Commerzbank, SAP und IBEX35 – von Rebounds, entspannten Trades und der Honigfalle

Es gibt eine gewisse Sorte von Rebound Spekulationen , die auf den ersten Blick unglaublich attraktiv aussehen. Vor allem Privatanleger lieben diese Aktien voller vermeintlicher Verheissung, wie die Commerzbank.

Das sind diese Aktien, die ungewöhnlich verprügelt wurden und auf langjährigen Tiefs notieren. Aktien bei denen man denkt, die "können doch nur noch steigen". Aktien die weit unter Buchwert notieren und vermeintlich sehr billig erscheinen.

Und dann geht man als Anleger her und vergleicht den aktuellen Kurs mit dem Höchstkurs von vor ein paar Jahren. Und sieht ein Potential für Vervielfachung. Und schon läuft einem das Wasser im Mund zusammen.

Dieser Vergleich zu alten Höchstständen wirkt psychologisch auf uns Menschen wie eine Honigfalle, weil der hohe Kurs von vor ein paar Jahren macht das Vervielfachungspotential in unseren Hirnen greifbar und glaubwürdig. Da springen die Belohnungssysteme in unseren Hirnen an und schreien stumm in unserem Bewusstsein: "der muss da wieder hin steigen, greif zu, schnell ! Kauf ... mich ... jetzt !".

Umgedreht erscheint eine Aktie mit starkem Wachstum, die schon auf absoluten Höchstständen notiert, weit weniger verheissungsvoll. Der Vergleich mit der Vergangenheit impliziert sofort Gefahr: "wer so hoch steigt, muss auch wieder fallen, Gefahr !".

Kennen Sie diese gedanklichen Reflexe ? Ìch denke ja, wenn Sie mal alte Verluste reflektieren. Diese Reflexe sind aber fatal. Denn so landen in den Depots der normalen Anleger zu oft die "Gefallenen Engel" mit Problemen im Geschäftsmodell, statt dessen zu wenig die starken Wachstums-Werte, die sich in einem intakten Aufwärtstrend befinden. Zu viel Commerzbank und zu wenig SAP halt.

Und wenn der menschliche Geist dann durch die optische Honigfalle der alten Kurse schon gepolt ist, reicht es, wenn einen dann noch ein sogenannter "Guru" mit Photoshop Lächeln von einem Magazin anstrahlt und im Magazin was von "saubillig" redet und schon schlägt man zu. Kann ja auch nur hoch gehen ..... zumindest meint man das. 😉

Nun beginnt das Warten. Und aus Warten wird Nägelkauen. Diese verflixte Aktie will einfach nicht steigen. Sie mäandert statt dessen um den Einstandskurs herum. Aber kein Problem, die kann ja nur noch steigen und war ja "saubillig". Und man ist ja ein "Value-Investor", wie der gute Warren. Soweit die typische Selbstvergewisserung.

Dann aber, irgendwann ein paar Monate später, in denen mit der Aktie nichts zu gewinnen war, beginnt sie erneut zu fallen. Ja, zu fallen ! Unglaublich, toll, "jetzt verdoppele ich, so etwas saubilliges finde ich so schnell nicht wieder" denkt da der Anleger. Und legt seine Hand endgültig unter den Prellbock des fiesen Mr. Market.

Die Aktie aber fällt weiter und weiter. Und aus Begeisterung für "saubillig" wird Kopfkratzen. Und dann Zweifel. Und dann Sorge. Und dann - an einem Tag an dem sich die Aktie um 5% nach unten bewegt - Panik und der Druck auf den Verkaufsknopf. Ufff, immerhin hat ja man noch 50% dafür bekommen, man muss die Dinge halt positiv sehen. 😉

An diesem Tag erreicht die Aktie ihr historisches Tief und dreht zu einem neuen Aufwärtstrend nach oben. Aber das ist eine andere Geschichte. 😉

Ich denke wir kennen alle dieses endlose, quälende Bröseln. Und ja, es gibt natürlich auch die Fälle, in denen es sich tatsächlich lohnte das Bröseln zu ertragen, weil so Aktien dann einen gewaltigen Rebound hinlegten. Wie zuletzt bei Wacker Chemie. Aber dann auch nur, wenn man erst nahe am Tiefpunkt in das fallende Messer hinein griff.

Nur, selbst bei Wacker Chemie gilt doch: wäre es nicht besser gewesen erst einmal abzuwarten bis der Abwärtstrend ausläuft, selbst auf die Gefahr hin die ersten Prozent des Anstiegs zu verpassen ? Hätte man nicht im Saldo weit besser abgeschnitten und wäre dabei noch dazu viel entspannter gewesen ? Welchen Wert hatte es dann also, den endlosen Absturz mit geschlossenen Augen stur mitzugehen ?

Ein Musterbeispiel für die fatale Obsession normaler, privater Anleger für solche "gefallenen Engel" - ich nenne es eher Gurkenaktien - ist auf jeden Fall die Commerzbank. Was wird nicht über diese Aktie geschrieben und spekuliert. Ich vermute es gibt kaum eine Aktie, die von den Privatanlegern mehr beobachtet und gehandelt werden. Zuverlässig bekommen Artikel zur Commerzbank in den Nachrichtenportalen die höchsten Klickzahlen. Und die institutionellen Anleger ? Die sagen eher "Igitt" und haben Besseres mit ihrem Geld zu tun.

Woher kommt diese Obsession der Privatanleger für eine Aktie, deren Chef Blessing seinen Aktionären alle paar Monate eine neue Kapitalerhöhung beschert hat und ansonsten das profitable Geschäftsmodell nach Jahren der Umstrukturierung immer noch sucht ? Einer Aktie die ihren Aktionären über Jahre nur Leid, Tränen und Verluste bescherte ?

Ich habe eine starke Vermutung. Es ist schlicht die Optik der alten Kurse von 20€ und mehr. Es ist diese Honigfalle ! Nur handelt es sich dabei um eine Illusion, eine Fata Morgana sozusagen. Denn die Commerzbank hat mit den diversen Kapitalerhöhungen die Aktienzahl vervielfacht ! Ich habe aufgehört mitzuzählen ob der Faktor nun 2, 3, 4 oder 5 ist. Aber Faktum ist: das ist nicht mehr die Aktie die mal 20€ und mehr kostete ! Diese "alte" Aktie wurde um Faktoren verwässert und ein aktueller Kurs von 1,6€ entspricht in der alten Aktie eher einem um Faktoren höheren Kurs.

Diese "neue" Commerzbank Aktie wird also nach meiner festen Überzeugung kaum mehr diese Regionen um 20€ sehen ! Ja ich weiss, man soll nie nie sagen, aber auf die nächsten 5 Jahre erscheint mir das höchst unwahrscheinlich. Und wenn die Commerzbank je wieder 3 oder 4€ erreicht, entspricht das defacto, die Verwässerung eingerechnet, den alten Kursenregionen und wäre in Anbetracht der aktuellen Verfassung des Kerngeschäftes für mich schon ein kleines Wunder.

Warum also sollte man als normaler Anleger (und nicht Daytrader) seine Zeit, seine Energie, seine Nerven und sein sauer erarbeitetes Kapital mit so einer Aktie vergeuden ? Warum kauft man nicht zum Beispiel einfach SAP und legt sich beruhigt schlafen ? Eine Aktie die zwar nahe an Höchstständen notiert, dafür aber jedes Jahr zweistellig wächst, hervorragend geführt ist, gerade China aufrollt und deren Geschäftsmodell fest wie eine Burg steht ?

Ich glaube ich weiss warum. Weil SAPs Chart schon so weit oben ist und die Commerzbank gegenüber den alten Kursen so billig aussieht. Darum ! Ich finde das persönlich tragisch.

Wen die obigen Zeilen jetzt an eigene Erlebnisse erinnern und wer das Übel dieser endlosen Hoffnung auf Besserung sieht ... wem aber SAP trotzdem schon zu weit gelaufen ist, für den habe ich nun eine Idee. Eine Idee, die grosses Potential nach oben mit einem klaren Aufwärtstrend verbindet. Einen Trade, den man vielleicht mit guter Wahrscheinlichkeit einfach laufen lassen kann - und zwar ohne sich um Kapitalerhöhungen zu sorgen.

Es ist der spanische Aktienmarkt in Form des Index IBEX 35, den ich Ihnen am 15.11.12 mit seiner -> Bullenflagge <- schon nahe gebracht habe und der seitdem nach Plan gelaufen ist und schöne Gewinne produziert hat.

Schauen Sie mit mir auf das Wochenchart seit 2006, um das grosse Potential zu erkennen:

IBEX 11.01.13 Bullenflagge

Sie sehen den perfekten Doppelboden. Sie sehen die Bullenflagge, aus der der Index nun ausgebrochen ist. Sie sehen die einem Cup&Handle ähnelnde, perfekte Umkehrformation. Sie sehen wie der Index auf den Punkt zum 23er Fibo Retracement gelaufen ist, dort konsolidierte und nun zum 38er Retracement läuft. Und Sie sehen das gewaltige Potential bis zur Normalisierung.

Hier haben wir also einen ganzen Index, der auf alte Kursniveaus zusteuert. Der sich in einem klaren Aufwärtstrend befindet und gerade aus einer technischen Struktur ausgebrochen ist. Der aus Aktien besteht, von denen viele international agieren und nur in Sippenhaftung genommen wurden, weil Spanien auf dem Kurszettel stand. Aktien die auch vom Buchwert her sehr attraktiv ausschauen. Ein Index, in dem sich auch eine Bank, die Banco Santander befindet, die aber im Gegensatz zur Commerzbank ein sehr profitables Kerngeschäft besitzt.

Warum ist der IBEX35 nicht eine sinnvollere Investition, als das endlose Warten auf das Wunder bei der Commerzbank ?

Natürlich, nichts ist sicher und theoretisch kann die Euro-Krise wieder aufflammen. Und auch ein technischer Ausbruch wie beim IBEX35 kann wieder wegkippen. Das ist aber nicht das wahrscheinlichste Szenario, sondern einfach eine Möglichkeit. Für dieses Risiko setzt man einen Stop unter den tiefsten Punkt der Bullenflagge. Und dann geniesst man das Leben und lacht über die nächste Kapitalerhöhung der Commerzbank - wenn denn dann noch eine kommen sollte. 😉

Denn wenn die Eurokrise wieder aufflammen sollte und der IBEX35 wieder wegkippt, sollte keiner glauben, dass die Commerzbank davon unbetroffen wäre. Und umgedreht, wenn der Bankensektor der Eurozone sich weiter normalisiert und damit auch die Commerzbank nun Kursgewinne produziert, dürfte auch der IBEX35 aus den gleichen Gründen weiter steigen. Welchen Vorteil hat diese Aktie dann eigentlich, der diese grosse Aufmerksamkeit der Anleger rechtfertigt ?

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

[Nachtrag: Ein Leser dieses Blogs hat mal nachgerechnet und nach seiner unverbindlichen Berechnung (ohne Gewähr) hätte die Verwässerung bei der Commerzbank fast den Faktor 9 erreicht und 4.30€ würden damit dem alten Höchstkurs von ca. 38€ aus dem Jahr 2007 entsprechen]

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Gold, GDX, Telekom Sektor, Yen, DAX, Nokia – Beobachtungen des Tages – 10.01.13

Heute nachmittag, kurz vor Handelsschluss im DAX und mitten im Wallstreet Handel, will ich mit Ihnen ein paar kurze Beobachtungen des Tages in Stichworten teilen, insbesondere zu Gold, dem GDX und den Telekom Werten.

(1) Gold und Goldminen (GDX)

Der gestern in den Live-Tips kommunizierte "Buying on Weakness" Print bei diversen ETFs - der erste dieser Art seit Monaten - hatte erneut prognostizierende Wirkung. Zum Handelsstart nimmt der Sektor zum ersten Mal seit Wochen Fahrt auf und hat die Gewinne in den ersten 90 Minuten bisher nicht abgegeben. Sollte diese Stärke bis zum Schluss halten, haben wir eine gute Wahrscheinlichkeit für eine bedeutende Wende. Der Sektor ist dermassen verprügelt, dass hier nun das Potential für erhebliches Upside existiert.

