Mit dem Wind im Rücken zum Markterfolg segeln

Der folgende Beitrag erschien schon vor ca. 5 Monaten am Donnerstag 12.03.15 14:20 in Hari Live und wurde für den freien Bereich nun noch gering angepasst, weil einige Referenzen im Originalartikel nicht frei verfügbar sind.

Da fragen Sie sich sicher, wie kann ein 5 Monate alter Beitrag noch interessant sein?

Die Antwort ist, weil er sehr grundsätzlicher Natur ist und die Entwicklung der letzten Monate sehr präzise gezeigt hat, wie zutreffend er doch ist.

Und er passt gut zu anderen Beiträgen der letzten Monate im freien Bereich, wie -> Kohle - tiefer geht immer und erst bei Null ist Schluss! <-

Hier geht es los:

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Ich habe schon mehrfach über eine -> Sektorenstrategie für normale Anleger <- geschrieben.

Und in Hari Live habe ich unter dem Titel "Das langfristige Megatrend-Depot für den kleinen Geldbeutel" auch darüber geschrieben, warum es für kleine Depots Sinn machen könnte, seine Investments auf die grossen Megatrends zu konzentrieren.

In dem Artikel hatte ich darauf hingewiesen, dass:

  • Zykliker zwar wild hin- und her schwingen, langfristig aber nicht vom Fleck kommen.
  • Rohstoffe oder Gold, in ihren Bewertungen zwar wild schwanken können, aber kein echtes Wachstum durch Innovation in sich tragen.
  • Reine "Cash-Kühe" ohne Wachstum, zwar jede Menge Cash per Dividende ausschütten, am Ende aber langfristig nicht vom Fleck kommen.
  • Niedrige KBVs und KGVs und hohe Ausschüttungen, keine langfristige Sicherheit verschaffen.
  • Sehr langfristig über Jahrzehnte genau die Firmen am "sichersten" sind, die sich neben starken, eigenen Produkten, in einem stark wachsenden Marktumfeld bewegen, denen neue Kunden also sozusagen von alleine zufliegen, weil der sie umgebende Markt einfach wächst

Ich halte diese Aussagen immer noch für grundlegend richtig und wichtig.

Heute will ich mal daran anknüpfen und erklären, warum die Sektorenwahl bei der Frage, welche Aktie in ein Investmentdepot gehört, für mich das erste wichtige Nadelöhr ist, durch das ein potentielles Investment durch muss.

Denn wenn man ein langfristiges Investment tätigt, macht es jede Menge Sinn, das aus einem Sektor zu wählen, der langfristig wächst. Ein Sektor, bei dem der zu verteilende Kuchen also immer grösser wird.

Erfahrene Segler wissen zu Genüge, wie viel einfacher es ist, mit dem Wind im Rücken zu segeln, als gegen den Wind anzukreuzen. Letzteres geht zwar auch, erfordert aber weit höheren Aufwand, um voran zu kommen.

Und was beim Segeln der Wind ist, ist bei der Geldanlage der fundamentale Trend, der für steigende Umsätze und Gewinne sorgt. Unternehmen, die in so einem Markt sind, haben es leicht, den Aktionären Freude zu machen. Warum also, sollten wir bei der Geldanlage freiwillig auf diesen Vorteil verzichten?

Ich bin sowieso ein Fan des "Growth"-Gedankens. Denn Bewertungen, die sich aus der Vergangenheit herleiten, sind genau das: Vergangenheit. Viel wichtiger damit unsere Investmentdepots ergrünen ist aber, dass das Geschäftsmodell in der Zukunft Wachstum zulässt. Denn Wachstum wird langfristig in steigende Kursnotierungen umgesetzt. Und wenn die Grösse des zu verteilenden Kuchens wächst, fällt es Unternehmen leicht, daran Teil zu haben.

Neben der Grösse des zu verteilenden Kuchens, sind dabei aber die Eintrittshürden ebenso wichtig. Denn wenn ein Markt wächst, wollen andere auch daran Teil haben. Je schwerer das ist, je mehr Anlaufinvestitionen das erfordert, desto leichter tun sich die an der Börse notierten Platzhirsche, ihre Margen zu verteidigen.

