Der aktuelle Mr. Market Wochenausblick

Heute erlaube ich allen regelmässigen Lesern des freien Bereichs mal einen Blick in den aktuellen Wochenausblick zur KW17 2022 zu werfen, der ansonsten nur im Premium-Bereich lesbar ist.

Eine Problematik aller professionellen Börseninformationsdienste ist einerseits die Qualität exklusiv zu halten, die immer ihren Wert hat, andererseits von außen aber immer mal wieder einen kurzen Blick durch ein "Guckloch" zu erlauben, damit neue Mitglieder überhaupt die Chance haben einen Eindruck zu gewinnen.

Ganz leicht ist das nie, weil die Community ja regelmässig und täglich mitliest und es daher Unmengen an Kontextinformation gibt, die ich einfach voraussetzen kann wenn ich für die Community schreibe, die aber bei Lesern durch das "Guckloch" einfach nicht vorhanden ist.

Trotzdem will ich heute mal wieder so ein "Guckloch" anbieten, heute inbesondere auch weil ich vermute, dass derzeit viele nach Orientierung suchen, wie es im Angesicht der ganzen Krisen denn nach Ostern nun mit den Börsen weitergeht.

Ich habe den aktuellen Wochenausblick daher bewusst "einfach" gehalten und interne Referenzen minimiert und hoffe, dass er ihnen im freien Bereich einen Eindruck von der Qualität bietet, die sie in der Community jeden Tag vorfinden werden.

Dieser Wochenausblick wird eine Woche bis 01.05.22 frei zugänglich sein.

Zur Erklärung noch, Diskussionen zu konkreten Aktien oder Entwicklungen, Aktualität und Tagesgeschehen, gibt es praktisch jeden Tag umfangreich in den "Hari Live Streams", von denen ich irgendwann auch mal wieder einen ins Schaufenster stellen werde.

Der Wochenausblick dagegen erscheint in der Regel am Sonntag und dient ausschliesslich dazu, das große Bild zu formen, also wo stehen wir an den weltweiten Märkten und was sind die Szenarien, mit denen wir als Investoren und Trader rechnen müssen.

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Der abgewürgte Boom nach der Pandemie

Pandemie? War da was? Das will doch derzeit keiner lesen, alle Augen und Ohren sind auf den Osten, auf Russland und die Ukraine gerichtet.

Und ja, wir diskutieren bei uns in der Community nun auch vor allem über das Geschehen im Osten und die Implikationen, nicht nur für die Börsen, sondern auch für unser Leben in Europa. Und mancher schläft dieser Tage nicht mehr so gut wie in den Jahren zuvor, die Eskalation schreitet mit atomaren Drohungen von "Putins People" voran und es scheint als ob es keinen wirklichen Ausweg daraus gibt.

Gerade *weil* das so ist, will ich mit dem heutigen Artikel für den freien Bereich mal einen Kontrapunkt setzen und nicht auch noch Text zum Krieg in der Ukraine beisteuern. Ich rede bewusst *nicht* über Russland, sondern will auf eine mittelfristige Chance aufmerksam machen, die sich gerade so richtig in Bewegung zu setzen schien, bevor sie vom Krieg im Osten wieder temporär überlagert und zerstört wurde.

Trotzdem sind die dahinter stehenden Mechanismen intakt und sobald sich der Nebel des Krieges heben sollte, werden diese sich wahrscheinlich erst Recht durchsetzen.

Denn die Pandemie geht und wird zur Endemie. Und mit dem Ende der Pandemie und dem Fallen der meisten Reisebeschränkungen ist ein Boom in der Touristik und Luftfahrt möglich, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen könnte.

Die Menschen sind nach 2 Jahren Pandemie einfach ausgehungert nach Reisen, einfach um mal "raus" zu kommen und gleichzeitig wurde das Angebot in der Krise von den Anbietern ausgedünnt um Kosten zu sparen. Auch was die Mitarbeiter angeht, dürfte die Touristik damit teilweise die Probleme bekommen, die wir schon von Restaurants kennen - die alten Mitarbeiter sind weg und neue nicht zu finden.

Das schafft eigentlich die Grundlage für einen starken Ausschlag des Pendels zur anderen Seite, nachdem die Touristik und Luftfahrt als Branche mit am stärksten unter der Pandemie leiden musste.

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In die Zukunft und neue Technologien investieren

Manche stellen sich das mit dem "reich werden" ganz einfach vor. Man muss "nur" ganz früh eine neue Apple oder Microsoft erkennen und dann einfach dabeibleiben und dann kann man "stinkreich" werden.

Diese klischeehafte Vorstellung geht also davon aus, dass man nur klug genug sein muss frühzeitig neue Trends zu erkennen, dabei die Gewinner selektieren und man hat ausgesorgt. 😉

Nun gut, versuchen wir das mal. Da gibt es doch einen Sektor der recht sicher vor einem immensen Boom in den kommenden Jahrzehnten stehen wird und das ist die Raumfahrt.

Um sich den Boom vorzustellen, muss man gar nicht an so exotische Szenarien wie die Besiedlung des Mars oder den Abbau von Rohstoffen auf Asteroiden denken, das wird sicher noch mehr als ein Jahrzehnt dauern, auch wenn manche das bedauern werden.

Nein, es genügen schon die Anwendungen im erdnahen Raum einerseits ziviler Natur (Starlink, Hypersonic Travel etc), aber auch nicht zu unterschätzen militärischer Natur, die sich aus dem Wettbewerb zwischen den US und China zwangsläufig ergeben werden.

Bis vor einem guten Jahr, war das Feld der reinen Raumfahrtaktien an der Börse noch sehr, sehr dünn. Klar, da gab es schon immer die großen Aerospace&Defense Konzerne wie Boeing (BA), Airbus (AIR), Lockheed Martin (LMT) oder Northrop Grumman (NOC), die aber alle bestenfalls am Rande "auch" was mit Raumfahrt machen. Echte "Pure Plays" sind das aber nicht und auch keine Kandidaten um die "Apple der Raumfahrt" zu werden.

Dann gibt es natürlich SpaceX, die Firma von Elon Musk, mittlerweile der faktische Marktführer im Sektor. SpaceX ist aber nicht börsennotiert und wird es auch so schnell nicht werden, weil Elon Musk sich in seinem wahren Lebensprojekt nicht erneut der Ungeduld des Kapitalmarktes und Shortsellern aussetzen will. Für die riesigen Investitionszyklen der Raumfahrt braucht es Geduld und Ruhe.

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Der Charakter des Risikos

Am 22.11. des letzten Jahres habe ich im Artikel -> das verlorene Jahr und Sie <- begonnen, die Mitglieder auf einen schwierigen Jahresstart 2022 vorzubereiten.

Weitere konkrete Artikel folgten, insbesondere eine Analogie zu 2015/2016 im -> Jahreswechselausblick 2021/2022 <-:

Deshalb dürften die meisten Mitglieder mit der richtigen Einstellung in 2022 gegangen sein, eher vorsicht und skeptisch, dem Markt nicht mehr vertrauend. Damals im November schrieb ich unter anderem:

Der intelligente Wechsel von Anspannung und Entspannung, von "im Markt" auf "aus dem Markt" ist das, was erfolgreiche Jahre als diskretionärer Trader kennzeichnet. Sich permanent einen abzuwürgen eher nicht.

Finden sie im Vorfeld *ihre* Antwort auf dieses Problem, wenn nicht 2022, so wird es in einem der Folgejahre wieder absolut notwendig sein!

Und was ist die ideale Herangehensweise bei Investoren?

Ganz einfach, ein reduziertes Exposure, erhöhter Cashbestand und ansonsten nur Top-Qualität im Depot. Und dann: Nichts machen! Laufen lassen, Schwankungen weitgehend ignorieren und Fischen gehen!

Es gibt einfach so Phasen und Aktivismus hilft dann nicht nur nicht weiter, nein er schadet dem Depot!

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2022 – Ein Neuanfang

Haben sie im Covid-Absturz März 2020 zu spät die Reißleine gezogen? Und haben sie dann viel zu lange gebraucht, bis sie wieder eingestiegen sind?

Sind sie vielleicht zu pessimistisch in 2021 gegangen und haben die Rally in den Bluechips weitgehend verpasst?

Oder waren sie zeitlich einfach viel zu überlastet, um dem Markt die Aufmerksamkeit zu schenken die sinnvoll gewesen wäre?

Haben sie vielleicht sogar seit 2009 immer wieder den Schalmeienklängen der Crash-Propheten zugehört und die Jahrhundertrally aus dem Lehman-Loch nicht ausreichend mitgenommen?

Haben sie vielleicht in 2021 zu viel mit Hype-Aktien herumgetradet und am Ende ist dabei außer Spesen nichts gewesen?

