Meistgehasster Bullenmarkt

Sie glauben immer noch, dass man nur die Weltnachrichten verfolgen muss, sich dazu eine Meinung bilden und man dann antizipieren könnte, was die Börse machen wird?

Na gut, schauen wir uns mal die aktuelle Lage an:

  • Wir hatten ein eher desaströses Treffen Trump-Merkel, aus dem hervor ging, wie wenig die Beiden sich zu sagen haben.
  • Wir hatten ein G20 Treffen der Finanzminister, bei dem man sich noch nicht einmal darauf einigen konnte, sich gegen "Protektionismus" auszusprechen.
  • Wir haben massive, positive Erwartungen an Infrastruktur- und Steuer-Gesetze Trumps im Markt, die mit Sicherheit nicht alle gleichzeitig so wie erhofft Realität werden können.
  • Wir haben einen Markt nahe der Höchststände der massivst überkauft ist und nach einer überfälligen Korrektur schreit.
  • Wir haben diverse Marktinternas wie die Marktbreite, die klare Warnsignale senden.
  • Wir haben diverse Potentaten, die wahlweise mit Religions- oder Atomkriegen drohen.
  • Wir haben ........ Sie dürfen hier selber anfügen, Ihnen wird sicher allerlei einfallen.

All das ist die Realität um uns, auf der basierend sich am Markt Preise für Risikoassets wie Firmen entwickeln.

Mit Sicherheit dürfte im Angesicht dieser riskanten Kombination von hohen Kursen und hohen Risiken, auch meine Oma seelig eine Korrektur erwarten, die nun wahrlich keinerlei Zugang zur Börse hatte.

Diese kritische Lagebeurteilung ist also totaler Konsens und wer aktuell eine Korrektur erwartet, ist kein "Contrarian" sondern Teil einer riesigen, blökenden Herde.

Deshalb haben wir auch so eine vergleichsweise kritische und uneuphorische Stimmung im Markt, trotz Kursen nahe der Höchststände.

Und genau da liegt das Problem. Denn der Markt ist selbstreferentiell und was alle erwarten, ist schon in den Kursen und kann schwerlich zu einer Überraschung führen.

Genau das nennt man eine "Wall of Worry" und die klettern wir gerade. Wir haben wohl einen der meistgehassten Bullenmärkte der Geschichte vor uns.

Kluge Anleger respektieren das. Sie sind zwar vorsichtig und sichern sich nach unten ab, denn die Risiken sind immens. Sie stellen sich aber auch nicht gegen den Markt und diskutieren nicht mit ihm.

Ist das einfach? Nein bestimmt nicht. Aber es ist die Grundvoraussetzung, um am Markt erfolgreich zu sein. Denn wenn sich Geldanlagen zu wohlig anfühlen, kann an ihnen etwas nicht mehr stimmen. Das muss so sein, weil der Markt eben -> reflexiv <- ist.

Ob uns das gefällt ist ohne jede Relevanz. Es ist so und wir arrangieren uns besser damit, oder tragen die Konsequenzen im Depot.

Ihr Hari

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Mediale Schlagzeilen und die Börse

Wenn man nach den absehbaren Terminen und Ereignissen geht, gehört diese Woche wohl zu den ereignisreichsten des Jahres. Es wäre aber ein grober Fehler, von der medialen Welle mit der Ereignisse kommentiert werden, unmittelbar auf die Bedeutung für die Börsen zu schliessen.

Hier ist also für Sie die "Vorschau" die Ihnen sagt, was in meinen Augen diese Woche wirklich für die Märkte wichtig ist:

Options Expiration (OpEx) am Freitag: geringe Bedeutung

Die OpEx wird von manchen "Börsenexperten" immer gerne wie eine geheimnisvolle Monstranz vor sich her getragen, deren Verständnis die "Logenmitglieder" von den "Uneingeweihten" unterscheidet. Dabei ist die Wirklichkeit viel profaner, die OpEx entfaltet ihre Wirkung vor allem mit zunehmender zeitlicher Nähe, weil sie Kurse bei bestimmten Marken "festtackert" bzw wenn diese Marken nachgeben, dann eine Bewegung verstärkt. Ich vergleich das gerne mit magnetischer Kraft, in der Nähe der OpEx werden Kurse an den wichtigen Marken gehalten, wenn sie sich aber entfernen, dann mit einem "Schnappen" wenn der Magnet sich löst. Diesen Vorgang gibt es aber jeden Monat bzw jedes Quartal und insofern ist die OpEx nicht unwichtig, aber doch business as usual.

