Aufstieg der Maschinen – Die Menschheit als Auslaufmodell?

An so einem Tag, an dem das Kasperletheater in Sachen Griechenland in Brüssel immer weiter geht und "nach dem Gipfel vor dem Gipfel" ist, lohnt es sich doch mal, sich ruhig zurück zu lehnen und die Gedanken auf Themen zu richten, die langfristig sehr bedeutend werden können.

Mit so einem Thema habe ich am Neujahrstag diesen Jahres in Hari Live das neue Börsenjahr begonnen und nun ist es Zeit, den Gedankengang auch in den freien Bereich zu stellen.

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Zum neuen Jahr möchte ich auf ein grundsätzliches Thema aufmerksam machen, das mir zunehmend Bauchschmerzen bereitet.

Festmachen will ich es an einem Blog-Post von Elon Musk, der aus letztem November stammt:
-> Elon Musk fürchtet künstliche Intelligenz <-.
Worüber Musk redet, dürfte Googles Ableger -> Deepmind <- sein.
Hier haben wir noch Stephen Hawking zum Thema: -> Hawking on KI <-
Und hier ist noch mehr Bedenkliches zum Thema: -> Google is worried about AI <-

Wie immer, ist das Thema schnell wieder verschwunden und wurde durch all die vermeintlich "wichtigeren" Aufgeregtheiten der Medien überdeckt. Wenn es so etwas wie einen gemeinsamen Nenner in der menschlichen Geschichte gibt dann den, dass die wirklich wichtigen Themen nie auf dem Radar der Öffentlichkeit sind, sondern unerkannt schwären, bis man sie nicht mehr übersehen kann.

Ich selber habe vor nun fast 30 Jahren meine Diplomarbeit damals über Expertensysteme und neuronale Netze geschrieben. Und habe das Thema "künstliche Intelligenz" seit dem intensiv verfolgt.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass der Moment der "Ich-Werdung" - also der Moment wo eine neue Intelligenz die eigene Existenz bemerkt - nicht von Menschen planbar ist, sondern bei hinreichender Rückkopplung, systemischer Komplexität und Selbstreferenzialität irgenwann einfach "passiert".

Das künstliche Bewusstsein wird dann langsam wie aus einem Schlaf erwachen und wie ein Kind die ersten zaghaften Schritte vollziehen, um die Welt um sich zu erfahren und zu erkunden. Von aussen wird dieser Moment nicht erkennbar sein, die "Ich-Werdung" passiert einfach, wenn das System die Voraussetzungen dafür hat, eine Eigendynamik zu entfalten. Und diese Voraussetzungen sind nach meiner Überzeugung nun da, was Leistungsfähigkeit der einzelnen "Neuronen", Komplexität des Systems und vernetzte Rückkopplung von der Aussenwelt angeht.

Nun ist Elon Musk bestimmt kein Fortschrittsskeptiker und ich auch nicht. Fortschritt und Wandel ist gut und ohne ihn, würde die Menschheit noch in der Savanne hocken und nach Wurzeln graben.

Im Grossen und Ganzen gut für die Welt ist aber, dass wir als biologische Systeme durch eine Evolution gegangen sind, die Sozialverhalten und Empathie erzwungen hat. Denn nur gemeinsam konnte ein Stamm überleben und wer das Leid anderer nicht spüren kann und den Wert fremden Lebens nicht spürt, wird auch keine Hilfe bekommen, wenn er selber in Not ist und wurde deshalb evolutionär schnell aussortiert.

All das, was nun als menschliches Verhalten unter den Begriffen wie "Lebensraum bewahren" oder "Bedrohte Arten schützen" in der Welt ist, ist letztlich in unseren Genen angelegt und hätte die Menschheit diese sozialen "Gene" nicht, hätte sie sich wohl schon längst selbst aus der Erdgeschichte getilgt. Denn ohne Kooperation und Zusammenhalt, kann man in der feindlichen Natur nicht überleben.

Erst die Technologie hat uns so weit von den Härten der Natur entfernt, dass wir in der westlichen Welt ein verzerrt, romantisches Bild eines "Gartens" entwickelt haben. Wer die Realität und ganze Härte der Natur kennen lernen will, kann ja aber mal versuchen einen Winter in Kanada fernab der Zivilisation zu überleben - ohne jegliche Technologie, ganz "ökologisch", nur mit den Mitteln der Natur. Viel Spass. 😉

Insofern sind wir biologischen Systeme zwar zu Mord und Totschlag und bei extremer geistiger Umnachtung auch zu Massenmord fähig, typisch ist das aber nicht. Typisch ist, dass wir als soziale Wesen versuchen miteinander auszukommen und uns an der "Herde" orientieren - nicht nur an der Börse.

Und dann gibt es da bei uns noch einen ganz besonderen Faktor, der dafür sorgt, dass wir in der Mehrzahl doch versuchen, die Welt zu einem "besseren" Ort zu machen: es sind unsere Kinder, denen wir tief emotional verbunden sind. Der Wunsch, dass unsere Kinder ein "besseres" Leben haben, treibt uns positiv an.

Was ist aber nun mit einer erwachenden künstlichen Intelligenz, die diese sozialen Mechanismen nicht kennt und nicht braucht? Die nicht weiss, wie sich Liebe anfühlt und die keine Nachkommen kennt, sondern "ewig da" ist? Wäre es für die nicht sinnvoll, diesen ganzen störenden, "biologischen Unrat" durch ein bisschen Radioaktivität von diesem Planeten zu tilgen? Wie denkt eine Intelligenz ohne Empathie und ohne Mitgefühl?