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Das duale Mandat und ein schizoides Börsenjahr

Das Börsenjahr 2021 neigt sich langsam dem Ende zu, es steht uns mit der FED-Sitzung vom kommenden Mittwoch 15.12.21 allerdings noch eine Hürde im Weg.

Denn dort entscheidet die FED über die Geldpolitik, es wird erwartet dass sie den Stimulus deutlich zurückfährt (Tapering) und vielleicht sogar schon echte Zinserhöhungen für 2022 in Aussicht stellt.

Zur Geldpolitik der FED gibt es oft Missverständnisse, denn wer in der Tradition der Bundesbank groß geworden ist, assoziiert ganz automatisch als Auftrag der Notenbanken die Geldwertstabilität. So ist das formal auch noch bei der EZB, die in der Tradition der Bundesbank gegründet wurde, sich jetzt aber zunehmend davon entfernt und mit Unterstützung der Politik auch der Geldpolitik eigentlich fremde politische Themen wie den Klimawandel in ihre Aufgaben subsummiert.

Die FED hat aber seit 1977, seit den Zeiten der Hochinflation - die ja später Paul Volcker gebrochen hat - ein "duales Mandat" für die Geldwertstabilität *und* Vollbeschäftigung!

Eine stabile, gute Beschäftigungslage nahe Vollbeschäftigung (was nicht 0% Arbeitslosigkeit bedeutet) und damit eine brummende Wirtschaft, ist also ein gleichberechtigtes Ziel der FED neben der Geldwertstabilität! Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Notenbanken, die primär den Geldwert als Mandat haben!

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Omicron – Wie Erwartungen die Kurse machen

Ich habe hier immer wieder erklärt, wie -> Erwartungen <- die Kurse bestimmen und nicht die Nachrichten selber, die Nachrichten sind nur der Katalysator, der die Erwartungen verändert.

Besonders schön sind daher Tage wie der heutige Freitag, an denen die neue Covid-Variante B.1.1.529 (Omicron) nicht nur die Nachrichten, sondern auch den Markt bestimmt. Denn an diesen Tagen kann man die Wirkung von Erwartungen exemplarisch beobachten und das will ich heute kurz mit ihnen tun.

Es gab am heutigen Freitag scharfe Abgaben querbeet und es wurde die bekannte Covid-Logik am Markt gespielt, die klassischen "Stay-at-Home"-Aktien wurden ebenso scharf gekauft, wie die medizinischen Profiteure im Bereich Labordiagnostik, manche dabei zweistellig. Und alles was unmittelbar unter Flugverboten und neuen Lockdowns leiden würde, wurde ebenso zweistellig verkauft, wie zum Beispiel Touristiker oder Triebwerkbauer für die Luftfahrt. Bei -> Twitter <- habe ich heute mit MTU Aero Engines (MTX) und Eurofins Scientific (ERF) zwei dieser Art gezeigt.

Zunächst einmal kann man da eine interessante Frage stellen, warum nämlich der DAX nicht schon am Donnerstag so scharf gefallen ist? Schauen sie mal, der obere Pfeil war Donnerstag und der untere der heutige Freitag:

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Das 4. Quartal – Gestern, Heute, Morgen

Das 4. Quartal eines Börsenjahres ist traditionell das Beste des ganzen Jahres. Nie kann man sich so "sicher" sein 2 Monate später mit Gewinnen dazustehen, wie wenn man im Oktober zu kaufen beginnt.

Wobei "sicher" natürlich ein unzutreffendes Wort ist, "sicher" ist im sich permanent wandelnden Markt rein gar nichts. Aber es gibt Wahrscheinlichkeiten, Tendenzen und die sprechen dafür, die Herbstkorrektur für taktische Käufe zum Jahresende zu nutzen.

-> Hier bei Equity Clock für den S&P500 <- können Sie den typischen statistischen Verlauf der letzten 20 Jahre bewundern. Sie sehen da aber auch, dass es Anfang Oktober gerne noch einmal tiefer geht, aber Ende Oktober ist die Saisonalität dann klar positiv:

-> Und hier für den DAX <- ist das Chart nicht weniger eindrucksvoll:

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Gravitation, Trägheit und anders denken lernen!

Die Sommerferien sind vorbei, der Blog wechselt wieder auf Vollgas, denn der volatile Herbst steht bevor und das Jahresende ist nicht mehr weit.

Ich hatte schöne geruhsame Ferien, unter anderem an der Costa de la Luz in Andalusien, wo man dank einer sehr hohen Impfquote von Covid nicht mehr viel merkt und das Leben seinen entspannten Gang geht.

Mit dem Herbst und und den berüchtigten Monaten September und Oktober, kommt nun eine Börsenphase, die in der Vergangenheit oft für scharfe Korrekturen gut war.

Das trifft auf einen Markt in Form des Leitindex S&P500, der praktisch seit Bidens Wahl in einem beständigen Aufwärtstrend steckt, dessen Rücksetzer immer zuverlässig im Bereich der 50-Tage-Linie endeten:

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Die Lage zu Beginn des 2. Quartal

Schon länger habe ich im freien Bereich die große Marktlage nicht mehr eingeordnet, zuletzt hatte ich vor 3 Monaten in -> wo wir am Jahresanfang stehen <- unter anderem den typischen, saisonalen Ablauf beschrieben, der nach einem starken 4. Quartal gerne eine Fortsetzung der Stärke im Januar kennt und dann zunehmende Korrektur-Gefahr ab Ende Januar in den Februar hinein in sich birgt. Im Anschluß daran, bin ich aber von einem starken 2. Quartal und prinzipiell positiven Börsenjahr ausgegangen, dass nach einer Sommerpause zum Ende noch einmal neue Stärke findet.

Auf diesem Kurs sind wir immer noch, 2021 war bisher ein "normales" Börsenjahr, das bisher dem typischen saisonalen Ablauf entsprach, den man -> hier bei Equity Clock <- für den Leitindex S&P500 sehr schön bewundern kann.

Es gibt deshalb derzeit wenig Grund, warum der Verlauf nicht weiter in der historischen Norm bleiben sollte. Diese beinhaltet eine Fortsetzung der nun sichtbaren Stärke bis in den Mai hinein, dann einen Sommer in dem nicht viel zu holen ist und es vielleicht auch zu einer Korrektur kommt und dann einen starken Jahresabschluss.

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Wussten sie eigentlich ….. ?

Vor fast 10 Jahren im Sommer 2011 - in der sich entwickelnden Eurokrise - habe ich hier auf Mr-Market die ersten Artikel geschrieben, noch nicht ahnend wie sich das entwickeln wird.

Einer der ersten Artikel war zum Beispiel dieser hier, der schon etwas tat was sie hier danach noch oft erlebt haben: Uns Anlegern den Spiegel vorzuhalten:

-> Über Investoren und Trader <-

In diesen fast 10 Jahren sind selbst im freien Bereich hunderte Artikel erschienen, für den Inhalt im Premium-Bereich können sie darauf locker einen Faktor von 10x und mehr anwenden. In Summe sind es nun - ich habe gerade im System nachgeschaut - genau 4.698 Artikel die bisher hier auf Mr-Market veröffentlicht wurden. Uff. 😀

Da liegt es in der Natur der Sache, dass selbst bei sehr interessierten Lesern, die auch mal die Suchfunktion benutzen, ein großer Teil der Inhalte unentdeckt bleibt. Verstärkt wird das durch die Tendenz des Internets sowieso nur in der Aktualität zu leben und Artikel die nicht sofort gelesen werden, verschwinden dann zu schnell im digitalen Nirwana.

Besonders im Bereich Börse ist das aber tragisch, denn es gibt wichtige Grundprinzipien, die man einfach "intus" haben muss, sonst kann man aus den täglichen Schwankungen auch keinen Honig ziehen.

Und dafür reicht es auch nicht mal einen Artikel zu lesen, wie bei allen Professionen ist es eine Mischung von theoretischem Wissen und echter Erfahrung, die erst im Laufe der Zeit echtes Können entstehen lässt.

Wie das funktioniert habe ich vor einem Jahr mal im folgenden Artikel thematisiert und ihnen dabei auch gezeigt, was Mitglieder dazu gesagt haben:

-> Vom Wissenserwerb im Zeitalter des Herumklickens <-

Deshalb will ich mit diesem Beitrag mal erneut einige Artikel in Erinnerung rufen, die schon vor Jahren im freien Bereich erschienen sind und heute ebensoviel Wert haben wie früher, die also zeitlose Themen beackern.

Denn wussten sie eigentlich, dass ich schon 2013 davor gewarnt habe, den Untergangspropheten besondere Aufmerksamkeit zu schenken? Heute sind die immer noch da, verdienen ihr Geld weiter mit den Ängsten der Anleger, nur dass die Märkte sich seitdem verdoppelt oder verdreifacht haben. Wie der Artikel schon damals sagte:

Der Gewinn wird hier und heute gemacht. Und das Glück kann auch im hier und heute gefunden werden !