(2) Telekom Sektor

Schon seit Tagen zeigen diverse der massiv verprügelten Telekom Konzerne - denken Sie nur an KPN (WKN 890963) 😉 - deutliche Lebenszeichen. Mit der gestrigen Meldung der Financial Times, nach der in einem Treffen der CEOs bei EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia die Idee eines Zusammenschlusses der nationalen Netze geboren worden sein soll, hat der Sektor nun endgültig - nach Jahren der Perspektivlosigkeit - die Chance auf neue Phantasie.

Es könnte also ein guter Zeitpunkt sein, da mal genauer hinzuschauen. Ein brauchbarer ETF um den ganzen Sektor zu spielen, könnte der iShares STOXX Europe 600 Telecommunications (WKN A0H08R) sein. Der ETF schüttet aus, letzte Dividende 6,7%.

(3) Yen Abwertung

Der Euro steigt zum Yen weiter, das Chart von EURJPY sieht langsam bedrohlich aus. 😉 Schien es gestern noch so, als würde nun erst einmal eine kleine Korrektur einsetzen, schiebt EURJPY heute schon wieder massiv hoch. Der Long Nikkei Trade in Yen ist also weiterhin voll aktiv. Geniessen und die Stops nachziehen, lautet hier das Motto.

(4) DAX und die 8000er Marke

Die gestern in der Marktanalyse geäusserte Erwartung, dass noch ein Schub im DAX bevor steht, scheint mit der inneren Stärke des heutigen Tages bestätigt. Trotzdem rechne ich durchaus noch mit ein paar Tagen Konsolidierung und auch mal wieder ein "ShakeOut" Tag nach unten wäre durchaus gesund. Der DAX braucht das nun einfach um wieder richtig Kraft zu tanken. Als sehr enger Stop bietet sich im DAX nun die Zone unter dem Tief der letzten Tage bei 7681 an. Damit kann nach unten wenig passieren und nach oben sind 8000 im Januar durchaus vorstellbar. Wer es weiter mag, sollte die Tiefs der "Fiscal Cliff" Verwirrung zum Jahresende bei knapp unter 7600 im Auge behalten. Wenn diese nicht halten, steht die Rally in Frage.

(5) Nokias überraschendes Zahlenwerk

Die vom Markt mit zeitweise 16% Plus aufgenommene Vorab-Meldung von Nokia zu den Q4 Zahlen, ist lange nicht so sensationell, wie sie in Anbetracht des heutigen Anstiegs wirkte. Die massive Bewegung entstand vielmehr durch Timing. Noch vor 3 Tagen hatte Nokia mit 3,3€ erneut das Hoch vom 19.12. erreicht. Dann setzte eine Korrektur ein, die Nokia in kurzer Zeit um 10% nach unten bewegte. Diese Korrektur war nicht untypisch, es gab zwar nicht wirklich belastbare Nachrichten, aber in Angesicht der hohen Gewinne und dem näher kommenden Tag der Wahrheit mit den echten Zahlen am 24.01.13, haben viele wohl lieber Gewinne mitgenommen. Man kann es also eine "Hasenfuss"-Korrektur aus reiner Vorsicht nennen.

Die nun genannten Zahlen zerschlugen diese Bewegung und erwischten den sich in einer Korrektur einrichtenden Markt völlig auf dem falschen Fuss. Insbesondere die Gewinnentwicklung bei Nokia Siemens Network (NSN) ist bemerkenswert. Nach einer kurzen Übertreibung hat der Markt aber damit nur wieder die 3,3€ erreicht. So spektakulär die Bewegung heute aussah, am Ende sind wir wieder da, wo wir schon am Montag waren.

Die wirkliche Entscheidung fällt nach wie vor am 24.01.13, wenn wir endlich erfahren ob Nokia im Kerngeschäft bei den Smartphones wirklich Tritt gefasst hat. Allerdings kann man nach den heutigen Zahlen eine sehr positive Aussage treffen. War bisher durchaus auch die Existenz von Nokia in Frage gestellt, falls das Unternehmen das Ausbluten durch die Verluste hätte nicht stoppen können, deutet der nun bekannt gegebene kleine Q4 Gewinn im Kerngeschäft und die Stabilisierung bei NSN darauf hin, dass diese Grundsatzfrage vom Tisch ist. Damit kann man Nokia eher wieder ernsthaft, abseits von kurzfristigen Trades, ins Auge fassen. Und das ist dann schon ein bedeutender Fortschritt !

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen.

Ihr Hari

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DAX Marktanalyse – Geht die Rally weiter ? – DAX 8000 bald erreicht ?

Heute Abend im späten Handel der Wallstreet und nach Handelsschluss im DAX, möchte ich mit Ihnen meine aktuelle Sicht auf das grosse Bild der Märkte teilen.

Gehen wir die wesentlichen Punkte doch einmal Punkt für Punkt durch:

(1)

Kurzfristig ist der Markt überkauft und muss konsolidieren oder korrigieren. Wie der Markt auf einen überkauften Zustand reagiert, sagt viel über dessen innere Stärke aus. Und dieses Bild ist bisher positiv. Alles was bisher diese Woche passiert ist, ist bestenfalls eine milde Konsoliderung, die bullisch zu werten ist. Wir wissen alle, das sich das jede Minute ins Negative ändern kann, aber herum zu raten hat keinen Wert und bis jetzt ist es, wie es ist.

(2)

Mittelfristig hat der DAX die Hochs von 2011 hinter sich gelassen und es fehlt nicht mehr viel, um auch die historischen Hochs von 2007 bei über 8000 zu erreichen. All zu schwierig sollte das sowieso nicht sein, da der DAX ein Performance-Index ist und also selbst auf den historischen Hochs defacto noch 10-15% weniger Wert besitzt als 2007, nämlich genau in der Höhe der seitdem geflossenen und in den DAX eingerechneten Dividenden.

Ich kann im langfristigen Wochen-Chart des DAX im Moment nichts erkennen, was zwingend eine Topbildung indiziert. Sicher haben wir eine kleine negative Divergenz im RSI, die man aber in dieser Höhe des RSI nicht überwerten muss. Auch 2011 erreichte der RSI seinen Höchststand Monate vor dem endgültigen Top des DAX.

Schauen Sie mit mir doch mal auf das langfristige Wochenchart des DAX seit 2006, um dieses Bild zu unterstreichen:

DAX 10.01.13 master

Das für mich aus dem Chart heraus wahrscheinlichste Szenario habe ich eingezeichnet. Und das ist ein erneuter Anlauf auf die 8000er Marke, nachdem diese Konsolidierung abgeschlossen ist. Dann aber sind wir möglicherweise für eine grössere Korrektur reif.

(3)

Ein weiteres Indiz dafür, dass diese Rally noch Beine hat, ist das Verhalten der Aktien der zweiten Reihe. Dort gab es in den letzten Monaten viele, die die Rally der Indizes und damit der grossen Bluechips nicht mitgemacht hatten. Nun wechseln auch diese Aktien in den Rally-Modus und das spricht dafür, dass dieser Bulle noch nicht am Ende ist. Nehmen Sie Aktien wie Wacker Chemie, SGL Carbon, Klöckner usw., alles klassische MDAX oder SDAX Werte, die nun grosse Sprünge von teilweise 5 und mehr Prozent pro Tag vollführen. Auch die konsistente Stärke des MIB40 und des IBEX35 ausserhalb Deutschlands zeigen, dass die Erholungsbewegung in der Eurozone wohl noch nicht zu Ende ist.

(4)

Zusätzliches Feuer bekommt diese Rally aus Asien, von der wieder anziehenden chinesischen Konjunktur und der aggressiven Schwächung des Yens. Auch diese Trades laufen weiter und geben keine Signale einer Trendwende.

(5)

Die grösste Gefahr dieser Rally geht im Moment ohne Frage von den USA aus. Denn die Diskussionen um das Debt Limit werden hart werden und die Verwirrung gross. Ich gehe fest von einer weit gefährlicheren Eskalation aus, als zum Thema "Fiscal Cliff", weil nun möglicherweise auch persönliche und politische Rechnungen beglichen werden, die aus den Verhandlungen um die Fiskalklippe resultieren. Und dieses Thema ist für die Weltwirtschaft auch weit gefährlicher, schon der August 2011 hat ja gezeigt was passiert, wenn die Kreditwürdigkeit der USA in Frage steht.

Aufgrund dieser absehbaren Entwicklung treten viele professionelle Marktteilnehmer nun zunehmend auf die Seitenlinie. Auch wenn ich das für eine prinzipiell richtige Annahme halte, könnte der Zeitpunkt zu früh sein. Denn Mr. Market geniesst es einfach zu sehr, so ein positives Gefühl wie im Moment haben zu können. Und die Rally zieht im Moment noch frisches Geld in den Markt hinein. Für Sorgen und für Panik ist dann ab Februar noch genug Zeit.

(6)

Auch die Notenbanken geben im Januar Gas, nicht nur das die japanische Notenbank nun massiv Geld druckt, auch die FED hat im Januar keine einzige POMO-Sell Operation auf der Agenda, was gegenüber letztem Jahr ein Novum ist. Für genügend Liquidität ist also definitiv gesorgt und Liquidität ist immer noch der entscheidende Treibsatz der Börsen.

(7)

Unterstützt wird meine kurzfristig nach wie vor optimistische Sicht erneut von der aktuellen Analyse von -> Cognitrend <-, die ich Ihnen zum Studium empfehle.

Fazit:

Ich halte es für das wahrscheinlichere Szenario, dass diese Rally nach der derzeitigen Pause noch einmal einen kräftigen Schluck aus der "Kurspulle" nimmt. Sollten danach die Rahmenbedingungen immer noch die gleichen sein wie aktuell, werde ich diesen Schub dann aber wahrscheinlich verkaufen und in die Stärke hinein langsam aussteigen. Ich möchte mir das Spektakel im März dann lieber von der Seitenlinie anschauen.

Sollte es in den kommenden Wochen dazu aber positive Nachrichten geben, die auf eine schnelle Einigung oder Lösung hindeuten, könnte diese Rally sogar weit ins Frühjahr hinein weiter laufen und ich würde meinen Ausstieg dann abblasen.

Als Stop - für den unwahrscheinlicheren aber doch möglichen Fall, dass wir uns doch gerade in einer Topbildung befinden - bieten sich mir aktuell die Tiefs der "Fiscal Cliff" Verwirrung von kurz vor Weihnachten an. Sollten wir diese demnächst unterbieten, muss man die Rally massiv in Frage stellen.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Mr. Market Header Logo – In eigener Sache

Liebe Mr-Market Community

Ich will den alten "sehr weissen" Header austauschen, weil er sich zu wenig vom Text darunter absetzt und eher wirkt, als sei ein Chart aus einem Artikel hochgerutscht. Und er hat keinen echten Wiedererkennungswert im Sinne "Logo". Ich möchte gerne nun für Mr-Market einen neuen Header finden.

Da ich graphisch eher unbegabt bin, bin ich auf Ihre Mithilfe angewiesen.

Meine Wünsche kann man ungefähr so beschreiben:

1) Das Design sollte graphisch sein und Chartformationen beinhalten. Kein Foto.

2) Das Design sollte “frisch” und optimistisch wirken, also tendentiell strahlend Weiss mit kräftigen Farben und sich trotzdem als Header vom Blog absetzen.

3) Das Design sollte Seriosität ausstrahlen, zu bunt und poppig ist unerwünscht.

4) Das Design sollte auf den Grundfarben Weiss/Rot/Grün beruhen, wobei eine weitere Farbe als Tupfer gerne dazu darf. Passende Zusatzfarbe wäre vielleicht Sonnengelb, Gold oder Braun, um den Herbsteffekt des "Indian Summer" abzubilden.

5) Für den Slogan “Mr. Market” etc wäre eine Art Logo oder Design/Font des Textes schön, der einen gewissen Wiedererkennungswert hat.

6) Vorstellbar wäre alternativ auch eine gezeichnete Grafik analog Josh Brown mit seinem “Reformed Broker”. Ideal eine Zeichung, in der “Mr. Market” auftaucht.