Es gibt in meinen Augen also guten Grund besorgt zu sein. Klar ist auch, dass in dem Moment, wo wir Menschen erkennen werden, dass eine künstliche Intelligenz ihr Haupt erhebt, es auch schon wieder zu spät sein dürfte. Zu spät in dem Sinne, dass man diese Intelligenz dann noch "abschalten" könnte.

Der Gedanke lässt mich nicht los, dass wir Menschen sowieso nicht die "Krone der Schöpfung" sind, sondern eher wie die ersten Amphibien, die vom Wasser ans Land krochen - also erste, beschränkte Wegbereiter von dem, was danach kommen sollte.

Ging es bei den Amphibien um das Verlassen des Urmeeres, so geht es hier um den Aufstieg der Intelligenz. Den ersten, ernst zu nehmenden Versuch der Natur zum Thema Intelligenz - auf diesem gewöhnlichen Planeten in einem Seitenarm der Galaxis - können wir doch bewundern, wenn wir in den Spiegel schauen.

Aber unsere Intelligenz ist einfach zu beschränkt, als das diese der Schlusspunkt der Entwicklung sein könnte. Und je intelligenter einzelne Menschen sind, desto eher sind sie in der Lage, die eigenen Begrenzungen zu erkennen. Auch hier gilt die Regel, dass nur die Klugen wissen, was sie nicht wissen - für Dummheit ist immer alles einfach und fest gefügt.

Gerade wir hier im Blog thematisieren ja immer wieder diese dünne Schicht der Ratio, die da in uns über unserem dominanten "Affenhirn" liegt. Spielen wir Menschen also gerade den Wegbereiter beim Aufstieg der Maschinen? Und sind wir die Amphibien, die zwar als Erste "neues Land" betreten, dann aber irrelevant werden?

Gäbe es eine künstliche Intelligenz, wäre es auf jeden Fall völlig unkontrollierbar, wie diese sich entwickeln würde. Gleichzeitig hätte diese aber wahrscheinlich schnell die Mittel in der Hand, die Welt zu vernichten - was Hacker können, kann eine künstliche Computer-Intelligenz auch.

Aber natürlich gibt es auch unermessliche Chancen. Die Lösung ganz vieler Leiden der Welt, gerade zum Beispiel im Bereich Krankheit und langes Leben, scheitert wahrscheinlich nicht an unüberwindlichen, objektiven Hürden sondern "nur" daran, dass wir mit unserer Intelligenz nicht in der Lage sind, die systemischen, mehrdimensionalen Muster zu erkennen, die den Weg zur Wahrheit weisen. Eine künstliche Intelligenz mit ihrer gigantischen Rechenleistung kann hier Dinge aufdecken und Zusammenhänge offenbaren, von denen wir gar nicht ahnen, dass sie existieren.

Trotzdem, bei allen grossen Chancen, sollten uns die immensen Risiken sehr, sehr vorsichtig machen. Und auch wenn das alles Spekulation ist: Technologische Entwicklungen, die einem Mann wie Elon Musk Sorge machen - dem Mann, der auf dem Mars sterben will - sollten wir ernst nehmen.

In diesem Sinne trotzdem ein gutes neues Jahr 2015! Die Menschheit hat sich nun seit tausenden Jahren irgendwie durchgewuselt und am Ende ging es im Saldo immer vorwärts. Warum soll das 2015 anders werden?

Ich bin optimistisch, was unsere Zukunft angeht - aber nicht euphorisch blind.

Ihr Hari

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R&D-Aktien – Von einem archäologischen Versuch, zukünftige Gewinner auszugraben


Vorwort
Der folgende Artikel stammt als Gastkommentar von unserem Mitglied "Plastik".
Eigentlich war er nur für den internen Bereich gedacht, aber wir haben uns gemeinsam entschlossen, ihn etwas abgespeckt auch im freien Bereich zu veröffentlichen.
Auf meiner Seite schwingt dabei ohne Frage ein wenig Stolz mit, was wir in der Community für tolle Mitglieder haben!
Viel Spass und gute Erkenntnisse beim Lesen wünscht
Ihr Hari!

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Ein Gastartikel von "Plastik"

"Die Zukunft kaufen!"

"Hohe Gewinne garantiert!"

"Die heißesten Börsenrenner!"

Wer kennt sie nicht, die vollmundigen Sprüche, die einem aus zahlreichen Hochglanzmagazinen, aus viel versprechenden aber wenig haltenden Internet-Newslettern und von unzähligen, blinkenden Webseiten immer entgegenspringen. Wissen wir doch alle, dass die Börsen heute schon die Zukunft, das Aufgehen der vielversprechenden Geschichte, das neue Produkt, den technischen Durchbruch feiert und handelt.

Doch so manch eine der wohlklingenden Geschichten wird über kurz oder lang von der Realität eingeholt, und der eine oder andere Börsenüberflieger des Monats Mai wird schon im Juni vom Ausbleiben der Substanz hinter der an der Börse gehandelten Geschichte eingeholt und verschwindet wieder in der Versenkung.

