Wie funktionieren eigentlich Anleihen?



Anleihen sind für Otto Normalanleger immer weniger Thema, kein Wunder bei Zinsen im Minusbereich im Euroraum. Grundsätzlich gehören Anleihen aber durchaus als sinnvoller Baustein in ein ausgewogenes Investment-Depot.

Und nun sind in den US die Zinsen der 10-jährigen Staatsanleihen sogar wieder in den 2-3% Bereich gestiegen und es ist ein Moment in der nicht zu fernen Zukunft vorstellbar, ab dem die Renditen in eine kommende Rezession hinein wieder fallen werden und Anleihen zu besitzen, dann wieder besonders attraktiv sein wird.

Gleichzeitig merke ich aber immer wieder, dass vielen Anlegern die Grundlagen fehlen, um Anleihen wenigstens im Ansatz zu verstehen. Gerade die "verdrehte Kursstellung" - Anleihen fallen wenn Zinsen steigen - und die Frage was ein Kurs abweichend von 100 bedeutet, löst immer wieder Verwirrung aus.

Damit ergibt sich doch logisch die sinnvolle Aufgabe, Ihnen diese absoluten Basics rund um Anleihen zu vermitteln. Wenn Sie schon länger mit Anleihen handeln, können Sie den Artikel überspringen, Sie werden hier nichts finden, was Sie nicht schon längst wissen.

Das Besondere hier ist ja aber, dass mehr als eine abstrakte Erklärung nach Lehrbuch geliefert wird - die können Sie überall selber nachlesen. Und diese Erklärungen haben oft das Problem, dass sie mit neuen Begrifflichkeiten mehr neue Fragen aufwerfen, als sie beantworten. Nein, hier werden die Themen mit Beispielen aus dem bekannten Leben aufgebaut und so soll es auch bei Anleihen sein.

Wir fragen uns also: Wat is ene Anleihe?

Da stelle mer uns janz dumm und stellen uns vor, wir wollten im superteuren Oberbayern ein grösseres Haus erwerben und das von einer Bank finanzieren lassen. Da braucht man dann schnell mal 1,5 Millionen, denn ein Quadratmeter Grund alleine, geht dort für 700 bis 1.000€ über den Tresen.

Eigentlich ist man sich ja sicher, dass man diese Finanzierung stemmen kann, aber die blöde Bank will natürlich "Sicherheiten" - man hat aber dummerweise keine zu bieten. So sinnt man nach einer anderen Finanzierung und kommt auf den Gedanken eine "Anleihe" zur Finanzierung heraus zu geben.

Eine Anleihe ist nichts weiter als eine institutionell konstruierte Schuldverschreibung, eine Art Schuld-Urkunde also, die ein Rückzahlungs- und Zinsversprechen enthält und demjenigen als Gegenleistung in die Hand gedrückt wird, der Ihnen Geld zu leihen bereit ist.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass in der Realität kein Häuslebauer eine Anleihe herausgeben wird, weil es sich erstens wegen der immensen Konstruktions-Kosten (Prospekt ua) nicht lohnt und zweitens auch andere institutionelle Hürden existieren.

Theoretisch ist das aber vorstellbar und wir tun nun mal so, als würden Sie zur Finanzierung Ihres Hauses eine Anleihe heraus geben. Der große Vorteil der Anleihe ist nämlich, Sie brauchen keine weiteren Sicherheiten. Sie bieten den Geldgebern einen Zins und die überlegen sich ganz frei, ob der Zins ihnen hoch genug ist, um damit auch das Risiko abzudecken, dass sie den Kredit (hier als Anleihe) nicht zurück zahlen können.

Das "Emissionsvolumen" ist ja klar, es wird 1,5 Millionen betragen, die Summe die Sie benötigen. Nun stellt sich die Frage der "Stückelung", also der kleinsten Einheit, in der Ihnen jemand einen "Teilkredit" geben kann.

Würden Sie die Stückelung weiter bei 1,5 Millionen belassen, wären Sie weiter im "Bank-Szenario", denn Sie hätten dann nur einen einzigen Gläubiger, so wie die Bank.

Da Sie aber glauben, dass Freunde und Nachbarn Ihnen auch Geld leihen werden, setzen Sie die Stückelung auf 1.000 Euro herab, so dass jeder sich beteiligen kann, der mag. Es werden also 1.500 Stücke Ihrer Anleihe a 1.000€ Nominalwert ausgegeben.

Bleibt die Laufzeit und der Zins. Die Laufzeit soll 10 Jahre betragen, danach versprechen Sie Ihren Gläubigern die Rückzahlung. Und beim Zins machen Sie im Vorfeld eine Umfrage, was denn die Mehrheit gerade noch so eben akzeptieren wird. Sie orientieren sich dabei an Vergleichswerten und kommen zum Ergebnis, einen Zins (Koupon) von 6% anzubieten.

Denn der Zins muss höher als beim Bankdarlehen sein, da Sie ja hinter der Anleihe keine Sicherheiten hinterlegen. Genau das ist eben der Umstand, den all die Privatanleger nicht verstanden haben, die "Mittelstandsanleihen" für eher lächerliche Zinssätze wie 6% gezeichnet haben, im Irrglauben das sei viel. Die Realität ist aber, dass viele dieser Firmen eben keinen Kredit von der Bank bekommen haben, in privaten Anlegern haben sie aber einen "greater fool" gefunden, der ihnen Geld für einen gegenüber dem Risiko viel zu kleinen Zins geliehen hat.

Aber zurück zu Ihnen und den 6%. Klar, wenn Sie nun ein Staat oder eine Bank wären, könnten Sie nun auch Anleihen mit 1% Zins ausgeben und diese würden ihnen trotzdem aus der Hand gerissen, weil die Notenbank dann Ihre Anleihe gleich mit frisch gedrucktem Geld aufkauft. Aber dieses Privileg haben wir kleine "Hanswürste" halt nicht, das ist nur den "Systemrelevanten" vorbehalten - einige sind eben gleicher als gleich. 😉

Sie aber wissen von Ihren Umfragen, dass für 6% Zins sich wohl in Ihrem Freundeskreis und Nachbarschaftsumfeld genügend Menschen finden, die Ihre Anleihe "zeichnen" und damit Ihre Privatplatzierung (Emission) ein Erfolg wird und gelingt.

Und so geschieht es, Ihre Anleihe ist voll ausgegeben, Sie haben 1,5 Millionen € Darlehen von Freunden und Nachbarn erhalten und haben dafür den Kreditgebern (Gläubigern) eine Schuldverschreibung in Form einer verbrieften Urkunde ausgegeben, in der Sie Rückzahlung und Zins zusichern.

Punkt. Das ist eine Anleihe. Das machen Unternehmen und Staaten im Prinzip genau so. Jetzt geht Ihre Geschichte aber weiter.

Denn 5 Jahre geht alles gut und Sie werden in Ihrer Nachbarschaft besonders liebevoll begrüsst und wenn Sie auf der Straße spazieren gehen, machen die Nachbarn einen besonders großen Bogen mit dem Auto, keiner will doch risikieren, dass der umgefahren wird, dem man Geld geliehen hat. 😉

Dann aber, im 6. Jahr, beginnt ein böses Gerücht in der Nachbarschaft umzulaufen, Sie haben Ihren Job verloren! Wären Sie jetzt Griechenland, würden Ihnen in der Metapher die Steuereinnahmen wegbrechen, mit dem gleichen Ergebnis.