-> Von Untergangspropheten und Erfolg an den Finanzmärkten <-

Wussten sie eigentlich, dass ich schon 2014 die "deutsche Anlegerseele" erklärt habe und dabei auch aufgezeigt habe was das mit Tesla zu tun hat? Und heute könnte ich ganz aktuell hinzufügen, was das mit der scheiternden, weil überkomplexen und bürokratischen Impfkampagne zu tun hat, weil es die gleichen Ursachen sind, die dazu beitragen. Lesen sie mal:

Der Markt erfordert Pragmatismus, Anpassungsfähigkeit, geistige Flexibilität und die Demut, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind.

Das ist verflucht schwer, für einen Menschen mit fest gefügten Überzeugungen. Und auch für jemandem, der den Dingen auf den Grund gehen will. Die Vorstellung, dass in komplex-dynamischen, selbstbezüglichen Systemen gar kein fester Grund ist, sondern nur die Dynamik der Systemtheorie, löst bei vielen eher Schaudern aus.

-> Börsenkultur und Finanzblogs – Ist die „deutsche Seele“ inkompatibel zur Börse ? <-

Wussten sie eigentlich, dass ich schon 2015 die übertriebenen Erwartungen thematisiert habe, die auf Gold als Anlagegut gerichtet werden und die letztlich nur mit einem fehlgeleiteten Sicherheitsbedürfnis vieler Anleger zu tun haben? Lesen sie mal:

Gehen Sie also nicht immer wieder all den Seiten auf den Leim, die Sie mit Crash-Szenarien zum Kauf der Edelmetalle treiben wollen. Machen Sie sich klar, wie stark Ihr Sicherheitsbedürfnis ist.

Legen Sie sich eine angemessene Menge Edelmetalle zur Diversifizierung physisch ins Depot und dann vergessen Sie das Thema und leben Sie mit positiven Gedanken!

Und konzentrieren Sie sich auf die Themen, bei denen man wirklich Rendite und Vermögensaufbau erreichen kann und nicht nur das Kapital erhalten.

-> Gold ein Jahr später – die Monstranz der Sicherheit <-

Wussten sie eigentlich, dass ich schon 2016 nachdrücklich versucht habe die fehlgeleiteten Menschen zu erreichen, die Aktien für "zu riskant" halten und ihr sauer verdientes Geld entweder in Konstrukte wie Riester oder in wirklich riskante Anlageformen wie "Mittelstandsanleihen" und Ähnliches stecken?

Es dürfte damals kaum etwas genützt haben, aber wenn ich nur einen Anleger mit dem Artikel abgeholt habe, war es das wert. Und auch heute suchen wieder viele nach "sicheren" Anlagemöglichkeiten und letztlich müsste man ihnen leicht abgewandelt den folgenden Artikel erneut schreiben.

Auch der gute Herr Scholz sollte den mal lesen, damit sein Geld nicht mehr auf dem Konto versauert, vielleicht würde durch mehr Kompetenz dann auch seine Politik als Finanzminister besser. Lesen sie mal:

Machen wir uns nichts vor, je nach Charakter der nächsten Krise, kann selbst Bargeld entwerten (Währungsreform, Inflation), Gold kann verboten werden und der Besitz unter Strafe gestellt. Immobilien können unverkäuflich sein oder zerstört werden und Staaten können Pleite gehen. Wenn es ganz schlimm kommt, zählt nur der eigene Brunnen und das eigene "Rübenbeet". Ist auch alles schon mal da gewesen...

Also ich bitte Sie, keine Geldanlage ist wirklich uneingeschränkt und zu 100% sicher. Punkt!

Warum werfen Sie das dann aber nur Aktien als "Teufelszeug" vor? Die oben genannten Unternehmen sind bestimmt "sicherer", als so manches, was da derzeit noch so an Geldanlagen vertrieben wird! Haben Sie eine Ahnung, wie lange viele dieser Unternehmen schon erfolgreich am Markt sind? Welche Krisen die schon überstanden haben?

-> Aktien sind Teufelszeug und die Börse ist eine Zockerbude! <-

Wussten sie eigentlich, dass Mr-Market sich aber auch intensiv mit Markttechniken und Trading befasst und ich daher wie hier in 2017 auch immer wieder bemüht bin grundlegende Techniken zu erklären und dabei Sinnvolles von Sinnlosem zu trennen?

Lesen sie mal, was ich zu mit tausend Indikatoren vollgepackten Charts zu sagen habe:

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Der ewige Markt und seine Strukturen

Ja, auch Videos gibt es im Premium-Bereich, ca. eines pro Woche.

Heute haben sie im freien Bereich die Gelegenheit, mal in Eines hineinzuschauen, das ich im Oktober letzten Jahres erstellt habe und in dem ich sie locker durch 70 Jahre Börse und ihre Stukturen führe.

Denn das Erstaunliche ist, wie wiederholbar doch vieles ist und wie vergleichsweise leicht man das erkennen kann, wenn man sich mal mit etwas Abstand vom täglichen Geplapper und der "Börsenpornographie" löst, die täglich die Sinne der Anleger vernebelt.

Ich habe allerdings lange überlegt, ob ich das im freien Bereich überhaupt veröffentliche, weil es dafür nicht gemacht ist. Die Mitglieder der Community kennen mich, da kann ich gleich einfach losreden, für die Leser des freien Bereiches gilt das natürlich nicht und eigentlich hätte ich dafür eine Einleitung machen müssen.

So benutze ich im Video auch ein paar Begrifflichkeiten, mit denen außerhalb der Community nicht jeder etwas anfangen kann und es braucht daher wahrscheinlich Zeit, bis sie in das Thema kommen und verstehen was ich ihnen da zeige. Wenn sie sich an das Video wagen, dann geben sie dem Video also mal bitte mindestens 10 Minuten Zeit, bis es seinen Fluß entwickeln kann oder lassen es lieber gleich sein. Für Klicksüchtige mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne ist Mr-Market sowieso nichts.

Außerdem hatte ich letzten Herbst einen ziemlichen Husten und musste während des Redens permanent Bonbons lutschen um den Husten im Griff zu behalten, was man durch den offenen Mund neben dem Mikrofon natürlich zwangsläufig schmatzend hört. 😛

Also kein ideales Video, aber authentisch und in freier Rede ohne Skript. Und daher denke ich, dass es für sie Sinn macht die Zeit mal zu investieren und das Marktgeschehen von 70 Jahren auf sich im Kontext wirken zu lassen. Ich denke sie werden etwas mitnehmen und es wird ihnen vielleicht helfen in Zukunft gelassener zu werden. Denn es gilt:

Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten

Sie kennen diese Weisheit sicher und diese gilt auch für uns Anleger. Jedesmal wenn irgendetwas passiert, kommen schnelle mediale Superlative und sogenannte "Experten" bekommen Schnappatmung und penetrieren die Anleger mit Aufgeregtheiten.

Besonders beliebt sind dann auch Statements, dass das ja nun alles so völlig anders als früher sei, lächerliches Seemannsgarn für Unbedarfte. Sicher verändert sich der Markt permanent, aber es gibt eben auch viele strukturelle Prinzipien, die einfach bleiben und sich nicht ändern und das gilt insbesondere für das Marktverhalten im großen Bild.

Man kann das auch anhand der martktechnischen Lehren sehr schön sehen, denn egal ob 1900 Richard Wyckoff, 1920 Jesse Livermore, 1950 Nicolas Darvas, 1960 William O´Neill, 1990 David Ryan oder ca. 2000 zum Beispiel der immer noch aktive Mark Minervini, alle haben ähnliche Ansätze und eine ähnliche Herangehensweise an den Markt, auch wenn sie für die Strukturen dann andere Worte benutzen.

Bei allen Unterschieden im Detail, bei aller unterschiedlichen Terminologie, die sich im Laufe von 100 Jahren halt verändert hat, haben doch alle den Markt sehr ähnlich verstanden, haben auf ganz ähnliche Techniken gesetzt und waren damit erfolgreich. Wie man die Struktur dann nennt, ist eben nebensächlich, solange die Substanz identisch ist.

So sehr kann sich der Markt in 100 Jahren also gar nicht verändert haben, wenn zum Beispiel die Techniken von Wyckoff unter anderen Namen auch 100 Jahre später noch Erfolg bringen können.

Folgen sie mir also auf eine Reise durch 70 Jahre Geschichte, mit ihren Krisen und immer wiederkehrenden Marktstrukturen.

Vielleicht erkennen sie dann auch, welchen Wert Gelassenheit in Krisen hat, wie sauber man oft den Boden von Krisen erkennen kann, wenn man sich nicht verrückt machen lässt und dass der Markt immer noch wie vor 70 Jahren nach dem Motto "2 Schritte vor, 1 Schritt zurück" nach oben schwingt.

