Von Maß und Mitte

Heute will ich mal abseits von konkreten Kursen ein grundsätzliches Problem beleuchten, das wir uns gerade mit den diversen Notmaßnahmen, insbesondere der Notenbanken und Staaten einhandeln.

Frau Merkel hat ja im Zusammenhang mit der aktuellen Corona-Krise von "Maß und Mitte" gesprochen, die wir in der Krise finden sollten. Eine Aussage die konkret für die epidemiologischen Fragen eher deplatziert erscheint, denn wenn man eine Pandemie eindämmen will, ist "Maß und Mitte" am Thema vorbei, dann geht es eher um "be fast and have no regrets" wie es WHO Director Michael Ryan -> hier <- beschrieben hat.

Wenn es aber um staatliche Rettungs-Billionen geht, ist "Maß und Mitte" wirklich eine sinnvolle Grundhaltung, leider läuft es weltweit nun eher umgedreht.

Bei den epidemiologischen Maßnahmen wurde eher zu lange gezögert und nun gibt es - nach nicht mal einer Woche Lockdown - schon wieder wildes mediales Geschnatter vom Ende des Lockdowns, das derzeit verfrüht und deplatziert ist, da alle gemeldeten Neuinfektionen heute, sich in der Regel noch *vor* dem Lockdown angesteckt haben.

Bei den fiskalischen Maßnahmen aber, schmeisst man derzeit mit "Rettungsbillionen" um sich und wirft jegliche Form von fiskalischer Disziplin über den Haufen, weil die Krise die Gegner in der Argumentation schwächt. Eine Lage frischen Schnees an "Rettungsmaßnahmen" legt sich über die Länder und die Frage ist berechtigt, ob diese tatsächlich notwendig sind.

Es scheint dabei jedes Gefühl für "Maß und Mitte" abhanden gekommen zu sein und an vielen Stellen scheint die Notlage einfach nur als Einfallstor und Hebel zu dienen, um alte poltische Wunschvorstellungen nun durchzudrücken, so zum Beispiel bei der Transferunion und den Eurobonds.

Versuchen wir uns der Sache doch mal rational und nicht ideologisch zu nähern und betrachten die Frage, ob diese massiven Maßnahmen nun wirklich notwendig sind.

Wenn wir davon ausgehen, dass wir nun noch monatelang in einer Art Lockdown leben müssen, dann würde ich diese Maßnahmen im Kern auch unterstützen, auch wenn wir selbst dann viele unsinnige Mitnahme- und Kollateraleffekte erleben werden. Aber es macht Sinn, dann den totalen Zusammenbruch der vernetzten Wirtschaft zu verhindern und es macht keinen Sinn, gesunde Unternehmen nur wegen kurzfristiger Liquiditäts-Engpässe Pleite gehen zu lassen. Grunsätzlich hat dieser Ansatz also durchaus meine Unterstützung, solange eben "Maß und Mitte" gewahrt bleiben und die Gesellschaftsordnung nicht gleich mit der "Rettung" mit ausgekehrt wird.

Und es gibt sowieso viele kleine Unternehmer, Selbstständige, Künstler und so weiter, die bei längerem Lockdown ohne Verschulden in ein Liquiditätsloch fallen werden und dass man diesen ermöglicht unbürokratische Notkredite aufzunehmen, ist nicht zu kritisieren und völlig richtig. Ein Notkredit ist ja auch kein Geschenk, er hilft einfach über eine unverschuldete Krisenphase hinweg. Bis hierhin unterstütze ich den Rettungsansatz im Notfall ausdrücklich!

Nur beginnt die Politik ja aber schon ziemlich eindeutig von einer Teil-Auflösung des Lockdowns nach Ostern zu sprechen, insbesondere für die Jüngeren, weil "das Land das nicht aushalte".

Da ist durchaus etwas dran, ich kann die Logik nachvollziehen, weil irgendwann tatsächlich die negativen Folgen des Lockdowns größer sind, als die Folgen des Virus selber. Für eine Zeit von 3 Wochen wäre das falsch, diese Zeit kann eine gesunde Volkswirtschaft im Lockdown definitiv durchstehen, bei 3 Monaten hätte ich aber auch meine Zweifel.

Das Dumme und Ärgerliche ist aber, dass wenn man wirklich nach 3 Wochen wieder "aufmacht", viele der fiskalischen Nothilfen *nicht nötig sind* und sogar *kontraproduktiv* sind!

Denn sagen wir es mal deutlich, zeitlich begrenzte Krisen gehören zur Wirtschaft und sind gesund, weil sie wie eine Gesundheitspolizei die schwächsten Unternehmen aussortieren und daher danach wieder mehr Freiraum für die Gesunden schaffen. Die wirtschaftlichen "Zombies" werden dahin überführt, wo sie hingehören - in die Holzkiste, auch Insolvenz genannt und das ist volkswirtschaftlich genau richtig so!

Ein Unternehmen aber, das derzeit so schwach auf der Brust ist, dass es nicht einmal 3 Wochen aus den eigenen Reserven und Banklinien überleben kann, hat meiner Meinung nach *eine Rettung nicht verdient*.

Diese Aussage gilt auch ausdrücklich für die Gesellschafter und Manager, die zu dieser Schwäche des Unternehmens potentiell beigetragen haben, in dem Gewinne zu schnell privatisiert wurden und nicht als Notreserve im Unternehmen belassen wurden, weswegen eine Sozialisierung der Pleite auch nun höchst unfair für den Rest der Gesellschaft wäre.

Insofern habe ich nun doch ein Problem mit den Rettungsbillionen, die so freizügig gestreut werden. Entweder fahren wir nun einen konsequenten Lockdown, der sich primär nach epidemiologischen Vorgaben richtet und durchaus lange dauern kann, dann bin ich prinzipiell *für* einen selektiven Rettungsansatz. Oder wir stellen die Wirtschaft in den Vordergrund, gehen schon nach 3 Wochen wieder in Richtung Normalmodus und dann sehe ich keinen Grund Steuergelder für Firmen zu verbrauchen, die ein Überleben nicht verdient haben.

Ich habe ehrlich großen Zweifel, ob wir die Interventionisten und "Retter" wieder loswerden, die die Krise nun auf den Plan gerufen hat. Dass zu einer gesunden Wirtschaft auch ein gesunder Ausleseprozeß gehört, hat keine Lobby in Politik und Bevölkerung, der Reflex ist immer, schon längst überflüssig gewordene "Zombies" mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung noch durchzuschleppen, nicht verstehend, dass man damit viel mehr neue Arbeitsplätze an anderen Stellen torpediert und die Zombies am Ende doch Pleite gehen, nachdem man Steuermilliarden da versenkt hat.

Wie schnell solch unsinniger Mißbrauch aufkommt, können wir zum Beispiel bewundern, wenn beispielsweise ein hoch liquider Weltkonzern wie Adidas - ermöglicht durch das -> neue Covid-19-Abmilderungs-Gesetz <- - nun -> einfach für geschlossene Läden keine Miete mehr zahlt! <-

Adidas, die vergleichsweise in Liquidität schwimmen, bekommen also einen Hebel sich einen Vorteil zu ergattern und nutzen ihn sofort. Andere werden folgen, die es auch nicht nötig haben und sich unsolidarisch einfach einen Vorteil ergattern. Der Vermieter aber, der vielleicht wirtschaftlich viel schwächer als Adidas dasteht, hat dagegen den schwarzen Peter gezogen.

Adidas ist ein schönes Beispiel für die Negativeffekte von mit heisser Nadel gestrikten "Notfall-Gesetzen". Das kann keiner gut finden und zeigt, dass die Rettungsarie schon Schlagseite hat.

Abgesehen davon sollten wir uns keiner Illusion hingeben, jemand wird die Rechnung für diese "Rettungen" nach der Krise präsentiert bekommen und ich kann Ihnen auch heute schon sagen wer das ist: nicht Adidas, der Profiteur, sondern die sogenannten "Reichen", womit präzise gesagt über 80% der Leser dieses Blogs gemeint sein dürften, weil der absurde, vom Bild einer wohlig-warm-miefig-gleichgerichteten "Volksgemeinsschaft" geprägte Reichenbegriff bei uns ja jeden umfasst, der sich erdreistet schon ein überdurchschnittliches Gehalt zu beziehen oder - Gott bewahre - unternehmerisch erfolgreich zu sein. Die vielen kleinen Leistungsträger der Gesellschaft werden also dafür blechen, Weltkonzerne die sich einen schlanken Fuß machen dagegen garantiert nicht!

Wer also gut gewirtschaftet hat und als Unternehmen Reserven gebildet hat, wird durch die "Rettungen" doppelt gestraft. In der Krise wird ihm der Vorteil gegenüber den verantwortungslosen Gesellen genommen, weil diese dank Hilfe trotzdem überleben können und der Markt nicht bereinigt wird. Nach der Krise wird es höhere Sondersteuern auch für die geben die keine Hilfe brauchten, weil man ja vermeintlich so von der "Rettung" profitiert hat.

Dass am Ende genau dieser Mechanismus einer Volkswirtschaft schadet, weil er Moral Hazards generiert und Fehlverhalten fördert, ist völlig klar, wird aber weder verstanden noch will es jemand hören.

Erneut, damit es da keine Missverständnisse gibt, ich bin ja nicht gegen liquiditätssichernde Notmaßnahmen, man darf aber in der "Rettungswut" auch nicht über das Ziel hinaus schiessen.

