Gold und der Dollar – Die Situation ist da!

Manchmal liegt in der Kürze die Würze und so soll es heute auch sein.

In all den letzten Wochen, seit Gold so langsam wieder nach oben zu kriechen begann, habe ich darauf hingewiesen, dass Gold nicht wirklich Eigenleben hatte, sondern seine Zuckungen alleine inverses Abbild des Dollars waren.

Und solange Gold kein Eigenleben hat, gibt es auch keinen Grund von echter Stärke zu sprechen. Bis vor ca. einer Woche.

Denn seit dem steigt Gold trotz wieder steigendem Dollar. Die Situation ist da!

Und das kann fast nur Eines bedeuten, wenn Dollar und Gold gleichzeitig steigen: Risk Off!

Die Ursachen sind auch klar, die Eurokrise erhebt wieder ihr Haupt, gerade habe ich etwas retweetet, das zeigt wie die Spreads zwischen Italien und Deutschland wieder aufgehen. Die Wahlen in den Niederlanden und vor allem Frankreich werfen ihren Schatten voraus.

Und Griechenland? Das ist natürlich das gleiche Desaster wie schon vor Jahren, nur dass unser hart erarbeitetes Steuergeld dort in inkompetenten und sinnlosen Rettungsversuchen verschleudert wurde. Die "Kredite" werden wir selbstverständlich nie wiedersehen. -> Der Euro und der Grexit - Der Kern des Problems <-

Da kann man nur hoffen, dass dieser dank der Hoffnung auf Trumps Politik (noch) erstaunlich stabile Aktien-Markt, nicht das Schicksal des Truthahns vor sich hat. Peter Brandt hatte dazu vor vielen Jahren eine nette Parallele: -> The surprising correlation between a turkey and a short gamma trader <-

Suprise! 🙂

Ihr Hari

PS:

Für alle Anfänger und Angst-Getriebenen. Das heisst *nicht* jetzt alles zu verkaufen. Auch ein Truthahn kann bei Thanksgiving verschont werden und noch ein Jahr vor sich haben. Denn noch ist der Trend hoch, das sollten wir nie vergessen.

Aber es heisst nun sehr aufmerksam zu sein und dann konsequent zu agieren, falls hier die Kurse durch die wichtigen Unterstützungen schneiden. Und die sind nicht mehr so weit entfernt. Denn ein Fallbeil fällt schneller, als steigende Kurse steigen - das war schon immer so an der Börse.

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Kriechender Zweifel

Was ist nicht alles über Trump geschrieben worden. Das Wort Trump ist eines der meistgeschriebenen der letzten Monate und die Person polarisiert auf eine brutale Art und Weise, wie wir das bei einem Spitzenpolitiker schon lange nicht mehr erlebt haben.

Und während dieser ganzen Zeit, ist der Markt ruhig gestiegen und gestiegen. Einfach nur gestiegen, frei nach dem Motto: "Lass doch all die aufgeregten Moralisten sabbeln, wir verdienen lieber Geld".

Bis Heute.

Aber jetzt könnte sich das ändern. Könnte - Konjunktiv. Aber zum ersten Mal seit seiner Wahl könnte es sich tatsächlich ändern.

Nicht wegen seiner angekündigten oder absehbaren Wirtschaftspolitik. Sicher, da sind Risiken dass daraus ein Handelskrieg erwächst. Aber da scheint der Markt eher gelassen zu sein und das aus gutem Grund. Denn der Kern des Wahlversprechens Trumps an seine Gefolgschaft, ist dass er wieder industrielle Jobs in die US holt.

Dabei kann etwas Druck und harte Verhandlungen nicht schaden, um einen besseren Deal zu bekommen, aber am Ende wird er das tun, was gut für Amerikas Wirtschaft ist und ein allgemeiner Handelskrieg ist es nicht. Und weil das logisch und nachvollziehbar ist, sitzen die Aktionäre von US Unternehmen ohne starke internationale Verpflichtungen da nun eher entspannt und freuen sich auf die Infrastruktur-Programme die da kommen mögen. Und die Indizes stehen nahe der Höchststände.

