Was Sie auf Mr-Market in 2019 erwartet

Diesen Artikel, der faktisch ein "Guckloch" in den Premium-Bereich ist, schreibe ich jedes Jahr einmal und nun ist es wieder Zeit.

Denn in der Welt des "kostenlosen" Internets, in der wie bei Facebook zu oft der Kunde zum Produkt gemacht wird, ist es schwierig wirklich unabhängige Informationen hinter Bezahlschranken zu verstecken. Denn wie sollen die da draußen denn mitbekommen, was alles geboten wird?

Auch für mich ist das immer wieder ein Dilemma. Der freie Bereich dieses Blogs dient ein wenig als "Guckloch" in die wirklichen Inhalte, aber da gibt es bei Finanzinformationen noch die besondere Problematik, dass viele Informationen nur im Kontext und mit ausreichender Erfahrung sinnvoll zu interpretieren sind.

Obwohl im Premium-Bereich Aktuelles und konkrete Setups einen großen Raum einnehmen, halte ich mich im freien Bereich bewusst damit zurück, weil ich keine Lust habe, hinter ein aggressives Setup immer diverse "Disclaimer" setzen zu müssen - Disclaimer nach denen es ja auch anders kommen könnte und man ein Risikomanagement braucht.

Einen aggressiven Trade ohne lange Erklärungen einfach jemandem anzubieten, der den Kontext nicht versteht und keine Erfahrung mit so "heissen Reifen" hat, ist für mich indiskutabel, weil ich eine Verantwortung spüre.

So bleibt die Situation, dass die wöchentlichen Artikel im freien Bereich, keinen wirklich Eindruck dessen vermitteln, was Sie an Menge und Tiefe im Premium-Bereich erwartet. Wobei es mir so herum lieber ist, dass neue Mitglieder erst einmal beeindruckt und erschlagen sind, wenn sie die Menge an Informationen im Premium-Bereich sehen, als anders herum. Mehr Sein als Schein ist mir da der sympathischere Ansatz.

Denn mein Ziel ist nach wie vor, hier nicht um jeden Preis schnelle Neumitglieder anzulocken, sondern mit langem Atem die beste Börsencommunity des deutschsprachigen Raums aufzubauen.

Was auch bedeutet, dass Mitglieder auf Jahre dauerhaft dabei bleiben und hier auf Mr-Market ihre persönliche "Börsenheimat" finden. Nicht wenige der Mitglieder sind übrigens der Meinung, dass das Ziel der "besten deutschsprachigen Börsencommunity" schon erreicht wurde. Auch die -> Testimonials < - legen davon Zeugnis ab.

Trotzdem ist es immer mal wieder nötig, das "Guckloch" zu erweitern und das will ich heute für Sie tun und ein paar Premium-Inhalte für Sie beispielhaft freischalten.

Die Freischaltung gilt allerdings nur für eingeloggte, registrierte Mitglieder. Wenigstens die kostenlose Registrierung, sollten sie also durchgeführt haben, so halte ich weiter die "Bots" und reinen "Vorbeiklicker" draußen.

Was erwartet Sie also Stand März 2019 als Mitglied bei Mr-Market?

(1) Ein Wochenausblick typischerweise am späten Sonntag oder am frühen Montag

Der Wochenausblick der KW4 vom 21.01.19 ist ganz spannend, weil er genau den Moment markierte, an dem man sich von dem Gedanken einer Rückkehr zu den Weihnachts-Tiefs lösen musste und optimistisch nach oben schauen musste.

Ich habe den Wocheausblick etwas gekürzt und von Links und Referenzen befreit, die sowieso nur für Premium-Mitglieder sichtbar bzw verständlich sind, aber das was Sie hier sehen, gibt Ihnen einen guten Eindruck davon, was Sie da jede Woche zum Wochenanfang lesen können:

-> Wochenausblick KW4 2019 - freigeschaltet nach Registrierung < -

(2) Jeden Börsentag ein Hari-Live-Stream in der ersten Hälfte der Wallstreet

Dieser Stream ist eine Besonderheit, er ist *Live* pur. Er beginnt typischerweise gegen 15 Uhr und endet gegen 18 Uhr, wobei er an besonderen Tag wie FED-Tagen auch mal bis Abends bis Handelsschluss gehen kann. Sie lesen dann vom Marktgeschehen nicht Stunden später - hinterher sind immer alle Genies 😉 - sondern eben *sofort Live* mit Timestamp während es passiert.

Das ermöglicht eine hohe Interaktivität und Aktualität und ist gerade in schwierigen Börsenphasen als Hilfestellung sehr beliebt. Wenn Sie also schon immer die Marktreaktionen nach EZB oder FED "live-kommentiert" erleben wollten, hier können Sie es.

Ich habe Ihnen mal einen typischen, ganz durchschnittlichen Stream der letzten Wochen heraus gesucht, damit Sie einen Eindruck gewinnen könnne, was da jeden Tag kommt. Schauen Sie selbst:

-> Har Live Stream 12.02.19 - freigeschaltet nach Registrierung < -

(3) Nahezu jeden Börsentag ein Sonder-Artikel zu Themen rund um die Märkte, Wirtschaft und Finanzpolitik

Diese Sonder-Artikel erscheinen typischerweise am späten Vormittag und runden die Aktualität der Live-Streams mit grundsätzlichen Themen ab.

Manchmal geht es einfach um die Aufarbeitung des Geschehens der Nacht.

Manchmal sind es grundlegende Erklärungen zum Handel und zur Börse, wie in (4) beschrieben.

Manchmal steige ich tiefer in einzelne Aktien ein.

Manchmal geht es um den besten Broker oder bestimmt Handelstechniken.

Manchmal kommentiere ich (Finanz-)politische Ereignisse und bespreche die Konsequenzen für uns Anleger.

Und manchmal richte ich meinen Blick aber auch auf Zukunftsthemen wie den "medizinischen Tricorder" oder "Flugtaxis ala Trantor und Coruscant".

Diese Artikel sind also mein kreativer Spielraum, hier werden Sie (hoffentlich) immer wieder Spannendes, Überraschendes und Bereicherndes finden.

(4) Grundsatzartikel

Diese sind Teil der obigen Sonder-Artikel, will ich aber besonders hervor heben. Ca. ein bis zweimal pro Woche, schreibe ich auch einen Grundsatz- oder Grundlagen-Artikel zu diversen Themen der Geldanlage. Wie diese aussehen, können Sie auch als Leser des freien Bereiches gut nachvollziehen, wenn Sie einfach durch das gehen, was ich Ihnen selbst im freien Bereich schon alles zur Verfügung gestellt habe:

-> Wissenswertes im freien Bereich < -

(5) Videos

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Hari-Tweets

A look at the lack of continuity in price behavior for stocks and how that impacts trading and #tradingpsychology : https://t.co/4mAHegjmiL

Neuer Artikel (Premium Only):
Hari Live Stream 22.03.19
https://t.co/jTnHv8oqWQ

Neuer Artikel (Premium Only):
Frühlings-Umfrage
https://t.co/KqOUXR7TTr

Neuer Artikel (Premium Only):
Hari Live Stream 21.03.19
https://t.co/ZxFullUcxl

Neuer Artikel (Premium Only);
Vom autonomen Fahren zum FED Fragezeichen
https://t.co/1pGFxCEOBJ

