahres überschritten wurden.

Gleichzeitig hat die Bewegung einen so dynamischen Verlauf genommen, dass ein Retracement zwangsläufig wurde. Ich hatte damit eigentlich schon früher gerechnet und nicht erst bei 1.263 USD. Diese brutale Stärke, die Gold nun gezeigt hat, ist aber typisch für den ersten Schub aus einem langen Abwärtstrend und bestätigt eher, dass wir es hier wirklich mit einer Änderung der Gezeiten zu tun haben.

Im Chart sehen wir, dass ein Rückgang bis 1.180 USD nun wahrscheinlich ist und immer noch völlig normal und sehr bullisch wäre:

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Was uns „All Inclusive“ über den Wert des Euros sagt

Hier ein weiterer, persönlicher und sehr treffender Beitrag unseres -> Kolumnisten <- "StockPix" aus den "PixedEmotions".

Ein Beitrag zum Schmunzeln ebenso, wie zum Nachdenken!

Viel Spass beim Lesen:

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Der Wert des Euros lässt sich zur Zeit gut am Publikum einer Ferienanlage auf Mallorca ausmachen.

Seit meiner Zeit als Student habe ich mal wieder eine Pauschalreise gebucht. Der Grund sind meine beschäftigungsintensiven Kinder, die uns in den vergangenen Jahren dermaßen gefordert haben, dass nicht mal ansatzweise an Erholung zu denken war. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, haben wir auch das Kästchen "all inclusive" bei der Buchung angekreuzt. Die Hauptzielgruppe -ich dachte dabei an Familien mit Kindern- dieser Kategorie haben wir billigend in Kauf genommen. Wenn schon, dann richtig!

Ich will vorwegnehmen: Grundsätzlich fühle ich mich in der Umgebung der "einfacheren" Leute ganz wohl. Als Bauingenieur ist man da eh hart im nehmen. Problematisch wird es, wenn ich mich verängstigt zum Buffet schleichen muss, um nicht nur von der Tattoo-Dichte einzelner Gäste erschlagen zu werden. Der ein oder andere Brite erschien mir dahingehend recht resolut 😉

Worauf ich hinaus will: Es war zu beobachten, dass die deutschen Teilnehmer vornehmlich der gebildeten Mittelschicht (Akademiker, Beamte, Freiberufler etc.) zuzuordnen sind. So gar nicht passend zu den, vornehm ausgedrückt, recht einfach gestrickten britischen Gästen, deren schweres Pfund (ich meine die Währung) die Veranstaltung zu einer Abart der norddeutschen Butterfahrt reduziert.

Es passt letztendlich nicht zusammen, was da aufeinander prallt. Der Billigurlaub der einen, ist die hart ersparte Ferienreise der anderen. Dabei kann sich das britische Proletariat in diesem unfairen Wettkampf als Sieger betrachten. Der deutsche Bildungsbürger schaut bedröppelt aus der Wäsche.

Vermutlich fühlte sich zu früheren Zeiten manch Spanier mit seiner Peseta in der Tasche genau so, wenn der deutsche Pauschaltourist mit der Deutschen Mark die ganze Bar aufkaufte.
Da blieb nur die Flucht in eine harte Währung, deren Suche ja nun mittlerweile, da sich die Notenbanken im Weichspülgang befinden, nahezu aussichtslos erscheint. Die starke Volatilität am Devisenmarkt wird wohl auch die aktuellen Währungsverhältnisse nicht auf ewig bestehen lassen. Gönnen wir den Briten also ihren derzeitigen Billigurlaub.

Aber ich will mich insgesamt gar nicht beschweren, denn die Kinder sind gesund geblieben, kamen voll auf ihre Kosten und gaben uns die Ruhe zur Erholung, die wir ganz dringend benötigten. Die Börsen liefen in die von mir favorisierte Richtung -den Hedge hatte ich rechtzeitig geschlossen- und der Sachverhalt des schwachen Euros rückte in den Hintergrund, denn bezahlen brauchten wir ja eh nichts mehr. All inclusive sei dank! 😉

Dennoch: Verstärkt hat sich bei mir der Gedanke, dass die Diversifizierung des Vermögens auf verschiedene Währungsräume unverzichtbar geworden ist. Sei es in Form von Aktien, Fonds oder Geldreserven. Edelmetalle stellen in realer Form auch einen ganz eigenen Währungsraum dar, den man nicht vernachlässigen sollte. Von Immobilien halte ich berufsbedingt eher weniger.