Der ideale Sektor für ein Investment wäre also einer, der absehbar in den kommenden Jahren wächst und bei dem der Neueintritt neuer Mitbewerber aber aufgrund hoher Eintrittsbarrieren fast ausgeschlossen ist.

Nach dieser Vorrede, will ich daher eine Diskussion mit Ihnen beginnen, welche Sektoren im Sinne eines mehrjährigen Investments zu bevorzugen sind und welche nicht. Treue Leser werden über die Liste nicht überrascht sein, denn natürlich finden sich diese Präferenzen auch in den Einzelaktien wieder, die ich immer wieder mit Ihnen bespreche.

Damit konkret zu den Sektoren. Vorab sei noch gesagt, dass natürlich keine Regel ohne Ausnahme existiert. Auch in starken Sektoren, gibt es schwache Aktien, von denen man die Finger lassen sollte. Und in kritischen Sektoren, gibt es trotzdem starke Aktien, vielleicht gerade weil diese den Sektor so aufmischen, wie eine Tesla Motors die Autoindustrie.

Zunächst einmal die Sektoren, die ich bevorzuge, weil hier nach meiner Erwartung langfristiges Wachstum zu finden ist:

Clean Energy & Clean Tech

Ich denke das "warum", muss ich hier nicht mehr aufführen. Solange nicht als "schwarzer Schwan" eine ganz neue Technologie wie die "kalte Fusion" auftaucht, die alles auf den Kopf stellt, habe ich am langfristigen Erfolg und Wachstum des Sektors keinerlei Zweifel. Kurzfristige Verwirrrungen wie aktuell durch den Einbruch in China, ändern nichts am grossen Bild.

Aerospace & Defense

Natürlich inklusive Raumfahrt. Langfristig ein klarer Wachstumssektur und auch unsere Art uns und unsere Waren zu transportieren, wird bestimmt "dreidimensional" werden, sobald die autonomen Systeme so weit sind, dass "Fahr-Flug-Zeuge" alleine wie an einer Schnur gezogen fliegen können. Coruscant lässt sozusagen grüssen. 😉

Aber das dauert noch ein paar Jahrzehnte. Real ist aber nun die durch die multipolare Welt geförderte Rückkehr der strategischen Konflikte. Russland, China, Japan - überall wird massiv aufgerüstet und die Friedensdividende nach dem Fall des eisernen Vorhangs wieder abgebaut. Der Westen und insbesondere Europa wird nachziehen, das betrachte ich auf Jahre als nahezu sicher. Und die Eintrittsbarrieren im Sektor sind immens hoch. Wachsende Umsätze werden also mit hoher Wahrscheinlichkeit unter den Unternehmen verteilt, die heute schon bekannt sind.

Biotech & Life Sciences

Auch das muss ich wohl nicht weiter begründen, für mich immer noch *der* langfristige Boomsektor des neuen Jahrhunderts.

Agro Tech

Die Betonung liegt dabei auf "Tech", denn die eher profanen Düngemittel verstehe ich nicht darunter. Die fallen eher unter Rohstoffe und sind zyklischer Natur.

Aber alles was durch Innovation dabei hilft, die wachsende Weltbevölkerung trotz schlechter werdender Böden zu ernähren, vom robotergeführten Traktor bis zur intelligenten Bewässerung, wird seinen Weg machen und hat absehbar steigende Geschäftsvolumina vor sich.

Robotics

Eigentlich kein richtiger Sektor und nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Denn Robotics ist eigentlich eine Basistechnologie, die sich an ganz unterschiedlichen Stellen auswirken kann. Zum Beispiel in der Medizin bei Intutive Surgical. Oder in der Agrarwirtschaft durch autonome Erntemaschinen. Oder im Rüstungsbereich bei Drohnen. Oder in der Autoindustrie beim autonomen Fahren. Oder bei der Produktion wie bei Kuka. Oder. Oder.

Die verschiedenen Ausprägungen dieser Basistechnologie, stehen aber vor massivem Wachstum, auch davon ist auszugehen.

Software

Wie Robotics ist auch "Software" eine Basistechnologie und man kann nicht pauschal sagen, dass ein Investment in Software per se aussichtsreich sei. Es ist aber an ganz vielen Stellen Software, die den Unterschied macht. Überlegen Sie sich alleine mal, wie die zunehmenden Fähigkeiten von Spracherkennung (Siri und Co.) ganze Industrien umkrempeln werden - "Tea - Earl Grey - Hot!";). Oder denken Sie an das Thema Cyber-Security, auch das ist offensichtlich ein Wachstumsthema.

