Die FAZ und die Frage, was genau „niederträchtig“ ist

Ein gesellschaftspolitischer Kommentar in einem Börsenblog?

Normalerweise Nein, aber es gibt Ausnahmen, wenn mir persönlich "der Kragen platzt". Und genau genommen geht es hier auch nicht (nur) um die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), sondern eher um die gesamte Presselandschaft und den Charakter, den diese nach meinem Eindruck unter dem medialen Druck der verzweifelten Aufmerksamkeitssuche angenommen hat.

Nein, eine "Lügenpresse" ist das nicht, die wir in Deutschland haben, dieses Bild ist völlig falsch und verdreht und zeugt nur von mangelndem Differenzierungsvermögen derer, die es benutzen. Denn hier lügt (in der Regel) niemand aus politischen Vorgaben einer gelenkten Presse oder Demokratie, wie wir das aus der DDR und auch heute wieder aus manch anderen Ländern kennen.

Aber das, was mal journalistische Qualität war und - lange, lange ist es her - eine "FAZ" von einer "Bild" unterschied, wird in meinen Augen zunehmend auf dem Altar der Klickorgien und dem sensationslüsternen Gerangel um Aufmerksamkeit aufgegeben. Nicht propagandistische Lügen sind das Ziel, sondern viel profaner, Aufmerksamkeit um jeden Preis.

Und dafür gab es letztes Wochenende zwei Ereignisse, die für mich wie ein Fanal waren und das Problem wie im Brennglas deutlich gemacht haben. Und eines davon, hat primär mit der "FAZ" bzw "FAS" zu tun, weswegen diese nun im Titel "herhalten" muss. Sie können die "FAZ" aber gerne durch andere bekannte Medien ersetzen, es trifft (leider) vermutlich die Richtigen.

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Der „Edge“ und das schwer verdiente Geld

Mit dem Börsenerfolg, ist das so eine Sache.

Die Einen erklären Ihnen, dass Sie ja nur für 19,99€ dem "tollen Musterdepot", den "geheimen Tips von Gurus" und der "innovativen XYZ Methode" folgen müssten und schon stellt sich Erfolg und Reichtum ein.

Das ist natürlich Blödsinn.

Die Anderen erklären Ihnen, dass Markt-Timing ja gar nicht geht und Sie ja nur den Pfaden Warren Buffetts folgen müssten und es dafür reichen würde, ein wenig Bilanzen lesen zu lernen und schon werden Sie "unterbewertete Perlen" und "günstige Schnäppchen" finden und schon stellt sich Erfolg und Reichtum ein.

Das ist natürlich auch Blödsinn.

Trotzdem fällt dieser Blödsinn immer wieder auf fruchtbaren Boden, die Verheissung schnellen und leichten Erfolges, ist ja auch zu verlockend.

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Lehrer Bömmel und die Kreditkrise

In einer lockeren Reihe von Artikeln - nach "Lehrer Bömmel" aus der Feuerzangenbowle benannt - erkläre ich im Premium-Bereich immer wieder wichtige Zusammenhänge der Finanzmärkte.

Bei den Erklärungen geht es dabei nicht um "wissenschaftliche Exaktheit", sondern darum, Lesern die sich bisher nicht ausreichend mit den Themen befasst haben oder sie nie richtig verstanden haben, auf unterhaltsame Art und Weise ein Gefühl dafür zu vermitteln, worum es wirklich geht. Wer dann tiefer einsteigen will, kann das ja im Nachgang selber tun, Quellen gibt es genug.

Daher orientiere ich die Erklärungen auch immer wieder an konkreten, aktuellen Sachverhalten, so dass sich auch ein konkreter Erkenntnisgewinn damit verbinden kann, der zu besseren Anlageergebnissen führt.

Im freien Bereich hatte ich vor 1,5 Jahren schon beispielhaft einen Artikel aus dieser Reihe. Und zwar die Erklärung, wie "Shorten" eigentlich funktioniert und was eigentlich ein Leerverkauf ist. Lesen Sie hier, falls Sie den Artikel übersehen haben. Der Artikel war der Beginn einer Artikelreihe zum Thema "Shorten".

-> Grundlagen des Shortens - Wat is en Dampfmaschin? < -

Heute nun will ich Sie an einem weiteren Artikel teil haben lassen, der erst gestern im Premium-Bereich erschienen ist. Er adressiert die Frage, wie Aktien sich in einer Kreditkrise verhalten und warum das so riskant ist.