Ihre Nachbarn beginnen hinter Ihrem Rücken zu flüstern, denn jedem ist klar, dass Sie nun vielleicht Ihre Anleihe nicht bedienen können, sprich den Zins nicht zahlen und vielleicht sogar die Rückzahlung nicht leisten. Und dummerweise haben Ihre Nachbarn ja keine weiteren Sicherheiten, die haben nur dieses Blatt Papier, diese Urkunde. Das macht nervös.

Lange wird nur geflüstert und Sie, der Sie tatsächlich den Job verloren haben, versuchen den Schein zu waren. Dann aber an einem Abend, klopft es kräftig an die Tür. Der bärbeissige Nachbar drei Häuser weiter steht vor Ihnen und verlangt lautstark sein Geld zurück, er will seinen Kredit *jetzt sofort* zurück gezahlt haben.

Sie aber lehnen ab, Sie müssen ablehnen, denn die Anleihe ist ein Dokument, von dem man nicht einfach abweichen kann, denn das definiert den Rückzahlungstermin eindeutig und rechtsverbindlich für alle. Der Nachbar zieht am Ende wütend und mit Drohungen von dannen und Sie verwünschen sich, das mit der Anleihe je gemacht zu haben. Sie haben aber eine Idee, Sie rufen dem Nachbarn zu, dass dieser seine Teile der Anleihe ja an jemand anderen verkaufen könnte!

Ein Lächeln geht über dessen Gesicht und schon am Folgetag sehen Sie, wie der mit anderen Nachbarn verhandelt. Nur dummerweise für ihn, sind die anderen Nachbarn ja auch nicht doof und wissen um Ihren Jobverlust. 10.000€, also 10 Stücke, hat der bärbeissige Nachbar 3 Häuser weiter in Sie investiert, die anderen geben ihm aber aufgrund der höheren Risiken keine vollen 10.000 für die Anleihe mehr.

Lange wird verhandelt und am Ende einigt man sich auf einen Abschlag von 20%. 8.000€ bekommt Ihr Besucher und die Anleihe geht an einen anderen Nachbarn über. Dieser bärbeissige Nachbar wird Ihnen seinen Verlust nie vergessen.

Ihre Anleihe hat also zu 80% des Nominalwertes den Besitzer gewechselt, weil Ihre Finanzkraft nicht mehr so zweifelsfrei war, wie bei Emission der Anleihe.

Als Einwurf dürfen Sie hier einen weiteren Lernsatz aufnehmen, Anleihen werden immer in Prozentwerten des Nominalwertes gehandelt und haben keine "Kurse" im eigentlichen Sinne des Wortes, wie Sie das von Aktien kennen.

Die Jahre vergehen und Sie haben mal einen Job und mal keinen und Ihre Nachbarn zittern wie die Gläubiger Griechenlands. Zeitweilig wechselten weitere Anleihen den Besitzer und das nur noch für 70%, das Zutrauen Ihrer Nachbarn wurde also geringer.

Je näher aber die 10 Jahre kamen, desto mehr verstummten die Sorgen, denn wenn Sie bisher nicht die Pleite erklärt haben und alle Zinsen pünktlich gezahlt haben, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es auch in den letzten Monaten nicht passiert, und Sie die Schulden (Anleihe) auch zurück zahlen können.

Am Ende zahlen Sie ihre Schulden alle zurück und Sie werden in der Nachbarschaft wieder ohne Getuschel gegrüsst. Nur der bärbeissige Nachbar drei Häuser weiter hat immer noch einen finsteren Blick, denn seine 2.000€ Verlust sind ganz real.

So..... soweit die kleine Geschichte.

Wir fassen also die ersten Lerninhalte zusammen:

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Vom Neuland und seinen Bewohnern – Gedanken eines „Digital Prehistoric“

Es gibt ja Menschen, für die ist das Internet Neuland. Gerade in der hohen Politik scheinen sich einige zu tummeln.

Ich gehöre da nicht dazu. Ich besass schon 1980, vor der PC und C64 Zeit, einen mühsam zusammen gesparten und nach der Schule erarbeiteten TRS80-L2 Clone mit 16KByte und damals Z80 Mikroprozessor, besser als der damals einzige Rechner (ein Wang 8kb), in meinem 1.500 Kinder großen Schulzentrum, in dem ich dann mein Abitur gemacht habe. Mensch, ich war stolz wie Oskar darauf!

Nach dem Wehrdienst, begann ich ein Informatik-Studium, das ich 1987 als Diplom-Informatiker abschloss. Danach führte mich der erste Berufsschritt zu IBM Research & Development, wo ich an einem Großrechner-Betriebssystem nahe des Kernels programmierte, bevor es dann bei mir mehr und mehr in Richtung Management und Personalführung ging.

Aber trotzdem bin ich parallel und privat eine Art "Technik-Geek" geblieben, der auch heute immer weiss was technisch geht und das Internet von seinen Anfängen bis heute aktiv begleitet hat. Auch dieser Blog wird von vorne bis hinten von mir betrieben und administriert, einen IT-Dienstleister brauche ich nicht dafür.

Ich erzähle Ihnen das in der Einleitung um Ihnen zu sagen, dass wenn andere junge Leute sich heute "Digital Native" nennen, ich dann sozusagen "Digital Prehistoric" bin - ich war von Anfang an dabei und habe schon über Steve Jobs im -> amerikanischen *Byte* Magazin < - gelesen, als der wirklich noch mit Wozniak und Wayne in der Garage werkelte und es noch keine einzige deutsche Computerzeitschrift für Privatleute gab. Selbst die "c´t" aus dem Heise-Verlag, wurde erste 1983 gegründet.

Niemand sollte also glauben, dass das Internet für mich Neuland ist. Wirklich nicht. Und auch nicht die neuen Medien und ihre Wirkungen.

Und jetzt werden Sie erstaunt sein, ich bin was die sozialen Netze und die Anonymität angeht, näher dran am "Neuland-Bewohner" Wolfgang Schäuble, als an manch lustigem und angestrengt hippen "Social-Media-Helden".

Keine Sorge, ich will das ja jetzt erklären. 😀

Denn natürlich zeigt Wolfgang Schäuble eher wenig Schimmer von "Neuland", wenn er -> eine Klarnamenpflicht im Internet fordert < -, das ist alles eher lustig.

Denn wenn ich in Herrn Schäubles Adressbuch wäre, so dass er meine Mails liest, würde ich ihm gleich mal eine Mail mit dem Klarnamen "Papst Franziskus" schicken, da würde er aber gucken - nichts leichter als das. 😉

Soviel also zu Klarnamen im Web, das würde nur gehen, wenn man sich zum Webzugang immer mit eindeutigen Identifikationsmerkmalen wie Personalausweis oder Iris-Scan anmelden müsste und das kann niemand wollen, das wäre eine Art totalitärer Staat,

Auch die Studien, ob Klarnamen etwas bei der Diskussionskultur bringen, überraschen mich mit ihrem negativen Ergebnis nicht, weil ich auch mit Klarnamen eben problemlos als was auch immer auftreten kann, wenn ich nur will - "Hari Seldon" wäre doch auch ganz nett, wenn ich hier nicht schon die Verbindung zu meinem echten Namen hergestellt hätte. Aber da fallen mir bestimmt noch andere Science Fiction Figuren der 60er und 70er Jahre ein. Solange man aber immer noch hinter einer Fassade agiert, ändert sich am Sozialverhalten eben nichts.