Inwiefern real grenzüberschreitende Maßnahmen sinnvoll sind, muss jeder für sich entscheiden, denn wichtig ist auch, dass man schnellen Zugriff hat. Die Steuerehrlichkeit nicht zu vergessen!

Ich mach noch eine Woche frei und begebe mich dann für ein paar Tage beruflich in die Schweiz. Die harten Währungen scheinen mich in diesem Monat zu verfolgen. Ein Zeichen?

Let’s Pix it!

Ihr StockPix

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Gold ein Jahr später – die Monstranz der Sicherheit

Vor einem Jahr, im Juli 2014 habe ich hier einen grundlegenden Artikel zu Gold und den Goldminen geschrieben, den ich nun zwölf Monate später genau so wieder schreiben könnte.

Bitte lesen Sie den unbedingt noch einmal, er ist immer noch hoch aktuell und die Aussagen sind immer noch sehr richtig und wichtig und ich werde darauf Bezug nehmen. Und selbst das Chart ist im Kern noch gültig, es dauert offensichtlich nur länger, bis die 1000 USD mal touchiert werden:

-> Gold und Goldminen, zwischen Mythen, Crash, Eurokrise und Propaganda <-

Ich weiss, ich mache mir bei echten "Gold-Bugs" mit den folgenden Worten keine Freunde, aber falls Sie zu den Gold-Liebhabern gehören, fragen Sie sich bitte mal, *warum* Sie von Gold so angezogen werden und vielleicht auch diese vielen Seiten so attraktiv finden, auf denen es permanent nur um "Crashs", Verschwörungen und den nahenden Weltuntergang oder zumindest Währungscrash geht.

Ich gebe Ihnen die Antwort: weil Sie (zu) sehr an Sicherheit interessiert sind! Daran ist ja erst einmal auch nichts Schlimmes und die Vermeidung unnötiger Risiken, macht jede Menge Sinn. Man muss aber wie bei allem im Leben das richtige Mass finden und darf es nicht übertreiben mit der Sicherheit und dabei das Leben nicht vergessen. Das gilt auch und gerade für die Geldanlage!

In den US gibt es beispielsweise Menschen, die so vom Untergang der Welt überzeugt sind, dass sie sich tief in der Provinz schon in ihren eigenen Bunker zurück gezogen haben, das Gewehr neben sich stehend und die Regale voller Konserven, um lange auszuhalten.

Und so sitzen die da und warten. Und warten. Jahre, Jahrzehnte. Sie sitzen ganz "sicher" und geschützt. Dummerweise haben die dabei vergessen zu leben, denn auch sie werden älter. Und irgendwann sterben sie, ohne vieles getan und erlebt zu haben, was das Leben lebenswert macht. Sie waren dabei aber immer sicher. 😉

Nun sind das Extremfälle, aber ich denke Sie wissen, worauf ich hinaus will. Das Leben ist halt nicht sicher, es ist bunt und lebenswert, voller Risiken aber auch Chancen. Nur eines ist wirklich sicher, dass wir am Ende bildlich gesprochen in der Holzkiste landen! Vielleicht sollten wir uns das auch mal so klar machen, wie das Risiko des nächsten Crashs.