Ich wünsche gute Erkenntnisse!

Ihr Hari

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Premium Sonderaktion „Gute Vorsätze 2016“



Die Zeit der Feiertage und des Jahreswechsels steht bevor. Und jedes Jahr ist das auch wieder eine Phase des Nachdenkens und der guten Vorsätze.

Gerade im Bereich der Geldanlage, gibt es oft guten Grund für gute Vorsätze, denn war dieses Jahr 2015 für Sie wirklich so erfolgreich, wie Sie sich das gewünscht haben? Und woran hat das gelegen?

Ich habe schon letztes Jahr zu dem Thema ein paar Gedanken aufgeschrieben, die ich dieses Jahr nur wiederholen könnte. Ich empfehle Ihnen, diesen Artikel zu lesen: -> Die guten Vorsätze und nächstes Jahr wird alles anders < -

Wenn Sie schon immer mal ohne grosses Risiko in den Premium Bereich schauen wollten, hier ist Ihre einmalige Gelegenheit!

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Erfolg an den Märkten: In aller Deutlichkeit!

Der folgende Artikel erschien schon Freitag 13.11.15 in Hari Live. Er ist aber so grundlegend und so wichtig für Anleger zu verstehen, dass ich ihn in abgewandelter Form auch in den freien Bereich stellen will.

Der Punkt ist, wer immer noch glaubt, er könnte nur durch das Lesen einzelner "Tips", einzelner Medienartikel oder durch seine eigene "göttliche Eingebung", dauerhaft gegen den Markt bestehen - einen Markt der die Summe der Intelligenz und Erwartungen aller Marktteilnehmer darstellt - denkt mit Verlaub in dieser Sache naiv und wird zwangsläufig scheitern.

Ich gebe hier zwar keine Gewinn-Garantien, aber diese Garantie des Scheiterns kann ich geben. 😉 Aber lesen Sie selbst:

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Was uns „All Inclusive“ über den Wert des Euros sagt

Hier ein weiterer, persönlicher und sehr treffender Beitrag unseres -> Kolumnisten <- "StockPix" aus den "PixedEmotions".

Ein Beitrag zum Schmunzeln ebenso, wie zum Nachdenken!

Viel Spass beim Lesen:

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Der Wert des Euros lässt sich zur Zeit gut am Publikum einer Ferienanlage auf Mallorca ausmachen.

Seit meiner Zeit als Student habe ich mal wieder eine Pauschalreise gebucht. Der Grund sind meine beschäftigungsintensiven Kinder, die uns in den vergangenen Jahren dermaßen gefordert haben, dass nicht mal ansatzweise an Erholung zu denken war. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, haben wir auch das Kästchen "all inclusive" bei der Buchung angekreuzt. Die Hauptzielgruppe -ich dachte dabei an Familien mit Kindern- dieser Kategorie haben wir billigend in Kauf genommen. Wenn schon, dann richtig!

Ich will vorwegnehmen: Grundsätzlich fühle ich mich in der Umgebung der "einfacheren" Leute ganz wohl. Als Bauingenieur ist man da eh hart im nehmen. Problematisch wird es, wenn ich mich verängstigt zum Buffet schleichen muss, um nicht nur von der Tattoo-Dichte einzelner Gäste erschlagen zu werden. Der ein oder andere Brite erschien mir dahingehend recht resolut 😉

Worauf ich hinaus will: Es war zu beobachten, dass die deutschen Teilnehmer vornehmlich der gebildeten Mittelschicht (Akademiker, Beamte, Freiberufler etc.) zuzuordnen sind. So gar nicht passend zu den, vornehm ausgedrückt, recht einfach gestrickten britischen Gästen, deren schweres Pfund (ich meine die Währung) die Veranstaltung zu einer Abart der norddeutschen Butterfahrt reduziert.

Es passt letztendlich nicht zusammen, was da aufeinander prallt. Der Billigurlaub der einen, ist die hart ersparte Ferienreise der anderen. Dabei kann sich das britische Proletariat in diesem unfairen Wettkampf als Sieger betrachten. Der deutsche Bildungsbürger schaut bedröppelt aus der Wäsche.