....

So weit als Beispiele ein paar Sektoren, die ich mag und aus denen ich gerne Aktien für mein Investmentdepot wähle. Es gibt noch andere und keiner der obigen Sektoren sollte sie überraschen. Aber allen diesen Sektoren ist gemein, dass der Wind des Wachstums in den Rücken des Investments bläst. Und es macht jede Menge Sinn, auf diesen Rückenwind zu setzen.

Nun noch kurz und beispielsweise ein paar Sektoren, um die ich in der Regel bei Investments einen Bogen mache und warum.

Versorger

Versorger braucht man immer? Habe ich auch mal gedacht und ist wahrscheinlich falsch. Die Technologie macht zentrale Versorger zwar nicht völlig unnötig, drängt sie aber in den Hintergrund und nimmt damit die Wachstumspotentiale. Dezentraler Energie gehört nach meiner Überzeugung die Zukunft.

Und die etablierten Versorger haben für mich schlicht kein Geschäftsmodell mehr und keine wirklich überzeugende Idee, wie ein neues entstehen soll. Warum da "gegen den Wind" segeln?

Autoindustrie

Von den Paradigmenbrechern wie Tesla abgesehen, ist die Autoindustrie derzeit in einem gesättigten Markt unterwegs. Etwas flapsig gesagt, passen mehr Autos nicht mehr auf diesen Planeten - ausser man geht in die dritte Dimension, siehe oben.

Und die Industrie steht vor einer Zeitenwende voller Risiken und neuer Mitbewerber ala Google und Apple. Sicher, vielleicht setzen sich von den derzeit etablierten Autobauern ein paar durch und starten in das neue Zeitalter der Mobilität. Aber das ist völlig unklar.

Warum also sollte man sich als Investment diese Risiken antun? Hier scheinen mir die Risiken kurzfristig höher als die Chancen.

Öl und Gas

Das Öl- und Gaszeitalter geht zu Ende. Und neue Quellen zu finden, wird immer teurer. Paradoxerweise könnten gerade die aktuell niedrigen Ölpreise diese Entwicklung noch befördern. Denn in dem neue Investitionen unterbleiben, könnte der nächste Preissschub um so stärker ausfallen und den Wechsel von Öl und Gas auf andere Energieformen (siehe oben) befeuern.

Banken

Brauchen wir (traditionelle) Banken in einer modernen Welt überhaupt noch? Als Transmissionsriemen für Kredite funktionieren sie ja schon jetzt nicht mehr richtig. Und um Zahlungen abzuwickeln, braucht man sie bald auch nicht mehr, Paypal und Co. lässt grüssen.

Dann sind die Banken noch völlig undurchsichtig, weil selbst Branchenexperten vor deren Bilanzen kapitulieren. Und Wachstum soll woher kommen? Hallo, ist da jemand?

Wie können solche Aktien also Grundlage eines langfristigen, mehrjährigen Investments sein?

So..... so weit ein paar Beispiele. Nichts davon dürfte Sie überraschen, ich wollte es nur einmal im Zusammenhang darstellen.

Und selbstverständlich habe ich nicht die Weisheit gefressen und wenn es um die Einschätzung der Zukunft geht, kann ich auch nur Vermutungen anstellen, ohne diese zu kennen.

Der wesentliche Punkt den ich hier machen will ist, dass bei einem langfristigen Investment die Sektoren vorzuziehen sind, bei denen der zu verteilende Kuchen absehbar grösser wird - uns also der Wind in den Rücken bläst und uns ganz ohne Anstrengung antreibt.

Es macht in meinen Augen weit mehr Sinn, sich bei Investments über diese Potentiale der Zukunft Gedanken zu machen, als sich in den Zahlen der Vergangenheit zu vergraben.

Und wenn Sie mal genau hinschauen, werden Sie bemerken, dass sich die hohen Dividenden gerade in den Sektoren sammeln, denen das Wachstum fehlt. Das ist auch kein Wunder und habe ich in dem lesenswerten Artikel -> Dididenden - überschätzt, overhyped, missverstanden und trotzdem wichtig <- dargestellt.