Diese Haltung beruht aber auf einer Annahme. Der Annahme, dass Trump bei aller konfrontativ, aggressiven Rhetorik, im Kern ein rational agierender, auf ein konkretes Ziel zusteuernder Deal-Maker ist, der schon weiss, was er tut.

Mit dem als Prämisse, kann man die medialen Wellen schulterzuckend aussitzen und sich auf das konzentrieren, was am Finanzmarkt interessiert: Mit der neuen "World of Donald" Geld zu verdienen.

Was aber wenn Trump gar nicht rational ist? Was, wenn er real so ist, wie er wirkt, wenn er sich narzzistisch selbst lobt und extrem dünnhäutig auf jeden kleinen Kratzer am Ego reagiert? Was wenn er gar kein wirtschaftliches Ziel für Amerika mit taktischen Mitteln verfolgt, sondern vor allem nur sein Ego überhöhen will?

Dann sind wir in einem anderen Spiel. Und dieses Spiel würde dem Markt nicht mehr gefallen, denn er könnte nicht mehr entspannt sich aufs Geld verdienen konzentrieren, sondern müsste damit rechnen, dass alle Pläne auf die man Multi-Millionen gesetzt hat, am nächsten Morgen obsolet sein können, weil jemand "The Donalds" Ego zu nahe gekommen ist.

Ein erster kleiner Zweifel, wurde vor Kurzem mit der chaotischen Umsetzung der Einreise-Beschränkungen gesetzt. Nicht die Beschränkungen an sich sind für den Markt das Problem, sondern die chaotische Umsetzung, die auf wenig Professionalität schliessen lässt. Wenn man das auf zukünftige, für den Markt wichtige Projekte überträgt, hat es keine vertrauenerweckenden Implikationen.

Aber gestern wurden weitere Zweifel gesäht, ein abgebrochenes, aggressives Gespräch mit dem australischen Premier, das wohl so stattgefunden hat, da auch aus Australien unter der Hand Bestätigungen kommen. Vorwürfe an mit Japan, Deutschland und Australien, mehrere treue und wichtige Verbündete gleichzeitig, so als ob es nicht genügen würde, sich nun mit Mexiko, China und dem bewusst zündelnden Mullah-Regime im Iran anzulegen.

Das vermittelt nicht das Bild von rationalem Handeln, von taktischer Finesse, sondern eher von gefühlsgetriebenem "Umsichschlagen". Und diese Wirkung ist fatal, sie kriecht wie Kälte in die Knochen und säht Zweifel.

Noch will der Markt glauben und vertrauen. Und wenn Trump nun tatsächlich rational und mit strategischem Weitblick die Politik umsetzt, die er versprochen hat und wenn wirtschaftliche Erwägungen wieder Dominanz über moralische Weltverbesserungs-Kategorieren erlangen, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht der Schaden der US Börsen sein und wir werden da in den kommenden Jahren noch eine erstaunliche Kraftentfaltung erleben, die den S&P500 auf Höhen führt, die wir uns heute nicht vorstellen können.

Aber der Zweifel ist nun gesät und wenn sich dieses Bild nun in den kommenen Tagen festigt, dann ist die Korrektur wohl nicht weit, die sowieso irgendwann in den kommenden Wochen und Monaten einsetzen sollte. Die kommenden Tage kommt es also aus Börsensicht noch mehr auf Trumps Verhalten an, die Frage ist: Har er einen Plan, oder schlägt er emotionsgetrieben um sich?

Seien wir also nun sehr aufmerksam, ob die Stimmung am Markt kippt. Erwartung und das dafür nötige Vertrauen ist alles am Markt und an Erwartung steckt nun Einiges in den Kursen. Wenn Vertrauen aber bröselt, wird es sehr schnell sehr übel.

Trump kann sich weiter jeden Tag mit der Presse anlegen und 3 Stunden am Tag seine Einschaltquoten kommentieren, das interessiert den Markt nicht. Aber wenn er den Eindruck vermittelt, dass er keinen taktischen Plan verfolgt und die genannten Absichten nicht mit der nötigen taktischen Raffinesse umgesetzt werden, dann ist das sehr börsenrelevant.