So weit meine Wünsche. Im folgenden will ich Ihnen die bisher hier diskutierten Designs zeigen. Ich werde diese hier im Artikel immer wieder ändern und den neuesten Variaten anpassen. Feedback kann gerne gegeben werden, noch besser als reine Meinung (bei Design scheiden sich sowieso die Geister) sind aber konkrete Ideen und Vorschläge an meine E-Mail:

(1) Haris seriöse, aber langweile Version:

Das ist eigentliche die alte Version, nur mit hellgrauem Hintergrund statt Weiss. Aber selbst wenn man sie nehmen würde - was ich eigentlich gar nicht will weil es mir nicht gefällt - bedarf diese Version der Überarbeitung im Bereich Schärfe und Konturierung.

Gerade bei der Schärfe habe ich massive Probleme, die Interpolation macht mir das Chart bei der Verkleinerung immer "matschig".

DAX Chart Blog 6

Die frühere Variante nun aber mit grauem Rahmen, wirkt aber wenn real installiert wie eine Todesanzeige.

Mr. Market Logo Old4

Meine zu dunkle Variante mit einem Handelssystem im Hintergrund

Neues Bild 2

(2) Deathproofs schöne Grundidee, die mir sehr gut gefällt, aber noch der Überarbeitung bedarf.

Wünsche:
(1) Etwas “eckigerer” Fonttyp
(2) Andere Hintergrundfarben probieren als Blau (zb warmes Sonnengelb, Gold oder Braun).
(3) Etwas (minimal) mehr Hintergrundfarbe, aber weniger knallig
(4) Schrift minimal kleiner, damit es nicht ganz so wuchtig wirkt

MrMarket1

(3) Johanns Idee 1, die auch schön ist, aber auch anderer Farben bedarf.

hari layout

Und Idee 2 von Johann:

hari layout 2

Weitere Ideen und Varianten TBD !

Klöckner mit Momentum im Aufwärtstrend ! 08.01.13

Die Aktie des Stahlhändlers Klöckner (WKN KC0100) befindet sich unter grossem Momentum in einem steilen Aufwärtstrend.

Auch an schwachen Tagen wie gestern fliesst frisches Geld in den Titel. Vielleicht erinnern Sie sich ja an die Artikel -> Klöckner vor dem zweiten Schub nach oben <- vom 20.12.12 und -> Stahlsektor vor dem Rebound <- vom 05.12.12, in denen ich Sie nachdrücklich auf diese bevorstehende Entwicklung aufmerksam gemacht habe.

Grund genug heute mal zu schauen, wo die Klöckner Aktie heute in der Entwicklung steht und wie man damit umgehen sollte. Schauen Sie mit mir auf das Tageschart:

Klöckner (WKN KC0100) im Aufwärtstrrend

Sie sehen den beeindruckenden und steilen Aufwärtstrend, in dem Klöckner sich nun befindet. Und Sie sehen auch, dass die Aktie exakt das getan hat, was ich im Beitrag vom 20.12.12 ankündigte. Die Aktie hat ganz klassisch das Ausbruchsniveau bei 8,85€ (die schmale horizontale Linie) getestet und ist dann nach oben weggedreht.

Das Zwischenziel - bevor sich der Blick noch weiter nach oben richten kann - ist für mich nun nach wie vor die Zone ab 10,5€ bis knapp unter 11€, dort wo ich den grünen Stern hingemalt habe und wo sich das 23er Fibonacci Retracement des grossen Absturzes befindet.

Bis dahin beachte ich strikt den nun etablierten Aufwärtstrend und werde auf jeden Fall weiter laufen lassen und in keinem Fall verfrüht Gewinne mitnehmen.

Meine Absicherungsstrategie ist dabei zweiteilig. 50% der Position werde ich mit Gewinn auflösen, wenn der eingemalte Trend mit Tageschlusskurs gebrochen wurde. Sollte sich dieser Durchbruch als Fake heraus stellen und die Aktie wieder schnell in den steilen Trendkanal drehen, werde ich auch nicht zögern die 50% sofort wieder zurück zu kaufen.

Die weiteren 50% und damit die ganze Position, löse ich dagegen erst dann auf, wenn das Ausbruchsniveau bei 8,85€ auch durchschlagen wird. Denn erst dann ist der neue Aufwärtstrend wirklich gebrochen !

Denken Sie also auch bei Klöckner daran: "The Trend is your Friend" und alles was zählt ist der Price-Action zu folgen ! Die Spekulationen und Prognosen darum, ob die Stahlkonjunktur dank China nun wirklich dreht oder nicht, können Sie für diesen Trade ignorieren und denen überlassen, die mit Prognosen ihr Geld verdienen. Wer solchen fundamentalen Prognosen folgt, wäre nicht im November eingestiegen und wäre jetzt immer noch an der Seitenlinie.

Es gibt einfach keine besseren Zukunftsprognosen, als die die Mr. Market himself uns zeigt ! Denn Mr. Market saugt jedes fundamentale Detail sofort auf und diskontiert es. Das einzige Problem das der Prognostiker Mr. Market hat ist, dass er zu emotionalen Übertreibungen neigt !

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Don´t fight the FED ! – Ein kurzer Rückblick auf QE3 – 07.01.13

Wir Menschen neigen dazu schnell zu vergessen. Deshalb ist es manchmal nötig, sich Dinge im Nachhinein wieder in Erinnerung zu rufen. So heute die Auswirkungen der QE3 Massnahmen der FED, die ja schon im September angekündigt wurden, dann aber - vermeintlich - keine Wirkung entfalteten.

Unzählige Artikel sind dazu ja erschienen, die aus den abwärts bröselnden Kursen seit September 2012 die Schlussfolgerung zogen, dass die Liquiditätseinschüsse der FED in den Markt keine Wirkung hätten.

Dabei könnte nichts falscher sein als diese Annahme ! Alles das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben wurde, weil schlicht das QE3 Programm nicht verstanden wurde ! Und nun, im Nachhinein, kann ich es Ihnen auch beweisen.

Sie erinnern sich hoffentlich an meinen überraschenden Artikel vom 11.11.12, in dem ich Ihnen die öffentlich praktisch nicht bekannte Tatsache klar machte, dass die ab September veranlassten Käufe der FED im Rahmen des QE3 aufgrund Verzögerungen im Settlement erst ab (frühestens) dem 14.11.12 den Markt erreichen würden ? Wenn nicht, sollten Sie hier noch einmal nachlesen: -> Warum QE3 erst ab 14.11 seine Wirkung entfaltet <-

Nun ist es Zeit sich im 8-Stunden-Chart mal anzuschauen, was dann im DAX und im S&P500 zum Jahresende passierte. Bedingt durch die Verwirrung um den Fiscal Cliff ist der S&P500 dabei etwas "gedämpft", hat aber immer noch ein eindrucksvolles Bild. Schauen Sie selbst:

DAX FED QE3

S&P500 FED QE3

Eindrucksvoll oder ? Ist das Zufall und hat nichts mit der FED zu tun ? Eher nein, sehr unwahrscheinlich. Wir sehen hier in den Charts ganz eindeutig, was frische Liquidität ausmacht die ins System strömt.

Und jetzt fragen Sie sich mal ehrlich im Nachhinein. Wie viele von Ihnen haben diese Information zur Kenntnis genommen, die Schultern gezuckt weil es keinen hörbaren "Knall" gab und das Thema dann sofort wieder vergessen ? Denken Sie daran, wenn Sie zukünftig der Liquiditätsversorgung der Märkte durch die Notenbanken nicht die Aufmerksamkeit schenken, die ihr gebührt !

Eindrucksvoll übrigens auch, wie man im Chart des S&P500 sehen kann, wie die Fiscal Cliff Verwirrung die Kurse zum Jahresende dämpfte und der Gap zum Jahresanfang nur wieder den alten Trend aufnahm und sozusagen nahtlos fortsetzte. Man kann also ganz klar sehen wo der S&P500 ohne Fiscal Cliff das Jahr 2012 geschlossen hätte.

Also, schreiben Sie es sich am besten neben den Bildschirm: Don´t fight the FED ! 😉

Ihr Hari

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Bankenregulierung – ein einziges Kasperletheater !

Zum Thema Bankenregulierung muss ich heute mal einen persönlichen und giftigen Kommentar loslassen.

Heute Morgen lesen wir, dass der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht beschlossen hat, den Banken bis 2019, weitere 4 Jahre, Zeit zu geben ihre Liquiditätsreserven gemäß der regulatorischen Anforderungen hoch zu fahren. Lesen Sie zum Thema zum Beispiel im -> Handelsblatt <-.

Begründung war mal wieder das immer wieder benutzte Druckmittel der befürchteten "Kreditklemme", ein Mittel das von den Banken gerne eingesetzt wird. Schon das Wort ist ein Witz, weil es impliziert als ob die Banken kein Eigeninteresse an einer Kreditvergabe hätten und staatliche Organe wären, die gnädig Staatsgeld weitereichen und verteilen. Erinnern wir uns, worauf will die Commerzbank Ihre Zukunft aufbauen ? Und was will die Deutsche Bank nun ausbauen ? Hatte das nichts mit "Mittelstandsbank" zu tun ?

Aber natürlich existiert ein wahrer Kern bei der Angst vor der Kreditklemme, in schwierigen Zeiten von geringer Liquidität erhöhen die Banken die Anforderungen an Kredite, in dem sie diese entweder teurer machen oder gar nicht erst vergeben. Nur schauen wir doch bitte mal mit offenen Augen was gerade wirklich passiert:

Die Notenbanken drucken wie wahnsinnig dreistellige Volumina an Multimilliarden, die defacto primär ins Bankensystem fliessen und gleichzeitig über die Notenbanken indirekt Risiken für die Haushalte der Staaten aufbauen. Und die damit uns und unseren Kindern eine Schuldenlast für Generationen auferlegen ! Dort - im Bankensystem - versickern diese Multimilliarden dann in den aufgeblähten, undurchschaubaren Bilanzen. Und dann gehen diese Grossbanken her und jammern über mangelnde Liquidität für die Kreditversorgung der Realwirtschaft.

Mal ganz dumm gefragt:

Warum lassen wir die Grossbanken nicht alle Pleite gehen und verteilen die gedruckten Multimilliarden der Notenbanken nicht direkt bei Bürgern und Unternehmen ? Dann bekommen wir auch endlich mal die Inflation, die die Staaten sowieso brauchen, um aus ihren Schulden heraus zu wachsen.

Ja, ja ich weiss, so einfach ist das dann doch nicht. Das ist mir auch klar, der bewusst polemische Satz zeigt aber wie im Brennglas den ganzen Irrsinn der aktuellen "Bankenrettung" und "Bankenregulierung". Wofür brauchen wir diese Banken überhaupt ? Wofür kippen wir diese Multimilliarden eigentlich ins existierende Bankensystem hinein, statt damit ein Neues aufzubauen ? Kann mir das einer der "hochkompetenten" Bundestagsabgeordneten, die da immer wieder ganz brav und "alternativlos" im Fraktionszwang die Hand heben, mal erklären ?

Eines ist auf jeden Fall eindeutig. Wir haben einen unabhängigen Schiedsrichter zu diesem Thema und das ist Mr. Market himself. Und nun schauen Sie mal, wie er heute auf die Nachricht reagiert. Der europäische Bankenindex ist heute um rund 3% im Plus. Das ist sein Urteil zu diesem Thema. Und nun sagen Sie mir, wer ist der Profiteur dieser Entscheidung ? Die Grossbanken, oder die ach so gefährdete Kreditversorgung der Realwirtschaft ?

Meine Meinung zum Thema: Die Luft muss aus den Bilanzen der Grossbanken raus und diese gehören zerschlagen und in ein Trennbankensystem überführt. Und zwar so schnell wie möglich. Dann gibt es nach einer Übergangsfrist auch keine Probleme mit zu geringen Puffern mehr, weil die Bilanzrisiken wieder klarer zugeordnet werden können und ein Leverage wie aktuell nicht mehr möglich ist, eben weil ihn keiner mehr finanziert.

Erst dieser Leverage und die aufgeblähten Bilanzen erlauben überhaupt die völlig irrsinnigen Boni für ein paar gelgehaarte Jünglinge in London und anderswo. Und weil den Banken das klar ist, wehren sie sich auch gegen jeden Versuch die Grossbanken zu zerschlagen. Und Angst zu machen ist dabei ein wunderbar funktionierendes Mittel. Aber Moment, ich vergass, ein Problem bei der Lösung gibt es schon: die Aston Martin Niederlassung in London wird Umsatzeinbrüche erleben. Sic !

