Crash und Panik an den Rohstoffmärkten

Ein Bounce, wie von mir gestern Abend für heute oder Freitag als gut möglich erachtet, sieht wirklich anders aus. Eine Mischung aus Enttäuschung über die FED, Ratingabstufungen bei Banken und vor allem grosse Ängste vor einem Konjunkturabriss in den Emerging Markets und insbesondere China, haben die Märkte in einen Sturzflug versetzt, dessen brachiale Dynamik ich so nicht erwartet hatte.

Über 3% Minus im S&P500 sind schon übel, aber besonders schlimm wurden nahezu alle Rohstoffe getroffen. Der rohstoffreiche russische Aktienmarkt fiel heute 10% ! Silber -10% ! Öl -6% ! Goldminen, Kupferminen ganz egal – alles was mit Rohstoff zu tun hat, wurde heute brutal abverkauft. Ehrlich gesagt, kann ich heute Abend mitten im Gefechtslärm der Märkte ausser diffusen Ängsten auch noch keine Gründe erkennen, warum gerade heute die Rohstoffe so abgestürzt sind. Denn diese Faktoren gibt es ja nun schon seit Wochen und sind nichts Neues.

Eine mögliche Erklärung und ganz typisch für Mr. Market ist, dass nun schlicht die Zeit dafür reif ist. Denn bei jeder grösseren Baisse werden am Ende auch die bisherigen sicheren Häfen zerlegt. Und die Rohstofftitel hatten sich bisher ganz passabel gehalten. Die Baisse scheint nun also in die entscheidende Phase zu treten, die typischerweise noch einmal von massiven Verlusten geprägt ist.

Kurzfristig sind wir nun aber technisch so nach unten überdehnt, dass Morgen Freitag oder nächste Woche durchaus noch die eine oder andere Gegenbewegung kommen kann, zumal das Window-Dressing zum Quartalsende sicher stützen wird. Ausserdem gab es heute wenigstens den Lichtblick, dass wir die 1120 im S&P500 verteidigt haben. Aber für Oktober sind nun Zielkurse von 1000 im S&P500 und 4500 im DAX im Visier. Schon faszinierend, wenn man sich vor Augen hält, wo wir vor 2 Monaten noch standen.

Wer so klug war sein Pulver trocken zu halten, kann sich nun zunehmend die Hände reiben. Denn wenn diese Phase durch die Märkte gelaufen ist, werden wir bei vielen Titeln wieder Niveaus erreicht haben, die höchst attraktive Einstiegskurse darstellen. Auch wenn es sich heute Abend verrückt anhört, es wird auch wieder die Sonne scheinen. Das gilt insbesondere für die Rohstofftitel, denn die grundlegenden Treiber bleiben intakt. Es kann gut sein, dass wir nach einem schwierigen Oktober deswegen noch eine mächtige Jahresendrally erleben, so fern sich das heute auch anhören mag.

Und vielleicht lernen unsere europäischen Politiker ja auch irgendwann, dass man Griechenland in die Insolvenz schicken und gleichzeitig die Reihen der verbleibenden Euro-Mitglieder kompromisslos schliessen muss. Dann sehen wir auch schnell wieder eine Stabilisierung der Euro-Zone. Jeder Mediziner weiss schliesslich auch, dass man infiziertes Fleisch heraus schneiden muss, wenn man vermeiden will das der ganze Körper infiziert wird.

Bis die Politik zu dieser Erkenntnis kommt und der EFSF endlich steht, haben wir aber wohl noch turbulente Wochen vor uns. Sollte zum Quartalsende noch ein kleiner Bounce kommen, ist das möglicherweise der letzte Exit vor dem Tunnel. Mal schauen wo wir auf der anderen Seite des Tunnels dann im Oktober rauskommen.

Noch ein Wort zum Gold. Sollte Gold jetzt endlich korrigieren, würde ich mich darüber freuen. Bei 1400-1500 USD liegen starke Unterstützungen und spätestens da ist Gold dann wieder ein hoch attraktiver Kauf. Denn die Probleme der Staaten mit ihren Schulden werden uns auf Jahr begleiten und letztlich gibt es neben dem kompletten Zusammenbruch des Weltfinanzsystems nur eine Lösung für die Schulden: diese durch Drucken von Geld weg zu inflationieren - so wie die USA das auch nach dem zweiten Weltkrieg schon gemacht haben. Das ist ein ideales Umfeld für Gold auf Jahre. Sollten die schwachen Hände Gold jetzt panisch verlassen, ist das wahrscheinlich eine grosse Chance.

Auf jeden Fall wünsche ich uns allen einen goldenen Herbst und insbesondere Oktober … zumindest beim Wetter haben wir da ja auch Chancen …

Fed Entscheidung – Bernanke und die Hoffnung

Eines muss man dem FED Chef Ben Bernanke lassen, er weiss was er den Märkten sagen muss. Hätte die FED heute nichts getan, wären die Märkte wohl in den nächsten Tagen richtig abgestürzt, weil sie das als Handlungsunfähigkeit und Zerstrittenheit der FED ausgelegt hätten.
Hätte er aber sein Pulver heute mit einem vollen QE3 verschossen, wäre die Gefahr riesig gewesen, dass die Märkte nach einer kurzen Freudenrally im Oktober auch abstürzen. Denn den sicherlich weiter schwächelnden US Wirtschaftsdaten, hätte dann eine FED gegenüber gestanden, die aus Sicht der Märkte ohne weitere Optionen wäre. Ein sehr gefährliches Szenario, dass Bernanke unbedingt vermeiden musste.

Mit der Operation Twist, der Senkung langfristiger Zinsen und einer Neubalancierung der Zinskurve, hat Bernanke dagegen zwei Dinge erreicht. Er hat die Entschlossenheit der FED signalisiert einzugreifen. Und hat gleichzeitig die Hoffnung offen gelassen, dass die FED mit einem erneuten POMO Programm (Permanent Open Market Operations) mit Macht in den Markt eingreift, wenn es nötig ist. Die Bären werden sich also auch in nächsten Monaten nie zu sicher sein können, weil permanent die finanzielle Atombombe QE3 über ihren Köpfen schweben wird. Das alleine wird die US Indizes stabilisieren. Hoffnung - bzw Furcht aus Sicht der Bären - ist eben eine starke Waffe.

Schön auch anzusehen, wie die Märkte durch gezielte Informationen zum Thema Twist schon vorher auf das Ergebnis vorbereitet wurden. Die Theorie, dass Big Money die Ergebnisse der FED immer schon vorher kennt, wurde erneut bestätigt. Das die Operation Twist das wirkliche Problem der amerikanischen Wirtschaft in Form von fehlender Nachfrage (und nicht zu hoher Zinsen) gar nicht angeht, ist dabei nebensächlich. Der Eindruck der Handlungsfähigkeit der FED ist eben wichtiger, als die eigentliche Wirkung, Wirtschaft ist eben zu einem guten Stück Psychologie.

Die deutliche Schwäche heute nach der Entscheidung, die zum Börsenschluss dann noch zu einem richtigen kleinen Selloff führte, sollte man also in meine Augen trotz einem Minus von 3% im S&P500 nicht überbewerten. Zumal der Markt eine Tendenz hat, dass die erste Bewegung nach so einer Entscheidung zunächst in die falsche Richtung geht. Vielmehr sehe ich jetzt ab Morgen Donnerstag eine kleine, kurzfristige Long-Chance bis zum Quartalsende. Denn das „Window-Dressing“ der Fonds wird zum Ende des dritten Quartals wieder stark sein und das erhöht die Chance für eine Rally Ende September. Morgen 22.09.11 dürfte aber zunächst sehr schwach eröffnen, im Verlauf des Tages besteht dann aber die Chance auf einen Turnaround, der dann möglicherweise den Auftakt des Window-Dressings darstellt.