Der verfehlte Lösungsansatz, spricht aber nicht gegen das prinzipielle Anliegen, das Wolfgang Schäuble damit verbindet und da hat er durchaus einen Punkt!

Denn die Ablehnung, die reflexartig aus der Ecke der Social-Media-Fraktion kommt, ist am eigentlichen Problem vorbei. Mit Zensur und Überwachungsstaat hat der Gedanke erst einmal gar nichts zu tun, viel mehr damit, wie man soziale Prinzipien die im normalen Zusammenleben gelten, auch auf das Web übertragen kann. Natürlich könnten verfehlte Lösungen zur Zensur genutzt werden, das gilt allerdings heute für alle Bereiche, in denen Daten bewegt werden.

Denn es erscheint als naheliegender Zusammenhang, dass die völlige Anonymität des Internets erst zu dieser Boshaftigkeit, zum Verlust jeder Kinderstube führt, die man im Web so oft finden kann.

Die gleichen Menschen, die da mal schnell üble Beschimpfungen und perfide Unterstellungen verbreiten, gehen nämlich zu ihrer Tür heraus und grüssen den Nachbarn, den sie eigentlich gar nicht mögen, sehr freundlich und halten ein Schwätzchen mit ihm.

Und wenn der alte weisse Mann von gegenüber, auf der Strasse mit seinem Rollator umkippt, dann laufen diese Menschen heran und helfen ihm auf. Ganz freundlich und sozial. Dann aber setzen sie sich an ihren Rechner und schreiben Dinge über andere, die von vorne bis hinten justiziabel sind und im Sinne von Ehrenhaftigkeit eine moralische Sauerei sowieso. Dann wird diesem alten weissen Mann mehr oder weniger deutlich gewünscht "zu verrecken", weil er vielleicht eine politische Meinung hat, die nicht gefällt.

Es sind die gleichen Menschen die beides tun und der Unterschied hat neben fehlender Kinderstube auch damit zu tun, dass wir im normalen Leben unser Gesicht zeigen. Als soziale Wesen wissen wir ganz genau, dass wenn wir andere abschätzig behandeln oder sie ungerechtfertigt attackieren, das im normalen Leben auf uns zurückfallen kann und wird. Und deswegen sehen wir uns vor und nehmen soziale Rücksicht.

Im Web dagegen, sind diese Menschen völlig anonym, sie haben von ihren Boshaftigkeiten nichts zu befürchten und deshalb lassen sie die Sau raus und ihre Maske fallen - sie zeigen sozusagen den nackten Charakter und der ist bei einigen scheinbar wenig erbaulich.

Dieser Zusammenhang zur Anonymität ist offensichtlich für jeden, der nicht die Augen völlig vor dem menschlichen Sozialverhalten verschliessen will.

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Europa, der Euro und die Trauerarbeit

Dieses Wochenende ist Europawahl. Schon vor 3 Wochen habe ich hier beschrieben, -> was mich an der real existierenden EU nervt < -.

Heute möchte ich ergänzend noch eine Abhandlung zu Währungen im Allgemeinen und dem Euro im Speziellen mit Ihnen teilen. Diese wurde schon am 21.02. im Premium-Bereich veröffentlicht und erklärt wie Währungen funktionieren und welche Effekte im Speziellen der Euro hat.

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Zuletzt wurde mir wieder bewusst, dass der Euro am 01.01.2002 eingeführt wurde und nun also als einzige Währung 17 Jahre unter uns ist, als Doppelwährung in Form von Buchgeld, sogar schon seit 20 Jahren.

Wenn man davon ausgeht, dass Menschen sich bis sie ca. 20 Jahre alt sind, nur höchst selten für solche trockenen Themen interessieren - da pulsen eher die Hormone 😛 - gibt es mittlerweile viele Leser hier bis ca. einem Alter von 40 Jahren, die in ihrem Leben nie bewusst eine andere Währung und ihre Mechanismen erlebt haben - für die "Geld" und "Währung" in ihrem erwachsenen Leben also immer mit dem Euro gleichbedeutend waren.

Auch der Fehler, dass man "Wert" von Dingen automatisch in Euro ausdrückt, ohne sich bewusst zu machen, dass Währungen keinen Wert haben und selber der Maßstab sind, ist die Folge davon, dass man nie den aktiven Umgang mit anderen Währungen und Wechselkursen erlebt hat.

Glauben Sie mir, jemand in Venezuela weiss dagegen immer auch, was eine Sache in Dollar "wert" ist, auch wenn die Währung dort gar kein Zahlungsmittel ist. 😉

Da erscheint es mir doch sinnvoll, der Frage von Währungen mal auf den Grund zu gehen. Wir fragen uns also:

Wat is ene starke Währung und warum is det gut? Da stelle mer uns janz dumm.....

Zunächst einmal ganz wichtig, keine Währung hat einen Wert an sich, weil Wert ja immer in Währung ausgedrückt wird. Währung ist selber der Maßstab für Wert. Man kann die Länge eines Meters auch nicht in Metern ausdrücken, da wäre das Ergebnis immer 1.

Eine Aussage, dass eine Ware soundsoviel "wert" ist, ist also genau genommen sinnlos, ohne zu sagen in welcher Währung - außer der Gegenüber geht auch ganz selbstverständlich von der gleichen Währung aus. Und auch die Aussage, dass etwas "teurer" wurde ist so sinnlos, denn wenn eine Währung abwertet, kann etwas darin "teuer werden" und in einer anderen Währung trotzdem "billiger".

Es gibt bei Währungen einfach keinen objektiven, absoluten Maßstab für Wert, nur relativ zueinander, als Währungspaar wie EURUSD, kann man die relativen Wertveränderungen ausdrücken.

Einem idealen, objektiven Maßstab, kommen zwei Dinge noch am Nächsten. Einerseits Gold und Silber das -> alteste Geld der Welt < -. Andererseits die -> Sonderziehungsrechte des IWF < -, die so etwas wie ein Durchschnitt der großen Weltwährungen sind.

Für unsere täglichen Zwecke sind beide Maßstäbe aber nicht relevant, weswegen wir den Wert von Geld immer in einer anderen Währung ausdrücken müssen. Währungen haben also immer nur relativ gesehen "Wert". Daher die Währungspaare wie EURUSD oder eben XAUUSD für Gold in Dollar.

Wenn man das verstanden hat, wird vieles einfacher. Denn dann wird klar, dass es immer vorteilhaft ist, in einer Währung zu sein, die relativ zu den anderen Währungen an Wert gewinnt.

