Der Messerträger, die Glatze und das Gesicht des Chinesen

Der folgende Artikel erschien im September 2018 im Premium-Bereich und thematisiert unsere menschliche Mustererkennung und was das für uns als Anleger bedeutet.

Der Inhalte wurde nur marginal um interne Referenzen und den Einstieg angepasst, der sich nur aus Kenntnis von Foreneinträgen des Premium-Bereiches ergeben würde. Ansonsten steht er Ihnen hier nun unverändert zur Verfügung:

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In diesem Artikel geht es um die Mustererkennung, die in unserer Gesellschaft gerne als "Bauchgefühl" abgewertet wird, dem die "hochwertigere", analytische "Ratio" gegenüber steht. Das sind Denkstrukturen, wie sie in technischen Berufen trainiert werden, die aber an der Börse eher hinderlich sein können und auch nicht der Realität entsprechen.

Um das zu erklären, werde ich hier einen weiten Bogen von der Savanne, über die aktuelle, politische "Rassismus-Diskussion", bis hin zu Setups in Charts schlagen. Denn das Erstaunliche ist, dass die Musterkennung einer der, wenn nicht sogar *DIE* beeindruckendste Geistesleistung von uns Menschen ist und trotzdem wird sie von kaum jemandem verstanden und auch nicht thematisiert. Die Einen pflegen lieber den Glauben an eine objektive Rationalität, die aber kaum jemand von uns je hat und die anderen graben im Esoterischen nach "Bauchgefühlen" und "höheren Eingebungen", die in der Regel auch ganz profane Ursachen haben.

Was da aber wie ein Elefant im Raum in der Mitte steht, ein Elefant den die Gesellschaft praktisch nicht erkennt, ist die Mustererkennung und die daraus resultierende, instinktiv schnelle Einordnung von Situationen, die als zentrale, evolutionär immens wichtige Fähigkeit, unser Verhalten im Leben in hohem Maße beeinflusst.

Machen wir eine Rückblende 100.000 Jahre nach Afrika. Da sind unsere Vorfahren in der Savanne und da sind auch Löwen und alle streiten sich um die selben Wasserlöcher. Und die natürliche, evolutionäre Selektion ist noch massiv am Werk, nur der Mensch kann seine Gene weitergeben, der nicht schon in jungen Jahren stirbt. Denn sterben kann man nicht nur an Krankheiten, sondern auch daran einen Löwen nicht erkannt und ihm nicht weit aus dem Weg gegangen zu sein.

Weil das so ist, sind Menschen besonders wachsam was Löwen angeht und wenn man aus Erfahrung oder von den Eltern gelernt hat, dass an einem Wasserloch sich immer wieder Löwen einfinden, wird man sich diesem nur äusserst vorsichtig nähern.

Aber schon so nahe ans Wasserloch zu gehen, dass man einen Löwen im Gebüsch perfekt sehen kann, ist viel zu gefährlich. Also haben kluge Menschen schon damals sich nach Indikatoren gerichtet, die signalisieren dass da wohl ein Löwe sein könnte. Und wenn die anschlugen, ging man nicht hin, auch wenn der Indikator immer wieder Fehlsignale generierte.

Wenn man so will, haben die Urmenschen auf Tiere bezogen ein "Racial Profiling" betrieben und haben sozusagen die Seite gewechselt, wenn ein Löwe im Gebüsch auch nur wahrscheinlich war. Und genau die, die sich so verhalten haben, haben eher überlebt als die, die es immer genau wissen wollten und argumentierten: "Es könnte ja auch ein vollgefressener Löwe oder nur eine Hyäne sein, man muss ja nicht immer gleich Panik schieben". Der Satz ist in der Savanne nur bis zum ersten Fehler wahr, danach ist das Thema final erledigt. 😛

Übrigens kleiner Exkurs in die Gegenwart zum mittlerweile missbrauchten und dadurch entleerten Begriff des "Rassismus". Wie beim Löwen, wer mehrfach hört, immer wieder liest oder sogar selber erfahren hat, dass junge männliche Migranten aus dem Magreb gerne Messer bei sich tragen und diese benutzen, geht unabhängig vom Wahrheitsgehalt der Aussagen instinktiv auf die andere Straßenseite, wenn eine solche Gruppe ihm feixend und selbstbewusst entgegen kommt. Ob das objektiv gerechtfertigt ist, ist ohne Belang, alleine das Hörensagen als Erfahrungswissen genügt.

Und sich so zu verhalten ist kein Rassismus, sondern einfach nur das instinktive Überlebensmodell der Mustererkennung, das über hundertausende Jahre in uns hinein "gemendelt" wurde. Ein "Rassist" ist vielleicht der, der solche pauschalen Kategorisierungen ganzer Gruppen in die Welt setzt, aber nicht der, der einfach nur auf ein subjektiv empfundenes Gefahrenpotential reagiert.

Der gleiche Mensch geht übrigens auch auf die andere Straßenseite, wenn ihm deutsche Glatzen in Springerstiefeln entgegen kommen. Diskriminierung oder Rassismus ist das nur für Verwirrte, für die Fremdwörter Glückssache sind. Es ist vielmehr einfach evolutionsgerechter Umgang mit empfundenen Risiken und an keine besondere Gruppe gebunden und auch gegen keine Gruppe gezielt gerichtet.

Jetzt sind wir aber auch soziale Wesen und es ist es trotzdem sozial für eine Gesellschaft sinnvoll, ja es bringt eine Gesellschaft in Form von frischen Ideen sogar voran, dass wir in einem *sicheren Environment* diesen Reflex der Vorsicht überwinden und auf fremde Menschen offen zugehen. Denn vielleicht ist das ja kein Messerträger und keine aggressive Glatze, sondern eigentlich ein richtig netter Kerl und auch das kommt auch bei jungen Männern aller Coleur immer wieder und immer öfter vor! 😉

Daran erkennt man übrigens auch den Unterschied zwischen dem wahrlich Xenophoben und dem sich normal verhaltenden Menschen. Der echte Rassist, wird den anderen Menschen auch im sicheren Environment ablehnen und nicht auf ihn zugehen, weil der ja vermeintlich "minderwertig" sei. Der normale Mensch wird sich dagegen öffnen und auf den anderen zugehen. Das alles in einen Topf zu werfen, wie es zuletzt vermehrt passiert, ist so neben der Realität, dass es kaum mehr zu ertragen ist.

Aber in einer dunklen Gasse, in einer eben nicht sicheren Situation, dann wenn da ein Löwe am Wasserloch liegen könnte – steckt man die potentielle Gefahr in eine Schublade, weicht man aus und das ist genau richtig so und wurde von der Evolution aus gutem Grund so trainiert. Da ist kein "Racial Profiling", sondern schlicht instinktives, situationsadäquates Risikomanagement.

Die Bereitschaft einer potentiellen Gefahr mit Zuwendung und Öffnung zu begegnen, setzt also eine sichere Umgebung voraus, die die gefühlten Risiken ausschaltet. Erst dann kann man sich öffnen und das ist höchst normal und nur das, was uns die Evolution aus gutem Grund als Überlebensverhalten mitgegeben hat.