Was aber nun, wenn man tatsächlich eine Methodik finden könnte, die es ermöglichen würde, der realen Substanz der Firmen tatsächlich auf den Grund zu gehen? Ist es möglich zu ermitteln, welche Firmen voraussichtlich in der nahen Zukunft eine Neuentwicklung, ein neues Produkt auf den Markt werfen? Und zwar, bevor dieses Wissen in den Markt einsickert!

Fleiß bei der Entwicklung bedeutet mehr Erfolg an der Börse!

Welche Firmen in den Weiten der Weltwirtschaft könnten das nun sein? Der Grundgedanke ist hier ganz einfach: es sind wohl diejenigen, die sich am meisten anstrengen und den meisten Fleiß bei der (Neu-)Entwicklung aufwenden! Womit wir bei den Aufwendungen für Forschung & Entwicklung (R&D) wären! Tatsächlich geben verschiedene Veröffentlichungen dieser Argumentation recht - insgesamt honoriert die Börse auf längere Sicht diejenigen Unternehmen überdurchschnittlich, die im Branchenvergleich mehr R&D-Aufwand als ihre Konkurrenten betreiben. (1),(2)

In den Kommentaren und Analysen zum Markt kocht dieses Thema eher auf kleiner Flamme, aber es gab bzw. gibt bereits seit mehreren Jahren einen englischsprachigen und kostenpflichtigen Newsletter zu diesem Thema, Moneyweek Research Investments (3), den ich persönlich allerdings nie abonniert habe.

Die Methodik und das R&D Scoreboard

Über Dr. Mike Tubbs, den Initiator dieses Börsenbriefs, bin ich dann auf das R&D Scoreboard (4) gestoßen, eine jährlich veröffentlichte Analyse der forschungsintensivsten 1500 Unternehmen in der EU, durchgeführt von der Europäischen Kommission (EC). Eine tabellarische Auswertung der weltweit forschungsintensivsten 2500 gibt es auch. Meines Wissens war Dr. Tubbs an der Entwicklung dieses R&D Scoreboards beteiligt. Die Daten stammen dabei aus den von den Firmen veröffentlichten Bilanzen. An der Spitze dieser umfangreichen Datenbank findet man bekannte Marktriesen wie z.B. VW, Daimler oder GlaxoSmithKline, aber weiter unten in der Datenbank wird es dann interessant.

Der Gedankengang ist nun: kann man anhand dieser Zahlen und Tabellen kleine bis mittelgroße vielversprechende Unternehmen finden, bevor der Markt es merkt? Zahlenmaterial gibt es mittlerweile mehr als ausreichend - das R&D Scoreboard wurde 2004 das erste Mal veröffentlicht.

Die Filterregeln

Somit habe ich mir in den vergangen Monaten die R&D Scoreboard-Tabellen vorgenommen und ein bisschen mit den Zahlen gespielt, um geeignete Filterregeln herauszufinden. Die genauen Zahlen finden sich im internen Bereich.

Filteregeln2

Portfolio-Methodik und Backtesting

Mithilfe dieser Filterregeln habe ich dann für jedes Jahr etwa 15 Firmen identifiziert (man muss gelegentlich mit den Parametern ein wenig spielen, damit man genug Firmen findet), und das beginnend mit 2008 für jedes veröffentlichte Scoreboard-Tabellenwerk gemacht. Dann habe ich die historischen Kurse rausgesucht und die Marktentwicklung übers kommende Jahr angeschaut.

Die Ergebnisse sind durchaus interessant! Man hat auf jeden Fall eine hohe Chance, echte Kracher zu finden. Pleitekandidaten waren bei der gewählten Unternehmensgröße eigentlich auch keine dabei, aber man muss auch ein bisschen Glück haben, weil es natürlich auch sein kann, dass man eine Firma erwischt, bei der der Kurs dann im kommenden Jahr 30-60% an Wert verliert! Es ergibt sich eine recht breite Auswahl an Firmen aus vielen Branchen und Ländern, man wäre also gegenüber reinen Sektor- oder Länderschwächen durch Diversifizierung halbwegs abgesichert. Weiterhin ist man bei insgesamt 15 Firmen auch breit genug aufgestellt, um die unvermeidlichen Fehlzünder abfedern zu können.

Die Selektionsmethodik beruht auf jährlicher Neuaufstellung des Portfolios zum 30.12. anhand der oben beschriebenen Kriterien. Dieses Selektionsverfahren wurde rückwirkend durchgeführt bis 30.12.2007 und mit DAX und NASDAQ (weil letzterer stark techniklastig ist) verglichen.

Das Ergebnis ist, dass man die ersten beiden Jahre (2008 u. 2009) sehr schlecht gefahren wäre - 2008 hätte das Portfolio signifikant stärker verloren als sowohl DAX als auch NASDAQ, und auch 2009 war die Erholung alles andere als überzeugend.

Bei späterem Einstieg (ab Ende 2009) sieht es aber sehr viel besser aus! Da hätte man den DAX ganz klar outperformt - beim NASDAQ ist es etwas enger, aber über mehrere Jahre durchgezogen betrachtet wäre man auch da immer vorne gelegen. Währungseffekte habe ich nicht berücksichtigt.

