Augustausblick S&P500, DAX und Gold – Der Retest kommt!

Der August liegt vor uns, normalerweise der ruhigste Börsenmonat des Jahres.

Ruhig deshalb, weil im August Politiker wie Notenbanker im Urlaub weilen. Und damit steht nicht mehr jeden Tag ein FED-Mitglied vor einem Mikrofon und analysiert die einzelnen Halbworte des letzten FOMC-Statements. Und auch die Politik verschont uns mit ihren Fülltexten und politisch korrekten Empörungen, die Kompetenz und Handlungsfähigkeit vorschützen sollen, wo leider zu oft keine ist.

Dieses Jahr ist das anders, weil auch im August jeden Tag wieder, ein Irrer jemandem den Kopf abschneiden oder unschuldige Kinder im Namen seines armseligen Egos niedermähen kann.

Gut ist dabei nur, dass die Börse da ganz gelassen ist. Die interessiert sich nur für wirtschaftliche Folgen. Wenn eine ganze Gesellschaft destabilisiert wird, dann interessiert sie sich dafür. Was dann passiert, könnte man zum Beispiel am türkischen Aktienmarkt sehen, je nachdem wie da die Entwicklung weiter geht.

Wenn aber wieder ein armer Tropf sich selbst und seine abartigen Moralvorstellungen in die Luft sprengen will, dann zuckt die Börse die Schultern und das ist genau gut so.

So wird der August börsentechnisch immer noch das Potential haben, der ruhigste Monat des Jahre zu sein, wenn - ja wenn - da nicht der Leitindex S&P500 massiv überkauft und korrekturanfällig wäre.

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Diamantenfieber oder das Geheimnis des Marktes

Am 17.06.16 - also vor einem guten Monat - habe ich vor dem Brexit, für die Mitglieder im Premium-Bereich den folgenden Artikel unter dem Titel "Diamantenfieber" geschrieben.

Nun werden Sie sich denken: "Warum soll ich denn einen über einen Monat alten Artikel lesen? Nichts ist so alt, wie eine alte Zeitung!"

Sie müssen natürlich gar nichts, Sie sind ja freiwillig hier. Sie dürfen nun also gerne wieder wegklicken.

Ich kann Ihnen nur sagen, es hat natürlich einen Grund, warum Sie den alten Artikel lesen sollten. Denn es vermittelt eine wichtige Wahrheit zum Markt.

Die Wahrheit, dass man keine wilden Spekulationen und Prognosen braucht, um am Markt erfolgreich zu sein und auch kein Herumraten, ob der Brexit oder irgend ein anderes Ereignis, nun so oder so ausgehen wird.

All diese -> Prognosiritis < -, verstellt uns nur den Blick auf das Wesentliche.

Denn das Wesentliche findet in den Märkten jeden Tag vor unserer Nase im "Hier und Jetzt" statt. Alleine das genau zu beobachten und aus dem Marktverhalten rationale Schlüsse zu ziehen, verschafft uns mehr Vorteil, als drei wilde Prognosen oder Spekulationen gleichzeitig.

Und wenn Sie den folgenden Artikel von vor dem Brexit lesen, werden Sie verstehen was ich meine:

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Euroland und das Maul des Schreckens

Viele normale Anleger sehen die Börsenwelt ja nur aus dem Blickwinkel ihres Heimatmarktes und wer da in 2016 den DAX erlebt, muss ja glauben, dass die Weltmärkte 2016 ein einziges Jammertal sind und der Brexit ganz schreckliche Folgen hat.

Stimmt aber nicht - beides nicht. Zumindest nicht für die Weltmärkte, wohl aber für Euroland und die Aktienindizes in Euroland, wie den DAX oder den Eurostoxx50.

Wie grauselig das Bild wirklich ist, erkennen wir, wenn wir in das sich seit Anfang 2016 öffnende Maul des Schreckens schauen:

SPY-DAX 06.07.16

Da ist er, der gruselig schwache DAX in Landeswährung im Vergleich zum weltweiten Leitindex S&P500, dem breiten Index der US Märkte. Anfang 2016 waren beide noch nebeneinander, nun hat sich das Maul des Schreckens weit geöffnet.

Nun könnte ja jemand auf den Gedanken kommen, das läge ja nur an einzelnen "Gurken-Aktien", von denen sich mit Versorgern, Autobauern und Banken ganz besonders viele im DAX tummeln.

Stimmt aber nicht, schauen wir mal auf den breiter gefassten Eurostoxx50:

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Ob nach dem Brexit das englisch Runde in das französisch Eckige geht?

