Auf in die Weihnachtsferien!

Liebe Leser des freien Bereiches,

es ist kaum zu glauben, schon wieder ist ein Jahr fast herum. Ich bin nicht jünger geworden, mit meinen nun 55 Jahren auf dem Buckel, beginnt man das eine oder andere Zipperlein zu merken, das nie mehr ganz weggehen wird. Aber alles in allem gibt es keinen Grund zu meckern, zumal es ja noch die Restchance gibt, dass die Biotech-Industrie in den nächsten Jahren so gewaltige Sprünge macht, dass sich die gesunde Lebensspanne um ein oder zwei Jahrzehnte ausdehnt. Für den Fall müssten Sie meine Predigten noch etwas länger ertragen, als es die Natur bisher vorgesehen hat. 😉

Und das Schöne daran ist, wir werden es frühzeitig mitbekommen und davon profitieren, denn beim Thema der Entwicklung des Biotech-Sektors, liegt einer der Schwerpunkte des Blogs.

Das Börsenjahr 2017 war faszinierend, spannend und auch profitabel. Es war aber auch schwierig, denn für erfahrene Anleger mit gutem Risikomanagement ist es in Jahren die keine Korrektur haben schwieriger mit dem Markt mitzuhalten, als wenn der Markt hin und her schwingt. Wenn der Markt schwingt, kann man daraus ein Delta, einen Vorteil generieren. Wenn der Markt aber nur vorwärts marschiert, muss man nur einmal nicht voll dabei gewesen sein und schon fängt man an hinterher zu rennen.

Auch das ist aber kein Grund zur Klage, es war immer noch ein tolles Börsenjahr und das Schöne ist, Stand heute ist kein zwingender Faktor absehbar, warum sich das in 2018 ändern müsste. Gestern habe ich schon -> im Artikel bei Tichy <- thematisiert, was ich von 2018 erwarte. Dort habe ich auch erneut auf 1995 als das letzte Jahr hingewiesen, in dem der Markt auch gnadenlos und ohne Pause gestiegen ist. Darauf folgten dann noch 5 bullische Jahre - im Artikel via Chart dargestellt - bis der Markt im Jahr 2000 seinen Hochpunkt erreichte.

Und wer sieht, was aktuell im Bereich der Cryptowährungen abgeht, lernt wieder aus erster Hand, was wirkliche -> Irrational Exuberance <- bedeutet. Das permanente, verfrühte mediale Blasengerede zum Aktienmarkt, wird damit erfreulicherweise deutlich relativiert und als das entlarvt was es immer war: -> Clickbaiting <-.

Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich aber. Was 1995 an den Börsen passiert ist, sagt nichts über 2017 aus. Aber 1995/1996 zeigt eben, dass sich aus dem starken Börsenjahr 2017 keineswegs zwingend ableiten lässt, dass deswegen 2018 nun schwach werden muss.

Ich persönlich erwarte ein "rumpeligeres" Börsenjahr 2018, ich gehe davon aus, dass wir endlich eine 10-20% Korrektur erleben, die sich dann zwar gruselig für die entwöhnten Perma-Bullen anfühlen wird, im grossen Bild aber nichts weiter als der willkommene Regenguss ist, der erfrischt. Denn das für die Börsen positive Umfeld, bleibt wohl auch 2018 erhalten.

Ich gehe auch davon aus, dass wir in diesem Restjahr noch ein oder zwei richtige schwache Tage vor dem Jahreswechsel erleben werden, ganz aktuell nachdem die US Steuerreform nun beschlossen ist, steht die Frage einer "Sell the News" Reaktion im Raum.

Im Saldo aber, sollte das nicht mehr gross ins Gewicht fallen, so dass ein Jahresschlusskurs auf heutigen Niveaus keine grosse Überraschung wäre. Und Anfang 2018 kann man auch mit etwas mehr Hin und Her rechnen, Anzeichen für einen markanten Einbruch wie 2016, kann ich aktuell im Markt aber noch nicht erkennen, dafür ist dieser (noch) zu stark.

Das Verhalten des Marktes in den ersten Tages des neuen Jahres wird uns dann eine Menge über neue Favoriten, neue Sektor-Lieblinge und neue Trends verraten, wir werden das in der Community intensiv diskutieren.

Der Blog ist noch bis diesen Freitag, also übermorgen, im Premium-Bereich voll aktiv, geht dann aber in einen zweiwöchigen Ferienmodus, in dem es nur ab und zu mal eine Meldung oder einen Artikel geben wird. Ab 08.01. geht es dann mit neuer Energie in ein spannendes 2018. Falls Sie interessiert daran sind 2018 dabei zu sein, denken Sie bitte an -> die kommende Preiserhöhung zum Jahreswechsel <-. Im neuen Jahr wird es dann auch mal das eine oder andere Video geben, vielleicht auch mal hier im freien Bereich, überwiegend natürlich im Premium-Bereich.