Türkei: geringe bis keine Bedeutung

Was da an präpotentem Gehabe abläuft, erspare ich mir zu kommentieren. Der Markt sieht das aber auch so, die Türkei ist wirtschaftlich ein Nebenthema und mit dem aktuellen wirtschaftlichen Absturz, wird sie bald selbst das nicht mehr sein. Politisch und kulturell ist das Geschehen von hoher Bedeutung. Aber die Märkte interessiert das bestenfalls am Rande und langfristige gesellschaftliche Entwicklungen werden an den Märkten eher nicht bewertet.

Die FED Sitzung am Mittwoch: mittlere Bedeutung

Eigentlich hat die FED Sitzung eine sehr hohe Bedeutung, nur ist dieses Mal ja schon weitgehend klar, dass die FED eine Zinserhöhung vollziehen wird und das ist auch schon in den Kursen. Überraschend wäre nur, wenn es zu keiner Zinserhöhung kommt. Insofern liegt das Augenmerk wieder auf den Formulierungen und vor allem dem weiteren Ausblick und das kennen wir ja schon und hat mittlere Bedeutung.

Eine Menge wichtiger Wirtschaftsdaten wie den ZEW oder den Philly Fed: mittlere Bedeutung

Auch das ist ja "Business as usual" und kennen wir. Die Daten haben einige Bedeutung, weil daraus ja Schlussfolgerungen für die Aktivitäten der Marktteilnehmer gezogen werden. Da derzeit viele Daten aber recht konsistent auf eine anziehende Weltkonjunktur hinweisen, werden die Daten nur dann richtig Wirkung entfalten, wenn sie von der Erwartung abweichen.

Beginn des Brexit: mittlere Bedeutung

Nach Vermutungen -> könnte am Dienstag der Brexit beginnen <- und die Erwartungen wie dieser Brexit sich dann real gestalten wird, haben hohe Bedeutung für die Märkte. Nicht dass der Brexit kommt, das ist natürlich in den Kursen, aber die feinen Hinweise wie der Hase dann in den kommenden 2 Jahren laufen wird, haben erhebliche Konsequenzen und die Märkte reagieren sensibel darauf.

Notenbanksitzungen der Bank of Japan (BoJ), der Bank of England (BoE) und der Schweizer Nationalbank (SNB) am Donnerstag: mittlere Bedeutung.

Pauschale Aussagen sind hier schwer, die Sitzung der BoE möglicherweise nach einem beschlossenen Brexit, wird natürlich besondere Aufmerksamkeit ziehen. Aber im Saldo kann man auch hier eher "Business as usual" erwarten.

Wahl in den Niederlanden am Mittwoch: mittlere Bedeutung

Die Wahl selber hätte - selbst wenn Geert Wilders gewinnen würde - aufgrund des Wahlsystems eher mässige Bedeutung für die Märkte. Aber die politischen Implikationen für Frankreich sind hoch und dort dürfte sich im Mai erst einmal das Schicksal des Euros entscheiden und das interessiert die Märkte natürlich immens.

Merkels Besuch bei Trump am Dienstag: hohe Bedeutung

Für die Märkte potentiell das zentrale Ereignis der Woche. Und das nicht weil da zwei Politiker reden, sondern wegen der Implikationen. Merkels Besuch wird der Lackmustest für die neue Handelspolitik der Trump-Administration sein, zumindest wird der Markt das unter dieser Überschrift beäugen.

