Hari´s Märkte am Abend – 06.02.14 – Marktlage DAX in drei Charts

Ein kurzer Blick auf die Marktlage im DAX nach Handelsschluss an der Wallstreet. Sozusagen als einmalige, kleine Reminiszenz an die "Märkte am Abend", die es hier in den Anfängen mal jeden Abend gab. :-)

Sie sehen drei Charts, die hoffentlich ausdruckstark und in Beschränkung auf das Wesentliche, für Sie die Lage auf den Punkt bringen.

Erstens erinnern Sie sich ja sicher an das Chart des S&P500 Volatility Index, den ich Ihnen gestern gezeigt habe und an dem ich die Wahrscheinlichkeit festgemacht hatte, dass eine Gegenbewegung ansteht.

Hier ist der VIX heute erneut. Der VIX ist genau an der antizipierten Stelle wieder um 11% eingebrochen und die Aktienmärkte steigen im Gegenzug.

VIX 06.02.14

Zweitens sehen Sie hier den DAX Future in seiner Abwärtsbewegung seit Mitte Januar. Heute ist der erste Tag seit dem 22.01., an dem der DAX Future die Abwärtstrendlinie hinter sich lassen konnte. Das erste belastbare Indiz, dass die Korrektur zum Ende kommen könnte. Könnte, nicht muss. Erst neue Verlaufshochs, würden dieses erste klare Indiz belastbarer machen. Einziger dicker Wehrmutstropfen heute, ist dieser Flash Crash im blauen Kreis.

DAX Future 06.02.14 3

Drittens haben wir es im langfristigen Bild des DAX seit 2011 mit Wochenkerzen, immer noch nur mit einer ganz normalen Korrektur im Aufwärtstrend zu tun. Die wichtigsten Unterstützungszonen sind eingezeichnet, die eine normale Korrektur von "mehr" trennen würden.

DAX Woche 06.02.14

Wie geht es weiter ?

Die Reaktion des Marktes auf die Morgen um 14.30 Uhr veröffentlichten US Arbeitsmarktdaten, dürfte die Entscheidung darüber bringen, ob diese Korrektur nun abgeschlossen ist und es weiter hoch geht, oder ob wir gerade nur eine Gegenbewegung im neuen Abwärtstrend sehen und es nächste Woche weiter runter geht. Und aus der bisher normalen Korrektur vielleicht etwas Grösseres wird.

Beides ist möglich, ich wage keine Prognosen. Lassen wir einfach den Markt entscheiden. Solange aber der übergeordnete Aufwärtstrend weiter so überzeugend da ist, wie im dritten Chart klar zu sehen, hat er auf der langfristigen Anlageebene auch unser Vertrauen verdient !

Viel Erfolg und gute Nacht !

Ihr Hari

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Marktupdate – 01.08.12 – Nach der FED ist vor der EZB

22:20 Uhr

Sehr kurzes Update nach der FED und vor der EZB.

Der Markt hat das Fehlen konkreter FED-Massnahmen sehr gut verdaut. Das sieht von der Markttechnik her nach wie vor überwiegend bullisch aus und spricht für höhere Kurse in der nahen Zukunft. Auch Gold war erstaunlich stabil und schloss trotz der "Enttäuschung" bei 1600 USD. Auch das ist erstaunliche Stabilität.

Morgen steht nun die EZB um 13.45 bzw 14.30 Uhr mit der Pressekonferenz an. Und da ist die Lage nun etwas anders. Denn Draghi hat sich sehr weit aus dem Fenster gelehnt. Und wenn er auf seine "mutigen" Worte nun keine Taten folgen lässt, dann werden wir Morgen einen bösen Abverkauf erleben.

Da aber viele genau davor Angst haben werden, könnten wir morgen im frühen Handel schwächere Kurse an den europäischen Börsen erleben, womit wieder ein Teil der Erwartungen aus dem Markt genommen würde.

Morgen ist also im Gegensatz zur heutigen FED der riskantere Tag. Denn von der FED hatte die Mehrheit keine Wunderdinge erwartet und das Überraschungspotential zeigte nach oben, wenn ein QE3 doch mit Donnerschlag gekommen wäre. Morgen aber erwartet der Markt konkrete "Action". Kommt die nicht, ist das Überraschungspotential wohl nach unten. Und das massiv.