Und wenn wir uns die jahrelange Rally am Aktienmarkt anschauen, die hinter uns liegt, dann ist es doch vielen zu sicherheitsbewussten Anlegern auch ganz ähnlich gegangen:

Sie waren unsicher und ihnen wurde 2010 erklärt, dass der Crash kommt. Also warteten sie. Dann wurde Ihnen 2011 erzählt, dass der Crash kommt. Also warteten sie. Und warteten. Bis heute. Und kommt heute der Crash? Vielleicht, aber schauen Sie mal, wie Gold auf das Thema Griechenland reagiert hat. Gar nicht, oder? Kommt nun also der Crash? Vielleicht. 😉

Manipuliert! werden jetzt einige zum Goldpreis sagen. Kann sein, kann auch nicht sein, ist aber völlig "wurscht". Denn der Preis der da steht, ist der zu dem Sie nun und auch in Zukunft beim Händler Ihrer Wahl kaufen oder verkaufen können. Zu keinem anderen. Und wenn einige Goldhändler ihre eigenen werbenden Worte ernst nehmen würden, müssten sie ja ihren Kunden aktuell mehr für den Ankauf von Gold zahlen, weil der Gold-Preis ja so manipuliert ist. 😉

Komischerweise orientieren aber auch die Händler sich am "manipulierten" Preis. Selbst wenn er "manipuliert" sein sollte, was ist es also wert, das zu wissen? Nichts! Um aus meinem obigen Artikel von vor einem Jahr zu zitieren:

Und nehmen wir doch mal theoretisch an, es gäbe diese konzertierte Manipulation, an der Staaten, Notenbanken und Grossbanken mitwirken. Was verleitet jemanden dann zu der völlig naiven Vorstellung, dass dieses Kartell dann in Kürze aufbrechen würde? Im Gegenteil, wenn das Kartell Realität wäre, könnte es auch noch Jahre und vielleicht Jahrzehnte weiter machen.

Was ich Ihnen aber sagen kann ist, dass es klüger war in 2010 Aktien zu kaufen, als jetzt in 2015 noch in den Aktienmarkt einzusteigen. Das ist ja offensichtlich, vielleicht sollten Sie im Moment also tatsächlich warten. Diese Unsicherheit gibt es aber *immer*, wenn Sie auf Sicherheit beim Einstieg warten, werden Sie bis zu Ihrem Tode warten.

Und woran erkennen Sie eigentlich, dass Sie aufhören sollten zu warten? Und glauben Sie eigentlich, dass Sie nach dem nächsten Crash dann kaufen werden? Und wenn ja, warum konnten Sie es 2009 dann nicht?

Fragen über Fragen, die Sie sich mal unbedingt selber stellen sollten, wenn Ihnen Sicherheit bei der Geldanlage so wichtig ist, dass es Sie bei sinnvollen Entscheidungen blockiert und Sie den massiven Anstieg der letzten Jahre daher verpasst haben.

Denken Sie an den Mann, der im Bunker auf den kommenden Weltuntergang wartet. Hat der ein schönes Leben? Und was ist zu viel Sicherheit überhaupt wert, wenn unser Leben sowieso endlich ist?

Ich kann auch eine Metapher aus dem Fussball benutzen. Defensive und Angriff sind kein Gegensatz, man braucht immer beides, um ein Fussballspiel zu gewinnen. Wer sich nur im eigenen Strafraum verkriecht, kann vielleicht ein 0:0 halten, kann aber nicht gewinnen. Und wer ohne Rücksicht auf die Abwehr stürmt, schiesst vielleicht 3 Tore, bekommt aber auch vielleicht 5 hinten rein!

Beide Extreme sind eindeutig ungeeignet, beim Fussball zum Erfolg zu führen und das versteht jeder. Bei der Geldanlage ist es nicht anders, warum verstehen es dann so viele nicht? Warum also, denken Sie permanent über den nächsten Crash nach und nicht mal über das nächste Tor, das Sie schiessen wollen?

Faktum ist:

Auch ich halte Gold für einen sinnvollen Teil einer durchdachten Vermögens-Diversifizierung. Ich weiss, dass Gold das älteste und bewährteste Geld der Welt ist und vor allem nicht beliebig vermehrt werden kann. Und ich bin überzeugt davon, dass es Sinn macht, ein derartiges "Ersatzgeld" für den "Fall des Falles" vorrätig zu haben.

Abgesehen davon handele ich den Goldpreis oder Goldminen auch manchmal und schreibe hier im Blog darüber. Handeln kann man aber alles. Das ist aber eine ganz andere Thematik, als die prinzipielle Anlagesystematik, die ich in diesem Beitrag adressiere. Und wenn man die Edelmetalle gewinnorientiert handeln will, hat das Gerede um Manipulation erst recht keinen Sinn, dann zählt sowieso nur der Preis, der an der Börse aufgerufen wird und sonst nichts!