Besonders schwierig einzuschätzen ist dabei die Lage wohl auch, weil in Trumps Administration selber wohl ein -> Civil War <- zur Handelspolitik ausgebrochen ist, in dem sich die Goldmänner als Vertreter des freien Welthandels und Protektionisten wie Navarro und Bannon gegenüber stehen. Wo der Präsident steht, ist unbekannt.

Die Bedeutung dieses Ausgangs für die Börsen, kann man gar nicht hoch genug hängen und der Verlauf des Besuchs von Merkel wird dafür Indiz sein. Denn mit dieser grundlegenden Machtfrage stehen und fallen dann Handelsbeschränkungen und Konflikte, oder eben ein eher ruhiges Umsteuern und Neuverhandeln der Handelsbeziehungen im Konsens. Bisher hat der Markt einseitig darauf gesetzt, dass "schon alles gut werden wird". Falls das eine Fehleinschätzung ist, dürfte die Reaktion der Börsen sehr harsch sein. Ein sehr freundlicher und konsensualer Termin, kann aber gerade deutschen Aktien noch einmal zu einem Schub verhelfen.

So sehe ich persönlich die börsentechnische Bedeutung der absehbaren Ereignisse dieser Woche. Möge es Ihnen bei Ihren Entscheidungen helfen.

Ihr Hari

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Die Börsenwetterlage aus der Umlaufbahn

Kann man die ganz grundsätzliche, langfristige Börsenwetterlage in sechs Sätzen und mit einem Chart beschreiben? Ich glaube ja, ich versuche es mal.

Erstens, sind die konjunkturellen Signale rund um den Globus gut und sprechen derzeit gegen eine grosse Baisse. Die Lage ist besser als die Stimmung.

Zweitens, ist die Skepsis im Angesicht der vorhandenen Risiken (Trump, Handelskriege, Eurokrise, EU-Zerfall, China etc) im Markt massiv vorhanden, auch die Bullen schielen permanent zum Notausgang. Ein derartiges Sentiment spricht gegen eine grosse Baisse. Bullenmärkte enden in Euphorie und klettern dagegen eine "Wall of Worry".

Drittens, sind die Kurse nun seit Trumps Wahl permanent ohne Korrektur gestiegen, das macht den Markt anfällig. Eine scharfe Korrektur, dürfte im ersten Halbjahr 2017 nun anstehen, sollte aber den grundlegenden Aufwärtstrend eher nicht stoppen.

Viertens, sind wir gerade Zeuge eines veritablen Ausbruchs aus einer 1,5 jährigen, grossen Konsolidierung im S&P500 und das spricht trotz im ersten Halbjahr anstehender Korrektur, für prinzipiell weiter steigende Kurse und ein gutes Aktienjahr 2017.

Fünftens, befindet sich der Aktienmarkt im grossen, zyklischen Bild sicher eher im letzten Drittel und der Beschleunigungsphase eines grossen Zyklus. In dieser Phase lassen sich aber typischerweise besonders deutliche Gewinne machen. Eine Topbildung braucht Zeit und geschieht in so einem starken Markt nicht "über Nacht".

Sechstens, sind alle obigen Aussagen natürlich nur eine Momentaufnahme und stehen unter dem Vorbehalt völlig neuer, überraschender Entwicklungen, die der Markt heute nicht kennt und die dann eingepreist werden müssten. Das ist aber eine Binsenweisheit und das Restrisiko, mit dem man immer leben muss. Wer das nicht aushalten kann, ist im Markt fehl am Platz.

Ihr Hari

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Kriechender Zweifel

Was ist nicht alles über Trump geschrieben worden. Das Wort Trump ist eines der meistgeschriebenen der letzten Monate und die Person polarisiert auf eine brutale Art und Weise, wie wir das bei einem Spitzenpolitiker schon lange nicht mehr erlebt haben.

Und während dieser ganzen Zeit, ist der Markt ruhig gestiegen und gestiegen. Einfach nur gestiegen, frei nach dem Motto: "Lass doch all die aufgeregten Moralisten sabbeln, wir verdienen lieber Geld".

Bis Heute.