Warten wir ab und hoffen wir, dass Draghi klar ist, was er da für Erwartungen geschürt hat.

Bis Morgen, gute Nacht allerseits !

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Hari´s Märkte am Abend – 26.07.12 – Vom Bernanke-Draghi Put

16.30 Uhr

Der heutige Tag hat exemplarisch gezeigt, warum der Markt für jedermann derzeit so schwierig ist. Wir haben es eben nicht mehr mit einem "echten Markt" zu tun, der aufgrund wirtschaftlicher Erwartungen in sich schwinkt. Sondern wir sind massiven Manipulationen durch Politik und Notenbanken ausgesetzt. Und wie das halt so ist, wenn sich jemand im stillen Kämmerlei überlegt wann er was sagt, sind diese Interventionen für jedermann völlig unvorhersehbar.

Die heutigen kurzen Worte von EZB Chef -> Draghi <- sind ein solches Beispiel. Mit wenigen Worten gibt er den Märkten einen Blankoscheck. Lesen Sie mal im Link sein kurzes Statement, da fällt einem die Kinnlade runter wenn man das liest. Denn mit dem an dem Vorbild der Bundesbank ausgerichteten Mandat der EZB hat der Satz "sollten hohe Risikoaufschläge für Staatsanleihen von Krisenländern die Wirkung der Geldpolitik stören, fällt das in unser Mandat" in meinen Augen so viel zu tun wie eine Milchkuh mit der Mondfahrt. Aber Draghi sieht das offensichtlich anders und wer bin ich, mit dem EZB Chef über sein Mandat zu diskutieren !

Die Märkte lieben es und legen aus dem Stand eine gewaltige Rally hin. Schon am Dienstag hatten ja bewusst lancierte Gerüchte um die FED die Märkte nach oben getrieben. Die Notenbanken machen nun also scheinbar ernst, aus dem Bernanke-Put ist nun der Bernanke-Draghi-Put geworden.

Übrigens hat Gold mal wieder diese Entwicklung gerochen und seinem Ruf als Notenbanken-Indikator alle Ehre gemacht. Die plötzliche Bewegung gestern Abend über 1600 USD halte ich nicht für Zufall, hier war "Smart Money" am Werk.

Wie Sie aus meinen Kommentaren wissen, habe ich mit Wahrscheinlichkeit eher damit gerechnet, dass etwas derartiges wie heute passiert und wir im Aufwärtstrend bleiben und wieder nach oben drehen. Ich hatte die Ursache aber eher bei der FED verordnet und die EZB nicht so auf dem Radar gehabt. Insofern kommt diese heutige Entwicklung meiner persönlichen Aufstellung sehr zupass. Ich hatte alle Shorts glattgestellt und bin heute Long im Markt.

Trotzdem habe ich grösstes Verständnis für viele nun frustrierte Marktteilnehmer, denn bei objektiver Betrachtung muss man sich einfach auf den Arm genommen fühlen. Denn diejenigen die auf den Bruch des Trends und eine massive Bärenflagge gesetzt hatten, hatten ja mit ihrer Sicht durchaus einen Punkt. Die Price-Action gestern war mies, es gab kaum überzeugende Leadership und selbst der FED-Bounce von Dienstag wurde schnell wieder abverkauft. Rein von der Technik her, sprach gestern sehr viel dafür, dass wir nach unten absacken.

Wenn man also nur auf die Markttechnik vertraut und nicht wie ich auch immer den Irrsinn der Fiat-Money-Politik der Notenbanken vor Augen hat, kann man schnell auf dem falschen Fuss erwischt werden. Und auch wenn ich nun richtig lag, macht es mich nicht glücklich. Denn dabei ist auch immer ein Stück Zufall und mir wäre es lieber, wenn der Markt mal wieder in sich schwingen würde und Markttechnik damit wieder verlässlicher würde.