Weswegen ja der Weg der US Gesellschaft mit Waffen für alle im Kern falsch ist und weswegen das Gewaltmonopol des Staates so unendlich wichtig ist und es so verheerend ist, wenn dieser dabei Schwäche zeigt wie in Deutschland. Genau das zersetzt die Gesellschaft mehr als alles andere.

Denn nur da, im "sicheren Raum", wo man sicher weiss, dass der potentiell gefährliche Gegenüber keine Waffe und dunklen Absichten mit sich trägt, kann man sich ihm öffnen. Nur eine sich sicher fühlenden Gesellschaft, kann eine offene, vertrauensvolle Gesellschaft sein. Das hat übrigens vor einiger Zeit auch Lindner von der FDP mit seinem verunglückten Beispiel von der Schlange vor dem Bäcker gesagt und wurde dafür auch von Leuten kritisiert, die diesen wichtigen Unterschied offensichtlich nicht begreifen wollen oder können.

Die Unsicherheit ob jemand anders gefährlich ist, erzeugt dagegen Misstrauen und zerstört eine Gesellschaft, weswegen es so viele Normen und Rituale in allen Kulturen gibt, die letztlich Sicherheit und Gemeinsamkeit vermitteln sollen. Wer das durch moralische Appelle ersetzen will und auch noch etablierte Normen negiert, hat zur menschlichen Natur und menschlichen Gesellschaften herzlich wenig verstanden und legt die Axt an diese.

Nun fragen Sie sich vielleicht, was das mit der vorherigen Frage zu tun hatte und die Antwort ist eine ganze Menge, denn es geht hier auch eindeutig um Mustererkennung.

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Hari-Tweets

Hoch informative Fakten zu Qualität und Kundenbasis bei Tesla Model 3

Wer ernsthaft und seriös mitreden will, sollte sich die Zeit nehmen das mal alles durchzuschauen.

Zu gerne würde ich so eine belastbare Datenanalyse mal zu deutschen Fahrzeugen sehen:

https://www.bloomberg.com/graphics/2019-tesla-model-3-survey/market-evolution.html#intro

Ein unterschätzter Umstand. Anlagegeld muss irgendwo hin.

Nennen Sie mir aktuell mal eine bessere Anlagealternative, als wachsende Qualitätsaktien, die auch noch 2 oder 3% Dividende abwerfen.

„Teuer“ und „billig“ ist eben relativ und ohne Referenzpunkt eine sinnfreie Aussage.

Ein unterschätzter Umstand. Anlagegeld muss irgendwo hin.

Nennen Sie mir aktuell mal eine bessere Anlagealternative, als wachsende Qualitätsaktien, die auch noch 2 oder 3% Dividende abwerfen.

„Teuer“ und „billig“ ist eben relativ und ohne Referenzpunkt eine sinnfreie Aussage.
Chris Ciovacco@CiovaccoCapital

In May of this year, Warren Buffett said stocks are ridiculously cheap if interest rates stay at these levels. Interest rates are lower today versus May 6, 2019.

#Valuations #SP500 #StockMarket

Lesenswert, wie Bloomberg zu seinem Vermögen kam.

Im Gegensatz zu Trump von ganz unten erarbeitet und nicht in Reichtum hinein geboren:

https://www.nzz.ch/wirtschaft/michael-bloomberg-der-milliardaer-glaubt-an-harte-arbeit-ld.1521347

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Hier ist es amtlich, worüber ich in der Bahn immer schimpfe:

Aiwanger: "Unsere Messungen schaffen Klarheit und bestätigen die persönlichen Erfahrungen der Menschen. Die Versorgung entlang der ICE-Strecken ist ungenügend."

https://www.golem.de/news/ice-strecken-und-autobahnen-kein-mobilfunkbetreiber-erfuellt-die-auflagen-1911-144964.html

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Die Fördertürme des 21. Jahrhunderts und das Investieren



Eigentlich ist erfolgreiches Investieren ziemlich einfach und dann ist es auch wieder verflucht schwierig. Wobei wir uns die Schwierigkeiten vor allem selber machen, mit Verhaltensweisen wie Zappeligkeit, fehlender Gelassenheit und fehlender Konsequenz.

Und die "kostenlosen" Medien zum Thema Börse tun ja auch alles dafür, dass die Leser permanent zappelig bleiben, weil nur so für sie Klicks zu generieren sind, von denen sie primär leben. Also müssen Parallelen zu diversen Vergangenheits-Krisen aufgebauscht werden, Themen hochgejubelt und dann wieder in den Boden gestampft werden und allerlei "Narratives" in die Welt gesetzt werden, nachdem ja dieser oder jener Indikator ganz unzweifelhaft Schlimmes ankündigt.

Erinnern Sie sich zum Beispiel an die "Inverted Yield Curve" und die damit verbundenen Rezessions-Weissagungen? Schon vor einem halben Jahr wurde diese Sau durchs Dorf getrieben und hat unbedarfte Anleger davon abgehalten, an den Anstiegen des Jahres 2019 teilzuhaben. Anfang September habe ich dazu hier in -> Drama - Liebe - Wahnsinn <- mit deutlichen Worten wie folgt geschrieben:

(2) Das ganze Gerede um "Inverted Yield Curve" und mögliche Rezessionen ist nun auch irrelevant, selbst wenn in den US in 2020 eine kommt, können die Kurse trotzdem zum Jahresende steigen. Oder mit anderen Worten "zu früh ist nur ein anderes Wort für falsch".

(5) Medial wurden alle bärischen "Säue" endlos durch das Dorf getrieben. Eine kommende Rezession wurde aus allen Blickwinkeln immer und immer wieder beleuchtet. Starke Kursbewegungen beruhen aber auf Überraschungen, weil anderes schon teilweise in den Kursen ist.

Diese medialen Spekulationen dienen nun einmal primär dazu Klicks zu generieren, wer gerade am Finanzmarkt das nicht auseinander halten kann, wird immer wieder wie die Sau zur Tränke geführt, nur um dann abgeschlachtet zu werden.

Und wo sind wir nun? Wieder auf Allzeithochs. Was wohl doch nicht so falsch, lieber das Spiel auf dem Platz zu beobachten, statt den Schallmeienklängen der "Prognostiker" zu lauschen. 😛

Wie einfach Investieren ist und wie schwierig gleichzeitig - und warum für Sie die richtigen Informationsquellen absolut entscheidend sind - will ich Ihnen nun an einem Beispiel zeigen.

Vor einem guten Jahr, am 21.10.2018, habe ich Ihnen im Artikel -> Die Fördertürme des 21. Jahrhunderts und die Illusion der Sicherheit <- den Semiconductor-Sektor als die neuen "Fördertürme" - also den unverzichtbaren Sektor - nahegebracht und dabei besonders auf die "Schaufelhersteller" abgehoben, die nicht von einzelnen Produkten abhängen, sondern die Chipindustrie mit Produktionsanlagen ausstatten.

Bitte lesen Sie den Artikel noch einmal, um die Logik nachzuvollziehen, es schadet sicher nicht und hält sie vielleicht auch davon ab, Plattheiten wie "gegessen wird immer" hinterher zu laufen, denn Kleidung braucht es auch immer und trotzdem gehen Ladenketten gerade Pleite, weil ein Geschäftsmodell eben auch damit zu tun, *wie* Waren zum Kunden gebracht werden.