Diesem Szenario könnte natürlich vor allem wieder Europa und Griechenland in die Suppe spucken. Allerdings sehe ich kurzfristig keine Katalysatoren, die die Lage an der Euro-Peripherie kurzfristig ändern sollten – eine Pirouette des Bunga, Bunga Regierungschefs natürlich ausgenommen. Das Thema Griechenland wird möglicherweise bis Mitte Oktober am Kochen gehalten, bis endlich der EFSF scharf geschaltet ist und Europa endlich Griechenland Pleite gehen lassen könnte, ohne gleich das Bankensystem in Frankreich zum Einsturz zu bringen. Dann, Mitte Oktober, wird es wohl wieder richtig spannend um den Euro.

Ich sehe also heute Abend nach der FED Entscheidung eine kleine 60:40 Chance auf eine nette Rally bis zum Monatsende, so verrückt sich das nach 3% Minus auch anhören mag. Invalidiert würde dieses Szenario, wenn nicht spätestens am Freitag dieser Woche der Markt merklich nach oben dreht oder der S&P500 schon vorher den Bereich um 1140 von oben durchschlägt und damit aus der Flaggenformation nach unten ausbricht. Letzteres wäre ein ganz übles Zeichen, was Kursziele im Bereich 1020-1050 und beim DAX bei 4500-4800 auslösen würde.

Lassen wir uns überraschen. Wer diese Long-Chance spielen mag, sollte das nur mit guten Stops machen. Denn sicher ist nichts, ausser dass Mr. Market garantiert eine Pirouette auf Lager hat, an die wir nicht gedacht haben .....

Schneider Electric FR0000121972 – Zukunftsmarkt Gebäudemanagement

In der Kategorie „Anlageideen“ stelle ich in loser Folge interessante internationale Aktien vor, die über den Kreis der in Deutschland bekannten, üblichen Standardwerte hinaus gehen. Diese Aktien genügen in meinen Augen alle den folgenden Kriterien:
- Sie haben ein stabiles, zukunftsträchtiges Geschäftsmodell, das für dauerhafte Erträge gut ist
- Sie sind aktuell an der Börse fundamental attraktiv bewertet
- Sie sind entweder schon in meinen Depots oder befinden sich in meinen Watchlists, um möglicherweise in der Zukunft aufgenommen zu werden

Ich betone ausdrücklich, dass mit der Vorstellung der Aktien keine konkrete Kaufempfehlung verbunden ist. Oft befinden sich die vorgestellten Aktien noch in unklaren technischen Situationen und sollten einfach nur weiter beobachtet werden. Ausserdem werde ich hier die wesentlichen Faktoren bei der Bewertung der Aktien nur oberflächlich anreissen können. Der interessierte Leser sollte vor einer Entscheidung daher unbedingt tiefer in die Aktien einsteigen und sich ein eigenes Bild machen ob die Aktie vom Risikoprofil her ins eigene Depot gehört. Alle Titel sind aber für mich persönlich und im Rahmen meiner eigenen Strategie attraktive Bestandteile eines diversifizierten Depots und ich hoffe die Leser auf diese Art und Weise auf interessante Ideen zu bringen, die über das Übliche hinaus gehen.

Heute möchte ich Ihnen die französische Schneider Electric – ISIN FR0000121972 – vorstellen. Das Unternehmen ist in Deutschland erstaunlich wenig bekannt, obwohl es mit einer Marktkapitalisierung von 11 Milliarden €, 120.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von fast 20 Milliarden € durchaus zu den grossen Konzernen gehört. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Paris und ist in fast 200 Ländern weltweit vertreten, darunter natürlich auch mit diversen Konzerngesellschaften in Deutschland. Schneider Electric hat eine lange Historie, die bis zu ersten Anfängen als Stahlwerk im Jahr 1836 zurück geht.

Heute bewegt sich das Unternehmen primär im Bereich der Energieverteilung und der Automation, wobei Schneider Electric zunehmend einen Schwerpunkt im intelligenten Gebäudemanagement ausbildet. Bedingt durch steigende Energiepreise, dem zunehmenden regulatorischen Zwang zu energiesparenden Gebäuden und den Bedürfnisses des 21. Jahrhunderts an eine automatisierte Gebäudetechnik, bewegt sich Schneider Electric hier in einem wachstumsstarken Zukunftsmarkt, der wohl auf Jahrzehnte mit hohen Steigerungsraten aufwarten wird. Dabei hat Schneider Electric schon heute weltweit den Status eines der Marktführer erreicht und ist daher für die kommenden Entwicklungen im Bereich Energieeffizienz bestens gerüstet.

Fundamental kann man Schneider Electric aktuell bei einem Kurs von um die 41€ zu einem 2011er KGV von ca. 10, einer Eigenkapitalrendite von ca. 13% und einer Dividendenrendite von 4.3% erwerben. In Anbetracht der zukünftigen Potentiale eine in meinen Augen attraktive Bewertung.

Charttechnisch befindet sich die Aktie, wie der gesamte Markt, in einem etablierten Abwärtstrend der noch nicht durchbrochen wurde. Insofern gilt es bei Schneider Electric derzeit abzuwarten, ob dem Kurs die Trendwende gelingt. Allerdings könnten mehrere Faktoren ein Indiz dafür sein, dass diese Trendwende bald kommen könnte. Denn der Kurs sitzt auf einer starken Unterstützung um die 40€ und ist gerade auf Wochensicht von der 200er Linie des "modified exponential moving Average (MEMA)" wieder abgeprallt.

Wichtig ist auch zu verstehen, dass der Absturz der Aktie nicht mit individuellen Problemen des Unternehmens zu tun hatte, sondern einfach eine Folge der Marktschwäche war. Durch die wachsende Zahl passiver Indexinvestments, hier auf den CAC 40, den französischen Aktienindex der 40 grössten Unternehmen, wurde Schneider Electric einfach mit den Banken und Versicherungen des CAC mit herunter gezogen. Das eröffnet erhebliche Potentiale wenn der Wind sich drehen sollte.

Sollte allerdings bedingt durch die Euro-Krise der Gesamtmarkt weiter abtauchen, wird sich dem Schneider Electric auch nicht entziehen können. Ein Bruch der 40er Zone nach unten würde sicher temporär wesentlich tiefere Kurse nach sich ziehen.

Wallstreet braucht dringend ein gutes 4. Quartal

Die US Märkte haben heute erstaunliche Stärke bewiesen, der S&P500 hat am Ende mit 1204 weniger als ein Prozent im Minus geschlossen.

Dabei waren heute alle Inkredenzien für einen wirklich üblen Tag da. Eine sehr starke Vorwoche und ein Verfallstag am Freitag, der die Kurse wg Kurspflege über die Massen nach oben geschoben hatte. All das musste heute abgearbeitet werden und hätte locker für 2% Minus oder mehr reichen können.

Die Stärke am Schluss zeigt aber, dass sich niemand vor der FED traut sich Short zu positionieren. Selbst Tim Knight, der Perma-Bär von Slope of Hope hat das erste mal solange ich mich erinnern kann alle Short Positionen glatt gestellt !

Verstehen kann ich es. Denn wir haben nun die besondere Situation, dass alle drei Parteien die in den USA signifikanten Einfluss auf die Börsenkurse nehmen können wirklich dringend ein gutes 4. Quartal brauchen.