Und in dem wir diese Vergangenheit verstehen, werden wir als Anleger ruhiger und souveräner, denn so viel hat sich beim Marktverhalten zwischen 1950 und 2020 eben gar nicht geändert, egal was "Experten" so alles reden, wenn der Tag lang und der Wunsch nach medialer Aufmerksamkeit hoch ist.

Hinweis: Das Video wurde temporär deaktiviert

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Wo wir am Jahresanfang stehen

Im Premium Bereich ist schon seit einer Woche wieder Betrieb und wir haben schon viel besprochen und Einiges in der sehr bewegten und profitablen KW1 mitnehmen können.

Hier im freien Bereich will ich ihnen - sozusagen aus der Umlaufbahn - einen summarischen Überblick geben wo wir aktuell am Freitag 08.01.21 stehen - mit wenigen, klaren Sätzen.

Erstens, der US-Senat ist marginal wieder in demokratischer Hand, die Vize-Präsidentin kann mit ihrer Stimme nun das Zünglein an der Waage zu Gunsten der Demokraten sein.

Das erleichtert Biden das Regieren ungemein, ohne dass es dem linken Flügel der Demokraten zu viel Einfluß gibt, denn mit nur einer "halben Stimme" Mehrheit bekommt man immer noch keine kontroversen Themen durch.

Für Big Tech wie Facebook (FB) oder Amazon (AMZN) erhöht das Risiken von Regulierung und Zerschlagung, für die breite Ökonomie erhöht es aber die Chancen eines massiven Stimulus, der nun schneller und höher kommen wird, als vorher möglich.

Der Markt nimmt das schon vorweg, seit Mittwoch "feiert" er erneut in den Sektoren, die schon am 09.11.20 mit der Nachricht zum Impfstoff aus der Corona-Baisse erweckt wurden.

Der Russell2000, der Index der kleinren US Aktien, vollzieht eine massive Rally, die Hoffnung auf die Konjunktur ausdrückt:

Zweitens gehe ich davon aus, dass Trump nach dem Geschehen von Mittwoch nun politisch zum "Outlaw" wird und sein Einfluß auf die republikanische Partei damit geringer.

Trump konnte mit seinen Brüchen ziviler Normen bisher durchkommen, weil er in der Regel nur Einzelpersonen so angegriffen hat. Das nahm man zwar mit Abscheu zur Kenntnis, war aber nicht ausreichend selbst betroffen.

Mit diesen Bildern dieser Chaoten im Kapitol, angefeuert vom eigenen Präsidenten, wird er aber auf ewig verbunden bleiben und dabei hat er sich nun nicht mit Einzelpersonen, sondern mit den amerikanischen Mythen, mit der Selbstidentität des Landes angelegt und die ist wirkmächtig.

Viele brave Bürger werden sich abwenden, was ihm dann bleibt ist eine kleinere, aber radikalere Truppe gläubiger Jünger. Das bleibt gefährlich und auch mit Einfluss, aber der Zenit ist überschritten und das Momentum hat einen Knacks. Die heutige halbgare "Concession" zeigt, dass er den Fehler nun bemerkt hat.

Dass er seine Position selbst so geschwächt hat, ist eine schöne Pirouette der Geschichte und im Sinne von Faust "ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft".

Denn Trump hätte aus der Executive heraus diese Wahl locker gewinnen können, der Gegner war schwach und in der Krise schlägt immer die Stunde der Anführer, wenn sie denn welche sind. Aber er hat - getrieben von seinen eigenen Geistern - alles dafür getan, den Gegner stark zu machen, dessen Anhänger zu Einen und selber Angriffspunkte zu bieten. Der größte "Loser" heisst also "Donald", er hat eine Wahl vergeigt, die für ihn wie ein Elfmeter war, den man nur noch eintüten musste.

Aber auch nach der Wahl hätte er noch mit Grandezza abtreten können, sein Ego befriedigen und am Image des "Comeback-Kids" basteln und so ein politischer Faktor bis 2024 bleiben. Das hat er nun wohl alles mit eigener Kraft beschädigt, seine politische Zukunft ist unklar und zweifelhaft.

Für den Markt ist das aber schon lange nicht mehr relevant, der schaut seit der Wahl nach vorne und was er sieht gefällt ihm, weil der dritte Punkt zum Tragen kommt:

Drittens garantiert das "dynamische Duo" von Yellen als Finanzministerin und Powell als FED-Chef weiter einen voll aufgedrehten Liquiditäts-Feuerwehrschlauch der FED.

Mit den Demokraten und dem Wechsel im Senat werden auch "Helicopter-Money" Konzepte im Sinne der MMT wahrscheinlicher, wovon wieder Aktien, aber auch Gold relativ profitieren werden.

Dieser Bullenmarkt ist also keineswegs zwingend vorbei und selbst wenn die jedes Jahr neu schnatternden Crash-Propheten wie eine gesprungene Schallplatte irgendwann mal recht bekommen, kann der Markt in den Jahren bis dahin noch massiv steigen und jeder der das nicht mitnimmt, sich in den Fuß beissen.

Oder anders gesagt, nachdem man 80% Gewinn mitgenommen hat, akzeptiert man dann gerne die 10-20% Verlust vom Hoch, bis man erkennen kann, dass die Party nun vorbei ist. Das ist der Weg. 😉

Falls jemand nicht weiss was los ist, hier ist noch einmal die Geldmenge M1 der USA seit den 90er Jahren. Das Chart ist logarithmisch, linear sähe es noch mehr nach einem Start einer Falcon 9 von SpaceX aus. 😛

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Ein historisches Anlagejahr

Ein historisches Jahr und Anlagejahr liegt in den letzten Zügen.

Wenn sie jetzt hier einen Jahresrückblick erwarten, sind sie schief gewickelt, denn ich finde kaum etwas langweiliger als Jahresrückblicke.

Die Zukunft ist weit spannender, die neuen Dinge die man noch beeinflussen oder zumindest erleben kann. Und auch die echte Vergangenheit ist interessant, weil wir aus ihr lernen können.

Aber das noch einmal durchzunudeln, was man gerade erst erlebt hat und noch im Kopf präsent ist? Eher nicht, es gibt Sinnvolleres mit der begrenzten Zeit zu tun, die einem zur Verfügung steht.

Trotzdem - und das ist etwas ganz anderes, als sich Jahresrückblicke anzuschauen - macht es Sinn aus dem Erlebten des Jahres 2020 zu lernen und insofern zu reflektieren, was das (Anlage-) Jahr so besonders gemacht hat.

Da fällt mir zum Beispiel die Tatsache ein, dass wir in 2020 den *schnellsten und härtesten Rebound der Börsengeschichte* nach einem Crash erlebt haben!

Hier von -> Advisor Perspektives <- sehen wir nur den Zeitraum seit 2009, aber auch darüber hinaus war die Härte des Rebounds historisch ohne Beispiel:

Dieses Jahr war es also sehr "leicht", hohe Gewinne zu erzielen. Man musste "nur" Ende Februar hart reagieren und sein Depot sichern und ab April dann auf die Covid-Gewinner setzen.

Wer dann auch noch am 09.11.20 - dem Tag der Erfolgsmeldung zur Impfung - sofort erkannt hat, dass der Markt nun über Covid hinausschaut und die Zeit der Nachzügler anbricht, wird sich in diesem Jahr über hohe zweistellige Prozentgewinne im Depot freuen können!

Letztlich hat sich die Pandemie aus Sicht der Börsen als Treibsatz der Veränderung herausgestellt, Entwicklungen die schon langsam liefen, wurden beschleunigt und um Jahre vorgezogen. Neben dem historisch einmaligen Stimulus, ist das auch einer der Gründe für die Stärke des Marktes.

Die Börsen sind kein 100%iges Abbild der breiten Wirtschaft, an den Börsen befinden sich überdurchschnittlich viele technologisch starke oder anderweitig resiliente Unternehmen mit Zukunftspotential, die von Covid profitieren konnten.

Was ja auch logisch ist, letztlich ist die Börsennotierung ein positiver Filter für Unternehmen, tendentiell wird an die Börse gebracht, was Chance hat bei Anlegern Geld einzusammeln und das sind eher weniger die sowieso schon lahmen oder fußkranken Unternehmen.

Ausnahmen bestätigen dabei die Regel, manchmal kommt Schwäche ja auch erst im Laufe des Börsenlebens einer Firma und auch Fälle wie Wirecard beweisen das letztlich. Denn Wirecard ist wohl eher ein Betrugsfall, hat aber gerade bis zu dessen Aufdeckung davon gelebt, den Eindruck technologischer Führerschaft und Wachstums zu erzeugen.