Kurzfristig sollten wir dazu im S&P500 diese Linie im Auge behalten, die seit dem Jahresanfang Bestand hat und den Ausbruch von einem Rückfall trennt:

Wenn diese Linie fällt, steigt das Risiko. Solange wir darüber sind, darf man weiter darauf setzen, dass wir noch einen Schluck aus der "Kurspulle" vor uns haben, bevor die zwangsläufige Gravitation ihr Recht einfordern wird.

Ihr Hari

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Die Euro-Krise erhebt wieder ihr Haupt

Vielleicht haben Sie ja mitbekommen, dass Mr-Market seit Kurzem unter @HariMrMarket nun auch bei Twitter ist. Ich nutze den Dienst zweiteilig. Einerseits um den Premium-Mitgliedern, die selber bei Twitter sind, neue Artikel anzukündigen. Andererseits aber auch, um immer mal wieder interessante Infos auch an Sie im freien Bereich weiter zu geben. Die Tweets werden rechts auf Mr-Market direkt eingeblendet, das ist Ihnen bestimmt schon aufgefallen.

In dem Zusammenhang habe ich übrigens festgestellt, wie faszinierend gering die Durchdringung von Twitter bei gebildeten und gut verdienenden Menschen ist, denn um die handelt es sich bei den Premium-Mitglieder fast durchweg. Zum Start hatten gerade mal 5% der Mitglieder wohl einen Twitter-Acount, mittlerweile haben einige alleine deswegen einen angelegt, es ist aber immer noch eine klare Minderheit. Das ist für die Twitter-Aktie ein interessantes Thema, hier nun aber zurück zum Kern dieses Artikels, dem Euro.

Denn wenn Ihnen Mr-Market bei Twitter aufgefallen ist, haben Sie bestimmt auch schon diverse Tweets der letzten Zeit gesehen, die sich um ein zentrales Thema drehen: Die Eurokrise erhebt wieder ihr Haupt.

Hier dazu ein paar Links:

-> Sentix Euro Break-up Index <-

-> Political Risks emerge <-

-> Renditespanne zu Frankreich und Italien weiter sich <-

-> Draghis abwegige Auslegung der Inflation <-

Insbesondere letzterer Artikel weist auf einen unterschätzten Vorgang hin, denn Mario Draghi hat bei seiner letzten Pressekonferenz eine Menge dafür getan, um sich in seiner bekannt herablassend-süffisanten Art und Weise, diverse sprachliche Ausreden und grossen Spielraum zu generieren, um die Nullzinspolitik auch dann weiter führen zu können, wenn die Inflation in Deutschland schon weit über 2% liegen wird.

Auch dass Sabine Lautenschläger nun deutlich dem -> Ende des billigen Geldes das Wort redet <- und Weidmanns Bundesbank zeitnah eine Studie veröffentlicht, nach der -> die EZB bewusst den Euro schwächt <-, darf man ebenso wie Draghis rabulistische Verrenkungen als klares Indiz dafür werten, dass unter der Oberfläche der EZB die Friktionen wieder massiv steigen und der Richtungskampf tobt. Wo Mario Draghi dabei steht, braucht wohl keine weitere Erklärung.

Und das zu einem Zeitpunkt, in dem in Kerneuropa, in Frankreich, Niederlanden und Deutschland, wichtige Wahlen anstehen. Insofern dürfte Draghi sich auch wieder der Unterstützung der deutschen Regierung sicher sein, das Feuer um jeden Preis auszutreten, denn Frau Merkel kann garantiert nicht gebrauchen, dass im Wahlkampf zu Tage tritt, dass Griechenland weiter ein schwarzes Loch ist und der Euro kein bischen "gerettet" ist, sondern nur mit Steuerzahlergeld temporär ruhig gestellt.

