Vergangene, geopolitische Wegscheide

Der Markt arbeitet hart daran den Bärenmarkt hinter sich zu lassen, die Bullen scheinen wieder die Hoheit über das Geschehen zu haben und BTFD (Buy the fucking dip) ist wieder die gängige Logik geworden. 🙂

Nun erwarten sie heute vielleicht hier darüber zu lesen, aber hier im freien Bereich schreibe ich eben abseits von Aktualität, die beackere ich für die Mitglieder täglich.

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2023: Don´t fight the Fed !?

Natürlich wollen nun alle wissen, wie das Anlagejahr 2023 werden wird und sobald man eine mediale Überschrift einer markanten Prognose sieht, sind wir als Anlager mit "Affenhirn" schon fast dazu gezwungen, darauf zu klicken.

Abgesehen davon macht es auch selber Spaß Prognosen abzugeben, weil da ist dann sogleich unser Ego im Sinne "Recht haben" beteiligt und wenn dann noch ein Forum existiert, kann man sich mit anderen Foristen darüber streiten, wer nun mehr Weisheit als die anderen mit Löffeln gefressen hat. 😛

Wenn man dann aber gierig auf den "Prognose-Artikel" klickt, steht das meistens ein sowohl-als-auch, ein viele-Worte-um-zu-sagen-dass-alles-offen-ist. Enttäuschend, trotzdem will unser "Affenhirn" immer wieder klicken, lustig nicht?

Ich denke Sie kennen das alle, so war es immer und so wird es auch in 2023 sein. Weswegen ich gleich am Anfang mal eine klare Linie ziehe und betone, dass ich auch keine Glaskugel habe und mich nicht mit "Prognosiritis" beschäftigt, die eher eine ansteckende Krankheit darstellt, die gerne naive Gehirne befällt. 😉

Der Fehler der dann gerne von den "Prognose-Süchtigen" gemacht wird, ist in der Enttäuschung gleich ins Gegenteil zu kippen und dann im gleichen Brustton des Egos aggressiv zu verlautbaren, dass das ja alles Unsinn sei und man am besten sowieso nur blindes Buy&Hold machen würde. Wie war das mit dem Fuchs und den Trauben? 😉

Denn man kann schon sinnvolle Überlegungen für 2023 anstellen, man kann Szenarien kreieren, die dabei helfen unsere Gedanken und Handlungen zu leiten und man kann die Menge der Möglichkeiten deutlich auf eine Handvoll reduzieren. Und das macht nicht nur jede Menge Sinn, es ist die *Grundlage* erfolgreichen Handelns in Unsicherheit!

Betrachten sie das neue Jahr daher gedanklich zunächst einmal als eine "Black Box" an unendlichen Möglichkeiten. Dabei muss es aber nicht bleiben, denn durch sinnvolle Überlegungen, die sich am "Spiel auf dem Platz" und nicht an Phantastereien orientieren, kann man diese Möglichkeiten so reduzieren, das man vor einer begrenzten Menge an Szenarien steht. Und damit kann man dann auch intelligent umgehen, das ist die Kunst.

Ich will heute daher mal einen einzelnen, aber wichtigen Aspekt herausgreifen, an dem ich ihnen das oben abstrakt Gesagte aufzeigen will. Nachdem sie meine folgenden Darstellungen gelesen haben, wissen sie immer noch nicht, was die Kurse konkret in einer Woche oder einem Monat machen, es fällt ihnen aber vielleicht leichter, bestimmte Entwicklungen einzuorden und darum geht es im Kern bei der Geldanlage, um das *intelligente Navigieren in Unsicherheit*.

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Hoffnung, Mut und Tatkraft für 2023

Zum Abschluß des Jahres 2022, will ich mal einen Wunsch an die Gesellschaft für 2023 formulieren.

Denn sie haben keine Ahnung, wie mir diese permanenten Dystopien, dieses mediale Nostradamus-Gefasel, das Begrenzungsdenken und der Weltuntergangs-Wahn "auf den Sack" gehen, die sich nun jeden lieben Tag über uns medial ergiessen.

Nicht mal im Kino oder in Serien ist man sicher, den Orten in denen traditionell eigentlich überwiegend positive Geschichten erzählt werden. Ich gehöre ja zur Generation der "Trekkies", aufgewachsen mit Captain Kirk und erwachsen geworden mit Captain Picard. Die positiv nach vorne schauende, zu einer besseren Zukunft der Menschheit strebende Grundphilosophie, hat mich immer angesprochen und mir auf meinem Lebensweg auch nicht geschadet.

Ich mag dieses Ideal einer an einem Strang ziehenden Menschheit, in der es keine Rolle spielt welche Hautfarbe, Rasse oder sonstige Orientierung wir haben, eine Welt in der nur zählt wie wir uns einbringen und was wir beitragen. Auch wenn es wie alle Ideale ein wenig naiv ist, weil es so perfekt nie sein wird und sein kann, ist es doch wert in diese Richtung zu streben, eine positive Utopie, keine Dystopie.

