Makro-Betrachtung: Auf die Erwartungen kommt es an – die Lucas-Kritik

Alle, die schon länger am Aktienmarkt aktiv sind, wissen es: Auf die Erwartungen kommt es an, auf die Erwartungen, und nochmals auf die Erwartungen. Die Erwartungen sind am Aktienmarkt, was am Immobilienmarkt die Lage ist, nämlich ein ganz zentraler Maßstab für die Preiswürdigkeit des Anlagevehikels. Und nicht nur am Aktienmarkt zählen die Erwartungen, sondern auch in der Wirtschaftspolitik.

Diese Erkenntnis sollte eigentlich selbstverständlich sein. Und sie ist es auch heutzutage, aber bis in die siebziger Jahre hinein war das nicht der Fall. Bis dahin hatte man die Wirtschaftspolitik als einen Instrumentenkasten mit Stellschrauben angesehen, an denen mal hier, mal da etwas herumgedreht wurde, je nach dem, was gerade besser werden sollte. Wie die Teilnehmer am Wirtschaftsgeschehen (in der Fachsprache: Wirtschaftssubjekte) darüber dachten,wurde ausgeblendet.

Das änderte sich schlagartig, als 1976 der amerikanische Ökonom Robert E. Lucas seinen Essay „Econometric Policy Evaluation: A Critique“ veröffentlichte. In ihm vertrat Lucas die Auffassung, Politiker sollten ihre Maßnahmen nicht nach den Ursache-Wirkungs-Beziehungen der Vergangenheit ausrichten, wie sie in ökonometrischen Studien gemessen werden, sondern danach, was die Teilnehmer am Wirtschaftsgeschehen von solchen Politikmaßnahmen erwarten würden. Dieser Essay revolutionierte die Art und Weise, wie über wirtschaftspolitische Maßnahmen gedacht wurde. Die sogenannten "rationalen Erwartungen" spielen seither eine prominente Rolle. Dabei geht es nicht so sehr darum, daß die Teilnehmer am Geschehen immer recht haben, sondern darum, daß sie sich darum bemühen, die zukünftige Entwicklung so plausibel als möglich einzuschätzen.

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Die Märkte vor dem Sprung – Was gute technische Analyse leistet

Eine bei Laien weit verbreitete Misskonzeption zur technischen Analyse ist, dass von der technischen Analyse klare direktionale Aussagen erwartet werden, auch wenn der Markt selber keinen klaren Trend zeigt.

Das kann aber nicht funktionieren, denn gute technische Analyse vermittelt ein zutreffendes Bild des Marktzustandes und erfindet nichts hinzu, was nicht vorhanden ist. Oder in anderen Worten, wenn der Markt richtungslos ist, woher soll dann seriöse technische Analyse eine Richtung kennen?

Immer wieder erlebt man dann, dass sobald Anleger das begriffen haben, sie technische Analyse als "wertlos" betrachten. Der naive Wunderglaube, dass irgend jemand - wahlweise die technische Analyse, das Börsenmagazin, der Wahrsager oder der Guru - einem sagen würde, was morgen die (Börsen-) Zukunft bringt, ist einfach nicht auszurotten. Und das Ganze dann bitte noch "kostenlos" oder für 4,99€ im Abo. Lachhaft!

Dabei hat seriöse Information über den aktuellen Marktzustand hohe Bedeutung. Auch aus der Information, dass der Markt gerade trendlos ist, lassen sich wichtige Handlungsempfehlungen ableiten - in dem Fall zum Beispiel mal "die Füsse still zu halten".

Stellen Sie sich doch mal folgende, fiktive Situation vor:

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Garantierte Gewinne mit dem ABC-System und der XYZ-Methode!

Wer Kunden will, muss ihnen eine Verheissung anbieten. Und wer Mäuse fangen will, braucht Speck. Eine alte Weisheit des Marketings. 😉

Und wer am Finanzmarkt Kunden will, tut daher gut daran, "heisse Tips" zu versprechen oder als gehobenere Variante für das gebildetere Publikum, das "ABC-System" oder die "XYZ-Methode" zu vermarkten.