Und wenn eine Währung wie der Euro durch die Notenbank-Politik abgewertet wird, ist es besser in jeder anderen, relativ stärkeren Währung zu sein. Wenn die eigene Währung stark ist und regelmässig aufwertet, besteht dieser Grund dagegen nicht.

Genau *das* war vor dem Euro die Realität, als die D-Mark permanent zu Franc und Lira aufgewertet hat und in der Stabilität bestenfalls der Schweizer Franken mithalten konnte.

Denn viele europäische Währungen schwangen in freien Wechselkursen zueinander und bildeten die jeweilige Wirtschaftskraft und Solidität des Währungsraumes ab. Und da die D-Mark extrem stark war, wollten alle ihr Geld in D-Mark anlegen und die Lira und den Franc verkaufen.

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Wie reagiert die Börse auf kriegerische Konflikte?



In der Community hatte sich am letzten Freitag eine Diskussion um die Lage im Nahen Osten entfaltet, die von so allgemeinem Interesse sein dürfte, dass ich dazu auch im freien Bereich schreiben möchte.

Dabei geht es mir primär darum, Grundprinzipien klar zu machen, denn es gibt weit verbreitete Missverständnisse darüber, wie und warum Börsen Preise bilden.

Zur aktuellen, konkreten Lage um den Iran, will ich mich hier nicht äußern, das können Sie alles medial nachlesen. Faktum ist, dass die Spannungen steigen und wir alle nun rätseln dürfen, wer da nur pokert und wer es ernst meint.

Auch die konkreten Risikobereiche eines potentiellen Krieges um den Iran, können Sie leicht selber herausfinden, Stichworte "Nahost-Flächenbrand", "Atomwaffen" etc.. Alles keine Stichworte, die man gerne hört.

Die Frage hier im Artikel ist dagegen ganz abstrakt gestellt und der Iran ist nur ein aktuelles Beispiel:
Wie reagiert die Börse auf kriegerische Konflikte?

Es gibt dazu ja auch das Bonmot "Kaufen, wenn die Kanonen donnern" und da ist durchaus was dran, aber ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Zunächst einmal ist entscheidend, dass man versteht, warum sich Kurse bewegen. Die meisten glauben, Kurse würden die Gegenwart bewerten, das ist aber *falsch*!

Denn Aktienkurse preisen ganz grundsätzlich Zukunfts-Erwartungen an wirtschaftliche Entwicklungen ein, die sich auf die Unternehmen auswirken.

Das ist alles was man tief durchdringen muss, dann ist auch die Reaktion auf Konflikte klar.

Märkte sind dabei reine Preisfindungsmaschinen für die im Index enthaltenen Unternehmen, keine moralischen Bewertungsmaschinen

Wenn wir uns also mal als Beispiel den Verlauf des S&P500 zum Irakkrieg 2003 anschauen, dann sehen wir das:

Nun dürfen wir nicht glauben, dass hier nur der Irakkrieg im Zeitraum auf die Kurse gewirkt hat, die Haupttreiber sind auch damals weiter Konjunktur und Notenbanken gewesen. Aber die Kriegssorgen waren eben Teil des Bildes und haben es verändert.

Wir sehen, dass der Tiefpunkt praktisch mit dem Kriegsbeginn zusammenfällt, was es öfters gibt und worauf auch die Daumenregel "Kaufen, wenn die Kanonen donnern" beruht.

An diesem Bild können wir nun aber ein paar wichtige Erkenntnisse festmachen:

Erstens, dieses Chart sagt gar nichts über den Irak aus. Es bewertet nur die wirtschaftlichen Erwartungen an die Unternehmen die im S&P500 sind.

Wenn ein Krieg auf die Unternehmen keine Auswirkungen hat, bewegen sich die Kurse auch nicht. Zur Zukunft des Iraks oder der Sinnhaftigkeit dieses Krieges, der am Ende auf einer großen Lüge fusste, macht dieses Chart also *nicht die klitzekleinste Aussage!*

Zweitens, wir sehen wie Erwartungen die Märkte bewegen. Mit dem Irak-Krieg waren Sorgen einer Ausweitung bis zum Konflikt der Großmächte verbunden. Auch die Frage ob die Ölfelder des Nahen Ostens in Flammen aufgehen, sorgte die Märkte im Vorfeld und liess via Erwartungen die Kurse im Vorfeld fallen. Denn all das würde sich dann auf Unternehmen des S&P500 auswirken und deshalb wurden die Erwartungen im Vorfeld düsterer und die Kurse fielen.

Drittens, innerhalb von Tagen, wurde der durchschlagende Sieg der US-Truppen klar, weswegen diese Sorgen ausgepreist wurden und die Erwartungen an das Geschäft der Unternehmen im S&P500 sich normalisierte. Deshalb stiegen die Kurse wieder.

Erneute, eine Aussage über den Irak ist damit in keinster Weise verbunden gewesen! Der Irak ist nicht Teil des S&P500, also bewertet der Markt den Irak auch nicht.

Ich wiederhole also:

Aktienkurse preisen ganz grundsätzlich Zukunfts-Erwartungen an wirtschaftliche Entwicklungen ein, die sich auf die Unternehmen des Index auswirken.

Sonst nichts!

Wenn beispielsweise ein schrecklicher Krieg mit tausenden Toten zwischen verfeindeten Stämmen in Afrika losbricht, der aber ohne wirtschaftliche Effekte auf Lieferketten etc ist, interessiert das die Kurse gar nicht, weil es keine Auswirkungen auf die Unternehmen hat. Es gibt dann viele Gründe diesen Krieg zu verdammen und Mitgefühl zu haben, es gibt vielleicht auch Gründe zu helfen, die Börse wertet aber nur die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Unternehmen, so wie die Mathematik die Toten zählt.

Wenn aber auch nur das kleinste Risiko existiert, dass die Lieferketten wegen eines Konfliktes gestört werden könnten, fallen die Kurse schon bevor es passiert, weil die Erwartungen der erhöhten Unsicherheit angepasst werden.

So funktioniert Börse. So funktioniert Mathematik. So funktioniert alles, was Dinge "misst" und die Aktienmärkte bewerten (messen) letztlich wirtschaftliche Effekte auf Unternehmen. Sie geben der zukünftigen Entwicklung eines Unternehmens ein Preisschild.

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Der nicht so geheimnisvolle Stillhalter und warum es am Hexensabbat zunehmend ruhiger wird



Der folgende Grundlagenartikel erschien im Premium-Bereich vor 2 Jahren im März 2017 und wurde nur marginal angepasst, um alte Links auf damalige Aktualität zu bereinigen.

Irgendwie ist der Hexensabbat - der Tag an dem einmal im Quartal gleichzeitig Optionen auf Aktien sowie Optionen und Futures auf Indizes verfallen - auch nicht mehr, was er mal war und mit dem dramatischen Titel "Hexensabbat" ausgedrückt wurde. Ich kann mich in den letzten Jahren nicht mehr an viele Termine erinnern, zu denen "Triple-Witching" die berühmten "wilden Ritte" gezeigt hat.

Mit Ruhe meine ich damit nicht das Volumen an diesen Tagen, das ist natürlich immer noch weit überdurchschnittlich hoch, ich meine die wilden, direktionalen Kursausschläge, die nach meinem subjektiven Eindruck merkbar nachgelassen haben.