Ich bin also bestimmt kein Gegner der Edelmetalle. Aber ich mache aus Ihnen auch nicht, was sie nicht sind.

Gold ist kein Investment, sondern einfach nur ein langfristiges Wertaufbewahrungsmittel, Geld eben. Und weil es kein Investment ist, kann man mit ihm von kurzfristigen Kursschwankungen abgesehen, auch keinen langfristigen Ertrag erzielen, sondern nur langfristigen Vermögenserhalt.

Goldbarren sind totes Metall, sie werfen nichts ab und erfinden auch nichts. Sie haben keine Wertschöpfung und generieren keinen Ertrag. Sie sind einfach Geld, ein langfristig stabiles Wertaufbewahrungsmittel. Das ist ja auch schon was und hat seine Bedeutung, gerade in einer Welt, in der die Notenbanken wie wahnsinnig die Geldmenge aufblähen. Aber mehr als das ist es auch nicht.

Und die Edelmetalle bieten auch keine universelle Sicherheit. Sie bieten einen Sicherheitsschirm für nur einen einzigen Risikobereich des Lebens, die Entwertung der Papierwährungen und eine Währungskrise. Und deshalb haben sie eine Berechtigung. Aber man kann Edelmetalle weder essen noch trinken und ob man sie im Falle des Falles überhaupt verkaufen und tauschen kann und das dann nicht unter Strafe steht, ist auch noch fraglich.

Beste Sicherheit bietet bei der Geldanlage nur ein diversifiziertes, weltweit aufgestelltes Portfolio! Zu dem können und sollten Edelmetalle im angemessenen Rahmen gehören, aber zwingend gehören dort vor allem Beteiligungen hinein, die dauerhaften Ertrag abwerfen, wie Aktien zum Beispiel!

Gehen Sie also nicht immer wieder all den Seiten auf den Leim, die Sie mit Crash-Szenarien zum Kauf der Edelmetalle treiben wollen. Machen Sie sich klar, wie stark Ihr Sicherheitsbedürfnis ist.

Legen Sie sich eine angemessene Menge Edelmetalle zur Diversifizierung physisch ins Depot und dann vergessen Sie das Thema und leben Sie mit positiven Gedanken!

Und konzentrieren Sie sich auf die Themen, bei denen man wirklich Rendite und Vermögensaufbau erreichen kann und nicht nur das Kapital erhalten.

Abwehr und Angriff! Anders kann man ein Spiel nicht gewinnen!

Ihr Hari

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Gold und die Agnostiker

Im schnelllebigen Internet ist es leicht, allerlei daher zu schreiben, weil am Folgetag gilt in der Regel:
Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. 😉

Auch bei den diversen Analysen, die im Web zum Thema Börse zu finden sind, funktioniert dieses Prinzip. Da kann jemand permanent groben Unfug schreiben und permanent schon ein paar Tage später durch die Entwicklung widerlegt werden, aber wenn auch dieses blinde Huhn dann mal ein Korn findet, wird es sich dafür feiern lassen und alles andere ist schon längst vergessen.

Gerade die "Crash-Propheten" leben ja von diesem Prinzip, die sagen permanent irgend etwas Schreckliches voraus und liegen fast immer daneben. Aber irgendwann will es der Zufall halt, dass auch mal was eintrifft und dann können sie sich für die nächsten Jahre in den Medien als Guru und "der Mann der xyz vorher sagte" herum reichen lassen. Ziemlich lächerlich das, aber schönes Anschauungsmaterial, wie unsere menschliche Wahrnehmung funktioniert.