Aber auch im Grösseren sehen wir diese Mechanismen, wenn wir -> von der Aggressivität des italienischen Premiers <- lesen, der nun vermutlich die große Chance sieht, eine Vergemeinschaftung der Schulden via Eurobonds durchzusetzen.

Die Krise ist dabei nach meiner Einschätzung nur ein Mittel, das mit großer moralischer Inbrunst für den eigenen Vorteil genutzt werden soll, denn Italien hat ja derzeit gar kein Problem Schulden für die Krise aufzunehmen, die EZB und die EU haben schon längst alle Schleusen und Begrenzungen geöffnet. Aber mit den Folgen höherer Zinsen sollte man dann auch leben, so wie es sich gehört, zumal diese durch die Aufkaufprogramme der EZB doch sowieso schon weit unter den realen Marktzins gedrückt werden.

Was hier versucht wird ist für mich verwerflich und hat mit der Krise nichts zu tun. Auch hier haben wir die Parallelität zum obigen Thema des Moral Hazards, wer als Staat bisher solide gewirtschaftet hat, hat am Ende den Nachteil davon und soll dem Schuldensünder sein bisheriges Verhalten finanzieren, weil der "gerettet" werden muss. In dem Zusammenhang erinnere ich wieder daran, dass das statistische Vermögen von Italienern höher als von Deutschen liegt, ein Umstand der gerne verschwiegen wird und auch der Umverteilung im Euro geschuldet ist - ich habe darüber in der Vergangenheit schon öfter geschrieben.

Jetzt höre ich gleich die Stimmen, die an die "Solidarität mit Italien" appellieren, was aber beim Thema Eurobonds völlig am Thema vorbei ist.

Mangelnde Solidarität haben wir in Europa tatsächlich und ich empfinde es als eine Schande. Das ist aber die konkrete Solidarität bei Masken, bei Schutzanzügen, bei Atemgeräten, bei übernommenen Patienten und auch bei Hilfsgeldern die direkt ins Gesundheitssystem gehen.

Hier fehlte es zuletzt deutlich an Solidarität, wo sind denn die Lastwagen-Kolonnen gewesen, die nach Norditalien Hilfsmaterial aus Österreich, Deutschland, Dänemark, Polen etc transportiert haben? Ich habe keine gesehen und das ist etwas, worüber der italienische Premier tatsächlich wütend sein darf, das wäre echte Solidarität gewesen. In der Krise ist sich scheinbar jeder selber der Nächste und kein Mensch braucht so ein Europa, das sobald es eng wird, gleich wieder nur an sich selber denkt.

Das darf man kritisieren, das muss man kritisieren, mit dem Wunsch individuell gemachte Schulden zu vergemeinschaften, hat das alles aber rein gar nichts zu tun und macht auch keinen Patienten gesund, der nun in der Intensivmedizin um jeden Atemzug ringt.

Das Virus nun als Hebel zu benutzen um Widerstände zu beseitigen, ist politisch geschickt, aber ebenso zerstörerisch für die europäische Solidarität, wie absurde Auslieferungsstops für Masken in befreundete Nachbarländer.

Machen wir es doch mal konkret und wischen diese ganzen Girlanden weg, die gerne zur Vernebelung des Kerns benutzt werden.

Stellen Sie sich vor, Sie haben in Ihrem Wohnhaus in der Krise einen Nachbarn, mit dem Sie solidarisch sein wollen. Der Nachbar ist selbstständig, hat weniger Geld als Sie und wird durch die Krise so schwer getroffen, dass er Probleme hat sich nun notwendige Medikamente, Desinfektionsmittel und so weiter zu kaufen.

Wenn Sie dem nun die Tür zuknallen, sind Sie ein unsolidarischer Holzklotz und sollten sich schämen! Die Solidarität gebietet es, dass Sie dem etwas von ihren gebunkerten Desinfektionsmittel abgeben und ihm auch an anderer Stelle unter die Arme greifen. Daran gibt es keinen Zweifel, wer das nicht tut, handelt egoistisch und unsozial.

Nun machen Sie das aber, der Nachbar erdreistet sich aber trotzdem an Ihre Tür zu bollern und Sie mit moralischem Unterton laut aufzufordern, nun mitzukommen und bei seiner Bank für seine Schulden zu bürgen, weil wir ja in der Krise alle im gleichen Boot sitzen würden. Hallo?

Was würden Sie tun? Ihm die Tür zuknallen und vielleicht die Polizei rufen und richtig so!

Wer Schulden für Ausgabenprogramme und Versprechungen an Wähler macht, muss auch später für die Konsequenzen gerade stehen und kann diese nicht an Dritte abladen. Es muss immer eine Einheit der Verantwortung geben.

Wer dieses Grundprinzip schleifen will, zerstört langfristig unser Wirtschaftssystem und unseren Wohlstand und ersetzt es durch eine Kleptokratie, in der der Stärkste, Lauteste und Skrupeloseste die Macht hat. Auch eine Pandemie kann dafür keine Ausrede sein!

Man kann also sehr wohl Eurobonds einführen, aber genau dann wenn man das italienische Staatswesen auflöst und einer Euro-Zentralregierung überantwortet. Dort ist dann die Entscheidung und die Verantwortung für die Folgen wieder in einer Hand, so wie es richtig ist. Dass aber italienische Politiker an Ihre Wahl-Klientel Versprechungen machen, deren Folgen deutsche Wähler dann mitzufinanzieren haben oder natürlich auch umgedreht, ist in jeder Hinsicht indiskutabel und verwerflich und hat mit der Corona-Krise absolut nichts zu tun!

Sie sehen, unerkannt von der Öffentlichkeit, die auf das Virus starrt, fehlt es der wirtschaftlichen und finanzpolitischen Diskussion nun in meinen Augen zunehmend an "Maß und Mitte".

Davor bekomme ich zunehmend Sorge, die Geister die man rief, wird man dann nicht mehr los.

Ihr Michael Schulte (Hari)

Die Ersatzhandlung – dem Affen Zucker geben!



Die Covid-19 Krise frisst sich durch die Märkte und jeder giert derzeit nach Einschätzungen zur Lage und was nun anlagetechnisch zu tun ist.

Auffällig ist auch eine vergleichsweise hohe Zahl an Anlegern, die jetzt nur über den richtigen Einstieg nachdenken. Nun ist das bei 30% Minus kein grundlegend falscher Gedanke, es ist aber schon erstaunlich, dass da nun nicht noch mehr Angst vorhanden ist.

Kurzfristig besteht ja die Chance auf eine baldige Stabilisierung und es könnte bald ein erster Bounce in Bewegung geraten. Mittelfristig aber wird das Problem nicht schnell vorbei gehen und wir müssen von zumindest einem weiteren Test der Tiefs ausgehen.

Und falls wir Pech haben und gesellschaftliche Verantwortungslosigkeit den Erfolg des jetzigen Lockdowns torpediert, kann es auch sein dass die Einschränkungen so lange dauern, dass wir ernsthaft in eine Kreditkrise laufen.

Denn natürlich kann die Wirtschaft 3 Wochen Stillstand aushalten, wenn es danach geordnet weiter geht und wir wieder im Modus "Webasto" mit einzelnen, begrenzten und beherrschbaren Infektions-Herden sind. Die Wirtschaft kann den Lockdown aber *nicht* als Dauerzustand ertragen und wenn diese große Chance die wir nun haben torpediert wird, *beginnt* das wahre wirtschaftliche Problem erst so richtig!

Es ist unklar ob es so weit kommt, alles hängt nun von der Fähigkeit jedes Einzelnen zu Disziplin und Vernunft ab, aber es sei daran erinnert, dass die Märkte 2008 nach Lehman 60-70% korrigiert haben und nicht nur 30%. Und wenn sich aus der Pandemie nun auch eine Finanzkrise entwickeln sollte, haben wir wahrscheinlich eine *schlimmere* Krise als Lehman vor uns.

Seien Sie sich also nicht zu sicher, dass das schon der Tiefpunkt war! Selektiv etwas Wagen kann man durchaus mal, muss dann aber auch emotional bereit sein, weitere Verluste auszuhalten oder konsequent wieder abzuschneiden. Und der bisherige Verlauf der Krise in den wirtschaftlich entscheidenden US lässt derzeit wenig Raum für kurzfristigen Optimismus. Gegenüber den US haben wir in Deutschland - trotz eines unsinnigen Karnevals und der Ignoranz die Leute ungetestet aus den Winterferien im Süden zurückkommen oder aus dem Iran einreisen zu lassen - immer noch "früh" reagiert, alles ist eben relativ. 😉

Ich merke die Krise hier im Blog auch an einer vergleichsweise hohen Zahlen an Neumitgliedern in den letzten Wochen, die wahlweise schon Chancen sehen, Bedarf nach Guidance haben oder auch eine Beruhigung der flatternden Nerven brauchen - was ja verständlich ist und wofür ich auch gerne im Premium-Bereich da bin.

In einer schweren Krise wie jetzt, werden aber auch unsere psychologischen Fehler wie im Brennglas deutlich, man könnte sagen die Krise bringt den Kern des Menschen zu Tage, sie trennt die Spreu vom Weizen.

Einer der größten Fehler der in so Phasen bei Anlegern passiert ist eine gewisse "Zappeligkeit". Weil es bei Vielen an einem eigenen, konsistenten Bild der Gesamtlage fehlt, werden diese Anleger zwischen Panik und Gier hin- und hergerissen, je nachdem was sie gerade lesen. Und für beide Emotionen liefern die Medien ja nun genug Futter, denn auch die Gier wird bedient, wenn alle sich nun vorbeten, wie "billig" nun bestimmte Aktien geworden seien - nicht verstehend, dass diese duchaus noch viel "billiger" werden können und manche durch Pleite sogar zum Totalverlust werden könnten - ohne Chance auf Rebound.

