Die erwartete Korrektur

Was wir in den letzten zwei Wochen erlebt haben, muss man wohl als ideale, erwartete Korrektur bezeichnen. Monatelang haben alle Marktteilnehmer darauf gewartet und dass in 2018 eine 10-20% Korrektur anstehen würde, war wenig überraschend und habe ich mehrfach geschrieben, so auch hier im freien Bereich zum Beispiel in -> Auf ein Neues! <-

Aber noch besser, nicht nur abstrakt war diese Korrektur zu erahnen, auch konkret haben wir sehr früh die Witterung aufgenommen, ein -> gelber Alarm <- am 02.02.18 kündet auch von aussen sichtbar davon, auch wenn dieser Artikel auf den Premium-Bereich begrenzt war.

Dann hatten wir am Freitag 09.02. ja dieses markante und denkwürdige Reversal am späten Abend, das gegen 19:30 Uhr einsetzte. Darauf haben wir schnell reagiert und am folgenden Sonntag 11.02. habe ich den Mitgliedern dann ein Chart für drei weitere Verlaufsszenarien gezeigt, das ich Ihnen hier nun auch im freien Bereich zeigen will und mit einem lila Kreis eingezeichnet habe, wo wir gerade stehen. Der Pfad (1) war dabei von den Wahrscheinlichkeiten her meine Präferenz:

Aber selbst wenn Sie in der Community nicht dabei sind und diese Infos und intensive Begleitung im "Schlachtengetümmel" nicht hatten, waren die letzten 2 Wochen immer noch die wahrscheinlich meist antizipierte und bestens vorbereitete Korrektur der letzten Jahre.

Und trotzdem konnte man wieder erleben, wie viele Anleger davon doch aus der Spur geworfen wurden. Auch im Herbst erlebt man ja immer wieder, wie die Autofahrer von den ersten Schneeflocken "überrascht" sind. Und Marktteilnehmer, die vorher noch davon geredet hatten, wie gerne sie doch zu besseren Kursen nachkaufen wollten, waren verunsichert, als die Kaufkurse dann da waren.

So ist das immer, von einer Korrektur zu reden und Sie zu erleben, sind eben zwei verschiedene paar Schuhe. Ich kann Ihnen nur wärmstens ans Herz legen, dazu meine folgende halbfiktionale Geschichte zu lesen:

-> Wie die Assyrer mir das Geheimnis der nächsten Börsenkrise offenbarten <-

Prüfen Sie sich also selber, wie Sie mit dieser Korrektur bisher umgegangen sind. Wenn schon diese sie in Unsicherheit gestürzt hat, haben Sie ein grundlegendes Problem, das Sie lösen müssen. Denn wenn es dann wirklich mal ernst wird und der Rebound nicht gleich kommt, werden sie von ihren Ängsten mit hoher Wahrscheinlichkeit überwältigt werden. Die Lösung dafür, ist eine eigene, belastbare Strategie und dabei kann Ihnen diese Community helfen.

Wie geht es nun weiter?

Folgt man dem alten Erfahrungswissen, wäre ein erneuter Taucher zu den Tiefs im Sinne des Pfades (2) oben nur völlig normal. Dieses alte Erfahrungswissen ist aber durch die mehr und mehr dominanten Algos teilweise obsolet geworden, denn diese Algos sind darauf programmiert genau das Erfahrungswissen abszuschöpfen, was im reflexiven Markt zu verändertem Kursverhalten sorgt.

Ein weiterer Anstieg im Sinne eines "V" in den US-Indizes würde also dem 2017er Muster entsprechen, allerdings bin ich nicht überzeugt, dass der Markt nach oben noch sehr viel Kraft hat und vermute um die 3.000 im S&P500 einen mittelfristigen Deckel, wie auch in -> Crash, Boom, Bang! <- erläutert.

In dem Artikel habe ich dieses langfristige Chart des S&P500 gezeigt, das eine langfristige Konsolidierung zeigt, die bei ca. 3.000 einen Deckel bekommt - ein Szenario, das ich mir sehr gut vorstellen kann:

,

Und der DAX? Der ist weiter relativ zu den US Märkten sehr schwach, was mit hoher Wahrscheinlickeit an Abgaben von US Investoren liegt. Man schaue sich nur mal den deutschen Markt aus Sicht eines US ETFs in Dollar an, dann erkennt man wie stark die Abgaben waren, während es kaum zu Aufwärtsvolumen gekommen ist:

Das sieht nicht sehr gut aus und ohne Käufe der dominanten US Investoren kann man sich das ganze Gerede vom "besser als die US Märkte bewerteten DAX" sonst wohin schmieren. Bewertungskennziffern sind kein Timing-Indikator, waren es nie und werden es nie sein, auch wenn permanent anderes geredet wird. Der Markt ist das Ergebnis von Angebot und Nachfrage und wenn keine Nachfrage da ist, ist eben keine da und die Kurse können nicht steigen.

Summa Summarum war die Korrektur bisher ein Weckruf, mehr nicht. Kluge Anlager betrachten diese als Testfall für die eigene Psychologie, wer schon damit nicht gut klargekommen ist, hat dringenden Handlungsbedarf.