Ich möchte deshalb auch noch einmal an das wahre Bild des Marktes erinnern, dass durch die Manipulationen der Notenbanken völlig verzerrt wird:

(1) Wir befinden uns in weiten Teilen in einem für eine Rezession typischen Bärenmarkt, wie eindeutig bei unzähligen Aktien der zweiten oder dritten Reihe zu beobachten, die teilweise auf langjährigen Tiefstständen rumkrebsen.

(2) Nur die gross kapitalisierten, defensiven Bluechips lassen die Indizes vergleichsweise gut dastehen. Die Märkte sehen also durch die Indizes besser aus, als sie unter der Decke sind.

(3) In die gross kapitalisierten, defensiven Bluechips ala Nestle oder Johnson & Johnson fliesst deshalb frisches Geld, weil die institutionellen Anleger dort ihr Kapital noch als "sicherer" betrachten, als in manch anderer Anlageform.

(4) Derartige Notenbank-Manipulationen wie aktuell helfen primär dem Finanzsektor und damit den Indizes, wie auch heute wieder an Banken und Versicherungen zu beobachten. Die Realwirtschaft bekommt davon wenig ab, die Aktien der Realwirtschaft ebensowenig.

(5) Big Money geht über ETFs in den Markt und wieder hinaus und spielt diese Manipulationswellen. Ein Commitment zu einzelnen Titeln im Sinne Stockpicking macht immer weniger Sinn. Als Anleger muss man sich die Frage stellen, in wie weit man dieses Spiel mitspielt.

(6) Echte Trends sind bis auf wenige Segmente nicht mehr zu sehen, nach spätestens 3-4 Tagen in eine Richtung schlägt das Pendel in die Gegenrichtung. Dem Markt fehlt es massiv an Überzeugung, weil er weiss das egal wie die wirtschaftlichen Daten sind, die nächste Intervention gleich wieder um die Ecke kommt.

(7) Der Bernanke-Draghi-Put setzt jede Spekulation auf einen Abwärtstrend unter so hohes Risiko, das sie sinnlos wird. Gleichzeitig ist offensichtlich, wie künstlich aufgepumpt die Indizes sind, was ein Long-Commitment aus Überzeugung ebenso schwierig macht.

Das ist der Markt mit dem wir leben müssen. Wer hier versucht eine mittelfristige Anlagepolitik zu fahren, darf sich nicht wundern, wenn seine Performance gegenüber den Indizes ziemlich dürftig aussieht. Ich weiss, dass das derzeit vielen so geht, auch Hedgefond Superstars wie David Eichhorn von Greenlight Capital sind davon nicht ausgenommen. Und auch wenn ich mich noch relativ positiv halte, habe auch ich schon profitablere Phasen erlebt.

Denn wie ich schon an anderer Stelle schrieb, kann man derzeit entweder als Daytrader die Swings kurzfristig spielen oder sollte langfristig Stockpicking von echtem "Value" betreiben. Eine Anlage mit Zeithorizont Wochen und Monate ist dagegen mangels Trends und permanenter Interventionen zur Zeit extrem schwierig.

Aber ich kann Sie trösten, auch das wird sich wieder ändern und es kommen wieder andere Zeiten. Dafür muss aber die permanente Intervention von Seiten Politik und Notenbanken mal aufhören. Rein von der Geldanlage her würde ich es daher begrüssen, wenn der Markt mal endlich in Frieden gelassen würde und aus sich selbst heraus so richtig absacken könnte. Denn ich bin mir sicher, ohne die Kernwaffen der Notenbanken über den Köpfen der Marktteilnehmer, wäre der DAX heute eher bei 5500 als bei 6500.

Nur wenn der Markt mal wieder in Ruhe gelassen wird und in sich schwingen kann, haben wir auch wieder eine Grundlage, auf der man mittelfristige Strategien aufsetzen kann, die dann auch ein paar Monate halten. Bis wir das aber erleben dürfen, werden wir wohl noch lange mit solchen Sätzen wie von Draghi konfrontiert werden.

Jammern nützt also nichts, entweder wir nehmen den Markt wie er ist oder gehen aus ihm raus. Eine andere Wahl haben wir nicht. Machen wir das Beste daraus !

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gutes Händchen !