Und deshalb finde ich es wichtig, dass wir uns gerade *jetzt*, gerade weil wir solche emotional schwierigen Momente nun hautnah erleben, mal den psychologischen Sinn der Ersatzhandlung bewust machen, eine Technik, mit der wir unsere überschiessenden Emotionen auch beruhigen und befriedigen können, *ohne* die notwendige ruhige Hand im Depot zu verlieren.

Denn wir kennen und erleben doch alle gerade den Handlungsdruck, den der Markt in Kombination mit unserem "Affenhirn", nun im Absturz auf uns ausübt.

Begriffe wie FOMO (Fear Of Missing Out) künden davon, aber auch der Drang auch noch zu verkaufen dürfte bekannt sein, wenn Aktien schon tief gefallen sind, man aber mit "Hopium" daran festgehalten hat und es dann doch weiter runter geht. Irgendwann wird der Druck dann zu groß, man verkauft entgegen der vorherigen Absicht und dann natürlich am Tiefpunkt. Am Tiefpunkt, weil die Momente des höchsten emotionalen Stresses, eben gerne die Tiefpunkte des Marktes markieren, denn die anderen Marktteilnehmer fühlen doch ähnlich.

Weswegen es mich aktuell auch etwas irritiert, dass viele nicht über Verkaufen sondern Nachkaufen nachdenken. Die Vermutung dass die Menschheit statistisch "klüger" geworden sei, ist es garantiert nicht und kann getrost beiseite gelegt werden. Das passiert zwar individuell, aber für jeden der durch Fehler gelernt hat, wächst auch statistisch einer nach, der erst wieder auf die Herdplatte fassen muss.

Ob aufwärts oder abwärts, ein Markt der sich stark bewegt, übt Handlungsdruck auf uns aus, wenn wir ihn beobachten. Wir werden dann "zappelig" und machen Dinge, die nicht sein müssten. Wer das nicht kennt, begleitet entweder den Markt nicht, oder macht sich etwas vor. Die Gefahr der "Zappeligkeit" und schwieriger Impulskontrolle in bestimmten Situationen, steckt in uns allen. Wenn Sie ehrlich sind, haben viele von Ihnen genau das in den letzten Wochen erlebt.

Nun vertreten einige ja die Position, dass man deswegen gar nicht auf den Markt schauen darf und einfach halten muss. Das halte ich wie Sie wissen für Unfug und Selbstbetrug, denn der Moment der "Zappeligkeit" kommt auch für diese Anleger, die lange ignorieren konnten.

Er kommt dann, wenn die Presse voll mit Katastrophen-Szenarien ist und die Weltuntergangs-Stimmung zu greifen ist. Er kommt dann, wenn die Kurse im Depot schon 50% gefallen sind und der "ruhige" Anleger dann doch mal einen Blick darauf wirft. Dann wenn der Partner beginnt schwere Vorwürfe zu machen, ob man denn mit "der Zukunft der Familie" spielen wolle. Dann überwältigt der Impuls zu Retten was zu Retten ist völlig unvorbereitet und dieser Anleger hat dann dafür auch keine Mechanismen, weil er dieses Problem ja bisher nur verdrängt und negiert hat.

Ich habe es auch in Tweets -> wie hier zu Boeings Scheitern <- immer wieder gesagt, dass Buy&Hold ohne Check eine Lüge ist.

Denn *jede* Aktie braucht ein Risikomanagement, *jede* Aktie kann in eine schwere Krise laufen. Und nach jeder schweren Krise haben das alle dann wieder schmerhaft verstanden, dann kommen aber unweigerlich die Schallmeienklänge des anstrengungslosen Reichtums wieder auf und eine neue Anlegergeneration lässt sich wieder auf der Flöte vorspielen. Das Fiese ist, der Gegenbeweis braucht dann wieder Jahre, aber er kommt sicher - wie jetzt.

Ruhig zu Halten und als jüngerer Mensch in Schwäche eher zu Akkumulieren macht definitiv Sinn, aber nie blind und ohne Technik, die in Krisen die Risiken senkt und damit auch die Seele schützt. Das *Check* bei Buy & Hold & Check ist absolut zentral! Denn die Straßen der Märkte sind gepflastert mit "ruhigen" Anlegern, die irgendwann der fiese Mr-Market doch am emotionalen Schlawittchen gepackt hat und die typischerweise nahe der Tiefpunkte von Krisen dann doch verkauft haben - schon alleine um den Ehefrieden wieder herzustellen. Diese Anleger schauen dann auch nicht mehr hin, der Schmerz ist zu groß, Börse ist "Scheiße".

Wenn wir also nicht einfach alles ignorieren können, weil wir uns doch von der Welt nicht völlig abschotten können, wie können wir denn dann diese Impulskontrolle besser hinbekommen, wenn der Markt mal wieder so richtig in Bewegung gerät?

Wie bei allen Emotionen, bin ich überzeugt, dass die Lösung nicht darin liegt diese zu unterdrücken, das funktioniert einfach nicht, weil wir eben nicht aus unserer Haut können.

Die Lösung kann nur im Bewusstsein liegen und in kleinen "Tricks", mit denen wir uns sozusagen selber "bescheissen" und unsere Emotionen bewusst in ruhige Bahnen leiten.

Zur Impulskontrolle können Sie im Web viele psychologische Ratgeber und Beschreibungen finden, ich will das hier nicht ausbreíten. Viele Techniken können dabei helfen, eine entspannte Geisteshaltung, Techniken sich selbst zu beruhigen, all das kann helfen, das berühmte "Ommm" sozusagen. 😉

Auch Erfahrung hilft diese Impulse zu begrenzen, denn der Druck zu Handeln hat auch immer mit Ängsten und Unsicherheit zu tun und wo keine Ängste oder andere starke Emotionen sind, ist auch kein dringender Impuls, irgend etwas zu tun.

Situationen schon erlebt zu haben und erfahren zu haben, dass man auch einfach ruhig bleiben kann, ist also immer hilfreich, es geht einfach nichts über Übung, Übung, Übung!

Es gibt da aber noch einen kleinen Trick, wie wir uns selber "bescheissen" können und das ist die Ersatzhandlung. Und darüber will ich heute kurz schreiben.

Denn so ein Impuls ist stark und ihn zu begrenzen, erfordert wieder Energie, die man vielleicht im Moment nicht hat. Manchmal ist es dann besser, dem Impuls etwas Raum zu geben, die Auswirkungen aber zu begrenzen, so dass der Impuls keinen großen Schaden anrichten kann.

Wenn man zum Beispiel auf Schokolade aus gesundheitlichen Gründen verzichtet, kann es passieren, dass der Wunsch danach plötzlich stark da ist. Dann ist es einfach, dem Drang mit genau einem Stück nachzugeben, das man dann langsam geniesst und schon ist der Impuls schwächer und verklingt.

Bei der Geldanlage, liefert meine Positionsgrößen-Strategie für diese Art einen perfekten Rahmen, Impulse mit Ersatzhandlungen zu befriedigen und auslaufen zu lassen. Denn stellen wir uns vor, wir bekommen FOMO, weil der Markt uns wegzulaufen scheint.

Ohne klare Strategie, macht man jetzt *irgendwas* und in der Regel zu viel, was man schon am Folgetag bereut, wenn der Markt wieder abwärts rollt.

Solange man sich aber an die Positionsgrössen-Strategie hält, gibt es sicher ein oder zwei Aktien, deren Charts so aussehen, dass man rational eine Hochstufung der Positionsgrösse um eine Stufe vertreten kann.

Das macht man dann und befriedigt damit den Impuls, das aber in einem begrenzten und geordneten Rahmen, ohne regelfrei zum Opfer der eigenen Emotionen zu werden. Und wissen Sie was? Ich verspreche Ihnen, Sie werden sich nach diesen kleinen Käufen schon besser fühlen und der gierige Impuls ist erst einmal befriedigt!

Auch Abwärts funktioniert das, wenn Sie Sorgen bekommen und sich absichern wollen, es rational aber dafür keinen Grund gibt, dann verkaufen Sie ein wenig von dem, das rational zu vertreten ist, sie nehmen zum Beispiel ein klein wenig Risiko heraus und Sie werden sich gleich besser fühlen und der Impuls wird verklingen.

Letztlich ist das ein psychologischer Trick, der aber nur umzusetzen ist, wenn man den Impuls bewusst spürt, die Diskrepanz zu dem erkennt, was die Ratio eigentlich eingibt und dann den Impuls ausreichend befriedigt, ohne dass er echten Schaden anrichten kann.

Ohne Bewusstsein und die Fähigkeit in sich selber zu hören, ist das aber alles unmöglich und man wird von den eigenen Emotionen getrieben.

Man kann bei einer Ersatzhandlung also auch sagen, wir haben dem Affen etwas Zucker gegeben. Und befriedigt setzt der sich wieder hin, mampft seine Banane und stört nicht weiter. 😀

Denken Sie mal darüber nach, nicht für alle ist diese Technik geeignet, in der Psychologie muss jeder seinen Weg finden. Vielleicht ist es für Sie ja das "Ommm", eine Atemtechnik, oder das Drücken irgend eines Ersatzobjektes, das den Impuls wieder beruhigt.