Ich will deshalb heute für den freien Bereich mal auf einen älteren Artikel zurück greifen, den ich schon vor einer Woche am Dienstag 13.01.15 09:10 in Hari Live bei Gold 1239 USD geschrieben habe. Das war noch vor der Aktion der SNB, ist aber in der Kernaussage auch eine Woche später unverändert gültig:

PS:

Übrigens, achten Sie unbedingt darauf, dass der aktuelle, massive Schub bei den Edelmetallen natürlich auch mit der Erwartung an die EZB korreliert, dass diese am Donnerstag ein QE in der Eurozone beginnt und den Euro massiv entwertet. Man sieht das leicht daran, wie viel stärker Gold in Euro aussieht, als in Dollar. Sollte die EZB diese nun massiv aufgebaute Erwartung aber am Donnerstag enttäuschen, wird das auch der Goldpreis deutlich spüren. Behalten Sie dieses Risiko also im Auge.

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Dienstag 13.01.15 09:10

Der Momentum-Sektor des Augenblicks scheinen die Edelmetalle zu sein. Gestern habe ich ja noch einmal über die Goldminen geschrieben, die den Ausbruch nun bestätigt haben. Das gestrige Trade-Setup ist nun perfekt angelaufen.

Aber schon seit letztem Herbst sind wir ja am Thema dran, weil wir das Szenario des "Rebounds aus dem Nichts" exakt auf dem Radar hatten, als endlich alle nur noch auf 1000 USD gestarrt haben und selbst die grössten Gold-Bugs sich mit einem weiteren Einbruch abgefunden hatten.

Ich erinnere unter anderem an den Artikel -> Ein massiver Wirkungstreffer der Bullen <-. Dadurch wurden den Bären ganz klar die Krallen gestutzt und seit dem ist auch kein nennenswertes Abwärtsmomentum mehr aufgekommen.

Aber schon im Oktober war im Artikel -> Der Weg des maximalen Schmerzes <- genau das Szenario auf unserem Radar, das nun eingetreten ist. So ist das halt ganz oft. Ein Abwärtstrend dauert so lange an, wie er noch nicht von allen akzeptiert ist. Wenn sich dann aber auch die letzten Zweifler in den Trend hinein schicken - und hier waren das die teilweise fast religiösen Gold-Bugs - dann dreht der Trend.

Heute nun scheint Gold auch über das Hoch vom 09.12.14 steigen zu wollen und bestätigt damit einen grundlegenden neuen Aufwärtstrend. Damit ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mal wieder einen Blick auf das grössere Bild richten sollte, wie ich diesen neuen Aufwärtstrend denn nun einordnen würde.

Denn klar ist, in den Augen der Gold-Bugs, ist das nun die "grosse Wende" und Gold 2000 USD und mehr sind nun unvermeidlich. Sie werden nicht erstaunt sein, dass ich mir da nicht so sicher bin. Was das Glauben angeht, bin ich sowieso eher ein Agnostiker. 😉

Schauen wir auf das langfristige Chart mit Wochenkerzen sehen wir, dass erst ein Anstieg des Goldpreises über 1400 USD (zum grünen Stern), eine gross angelegte strukturelle Wende - und damit einen Wechsel in einen neuen jahrelangen Bullenmarkt - ernsthaft diskutierbar machen würde. Das ist zwar ein denkbares Szenario, da sind wir aber lange noch nicht:

XAUUSD 13.01.15

Anders herum deutet die Struktur der aktuellen Wendeformation (blaue Markierungen) aber auf ein Momentum hin, das bis ca. 1350 USD reichen könnte. Genau in diesem Bereich kommen auch zwei Trendlinien herein, insbesondere die, die den übergeordneten Abwärtstrend markiert. Denn erst ein Anstieg von Gold über das Hoch vom 10.07.14, könnte den erstmals ernsthaft in Frage stellen.

Fazit:

Die kurz- und mittelfristige Markttechnik der Edelmetalle und aller damit im Zusammenhang stehender Assets wie den Minen, ist nun klar bullisch. Da geht was und diese Bewegung dürfte mit guter Wahrscheinlichkeit auch nicht am Ende sein, sondern noch einiges Gewinnpotential in sich bergen.

Um eine grundlegende Wende bei den Edelmetallen auszurufen und einen neuen jahrelangen Bullenmarkt wieder ins Visier zu nehmen, ist es aber viel zu früh. Gerade in der Zone unter 1350 USD würde ich wieder vorsichtig werden, denn es ist keineswegs unmöglich, dass das aktuelle Geschehen nur eine Gegenbewegung im fortdauernden, übergeordneten Abwärtstrend ist.

