DAX und S&P500 Marktlage – Der dritte Weg!

Heute, am Beginn des Monats März, ist es an der Zeit auch im freien Bereich mal wieder einen kurzen Blick auf die grosse Marktlage zu werfen. Etwas, was wir in der Community jeden Tag mehrmals in grösserer Tiefe tun.

Sie haben vielleicht mitbekommen, dass wir zum Jahresanfang fast völlig aus dem Markt waren und das war ja auch der richtige Ansatz. Ab Ende Januar, haben wir dann zunehmend einen kommenden Rebound gespielt und auch das war der richtige Ansatz, besonders in den Sektoren wie "Metals & Mining" und "Energie", die massiv von einem absehbaren Reversal profitieren, das wir auch seit Ende letzten Jahres auf dem Radar hatten.

Nun, am 01. März, stehen sich zwei Lager im Markt relativ unversöhnlich gegenüber:

Die einen - die Perman-Bären - gehen fest davon aus, dass die Last der strukturellen Probleme der Welt nun zu hoch ist, den Notenbanken zunehmend ihre Feuerkraft ausgeht bzw die immer gleiche Medizin des geldpolitische Stimulus, wie jede Droge langsam ihre Wirkung verliert und auch höhere Dosis nichts mehr bringt.

Nach dieser Logik, erleben wir gerade die letzten Züge eines schwächlichen Bounce, an den sich dann eine erneute, massive Schwächephase anschliessen würde, die den DAX auf unter 8.000 und den S&P500 auf unter 1.600 drücken würde.

Die anderen - die Perma-Bullen - kennen immer nur eine Richtung und die lautet "kaufen" und einige haben ihre unglaubliche Treffsicherheit und Marktkenntnis, ja auch am Jahresanfang wieder mit dem unreflektierten Reden über Kaufkurse bewiesen.

Nach deren Logik liegt eine kurze Korrektur schon hinter uns und eigentlich hat sich nichts seit 2013 geändert, die Notenbanken werden den Markt hoch stimulieren und Aktien sind sowieso "alternativlos" - so wie die Politik unserer Kanzlerin sozusagen. 😉

Ich will hier gar nicht das Für und Wider der beiden Sichten gegenüber stellen, für uns hier ist das aber eher zu holzschnitzartig. Ich will Ihnen daher mal ein spekulatives Chart zum S&P500 zeigen, dass ich vor 2 Wochen, am 18.02. eingeführt habe und das einen logischen Pfad im Sinne eines Szenarios zeigt, das nicht holzschnitzartig hoch oder runter schreit, sondern die Rahmenbedingungen - insbesondere der Notenbank-Sitzungen im März - berücksichtigt:

S&P500 18.02.16

Lassen Sie sich nicht von dem Satz "kommende Woche" irritieren, erneut das Chart ist 2 Wochen alt und genau diesen Rückgang herab zur 1.900er Linie, haben wir im S&P500 genau so erlebt und der liegt nun hinter uns.

Auch das ist nur ein Szenario und keine feste Prognose. Aber es erscheint nach wie vor ein realistisches Szenario, das man unter die Überschrift setzen könnte:

Der Markt muss erst weiter steigen, bevor er wieder fallen kann.

Summa Summarum gibt das Szenario also übergeordnet den Bären Recht im Sinne: Nein, wir haben nicht mehr 2013 und es ist nicht alles ein Kaufkurs, was bei Drei nicht sofort auf dem Baum ist!

Aber, es ist zu früh ein Ende des Rebounds auszurufen, schon alleine weil das Sentiment dafür aktuell viel zu negativ ist. Und die Notenbank-Sitzungen am 10.03. der EZB und am 16.03. der FED, lösen gerade wieder einen klassischen "Buy the Rumor" Trade aus.

Ein Trade, der den DAX durchaus schnell bis knapp über 10.000 und den S&P500 durchaus schnell bis knapp über 2.000 treiben könnte.

Dann, genau dann, wenn das Sentiment wieder optimistisch wird und die Notenbank-Sitzungen hinter uns liegen, in denen deutlich werden könnte, das diese nicht mehr mehr zu bieten haben, als noch mehr von einer sowieso nicht funktionierenden Medizin - dann wird es wieder richtig gefährlich.

Im grossen Bild des S&P500 sähe das dann so aus und das hat immer noch seine eigene Logik:

S&P500 01.03.16

Erneut - im freien Bereich muss ich das ja immer wiederholen - das ist nur ein Szenario unter vielen! Falls die FED zum Beispiel ein neues QE4 auflegen sollte, sind wir mit Sicherheit in einem völlig anderen, viel bullischeren Spiel!

Der Sinn solcher Szenarien ist auch nicht, sich darauf festzulegen und wir sollten immer mehrere im Auge behalten, schon alleine deshalb, weil die Zukunft unbestimmt ist und bleibt. Der Sinn solcher Szenarien ist aber, das Geschehen des Marktes immer sinnvoll einordnen zu können, nicht von jeder Volte überrascht zu werden und die übergeordnete Perspektive nicht aus den Augen zu verlieren.

Und vor so einem Hintergrund, hat dieser "dritte Weg" doch eine Menge differenzierte Logik.

Denn der Markt geht nie in einem Strich in eine Richtung. Selbst wenn er einen Trend hat, geht er 2 Schritte in Richtung des Trends und dann Einen, in die entgegen gesetzte Richtung. Die Kernfrage ist also, ob wir gerade mitten in dem einen Schritt in die Gegenrichtung sind?

In gut zwei Wochen, wenn EZB und FED hinter uns liegen, haben wir da wohl ein klareres Bild.

Ihr Hari

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