Wichtig ist aber, dass Sie erkennen, wie bedeutend das Bewusstsein Ihrer Emotionen für Sie ist und dass der Weg zum Erfolg am Markt nicht in Negierung und Verdrängung der Emotionen liegt, sondern im der Fähigkeit, diese bewusst in sinnvolle Bahnen zu lenken.

Wichtig ist aber auch zu verstehen, dass Sie sehr wohl kraftvoll agieren sollen, wenn die Zeit gekommen ist. Diesen Zeitpunkt soll Ihnen aber *Ihre Strategie* und Ihre Indikatoren zeigen, nicht ein plötzlicher Impuls, der durch irgendetwas getriggert in Ihnen aufsteigt.

Das gilt ganz generell, in kritischen Phasen wie aktuell ist die Fähigkeit zur Impulskontrolle aber von zentraler Bedeutung!

Geben Sie dem Affen in sich also lieber ein klein wenig kontrollierten Zucker, statt mit ihm zu kämpfen und sich im falschen Moment überwältigen zu lassen.

Folgen Sie konsequent Ihrer Strategie und Ihrem Risikomanagement, Aktionen aus einem Impuls heraus, tendieren dagegen dazu dem Markt immer hinterher zu laufen.

Ihr Michael Schulte (Hari)

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Vom Boden



Es ist bei großen Krisen immer das Gleiche. Bei jeder kleinen Gegenbewegung sind sofort einige da, die einen Boden wittern und die Aktien nun für Schnäppchen halten. Bei 10% Minus, bei 20%, bei 30% und so weiter.

*Irgendwann* haben diese zu zappeligen und vorschnellen Käufer auch Recht, irgendwann entwickelt sich aus einem finalen Ausverkauf auch wirklich ein Boden, dumm ist nur, dass man das erst hinterher weiss und Kurse in schweren Krisen gerne tiefer fallen, als man sich zu Beginn vorstellen konnte.

Dabei ruhig zu bleiben und nicht zu schnell FOMO zu erliegen - der "Fear Of Missing Out" - hilft uns auch ein typischer Ablauf solcher Korrekturen, nennen wir es das "Standard-Modell". In dem Modell setzt nach einem massiven Ausverkauf eine starke Gegenbewegung ein, die typischerweise bis maximal zur Hälfte des Absturzes nach oben schiebt. Beim S&P500 würde das aktuell Potential bis etwa 2.800 begründen.

Danach entwickeln sich im Standardmodell neue Zweifel, lassen die Kurse erneut fallen, die Ausverkaufstiefs testen und im Idealfall drehen die Kurse dann vorher und dann ist der Boden da. Dann, nicht am Ende des ersten Ausverkaufs!

Weswegen es eben wenig Grund gibt, permant von FOMO getrieben in ein fallendes Messer hinein zu greifen, nur weil man meint, nun seien die Kurse weit genug gefallen.

Ja, erste Teilkäufe bei echten Qualitätsaktien können durchaus Rationalität haben, da man den exakten Boden sowieso nie trifft, macht ein scheibchenweiser Einstieg sowieso Sinn. Aber das wirkliche Einstiegssignal kommt eben nicht am Ende des ersten Absturzes, es kommt im Standard-Modell erst später danach.

Und auch klar ist, dass das Standardmodell nur in vielleicht 60-70% der Fälle richtig ist, Wert hat es trotzdem, sich daran zu erinnern.

Damit stellt sich vielen nun natürlich die Frage, wann dieser Zeitpunkt denn beim aktuellen Geschehen rund um Covid-19 gekommen ist?

Gerne werden dann eindimensionale Antworten gegeben oder man orientiert sich am eigenen Risikoempfinden, das aber sowieso nicht sychron mit dem Markt ist und daher ungeeignet.

Es wird nicht bis zum Ende der echten Krise dauern und auch nicht bis wir als Bürger aus dem Lockdown heraus dürfen, bis der Markt einen neuen Morgen riecht. Es genügt schon, dass ein Abflauen der Infektionen absehbar ist und der Markt wird mit neuem Zutrauen wieder steigen.

Und dabei kann uns nun der Lockdown immens helfen, der nun auch bei uns in Europa in Gang ist. Man kann nur hoffen, dass auch die US bald durchgreifende Maßnahmen beschliessen, denn erst ab dann besteht eine Chance, dass drei Wochen später die Fallzahlen zu fallen beginnen.

Gerne wird dann eindimensional argumentiert, dass ja diese Maßnahmen in der Wirtschaft viel mehr Schaden anrichten würden als das Virus. Das ist aber grundfalsch, denn die Wirtschaft kann mit planbaren Auszeiten gut umgehen, nicht aber mit monatelanger Unsicherheit. Eine 2-monatige Auszeit werden die meisten Firmen mit ihren Reserven überleben, ein unplanbares Chaos den Rest des Jahres dagegen nicht.

Ein Lockdown zieht auch den Moment der maximalen Unsicherheit nach vorne, genau das was wir gerade erleben. Wir sind dann persönlich betroffen und die Börsen rauchen ab, mehr gefühlte Krise geht gar nicht. Das Maximum der Angst ist aber auch gerne der Moment, an dem der Markt seine Tiefs auslotet.

Natürlich ist das Virus nach dem Lockdown nicht weg, das ist doch völlig klar und natürlich geht die Durchseuchung weiter, die entscheidende Frage ist aber ob chaotisch oder geordnet und der Umgang der Gesellschaft mit dem Problem ist nach dem Lockdown ein ganz anderer.

Es hat sich dann ein neuer "Modus Operandi" gefunden, wie das Leben mit verringerten Sozialkontakten weiter geht. Auch die Diskussionen um die Notwendigkeit der Maßnahmen sind weg. Kliniken und Firmen haben dann auch einen neuen Operationsmodus gefunden, der zwar wirtschaftlich gedämpft ist, aber das Leben weitergehen lässt.

Letztlich geht es darum, *jetzt* dem Monster der exponentiellen Entwicklung den Kopf abzuschlagen und damit ein handelbares Plateau zu erreichen, mit dem wir dann eben 1-2 Jahre leben müssen, bis Impfungen da sind.

Und genau das kann dieser Lockdown nun schaffen, je schneller er auch in den US kommt, desto besser.

Dass man dafür 2 unnötige Wochen noch gewartet hat und den Karneval noch hat laufen lassen, obwohl der Verlauf absehbar war, ist eigentlich unverzeihlich aber aus Sicht der Politik verständlich, wenn man sich selbst jetzt noch die Ignoranz von Teilen der Bevölkerung anschaut, was "Social Distancing" angeht.

In dem Zusammenhang empfehle ich uns allen mal -> dieses kurze Video von WHO Direktor Michael Ryan <- anzuschauen.

Was er mit "Be fast, have no regrets" als richtige Haltung in Krisensituationen beschreibt, entspricht dem was wir an der Börse "If panic, panic first" nennen und dessen Wahrheit im Absturz ja wieder bewiesen wurde.

Genau so ist es mit dem Containment dieses Virus, das genau dann perfekt gelingt und die ökonomischen Folgen minimiert, wenn man sofort konsequent agiert, wie es Taiwan beispielhaft getan hat und trotz der Nähe zu China nun kaum betroffen ist. Wer dagegen aus Angst vor wirtschaftlichen Folgen zu lange zögert, wird diese Folgen erst richtig schmerzhaft bekommen.

Wir werden nun also in Europa 2-3 Wochen stark steigende Fallzahlen erleben, die 2 wöchige Inkubationszeit plus die ca. 1 Woche die es braucht, bis der Zustand der schwer getroffenen Patienten sich dramatisch verschlechtert, werden ihre unerbittliche, mathematische Wirkung entfalten. Da ist schon Realität und unvermeidbar, das ist die Folge der Fehler die schon gemacht wurden.

Danach aber im April, besteht die Chance dass sich die Fallzahlen wie in China und Südkorea stabilisieren. Das alleine wird dem Markt schon immens gut tun und genau das ist der Punkt. Sobald dieser neue Modus Operandi gefunden ist, den China gerade im Begriff ist herauszufinden, wird der Markt vielleicht einen Boden finden können, denn das ist durchaus eine belastbare Grundlage.

Jeder weiss ja, dass das Problem sowieso vorbei ist, sobald Impfungen da sind und/oder die Durchseuchung der Bevölkerung hoch genug ist und damit ein Herdenschutz existiert. Wenn die Welt auf dem Weg dahin ein Plateau findet, geordnet mit immer wieder aufflammenden Neuansteckungen umzugehen, ist auch das eine belastbare Grundlage und der Markt wird schon steigen, weil er das Ende und die Impfungen schon vorweg nimmt.

Dann werden auch die massiven Liquiditätschübe der Notenbanken und die staatlichen Ausgabenprogramme ihre Wirkung entfalten. Die können zwar niemanden gesund machen und auch den Lockdown nicht verkürzen, aber den wirtschaftlichen Wiederaufstieg extrem beschleunigen und verstärken, weswegen Vergleiche mit dem langsamen Rebound nach der spanischen Grippe wohl falsch sind.

Heute, Montag früh, scheinen die massiven Maßnahmen der Notenbanken noch das Narrative der allgemeinen Panik zu bestätigen, ihre Wirkung werden sie trotzdem haben, nur verzögert, weil es erst Hoffnung an der Front der Infizierten braucht.

Heisst konkret für eine Bodenbildung:

Weiterlesen ...Vom Boden

Covid-19 und der Zeithorizont

Krisen wirken an der Börse wie ein reinigendes Gewitter. Sie decken Schieflagen auf, bestrafen Fehleinschätzungen und bringen die Erwartungen wieder auf ein angemessens Maß, von dem aus sich wieder ein belastbarer Aufwärtstrend in Gang setzen kann.