Ich will hier im freien Bereich nicht tiefer einsteigen, die Thematik wird uns dieses Jahr in der Community sicher massiv beschäftigen, denn schon alleine der Umgang der Anleger mit der Inflation, die dann bei Nullzinsen eine Negativrendite von 2% generieren wird, ist ein Thema zu dem man Bücher schreiben könnte.

Und wenn derzeit beruhigend auch von Draghi betont wird, dass die aktuelle Inflation ja nur aus Basiseffekten der Rohstoffpreise resultiert, ist das einerseits richtig und gleichzeitig eine Nebelkerze. Denn es gibt im aktuellen, weltweiten Umfeld ganz grundlegende inflationäre Entwicklungen vor denen man Sorge haben muss, vor dem Basiseffekt ohne Frage nicht. Darüber aber an anderer Stelle und in anderem Rahmen in Kürze mehr.

Ich will hier nur darauf verweisen, was ich hier 2015 in -> Der Euro und der Grexit - Der Kern des Problems <- geschrieben habe:

Der Euro versucht in eine Währung zu pressen, was nicht zusammen gehört. Griechenland und Deutschland können nicht in einer gemeinsamen Währung sein, wenn es nicht eine einheitliche Regierung und gemeinsame Kultur gibt. Das ist die grosse Lebenslüge des Euros. Er ist eine fatale Fehlkonstruktion, die den Spaltpilz an Europa legt, aber kaum einer in der Politik traut sich, es zu sagen und daraus die logischen Konsequenzen zu ziehen.

Und diese meine Erkenntnis ist wahrlich nicht neu, wer mag muss nur nachlesen, was 62 nahmhafte Professoren 1992 und später 160 Professoren 1998 in den Maastricht Manifesten gesagt haben.
Lesen Sie einfach noch einmal im PDF Download von -> Prof. Ohr Uni Göttingen <-: -> Die Maastricht Manifeste im Wortlaut <-

Sehr lesenswert auch ein aktueller Artikel der NZZ, der auch über Prof. Ohr verlinkt ist: -> Plädoyer für eine flexiblere Eurozone <-

Einfluss auf den politischen Entscheidungsprozess hatte es damals nicht, wen interessiert auch das "Geschwätz" von Fachleuten. Insofern muss man auch heute befürchten, dass das Gewürge um den Euro unverändert weiter geht, man wird den Krug eben zum Brunnen tragen, bis er bricht. Dann aber werden alle Verantwortlichen mit weltschwerer Miene in die Kameras schauen und treuherzig wahlweise ihrem "Entsetzen" oder ihrer "Besorgnis" Ausdruck geben, natürlich verbunden mit dem Hinweis, dass man nun nicht den "Rattenfängern" nachlaufen dürfe. Sie sehen, ich habe doch eine Glaskugel. 😉

Machen Sie es trotzdem gut, lassen Sie uns das Leben geniessen, wir haben nur das eine.

Ihr Hari

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Das britische Pfund: Keep Calm and Carry On!

Theresa May hat ihren Plan für einen Brexit vorgestellt.

Die einen gehen nun von einer glorreichen Zukunft eines freien "Global Britain" aus, eines wirtschaftlichen "Flugzeugträgers", der seine alten Traditionen des Commonwealth und die Liebe zu den Handelsbeziehungen über die Weltmeere hinweg, wieder belebt.

Die anderen sehen ein zerfallendes, unter wirtschaftlicher Depression ächzendes Königreich, aus dem Schottland und Wales austreten und die Nordirland-Frage wieder mit Macht aufbricht.

Ich halte Beides für möglich, weiß aber auch, dass die Zukunft noch nicht geschrieben ist und es aber die Details der Umsetzung und nicht die grossen Worte sind, die den Unterschied zwischen dem Einen und dem Anderen ausmachen werden.

Warten wir also mal ab.

Interessant ist aber, was uns der Devisenmarkt sagt. Und da hat das Pfund zum Euro nun mit einem massiven Reversal gestern eine Struktur generiert, die an eine klare Wendestruktur erinnert:

Geht es hier nun also weiter hoch?