Aber selbst in diesen Serien herrschen nun dunkle Dystopien vor und es muss immer wahlweise die Welt, das Universum, die Erde, die Föderation oder was auch immer vor dem finalen Untergang "gerettet" werden. Das ist lächerlich und geistig krank in dieser Ballung, früher konnte man sich auch einfach mal einem philosphischen Thema oder einer spannenden Entdeckung widmen, heute muss es - wenn es nach den Drehbuchschreibern geht - immer der Weltuntergang sein, der gerade eben abgewendet werden kann.

Natürlich trägt auch dazu bei, dass Optimismus in den Medien gerne mit Naivität verwechselt wird, während alle die irgendetwas im Detail kritisieren, sich immer furchtbar kompetent anhören - ein "Experte", hört, hört. 😛 Das Gegenteil ist aber wahr, es ist einfach und billig zu kritisieren was andere geschaffen haben, die Königsdisziplin ist dagegen selber etwas zu erschaffen, das braucht mehr als pseudokluges Geschwätz und es braucht die Kraft des Optimismus, denn nur die führt zu Tatkraft.

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Auf das Hier und Jetzt reagieren

Das Jahr neigt sich dem Ende, es war bisher geprägt von dem ersten, längeren Bärenmarkt seit der Lehman-Baisse 2008-2009. Wir bei Mr. Market haben die wesentlichen Wegscheiden gut erkannt, die Risiken Ende 2021 ebenso, wie die Chancen Anfang Juli und Anfang Oktober und konnten daher gut durch die Stromschnellen steuern.

Wenn ich das hier im freien Bereich so schreibe, dann bin ich mir schmerzhaft bewusst, dass das bei vielen diesen "Prognose-Reflex" auslöst. Bei vielen Anleger ist der Irrglaube leider tief verankert, dass Börsenerfolg damit zu tun hätte, die zukünftigen Kurse zu erraten. Und eine ganze, mediale Finanzindustrie lebt ja davon, diesen falschen Eindruck zu erwecken, dabei hat niemand eine Glaskugel.

Immer wieder predige ich deshalb auch hier im freien Bereich, dass kluges Handeln an der Börse nichts mit Raten zu tun hat und trotzdem treibt unser "Affenhirn" uns Anleger permanent dazu, dem nächsten Scharlatan zuzuhören, der wieder die Zukunft weissagen will. Das "Affenhirn" ist die summarische Metapher für unsere evolutionär angelegten und für die "Savanne" optimierten Verhaltensweisen, die aber in einer komplexen, modernen Welt oft eher in die falsche Richtung weisen.

Kennen sie noch "Asterix" und die Folge "Der Seher", wissen sie noch wie der im Gekröse herumrührt und dabei Nostradamus-Sätze sagt wie:

Flieht! Flieht ihr Törichten! Das ist eure letzte Rettung! Ich habe Euch gewarnt!

Nun, dieser Typus "Seher" ist in den Börsenmedien vielfältig wiederauferstanden und das vor allem deshalb, weil er damit reale Bedürfnisse der Anleger befriedigt. Und auch als Fondsmanager gibt es ihn manchmal, genauso wie den penetranten Schönredner, alles was dem Geschäft dient und "Affen" anlockt ist halt willkommen. 😉

Diese Anleger wollen nämlich gerne Sicherheit und wer ihnen die verspricht, hat schon mal die halbe Miete. Sollte es dann so kommen, hat man neue "Jünger" gefunden und kommt es ganz anders, sind solche Prognosen schnell vergessen, weil man jeden Tag mit anderen Prognosen zugeballert wird, wenn man nur will und danach sucht.

Es ist der unsichere, ängstliche "Affe" in uns, den es nach dieser Pseudosicherheit verlangt und dieser "Affe" kann sich auch gar nicht vorstellen wie das gehen soll wenn ich behaupte, dass kluges Agieren an der Börse mit Prognosen *nichts* zu tun hat, aber vielmehr mit einer unbiased und rationalen Analyse der Situation im Hier und Jetzt.

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Rationalität & Armageddon

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten, haben wir als Bevölkerung Mitteleuropas mal wieder mit existentiellen Bedrohungen zu tun, die von Krieg, über Blackout bis zur Existenzangst reichen, die Wohnung im Winter nicht mehr heizen zu können. Gesellschaftlich wird das ein paar Wohlstands-Verirrungen wieder vom Kopf auf die Füße stellen und dabei helfen, die wirklich wichtigen Dinge wieder in den politischen Vordergrund zu stellen, wie wir ja aktuell auch schon zur Haltung in Sachen Verteidigung erleben, irgendwie scheint das mit den Waffen doch seinen Sinn zu haben. 😛

Das ist doch ein guter Grund mal zu beleuchten, wie wir als Anleger mit solchen abstrakten Risiken umgehen sollten.

Schon immer hat es eine ganze Industrie gegeben, die mit dem wohligen Schauder vor dem großen Weltuntergang ihr Geld verdient und gerade in der Finanzindustrie ist das Verspechen von "Sicherheit" dabei besonders erfolgreich, die perfekte Vertriebsmasche sozusagen.

Denn das will doch jeder, maximale Rendite und absolute Sicherheit, hach - das Weggle und den Fuzzger gleichzeitig halt. Dass das nur der unrealistische Traum naiver Menschen ist, verhindert aber nicht, dass mit der Masche jede Menge Kunden angelockt und Verträge geschlossen werden können.