Über den aktuell laufenden Rebound hinaus, ist die Frage berechtigt, ob dieser Markt nun noch so furchtbar viel Potential nach oben hat. Ich bezweifele das aktuell und rate daher dazu nun ganz kritisch hinzuschauen, insbesondere wenn der Markt nun seitwärts zu laufen beginnt. Eine temporäre Topbildung in den US Indizes ist nun absolut denkbar und wir wissen, dass Topbildungen Zeit brauchen und von mehrfachen Versuchen geprägt sind, die wieder zu den Hochs führen oder scheitern.

Ob wir so etwas im Sinne Pfad (1) gerade erleben, wird für alle Anleger eine wichtigen Information sein. Nur ein klarer Anstieg über 3.000 hinweg, kann im S&P500 diese grundsätzliche Frage aus dem Spiel nehmen.

Ihr Hari

Entladung

1 Uhr Nachts, nach einem denkwürdigen Abend davor. Faszinierend, so schnell geht es manchmal an den Börsen.

Gestern noch hatten wir den Beginn einer normalen Korrektur, die man zwar ernst nehmen, aus der man aber kein Ungeheuer machen darf. 24 Stunden später haben wir wirklich eine Situation, die außergewöhnlichen Chrakter hat. Daher auch dieser ungeplante Artikel am sehr späten Abend nach der Geisterstunde.

Wie schnell es ging, sieht man daran, dass ich gestern gegen 18 Uhr den Arbeitstag normal geschlossen habe und mit meiner Familie etwas machen wollte, bis dahin war es ein durchaus erwarteter Tag mit einem schwachen Bounce gewesen, der durchaus Raum für weitere Abgaben schaffte, aber mit nichts einen großen Ausverkauf ankündigte.

Dann aber nahm die Abwärtsbewegung Fahrt auf, weil die Algos statt den Dip zu kaufen wie seit 1,5 Jahren üblich, plötzlich nach unten zu pressen begannen. Vor allem die letzten beiden Handelsstunden waren übel und mit 4% Minus war das zwar noch kein "Crash" im eigentlichen Sinne, aber doch ein schwerer Ausverkauf.

Dass der Tag, an dem die Algos die Seiten wechseln und von BTFD (Buy the f***ing Dip) auf STFB (Sell the f***ing Bounce) wechseln, übel und hoch riskant werden würde, haben wir hier im Blog x-fach immer wieder thematisiert. Nur gekommen ist dieser Tag nie, gestern war er endlich da.

Wie extrem der Tag doch war und auch wie bedeutsam, kann man am Volatilitätsindex VIX sehr schön sehen, der gestern massivst ausgeschlagen hat, weil es auch in den "Short-Vola" Produkten einen Short-Squeeze gab. Ob und wie es aus diesem Short-Squeeze auch Rückkopplungen in den sonstigen Markt gab, kann man bei den vielfältigen Strategien nur vermuten, sollte aber davon ausgehen, dass diese deutlich vorhanden waren.

Was bedeutet das jetzt?

Erstens, die Zeit des volatilitätsarmen Hochschiebens ist eindeutig vorbei. Der "Free Lunch" im Sinne "Short Vola" ist wohl zu einem grausamen Ende gekommen. There is no free lunch.

Zweitens, Bullenmärkte enden so nicht, das Top eines Bullenmarktes ist typischerweise still, leise und heimlich und nicht mit Karacho.

Drittens, was wir erleben ist eine zwangsläufige Entladung, eines Marktes der viel zu weit korrekturlos gelaufen ist, das war hier vielfach Thema, siehe auch -> die Steigung <-.

Viertens, da der Markt in den letzten 2 Jahren in historisch einmaligem Umfang ohne Korrektur nach oben gelaufen ist, ist zu erwarten dass diese Entladung auch besonders scharf und hart ablaufen wird.

Fünftens, da der Markt nun von Algos geprägt ist und sich einem historischen Experiment in der Geldpolitik gegenüber sieht, sind Schlußfolgerungen aus historischen Analogien nur bedingt hilfreich.

Sechtens, sicher kann man aber sagen, dass die allermeisten echten Crashs, wie der Schwarze Montag 1987, aber auch der Flash Crash 2010, immer erst nach "schlimmen" Tagen kamen. Ein Crash kommt eben nicht aus dem Nichts, er folgt "schlimmen" Tagen und gestern war dummerweise ein "schlimmer" Tag.

Siebtens, heisst das konkret, dass die Gefahr eines echten Crashs nun nicht mehr Null ist, wie sie es lange war. Diese 4% Minus gestern können der Vorbote eines noch negativeren Tages sein und dass die Märkte gestern auf den Tiefs geschlossen haben, erhöht dieses Risiko auch. Könnte, nicht muss, aber das Risiko ist nun real, was es jahrelang nicht war, während darüber permanent spekuliert wurde. Zum ersten Mal seit 2015/2016, darf man dieses Wort also zu Recht wieder in den Mund nehmen.

Achtens, hat trotz der Abgaben am Freitag und gestern, der S&P500 immer noch nicht ausreichend korrigiert, um die Überdehnung abzubauen. Es macht also Sinn, von mindestens einem weiteren Tag des Schmerzes auszugehen, vielleich auch mehr. Das gilt umso mehr, falls Morgen ein Rebound kommen sollte. So ein Einbruch ist höchst selten mit nur einer Abwärtsphase erledigt.