Man kann natürlich nur spekulieren, warum sich das geändert hat und die OpEx (OptionsExpiration, Verfallstag) "ruhiger" wurde und die Gründe dürften vielfältig sein. Aber zumindest eine qualifizierte Spekulation, kann man begründet machen, dafür muss man aber verstehen, worum es bei der OpEx geht und vor allem wer die sogenannten "Stillhalter" sind.

Um diese "Stillhalter" ("Option Writer") und ihre Motivation, wird nämlich manchmal ein unnötiges mediales Geraune veranstaltet, dessen Sinn nach meinem Eindruck auch manchmal ist, bei Unwissenden den Eindruck eines besonderen "Experten" zu erzeugen.

Die Antwort ist nämlich keineswegs geheimnisvoll. Wenn Sie als Anleger eine Put-Option auf den DAX kaufen wollen, heisst dass ja, dass Sie das Anrecht erwerben zu einem Zeitpunkt X den DAX zu einem Preis Y zu verkaufen. Das ist die "Option", das Recht genau das zu tun und dieses Recht hat einen Preis, den Preis der Option. So einfach ist das zunächst.

Wenn Sie nun ein bischen weiter denken, stellt sich sofort die Frage, von wem Sie diese Option denn kaufen, denn Sie brauchen ja eine Gegenpartei. Bei den bei kleineren Privatanlegern bekannteren "Optionsscheinen" - die sozusagen Derivate echter Optionen sind - ist das klar, das ist die Emissionsbank, die den Optionsschein begibt und die Preise stellt.

Und genau diese Gegenpartei ist der "Stillhalter". Es ist die Partei, die diese oben beispielhaft genannte Put-Option auf den DAX "schreibt". Der Unterschied in der Begrifflichkeit - schreiben vs emittieren - kommt daher, dass Optionen völlig standardisiert sind, während bei Optionsscheinen sich der Emittent die Parameter frei nach Gusto auswählt. "Schreiben" heisst also, dass man in einer fest definierten, standardisierten Option - zB eben DAX Put 12.000 - die Rolle des Stillhalters einnimmt, der die Option begibt. Diese Rolle ist zum Emittenten des Optionsscheins ähnlich, aber nicht identisch, weil die Menge der Freiheiten was man "begibt", bei echten Optionen eben wesentlich geringer ist.

Diese Partei, der Stillhalter, hat zwangsläufig das gegenläufige Interesse zu Ihnen als Käufer der Put Option auf den DAX. Während Sie in dem Beispiel als Käufer der Option den DAX abwärts wünschen, hat der Stillhalter - die Gegenpartei - im gleichen Volumen das Interesse, den DAX oben zu halten. Und da es bei Optionen um fixe Marken geht die den Unterschied machen, kommt es dabei sehr digital auf den Kampf an, ob der DAX am Ende oberhalb oder unterhalb der für die Option relevanten Marke schliesst.

Wir halten also fest, bei klassischen Optionen zählt die fixe Marke im Sinne Hopp oder Flop am Ende, es sind alle Ausstattungsmerkmale der Option standardisiert und darüber hinaus wird der Preis der Option nicht vom Emittenten (Stillhalter) gestellt, sondern ergibt sich im freien Spiel der Marktkräfte an dafür spezialisierten Handelsplätzen (Terminbörsen), zum Beispiel der Eurex.

Wenn wir uns das vor Augen halten, wird noch unklarer, was das Gerede über die geheimnisvollen, mächtigen "Stillhalter" soll, denn am Ende stehen sich doch zwangsläufig völlig identische Volumina gegenüber. Für eine bestimmte Marke im DAX wie zum Beispiel 12.000, muss doch das Volumen, das auf einen Kurs über 12.000 hofft, identisch zu dem sein, das auf einen Kurs unter 12.000 hofft. Und das ist auch so, das Volumen ist identisch.

Der Unterschied entsteht dadurch, dass in der Vergangenheit natürlich die Stillhalter vor allem Grossadressen wie Banken waren, die also Optionen in grossen Volumina begeben haben, denen aber viele kleine (unerfahrenere) Optionskäufer entgegen standen.

Und aus diesem Ungleichgewicht entstand Macht. Denn nun stellen Sie sich mal vor, der DAX steht knapp unter 12.000, es ist noch 30 Minuten Zeit bis zum Verfall der Option und der Stillhalter ("Big Money" mit hohen Volumina in dieser Option) hat das Interesse dass der DAX knapp über 12.000 schliesst, damit die Option verfällt. Es ist klar was passiert, "Big Money" gibt dem DAX mit seiner "Feuerkraft" einen "Stups" und freut sich über einen Abschluss über 12.000.

Das genau ist, was zum "Hexensabbat" früher manchmal passiert ist, das war der ausgetragene Kampf der Beteiligten, der zu wilden Bewegungen geführt hat, gerade in den letzten Stunden.

Die besondere Macht der Stillhalter entstand also dadurch, dass diese gebündelte Interessen haben, während sich die vielen tausend einzelnen Options-Käufer ja nicht organisieren können. Es ist wie bei einer Schlacht im Prinzip gleich grosser Heere, bei denen das eine aber eine intelligente, straffe Führung hat und das andere ziellos ohne Anführer vor sich hin wuselt. Der Sieger steht schon vorher fest.

Wenn Sie nun mitgedacht haben, wird Ihnen aber schnell klar, dass die gleiche Grossbank die diese 12.000er Put Option auf den DAX geschrieben hat, diverse andere Optionen im Markt hat, die vielleicht gegenläufige Interessen generieren.

Solange alle diese Optionen in ähnlichen Volumina existieren, gleichen sich die widerstreitenden Interessen wieder aus, womit die Grossbank eben kein besonderes Richtungsinteresse hat.

Und das ist auch der Kern. Besonderes Richtungsinteresse entsteht immer bei den Marken, bei denen die Optionsvolumina stark über den Durchschnitt hinaus ragen. Diese Marken sind besonders umkämpft, wenn sich der Hexensabbat nähert.

Und nun, da wir verstanden haben was ein Stillhalter ist und warum die in der Vergangenheit etwas "machtvoller" waren - es also Sinn machte sich an deren Interessen zu orientieren - können aufmerksame Leser und fixe Denker auch sofort erahnen, was eine sinnvolle Erklärung neben anderen dafür ist, dass die OpEx zunehmend ruhiger wird.

Denn die Welt, in der Stillhalter nur Gross-Adressen waren, denen viele kleine "dumme" Anleger gegenüber standen, ist definitiv vorbei. Die Vielzahl der leistungsfähigen, elektronischen Broker die nun überall existieren, haben dazu geführt, dass auch "normale" Trader wie Sie und ich, mit "normalen" Depots das Schreiben von Optionen zu ihrer Strategie gemacht haben. In dieser Strategie lebt man dann vor allem von der Optionsprämie, wie ein Geldverleiher vom Zins.