Dabei ist die Realität, dass jede Krise anders ist und es deswegen auch in der Geldanlage keine Patent-Rezepte gibt, zumal das Asset, das in der einen Krise tatsächlich das Depot stabilisiert, in der nächsten Krise die Ursache des Problems oder vielleicht auch verboten sein kann.

Wenn wir uns klarmachen, dass es absolute Sicherheit gar nicht geben kann, werden wir zwangsläufig auch unser Haltung möglichen Krisen gegenüber überdenken und das ist gut so!

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Auf zum Jahresende!

Die Ferien sind vorbei, mit dem US Feiertag "Labor Day" am 05.09. wird die Scheidemarke zwischen Sommerhandel und Herbstbörse markiert und die "A-Teams" sind auch an der Wallstreet wieder an ihren Schreibtischen.

Aus gesellschaftlicher Sicht zieht einen derzeit rein gar nichts zum Jahresende, aus Börsensicht sieht das anders aus und am Ende des Artikels habe ich dann auch noch ein "Zückerchen" für alle, die schon immer mal in den Premium-Bereich schauen wollten.

Aber eigentlich will man noch gar nicht ans Jahresende denken, denn erstens war der Sommer wunderschön, wir haben als Familie die Sonne sehr genossen und das dürfte gerne noch weitergehen.

Zweitens steht uns nun in Mitteleuropa aber wohl ein Winter des Mißvergnügens bevor, in dem all die Lebenslügen von Jahrzehnten fehlgeleiteter Energiepolitik uns nun schmerzhaft vor die Füße fallen dürften.

Wenn man die derzeitige, politische Diskussionslage betrachtet, hat man nicht den Eindruck dass überall schon der Ernst der Lage angekommen ist, zu oft werden noch die ideologischen Überzeugungen nachgebetet und zu wenig auf die echten Daten, die Realität geschaut. Dabei standen wir vor 50 Jahren, bei der Regierung von SPD-Kanzler Willy Brandt in der ersten Energiekrise, genau an der gleichen Stelle und es wurden auch sinnvolle Schlüsse von Seiten der damaligen Regierung gezogen, um Deutschland unabhängig in der Energiefrage zu machen.

Nun 50 Jahre später, stehen wir in Sachen Energie erneut mit heruntergelassenen Hosen da, nur dass wir die Saudis durch Russland ersetzt haben, ein Trauerspiel. Ein Trauerspiel, an dem nicht nur "Gas-Gerd" und "Merkel-Raute" aktiv mitgewirkt haben, sondern auch Teile der Gesellschaft mit einer Mischung aus Realitätsverleugnung, Verhinderungsdenken im Kleinen und ideologisiertem Aktivismus.

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Was sie vielleicht mal lesen sollten

Mr. Market geht nun in die traditionellen August-Ferien, Anfang September mit dem US Labor-Day bin ich dann wieder voll da und habe dann auch für Neumitglieder mal wieder Fokus.

Wenn sie schon vorher einsteigen wollen, ist das durchaus eine gute Idee, denn der August ist der ideale Monat, um sich in die über 5.000 Artikel im Premium-Bereich und die bei uns etablierten, professionellen Denkstrukturen überhaupt mal einzulesen, was später im Jahr wenn es wieder bewegter wird, leider manchmal zum eigenen Nachteil weggeschoben wird.

In den letzten Wochen haben wir im Premium-Bereich die Marktlage intensiv verfolgt und die nun eintretenden, durchaus positiven Marktentwicklungen auch frühzeitig antizipiert, so dass wir nun gut aufgestellt sein sollten.

Die Zusammenfassung des Hier und Jetzt geht in wenigen Worten so:

Wir sind immer noch in einem übergeordneten Bärenmarkt auf mittelfristiger Ebene. Von Januar bis Mitte Juni gab es wenig Anlaß daran zu zweifeln. Nun drängt sich das Szenario einer Bodenbildung immer mehr in den Vordergrund, hat sich aber Stand Ende Juli noch nicht endgültig durchgesetzt.

Im NASDAQ100 kann man diese Chance sehr schön visualisieren, sie ist noch nicht vollendet, aber sozusagen "in Arbeit" und nun real vorhanden, während ähnliche Hoffnungen zwischen Januar und Juni ohne Substanz waren:

Wenn ich das hier im freien Bereich so schreibe, dann bin ich mir schmerzhaft bewusst, dass das bei vielen diesen "Prognose-Reflex" auslöst. Bei vielen Anleger ist der Irrglaube leider tief verankert, dass Börsenerfolg damit zu tun hätte, die zukünftigen Kurse zu erraten. Und eine ganze, mediale Finanzindustrie lebt ja davon, diesen falschen Eindruck zu erwecken, dabei hat niemand eine Glaskugel und eine Chance ist eine Chance und keine Gewissheit.

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Europa, der Euro und die Trauerarbeit – Reloaded

Im Hochsommer nimmt die Aufmerksamkeit zu Börsenthemen sowieso ab, besonders wenn es richtig heiss wird. 😉

Das ist doch im freien Bereich mal eine ideale Gelegenheit, alte Artikel wieder in Erinnerung zu rufen wie den Folgenden, den ich -> hier schon im Mai 2019 hatte <-, den aber viele damals sicher übersehen haben.