Ich denke viele von Ihnen sind nun noch im typischen "Wuselmodus" vor Weihnachten, mir geht das auch so, es gibt noch tausend Dinge zu tun, deswegen fasse ich mich nun auch kurz. Aber ein Ende ist nun ja glücklicherweise abzusehen und ich wünsche Ihnen, dass es dann auch wirklich das Ende ist und Sie sich Weihnachten nicht auch noch zum Besuchs- und Verwandtenstress machen. Meine Frau und ich haben schon vor Jahrzehnten alle Verpflichtungen und Besuchswünsche über Weihnachten konsequent abgeschnitten, an den Weihnachtstagen sind wir nur in unserer kleinen Familie ganz ruhig beisammen. Die Welt kann uns in dieser Zeit mal und das ist verdammt gut so! 😉

Ich wünsche Ihnen ein paar schöne Tage, wir lesen uns hier spätestens im neuen Jahr wieder. Machen Sie es gut!

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Jahreswechsel und Preiserhöhung

Der Jahreswechsel rückt näher und die Besitzer von Glaskugeln sind mit ihren Jahresprognosen für 2018 wieder im Markt. Was diese vor einem Jahr zum DAX geschrieben haben, habe ich schon einmal -> hier im Überblick <- dargestellt, wir sehen wie wertlos diese Konsensprognosen sind, die jedes Risiko zu vermeiden suchen und sich immer in der Herde verstecken wollen.

Vor allem, was sagt es über die Qualität der versammelten Aussagen aus, wenn keine einzige Prognose von vor einem Jahr auch nur annähernd mit der Realität des Jahres 2017 zu tun hatte? Und es erkläre mir keiner, dass das ja so überraschend war was passiert ist, der Trumpsche Schub war schon 2016 deutlich sichtbar und eine bullische Fortführung immer eine sehr realistische Variante der Zukunft. Zwar nur eine Variante unter anderen, aber es ist doch bezeichnend, dass sich keiner getraut hat diese bullische Variante richtig zum Thema zu machen.

Das Fazit ist simpel, vergessen Sie einfach diese Prognosiritis, sie ist völlig wertlos. Wir können auch eine Bank darauf bauen, dass bei den 2018er Prognosen wieder der bestehende Trend gemässigt fortgeschrieben wird. In den US ist das -> hier beim WSJ nachlesbar <- schon passiert, von aktuell 2.650 im S&P500 ausgehende Prognosen reichen von 2.700 bis 3.000 für 2018 - wie überraschend, wie spannend, wie relevant! Wer hier Sarkasmus findet, kann ihn behalten. 😉

Der einzige Weg sich dem Markt zu nähern und seinen Atem zu antizipieren ist ihn Schritt für Schritt zu nehmen, so wie wir das bei Mr-Market tun. Was Ende 2018 passiert, wissen wir nicht und vergeuden auch nicht unsere wertvolle Zeit, darüber zu fabulieren. Was aber zum Jahreswechsel 2017/2018 passiert, ist heute schon viel eher zu antizipieren, weil der Markt entsprechende Signale gibt. Und auch welche Sektoren und Aktien im Rahmen einer Sektorrotation in 2018 eher Chancen zum Rebound haben, ist ein Thema das man nun seriös diskutieren kann, den DAX Stand Ende 2018 dagegen nicht. Mit unserem aktuellen "Mean Reversion 2018 Projekt" bilden wir übrigens wieder ein kleines 10er Depot an soliden Aktien mit Nachholbedarf ab, die Depots sind 2016 und 2017 jeweils sehr gut gelaufen.

Damit komme ich auch zum eigentlichen Thema. Seit 5 Jahren besteht der Premium-Bereich nun und die Community ist gewachsen und gewachsen. Sie als freie Leser können zwar die Vielfalt der Artikel nicht sehen die existieren, diese sind nur für Mitglieder sichtbar.

Sie können aber auf der rechten Seite des Blogs eine Ahnung von der Vielfalt der Themen entwickeln, die aktuell in der Community im Forum diskutiert werden. Und Sie können bei Twitter unter @HariMrMarket jedes Mal sehen, wenn wieder ein neuer Artikel im Premium-Bereich Online geht.

In diesen 5 Jahren ist die Mitgliedschaftsgebühr auch im Wesentlichen unverändert geblieben, sie betrug für Verlängerungen 240€ und für Neuanmeldungen 290€. Diese ungewöhnliche Preispolitik ist Ausdruck davon, dass mir an langfristigen, treuen Mitgliedern gelegen ist, die dauerhaft Teil der Community werden. Mit Rabatten und "Kauf mich jetzt" Effekten wird hier nicht gearbeitet und so mache ich den Ersteinstieg bewusst etwas teuerer und damit schwerer, auf diese Art und Weise selektiere ich aber auch die Mitglieder, die wirklich Interesse am Marktgeschehen und an der seriösen, troll-freien Beschäftigung damit unter Gleichgesinnten haben.