In dem Artikel sagte ich zur Chipindustrie Folgendes:

Aber egal ob Daten nun das Öl des 21. Jahrhunderts sind oder nicht, es gibt "Fördertürme", die auch für Daten benötigt werden, die aber auch alles andere fördern können, was das 21. Jahrhundert braucht. Und diese "Fördertürme" sind Chips!

Beachten Sie also, dass wir den Wendepunkt nicht kennen. Der kann erst in einem Jahr kommen, aber auch schon diese Woche, denn der Sektor zeigt kurzfristig aktuell erste Anzeichen einer Bodenbildung.

Wir müssen den Wendepunkt aber auch nicht kennen, den exakten Boden trifft man sowieso nie. Wir müssen einfach akzeptieren, dass wir die ersten paar Prozent einer Wende verpassen - unsere Aufgabe ist nicht im Vorfeld herumzuraten, sondern dann beherzt zuzupacken, wenn die Wende real da ist! Und dann ist noch mehr als genug Potential vorhanden, in der nächsten Aufwärtsphase kann sich der Sektor kurstechnisch problemlos wieder verdoppeln.

Klar ist also, dass dieser aktuelle Abwärtszyklus massive Chancen generiert, denn eines ist so klar, wie etwas in einer sich immer schneller wandelnden Welt nur klar sein kann:

Den Chips gehört die Zukunft und die wenigen Ausrüster, die der Chipindustrie ihre "Schaufeln" zur Verfügung stellen, werden noch lange, lange stark wachsen, auch wenn dieses Wachstum - wie in den letzten 30 Jahren von Lam Research (LRCX) zu sehen - immer in großen Aufwärtswellen vonstatten geht.

Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück, der Charakter jedes aufwärts strebenden Marktes. Die Chipausrüster machen gerade einen Schritt zurück, danach dürften hier erhebliche Chancen liegen.

Und nun schauen wir mal, was aus diesen drei Chipausrüstern im letzten Jahr geworden ist. Hier sind sie, der Tag des Artikels ist markiert:

Gewinne von 60-100% innerhalb eines Jahres sind das Ergebnis und das mit großen, bei Kennern des Sektors bekannten Aktien, die vergleichsweise "sicher" sind, weil sie in Breite Technologien anbieten und keine "One-Product-Firms" sind. Wow!

Eigentlich ganz einfach, oder?

Damit kommen wir zum schwierigen Teil, denn ich sage Ihnen nun auf den Kopf zu, dass die große Mehrheit von Ihnen an dieser Bewegung *nicht* partizipiert hat.

Warum?

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Der Affe und das Risiko



Der folgende Artikel erschien im Premium-Bereich im April 2019. Einer der Links darin verweist auf weitere Artikel im Premium-Bereich und ist daher im freien Bereich nicht aufrufbar. Der Artikel selber steht ihnen nun hier aber unverändert zur Verfügung.

Lesen Sie wie sich Homo Erectus in der Savanne verhalten hat und warum unsere natürlichen Instinkte im Wesentlichen immer noch so funktionieren und für die Börse deplatziert und kontraproduktiv sind.

Und lesen Sie auch, warum die Crash-Propheten genau mit diesem Affen in uns, ihre Klicks generieren.

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In mehr als 8 Jahren Blog, muss man bestimmte Dinge zwangsläufig wiederholen, es ist ja nicht so, dass sich das Börsengeschehen jedes Jahr völlig verändert und man muss das Rad auch nicht immer neu erfinden.

Ein so ein Thema ist dabei unser "Affenhirn", der ironisch-liebevolle Begriff, unter dem wir hier all unsere evolutionären Verhaltensgrundlagen zusammenfassen, die so gar nichts mit dem "Sapiens" des Homo Sapiens zu tun haben.

Andere nennen das das "Neandertalergehirn", wie -> hier <- in einem Interview von Jens Rabe mit einem Psychologen, die Evolutions-Biologen kennen dagegen das -> Reptiliengehirn <-, das in uns allen steckt und auf noch einer tieferen Ebene als das "Affenhirn" unser Verhalten steuert.

Letztlich sind das alles nur Worte die beschreiben, dass unsere vermeintliche Ratio nur eine dünne Firniss ist und wir in weit höherem Maße von diesen "älteren" Gehirnarrealen und unseren evolutionären Reflexen bestimmt werden, als wir uns klar machen.

Insofern würde ich dem Titel des obigen Videos auch nicht Recht geben, nicht Börsianer sind "Affen" (Neandertaler), sondern alle Menschen sind es ohne Ausnahme. Der Vorteil - und die große Schwierigkeit der Börse - ist nur, dass uns durch die direkte Rückkopplung der Kurse permanent vor Augen geführt wird, wie teilweise idiotisch und völlig irrational unser Verhalten ist. Und vor allem, wie wir uns dabei immer selber im Wege stehen.

Wenn man so will, hält uns die Börse permanent den Spiegel vor und wir haben nur zwei Alternativen:

Entweder sagen wir "Börse ist Scheiße", weil wir die Fratze des Affen im Spiegel nicht ertragen und finden allerlei Ausreden oder stellen uns auf eine moralische erhöhte Stufe, in dem wir die anderen "Zocker" nennen. Das beruhigt die arme Affenseele in uns und wärmt das getroffene Ego, ein Affe bleibt es trotzdem.

Oder wir stellen uns der Fratze und beginnen zu verstehen und unsere Ratio zu benutzen, um uns darüber zu erhöhen. Das ist schwierig und bleibt das ganze Leben ein beständiger Kampf. Und es ist trotzdem der Weg, der uns auch über die Börse hinaus, bei Entscheidungen immens weiter bringen kann und uns reifer und erfolgreicher macht.

Viele Facetten hat dieses Affenhirn, viele haben wir in den vergangenen Jahren besprochen. Heute möchte ich in aller Deutlichkeit unsere Aufmerksamkeit auf unser Risiko-Empfinden richten, denn das ist eines der zentralen Hindernisse für praktisch alle Anleger, die gerne die Performance des Marktes mitnehmen wollen, aber immer wieder von Ängsten vor der nächsten Krise davon abgehalten werden - Aktien sind gefährlich, ja, ja. 😉

Es muss doch auch einen Grund dafür geben und kann kein Zufall sein, dass praktisch alle Menschen, auch die Börseninteressierten, an Wenden des Marktes in beiden Richtungen immer viel zu lange zögern - Zu lange zögern los zu lassen und zu lange zögern, wieder einzusteigen. Es muss doch einen Grund geben, warum die Geschichten vom nächsten Crash immer viel mehr Leser finden, als Geschichten wie ich sie erzähle, Geschichten von langsamer, inkrementeller Verbesserung, die zwar mal von Krisen unterbrochen wird, aber letztlich am Ende nach oben führt.