Die Regierung braucht es, weil sie wiedergewählt werden will und in den USA Renten und Wohlstand der Bürger eng mit dem Aktienmarkt verknüpft sind. Die FED braucht es, weil es ihr Auftrag ist und Bernankes Reputation und sein Platz in den Geschichtsbüchern auf dem Spiel steht. Und die Wallstreet braucht es, weil die Boni in Gefahr sind, denn ein schwieriges Jahr 2011 hat viele Hedgefonds und Institutionelle bisher unter Wasser gedrückt.

Wer stellt sich schon gerne freiwillig vor die Dampfwalze, die von diesen gleichartigen Interessen ausgeht ? Nur Griechenland und die EU kann da noch in die Suppe spucken, verständlich dass die drei Parteien auf alle erdenkliche Art und Weise versuchen den Druck auf Europa zu erhöhen um die Geldschleusen zu öffnen.

SAP – meine grösste Fehleinschätzung. Oder warum man „Experten“ nicht immer trauen sollte.

Es war Anfang der 90er Jahre, ich berichtete zu dieser Zeit als Assistent an den damaligen deutschen IBM Research & Development Chef und hatte so durch meinen Chef die seltene Gelegenheit, ein denkwürdiges Treffen zwischen IBM und SAP aus nächster Nähe mitzubekommen. Die damals immer noch markbeherrschende IBM traf sich mit einer kleinen, aufstrebenden Softwareschmiede namens SAP, die seit 1988 an der Börse notierte und in Person von Hasso Plattner einen charismatischen Anführer hatte.

Es war zu diesem Zeitpunkt sichtbar, dass SAP mit R/3 einen Treffer gelandet hatte und die IBM hatte grosses Interesse, ihre Systeme und Datenbanken als Plattform für R/3 zu etablieren. Aus diesem Grund setze sich auch Topmanagement der US Division ins Flugzeug, um an diesem Meeting teilzunehmen.

Und da waren sie nun in einem Raum, die IBM Herren über zehntausende Mitarbeiter und Milliarden an Umsatz und dieser Herr Plattner, dessen SAP zu diesem Zeitpunkt noch einen Umsatz im dreistelligen Millionen-Umfang hatte. Hier traf also David auf Goliath.

Was dann aber geschah war, dass die Rollen völlig vertauscht wurden. Hasso Plattner bot in der ihm eigenen Art eine extrem selbstbewusste Vorstellung und setzte klar die Bedingungen, die IBM Herren wurden von ihm in die Rolle eines Bittstellers gedrückt. Dieses Meeting zeigte ganz klar, wer in diesem Moment Koch und wer Kellner war.

Mit meinem heutigen Wissen und meiner Erfahrung wäre ganz klar gewesen, was ich nach diesem nachhaltigen Eindruck gemacht hätte. Ich wäre am nächsten Tag mit allem Ersparten an die Börse gegangen und hätte SAP gekauft. So eine Gelegenheit, an der man die Chance hat ein Unternehmen zu erkennen, das vor Kraft kaum laufen kann – und dieses noch dazu, bevor es die breite Masse an der Börse bemerkt – so eine Gelegenheit, hat man nicht so oft im Leben.

Und was tat ich ? Ich war ja Experte für Software. Ich rümpfte die Nase über die vermeintliche Selbstüberschätzung dieser SAP. Einzig und alleine, weil ich einen rein technischen Blick auf deren Software hatte, die in meinen Augen vom Design her nichts Besonderes war. Ich war viel zu jung und unerfahren, um das zu erkennen worum es wirklich geht – um Geschäftspotentiale und nicht um Software-Design.

Auch Windows 3.1 ist ja nicht deshalb erfolgreich geworden, weil es eine technologisch besonders ansprechende Implementierung war. Ein gutes Stück spielte bei meiner Fehleinschätzung auch mein Dünkel eine Rolle, sich als Betriebssystem-Experte im Vergleich zu diesen Anwendungs-Programmierern der SAP wie ein Kampfpilot vorzukommen, der herablassend auf eine Cessna unter sich blickt. Völlig ungerechtfertigter Dünkel zwar, wie ich heute weiss, aber nicht unüblich für sogenannte „Experten“ mit ihren fachlichen Scheuklappen.

Ich kaufte also keine SAP, sondern irgendwelche Softwareaktien die technologisch tolle Software machten. Wer am Ende mehr Geld an der Börse verdient hat, hat das Schicksal dann ja eindeutig bewiesen. Ich brauchte ein paar Jahre und jede Menge Erfahrung mit geschäftlicher Verantwortung im Management, bis ich meinen Fehler erkennen konnte. Nur leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon eine mehrfache Verdoppelung des Kurses der SAP verpasst.

Und was lernen wir aus dieser Anekdote ? Dass sogenannte „Experten“ alles andere als verlässliche Ratgeber bei der Frage sind, ob eine Firma mit ihren Produkten in der Zukunft Erfolg haben wird und ob sie viel Geld verdienen wird. „Experten“ sind zu oft zu stark spezialisiert, als dass sie den Wald vor lauter Bäumen noch sehen könnten. Und sie unterliegen zu oft einem Experten- oder Standes-Dünkel, der in keinster Weise gerechtfertigt ist, sobald sie ihr kleines, beschränktes Wissensgebiet verlassen.

Heute könnte mir dieser Fehler nicht mehr passieren, heute interessiere ich mich aber auch nicht mehr für einzelne Bäume, sondern habe immer den Wald im Auge.

Ausblick: Eine entscheidende Woche

Vor uns liegt eine entscheidende Woche, die das Potential hat, den Ton des Marktes bis zum Jahresende zu bestimmen. Entscheidend ist die Woche wegen des FED Meetings am 20./21.09., das von den Märkten zwischen Hoffen und Bangen erwartet wird. Und dieses mal wird es keine weitere Verschiebung geben, dieses Mal muss und wird Ben Bernanke seine Karten aufdecken und Mr. Market wird bewerten, ob es ein Bluff oder ein Full-House ist.

Schauen wir uns vor einem Fazit doch mal die positiven und negativen Aspekte an:

Positives:

  • Der Markt war letzte Woche konsistent stark, mit Leadership in den richtigen Branchen. In den US bei Semiconductors und Transports, im DAX bei der Finanzwelt und der Autoindustrie. Genau die Branchen die vorne liegen müssen, wenn wir uns aus dieser Baisse heraus arbeiten wollen.
  • Alle US Indizes haben erneute, kurzfristige Kaufsignale generiert.
  • Der DAX ist zum ersten Mal seit Beginn des Absturzes vor fast 2 Monaten wieder stärker als die US Indizes gelaufen und hat endlich die grosse relative Schwäche hinter sich gelassen.
  • Die Marktbreite der Rally letzte Woche war in allen Indizes sehr gut.
  • Das Marktsentiment ist immer noch aussergewöhnlich negativ. Viele sind der Rally sehr skeptisch gegenüber und halten diese für eine Bullenfalle. Das spricht dafür, dass viele noch an der Seitenlinie stehen und hoffen wieder bessere Kurse zu sehen. Ein klassisch bullishes Setup.
  • Wallstreet hat die Schätzungen für die Unternehmensergebnisse so weit nach unten geschoben, dass der Markt eigentlich problemlos darüber springen sollte. Wallstreet tut alles - wirklich alles und mehr – für ein gutes 4. Quartal. Denn in dem extrem schwierigen Markt des Jahres 2011 sind auch viele Hedgefonds und Institutionelle unter Wasser und brauchen wirklich dringend einen guten Jahresabschluss. Es ist gefährlich, sich diesem uniformen Wunsch von Big-Money in den Weg zu stellen. Auch 2008 kam der richtige Absturz aus ähnlichen Gründen erst nach dem Jahreswechsel.
  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass die FED diese Woche nichts liefern wird. Ich denke da kommt was und der Markt wird aus obigen Gründen alles versuchen das positiv zu interpretieren. Der Markt will jetzt hoch.