Langsam, was wir gestern gesehen haben, war in meinen Augen eher ein Short-Squeeze, als eine Reaktion auf irgendetwas, weil einfach zu viele Marktteilnehmer auf einer Seite des Bootes sassen.

Und das GBPEUR Währungspaar ist ja auch nicht das Wichtigste, das ist das Pfund zum Dollar, also GBPUSD und da sieht es noch lange nicht nach einer klaren Wendestruktur aus:

Aber trotzdem, wenn die Phase der grossen Verunsicherung nun durchgelaufen ist - und bis dahin kann das Pfund noch tiefer fallen - dann stellt das britische Pfund gerade für uns hier im Euro-Raum wohl eine immense Chance und auch potentielle Alternativwährung dar, die genau deswegen erhebliches Aufwertungspotential hat.

Denn wenn wir uns hier vielleicht mit der Existenz der Euro-Zone befassen müssen, die bei der nun stark steigenden Inflation vielleicht schneller auf die Agenda kommt als gedacht, dann werden wir noch froh sein, eine Weltwährung direkt vor unserer Haustür zu haben, in der wir Geld anlegen können und die nicht so massiv mit dem Euro verheiratet ist, wie nun der Franken, der komplett von Euroland umgebenen Schweiz.

Schauen wir also gespannt, wie tief dieses Pfund nun noch fallen will. Sobald ich aber den Eindruck habe, dass es das nun war, werde ich kaufen und zwar in grossem Umfang. Das nur als Ankündigung. 😉

Ihr Hari

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Change – Wandel

Diese Woche beginnt die Bilanzsaison in den US so richtig, die EZB steht an und am Freitag wird das Wörtchen "elect" gestrichen und Amerika wird von President Trump regiert.

Der US Markt mäandert in dieser Lage nahe der Höchststände, man muss kein Börsenfachmann sein um zu erkennen, dass da schon eine Menge Erwartungen an Trumps Politik in die Kurse eingebacken sind.

Auch wenn es heute noch sehr ruhig zugeht, weil in den US mit dem "Martin Luther King Day" ein Börsenfeiertag ist, sollten wir uns keiner Illusion hingeben. Die kommenden 2-3 Wochen werden sehr volatil und sehr wichtig für den weiteren Jahresverlauf. Denn in diesen Wochen muss sich der Markt entscheiden, ob er Trump zutraut aus den Ankündigungen auch Politik werden zu lassen, oder ob es eine markante Enttäuschungsreaktion gibt.

Wir erleben auf jeden Fall derzeit eine Zeitenwende, die potentiell tiefer geht, als manche nun ahnen. Denn mit Trump wird jemand der mächtigste Mann der Welt, der das personifizierte Gegenmodell zum derzeit dominierenden Multilateralismus darstellt.

Trump scheint sich wenig für solche internationale Organisationen zu interessieren, betrachtet das vermutlich eher als "Quasselbuden" und sieht die Welt sehr pragmatisch aus den Augen eines Geschäftsmanns und Dealmakers, der etwas Konkretes für sein Land erreichen will. America First, der meint das ernst!

Damit kommt auch eine Abkehr vom glatt polierten und durchformulierten, aber inhaltsleeren Neusprech, den wir ja alle zu Genüge kennen.

Natürlich kommen damit auch Risiken, denn am Ende ist der multilaterale Ansatz wohl ohne ernst zu nehmende Alternative, denn die Welt wächst zusammen, ob wir wollen oder nicht und Konflikte lassen sich daher am Ende nur gemeinsam lösen.

Gleichzeitig ist es aber auch frischer Wind, der dieses Zusammenwachsen vielleicht ehrlicher und offener macht, denn nur wer weiss wo er steht, seine Identität kennt und damit auch offen umgeht, kann wahre Kompromisse schliessen und nicht nur Formelkompromisse, die die Probleme nur kaschieren und auf die lange Bank schieben.