Aber auf mich hört da sowieso keiner. Demokratisch legitimierte Entscheidungen sind zu diesen entscheidenden Themen defacto ausser Kraft gesetzt. Trotzdem geht mir dieses ungehörige Spiel richtig auf die Nerven, weil die Gegenpositionen der Multimilliarden in Form von Staatsgarantien in die persönlichen Bilanzen unserer Söhne und Töchter geschrieben werden ! Nur gut, dass mein kleiner Sohn noch keine Ahnung hat, wofür er bürgt. Womit er damit gar nicht viel unwissender ist, als die Mehrheit der Bevölkerung und Abgeordneten. Schöne "Demokratie" das !

Zerschlagt endlich die Grossbanken !

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Der fiese Mr. Goldmarket – Gedanken eines hinterhältigen Gesellen

Vom fiesen Mr. Goldmarket - Ein Gastkommentar von Johann

Es passiert ja nicht so häufig, dass sich Mr. Goldmarket höchstpersönlich die Zeit nimmt, auch einmal mit einem privaten Anleger ein kurzes Schwätzchen zu halten. Aber vielleicht war es dem aus seiner Sicht gelungenen Börsenstart im neuen Jahr zu verdanken.

Ohne sich lange mit Förmlichkeiten aufzuhalten, stieg ich sofort ins Thema ein und berichtete ihm von meinem Einstieg bei ihm Mitte September letzten Jahres. Mir war, als hätte ich ein leichtes Grinsen in seinen Mundwinkeln bemerkt, und er meinte nur, da wäre ich wohl nicht der Einzige gewesen. „Aber so kann man doch nicht mit dem hart ersparten Geld von Kleinanlegern umgehen“, sagte ich und schob noch hinterher, dass doch alle Zeitungen damals darüber schrieben, dass dies eine todsichere Chance wäre, um schon in kurzer Zeit reich zu werden.

„So, so… haben Sie mal wieder ...“, oder so ähnlich grummelte er in sich hinein, und dabei war ich mir jetzt ziemlich sicher, dass er schelmisch grinste. „Mr. Goldmarket“, sagte ich, „aber was haben Sie sich denn dabei gedacht“? Er reichte mir ein weißes Blatt Papier und meinte, ich solle mal einzeichnen, was er im letzten Jahr ab Mai bis jetzt gemacht hätte. „Halt! Mal keine Kerzen! Viel zu zappelig im Moment“! Und schob noch ein trockenes -ob ich nicht wüsste, dass die Uploads der neuen Algos schon seit ein paar Wochen nur in der Betaversion laufen würden- hinterher. „Nimm die Tagesschlusskurse von mir; da steckt mehr Aussagekraft drin“! Gesagt, getan und ich reichte ihm den Chart. „Hätten Sie das nicht früher sagen können“, kam es mir fast ärgerlich und dennoch zögerlich und auch ein ganz kleinwenig demütig über die Lippen, als ich seine Gedanken lesen durfte:

der fiese mr gold market denkt 800

„Und jetzt?“, fragte ich ihn mit etwas zittriger Stimme und schob den Zusatz hinterher: “Sie müssen nämlich wissen, dass ich Ihnen am Donnerstag mein ganzes Gold zurück gegeben habe“! Da wäre ich wohl nicht der Einzige gewesen, sagte er nun schon zum zweiten Mal und fügte noch an, er müsse nun weg und sich wohl selber um die Algos kümmern. „Wir sehen uns wieder auf der nächsten Party! Aber komm dieses Mal vor Mitternacht“! rief er mir noch hinterher. Und weg war er.

😉

Schönes Wochenende und liebe Grüße
Johann

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Hari´s Live Tips – Archiv der Woche vom 31.12.12

Liebe Leser, ich habe mich bei den Live Tips zu einer Änderung entschieden, mit der ich hoffe das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

Statt die Live-Tips am nächsten Tag verschwinden zu lassen, so dass man sie bestenfalls noch über die Suche finden kann, werde ich die Live Tips der Woche in einem eigenen Artikel zusammen fassen und einmal am Ende der Woche, am Sonntag, summarisch veröffentlichen.

Ich mache dafür dann eine eigene Kategorie "Live Tips" auf und so können Sie im Nachhinein einfach nachschlagen, was in einer konkreten Woche alles gelaufen ist.

Here we go:

Ein erneut auf 51,5 gestiegener Einkaufsmanagerindex in China indiziert anziehende Konjunktur
31.12.12 08:18

Schöne Beschreibung des politischen Kasperletheathers rund um die “Fiscal Cliff”: http://bit.ly/WU4e9w
31.12.12 08:20

GDX 3,5% im Plus. Apple mittlerweile 4,7% ! Solche Bewegungen vorher ungeliebter Titel an Silvester sind nach meiner Erfahrung kein Zufall.
31.12.12 21:05

China lässt Kohle fliegen, Cliffs Natural Resources +8%, Peabody und Arch Coal +5% Das dürften auch für die Stahltitel in Europa für Mittwoch gute Vorzeichen sein.
31.12.12 21:50

Der Rohstoffsektor, der 2012 so schwach war, ist heute dank China “on Fire”, Rio Tinto alleine +5%. Stahl ebenso stark.
02.01.12 10:20

Globale Währungsschlacht: http://bit.ly/UfNhnC
02.01.03 14:25

Der DAX mit 2% Plus, Spanien (IBEX35) und Italien (MIB40) aber mit 3,5% Plus. Da ist noch viel relatives Aufholpotential.
02.01.03 14:45

iRobot mit 7% Plus. Das riecht nach dem grossen Gapfill bis 22,4USD (12% über dem aktuellen Kurs)
02.01.12 16:05

Nun werden die Gewinne des Tages konsolidiert und der erste grosse Schub ist vorbei. Wie es nun weitergeht, wird uns viel darüber sagen, ob dieser Schub eine Eintagesfliege aus Erleichterung war, oder sich durch die erste Januarhälfte ziehen wird.
02.01.12 16:35

Ganz starkes Closing im S&P500, damit ist die Ampel für eine mehrtägige Rally erst einmal auf Grün. Das wird jetzt massiv Druck auf Zweifler machen und weiteres Geld von der Seitenlinie in den Markt ziehen. Geniessen wir es, solange es andauert.
02.01.13 22:05

iRobot am Ende des Tages Plus 11% ohne für mich sichtbare Nachricht !
02.01.12 22:35

Archer Daniels Midland (WKN 854161, ADM) heute plus 4,6%, das ist für so eine Aktie extrem ungewöhnlich ! Das dürfte ein Einmaleffekt aufgrund der “Farm Bill” Thematik als Teil des “Fiscal Cliff” sein.
02.01.13 23:00

Auslöser der extremen Schwäche bei K+S ist neben dem warmen Winter (Salz) wohl die Tatsache, dass China gegenüber den grossen US-Kalianbietern Rabatte durchsetzen konnte. Damit verschiebt sich möglicherweise die Marktmacht, was den ganzen Sektor und auch die Aktie K+S mit einem strukturellen Fragezeichen versieht.
03.01.13 09:10

K+S hat mit der heutigen Bewegung den kurzfristigen Aufwärtstrend seit November gebrochen ! Die grosse inverse SKS Formation mit Tief im Juni 2012 ist allerdings (noch) intakt.
03.01.13 10:16

Die FOMC Minutes von Dezember wurden veröffentlicht: http://1.usa.gov/Vy3d8g Mehrere Mitglieder wollen QE in 2013 beenden, das drückt auf den Liquiditätstrade, insbesondere auch Gold.
03.01.12 20:30

Man soll es ja nicht beschreien, weil jederzeit eine Nachricht um die Ecke kommen kann. Aber eigentlich empfinde ich das langsame “Hochrobben” von E.ON nun als konstruktiv. Abgabedruck ist da wohl keiner mehr, vorbehaltlich neuer Nachrichten. 😉
04.01.13 14:00

Noch was Interessantes in eigener Sache. Ich habe mal eine Software installiert, die die Logins überwacht und IP Adressen dann blockt, wenn diese eine Login-Attacke fahren. Ich bin erstaunt, wie oft das probiert wird. Gerade wieder wurde eine Bot-Adresse aus Choping China geblockt wegen zu vieler Login-Versuche. Heute früh Mexico. Das Verbrechen schläft halt nie, wie “Money” auch. 😉
04.01.13 14:35

Arbeitsmarktdaten völlig im Rahmen der Erwartungen. Das die Arbeitslosenquote nicht fällt, dürfte eher positiv zu werten sein, weil es Ängste hinsichtlich der neuen von der Quote abhängenden FED-Policy dämpft.
04.01.13 14:36

Ich gewinne jedes neue Jahr mehr den Eindruck, dass die Price-Action Intraday von Algos bestimmt wird. Apple ein Tag 3%, ein Tag 2% runter. UNG, Gold, usw. usw. alle das gleiche Bild. Trends halten auf den kürzeren Zeitebenen nicht mehr. Man kann fast schon die Uhr auf das Folgetag Reversal stellen. Nur auf den längeren Zeitebenen sind die Trends noch deutlich erkennbar.
04.01.13 16:40

Ich habe es an anderer Stelle schon einmal gesagt, in diesem Markt ist man entweder sehr kurzfristig Intraday unterwegs und spíelt das PingPong der Reversals. Oder über Wochen und Monate die grossen Trends. Aber der Zeithorizont wenige Tage ist sehr schwierig geworden, da wird man eher “Chopped to Death”.
04.01.13 16:50

Die Billion Dollar Münze: http://bit.ly/UnDRMi Na das ist wirklich mal bizarr.
04.01.13 19:02

Im Moneyflow baut sich im SPY heute Abend ein grosser "Selling on Strength" Print auf, aktuell 250M. Das muss beobachtet werden.
04.01.13 19:45

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Wegelin – Kein Kommentar mehr – In der Schweiz werden die Uhren umgestellt

Zum Fall Wegelin - Ein Gastkommentar von Tokay

Vorgestern kam die Meldung, dass die schweizerische Privatbank Wegelin vor einem US-amerikanischen Gericht eingeräumt hat, bei der Umgehung der Steuerpflicht amerikanischer Steuerbürger mitgeholfen zu haben. Gegen Zahlung einer Summe von 74 Mio. US-Dollar wurde das Strafverfahren eingestellt. Als wäre dies nicht schon bemerkenswert genug, hat der Wegelin-Mitgesellschafter Bruderer angegeben, die Praktiken von Wegelin hätten absolut dem entsprochen, was andere Schweizer Geschäftsbanken getan hätten. Nun, die angesprochenen Geldhäuser dürften sich riesig gefreut haben, von einem ihrer nunmehr ehemaligen Wettbewerber mal eben der aktiven Mithilfe bei der Begehung von Straftaten bezichtigt zu werden. Allein, die Welt ist seit der großen Finanzkrise eine andere geworden, und die USA so wie auch alle anderen großen Industriestaaten sind nicht mehr gewillt, gegenüber dem Bankensektor allzu große Nachsicht walten zu lassen. Nun gibt es die Wegelin-Bank nicht mehr, sie wurde aufgespalten. Und mit dem Urteil gegen die Bank Wegelin dürfte sich die Szenerie noch lange nicht beruhigen.

Die Wegelin-Bank war etwas ungewöhnliches. Seit 1741 bestehend und in St. Gallen ansässig, managte sie nicht nur hohe Summen in- und ausländischer Anleger, sie wurde nicht zuletzt auch bekannt durch den „Anlagekommentar“ des Mitgesellschafters Konrad Hummler. Diese waren geprägt von einem durch und durch liberalen Gedankengut. Friedrich August von Hayek und Milton Friedman waren zwei herausragende Protagonisten der Hummler'schen Vorstellungswelt. Mit einiger Schärfe, aber auch intellektueller Brillanz verfocht Hummler seine Vorstellungen und dabei bekamen auch Euroland, bekam die deutsche Politik regelmäßig ihr Fett ab. Zu träge, zu wenig für die Zukunft gerüstet, zu korporatistisch, so waren die Botschaften, die aus dem idyllischen Städtchen unweit des Bodensees in die Welt getragen wurden. Mit dem Verfahren gegen Wegelin und dem daraus folgenden Verkauf an die Ostschweizer Raiffeisenbank ging diese Epoche zu Ende.