So wird das auch mit der aktuell begonnenen Corona-Krise sein, Firmen mit zu geringer Kapitaldecke in den betroffenen Sektoren werden in die Pleite kippen und Anleger denen der Sinn fehlt exponentielle Entwicklungen zu begreifen, werden immensen Druck spüren.

Im Umgang mit so Situationen ist dabei extrem wichtig, sich über den -> Zeithorizont <- der eigenen Absichten im Klaren zu sein und alles was man zum Thema liest darauf zu überprüfen, ob die Aussagen sich überhaupt darauf beziehen.

Nehmen wir an, ich würde jetzt von fallenden Kursen sprechen, dabei aber unausgesprochen die kommende Woche meinen. Welche Bedeutung hätte diese Aussage für jemanden, der langfristig anlegen will? Ich sage es Ihnen: Keine!

Genau dieses Hinterfragen passiert aber in der Regel *nicht*. Die große Mehrheit der Anleger ist sich des Problems noch nicht einmal bewusst, sondern interpretiert mediale Aussagen ohne Nachdenken im eigenen Kontext, auch wenn diese sich gar nicht darauf beziehen.

In Folge lässt sich der Investor dann von kurzfristigen Korrekturen aus der Bahn werfen und der Trader lässt sich von einem profitablen Trade abhalten, weil das Unternehmen langfristig wenig Zukunft hat.

Das ist aber falsch und ein zentrales Problem, gerade in so emotional schwierigen Krisenphasen wie aktuell!

Denn die Realität ist, dass der Markt kurzfristig steigen kann, mittelfristig fallen und langfristig weiter steigen! Und alle drei Aussagen können gleichzeitig *wahr* sein und wer das aber miteinander vermengt, wird nur Fehler machen und Verluste ernten.

Sie werden jetzt vielleicht denken "aber ich doch nicht". Das kann sein, dann gratuliere ich Ihnen, das Risiko ist aber hoch, dass Sie sich dabei etwas vormachen. Und das will ich Ihnen jetzt beweisen.

Denn ich habe nun am gestrigen Freitag zum dritten Mal -> hier bei Twitter <- meine Version des klassischen Sentiment-Zyklus eingestellt, der in Krisen von vielen Anlegern durchlaufen wird.

Der hat übrigens nichts direkt mit einem Kursverlauf zu tun, wie das vielfach hinein interpretiert wird, er stellt dagegen unsere emotionalen Schwankungen dar, mit denen wir Menschen bei dynamischen Entwicklungen eher hinterher laufen und ist auch für zyklische Krisen abseits der Börsen oft zutreffend.

Aber lassen wir das mal beiseite, der von mir implizierte - aber bewusst nicht explizit gesagte - Zeithorizont ist natürlich mittelfristig und bezieht sich auf die Krise rund um Covid-19, die im besten Fall in wenigen Wochen vorbei ist, im schlechtesten Fall aber viele Monate bis ein Jahr und über den nächsten Winter hinweg andauern wird - bis Impfungen am Horizont auftauchen.

Wenn Sie auf die Antworten in allen Tweets schauen - für die ich mich ausdrücklich bedanke - finden Sie eine erstaunliche Breite der Einschätzung, es scheint keinerlei Konsens zu geben.

Wenn man aber genauer hinschaut erkennt man, dass viele ohne nachzufragen den *Zeithorizont* subjektiv einordnen und zwar alleine basierend auf ihrer eigenen Wahrnehmung.

So gab es bei den ersten beiden Frage-Runden Stimmen, die schon "Panik" sahen, während zB die aktuellen -> AAII Daten der US Privatanleger <- noch viel zu viel Optimismus und Beschwichtigung zeigen.

Trotzdem können diese "Panik-Wertungen" absolut zutreffend sein, wenn man sich nur auf der kurzfristigen Zeitebene bewegt und die Frage nur für die erste Abwärtsphase beantwortet, die vorletzte Woche durchgelaufen ist. Da waren wirklich Panik-Effekte am Markt sichtbar, aber eben nur bezogen auf einen kurzfristigen Zyklus, der aber in weit längere Zyklen eingebettet ist.

Andere sagten, dass wir mangels Euphorie noch im Anstieg sind und gar nicht in der emotionalen Abwärtsbewegung.

Auch das kann durchaus wahr sein, wenn man sich den langfristigen Hut aufsetzt, denn dieser Bulle hat noch gar keine Euphorie gesehen. Und ich persönlich gehe hier auch von einem temporären, zyklischen Bärenmarkt aus, der aber in einen übergeordneten sekularen Bullenmarkt eingebettet ist. Auf gut Deutsch: Auch das geht vorbei!

Ja und dann haben wir natürlich auch die mit dem inneren Drang, der Welt mitzuteilen wie "cool" sie aktuell noch sind. Die gehören auch ganz typisch zu diesen Zyklen, auch wenn sie glauben nicht Teil davon zu sein, denn die Motivation das mitzuteilen kommt natürlich auch aus unserem Emotionshaushalt. Alles was wir tun hat eine Motivation, auch Kommentare in sozialen Medien.

Ich persönlich erwarte auf aktuellem Wissensstand nicht, dass wir hier mit Covid-19 ein Lehman-Szenario vor uns haben, denke aber schon, dass diese Korrektur und ihr Auslöser das Potential haben zu etwas Größerem als nur einer 08/15 Korrektur zu werden - wie sie im typischen Börsen-Jahr regelmässig 1-3 mal auftreten. Das Potential, nicht die Gewissheit, die Zukunft ist unbestimmt - weswegen man aber die aktuelle Krise ernst nehmen sollte.

Übrigens ist es ja völlig richtig Ruhe zu bewahren, wenn man eine langfristige Anlage-Strategie fährt, auch diese Krise wird vorbeigehen. Und es ist auch wichtig und völlig richtig nach vorne zu schauen und zu erkennen, dass diese Krise *immense Anlage-Chancen* schafft, wie wir sie teilweise seit 2009 nicht gesehen haben! Wer jetzt also Liquidität erzeugt hat, die er später wieder investieren kann, hat allen Grund für Vorfreude und nicht für Angst!

Auch dabei spielt aber der Zeithorizont eine entscheidende Rolle, denn wenn Sie sich ein Lehman-Szenario mit 70% Minus vorstellen, braucht man einen sehr langen Zeithorizont von mindestens 10 Jahren um voll investiert noch zuverlässig gelassen sein zu können.

Der 65-Jährige, der bald mit dem Depot seine Rente beginnen wollte, hat dann ein erhebliches Problem - zumindest ein emotionales Problem, selbst wenn die Ausschüttungen nicht gesenkt würden. Und der Familienvater in den 40ern, der in 6 Monaten das Haus der Familie damit finanzieren wollte, hat auch ein Problem und zwar ein massives, bei dem "Coolness" keine Option ist.

Aber in so extremen Krisen werden dann bei einigen Unternehmen auch Ausschüttungen gesenkt oder fallen ganz aus und dass ein Unternehmen bei der letzten Krise stabil war beweist dann wenig, weil bei einer langen Pandemie andere Unternehmen in existenzielle Nöte geraten werden, als bei einer Finanzkrise. Jede Krise ist eben anders. Oder mit anderen Worten, Schlangen vor Banken gibt es in der Pandemie weniger, weil die Leute Schlangen gerade vermeiden wollen. 😛

Schlimm wäre übrigens, wenn eine Pandemie zur Kreditkrise führt, dann wird es in Kombination richtig übel, aber da sind wir noch nicht, das sind noch abstrakte Risiken.

Auch bei den Betonungen der Coolness ist also eigentlich klar, dass diese ohne Aussage zum persönlichen Zeithorizont wertlos sind, denn auch völlig berechtigte Coolness braucht einen zeitlichen Kontext.

Sie sehen daran, wie unterschiedlich man diese Grafik werten kann, je nachdem auf welcher Zeitebene sich die Gedanken bewegen. Und Sie sehen, wie wir fast alle auf mediale Aussagen reagieren, ohne uns ernsthaft zu fragen, ob das medial Gesagte überhaupt zu unserem eigenen Zeithorizont passt und darauf überhaupt bezogen war.

Die mediale Schlagzeile "Der Crash steht bevor" schreckt uns also auf und viele denken dann nicht darüber nach, wie weit dieser Crash denn in der Zukunft liegt und was bis dahin alles passieren kann und ob dieses Risiko derzeit überhaupt Relevanz hat. Wäre es anders, würden nicht Heerscharen an Anlegern seit 10 Jahren den diversen Crash-Propheten hinterherlaufen, während der Markt weit überwiegend gestiegen ist und man die aufkommende Corona-Krise problemlos jetzt erkennen und darauf reagieren konnte.

Fazit:

Das fehlende Bewusstsein über den eigenen Zeithorizont und die fehlende Differenzierung, auf welche Zeitebene sich Aussagen Dritter beziehen, ist ein zentraler und in der Regel teurer Fehler, den sehr viele Anleger machen.

Gerade in Krisen wie aktuell, ist es absolut essentiell, dass Sie sich über *Ihren* Zeithorizont bewusst werden, der mit *Ihren* Plänen und Absichten im Einklang stehen muss.

Und dann sollten Sie sich nicht von jeder Schlagzeile aufschrecken lassen, sondern nur von denen, die sich wirklich auf Ihre Zeitebene beziehen!