Der Brexit hat die Märkte auf dem falschen Fuss erwischt, denn noch am Donnerstag Abend um 23 Uhr hatte in Anbetracht von Umfragen und Buchermacherwerten, niemand mehr ernsthaft mit dem Brexit gerechnet.

Wenn Sie sich aber beispielsweise mal den Wochensaldo des DAX letzte Woche anschauen, der sich nur um 74 Punkte von 9.631 auf 9.577 herab bewegt hat, sehen Sie schnell, dass wir trotz der 10% Minus am Freitag gar keinen Crash hatten, es wurden einfach nur die Gewinne von Montag bis Donnerstag mit einem Schlag wieder abgebaut, weil diese auf einer falschen Annahme (dem "Remain") fussten.

Summa Summarum, war das Marktverhalten am Freitag aber recht kontrolliert, sehr volatil zwar, aber ohne echte Panik. Auch die Finanzsysteme haben Stand gehalten und Banken, die trotz dieses lange planbaren Events ihre EDV trotzdem nicht im Griff hatten, sollte man konsequenterweise mit Abzug von Kapital strafen. Denn Schönwetterbanken braucht niemand.

Womit sich nun die Frage für Anleger stellt, wie es nun weiter geht.

Denn entscheidenden Punkt dafür, hatte ich schon vor einer guten Woche unter Punkt (5) des Artikels -> Brexit für Dummies < - geschrieben:

Fünftens, ob der "Brexit" oder das "Remain", dann Europa schwächen oder stärken wird, ob es Grossbritannien zu einem abgehängten, irrelevanten Wurmfortsatz Europas, oder gerade erst zu einem höchst erfolgreichen Wirtschaftsstandort macht, diese Zukunft ist noch nicht geschrieben und hängt weniger von der Entscheidung selber, als davon ab, wie die Details danach gestaltet und verhandelt werden.

Der schlichte Narrativ, der nun vom "Remain"-Lager in Europa verbreitet wird, ist ja, dass die Briten nun das grössere Problem als die EU haben und sich "störrische, ungebildete Alte" in England, sozusagen selber in den Fuss geschossen haben.

Für bestimmte Denkschulen, ist die Welt ja immer simpel. Wenn man nicht ihrer Meinung ist, ist man wahlweise rechtsextrem, ungebildet, in der Vergangenheit lebend, fremdenfeindlich oder einfach nur blöd. Es lebt sich einfach gut, wenn die Welt so fein in Gut und Böse geteilt ist und man so immer nur bei den "Guten" ist.

Unsere Geldanlagen, sollten wir aber auf keinen Fall nach so einem dürftigen Narrativ richten, oder haben Sie den Eindruck, dass die Leute die dabei am Lautesten rufen, besonders erfolgreich an der Börse sind? 😉

Wahr ist, was ich oben schon geschrieben habe: Diese Zukunft ist noch nicht geschrieben und hängt weniger vom Brexit selber, als davon ab, wie die Details danach gestaltet und verhandelt werden.

Und dabei beschleicht mich ein Verdacht. Der Verdacht, dass die EU nun das viel grössere Problem hat.

Denn das grösste Problem der Märkte ist nun Unsicherheit. Wo wird denn nun die Unsicherheit grösser sein?

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Es sind die Erwartungen, Dummkopf!

Erfahrene Marktteilnehmer werden nun nichts Neues lesen. Und trotzdem, sobald man den sehr kleinen Kreis der Marktkenner verlässt, stösst man bei der Frage, was die Märkte bewegt, auf breitestes Unverständnis, bis in die "Tagesschau" und die hohe Politik hinein.

Theoretisch Dinge zu erklären, ist ja schön und gut. Aber es tatsächlich zu erleben, hat eine ganz andere Qualität. Und deshalb will ich heute in Anlehnung an Bill Clintons "It´s the economy stupid" laut und deutlich zum Markt sagen: "Es sind die Erwartungen, Dummkopf"

Es sind wirklich einzig und alleine *nur* die (Zukunfts-)Erwartungen, die die Märkte bewegen. Nichts sonst. Nicht die Ereignisse selber, wie über 90% der Menschen glauben und deswegen den Markt immer für ein Buch mit sieben Siegeln halten.

Sicher haben die Ereignisse Bedeutung für die Kurse, aber eben *nur* über den Transmissionsriemen der Erwartungen. Nur wenn Ereignisse die Erwartungen verändern, wirken sie sich auch auf die Kurse aus. Nur dann! Ein Ereignis, das schon erwartet wurde, bedeutet dagegen nur ein grosses Gähnen!