Nehmt den größten Idioten unter den Crash-Propheten, der seit Jahren den Lesern von der kommenden Katastrophe vorfabuliert und die Depots seiner Jünger mehrfach geschrottet hat, er wird auch heute ohne Probleme ein Vielfaches an Leser finden, als jemand wie ich mit meinen komplexen und im Mittel eher optimistischen Botschaften. Das kann kein Zufall sein und ist kein Zufall!

Mehr als 90% der Bevölkerung und bestimmt immer noch 60-70% der Börseninteressierten, denken immer noch falsch zum Thema Börse und sorgen sich mehr vor der nächsten Korrektur, als davor die immensen Chancen zu vergeigen.

Und rational kann man das wohl kaum nennen, denn rational ist das die Realität:

Und das ist logarthmisch dargestellt, absolut gesehen ist die Steigung kaum mehr darstellbar und selbst wenn man die Inflation herausrechnet, ist die Steigung beeindruckend.

Das ist die Realität und über 90% der Bürger halten Aktien für gefährlich. Und auch die Mehrheit der Anleger hat permanent "die Hose voll", siehe die locker hundert Memes, die wir in den letzten 8 Jahren gemeinsam schon erlebt haben, warum dieser Markt bald zusammenbrechen muss. Irgendwann wird mal eines recht bekommen, das muss einfach rein statistisch so sein. Schwachsinn bleibt es trotzdem, dem über Jahre hinterher zu laufen, nur weil irgendwann mal eines eintreffen *könnte*.

Wie passt das zusammen? Wir sind doch "Sapiens"? Oder etwa doch nicht?

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Avoid it or Exploit it – Gewinnen im Zeitalter der Algos

Der folgende Artikel erschien schon im April 2017 im Premium-Bereich, ist aber nach wie vor aktuell und wurde nur marginal um ein paar interne Referenzen bereinigt.

Denn er beschreibt, wie wir mit der zunehmenden Dominanz algorithmischer System im Börsenhandel umgehen sollten und an dieser grundlegenden Einschätzung hat sich seitdem nichts geändert.

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Was ich Ihnen nun schreibe, ist eigentlich trivial. Es ist so trivial, dass man sich fragen muss, ob man das noch einmal in einen Artikel schreiben sollte.

Aber vielleicht muss man es gerade deshalb immer wieder aufschreiben, damit man es sich wirklich bewusst macht und das will ich deshalb heute tun.

Denn wir haben zuletzt viel zur zunehmenden Dominanz der Algos an den Märkten gehört. Wir haben gelernt, wie diese V-Reversals und Fakeouts zum Standard gemacht haben und wie sie Trends dehnen und stabilisieren, weil sie noch die "Extra-Meile" gehen, die sich ein ängstlicher Mensch schon nicht mehr trauen würde.

Und emotional liegt da so ein Geschmäckle vom Spätherbst der Menschheit in der Luft, so als ob das Ende menschlicher Erfolge an den Märkten in Kürze bevor stehen würde.

Ehrlich gesagt, ich halte das für übertrieben und vor allem das menschliche Gehirn für unterschätzt. Denn wir sind gigantisch gute "Mustererkennungsmaschinen" und bis die Algos da mithalten können, werden noch Jahrzehnte vergehen. In anderen Bereichen, wo es auf schiere Rechenkraft und Disziplin ankommt, sind die Algos aber schon an uns vorbei gezogen.

Womit wir beim Kern von Weisheiten sind, die die Menschheit schon seit Jahrtausenden kennt, wenn es um den Kampf gegen starke oder manchmal übermächtige Gegner geht, auch Sun Tzu ist dabei eine gute Quelle. Der Kern dabei ist, das Schlachtfeld zu bestimmen, also nicht den Kampf nach den Regeln des Gegners zu führen, sondern ihm sein eigenes Spiel aufzuzwingen. Wenn Maschinen viel schneller als wir rechnen und Daten verarbeiten, wären wir eben dumm auf diesem Spielfeld mit ihnen konkurrieren zu wollen.

Was wir als Anleger also tun müssen, kann man ganz leicht in nur fünf englische Worte pressen:

Avoid it or exploit it

Etwas holperig in Deutsch: Vermeide es oder nutze es aus.

Das aktuelle Agieren der Algos findet scheinbar vor allem auf den kurz- und mittleren Zeitebenen statt, in denen bestehende Muster und Mechanismen "abgeschöpft" werden. Das führt eben zu länger andauernden Trends und es führt zu dieser scheinbaren Ruhe im Markt. Auch konzentriert sich das Algo-Geschehen noch in den liquiden Instrumenten, also den Indizes selber, aber auch den grossen ETFs oder gross kapitalisierten Aktien.

Die eine Taktik wäre also, dem einfach aus dem Weg zu gehen. Denn wer mittel- bis langfristig einzelne Aktien klug selektiert und sich von den grossen Trends leiten lässt, ist von den Algos bisher kaum tangiert. Ich meine damit Trends, wie sie zum Beispiel zuletzt im Premium-Bereich in Artikeln zur Trendfolge gezeigt wurden, also Trends die man mit Wochen- oder Monatskerzen betrachtet und die von einer fundamentalen Sicht auf die Aktie unterlegt sind.

Wer so agiert, wer so ein Investment-Depot führt, kann die Algos bisher ignorieren. Avoid it!

Es geht aber noch einfacher, denn ich sagte ja, dass die Algos aktuell bestehende Marktstrukturen auf der kurz- und mittelfristigen Ebene eher stabilisieren, weil sie eben ganz grundsätzlich und stur den Krug immer wieder zum Brunnen tragen, bis er bricht. Und dieses Wissen kann man ausnutzen. Exploit it!

Ein ganz einfaches und klassisches Beispiel, habe ich hier seit Wochen und Monaten immer wieder thematisiert, nämlich die Tatsache, dass frühe Schwäche im SP500 derzeit zuverlässig von den BTFD Programmen im Laufe des Handels gekauft wird. Dieses Muster ist uns also bekannt und es wäre ein Leichtes und höchst profitabel gewesen, das auszuschöpfen.

Warum haben viele das nicht getan? Ich glaube neben zeitlichen Gründen, die vielen von uns Intraday-Handel unmöglich machen, ist vermutlich auch richtig, dass viele von uns noch nicht ausreichend opportunistisch im Sinne "exploit it" denken. Zu viele versuchen trotz meiner permanenten Reden immer noch ängstlich oder hoffnungsvoll herum zu raten, wie die Kurse morgen sein werden.

Und diese menschlichen Mechanismen von Gier und Angst, kennen die Maschinen zu Genüge und versuchen sie mit Methoden wie Fakeouts abzuschöpfen. Warum also spielen wir freiwillig deren Spiel mit? Wollen wir freiwillig weiter Lämmer sein, die zur Schlachtbank geführt werden, nur weil der Affe in uns mal wieder rumort?

Nein, wer klug ist, schöpft die Muster ab, die uns die Algos offenbaren und der Kauf der Tiefs des SP500 spätestens zur Handelsmitte, ist so ein Muster, das höchst profitabel war und immer noch ist.