Übersehen wurde es damals sicher auch deshalb, weil damals das Thema nicht so virulent war, jetzt mit 8% Inflation, einer EZB die ihr Mandat ignoriert und der Parität bei Euro-Dollar sind wir einen Schritt weiter und auch vielen Bürgern dämmert langsam, dass der Euro eher ein „Franc", denn eine "D-Mark" ist.

Der folgende Text ist daher hochaktuell, auch wenn er 3 Jahre alt ist. Und er erklärt wie Währungen funktionieren und welche Effekte insbesondere schwache Währungen haben. Denn Abwertungen zu anderen Währungen machen eine Volkswirtschaft kurzfristig glücklich, aber langfristig richtig krank und die Bevölkerung gleichzeitig arm.

Nun muss ich an dieser Stelle vielleicht aber noch einleitend anfügen, dass die Parität zum Dollar eigentlich nicht das große Problem ist, sie ist mehr ein Symptom. Im Konzert der Weltwährungen ist der Euro keineswegs die schwächste Währung und wird es auch in Zukunft nicht sein, was zu guten Teilen mit der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands zu tun hat. Wenn die verschwindet, wird allerdings auch der Euro im Wechselkurs noch weiter absacken.

Aber der Euro ist eben auch kein Hort der Stärke und hilft den Bürgern damit auch nicht den Wohlstand zu steigern, wie es D-Mark oder Franken als klassische Starkwährungen früher vermochten.

Die wirklichen Probleme des Euros sind struktureller Art, nicht der Wechselkurs - sie liegen in seiner halbgaren Konstruktion begründet. Eine Konstruktion die mittlerweile ohne Hoffnung auf Besserung ist, weil das Zeitfenster zur Lösung in den 00er Jahren untätig vergeudet wurde.

Auch das streife ich unten im Artikel, führe es aber nicht im Detail aus, weil ich darüber diverse andere Artikel geschrieben habe. Aber vielleicht lesen sie einfach mal:

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Was für einen Bärenmarkt typisch ist

Wir befinden uns eindeutig in einem Bärenmarkt und das nicht erst seit der S&P500 diese lächerliche und willkürliche Grenze von 20% Minus durchschlagen hat, ein Wert den irgendwann irgendjemand mal willkürlich festgelegt hat, der mit dem Charakter eines Bärenmarktes nichts zu tun hat, aber trotzdem zuverlässig für mediales Geplapper sorgt.

Ich erkläre jetzt mal den fundamentalen Unterschied, der rein gar nichts mit der Fallhöhe zu tun hat.

Eine Korrektur ist eine Unterbrechung eines bestehenden Trends, der danach seinen Pfad wieder aufnimmt. Eine Korrektur ist also immer zeitlich begrenzt, eine temporäre Unterbrechung der übergeordneten Richtung.

Typisch für Korrekturen sind daher singuläre Ereignisse, die erst einmal erschrecken, dann vollständig eingepreist werden können, worauf der Markt den alten Trend wieder aufnehmen kann.

Eine Korrektur ist also wie ein schwerer Stein der in einen ruhigen Teich geworfen wird, es gibt Wellen und Dellen, es schwappt, dann beruhigt sich der Teich wieder.

Ein Bärenmarkt ist dagegen eine grundlegende Richtungs-Änderung, eine fundamentale Entwicklung, mit der wie bei Dominosteinen die Dinge ins Rutschen kommen. Aus ersten Problemen erwachsen neue Probleme und im Gegensatz zur Korrektur, wo bald das Ereignis voll eingepreist werden kann, gebiert Schwäche immer wieder neue Schwäche, so wie Stärke umgedreht im Bullenmarkt.

Ein Bärenmarkt ist also eher wie ein Teich der plötzlich einen Abfluss bekommt, den man nicht schnell stopfen kann. In einem Bärenmarkt kann nicht schnell alles eingepreist werden, weil wie bei Dominosteinen die aktuellen Probleme wieder die Voraussetzungen für folgende Probleme schaffen und es schaukelnd immer weiter abwärts geht.

Wenn sie sich diesen fundamentalen Unterschied klar machen, der zu verstehen für uns viel wichtiger ist als Prozentsätze, dann ist auch klar dass:

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Rentendesaster und Rentenchance

Pfingsten nähert sich, ich mache mal 2 Wochen Urlaub vom Blog und viele Menschen fragen sich nun, wie sie im Zeitalter der Inflation ihre Altersvorsorge betreiben sollen.

Die Inflation bedeutet dabei ein noch unterschätztes Langfristproblem für alle die auf Rentenzusagen gebaut haben, zumal wir aufgrund der teilweisen Rückabwicklung der Globalisierung davon ausgehen müssen, dass wir dauerhaft mit erhöhten Inflationsraten im Bereich ab 3% leben müssen. Der aktuelle Peak wird sich zurückbilden, eine Rückkehr zur langjährig geringen Inflation um rund 1% ist aber fragwürdig.