Negatives:

  • Die Probleme in der EU und in der US Konjunktur die zu diesem Absturz beigetragen haben sind unverändert intakt und werden sich kurzfristig nicht ändern. Ohne eine Auflösung der Ängste um Griechenland oder den Zerfall des Euros, haben die europäischen Märkte keine Chance auf eine nachhaltige Erholung. Die einzige schnelle Lösung wäre, das sowieso Unvermeidliche endlich geschehen zu lassen und Griechenland in die Insolvenz gehen zu lassen. Aber selbst wenn die Politik dazu bereit wäre, wird das nicht vor Oktober passieren, da erst dann der EFSF aktiv und bereit ist.
  • Die Wirtschaftsdaten in den US sind mies und bleiben mies. Bisher waren die Marktteilnehmer bereit dem auch Positives abzugewinnen, weil es die FED vermeintlich zum Handeln veranlasst. Das hat die US Märkte stabilisiert. Nach der FED werden schlechte Daten nur noch schlecht interpretiert werden, mit aller Konsequenz.
  • Die Emerging Markets haben letzte Woche schlecht ausgesehen. Auch die Industriemetalle waren sehr durchwachsen. Kein gutes Zeichen für die Weltkonjunktur.
  • Der EUR/USD sieht so aus, als ob er einbrechen würde und die Reise Richtung 1,20 antritt. Dem würde sich eine Wallstreet nicht entziehen können und die anderen Börsen nach unten mitreissen.
  • Die Rally vor der FED hat nun schon statt gefunden. Das Risiko einer „Sell the News“ Reaktion ist stark gestiegen, auch wenn der Markt versuchen wird das Positive darin zu finden.
  • Das Headline Risiko war wohl noch nie so hoch wie derzeit. Jede politische Schlagzeile aus den US oder Europa hat das Potential den Markt in wilde Bewegungen zu versetzen. Unsicherheit ist die Mutter aller Volatilität. Und Unsicherheit haben wir mehr als genug.

Fazit:

Wir stehen an einer Wegscheide, die uns im S&P500 bis 1020 abstürzen, aber auch die 1300 wieder erreichen lassen kann. Im DAX würde das wohl 4500-4800 bzw 6300-6500 bedeuten.

Ich sehe aber im Moment absolut keinen Hinweis, in welche Richtung das ausschlagen wird. Diskussionen um vermeintliche Unterbewertungen von Unternehmen sind dabei ebenso wenig hilfreich wie im Sommer 2008. Sollte eine Währungskrise kommen, sind auch alle Buchwerte massiven Abschlägen ausgesetzt, von KGVs und Auftragsbeständen ganz zu schweigen. Wer glaubt nur aufgrund vermeintlicher Unterbewertung nun Aktien kaufen zu müssen, fischt in meinen Augen im Trüben und wäre gut beraten, damit zu warten bis sich nach der FED und dem Ausblick der Unternehmen im Rahmen der Q3 Ergebnisse ein klarer Trend gebildet hat. Technisch war vor einer Woche noch ein schöner Long-Setup vor der FED möglich, die Rally der letzten Woche hat den aber zunichte gemacht.

Sicher ist nur, dass es ein Markt für kurzfristige Trader bleibt, bei dem jeder der einen Horizont von mehr als 48 Stunden hat immer wieder in wilden Swings Geld verliert. Für den normalen Anleger kann es also in meinen Augen nur ein Ziel geben: Kapitalerhalt und Vorsicht. Bis sich wieder ruhigeres Fahrwasser eingestellt hat und eine klare Richtung erkennbar ist.

Erinnern wir uns doch an den Dezember 2010, selten habe ich so eine ruhige und entspannte Börsenphase erlebt. Ist gar nicht so lange her, fühlt sich aber an, als ob es letztes Jahrtausend war.

In diesem Sinne wünsche ich allen die richtigen Entscheidungen !

Über Investoren und Trader

In Deutschland wird der Begriff "Trader" gerne mit einem leichten Anflug von Abscheu benutzt, es scheint nicht politisch korrekt zu sein, sich als solcher zu erkennen zu geben, obwohl es ja nur die englische Form von Händler ist. Und obwohl es für einen Händler - oder Kaufmann - ja durchaus so etwas wie eine Kaufmanns-Ehre gibt.

Auffällig ist auch, wie nahezu jeder Normalanleger der sich für Aktien interessiert, sich in der Öffentlichkeit nach dem Motto: “Ich bin Investor, aber kein Trader” positioniert.

Viele unterliegen dabei in meinen Augen einem Missverständnis. Das kommt daher, dass sie durch Medien und Politik immer mit dem polemischen Gedanken bombardiert werden: Trader sind schlecht, Investoren sind gut. Jeder will ein Investor und wie Warren Buffet sein, Trader dagegen sind böse "Zocker".

Klären wir doch also mal was ein Investor wie Warren Buffet so wirklich macht:

1. Er analysiert die Bücher des Ziel-Unternehmens bis ins allerletzte Detail
2. Er redet selber mit dem Management und verschafft sich einen persönlichen Eindruck
3. Er analysiert detailliert den Wettbewerb und den Markt und redet mit Mitbewerbern oder Branchenspezialisten
4. Er berechnet den inneren Wert des Unternehmens nach einer der diversen Methoden wie zb DCF

Jeden dieser Schritte macht ein Investor und mehr. Jeden dieser Schritte beherrscht ein Warren Buffet zur Perfektion. Und zum Schluss:

5. Ihm ist es völlig egal ob der Kurs kurzfristig etwas hoch oder runter geht. Er kennt den inneren Wert und verkauft erst dann, wenn er diesen Wert gemehrt hat und dafür den Preis bekommt, den er erwartet. Und wenn das Jahre dauert.

Das ist ein Investor.

Und jetzt frage ich alle, die aufgrund von Berichten in Magazinen und nach maximal einer Stunde Überlegung Aktien kaufen weil sie sie für "billig" halten - und sich dabei als "Value-Investoren" fühlen: Sind Sie wirklich Investoren? Wenn ja, warum sorgen Sie sich über eine momentane Börsenpanik? Sie kennen doch den wahren Wert Ihres gekauften Unternehmens. Oder? 😛

Nachdem ich uns so ironisch den Spiegel vorgehalten habe, sage ich Ihnen was die meisten von uns sind: Anleger, die sich wie Trader verhalten. Denn Trader bedeutet keineswegs nur Day-Trader. Es gibt unzählige Methoden und viele Stile, bei denen Aktien auch über Monate gehalten werden.

Der Trader unterscheidet sich aber vom Investor dadurch, dass er die Schritte oben nicht oder nur oberflächlich macht. Und er unterscheidet sich dadurch, dass ihn sehr interessiert wie sich der Kurs entwickelt, weil er in einem überschaubaren Rahmen von Tagen, Wochen, Monaten mit Gewinn verkaufen will. Und um das zu erreichen setzt er Techniken (Charts, Sentimentanalysen etc) ein, mit denen er sich einen Vorsprung vor den anderen Marktteilnehmern holen will.

