Procter & Gamble und Johnson & Johnson – Das Ende der Dividende als Anleihen-Ersatz?

Ich weiss nicht, ob Ihnen aufgefallen ist, dass im Rahmen der Sektor-Umschichtungen nach der Wahl Trumps, kleine Nebenwerte, die im Russell 2000 Index zusammen gefasst sind, massiv haussiert haben - wie hier zum Beispiel im ETF IWM zu sehen, der den Russell 2000 abbildet:
(All Charts from -> Finviz.com <-)

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Gleichzeitig haben aber einige klassische Dividendentitel und grosse Bluechips, teilweise deutlich korrigiert - ausser sie gehörten zu Sektoren wie dem Industrie-Sektor, die von Trumps absehbarem Infrastruktur-Programm profitieren werden.

Diese Bewegung, hat übrigens schon vor Trumps Wahl begonnen, sie wurde durch seine Wahl nur beschleunigt bzw wieder neu in Gang gesetzt. Hier sind zwei Beispiele solcher Korrekturen von gross kapitalisierten Dividenden-Bluechips:

Procter & Gamble (PG):

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Johnson & Johnson (JNJ):

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Damit stellt sich die Frage, was sich hinter dieser Schwäche verbirgt und die Antwort ist recht einfach:

Auch Umschichtungen aufgrund der steigenden Zinserwartungen.

Denn die Zinserwartungen, sind mit Trump massiv gestiegen, was wir auch leicht am Kursverlauf eines ETFs wie des TLT sehen, in dem die langlaufenden US Staatsanleihen zusammen gefasst sind:

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Sie sehen schnell, welch massiven Einbruch es da nach der Wahl Trumps gegeben hat. Und für die unter Ihnen, denen der Mechanismus nicht klar ist:

Steigende Zinserwartungen, gehen immer mit fallenden Anleihekursen einher. Denn wenn zukünftige Anleihen höher rentieren, müssen die bestehenden "mehr bieten", um das auszugleichen und das geschieht über einen billigeren Kurs.

Und warum fallen dann aktuell PG und JNJ? Ganz einfach, weil diese Dividenden-Aktien in den letzten Jahren auch als Anleihen-Ersatz gekauft wurden. Wenn Anleihen nun höher rentieren, dann nimmt das etwas von dieser Logik weg und führt zu Gewinnmitnahmen. Kleine Aktien des Russell 2000 dagegen, haben diesen Zusammenhang nicht und profitieren eher von besseren Konjunktur-Erwartungen im Zuge des erwarteten Konjunktur- und Infrastruktur-Programms.

Damit stellt sich uns die entscheidende Frage, ob das die grosse Zinswende ist, oder ob die Renditen ihren Höhepunkt nun schon bald gesehen haben und wir nur ein Strohfeuer erleben?

Die Antwort darauf, ist für uns Anleger die "100-Milliarden-Dollar-Frage", denn an der richtigen Beantwortung, hängt Wohl und Wehe grosser Teile des Marktes, von Gold bis eben Dividenden-Aktien.

Hier im freien Bereich, werde ich mich nicht an eine Beantwortung wagen, zu komplex ist das Thema für nur einen Artikel. Nur einen Aspekt will ich heraus greifen: Trumps Absichten haben einen offensichtlichen Widerspruch, der erst noch aufgelöst werden muss.

Einerseits will er für das geplante Konjunktur- und Infrastruktur-Programm, viele neue Schulden machen. Auch in Erwartung der Emission vieler neuer Staatsanleihen dafür, fallen die Kurse der "alten" Anleihen wie im TLT. Und das treibt auch die Renditen, also die Zinserwartungen.

Diese neue Schulden, sind aber für die sowieso schon überschuldete US nur dann tragfähig, wenn die Zinsen nicht zu stark steigen und die befürchtete "Zinswende", nur ein laues Lüftchen bleibt. Oder wenn die FED in aggressiver Art und Weise, den Staat über die Druckerpreise einfach entschuldet, die Anleihen aufkauft und vernichtet. Eine Methode, mit der aber eine Menge Wagnisse verbunden sind und die die Grenzen des Mandats vielleicht zu weit dehnt.

Dieses massive Kernproblem, haben uns die Notenbanken weltweit mit ihrer Nullzinspolitik eingebrockt, denn die Staaten haben diese nicht zur Entschuldung genutzt, sondern um die Schuldenlast weiter zu erhöhen. Zinsen von 5 oder 6% auf 10-jährige Staatsanleihen, wie es sie noch in den 90er Jahren gab, sind über die Breite des Anleihenuniversums für fast alle Staaten - auch Deutschland - nun nicht mehr tragbar. Die Welt ist überschuldeter denn je.

Wie will Trump diesen Widerspruch auflösen? Das würden wir gerne wissen und er weiss es selber wahrscheinlich auch noch nicht.

An dieser Frage hängt aber viel - auch, ob das bei PG und JNJ und anderen Dividenden-Werten schon wieder Kaufkurse sind, oder es erst noch weiter herunter geht.

Langfristig sind solche soliden Dividenden-Aristokraten immer ein Kauf, das ist klar. Klar ist aber auch, dass kurz- und mittelfristig, hier immer noch Korrekturpotential existiert, denn in ihrer Funktion als Anleihen-Ersatz, wurden diese Aktien in den letzten Jahren schon erheblich nach oben gekauft und haben nun gehobene Bewertungen.

Ob sich dieses Korrekturpotential weiter realisiert oder das hier schon wieder Kaufkurse sind, hängt aber eben in einem hohen Masse von der Entwicklung der Zinserwartungen ab. Und da reden nicht nur Trumps Absichten, sondern auch die Notenbanken ein gewichtiges Wörtchen mit!

Ihr Hari

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1 Gedanke zu „Procter & Gamble und Johnson & Johnson – Das Ende der Dividende als Anleihen-Ersatz?“

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