Das Ergebnis ist eine sehr erwachsene, akademisch geprägte Community, in der bis auf seltenste Ausnahmen ein freundlicher, sachorientierter Ton herrscht und Trolle, Rechthaber und Selbstdarsteller völlig abwesend sind.

Trotzdem sind einige Neumitglieder verständlicherweise geprägt von schlechten Erfahrungen mit anderen, lautstark beworbenen Börsendiensten, die hinter der Fassade dann eher dünnen Mehrwert liefern und sind zunächst zögerlich die Hürde der Mitgliedschaft zu überwinden. Diese Entscheidung kann und will ich Ihnen aber nicht abnehmen, mit Rabatten und sonstigem Vertriebs-Firlefanz schon gar nicht, denn damit würde ich mir die falschen Mitglieder holen, die auf so etwas reagieren.

Im Gegenteil, ich lege Wert darauf, dass diese Entscheidung für Mr-Market nicht zu einfach ist und Sie sich im Vorfeld mit den Artikeln des freien Bereichs beschäftigen, bevor Sie Mitglied werden. Die grosse Mehrheit der Neumitglieder - gerade haben wir wieder eine ganze Reihe - sind dann aber eher "erschlagen" von der Vielfalt der Artikel und Themen und dem riesigen Archiv, das in gut 5 Jahren zusammen gekommen ist. Sie müssen diese Hürde also selber überwinden, einen vertrieblichen roten Teppich lege ich Ihnen nicht aus, das würde auch nicht zur gnadenlosen Ehrlichkeit und Unabhängigkeit passen, die Mr-Market auszeichnet.

Die bisherige Einstandshürde von 290€ ist gemessen am Inhalt sowieso viel zu niedrig, denn wo bekommt man schon eine Art moderierten Kurs zu Börsenthemen, in dem man mit den Autoren dann auch diskutieren und Fragen stellen kann? Derartige Kurse kosten eher vierstellig und das dann für kurze Zeit, hier sind Sie dagegen ein ganzes Jahr dabei, erleben den Markt mit mir und nehmen dabei ganz nebenher eine grosse Menge Wissen auf. So berichten es viele Mitglieder auch in den -> Testimonials <- und so ist es.

Aber "zu niedrig" oder "zu hoch" sind relative Kategorien, die Einstiegsgebühr soll "gerade richtig" sein um die zu selektieren, die wirklich Interesse haben und bewusst alle "Schnellklicker" und "Kostenlos-Fetischisten" abschrecken. Wer weiter glaubt, er bekäme gerade am Finanzmarkt unabhängigen und trotzdem hochwertigen Content "kostenlos" und doch ohne wirtschaftliche Interessen, dem wünsche ich mit einem Augenzwinkern weiter viel Glück beim Suchen. 😉

Nach 5 Jahren ist es daher Zeit, die Gebührentabelle anzupassen. Ab 01.01.18 kosten die Verlängerungen bestehender Mitgliedschaften 50€ mehr, also nun auch 290€, das wissen die Mitglieder aber schon und ist für Sie im freien Bereich auch erst einmal irrelevant.

Relevant für Sie im freien Bereich ist aber, dass ab 01.01.18 die Neumitgliedschaft im ersten Jahr auf 340€ pro Jahr hoch geht. Wer dagegen bis einschliesslich 31.12.17 noch Mitglied wird, kann das noch zu den alten Konditionen von 290€ im ersten Jahr vollziehen.

Rabatte gibt es dabei weiter nicht und wird es hier nie geben, auch eine "Schnupperaktion" wie in den letzten Jahren wird es in diesem Jahreswechsel nicht geben.

Ab Januar werde ich aber voraussichtlich eine einmonatige "Testmitgliedschaft" für ca. 100€ einführen, die den Zweck erfüllen soll denen einen Einblick in die Community zu ermöglichen, die bei 340€ pa zu lange zögern, weil sie an anderer Stelle schlechte Erfahrungen mit so Diensten gemacht haben.

Wirtschaftlich gesehen ist die Testmitgliedschaft natürlich unsinnig, 100€ für einen Monat macht keinen Sinn, wenn man das ganze Jahr für 340€ haben kann. Das ist aber so gewollt, ich will diese kurzfristigen Mitgliedschaften eigentlich nicht und sie daher auch nicht fördern, sie soll nur denen einen Einblick mit weniger Kapitaleinsatz ermöglichen, die sich anders gar nicht entscheiden können.

Aber das wird wie gesagt voraussichtlich erst im Januar eingeführt und ist nun noch nicht spruchreif. Spruchreif ist aber definitiv die Erhöhung auf 340€ zum 01.01.18 für Neumitglieder.