Neuer Artikel (Premium Only):
Kurzmeldung
https://t.co/f8FO6Bi57u

Neuer Gastartikel (Premium Only):
Von Überschwang und Übertreibung zur Mean Reversion
https://t.co/y8DA9cOhrQ

Neuer Artikel (Premium Only):
Hari Live Stream 19.03.19
https://t.co/HA40ljKzjH

Der Nanny-Staat auch bei der Geldanlage am Werk.

https://t.co/3oXDTMdsb2 via @faznet

Neuer Artikel (Premium Only):
Trumpologie
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Neuer Artikel (Premium Only):
Hari Live Stream 18.03.19
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Neues Video (Premium Only):
Scannen mit Finviz II
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(Zehn) Jahre zurück und die Lehren daraus

Vor genau 10 Jahren am 09.03.2009 wurde *das* Tief der Lehman-Krise markiert und von da an ging es nur noch markant hoch. Es ist immer wichtig sich zu erinnern, wie Dinge sich angefühlt haben und diese Erinnerung hat mir Josh Brown in diesem sehr lesenswerten Artikel abgenommen: -> Its the end of the world as we know it < -.

Seitdem ist der S&P500 um 312% gestiegen, trotzdem haben nur die Wenigsten diesen Tiefpunkt damals wahrgenommen, weil der "Recency Bias" unserer "Affenhirne" uns eine objektive Betrachtung einer Situation deutlich erschwert. Nicht in dem Umfang, aber vom Charakter her, war auch letzte Weihnachten so ein Tag, an dem sich kaum jemand vorstellen konnte, dass genau dort der Tiefpunkt der Korrektur markiert werden würde.

Wichtig an Josh Browns Artikel ist auch, dass er uns daran erinnert, dass dieser Bullenmarkt bestenfalls 2013 begonnen hat, als sich der Markt aus dem von 2000 bis 2013 andauernden Bärenmarkt über die Hochs von 2000 und 2007 erhoben hat. Ich habe Ihnen das hier übrigens damals genau so dargestellt, als ich im November 2013 gefragt habe:

-> Steht ein neuer, säkularer Bullenmarkt bevor? < -

Schauen Sie da noch einmal herein, es lohnt sich wirklich im Nachgang immer mal wieder alte Situationen zu betrachten, sich zu erinnern, wie man sich da gefühlt, wie andere argumentiert haben und was dann am Ende daraus geworden ist. Es war der folgende Punkt auf dem Zeitstrahl:

Diese Reflektion ist ein guter Schutz gegen Aufgeregtheiten in der Gegenwart und insbesondere gegen die klickorientierten Weltuntergangs-Propheten, die nach 2009 die Anleger mit ihren Weisssagen jahrelang davon abgehalten haben, das einzig Richtige zu tun und ein wahrscheinlich "Generational Low" im März 2009 zu kaufen.

Und weil es sich lohnt, möchte ich nun, dass Sie mit dem heutigen Blick und dem heutigen Wissen was dann kam, einen Artikel noch einmal lesen, den ich den Mitgliedern exakt im gleichen Zeitraum am 19.11.2013 geschrieben habe - ja 2013, mitten in der Rally aus der Eurokrise heraus, genau der Rally, die das Ende des seit 2000 andauernden Bärenmarktes begründete.

Klar, wer alles was einen Monat alt ist, schon für "überholt" hält und als moderner "Aktualitäts-Suchtie" nur vermeintlichen "Neuigkeiten" hinterher jagt, den wird das nicht interessieren. Das ist aber kein Problem, dieser Typus ist sowieso kein Mr-Market Leser. Die Aufmerksamkeitsspanne reicht heutzutage oft leider nicht über drei Absätze hinaus, dafür gibt es aber genügend Klicki-Bunti-Angebot auch ohne mich.

Denn auch heute werden wir doch wieder von den diversen Crash-Propheten penetriert, die ihr Geld mit dem wohligen Grusel vor dem Weltuntergang verdienen - Crash sells. Und auch heute erzählt uns eine Finanzindustrie, dass wir am Besten immer voll investiert in "gemanagten" Produkten sind - schon klar warum. Die Wahrheit und der optimale Weg für Ihr Depot, liegt wie immer zwischen diesen Extremen.

Wenn Sie die Wahrheit die in diesem Blick zurück steckt in sich aufnehmen und daraus Lehren ziehen, wird Ihr Depot davon mehr profitieren, als vom Studium von 10 Weissagungen der Jünger Nostradamus. Sie müssen es nur tun. Und nun zurück ins Jahr 2013.

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Derzeit erleben wir im Marktsentiment der Aktienmärkte so etwas wie eine "Kapitulation" der verbliebenen Bären und Skeptiker. Viele Marktteilnehmer haben seit 2009 nicht an diesen Markt geglaubt, standen mit ihrem Depot im Abseits und haben die Anstiege emotional bekämpft. Wir erleben einen der meist gehassten Bullenmärkte der Geschichte.

Und nun nähert sich das Jahresende, die Indizes sind auf historischen Höchstständen und es geht trotzdem einfach immer weiter aufwärts und aufwärts. Diverse Auswertungen der Sentimentdaten zeigen, dass das Bullenlager zuletzt drastisch gewachsen ist, die erwähnte Kapitulation der Bären scheint also nun im Gange.

Nun wissen erfahrene Leser, dass genau dieser Moment der Kapitulation der letzten Bären, mit erhöhten Risiken verbunden ist, denn er steht gerne am Ende einer Aufwärtsbewegung und nicht am Anfang. Und nach 5 Jahren des Anstiegs, wäre dafür ja auch mal langsam Zeit. Aber das ist so offensichtlich, dass es fast schon wieder unwahrscheinlich wird und darüber will ich heute auch gar nicht schreiben.

Ich will heute über die vergangenen 5 Jahre schreiben, in denen so viele, so immens viel von dieser sensationellen Aufwärtsbewegung verpasst haben. Und ich will aufzeigen, woran das liegt. Denn zu viele haben zu oft emotional gegen den Markt gekämpft.

Wenn Sie des Englischen mächtig sind, lesen Sie bitte mal zur Einstimmung die ehrlichen Gedanken und Gefühle vom jemandem, der nun seit mehr oder weniger 5 Jahren emotional gegen den Markt und die Notenbanken kämpft: -> The new abnormal < -

Das gibt Ihnen einen guten Eindruck davon, was in so Menschen aktuell vorgeht. Und ich habe es meinen Lesern schon oft gesagt und kann es nur wiederholen: vermeiden Sie unbedingt solche psychologischen Fallen! Trennen Sie unbedingt Ihre Sicht auf die Welt und Ihre Überzeugungen, von den Handlungen, mit denen Sie versuchen Ihr Depot zu füllen.