Hummler selbst dürfte es überaus schmerzen, künftig keine Anlagekommentare mehr zu veröffentlichen. Aber auch für die interessierte Öffentlichkeit ist dies ein Verlust. Die radikalliberalen Positionen des Anlagekommentars waren kaum je mehrheitsfähig; anregend zu lesen waren sie allemal. Man mochte die darin vertretenen Positionen nicht in allem und jedem nachvollziehen, doch die dahinterstehende Realitäten können bei nüchterner Betrachtung nicht ignoriert werden, so stellte man beim Reflektieren des gelesenen immer wieder fest. In jeder Gesellschaft finden sich die Verfechter wirtschaftlicher Freiheit zum einen und des sozialen Zusammenhalts zum anderen im permanenten Widerstreit. Hummler hat hier, wahrscheinlich in der öffentlichen Wahrnehmung ein wenig zu nachdrücklich, eindeutig für die wirtschaftliche Freiheit Partei ergriffen. Das ist zwar konsequent, aber damit macht man sich nicht nur Freunde.

Nicht zuletzt hat Hummler dafür geworben, für den langfristigen Vermögensaufbau in Aktien zu investieren, dabei heftig dem Staat misstrauend, an dessen Wille zur Einlösung seiner papiernen Versprechen er zweifelt. Zieht man die vielen Unwägbarkeiten in Betracht, denen wir uns gegenüber sehen – Demographie, zunehmende Energie- und Rohstoffknappheit, Staatsverschuldung – so ist es recht zwangsläufig, sich mit der Erhaltung seines Sparkapitals in Form von Realwerten zu beschäftigen, so wie es unter anderem auch hier bei Mr. Market geschieht. Dieser Gedanke wurde von Hummler eindrücklich propagiert. Der Duktus seiner Beiträge war ein ganz anderer als etwa der von Anlage-Gurus wie Max Otte oder Dirk Müller. Natürlich ging es nicht in erster Linie um konkrete Anlageempfehlungen, sondern der Leser blieb aufgefordert, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Das alles diente selbstverständlich dazu, die Bank Wegelin und seine Dienstleistungen dem interessierten Publikum bekannt zu machen. Aber nicht nur.

Die Bank Wegelin ist damit über Geschäftsbeziehungen gestolpert, die für sie nicht essentiell waren. Das enthält eine gewisse Tragik. Mit den Anlagekommentaren hat sich Wegelin darum verdient gemacht, einem interessierten Publikum Wirtschafts- und Finanzthemen, verbunden mit Ausflügen in Geschichte und Philosophie, manchmal auch in die Schweizer Landeskunde, auf pointierte Weise nahezubringen.

Goodbye!

Tokay

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Gold nach dem Absturz – Grosses Chartupdate – 04.01.13

Nach dem Handelsschluss an der Wallstreet, möchte ich mich noch einmal in Ruhe und ohne die Hektik des Handelstages, der Entwicklung beim Goldpreis widmen. Unter anderem, weil die heutige Entwicklung einfach laut danach schreit. 🙂 Zu deutlich kann man heute sehen, wie die Anleger von technisch agierenden Programmen hin und her geworfen werden.

Im voran gegangenen Artikel habe ich ja deutlich gemacht, dass ich die Entwicklung des Goldpreises seit November fundamental nicht mehr verstehe. Dem ist auch nichts hinzu zu fügen. Das sollte uns aber nicht hindern, einfach mal ganz unvoreingenommen auf den Chart zu schauen.

Hier ist er also der gleiche Stundenchart von XAUUSD, den ich Ihnen heute um 12 Uhr gezeigt habe, nun nur ein paar Stunden später.

Gold 04.01.12 1

So ein schöne inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation haben Sie auch schon lange nicht mehr gesehen, oder ? Die schreit ja geradezu danach bis 1680 USD weiter zu laufen.

Was war passiert ? Wie technisch abzusehen, fand gegen 12 Uhr eine Stabilisierung wegen schlichter technischer Überdehnung statt, die ich auf dem Chart des früheren Artikels mit dem roten Kreis beim RSI indiziert hatte.

Dann ging der Goldpreis in Wartestellung bis zu den US Arbeitsmarktdaten um 14.30 Uhr. Und als diese nicht mit einer Verringerung der Arbeitslosenquote kamen, ging es stark nach oben. Denn nach der neuen FED Kommunikation, bedeutet ja eine sinkende Arbeitslosenquote eine schnellere Beendigung der QE Massnahmen, was schlecht für Gold wäre - zumindest wenn man glaubt, dass die FED überhaupt aus der Geldflut wieder rauskommt und die Zinsen tatsächlich anheben könnte. Ich glaube es eher nicht, weil es wegen der Bondrenditen und damit Zinslast der USA gar nicht geht und am völlig überdehnten Anleihenmarkt ein Desaster auslösen würde, aber das ist eine andere Geschichte.

Wäre die Arbeitslosenquote stark gefallen, hätte es heute wohl ein Schlachtfest im Goldkurs gegeben. So wurde das Reversal in Gang gesetzt und das lief mal wieder nach technischem Lehrbuch. Die Formation ist auf jeden Fall aktiviert und das Kursziel rechnerisch ca. 1680 USD.

Schön ist auch zu sehen, wie durch diese volatile Bewegung zwischen dem 02.01. und dem 04.01. wahrscheinlich jede Menge menschlicher, mittelfristiger Trader rausgekegelt wurden, gewonnen haben wohl primär die Maschinen. "Whipsawed to Death" nennt man das im Amerikanischen und am Ende ist im Kurs gar nichts passiert, ausser das die Menschen Geld verloren haben.

Wenn Sie jetzt aber glauben in Sachen Gold "Hosianna" rufen zu können und alles sei in Butter, möchte ich daran erinnern, das genau diese technischen Formationen wie die inverse SKS seit November nicht mehr funktionieren. Schauen wir doch mal auf das gleiche Chart, nur aus Tagessicht:

Gold 04.01.12 2

Mit rotem Pfeil habe ich die Stelle im November markiert, die nicht hätte passieren dürfen und ohne Vorwarnung den neuen Abwärtstrend definierte, statt zu neuen Höchstständen hoch zu laufen. Und ich habe Ihnen zwei Trendlinien für einen Abwärtstrend eingemalt und auch gleich erneut den grünen Pfeil der aktuellen inversen SKS Formation.

Bei so viel technisch induzierten Abläufen, werden Sie nun auch nicht mehr überrascht sein, dass das rechnerische Ziel der SKS (der grüne Pfeil) bei 1680 USD ziemlich genau mit der ersten fallenden Trendlinie zusammen fällt. Wirklich spannend wird es aber in meinen Augen erst, wenn wir auch die zweite Trendlinie knacken (den grünen Stern) und Gold wieder über 1700 USD zieht. Wenn das mit bis dahin weiter funktionierender Markttechnik unterlegt ist, werde ich ab dem grünen Punkt einen Long-Trade wieder ernsthaft in Erwägung ziehen. Aber nicht vorher.

Hoffnung macht aber die grosse Trendlinie die ich Ihnen eingezeichnet habe, die nun seit dem Mai 2012 als Unterstützung eines übergeordneten Aufwärtstrend dient, der mit der heutigen riesigen Fahne auch erneut bestätigt wurde. Aus dieser Perspektive sieht das Bild des Goldkurses also gar nicht so schlecht aus.

Auch die Fibonacci-Retracements erlauben interessante Aussagen, denn der "Whipsaw" der letzten Tage war ein fast perfektes Pingpong zwischen dem 62er und 38er Retracement des grossen Anstiegs seit Mai 2012. Ich habe diese Retracements aber nicht mehr in den Chart integriert, da er ansonsten jede Lesbarkeit verloren hätte. Ich bin ein Fan der optischen Konzentration auf das Wesentliche. Aber auch die Fibo-Retracements zeigen eindrücklich, wie stark hier Algos gezielt im Spiel sind.

Ich erinnere aber erneut daran, dass wir seit 2 Monaten nun so hin und her geworfen werden wie in den letzten beiden Tagen. Also Vorsicht mit technischen Schlussfolgerungen. Und wir haben nun ein zulaufendes Dreieck im Tageschart, dass zwar statistisch öfter nach oben aufgelöst wird als nach unten, aber was ist bei Gold derzeit schon normal ?

Ich persönlich warte die 1700 USD ab und wenn ich dann vorher noch einen grossen "Buying on Weakness" Print im ETF GLD sehen würde und so wüsste, das Big Money wirklich wieder einsteigt, dann lasse ich mich auch gerne wieder überzeugen. Aber zunächst mal hat mir nun der Goldpreis was zu beweisen, denn der hat mich zuletzt nur an der Nase herum geführt.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

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Gold und Silber im Crash Modus – 04.01.03

Gold befindet sich heute Mittag gegen 12 Uhr im Crash Modus. Schauen Sie mit mir doch einfach auf mal auf das Stundenchart von XAUUSD:

Gold Crash Modus 04.01.13

Zum wiederholten Male seit November letzten Jahres verhält sich der Goldkurs unverständlich. Wir hatten am 20. und 21.12 einen wunderschönen Doppelboden und an Silvester und am ersten Handelstag 2013 dann einen perfekten Ausbruch. Und dann: BUMM !

Der Auslöser sind wohl die Gerüchte um eine FED, die vielleicht in 2013 schon aus ihrem Quantitative Easing (QE) aussteigt. Als Auslöser mag das auch richtig sein, die Ursache kann es nicht sein. Denn dafür ist die Bewegung zu dynamisch und wäre das der alleinige Grund, müssten auch andere liquiditätsgetriebene Assets nun stark fallen. Das ist aber nicht so und deshalb gibt es für diese Bewegungen andere Gründe, die aber völlig im Dunkel liegen und eher bei "Big Money" zu verorten sein düften.

Es gibt viele Stimmen im Web die behaupten, dass hier "Big Money" versucht alle aus den Positionen zu drängen, weil in Wirklichkeit in Kürze massiver Kaufdruck und ein parabolischer Anstieg bei Gold auf der Agenda steht. Es schwirren Gerüchte in der Blogosphere herum, dass grosse Banken ihren physikalischen Lieferverpflichtungen gar nicht mehr nachkommen könnten und daher unbedingt auf fallende Kurse angewiesen sind. Und das hier ein Überlebenskampf geführt wird, um um jeden Preis den Kurs unten zu halten. Vieles von diesen Gerüchten wird wie immer Unsinn sein, aber ein kleiner wahrer Kern mag doch existieren.

Ich bin eigentlich kein Freund von Verschwörungstheorien, aber die Kursentwicklung von Gold und Silber seit November 2012 an der Comex ist so erratisch, dass selbst ich nicht mehr daran glaube, dass hier alles mir rechten Dingen zugeht.

Aber wie auch immer, wir sind am Markt nur kleine Fische und werden es erst dann wirklich wissen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Und deshalb halte ich mich aus dem Sektor nun völlig fern. Und zwar solange bis die Preis-Action wieder nachvollziehbar und berechenbar wird. Und wenn mich Big Money so aus dem Markt hält und dann ohne mich eine gewaltige Rally inszeniert, dann ist es halt so.

Sollte der Kurs nicht gerade jetzt bei 1630 USD drehen ? Würde der Goldkurs noch durch Markttechnik einzuschätzen sein, würde ich das wohl so sehen und heute taktisch kaufen. Aber das ist er nicht mehr. Und Trading auf Basis von Hoffnung war noch nie eine gute Idee und das ist eine der Lehren, die ich ganz fest in mir verankert habe.

Abgesehen davon, selbst wenn wir heute bei 1630 drehen sollten, seit Ende November - seit die etablierte inverse SKS Formation plötzlich ohne Vorwarnung abverkauft wurde - haben wir nun mit dem heutigen niedrigeren Tief einen eindeutigen Abwärtstrend, den es konsequent zu respektieren gilt !