Ich denke Sie erkennen an meinen Worten, dass ich diese aus einer Position des Selbstbewusstseins heraus tätige. Mr-Market war nie und ist nicht der Versuch "jeden" zu erreichen. Es ist der Versuch eine starke, gebildete und miteinander vertrauensvoll und hilfsbereit umgehende Börsencommunity zu entwickeln und nebenbei noch jede Menge meines Börsenwissens weiterzugeben. Das ist bisher gelungen.

Wer sich dafür interessiert, ist schon durch den Filter der langen Texte im freien Bereich des Blogs gegangen, denn wer Schwierigkeiten hat sich auf mehr als drei Sätze zu konzentieren, fällt damit schon mal raus. Die Einstiegsgebühr ist dabei die bewusst gesetzte nächste Hürde, ob Sie diese nehmen wollen, ist alleine Ihre Entscheidung.

Vor dem Jahreswechsel, melde ich mich nächste Woche hier im freien Bereich noch einmal zum Markt, dann startet auch schon bald 2018. Ich sage Ihnen schon heute ganz "kostenlos" wie das Jahr 2018 werden wird: spannend und profitabel. Denn irgendwo ist immer ein Bullenmarkt, man muss ihn nur finden. 😉

Ihr Hari

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Vom Glauben, dem Weltuntergang und dem säkularen Bullenmarkt



Vor 4 Jahren, am 11.11.2013, habe ich Ihnen hier im freien Bereich einen Artikel geschrieben. Er hiess:

-> Aktienmärkte von 1896 bis heute - Steht ein neuer säkularer Bullenmarkt bevor? < -

In diesem Artikel habe ich Ihnen dieses aus alten Kursdaten selbst erzeugte Chart des Dow Jones Index seit 1896 gezeigt:

Dow Historisch

Und ich habe unter anderem wie folgt argumentiert:

Wir sorgen uns zu Recht um 10% Gewinn oder Verlust. Wir reden vom "Crash" und verfallen in Panik, wenn der DAX mal wieder auf 5000 Punkte fällt. Im grossen, langfristigen Bild der Märkte ist das aber alles nur Rauschen. Und es ergibt sich eine höchst interessante Perspektive, mit langfristig sehr bullischen Implikationen, wenn man sich mal die Mühe macht, das ganz grosse Bild zu betrachten.

.....

Was wir sehen ist höchst beeindruckend. Es gab drei übergeordnete säkulare Bullenmärkte, der Erste endete mit dem 1929er Crash, der Zweite endete Mitte der 60er Jahre und der Dritte mit der Internet-Blase im Jahr 2000. Dazwischen lagen drei säkulare Bärenmärkte und ja, wir sind aktuell immer noch in einem säkularen Bärenmarkt bzw. zumindest in einer 10 Jahre andauernden Konsolidierung.

.....

Die wichtige Schlußfolgerung dieses grossen Bildes ist aber, dass wir möglicherweise am Beginn eines neuen jahrzehntelangen Bullenmarkets stehen könnten. Damit das passiert, braucht es aber Katalysatoren, die die Produktivität der Weltwirtschaft massiv anschieben und damit höhere Bewertungen rechtfertigen. In den 90er Jahren war das der Siegeszug der Computer und des Internets, verbunden mit der Friedensdividende aus dem Fall des eisernen Vorhangs.

Was könnte es in Zukunft sein ? Die Ergebnisse einer Biotechnologie vielleicht, die das Leben massiv verlängert, die Intelligenz der Menschen steigert und so die ganze Welt umkrempelt ?

Ich weiss es nicht. Und im grossen Bild können wir vorher auch problemlos noch einmal um 40% korrigieren. Für uns sehr schmerzhaft, im grossen Bild aber einfach nur ein paar weitere Jahre im säkularen Bärenmarkt seit 2000.

Der grosse neue Bullenmarkt kommt also noch. Und wahrscheinlich dauert es weniger als 10 Jahre, bis es wieder so weit ist. Das sagt uns dieses Chart. Vielleicht hat er auch schon mit dem Ausbruch zu neuen Hochs begonnen. Oder er beginnt vielleicht 2016, nach einem erneuten bösartigen Taucher um 40%, in dem die Verzerrungen durch die Notenbanken abgebaut werden.

Lassen Sie uns diesen säkularen Bullenmarkt aber nicht vergessen, wenn wir uns mal wieder über das Klein-Klein des Momentes sorgen. Und wenn wir zu Recht sagen, dass die aktuellen Kurse durch den Einfluss der Notenbanken zu weit gelaufen sind. Kurzfristig sind sie das wohl. Langfristig stehen uns die grossen Kursgewinne erst noch bevor.