Aber jemand der eine Aktie nach ein oder zwei Empfehlungen in Medien einfach an der Börse kauft und sich dann schon am nächsten Tag um den Kurs sorgt und von “Verlusten” redet, ist definitiv kein Investor, sondern eher ein Trader. Und dieser jemand tut gut daran sich nichts vorzumachen, sondern sich schnellstens die Tools und Techniken anzueignen, die es braucht um an den Märkten zu überleben. Warren Buffet weiss das natürlich, er kann aber jahrelang warten bis sich seine Investition auszahlt. Können Sie das auch?

In den hektischen und volatilen Märkten dieser Zeit ist es sowieso erste Bürgerpflicht flexibel zu sein. Was ist also schlimm daran sich wie ein Trader zu verhalten? Ich sage nur: Willkommen im Team!

Der Erfolg kommt nicht durch das richtige Etikett das man darauf klebt, sondern nur dadurch, dass man seine Sache gut macht. Und dazu ist es sehr wichtig zu verstehen, was die eigene Sache überhaupt ist. Denn nur dann kann man die richtigen Techniken einsetzen.

Autsch !

Autsch ! Mit der heutigen Schwäche des US Marktes sind alle Kaufsignale wieder invalidiert und wir befinden uns vor dem langen Labour-Day Wochenende in den USA im Nirwana ohne klare Richtung. Die alte Tradingrange von 1120 – 1180 im S&P500 ist wieder intakt. Der Bounce ist definitiv vorbei.

Ich hatte ehrlich gesagt damit gerechnet, dass der Markt nach den schwachen Arbeitsmarktdaten im Laufe der Session nach oben drehen würde, so wie er das historisch gerne macht. Denn in der perversen Logik von Mr.Market bedeutet „schwache Arbeitsmarktdaten = Ben druckt Geld“. Zweimal hat der Markt auch eine Rally versucht, in beiden Fällen scheiterte sie bei 1185, beim zweiten Mal obwohl wir einen wunderschönen Doppelboden im Chart hatten. Das ist ein Zeichen von Schwäche. Wir haben damit weder Kaufsignale noch eindeutige Verkaufssignale, dafür war die Bewegung vor dem Wochenende nicht dynamisch genug. Trotzdem ist ein erneuter Test der 1100-1120 im S&P 500 nun möglich geworden.

Die erwartete kurzfristige Bärenmarktrally scheint nunmehr schon Geschichte zu sein und mit ca. 1230 am 31.08.11 ihren Höhepunkt gefunden zu haben. Ich hatte eher mit 1250 als Wendepunkt gerechnet, aber so ist das Leben und wir waren davon ja gerade mal 1,5% noch entfernt. Die Möglichkeit, dass wir nun den zweiten Teil des grossen Absturzes vor uns haben, ist also nicht von der Hand zu weisen und sehr real. Jeder der aktiv im Markt ist, sollte sich auf dieses Szenario gedanklich mit einem Plan vorbereiten !

Das einzig Positive des Tages ist, dass wir keinen crashartigen Abverkauf hatten, es war mehr ein langsames „Wegbröseln“ der Kurse. Das spricht für mich dafür, dass die Angst sich vor dem langen Wochenende zu positionieren auch eine wesentliche Kraft war. Insofern darf man den negativen Tag auch nicht überbewerten, zumal wir am Schluss ja
noch ein klein wenig Stärke hatten und nicht auf Tiefstständen geschlossen haben. Gegen die Theorie des sofortigen Zusammenbruchs spricht auch, dass wir im Money Flow für den SPY heute wieder ein „Buying on Weakness“ hatten. Mit 180 Millionen USD 15 Minuten vor Schluss nicht gewaltig, aber doch auffallend.

Ich persönlich bin also noch nicht davon überzeugt, dass uns dieser Absturz so schnell schon bevor steht, auch wenn ich mittelfristig mit ihm rechne. Denn mit Obamas Rede am 08.09. und vor allem der FED Sitzung am 20.-21.09. wird definitiv die Hoffnung am Leben gehalten. Ich halte es daher für eher unwahrscheinlich, dass der Markt schon vor der FED Sitzung alle Hoffnung fahren lässt und die 1100 reisst. Für mich wird es erst nach der FED so richtig riskant, denn noch einmal verschieben kann Bernanke ein Entscheidung nun nicht – am 21.09. wird Bens Blatt also definitiv aufgerufen und jeder wird sehen, ob es ein Bluff oder ein FullHouse ist. Aber bei Mr. Market weiss man ja nie, was er noch so an Pirouetten schlägt.

Der Montag kommende Woche wird durch den Labour Day ein Tag ohne US Börsen sein. Es wird interessant sein zu sehen, was der DAX ohne die Amerikaner macht. Vielleicht lässt das schon erste Rückschlüsse zu, woran die massive Unterperformance liegen könnte.

Zum Abschluss noch ein erneuter Hinweis auf den einzigen echten Bullenmarkt. Nicht nur Gold/Silber sind heute wieder um 3 bzw 4% gestiegen, sondern auch die Minen haben einen eindeutigen Ausbruch aus einer monatelangen Konsolidierung vollzogen. Wesentlich höhere Kurse scheinen nun vor uns zu liegen. Das ist im übrigen eine hervorragende Möglichkeit seine sonstigen Aktienpositionen zu hedgen, mir haben die Minen heute im Investmentdepot – zusammen mit dem Dollar-Effekt – auch mal wieder den „Hintern“ gerettet und meinen Tagesverlust auf sehr erträgliche 0,6% begrenzt.

Ich wünsche allen Lesern ein schönes, erholsames Wochenende.

Trendtag an der Wallstreet

Starker Trendtag, Breakout in den US Indizes ! S&P500 bei 1210 ! Im Gegensatz zum Trendday vom 23.08. scheint es diesmal „The Real Thing“ zu sein und der lange erwartete Bounce ist endlich da !

Wir haben Kaufsignale in allen US Indizes und haben oberhalb der Hochs vom 17.08. geschlossen ! Damit hat der S&P 500 Index freie Fahrt bis 1250. Morgen bei Eröffnung der Wallstreet wäre eine kleine Schwäche ganz normal, die uns die 1200 vielleicht noch einmal von oben testen lassen, beim DAX wäre das die 5700er Marke. Dann aber sollte der Markt Morgen weiter schieben, wenn er nicht Gefahr laufen will wie am 25.08. gleich wieder wegzukippen. Ich glaube das in Anbetracht des Momentums und der Marktbreite heute eher nicht, aber wer weiss.

Wenn sich der DAX identisch um weitere 4% bewegt, wären das ca. 6000, was jämmerlich wenig ist in Anbetracht der Tatsache, dass der S&P500 bei 1250 nur noch knapp 10% unter den Höchstständen notiert, was beim DAX ca. 6900 wäre und nicht nur 6000. Man sieht daran erneut die gewaltige Unter-Performance des DAX seit Anfang August.