Hinzu kommt dann noch der historisch einmalige Stimulus von Notenbanken und Staaten, schauen sie nur als Beispiel, wie sich die Geldmenge M1 in den US ab März diesen Jahres entwickelt hat - die ist fast explodiert. Und die Inflation, die die Notenbanken in den Warenkörben suchen, ist natürlich längst da - in den Asset-Märkten!

Übrigens, das Chart ist logarithmisch, linear sieht es noch verrückter aus - die Modern Monetary Theory (MMT) wird schon faktisch umgesetzt.

Und dann waren in 2020 solche Charts von Covid-Profiteuren wie hier von Docusign (DOCU) keine Seltenheit und alles was man tun musste, war im Frühjahr das Spiel zu erkennen das gespielt wurde und aufzusatteln.

2020 war also ein verrücktes und denkwürdiges Anlagejahr, aber auch ein extrem Profitables, wenn man dem Spiel auf dem Platz folgte, statt den Markt zu bekämpfen.

Und wie es weitergeht?

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Beständiger Wandel

Am Montag vor fast 2 Wochen, am 09.11.20, hat der Markt etwas getan, was er sonst äusserst selten tut, denn es heisst völlig zurecht "zum Einstieg wird nicht geklingelt".

Aber keine Regel ohne bestätigende Ausnahme und diese Ausnahme war wohl am 09.11. und kam mit der Nachricht von der Covid-Impfung von Biontech (BNTX) / Pfizer (PFE), der ja bald danach auch die Erfolgs-Nachricht von Moderna (MRNA) folgte. Was in Summe sehr wahrscheinlich macht, dass wir im Laufe des Jahres 2021 eine Impfung haben und Covid dann im Laufe des Jahres langsam und stetig weniger wichtig für die Unternehmen wird.

Gleich an diesem Montag 09.11. habe ich die grundlegende Bedeutung erkannt und die Community deutlich darauf hingewiesen, dass dieser Tag wahrscheinlich aus Sicht der Börse den "Anfang vom Ende von Covid" bedeutet. Und dass nun endlich die Zeit gekommen ist, auch wieder einen Blick auf die schwer von der Pandemie getroffenen Sektoren wie Öl, Reise, Vergnügungsparks, Luftfahrt etc zu werfen.

Dass wir da gleich am ersten Tag so sicher waren liegt am Verständnis, wodurch Kurse bewegt werden. Wie ich hier vielfach erklärt haben, werden Kurse eben durch -> Erwartungen <- bewegt, die sich in die Zukunft richten und dabei einen Zeitraum von ca. 6 - 12 Monaten, also bis zu ca. einem Jahr im engen Fokus haben.

Die Kurse von heute zeigen also, was der Markt von einer Aktie in ca. 6-12 Monaten erwartet, nicht was die Realität des Unternehmens heute in der Gegenwart ist. Dieser Unterschied ist zentral und wer den nicht versteht, wird auch nie die Bewegungen des Markes verstehen können.

Natürlich steht den Unternehmen nun objektiv ein anstrengender Covid-Winter bevor und die oben genannten Sektoren werden in den kommenden Monaten weiter schwer getroffen sein. Mit den Kursen bepreist der Markt aber, was er nächsten Sommer/Herbst 2021 erwartet und da hat die berechtigte Aussicht auf Impfungen natürlich einen ganz wesentlichen Effekt.

Seit diesem 09.11. hat eine erneute Sektoren-Rotation an den Märkten stattgefunden, die weit gelaufenen Covid-Gewinner im NASDAQ sind in Korrektur-Bewegungen gewechselt, Sektoren und Aktien dagegen, die schwer unter Covid leiden, sind zum Leben erwacht.

Schauen sie nur als Beispiel mal auf Hexcel (HXL), einen Spezialisten für Verbundwerkstoffe (Composite-Material) im Flugzeugbau, wie die Aktie nun zu fliegen begonnen hat. Das Unternehmen ist natürlich stark von Boeing (BA) und Airbus (AIR) abhängig und natürlich hat sich aktuell in diesen Wochen in den Auftragsbüchern rein gar nichts an der Baisse geändert.

Die Aussicht aber auf ein Ende der Pandemie, der Blick auf 2021 lässt die Kurse schon heute massiv steigen. It´s the expectation stupid!

Umgedreht sieht die Geschichte aber bei den Impfaktien aus, wer glaubt die Nachricht dass die Impfungen kommen, sei nun der Katalysator für weitere Gewinne, hat auch den Mechanismus des Marktes nicht verstanden.

Die Erwartungen waren schon in den Kursen, jetzt wird sich der Fokus darauf richten, dass wahrscheinlich nur die ersten 2-3 Anbíeter im Rennen das große Geld machen können und alle anderen zu großen Teilen auf den Investitionen sitzenbleiben.

Schauen sie im Weekly wie Biontech (BNTX) und Moderna (MRNA) auf die Nachricht reagiert haben und wann die Aktien gestiegen sind - im Vorfeld! Das Thema ist überwiegend "gegessen", "it´s the expectation stupid!

Diese Erkenntnis, dass eine Impfung in 2021 kommt, hat aber natürlich Auswirkungen auf den ganzen Markt. Und deswegen ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, ab dem man die zurückgebliebenen Sektoren auch wieder eines Blickes würdigen darf - nicht im April diesen Jahres.

Wer sich im Frühjahr Öl-Aktien wie Shell ins Depot gelegt hat, weil diese ja "so billig" seien, hat sich nur nervige Verluste ins Depot geholt, während mit den "stay at home" Tech-Aktien absehbar viele Verdoppler möglich waren.

Ob Öl-Aktien noch ein langfristiges Investment sind, ist äusserst fraglich - ich halte solche Aktien seit vielen Jahren nicht mehr als Investment - aber zumindest als Trade ist jetzt mit der erneuten Rotation die Zeit gekommen auch mal wieder in die zurück gebliebenen Sektoren zu schauen - aber eben nicht im letzten Frühjahr.

Damit will ich auch hier im freien Bereich schon wieder schliessen. Die Kunst für mittel- und langfristige Anleger ist jetzt, von einer reinen Fokussierung auf die Covid-Gewinner wegzukommen und eine balanciertere Aufstellung zu finden.

Viele der Techaktien werden fraglos weiter zu den langfristigen Gewinnern gehören, weil die dahinterliegenden Trends zwar von Covid beschleunigt wurden, aber viel grundlegender sind. Und nicht jeder der verprügelten Sektoren wird schnell wieder zu alten Tagen zurückkehren, weil Covid auch Dinge dauerhaft verändern wird - so zum Beispiel den Anstieg von verteilter Heimarbeit und von Videokonferenzen.

Niemand sollte nun also seine Depots 180 Grad auf den Kopf stellen, wer Wachstum und dauerhaft steigende Kurse im Depot will, muss weiter vor allem auf den NASDAQ schauen.

Aber nicht jeder Covid-Gewinner wird seine Gewinne in die Zeit danach retten können, die Hersteller von Masken sollten dafür ein sehr einfaches Beispiel sein. Wer jetzt also den erneuten Wandel, die erneute Rotation der Märkte nicht sehen kann und will, wird den gleichen Fehler wie im Frühjahr erneut machen.

Beständig ist am Markt eben nur der Wandel und es sind und bleiben die Erwartungen, die Kurse bestimmen! Die Gegenwart ist dagegen "kalter Kaffee". 😉

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Vor und nach der Hochzeit

Die Auszählungen laufen noch, aber seit Mittwoch Mittag wird immer wahrscheinlicher, dass die Waage am Ende zu Gunsten Bidens ausschlagen wird.

Zeit auch im freien Bereich mal ein paar Gedanken zum Markt und der Wahl zu teilen, in der Community besprechen wir das natürlich täglich in Tiefe und Breite.

Da wir es beim Geschehen aber immer noch mit einem "Moving Target" zu tun haben, also einer Situation die sich dynamisch entwickelt, will ich mich hier im freien Bereich vor allem auf das Verständnis konzentrieren, warum der Markt überhaupt bestimmte, markante Bewegungen zeigt. Dazu wird medial nämlich viel Unsinn verbreitet und die Frage wer Präsident wird, war dafür in den letzten Tagen nur indirekt entscheidend.

Zunächst einmal haben wir letzte Woche die "Angst in der Nacht vor der Hochzeit" erlebt. Es ist ganz oft so, dass der Markt vor wichtigen Wegscheiden etwas zu stark in die Gegenrichtung ausschlägt. Auch vor 4 Jahren gab es zunächst einen Ausverkauf als Trumps überraschender Sieg bekannt wurde, dann aber begannen die Käufe die dann 15 Monate lange bis in den Januar 2018 hinein praktisch nicht aufgehört haben.

Auch bei technischen Konsolidierungs-Formationen - zum Beispiel sogenannten "bullischen Flaggen" - sieht man am Ende gerne einen Fakeout nach unten, bevor die Kurse dann mit Macht doch nach oben drehen.