Ihr Hari

PS: Noch ein Hinweis in eigener Sache: am morgigen Freitag bin ich auf Reisen. Ein grösserer Artikel wird also wohl nicht erscheinen. Updates in "Tips" sind aber möglich und die Kommentare werden wie gewohnt zeitnah freigeschaltet.

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Hari´s Märkte am Abend – wohin uns die Sommerrally führen könnte

22 Uhr - Handelsschluss

Heute Abend mal wieder ein paar Worte zum Markt. Sozusagen aus der Sicht eines entspannten "Urlaubers", der die Märkte mit mehr Entfernung (und damit weniger Präzision) als sonst durch eine Sonnenbrille betrachtet. 😉

Es ist mit oder ohne Sonnenbrille offensichtlich, dass die Sommerrally ins Laufen gekommen ist. Was sind die Auslöser dieser Entwicklung ? In meinen Augen zwei wesentliche Parameter:

(1)

Psychologisch primär eine Form von Entspannung, die wir alle spüren. Denn obwohl sich in Europa substantiell nichts geändert hat, sind die Schlagzeilen und Horrornachrichten etwas von den Titelseiten verschwunden. Wir sorgen uns einfach nicht mehr so sehr, wie noch vor Wochen. Das ist eine ganz typische menschliche Verhaltensweise, wir können Hochspannung einfach nicht unbegrenzt aushalten. Und so sorgt unser eigener Körper ganz natürlich dafür, dass bei jedem Thema, gleich wie schwierig, im Laufe der Zeit eine Gewöhnung eintritt. Und dafür reicht es, dass einfach der permanente "Alarm" fehlt, der Mensch vergisst - so war er schon immer. 😉

Und wenn man mal nicht mehr jeden Tag auf Europa und den fiskalischen Weltuntergang starrt, dann treten halt auch die einzelnen Aktien wieder in den Vordergrund. Und dann entdeckt man, dass an einigen Stellen doch ganz attraktive Einstiegskurse vorhanden sind. Und so setzt sich nach dem katastrophalen 2. Quartal nun das langsame Hochschieben des Sommers in Gang. Leser die länger dabei sind wissen, dass ich genau diese Entwicklung für den Sommer schon mehrfach, seit Ende März immer wieder, prognostiziert hatte. Schwieriges 2. Quartal und ruhiges Hochschieben im Sommer war seit Monaten mein Mantra, wenn ich das mittelfristige Bild betrachtete.

(2)

Der zweite wesentliche Faktor ist, dass ein konstanter Bid im Markt ist, der es den Bären nahezu unmöglich macht grosse Geländegewinne in den Indizes zu verzeichen. Dieser Bid speist sich wiederum aus zwei Quellen:

Einerseits hält Ben Bernanke die Hoffnung hoch. Er hat zwar nichts Konkretes gesagt und die Aussagen der FED sind eigentlich unverändert und es gibt kein konkretes Anzeichen einer bevorstehenden weiteren Geldpolitische Lockerung. Aber Hoffnung ist ein mächtiges Werkzeug, nicht umsonst gilt die Regel "buy the rumor, sell the news". Und diese Hoffnung verschafft dem Markt Sicherheit nach unten.

Darüber hinaus ist wirklich bemerkenswert, wie die grossen defensiven Titel seit Monaten steigen und steigen. Schauen Sie sich mal an, wie sich eine Johnson&Johnson (WKN 853260) oder Merck & Co. (WKN A0YD8Q) entwickelt. Und das sind nur Beispiele, das ganze Segment der defensiven Bluechips sieht im Moment fast wie "Growth"-Werte aus. Ich kann mich lange nicht erinnern, bei Aktien wie oben solche dynamisch ansteigenden Charts gesehen zu haben. Für mich ist daher ganz klar, dass hier massiv Kapital in diese Titel fliesst. Hier positionieren sich die institutionellen Anleger, die Ihre Cash Bestände zu Recht lieber in derartigen Bluechips sichern, als der nächsten Phase der Krise auszusetzen. Die permanenten "Buying on Weekness" Tage der letzten Wochen in diesen Titeln, bestätigen das Bild institutioneller Zuflüsse in die defensiven Werte. Diese Entwicklung zeigt aber auch, dass die Währungs- und Staatsschulden-Krise keineswegs als beendet betrachtet wird, sie hat nur ein Pause eingelegt, diesen Sommer dürfen wir mal endlich durchschnaufen.