Aber wie auch immer, der Outlook für die kommenden Tage ist nun positiv. Nehmen wir jetzt einmal an, dass es über Nacht und den Rest der Woche keine neuen Katastrophen aus Euroland gibt. Unter dieser Annahme wird der DAX Morgen mit einem GAP bei ca. 5750 eröffnen und hat die Chance Morgen deutlich in Richtung 6000 voran zu kommen. Die nächste Hürde für die Märkte wären dann erst die Arbeitsmarktdaten am Freitag bzw die 1250 als Widerstand im S&P500. Grundsätzlich gilt für so eine Rally das, was ich schon vor 2 Wochen zum damals erwarteten Bounce sagte:

Solche Rallys in Bärenmärkten sind sehr überzeugend und laufen bis zu dem Punkt, an dem die Mehrheit daran glaubt, dass gar kein Bärenmarkt existiert. Sie ziehen alle die in den Markt die nun vorsichtig an der Seitenlinie stehen, bevor sie genau in dem Moment ganz fies wieder die Richtung nach unten ändern. Deshalb dauern sie auch einige Tage wenn nicht Wochen, weil sie eben Tag für Tag von der Seitenlinie Geld in den Markt ziehen. So werden aus immer mehr Zweiflern dann Gläubige (dass der Bulle noch lebt). Im S&P 500 wäre diese letzte Grenze die den letzten Zweifler überzeugt bei ca. 1300. An diesem Punkt entscheidet es sich dann endgültig, wenn wir 1300 überhaupt sehen was völlig unklar ist.

Ich gehe nach wie vor von 80% Wahrscheinlichkeit aus, dass noch tiefere Kurse in den nächsten Monaten vor uns liegen. Wenn diese Einschätzung richtig ist, ist die nun vor uns liegende Rally die Gelegenheit sich mit Gewinn oder geringen Verlusten aus alten Longs zu verabschieden und idealerweise am Höhepunkt dann Shorts aufzunehmen. Aufgrund der Verzerrung im DAX bin ich derzeit nicht in der Lage dafür realistische Wendepunkte zu definieren. Im S&P500 liegt der erste mögliche Wendepunkt bei 1250, der zweite im Band bei ca. 1270-1280 und der letzte bei 1300. Erst wenn die 1300 dauerhaft überschritten werden, sind die 20% eingetreten und das Bärenmarktszenario wurde invalidiert.

Schaun wir mal was Mr. Market an Karten im Ärmel hat. Klar ist nur eines, er wird wieder einige Überraschungen für uns parat haben. Und nutzen wir diese Rally um mögliche Fehler beim ersten Absturz auszubügeln und daraus zu lernen falls der zweite, tiefere Absturz kommt.

PS: Wie vergesslich Marktpsychologie ist, sieht man daran, dass der 25.08. mit seinem DAX-Crash aus dem Nichts fast schon wieder vergessen ist. Prüfen Sie sich mal selber, haben Sie in Anbetracht der grünen Zahlen heute noch an den 25.08. gedacht ? Wirklich ? Das ist gerade 2 Handelstage her.

Solche Swings kommen immer  wieder, vergessen Sie das nie und lassen Sie sich nicht von Mr. Market einlullen, denn das kann er ganz besonders gut !

Flash Crash im DAX

Oh Mann, was ein Tag.

Die Erwartung von ruhigem Fahrwasser bis Freitag können wir ja wohl erst einmal ad acta legen.

Bis ca. 16 Uhr verlief auch alles nach Plan. Den überraschenden Abgang von Steve Jobs hatte der Markt ja noch gut verdaut, die Indizes waren wie erwartet leicht im Minus, die Banken wegen des Einstiegs von Warren Buffet bei Bank of America im Plus und alles sah immer noch sehr gut und nach einer Fortsetzung der Rally aus. Die Marktmechanik war
völlig in Ordnung und Positiv. Die sicheren Häfen in Gold und Silber wurden weiter verkauft.

Und dann kam dieses „Ding“ im Dax.

Ich hatte hier schon einen Beitrag vorbereitet, in dem ich mich insbesondere mit dieser in meinen Augen unsinnigen und bewusst zur Ablenkung in die Welt gesetzten Theorie es sei „Schäuble“ auseinander setze. Seit wann führt auch die Angst vor einem ShortSell Bann zu etwas anderem als Short Covering = steigenden Kursen ? Seit wann stürzt wegen so etwas nur der DAX ab und alle anderen Indizes Weltweit erst mit Zeitverzögerung ? Aber ich habe mich dazu entschlossen das nicht zu veröffentlichen, weil es ist vergossene Milch und lenkt uns nur vom Wesentlichen ab: Morgen wieder Geld an den Märkten zu verdienen und nicht zu verlieren. Und wenn unsere glorreiche Behörde Bafin es nicht für nötig befindet sich damit zu befassen, werde ich sie nicht zwingen können. Also Schwamm drüber.

Danach war schlicht Chaos, plötzlich waren die wilden Swings wie letzte Woche wieder da. Gold und Silber wurden wieder gekauft und das alte Angstmuster der letzten Woche war wieder an allen Märkten. Wer immer dieses Ding inszeniert hat, er hat die Märkte wunderbar abgeschossen und ins Schneckenhaus zurück gebracht, genau in dem Moment wo sie Vertrauen schöpften. Ich war glücklicherweise in diesem Moment des Absturzes
aus dem Markt, aber das war reines Glück, sonst hätte es mich auch erwischt und ich wäre einige Prozent tiefer böse ausgestoppt worden.

Im Ergebnis sieht es im DAX zwar böse aus, in allen anderen Indizes aber lange nicht so schlimm. Die amerikanischen Indizes konnten ihre kurzfristigen Kaufsignale halten, wenn auch nur knapp. Wenn Morgen alles wie bis heute Vormittag weiter geht, war es nur ein halbtägiger Spuk was wir ab 16 Uhr erlebt haben. Wenn …

Wir sind damit in jeder Hinsicht im Niemandsland. Es gibt keinen klaren Trend, weder nach oben noch nach unten. Und es gibt keine mir bekannte Daten, die in irgend einer Weise einen Edge verschaffen. Und so gehen wir nun in die Rede des grossen Meisters des Quantitative Easing – seiner Eminenz Professor Ben Bernanke Morgen 16 Uhr.

Da es keinen Trend und keinen sonstigen sichtbaren Edge gibt, gibt es auch keinen Grund sich dem Risiko auszusetzen. Ich werde mir die Rede Morgen also im TradingDepot völlig an der Seitenlinie anschauen und erst danach entscheiden, ob und was zu tun ist. Im Investmentdepot bin ich immer mit einigen gross kapitalisierten Titeln Long und werde das auch frühestens am Montag in Ruhe anpassen.

In diesem Sinne gute Nacht. Bis Morgen hoffentlich in alter Frische.

Mr. Market macht es einem nicht einfach

Tja, Mister Market macht es einem nicht einfach. Aber war das jemals anders  ?

Die Rally von Gestern wurde heute an der Wallstreet bestätigt. Nach einem starken Anstieg wurde dieser wieder abverkauft und die Indizes sogar ins Minus getrieben. Dann aber setzten sich doch die Kaufprogramme durch und es wurde mit ca. 1,5% ein guter Tag.

Positiv war, dass es auch heute den zweiten Tag keine starken Einschläge nach unten mehr gab, wie sie für Bärenphasen so typisch sind. Statt dessen kamen die starken Bewegungen nach oben, nach unten bröselte es nur. Ein sehr gutes Zeichen, das Momentum hat gedreht und zeigt nach oben.

Positiv war auch erneut, dass es wieder keinen Abgabedruck in den letzten Minuten gab. Die Longs wurden nun schon den zweiten Tage Overnight gehalten – ein ganz eindeutig positive Änderung der Marktmechanik.

Positiv war auch, dass der Gold und Silber Trade nun zerlegt wird. Gold und Silber fielen heute 4-7%, das ist fast ein Crash für Gold. Da können wir in den nächsten Tagen möglicherweise noch tiefrote Tage erleben, denn jetzt werden gerade die schwachen Hände die zuletzt gekauft haben um sich „wohl“ zu fühlen in Panik verfallen. Es ist halt mit so parabolischen Anstiegen immer das gleiche und manche lernen es nie.