Neuntens, gibt es nun auch strukturelle Probleme im Markt, insbesondere im Markt der Volatilitätsprodukte. Da wird wohl noch was nachkommen und wir befinden uns historisch in unerforschten Gewässern.

Zehntens, sehen wir leicht, dass der US Markt in Form des S&P500 noch weiteres Korrekturpotential hat und es immer noch nicht der Weltuntergang ist, sondern vielleicht nur die notwendige und erwartete 10-20% Korrektur, die für 2018 einfach auf der Agenda stand.

So weit so kurz mein nächtlicher Rat vor einem neuen Handelstag. Nach so einem Einbruch kommt in der Regel noch was nach, selbst wenn es erst einmal hoch gehen sollte.

Nehmen wir das Geschehen also ernst, rechnen wir durchaus mit noch tieferen Kursen in den kommenden Tagen, das Ende des Bullenmarktes ist es aber wahrscheinlich nicht, sondern eine ebenso notwendige wie überfällige Entladung.

Gerade wenn wir im Vorfeld in der sichtbaren Überdehnung Gewinne mitgenommen und unseren Cash-Anteil erhöht haben - im Premium-Bereich habe ich letzte Woche "Gelben Alarm" ausgelöst - gibt es keinen Grund für Panik und wir können das nun ablaufende, hektische Geschehen primär als Chance betrachten.

Ihr Hari

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Der Weltuntergang hat begonnen – Achtung Sarkasmus

Im sogenannten "freien" Internet geht es bekanntermassen primär darum, möglichst einfach Klicks zu genieren und dafür legt man in Überschriften gerne schmackhafte Häppchen aus, die die Leser dazu verleiten sollen zu klicken, insbesondere weil die Überschrift den eigenen Bias befriedigt. Denn wir lesen doch einfach besonders gerne, was wir schon immer gewusst zu haben glauben, frei nach dem beliebten Motto: "Siehste"?

Der Markt ist letzte Woche zur überfälligen Korrektur angetreten, die US Indizes sind gegenüber dem Jahresanfang aber immer noch deutlich im Plus und diese Korrektur war ja nicht nur überfällig, sie war unvermeidbar, ich habe mehrfach darüber geschrieben.

Genau genommen ist dieses Jahr sowieso eine echte Korrektur von 10-20% überfällig und vielleicht hat sie gerade begonnen. Schön wärs, denn das würde den Boden bereiten für eine neue Anstiegsphase, denn der übergeordnete Bullenmarkt ist eben noch nicht notwendigerweise zu Ende, Korrekturen gehören zum Geschäft.

Da sollte man doch meinen, dass sich die Mehrzahl nun freut und nach riesigen Gewinnen und 1,5 Jahren Anstieg ohne Pause einfach mal gelassen zur Kenntnis nimmt, dass dieser Markt erfreulicherweise wieder zur Normalität zurück kehrt.

Aber nein, es muss gleich der kommende, finanzpolitische Weltuntergang sein, lesen Sie mal, was unsere Presse dazu verzapft:
-> Heftige Börsenturbulenzen gefährden deutschen Aufschwung <-

Welche "heftigen Börsenturbulenzen" eigentlich? Und was schreiben die, wenn wir wirklich mal welche haben? Im Artikel ist dann allerlei wild zusammen gemixt, was teilweise sogar richtig ist, die Aufgeregtheit der Überschrift ist im Ringen um Aufmerksamkeit im Internet aber symptomatisch.

Genau das ist für mich persönlich "Clickbaiting", bösere Zungen haben so etwas auch schon mal "Börsenpornographie" genannt - Klick-Mich-Jetzt!

Und es funktioniert natürlich, viele die seit 2009 in ihrer fest gefügten Gedankenburg schon immer wussten, dass Börse nur Zockerei ist und der börsentechnische Weltuntergang unmittelbar bevor steht, suhlen sich wohlig im eigenen Saft, ohne zu merken dass sie nur wieder reflexartig auf einen vor die Nase gestellten Trigger reagieren.

Nun denn, lassen wir hier bei Mr-Market lieber mal die Realität und Rationalität sprechen. Ich lege auch keinen Wert auf Klicks und Aufmerksamkeit um jeden Preis und das unterscheidet Mr-Market ganz zentral von andere Angeboten.

Hier ist der DAX im langfristigen Bild mit Wochenkerzen:

Wir sehen, dass noch gar nichts passiert ist, der langfristige Trend ist intakt, es gibt kein tieferes Tief. Wir sehen aber auch etwas, was vielleicht zu einer Topbildung werden *könnte* - Konjunktiv.

Insofern ist die aktuelle Entwicklung nichts, was man sorglos ignorieren darf, denn das kann sich nun ausweiten, Es ist aber bisher noch davon entfernt, dass man mehr als eine normale Korrektur hinein interpretieren muss.