Aber jetzt könnte sich das ändern. Könnte - Konjunktiv. Aber zum ersten Mal seit seiner Wahl könnte es sich tatsächlich ändern.

Nicht wegen seiner angekündigten oder absehbaren Wirtschaftspolitik. Sicher, da sind Risiken dass daraus ein Handelskrieg erwächst. Aber da scheint der Markt eher gelassen zu sein und das aus gutem Grund. Denn der Kern des Wahlversprechens Trumps an seine Gefolgschaft, ist dass er wieder industrielle Jobs in die US holt.

Dabei kann etwas Druck und harte Verhandlungen nicht schaden, um einen besseren Deal zu bekommen, aber am Ende wird er das tun, was gut für Amerikas Wirtschaft ist und ein allgemeiner Handelskrieg ist es nicht. Und weil das logisch und nachvollziehbar ist, sitzen die Aktionäre von US Unternehmen ohne starke internationale Verpflichtungen da nun eher entspannt und freuen sich auf die Infrastruktur-Programme die da kommen mögen. Und die Indizes stehen nahe der Höchststände.

Diese Haltung beruht aber auf einer Annahme. Der Annahme, dass Trump bei aller konfrontativ, aggressiven Rhetorik, im Kern ein rational agierender, auf ein konkretes Ziel zusteuernder Deal-Maker ist, der schon weiss, was er tut.

Mit dem als Prämisse, kann man die medialen Wellen schulterzuckend aussitzen und sich auf das konzentrieren, was am Finanzmarkt interessiert: Mit der neuen "World of Donald" Geld zu verdienen.

Was aber wenn Trump gar nicht rational ist? Was, wenn er real so ist, wie er wirkt, wenn er sich narzzistisch selbst lobt und extrem dünnhäutig auf jeden kleinen Kratzer am Ego reagiert? Was wenn er gar kein wirtschaftliches Ziel für Amerika mit taktischen Mitteln verfolgt, sondern vor allem nur sein Ego überhöhen will?

Dann sind wir in einem anderen Spiel. Und dieses Spiel würde dem Markt nicht mehr gefallen, denn er könnte nicht mehr entspannt sich aufs Geld verdienen konzentrieren, sondern müsste damit rechnen, dass alle Pläne auf die man Multi-Millionen gesetzt hat, am nächsten Morgen obsolet sein können, weil jemand "The Donalds" Ego zu nahe gekommen ist.

Ein erster kleiner Zweifel, wurde vor Kurzem mit der chaotischen Umsetzung der Einreise-Beschränkungen gesetzt. Nicht die Beschränkungen an sich sind für den Markt das Problem, sondern die chaotische Umsetzung, die auf wenig Professionalität schliessen lässt. Wenn man das auf zukünftige, für den Markt wichtige Projekte überträgt, hat es keine vertrauenerweckenden Implikationen.

Aber gestern wurden weitere Zweifel gesäht, ein abgebrochenes, aggressives Gespräch mit dem australischen Premier, das wohl so stattgefunden hat, da auch aus Australien unter der Hand Bestätigungen kommen. Vorwürfe an mit Japan, Deutschland und Australien, mehrere treue und wichtige Verbündete gleichzeitig, so als ob es nicht genügen würde, sich nun mit Mexiko, China und dem bewusst zündelnden Mullah-Regime im Iran anzulegen.

Das vermittelt nicht das Bild von rationalem Handeln, von taktischer Finesse, sondern eher von gefühlsgetriebenem "Umsichschlagen". Und diese Wirkung ist fatal, sie kriecht wie Kälte in die Knochen und säht Zweifel.

Noch will der Markt glauben und vertrauen. Und wenn Trump nun tatsächlich rational und mit strategischem Weitblick die Politik umsetzt, die er versprochen hat und wenn wirtschaftliche Erwägungen wieder Dominanz über moralische Weltverbesserungs-Kategorieren erlangen, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht der Schaden der US Börsen sein und wir werden da in den kommenden Jahren noch eine erstaunliche Kraftentfaltung erleben, die den S&P500 auf Höhen führt, die wir uns heute nicht vorstellen können.