Gerade jetzt wo die Kurse fallen und wir uns mit 20% im S&P500 und 30% Minus im NASDAQ in einem Bärenmarkt befinden, dominiert bei vielen Anlegern wahrscheinlich die Angst, die defensive Sorge davor, zu viel vom mühsam angesparten Kapital wieder zu verlieren. Das ist ja auch nicht völlig ungerechtfertigt, aber ist es wirklich die ganze Geschichte?

Ich meine *Nein*, möchte ihnen bei einem *Perspektivwechsel* helfen und adressiere mit meiner Antwort dabei vor allem die Leser ab sagen wir mal 50, spätestens ab 60 Jahre, bei denen die Rente langsam in den Blick gerät, Menschen die einerseits noch etwas vom Leben haben wollen, andererseits nun aber in die Phase eintreten, wo sie ihr Alterkapital "verrenten" und unbeschwert leben wollen.

Zielgruppe dieses Artikels ist also sozusagen der "typische 60-jährige Börseninteressierte", der sich nun fragt, wie er im Zeitalter der Inflation seine Rente organisiert. Wer in dem Alter nicht mindestens ein Altersvermögen von wenigen hundertausend € als Rücklage angespart hat, hat sowieso ein ernstes Armutsproblem.

Bevor jetzt manche Schnappatmung bekommen und bei den Sätzen von wenigen hundertausend € gleich "reich" in den Mund nehmen, muss ich in einem kurzen Abstecher daran erinnern, dass man in eine Vermögensbilanz für das Alter natürlich auch Pensions- und Rentenansprüche aufnehmen muss und mit dem diskontierten Barwert bewerten. Viele der öffentlichen Vermögensstatistiken kann man wegen dieses Mangels schlicht vergessen.

Wer mit 60 zum Beispiel als Beamter des gehobenen Dienstes einen Pensionsanspruch von 3.000€ monatlich besitzt, besitzt damit den diskontierten Barwert von Pi-mal-Daumen ca. 1.000.000€ - oder mit anderen Worten, wenn ein 60-Jähriger 1.000.000€ zu einer Versicherung bringt um diese sofort bis zum Lebensende verrenten zu lassen, würde er ungefähr diese ca. 3.000€ als garantierte Rente zugesagt bekommen.

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Sprung im Denken

Neben den großen Aufregern wie Krieg und Inflation, treten derzeit allerlei wichtige Themen in den Hintergrund, die eigentlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätten.

Besonders gilt das für den fehlkonstruierten Euro und die EZB-Politik, die sich schon lange vom eigentlichen Mandat der Geldwertstabilität entfernt hat.

Die Realität des Handelns ist von "whatever it takes" geprägt, vom Versuch die Eurozone in jedem Fall zusammenzuhalten und vor allem Italien ein Überleben zu ermöglichen.

Und das funktioniert halt nur mit homöpathischen Zinsen, dauerhafte Zinssätze von 3 oder 4% auf die Staatsschuld wie früher sind schon heute untragbar und würden zum sofortigen Default führen. Und das gilt nicht nur für Italien, sondern strukturell sogar für Deutschland.

Wir haben das Thema hier im Blog lange kritisch begleitet, haben aber auch schon lange keine Illusionen mehr was hier passiert, dokumentiert zum Beispiel schon vor 10 Jahren mit deutlichen Worten: -> Ein historischer Tag – Das Ende Deutschlands, wie wir es kennen <-:

Die südlichen Länder der Euro-Zone haben gewonnen, das ist nun klar. Der 29.06.12 ist ein historische Tag. Die Schuldner zwingen den Gläubigern ihren Willen auf. Man kann jedem Deutschen nun nur noch mit Sarkasmus raten, sich diesen Lebensstil selber anzueignen, selber Schulden aufzunehmen und das Leben im Hier und Jetzt in vollen Zügen zu geniessen. Wenn wir dann Morgen unsere Schulden nicht mehr bedienen können, werden wir schon einen Dummen finden, bei dem wir sie abladen können.

Auch in den Folgejahren war das hier oft Thema, unter anderem noch einmal zusammenfassend 2018 in -> Warum ich vom Platzen des Euros ausgehe und trotzdem noch ganz entspannt bin <-

Und nun stehen wir im Jahr 2022, die Inflation liegt um die 7% - in Worten *Sieben* und die FED hat eine aggressive Zinserhöhungs-Erwartung aufgebaut, die -> von Bespoke hier <- schön dargestellt wird:

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Der aktuelle Mr. Market Wochenausblick

Heute erlaube ich allen regelmässigen Lesern des freien Bereichs mal einen Blick in den aktuellen Wochenausblick zur KW17 2022 zu werfen, der ansonsten nur im Premium-Bereich lesbar ist.

Eine Problematik aller professionellen Börseninformationsdienste ist einerseits die Qualität exklusiv zu halten, die immer ihren Wert hat, andererseits von außen aber immer mal wieder einen kurzen Blick durch ein "Guckloch" zu erlauben, damit neue Mitglieder überhaupt die Chance haben einen Eindruck zu gewinnen.

Ganz leicht ist das nie, weil die Community ja regelmässig und täglich mitliest und es daher Unmengen an Kontextinformation gibt, die ich einfach voraussetzen kann wenn ich für die Community schreibe, die aber bei Lesern durch das "Guckloch" einfach nicht vorhanden ist.