Ach ja - wenn ich nächsten Freitag die Frage zum Sentiment-Cycle wieder stelle, dann wissen Sie, dass diese sich eindeutig auf den Krisenverlauf rund um Covid-19 und die damit verbundenen Auswirkungen an den Märkten bezieht.

Die Frage hat also einen mittleren Zeithorizont im Sinne Wochen bis Monate, aber weder Tage noch Jahre.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Wie ist das möglich?

Kann sich der Markt wirklich so "irren"? Wie ist das möglich? Soll der nicht immer Recht haben?

Das ist die Frage, der ich mich heute im Angesicht der Entwicklung der letzten Woche nähern will:

Denn die Mr-Market-Mitglieder in der Community wissen genau, dass ich seit Ende Januar darüber irritiert war, dass der Markt die offensichtlichen, aus dem Virus erwachsenden Risiken nicht einpreisen wollte.

Und auch Sie hier im freien Bereich haben das von mir in -> Die große Disssonz <- deutlich vor dem Absturz gehört.

Wie kann sich der Markt also so "irren"?

Das Problem ist, dass das Wort "Irren" dabei falsch benutzt wird, denn bei den meisten Dingen im Leben weiss man erst hinterher, ob eine Einschätzung ein Irrtum war oder nicht. Hinterher ist man immer klüger.

Der Markt war - wie heute auch noch viele Bürger bei uns - fest in der SARS/MERS Analogie gefangen, nach der so eine Pandemie schnell vorbei ist und kaum Folgen für die Wirtschaft hat. Das war ja auch eine naheliegende Annahme, wenn man im Leben bisher keine anderen Erfahrungen als diese schnell begrenzten Ausbrüche hat.

Ähnlich ist die Analogie zur Influenza einzuordnen, die immer noch fröhlich durch die sozialen Medien läuft, wenn man nichts anderes kennt, ordnet man es da halt ein. Aussagen der Virologen, dass das Virus um Faktoren tödlicher zu sein scheint, werden dann verdrängt.

Ich habe in den letzten Wochen unzählige Charts mit Vergleichen zu SARS, MERS und Ebola gesehen und auch namhafte Investoren wie Ray Dalio haben die Auswirkungen lautstark als -> übertrieben <- bezeichnet und das noch zu einem Zeitpunkt, wo der Markt eigentlich noch gar nicht darauf reagiert hatte. All das hat dieses Narrative gefestigt und so ist die Anlagewelt mit der Logik unterwegs gewesen, dass das Virus begrenzt und temporär bleibt. Nur war die falsch, wie wir heute wissen.

War das also ein "Irrtum"? Im Nachhinein vielleicht ja, aber es hätte ja auch stimmen können. Europäer hätten weniger empfänglich sein können, das Virus hätte in China bleiben können, die Chinesen bekommen es in den Griff und fertig. Erst *jetzt* wissen wir, dass das ein falsches Narrative war. Vorher haben nur vereinzelte Marktteilnehmer wie ich damit gehadert.

Das ist alles völlig normal, denn Kurse werden aus Erwartungen gemacht und die beruhen eben auf Erklärungsmodellen. Und wenn ein Erklärungsmodell sich überraschend als falsch herausstellt, muss der Markt eine ganz schnelle und ganz harte Risikoanpassung vollziehen.

Und genau das hat er vorletztes Wochenende getan, nachdem die Nachrichten aus Korea, Iran und Italien das alte Narrative völlig zerstört haben. So etwas kommt vor, nicht oft, aber es kommt vor. Und dann ist es auch normal, dass so eine Anpassung der Erwartungen schnell und hart vollzogen wird.

Der Spruch vom "Markt der immer Recht hat" wird also missverstanden. Recht haben ist nichts Absolutes und auch die Wissenschaft kennt keine absoluten Wahrheiten. Zumal die Zukunft immer offen ist. Vielleicht wäre das Virus ja auch auf China begrenzt geblieben und wir hätten gemerkt, dass das westliche Genom viel weniger ansteckungsanfällig ist. Auch das hätte eben sein können, ist aber nicht so gekommen.

Der Satz will eigentlich etwas anderes sagen, dass es nämlich keinen anderen Maßstab als den gezahlten Preis gibt, weil wenn ein Gut zu einem Preis den Besitzer wechselt, war genau das der aktuelle Wert aus Sicht des Käufers.

Wenn ich nicht die Erfahrung gehabt hätte, trotz meiner großen Dissonanz dabei zu bleiben und wegen der sichtbar beginnenden Korrektur schon am Freitag vor 10 Tagen für die Mitglieder einen "Gelben Alarm" auszurufen und massiv abzubauen, was hätte mir es denn genützt, die Risiken des Virus besser eingeschätzt zu haben als der Marktkonsens?

Ich sage es Ihnen: Nichts! Ich hätte die Rally verpasst und es wäre keineswegs ausgemacht gewesen, dass ich dann den Einbruch besser behandelt hätte als jetzt. Erst jetzt, hinterher, kann man von "Recht haben" sprechen.

Nehmen wir doch mal die Permabären, die seit 2009 davon schwafeln, dass dieser Bullenmarkt ja "falsch" sei und in einem unvermeidlichen Crash enden wird. Nun stellen wir uns mal theoretisch vor, das würde auch real in 2021 passieren.

Haben die dann "Recht" gehabt? Blödsinn, kompletter Quatsch, dazwischen lagen 200, 300% Gewinn an denen man teilhaben konnte. Nein, die haben 12 Jahre lang *Unrecht* gehabt und am Ende als blindes Huhn auch mal ein Korn gefunden!

"Zu früh ist eben nur ein anderes Wort für falsch!"

Der Markt hatte also "Recht", als er das Virus als temporär und begrenzt eingeordnet hat. Nun hat er wieder "Recht", als er erkennt, dass die Folgen doch weit gravierender sind.

Der Satz "Der Markt hat immer Recht" drückt also nicht aus, dass der Markt immer die Zukunft kennt und immer die Erwartungen hat, die dann auch wirklich eintreffen.

Er sagt nur, dass wir keinen besseren Preis haben, als den der vom Markt durch Angebot und Nachfrage ausgehandelt wird, denn genau zu dem Preis, hat etwas seinen Besitzer gewechselt. Offensichtlich war das zu dem Zeitpunkt für zwei Seiten also genau der richtige Wert.

Also .....

Wie haben in der letzten Woche im Markt einen scharfen Wechsel des Narratives erlebt, der eine scharfe Korrektur erzeugt hat, die so hart war wie zuletzt 2008! Je nachdem wie der weitere Verlauf der Pandemie sich darstellt, besteht nun durchaus das Risiko wirtschaftlicher Kollateralschäden durch (mangels Kunden) Pleite gehende Firmen - zunächst vor allem in der Touristik, später vielleicht auch in anderen Sektoren.

Daraus kann - wenn wir Pech haben - sogar eine neue Kreditkrise und in Folge eine Eurokrise erwachsen. Auch das wird aber erst die Zukunft zeigen und ist nur eine Möglichkeit.

Und der Markt wird auch das mit einem Narrative bewerten und dadurch Kurse machen, die solange "richtig" sind, bis sie durch eine veränderte Erwartung verändert werden.

Der Markt hat also weiter "immer Recht". Einen besseren Maßstab zur Wertermittlung von Gütern haben wir eben nicht und bei den Preisen von Masken und Desinfektionsmitteln sehen wir ja auch, dass diese Wertermittlung hervorragend funktioniert.

Oder ist Ihnen ein Desinfektionsmittel jetzt etwa nicht mehr wert als vor 2 Monaten? Ich denke wenn Sie sich nichts vormachen, werden Sie sagen: Ja!

Was ist also der "Wert" einer Sache? Genau das, was gerade *jetzt* jemand dafür bereit zu Zahlen ist. Und genau das misst der Markt als ultimativer Richter. Morgen ist das aber vielleicht nicht mehr der Wert, sondern ein anderer.

Es gibt keinen "objektiven" und "absoluten" Wert einer Sache, das ist eine reine Illusion. Was glauben Sie zum Beispiel, was Ihre teure für 10.000€ den Quadratmeter gekaufte Immobilie in München noch wert wäre, wenn hier theoretisch die Arbeitslosenzahl über ein ganzes Jahrzehnt auf 20-30% klettert und sich die Menschen wie in der Weltwirtschaftskrise an offenem Feuer auf der Straße wärmen - nicht viel!

"Wert" ist also immer relativ und niemand nimmt diese Bewertung besser vor, als das freie Spiel von Angebot und Nachfrage. Im Nachhinein kann sich diese Wertermittlung aber als unzutreffend herausstellen, weil sich Rahmenparameter ändern und das erkannt wird. Dann ist der "Wert" ein anderer, "ríchtig" ist er aber immer noch, weil "richtig" sich immer nur auf das Hier und Jetzt bezieht!

Noch kurz zur Lage:

Sie entnehmen dem Artikel ja, dass wir bei Mr-Market diesen Einbruch hervorragend umgangen haben. Wir waren schon im Vorfeld skeptisch, am Freitag vor 10 Tagen kam dann die Warnung und viele konnten ihr Exposure da anpassen und haben in der Korrektur so ein Alpha von 10-20% generiert.

Nun geht es um die Frage, ob und wann dieser Einbruch einen Boden findet, das wird das uns begleitende Thema der kommenden Wochen sein.

Diese Korrektur ist insofern anders als vorherige Kredit- oder Konjunkturkrisen, als die Macht der Notenbanken hier begrenzt ist. Denn mit Liquidität kann man weder Kranke heilen, noch stehende Produktionsstraßen wieder ins Rollen bringen. Die Notenbanken werden mit Sicherheit aggressiv reagieren und der Markt darauf positiv reagieren, aber ob das reicht, ist die große Frage!