Und an Formelkompromissen ohne Inhalt, hatten wir in den letzten Jahren wahrlich genug in der Welt, die Probleme kumulieren sich auch deshalb, weil entgegen des wohlfeilen Selbstlobs der "Schwurbelsprecher", keines wirklich an der Substanz angegangen wurde.

Ich fand deshalb Kai Diekmanns -> Innenansichten zum aktuellen Trump-Interview < - besonders spannend, weil sie das Bild eines Mannes formen, der weiss was er will und das auch umsetzen will, statt lange zu fackeln.

Darin liegen grosse Risiken, aber auch grosse Chancen. Klar ist, dass wir eine Zeitenwende erleben, unklar ist völlig, wohin diese uns führt? Im Gegensatz zu denen, die meinen schon alles über Trump zu wissen: ich weiss es nicht.

Ich weiss nur, dass sich hier Dinge andeuten, die *massivst* kursbewegend sein dürften, weil sie die Grundlagen des Beziehungsgeflechts der Welt betreffen. Obama ist mit dem Versprechen von "Change we can believe in" an die Macht gekommen, ist als Tiger losgesprungen und als Bettvorleger geendet. Es wäre ein Treppenwitz der Geschichte, wenn mit Trump echter Wechsel kommt, nur eben nicht so, wie sich das Obama ausgemalt hat.

Für uns als Anleger bedeutet das, dass wir nun viele Monate mit massiven Fragezeichen leben müssen und auch mit Wandel, der nur schwer zu antizipieren ist. Und zwar so lange, bis sich die Trump Administration gefunden und eingearbeitet hat und eine klare politische Linie erkennbar wird, die die Dinge wieder berechenbarer macht.

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Roter Alarm!

Kennen Sie das auch, wenn in Filmen auf (Raum)Schiffen die roten Alarmleuchten blinken und durch die Mikrofone die Stimme des 1. Offiziers mit den Worten "Red Alert - all Hands to Battlestations" tönt?

Nun, nicht immer passiert dann was, manchmal ziehen die Romulaner oder wer auch immer, dann nach kurzem Wortwechsel wieder ab. Roter Alarm ist also keine Garantie für "Action".

Aber Roter Alarm heisst allerhöchste Aufmerksamkeit. Und die hat der Markt nun weltweit, wenn "The Donald" heute um voraussichtlich 17 Uhr MEZ zum ersten Mal seit er "President Elect" geworden ist, eine Pressekonferenz gibt.

Und bestimmt nicht nur der Markt, auch die Politik weltweit, wird wohl den Fernseher einschalten. Wer gerade in Berlin ist, kann ja mal hochschauen, ob es oben im Kanzleramt nicht "flimmert". 😉

Der Markt hat auf jeden Fall in den Kursen eine Menge Vorschusslorbeeren verteilt und nun würde er gerne mal wissen, ob in der Präsidenten-Präsent-Schachtel auch das drin ist, was er sich da bisher hinein interpretiert hat.

Es ist offensichtlich, dass das Potential hat, den Markt erheblich in Bewegung zu setzen. Das *könnte* - beachten Sie den Konjunktiv und die wieder abziehenden Romulaner - zu einem neuen Impuls führen, den der Markt nun dringend braucht.

Ob nach oben oder unten? Lassen wir dieses Spekulieren sein, so wird kein Geld am Markt verdient. Zuhören und schnell reagieren, wenn sich eine Richtung abzeichnet, das ist der profitable Weg.

Wir folgen dem Markt, wir erraten ihn nicht. Nach dem Sieg Trumps Anfang November, haben ein paar Stunden in der Wahlnacht auch keinen Unterschied gemacht, wenn man dann am folgenden Morgen die richtigen Schlüsse gezogen hat. Darauf folgten dann 2 Monate Rally - bis heute.

Bemerkenswert ist aber, dass an diesem wichtigen Moment, auf den nun die ganze Börsenwelt weltweit starrt und die versammelte Politik wahrscheinlich auch, die Volatilität immer noch sehr weit unten ist:

Sprich, der Markt ist gelassen. Zu gelassen? Wir werden es heraus finden. Machen wir was daraus. Wenn Sie mehr wissen wollen und "dabei" sein wollen, dann müssen Sie halt zu uns dazu stossen.