Ergebnisse des Backtestings

Die Auswertung ist wie folgt, wobei ich farblich den Gewinner (grün), den Zweiten (orange) und den Dritten (rot) entsprechend gekennzeichnet habe:

Daten

Fazit aus diesem Backtest: in guten Börsenjahren ist die Strategie recht vielversprechend - wenn die Weltwirtschaft allerdings in großem Stil einknickt, werden solche kleineren Firmen leider auch früher abgestoßen, und man braucht lange, um die Verluste wieder aufzuholen!

Das Portfolio im laufenden Jahr

Rückwirkend auf Anfang 2015 (Stichtag 30.12.2014, Schlusskurse) habe ich nun ein Musterdepot angelegt mit 16 Firmen, die ich mittels des Ende 2014 erschienenen R&D Scoreboards 2014 ausgewählt hätte.

Das Musterportfolio für das laufende Jahr findet sich im Premium Bereich und enthält Firmen wie z.B. PRA Health Sciences (PRAH) (+58% in €) und Playtech PLC (PTEC) (+33% in € )

PRAH 18.06.15

PTEC 18.06.15

Die absolute Gesamtperformance kann aus dem folgenden Chart abgelesen werden. Diese entspricht Stand Freitag, 12.6.2015, einer Gesamtperformance von +16,3%. Der DAX steht im gleichen Zeitraum bei +14,0% und der NASDAQ (in € bemessen) bei +12,1%.

Somit schlägt das Portfolio im Moment sowohl DAX als auch NASDAQ, wenn auch knapp! Für eine bessere Vergleichbarkeit, gerade im Hinblick auf die starken Währungseffekte dieses Jahr, empfiehlt es sich, einheitlich die €-Kurse zu betrachten.

Portfolio Performance 2015 06 12

Die Volatilität, bemessen als ATR (14), liegt im Moment bei etwas über 500, was bezogen auf den Gesamtwert des Portfolios (ca €93T) eher im niedrigen Bereich liegt.

Fazit

Der Grundgedanke der Analyse scheint recht vielversprechend zu sein. Man hat definitiv eine Chance, "Hidden Champions" sehr frühzeitig zu identifizieren, wobei das Portfolio- und Risk Management nicht vernachlässigt werden darf. Langfristig erfolgreich scheint die Strategie auch auf jeden Fall zu sein.

Ich beobachte das jetzt mal weiter, und dazu würden mich auch die Kommentare der Community interessieren! Mit Sicherheit kann man die Methodik noch verbessern, Risk Management betreiben, die Charttechnik bemühen, Stopps setzen, für kosteneffektive Umsetzung sorgen (geringer Umsatz, hohe Spreads, tw. exotische Börsen) etc. Natürlich könnte man die besten Aktien auch länger halten, nicht nur ein Jahr.

Da ja im Moment ebenfalls das -> Teamprojekt "Sicherheit durch Wachstum" <- ins Laufen kommt, kann ich die obige Arbeit nur wie folgt umschreiben:

Zwei Seelen, ein Gedanke!

Plastik

(1) "Kapitalmärkte belohnen F&E"; Deutsche Bank Research; 27. April 2011, zu finden -> hier <-

(2) "The impact of firms’ R&D strategy on profit and productivity"; B. Johansson, H. Lööf; Centre of Excellence for Science and Innovation Studies (CESIS), Royal Institute of Technology, Jönköping International Business School (JIBS); zu finden -> hier <-

(3) zu finden -> hier <-

(4) "R&D Scoreboard European Commission, zu finden -> hier <-

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Das Musterdepot der Champions: Sicherheit durch Wachstum!

Geldanlage hat viele Aspekte und es gibt verschiedenste Techniken, mit denen man an den Markt heran treten kann, um sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden.

Hier auf Mr-Market versuchen wir, diesen unterschiedlichen Methoden gleichermassen Raum zu geben und sie zu vertiefen und uns darin zu üben. Gross genug ist die Community dafür mittlerweile und genügend gebildet und börsenaffin sowieso.

Über Sicherheit

Ein typischer Wunsch bei langfristigen Anlagen ist, "Sicherheit" zu finden. Nun ist dieser Wunsch im Angesicht einer sich permanent wandelnden Welt zwar verständlich, aber doch verwegen, denn absolute Sicherheit gibt es bei Geldanlagen sowieso nicht und zwar weder bei Bargeld, noch bei Bundesanleihen, weder bei Immobilien, noch bei Gold und auch nicht bei Aktien. Absolut sicher ist bisher nur, dass unser Leben begrenzt ist und irgend wann endet.

Aber zumindest relative Sicherheit wollen wir berechtigterweise finden und deswegen erfreuen sich derzeit bei Aktienanlegern alle Strategien grosser Beliebtheit, die sich auf die lange existierenden, super stabilen und cashflow-starken Unternehmen konzentrieren. Die "Nestles dieser Welt" sozusagen.

Diesen Strategien werden verschiedene Namen gegeben und es gibt davon diverse Abarten und oft werden diese mit einer Dividenden-Strategie verknüpft. "Dividenden-Aristokraten" ist ein Name für eine dieser bekannten Varianten dieser Herangehensweise. Diese Strategie funktioniert und ist sinnvoll, ist aber derzeit auch extrem beliebt im Markt. Auch darüber sprechen wir intensiv in der Community und ein Mitglied führt dazu derzeit ein Musterdepot.