Nun war diese Einordnung damals keine Gewissheit, Gewissheit gibt es nie. Es war einfach eine gute Wahrscheinlichkeit, die man nicht aus dem Auge verlieren sollte, während in dieser Phase permanent "Crash-Weissagungen" auf die Anleger einprasselten, von denen ich zwei einfach mal wieder kopieren will, über die ich mich damals im Premium-Bereich schon mokiert hatte:

-> Grafik des Untergangs < -

-> Lügen, dass sich die Balken biegen < -

Ich könnte endlos solche Artikel zitieren und auch aktuell haben diese wieder Hochkonjunktur. Denn das Fiese, das unsichere Seelen immer wieder in den Bann der Abkömmlinge von Nostradamus zieht, ist die Möglichkeit, dass es ja morgen doch *den* Crash geben *könnte*, denn die Zukunft ist ungewiss. Ja es *könnte*, morgen *könnte* die Welt untergehen, das ist objektiv richtig. Und nun?

Wer diese Sorge immer in sich trägt, ist eben für Einflüsterungen empfänglich und diese psychologischen Angriffspunkte werden natürlich auch von Unternehmen die etwas verkaufen wollen, gezielt zur Umsatzmehrung genutzt. Ich bin sicher, es sind einige unter Ihnen, die sich damals haben von den Crash-Propheten zu ihrem Nachteil beeinflussen lassen und es sind einige hier, die auch heute wieder fest vom unmittelbar bevorstehenden Börsen-Untergang ausgehen. Kann ja auch sein, unmöglich ist gar nichts.

Deshalb hat der Blick zurück bei Menschen die noch von diesen Ängsten getrieben werden ein weit heilsamere Wirkung, als Predigten in die Zukunft hinein. Man kann sozusagen im Nachhinein mal anschauen, wo man sich hat damals in Aufregung versetzen lassen und was dann in der Realität passiert ist. Und wenn wir vernunftbegabt sind, können wir daraus Schlüsse ziehen die uns helfen, in Zukunft nicht mehr so leicht zu beeinflussen zu sein.

Und deshalb habe ich oben mit Ihnen auf meinen Artikel aus 2013 geschaut und Links aus 2014 geteilt, von denen es tausende in diesem Stil gibt, denn mit der Heraufbeschwörung des Weltuntergangs lassen sich trefflich Klicks generieren.

Zurück schauen können wir auch auf andere Artikel von mir, wie den von der -> Katastrophenhausse < - bei Tichy, der auch das Bild eines grossen Bullenmarktes in den Raum stellte, gerade weil das Finanzsystem so markant verzerrt wurde.

Auch ansonsten habe ich das Geschäft mit den Weltuntergangsszenarien immer wieder zum Thema gemacht, wie in -> Das dümmliche Gebrabbel der Weltuntergangspropheten < - und nun zeige ich Ihnen das aktuelle Langfristchart des Leitindex S&P500. Was sagt uns das?

Weiterlesen ...Vom Glauben, dem Weltuntergang und dem säkularen Bullenmarkt

Window Dressing und der Fortsetzungstrade

Im Artikel -> der Weg zum Jahreswechsel <-, hatte ich Ihnen vor zwei Wochen gezeigt, wie ich den weiteren Verlauf zum Jahresende sehe und warum ich weiter von einem starken Jahresabschluss ausgehe.

Es scheint bisher ziemlich genau so zu kommen, den kleinen "November-Schluckauf" hatten wir wohl schon und insbesondere die US Märkte schieben weiter gnadenlos hoch.

Heute will ich Sie daher ganz kurz auf einen weiteren Aspekt des "Window Dressing" hinweisen, denn es führt nicht nur an der Oberfläche der Indizes dazu, dass das Jahresende einen guten Abschluss findet. Es führt vor allem auch dazu, dass die im Jahr besonders gut gelaufenen Aktien von den hinterher hängenden Fonds-Manager extra noch einmal gekauft werden, um sie im Depot zu haben und im Sinne "habe doch alles richtig gemacht" vorweisen zu könnnen.

Mit dem Jahreswechsel werden die Spielkarten dann aber neu gemischt, dann kann eine Sektor-Rotation stattfinden und sich neue Favoriten herausbilden. Und was im Vorjahr zu weit gelaufen war, kann dann zur Korrektur ansetzen - es muss nicht, es kann. Aber bis Ende des Jahres wird recht zuverlässig einfach fortgeschrieben, was schon das ganze Jahr erfolgreich war und auf diesen Mechanismus kann man auch ein paar Trades bis Weihnachten basieren.

Im Premium-Bereich haben wir das Thema schon letzte Woche unter dem Titel "Fortsetungstrades zum Jahresende" besprochen und dabei auch einige Beispiele diskutiert. Hier im freien Bereich, will ich Sie nur erneut auf den Umstand hinweisen und Ihnen ein paar Beispiele aus dem Umfeld der ganz grossen Bluechips zeigen, die für einen derartigen "Fortsetzungstrade" in Frage kommen (alle Charts von -> Finviz <-)

Alibaba (BABA), Home Depot (HD) und Paypal (PYPL) - wenig überraschende und keinesfalls neue Namen. Kann das so einfach sein?