An der Seitenlinie kann man zwar nicht gewinnen, aber auch nicht verlieren und es gibt im Moment ja genügend andere, attraktive Long Setups.

Ihr Hari

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Google und SEO – Zwischen Schwachsinn und Notwendigkeit

Google und SEO (Search Engine Optimization) sind nun wirklich keine Themen, die normal in einem Börsenblog auftauchen. Ich erlaube mir aber heute mal ein wenig Frust loswerden und will Ihnen - meinen Lesern - damit auch zeigen, womit man sich so rumschlagen muss und was einem wertvolle Zeit stiehlt - bzw. warum so viele Websites so aussehen, wie sie aussehen.

Als ich vor einem Jahr mit Mr-Market.de begonnen habe, habe ich mich bewusst um das Thema der Website Optimierung für Suchmaschinen (SEO) wenig gekümmert. Ausschlaggebend waren dafür zwei Gründe:

1) Ich will für meine Leser schreiben und nicht für Suchmaschinen. Ich will journalistisch interessante Texte schreiben und kein Keywordspamming betreiben.

2) SEO ist sowieso der Versuch einen Pudding an die Wand zu nageln, da die Suchmaschinen ihre Algorithmen permanent ändern. Was man gestern mit Mühen reingefrickelt hatte, kann morgen schon kontraproduktiv sein. Und nie kann man mit Gewissheit sagen, ob es auch so wirkt wie es soll.

Sie merken aus meinen Worten, dass ich dem Thema gegenüber eine ziemliche Ablehnung habe, ich empfinde SEO als Vergeudung wertvoller Lebenszeit, in der man etwas wirklich Kreatives oder Produktives tun könnte, von dem echte Menschen profitieren.

Und ich habe auf die Aussagen von Google und anderen vertraut, nach denen es sowieso primär darauf ankommt guten Content zu produzieren, weil die Algorithmen mittlerweile sehr intelligent geworden seien.

Nun gut, Sie haben erlebt wie im letzten Jahr der Content auf Mr. Market gewachsen und gewachsen ist. Und ich bin sicher, betrachtet man die Menge an unique Content der in 2012 neu erzeugt wurde, wird man auch ausserhalb des Themas Börse nur sehr wenige Blogs finden, die mehr erzeugt haben.

Wie ich -> In eigener Sache <- ja schon beschrieben habe, habe ich nun begonnen, mir auch um eine vorsichtige wirtschaftliche Verwertung dieses Blogs Gedanken zu machen, irgendwie müssen die zunehmenden Kosten und Aufwände ja auch gedeckt werden.

Ich habe also begonnen, mich dafür zu interessieren wie Mr-Market.de nun in Suchmaschinen bei den klassischen Keywords wie Börse, Trend, CFD, Aktie usw. usw. positioniert ist.

Die Ergebnisse sind ernüchternd. Vergleiche ich Mr-Market mit gängigen Messmethoden gegenüber anderen Blogs zum Thema Finanzen - die teilweise um Faktoren weniger und schlechteren Content haben - so ist Mr-Market gegenüber diesen Blogs wiederum um Faktoren schlechter gerankt.

Jetzt wäre das für die Euros die man mit Links etc einnehmen kann ja nicht tragisch, dergleichen habe ich bisher sowieso nicht gemacht. Aber daran hängt halt auch die reine Auffindbarkeit von Mr-Market.de bei Eingabe von Suchwörtern in Google & Co. und damit die Anzahl der Leser die auf diesen Blog überhaupt aufmerksam werden. Und dafür interessiere ich mich dann schon sehr.

Und die Gründe dieses schlechten Rankings sind schnell gefunden. Es sind eben doch Title-Tags, Meta-Descriptions usw. usw. die den Unterschied machen.

Die Suchalgorithmen von Google & Co. sind eben immer noch nicht intelligent genug, um den Content selber ausreichend zu würdigen, sondern man muss ihnen immer noch mit Fleissarbeit "Futter" liefern, sprich im vernünftigen Rahmen Keyword-Spamming betreiben, Meta-Daten befüllen, kurz seine Zeit für Suchmaschinen statt für die Leser verplempern.

Und man darf auch immer noch keine journalistisch und schriftstellerisch gut lesbaren Texte schreiben, die erst langsam zum Punkt kommen, sondern muss immer noch am Anfang mit den Keywörtern ins Haus fallen, damit die Suchmaschinen glücklich sind.

Vielleicht verstehen Sie jetzt auch besser, warum viele Webseiten so sind wie sie sind. Insbesondere bei den Titeln ist die Hinwendung zu Keywörtern ja auffällig, etwas was ich bisher konsequent ignoriert habe.

Nun zwingt mich Google & Co. durch die Beschränktheit der Algorithmen also doch noch dazu, mich mit diesen Themen auseinander zu setzen. Sie werden also auf Mr-Market in den nächsten Wochen einige Änderungen bemerken. Die Titel werden Keyword lastiger, die Artikel fallen mehr mit der Tür ins Haus und auch unter der Decke muss ich nun einige Fleissarbeit machen - Stichwort "Meta-Descriptions". Alles kein Hexenwerk und in ein paar Wochen erledigt, aber eben leider Zeit, die ich nicht für Sie habe.

Liebe Google, könntet Ihr bitte mal ein bisschen intelligenter werden ? Bitte !

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Aktientipp – 03.01.12 – Grammer (WKN 589540) bricht aus !

Ein Gastkommentar von Johann

Nachfolgend möchte ich die nicht nur aus charttechnischer Sicht interessante Aktie der mittelständischen Firma Grammer (WKN 589540) aus Bayern vorstellen.

Die GRAMMER AG ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und Systemen für Pkw-Innenausstattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Offroad-Nutzfahrzeuge, Lkw, Busse und Bahnen. Weltweit mehr als 8.000 Mitarbeiter befinden sich in ausländischen Niederlassungen wie China, Spanien, Slowenien, Japan, Großbritannien, Brasilien und den USA.

Am 17.12.2012 meldet Grammer die Gründung eines Joint Venture für Lkw-Sitze in China mit der Firma Yuhua. Bei einem Umsatz von 1,09 Mrd Euro weist die Firma eine Marktkapitalisierung von nur 189 Mio Euro auf. Das KGV liegt bei ca. 6,4 und die Dividendenrendite wird mit etwa 4,6% erwartet.

Nachstehend das Chartbild auf Wochenbasis mit den gleitenden Durchschnitten von 10 und 50 Wochen. Zur weiteren Information ist das Fibonacci Retracement zwischen Hoch und Tief im Jahr 2011 eingetragen. Die beiden eingezeichneten Linien stellen die Begrenzung für Aufwärts-bzw. Abwärtstrend dar.

Deutlich lässt sich erkennen, wie sie dabei ein spitz zulaufendes Dreieck bildet, was meist auf einen bevorstehende Ausbruch hindeutet, wobei es schwierig ist abzuschätzen, für welche Richtung sich Mr. Market entscheiden wird.

Sehr interessant finde ich außerdem, dass sich die Gerade des Abwärtstrends Anfang Dezember 2012 mit dem 50% FiboRT schneidet und genau zu diesem Zeitpunkt der Kurs scheinbar mühelos nach oben geht.

Wenige Tage danach wird das chinesische Joint Venture veröffentlicht. Es scheint fast so, als hätte sich Mr. Market für den aus seiner Sicht leichteren Weg nach oben entschieden. 😉

chart grammer 2

Liebe Grüße
Johann

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Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Endstand 31.12.12

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Jeder registrierte Leser durfte bei Interesse eine Short-Position einmelden. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Die 3 Monate bis 31.12.12 waren eine Pflichthaltedauer, ohne Chance auszusteigen. Es ging ja auch um die Aktie die sicher am Jahresende im Minus stehen würde, nicht um die mit dem grössten Minus.

Nun ist das vierte Quartal abgelaufen und ist es heute Zeit, den Endstand anzuschauen. Ich danke unserem Leser "Jacky" für die Aufbereitung der Daten:

Während wir in den vorherigen Quartalen noch den Markt jeweils deutlich schlagen konnten, hat uns die Rally einiger weniger Titel im letzten Monat das Ergebnis völlig kaputt gemacht und wir haben in Summe leicht schlechter (=besser) als der Markt abgeschnitten.

Das "Gurkenportfolio" hat seit Oktober ein Plus von 2,7% erzielt. Demgegenüber stiegen die Indizes im Mittel nur um 1,1%. DAX 7322,08 -> 77612,39 = +4,0%, S&P500 1450,99 -> 1426,19 = -1,7%

Letztlich hat das Portfolio im Dezember den Preis der bewusst gewählten starren Struktur von fest 3 Monaten gezahlt, denn wenn Aktien massiv drehen, muss man eigentlich sofort raus. Die fest gewählten 3 Monate - sozusagen "Buy and Hold" - haben den Vorteil der weitgehend gut gewählten und 2 Monate lang sich in die richtige Richtung bewegenden Positionen also weitgehend wieder zunichte gemacht.

Das ist auch die alles entscheidende Lehre die wir aus dieser Übung ziehen sollten und auf der ich ja schon lange herumreite. Und damit Sie sehen, dass ich schon lange darauf herumreite, kopiere ich hier den folgenden Text vom Zwischenstand von vor einem Monat wieder:

"Die erste Lehre ... ist damit auch offensichtlich. Wenn man einen Trade auf stark trendende Aktien fährt, dann ist ein Stop ... unerlässlich. Denn wir wissen ja, Trends dauern lange und sind sehr mächtig. Und wir folgen einem Trend so lange wir können. Aber nur bis er bricht ! Dann muss man kompromisslos raus, denn wenn ein Trend bricht, ist die Gegenbewegung meistens sehr dynamisch.

Ich weiss, dass viele ein Problem mit Stops haben, weil sie schmerzhaft erleben, wie sie zu schnell in "Fake-Outs" ausgestoppt werden. Das ist auch richtig, insbesondere wenn man mit zu engen Stops agiert, die nur dazu dienen sollen Gewinne abzusichern. Man darf deswegen aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Denn wenn man starke technische Strukturen hat, wie eben eine langfristige Trendlinie oder zum Beispiel das Tief eines Swing-Lows, dann sind Stops unerlässlich, um nicht in massive Verluste zu rutschen."

Nuff said 😉

Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.12 USD; gain: -57.1%
2. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.15 €; gain: -26.3%
3. Solarworld (WKN: 510840) 1.4 € -> 1.06 €; gain: -24.3%
4. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.18 €; gain: -21.5%
5. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 0.97 €; gain: -20.5%
6. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 4.38 €; gain: -14.3%
7. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 8.88 €; gain: -13.3%
8. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 5.44 €; gain: -11.4%
9. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 26.71 USD; gain: -10.5%
10. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2,54 €; gain: -9.3%
11. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 20.62 USD; gain: -8.6%
12. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 14.25 USD; gain: -4.4%
13. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 88.21 USD; gain: -2.4%

---- Bis Position 13 haben die Shorts den Markt geschlagen und auch die gestellte Aufgabe erfüllt ----

14. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 49.65 €; gain: 1.6%
15. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 17.76 €; gain: 4.5%
16. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 75.36 USD; gain: 7.9%
17. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 41.32 €; gain: 8.6%
18. Wienerberger (WKN: 852894) 6.27 € -> 7.00 €; gain: 11.6%
19. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 21.48 €; gain: 14.6%
20. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.3 USD -> 33.87 USD; gain: 15.6%
21. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 4.11 €; gain: 18,8%
22. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 26,62 USD; gain: 21.9%
23. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 6.13 €; gain: 22.4%
24. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 1.01 €; gain: 24.7%
25. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 4.13 €; gain: 27,1%
26. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 39.42 €; gain: 28.3%
27. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.95 €; gain: 43.9%
28. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 11.87 USD; gain: 47.3%

Für diejenigen, die immer noch nicht an die Bedeutung von Trends, Trendbrüchen und Stops glauben, habe ich noch eine kleine Variante parat.

Ich nehme nun theoretisch an, wir hätten für genau 3 Aktien aus 28 - die mit den grössten Gewinnen, also Salzgitter, Nokia und RIM - einen Stop durchführen dürfen, der bei Trendbruch gezogen hätte. Um nicht mit Trendlinien zu operieren, die oft Geschmackssache sind, definiere ich als Trendbruch dabei den Zeitpunkt nach Ablauf des ersten höheren Hochs und ersten höheren Tiefs im Tageschart.