Denn man kann mit Liquidität die Folgen einer Pandemie mindern, aber sie nicht beenden. Dieser Unterschied ist nun wichtig, ich warne daher vor zu einfachen Analogien, wie vorher schon bei SARS/MERS. Diese Diskussion führen wir aber in der Community und nicht hier.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Vom Wissenserwerb im Zeitalter des Herumklickens

Es gab einmal eine Zeit - lang, lang ist es her - in der Wissenserwerb nur auf drei Arten möglich war:

Entweder man hörte einem Menschen zu, der erklärte. Dem Lehrer, dem Professor, dem Trainer, den Eltern oder dem erfahrenen Freund. Oder man las ein Buch oder las regelmässig ein Magazin.

Insbesondere wenn man ein Buch las, passierte dabei immer mal wieder etwas Erstaunliches. Sicher, man hatte sich das Buch gekauft, weil einen das Thema interessierte. Aber im Laufe des langen Buches, wurden eben auch immer wieder Themen angesprochen, von denen man vorher gar nicht wusste, dass man sie nicht wusste!

Das Lesen im Buch, sorgte also für einen Wissenstransfer, der über das reine "ich will konkret XYZ verstehen" hinaus ging. Es vermittelte konzeptionelles Zusammenhangswissen - zumindest wenn es ein gutes Buch war.

Ganz ähnlich im Magazin. Man mochte bestimmte Artikelserien oder Kolumnen eben und deshalb las man sie. Und so nahm man immer wieder Wissen auf, nach dem man vorher nicht einmal fragen konnte. Und im Laufe der Zeit, etablierten sich durch die Wiederholung Denkstrukturen und die wahrgenommen Welt vergrössterte sich erheblich und zum eigenen Vorteil.

Nun haben wir das Internet und jeden Tag werden wir penetrant von Clickbait angeblinkt, von Artikeln die mehr oder weniger gierig sagen: Klick mich, Klick mich jetzt!

Gerade im Finanzmarkt ist das sehr stark, weil viele eben doch offene oder verdeckte wirtschaftliche Interessen haben, das Prinzip der Abogebühr, mit der man sich dann aber auch das Anrecht auf neutrale, kompetente Information erwarb, ist ja fast ausgestorben. Und wer glaubt, dass etwas was sich "kostenlos" nennt, deswegen zwingend immer "ohne Kosten" sei, ist im Zeitalter von Facebook und Co. ein wenig naiv.

Wenn man diesen Click-Reflexen immer folgt - und weite Teile des Internets tun mit ihren bewussten Aufregern und Appellen an Emotionen alles dafür - dann kann das Internet durchaus "doof" machen, obwohl es ansonsten ein geniales Medium ist. Es ist eben nicht das Internet an sich, sondern die oberflächliche, rein reizgesteuerte Nutzung, die "doof" machen kann.

Das Problem ist dabei die Häppchen-Struktur und Reizüberflutung des Internets, in der man sich jede Frage gezielt beantworten lassen kann, das aber in der Regel nur oberflächlich. Und wir Menschen neigen dazu, nur zu lesen, was wir sowieso gut finden und von dem wir wissen, dass wir dem zustimmen können.

Und wenn man dann etwas wissen will, wird die kurze Wikipedia Erklärung angeschaut und man glaubt, nun wüsste man etwas, weil man ein paar Zeilen nachplappern kann. Wir suhlen uns also zu sehr im eigenen Saft, wenn wir nicht die Energie aufbringen, bewusst darüber hinaus in die unbekannten Weiten zu greifen.

Was aber in dieser Welt der freien Selektion der Informationen des Internets vielfach fehlt, ist die unsichtbare Hand des Lehrers, des Buches, des Magazins, die einen an der Hand nimmt und einem auch die Dinge nahebringt, von denen man vorher nicht einmal wusste, dass man danach fragen sollte!

Aber selbst wenn sie da ist, muss man sich darauf ja auch einlassen wollen und viele wollen das leider nicht mehr. Zu ihrem eigenen Schaden!

Ich möchte nicht wissen, wie viele potentielle Mitglieder hier bei Mr-Market davon abgeschreckt werden, dass hier "so viel Text" steht. Und genau das ist das Problem! Als ob die Welt so wäre, dass komplexe Probleme in 5 Sätzen abzuhandeln wären! Genau diese Erwartungen und Denkstrukturen sind es, die durchaus zu einer Infantilisierung der Gesellschaft führen. Und wenn wir uns fragen, warum das gesellschaftliche Klima so toxisch geworden ist, dann ist das ein Teilaspekt, einer unter mehreren, aber ein relevanter.

Und so wissen viele junge Menschen, die nur noch mit dieser Art der Wissensvermittlung aufwachsen sind und nur gewohnt sind, sich gezielt "Häppchen" zusammen zu suchen, furchtbar viel, aber am Ende in Wirklichkeit gar nichts! Diese Menschen sind sozusagen voller Wissen und unwissend zugleich. Und ahnen das noch nicht einmal.

Wie sollen sie denn auch, denn was total fehlt, ist das Zusammenhangswissen, das erst erlaubt, die Häppchen des Internets so einzusortieren, dass sie sich in ein sinnvolles Ganzes einfügen und so zu wirklich mehr fundiertem Wissen führen!

Damit kommen wir zu Mr-Market und seiner episodischen Struktur.

Denn wer an den Märkten erfolgreich sein will, muss ein Gefühl für diese entwickeln. Nehmen wir mal wieder das Wetter als Beispiel.

Weiterlesen ...Vom Wissenserwerb im Zeitalter des Herumklickens

Die große Dissonanz

Sie wissen aus vielen Artikel hier auf Mr-Market, wie wichtig es ist, sich nicht dem Markt entgegenzustellen und diesen zu bekämpfen, sondern ihm zu folgen. Viele, viele Jahre haben wir in der Community so profitiert und das Depot vervielfacht, während die, die glaubten klüger als der Markt zu sein und Crash-Gurus hinterher gelaufen sind, dabei ihre Depots ins Minus gedrückt haben.

Trotzdem gibt es Momente, in denen auch ich eine Dissonanz spüre, ein großes Loch zwischen dem was der Markt macht und dem, was ich glaube er normalerweise tun *würde* bzw *sollte*. Das kommt selten vor, aber es kommt vor und dann ist es fast immer eine Sondersituation, die für alle schwer einzuschätzen ist.

Und so einen Moment haben wir gerade im Zuge des Corona-Virus, der außerhalb Chinas zwar bisher noch im Griff zu sein scheint, aber innerhalb Chinas noch keineswegs beherrscht wird, sondern sich weiter ausbreitet.

Wer das visualisiert dargestellt sehen will, kann das -> hier bei John Hopkins <- jederzeit tun.

Dabei muss man nun zwei Dinge auseinander halten. Unsere eigenen Ängste, dass wir wie die Mitarbeiter bei Webasto angesteckt werden, sind die eine Sache. Darum geht es hier nicht und die Börse interessiert sich auch nicht für Individuen, außer sie sind Präsidenten mit Millionen an Followern bei Twitter.

Was die Börsen aber interessiert sind leerstehende Fabriken, stillgelegte Bänder, Zwangsferien und eine Störung der Lieferketten.

Und genau das haben wir zunehmend in China, der Werkbank der Welt und werden wir bei Fortschreiten des Virus in China schon bald auch hier mit Lieferschwierigkeiten bemerken, weil Vorprodukte fehlen. Auch das Gesundheitswesen steht unter diesem Risiko, weil in China auch Fabriken für Grundstoffe stehen, die zur Medikamentenproduktion benötigt werden und nur schwer zu ersetzen sind.

Vergleiche zu SARS sind dabei schief und leiten auf einen falschen Pfad, SARS hatte nicht so hohe Fallzahlen und hat sich nicht so ausgebreitet, wie der neue Corona-Virus.

Eine Reihe von Firmen haben schon vor Problemen wegen zusammenbrechender Lieferketten und fehlender Vorprodukte gewarnt oder ihre Fabriken in die Zwangsferien geschickt, Tesla, Apple, Nintendo und viele andere sind schon dabei. Und weitere werden folgen, mit jedem Tag mehr.

Alles hängt nun von der weiteren Entwicklung der Ansteckungszahlen ab, die an einem kritischen Punkt sind, denn langsam müssten sich nun Chinas Abschotttungsmaßnahmen bemerkbar machen, wenn sie tatsächlich eine positive Wirkung haben, es sind jetzt bald 3 Wochen seit dem Beginn vergangen.

Nun sind die Börsen ja aber dafür bekannt, dass sie als Seismographen schon kleine Risiken im Vorfeld erahnen und abstrakt in die Kurse einbacken. Börsen sind die besten Frühindikatoren die wir haben, die hören sozusagen schon das Gras wachsen.

Warum passiert das dann beim Virus nicht? Warum wurde die startende Korrektur, die vom Virus getriggert wurde schon aggressiv gekauft, obwohl es keinerlei Entwarnung und auch keine sich abflachenden Fallzahlen gibt?

Zum Einen spielt sicher eine Rolle, dass die Ausbreitung bisher weitgehend auf China beschränkt werden konnte. Wenn in Europa oder China die Fallzahlen hoch gehen sollten, wird das aber zu einer anderen Börsen-Reaktion führen.