Aber der Zweifel ist nun gesät und wenn sich dieses Bild nun in den kommenen Tagen festigt, dann ist die Korrektur wohl nicht weit, die sowieso irgendwann in den kommenden Wochen und Monaten einsetzen sollte. Die kommenden Tage kommt es also aus Börsensicht noch mehr auf Trumps Verhalten an, die Frage ist: Har er einen Plan, oder schlägt er emotionsgetrieben um sich?

Seien wir also nun sehr aufmerksam, ob die Stimmung am Markt kippt. Erwartung und das dafür nötige Vertrauen ist alles am Markt und an Erwartung steckt nun Einiges in den Kursen. Wenn Vertrauen aber bröselt, wird es sehr schnell sehr übel.

Trump kann sich weiter jeden Tag mit der Presse anlegen und 3 Stunden am Tag seine Einschaltquoten kommentieren, das interessiert den Markt nicht. Aber wenn er den Eindruck vermittelt, dass er keinen taktischen Plan verfolgt und die genannten Absichten nicht mit der nötigen taktischen Raffinesse umgesetzt werden, dann ist das sehr börsenrelevant.

Kurzfristig sollten wir dazu im S&P500 diese Linie im Auge behalten, die seit dem Jahresanfang Bestand hat und den Ausbruch von einem Rückfall trennt:

Wenn diese Linie fällt, steigt das Risiko. Solange wir darüber sind, darf man weiter darauf setzen, dass wir noch einen Schluck aus der "Kurspulle" vor uns haben, bevor die zwangsläufige Gravitation ihr Recht einfordern wird.

Ihr Hari

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Die Infrastruktur-Aktien der „World of Donald“



Wenn man über das weite, wellige Meer der Börsen-Ozeane navigieren will, dann hilft es dabei ungemein, den Wind im Rücken zu haben. Denn gegen den Wind anzukreuzen, ist weit schwieriger und geht langsamer voran, als wenn der Wind von Hinten in die Segel bläst.

In diesem Sinne, ist mit Donald Trump ein Anlagethema mit grossem Rückenwind-Potential entstanden, das viele hier in Deutschland und Europa wohl noch nicht so richtig auf dem Radar haben. Es sind die absehbaren Investitionen in die US Infrastruktur, denn diese ist in weiten Teilen hoch marode.

Bei vielen Themen, die Trump im Wahlkampf angekündigt hat, ist derzeit noch völlig offen, ob diese sich wirklich so realisieren werden. Wird Trump einen Handelskrieg mit China beginnen? Niemand weiss das heute genau.

Aber dass die Infrastruktur dringendst eine Auffrischung braucht, das ist unstrittig und sonnenklar und war ja auch Teil des Programms von Hillary Clinton. Das wird also kommen, weil es wirklich alternativlos ist. Schon vor über 20 Jahren war es so, dass wenn Sie beispielsweise vom John F Kennedy Airport in New York durch Queens nach Norden fuhren, sie in dem Brachland vor der Bronx das Gefühl hatten, eher ein Drittweltland zu durchqueren. Das ist heute nicht besser geworden und in weiten Teilen Amerikas zu "bewundern".

Es ist auch deshalb so sicher, weil es wunderbar in Trumps Politik des "America First" und der neuen Arbeitsplätze im Lande passt. Es wird also jede Menge Aufträge gerade für einheimische Firmen des Bau- und Infrastruktur-Sektors geben. Und natürlich werden auch alle profitieren, die Grundstoffe für den Bau herstellen wie Stahl, Aluminium oder Beton. Bei der Auftragsvergabe brauchen sich dann deutsche Mittelständler aber wohl nicht zu grosse Hoffnungen machen, selbst wenn sie die besseren Produkte und Leistungen haben. Denn wenn die Auftragsvergabe öffentlich erfolgt, was oft der Fall sein wird, wird "America First" der entscheidende Massstab sein.