Das wären über den Daumen gewesen:

Bei Nokia der 29.11. mit ca. 2,59€ = 26,3% gain statt 43,9%.
Bei RIM der 09.11. mit ca. 8,54USD = 5,9% gain statt 47,3%.
Bei Salzgitter schwierig, weil die Aktie schon von Anfang an im neuen Aufwärtstrend war, ich habe mal über den Daumen den 30.10. gewählt bei ca. 33,97€ = 9,7% gain statt 28,3%.

Nun tausche ich die Performance dieser drei Aktien mit Stop aus und Voila, die Gesamtperformance des Depots beträgt plötzlich -0,01%. Es hätte leicht im Minus geschlossen, den Markt geschlagen und die Aufgabe erfüllt.

Alleine 3 Stops aus 28 Aktien, Stops bei den grössten Trendbrüchen, hätten den Unterschied gemacht. Wie Sie wissen, hatten wir aber bei viel mehr Aktien starke Reversals, so zum Beispiel auch bei Facebook, Wacker Chemie, Alcatel usw. Wären alle Positionen mit Stops bei den Trendbrüchen ausgestattet gewesen, hätte einer starken Performance des Portfolios absolut nichts im Wege gestanden !

Ich hoffe ich konnte meinen Punkt deutlich machen. 🙂

Nachdem wir nun zweimal in diesen Übungen die Bedeutung von Trends und von Stops eindrücklich erleben konnten - zumindest hoffe ich, das es eindrücklich war - werde ich im Januar eine dritte Übung der Community starten, bei der wir uns dieses mal auf komplette Trades mit Einstieg, Stop und Zielkurs konzentrieren werden.

Eine entsprechende gemeinsame Übung startet für alle interessierten und registrierten Leser in den kommenden Tagen.

Ihr Hari

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Börsenjahr 2013 – 02.01.2013 – Beobachtungen zum Jahresanfang – Teil 2

Hier um 17.30 Uhr der zweite Teil meiner Beobachtungen zum Anfang des Börsenjahr 2013:

Wenig Favoritenwechsel im DAX

Schaue ich insbesondere heute auf den DAX, sehe ich im aktuellen Handel die alten "Gurken" wie E.ON und Metro bestenfalls mit dem breiten Markt mitlaufend. Auch die in 2012 schwache K+S "röchelt" weiter vor sich hin. Von einem Favoritenwechsel ist da (bisher) nicht viel zu merken.

Auffällig ist die relative Schwäche bei Bayer, die Aktie ist aber auch 2012 sehr gut gelaufen und steckt voller positiver Erwartungen. Es kann daher gut sein, dass diese Schwäche am Ersten des Jahres ein Signal ist. Auch eine Aktie die mir in 2012 zu gut gelaufen ist und die nun in meinen Augen nach einer Korrektur schreit ist Beiersdorf.

Ebenso auffällig und bemerkenswert ist der Intraday Abverkauf von Linde von 134,7 EUR bis 130,9 EUR oder Intraday fast 3%. Ich kenne die Ursache noch nicht, aber dass mus man unbedingt beobachten. Denn auch wenn ich bei Linde weiter von einer guten Geschäftsentwicklung und sogar einem Schub durch die Lincare Übernahme ausgehe, birgt das Chart schon das Potential einer grösseren Top-Bildung in sich.

Apple, Rohstoffe und Gold- und Silberminen riechen nach Rally.

Betrachtet man, was schon an Silvester bei den Firmen rund um Apple wie Broadcom oder Qualcomm, bei den Rohstoffwerten rund um Rio Tinto & Co. und den Gold- und Silberminen passierte - alles Werte die im 4. Quartal lange sehr schwach waren - ist es bemerkenswert, wie diese Stärke am heutigen Jahresanfang massiv bestätigt wurde. Es kann gut sein, dass wir es in diesen Fällen mit einer neuen Tendenz zu tun haben.

Hier scheint frisches Geld in aus Sicht des Marktes unterbewertete Assets hinein zu fliessen und alle genannten Sektoren haben eine Menge Potential.

Südeuropa hat nach wie vor eine Menge Aufholpotential

Bemerkenswert auch, wie das schöne Plus im DAX erneut durch ein Plus von mehr als 3% im IBEX35 und MIB40 getoppt wurde. Die -> hier <- und -> hier <- vorgestellten Trades sind weiter hoch aktuell, die Bullenflaggen haben sich wie erwartet nach oben aufgelöst und es gibt noch jede Menge Luft für Gewinne in 2013.

Der Stahlsektor scheint mitten im Rebound zu stehen

Passend zur positiven Entwicklung in China, setzt sich der Rebound bei den unter anderem -> hier <- am 05.12.12 besprochenen Klöckner und Salzgitter weiter nach Lehrbuch fort. Insbesondere Klöckner hat perfekt sein Ausbruchsniveau bei ca. 8,9€ gestestet und dreht nun weiter nach oben.

Am stärksten ist heute Thyssenkrupp, was aber kein Wunder ist, da die Aktie auch mit Abstand am schlechtesten gelaufen ist. Ich fasse die Aktie aus den hier mehrfach besprochenen Gründen aber weiterhin nicht an. Wer einen Sektor sucht, in dem er in den kommenden Wochen und Monaten den Markt deutlich schlagen kann - eine weitere Erholung von China und der Eurozone voraus gesetzt - ist hier vielleicht gar nicht schlecht aufgehoben. Die notwendigen Stops für Klöckner und Salzgitter sind auf jeden Fall nun klar durch die Tiefs vom 21.12. bzw 28.12. definiert und erlauben einen gut abgesicherten Longtrade.

iRobot und die riesigen Gaps

Es gibt eine Reihe kleinerer Aktien, die ich wie 3D Systems (WKN 888346, DDD) aufgrund ihrer besonderen technologischen Position auf meinem Radar habe. Dazu zählt der Roboterspezialist iRobot (WKN A0F5CC, IRBT), auf den ich mit dem folgenden Tageschart und dem Blick auf die beiden riesigen Gaps aufmerksam machen will.

Zumindest das kleinere Gap von Oktober 2012 bei 22,4 USD scheint die Aktie mit aktuell 8% Plus nun in Angriff zu nehmen. Auslöser der Gaps waren Verzögerungen bei den militärischen Aufträgen im Verteidigungsbereich (Minenräumung etc.), diese sind aber nun eingepreist. Das private Geschäft läuft dagegen gut und das Potential des Marktsegmentes ist ähnlich wie beim 3D Druck gewaltig.

Und um mal ganz wild herum zu spekulieren: Wenn es irgendwo ein Segment gibt, das wie weiland die Musikplayer durch das iPod danach schreit, durch einfache und schicke Lösungen einem Massenmarkt geöffnet zu werden - dann sind es die Haushaltsroboter, die schon weit mehr können, als Otto Normalverbraucher ahnt und durchaus das Potential haben auch unter der Überschrift "schick und hipp" wahrgenommen zu werden. Wer will denn keinen R2D2 haben, der ihm Teile der lästigen Hausarbeit abnimmt ? Oder steht hier jemand auf Staubsaugen ? 😉

Da finde ich den Namen iRobot im Sinne Apple vielleicht schon prophetisch. Vielleicht verleibt sich ja mal ein Grosser iRobot ein, wer weiss.

iRobot 02.01.13

Das warme Wetter und der US Gaspreis

Das in den USA sehr warme Winterwetter macht den -> hier <- vorgestellten Trade auf den ETF UNG zu nichte. Wer den Stop knapp unter der 200-Tage-Linie beachtete, wurde nach einem grossen Gap heute ausgestoppt. Die letzte Verteidigungslinie ist nun das Tief vom 28.08.12 bei 17,69 USD. Solange das hält, ist der Aufwärtstrend seit April 2012 noch intakt. Fällt auch dieses Tief, sollte man vom UNG wohl weiten Abstand halten.

So weit erst einmal meine ersten Eindrücke zum Anfang des Jahres. Ich wünsche Ihnen einen guten Start ins Börsenjahr 2013 !

Ihr Hari

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Börsenjahr 2013 – 02.01.2013 – Beobachtungen zum Jahresanfang – Teil 1

Ein neues Börsenjahr hat begonnen und was in den ersten Tagen und Wochen eines neuen Börsenjahres passiert, hat oft Bedeutung für das ganze folgende Jahr. Denn mit dem Jahreswechsel findet oft genug auch ein Favoritenwechsel statt.

Grund genug mit Ihnen um 11:00 Uhr mal einige Beobachtungen und Gedanken zu teilen, die mir am heutigen ersten Handelstag des Jahres bisher aufgefallen, bzw. durch den Kopf gegangen sind:

US Debt Limit und der schwierige Februar 2013

Die schlimmsten Auswirkungen der "Fiscal Cliff" sind nun aus dem Weg geräumt, aber nur um den Preis eines noch viel grösseren Problems in wenigen Wochen. Denn spätestens März wird die USA wieder gegen das Schuldenlimit fahren, ein Problem das schon im Spätsommer 2011 zur Herabstufung der USA und den folgenden Irrungen und Wirrungen an den Börsen beigetragen hat.

Leider hat die aktuelle Einigung keine der grundlegenden Fragen addressiert, sondern diese nur auf den Zeitpunkt in 2 Monaten verscboben. Und noch schlimmer, Obamas vermeintlicher Triumph an einer Stelle, wo die Republikaner nicht wirklich Nein sagen konnten - wer will schon als der Verantwortlicher für massive Steuererhöhungen der Mittelklasse dastehen - macht eine frühzeitige, konstruktive Einigung nun noch unwahrscheinlicher. Denn im Februar/März werden dann die Rechnungen präsentiert und die frisch geschlagenen Wunden gerächt werden und zu diesem Zeitpunkt existiert der öffentlichkeitswirksame Hebel Obamas nicht mehr.

Das sind keine guten Aussichten für eine einfache, konstruktive und dauerhaft für das Land tragfähige Lösung. Vor dieser Lösung stehen wohl Schweiss, Tränen, Drama und Verwirrung und die Börsen werden das überhaupt nicht lieben. Berücksichtigt man dann noch, dass im Februar auch Italien wählen soll, gehört wenig dazu sich vorzustellen, dass die Märkte nach einer Jahresanfangsrally schon ab Mitte/Ende Januar wieder schwierig werden.

Unklar ist bei diesem Bild nur, wie lange Mr. Market braucht um mit seinem Radar auf diese Hürden zu reagieren. Normalerweise reagiert Mr. Market extrem schnell, was der aktuellen Rally nur eine sehr kurze Halbwertzeit geben würde. Aber manchmal kann Mr. Market auch temporär vergessen. Die Price-Action Anfang kommender Woche, also ab dem 07.01.13, wird uns wohl zeigen welches Bild zutrifft. Kurzfristig, in den ersten Tagen des Jahres, wird nun frisches Geld wieder in den Markt strömen und ihn stützen.

China und Rohstoffe

Chinas Konjunktur kommt wieder und mit ihr der Bedarf nach Rohstoffen, der Anlageklasse die 2012 recht schwach war. Das scheint eindeutig der Trade des Jahresanfangs zu sein, der Bergbauriese Rio Tinto (WKN 852147) heute zum Beispiel mit 5% Plus.

Mit dem Anziehen der chinesischen Konjunktur kommt dann auch Bewegung in den in 2012 anämischen Stahlmarkt, die hier mehrfach besprochenen Salzgitter (WKN 620200) und Klöckner (WKN KC0100) haben wohl noch eine Menge Potential.

Ob diese Entwicklung das ganze Jahr trägt wird man sehen, denn China ist unter der Decke weit fragiler als es ausschaut. Und die kommunistische Partei kommt immer mehr in das Dilemma einerseits mehr Öffnung und Freiheit ermöglichen zu müssen - und damit auch der eigenen Korruption ins Auge zu sehen - oder die wirtschaftliche Entwicklung so nicht mehr weiter führen zu können, mit ebenso fatalen Konsequenzen bei den breiten Massen.