Vermutlich fühlte sich zu früheren Zeiten manch Spanier mit seiner Peseta in der Tasche genau so, wenn der deutsche Pauschaltourist mit der Deutschen Mark die ganze Bar aufkaufte.
Da blieb nur die Flucht in eine harte Währung, deren Suche ja nun mittlerweile, da sich die Notenbanken im Weichspülgang befinden, nahezu aussichtslos erscheint. Die starke Volatilität am Devisenmarkt wird wohl auch die aktuellen Währungsverhältnisse nicht auf ewig bestehen lassen. Gönnen wir den Briten also ihren derzeitigen Billigurlaub.

Aber ich will mich insgesamt gar nicht beschweren, denn die Kinder sind gesund geblieben, kamen voll auf ihre Kosten und gaben uns die Ruhe zur Erholung, die wir ganz dringend benötigten. Die Börsen liefen in die von mir favorisierte Richtung -den Hedge hatte ich rechtzeitig geschlossen- und der Sachverhalt des schwachen Euros rückte in den Hintergrund, denn bezahlen brauchten wir ja eh nichts mehr. All inclusive sei dank! 😉

Dennoch: Verstärkt hat sich bei mir der Gedanke, dass die Diversifizierung des Vermögens auf verschiedene Währungsräume unverzichtbar geworden ist. Sei es in Form von Aktien, Fonds oder Geldreserven. Edelmetalle stellen in realer Form auch einen ganz eigenen Währungsraum dar, den man nicht vernachlässigen sollte. Von Immobilien halte ich berufsbedingt eher weniger.

Inwiefern real grenzüberschreitende Maßnahmen sinnvoll sind, muss jeder für sich entscheiden, denn wichtig ist auch, dass man schnellen Zugriff hat. Die Steuerehrlichkeit nicht zu vergessen!

Ich mach noch eine Woche frei und begebe mich dann für ein paar Tage beruflich in die Schweiz. Die harten Währungen scheinen mich in diesem Monat zu verfolgen. Ein Zeichen?

Let’s Pix it!

Ihr StockPix

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Autonome Systeme – Coruscant und Trantor lassen grüssen

Der folgende Artikel erschien schon Montag 12.10.15 10:10 in Hari Live

Heute will ich mal einen Blick in die Zukunft in 20 Jahren wagen, der natürlich nur indirekt mit heutigen Aktien zu tun hat. Ein Blick, der vielleicht mal eine neue Perspektive auf das eröffnet, was sich nun mit Elektroantrieben und autonomem Fahren ankündigen könnte.

Denn in Wirklichkeit geht es ja gar nicht um „Fahren“ im Sinne von Autos, die auf festen Strassen in der zweiten Dimension unterwegs sind. Es geht viel mehr um *Fortbewegung* – die uns sicher, schnell, kostengünstig und energiearm von Tür zu Tür bringt – "egal wie" sozusagen.

Wie der Titel schon sagt, dürfte fast jeder die endlosen Ketten von „Lufttaxis“ auf Coruscant schon gesehen haben, einem Planeten aus dem Star Wars Universum, in dem sich Mobilität auf die dritte Dimension ausgedehnt hat. Bilder und Videos kann ich aufgrund des bekannten Rechte-Irrsinns hier nicht zeigen, obwohl es ja eigentlich nur Werbung wäre. Aber jeder dürfte wissen, was ich meine.

Die Idee zu einer planeten-umspannenden, gigantischen Stadt, die ihre Verkehrsströme nur noch in der dritten Dimension abwickeln kann, ist übrigens nicht neu. Das Szenario Coruscant wurde recht eindeutig von Isaac Asimovs -> Trantor < - aus der Foundation Trilogy inspiriert und Coruscant ist daher nichts weiter, als Trantor auf die Leinwand gebracht. Und mit Trantor sind wir auch ganz schnell bei -> Hari Seldon < - und damit bei diesem Blog - aber das nur am Rande. 😉

Was aber sicher in Erinnerung bleibt ist, wie die Fahrzeuge am Himmel dieser Megastädte wie an einem Faden gezogen an unsichtbaren Strassen verkehren, was natürlich nicht ohne eine autonome Steuerung des Verkehrs möglich wäre. Menschen am Steuer, würden schnell zum Chaos führen.

Damit sind wir auch schon bei den drei Gründen, warum wir auf der Erde uns derzeit nicht in der dritten Dimension fortbewegen und uns statt dessen riesige, logistisch ineffiziente "Dinosaurier-Konstruktionen" bei zentralen Flughäfen und Grossraum-Flugzeugen, wie dem A380 leisten.