Bei so viel Rückenwind, macht es doch Sinn, sich mal mit Aktien des Sektors zu befassen. Zwei Namen, die Sie potentiell noch nie gehört haben, obwohl das Werte mit einer Marktkapitalisierung im Milliarden-Bereich sind, will ich Ihnen heute auch im freien Bereich nahe bringen:

Quanta Services (PWR)

Das Kürzel "PWR" steht für Power und das aus gutem Grund. Denn wie Sie der -> Unternehmenshomepage < - entnehmen können, ist das Unternehmen mit seinen 24.000 Mitarbeitern und 7,5 Milliarden USD Umsatz, unter anderem auf den Aufbau, Betrieb und Service der Stromnetze spezialisiert. Und gerade in dem Bereich, gibt es in den US jede Menge Modernisierungsbedarf, wer die windschiefen Holzbalken kennt, auf denen Stromleitungen manchmal durchhängend durch die Gegend geführt werden, weiss was ich meine. 😉

Im Chart (alle Charts stammen von -> Finviz < -) sieht man schnell, dass der kluge Markt diese Chancen sofort erkannt hat und erst gestern gab es einen gewaltigen Schub, der mit ersten Erlassen Trumps zu tun haben dürfte:

Aber trotzdem, die Aktie ist immer noch nicht mit übertriebenen Gewinnerwartungen bewertet, ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,76 kündet davon, das für Dienstleister nicht untypisch ist. PWR dürften die Winde der WoD weiter klar in die Segel blasen.

Kommen wir zum zweiten Unternehmen:

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Change – Wandel

Diese Woche beginnt die Bilanzsaison in den US so richtig, die EZB steht an und am Freitag wird das Wörtchen "elect" gestrichen und Amerika wird von President Trump regiert.

Der US Markt mäandert in dieser Lage nahe der Höchststände, man muss kein Börsenfachmann sein um zu erkennen, dass da schon eine Menge Erwartungen an Trumps Politik in die Kurse eingebacken sind.

Auch wenn es heute noch sehr ruhig zugeht, weil in den US mit dem "Martin Luther King Day" ein Börsenfeiertag ist, sollten wir uns keiner Illusion hingeben. Die kommenden 2-3 Wochen werden sehr volatil und sehr wichtig für den weiteren Jahresverlauf. Denn in diesen Wochen muss sich der Markt entscheiden, ob er Trump zutraut aus den Ankündigungen auch Politik werden zu lassen, oder ob es eine markante Enttäuschungsreaktion gibt.

Wir erleben auf jeden Fall derzeit eine Zeitenwende, die potentiell tiefer geht, als manche nun ahnen. Denn mit Trump wird jemand der mächtigste Mann der Welt, der das personifizierte Gegenmodell zum derzeit dominierenden Multilateralismus darstellt.

Trump scheint sich wenig für solche internationale Organisationen zu interessieren, betrachtet das vermutlich eher als "Quasselbuden" und sieht die Welt sehr pragmatisch aus den Augen eines Geschäftsmanns und Dealmakers, der etwas Konkretes für sein Land erreichen will. America First, der meint das ernst!

Damit kommt auch eine Abkehr vom glatt polierten und durchformulierten, aber inhaltsleeren Neusprech, den wir ja alle zu Genüge kennen.

Natürlich kommen damit auch Risiken, denn am Ende ist der multilaterale Ansatz wohl ohne ernst zu nehmende Alternative, denn die Welt wächst zusammen, ob wir wollen oder nicht und Konflikte lassen sich daher am Ende nur gemeinsam lösen.

Gleichzeitig ist es aber auch frischer Wind, der dieses Zusammenwachsen vielleicht ehrlicher und offener macht, denn nur wer weiss wo er steht, seine Identität kennt und damit auch offen umgeht, kann wahre Kompromisse schliessen und nicht nur Formelkompromisse, die die Probleme nur kaschieren und auf die lange Bank schieben.

Und an Formelkompromissen ohne Inhalt, hatten wir in den letzten Jahren wahrlich genug in der Welt, die Probleme kumulieren sich auch deshalb, weil entgegen des wohlfeilen Selbstlobs der "Schwurbelsprecher", keines wirklich an der Substanz angegangen wurde.