Das Schreiben von Optionen wurde also in den letzten Jahren zunehmend demokratisiert und dieser Prozess dauert an. Damit stehen sich nicht mehr so simpel ein paar wenige riesige Stillhalter und Massen kleinere Käufer gegenüber, die "Heere" auf beiden Seiten nähern sich in ihrer Struktur an. Damit verschwindet aber auch der eine grosse Vorteil im Sinne eines gleichgerichteten Interesses, der den Stillhaltern bisher einen Vorteil im Ringen um eine Marke gewährt hat. Und so wird die OpEx ruhiger und normaler und verhält sich zunehmend wie der breite Markt auch. Nur das massiv gesteigerte Volumen, zeichnet sie immer noch aus.

Das Obige ist eine Theorie, ausdrücklich nur eine Theorie, warum sich das Verhalten des Marktes am Hexensabbat scheinbar beruhigt, was die wilden Ausschläge angeht. Aber zumindest ist es eine durchdachte Theorie.

Es spielen sicher auch andere Faktoren herein, auch die zunehmende Dominanz der Volumen der US Anleger ist sicher Thema. Die haben ihre OpEx erst Abends nach MEZ, sie dominieren den deutschen Markt aber trotzdem und beeinflussen indirekt den DAX, der der Schwanz des Hundes S&P500 ist. Und je kleiner der durchschnittliche Stillhalter im Verhältnis zum Marktvolumen des DAX wird, desto weniger ist dieser in der Lage, einen zielgerichteten Einfluss auf den Verlauf zu nehmen.

So weit ein kurzer, oberflächlicher Ausflug in die Welt des Hexensabbat und der Optionen, ich hoffe es hebt ein paar Schleier und hilft beim Verständnis. Ein grosses Geheimnis, zu dem die Stillhalter aus naheliegendem Eigeninteresse der Selbstdarstellung medial manchmal gemacht werden, ist das Geschehen an den Terminbörsen wie der Eurex definitiv nicht.

Und auch dieses Geschehen an den Terminbörsen ist eben dem Wandel des Marktes unterworfen - Regeln die am Markt vor 20 Jahren galten, müssen nicht zwingend heute noch völlig identisch gelten. Der Markt ist immer im Wandel, wie die Welt!

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Was mich an der real existierenden EU nervt

Bald ist Europawahl, da ist es doch mal angemessen, dass ich Anspruch und Wirklichkeit der EU auf den Prüfstand stelle. Aber Vorsicht, was jetzt kommt ist bürgerlicher *Klartext*.

Normalerweise argumentiere ich ja differenziert und berücksichtige auch die Rahmenbedingungen, denn viele Dinge für die man "die EU" verantwortlich macht, beruhen nicht auf Brüsseler Versagen, sondern der Blockade der Einzelstaaten, die keinen gemeinsamen Nenner finden können und ihr Versagen dann gerne auf Brüssel abschieben.

Kurz gesagt, die Brüsseler Politik ist besser als ihr Ruf und die nationale Politik schlechter, wirklich gut kann ich beide aber nicht finden.

Ich mache es mir jetzt aber mal ganz einfach, denn ich bin ja nur ein "dummer kleiner" Wähler und besitze nicht die intellektuelle Potenz unserer weisen politischen Vertreter in der Politik von Berlin und Brüssel, die uns nun auf Plakaten anlächeln.

Denn wäre es anders, wären die ja wohl nicht in diese Positionen gekommen, oder? Schließlich geht es allen doch immer nur um das große Ganze. 😛

Ich betrachte die EU jetzt also mal ganz profan aus meinem lokalen Blickwinkel, ausdrücklich ohne den Blick auf andere Erwägungen zu weiten. Es ist ja auch legitim, denn wenn ich jemanden wähle, erwarte ich auch Lösungen. Das Lösen der Probleme ist dabei nicht mein Job, ich wurde ja nicht gewählt.

Wenn ich im Titel schreibe "Was mich an der real existierenden EU nervt", ist es mir einleitend auch noch sehr wichtig festzuhalten:

Die real existierende EU ist nicht gleich Europa!

Ich habe mir immer ein starkes, zusammenwachsendes Europa gewünscht, ein Europa das im Innenverhältnis die Unterschiede pflegt und aus der Diversität der Kulturen Stärke bezieht. Ein Europa das im Außenverhältnis - besonders im Bereich Aussenpolitik und Verteidigung - aber faktisch ein Bundesstaat ist, der Sicherheit für seine Bürger garantiert.

Mein Bild eines Europas war also immer das eines im Inneren sehr föderalen, freiheitlichen Europas der Regionen, das im Außenverhältnis aber als Block fest zusammen steht.

Die real existierende EU ist aber für mich persönlich das Gegenteil, im Außenverhältnis zerfasert und ohne Bindekraft, im Innenverhältnis aber vieles bürokratisch regulierend, das besser als Vielfalt gefördert würde. Der berühmte Krümmungsgrad der Gurken (und später Bananen) ist das klassische Beispiel, aber wirklich nur ein minimaler Einzelfall in einem Meer der Bürokratie.

Deshalb nervt mich die real existierende EU, nicht aber der Gedanke eines geeinten Europas - dieser Unterschied ist eminent wichtig!

Kommen wir nach dieser Vorrede mal zu drei Beispielen, was mich denn konkret nervt. Ausdrücklich nur Beispiele, ich kann auch 10 liefern, wenn es beliebt.

(1) Frontex - viel Blabla, wenig Ergebnis

Wer ein geeintes Europa will, in dem man sich frei und ohne Grenzen bewegen kann, muss dafür die Außengrenzen sichern. Das sieht selbst unsere Kanzlerin so, für die ansonsten Grenzen nicht mehr schützbar sind - zumindest die Deutschen nicht.

Die Bevölkerungs-Krise in Nahost und Afrika ist massiv und wird weiter eskalieren, schauen Sie mal -> hier bei "Our World in Data" < - in den weltweiten Armutsbericht hinein, der eine Projektion bis 2030 liefert. Man sieht, wie sich die ganze Welt aus eigener Kraft aus der extremen Armut heraus bewegt, bis auf Nahost und Afrika, wo kaum Fortschritt zu erkennen ist.

Die Gründe dafür sind nicht Thema dieses Artikels, haben aber außer für ahistorische Ideologen bestenfalls am Rande mit der Kolonialisierung zu tun, die gab es nämlich auch woanders und ist seit Generationen vorbei. Die Gründe sind in unterschiedlicher Form (nicht vollständig, aber doch überwiegend) hausgemacht, das sehen übrigens fortschrittliche Afrikaner ganz ähnlich. Und von ein paar "Niemand-ist-illegal-Nirgendwo-Phantasten" abgesehen, ist allen klar, dass massive Armutsströme aus dem ohne Geburtenkontrolle massiv wachsenden Afrika, Europa am Ende zerstören würden.

Wir haben es hier also mit einer absolut zentralen Herausforderung für Europa zu tun, die nicht durch Migration zu lösen ist, weil das Gesetz der großen Zahl es unmöglich macht. Ohne Grenzschutz geht es also nicht und wenn den die Staaten nicht mehr haben, muss ihn Europa haben.

Wir hatten in den letzten Jahren dazu diverse Runden in Brüssel, alle teuer und hochkarätig besetzt. Uns Bürgern wurde seitens der EU vermittelt, dass man Frontex zu einem echten Grenzschutz ausbauen würde.