Logistisch ineffizient deshalb, weil diese Strukturen die Menschen alle durch ein Nadelöhr pressen und damit riesigen Zeitaufwand für An-/Abfahrt und logistischen Aufwand insbesondere im Bereich Sicherheit erzeugen. Wer heutzutage noch gerne fliegt, muss in meinen Augen entweder Masochist sein, oder hat einen Privatjet. 😉

Die drei Gründe, die bessere Lösungen verhindern, sind erstens die notwendige Steuerung durch menschliche Piloten, zweitens die Frage von Start und Landung und drittens Antriebstechniken, die noch laut und dreckig sind und mit fossilen Energieträgern betrieben werden.

Rein von den Werkstoffen her, wären ja schon heute in Leichtbauweise Flieger möglich, die relativ energiearm Menschen von A nach B transportieren. Segelflugzeuge bleiben ja auch in der Luft, ganz ohne lautes und teures Strahltriebwerk.

Woran es heute also scheitert, ist:

Erstens, dass der Himmel keine Balken hat, keine Streckenpfosten und keine Leitplanken. Wenn man Menschen also in der Zahl von Autofahrern erlauben würde, mit Individualflugzeugen von A nach B zu reisen, wäre das Chaos programmiert. Das geht schlicht nicht, das geht erst, wenn die Steuerung automatisch erfolgt. Womit wir beim autonomen Fahren/Fliegen sind, das kurz vor dem Durchbruch steht und Verkehrsströme wie auf Coruscant am „Faden“ ermöglichen würde.

Zweitens scheitert es, an der Start- und Lande-Möglichkeit vor der Haustür. Solange Flugzeuge beschleunigend auf einer Runway starten und landen müssen, braucht es zentrale Flughäfen. Dieses Problem ist schon mit Hubschraubern gelöst, nur kommen wir damit zum dritten Punkt an dem es scheitert.

Drittens scheitert es derzeit noch an zu lauten, knatternden, massiv Sprit verbrauchenden Antriebstechniken. Lautlos „an der Kette“ in 200 Meter Höhe dahingleitende „Coruscant-Taxis“ werden kaum jemanden stören, daran gewöhnt man sich und die merkt man dann gar nicht mehr. Und optisch unattraktiver als ein "Windrad-Spargel" auf dem nächsten Höhenzug, sind sie auch nicht. Nun stellen Sie sich aber mal vor, jeder Nachbar würde mit seinem knatternden Hubschrauber starten und landen. Absurd. 😉

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Die fatale Angst zu verpassen

Der folgende Artikel erschien Donnerstag 24.09.15 09:30, lange bevor sich die Idee eines Doppelbodens realisierte, die nun ja offensichtlich vom Markt gespielt wird.

Schon damals war aber diese Erwartung spürbar, auch ich habe ja hier schon vor über einem Monat die -> 2011er und 1998er Analogien <- gezeigt und auf die wettet nun offensichtlich der Markt. Und die Angst zu verpassen, dürfte beim aktuellen Rebound auch eine Rolle spielen, denn es ist eine mächtige Emotion, die bei vielen sogar stärker ist, als die Verlustangst.

Lesen Sie also mal, was ich vor 2 Wochen dazu geschrieben habe, es ist immer noch hoch aktuell.

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Auch wenn wir es nicht merken, wir sind ganz oft von Ängsten getrieben und bei solchen Ängsten dreht es sich nicht nur um die naheliegende Angst vor dem Einbruch, sondern oft viel stärker aber auch fataler, um die Angst etwas zu verpassen.

Diese Angst entsteht, wenn man eine innere Überzeugung (einen Bias) hat, dass der Markt ja früher oder später wieder steigen oder fallen „muss“. Und in dem Moment, wo diese Erwartung in uns Raum gewinnt, kriecht auch die Angst in uns hoch, nun „schnell zu machen“, damit man den abfahrenden Zug nicht verpasst.

Das ist ein fatales Gefühl und es führt sehr oft dazu, dass die Anleger auf eine starke Bewegung noch aufspringen, nur um dann festzustellen, dass diese sofort wieder dreht.

Denn aufgesprungen ist man dann nicht aufgrund einer belastbaren Analyse der Bewegung und ihrer Bedeutung im grossen Bild. Aufgesprungen ist man, aufgrund des eigenen Bias und wenn man den hat, löst jeder sinnlose Zucker nach oben sinnlose Kaufreflexe aus im Sinne: nur nicht zu spät kommen!

