Gastkommentar – Kurzanalyse Rhön-Klinikum – von Tribun

by Hari on 28. Februar 2012

Rhön-Klinikum AG ist, neben Helios Kliniken GmbH (Fresenius SE), Sana Kliniken AG, Asklepios Kliniken GmbH und den Paracelsus Kliniken, eine der bedeutendsten privaten Klinikbetreiber und eine der wenigen börsennotierten Krankenhauskonzerne in Deutschland.

Punkte die für Rhön-Klinikum sprechen:

      konjunkturresistenter globaler Wachstumsmarkt (5-6 % Wachstum prognostiziert)

erhöhte Nachfrage nach Gesundheits- und Krankenhausleistungen bedingt durch quantitativ steigenden Weltbevölkerung und Wachstum des Wohlstandes durch Einkommenssteigerung (Thema Gesundheit ist omnipräsent)

Krankenhausmarkt profitiert von dem steigenden Anteil der Bevölkerung ab 65 Jahren, die in Europa von rund 16 % in 2005 auf über 27 % in 2050 wachsen soll

Zunahme der Privatisierung am deutschen Krankenhausmarkt mittels staatlicher Förderung und relativer Liberalisierung

gesetzlichen Krankenversicherung im internationalen Vergleich stabil und leistungsfähig

Krankenhaussektor ermöglicht eine durchschnittliche Rendite von zehn bis zwölf Prozent

Kompetenzvorteile in Medizin, Prozessen und Management gegenüber öffentlichen und freigemeinnützigen Krankenhäusern

durch Akquisitionen erhöhtes Wertsteigerungspotential (das umso höher ist, je größer der Track Record hinsichtlich der Fortsetzung des Geschäftsmodell ist – kaufen, sanieren, weiter kaufen)

Expansion im deutschsprachigem Raum, zukünftige Marktführerschaft mit 8 % Marktanteil in Deutschland, flächendeckendes Versorgungsnetz mit ambulanten und stationären Strukturen zur integrierten Gesundheitsversorgung; Wissenstransfer durch Akquisitionen in Krankenhäuser der Schwerpunkt- und Maximalversorgung (Uniklinikum Gießen-Marburg)

Vielzahl an Möglichkeiten beim strategischen und ertragswirtschaftlichen Turnaround

Bestrebung mit der Akquisition einer Klinik in drei bis fünf Jahren ein positives Betriebsergebnis zu erzielen

Rhön-Klinikum AG weist über die letzten Jahre steigende operative Cash Flows auf (infolge der hohen Investitionstätigkeit jedoch negative Free Cash Flows)

erhöhte Markteintrittsbarriere für Mitbewerber

Punkte die gegen Rhön-Klinikum sprechen:

      Rekrutierung von qualifiziertem Personal (Arbeitsmarktsituation von Ärzten und Pflegekräften ist besorgniserregend)

stetig wachsender regionaler und internationaler Wettbewerb zwischen den Krankenhäusern

typische Merkmale eines klassischen Marktes sind gering ausgeprägt

enormer Investitionsbedarf!

Bürgerbegehren und den Widerstand der Gewerkschaften gegen Privatisierung von Krankenhäusern

wirtschaftliche gesehen, haben die privaten Anbieter keine Möglichkeit ihre Eigenkapitalkosten oder Gewinnmarge auf die Entgelte stationärer Leistungen aufzuschlagen; der Gewinn sollte dann über Reorganisation und Rationalisierung erzielt werden

stetiger Verhandlungsdruck mit Krankenkassen um Entgelte

Risiken bei Akquisitionen und Turnaround von Kliniken

Dividende schwankt zwischen 20 und 40 Cent; Rendite steht bei ca. 2 %.

Konnte mich bisher nicht durchringen diese Aktie zu kaufen. Das Thema ist jedoch ausgesprochen interessant und die Aussichten vielversprechend. Dennoch nur ein Kandidat für eine Watchlist.

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