Etwas Ähnliches haben wir letzte Woche gesehen und die Schärfe der Abgaben war letzte Woche auch für mich überraschend. Denn ich bin schon vor 2 Wochen mit Präferenz von einer Erleichterungs-Rally nach der Wahl ausgegangen, die scharfen Abgaben letzte Woche waren da irritierend, haben mich aber von der bullischen Erwartung nicht abgebracht, weil diese das Setup für Stärke danach nur verbessert haben:

Jetzt sehen wir, dass es letzte Woche wirklich nur ein "Fakeout" war, die bekannte "Angst vor der Hochzeit", also vor einem wichtigen Ereignis. Und wenn wir nun in bestimmten Sektoren eine massive Rally erleben, dann hat das genau auch damit zu tun, dass die schon eingepreiste Angst sich nun auflösen kann - eine klassische Erleichterungsreaktion.

Denn es war klar zu sehen und wurde im Rahmen meiner Artikel im Premium-Bereich ausführlich thematisiert, dass der Markt schon längst viele Sorgen in die Preise eingebacken hatte. Wenn sie meinen Artikel -> Der Markt und die Erwartungen <- im freien Bereich gelesen haben dann wissen sie, dass die Kurse sich aufgrund veränderter Erwartungen bewegen und nicht aufgrund des Inhalts von Nachrichten!

Nachrichten verändern zwar die Erwartungen, wenn aber die Erwartung vorher katastrophal schlecht war, wird eine marginal schlechte Nachricht dann trotzdem zu einer positiven Anpassungsreaktion führen.

Wenn also alle eine "Blaue Welle", einen durchschlagenden Erfolg der Demokraten erwarten, mit dem beide Häuser - auch der Senat - in die Hände der Demokraten fallen und die dann "durchregieren" könnten, dann stellen sich die Marktteilnehmer auch auf die damit verbundene und zu erwartende Regulierung zum Beispiel für Big Tech ein, die auch auf Zerschlagungen herauslaufen kann. Und so wurden diese Aktien in der Vorwoche ebenso abverkauft, wie alle Aktien die besonders unter wieder erhöhten Steuersätzen leiden würden.

Wenn diese Erwartung sich dann aber durch die ersten Ergebnisse nicht bestätigt und widerlegt wird, wenn klar wird, dass die US weiter ein "Split Government", einen "Gridlock" haben, dann können diese Sorgen ausgepreist werden und führen zu massiv steigenden Kursen - neben anderen Faktoren natürlich, der Markt ist immer die Überlagerung vieler Einflussfaktoren.

So zum Beispiel bei den Schwergewichten des NASDAQ wie hier bei Facebook (FB):

So auch zum Beispiel bei "Big Pharma", die bei einer demokratischen "blauen Welle" auch dem Risiko scharfer Regulierung bei den Medikamentenpreisen ausgesetzt waren. Und so kommen dann Charts wie bei Abbvie (ABBV) zustande.

Der Markt hatte seit dem Sommer mit steigenden Umfragen für Biden regulatorische Risiken eingepreist und von dieser Sorge wurde er nun mit einem Schlag befreit:

Wenn sie genau hinhören dann bemerken sie auch, dass es dabei gar nicht primär um die Frage Biden oder Trump geht. Der Markt hat kein Problem mit der Person Biden, er hatte ein Problem mit grundlegenden Eingriffen in Steuergesetze und in die Preisfindung im Gesundheitssektor.

Unabhängig vom Wahlausgang gab es ja aber auch große Sorgen vor gesellschaftlichen Unruhen nach der Wahl, auch das war in den Kursen, zum Beispiel der kleineren Unternehmen, die darunter leiden würden.

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Bidens Aktien richtig verstanden

Die US Wahl rückt näher, eine gute Woche, dann wird es ernst.

Zum Wahlausgang will ich mich nicht an der Raterei beteiligen, nur darauf hinweisen, dass die Erfahrung von 2016 den Wählern und Demoskopen noch in den Knochen steckt. Wenn sie wieder einen Fehler machen, dann wahrscheinlich eher einen Neuen, als den gleichen Fehler noch einmal. Überraschend sind eben eher die Dinge mit denen niemand rechnet und nicht, was man nach einer Vorerfahrung schon auf dem Radar hat.

Zeitgleich mit der näher kommenden Wahl, schwellen nun aber auch die Artikel zu Bidens möglicher Wahl deutlich an, die im Sinne "diese Aktien müssen sie kaufen wenn Biden Präsident wird", die Favoriten der möglichen neuen Präsidentschaft thematisieren.

Das macht ja auch Sinn, nur kommt es teilweise zu spät und vor allem verkennen diese Artikel gerne, dass der Markt das ja auch alles schon längst weiss.

Mal konkret, am 15. Juli habe ich der Comunity mit dem Artikel -> Bidens Aktien <- einen ersten Überblick gegeben.

Selbstverständlich hat der Artikel unter anderem auch die absehbare Präferenz der Demokraten für "Clean Energy" und damit für Aktien wie NextEra Energy (NEE), Enphase Energy (ENPH) oder die Solarwerte generell thematisiert.

Und selbstverständlich war da auch klar, dass die Ölwerte eher "Trump Werte" sind, das zu wissen erfordert wirklich keine Raketenwissenschaft, sondern war und ist offensichtlich.

Diese Erkenntnis im Juli, hat uns ermöglicht zum Beispiel im Clean Energy Sektor an solchen Bewegungen teilzuhaben, wie híer bei den Sektor-ETFs iShares Clean Energy (ICLN) und Invesco Solar (TAN).

Ich habe mir erlaubt, den 15.07. mal zu markieren:

Sie sehen, was danach passiert ist und sie sehen, wie massiv das Volumen angeschwollen ist. Große Adressen haben sich also danach in den Sektor eingekauft.

Und damit kommen wir zum Kern dessen, was ich ihnen hier und heute vermitteln will. Denn warum ist das wohl so? Warum haben sich die großen Adressen dann eingekauft?

Eben weil die nicht dümmer als wir sind. Weil der Markt auch weiss, was wir wissen. Weil die Erkenntnis, dass Clean Energy ein Biden Sektor ist, auch im Juli jeder haben konnte.

Und jetzt frage ich sie noch einmal: Was glauben sie welchen Wert es hat, wenn jetzt ein paar Tage vor der Wahl Artikel auf die "grandiose" Idee kommen, ihren Lesern diesen Sektor als Biden-Sektor zu empfehlen?

Der Punkt ist, das hat der Markt schon zu guten Teilen verarbeitet, der Kuchen ist also schon zumindest teilweise aufgegessen.

Ich sage bewusst *teilweise*, weil ja noch erhebliche Unsicherheit über der Wahl liegt und der Markt also auch noch nicht voll auf diese Aktien setzen kann.

Wenn Biden also klar gewinnen sollte, kann es gut sein, dass dieser Sektor dann noch einmal einen deutlichen Freudensprung macht, weil die letzten Nachzügler die das erkennen, die Aktien dann als Letzte in der Nahrungskette auch noch kaufen.

Dann spätestens aber dürfte der Sektor erst einmal reif zumindest für eine Konsolidierung sein, weil eben jeder der sich einkaufen will, das schon getan hat - die Mehrheit schon vorher, wie die Charts klar sagen.

Kurse steigen eben, wenn -> die Nachfrage überwiegt <- und wenn alle schon gekauft haben, die kaufen wollten, geht die Nachfrage zurück.

Das bedeutet nicht, dass der Sektor dann wieder ernsthaft fallen muss. Viele Faktoren wirken auf die Kurse und eine allgemeine Rally nach der Wahl hebt alle Boote, auch diese Sektoren. Es heisst nur, dass ein guter Teil der Chancen schon verfrühstückt wurde.

Man muss jetzt auch unbedingt den Zeithorizont auseinanderhalten. Denn es spricht viel dafür, dass der Clean Energy Sektor auch langfristig eine gute Performance hinlegen wird, egal wer die Wahl gewinnt. Und wenn später die richtige Gesetzgebung von der neuen Administration kommt, dann kann der Sektor durchaus nach einer Pause weiter steigen, weil diese Gesetzgebung ist dann ja wieder eine Neuigkeit. Das ist eben eine mittel- und langfristige Zukunft, die noch nicht geschrieben ist.

Ich speche hier aber über das kurzfristige Geschehen um die Wahl und da hat der Sektor nun kein besonders gutes Chance/Risiko-Verhältnis mehr. Denn die Erwartung eines Biden-Sieges ist vermutlich zu guten Teilen in den Kursen und reicht vielleicht noch für einen finalen Freudenschub vor einer Konsolidierungsphase. Ein Trump-Sieg dagegen würde wohl einigen Druck auf den Sektor machen.