Jeder Vertriebler oder Händler hat dieses Spiel mit der Angst zu verpassen im Grundbaukasten der Verkaufstechnik. Weil wir eben alle nur Affen ohne Behaarung sind, auch wenn unser Selbstbild uns gerne einredet, wie "rational" wir ja immer seien. 😉

Deshalb sind Angebote gerne „nur solange der Vorrat reicht“ oder haben ein Enddatum, zu dem der „Rabatt“ wieder ausläuft. Natürlich ist das alles Quatsch, aber es funktioniert. Es erzeugt in uns Menschen Druck „schnell“ noch etwas zu machen, bevor die Chance vermeintlich weg ist.

In der aktuellen Marktlage. sehe ich diesen Reflex potentiell in Einigen von uns auch am Werk. Und der Reflex beruht auf der Annahme, dass ein Test der Tiefs vom 24.08. eine Kaufgelegenheit darstellen wird.

Jetzt habe ich diese Sicht hier ja oft und mehrmals auf unterschiedliche Art und Weise kommuniziert und ja, auch heute ist für mich noch der Ablauf ala 2011 – das marginale neue Tief von dem aus der Markt dann dreht – mein Favorit, was die Wahrscheinlichkeiten angeht.

Das Dumme ist, wenn ich so ein Szenario über längere Zeit präferiere, bekommt es prägende Wirkung im Sinne „das wird so kommen“. Und daraus resultiert dann die Angst, unbedingt beim Bruch der Tiefs herein zu springen, damit man nichts verpasst.

Das ist aber falsch und macht aus einer Wahrscheinlichkeit eine Gewissheit. Solche Denkstrukturen sind fatal! Und sie sind idiotisch!

Schreiben wir uns deshalb hinter die Ohren: Der DAX kann sehr wohl durch das Tief durchgehen und erst im Bereich der Oktobertiefs von 2014, also zwischen 8.000 und 8.500 den nächsten Halt einlegen!

Ich halte dieses Szenario *nicht* für wahrscheinlicher, als den Rebound mit Doppelboden ala 2011 oder 1998, aber das Szenario ist trotzdem sehr real und darf nicht einfach ignoriert werden!

Der Gedanke etwas am Markt zu „verpassen“ ist sowieso komplett idiotisch – pures, reines Affenhirn sozusagen. Wir verpassen am Markt nie etwas! Der ist jeden Morgen wieder da und jeden Morgen ergeben sich neue Chancen, unabhängig davon, was am Vortag passiert ist. Und wenn nicht mehr nach „oben“, dann eben nach „unten“.

Wenn Sie solche Gedanken wie oben nun haben sollten, haben Sie ein Problem, über das Sie sich unbedingt im Klaren werden müssen.

Faktum ist, dass es besser ist, ein paar wenige Prozent zu verpassen, wenn man dafür höhere Gewissheit bekommt, dass der Markt nun wirklich einen Boden gefunden hat. Und das weiss man eben nicht während er durch die Tiefs durchfällt, sondern erst *nachdem* er schon wieder gedreht hat und andere Parameter wie Volumen, Sentiment und Co. zu der Theorie der Wende passen.

*Dann* bekommt man auch mal 70% „Gewissheit“, dass die Wende hinter uns liegt. Und der Vorteil des Handelns *nach* der Wende ist auch, dass man mit den neuen Tiefs sofort ein belastbares Stopniveau hat. Denn wenn die wieder fallen, war die Theorie der Wende wohl verfehlt.

Also mein guter Rat:

(1) Machen Sie Präferenzen nicht zu Gewissheiten! Niemand kennt die Zukunft und wir reden am Markt nur über Wahrscheinlichkeiten.

(2) Bekommen Sie unbedingt die blödsinnige „Angst zu verpassen“ in den Griff! Das ist definitiv einer der idiotischsten Reflexe, die man am Markt überhaupt haben kann.

(3) Und handeln Sie nur, was Sie sehen! Und solange Sie noch keinen Rebound sehen, ist da auch keiner, ganz egal was „Hari“ sagt oder Ihnen Ihr Affenhirn eingeben will.

Versuchen Sie in sich ein Gefühl der gelassenen Entspanntheit aufkommen zu lassen. Sie müssen gar nichts!

Erst aus dieser Gelassenheit heraus, kann man dann die Chancen präzise auf den Punkt ergreifen, wenn sie sich tatsächlich sichtbar offenbaren und nicht nur im Vorfeld vermutet werden.

Lassen Sie den Markt zu sich kommen und rennen Sie ihm nicht hinterher!

Ihr Hari

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