Ja kann es, dieser Mechanismus zum Jahresende gehört zu den stabilsten überhaupt, was ihn immer noch nicht absolut sicher macht - sicher ist am Markt gar nichts. Aber dieser Mechanismus ist so wahrscheinlich, dass darauf zu setzen sich in der Mehrzahl der Jahre immer wieder gelohnt hat, zumal die Namen vom Investmentgedanken her ja auch keine Hasardeur-Aktien sind.

Wenn Sie weitere Namen suchen, schauen Sie mal in meine Tweets auf der rechten Seite des Blogs oder suchen Sie sich selber grosse Aktien, die das ganze Jahr gut gelaufen sind und idealerweise gerade eine kleine Konsolidierung hingelegt haben.

Denken Sie aber daran, dass dieses Spiel mit dem Jahreswechsel beendet ist, es ist also ein temporäre Wette auf die letzten Wochen des Jahres. Was nicht im Umkehrschluss bedeutet, dass diese Aktien dann fallen müssen, aber die "Sonderkonjunktur" zum Jahresende ist halt vorbei.

Viel Erfolg!

Ihr Hari

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Überlassen wir 2018 noch der Prognosiritis

Letzte Woche habe ich Ihnen in -> Der Weg zum Jahreswechsel <- gezeigt, wie ein wahrscheinlicher Pfad zum Jahreswechsel aussieht und dass darin eigentlich noch ein begrenzter "November-Schluckauf" Platz hat.

Nun, letzte Woche hat sich dieser "Schluckauf" vielleicht schon in Gang gesetzt, zumindest in den europäischen Indizes wie dem DAX ist er schon zu sehen und die US Indizes könnten diese Woche auch leicht korrigieren.

Deshalb expandiere ich heute mal das Chart von letzter Woche und zeige Ihnen, was das im Leitindex SP500 bedeuten würde:

Wir sehen die Pfade (1) und (2), die beide auf den naheliegenden Unterstützungen drehen und beide extrem bullisch und bestätigend zu werten sind.

Erst wenn der Markt Pfad (3) einschlägt, muss man auch andere Varianten in Erwägung ziehen, wobei auch Pfad (3) bei einer Wende im Bereich 2.500 immer noch völlig gesund und normal wäre.

Interessant ist in dem Zusammenhang auch das Marktsentiment. Das hat sich nicht nur bei den anhand technischer Daten gemessenen Indikatoren wie dem -> Fear and Greed Index <- wieder normalisiert, auch Joachim Goldberg berichtet -> hier <- treffend von einer vorsichtigen Haltung, die für den DAX positiv zu sehen ist, bei der Unterstützung um 12.900 wird es nach meiner Erwartung wieder interessant.

Und ich beobachte selber, auf welche Skepsis alle Hinweise bei normalen Anlegern treffen, dass dieser Markt durchaus weiter hoch laufen kann. Da stösst man schnell auf Widerstand, während es bei Warnungen dass dieser Markt gefährlich ist, sofort wohlgefälliges Kopfnicken gibt. Ich habe auf diesen Umstand zuletzt -> hier bei Tichy <- hingewiesen, viele Anleger erreichen kann man damit aber nicht, mit Horrorgeschichten vom nächsten Crash dagegen ohne Probleme.

Wirklich erfahrenen Anlegern - und ich hoffe Sie gehören dazu, wenn Sie meine langen Texte durchhalten 😉 - sollte das aber etwas über den Bias sagen, der im Markt vorhanden ist. Die "Herde" ist immer noch eminent skeptisch, die Profis in den US dagegen eher optimistisch, aber in Form eines nervösen Optimismus, der den Finger jederzeit am Abzugsknopf für den Notausgang hat.

-> Dieser nette Artikel <- macht zum Thema einen validen Punkt, den ich mal übersetzen möchte:

As such, independent investor sentiment levels about the stock market are about as euphoric right now as a stomach ulcer.

Das Sentiment der nicht-institutionellen Investoren zum Aktienmarkt ist ungefähr so euphorisch wie ein Magengeschwür.

Volltreffer und gleichzeitig sind die Wirtschaftsdaten um den Globus herum durchweg auf Expansionskurs. Passt nicht so recht zusammen, oder?

Was kann man da Anlegern raten?

Nun, zunächst einmal will ich Niemandem etwas raten, Anleger machen doch sowieso was Sie wollen, wenn es klappt sind sie die Helden und wenn nicht, sind die Informationsquellen schuld. 😉 Bei uns in der Community ist das anders, da sucht man im Spiegel den Schuldigen, das ist aber eine kleine Minderheit und das ist gut so.

Aber Anlegern, die keine Erfahrung im Markt haben und bis jetzt gezögert haben in den Markt einzusteigen, die sollten es jetzt wirklich sein lassen. Es gab viele bessere Punkte um die erste Aktie zu kaufen und der Markt ist ja auch objektiv unter der Decke verzerrt und daher inhärent riskant. Unerfahrene Anleger werden bei der nächsten unvermeidlichen 10-20% Korrektur nur in Panik geraten und ihr kurzes Gastspiel mit Verlust abschliessen.