Der Markt weiss eben mehr als wir oder zumindest genau so viel - auf keinen Fall aber weniger! Wer 7 Tage vor der Wahl glaubt mit der Erkenntnis dass Solar ein "Biden-Sektor" ist noch einen Vorteil gegenüber den anderen Marktteilnehmern zu haben, glaubt auch ernsthaft dass der Rest des Marktes nur aus Dummbeuteln besteht, die 2 und 2 nicht zusammenzählen können.

Merke:

Die richtige Erkenntnis zu spät zu haben, ist am reflexiven Markt leider oft nur eine andere Formulierung für "falsch". Der Markt als die gebündelte Erwartung aller Marktteilnehmer, weiss in der Regel mehr als wir und wir tun als Anleger gut daran, das nie zu vergessen.

Kurse werden auch nicht von Nachrichten gemacht, Kurse werden durch das Delta der Erwartungen gemacht, Erwartungen die durch Nachrichten beeinflusst werden.

Wie ich ihnen erst diesen Mai in -> Der Markt und die Erwartungen <- ausführlich geschrieben habe gilt:

Was schon erwartet wurde, kann die Kurse kaum mehr bewegen.

Starke Kursbewegungen entstehen dagegen bei echten Überraschungen, bei denen die Erwartungen schnell und hart angepasst werden müssen, wie 2016 nach Trumps Wahl. Erinnert sich noch jemand, wie Carl Icahn schnell von der Wahlparty verschwand um Kaufaufträge zu platzieren? 😉

Was wir oben in den Charts sehen, ist teilweise die Anpassung von Erwartungen, als Bidens Sieg in den Umfragen wahrscheinlicher wurde. Nicht nur, viele Faktoren wirken auf die Kurse, aber auch!

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Was ist eine Wall of Worry?

Ich weiss nicht ob sie den folgenden Witz kennen:

Sohn fragt aus der Schule kommend: "Papa, Papa, was ist ein Vakuum?"
Papa sagt: "Moment mal Sohn, ich habs im Kopf, aber ich komm nicht drauf!"

😀

In diesem Sinne könnte ich sie nun fragen: "Was ist eine Wall of Worry?"
Und die Antwort wäre konkret vor ihrer Nase, nicht im Vakuum der üblichen Ratereien und Spekulationen. 😛

Hier ist das vor ihrer Nase:

Denn eine "Wall of Worry", ist im Deutschen die "Wand der Angst" oder auch eine "Mauer der Sorgen".

Und wissen sie was, wenn so eine Wall of Worry im Markt exitiert, dann steigen die Kurse gerade weil so viele Sorgen da sind.

Für Anfänger, oder Anleger die immer welche bleiben, hört sich das merkwürdig an, wenn große Risiken existieren, dann muss man doch von fallenden Kursen ausgehen. Oder etwa nicht?

Eben *nicht*. Wenn sie zum Beispiel meinen Artikel -> Der Markt und die Erwartungen <- gelesen haben, dann ist ihnen klar, dass immer das Delta der Erwartungen entscheidend ist.

Wenn also im Markt schon große Sorgen sind und alle die diese Sorgen haben schon verkauft oder abgesichert haben, dann müssen gar nicht die Sorgen verschwinden damit die Kurse steigen, dann reicht es dass die Sorgen ein klein wenig geringer werden und der Markt steigt.

Und genau das passiert gerade im US-Markt, der Sorgen sind viele, das Virus, die Präsidenten-Wahl, die Sorgen vor Unruhen danach und so weiter und so fort.

Diese Sorgen wurden aber in der Korrektur des September verarbeitet und nur wenn diese Sorgen nun neue Aspekte bekommen, die diese verschärfen, wäre das wieder kursrelevant.

Tja und dann haben wir da noch den zweiten entscheidenden Faktor eines Marktes, den ich ihnen im April in -> Warum steigen (und fallen) Kurse eigentlich? <- nahegebracht habe.

Und das ist der Liquiditäts- und damit Anlage-Druck, der in hohem Maße von der Geldpolitik der Notenbanken und den diversen Stimuluspaketen befeuert wird. Und wo die Nachfrage groß und das Angebot knapp ist, da steigen die Preise, etwas was man auch im Immobilienmarkt schon lange sehen kann.

Weswegen es immer so lustig ist, wenn über den Warenkorb gesagt wird, er würde keine Inflation anzeigen. Doch die ist da, aber nicht im Warenkorb, sondern in den Assetmärkten und das hat mit den Notenbanken zu tun. Wenn also ein junger Familienvater keine bezahlbaren Häuser für seine kleine Familie mehr findet, darf er sich neben anderen Faktoren wie Regulierung (Dämmung, fehlende Grundstücke etc) und Bevölkerungswachstum durch Migration vor allem bei den Notenbanken bedanken.

Statt dessen glaubt dieser Familienvater aber wahrscheinlich das kenntnisfreie -> Enteignungs-Gebrabbel <- linker Ideologen. Für die Notenbanken und die Unterstützer dieser Geldpolitik ist das aber ein Segen, die freut der ablenkende "Haltet den Dieb Effekt" natürlich.

Aber zurück zur Börse, denn Immobilien sind ein anderes Thema. Der Punkt ist, zwei Faktoren treiben aktuell die Märkte, die Liquidität und die "Wall of Worry".

Und deshalb hat die September-Korrektur nur den erwarteten flachen Verlauf genommen und wir im Premium-Bereich haben den Umschwung Ende September auch erkannt.

Und nun läuft der Markt die "Wall of Worry" hoch, frei nach dem ewigen Motto des Marktes:

Zwei Schritte vor, einer zurück.

Was morgen passiert wissen wir immer noch nicht. Auch nicht was nach der US Wahl passiert. Wir wissen aber dass die Geldpolitik so aggressiv bleibt und eine faktische MMT (Modern Monetary Theory) etabliert wird und wir wissen, dass es immer genügend Grund gibt sich Sorgen zu machen - von Euphorie keine Spur.

Und das ist doch schon mal was. Wer ein Investor sein will und in einem "2x vor 1x zurück" Markt immer permanent zögert, wird eben nie auf einen grünen Zweig kommen.

Sorgen gibt es immer, die Märkte können trotzdem die "Wall of Worry" steigen. Das wollte ich heute noch einmal wiederholen.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Erwartet und überraschend

Was letzten Donnerstag mit dem Einbruch der weit gelaufenen Techwerte am Markt geschehen ist und sich schon am Tag vorher mit starken Abgaben bei AAPL, TSLA und CRM ankündigte, dürfte wohl mal wieder die besterwartete Entladung seit langer Zeit gewesen sein.

Denn es war offensichtlich, dass die Techwerte bei aller berechtigten Begeisterung über deren Zukunftsaussichten, etwas zu weit vorausgelaufen waren. Eine spekulative Komponente war also vorhanden, auch wenn die Bewegungen im Kern Substanz haben.

Ich habe das letzte Woche auch hier im freien Bereich mit den Worten beschrieben:

Nur ob da nun etwas zu viel übertriebene Spekulations-Sahne oben auf den Kursen ist, das ist eine sehr berechtigte Frage, ich gehe auch eher davon aus, eine Korrektur erscheint fällig.

Es war aber auch immer klar, dass der genau Zeitpunkt der Entladung nicht im Vorfeld zu antizipieren sein würde, so eine Entladung kommt schnell, hart und plötzlich und ohne echten Auslöser - wie ein Blitz aus einem gewittrigen Himmel.

Man kann den genauen Zeitpunkt des Blitzes nicht vorhersehen, man kann ab den Marktzustand erkennen, der Blitze wahrscheinlich macht, so wie eine schwül-drückende Wetterlage im Sommer.

Und genau das war im Vorfeld zu sehen und insofern ist rein gar nichts an dieser Entladung bisher überraschend.

Ein Markt wird dann gefährlich, wenn er nicht tut, was er eigentlich sollte. Dieser Markt hat aber gerade genau das gemacht was er sollte, weswegen man diese Entladung bisher gelassen sehen kann und auf Basis der bisher vorhandenen Signale davon ausgehen, dass es nach dem Gewitter weiter im Bullenmarkt geht.

Hier sehen wir das Geschehen beispielhaft bei Apple, das schon am Mittwoch startete und am Freitag schon einen markanten "Hammer" generiert hat, die Aktie wurde wieder aggressiv gekauft:

Und im S&P500 wurde nun gerade das langfristige Ausbruchsniveau über die Februar-Hochs von oben getestet, auch das bisher ein normaler Vorgang:

Trotz dieser völlig erwartbaren, absehbaren Situation, die ich im Premium-Bereich seit 2 Wochen mehrfach und deutlich beschrieben habe, werden aber immer wieder Anleger davon auf dem falschen Fuß erwischt. So ungefähr wie jedes Jahr auch die ersten Schneeflocken immer "ganz überraschend" kommen. 😉

Das hat viel mit unserer eigenen Psyche zu tun, mit dem was wir hier im Blog liebevoll-sarkastisch "Affenhirn" nennen und die Folge davon sind dann Ärger, Reue, Unruhe etc.