Sie wissen, wie kritisch ich vieles sehe, was da im Bereich der Notenbanken in der Gegenwart abgeht und das ich am Ende auch an ein „dickes Ende“ der Geschichte glaube. Vielleicht kommt ein Zeitpunkt, an dem wieder ein wütender Mob vor den Regierungs-Gebäuden und Notenbank-Kathedralen stehen wird und die Verantwortlichen lynchen will. Alles schon mal dagewesen und es gibt keine Sicherheit, dass es nicht wiederkommt. Und wenn dieser Moment kommt, werden Leute wie unser Autor oben dann völlig zu Recht "siehste" sagen. Nur wird sich auch dann die Masse nicht an die Warner der Gegenwart erinnern – bestenfalls in akademischen Zirkeln. Die Anführer des Mobs werden aber andere sein, Populisten die den neuen „Trend“ rechtzeitig erkannt haben und sich als Protagonisten an die Spitze setzen konnten. Populisten, die heute vielleicht eine ganz andere Sau durchs Dorf treiben.

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Die Marktlage Ende Februar

Kommende Woche mit den bayrischen Faschingsferien, ist auch dieser Blog im Ferienmodus, es gibt dann im freien Bereich keinen Artikel.

Daher will ich heute auch mal einen groben Blick auf die Marktlage werfen, mein letzter Kommentar dazu hier im freien Bereich ist ja hier in -> Das endlose Zögern und die Unsicherheit <- auch schon wieder 3 Wochen her.

Seitdem hat der Leitindex S&P500 auch die 200-Tage-Linie genommen und klopft nun an die Verlaufshochs des letzten Oktobers und Novembers an. Hinter uns liegt seit dem 26.12.18 eine brutale Stärkephase ohne grössere Pausen, die sich Weihnachten kaum jemand hätte vorstellen können.

Erneut wurde damit das bewahrheitet, was ich Ihnen vor mehr als einem Monat in -> Der neue, alte Markt - Alles wie immer? <- geschrieben habe:

Der Markt ist also ganz der Alte geblieben, aber die Bewegungen laufen länger, uniformer und störrischer als in der Vergangenheit, einer Vergangenheit in der Menschen primär einzelne Aktien gehandelt haben.

....

Dieses Herumraten ist sowieso Unfug und in diesem veränderten Markt erst recht. Viel profitabler ist es, eine grundlegende Richtungs- oder Logikänderung abzuwarten und dann erst auf diese aufzusatteln, denn diese dauert im aktuellen Markt länger als früher und läuft uniformer in die gleiche Richtung, als wir uns vorstellen können.

Auch vor einem Monat wäre es also richtig gewesen, dem Trend weiter zu folgen, hier ist der heutige Stand:

Ein Geruch von 2017 liegt nun in der Luft, als es auch beständig nur nach oben ging und man über Monate auf ein Retracement wartete, das dann nie kam.

Dieses Mal haben wir aber eine andere Grundlage, man sieht im Chart sehr gut, dass die Bewegung unter die 2.600er Zone, die Anfang Dezember begann, eine "Anomalie" war.

Denn eigentlich war der Markt am 03.12.18 mit dem G20 Treffen bereit, einen Boden zu finden und in das traditionell starke Jahresende zu wechseln. Was dann ab dem 04.12. kam, waren aber brutale Abgaben des großen Geldes, die auf zwei Faktoren beruhten, die sich gegenseitig bedingen:

Einerseits machten Rezessionsängste die Runde, die aber unsubstantiiert waren. Ich erinnere als ein Beispiel nur an das ganze Gerede um die invertierte Zinskurve, das ich schon letzten Sommer kritisch kommentiert habe. In einem reflexiven Markt reicht es aber, dass die einen verkaufen, damit auch andere verkaufen und sich die Karawane in Bewegung setzt.

Andererseits machte die FED mehrere kommunikative Fehler, von denen Jerome Powell in der FED-Sitzung vor Weihnachten den Allergrößten gemacht hat und damit die obigen Ängste erst richtig befeuert hat. Powell wurde vom Markt schwer bestraft und schon wenige Tage danach merkte man, wie die FED versuchte zurückzurudern.

Mittlerweile sind die unmittelbaren Rezessions-Ängste wieder vom Tisch, das Geraune von einer Rezession in der Zukunft gibt es immer und hat als Geraune ohne harte Daten, keinen gesteigerten Wert. Und die FED hat sich 180 Grad gedreht und ist nun so taubenhaft, wie man nur sein kann. Natürlich ist das in die Zukunft hinein ein Problem, weil nun Mittel schon verschenkt wurden, aber es hat eben diese Rally befeuert.

Was wir oben im Chart vor uns sehen, ist also kein 2017, es ist die Korrektur einer Anomalie, einer Fehlbewertung des Marktes, die zu einem guten Stück mit der Richtungsänderung der FED zu tun hat. Ein schönes Sprichwort zum Vorlaufindikator Aktienmarkt sagt ja:

The stock market hat predicted 9 of the past 5 recessions

Das war also wieder so ein Fall, der Vorlaufindikator des Marktes ist höchst sensibel und ahnt Ungemach immer lange *vor* den ökonomischen Daten, was aber das Risiko in sich birgt, dass nicht jeder Warnung dann auch wirklich ein Problem folgt. Trotzdem lohnt es sich den Markt ernster zu nehmen als ökonomische Daten, denn es gab keine Rezession, die der Markt nicht als Erster gerochen hat, nur sind leider auch ein paar Fehlsignale dabei, wie im Dezember.

Nun sind wir also eigentlich nur da, wo wir auch ohne diesen verrückten Dezember und Januar hätten sein müssen, streichen Sie den Bereich unter der grünen Unterstützung einfach gedanklich weg. 😉

Stand heute haben wir also einen sehr starken Markt, der nun aber klar überkauft ist und im Bereich ca 2.800 im S&P500 in eine erneute Widerstandszone läuft.

Von hier ein Rücksetzer in den kommenden 2 Wochen, wäre also alles andere als ein Wunder, der Markt ist aber so stark, dass man davon ausgehen kann, das die Unterstützung um 2.600 mit Präferenz auch bei einem Retracement halten wird.

Gleichzeitig zeigen andere Märkte, die ja teilweise das ganze Jahr 2018 im Bärenmarkt waren, nun auch klare Lebenszeichen, schauen Sie zum Beispiel mal auf die Struktur die sich im MDAX aufbaut, das sieht auch nicht so schlecht aus:

Summa Summarum ist die Lage geprägt von:

  • einem sehr starken Markt, dem mittelfristig noch Einiges zuzutrauen ist. Starke Märkte sterben nicht so schnell, wie wir oft erlebt haben.
  • kurzfristig einer überkauften Marktlage, so dass ein markantes, scharfes Retracement nun jederzeit um die Ecke kommen kann.
  • den Handelsgesprächen als dem großen Katalysator - ein Sell-the-News Effekt nach Abschluss einer eigentlich positiven Einigung, wäre kein Wunder, nachdem der Markt nun wochenlang in Hoffnung hochgeschoben ist.
  • einer starken Unterstützung im S&P500 bei ca. 2.600, die wenn sie überhaupt erreicht wird, mit Präferenz halten sollte.
  • anderen Weltmärkten in Europa und den Emerging Markets, die seit Anfang 2018 im Bärenmarkt waren und nun erhebliches Aufholpotential besitzen.
  • diversen abstrakten Risiken wie Brexit, den "Mueller Tapes", der Kreditsituation in China usw, die immer als gute Argumente der Bären dienen, aber der Regel "it doesn´t matter until it matters" unterliegen.

Wir sollten also kurzfristig etwas mehr Vorsicht an den Tag legen und auch mal mit einem scharfen Retracement rechnen, können aber mittelfristig für 2019 weiter positiv sein.