Deswegen muss man auch unbedingt zwischen den Indizes und den einzelnen Aktien unterscheiden. Die defensive Bluechips steigen und da sie in den Indizes eine hohe Gewichtung haben, laufen die Indizes nach oben und sehen recht gut aus. Schaut man aber abseits der defensiven Bluechips in den konjunktursensiblen Segmenten des Marktes, sieht es zum Teil ziemlich finster aus. Wer diese defensiven Bluechips nicht in seinem Depot hat, dürfte bei einem Performance-Vergleich zu den Indizes daher im Moment in der Regel blass aussehen.

Man kann es also auch so sagen: Es gibt einen "Flight to Safety" im Aktienbereich, der die Indizes besser aussehen lässt, als der breite Markt in Wirklichkeit ist. Bei aller Freude über die Sommerrally, sollten Sie also das grosse Bild nicht aus dem Auge verlieren.

Was bedeutet das nun für die kommenden Wochen ?

Schauen wir mal auf das Tages-Chart des S&P500 Futures.

Man sieht sehr leicht den Aufwärtstrend. Man sieht aber auch, dass wir nun an einer wichtigen Wegscheide sind. Wir müssen nun unbedingt die Juli-Hochs übersteigen, ansonsten laufen wir grosse Gefahr eine Art "Doppeltop" auszubilden und zumindest bis zum unteren Ende des Trendkanals herunter zu fallen, hier bei ca. 1344, dem 50er Fibo-Retracement. Das haben wir heute aber noch nicht geschafft, wir brauchen Morgen also den "follow-through". Das negative Szenario ist als b) eingezeichnet.

Bekommen wir aber Morgen den "follow-through", sollten wir bis in den Bereich um 1387 laufen, bevor wir dann etwas Luft holen, ideal die 1363 noch einmal testen um dann endgültig die 1400 in Angriff zu nehmen. Das ist Szenario a) im Bild.

Es gibt noch ein Abart von Szenario a) in der wir Morgen erst einmal bis zum 62er Retracement bei 1363 Luft holen, bevor wir dann doch weiter hoch drehen. Ich bin mir bei diesem Szenario aber nicht so sicher, da ich vermute, dass der vermeintliche "Doppeltop" dann eher zu stärkeren Abgaben führen würde.

Meine Präferenz aus Urlaubersicht, also mit etwas Abstand und nicht ganz der tiefen Analyse wie sonst:

Ich präferiere Szenario a). Die zunehmende Breite der aktuellen Bewegung, die wiederholt starke Price-Action in der letzten Handelsstunde, die absehbare Nachrichtenruhe der nächsten Wochen, sowie die Unfähigkeit der Bären nennenswertes Momentum aufzunehmen, sprechen für mich für eine der Varianten des Szenario a), das uns noch diesen Sommer bis 1400 im S&P500 und im DAX bis knapp unter 6900 bringen könnte. Szenario b) wird erst dann ernst, wenn wir nach einer für morgen oder übermorgen zu erwartenden kleinen Korrektur die 1363 nachhaltig verlieren.

Insofern geniessen Sie den Sommer. Ich verspreche Ihnen, die Krise kommt im Herbst wieder. Damit ich diese Meinung ändere, müssten die konjunktursensiblen Aktien beginnen Stärke zu zeigen und damit eine Wende bei der Weltkonjunktur "wittern". Davon sind wir aber weit entfernt und um das zu erkennen, reicht es eine Aktie wie Klöckner (WKN KC0100) anzuschauen.

Insofern kann es im Moment wohl nicht schaden, das zu tun, was das institutionelle "Smart Money" im Moment auch tut: die grossen, defensiven Bluechips bei einer Korrektur einzusammeln. Unsere gemeinsam -> hier <- erstellte Aktienauswahl, bietet da einige interessante Kandidaten.