Und was bekommen wir nun: -> Die Frontex Farce < -.

Wir bekommen wenig. Viele Worte, viele Meetings, nichts Substantielles.

Ich sagte ja, ich bringe Beispiele und es gibt genügend andere. Aber das ist ein wunderbares Beispiel für die Unfähigkeit dieser real existierenden EU, bei den wirklich wichtigen außenpolitischen Themen, etwas auf die Reihe zu bekommen.

Das nervt!

(2) Kapitalmarkt - Teure Regulierung gegen den Bürger

Ein weiteres Beispiel. Mit Mifid 2 haben wir eine "gloriose" Finanzmarkt-Regulierung bekommen, die in der Umsetzung in der EU die wahre Schönheit von Papierbergen und Bürokratie-Wahnsinn verströmt.

So wird mir als in Finanzfragen hochqualifizierter Bürger nun zum Beispiel verwehrt, die weltweit größten, solidesten und besten US ETFs zu kaufen, weil sie irgend ein bescheuertes Infoblatt nicht haben.

Offensichtlich will man mich vor mir selber schützen, wie nett diese Gängelei. 😛 Dafür kann ich aber weiter viel riskantere Derivate kaufen, die niemand braucht. Und noch schlimmer, ich kann auch Derivate auf diese großen US ETFs kaufen, nur die ETFs selber nicht mehr.

Geht es noch Bescheuerter? Nur schwerlich.

Weiterlesen ...Was mich an der real existierenden EU nervt

Die Marktbreite – Stock Market vs Market of Stocks



Der folgende Grundlagenartikel erschien im Premium-Bereich schon am 05. Februar diesen Jahres, also vor fast 3 Monaten. Er erklärte ein Grundprinzip und zeigte gleichzeitig auf, warum wir optimistisch in die Zukunft schauen und von einem "V" im Markt ausgehen konnten.

Genau so ist es gekommen, der S&P500 ist in Schlagdistanz der Allzeithochs und das "V" ist Realität geworden.

Jetzt können auch Sie im freien Bereich mal das Grundprinzip studieren und ich empfehle Ihnen, sich die aktuelle Marktlage mal auch mit dieser Methodik anzuschauen. Was lernen Sie dann daraus?

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Eines der Worte und Konzepte, das Ihnen bei der Beschäftigung mit der Börse früher oder später begegnet, ist die Marktbreite, Market Breadth in Englisch.

Die gängige Interpretation lautet: Hohe Marktbreite ist bullisch und geringe ist bärisch, aber ist das wirklich (noch) so?

Dieser Frage will ich heute in diesem Grundlagenartikel nachgehen und da stelle mer uns janz dumm und fragen: Wat is ene Marktbreite?

Die Antwort liegt in dem Unterschied zwischen dem Begriff des Stock Market (Aktienmarktes) und dem Market of Stocks (Markt der Aktien) begründet.

Der erste Begriff, der "Stock Market", bezeichnet den Markt als Ganzes, so wie ihn die Indizes aufzeichnen. Wenn wir den Leitindex S&P500 als Beispiel nehmen, bekommen wir mit einer Zahl den Durchschnitt über die 500 größten Aktien des US Marktes und damit faktisch mit einem Wert einen Blick auf den gesamten US Aktienmarkt.

Allerdings ist das eben nur ein Index, ein Durchschnitt, wie ein Blick auf einen ganzen Wald. Ein ganzer Wald sieht von außen auch durchweg grün aus, einzelne Bäume darin, können aber sehr wohl krank sein und verrotten. Der Blick auf den Wald zeigt uns nicht einmal, von welcher Art (Sektor im Aktienmarkt) die Bäume sind, es ist einfach nur eine grüne Wand, deren Ausdehnung man sehen kann und fertig.

Im Gegensatz dazu, ist ein Wald aber nichts weiter als die Ansammlung unzähliger unterschiedlicher Bäume von unterschiedlichem Charakter und unterschiedlicher Gesundheit. Und so ist es auch mit dem S&P500 und dem Markt, denn der Markt ist in Realität kein Stock Market (Aktienmarkt), sondern ein Market of Stocks (Markt der Aktien).

Jetzt gibt es im Wald große und kleine Bäume und in einem Index wie dem S&P500 ist das besonders prägnant, weil da Schwergewichte wie Apple (AAPL) oder Amazon (AMZN) den Index dominieren, während viele kleinere Aktien faktisch keinen merkbaren Einfluss auf den Index haben.

Das liegt daran, dass der S&P500 nach der Marktkapitalisierung gewichtet ist, je größer der Marktwert, desto stärker Einfluss auf den Index.

Michael Batnick hat -> hier in einem lesenswerten Artikel Mitte 2018 < - mal eine Grafik erstellt, die eindrucksvoll aber auch tückisch ist, wenn man nicht genau hinschaut.

Sie zeigt das Gewicht im S&P500 der 5 größten Aktien, das gleichgroß ist, wie das der 282 kleinsten Aktien. Das ist schon eindrucksvoll. Sie zeigt aber *nicht*, dass die 5 größten die Hälfte des Index ausmachen, was viele gedankenlos herein interpretiert haben, weil alle mittelgroßen Aktien fehlen.

Trotzdem ist es ein eindrucksvolles Chart, denn 5 sind so wichtig wie 282 andere Aktien.

Und genau hier kommt die Marktbreite ins Spiel. Denn stellen Sie sich nun mal als Gedankenexperiment vor, der S&P500 würde nur aus diesen 5 ganz großen und 282 kleinen Aktien bestehen.

Und nun stellen wir uns weiter vor, der Index mäandriert um die Nulllinie.

Im ersten Fall sind die 5 Aktien im Plus und alle 282 im Minus. Im zweiten Fall sind die 5 Aktien im Minus und alle 282 im Plus.

Und nun frage ich Sie, welcher Fall ist "gesünder" bzw "bullischer"? In welchem Fall würde Sie eher von einem starken Aktienmarkt ausgehen?

Ich denke die Antwort ist klar, wenn alle 282 kleinen Aktien im Plus sind! Denn dann läuft es in der Breite der US Wirtschaft gut. Dass die 5 großen im Minus sind, kann dagegen Gründe haben, die spezifisch in den Aktien selber begründet sind und mit der Stärke der Wirtschaft und des Marktes nichts zu tun haben!

Sehen Sie, genau jetzt haben Sie prinzipiell das Konzept der Marktbreite verstanden.

Denn die Marktbreite misst die Anzahl der steigenden und fallenden Aktien (ohne Gewichtung) und stellt diese gegenüber. Ein Markt, der weit überwiegend steigt, kann also kein schlechter Markt sein, auch wenn die Indizes noch vor sich hin dümpeln. Und ein Markt der überwiegend fällt, ist ein gefährlicher Markt, weil er nur noch von wenigen großen Aktien zusammengehalten wird.

Die klassische Art diese Marktbreite zu messen, ist die sogenannte Advance/Decline Linie, die das Verhältnis von steigenden zu fallenden Aktien misst. Ich habe Ihnen dieses Konzept hier schon in -> die Weisheit der Advance/Decline (AD) Linie < - nahegebracht.