Für mein langfristiges Anlageverhalten gilt daher der vielleicht überraschende Satz "Wachstum schafft Sicherheit!". Ich persönlich bin damit über Jahre sehr gut gefahren.

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 02.08.15 – 08.08.15

Premium gross

Hari Live - Archiv 02.08.15 - 08.08.15

Freitag 07.08.15 17:10 - Markt, First Solar und GDX

So liebe Mitglieder, der breite Markt eiert hin und her und kann sich nicht entscheiden - wie in Anbetracht der indifferenten Arbeitsmarktdaten zu erwarten war. Zu bemerken ist aber, dass die Momentum-Sektoren wie Biotech heute weiter korrigieren, wir sollten also davon ausgehen, dass der S&P500 erst einmal noch weiter runter zur unteren Begrenzung der Range will. Ansonsten kann ich zur Lage nichts Neues beitragen, wenn der Markt nichts Neues bietet.

Was Einzelaktien angeht, hängt Apple immer noch unentschlossen herum und First Solar bestätigt die Stärke nach den Zahlen. Wenn eine Aktie nach 18% Plus kaum etwas abgibt, heisst das, dass der Markt eine grundlegende geänderte Sicht entwickelt und das ist hier angemessen.

Übrigens, das vom Ego geprägte, so oft anzutreffende Festhalten an Fehlinterpretationen, sehen wir auch wieder bei RBC Capital Markets. Das sind die, die First Solar im Mai mit einem von 54 auf 34 USD gesenkten Kursziel so gedrückt haben, etwas was ich damals sehr kritisch kommentiert hatte. Begründung war damals unter anderem, dass das Unternehmen in der Effizienz der Dünnschicht-Module gegen die billigere Konkurrenz nicht mithalten kann.

Nun wird das "Underperform" bestätigt, das Kursziel aber verschämt von 34 auf 38 USD angehoben. Als Begründung wird erneut die mangelnde Visibilität der Projektpipeline moniert, was nun wirklich nichts Neues ist.

Wir lernen daraus, dass Analysten ebenso wenig gerne einen Fehler eingestehen, wie Anleger. Und während Analysten dann bei Ihren Urteilen bleiben, bleiben Anleger dann bei Verlustpositiionen dabei, weil das Ego dem mit dem Verkauf verbundenen Eingeständnis im Wege steht. Menschliche Natur ist halt universell. 😉

Wenn von zwei Analysten einer (RBC) eine Aktie bei 38 USD sieht und gleichzeitig ein anderer (Needham) bei 70 USD, hat einer von beiden offensichtlich das Geschäft nicht verstanden, die Frage ist nur welcher. Die Zukunft wird es zeigen.

Vor dem Wochenende will ich unseren Blick noch auf einen kurzfristigen Zock in einem der übelst verprügelten Sektoren des Marktes lenken. Es sind die Goldminen.

Weiterlesen ...

Der Crash kommt! Oder doch nicht? Und was ist eigentlich eine „Wall of Worry“?

Betrachten wir doch mal "fundamental" und "objektiv" die Welt- und Marktlage:

  • Die Krise in der Ukraine ist kein bisschen gelöst. Check!
  • Der IS ist kein bisschen besiegt. Check!
  • Im chinesischen Meer kann jederzeit ein offener Konflikt auftreten. Check!
  • Früher oder später werden Atomwaffen in den Händen von Selbstmordattentätern sein. Check!
  • Wenn man der Hydra des Terrorismus einen Kopf abschlägt, wachsen sofort drei Neue nach. Check!
  • Der Westen hat seinen inneren Kompass verloren und verliert sich und die Werte der Freiheit, in kulturellem Relativismus. Check!
  • Der Euro ist eine Fehlkonstruktion und wird zwangsläufig scheitern. Check!
  • Das Brüsseler Europa der Beliebigkeit und des Konsens um jeden Preis, hat sich überdehnt und scheitert gerade. Check!
  • Amerika hat sich als unfähig heraus gestellt, mit seiner Dominanz die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Check!
  • Deutschlands Wohlstand ist auf Sand gebaut, die Altersarmut weiter Bevölkerungsteile kommt. Check!
  • Die Notenbanken der Welt überheben sich gerade. Check!
  • Der "Race to the Bottom" der Währungen wird nicht gut ausgehen. Check!
  • Das Finanzsystem ist kein bisschen stabiler als 2008, die Beteiligten haben nichts oder zu wenig gelernt. Check!
  • Die aktuellen Verzerrungen der Preisfindung an den Märkten, basieren primär auf zu starken dirigistischen Eingriffen von Staaten und Notenbanken im Sinne "Planwirtschaft Light". Check!
  • Mit dem nächsten Finanzcrash, wird nicht nur von Radikalen das Gesellschaftssystem in Frage gestellt werden. Check!
  • Und an allem wird für die medialen Lautsprecher sowieso nur "der Kapitalismus" schuld sein - was immer das ist. Check! 😉
  • Die Märkte sind zu schnell zu weit gelaufen und für eine Korrektur überreif. Check!
  • Die Anleihenmärkte befinden sich in einer gigantischen, von den Notenbanken und Staaten aufgepumpten Blase. Check!
  • Die US Märkte sind voller negativer Divergenzen auf den unterschiedlichsten Ebenen. Check!
  • Ein langfristiges Top im S&P500 ist denkbar und nicht mal unwahrscheinlich. Check!
  • Wenn dieser Markt abwärts zu rollen beginnt, wird es sehr schnell, sehr übel werden, weil der Margin Call sich durch das System frisst. Check!
  • Die Dominanz der trendfolgenden Algorithmen, wird den nächsten Crash noch schneller, tiefer und brutaler machen, als alle vorher. Check!

Habe ich etwas vergessen? Bestimmt! Da fällt Ihnen doch mit Sicherheit noch ein wichtiger Punkt ein. Oder?

Ach ja, ich habe noch Einen mit einem Augenzwinkern: 😉

  • Gold ist neben einem Bunker, einem Colt und einem Rübenbeet, die einzige Rettung in der kommenden Katastrophe. Check? LOL!

Moment, ich habe noch Einen, dieses Mal Kategorie "Kalauer":

  • Auf -> Zero Hedge <- steht immer nur die reine Wahrheit und es wird alles genau so kommen, wie da gesagt wird. Check? LOL!

So, das sollte genügen. Und da die Lage so erfrischend und erfreulich ist, wie sie ist, schauen wir nun auf den DAX im langfristigen Bild, der dieser traurigen Lage sicher Rechnung tragen wird, denn der Markt hat ja immer Recht:

DAX 05.08.15 Long

Uppps! Das sieht ja ziemlich bullisch aus! Ja spinnen die denn alle, die Römer? Ähhh die Börsianer?

Hari hier - mit einer Erklärung:

Nein, die spinnen nicht alle. Denn "die Börsianer", das sind nicht unbekannte "Idioten", sondern das sind Sie - ja Sie! - und ich und tausende andere, ziemlich kluge, vernunftbegabte und kompetente Marktteilnehmer. Und die wissen das alles, was ich oben geschrieben habe.

Die kennen die obige Liste ganz genau und können selber noch ein paar Punkte hinzu fügen, an die ich nun auf die Schnelle nicht gedacht habe. Und trotzdem haben diese Marktteilnehmer - wir - beim DAX genau diesen Kursverlauf erzeugt.

Was sagt uns das?

Das ist die alles entscheidende Frage, wenn man an der Börse Geld verdienen will. Denn am permanenten Crash-Gerede verdienen nur die, die ihnen dafür ihre Bücher oder Börsenbriefe verkaufen. Klar irgendwann werden auch die Crash-Propheten mal Recht haben, das liegt in der Natur der Sache. Nur wann, das ist die Frage, die über Gewinn oder Verlust entscheidet!

Wenn Sie die Antwort auf obige Frage nicht kennen, sollten Sie diese unbedingt kennen lernen. Denn genau so eine Liste der Sorgen, zeichnet eine "Wall of Worry" - eine "Mauer der Sorgen" oder auch "Wand der Angst" aus.

Und wissen Sie auch, was Märkte gewöhnlich an so einer Wall of Worry machen? Sie steigen. 😉

Und wissen Sie auch, wann sie nicht mehr steigen können? Wenn es diese Ängste nicht mehr gibt und alle Zeichen auf Grün stehen.