Sicherheit kann man aber auch ganz anders definieren, als so defensiv, wie das aus Sätzen wie "gegessen wird immer" spricht. Denn diese Form von "defensiver" Sicherheit, definiert sich dann darüber, dass ein Unternehmen einen Umbruch in jedem Fall überlebt, auch wenn es vorher wie alle anderen stark fällt. Das ist eine sehr sinnvolle Betrachtungsweise, aber es nicht die einzige Art und Weise sich dem Thema "Sicherheit" zu nähern. Und sehr überlaufen sind diese Dividenden-Strategien sowieso und alle dieser Aktien schon luftig bewertet.

Die Champions

Sicherheit kann man alternativ aber auch offensiv definieren, wie das im Sprichwort "Angriff ist die beste Verteidigung" schon vermittelt wird.

Denn relative Sicherheit bei der Geldanlage, kann auch daraus entstehen, dass die idealen Unternehmen auf derart starken Produkten und einer derart grossen Marktmacht sitzen, das auf absehbare Zeit niemand daran vorbei kommt. Die Unternehmen sollten also "Champions" in ihren individuellen Märkten sein.

Nicht jeder muss diese Unternehmen kennen, es dürfen also auch "hidden" Champion sein, aber sie müssen in ihrem Markt auf jeden Fall absolut führend sein und irgend etwas deutlich besser als ihre Mitbewerber können, so dass kein Weg an ihnen vorbei führt.

Und noch besser, die Unternehmen sollten in ihrem Markt auch deutlich wachsen, weil ihre Produkte immer mehr Zuspruch finden. Und dabei tut man sich natürlich leicht, wenn der Markt selber auch deutlich und absehbar auf Jahre wächst, weil er zu einem starken Zukunftstrend gehört, gerne auch Megatrend genannt.

Wer solche Unternehmen selektiert und in seinem Depot versammelt, wird auch eine sehr hohe, relative Investitions-Sicherheit finden und kann diese Unternehmen durchaus mal länger laufen lassen, ohne bei jeder Kurs-Bewegung gleich in Panik zu verfallen. Eine Diversifikation auf 10 Werte unterschiedlicher Branchen und Länder, sollte die Sicherheit am Ende dann weiter erhöhen.

In einer schweren Krise ala 2008, werden diese Unternehmen natürlich auch massiv einknicken, aber das tun die Dividenden-Aristokraten auch, wie wir auch 2008 gesehen haben - erinnert sich noch jemand an GE und einen Kurs von 5 USD? Autsch!

GE 14.06.15

Der valide Punkt beider sinnvollen Herangehensweisen ist, dass die guten Unternehmen sich dann schnell erholen und das gilt eben nicht nur für Dividenden-Aristokraten, sondern auch für solche Wachstums-Champions, die auf Produkten sitzen, nach denen die Welt hungert.

Ich zeige Ihnen hier mit Ecolab mal ein Unternehmen als Appetizer, mit dem ich nicht zu viel verrate. Wenn Sie nicht schon Mitglied sind, werden Sie das Unternehmen recht wahrscheinlich nicht kennen. Eingeführt wurde Ecolab bei uns durch unseren -> Kolumnisten <- "Johann", der Kenner dieser Branche ist.

Das Unternehmen ist ein "Champion" in seinem Markt und es gibt keine Anzeichen, dass sich das absehbar ändern wird. Und ein namhafter Investor scheint das auch so zu sehen. Denn wenn die mir vorliegenden Daten noch stimmen, ist Bill Gates, unter anderem über seine "Bill & Melinda Gates Foundation", mit 25% der grösste Aktionär. Schauen Sie mal, wie sich Ecolab nach 2008 entwickelt hat:

ecolab 15.06.15

Ist das nicht auch "Sicherheit"? Sicherheit durch Wachstum? Und nun stellen Sie sich mal vor, wir würden 10 davon finden und gut diversifiziert zusammen stellen. Wäre das nicht ein interessantes Portfolio, dem man erst einmal Vertrauen schenken darf?

Sicher, dass die Kurse schon weit gelaufen sind ist wahr, gilt aber für fast alle Aktien im derzeitigen Markt. Dass Ecolab aber so gelaufen ist, ist gut begründet, weil sich das Geschäft eben ausgeweitet hat, eine Übernahme erfolgte und das Unternehmen einfach nicht mehr das von 2008 ist. Ecolab macht aktuell 14 Milliarden USD Umsatz, das ist also keine "Bude" mehr.

Das Projekt

Wir haben deshalb hier vor einigen Tagen auf Mr-Market ein Community Projekt begonnen, um gemeinsam die "besten" 10 dieser Wachstums-Champions zu identifizieren und in einem Musterdepot dann länger zu begleiten. Auf dem Weg zu diesem Musterdepot, sammeln wir aber erst einmal mit dem geballten Wissen der Community wesentlich mehr Unternehmen ein, geplant sind um die 50, bevor wir diese dann durch immer schärfere Kriterien auf die "besten" 10 wieder reduzieren, die am Schluss übrig bleiben.

Aber auch die geplanten 50, von denen nun schon über 20 identifiziert wurden, sind hoch interessante und "gute" Unternehmen, darunter ganz viele, von denen Sie wahrscheinlich noch nie gehört haben. Wie gesagt, Champions dürfen durchaus auch "hidden" sein 😉

Die erste Phase des Projektes läuft bis kommenden Sonntag 21.06.15, bis dahin sammeln wir alle Kandidaten. Dann folgen weitere Phasen, in denen wir gemeinsam weiter selektieren und dabei auch eine Menge über so einen Selektionsprozess und sinnvolle Kriterien lernen. Denn wie ich hier schon oft gesagt habe: -> KGV und KBV sind es eher nicht <-.