Und gibt es einen Faktor, der das ganze Gebäude zum Einsturz bringen könnte und uns in eine noch schlimmere Korrektur als im Dezember drücken? Ja zwei sogar!

Einerseits eine von Italien ausgehende Zerstörung der Eurozone. Ich rechne damit nicht in naher Zukunft, vorher wird die EZB noch "everything and the kitchen sink" auf das Problem werfen und auch Dinge wie noch tiefere Negativzinsen angehen. Und erst dann irgendwann in der Zukunft, ist die Eurozone wohl "reif", weil die Spannungen dann unerträglich werden.

Darauf jetzt zu wetten, wäre also wohl ein Verlustgeschäft, denn -> zu früh ist am Markt nur ein anderes Wort für falsch <-

Andererseits ein Scheitern der Handelsgespräche. Wenn diese Gespräche in Vorwürfen und einem Handelskrieg zwischen US und China enden sollten, dann wird das Gebäude kippen, davon bin ich überzeugt und dann sehen wir die Tiefs vom Dezember wieder.

Nur wie wahrscheinlich ist das? Xi wie Trump haben nun ein Incentive sich zu einigen und insbesondere Trump will in gut 18 Monaten wiedergewählt werden und kann daher keine Rezession gebrauchen, die seine Wähler im "Rostgürtel" besonders hart treffen würde.

Also, die Lage ist mal wieder schwierig aber nicht hoffnungslos. 😉 Dem -> Optimismus sollte mittelfristig weiter eine Chance gegeben werden <-, auch wenn kurzfristig nun erhöhte Vorsicht sinnvoll ist.

Und wenn doch eines der großen Desaster wie oben eintritt, dann sollte man *dann* darauf zügig und konsequent reagieren und nicht versuchen im Vorfeld auf etwas zu wetten, dessen Eintreffen völlig im Ungewissen ist.

Ich wünsche gute Entscheidungen und schöne Faschingsferien!

Ihr Michael Schulte (Hari)

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Der Zinswahn – eine Geschichte von Bienen, Selbstüberschätzung, Crowdfunding und Mittelstandsanleihen

Immer wieder begegnen mir Zinsvergleiche, in denen verzweifelte Anleger nach Wegen aus der EZB-Nullzinsfalle suchen. So ist mir -> aktuell hier < - auch wieder einer begegnet, in dem an der Spitze der Liste "Immobilien-Crowdinvesting" und "P2P-Kredite" mit einem "Zins" von über 7% genannt werden.

Heureka, wir werden reich! 😛

Nun ist das mit Worten aber so, dass sie gerne benutzt werden, um einen emotionalen Eindruck zu erwecken. So wäre das -> aktuelle Volksbegehren < - in Bayern kaum so erfolgreich, wenn es statt "Rettet die Bienen" alternativ "Rettet die Spinnen" heissen würde. 😛

Dabei geht es im Volksbegehren gar nicht, bzw. nur indirekt am Rande um Bienen, es geht um Maßnahmen in Sachen Artenvielfalt - insbesondere dessen was insektoid kreucht und fleucht (Spinnen eben). Die Maßnahmen sind komplex und diskussionswürdig, sie sind weder perse gut noch schlecht, man könnte da vieles diskutieren, das eine gutheissen und das andere ablehnen.

Mit der Überschrift "Rettet die Bienen" hat man aber eine an die Emotion appellierende, populistische Überschrift gefunden, die viele sofort unterschreiben lässt. Gehen Sie hier in eine Schule ihrer Wahl und sie werden diese Plakate mit netten, von den Kindern gezeichneten Bienen finden. Wer will schon gegen die Biene Maja sein, was sind das denn für miese Typen?. 😉

Ja ich weiss, das ist ein -> moderner Ablaßhandel < -, aber es wirkt eben. Ich erlaube mir zu wetten, dass wenn man bei denen die unterzeichnet haben im Anschluß ein Quiz machen würde, in dem sie nur drei! konkrete Maßnahmen des Volksbegehrens benennen sollten, mindestens 50% - wahrscheinlich viel, viel mehr - scheitern würden. Mit Spinnen wäre das Ding krachend gescheitert, das steht außer Zweifel, was viel über die Qualität von so Entscheidungen sagt.

Damit will ich, wie oben schon gesagt, ausdrücklich den wirklichen Inhalt des Volksbegehrens nicht pauschal kritisieren, der wäre differenziert zu diskutieren. Aber ein einziges Wort hat zum Erfolg geführt, nicht der Inhalt. Und das Wort lautet Biene!

Und so wie die Biene bei Umweltbewegten, setzt der Zins bei Renditejägern eben die emotionalen Säfte in Bewegung.

Und deshalb wird gerne "Zins" genannt, was strukturell oft eher den Charakter einer riskanten Beteiligung hat. Und das was sich "Aktie" nennt, löst bei den gleichen Menschen Angstreflexe und Gedanken an Unsicherheit aus, obwohl wir dabei teilweise über die stabilsten und profitabelsten Konzerne der Welt reden, die es schon seit 100 Jahren und länger gibt.

Genau, dieses Spiel mit Worten und die dahinter stehende Realität, soll hier Thema sein. Ich bediene mich dabei teilweise bei Texten, die ich im Premium Bereich zum Thema schon 2015 geschrieben habe.

Denn ich will Ihnen erklären, warum ich mich an dem, was sich gerne „Crowdfunding“ wie auch "Mittelstandsanleihen" nennt und mit dem Wort "Zins" operiert um Sicherheit auszustrahlen, in der Regel nicht beteilige. Und warum man da genau hinzuschauen und beim kleinsten Zweifel eher die Finger davon lassen sollte.

Dabei gibt es unter den jungen Unternehmen, die via „Crowdfunding“ nach Kapital suchen, ja richtig attraktive Kandidaten, in die sich eine Investition durchaus lohne würde!

Wenn es tatsächlich eine *Investition* wäre, kann man auch wirklich mal etwas bei Unternehmen zu riskieren, zu denen man einen persönlichen Zugang hat oder bei denen man vielleicht sogar die Gründer persönlich kennt. Das kann Sinn machen!

*Investieren* bedeutet dabei aber das, was *investieren* bedeuten sollte. Man ist an der Gesellschaft *beteiligt* und gibt nicht nur ein Darlehen, wie eine Bank. Man ist also *Gesellschafter* mit allen Rechten und Pflichten und steigt typischerweise über eine Kapitalerhöhung ein.

Wenn man so wirklich *investiert*, kann man bei einer Pleite des Unternehmens natürlich seinen Einsatz verlieren. Wenn sich aus dem Startup aber ein Weltunternehmen entwickelt, kann man mit seinem Anteil auch reich werden. Wer mal 0,1% in Unternehmen wie Google oder Microsoft am Anfang investierte, hat nun ausgesorgt. 😉

Richtig *investieren*, kann also ein sehr attraktives Geschäft sein. Es kommt halt darauf an, das „richtige“ Unternehmen auszuwählen. Dummerweise hat das, was sich „Crowdfunding“ nennt, manchmal mit *Investieren* herzlich wenig zu tun.