Gute Nacht allerseits !

Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – 10.07.12 – Ein übler Markt

22.00 Uhr - Handelsschluss

Ein übler Markt, das ist die einzige Bezeichnung, die man dem richtungslosen Hin- und Her angedeihen lassen kann. Gestern 3% hoch, heute 3% runter, ohne jede Richtung - so sieht der Markt aktuell in weiten Teilen aus.

Man merkt auch, wie wir vollständig in der Hand der Algos sind. Durch das geringe Volumen des Sommers haben die Algos auch ganz besonders leichtes Spiel dabei, uns hin und her zu werfen.

So drehten wir heute im DAX perfekt an den erwarteten technischen Marken nach oben und liefen mit Momentum bis fast 6500. Irgend ein Grund dafür ? Fehlanzeige. Mir hat es trotzdem gefallen, weil ich genau diese Bewegung ja erwartet hatte und entsprechend profitieren konnte.

Gemurmelt wurde am Markt dann von Gerüchten in London, das BVG würde den ESM einfach durchwinken. Und von "guten" Wirtschaftsdaten aus England und Italien wurde auch gemurmelt. In meinen Augen aber alles nur der hilflose Versuch zu erklären, was nicht zu erklären ist. Programme bestimmen den Markt und machen ihre Gewinne, in dem sie uns hin und her treiben. Mehr gibt es da nicht zu verstehen und es gilt genau auf die technischen Marken zu schauen, denn genau die traden die Algos auch.

Dann, mit Eröffnung der Wallstreet das umgedrehte Spiel, Positionen die gestern noch deutlich im Plus waren, wurde heute im gleichen Umfang runter geprügelt. Dieses mal musste ich mir das Spektakel staunend von der Seitenlinie anschauen, weil ich diesen Abverkauf nicht mehr auf der Rechnung hatte und meine Stops schnell zogen.

Und immer - und ganz typisch dafür, dass Algos im Spiel sind - wird an den entscheidenden Marken gedreht. So drehte der S&P500 Future im Tief bei (Überraschung !) 1335,6 ! Erinnern Sie sich an die von mir gestern genannte Zone ? Noch Fragen ?
Oder noch besser der GDX, Sie erinnern sich an die 42,60 USD bei denen ich alles verkaufen wollte ? Raten Sie mal, wo wir im späten Handel das Tief hatten, bevor es wieder etwas hoch ging ? Sie ahnen es, 42,66 USD ! Lustig oder ?

Am Ende wird der Rahmen der technischen Marken maximal ausgeschöpft, ohne das es aber zur entscheidenden Bewegung kommt. Das bedeutet maximalen Schmerz für die Menschen an den Bildschirmen und ebenso schöne Gewinne für die Programme, die diese Bewegung treiben. "Chopped to Death" nennt man das an der Wallstreet.

In der Kommentarsektion war gerade die Frage, ob das für Morgen nichts Gutes bedeutet ?
Ehrlich, ich glaube das bedeutet im Moment noch gar nichts ! Das sind die Wirrungen des Sommers, mehr nicht.

Fassen wir also mal zusammen, wie ich den Markt sehe:

(1) Der Markt besteht in diesen Tagen aus technischen Swings im Tagesrhythmus, ohne echten Trend. Das bedeutet man kann in diesem Markt als rein technischer Daytrader erfolgreich sein, der Trends ein paar Stunden spielt und dann aussteigt. Oder man kann ganz langfristig mit substanzstarken Aktien im Markt sein, wie ich Ihnen heute drei genannt habe. Dann ignoriert man das tägliche Hin- und Her einfach. Womit man aber in der jetzigen Phase Schiffbruch erleidet, ist der Versuch Trends ein paar Tage zu reiten, denn schon am Folgetag ist alles anders. Stellen Sie sich also besser entsprechend auf oder gehen Sie ganz aus dem Markt. Andernfalls werden Sie eben "Chopped to Death" !

(2) Wenn es etwas Positives zu berichten gibt, dann das der DAX langsam eine "Overperformance" gegenüber dem S&P500 entwickelt. Gegenüber den Kursen im Future um 9 Uhr Morgens, hat der DAX um 22 Uhr ca. 20 Punkte gewonnen, während der S&P 500 fast ein Prozent abgegeben hat.