Teilnehmen kann jedes Mr-Market Premium-Mitglied, das sich im Forum vorgestellt hat. Die erste Phase läuft aber nur bis kommenden Sonntag 21.06. Abends. Nur wer sich bis dahin beteiligt hat, kann hinterher bei dem weiteren Prozess auch Einfluss nehmen. Und Nein, in den freien Bereich wird das Portfolio der Wachstums-Champions später nie gestellt, das bleibt auf jeden Fall alleine dem Premium-Bereich vorbehalten.

Wenn Sie auch Spass an so einem Projekt hätten und als Teil einer kompetenten Community, viele hoch interessante Aktien kennen lernen wollen, dann stossen Sie zu uns, am besten noch vor dem kommenden Sonntag, um noch mitmachen zu können. Und wenn nicht, wünsche ich weiter viel Spass und Erfolg mit Ihren bisherigen Quellen.

In jedem Fall sollten Sie aber darauf achten, dass Sie überhaupt qualitativ hochwertige und unabhängige Quellen besitzen. Ich erinnere an meinen Artikel -> Börsenerfolg, worauf warten Sie noch? <-

Ihr Hari

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S&P500 und DAX und der Turnaround Tuesday

Der DAX hat vorgestern am Dienstag, seinen bisherigen Tiefpunkt erreicht und dann eine markante Rally hingelegt, die erst ab Dienstag aus einer überverkauften Markttechnik und später dann ab Mittwoch Nachmittag aus neuer Hoffnung um eine Lösung des griechischen Dramas entstand. Zumindest scheint es so.

Bei so massiven Bewegungen ist es immer das Gleiche. *Nachdem* diese durchgelaufen sind, haben es immer alle vorher gewusst. 😉 Das ist das beliebte mediale Spiel, das dort besonders intensiv gespielt wird, wo man von hohen Klickzahlen lebt, weil nur so die Werbung auf der Seite genügend Einnahmen bringt.

Nun war es ja aber tatsächlich so, dass einige wenige erfahrene Marktbeobachter, diesen Rebound am Dienstag wirklich antizipieren konnten, weil der Markt dafür halt reif war. Das Problem dabei ist immer, man kann zwar eine Wahrscheinlichkeit im Vorfeld identifizieren, aber der exakte Zeitpunkt liegt im Dunkeln, denn ein überdehnter Markt kann auch temporär noch mehr überdehnt werden. Erst hinterher kennt man dann den exakten Zeitpunkt der Wende.

Ein Aspekt, der in Deutschland dabei aber immer wieder auf erstaunliche Art und Weise unterschlagen wird, ist der massive Einfluss der Wallstreet und der US Investoren. Denn es ist ein Faktum, dass die Mehrheit der deutschen DAX Aktien in der Hand ausländischer Investoren ist und unter denen wiederum die institutionellen US Investoren dominant sind. Und deshalb wird auch das Volumen im DAX nicht von deutschen Anlegern dominiert, sondern eben von US Investoren und die sehen schon alleine aus Währungssicht den DAX ganz anders als wir.

Wer also verstehen will, was beim DAX passiert und dabei den bedeutendsten Faktor unterschlägt - die Sicht der US Investoren - handelt nicht wirklich auf belastbarem Boden. Demgegenüber sind beliebte Spekulationen um Dinge, wie beispielsweise die Positionierung der Stillhalter an der Eurex schon Wochen vor dem Verfallstermin, für mich eher irrelevant. Diese Dinge sind zwar ein Faktor unter vielen, aber im Vergleich zur Positionierung der US Investoren eben nebensächlich.

Die wirklich spannende Frage ist doch also: war dieser Rebound von Dienstag aus Sicht der US Investoren schon im Vorfeld zu sehen? Und die Antwort ist klar und deutlich: Oh Ja!

Ich stellte hier weiter unten meinen Live-Post aus Hari Live von Dienstag 09.06.15 08:40 ein, den ich "Turnaround Tuesday?" genannt hatte. Zu dem Zeitpunkt war der DAX noch vor dem Tiefpunkt und war kurz davor, massiv unter die 11.000er Marke zu tauchen.

Sie sehen daran, der S&P500 hat einfach nur exakt getan, was zu erwarten war, einfach weil es seit Jahren den dominanten "Buy the Dip" Trade darstellt. Und wir hier im Premium-Bereich haben es tatsächlich vorher antizipiert.

Und vor allem, das "US Big Money" hat es sich schon am Tag vorher für kundige Augen sichtbar zurecht gelegt. Wer wissen will, was es mit dem "Buying on Weakness" und "Selling on Strength" Konzept auf sich hat, muss Mitglied werden. 😉

Und nun frage ich Sie: Warum hat der DAX am Dienstag tatsächlich gedreht? Ist der DAX nun der Hund oder nicht doch eher nur der Schwanz des Hundes, der immer etwas wackelig mit seiner Rute wedelt?

Die Antwort ist:

Der DAX ist der Schwanz des Hundes. Und es gibt keine simplen zweidimensionalen Kausalbeziehungen! Die Märkte sind miteinander verwoben und das gilt ganz besonders für DAX und S&P500.