Ich habe Ihnen mal mit 10-Minuten-Kerzen hier das SP500 Chart der letzten 7 Handelstag mitgebracht. An *jedem* Tag, an wirklich *jedem* Tag, auch gestern, konnte man profitieren oder ging an einem Tag neutral aus dem Markt, wenn man die Tiefs im frühen Handel kaufte und kurz vor Handelsschluss verkaufte. Die Kaufpunkte sind markiert:

Die algorithmische Logik dabei ist recht einfach:

Wenn der SP500 mit einem Gapdown eröffnet und sofort zu steigen beginnt, kaufe sofort. Wenn der SP500 sofort zu fallen beginnt, kaufe das erste markante Tief danach.

Nun sind die Punkte im Eifer des Gefechts nicht so perfekt zu identizieren wie im Nachhinein, wenn immer "gut schnacken" ist. Am algorithmischen Detail muss man also feilen. Das Grundprinzip die Tiefs der ersten Handelshälfte zu kaufen, war aber fast jeden Tag gültig.

So ist also im SP500 seit Monaten ein wunderbar profitables Muster vor unserer Nase. Und genau dieses Muster, wird wohl aktuell von den Algos gespielt, genau deshalb läuft es so stabil ab. Und was hindert uns daran, das auszuschöpfen (exploit it)?

Wenn wir ehrlich sind und die Zeit für Intraday-Handel haben, eigentlich Nichts. Nur wir selber stehen uns im Weg. Denn statt wie ein Algo einfach auf die statistische Wahrscheinlichkeit und das eingefahrene Muster bei jedem Dip zu setzen, grübeln wir lieber angstvoll darüber nach, ob dieses eine Mal nun der Fall ist, in dem die Regel bricht? Und wenn schon, dafür hat man Stops, alles was zählt ist der statistische Edge der Wiederholung und der ist da.

Unsere Gehirne sind also brilliante Mustererkennungsmaschinen, die erkennen so ein Muster sofort. Leider sind wir aber auch "Affen", die von Ängsten getrieben werden, weil diese Ängste für das Überleben in der Savanne vorteilhaft war. An der Börse verhindert es aber die Chancen auch diszipliniert zu ergreifen, die unsere Gehirne schon erkannt haben - wir zögern und zagen sozusagen zu lange sorgenvoll herum.

Aber auch dafür und auch für Berufstätige gibt es eine potentielle Lösung. Denn wir können ja selber rudimentäre Algos schreiben und so eine Logik zum BTFD-Kauf von Schwäche im SP500, mit Verkauf kurz vor Handelsschluss, sollte für des Programmierens kundige, so schwer nicht umzusetzen sein. Und dann lässt man das laufen, solange es funktioniert. Und wenn es nicht mehr funktioniert, zieht man zum nächsten Muster. Das ist das Verhalten eines "Algos", das ist angepasstes Verhalten. Das ist opportunistisches Verhalten, wie wir es an den Tag legen müssen, wenn wir von den Algos profitieren wollen.

Fazit:

Avoid it or Exploit it

Die Algos sind Faktum, sie werden nicht mehr verschwinden. Sie werden sich weiter wandeln und "intelligenter" werden, von echter Intelligenz sind sie aber weit entfernt und unsere menschliche Mustererkenunng ist immer noch an Geschwindigkeit weit überlegen.

Entweder gehen wir den Algos aus dem Weg, haben grundsätzlich keine Stops im System und führen ein Investmentdepot nach den Prinzipien der Trendfolge und des Positionsgrössenmanagements. Dann brauchen wir uns um die Algos noch keine Gedanken zu machen und eher profitieren wir davon, dass diese Trends eher dehnen und stabilisieren.

Oder wie nutzen die Algos aus, in dem wir die Muster die diese spielen, auch selber abschöpfen. Der BTFD Reflex Intraday im SP500 ist so ein triviales Beispiel, es gibt derer viele, wenn wir unsere Mustererkennung mal anschmeissen. Auch die hier oft besprochenen Volumenausbrüche aus langen Seitwärtsbewegungen funktionieren ja immer wieder hervorragend. Und was funktioniert ist gut und was nicht funktioniert, ignorieren wir.

Wichtig dafür, ist die opportunistische Haltung im Sinne, dass wir machen was funktioniert und es einstellen, wenn es nicht mehr funktioniert. Um "Recht haben" geht es auch im Zeitalter der Algos nicht. Nur um das Plus im Depot und das erzielt man am Einfachsten mit dem Markt und mit den Algos.

Avoid it or Exploit it

Ja, das ist eigentlich trivial. Aber sind wir darin wirklich konsequent? Wenn nein, hat dieser Artikel doch Sinn gehabt.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Warum Aktien „sicher“ sind!

Deutschland ist ein Land der Festgeld-, Lebensversicherungs- und Immobilien-Fans, die Aktienkultur im Land ist dagegen völlig unterentwickelt. Dabei sind Aktien nach meiner Erfahrung das beste Asset, um langfristige, zuverlässige Wertsteigerung zu erhalten. Wenn in Deutschland die Vermögensschere immer weiter aufgeht, hat das auch mit dieser unsinnigen Fixierung breiter Bevölkerungsschichten auf vermeintliche "Sicherheit" in Zinsanlagen zu tun.

Und der wesentliche Grund für diese Verzerrung, ist die - völlige verfehlte - Wahrnehmung, dass diese obigen, anderen Anlageformen ja "sicher" seien, die Anlage in Aktien dagegen aber "unsicher".

Viele versuchen dagegen anzuschreiben, man erreicht die Mehrzahl dieser Menschen aber nicht, selbst nicht in Zeiten von Minuszinsen und Enteignungsdebatten, in denen es keinen Zins mehr gibt und Immobilien-zur-Geldanlage-Besitzer zu "bösen Spekulanten" gemacht werden, die man auf diverse Art und Weise gängeln und am Ende enteignen kann.

Zuletzt habe ich im Artikel -> Aktien sind unsicher und die Welt ist eine Scheibe <- sarkastisch dagegen angeschrieben, heute will ich das wieder tun.

Und ich will es mit (hoffentlich) eindrucksvollen Übersichten tun, die gerade die Mehrheit der Aktienverächter mal unbedingt sehen sollten.

Meine Bitte an Sie als aktienaffine Leser ist also, diesen Artikel zu streuen. Wenn Sie da einen Freund oder Bekannten haben, der mit dem "Aktien sind so unsicher" Argument daher kommt, dann geben Sie ihm/ihr diesen Artikel bitte mal zu lesen.

Zunächst einmal schauen wir mal, wie sich Aktien wirklich langfristig entwickeln. Der einzige Index, den es genau so schon über 100 Jahre wirklich gibt ist der DOW und so wähle ich mal diesen zur Visualisierung, auch wenn ich mir -> der Mängel wohl bewusst bin <-.

Hier ist der DOW über mehr als 100 Jahre in logarithmischer Darstellung. Alle folgenden Chart sind "klickbar", man kann sie also vergrößern:

Beeindruckend, oder? Wir sehen die drei großen Korrekturphasen, in denen in Summe nicht so viel zu holen war und wir sehen mit einem Blick, was das für die aktuelle Lage impliziert.

Und nun frage ich Sie:

Ist eine Investition, die trotz Weltwirtschaftskrise, 2. Weltkrieg, Koreakrieg, Kaltem Krieg, Vietnam, Internet-Blase und Lehman über 100 Jahre so eine Entwicklung genommen hat, nun "unsicher"?