Wer sich so vom Markt treiben lässt, dem nützt es dann auch nichts vorher x-mal gelesen zu haben, dass eine 10% Korrektur nun wahrscheinlich und gesund sei, wenn die geliebte Apple oder was auch immer um 10% korrigiert, schalten sich in den Hirnen die Angst & Flucht-Reflexe ein, die wenn nicht kontrolliert, garantiert zu Fehlentscheidungen führen.

Damit komme ich zu einer Erhöhung der Einstiegshürde bei Mr-Market und zu dem, was ihnen im Premium-Bereich geboten wird. Denn dort erhalten sie unter anderem eine tägliche Begleitung und Einordnung des Marktgeschehens, wenn sie so wollen, wird das "Affenhirn" von mir "an die Leine genommen" und ihm Ruhe und Gelassenheit zugesprochen. Viele profitieren sehr davon und die Community wächst zunehmend schneller.

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Gnadenlos

Die Sommerferien im Blog sind vorbei, der Normalmodus ist soeben mit einem umfangreichen Wochenausblick im Premium-Bereich wieder losgegangen.

Ich habe mich gefreut, dass einige Neueinsteiger mein Angebot angenommen haben, den August zum Einlesen zu nutzen, damit sie nun "bereit" für ein hoch spannendes und profitables Jahresende sind.

Denn die kommenden 4 Monate werden extrem bewegt und anstrengend werden, das normale Jahresende, kombiniert mit einer richtungsweisen US-Wahl und den Besonderheiten der Pandemie, werden für jede Menge Bewegung und Spannung an den Märkten und darüber hinaus sorgen.

Es wird in Zukunft auch ein paar Änderungen geben, die die Einstiegshürde für Neueinsteiger in den Premium-Bereich bewusst erhöhen, da ich gar kein Interesse an einer zu schnell steigenden Mitgliederzahl habe, um die Qualität der Community weiter hoch zu halten. Darüber schreibe ich dann voraussichtlich in einer Woche. Wer den August jetzt schon genutzt hat, hat es also richtig gemacht.

Der US Markt war im August gnadenlos und schmolz wie ein Strich langsam nach oben:

Das ist ein Umstand, den man für einen August nicht unbedingt erwarten kann, der aber in Wahljahren nicht völlig untypisch ist. In solchen Jahren gibt es öfter einen starken August, dafür aber einen temporären Einbruch im September/Oktober vor der Wahl.

-> Hier bei Equity.Clock <- können Sie den typischen statistischen Verlauf von Wahljahren im Vergleich sehen:

Nun ist 2020 fraglos kein normales Wahljahr, die Effekte des Virus und der beispiellose Stimulus überlagern alles, aber zumindest ist ein starker August in Wahljahren eben nicht ungewöhnlich.

Mit dieser besonderen Lage, mit diesem gnadenlosen Strich nach oben, kann man auf drei Arten versuchen umzugehen.

Erstens könnte man sich auf "Bewertungsfragen" stürzen und leicht argumentieren, dass viele Aktien in diesem Markt ja "überbewertet" seien.

Sie wissen was ich davon halte, da bleibt nur Augenverdrehen und wer so versuchen will den Markt zu timen, kann das gerne tun, aber ohne meinen Segen.

Denn eine "Bewertung" ist immer etwas Relatives und was bei einem Leitzins von 5% vielleicht im Vergleich zu Anleihen hoch bewertet ist, ist es bei absehbar 5 Jahren mit Nullzins eben nicht. Das zu vergleichen sind Äpfel und Birnen.

Ich habe das in unzähligen Artikeln thematisiert, so zuletzt auch in -> Warum steigen und fallen Kurse eigentlich <-. Die Bewertung von Aktien ist Ausdruck der *Zukunfts-Erwartungen* des Marktes und die können zu jedem Zeitpunkt zu optimistisch, aber auch zu pessimistisch sein - auch heute. Und erst hinterher ist man klüger.

Zweitens kann man taktisch an den Markt herangehen und dann sieht man die lange, pausenlose Aufwärtsbewegung, sieht aber auch Saisonalitäten wie im Chart oben und erkennt den Bullenmarkt, erwartet aber auch bald eine Konsolidierung.

Das ist eine legitime Herangehensweise, die durchaus Sinn macht. Man bleibt also dabei, wird nun aber ein wenig vorsichtiger und erwartet kurzfristig auch mal eine Konsolidierung oder Entladung.

Und dann gibt es Drittens noch eine ganz andere, langfristige Sichtweise, die sich mit den Liquiditätsströmen und dem historisch einmaligen Vorgehen der Notenbanken befasst.

Denn was wir hier erleben, wird zunehmend zu einer verdeckten Implementierung einer Form von "Modern Monetary Theory (MMT)", kurz gesagt alle Schleusen wurden geöffnet, werden auf Jahre - wenn überhaupt je wieder - nicht geschlossen und treiben die Preise aller Anlagegüter massiv.

Wenn das so ist, dann sind wir noch lange nicht in der Phase angekommen, in der jeder versteht, dass der einzige Schutz gegen Entwertung die Flucht in echte, fungible Sachwerte ist. Dann steigen Aktien oder Gold noch lange weiter, weil der Druck unter dem Kessel immer höher wird und wenn der nur einen engen Ausgang hat, dann pfeift der Kessel eben!

Und Vergleichsbewertungen zu den Zeiten einer normalen Geldpolitik sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind!

Sie erkennen leicht an meinen Worten, dass ich kurzfristig auf ein paar Wochen durchaus mit Zweitens sympathisieren kann, langfristig aber von einer sich beschleunigenden "Katastrophen-Hausse" wie in Drittens ausgehe.

Sicher kommt dann irgendwann das dicke Ende, aber vorher steigt der Druck im Kessel massiv und mit ihm die Kurse. Und wer aus Angst vor dem dicken Ende dann nicht dabei ist, wird einen doppelten, fatalen Fehler machen. Denn irgendwann wird auch der Letzte verstehen, dass die Orte zum Schutz von Vermögen immer begrenzter werden, bis dann der Kipppunkt erreicht ist, hinter dem es sowieso keinerlei Sicherheiten mehr gibt, auch nicht Gold, weil auch das konfisziert und verboten werden kann.

Lange Rede kurzer Sinn, dieser starke Markt spricht für weitere Stärke, auch wenn kurzfristig eine Verschnaufpause/Entladung kein Wunder wäre. Bewertungsfragen sind aber in einer Katastrophenhausse völlig irrelevant und nach dem *großen Reset* - wann immer der kommt, aber sicher nicht heute oder morgen - gehen sowieso alle Bewertungsfragen auf "LOS" zurück.

Ich will ihnen das was passiert anhand eines reinen US ETFs zeigen, dem Kursverlauf des ARK Innovation ETF (ARKK), dessen -> Holdings sie hier finden <-.

DIe Covid-Krise hat viele Entwicklungen, die noch Jahre langsam gelaufen wären, nun immens vorgezogen und beschleunigt. Und der Markt spiegelt das wieder, für den Sicherheit mit Zukunftspotential gleichbedeutend geworden ist.

Innovation geht immer, Zukunft gibt Sicherheit im Umbruch, nicht vergangene Meriten vergehender Industrien.

Natürlich ist bei diesem Chart auch ein Stück spekulative Übertreibung dabei, aber eben nicht nur, der wahre Kern ist vorhanden:

Machen Sie sich klar, dass diese hier fraglos vorhandene Spekulation und Übertreibung eher das Sahnehäubchen ist und nicht der Kern der Sache.

Denn wenn sie durch die Holdings des ARKK gehen, dann finden sie viele richtig starke, zukunftsträchtige Geschäftsmodelle, die *völlig zurecht* nun stark hochgekauft werden und rein gar nichts mit den Luftblasen des Jahres 2000 zu tun haben. Nur ob da nun etwas zu viel übertriebene Spekulations-Sahne oben auf den Kursen ist, das ist eine sehr berechtigte Frage, ich gehe auch eher davon aus, eine Korrektur erscheint fällig.

Der Markt preist also eine neue Wirklichkeit ein, eine Zukunft nach Covid mit Notenbanken, die nie mehr vom Gaspedal gehen.

Die FED hat nun sogar einen Nullzins für 5 Jahre angekündigt:
-> Fed Seen Holding Rates at Zero for Five Years in New Policy <-

Der Zins kehrt also nicht mehr wieder, wie ich schon vor Jahren angekündigt habe und ohne ihn bleibt nur ein Weg für Anlagekapital, die Flucht in fungibles Produktivvermögen. Genau das passiert gerade und es gibt keine Indikation dafür, dass es gerade jetzt enden muss.

Ich wünsche einen guten Start in den September!

Ihr Michael Schulte (Hari)

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