Ich wollte das nur mal gesagt haben, Parallelitäten zur Aktualität sind natürlich rein zufällig. 😉

Und keine Frage, auch ich mache mir diese Sorgen, siehe auch -> Mr. Gnadenlos und das wahre Risiko <-, oder endlose Artikel zum Desaster des fehl konstruierten Euros. Es ist ja nicht so, dass ich die meisten Punkte oben nicht auch genau so sehen würde.

Aber wir sollten eben nicht den "Crash" schon handeln wollen, wenn in der Price-Action noch keiner zu sehen ist. Und nicht in die Honigfallen derer gehen, die mit der Angst vor dem Crash ihr Geld verdienen. Denn was wir derzeit in den Indizes sehen, ist bestenfalls eine Seitwärtskonsolidierung mit offenem Ausgang. Was daraus wird, ist noch offen.

Ja, das kann durchaus ein bedeutendes Top werden, was wir da gerade im S&P500 sehen. Muss es das? Nein, es ist nur eine Möglichkeit. Eine Möglichkeit, gegen die man sich absichert, auf die man aber nicht blind wettet.

Wir sollten immer für alle Möglichkeiten offen sein. Und wir sollten erst handeln, wenn es etwas zu handeln gibt. Denn als kluge Marktteilnehmer handeln wir, was wir tatsächlich sehen und nicht, was wir zu sehen erhoffen oder befürchten.

Und wissen Sie was? Ich könnte eine ebenso lange und eindrucksvolle Liste zu den Dingen machen, die in der Welt besser geworden sind und zur Hoffnung Anlass geben. Den Unterschied macht die Perspektive - und die Erwartung.

Und um Ihnen endgültig den "Gnadenschuss" zu geben: Seien Sie mal ehrlich, hat diese Liste von oben, vor vier Jahren im Jahr 2011 so viel anders ausgesehen? Da war der DAX kurz unter 5.000, wie sie dem Chart oben leicht entnehmen. 😉

Was sagt uns das nun?

Ihr Hari

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Turnaround Tuesday – das neue Muster für den S&P500?

Seit über einem Jahr nun, ist der Dienstag der statistisch erfolgreichste Börsentag der Woche an den US Märkten. Und viele aufmerksame Marktbeobachter, sind schon auf dieses markante Muster aufmerksam geworden und haben dem Tag den treffenden Titel "Turnaround Tuesday" verpasst.

Wer die -> Reflexivität <- der Märkte wirklich begriffen hat, dem ist klar, dass solche Muster erst einmal stärker, stabiler und profitabler werden, bis sie dann irgend wann unter dem eigenen Erfolg und Gewicht krachend scheitern müssen und Geschichte sind.

Das liegt eben an dem Herdenverhalten der anderen Marktteilnehmer. Am Anfang werden immer mehr Marktteilnehmer auf das Muster aufmerksam und spielen es. Und es wird dadurch durch das Handeln der Marktteilnehmer im Sinne einer "selbsterfüllenden Prophezeihung" immer zuverlässiger und profitabler. Was wiederum noch mehr auf das Muster aufmerksam macht. Diese Phasen, haben wir im Premium-Bereich beim Turnaround Tuesday alle durchlebt und er hat uns in den letzten Monaten gute Dienste geleistet, so auch letzten Dienstag, mit einem perfekten, profitablen Ablauf.

Und heute ist wieder Dienstag und der US Markt hat sich diesen Trade wieder mit Macht zurecht gelegt. Wir hatten gestern wieder diese so typische Stärke der letzten halben Stunde am Ende des schwachen Handelstages:

S&P500 04.08.15

Und wir hatten gestern im "Moneyflow" deutliche Signale, dass das grosse Geld gestern in den letzten Minuten massiv akkumuliert hat.

Der typische Ablauf wäre nun, dass es am Anfang nach Handelsstart der US Börsen ab 15:30 Uhr noch leichte Schwäche gibt, denn in der ersten Handelsstunde agieren in DAX wie S&P500 typischerweise die von Emotionen getriebenen Anleger, die am Vortag zu spät gekommen sind und daher noch die Bewegung des Vortages nachvollziehen.