Nun gibt es da auch diverse Varianten und bei einigen gibt es auch Boni, die einen zwar nicht zu einem vollwertigen Gesellschafter machen, die Geldgeber aber doch wenigstens teilweise an zukünftigen Wertsteigerungen beteiligen.

Solche Varianten, die echtes „Crowdinvesting“ darstellen oder dem nahe kommen, sind dann auch mal einen Blick wert und in jedem Meer der Unattraktivität, gibt es ja auch immer mal eine Handvoll Ausnahmen, die sich trotzdem lohnen. Über die Ausnahmen, will ich hier aber nicht schreiben, denn die müsste man ja erst einmal erkennen.

Klarmachen will ich, was sich hinter dem Begriff „Crowdfunding“ - und "Mittelstandsanleihen" oft verbirgt. Nämlich keine *Investition*, sondern schlichte (hochriskante) *Darlehensgewährung* - mit ein paar Marketing-Girlanden. 😉

Sprich, Sie geben einem - manchmal sehr jungen und meistens kleinen - Unternehmen ein Darlehen um sein Geschäft zu entwickeln. Ein Darlehen, welches das Unternehmen offensichtlich zu diesen Konditionen auf anderem Weg nicht bekommen kann.

Und wie der Name *Darlehen* schon sagt, ist auch hier Ihr Geld weg, wenn das Unternehmen Pleite geht. Als Ausgleich bekommen Sie dafür einen "Zins", der das Pleiterisiko ausgleichen soll. Wenn aus dem Unternehmen aber eine neue Google wird, hat man nichts davon, nur den *Zins*.

Sie sehen schon daran, dass hier Chance und Risiko recht asymmetrisch zu Ihren Ungunsten verteilt sind. Crowdfunding-Plattformen streuen dann für Sie das Risiko, was die Pleiten statistisch berechenbarer macht und ja, das ist ein echter Vorteil. Wenn Sie das schon unbedingt machen wollen, dann gestreut über so eine Plattform. An der asymmetrischen Verteilung von Chance und Risiko, ändert das nach meiner Erfahrung in der Regel aber nichts.

Bei der Pleite sind sie also dabei, beim Google-Szenario aber nicht oder je nach Konstruktion nur mit einem kleinen „Nasenwasser“, einem Bonus, damit Sie sich wie ein Gesellschafter fühlen können, ohne wirklich einer zu sein.

Nun könnte das ja theoretisch auch attraktiv sein, wenn der Zins das Risiko ausreichend abdecken würde. So machen ja auch Banken Gewinn, in dem sie die Zinsen ihrer Darlehen so kalkulieren, dass das Ausfallrisiko des Kredits gedeckt ist und am Ende etwas übrig bleibt.

Typische Zinssätze von „Crowdfunding“ liegen dann bei 7-12%. Oben in dem Link tauchen diese 7% wieder auf.

Das hört sich im Zeitalter der finanziellen Repression ja erst einmal attraktiv an. Ist es aber in der Regel nicht!

Nehmen wir mal 7% an. Der Zinssatz bedeutet, dass von ca. 15 Unternehmen an denen Sie sich beteiligen, im ersten Jahr nur EINES Pleite gehen darf, damit Sie Ihr Kapital im ersten Jahr überhaupt wieder sehen. Oder nach zwei Jahren dürfen nur zwei Pleite sein. Von Gewinn reden wir da noch gar nicht.

Das ist nach meiner Erfahrung völlig unrealistisch. Realistisch ist, dass von so Startups vielleicht 30-50% in den ersten Jahren scheitern. Wenn nicht mehr, 30-50% ist noch optimistisch!

Was bedeutet, dass ein vernünftiger Zinssatz, der Ihnen das Ausfallrisiko wirklich bezahlt, bei 20, 30 oder sogar 40% liegen müsste! Diesen Zinssatz könnten sich die Gründer aber nicht leisten.

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Der Zombie aus der Mottenkiste

Es gibt Dinge, bei denen kann man nur verzweifeln. Da gab es doch mal die Idee der -> Tobin Tax <- und diese Idee war keine schlechte.

Die Grundidee war eine Art "Wegesteuer" an den Finanzmärkten einzuführen, um diese zu entschleunigen und auf den Kern des volkswirtschaftlichen Sinns zurückzuführen, der Preisfindung für Assets wie Währungen, Aktien und Anleihen.

Im Zuge der Aufarbeitung der Finanzkrise kam diese Idee wieder auf, weil es ja gerade ein komplexer Wildwuchs von Derivaten war, der den Markt an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hatte.

Dann wurde diese Idee von der europäischen Politik zerredet, von den Lobbyisten zerkaut und was schon vor 5 Jahren zurück geblieben war, war das genaue Gegenteil dessen was die Tobin-Tax wollte: Eine jämmerliche Steuer alleine auf Aktiengeschäfte wie in Frankreich nun eingeführt. Diese Steuer ist sinnfreí und schädigt das was zu fördern ist, während sie gleichzeitig Derivate unbesteuert lässt.

Aber es reicht ja nicht, dass dieser Blödsinn in Frankreich eingeführt wurde und viele seitdem um franzöische Aktien einen Bogen machen, während Großbanken wie BNP Paribas abertausende von Derivaten in den Markt kippen.

Nein, nun geistern -> Meldungen herum <-, nach denen unser weiser Finanzminister genau diese französische "Blödsinnssteuer" auch in Deutschland einführen will - frei nach dem Motto: "Hauptsache wir machen irgendwas und beweisen Handlungsfähigkeit."

Ich weiss da nicht, ob ich lachen oder weinen soll, so absurd ist das. Der Kauf einer deutschen Aktie wird dann auch separat besteuert, der Kauf eines Derivats auf genau diese Aktie aber nicht. Die Finanzindustrie lacht sich tot und reibt sich die Hände, endlich gibt es mal einen echten Grund Derivate unters Volk zu bringen, statt dass sich die Bürger direkt am Produktivkapital der deutschen Wirtschaft beteiligen. Für mich: sinnfrei - lächerlich - absurd.

Es ist einfach schrecklich, wie der vom Ansatz her nicht falsche Gedanke von Tobin ins Gegenteil verkehrt wird. Der Grundansatz sollte Spekulation zurückdrängen und den volkswirtschaftlich wertvollen Handel mit Aktien und Anleihen damit aufwerten. Tobin war im übrigen auch klar, dass so eine Steuer nur dann Sinn macht, wenn beinahe alle in der Welt mitmachen.

Nun wird das genaue Gegenteil daraus, eine Förderung dessen, was an der Finanzkrise signifikant mitgewirkt hat. Und unsere Politik kann sagen: Jetzt haben wir es den bösen Kapitalisten aber gegeben. 😉

Am Ende wird der sowieso schwächliche Finanzplatz Deutschland weiter geschädigt und derivatives Unwesen gefördert. Bravo, von hinten durch die Brust ins Auge!

Und wissen Sie, warum mich das verzweifelt? Weil das genau so auch schon vor 5 Jahren klar war. Denn schon am 19.02.2014 habe ich hier geschrieben: -> Finanztransaktionssteuer nur auf Aktien ist grober Unfug! <-

Ich könnte heute jedes Wort wiederholen, Sie müssen nur "Schäuble" durch "Scholz" ersetzen.