Das hört sich vielleicht wieder theoretisch an, aber heute ist es ganz praktisch vor unseren Augen. Gerade läuft das "Brexit"-Referendum in Grossbritannien. Ergebnis werden frühestens in der Nacht auf Freitag zu vermelden sein, endgültige wohl erst zum morgigen Frühstück.

"Eigentlich" sollte der Markt nun also gespannt abwarten. Und was tut er? Im britischen Pfund zum Dollar gerade langfristig das:

GBPUSD 23.06.16 2

Und der DAX war heute schon bei 10.300 und im Rally-Modus mit mehr als 2% Plus, wie andere europäischen Märkte auch.

Was ist passiert? Ganz einfach, durch Umfragen und Buchmacherwerte, haben sich die Erwartungen des Marktes angepasst. Der Markt hat einen Brexit nun fast völlig ausgepreist.

Was umgedreht aber auch heisst, wenn der Brexit doch noch kommt, bekommen wir am morgigen Freitag einen Crash-Tag, denn darauf ist der Markt nun überhaupt nicht mehr vorbereitet.

Der Markt als perfekter Zukunftsradar, braucht aber die reale Abstimmung nicht mehr. Er schaut in die Zukunft und glaubt schon sicher zu wissen, wie die Briten heute abstimmen werden. Und fast immer hat der Markt recht, wenn er sich so eindeutig festlegt wie heute.

Und wenn er mal - ganz selten - nicht recht hat, dann wird es richtig übel. Der Markt sagt heute aber voller Überzeugung: Die ganze Aufregung, die Medien und Politik nun zum Brexit veranstalten, ist Bullshit. Das Ergebnis steht schon fest.

Es sind eben die Erwartungen - und nur die Erwartungen - die den Markt bewegen. Die echte Ergebnisse Morgen? Bah - kalter Kaffee - uninteressant. Ausser, ja ausser, es verändert wieder die Erwartungen, weil es eine böse Überraschung beinhaltet.

So funktioniert er, unser Mr. Market. Heute und hier bekommen wir es auf offener Bühne vorgeführt, man muss es nur sehen können.

Ihr Hari

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Brexit für Dummies

Ach ne, nun auch hier noch ein Artikel zum "Brexit", muss das denn wirklich sein?

Sie haben recht, man kann es kaum mehr sehen. Wir werden überschüttet von Artikeln, die zwischen "Armageddon" und "Kindergeburtstag", so ziemlich jede mögliche Interpretation zehnfach dreidimensional beleuchten. Wirtschaftsmagazine schicken "Korresponten" nach UK, um die berühmt "menschlichen", inhaltlich aber irrelevanten Vor-Ort-Stories zu erzählen und und und und.

Der Grund dafür ist klar. Unsere Presse, auch unsere Wirtschaftspresse, lebt nicht mehr primär von einer festen Leserschaft, für die sie zuverlässig mit qualifizierten Redakteuren jede Woche inhaltsreichen Hintergrund produziert, sondern lebt "von der Hand in den Mund" von der Anzahl der Klicks im Internet. Und um Klicks zu produzieren, muss man Aufreger organisieren und emotionalisieren. Und dann kommt ein Thema wie der mögliche "Brexit" doch gerade recht, um es in jeder erdenkbaren Form zur Klickgenerierung zu nutzen.

Die "Schuld" an dieser fatalen Entwicklung, die wie wir zuletzt gesehen haben, auch -> an einer FAZ nicht halt macht < -, ist dabei schwer zuzuordnen und hat das berühmte Henne und Ei Problem.

Sicher, Leser kündigen Abos, weil sie mit der Qualität der Medien nicht mehr einverstanden sind. Das stimmt und ist zunehmend berechtigt. Aber warum wurden denn überhaupt Redaktionsstuben ausgedünnt und warum ist die Qualität auf Kosten eines eher peinlichen Aufregungs-Journalismus gesunken?

Eben weil viele Leser schon früh die verlockend "kostenlosen" Internetschlagzeilen einer seriösen Presse vorgezogen haben. Und sich nie die Frage gestellt haben, ob die "kostenlosen" Angebote denn wirklich kostenlos sind und woher bei denen denn die Finanzierung kommt.