Wer aber erfahrener ist, wer weiss wie man konsequent aussteigt wenn ein Trend sich dreht und wer ein Risikomanagement besitzt, der kann vorerst dabei bleiben, denn der Aufwärtsttrend ist intakt und die Aussichten zum Jahresende von den Wahrscheinlichkeiten her nicht schlecht. Wie letzte Woche erklärt, wird das Jahresende vielleicht stark sein, gerade *weil* das Jahr so stark war.

2018 ist dann eine völlig andere Geschichte, ein Dip im Konjunkturzyklus wahrscheinlich und die unvermeidliche - aber in 2017 ausgefallene - 10-20% Korrektur irgendwann mal fällig. Nur wann diese kommt ist weiter offen und vor allem muss das erfahrene Anleger heute nicht interessieren.

Die schauen auf die Füsse statt ins Wolkenkuckucksheim und sind auch nicht im Geschäft der -> Prognosiritis <-, weil diese völlig unproduktiv und sinnlos ist. Das Geld wird mit den Kursen verdient, die jetzt zwischen heute und Weihnachten aufgerufen werden und nicht mit Spekulationen über 2018. Und Aussteigen kann man bis zum oder zum Jahresende dann immer noch, wann immer es geboten erscheint.

Überlassen wir 2018 also mal noch den Prognostikern, die alle so eine tolle Glaskugel haben. Übrigens hat von denen letztes Jahr niemand, absolut niemand, das Jahr 2017 richtig auf dem Radar hatte. Schauen Sie noch einmal -> hier im Überblick <-, was diese vor einem Jahr geschrieben haben. Ganz grosses Kino im Herdenverhalten. 😉

Das wird die aber nicht davon abhalten, dieses Jahr wieder mit gewichtigem Gesicht das Offensichtliche fortzuschreiben und es wird viele Anleger wieder nicht davon abhalten, das ernst zu nehmen. Na dann viel Spass dabei, irgend jemand muss uns ja auch die Aktien verkaufen, die wir kaufen wollen oder umgedreht. 😉

Wenn Sie für kommendes Jahr sicherer sein wollen, lassen Sie das mit den Prognosen gleich ganz sein und schauen Sie wie beim Bergsteigen auf die Füsse. Irgendwann kommt man dann schon am Gipfel an, wenn man bei jedem Schritt aufgepasst hat nicht in den Abgrund zu stürzen. Hans-Guck-In-Die-Luft mit den grossen Prognosen, die das Ego vom Hans dann dem Markt "beweisen" will, weil alle andere im Markt ja nur Idioten sein können, ist da schon eher absturzgefährdet.

Übrigens, Bergsteiger mit intelligentem Risikobewusstsein und solche die es werden wollen, werden bei uns in der Community weiter gerne aufgenommen. "Weissager", "Alles-Besser-als-der- Markt-Wisser" und "Glaskugelbesitzer" werden sich dagegen eher deplatziert fühlen. 😉

Zum Jahreswechsel wird es übrigens eine Preissteigerung für Neumitglieder geben, vielleicht ein Grund mit dem Bergsteigen schon 2017 zu beginnen und die blöde Glaskugel wegzuwerfen, die sowieso nur "Made in China" ist und nicht funktioniert.

Ihr Hari

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Der Weg zum Jahreswechsel

Wir alle würden ja gerne wissen, was die Zukunft bringt. Schon ein kleiner Zettel mit dem DAX-Stand des 22.12. vor Weihnachten, würde ja genügen, einen intelligenten Menschen reich zu machen. Denn wenn man den exakten DAX Stand zu einem Zeitpunkt sicher kennt, könnte man alle möglichen Kredit- und Margin-Hebel in Bewegung setzten, um mit dem ganzen Vermögen und maximal möglichem Hebel darauf zu setzen.

Wir haben dieses Privileg aber nicht und alle Prognosen sind auch nur nette Raterei, am Ende ist die Zukunft offen.

Alles was wir haben sind Tendenzen und Wahrscheinlichkeiten, die funktionieren aber erstaunlich gut, wenn man bereit und in der Lage ist, sich darauf einzulassen, statt nach etwas wie absoluter Sicherheit zu suchen, das es sowieso nicht geben kann. Wir müssen -> die Unsicherheit eben lieben lernen <-.

Die bekannteste Tendenz ist dabei der Trend und der ist das ganze Jahr schon hoch. Wenn wir den für den Leitindex S&P500 fortschreiben und einen kleinen Schluckauf im November vorher einplanen, sieht das Chart dann so aus:

Das ist ein realistische Annahme zum Jahresende. Nicht sicher, aber gut wahrscheinlich. Und dann haben wir noch eine zweite bekannte Tendenz, die berühmte Jahresendrally.