Denn letztlich wollen wir doch alle nur mit geringem Aufwand (leicht), ohne Risiken (sicher), viel Geld (reich) an der Börse verdienen. Denn es geht uns ja nicht um das Geld, sondern um das, was wir damit machen wollen.

Leicht und sicher reich!

Der Traum jedes Anlegers. 😀

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Das frühe und das kluge Geld im DAX

Bei einigen professionellen Diensten der Wallstreet, gibt es in der Marktanalyse die Unterscheidung zwischen dem "Smart-Money" und dem "Dumb-Money", dem "klugen" und dem "dummen" Geld. Diese etwas künstliche Unterscheidung, versucht zwischen der Positionierung der kleinen (Retail) Anleger und dem professionellen Geld zu unterscheiden.

Nun kann man einem Dollar, der dem Markt zufliesst, ja nicht direkt ansehen, von wem er in Bewegung gesetzt wurde, aber es gibt indirekte Indikatoren, die darauf hin deuten. wer hier unterwegs ist. Die grösse der Transaktion spielt eine Rolle, die Handelsplattform, aber auch der Zeitpunkt und andere Faktoren.

Hinter dieser Unterscheidung steckt die sich immer wieder bewährende Logik, nach der das Verhalten der kleinen Retail-Investoren (von Mom & Dad sozusagen) dann ein Kotraindikator ist, wenn sich eine grosse Divergenz zum Verhalten der professionellen Marktteilnehmer mit der grossen Feuerkraft auftut.

Gerade im DAX gibt es dabei ein Muster, das wir am gestrigen Montag wieder wunderbar, wie im Brennglas beobachten und ausnutzen konnten...

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Die wichtige Wahl der richtigen Quelle

Ein langes - und hier in Südbayern sonniges - Wochenende liegt vor uns. Und Pfingsten rückt auch wieder näher. Eine gute Zeit also, um sich mal Gedanken darüber zu machen, wie es denn mit dem Börsenerfolg im letzten Jahr geklappt hat und woran es vielleicht gelegen haben könnte, dass es vielleicht nicht so geklappt hat, wie gewünscht.

Ich habe hier zu diesem Thema schon viel geschrieben und manche Dinge sind zu wichtig, um sie nur einmal zu sagen - zumal in der nach Aufmerksamkeit heischenden Welt des Internets, auch die wichtigsten Sätze schnell nach unten rutschen und von Anderem, Aktuellerem aber nicht notwendigerweise Wichtigerem, zugedeckt werden.

Dass wichtige Dinge nicht mehr zweimal gesagt werden, hat auch mit der Dominanz von Google zu tun und den teilweise übertriebenen Ängsten, dass sogenannter "Duplicate Content" zu harter Abwertung der eigenen Website führen könnte. Diese Angst haben aber vor allem nur die Seiten - leider die grosse Mehrzahl - die von Klicks, Bannern und Werbung leben und denen das Ranking bei Google daher extrem wichtig ist.

Uns hier bei Mr-Market, geht Google aber eher am berühmten "Hintern" 😉 vorbei, denn wir finanzieren uns ohne -> Interessenskonflikte <- direkt über die Mitglieder.

Auch das übrigens ein wichtiger Faktor, den Sie in Sachen Börse ernst nehmen sollten. Denn wie wollen Sie ernsthaft seriöse Börsenberichterstattung erwarten, wenn das Medium dringend darauf angewiesen ist, um Aufmerksamkeit zu heischen und sich daher an medialer "Marktschreierei" beteiligen muss?

Deshalb will ich heute mal wieder einen Artikel hervor holen, den ich vor einem Jahr am 21.05.15 schon veröffentlicht habe. Es geht darin um die so wichtige Wahl der richtigen Quellen, aus denen Sie Ihre Informationen zum Thema Börse beziehen.