Auch wir hier bei Mr-Market merken das doch. Wie viele beklagen sich darüber, dass es so wenig seriöse, fundierte Börsenberichterstattung gibt? Nun glauben wir hier bei Mr-Market genau das zu liefern, es kostet aber vergleichsweise geringe 240 bzw 290€ im Jahr. Und schon ist das denen zu viel, die gerade geklagt haben und die bei einem einzigen Verlust-Trade, schnell mal die 10-fache Summe "das Klo herunter" spülen.

Es gibt ja auch vermeintlich so viele "kostenlose" Blogs und Seiten. Das vielleicht genau der "kostenlose" Artikel, gerade ein -> Advertorial < - und damit faktisch Schleichwerbung ist, der Gedanke wird gar nicht erst gedacht. Manche agieren im Internet wie Kinder im Glauben an den Weihnachtsmann so, als ob das "kostenlose" Internet durchweg aus menschenfreundlichen Altruisten bestehen würde, die ohne eigene Agenda sogar noch Kosten auf sich nehmen, damit andere kein Geld für Fundiertes ausgeben müssen. Da kann man wahlweise nur schmunzeln, oder den Kopf schütteln, über so viel Naivität.

Am Ende müssen wir, die Leser, uns also auch selber an die Nase fassen, dass die Presse so "klickgeil" geworden ist, wie sie geworden ist. Und deshalb brauchen wir uns auch nicht über das "Rauschen im Klickwald" zum möglichen Brexit wundern, so als ob es nun für die Märkte keine anderen Nachricht mehr gäbe, die wichtig wäre.

Ich will daher hier mal versuchen, eine Schneise der klaren Gedanken in den potentiellen Brexit zu schneiden. Sozusagen der "Brexit für Dummies" in wenigen, klaren Sätzen aus Sicht der Märkte, so dass man die ganze "Klickeritis" darum herum, zwar als Unterhaltung geniessen, aber nicht wirklich unbedingt wissen muss.

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Die Märkte vor dem Sprung – Was gute technische Analyse leistet

Eine bei Laien weit verbreitete Misskonzeption zur technischen Analyse ist, dass von der technischen Analyse klare direktionale Aussagen erwartet werden, auch wenn der Markt selber keinen klaren Trend zeigt.

Das kann aber nicht funktionieren, denn gute technische Analyse vermittelt ein zutreffendes Bild des Marktzustandes und erfindet nichts hinzu, was nicht vorhanden ist. Oder in anderen Worten, wenn der Markt richtungslos ist, woher soll dann seriöse technische Analyse eine Richtung kennen?

Immer wieder erlebt man dann, dass sobald Anleger das begriffen haben, sie technische Analyse als "wertlos" betrachten. Der naive Wunderglaube, dass irgend jemand - wahlweise die technische Analyse, das Börsenmagazin, der Wahrsager oder der Guru - einem sagen würde, was morgen die (Börsen-) Zukunft bringt, ist einfach nicht auszurotten. Und das Ganze dann bitte noch "kostenlos" oder für 4,99€ im Abo. Lachhaft!

Dabei hat seriöse Information über den aktuellen Marktzustand hohe Bedeutung. Auch aus der Information, dass der Markt gerade trendlos ist, lassen sich wichtige Handlungsempfehlungen ableiten - in dem Fall zum Beispiel mal "die Füsse still zu halten".

Stellen Sie sich doch mal folgende, fiktive Situation vor:

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Die Börse im Sommer 2016

Mit dem Beginn des Juni, liegt auch der "Börsensommer" vor uns, der die Monate Juni, Juli und August umfasst und in der Regel von geringeren Volumina geprägt ist.

Dieses Jahr, müssen wir damit aber wohl bis Ende Juni warten, denn mit der EZB am 02.06., der FED am 15.06. und der Abstimmung über den "Brexit" am 23.06., liegen noch drei Termine vor uns, bevor der Markt dann die Chance hat zur "Sommeruhe" zu finden.

Damit stellt sich uns natürlich die Frage, was von diesem Börsensommer zu erwarten ist?

In meinen Artikel -> Sommerstarre statt Sell in May < - vom 02.05., hatte ich schon eine klare Erwartung formuliert, die Erwartung einer breiten Range im Leitindex S&P500, bei der weder nach oben, noch nach unten, besonders viel gehen dürfte.

Diese Sicht auf den Markt, hat uns im abgelaufenen Mai gute Dienst getan, denn genau dieses Schwanken zwischen den Begrenzungen haben wir nun erlebt.

Heute, einen Monat später, will ich Ihnen aber nicht verhehlen, dass die "Sommerstarre" immer noch eine hohe Wahrscheinlichkeit hat, mein Sicht auf den Markt aber deutlich positiver geworden ist, als vor einem Monat.

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