Positiv ist das Zusammenbrechen des Gold-Trades, weil es bestätigt dass die grosse Angst etwas aus dem Markt weicht und Beruhigung eintritt. Und weil es mir ermöglicht bald Gold und Silber und die Minen zu viel niedrigeren Kursen wieder aufzusammeln

Denn mittel und langfristig sind die Treiber für die Precious Metals völlig intakt. Wer also mal wirklich sich etwas ins Depot legen will, dass er dann beruhigt einfach drin lassen kann, der sollte jetzt warten bis demnächst die Schlagzeilen der Medien marktschreierisch vom „Platzen“ der Gold“blase“ schwafeln. Dann kann er beruhigt kaufen, dann ist die Korrektur weit genug gelaufen. Es kann gut sein, dass wir bis dahin 1500USD wiedersehen.

In Summe sind wir also in ruhigeres Fahrwasser eingetreten mit leichter Tendenz nach oben. Das ist schon einmal eine deutliche Verbesserung gegenüber den letzten Tagen. Wer jetzt will und das Risiko aushalten kann, kann jetzt also Long im Markt sein, aber immer an den Notausgang denken !

Trotz dieses akzeptablen Followups ist der Jackson Hole Long Trade für mich nicht aktiv. Und zwar weil das Upside Heute zwar gut, aber dafür nicht gut genug war ! Denn wenn hier wirklich positive Nachrichten durchgesickert wären, dann hätten wir heute wie ein Messer durch Butter durch die 1200 im S&P500 schneiden müssen, alle anderen Inkredenzien für so eine Rally waren 100% da. Was der Markt geschafft hat, ist aber nicht
mehr als eine eher lahme bzw vorsichtige Erholung.

Da ich nach wie vor davon überzeugt bin, dass die Spitzen der Wallstreet schon längst den Tenor der Ansprache von Bernanke in Jackson Hole kennen, lässt das nur einen Schluss zu:

Bernanke wird für keine Überraschung sorgen, er wird weder enttäuschen, noch wird er ein konkretes QE3 ankündigen. Er wird statt dessen warme Worte finden und die Hoffnung auf ein QE3 am Leben erhalten, nicht mehr und nicht weniger. Das ist das wahrscheinliche Ergebnis, was uns Mr. Market mit seinem Verhalten im Moment andeutet. Jackson Hole wird also potentiell ein „Non-Event“. Damit habe ich aber auch keinen Edge bei der Einschätzung was der Markt dann nächste Woche macht und damit macht es auch keinen Sinn das Risiko zu gehen sich während bzw vor der Rede schon zu positionieren.

Zusammengefasst heisst das für den DAX:

Vorbehaltlich der „üblichen“Überraschungen wie das nun Italien endgültig Pleite ist, haben wir definitiv ruhiges Fahrwasser mit positiver Tendenz bis Freitag. Wer das spielen will kann das in meinen Augen tun, wenn er seine Defensive nicht vernachlässigt. Der Markt sagt uns aber, dass er vor Bernanke auf weitere Zusammenbrüche wohl verzichten wird.

Was danach passieren wird, dafür gibt die jetzige Datenlage nichts her, was einem einen echten Vorteil verschaffen würde. Dazu nur zwei grundsätzliche Anmerkungen:

1. Gegenbewegungen in Bärenmärkten dauern eigentlich immer ein paar Wochen und beginnen immer so zögerlich wie heute. Insofern ist es gut möglich (nicht sicher!) dass wir nun einen ganz guten September bekommen der uns im DAX wieder in die oberen 6000er bringen kann.

2. Es spricht nach wie vor fast alles dafür (in meinen Augen nach wie vor 80:20), dass wir uns in einem Bärenmarkt befinden. Sprich die unter 1. beschriebene temporäre Stärke wird irgendwann auslaufen und dann folgt das ganz dicke Ende und wir sehen noch viel tiefereKurse als Heute.

Viel Glück und gutes Gelingen für Morgen !

Der bestätigte Bärenmarkt

Erneut ein froher Tag …. für Shorties .... 😉

Ernsthaft, ich habe vor einer guten Woche, als der Bounce auf der Agenda stand gesagt, dass ich mit einer Wahrscheinlichkeit von 2:1 davon ausgehe, dass wir in einem Bärenmarkt sind. Und dass die Höhe und Stärke des Bounce uns sagen wird, ob das so ist oder nicht. Nun denn, schauen wir uns das mal im Licht der Entwicklungen bis heute Abend 21 Uhr an.

1. Der alles entscheidende S&P500 hat nach Lehrbuch den Bounce gemacht und gestern Nachmittag mit knapp 1210 ziemlich genau 50% des vorherigen Absturzes wieder zurück erobert. Perfekt, bis gestern Nachmittag, dann nahm die Wende ihren Lauf.

2. Der DAX müsste im Vergleich eigentlich gestern bei 6300-6400 gewesen sein. Das es ihm gestern gerade einmal gelungen ist die Nase über 6000 zu stecken ist nicht nur schlapp, sondern ein verheerendes Signal von Schwäche.

3. Der DAX hat zwar heute die 5500 fast wieder erreicht und man könnte das als erfolgreichen Test interpretieren, in Anbetracht der Leblosigkeit sagt das aber wenig aus. Denn die entscheidende Frage für die Märkte ist, ob der S&P500 die 1100 als Tiefstand halten kann. Davon ist der S&P aber noch gut 3% entfernt.

4. Es kann daher sehr gut sein, dass der DAX irgendwo im Nirgendwo zwischen 5000 und 5500 seinen Tiefstand findet und dreht. Aber nicht weil das irgend etwas als Marke zu bedeuten hat, sondern weil der S&P bei 1100 erneut nach oben gedreht hat. Wenn der S&P heute in der letzten Stunde weiter fällt, eröffnet der DAX morgen unter 5500, es sagt aber immer noch nichts endgültiges. Ein lebloses Subjekt ist als Indikator für Chartmarken wenig geeignet.

Fazit:

Vorsicht also mit den 5500 als DAX Marke. Ich messe dem wenig Aussagekraft zu.

Was den Bärenmarkt angeht, ist die Wahrscheinlichkeit mit der heutigen Price-Action im Markt auf 80% gestiegen. Um die letzten 20% auch noch vom Bärenmarkt zu überzeugen ist es nicht wichtig wo der DAX steht, sondern ob der S&P500 die 1100 halten kann.

Es sieht im Moment alles nach Bärenmarkt aus, aber es gibt eine Wildcard im Markt und das ist die FED und Jackson Hole nächsten Freitag. Auch 20% Wahrscheinlichkeit können eintreten. Ausserdem hat der Markt ja die perverse Logik, dass wenn die Konjunktur noch mieser aussieht, dass die Wahrscheinlichkeit einer neuen FED Intervention erhöht, ganz schlechte Konjunkturzahlen werden also in freudiger Erwartung wieder gut. Aber nur bis
nächsten Freitag, dann werden die Karten aufgedeckt. So oder so – möglicherweise mit bitterem Ende.

Wenn der S&P500 die 1100 durchschlägt ist die nächste Haltelinie erst wieder beim 2010er Tief von ca. 1020. Auf den DAX übersetzt und die immense Schwäche berücksichtig sind das dann 4500-4800. Hört sich übel an, ist es auch, aber ist alles andere als unwahrscheinlich im momentanen Umfeld. Um am meisten werden darunter wieder Banken, Autos, Konjunkturaktien leiden. Alle Augen also auf Jackson Hole.