Merken Sie, wie Sie von kurzfristigen Ängsten davon abgehalten werden, langfristig das Richtige zu tun?

Sie können ja mal spasseshalber ausrechnen, was daraus geworden wäre, wenn Ihre Eltern bei Ihrer Geburt 10.000 $ für Sie investiert hätten.

Und bitte bedenken Sie, in der Darstellung fehlt die Wirkung der Inflation und die Dividenden, die noch oben auf die Kursgewinne darauf kommen. In Summe gleichen sich beide Effekte mit 2-3% pro Jahr ungefähr aus, weswegen die obige Darstellung ein getreues Abbild der wirklichen Vermögenssteigerung ist.

Wir halten also fest, eine langfristige Investition in den DOW - oder andere große Aktienindizes - hätte zu erheblichen, objektiven Wohlstandsgewinnen geführt, die weit über einen reinen Inflationseffekt hinaus gehen. Und diese Entwicklung wird trotz diverser Dellen so weiter gehen.

Der Grund dafür ist etwas, was keine Zinsprodukte, kein Gold und keine Immobilien leisten können. Denn mit einer Investition in Produktiv-Vermögen wie Aktien, nimmt man an den Wohlstandsgewinnen Teil, die durch Innovation und Fortschritt geschaffen werden. Und diese sind erheblich, vergleichen Sie mal das Leben vor 100 Jahren und heute!

Wirtschaft ist eben kein Nullsummenspiel und die in der aktuellen Weltuntergangsszene beliebte Geschichte von den Grenzen des Wachstums, beruht auf einem völligen Unverständnis und begrenztem "First-Level-Thinking", worum es bei Wachstum wirklich geht - denn das kennt faktisch keine Grenzen.

Selbstverständlich sind bestimmte Resourcen der Erde begrenzt, ein einfaches Beispiel ist Öl. Und selbstverständlich kann man das nicht unbegrenzt verbrennen und selbstverständlich sind damit "Grenzen" da, ebenso wie bei sauberer Luft und frischem Wasser. Auch das Bevölkerungswachstum muss begrenzt werden, der Planet hat nicht unbegrenzt Platz.

Das ist aber eine Binsenweisheit und hat mit Wirtschaftswachstum nur dann zu tun, wenn man wie ein Nomade und Ureinwohner denkt, für den die Resourcen damit aufhören, dass er alle Büsche in der Umgebung abgepflückt und alle Wildtiere in der direkten Umgebung geschossen hat.

Die sogenannnte Weissagung der Crow im Sinne "Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann“ ist keine Weisheit, sondern die beschränkte Weltsicht von Nomanden und Ureinwohnern, die Innovation und Fortschritt nicht kennen und in ihrer begrenzten, statischen Gedankenwelt leben.

Denn Innovation und Forschritt sind faktisch unendlich, zwar durch die Gesetze des Universum begrenzt, aber von denen sind wir so weit entfernt, wie eine Kuh von einer Mondreise, weswegen es für die Menschheit aktuell keine fühlbaren Grenzen des Fortschritts gibt.

So kann und wird Öl durch andere Energieformen ersetzt werden und Wasser kann gereinigt und wieder aufbereitet werden. Heute noch notwendige Stoffe wie Kobalt, werden durch billige Ersatzstoffe ersetzt werden und heute vermeintlich Alternativloses, wird ebenso nutzlos werden, wie Pferde-Droschken mit Einführung des Automobils. So war es seit dem Beginn der Aufklärung und so wird es weiter sein, außer wir wollen freiwillig wieder wie die Ureinwohner leben.

Resourcen sind natürlich absolut begrenzt, die Innovation und der Fortschritt aber nicht. Und am Ende stehen bessere Verfahren und Methoden, die weit effektiver funktionieren als Pferdekutschen und deshalb kennt Wirtschaftswachstum prinzipiell keine Grenzen - weil es Innovation gibt. Das zu verstehen, erfordert aber systemisches "Second-Level-Thinking", die Welt und der Fortschritt sind mehrdimensional und nicht statisch.

Und Aktien sind als Anteile an forschenden und sich entwickelnden Unternehmen das Anlagevehikel der Wahl, um an diesem Fortschritt und seinen daraus resultierenden Wohlstandsgewinnen Teil zu haben. Und deshalb sind Aktien langfristig allen "statischen" Anlageformen überlegen.

Weiterlesen ...Warum Aktien „sicher“ sind!

Die Mr-Market Jahresend-Aktion 2019

Wichtige Dinge sind es wert, wiederholt zu werden und im Mai 2015 habe ich Ihnen hier im freien Bereich einen Artikel geschrieben, in dem es um die wichtige Wahl der Informationsquellen ging. Vielleicht lesen Sie das vorher, es ist als Grundierung für das Folgende hilfreich:

-> Börsenerfolg - Worauf warten Sie noch? <-

Heute will ich das unterstreichen, denn ich sage Ihnen, wie erfolgreiche Börsenprofis mit Informationen arbeiten. Und was die Allermeisten von denen verbindet:

Es ist die Fähigkeit, das ganze mediale Rauschen auszublenden und sich auf das Wesentliche, auf die wesentlichen Quellen zu konzentrieren.

Wer dagegen vom Markt hin- und hergejagt wird und am Ende auf keinen grünen Zweig kommt, neigt dagegen dazu, überall mal zu schnuppern, sich von tausend Meinungen anderer beeinflussen zu lassen und am Ende das zu machen, wobei man sich "am Wohlsten" fühlt.

Das Dumme ist nur, dass im reflexiven Markt das, womit der Letzte in der informellen Nahrungskette sich "am Wohlsten" fühlt, in der Regel genau das Falsche ist. Denn das was alle schon erwarten, kann am Markt nicht mehr zu Gewinnen führen.

Und noch schlimmer, gerade Unerfahrenen, die sich in irgendwelchen unmoderierten Foren tummeln, kommt dort doch der typische Schwall an Meinung und Wichtigtuerei entgegen. Wie sollen diese unerfahrenen Menschen, die gar keinen objektiven Maßstab haben, nun die wenigen kompetenten Perlen und Autoren von dem vielem Informations-Rauschen trennen, das man getrost ignorieren kann?

Diese unerfahrenen Anleger werden einen hohen Preis zahlen, allerlei Halbgares als Vorlage nutzen und am Ende frustriert aufgeben. Denen fehlt ein Guide, ein Sherpa, der das Chaos ein wenig teilt. Zu glauben, den dort "kostenlos" zu finden, wo Klickzahlen das wichtigste Kriterium sind, ist eher "mutig". 😛

Womit wir bei Mr-Market sind und einer zentralen Leistung, die Mr-Market für aktive Anleger erbringt:

Mr-Market ist für die Mitglieder auch ein Guide, ein Informations-Sherpa im Gewusel des Marktgeschehens.

Ich will Ihnen daher nun mit einer kleinen Aktion ein wenig helfen, eine klare Entscheidung herbei zu führen. Allerdings ohne "Rabatt", so etwas gibt es bei Mr-Market nicht und das ist genau richtig so.