(3) Im GDX wurden die von mir aufgerufenen 42,6 USD nicht erreicht, gleichzeitig ist die Price-Action im Sektor so traurig und flügellahm, dass man einen nachhaltigen Bruch befürchten muss. Ich habe der unklaren Lage durch eine Halbierung der Positionsgrössen Rechnung getragen. Das ist auch eine sinnvolle Strategie in Phasen der unklaren Richtung. Risiko rausnehmen und Positionen verkleinern, aber nicht notwendigerweise ganz aussteigen.

(4) Rein von meiner technischen Sicht auf den Markt her, spricht immer noch mehr dafür, dass wir von hier weiter hoch laufen, als das wir weiter abstürzen. Ich betrachte daher weiter die von mir genannten Zonen 6300-6360 im DAX und 1335-1345 im S&P500. Erst wenn wir diese nachhaltig mit Schlusskurs nach unten verlassen haben, wäre das ein Indiz, dass der Abwärtstrend noch aktiv sein könnte.

Achja und zum Schluss ein Wort zum Bundesverfassungsgericht.

Für mich zeichnet sich das erwartete "Kompromiss-Urteil" ab, das den Märkten nicht weh tut. Auch die Andeutung sich vielleicht bis zu 3 Monate Zeit zu nehmen, ist für mich eher ein Kotau vor der normativen Kraft des Faktischen. Lesen Sie unter anderem -> hier <-.

Ich bin enttäuscht, aber nicht überrascht, dass das Gericht sich scheinbar freiwillig den vermeintlichen "Zwängen der Märkte" anpasst, statt einfach klar und hart und ohne Rücksicht auf die Märkte, auf die Vorgaben der Verfassung zu schauen. Es ist schon witzig, wie viele "Experten" auf allen Ebenen nun so tun, als wüssten sie, wie die Märkte auf dies und das reagieren würden. Auch unser Bundesfinanzminister ist scheinbar zum Marktexperten geworden, erstaunlich. Wenn diese Leute die Märkte so gut verstehen, könnten sie ja an der Börse ganz schön reich werden. Offensichtlich waren im Gerichtssaal einige Superinvestoren mit Kristallkugel. 😉 Alleine Bundesbankpräsident Jens Weidmann versah diese Aussagen mit der richtigen Wertung: "höchst spekulativ".

Letztlich ist diese Logik des "wir müssen, weil die Märkte", doch nur die Knute der Hochfinanz, der sich die Handelnden in vorauseilendem Gehorsam freiwillig unterwerfen. Ich bilde mir ja ein, etwas mehr als der Durchschnitt von den Märkten zu verstehen und kann über diese ängstliche Haltung nur lachen. Gar nichts "muss" man, nur wegen der Märkte ! Man kann Mr. Market auch überzeugen und wenn er auf klare Führung trifft, wird Mr. Market schnell zum kleinen, kuschenden Hündchen !

Dafür muss man aber genau wissen was man will und das mit Klarheit und Tatkraft umsetzen ! Nichts liebt der Markt mehr, als überzeugtes Handeln von Menschen, die auch die Macht für ihr Tun haben. Und nichts hasst er mehr, als das Geschwurbel, Durcheinander und die Unsicherheit, die derzeit im Versuch erzeugt wird, irgendetwas zu "retten". Mal klar Nein zu sagen, wäre auch ein Beitrag zur Klarheit, vielleicht wären einige erstaunt, wie der Markt darauf reagiert. Aber bei der geballten Ladung an Marktexperten, speziell im Finanzministerium, sind meine Worte natürlich nur das Gerede eines Ahnungslosen.

So aber begehen wir weiter "Selbstmord aus Angst vor dem Tod". Und nach der heutigen Verhandlung befürchte ich, dass sich das BVG dieser Karawane anschliesst. Aber ich hatte ja auch nicht viel erwartet, insofern hält sich mein Erstaunen an dieser Stelle in Grenzen.

Ich wünsche trotzdem eine gute Nacht !

Ihr Hari

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