Ist es nicht traurig, dass dieses Ding wie ein Zombie immer wieder aus der Mottenkiste kommt? Lesen Sie meine 5 Jahre alten Worte selbst:

Es gibt Dinge, die kann man gar nicht oft genug in einem persönlichen Kommentar aussprechen.

Vor fast exakt einem Jahr, habe ich im Artikel -> Finanztransaktionssteuer - Von Ahnungslosigkeit und Lobbyismus <- eine Wutrede auf den damaligen Vorschlag der EU zur Finanztransaktionssteuer losgelassen, in dem Geschäfte auf den volkswirtschaftlich sinnvollen Aktienhandel 10x so stark besteuert werden sollten, wie Geschäfte auf Derivate. Es macht Sinn diesen Artikel noch einmal zu lesen, denn die Argumentation ist unverändert gültig und ich werde heute diese Argumentation nicht wiederholen.

Wer jetzt aber glaubte, es würde sich etwas zum Besseren ändern, wurde getäuscht. Vielleicht kennen Sie ja den Aphorismus:

Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir: "Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!"
Und ich lächelte und war froh, und es kam schlimmer!

Genau das passiert gerade, denn nun scheinen sich Frankreich und Deutschland in einem typischen, politischen Formelkompromiss darauf verständigen zu wollen, einen -> schrittweisen Start <- der Finanztransaktionssteuer vorzunehmen, bei dem zunächst nur Aktiengeschäfte besteuert werden sollen. Und das was wirklich entschleunigt werden müsste - der Wildwuchs der Derivate - kommt dann irgendwann .... uhmmm ..... ja vielleicht ...... ein bisschen ...... später ...... wenn überhaupt.

Das ist so klar und eindeutig grober Unfug, dass selbst die Mainstream-Presse bei dem Thema sofort richtig reagiert, die Welt hatte gestern den Artikel -> Transaktionssteuer nur auf Aktien ist eine Farce <- online und das Handelsblatt schreibt zu Recht vom -> Ungeheuer von Loch Ness <-.

Statt meine Position also erneut zu begründen und herzuleiten - das habe ich ausführlich vor einem Jahr getan - will ich hier nur in Stichpunkten mal ein paar Fakten zusammen fassen und Konsequenzen aufzeigen.

1. Ich bin persönlich für eine sinnvolle Finanztransaktionssteuer, deren Sinn die Entschleunigung der Finanzmärkte ist und die derivativen Wildwuchs zurück zu schneiden hilft. Bei dieser Steuer darf aber nicht die Einnahmenseite im Vordergrund stehen, sondern es geht darum, die volkswirtschaftlich schädlichen oder unsinnigen - weil Risiken produzierenden - Marktbereiche unwirtschaftlicher und damit unattraktiver zu machen. Nebenbei würde eine richtig gesetzte Finanztransaktionssteuer auch das HFT Unwesen eindämmen und uns allerlei regulatorische und tatsächliche Probleme und Risiken abnehmen.

2. Der Aktienhandel ist volkswirtschaftlich sinnvoll, er dient der Finanzierung der Unternehmen. Ohne Wagniskapital über die Börse, würde es eine Tesla Motors so nicht geben und viele andere erfolgreiche Unternehmen auch nicht. Der klassische Aktienhandel hat Null und Nichts mit den Ursachen der Finanzkrise zu tun. Im Gegenteil, der volkswirtschaftlich sinnvolle Aktienhandel steht unter Attacke. Unter Attacke durch Fehlentwicklungen wie das HFT. Unter Attacke durch die Zerfaserung des Handels auf diverse unregulierte Handelsplätze (Dark Pools). Unter Attacke durch diverse derivate Produkte, mit denen der echte Aktienhandel an echten Börsen umgangen werden kann.

3. Eine Börsenumsatzsteuer nur auf den Aktienhandel, ist ein Boom-Programm für Derivate und fördert die eigenen Transaktionen noch mehr in privaten Handelsplattformen (Dark Pools) zu verstecken. Dieser Formelkompromiss schädigt damit das volkswirtschaftlich Sinnvolle und fördert den Wildwuchs weiter. Das ist für mich grober Unfug ! Ein andere Formulierung fällt mir persönlich dazu einfach nicht ein.

4. Bezahlt wird diese Form von Finanztransaktionssteuer nicht von der Grossfinanz, die ausweichen kann und wird. Bezahlt wird sie vom normalen Bürger, dessen in Zeiten der finanziellen Repression sowieso schon schwieriger Versuch der Geldanlage, weiter verteuert wird. Aber selbst Verträge, bei denen man auf den ersten Blick gar nicht daran denken würde, wie Fondsparpläne bei Lebensversicherungen, werden negativ belastet werden.

5. Wer dagegen mobil ist oder der Grossfinanz angehört, wird je nach Ausgestaltung der Regeln einfach nicht mehr Aktien handeln und dafür Derivate nutzen. Oder auf Handelsplätze ausserhalb der EU ausweichen. Oder deutsche und französische Firmen am Aktienmarkt ganz meiden, die muss man auch nicht zwingend haben, es reicht sich in den USA und Asien zu tummeln. Geschädigt wird dadurch die Fähigkeit von deutschen oder französischen Unternehmen, an der Börse Kapital aufzunehmen.

Dieser aktuelle Vorschlag, mit einer reinen Finanztransaktionssteuer auf Aktien zu beginnen, ist auf jeden Fall ein Musterbeispiel, wie aus der prinzipiell guten Idee der "Tobin-Tax", durch politische Formelkompromisse ein Monster gemacht wird. Ein Monster, das vorhandene Fehlentwicklungen fördert und die verbleibenden Inseln der volkswirtschaftlichen Sinnhaftigkeit an den Finanzmärkten mutwillig schädigt.

Ist es wirklich möglich, dass so ein offensichtlicher Blödsinn Gesetz werden wird ? Noch hoffe ich auf die Intelligenz bei den Beteiligten. Hoffentlich nicht zu Unrecht.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Das endlose Zögern und die Unsicherheit

Am 07. Januar habe ich Sie in -> Börsenjahr 2019 - Dem Optimismus eine Chance! <- motiviert, auch wieder Chancen im Markt zu suchen.

Das war hier beim lila Pfeil, Sie sehen den weiteren Verlauf:

Nun habe ich diesen Verlauf nicht "vorhergesehen", Blödsinn, ich habe wie der Rest der Welt auch keine Glaskugel. Aber nach einer 20% Korrektur und einem Ausverkauf am 24.12.18, darf man auch mal wieder optimistischer werden, denn langfristig steigt der Markt und fällt nicht.

Leider machen viele Anleger das instinktiv genau falsch herum. Erst wird (im Herbst) zu lange gezögert Risiken zu begrenzen, dann wird (zum Jahreswechsel) zu lange gezögert wieder zuzupacken. Das Ergebnis ist, dass diese Anleger immer hintendran sind und am Ende dann behaupten, dass Markt-Timing nicht funktionieren würde.

Blödsinn, was nicht funktioniert ist nur die Denkweise, am Markt immer so lange warten zu wollen, bis man "sicher" ist. So funktioniert das aber nicht und Sicherheit gibt es schon gar nicht. Zum Thema Markttiming empfehle ich auch -> diesen lesenswerten Artikel der NZZ <-

Ein Blick auf das obige Chart des S&P500 zeigt schnell, dass schon eine simple Mechanik wie der Aus- und Einstieg anhand der 50-Tage-Linie, zu einem positiven Ergebnis geführt hätte - ich habe das mit lila Kreisen im Chart markiert. In der Mitte war Anfang Dezember mal ein "Fakeout", bei dem man ein- und gleich wieder ausgestiegen musste. Wo ist dabei das Problem? Auch das gehört dazu.