Noch klarer ist das langfristige Bild im Leitindex S&P500:

Wir sehen einen immer steiler werdenden Trend, der auf keinen Fall so unbegrenzt weiter gehen konnte. Das habe ich selbst hier im freien Bereich mehrfach geschrieben, insbesondere zuletzt am 23.01. in -> Die Steigung <-. Zitat:

Ich denke man erkennt sehr schön, wie die Steigung von einer dauerhaft tragfähigen Neigung in 2017, in 2018 nun auf eine Steilheit gewechselt ist, die der Markt nicht dauerhaft durchhalten kann.

Würde man diese Steigung auf das Jahresende hochrechnen, würde sich der SP500 vervielfachen, was natürlich kompletter Unfug ist.

.....

Gleichzeitig muss dieser kluge Anleger sich aber bewusst machen, dass eine scharfe Korrektur von 20% in 2018 mit dieser steilen Bewegung eher wahrscheinlicher als unwahrscheinlicher geworden ist, die Risiken steigen also deutlich.

Bei allem demütigen Mitgehen, muss man sich also immer wieder die Ausstiegspunkte zurecht legen und sozusagen schon den Fallschirm aufgeschnallt haben, damit man dann nur noch die Reissleine ziehen muss.

Noch Fragen? Was ist an dieser überfälligen Korrektur nun also bis jetzt eine "Börsenturbulenz"?

Wir alle wissen nicht, wie sich das entwickelt. Theoretisch kann hieraus in den nächsten Tagen eine "Börsenturbulenz" werden, das gilt aber grundsätzlich für jeden Minustag an der Börse, theoretisch kann jeder das Top markieren, praktisch ist das Unfug und wer danach handelt wird zu 99% verlieren.

Was wir aber bisher in Realität vor uns haben, ist eine überfällige Korrektur, die erste dieser Art seit Trump Präsident wurde. Eine Korrektur, die sich durchaus auf 10-20% ausdehnen kann, selbst dann aber immer noch notwendig und gesund im Rahmen eines übergeordneten Bullenmarktes wäre.

Mehr wissen wir derzeit nicht und mehr sollte man derzeit daher auch nicht herein interpretieren, wenn man sich ernsthaft mit den Märkten beschäftigen will. Was die Zukunft bringt, ist offen.

Ihr Hari

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Vom Dabeibleiben und der Angst in uns

Im Juli 2013 habe ich -> von Untergangspropheten und Erfolg an den Finanzmärkten <- geschrieben und Sie haben es vielleicht nicht ernst genommen.

Im November 2013 habe ich dieses logarithmische Chart der letzten 100 Jahre gezeigt und gefragt, -> ob ein säkularer Bullenmarkt bevor steht <- und Sie haben es vielleicht ignoriert.

Dow Historisch

Im gleichen November 2013 habe ich -> vom Hier und Jetzt und dem sinnlosen Kampf gegen den Markt <- geschrieben und Sie wollten es vielleicht nicht hören, weil Ihnen die Warnungen der Crash-Propheten die Gedanken vernebelt haben.

Im Juli 2014 habe ich -> vom irgendwann kommenden Crash und der Mutter aller Trendkanäle <- gesprochen und Sie haben es vielleicht erneut nicht ernst genommen.

Im September 2014 habe ich über die Ursache dieser Realitätsverweigung geschrieben und bin in -> unsere Verlustangst und wie man dem Affen Zucker gibt <- zum Kern des Problems vorgestossen, das nämlich hinter unserer Stirnplatte hockt.

Ja und so ging es weiter, ich erspare Ihnen weitere Zitate. Im April 2016 habe ich dann in -> Aktien sind Teufelszeug und die Börse ist eine Zockerbude <- Ihre Ängste und Argumente direkt adressiert und zerlegt. Und Sie haben vielleicht weggeschaut, weil was nicht wahr sein darf, nicht wahr sein kann.

Ich habe Ihnen im August 2016 in -> Katastrophenhausse - Crack-up-Boom <- den möglichen weiteren, sehr bullischen Verlauf gezeigt, der vom Chart her nun so eingetroffen ist und ich habe Sie im November 2016 als -> der typische Unterinvestierte <- direkt angesprochen.

Vielleicht hat das alles nichts genützt und wenn das der Fall war, halte ich Ihnen hier und heute noch einmal den Spiegel vor. Ich weiss dass das für das Ego schmerzhaft ist, Sie müssen sich schon entscheiden, ob Sie an der Börse Geld verdienen oder nur Ihr Ego pflegen wollen.

Schauen Sie mal auf den Leitindex S&P500 seit 2013:

Autsch! Der ist um 100% gestiegen! Heisst er müsste sich jetzt halbieren, um überhaupt wieder das 2013er Niveau zu erreichen. Was hat Ihnen die permanente Angst um eine 10% Korrektur also eingebracht? Geben Sie sich selber die Antwort.

Und Nein, das hat nichts damit zu tun, dass man hinterher klüger ist. Schauen Sie auf das ganz langfristige Chart oben des Dow Jones. Aktienmärkte steigen halt langfristig und das liegt an dem "Wunder" der Innovation und des freien Unternehmertums. Stagnation gibt es nur in Planwirtschaften. Sicher, wenn man nun noch Inflationsraten berücksichtigt, ist die Steigung nicht mehr so steil, vorhanden ist sie aber immer noch!