Ich fand deshalb Kai Diekmanns -> Innenansichten zum aktuellen Trump-Interview < - besonders spannend, weil sie das Bild eines Mannes formen, der weiss was er will und das auch umsetzen will, statt lange zu fackeln.

Darin liegen grosse Risiken, aber auch grosse Chancen. Klar ist, dass wir eine Zeitenwende erleben, unklar ist völlig, wohin diese uns führt? Im Gegensatz zu denen, die meinen schon alles über Trump zu wissen: ich weiss es nicht.

Ich weiss nur, dass sich hier Dinge andeuten, die *massivst* kursbewegend sein dürften, weil sie die Grundlagen des Beziehungsgeflechts der Welt betreffen. Obama ist mit dem Versprechen von "Change we can believe in" an die Macht gekommen, ist als Tiger losgesprungen und als Bettvorleger geendet. Es wäre ein Treppenwitz der Geschichte, wenn mit Trump echter Wechsel kommt, nur eben nicht so, wie sich das Obama ausgemalt hat.

Für uns als Anleger bedeutet das, dass wir nun viele Monate mit massiven Fragezeichen leben müssen und auch mit Wandel, der nur schwer zu antizipieren ist. Und zwar so lange, bis sich die Trump Administration gefunden und eingearbeitet hat und eine klare politische Linie erkennbar wird, die die Dinge wieder berechenbarer macht.

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Roter Alarm!

Kennen Sie das auch, wenn in Filmen auf (Raum)Schiffen die roten Alarmleuchten blinken und durch die Mikrofone die Stimme des 1. Offiziers mit den Worten "Red Alert - all Hands to Battlestations" tönt?

Nun, nicht immer passiert dann was, manchmal ziehen die Romulaner oder wer auch immer, dann nach kurzem Wortwechsel wieder ab. Roter Alarm ist also keine Garantie für "Action".

Aber Roter Alarm heisst allerhöchste Aufmerksamkeit. Und die hat der Markt nun weltweit, wenn "The Donald" heute um voraussichtlich 17 Uhr MEZ zum ersten Mal seit er "President Elect" geworden ist, eine Pressekonferenz gibt.

Und bestimmt nicht nur der Markt, auch die Politik weltweit, wird wohl den Fernseher einschalten. Wer gerade in Berlin ist, kann ja mal hochschauen, ob es oben im Kanzleramt nicht "flimmert". 😉

Der Markt hat auf jeden Fall in den Kursen eine Menge Vorschusslorbeeren verteilt und nun würde er gerne mal wissen, ob in der Präsidenten-Präsent-Schachtel auch das drin ist, was er sich da bisher hinein interpretiert hat.

Es ist offensichtlich, dass das Potential hat, den Markt erheblich in Bewegung zu setzen. Das *könnte* - beachten Sie den Konjunktiv und die wieder abziehenden Romulaner - zu einem neuen Impuls führen, den der Markt nun dringend braucht.

Ob nach oben oder unten? Lassen wir dieses Spekulieren sein, so wird kein Geld am Markt verdient. Zuhören und schnell reagieren, wenn sich eine Richtung abzeichnet, das ist der profitable Weg.

Wir folgen dem Markt, wir erraten ihn nicht. Nach dem Sieg Trumps Anfang November, haben ein paar Stunden in der Wahlnacht auch keinen Unterschied gemacht, wenn man dann am folgenden Morgen die richtigen Schlüsse gezogen hat. Darauf folgten dann 2 Monate Rally - bis heute.

Bemerkenswert ist aber, dass an diesem wichtigen Moment, auf den nun die ganze Börsenwelt weltweit starrt und die versammelte Politik wahrscheinlich auch, die Volatilität immer noch sehr weit unten ist:

Sprich, der Markt ist gelassen. Zu gelassen? Wir werden es heraus finden. Machen wir was daraus. Wenn Sie mehr wissen wollen und "dabei" sein wollen, dann müssen Sie halt zu uns dazu stossen.