Aber solche Techniken sollen heute hier nicht Thema sein. Ich will nur betonen, dass man Chancen ergreifen muss und Risiken begrenzen, zu langes Zögern ist am Markt die Garantie für Verluste. So lange man bereit ist, eine falsche Entscheidung sofort wieder zu ändern, ist es auch kein Problem mal was zu risikieren. Übel wird es nur, wenn man an Fehlentscheidungen dann endlos festhält und sich so immer weiter ins Minus reitet.

Klar ist auf jeden Fall, wenn Sie nun im Web unterwegs sind, damit Ihnen jemand sagt, ob der Markt nun von hier zu den Hochs läuft oder von hier doch wieder einbricht, sind Sie komplett - aber wirklich 100% - auf dem falsche Dampfer!

Niemand weiss das und niemand kann Ihnen das mit hinreichender Sicherheit sagen. Warum suchen Sie dann danach?

Ich sage es Ihnen. Sie suchen danach, weil die Unsicherheit Sie belastet. Die Unsicherheit und Angst, jetzt etwas "Falsches" zu machen. Das lässt Sie an Wendemarken auch zögern und damit - siehe oben - zögern Sie immer zu lange und wenn Sie dann endlich vorsichtig den Kopf heraus strecken, ist der nächste Wetterwechsel schon im Gange.

Dabei gibt es einen ganz einfachen Weg, sich von dieser Unsicherheit zu befreien und das ist *nicht* die Suche nach der Glaskugel und dem Zukunfts-Propheten.

Es ist wie schon oben erwähnt, die Fähigkeit, eine falsche Entscheidung ohnen zu Zögern wieder zu beenden. Wenn man auch dabei schnell ist, kommt man immer mit geringen Schmerzen davon. Und dann kann man auch mal was riskieren, weil was kann schon passieren, wenn man einen Notausgang hat?

Man nennt das im normalen Leben auch das Prinzip des "Zeh ins Wasser stecken". Ist das Wasser zu heiss oder zu kalt, zieht man ihn halt zurück und hat von kurzem Schmerz abgesehen, kein echtes Problem.

Solange Sie aber den Einstieg in den Markt als die "große Dauerentscheidung fürs Leben" betrachten, erzeugen Sie eine gewaltige Hürde, die Sie zögern und zögern und zögern lässt. Und dann gehen Sie auf die Suche nach "Propheten", die Ihnen diese Unsicherheit abnehmen. Dummerweise gibt es die nicht und die die so tun als ob sie welche wären, sind eher Scharlatane, die vor allem Ihr Bestes wollen.

Denken Sie also entspannter, lockerer. Machen Sie sich bewusst, dass wenn etwas schief läuft, man eine Entscheidung jederzeit mit geringen Schmerzen revidieren kann - man muss es dann aber auch tun!

Wenn Sie so denken, wird es einfacher Chancen zu ergreifen. Dann können Sie auch diesen Markt positiver betrachten und wenn Sie beim lila Pfeil eingestiegen wären, hätten Sie nun ein Grinsen im Gesicht. Aber das dürfte für viele nur ein "hätte, hätte, Fahrradkette" sein - mal wieder, wie so oft. 😉

Die Straßen der Börsen sind gepflastert mit Anlegern, die vor der Korrektur sagen, dass Sie in der nächsten Korrektur kaufen und wenn sie dann da ist, viel zu ängstlich und zu paralysiert sind, um tatsächlich zu handeln.

Womit wir beim Markt des Jahres 2019 sind.

Wird er in 2019 neue Hochs erreichen? Ich weiss es nicht.
Wird er bald wieder zusammenbrechen und in eine schwere Baisse wechseln? Ich weiss es nicht.

Was ich aber weiss ist,

  • dass die Marktmechanik aktuell positiv ist!
  • dass er oberhalb einer wichtigen Unterstützung notiert!
  • dass er eine 20% Korrektur hinter sich hat und damit die tiefste Korrektur seit 2009!
  • dass die Aufwärtsbewegung nun langsam müde wird und eine Konsolidierung/Korrektur bald kommen dürfte.

Das Glas ist also halbvoll und Chancen sind da, auch wenn man kurzfristig keine Wunderdinge mehr erwarten darf. Und wenn sich die Chancen doch nicht realisieren, geht man halt wieder raus.

Was ist daran so schwierig?

Ich sag es Ihnen, unser evolutionäres "Affenhirn" denkt anders und das macht es schwierig - es sorgt sich immer über die Zukunft und ist nie ganz in der Gegenwart. Das ist gut für die Savanne, um Löwen aus dem Weg zu gehen, für einen reflexiven Markt, denkt es aber *falsch*.

Wir haben die Wahl. Wir können das erkennen und uns darüber erheben. Oder wir können uns davon weiter treiben lassen, weil es sich "so gut anfühlt".

Die Entscheidung ist alleine Ihre, die Konsequenzen sind es auch.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Warum das „Smart Money“ mehr groß als „smart“ ist


Der folgende Grundlagen-Artikel erschien Anfang diesen Jahres im Premium-Bereich. Für die Lesbarkeit im freien Bereich, wurde er bei Referenzen und Links leicht überarbeitet

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In diesem Artikel, möchte ich für Sie einordnen, was sich hinter dem Begriff "Smart Money" verbirgt, für den es auch andere Begriffe gibt wie das "Big Money" oder die "Markt-Elefanten".

Und auch der "Composite-Operator" der sogenannten -> Wyckoff-Terminologie <- beschreibt die gleiche Gruppe, der Begriff ist eine abstrakte Metapher für die Gruppe im Markt, die alleine durch Größe und Wissen, die Richtung des Marktes ganz wesentlich beeinflussen kann.

Auch ich spreche oft flapsig vom "Smart Money" oder von den "Marktelefanten" und meine damit die gleiche Gruppe, die mit dem Begriff "Composite Operator" in ein eingängiges Bild gefasst wird. Womit sich vielleicht doch mal die Frage anschliesst, wer damit überhaupt gemeint ist und ob das "Smart Money" wirklich so smart ist?

Vor allem, wir lesen und erleben doch immer wieder, dass Hedgefunds zu Hunderten auch 2018 Pleite gegangen sind, dass Fondsmanager sich 2018 durchweg nicht mit Ruhm bekleckert haben und im tiefen Minus mit ihren Fonds hängen und selbst "Helden" wie David Eichhorn, der in der Reihe der -> greatest Investors <- genannt wird, in 2018 mal eben -> 28% Verlust gemacht haben <-.

Wie "smart" ist dieses "Smart Money" also eigentlich und stehen hinter dem "Composite Operator" konkrete Namen mit besonderem Insiderwissen?

Die wichtige Antwort drauf ist Nein! Alle kochen nur mit Wasser, auch die Einhorns dieser Welt! Und es gibt dieses "Smart Money" und diesen "Composite Operator" gar nicht als dedizierte Personen oder Gruppen, das ist eine Fiktion. Es sind einfach abstrakte Konzepte, die einen Sinn haben.