Und klar ist der Markt jetzt weit gelaufen und kann und wird in 2018 wohl mal wieder in eine schmerzhaftere Korrektur hinein rennen. vielleicht schon ab Morgen, vielleicht auch erst im Sommer. Aber das ändert nichts am langfristigen Trend und beantwortet auch nicht die Frage, ob wir nicht vielleicht erst noch einmal 10% steigen, bevor wir dann um 10% korrigieren.

Habe ich Sie jetzt endlich erwischt? Ignorieren Sie jetzt nicht mehr und schalten Sie nun mal endlich die Dauerbeschallung mit den ganzen Weltuntergangspropheten ab, denen es sowieso primär um Klicks geht?

Fein, dann sind Sie einen Schritt weiter. Stehen aber vor dem nächsten Abgrund, denn jetzt kommen die zu Ihnen, die Ihnen erklären, dass Sie ja einfach nur "Buy and Hold" machen müssten. Theoretisch ist das auch richtig, das Chart ganz oben beweist es. Und da wir gerade einen Jahresanfang haben, haben Sie einen "guten Vorsatz", nun werden Sie "langfristig investieren". Jaja. 😉

Sie sehen meinen Sarkasmus, denn es wird zu 99% *nicht* funktionieren. Weil das was Sie sich nun als guten Vorsatz zum Jahresstart vornehmen, werden Sie *garantiert nicht durchhalten*, wenn die Kurse in der nächsten Krise mal wieder um 50% fallen. Und das werden sie - irgendwann, vielleicht Morgen, vielleicht erst in 5 Jahren.

Dann wird Sie wieder die Angst packen, im wahrsten Sinne am Schlafittchen und die gleichen Mechanismen die Ihnen nun über Jahre Angst vor der Korrektur eingeflüstert haben, werden Sie dann mitten in der Krise innerlich zerreissen und Sie dazu zwingen, am Tiefpunkt zu verkaufen. Genau am Tiefpunkt, kurz bevor die Kurse wieder steigen!

Ich garantiere Ihnen das, weil unsere Psychologie eben ist, wie sie ist. Gute Vorsätze sind nette Theorie, in der Krise übernehmen archaische Reflexe unser Verhalten.

Dabei ist das "Dabeibleiben" die zentrale Fähigkeit, die jeder wirklich langfristige Investor braucht, das obige langfristige Chart beweist es erneut. Selbst der berühmte Trader Jesse Livermore hat mal gesagt:

„Es waren nie meine Gedanken, die mir viel Geld einbrachten. Es war immer mein Sitzenbleiben. Klar? Mein konsequentes Sitzenbleiben!“

Nur was nützt die Theorie, wenn man es dann unter Druck nicht kann? Wenig.

Weswegen Sie, nachdem Sie den ersten Schritt getan haben und nicht mehr gegen den Markt kämpfen, auch den zweiten Schritt tun müssen und sich eine bewusste Strategie für den Umgang mit der nächsten großen Krise im Vorfeld! überlegen müssen.

Eine sinnvolle Strategie ist zum Beispiel der kontrollierte Ausstieg und Wiedereinsteig nach festen Regel, wie zum Beispiel gleitenden Durchschnitten. Ich habe das Thema erst im September 2017 in -> Doch, Du wirst Angst haben! <-, ausführlich thematisiert. Man steigt dabei nicht dauerhaft aus, man steigt nur temporär aus, damit man langfrstig dabei bleiben kann und sich den massiven emotionalen Druck der großen Krisen erspart.

Aber was auch immer Ihre Strategie ist, setzen Sie *nicht* auf die Stärke ihrer guten Absichten, die werden in der Krise beiseite gewischt. Setzen Sie auf feste Regeln und Mechanismen, die Sie in der Krise einfach stur durchhalten.

Dabei gibt es unzählige Möglichkeiten, von einer oben genannten Strategie mit gleitenden Durchschnitten, bis zum sogenannten DGI (Dividend Growth Investing) Ansatz, der auch an der psychologischen Nahtstelle ansetzt und unsere Erfolgschancen in einer Krise verbessert. Bei all diesen Möglichkeiten, kann Ihnen dieser Blog und diese Community ein Guide sein.

Aber gut, wenn Sie das wieder ignorieren wollen, dann hören Sie weiter auf die, die Ihnen entweder den Weltuntergang weisssagen oder Ihnen erklären wollen, dass das alles ganz einfach sei mit dem "Dabeibleiben".

Nein, es ist verdammt schwer!. Irgendwann kommt eine neue Krise und dann werden unzählige gute Vorsätze fallen. Erfolgreich kann nur sein, wer bis dahin Gewinne gestapelt hat und dann eine Strategie besitzt, mit dem Druck der Krise umzugehen. Ich lade Sie ein, das mit uns gemeinsam zu durchleben.

Ihr Hari

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Die Steigung

Das Jahr 2018 macht da weiter, wo das Jahr 2017 aufgehört hat. Der Anstieg insbesondere der US Indizes ist gnadenlos, immer wieder ergeben sich neue Themen, die die Märkte weiter befeuern. War es gestern noch die US Steuerreform, ist es nun auch das US Infrastruktur-Programm, das auf die Agenda der Trump-Administration kommt.