Eine andere Art die Marktbreite zu messen, ist die Anzahl der Aktien zu messen, die ein 52 Wochen-Hoch bzw Tief erreichen.

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Hochschmelzen – Melt-Up!

Eigentlich mache ich ja um Ostern herum mal ein wenig Ferien und Artikel kommen daher nur sporadisch.

Heute gab es aber ein -> bemerkenswertes Interview <- des Chefs des weltgrößten Assetmanagers Blackrock, Larry Fink, mit CNBC.

Und das will ich hier kurz kommentieren, auch im freien Bereich. Denn die leichte, offensichtliche Reaktion darauf, ist durch den reflexiven Markt bedingt in der Regel falsch.

Und wissen Sie, was die leichte (und daher in der Regel falsche) Reaktion ist? Zu sagen, dass solche Statements das Zeichen von Überoptimismus seien und typischerweise das Top markieren.

Das erscheint auf den ersten Blick logisch und naheliegend nach der Rally aus dem Dezember-Tief. Ich sehe und höre jetzt schon die Perma-Bären, die natürlich erklären "Fink talks his book", auf gut Deutsch, er versucht den Markt zu seinem Vorteil zu beeinflussen. Dummerweise sprechen die Fakten eher für Larry Fink.

Wir haben uns hier in den letzten Wochen im Premium-Bereich diverse Indikatoren angeschaut, egal welche Parameter es sind, sie deuten darauf hin, dass große Investoren in Aktien eher unterinvestiert sind. Und Larry Fink bestätigt genau das und der sollte es wissen. Schauen Sie sich alleine mal die Abflüsse in ETFs in den letzten Monaten an, dann wissen Sie, dass das Geld nicht mit Euphorie in den Markt geflossen ist.

Die Skepsis ist immens und bildet die "Wall of Worry" des Marktes und gleichzeitig sind die Notenbanken weltweit so taubenhaft, wie man nur sein kann. Und Trump will in 18 Monaten eine Wahl gewinnen und wird alles dafür tun, dass die Stimmung und die Kurse hoch bleiben.

Ich sage nicht, dass ein Melt-Up nun zwingend kommt, der dann typischerweise die finale Phase eines Bullenmarktes markiert, aber vorher noch massive Gewinne aufruft. Niemand kann das sicher wissen, weil jederzeit geopolitisch etwas passieren kann, was das Spiel völlig verändert.

Aber im Gegensatz zu denen, die das Szenario mit einer Hand wegwischen, nur weíl Fink etwas sagt, dass auch seiner Firma nützen würde - welcher Firmenchef macht das eigentlich nicht? - nehme ich das Szenario ernst.

In aller Deutlichkeit: Wir haben im Markt tatsächlich die Voraussetzungen, dass so ein Szenario real möglich werden könnte!

Erneut, "könnte" heisst nicht, dass es auch passiert, aber die notwendigen Ingredienzen sind da: Performance-Druck, Notenbanken die die Welt mit Liquidität fluten und gleichzeitig mehr Negativzinsen, die verzweifelte - auch professionelle Anleger - in profitable Assets treiben.

Ich habe schon in -> Haltet den Dieb! Enteignung! <- dargestellt, dass die Notenbank mit ihrer Geldpolitik die Mutter aller Ursachen des Immobilien-Booms und damit auch der Miet-Problematik ist. Auch hier muss man das wieder betonen.

Wie Fink sagt, haben wir zunehmend einen Mangel an attraktiv bepreisten, hochwertigen Assets und das steigert den Druck noch auf die, die jetzt immer noch auf zu viel Cash sitzen. Und wenn nun die Notenbanken noch mehr in die Negativzinsen drücken, wird da langsam Panik ausbrechen.

Das treibt die Immobilien-Preise und treibt den Aktien-Markt und man kann das katastrophal und eine verantwortungslose Geldpolitik nennen - ich gehöre dazu - aber das nützt nichts. Nach der Regel "don´t fight the FED" müssen wir als Anleger mit den Wölfen der Notenbank-Technokraten heulen - nur monetäre Selbstmörder stellen sich gegen diese Dampfwalze!

Und klar, so ein -> Crack-up-Boom <-, den ich im Link schon im Sommer 2016 als reale Möglichkeit thematisiert habe, endet selten gut. Das endet fast immer mit einer üblen Depression. Das aber nach Jahren und hohen zweistelligen Gewinnen und das ist hier der Punkt.

Also, die Ingredienzien sind durchaus da, dass Finks Prophezeihung wahr werden könnte. "Könnte", ob sie es wirklich wird, werden wir sehen, wir sollten das aber ernst nehmen.

Kurzfristig können solche Äußerungen durchaus ein kleines Top markieren, der Markt ist durchaus reif für eine Pause und einen Rücksetzer, spätestens bei den Allzeithochs des S&P500.

Aber nach einem notwendigen Luftholen, gibt es derzeit wenig was dagegen spricht, dass der Markt in 2019 so eine Entwicklung wie unten im Chart nimmt und in einem angedeuteten Trendkanal, der seit 2011 Bestand hat, weiter nach oben schmilzt:

Wie man so etwas mitnimmt, aber trotzdem nach unten wachsam bleibt, war zuletzt oft Thema in der Community. Hier im freien Bereich will ich es damit bewenden lassen, Ihnen erneut zu raten, sich von den Perma-Bären nicht in eine negative Stimmung drücken zu lassen. Wenn die Kurse wirklich fallen, ist es früh genug bärisch zu werden.

Erinnern Sie sich, was ich Ihnen zuletzt zum -> Ankereffekt <- geschrieben habe und warum wir solchen starken Charts wie oben instinktiv misstrauen - was aber ein Fehler ist. Erinnern Sie sich, wie ich Ihnen vor einem guten Monat in -> (Zehn) Jahre zurück und die Lehren daraus <- das große Bild gezeigt habe. Oder erinnern Sie sich, wie ich Anfang 2019 dazu aufgerufen habe, -> dem Optimismus eine Chance zu geben <-.

Und jetzt sage ich Ihnen, dass der Reflex Larry Finks Statement einfach abzutun, ein Fehler sein könnte. Die notwendigen Voraussetzungen sind da, dass er recht behalten *könnte* und auch wenn auch das keine Sicherheit ist - die gibt es am Markt nie - ist es schon eine ganze Menge, das überhaupt so definitiv feststellen zu können.

Denn mit jeden Tag, den der Markt weiter steigt, steigt auch der Druck und das Leid der Unterinvestierten - besonders der institutionellen Anleger, die sich dann vor ihren Kunden rechtfertigen müssen.

Die Notenbanken haben also ein Feuer unter den Skeptikern angezündet, das diese nun langsam gar kocht. Und beenden könnten dieses Feuer wohl überwiegend nur die Notenbanken selber und dafür gibt es bisher kein Indiz nirgendwo.

Rechnen wir also nun jederzeit damit, dass ein Luftholen, eine Korrektur einsetzen kann. Setzen wir aber im weiteren Verlauf des Jahres bis auf weiteres besser auf einen starken Markt, der die 3.000 im S&P500 durchschneiden wird. Denn das ist der Trend und dem folgen wir - bis er endet.

Frohe Ostern allen Lesern!

Ihr Hari

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