Erst ein nachhaltige Bewegung von Gold über 1400 USD, würde das langfristige Bild nachhaltig in bullische Richtung verändern.

Aber das muss uns im Hier und Jetzt gar nicht interessieren, wir nehmen heute mit, was uns der Markt heute bietet. Und das ist ja bei den Edelmetallen eine ganze Menge!

Das ist ja das Schöne am Agnostizismus. Uns ist die Diskussion egal, ob es den Gott des gelben Metalls gibt (bullisch) oder nicht (bärisch). Weil wir wissen es sowieso nicht. Wir sind einfach im Hier und Jetzt glücklich. 😀

Ihr Hari

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Gold: ein massiver Wirkungstreffer der Bullen

Eine der Schwierigkeiten eines kostenpflichtigen Mitgliederbereiches ist die Frage, wie zeigt man der Aussenwelt was "innen drin" passiert, ohne wiederum den Mehrwert für die zahlenden Mitglieder in Frage zu stellen.

Den gestrigen, sehr bedeutenden Tag bei Gold will ich daher mal zum Anlass nehmen, Ihnen mit einem Tag Verspätung auch im freien Bereich zu zeigen, wie die gestrige Geschehnisse bei Gold hier auf Mr-Market begleitet wurden.

Was Sie daran sehen werden ist, dass wir immer ganz nahe dran am Geschehen waren und den gestern abgelaufenden Rebound bei Gold voll auf der Rechnung hatten.

Gleichzeitig predige ich ja aber immer, dass niemand eine Glaskugel hat und die Zukunft vorhersehen kann - auch ich nicht. Das mediale Spreizen mit eingetroffenen Prognosen, ist daher einfach nur lächerlich und wer darauf anspringt, hat noch einen weiten, weiten Weg zurück zu legen, bis sich die Chance auftut, mal am Markt erfolgreich zu sein.

Nein, wir hier auf Mr-Market wissen, dass wir die Zukunft nicht kennen und machen daher keine Prognosen - wir folgen dem Markt. Das heisst aber nicht, dass wir blind wären, im Gegenteil.

Denn die Zukunft besteht aus Szenarien mit Wahrscheinlichkeiten. Und wenn man konsequent in solchen Szenarien denkt und dabei in der Lage ist, die aufgrund der Marktmechanik wahrscheinlichsten zu antizipieren, dann verschafft man sich einen erheblichen Vorteil.

Sicherheit hat man damit immer noch nicht, Sicherheit am Markt gibt es nicht, dafür sorgt schon alleine die -> Reflexivität <-. Prinzipiell ist immer alles möglich, auch die verrücktesten Bewegungen, denn vielleicht fällt uns ja doch morgen der Himmel auf den Kopf.

Das aber prinzipiell alles möglich ist, heisst nicht, dass alles gleich wahrscheinlich ist. Und in der Beobachtungsgabe hier die Spreu der Szenarien vom Weizen zu trennen, liegt die Kunst, die einen Vorteil am Markt verschafft.

Wie das funktioniert und funktioniert hat, will ich Ihnen nun anhand von Gold zeigen. Lesen Sie einfach mal alle meine Kommentare zu Gold im freien Bereich dieses Jahr und vor allem den vom 07.10. zum -> Weg des maximalen Schmerzes <-.

Aus diesem Artikel stelle ich hier das langfristige Chart des Szenarios ein, das bis heute genau so abgelaufen ist, inklusive des schwachen Bounce bis 1254, der der aktuelle Bewegung zu neuen Tiefs voran ging:

Gold 06.10.14 2

Und nun lesen Sie bitte mal nacheinander die drei Kommentare die ich gestern zu Gold geschrieben habe und achten auf die Uhrzeit, den in der Zeit hat sich Gold von 1142 USD bis 1220 USD bewegt.

Nach Lesen der drei Beiträge wissen Sie also, was "innen drin" passiert. Sie sehen, dass ich keine Prognosen mache und die Zukunft nicht kenne. Und mir die Markttechnik trotzdem wichtige Hinweise gibt, die einen Edge generieren.