Daraus ist ein massives Momentum im Markt entstanden, das man wunderbar im Leitindex SP500 mit dieser immer steiler werdenden Steigung darstellen kann:

Ich denke man erkennt sehr schön, wie die Steigung von einer dauerhaft tragfähigen Neigung in 2017, in 2018 nun auf eine Steilheit gewechselt ist, die der Markt nicht dauerhaft durchhalten kann.

Würde man diese Steigung auf das Jahresende hochrechnen, würde sich der SP500 vervielfachen, was natürlich kompletter Unfug ist.

Nun kann ich mir aber gleich vorstellen, wie einigen von Ihnen nun der "Finger juckt" sich dagegen zu stellen und auf fallende Kurse zu wetten.

Ich kann nur davor warnen. Denn derartiges Momentum hat die Tendenz immer viel weiter zu laufen, als wir uns vorstellen können und der Markt muss gar nichts. Mit diesem Momentum kann der problemlos erst einmal ein paar Wochen weiter steigen und die 3.000 erreichen, bevor er ernsthaft zu zucken beginnt.

Zu früh ist am Markt eben auch nur ein anderes Wort für *falsch*, denn die Verluste wären für Shorties auf dem Weg nach oben dann brutal.

Alles was dem klugen Anleger bleibt, ist demütig dem Markt zu folgen und dieses Momentum zu akzeptieren, statt es zu bekämpfen. Also mitzunehmen, was man sich bei geordnetem Risikomanagement zutraut.

Gleichzeitig muss dieser kluge Anleger sich aber bewusst machen, dass eine scharfe Korrektur von 20% in 2018 mit dieser steilen Bewegung eher wahrscheinlicher als unwahrscheinlicher geworden ist, die Risiken steigen also deutlich.

Bei allem demütigen Mitgehen, muss man sich also immer wieder die Ausstiegspunkte zurecht legen und sozusagen schon den Fallschirm aufgeschnallt haben, damit man dann nur noch die Reissleine ziehen muss.

Ich weiss, das ist emotional keine besonders schöne Situation, sich zu zwingen dabei zu bleiben und gleichzeitig dabei auf den Zehenspitzen zu stehen. Viel lieber würde man sich entspannt zurücklehnen und einfach den Anstieg geniessen.

Aber wir haben keine Wahl. Wenn wir vom Momentum etwas mitnehmen wollen und trotzdem bei einer scharfen Korrektur nicht alles wieder verlieren wollen, müssen wir beides tun, so schwer es auch ist.

Übrigens, die US Indizes haben nun das Jahr 1995 als das mit dem längsten Anstieg ohne 5% Korrektur abgelöst. Wir sind also eindeutig in historischen Gewässern.

Ihr Hari

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Aus dem Nähkästchen “kostenloser” Web-Angebote

Immer wieder erreichen mich Mails nach einem klassischen Muster, von denen ich zwei mit Ihnen teilen will. Ist ja auch mal interessant für Sie, ein wenig hinter die Kulissen zu schauen.

So bekam ich zuletzt ungefragt und ohne jeden Vorkontakt die folgende Mail, die ich nur anonymisiert habe, ansonsten aber unverändert ist:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind eine Agentur, welche im Dialogmarketing tätig ist und unsere Kunden bei der Neukunden-Akquise unterstützt (Offline oder Online).
Für unsere Kunden XXXXX führen wir regelmäßig E-Mail Standalone-Kampagnen für die Neukundengewinnung durch und sind dementsprechend immer auf der Suche nach neuen Special Interest Portalen, die die Zielgruppe abbilden und die Möglichkeiten eröffnen, „Online“ zu werben.

Die Kernzielgruppe des Kunden umfasst:
BTC: Männer, 50+, HHNE, finanzaffin, DE
Interessen/Merkmale (optional): Eigenheimbesitzer, Immobilien-Interessierte, Luxusreisen Interessierte, Golfreisen Interessierte, Architekten, Ärzte, User mit Interesse an Theater/Kultur/Oper, Aktienjournale, Börsenjournale, hohe Bildung, Anleger, Interesse an Wirtschaft du Aktien, Börsenaffin
UND/ODER
BTB: Fach- und Führungskräfte in KMU

Wenn Sie Ihre E-Mail-Adressen vermarkten, wäre für uns wichtig zu erfahren:
-Genaue Zielgruppen Beschreibung
-Erfahrungen in der Vermarktung des eigenen Newsletter
-Durchschnittliche Leistungswerte Öffnungsraten und Klickraten
-Ähnliche Kampagnen / Referenzkunden
-Generierung der Adressen über: SOI oder DOI?
-Wie groß ist Ihr Empfängerpool?
-Wie oft werden die User werblich angesprochen?
-Können Sie uns ein Beispielnewsletter zur Verfügung stellen?
Vorrangig buchen wir für den Kunden Standalone-Kampagnen ein.
Falls Sie dies nicht abbilden, können Sie uns auch gerne eine Newsletter Integration anbieten oder senden Sie uns Ihre Mediadaten zu. Gerne auch die Info was Online bei Ihnen möglich ist.