Also heute 17 Uhr. Ich habe mein Popcorn schon bereit liegen - die Superhelden Saga "The incredible Donald" kann beginnen. Film ab ... 😉

Ihr Hari

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Jahr der Entscheidungen

Ein neues Börsenjahr liegt vor uns und es hat so begonnen, wie wir das im alten Jahr schon erwartet haben: ruhig und mit bullischem Unterton.

Schon seit November sage ich, dass bis zur Amtseinführung Trumps am 20.01.17, der Markt noch in seinem "Buy the Rumor" Wohlgefühl verharren kann. Wobei man das nicht auf den Tag genau verstehen sollte, sondern eher im Sinne "um die Amtseinführung herum", der Markt neigt dazu, Dinge schon vorher in Gang zu setzen.

Erst danach, muss aus Twitter-Zeilen dann echte Politik werden, was erhebliches Enttäuschungspotential beinhaltet. Das bedeutet aber nicht, dass daraus zwingend eine Enttäuschung werden muss, diese Zukunft ist noch nicht geschrieben und liegt im Wesentlichen in der Hand des grössten Donald aller Zeiten. 😉

Mit den Wahlen in Frankreich im Mai und in Deutschland im Herbst, dürfte dann auch die vor sich hin schwärende Frage nach der Zukunft Europas und des Euros, endlich einer Entscheidung zugeführt werden.

Gerade Frankreich ist dabei von immenser Bedeutung, während es in Deutschland ja wahrscheinlich mal wieder "alternativlos" weiter geht. Der Wahlkampf hat ja offensichtlich in diesen Tagen schon begonnen, wenn man sieht, wie sich Parteien aller Coleur, nun seit Jahresanfang unisono einer klaren Sprache bedienen, für die man noch vor 15 Monaten im berüchtigten Herbst 2015, als Rechtsextremist beschimpft worden wäre.

Was davon zu halten ist, dürfte jedem halbwegs klar denkenden Menschen offensichtlich sein: Wahlkampf eben und was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern? Egal woran wir politisch glauben, wir sollten bei der Wahl die Parteien nach ihrem Handeln beurteilen und nicht nach ihren wohlfeilen Worten.

Frankreich aber, dürfte schon im Mai der grosse Wendepunkt sein. Ein jeder Potenz beraubtes "weiter so" im Stile Hollandes, dürfte wohl nicht auf der Agenda stehen. Eher sind es zwei Alternativen, die wohl zur Wahl anstehen. Auf der einen Seite das Modell eines Europas der kulturellen Identität, dass den vielfältigen Regionen und Nationalitäten wieder Raum gewährt und diese als Stärke achtet, statt sie als Verstoss gegen die "EU-Norm" wegregulieren zu wollen. Andererseits das klare Ende des bekannten Europas und damit auch des Euros, mit unabsehbaren Konsequenzen und hoher Volatilität.

Wie das ausgeht und vor allem wie die Börse darauf reagieren wird, ist heute aber unmöglich vorher zu sehen, ebenso wenig wie im Oktober letzten Jahres, der Ausgang der US Wahl. Insofern sind alle Jahresprognosen mal wieder nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben wurden.

Uns hier bei Mr-Market, tangiert das bei unseren Börsenaktivitäten aber auch gar nicht, die grossen Prognosen überlassen wir denen, die ihr Geld mit Klicks verdienen.

Wir nehmen den Markt und das Geschehen in der Welt auch dieses Jahr wieder Schritt für Schritt und erzielen unsere Vorteil dadurch, dass wir uns schnell anpassen und von den Bewegungen profitieren, wohin sie uns auch immer führen mögen.

Als Staatsbürger aber, als Mütter und Väter von Kindern, denen wir eine positive, chancenreiche Welt hinterlassen wollen, ist 2017 wohl das Jahr der Entscheidungen, in dem wir unser ganzes Gewicht in die Waagschale werfen sollten, um dieses Land und diese Welt für unsere Kinder ein klein wenig zu einem besseren Ort zu machen.