Trotzdem will ich heute mal wieder so ein "Guckloch" anbieten, heute inbesondere auch weil ich vermute, dass derzeit viele nach Orientierung suchen, wie es im Angesicht der ganzen Krisen denn nach Ostern nun mit den Börsen weitergeht.

Ich habe den aktuellen Wochenausblick daher bewusst "einfach" gehalten und interne Referenzen minimiert und hoffe, dass er ihnen im freien Bereich einen Eindruck von der Qualität bietet, die sie in der Community jeden Tag vorfinden werden.

Dieser Wochenausblick wird eine Woche bis 01.05.22 frei zugänglich sein.

Zur Erklärung noch, Diskussionen zu konkreten Aktien oder Entwicklungen, Aktualität und Tagesgeschehen, gibt es praktisch jeden Tag umfangreich in den "Hari Live Streams", von denen ich irgendwann auch mal wieder einen ins Schaufenster stellen werde.

Der Wochenausblick dagegen erscheint in der Regel am Sonntag und dient ausschliesslich dazu, das große Bild zu formen, also wo stehen wir an den weltweiten Märkten und was sind die Szenarien, mit denen wir als Investoren und Trader rechnen müssen.

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Gezeitenwechsel der Weltgeschichte

Alle Blicke sind auf den Krieg in der Ukraine gerichtet und das ist ebenso verständlich wie nötig. Beim Betrachten der Details, beim Hoffen und Bangen, übersehen wir dabei aber gerne die grundlegenden weltgeschichtlichen Trends, die sich in solchen Geschehnissen nur manifestieren.

Denn alles braucht seine Zeit, geschichtliche Ereignisse sind in der Regel in einen Kontext eingebettet, der sie überhaupt erst möglich gemacht hat.

Auch die Geschehnisse des 20. Jahrhunderts sind erst durch vorangegangene Ereignisse möglich geworden, aus denen sie dann erwachsen sind. So hätte es ohne den Wiener Kongress sicher nicht die Bismarcksche Reichsgründung mit der -> kleindeutschen Lösung <- gegeben. Ohne die Industrialisierung hätte es den 1. Weltkrieg so nicht gegeben, ohne Versailles nicht den Gefreiten aus Braunau und ohne die russische Revolution keinen Stalin und eisernen Vorhang.

Das heisst nicht dass die alternativen Zeitlinien unbedingt besser gewesen wären, aber auf jeden Fall anders, das kann man mit Bestimmtheit festhalten.

Auch heute ist das so, denn ich sehe hinter dem Geschehen der letzten Jahre eine grundlegende Zeitenwende, eine große, letzte Pause der Globalisierung und einen Rückfall in räumlich abgegrenzte Einflußzonen, der das Potential hat für Jahrzehnte anzudauern. Und der Konflikt um Russland und die Ukraine ist dabei nur ein weiterer Baustein dieser Entwicklung.

Wenn wir aufmerksam sind, können wir das derzeit doch überall beobachten. Lokale Lagerhaltung bekommen wieder Bedeutung, weil die Illusion einer dauerhaft flachen Welt sich zerschlagen hat. Wichtige Industrien werden wieder gezielt im eigenen Einflußbereich angesiedelt, die Versorgungsfähigkeit der eigenen Bevölkerung mit Agrargütern wird wieder Thema, die IT-Welt wird in Blöcken gegenseitig abgeschottet und selbst die Zeit des Internets als weltweit "flaches" Informationsmedium ist vorbei, China hat den Weg ja schon längst begangen.

Diese Entwicklung ist auch für uns als Anleger wichtig zu verstehen, weil sie einige Grundannahmen dazu verändert, wie Unternehmen aufgestellt sein müssen, die besonders resilient und daher für langfristige Investments geeignet sein sollen.

Wenn sie jetzt aber glauben, das wären hier bei Mr. Market nun neue Erkenntnisse liegen sie grundlegend falsch. Ja sogar hier im freien Bereich habe ich solche Gedanken schon 2019 mit ihnen geteilt, schauen sie mal in -> Weltgeschichtliche Gezeitenwende <-.

Damals hat der Artikel kaum Aufmerksamkeit bekommen, zu abstrakt schien das wohl vielen, heute werden sie eher merken, dass darin eine Menge Weitsicht steckte.

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Der abgewürgte Boom nach der Pandemie

Pandemie? War da was? Das will doch derzeit keiner lesen, alle Augen und Ohren sind auf den Osten, auf Russland und die Ukraine gerichtet.

Und ja, wir diskutieren bei uns in der Community nun auch vor allem über das Geschehen im Osten und die Implikationen, nicht nur für die Börsen, sondern auch für unser Leben in Europa. Und mancher schläft dieser Tage nicht mehr so gut wie in den Jahren zuvor, die Eskalation schreitet mit atomaren Drohungen von "Putins People" voran und es scheint als ob es keinen wirklichen Ausweg daraus gibt.

Gerade *weil* das so ist, will ich mit dem heutigen Artikel für den freien Bereich mal einen Kontrapunkt setzen und nicht auch noch Text zum Krieg in der Ukraine beisteuern. Ich rede bewusst *nicht* über Russland, sondern will auf eine mittelfristige Chance aufmerksam machen, die sich gerade so richtig in Bewegung zu setzen schien, bevor sie vom Krieg im Osten wieder temporär überlagert und zerstört wurde.