Ich freue mich auf ein Angebot bzw. Feedback bis Ende der Woche.
Vielen Dank und beste Grüße

Interessant. Und cool, gleich mit Fristsetzung für die Antwort, da sollte ich wohl die Hacken zusammen schlagen, oder? 😉

Wir lernen daraus, das ganz selbstverständlich von der Vermarktung von E-Mail Adressen ausgegangen wird und es sich daher scheinbar lohnt, solche Mails sogar blind und ungefragt ohne Vorkontakt an Blogs zu verschicken.

Interessant auch, dass der Finanzdienstleister XXXXX es scheinbar nötig hat auf diese Kaltakquise-Methoden zu setzen. Was sagt das über die aus? Vor allem, will man sein Geld wirklich jemandem anvertrauen, der offensichtlich so einen Vertriebsdruck nötig hat?

Damit ich nicht missverstanden werde, ich habe nichts gegen Werbung, die ist sinnvoll und legitim. Man muss einfach etwas dafür tun, dass einen Kunden auch finden können. Kaltakquise über gekaufte E-Mail-Adressen, ist aber am Finanzmarkt für mich ein anderes Kaliber.

Ich reagiere auf so Mails grundsätzlich gar nicht, weil was soll ich da sagen? Das kostet mich nur Zeit, eine Zusammenarbeit kommt für mich sowieso nicht in Frage und das Ergebnis ist daher sowieso klar. Mailadressen und Kontaktdaten der Mitglieder sind und bleiben bei mir (der Seldon Digital GmbH) und gehen auch nirgendwo anders hin, ausser ein Gericht oder gesetzliche Pflichten zwingen mich dazu.

So kann ich aber nur reagieren, weil ich eben nicht den Schein des "Kostenlosen" aufrecht erhalte und mich dann "hintenrum" finanziere. Sie können aber fest davon ausgehen, dass solche Agenturen solche Mails nur deshalb verschicken, weil bei einigen der "kostenlosen" Angebote am Finanzmarkt - auch Blogs - auf solche Anfragen positiv und geldorientiert reagiert wird. Machen Sie sich das also klar, wenn Ihnen gerade am Finanzmarkt irgendwo etwas "kostenlos" angeboten wird und Sie dafür "nur" eine Mail-Adresse angeben sollen. Kostenlos ist nicht mal der Tod. 😉

Übrigens, nach dem ich nicht geantwortet habe, kam schon vier Tage später die folgende Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,

leider habe ich noch keine Rückmeldung erhalten. Könnten Sie dies bitte zeitnah nachholen?

Lustig oder? Man penetriert mich mit Ungefragtem, hat sich selber noch nicht einmal 5 Minuten mit Mr-Market beschäftigt, weil dann wäre die Antwort schon klar und "erwartet" aber, dass ich meine Zeit für eine inhaltliche Antwort verbrauche.

Ich habe aber trotzdem nicht geantwortet, das ist keine Sekunde meines Lebens wert. Aber Ihnen als Leser wollte ich mal zeigen, was ich da immer wieder bekomme, weil es im medialen Markt eben Usus ist.

Und dann habe ich noch einen. Ein Börsenportal - "kostenlos" natürlich - schreibt mich über einen Redakteur direkt an.

Sehr geehrte Damen und Herren,

YYYYY ist eines der führenden Finanz- und Börsenportale und permanent auf der Suche nach neuen Autoren.... Die Beiträge auf Ihrem Portal sind uns besonders aufgefallen. Hätte Sie Interesse an einer Kooperation?

Ich freue mich über eine Nachricht von Ihnen

Auch hier kenne ich schon den Ausgang und weiss was mit "Kooperation" in der Regel gemeint ist, aber da hier direkt ein Redakteur schreibt, bequeme ich mich nach ein paar Tagen zu diesem Zweizeiler, der bewusst aufdecken soll, ob hier beim Thema "Kooperation" mehr Fleisch am Knochen ist, als nur eine blind verschickte Akquise-Mail. Meine Antwort:

grundsätzlich sind wir immer offen für Kooperationen, allerdings funktioniert Mr-Market komplett anders, als die klassische SEO- und Klickverliebte „Kostenlos“-Webwelt.

Wenn Sie konkretisieren könnten, was Sie unter einer Kooperation verstehen, könnten wir eine inhaltliche Antwort geben.

Schnell kommt die erwartete Antwort, immerhin kenne ich das ja und verbrauche keine Energie mehr für so etwas:

vielen Dank für das schnelle Feedback. In diesem Fall kommt keine Kooperation in Frage.

Viel Erfolg weiterhin

Was lernen wir daraus?

Ich denke das Muster ist klar. Wann immer uns Finanzinformationen am Finanzmarkt "kostenlos" dargeboten werden, tun wir gut daran zunächst die "Cui Bono" Frage zu stellen. Eine verdeckte finanzielle Agenda ist leider zu oft vorhanden - eine Agenda die manchmal den Inhalt entwerten oder zumindest in Frage stellen würde, wenn sie bekannt wäre.

Es gibt davon natürlich löbliche Ausnahmen, die man aber am Besten daran identifizieren kann, dass sie offen und transparent zeigen, womit sie sich finanzieren bzw welche Agenda mit dem Angebot verfolgt wird.

Denn fast niemand kann dauerhaft "nur aus Spaß" professionelle Inhalte bieten und es ist ja nichts Schlimmes daran, das auch offen zu sagen. Man sollte es aber auch offen tun und nicht verstecken, wie man sich finanziert.