Und wenn man die neuen Erkenntnisse ernst nimmt, nach denen das Virus bis 9 Tage auf Klinken und Handgriffen überleben kann und die Infizierten auch mit nur minimalen Symptomen ansteckend sind, erscheint es unwahrscheinlich, dass das Virus wirklich auf China begrenzt bleiben kann.

Aber selbst wenn man vom positiven Fall einer Begrenzung auf China ausgeht, bleibt doch die immense Gefahr für die Lieferketten, die der Markt aktuell einfach zu ignorieren scheint. Täglich kommen nun neue Nachrichten von Unternehmen herein, die in ihren Liefer- und Produktionsketten Probleme haben oder diese befürchten. Noch ignoriert der Markt das weitgehend.

Und genau dabei dürfte zum Anderen das frische Geld der Notenbanken eine Rolle spielen. FED, PBOC (People Bank of China) und wie sie alle heissen, fluten die Märkte mit Liquidität und Liquidität treibt.

Ich habe an anderer Stelle schon erklärt, dass selbst im Armageddon, im Weltuntergang, Kurse theoretisch steigen könnten, wenn die Notenbanken nur genug "drucken" und alles an Assets aufkaufen, was bei Drei nicht auf dem Baum ist.

Es ist diese Liquidität, die die Kurse wieder treibt und die Ängste vor ausfallenden Lieferketten in einer vernetzten Weltwirtschaft überlagert.

Und genau da liegt nun meine persönliche Dissonanz.

Denn ich bin nicht sicher, ob Liquiditätsspritzen noch helfen, wenn echte Waren einfach fehlen, wenn Medikamente nicht mehr lieferbar sind. Die Notenbanken haben hohe Macht, sie sind aber nicht allmächtig, weil man Geld nicht essen kann.

Eine Notenbank kann weder eine Pandemie mit einem erneuten Quantitative Easing (QE) bekämpfen, noch kann sie kranke Arbeiter wieder gesund machen, sie kann bestenfalls die wirtschaftlichen Folgen mindern, das wars dann aber schon.

In nun 30 Jahren, in denen ich an der Börse unterwegs bin, habe ich Demut gelernt dem Markt zuzuhören und ihn nicht zu bekämpfen. Diese Haltung hat seit 2009 zu hohen Gewinnen geführt, die andere verpasst und bekämpft haben.

Deshalb stellen wir uns bei Mr-Market auch nicht gegen die aktuelle Stärke und sind dabei. Allerdings haben wir ein wenig Luft heraus genommen, Teil-Gewinne mitgenommen und stehen sozusagen "Gewehr bei Fuss", um die eigenen Positionen abzusichern.

Denn ich traue dem Geschehen nicht, ich sehe die Lieferketten nun in Gefahr, wenn der Anstieg der Fallzahlen jetzt nicht ganz schnell endet und danach sieht es nicht aus. Und ich frage mich, wann der Markt durch die herabrieselnde Liquidität anfängt hindurch zu schauen und beginnt die zumindest große Konjunktur-Delle zu sehen, die da nun aus China kommen könnte - wenn nicht mehr.

Und über die Lieferketten hinaus, stellt sich ja vielleicht bald auch die Frage nach der Stabilität des chinesischen Systems, denn Repression kann man nur so lange aufrecht erhalten, solange die Vertreter der Repression selber nicht betroffen sind. Es gibt nicht viele Szenarien, die so ein ausgefeiltes System zum Einsturz bringen können, eine landesweite Gesundheitskrise gehört aber dazu.

Manchmal hat man eben eine Dissonanz zum Markt, daran ist nicht Anormales, das gehört dazu. Es ist wichtig diese zu erkennen und dabei eine rationale Schlußfolgerung zu ziehen. Man darf sehr wohl höhere Vorsicht walten lassen, das ist rational.

Nur *gegen* den Markt stellen sollte man sich nicht, denn der hat immer Recht - bis er die Richtung wechselt und dann wieder Recht hat. 😉

Ich halte höhere Wachsamkeit - nicht Panik, Wachsamkeit - in den kommenden Wochen nun für geboten, die Risiken sind nun deutlich erhöht, während sie das im ganzen 4. Quartal 2019 nicht waren.

It doesn´t matter until it matters.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Was sind die CME Micro E-Mini Futures?



"Futures" sind ja nur für Profis, denken noch viele Anleger, was sich aber nun spätestens mit der Einführung der CME Micro E-Mini Futures geändert hat.

In der Community haben wir das Thema schon längst ausführlich besprochen, viele Mitglieder handeln diese mittlerweile auch, vor allem über einen der größten, internationalen Broker Interactive Brokers und seine "Introducing Brokers" wie Lynx oder Captrader. Ob Ihr Broker Ihnen einen Zugang zu derart professionellen Mitteln bietet, müssen Sie selber überprüfen, ich mache hier keine Broker-Empfehlungen und kassiere auch keine Provisionen für Links.

Ich will aber auch die Leser im freien Bereich darüber aufklären, was es mit den Micro-Futures auf sich hat, vielleicht ist es ja dann auch etwas für Sie. Und Wissen schadet sowieso nie.

Allerdings muss ich nun einen Wermutstropfen in den ansonsten sehr schmackhaften Wein herein kippen, denn unser geliebter Finanzminister Olaf Scholz, wird -> mit seiner neuesten Steuer-Idee <- ab 2021 wohl auch den Handel mit Futures für Privatanleger erheblich behindern bis unmöglich machen.

Ist ja auch viel "besser", wenn die "dummen" Anleger, die ihr Geld nicht wie er auf dem Girokonto liegen haben, dafür teure und intransparente Zertifikate und sonstige Derivate der Finanzindustrie nutzen. Nach meinem Eindruck scheinen ihm Derivate ja auch bei seiner sogenannten "Finanztransaktionssteuer" sehr am Herzen zu liegen, im Gegensatz zu direkten Investments der Bürger in Produktivkapital. Wer hier Sarkasmus findet, darf ihn behalten.

Aber lassen wir diese steuerlichen Fragezeichen mal beiseite, die gibt es im derzeitigen politischen Klima bei vielen Anlageklassen und wie oben schon gesagt, Wissen hat für sich alleine Wert, ob man es dann einsetzt, ist ja noch eine andere Frage.

Ich behandele das Thema hier in Form eines Q+A, das nicht theoretisiert, sondern (hoffentlich) von praxisrelevanten Fragen aus der Sicht eines normalen Anlegers ausgeht:

Frage 1: Warum handelt man nicht den Index direkt?

Die Antwort ist ganz einfach, vermutlich aber trotzdem nicht jedem klar: Einen Index kann man nicht direkt handeln! Weder den DAX noch den S&P500, noch einen anderen Index.

Denn ein Index ist ein Index, der sich aus Einzelaktien errechnet und daher kann es für einen Index gar keinen Handel an einer Börse geben. Gehandelt werden die Einzelaktien und der Index daraus automatisch errechnet.

Wenn Sie einen Index handeln und im Depot halten wollen, brauchen Sie also immer einen Intermediär, der Ihnen ein Handelsvehikel an die Hand gibt, das den Index so gut wie möglich abbildet. Zum Beispiel einen DAX-ETF oder einen CFD oder ein Zertifikat.

In all diesen Fällen, ist man dann aber von dem Intermediär (Emittenten) abhängig, mit allen bekannten Risiken und Problemen in Form von Handelsaussetzungen.

Frage 2: Was sind Futures denn anderes als so ein Handelsvehikel?

Die Geschichte von Futures und ihre immense volkswirtschaftliche Bedeutung, können Sie woanders in Ruhe nachlesen, wenn es sie interessiert. Es sind Termingeschäfte, die ihre Anfänge im Agrarbereich schon im Altertum hatten, ein Bauer der noch Geld braucht um überhaupt zu ernten, will vielleicht seine Ernte schon vorher verkaufen, um das benötigte Kapital für die Ernte überhaupt zu besitzen.

Mit "Zocken" haben Futures (und auch Optionen) also ursprünglich wenig zu tun, mit volkswirtschaftlich sinnvollen Absicherungsgeschäften dagegen eine Menge und das ist auch heute noch so - auch bei kompetenten Privatpersonen und auch, wenn das den Horizont mancher Politiker übersteigt.

Für uns hier ist einfach wichtig, dass diese Terminkontrakte einem echten Handel unterliegen, der Preis ergibt sich an einer Terminbörse frei zwischen Angebot und Nachfrage freier Marktteilnehmer.

Das ist der *zentrale* Unterschied, zu allen anderen oben genannten Instrumenten von ETF bis Zertifikat. Futures haben *echten* Handel und sind nicht von Emittenten abhängig. Damit fallen auch keine Kosten an, die ein Intermediär für sich vereinnahmen will, deswegen bietet er diese Vehikel wie ETFs, CFDs oder Zertifikate ja an.

Futures werden an einer offiziellen Terminbörse gehandelt, in Europa ist das zum Beispiel die -> Eurex <- und für die hier besprochenen Micro E-Mini Futures die -> CME <-, die größte Terminbörse der Welt in Chicago.

Die Kurse der Futures weichen daher vom Index ab, aber in der Regel nicht so weit, dass man sich darüber Gedanken machen muss. Wer also einen Index im Future statt im Index selber verfolgt, wird sich irgendwann mal wundern, dass beispielsweise der SPX im Future bei 3.009 ist und im Index nur bei 3.001, am relativen Gewinn und Verlust ändert das aber nichts, was wirklich Relevanz hätte.

Frage 3: Warum handeln Privatpersonen dann in der Regel keine Futures?

Weiterlesen ...Was sind die CME Micro E-Mini Futures?