Die Aktion soll Ihnen den Einstieg erleichtern, weil sie die Einstiegshürde einmalig senkt. Und Sie haben den großen Vorteil, so für einen Betrag von 99€ sozusagen "testweise" bis zum Jahresende dabei zu sein. Und dann wissen Sie, mit begrenztem Risiko, ob Mr-Market etwas für Sie ist oder nicht.

Ich sage Ihnen aber gleich, Mr-Market bietet intensive Hilfe zur Selbsthilfe, den Eintritt in eine kompetente und engagierte Community, aber keine Vorlagen zum Nachhandeln für "Dummies", die am Ende sowieso nicht funktionieren. Auch Schwimmen lernt man schließlich nur, in dem man selber im Wasser schwimmt und manchmal eben auch Wasser schluckt.

-> Hier ist noch einmal ein grober Überlick, was Sie erwartet. <-

Diese Aktion ist insbesondere attraktiv, weil uns im 4. Quartal nun die traditionell spannendsten und aussichtsreichsten Monate des Börsen-Jahres bevor stehen.

Hier ist sie also, die Jahresend-Aktion 2019.

(1) Die Aktion läuft bis zum Samstag 05.10.19 und wird in keinem Fall verlängert.

(2) Wer bis dahin über [Aktion abgelaufen] Mitglied wird, erhält eine vollwertige Mitgliedschaft bis zum 31.12.19 für nur 99€.

(3) Vor Ablauf Ihrer Mitgliedschaft, ca. eine Woche vor Weihnachten, erhalten Sie eine Erinnerung per Mail und können zur Verlängerungsgebühr für treue Mitglieder von nur 290€ dann in eine vollwertige Jahresmitgliedschaft wechseln, oder eben Mr-Market wieder auslaufen lassen. Eine Kündigung ist nicht nötig, Mr-Market lebt nicht davon, Mitglieder über ihre Vergesslichkeit an sich zu binden. Wer verlängern will, muss das immer aktiv und bewusst tun.

(4) Sie merken schnell, dass 99€ für ein Quartal nicht günstiger als die normale Jahresmitgliedschaft zu 340€ ist und schon gar nicht günstiger als die 290€ als Verlängerung für treue Mitglieder. Das ist so gewollt, wie ich schon sagte, gibt es hier keine Rabatte zum Einstieg und wird es hier auch voraussichtlich nie geben.

Hier bei Mr-Market haben dagegen treue Mitglieder monetäre Vorteile, nicht Neueinsteiger. Das genau unterscheidet eine seriöse Plattform, die an einer langfristigen Beziehung und dem Aufbau einer aktiven Community interessiert ist, von vertriebsorientierten Modellen, bei denen es um Abschlusszahlen und "den schnellen Dollar" geht.

Diese Aktion ermöglicht Ihnen, Mr-Market in der wichtigsten Jahresphase zu testen, dem 4. Quartal. Und gerade dieses Jahr, dürfte das 4. Quartal ganz besonders spannend und potentiell profitabel werden.

Hier ist noch einmal der Link zur Anmeldung für die Aktion:

[Aktion abgelaufen]

Natürlich können Sie alternativ auch weiter sofort eine vollwertige Jahresmitgliedschaft abschliessen, nämlich hier:

-> Reguläre Jahresmitgliedschaft abschliessen <-

Nun würde ich mich freuen, wenn ich Sie bald in der Community begrüssen könnte. Wie gesagt, achten Sie auf Ihre Informationsquellen und wenn es nicht Mr-Market sein soll, suchen Sie sich wenigstens echte Alternativen, statt weiter ziellos zu klicken.

Bisher ist die große Mehrheit der Neueinsteiger immer dabei geblieben, die ältesten Mitglieder haben nun zum 7. Mal verlängert, solange gibt es diese Community nun schon.

Ihr Michael Schulte (Hari)

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Weltgeschichtliche Gezeitenwende



Dieser grundlegende Artikel erschien im Mai diesen Jahres im Premium-Bereich und zeigt, dass wir uns bei Mr-Market auch jenseits von Börse und Finanzen mit Grundsätzlichem beschäftigen.

Der Artikel wurde nur marginal um interne Referenzen bereinigt und steht Ihnen im freien Bereich nun nahezu unverändert zur Verfügung.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Die Gedanken, die ich heute mit Ihnen teilen will, habe ich eigentlich alle schon geäussert, in kurzen Kommentaren, in Streams, oder im Forum. Nur nicht als ein zusammenhängender Gedankengang und heute will ich den aufschreiben.

Denn das was gerade in der Welt passiert, erscheint mir so bedeutend - auch für unsere Anlagen bedeutend - dass ich dem Thema einen eigenen Artikel widmen will, damit es genügend Aufmerksamkeit bekommt und wir auch idealerweise in eine spannende Diskussion dazu einsteigen.

Denn in den letzten Jahrzehnten, eigentlich seit dem Fall des eisernen Vorhangs vor knapp 30 Jahren, hat die Welt nur eine Richtung gekannt, das Zusammenwachsen. Gerade auch im Handel hat man das gemerkt, neue Absatzmärkte wurden erschlossen, für die Firmen wurden große, neue Umsatzpotentiale erschlossen. Und der Aufstieg Chinas, wäre ohne freien Handel gar nicht denkbar gewesen, denn nur so konnte China erst zur Werkbank der Welt aufsteigen und sich dann gezielt Technologien aneignen, deren Eigenentwicklung ansonsten eher Jahrzehnte gedauert hätte.

Der Welthandel war also eine Win-Win-Situation für alle und gerade China hat davon am meisten profitiert, weil es Jahrzehnte des technologischen Aufholens einfach überspringen konnte und ihm der Westen dafür in einer Mischung aus Wohlwollen und Naivität, noch den roten Teppich ausgelegt hat.

Ich persönlich vermute, dass wir nach knapp 30 Jahren gerade das Ende dieser weltgeschichtlichen Phase erleben und in eine neue Phase eintreten. Und der derzeit laufende Handelskonflikt, ist nur ein Symptom einer weit generellen Entwicklung, das Pendel schwingt sozusagen zurück.

Der Grund ist, dass das Zusammenwachsen der Welt überdreht hat, es ist zu schnell, zu übertrieben abgelaufen und die Gegenbewegung hat schon begonnen.

Auf der gesellschaftlichen bzw politischen Ebene, erleben wir das mit dem Aufstieg von Identität stiftenden Bewegungen in allen politischen Lagern, die offensichtlich das Herz der Menschen erreichen.

Auf der "rechten" Seite nennen sich diese "Identitär" und vertreten einen "Ethnopluralismus", der den alten Rassenbegriff durch eine kulturelle Identität ersetzt, diese aber wie beim alten Rassebegriff auch gegen "Verfremdung" beschützen und zu anderen Kulturen deutlich abgrenzen will. Es ist diese Ähnlichkeit der Abgrenzung zu anderen, die der Denkschule den Vorwurf des "Rassismus" einbringt.