Trotzdem sind die dahinter stehenden Mechanismen intakt und sobald sich der Nebel des Krieges heben sollte, werden diese sich wahrscheinlich erst Recht durchsetzen.

Denn die Pandemie geht und wird zur Endemie. Und mit dem Ende der Pandemie und dem Fallen der meisten Reisebeschränkungen ist ein Boom in der Touristik und Luftfahrt möglich, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen könnte.

Die Menschen sind nach 2 Jahren Pandemie einfach ausgehungert nach Reisen, einfach um mal "raus" zu kommen und gleichzeitig wurde das Angebot in der Krise von den Anbietern ausgedünnt um Kosten zu sparen. Auch was die Mitarbeiter angeht, dürfte die Touristik damit teilweise die Probleme bekommen, die wir schon von Restaurants kennen - die alten Mitarbeiter sind weg und neue nicht zu finden.

Das schafft eigentlich die Grundlage für einen starken Ausschlag des Pendels zur anderen Seite, nachdem die Touristik und Luftfahrt als Branche mit am stärksten unter der Pandemie leiden musste.

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Das duale Mandat und ein schizoides Börsenjahr

Das Börsenjahr 2021 neigt sich langsam dem Ende zu, es steht uns mit der FED-Sitzung vom kommenden Mittwoch 15.12.21 allerdings noch eine Hürde im Weg.

Denn dort entscheidet die FED über die Geldpolitik, es wird erwartet dass sie den Stimulus deutlich zurückfährt (Tapering) und vielleicht sogar schon echte Zinserhöhungen für 2022 in Aussicht stellt.

Zur Geldpolitik der FED gibt es oft Missverständnisse, denn wer in der Tradition der Bundesbank groß geworden ist, assoziiert ganz automatisch als Auftrag der Notenbanken die Geldwertstabilität. So ist das formal auch noch bei der EZB, die in der Tradition der Bundesbank gegründet wurde, sich jetzt aber zunehmend davon entfernt und mit Unterstützung der Politik auch der Geldpolitik eigentlich fremde politische Themen wie den Klimawandel in ihre Aufgaben subsummiert.

Die FED hat aber seit 1977, seit den Zeiten der Hochinflation - die ja später Paul Volcker gebrochen hat - ein "duales Mandat" für die Geldwertstabilität *und* Vollbeschäftigung!

Eine stabile, gute Beschäftigungslage nahe Vollbeschäftigung (was nicht 0% Arbeitslosigkeit bedeutet) und damit eine brummende Wirtschaft, ist also ein gleichberechtigtes Ziel der FED neben der Geldwertstabilität! Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Notenbanken, die primär den Geldwert als Mandat haben!

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Omicron – Wie Erwartungen die Kurse machen

Ich habe hier immer wieder erklärt, wie -> Erwartungen <- die Kurse bestimmen und nicht die Nachrichten selber, die Nachrichten sind nur der Katalysator, der die Erwartungen verändert.

Besonders schön sind daher Tage wie der heutige Freitag, an denen die neue Covid-Variante B.1.1.529 (Omicron) nicht nur die Nachrichten, sondern auch den Markt bestimmt. Denn an diesen Tagen kann man die Wirkung von Erwartungen exemplarisch beobachten und das will ich heute kurz mit ihnen tun.

Es gab am heutigen Freitag scharfe Abgaben querbeet und es wurde die bekannte Covid-Logik am Markt gespielt, die klassischen "Stay-at-Home"-Aktien wurden ebenso scharf gekauft, wie die medizinischen Profiteure im Bereich Labordiagnostik, manche dabei zweistellig. Und alles was unmittelbar unter Flugverboten und neuen Lockdowns leiden würde, wurde ebenso zweistellig verkauft, wie zum Beispiel Touristiker oder Triebwerkbauer für die Luftfahrt. Bei -> Twitter <- habe ich heute mit MTU Aero Engines (MTX) und Eurofins Scientific (ERF) zwei dieser Art gezeigt.

Zunächst einmal kann man da eine interessante Frage stellen, warum nämlich der DAX nicht schon am Donnerstag so scharf gefallen ist? Schauen sie mal, der obere Pfeil war Donnerstag und der untere der heutige Freitag:

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Warum die Abgeltungssteuer kein Vorteil für Anleger ist

Diesen Artikel habe ich so ähnlich schon einmal geschrieben und zwar vor 4 Jahren zur letzten Bundestagswahl.

Nun bekommen wir eine neue Bundesregierung und ziemlich sicher einen Versuch von Seiten der SPD die Abgeltungssteuer abzuschaffen, weil diese ja vermeintlich so "ungerechte" Vorteile für "böse Kapitalisten" schaffen würde.

Mit diesem Artikel will ich aufzeigen, dass diese "Gerechtigkeitslücke" eher Einbildung ist und die Abgeltungssteuer in der Praxis oft sogar zu einer höheren Belastung der Anleger gegenüber der alten Regelung geführt hat.