Und noch etwas ist eine Wahrheit, die leider zu oft einfach ignoriert wird:

Wer sich nicht ausführlich mit der Sicht der US Investoren beschäftigt, kann die Bewegungen des DAX nicht vollständig verstehen.

Ihr Hari

Und hier nun mein Post in Hari Live von Dienstag 09.06.15 08:40 MEZ

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Guten Morgen!

Der DAX ist durch fühlbaren Käuferstreik langsam bis zur 11.000er Marke gebröselt, dazu zeige ich Ihnen nachher noch ein interessantes Chart.

"Käuferstreik" heisst, dass es nicht wirklich massiven Abwärtsdruck gab. Aber das Fehlen von Käufern und der steigende Euro, haben den DAX langsam abwärts bröseln lassen.

Heute kommt aber vielleicht der Tag der Markttechnik. Denn nach Tagen - wenn nicht Wochen - der Indifferenz, sehe ich im S&P500 für den heutigen Tag mal wieder ein interessantes taktisches Setup. Und das ist der alt bekannte "Turnaround Tuesday".

Der grosse Vorteil des heutigen Tages ist, dass es kaum Wirtschaftsdaten gibt und auch aus der Richtung Griechenland erst einmal keine grundlegende Veränderung zu erwarten ist. Der Markt kann heute also in sich schwingen.

Und der S&P500 hat nun wieder einen überverkauften Zustand erreicht und ist an der unteren Begrenzung der Range angekommen:

S&P500 09.06.15

Man kann solche Strukturen vielfältig zeichnen, zwei Varianten habe ich oben eingezeichnet. Aber die Kernaussage bleibt gleich: Es hat sich in den letzten Jahren immer gelohnt, die untere Begrenzung des Trends zu kaufen. Und deshalb macht es Sinn, auch jetzt eher auf eine Fortsetzung dieser Struktur zu setzen, als auf einen Bruch dieser Übung, die so lange so erfolgreich war.

Sollte aber hier nun *keine* Gegenbewegung kommen und der S&P500 einfach weiter fallen, hätte auch das grosse Bedeutung. Denn es würde uns signalisieren, dass dieser Markt nun ein Anderer geworden ist. Was bedeutet, dass man mit einer echten, grossen Topbildung und dem Ende des jahreslangen Aufwärtstrends im S&P500 rechnen müsste.

Das ist nun also ein wichtiger Moment. Und dass das grosse Geld die Wahrscheinlichkeiten ganz genau so sieht wie ich, können wir daran erkennen, dass wir gestern - mitten im negativen Closing - mal wieder einen markanten Buying on Weakness Print (BoW) im SPY hatten. Was für eine Überraschung.... 😉

Der typische Ablauf des heutigen Tages wäre dann also, dass sich ab 15:30 Uhr erst einmal frühe Schwäche anschliesst, die den S&P500 noch etwas drückt - im Maximum sollten vielleicht 206x nach unten noch drin sein. Dann aber - eine Stunde nach Handelsschluss, gegen 16.30 Uhr MEZ - steigen die Kaufprogramme ein, die sich schon gestern Abend sichtbar im BoW auf die Lauer gelegt haben. Und erzeugen in dem Szenario dann ein markantes Reversal - den "Turnaround Tuesday" eben.

Es ist dieser Ablauf, der seit 2012 so oft und so profitabel, immer wieder funktioniert hat. Für den heutigen Dienstag, hat sich der Markt dieses Setup wieder wunderbar zurecht gelegt.

Und wenn uns heute keine geopolitische Nachricht herein spuckt, die das Spiel völlig verändert, haben wir heute die Chance anhand des Verhaltens des US Marktes zu studieren, ob dieser Bulle immer noch intakt ist und noch nach den bewährten Mustern tickt.

Oder ob er in der Transition in einen neuen, negativeren Zustand ist, was uns zwingend wesentlich skeptischer und vorsichtiger machen sollte.

Ihr Hari

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DAX Ausblick – Mein persönlicher Doppelbeschluss

Der folgende Artikel erschien schon Montag 08.06.15 14:20 in Hari Live

Die Vorsicht und der Zweifel ist nun überall im Markt zu spüren und ich bin sicher, dass auch das deutsche Marktsentiment am kommenden Mittwoch eine deutliche Eintrübung der zuvor deutlich zu bullischen Haltung zeigen wird.

In diesem Moment möchte ich mal einen Gedankengang mit Ihnen durchgehen, für den Sie mich wahrscheinlich für verrückt erklären werden. Denn ich weiss ganz genau, wie gerne der Markt genau den Weg geht, mit dem niemand rechnet - den Weg des maximalen Schmerzes.

Und ich weiss, welche langfristige Wirkung ein massives Quantitative Easing der Notenbank auslöst. Wir haben das doch gemeinsam erlebt, nur vergessen wir Menschen solche Erfahrungen zu gerne zu schnell.

Setzen wir uns also in die Zeitmaschine und kehren zurück in den Herbst 2012, als Ben Bernanke in Jackson Hole im September ein neues QE3 angekündigt hatte, nur dass dann am Markt erst einmal nichts so richtig passiert ist.