Wenn man so will, ist der "Ethnopluralismus" die politische Entsprechung zum allgemein akzeptierten Bild einer multipolaren Welt, die aus wenigen, mächtigen Blöcken besteht. Und diese Blöcke haben eine hohe kulturelle Identität, wie eben "der Westen" gegenüber China und seinen Satelliten. Das zu erkennen, heisst ja aber noch nicht, die Kulturen gegen andere abzuschotten, insofern gibt es bei dieser Denkschule viele Facetten, von denen einige harmlos und andere nahe an alter Rassenlogik sind.

Auf der "linken" Seite, wird in extremer Form eine entgrenzte Welt im Sinne "Niemand ist illegal Nirgendwo" vertreten, gleichzeitig entfaltet die Linke aber auch massiv Identität stiftende Aktivitäten, die sich in immer feiner ziselierten Minderheiten zeigen, zu denen man sich zugehörig fühlen und durchaus aggressiv zu anderen abgrenzen kann.

Wenn man so will ist das ein Widerspruch in sich, denn in einer entgrenzten, "flachen" Welt, sollte die Betonung des "Anderssein" gar nicht mehr nötig sein. Das wärmt aber nicht das Herz der Menschen, die sich als soziale Wesen zu einer (idealerweise herausgehobenen) Gruppe zugehörig fühlen wollen, weswegen auf der Linken die "Minderheiten" spriessen, zu denen sich jeder irgendwie zugehörig fühlt.

Dieses irreale Menschenbild, war schon einer der Widersprüche des Sozialismus. Die Menschen wollen aber gar nicht alle "gleich" sein, sondern legen großen Wert darauf "besonders" und "anders" zu sein. Sie wollen nur nicht, dass es anderen besser geht als ihnen. In einer gemässigten Form ist das eine positive Triebfeder sich zu engagieren, in einer übersteigerten Form, nennt man das auch Neid. 😉

Beide Denkschulen, die Identitären wie die Identitätsströmungen, fussen aber imho auf einem Grundbedürfnis der Menschen, dem Zugehörigkeitsgefühl zu einer halbwegs homogenen Gruppe. Gerade auch in der Abgrenzung zu anderen, definieren wir soziale Wesen ja unser Selbst, denn wer wir sind, wird auch dadurch definiert, zu welcher Gruppe wir gehören.

Nebenbei gesagt, ist der neue Aufstieg religiösen Denkens nach meinem Eindruck auch Folge dieser Suche nach Identität, denn Religionen stiften sozialen Zusammenhalt und erlauben sich gegen "die Anderen" abzugrenzen und zu "erheben".

Insofern ist der politische Aufstieg dieser Denkschulen auf beiden Seiten Ausdruck einer zu weit und zu schnell gegangenen Entgrenzung der Welt in den letzten Jahrzehnten, für die auf der Linken der "weltweite Kapitalismus" und auf der Rechten die "Entgrenzungs-Ideologie" verantwortlich gemacht wird.

Ich denke beide Seiten haben da nicht ganz Unrecht, die Welt hat sich einfach zu schnell aufeinander zu bewegt und da wir als Menschen noch keine globale Identität besitzen - die bräuchte wohl die Herausforderung bzw Gefahr von außen, die "Aliens" sozusagen - werden menschliche Urbedürfnisse der Zugehörigkeit derzeit nicht ausreichend befriedigt und brechen sich Bahn. Die unterschiedlichen politischen Label sind aber nur Ausprägungen, des gleichen Grundproblems, auch wenn das beide Seiten vehement abstreiten werden.

Ein etablierter, saturierter Bürger in einem homogenen, kulturellen Umfeld, braucht diese Denkschulen auf beiden Seiten nicht, weil er sich eingebettet in einer Identität stiftenden Kultur wohl fühlt, die ihn umgibt. Er kann Fremden daher aufgeschlossen und interessiert gegenüber treten und braucht sich auch nicht über Kleingruppen oder die Zugehörigkeit zu einer konstruierten Minderheit definieren.

Das war zum Beispiel eher die Welt der Bundesrepublik vor dem Fall des eisernen Vorhangs, sie hatte zwar auch etwas Spiessiges, es gab aber genügend bürgerliche Stabilität um einen herum, so dass nicht Zugehörigkeit und Abgrenzung, sondern die Neugier und das persönliche Erobern der Welt, erstrebenswert erschienen.

Auch auf der Linken gab es diese Identitätspolitik damals nicht so stark, dabei waren doch spezifische Gruppen wie beispielsweise LGBT, damals unter weit stärkerem Druck als heute und damals noch wirklich gesellschaftlich geächtet.

Wenn man so will, steigt das Ausmaß der lautstark deklamierten Identität, mit der sinkenden Diskriminierung dieser Gruppen. Ein Widerspruch in sich, der eben nur wie oben als die Befriedigung eines menschlichen Grundbedürfnisses erklärt werden kann.

Denn in einer flachen Welt würde es genügen, dass alle genügend Toleranz haben, um jedem seine Vorlieben zu lassen und niemanden deswegen zu diskriminieren. Die neuzeitliche Obsession, sich über immer kleinere Spezialgruppen zu definieren, die wir ja auch bei den -> mittlerweile bis zu 60 <- phantasierten "Geschlechtern" finden, ist für mich nur vor dem Hintergrund der Lust an der eigenen Identität, der Abgrenzung zu anderen also, zu erklären.

Zusammenfassend kann man in meinen Augen sagen, dass viele Menschen die "Entgrenzung" der Welt der letzten Jahrzehnte als einen unguten Stressfaktor empfinden. Die einen suchen kulturelle Identität, die anderen Zugehörigkeit zu einer Subgruppe (Minderheit), beide versuchen aber nach meinem Eindruck ein unbewusstes Unbehagen aufzulösen, das uns fast alle befallen hat, weil es eben menschlich ist. Jemand der gelassen und selbstbewusst in sich ruht, muss sich weder schnell vor Fremden fürchten, noch seine Identität über die Zugehörigkeit zu immer kleineren Minderheiten definieren.

Diese Parallelität einer Identitätssuche in beiden politischen Lagern, würde natürlich vehement bestritten werden, weil jeweils immer nur die anderen "bekloppt" sein können. Auch das ist ja Identität, wie bei verfeindeten Fussballvereinen. Ich bin aber sicher, wenn man mal unvoreingenommen darüber nachdenkt, wird man ähnliche, höchst menschliche Instinkte hinter diesen Mechanismen finden.

Der Mensch braucht Zugehörigkeit und Zugehörigkeit kommt mit Abgrenzung.

Die Auswirkungen dieser Bedürfnisse, können wir auf jeden Fall überall im westlichen Politbetrieb wiederfinden. Auch Trump ist selbstverständlich Produkt dieser Entwicklung, er ist eine Reaktion auf Entgrenzung und mangelnden Halt.

Ebenso wie übrigens die Aggressivität der "Schneeflöckchen" gegen alles, was die eigene Weltsicht in Frage stellen könnte, ein Symptom dieser Haltlosigkeit und der Identitätssuche ist. Denn man kann nur dann offen und aufgeschlossen anderen Gedankenwelten begegnen, wenn man selber auf stabilem, psychologischem Grunde steht.

Weiterlesen ...Weltgeschichtliche Gezeitenwende