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DAX 15.000 und andere Verrücktheiten

Wenn Sie hier schon länger mitlesen, dann wissen Sie, was ich von Börsen-Prognosen halte, mit denen selbsternannte Glaskugelbesitzer einen bestimmten Endstand des DAX Ende 2017 oder einen Crash vorher sagen.

Schlicht Nichts. Nada. Niente. Das ist einfach nur -> Prognosiritis, eine das Ego pflegende, ansteckende Krankheit < -.

Das Besondere der Prognose, ist ja die Tatsache, dass sich der Autor mit seiner Kompetenz dahinter stellt und sagt: so wird es werden! Zum Thema Crash-Propheten, steht dieses Fussballmatch seit 2011 ungefähr 73:0 für die Bullen, aber irgendwann werden die Crash-Propheten bestimmt auch mal ein Tor schiessen. 😉

Eine Prognose zur Konjunktur, zumindest nennen sie es so, ist auch im volkswirtschaftlichen Gutachten der "5 Weisen" im Sachverständigenrat, die dann ein Wachstum für das Folgejahr vorhersagen, dass man vielleicht genau so gut treffen könnte, wenn man eine Kommazahl zwischen 0 und 2 mit Dartpfeil auf ein Blatt Papier "erwürfeln" würde. Hat eigentlich mal jemand die Trefferquote über die letzten 50 Jahre ausgewertet?

Es gibt aber etwas, das Sinn macht. Jede Menge Sinn, weil es die Sinne schärft. Es sieht auf den ersten Blick wie eine Prognose aus, ist aber keine. Es ist ein Szenario.

Der Unterschied mag sich gering anhören und nur in einem Wort liegen, er ist aber ganz erheblich.

Das Szenario hat nämlich keinen Wahrheitsanspruch. Es beschreibt eine Variante zukünftiger Entwicklungen unter vielen und nennt die Voraussetzungen dafür, dass diese eintreten können. Es ist also eine Wenn->Dann Beziehung und das ist eine ernst zu nehmende Sache.

Szenarien für die Zukunft gibt es daher viele, die Zukunft ist ja auch vielschichtig. Wer hat sich denn vor einem Jahr vorgestellt, dass der Brexit real wird, "The Donald" US Präsident wird und der S&P500 danach auf Allzeithoch steht?

Ich sage es Ihnen: Keiner. 🙂 Welchen Wert haben also pseudo-exakte Prognosen? Sie ahnen es: Auch keinen. Einfach weil die Zukunft noch nicht geschrieben ist. Und auch 2017 ist noch nicht geschrieben.

Trotzdem müssen wir uns ja auf die Zukunft vorbereiten und da kommen Szenarien ins Spiel. Wir können und sollten durchdenken, was passiert wenn. Auch das wird dann oft anders kommen, weil ein unerkannter Faktor einwirkt und die Gleichung verändert, aber selbst dann hat das Szenario noch Wert, weil wir die Abweichung erkennen können und auch daraus einordnende Schlüsse ziehen können.

Verschiedene Szenarien für die Zukunft zu haben, macht also Sinn. Auch für Anleger an der Börse. Nur sich mit einem Szenario gedanklich verheiraten, es lieben lernen und sich darin verbeissen, das sollten wir besser nicht. Wenn die Realität anders kommt, schmeissen wir das Szenario in den Müll und wechseln auf ein anderes Modell des Geschehens, dass der Wirklichkeit näher kommt. So einfach ist das.

Da Szenarien Sinn machen, kann man auch mal für 2017 durchdenken, was in 2017 im Extremfall möglich wäre. Und zu Szenarien gehört die Bedingung. Die Bedingung ist hier, einfach als Massstab zu nehmen, was uns die ganz langfristigen Charts für Signale geben, wohin sie also auf dem heutigen Wissenstand eher hindeuten.

Da haben wir im Premium-Bereich vor drei Tagen getan und nun zeige ich Ihnen hier daraus mal drei Charts für 2017:

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