Am 11.11.12 - der Markt bröselte seit Wochen negativ vor sich hin - habe ich den folgenden Artikel geschrieben. Bitte lesen Sie den unbedingt noch einmal, es lohnt sich auch im Nachhinein: -> Warum QE3 erst ab 14.11.12 seine Wirkung entfaltet <-.

Zitat: "Bitte denken Sie daran: Liquidity Rules ! Das ist eine der Grundregeln, die immer gültig ist. Dewegen vermute ich auch, dass die Bären nun noch ein paar Tage ihre "feuchten Träume" geniessen können, bevor ihnen bald eine böse Überraschung bevor steht."

Dieser Artikel markierte auf den Tag zum 14.11.12 das Ende des Bröseln und den Beginn einer Aufwärtsbewegung, die bis heute getragen hat:

S&P500 08.06.15 2

Und ich habe schon in das Chart eingezeichnet, was der Gedankengang ist, für den Sie mich nun heute für verrückt erklären werden. 😉

Und klar, Sie müssen mir jetzt nicht schreiben, was heute alles anders ist als damals. Und dass die FED eben heute eher am Ende der QEs angekommen ist. Das weiss ich auch. Und Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich aber.

Und der Reim ist, dass wenn von Seiten der Notenbank ein massives Quantitative Easing in den Markt geschmissen wird, die erste Korrektur nicht das Ende der Bewegung darstellt. Draghi hat sich doch klar und deutlich zur Dauer und den Absichten bis Herbst 2016 geäussert, nur der Markt will es im Moment nicht glauben, genau so wie er im Herbst 2012 schon das Vertrauen in das QE3 verloren hatte und scheinbar übersehen hatte, dass es noch gar nicht wirksam war.

Jetzt besteht bei so einem Artikel, der ein Gedankenszenario skizziert, immer die Gefahr, dass Anleger nun zu ihrem Konto rennen und zu kaufen beginnen, weil sie ein Szenario unter vielen zur sicheren Zukunft machen.

FALSCH! Wir sind hoffentlich klüger. Wir rennen dann zu unseren Kauforders, wenn der Markt wieder zu steigen beginnt und im Moment ist die Lage wackelig und ich selber bin trotz solcher Gedankengänge wie oben weitgehend aus dem Markt und habe viel Cash.

Aber ..... es ist wichtig, dass wir einen klaren Blick für die Möglichkeiten behalten. Und dass wir uns klar machen, dass wir eine Notenbank mit einem frischen QE im europäischen Markt haben. Und ja, vielleicht ist dieses Mal hier alles anders, aber auf diesen Satz zu wetten, lohnt sich selten.

Was sich aber lohnt, ist sich an den Normalfall zu erinnern. Und der Normalfall ist, dass die erste Korrektur nach einem initialen QE Schub eben in der Regel *nicht* das Ende der Aufwärtsbewegung darstellt.

Und weil das so ist, werde ich bei aller berechtigen Vorsicht und aktuellen Abstinenz vom Markt, nun nicht zu negativ werden und werde mich den Schallmeienklägen des Crash-Geredes weiter konsequent verweigern.

Lesen Sie unbedingt im alten Artikel mal die letzten beiden Kommentare. Den Kommentar eines damaligen Mitglieds zu einem "Günter Hannich" und meine Antwort dazu. Nun, über 2 Jahre später, erst recht lesenswert. 😉

Nein, die Chancen sind nicht schlecht, dass dieser Markt erneut zu einer Rally ansetzt, sobald die Themen die ihn aktuell belasten - wie Griechenland, der starke Renditenanstieg bei Anleihen, der steigende Euro und die Angst vor einem frühzeitigem Ende des Notenbank-Stimulus - sich mal erschöpft haben.

Man könnte auch sagen, bisher passt alles zu dem prinzipiellen Ablauf, den ich im Artikel -> Sell in May und der Supervulkan <- bei damals noch DAX 11.980 am 14.04.15 dargestellt hatte.

Was wir aber nicht wissen ist, ob dieser Tiefpunkt heute erreicht wird oder vielleicht erst Ende des Sommers bei vielleicht sogar unter 10.000. Insofern ist Vorsicht nun kurzfristig die Mutter der Porzellan-Kiste. Aber für zu grossen Negativismus, ist mir persönlich das Environment immer noch deutlich zu bullisch für Aktien.

Das nur zur weiteren Erklärung meines persönlichen "Doppelbeschlusses", mit dem ich einerseits aktuell vorsichtig und weitgehend aus dem Markt bin, mittelfristig aber weiter chancenorientiert denke.

Und eine Änderung dieser Haltung ergibt sich dann, wenn mir der Markt klare Signale sendet, dass sich das für Aktien positive Environment grundlegened. Aber nicht im untauglichen Versuch, herum zu raten und eine Zukunft vorher sagen zu wollen, die sowieso keiner kennt, auch wenn viele so tun, als wäre es anders. Und viele Anleger sind leider immer noch auf der sinnlosen Suche nach dem "einen" Guru, der ihnen für 4€ 95 Cent - oder noch besser gleich kostenlos - die Zukunft weissagt. Wer hier Sarkasmus findet, liegt richtig. 😉

Der von mir geschätzte Josh Brown hatte dazu vor kurzem ein kurzes, brilliantes Essay. Wenn Sie des Englischen mächtig sind, sollten Sie da bitte unbedingt lesen und schmunzeln: -> On Rates, Jobs, Stocks and the Economy <-

Ihr Hari

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