Beantworten Sie für sich, ob Ihnen so eine tägliche Begleitung hilft - wenn ja, sollten Sie zur wachsenden Mr-Market Community dazu stossen.

Und wenn nicht, wünsche ich Ihnen viel Glück bei der Suche nach dem "einen" Guru mit der Glaskugel, der sie - natürlich kostenlos - reich macht. 😉

01.12.14 09:25 - Gold Marktlage

Sie wissen als treue Leser, dass ich immer davon ausgegangen bin, dass die Tiefs bei 1180 USD von Gold noch unterschritten werden. Und das ich dann in Folge keine Meinung dazu hatte, ob es runter bis unter 1000 USD geht oder der Taucher unter 1180 zu einem Fakeout wird.

Gold hatte zuletzt Lebenszeichen gesendet, hat sich am Ende dann aber nicht von den 1200 USD lösen können uns so konnte sich auch kein Short-Squeeze in Bewegung setzen, der Gold dann schnell Richtung 1250 USD katapultieren würde.

So war ein erneuter Einbruch unvermeidlich, denn was nicht steigen kann, muss fallen. 😉 Und die Ablehnung der schweizerischen Goldinitiative, liefert dafür nun den perfekten Auslöser.

Das Schöne daran ist aber, hier und jetzt dürfte in Kürze die Entscheidung fallen, welches der beiden Szenarien aus dem Artikel vom 07.10. nun zum Tragen kommt. Das Tageschart von Gold zeigt es uns sehr einfach:

XAUUSD 01.12.14

Wir haben hier also einen ganz einfachen Wenn->Dann Trade.

Wenn Gold unter das alte Tief vom 07.11. fällt und nicht sofort wieder zurück kommt (ein Intraday-Taucher wäre noch OK), dann kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem bald anstehenden Test der 1000 USD ausgehen.

Wenn Gold aber nun das alte Tief nicht unterschreiten sollte und nun schnell wieder auf 1200 USD steigt, dann haben wir einen validen Doppelboden und alleine wegen dieser Struktur dürften die Shorties zu covern beginnen und es weiter hoch gehen.

Diese Woche fällt also wahrscheinlich eine markttechnische Entscheidung, die das mittelfristige Schicksal des Sektors bestimmt.

Wer in den Minen investiert ist, sollte sich vor allem bei kleineren Werten darüber im Klaren sein, dass bei einem Einbruch unter 1000 USD die ersten Minen Pleite gehen werden. Und je länger der Preis da unten bleibt, desto mehr wird es treffen.

01.12.14 15:45 - Gold: Anblasen!

Bei Gold erleben wir nun geradezu dramatisch Stunden. Das heute morgen skizzierte Szenario des Doppelbodens wird immer wahrscheinlicher und bemerkenswert ist, mit welcher Brutalität die Goldbullen nun den Preis hoch schieben:

XAUUSD  2 01.12.14

Das ist eine sehr bemerkenswerte Änderung der Situation, denn in den vergangenen Jahren waren die grossen Geschütze immer nur auf Seiten der Bären. Nun scheint sich das Blatt zu wenden und auch die Bullen haben plötzlich massive Feuerkraft.

Gold steht damit wieder kurz vor der entscheidenden Zone oberhalb 1200 USD, die zuletzt nicht überwunden werden konnte.

Was es jetzt noch braucht, ist einen kräftigen Schub, der durch diese Zone durchgeht, dann sollte sich auch der Short-Squeeze in Bewegung setzen.

Für die Gold-Bullen ist das eine brilliante Gelegenheit die Kräfteverhältnisse zu verschieben und einen ersten wichtigen Durchbruch zu erzielen. In diesem Bereich tragen die grossen Jungs gerade die Schlacht aus und der Ausgang ist völlig offen. Wer hier siegt, wird aber die Gegenseite erst einmal demoralisiert haben, das macht den Ausgang dieses Kampfes so wichtig.

Alle Gold-Bullen rufen daher nun unterstützend im Sinne eines zu tief abgetauchten U-Bootes: *Anblasen!* 😉

01.12.14 20:20 - Gold: Treffer versenkt!