China ist ein Riese, der schnellen Schrittes voran schreiten muss, wenn er nicht den Zusammenbruch und schwere innere Verwerfungen riskieren will. Aber ob das Problem schon in 2013 eskaliert, wage ich nicht zu prognostizieren, mein Gefühl sagt mir eher nicht, das dauert noch etwas. Wichtig wird nun zu sehen sein, wie sich die neue Führung präsentiert und positioniert.

Japan und Yen Trade

Der Trade läuft und läuft und dürfte noch einiges Potential haben. Mittelfristig ist aber mit dieser Art Währungsmedizin nichts zu gewinnen, denn schon bald dürften die anderen Notenbanken nachziehen und schon war es das wieder mit der relativen Abwertung des Yen. Das grundlegende Problem der Japan AG, das auf Überalterung der Gesellschaft, vor allem aber starker Verkrustung der Wirtschaftsstrukturen beruht, wird aber so in keinster Weise addressiert.

Japan ist kein dynamisches Land mehr, dort gibt es eine "eine Hand wäscht die andere" Mentalität der Wirtschaftseliten, die zu massiv fehlender Durchlässigkeit und damit nachlassender Innovationskraft führt. Mit dieser neuen (alten) Regierung, die das Problem mit den Rezepten der Vergangenheit angeht, sehe ich auch nicht wie Japan strukturell in Bewegung gerät.

Man sollte also diesen Trade nach meiner Einschätzung geniessen solange er läuft, und das kann durchaus noch Monate sein, mittelfristig werde ich persönlich aber nicht auf Japan setzen. Im Gegenteil, dass Land ist was seine Schulden angeht eigentlich strukturell Pleite und wenn es an den Bondmärkten mal zu katastrophalen Verwerfungen kommen sollte, hat Japan alle Chancen der Auslöser eines solchen "Anleihen-Armageddons" zu sein.

Gold und Silber

Ich habe ja im alten Jahr zum Ausdruck gebracht, dass ich die Bewegungen der Edelmetalle im 4. Quartal nicht mehr verstanden habe. Man darf aber auch nicht vergessen, dass diese Bewegungen im wesentlichen der Comex entstammen, wo keineswegs sicher gestellt ist, dass die gehandelten Volumina auch durch physische Edelmetalle unterlegt sind. Insofern kann es schon gut sein, dass hier taktische Kräfte am Werk waren.

Rein vom grossen fundamentalen Bild her, ist die Story von Gold und Silber nach meiner Einschätzung nur stärker geworden. Der Abwertungs-Währungskrieg aller grossen Weltwährungen ist in vollem Gange und das bedeutet zwangsläufig eine relative Entwertung aller Papiergeldwährungen. Davon sollten und dürften die Edelmetalle als einzige nicht beliebig "druckbare" Währungen früher oder später selbst an der Comex profitieren, der physikalische Bedarf ist ja sowieso stark.

Seit nun 1,5 Jahren hat Gold eine gewaltige Konsolidierung hingelegt und dabei aber zu keinem Zeitpunkt die Strukturen eines Bullenmarktes verlassen. Auf grosse Konsolidierungen folgen in der Regel grosse Anstiege und das Gold nicht mehr im Bullenmarkt ist, wäre erst dann indiziert, wenn der Goldpreis die mehrfach getestete Zone von 1520 USD nach unten verlassen würde. Davon sind wir aber weit entfernt.

Schauen Sie mit mir im Wochenchart mal auf das grosse Bild von Gold in Form von XAUUSD seit 2003, damit Sie zum Thema die richtige Perspektive behalten:

Gold 02.01.13

Teil 2 dieser Betrachtungen folgt am Abend, während des Wallstreet-Handels oder morgen (03.01.12) früh.

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Politisches Gezerre in den USA – Der Fisch stinkt vom Kopf

Zunächst einmal wünsche ich Ihnen ein gutes neues Jahr ! Und uns allen viel Erfolg und das richtige Händchen an den Märkten, um dem fiesen Mr. Market dieses Jahr mal so richtig zu zeigen, wo "Barthel den Most holt". 😉

Gestern hatte ich eine Art Aha-Erlebnis. Es trat ein, als ich gestern Abend der Pressekonferenz Präsident Obamas zuschaute, während Vizepräsident Biden und der republikanische Senats-Führer McConnell noch in den letzten Zügen ihrer Verhandlungen steckten, um auf den allerletzten Drücker die schlimmsten Auswirkungen der Fiskalklippe für Amerikas Mittelschicht abzuwenden.

Sie wissen ja, die Sicht der deutschen Öffentlichkeit auf Obama und das politische Ringen in den USA ist eher schlicht. Obama ist da der gerechte, ehrliche, gütige Held, der einer Horde erzkonservativer "Ganoven" gegenüber sitzt, deren ganze Bildung aus dem Bibel-TV stammt. Da wird Obama "blockiert" und Obama "drängt" - das Bild ist also immer das eines Präsidenten, der eigentlich das aus europäischer Sicht Richtige tun will, aber leider nicht kann.

Ich weiss nicht woher dieses Zerrbild kommt und warum die Presse in Deutschland unisono an Obama so einen Narren gefressen hat, einem Obama der sich für Europa eher nicht interessiert und dessen Blick nach Asien gerichtet ist. Einem Obama, der in seiner ersten Amtszeit eher wenig auf "die Reihe" bekommen hat. Bei mir ist dieses Zerrbild aber gestern mit einem lauten "Plopp" geplatzt. Auch bei unserer Bundeskanzlerin muss man auf die feinen Zwischentöne hören und auf das was sie nicht tut und nicht sagt, mit Obama ist sie nach meinem persönlichen Eindruck nie so richtig warm geworden.

Und gestern habe ich begriffen, warum die politische Landschaft in Amerika so zerrissen ist und die Politik bis zur allerletzten Minute braucht um selbst einen Minimalkompromiss zu formen: Der Fisch stinkt vom Kopf. Das Problem des mangelnden politischen Grundkonsens in den USA hat neben der "Tea Party" einen weiteren Namen: Obama.

Natürlich, da gibt es in der republikanischen Partei eine starke gewordene Minderheit - die "Tea Party Bewegung" - für die das Bild vom bibeltreuen, ideologisch und religiös "gefestigten" Erzkonservativen durchaus passt, der am liebsten wie weiland in Dodge City die Verbrecher am nächsten Baum aufknüpfen würde. Diese radikale Minderheit wird aufgrund ihres Blockagepotentials ja immer als Grund für den politischen "Stalemate" in den USA angeführt. Und bis gestern habe ich das auch geglaubt.

Nur, diese Bewegungen hat es in Amerika immer gegeben, nicht umsonst wird der Mittlere Westen der "Bibelgürtel" genannt. Und diese Denkschule war auch immer mit Abgeordneten vertreten. Aber, in Senat und Repräsentantenhaus haben nach wie vor moderate, vernünftige Kräfte der "politischen Mitte" ein klare Mehrheit. Die "Tea Party" ist nur eine Minderheit, selbst in der republikanischen Partei und erst Recht im ganzen Land.

Warum also können diese gemässigten Kräfte nicht mehr zum Wohle des Landes zusammen arbeiten ? Warum lehnen so viele liberale, intelligente, politisch moderate und völlig unreligiöse US-Blogger, deren Blogs ich regelmässig lese, Barack Obama so vehement und mit Aggressivität ab ?

Gestern habe ich es begriffen. Gestern trat ein Präsident in einer offiziellen Pressekonferenz im Weissen Haus auf, der während die Verhandlungen auf Messers Schneide standen nichts Besseres zu tun hatte, als sich von Anhängern peinlich feiern zu lassen. Der nichts Besseres zu tun hatte, als mitten in den Verhandlungen öffentlich gegen die Republikaner nachzutreten, eine absolute Totsünde bei jedem ernsthaften Einigungsversuch. Der nichts Besseres zu tun hatte, als sich mit einem Grinsen öffentlich in seinem vermeintlichen Erfolg zu sonnen und auf Kosten der "Verlierer" Witze zu machen.

Und da fiel mir wieder ein, dass schon im Spätsommer 2011 als die USA ihr Top-Rating verloren und gegen die Defizit-Grenze rannten, Vizepräsident Biden den Kompromiss herbei geführt hatte. Und nicht Obama. Und auch jetzt wieder war Obama über Wochen nicht in der Lage selber einen Kompromiss in die Wege zu leiten, es brauchte wieder Biden.

Dabei ist Obama nun in der zweiten Amtszeit. Er muss keinen Wahlkampf mehr führen. Und er muss sich auch nicht mehr wie ein Wahlkämpfer feiern lassen, ausser sein Ego braucht das, was ich als ziemlich ärmlich empfinden würde. Obama könnte seine ganze Energie darauf richten, sein Land nach vorne zu bringen.

Und er könnte und müsste der überparteiliche Präsident sein, den das Land nun unbedingt braucht. Dazu aber muss man auch auf der politischen Gegenseite Vertrauen und Vertraute aufbauen. Man muss still und leise die Mehrheiten organisieren und sich jeden lauten Triumph-Geheuls enthalten. Der Gentleman geniesst und schweigt sozusagen. Es kann mir niemand weissmachen, dass ein überparteilich agierender Präsident nicht in der Lage wäre, die entscheidenden Spieler rechtzeitig, still und leise ins Weisse Haus zu holen und auf Basis von Vertraulichkeit einen Deal zum Wohle der amerikanischen Mittelschicht zu zimmern.

Aber Obama konnte es nicht. Er konnte es nicht, obwohl er mit Mehrheitsführern in den beiden Häusern arbeitet, die keineswegs aus der Teaparty stammen, sondern die durchweg alte Haudegen sind, die das politische Geschäft in Washington seit Jahrzehnten beherrschen und mit anderen Präsidenten auch Kompromisse zu Stande brachten.

Gestern, durch seinen für mich persönlich als bizarr empfundenen Auftritt auf einer Pressekonferenz mitten in den Verhandlungen, habe ich begriffen warum die US Politik so blockiert ist: weil Barack Obama immer noch den Wahlkämpfer gibt, statt den überparteilichen Präsidenten der er sein müsste. Und weil er scheinbar nicht begreift, dass ein guter Verhandler seinen "Gegnern" Raum gibt und darauf achtet, dass diese nicht ihr Gesicht verlieren. Und schon gar nicht Witze auf deren Kosten macht.

So werden die USA nun einen Minimalkonsens erzielen, der die Mittelschicht vor den schlimmsten Auswirkungen der Fiskalklippe schützt. Ein Kompromiss dem sich die Republikaner nicht entgegegen stellen konnten, was ihre Verhandlungsposition schwächte. Schon in 2 Monaten werden die USA aber vor der Defizit-Grenze stehen wie im Spätsommer 2011. Und wieder wird Obama die Republikaner brauchen, um das Problem zu lösen.

Und dann - davon gehe ich nun fest aus - werden die Rechnungen beglichen und die Wunden gerächt, die Barack Obama hier ohne Grund wieder geöffnet hat. Wäre ich Verhandlungspartner von Obama, ich hätte seit gestern auch das Messer in der Tasche auf und würde Obama dafür später bluten lassen.

Wir als Anleger sollten uns also darauf einstellen, dass wir nach kurzer Beruhigung von ein paar Wochen schon ab Februar in den USA vor einem weit schlimmeren Problem stehen, das wie im Spätsommer 2011 für weltweite Verwerfungen geeignet ist.

Und ich habe seit gestern begriffen, dass Barack Obama dabei nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems ist. Sicher ist er nicht das alleinige Problem und ja, die Tea-Party macht die Lage nicht leichter, aber er ist Teil des Problems. Weil er immer noch nicht im Amt angekommen zu sein scheint, und sich nach meinem Eindruck immer noch als Wahlkämpfer aufführt. Ein guter Wahlkämpfer ist halt nicht zwangsläufig ein guter Präsident, Kanzler, Minister - eine Erkenntnis die wir in Deutschland auch schon hatten, Westerwelle anyone ?

Das aus den USA kommende, unruhige politische Fahrwasser, wird uns als auf Jahre erhalten bleiben. Denn Vertrauen und Konsens ist mühsam zu erarbeiten und schnell zu zerstören.

Und Barack Obama ist nicht der "Held" und "weisse Ritter", zu dem ihn weite Teile der deutschen Presse gemacht haben.

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