Also heute 17 Uhr. Ich habe mein Popcorn schon bereit liegen - die Superhelden Saga "The incredible Donald" kann beginnen. Film ab ... 😉

Ihr Hari

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Klar unklare Sache bei der FED

Nach einer sehr spannenden EZB Sitzung letzte Woche, die ein von -> internen Kompromissen < - geprägtes Ergebnis gebracht hat, das dann von Draghi in der Pressekonferenz mit einem marktfreundlichen, taubenhaften Spin versehen wurde, steht diese Woche Mittwoch Abend die wichtigste der Notenbanken mit einem Entscheid an. Die FED.

Hier ist die Ausgangslage völlig anders als bei der EZB letzte Woche.

Ja, die FED wird die Leitzinsen um einen Viertel-Punkt auf 0,75% erhöhen, davon ist fest auszugehen. Die FED selber, lässt daran keinen Zweifel aufkommen und der Markt, geht nach den letzten Zahlen mit 97% Wahrscheinlichkeit davon aus.

Das wird so kommen, alles andere wäre eine immense Überraschung, mit der die FED ihre eigene Glaubwürdigkeit zerstören würde. Und wenn es kommt, wir das nur einen Gähner am Markt hervor rufen, denn das ist vollständig in den Kursen.

Richtig schwierig, dürfte dagegen für die FED aber der Ausblick auf 2017 sein und die Frage, wie stark und steil es mit der Zinswende weiter geht. Und das sind die Worte, denen der Markt mit besonderer Aufmerksamkeit lauschen wird und die sich ganz hart auf Dollar und Gold auswirken werden.

Schwierig ist es nicht nur, weil Zukunft immer schwierig ist - da kann man noch so grosse volkswirtschaftliche Abteilungen haben, wenn Volkswirte die wirtschaftliche Zukunft vorher sagen könnten, wären sie an der Börse alle Multimilliardäre. 😉

Schwierig ist es vor allem wegen Trump. Denn keiner kann heute seriös sagen, ob Trump die Inflation wirklich ans Laufen bringt oder nicht und seine Konjunktur-Programme wirklich so gross werden, wie der Markt das nun schon antizipiert.

Und nicht nur wegen Ihres Mandats, sondern auch weil die Inflation ja viele Seiteneffekte hat, hängt davon in hohem Masse die weitere Zinspolitik der FED ab. Ob die Inflationsrate Ende 2017 in den US bei 3% oder 1% liegt, ist eben ein ganz zentraler Unterschied, den die FED nicht ignorieren kann und Trump hat dafür einige Stellschrauben in der Hand.

Und weil das so ist, kann die FED sich am Mittwoch nicht seriös für 2017 festlegen und muss sich hohe Flexibilität bewahren.

Diese völlig offene Lage, trifft mit Janet Yellen auf eine FED-Chefin, die sowieso einen ganz starken Hang zum "Play it Safe" besitzt. Adrenalin-Sport und der Spass am Risiko, ist ihr genetisch wohl nicht in die Wiege gelegt, was für eine FED-Chefin ja auch nicht die schlechteste Charaktereigenschaft ist.

Also bleibt nur eine logische Schlussfolgerung, die FED wird sich am Mittwoch alles offen halten und wird deswegen ihr Statement zu 2017, so indifferent wie möglich formulieren.

Wir bekommen also wohl eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75% und dann viele "wenn" und "dann" und "datenabhängig", also wenig zum Kauen. Das ist meine Erwartung.

Bleibt nur die Frage, wie der Markt auf diese Zins-Erhöhung und ansonsten wenig inhaltlichen Honig reagieren wird?

Wohl mit einer ganz leichten "Sell the News" Reaktion und dann weiter im Text zur Jahresendrally. Alleine beim Dollar, bin ich nicht sicher, ob das diesen dann nicht doch etwas drückt, denn nach meinem Eindruck wird ein schärferer Zinspfad in 2017 nun schon teilweise eingepreist.

Fazit:

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