Besondere Ereignisse erfordern noch einen Kommentar am Abend. Das "Anblasen" bei Gold hat geholfen und was heute passiert ist, hat markttechnische Bedeutung über den Tag hinaus.

Treffer - versenkt ... könnte man auch sagen und hier sind es wohl die Bären, die versenkt wurden.

Wir haben heute die längste grüne Kerzen bei Gold seit .... ja keine Ahnung, wahrscheinlich seit Jahren. Beim Boxen nennt man das einen "Wirkungstreffer", was da passiert ist und wir erleben hier vielleicht eine fundamentale Änderung der Kraftverhältnisse am Markt.

Denn die Bären hatten die ideale Ausgangslage, die 1200 wurden wieder abgegeben, die 1180 auch und in Asien näherte sich Gold heute in Folge des schweizer Referendums den Tiefs. Die Bären waren sehr siegessicher ..... und dann kam der Torpedo des Bullen-U-Bootes...

Wie geht es jetzt weiter?

Nun, wie oben gesagt, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit ein massiver Wirkungstreffer, der einen Gezeitenwechseln einleiten könnte. Aber noch ist der Gegner (hier die Bären) nicht KO und so ein Tag wie heute ist zu stark, um darauf eine längere Aufwärtsbewegung aufzubauen.

Nein, heute war ein Short-Squeeze und nun sind im Markt alle Stops der Bullen unter 1180 und alle Stops der Bären über 1200 abgeräumt und das Spiel kann neu beginnen.

Klar ist aber auch, dass dieser Wirkungstreffer viel von der Überzeugung der Bären zerstört haben dürfte, so schnell traut sich da keiner mehr sich zu exponieren, was den Abgabedruck begrenzen sollte.

Das in meinen Augen wahrscheinlichste Szenario sieht also nun so aus:

Gold 3 01.12.14

Nun wird sich mit Wahrscheinlichkeit für wenige Tage wieder ein Bröseln nach unten anschliessen - wie gesagt, so eine Bewegung wie heute ist in der Regel nicht tragbar.

Dann aber wird der Abgabedruck auslaufen und es steht dann eine massive Aufwärtsbewegung bevor, die Gold durchaus Richtung 1300 USD katapultieren könnte.

Das ist natürlich nur ein Szenario, aber das nun für mich wahrscheinlichste. Die Kraftverhältnisse auf dem Spieltisch ändern sich auf jeden Fall.

Abschliessend wiederhole ich erneut: das oben sind Szenarien und es kann immer anders kommen. Auch wenn ein Szenario sich noch so gut anhört, ist es immer nötig, sich für den "Fall des Falles" abzusichern und nicht ungebremst in einen Absturz zu geraten.

Auch wenn es jetzt unwahrscheinlicher geworden ist, kann Gold also durchaus doch noch kurzfristig nach unten wegrollen und die 1000 USD ins Visier nehmen. Die einzige Art sich dagegen zu schützen, ist nicht zu beten und nicht zu hoffen, sondern ein sinnvoll gesetzter Stop, der Sie heraus kegelt, wenn der Markt gegen Sie läuft.

Je schneller Sie sich von einer Kontrollillusion und der sinnlosen Jagd nach "heissen Tips" verabschieden und je schneller Sie erkennen, dass das Beste was Sie am Markt erreichen können, die Identifikation attraktiver Szenarien ist, desto besser für Ihr Depot.

Gäbe es jemand, der die Zukunft zuverlässig vorher sehen kann, wäre das schnell der reichste Mensch der Welt. Er würde Ihnen bestimmt nicht für "Drei Euro Fünfzig" irgendwelche Börsenbriefe oder ähnliches andienen wollen. Und er müsste auch keinen Fond auflegen, um dann von Ihren Gebühren zu leben.

Trauen Sie also keinen Kommentatoren, die sich zu sicher geben. "Ich weiss, dass ich nichts weiss" ist eine Erkenntnis, die kluge Geister auszeichnet. Für dumme Menschen ist die Welt dagegen immer einfach ....

Ihr Hari

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