Der behauptete Vorteil der Abgeltungssteuer ist also kaum (mehr) vorhanden, denn Zinsen gibt es aktuell praktisch nicht mehr und wenn, werden diese auch im Bereich der Inflation besteuert, was faktisch eine Substanzbesteuerung ist. Und bei Aktien liegen die Steuersätze nahe bei 50%, weil bei der Gerechtigkeits-Polemik gerne immer unterschlagen wird, dass diese Gewinne ja im Unternehmen vorher auch schon besteuert wurden.

Wenn jemand also die Abgeltungssteuer abschaffen will, dann nur zu, man kann das ganz gelassen sehen.

Machen wir es mal konkret:

Immer wieder liest man die unreflektierte Legende, nach der die Abgeltungssteuer ja ein „Bonus für Reiche“ und deshalb pauschal abzulehnen sei, weil sich halt 25% weniger als 45% anhören. Und da selbst ein Erstklässler das erkennen kann, eignet sich die Abgeltungssteuer hervorragend als politischer Kampfbegriff für eindimensionale Denker.

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Das 4. Quartal – Gestern, Heute, Morgen

Das 4. Quartal eines Börsenjahres ist traditionell das Beste des ganzen Jahres. Nie kann man sich so "sicher" sein 2 Monate später mit Gewinnen dazustehen, wie wenn man im Oktober zu kaufen beginnt.

Wobei "sicher" natürlich ein unzutreffendes Wort ist, "sicher" ist im sich permanent wandelnden Markt rein gar nichts. Aber es gibt Wahrscheinlichkeiten, Tendenzen und die sprechen dafür, die Herbstkorrektur für taktische Käufe zum Jahresende zu nutzen.

-> Hier bei Equity Clock für den S&P500 <- können Sie den typischen statistischen Verlauf der letzten 20 Jahre bewundern. Sie sehen da aber auch, dass es Anfang Oktober gerne noch einmal tiefer geht, aber Ende Oktober ist die Saisonalität dann klar positiv:

-> Und hier für den DAX <- ist das Chart nicht weniger eindrucksvoll:

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Geht die politische Sedierung des Landes weiter?

Wenn man einmal in Jahrzehnten auf 16 Jahre Merkel zurückschauen wird, dann bin ich sicher dass Teil des Fazit sein wird, dass das Land zu lange "sediert" wurde und sich den gravierenden Veränderungen der Welt zu lange verweigert hat. Merkel hat ihre vermeintlich stabile Kanzlerschaft mit der Substanz des Staatswesens erkauft.

Stabilität ist ja etwas Schönes, aber die Welt dreht sich weiter und wenn man die grundlegenden Entwicklungen zu lange verdrängt, dann holen sie einen gerne plötzlich mit einem Schlag gleichzeitig ein und das nennt man dann *Strukturkrise*.

In einer Woche ist Bundestagswahl und man sollte ja meinen, dass diese wirklich wichtigen, grundlegenden, unsere Zukunft bestimmenden Themen nun intensiv im Wahlkampf Thema wären.

Aber weit gefehlt, der Wahlkampf war lange ebenso "sediert" wie die letzten Merkel-Jahre, drehte sich um Nebensächlichkeiten und einzelne Bilder und mit Olaf Scholz versucht nun jemand schleichend ins Kanzleramt zu kommen, dessen beste Qualifikation wohl ist, von drei sehr schwachen Kandidaten die wenigsten Fehler gemacht zu haben.

Was für ein "Leistungsausweis", wenn es für das Wort "sediert" eine personelle Entsprechung bräuchte, wäre Olaf Scholz sicher eine gute Wahl. Keine inhaltliche Ambition nirgends - die Ambition Kanzler zu werden dafür umso mehr.

Es könnte also gut sein, dass auf die Merkel-Starre nun 4-Jahre Scholz-Starre folgen, nach weiteren 4 Jahren in dem Stil, kann man dann die Strukturkrise Deutschlands als gesichert erwarten - sowas kommt von sowas.

Und ja klar, die Alternativen sind auch nicht überzeugend - um es mal euphemistisch zu umschreiben - und darin liegt das wirkliche Problem.

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Die großen Windströmungen des nächsten Jahrzehnts

Der folgende Artikel ist nahezu identisch vor ca. 2 Wochen im Premium-Bereich erschienen, ich habe nur kleine redaktionelle Änderungen für den freien Bereich vorgenommen.

Denn vor nun bald 6 Jahren habe ich mal einen Artikel geschrieben, den ich Monate später dann auch im freien Bereich veröffentlicht habe. Er hiess:

-> Mit dem Wind im Rücken zum Markterfolg segeln <-.

In diesem Artikel habe ich einleitende Worte gefunden, die erklärten, warum es bei Investments jede Menge Sinn macht, auf die Sektoren und Themen zu setzen, die als Trends dem Marktgeschehen wie Wind in die Segel blasen.

Damals habe ich einige Sektoren betrachtet, wenn sie meine Worte von damals noch einmal lesen und dann schauen was in den Sektoren passiert ist, dann war das so schlecht nicht und hätte Manchem erspart, "Gurken" noch unnötig länger zu halten, die eben im dauernden Gegenwind stehen.

Meine Worte damals, die ich immer noch 1zu1 genau so schreiben könnte, waren einleitend:

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