Und wer sich das nicht vorstellen kann dem sei gesagt, bei solchen Bärenmärkten ist der schlimmste Absturz fast immer der zweite, nach dem Bounce nach dem ersten Absturz. Unserer erster Absturz war aber im Umfang schon tiefer und schneller als 2008.

Denken Sie mal darüber nach. Ich betone, ich weiss nicht ob das so kommt. Aber das Szenario ist nun im Bereich des sehr Möglichen und jeder der nicht komplett an der Seitenlinie steht tut gut daran sich Gedanken zu machen wie er damit umgehen würde. Und wer sich nicht sicher ist, dass er das aushält muss raus. Sofort und ohne zurück zu blicken. Die Angst einen möglichen Anstieg zu verpassen ist kein guter Ratgeber. Die selben Sätze habe ich hier schon bei DAX 6300 gesagt. Eine gefühlte Ewigkeit ist das her ….

Der schwache DAX

Die Schwäche der deutschen Börsen gegenüber den anderen Indizes, insbesondere gegenüber den US Indizes, ist augenfällig. Das geht eigentlich schon seit 2 Wochen so und hat sich auch gestern im Anstieg nicht geändert.

Das sagt uns, dass die (überwiegend ausländischen) Marktteilnehmer von einem Ende der exportgetriebenen Sonderkonjunktur in D ausgehen und daher die Luft aus diesen Werten lassen. Da eine derartig grundlegende Neupositionierung nie von heute auf morgen geschieht – immerhin haben genau diese Marktteilnehmer dem DAX über mehr als ein Jahr eine deutliche Überperformance beschert – wäre es unklug zu glauben, dass sich
diese Sicht schnell wieder ändert.

Um den Bounce zu spielen, der in den US gerade mustergültig läuft und den S&P wieder bis 1200 gebracht hat, sind also die deutschen Indizes der letzte Platz der Börsenwelt an dem man sein sollte. Denn bei S&P500 1200 müsste der DAX analog schon bei 6300-6500 sein.

Das ist ein sehr schlechtes Umfeld für Volkswagen und Co. Ich kann das auch in meinem Investmentdepot beobachten – während der DAX aktuell um 2,3% korrigiert, ist dieses Depot in dem ich alle konjunktur-sensiblen Werte seit Wochen konsequent vermeide heute nur 0,6% im Minus. Diese Divergenz ist augenfällig !

Für das Verhalten des DAX wenn dieser Bounce irgendwann ausläuft sind das schlechte Aussichten – DAX 5000 here we come .....

Historische Tage

Wow ! Was für ein Tag. Ein historischer Tag reiht sich gerade an den nächsten !

Mittags der harte Kampf um die letzte Unterstützungslinie bei DAX5500 und S&P1100. Wären wir dort massiv nach unten durchgefallen, hätte es den Markt wahrscheinlich zerlegt und erneut 8% nach unten gedrückt.

Dann, mit dem näherkommenden US Börsenstart kamen die Kaufprogramme und haben bis fast in den Schluss nicht nachgelassen und gepresst und gepresst. Die Bären sind panisch geflüchtet. Heraus kam eine 6-8% Intraday Bewegung nach oben und Schlussstände in beiden Indizes mit ca +4-5%. Das in den letzten 10 Minuten dann noch ein paar Gewinne mitgenommen wurde, ist in Anbetracht dieser Bewegung völlig normal. Wer traut sich dieser Tage auch schon, seine Gewinne dem Übernacht-Risiko auszusetzen.

Der Markt will aber nun einfach hoch, was in Anbetracht der historisch nach unten verzerrten Markttechnik wirklich kein Wunder ist und ich hier ja nun oft genug gesagt habe. Das sieht Morgen für den DAX gut aus.

Wenn – ja das wenn kennen wir ja schon – wenn nicht wieder aus dem europäischen
Finanzsystem oder der Politik neue Horrornachrichten kommen.

Denn eigentlich wären unsere Finanzgurus Junker und Baroso jetzt mal wieder an
der Reihe, irgend etwas blödsinniges zu faseln, dass die Märkte erneut in Aufruhr versetzt...

Aber bei aller Begeisterung bitte ich  nicht zu vergessen, falls wir in einem Bärenmarkt sind (was ich für wahrscheinlicher halte, als das wir wieder zu Höchstständen laufen) dann wird diese Rally irgendwann auslaufen und dann kommt das richtig dicke Ende. Dann wäre diese Rally der „Letzte Ausgang vor dem Tunnel“. Jeder möge den Chart von
2008 über seinen PC hängen um diese Möglichkeit nie zu vergessen !

Short Squeeze an der Wallstreet

Na also ! Short Squeeze ! S&P 1172 !

Der S&P 500 hat mit grossem Momentum nach oben gedreht, trotz der Tatsache, dass die FED die Blütenträume von QE3 (noch) nicht befriedigt hat.

Das ist extrem positiv. Das bedeutet die Wahrscheinlichkeit dass wir einen kurzfristigen Boden drin haben ist auf 90% gestiegen. Die Ampel stehen kurzfristig auf Grün !

Morgen hat das Potential ein ausserordentlich positiver Tag zu werden. Nach der Verkaufspanik ist morgen eine Kaufpanik drin. Wenn – ja wenn – uns bitte nicht wieder irgendein Mist aus Italien, Spanien oder Frankreich in die Suppe spuckt.

Das bedeutet Morgen gibt es grosse Chancen auf der Long Seite. Wer jetzt will, kann das Morgen spielen. Aber bitte nicht vergessen, trotz aller Euphorie unbedingt trotzdem Stops unter die Einstandskurse, eine böse Überraschung ist jederzeit möglich ! Nie die Defensive vernachlässigen !

Der weitere typische Ablauf so eines Bounce nach Lehrbuch des alten Markorakels lautet:

1. Morgen positiver Trendtag mit Upside 3-5% im DAX. Eröffnung wahrscheinlich oberhalb 6000, Tagesschluss bei 6300 durchaus möglich. Selbst mehr bis über 6400 ist drin, wenn es keine Störungen durch die Politik gibt.

2. Übermorgen noch einmal ein starker Beginn als Folge der starken Wallstreet. Dann steigendes Risiko eines erneuten Rückgangs. Es ist bei solchen Bodenbildungen durchaus üblich dass sich ein IHS (Umgedrehter Kopf-Schulter Pattern) bildet. Die linke Schulter und das Tief mit 1100 haben wir nun im S&P500. Die rechte Schulter steht aus.

3. Nachdem im erneuten Rückgang noch einmal die alten Ängste hochkommen – aber
nicht mehr zu neuen Tiefstständen führen – ist der Weg für den ruhigen Teil des Bounce frei.

4. Die entscheidende Frage ist dann wohin uns der Bounce führt. Läuft er unter 7000 aus und dreht wieder nach unten wäre das die Bestätigung dass wir in einen Bärenmarkt eingetreten sind und man sollte so schnell wie möglich raus aus dem Markt. Das ist das Szenario das ich im Verhältnis 2:1 für das wahrscheinlichere halte, gegenüber einem Anstieg zu neuen Höchstständen.

So jetzt gehe ich einen trinken. Ich habe mich aufgrund der Markttechnik seit Freitag weit aus dem Fenster gelehnt und seitdem Long Positionen aufgebaut. Jetzt werde ich den Ritt
geniessen .....

(Mit Stops natürlich !

)