Lesen Sie doch einfach noch einmal: -> Börsenerfolg - Worauf warten Sie noch? <-

Es wird Ihnen nicht schaden, auch wenn es Ihnen vielleicht den Spiegel vorhält und der kann ja manchmal schmerzhaft sein. 😉

Mit dieser kurzen, aber wichtigen Erinnerung, verabschiede ich mich im freien Bereich nun auch in ein sonniges, verlängertes Wochenende. Im Premium-Bereich bin ich aber auch Donnerstag und Freitag mit kurzen Markt-Kommentaren präsent.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Korporatismus, Volkswagen und die Subventionen für die Autoindustrie

Nein, ich bin kein Freund des Korporatismus.

Ich bin aber auch kein Freund der Kaufprämie für Elektroautos, die die Koalition nun beschlossen hat und die ich als eine sinnlose Subvention von zu träge gewordenen Konzernen empfinde.

Konzerne die scheinbar unfähig sind, sich in Gestalt von Tesla Motors eines viel kleineren Konkurrenten zu erwehren und ihn technologisch hinter sich zu lassen, über den sie lange in arroganter Herablassung gesprochen haben. Und nun, da er ihnen voller positiver Energie mit dem Model 3 auf die Pelle rückt, wird nach Staatshilfe gerufen. Staatshilfe, die dann von Ihrem und meinem hart erarbeiteten Steuergeld bezahlt wird, während die Konzerne selber Milliarden-Gewinne und Boni an ihr Management verteilen.

Peinlich finde ich das. Ein Schande, könnte ich aus meiner Sicht auch sagen.

Womit wir wieder beim Korporatismus sind, ein wichtiges Wort, hinter dem sich eine Menge der strukturellen Probleme und Verkrustungen unserer aktuellen Polit- und Wirtschafts-Ordnung verbirgt.

Wer sich ein bischen tiefer für Wirtschaft interessiert und mal hinter die Fassade der machtpolitischen Mechanismen von Kungelrunden schauen will, sollte die Prinzipien des Korporatismus verstehen, die gerade in Deutschland sehr stark sind.

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Aktien sind Teufelszeug und die Börse ist eine Zockerbude!

Dieser Artikel richtet sich an alle, die normalerweise *nicht* auf Mr-Market landen würden. Nämlich an alle, die Aktien für "Teufelszeug" halten und die Börse für eine einzige "Zockerbude".

Deshalb auch dieser Titel, vielleicht konnte ich Sie ja über eine Suchmaschine hier her "locken", weil Sie Ihr Anlage-Mantra eingegeben haben und Gleichgesinnte suchen. Dann wartet nun eine Überraschung auf Sie. 😀

Wenn nicht und wenn Sie schon an Aktien interessiert sind, werden Sie nun wenig Neues lesen, aber schaden kann es bestimmt auch nicht, das dann noch einmal zu lesen. Zumal ich auch 20 konkrete Aktien nenne. 😉

Denn ich bedauere Ihnen sagen zu müssen, Ihre Haltung, die Aktien als "Teufelszeug" und die Börse als "Zockerbude" betrachtet, schadet einer Person ganz massiv: Ihnen! Und Ihrem Vermögen!

Man muss sich doch fragen, worauf Sie noch warten wollen. Schauen wir doch mal, wie es um die Geldanlage derzeit wirklich aussieht, Notenbanken und Politik sei Dank:

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Warum Deutsche Bank und Commerzbank so steigen und von der Sucht, eine Ursache zu finden

Gestern haben Deutsche Bank mit gut 9% Plus und Commerzbank mit gut 7% Plus, eine gewaltige Rally hingelegt. Schaut man auf die langfristigen Charts, ist das aber nur eine sehr, sehr kleine Entschädigung für einen jahrelangen, sehr gruseligen Abstieg.

Wenn Aktien sich so gewaltig bewegen, entsteht sofort ein Reflex, den die Medien glauben bedienen zu müssen. Es ist die Frage "Warum". Was ist also der Grund für diese Rally, die gestern den ganzen europäischen Bankensektor erfasste?

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