Leider ist das aber die Ausnahme. Zu viele Anleger lassen sich von Angeboten mit versteckter Agenda beeinflussen, weil sie dem Lockmittel des "Kostenlosen" erliegen. Dass das eher nicht zu guten Anlageentscheidungen führt, sollte eigentlich selbsterklärend sein.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Auf ein Neues

Liebe Leser des freien Bereiches,

zum Beginn des Börsenjahres will ich mit Ihnen hier nur ein paar kurze Sätze der Einordnung teilen.

Das Börsenjahr 2018 hat so begonnen, wie das Jahr 2017 aufgehört hat. Und es beginnt so, wie es sich für einen fortdauernden, säkularen Bullenmarkt gehört - denn in dem befinden wir uns, lassen Sie sich nichts anderes einreden.

Sie wissen, dass ich hier im alten Jahr mehrfach geschrieben habe, dass entgegen diverser Unkenrufe keine Signale zu sehen waren, die für einen unmittelbaren Markteinbruch zum Jahreswechsel ala 2015/2016 sprachen. Das war offensichtlich richtig, der Markt mit seinen Strukturen hat uns wieder den Weg gewiesen. Den Strukturen des Marktes zu folgen ist keine Garantie, überraschende neue Nachrichten können diese jederzeit auf den Kopf stellen, es ist aber weit besser als herum zu raten.

Die Aussichten für das Börsenjahr 2018 sind weiter nicht schlecht, die Konjunktur brummt. Wer sich hier zu früh verabschiedet weil er klüger als der Rest sein will, steht wie in 2017 auch in 2018 unter dem Risiko, sich schnell auf der falschen Seite des Marktes wiederzufinden.

Wenn es ein Gegenargument gibt dann das, dass nun tatsächlich die Akzeptanzphase dieser Rally erreicht ist und sich damit die Stimmung der Anlagewelt doch sehr ins Positive dreht. Das erhöht die Risiken, beantwortet aber nicht die Frage, ob die Risiken sich schon in 2018 realisieren und vor allem nicht wann genau.

Objektiv ist 2018 also riskanter als 2017, gerade weil in 2017 von weiten Teilen der Medien permanent gegen den Markt argumentiert wurde und sich das in 2018 nun in einen allgemeinen Optimismus zu wandeln beginnt. Und was die "Herde" so denkt, kann im reflexiven Markt nur schwer Realität in den Kursen werden.

Es gibt einfach nichts Schöneres für Bullen, als wenn der Markt objektiv einen starken Trend zeigt, objektiv die Wirtschaftsdaten besser werden, gleichzeitig aber die "Herde" der Anleger permanent zweifelt, skeptisch ist und einen neuen Einbruch erwartet. Das war 2017 so und auch deshalb war 2017 so positiv. In 2018 dürfte sich das Argument aber langsam umkehren, die Marktstimmung wird deutlich positiver, das ist schon jetzt am Jahresanfang zu spüren. Womit ein stabilisierender Faktor für den Markt wegfällt.

Nach dem markanten Aufschlag der ersten Börsenwoche, ist die aktuelle Woche - die Woche bevor die Quartalssaison richtig beginnt - mit leichter taktischer Vorsicht zu sehen. Leichte Schwäche im Verlauf der Woche wäre nicht überraschend, einfach weil der Markt nun kurzfristig zu schnell zu hoch gestiegen ist.

Die kommenden Wochen sind dann von der beginnenden Saison der Quartalszahlen geprägt, die dieses Mal besonders wichtig wird, weil der Markt dort in den Ausblicken der Unternehmen erfahren wird, wie sich die US Steuerreform auf die Firmen auswirkt. Erste massive Abschreibungen bei den Banken zeigen ebenso wie erste Buchgewinne bei den Autobauern, dass da einiges in Bewegung geraten wird.

Was bleibt ist für uns als Anleger da weiter zu machen, wo wir in 2017 aufgehört haben. Wir sind dabei, wir bleiben dabei. Nicht blind, nicht ohne Sicherheitsspielraum, nicht 100% investiert, aber doch gut investiert, so dass wir von dem Bullenmarkt genug mitnehmen können, solange er andauert.

Für 2018 können wir also weiter von positivem Fahrwasser ausgehen, sollten aber realistisch auch von einer 10-20% Korrektur ausgehen, die uns irgendwann im ersten Halbjahr ereilt. Klar ist das auch naheliegend und das Risiko der Überraschung ist tatsächlich, dass diese wieder nicht kommt. Wenn das so wäre, wären wir endgültig in historisch einmaligem Fahrwasser, darauf zu wetten und nun alles in den Markt auf die Long-Seite zu kippen, verbietet sich aber, denn es kann eben auch anders kommen.

Kontrollierte Offensive war das Motto des Jahres 2017 und wird es wohl für 2018 weiter sein. Wenn wirklich mal die Zeit der Defensive kommen sollte, werden wir das rechtzeitig merken.

Bleiben wir also dabei, denken aber auch daran, dass die Risiken in 2018 nun langsam steigen, gerade weil die Stimmung besser wird. Denn nichts dauert ewig, zu früh von einer Party wegzurennen ist aber auch keine Lösung.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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