Diese Anlegerkreis wird im amerikanischen leicht bösartig "Dumb Money" gennant, während die Bewegung der letzten 30 Minuten eher vom "Smart Money" kommt, das sich schon für die absehbare Entwicklung des Folgetages zu positionieren versucht. Und wenn das "Dumb Money" seine Käufe oder Verkäufe erledigt hat, kann ca. 1 Stunde nach Handelsstart, an der Wallstreet also ab ca. 16:30 Uhr MEZ, das grosse Geld zur wahren Richtung des Tages antreten.

So war es ganz oft in den letzten Monaten, nicht immer, aber sehr oft. Letztes Dienstag sah das so aus:

S&P500 04.08. nachtr

Und heute haben wir wieder das analoge Setup zum letzten Dienstag. Die Chancen sind gut, dass der US Markt auch heute einen starken Tag hinlegt. Es lohnt sich bei so Mustern oft, einfach auf die Wiederholung zu setzen, auch das ist eine Form von Trendfolge.

Aber nur so lange, bis das Muster irgend wann zu bekannt ist und dann wegen der Reflexivität zwangsläufig scheitern muss. Denn wenn alle das Gleiche erwarten, kann genau das zwangsläufig am Markt nicht mehr eintreten, weil die Gegenpartei fehlt.

Insofern ist die Tatsache, dass ich dieses Muster des "Turnaround Tuesdays" hier nun im freien Bereich thematisiere eher Indiz, dass es langsam zu offensichtlich wird und ein Scheitern nicht mehr so lange auf sich warten lassen dürfte. Gut verdienen konnte man an dem Muster in den vergangenen Monaten aber allemal, das war aber dem Premium-Bereich vorbehalten.

Ich bin gespannt, wie das heute ausgeht. Der Trade, den sich der US Markt heute zurecht gelegt hat, ist auf jeden Fall offensichtlich für alle, die Augen für den Markt haben: Turnaround Tuesday!

Und es lohnt sich wahrscheinlich immer noch, auf eine erneute Wiederholung zu setzen - bis es sich irgendwann auf katastrophale Art und Weise nicht mehr lohnt. So ist er nun einmal, der fiese, reflexive Mr. Market. 😉

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 26.07.15 – 01.08.15

Premium gross

Hari Live - Archiv 26.07.15 - 01.08.15


Freitag 31.07.15 15:20 - Währungs-Rodeo

Die überraschend stark gefallenen US Arbeitskosten um 14:30 Uhr, lassen den Dollar zum Euro einbrechen. EURUSD steigt derzeit um über 1,2% innerhalb weniger Minuten, was man durchaus "Währungs-Rodeo" nennen darf:

EURUSD 31.07.15

Glaubte ich gestern noch, dass die inverse FED Logik aus dem Markt ist, muss ich das heute als verfrüht zurück nehmen. Denn diese verrückte Bewegung aufgrund eines vergleichsweise nebensächlichen Anlasses, lässt sich wieder nur mit der inversen Logik erklären, das ein schwacher Job-Markt die FED von einer Zinserhöhung abhält. Und das drückt natürlich den Dollar, bzw gibt etwas von seiner Stärke ab. Hier ist also nicht der Euro stark, sondern der Dollar heute von zwei Schwächlingen schwächer.

In Folge schieben die US Märkte nach oben und DAX und Co. tun sich extrem schwer. Ist dahinter mehr als dieses wahnwitzige Währungsrodeo? Nein. Könnte man die Märkte in einer abstrakten Globalwährung darstellen, wäre kaum etwas passiert.

Letztlich sehe ich in diesem massiven Rodeo aber vor allem die Unsicherheit des Marktes, der sich immer ängstlicher fragt, ob die Seitwärtsbewegung nun nach oben, oder nach unten aufgelöst wird. L.A. Little hat die Situation in seinem Beitrag heute wieder schön auf den Punkt gebracht, den ich Ihnen zum Lesen empfehle: -> Mama, where are we? <-

Halten wir einfach fest, dass wenn schon Mr. Market nach "Mama" schreit, weil er nicht mehr weiss, ob er Männlein oder Weiblein ist, wir es auch nicht wissen können. Alles was man dann sinnvoll tun kann, ist etwas mehr Abstand halten und gelassen abwarten.

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