Bevor ich zum Sinn komme sei gesagt, dass es natürlich echtes Insiderwissen im Markt gibt. Wir erleben das immer wieder bei Einzelaktien, wenn schon Stunden oder einen Tag vor einer wichtigen Nachricht, die Kurse in die (im nachhinein) richtige Richtung zu laufen beginnen. Da wissen dann schon welche was, die gleicher als gleich sind und starten faktische Insidertrades, die in der Regel unentdeckt bleiben.

Nur das sind keineswegs immer die gleichen Personen und es ist vor allem spezifisches Wissen zu einem Ereignis oder einem Unternehmen - was den ganzen Markt angeht, ist das weit schwieriger bis unmöglich.

Schauen wir doch die letzten Wochen des Jahres 2018 an. FED-Chef Jerome Powell hat mit seiner Kommunikation schwer überrascht, wahrscheinlich er sich auch selber, weil ihm gar nicht klar war, welche Lawine des Missvergnügens er da vor Weihnachten in Gang setzen würde. Und Trump kaspert mit Chinas Xi herum und selbst seine eigenen Berater die um ihn sind wie Larry Kudlow, werden immer wieder von seiner nächsten Volte überrascht, siehe seine überraschende Entscheidung im Telefonat mit Erdogan aus Syrien abzuziehen.

Und dabei sind die beiden Themen FED und Handelskonflikt, die großen Sorgen die den Markt gerade bewegen und ich garantiere Ihnen, das "Smart Money" bzw der "Composite Operator" rätselt genau so über Trump wie wir. Wie will ein Dritter auch etwas wissen, das Powell nicht bewusst ist und Trump nicht mit seinen Beratern bespricht, bevor er es verkündet?

Ja, vielleicht bekommen die mal was von Kudlow gesteckt, der es wieder seinem alten Partner Jim Cramer steckt, wer weiss das schon? Und die haben die besseren Daten zu dem was im Markt passiert, als wir kleinen "Blindfische". Aber trotzdem, wirklich etwas "wissen" tun sie nicht und ökonomische Daten sind auch mehrdeutig und so besonders "smart" können sie dann auch nicht sein, wenn man sich - siehe oben - die Ergebnisse vor Augen führt.

Wie passt das dann denn überhaupt alles zusammnen?

Eigentlich gibt es also kein konsistentes Smart-Money und doch funktionieren Konzepte, bei denen man genau schaut, was diese Markt-Elefanten treiben und diese Konzepte führen zu besseren Anlageentscheidungen.

Es lohnt sich also den Handlungen der "Markt-Elefanten", des "Composite Operators" zu folgen und gleichzeitig ist der aber meistens gar nicht so smart und weiss nicht viel mehr als wir.

Erneut, wie passt das zusammen?

Meine Antwort ist einfach und elegant und sie ist absolut faszinierend, weil es mal wieder die -> Reflexivität <- ist, die hier den entscheidenden Faktor ausmacht.

Die Antwort ist verkürzt gesagt:

Die Markt-Elefanten bestimmen den Markt, weil sie Elefanten sind. Weil sie Elefanten sind, können sie von dieser Dominanz aber nicht immer profitieren.

Denn das "Smart Money" ist gar nicht besonders "smart", es ist aufgrund seiner schieren Feuerkaft aber trotzdem marktbestimmend.

Stellen Sie sich eine Kugelpyramide vor und nun will einer seine Kugel heraus ziehen, eine Kugel die so groß ist, dass die Statik der Pyramide davon abhängt. Wenn diese Kugel gezogen wird, fällt die ganze Pyramide zusammen.

Die Pyramide fällt aber nicht zusammen, weil der so "smart" war und das vorher geahnt hat. Sie fällt zusammen, weil die Kugel zu gross und wichtig war, um auf sie in der Pyramide zu verzichten.

Die großen Adressen bestimmen also wesentlich den Markt, aber nicht weil sie - von Ausnahmen abgesehen - die Zukunft besser kennen als wir, sondern ganz profan, weil sie der Markt sind!

Es ist also eine selbsterfüllende Prophezeihung, ein Markt erreicht sein Top dann, wenn die großen Adressen denken, dass er sein Top erreicht hat und deshalb zu verkaufen beginnen. Genau das haben wir diesen Oktober beobachtet, als der Markt fiel, obwohl es dafür keinen harten Anlass in den Wirtschaftsdaten gab.

Und noch schlimmer, diese großen Adressen können davon selber auch nur begrenzt profitieren, weil sie eben so groß sind, dass sie ihre Verkäufe über einen langen Zeitraum verteilen müssen, weil sie ansonsten sich durch einen zusammenbrechenden Markt selber ins Knie schiessen würden.

Genau das nennt man die Distributionsphase, genau das ist das Wirken des "Composite Operators". Und dahinter verbirgt sich kein konkreter, besonders "smarter" Mensch, sondern dahinter verbirgt sich einfach das große Volumen, das den Markt bestimmt und lange braucht, um sein Geld abzuziehen oder wieder zu investieren.

Es gibt also genau genommen gar kein "Smart Money", von Ausnahmen echten Insiderwissens abgesehen. Es ist im reflexiven Markt einfach so, dass das große Geld "der Markt ist" und wenn das verkauft, wird der Markt fallen - einen Grund braucht es dafür dann nicht, den liefern die Medien nach.

Dieses "große Geld", dieser "Composite Operator", sieht also smart aus, weil er Bewegungen auslöst, er weiss aber eigentlich gar nicht so viel, er reisst eher den Markt durch seine schiere Größe nach unten.

Deswegen sind die abstrakten Konzepte der "Markt Elefanten" und des "Composite-Operators" wichtig, weil wenn wir lernen zu erkennen, was die großen Institutionen machen, wir auch wissen wohin der Markt will. Denn die sind der Markt - mehr als wir auf jeden Fall!

Wirklich "smart" sind die aber auch nur in Ausnahmefällen, wenn sie wirklich Insiderwissen haben, ansonsten kochen die genauso mit Wasser wie wir.

Konkret gesagt, gib theoretisch einem Affen 20% der Marktkapitalisierung einer Aktie und lass ihn Stück für Stück verkaufen. Der Affe wird im Nachhinein unglaublich "smart" aussehen, weil er im Wesentlichen ab dem Hochpunkt des Kurses zu Verkaufen begonnen hat und danach ist der Markt nur noch gefallen.

Genau das ist aber die Reflexivität, das ist ein selbstreferentieller Markt. Der Affe war gar nicht "smart", er war einfach nur "gross". 😉

Ich hoffe das hilft ein wenig, diese Begriffe besser einzuordnen. Es gibt kein pauschales "Smart Money" und doch ist es für uns wichtig, seinen Bewegungen zu folgen. Ein vermeintlicher Widerspruch, den die Reflexivität auflöst.

Und die beste Methode das Verhalten des großen Geldes zu erkennen, ist auf die Preisstrukturen des Marktes zu schauen und dabei immer das Volumen im Auge zu behalten. Denn zum Ein- wie Ausstieg wird am Markt nicht geklingelt, der Erste der davon weiß, ist in der Regel der Kurs selber. Erst dann fangen andere an, darüber zu schreiben.

Ihr Hari

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