Nun kann man ja mit Fug und Recht argumentieren, dass der Markt schon das ganze Jahr nicht getan hat, was die Mehrheit erwartet hat und deshalb eine echte Korrektur genau dann kommen sollte, wenn keiner damit rechnet - kurz vor Weihnachten.

Ich bin weit davon entfernt, das als Möglichkeit in Abrede zu stellen, möglich ist fast alles, aber ich halte es für eher unwahrscheinlich. Denn die Jahresendrally hat ja einen Grund, die kommt ja nicht einfach vom Himmel herab, weil die Börsen Weihnachtsgefühle haben. Die typische Jahresendrally hat in hohem Masse auch mit Anlagedruck der Institutionellen Anleger zu tun - auch gerne Window Dressing genannt - und wann ist dieser Anlagedruck wohl am Grössten?

Sie ahnen es, in Jahren in denen die Mehrzahl dem Markt hinterher hechelt, weil dieser keinen sauberen Einstiegspunkt mehr gewährt - in Jahren wie 2017. Die Unterperformance zum Index dürfte für die meisten institutionellen Anleger in 2017 deutlich sein.

Ein Laie würde 2017 für einen einfach zu handhabenden Markt halten, der ist ja nur gestiegen. Diese "Einfachheit" entsteht aber nur im Rückblick, hinterher ist man halt klüger. Ein seriöser, institutioneller Anleger, der zum Beispiel in einem Family Office das Vermögen seiner Kunden verwaltet, kann aber nicht guten Gewissens in einem schon extrem überdehnten Markt einfach ohne Absicherung mit Vollgas mitfahren.

So ein Profi wird Absicherungsgeschäfte tätigen und die kosten ein wenig Performance. Und er wird bei Korrekturgefahr auch mal den Cash-Bestand erhöhen, was dann auch wieder Performance kostet, wenn der Markt wie das ganze Jahr 2017 dann doch wieder nach oben zieht.

Ein "einfacher" Markt ist ein nach oben laufender Trend, der schön zwischen Korrekturen und Aufwärtsbewegungen wechselt und dem klassischen Prinzip von "2 Schritte vor und 1 Schritt zurück" fröhnt. So ein Markt ist für einen erfahrenen Anleger ein leichter Markt, in dem er mit seiner Technik sogar eine Überperformance erzielen kann.

Wenn aber wie in 2017 jeder Korrekturansatz unterbleibt und der Markt nur eine Richtung kennt, ist das extrem schwierig zu handhaben. Nur ein Affe, der sich über Risiken keine Gedanken macht, kann da blind immer voll auf dem Gaspedal bleiben.

Nun ist eine gute Perfomance, die leicht hinter den Indizes bleibt ja kein wirkliches Problem. Für einen Fondsmanager aber schon, denn nach Gebühren wird das Delta noch grösser und die Rechtfertigung für das "Management" ist nicht da.

Und so macht so ein Jahr, in dem die Mehrheit hinter dem Markt hinterher hechelt, besonderen Druck auf das Jahresende und besonderen Druck die Gewinner auch noch ins Depot zu legen und ein paar Risiken auf der Long-Seite einzugehen. Und weil das so ist, hat die Jahresendrally auch 2017 wieder gute Karten.

Dieser Mechanismus kann eigentlich nur durch eine echte Richtungsänderung des Marktes ausser Kraft gesetzt werden, durch eine starke Abwärtsbewegung also und von dieser ist weit und breit nichts zu sehen. Nur eine sehr böse Überraschung wie ein Atomkrieg in Asien oder ein offener Konflikt im Nahen Osten mit brennenden Ölfeldern könnte den wohl triggern.

Wir tun also gut daran, auch dieses Jahr von der Jahresendrally auszugehen, gerade weil das Jahr davor schon so gnadenlos gut war.

Ihr Hari

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Siehste – vom *Müssen* des Marktes



Ich weiss, ich weiss. "Siehste" Beiträge mit dem langen, oberlehrerhaften Finger des Lehrer Lämpel sind nicht sehr beliebt. 😉

Aber ich versuche hier ja auch nicht Leser um jeden Preis mit Versprechungen des schnellen Geldes an Land zu ziehen, sondern wünsche mir Mitglieder, die aus eigenem Entschluss erkennen, dass sie ihre Herangehensweise an den Markt ändern müssen. Denn nur so kann sich nachhaltiger Erfolg einstellen.

Und das heutige "Siehste" ist sehr wichtig, denn es zeigt Ihnen einen Kardinalfehler, der von sehr vielen Anlegern immer wieder gemacht wird. Immer wieder!

Denn wenn ein Markt steigt und steigt und neue Höchststände erklimmt, stellt man sich gerne emotional dagegen, ist skeptisch und bekommt warme Gefühle beim Lesen all der Crash-Propheten, die einem erzählen, dass dieser Markt ja "irrational" sei.

Warme Gefühle bekommt man wegen des eigenen Egos, denn wenn man nicht dabei ist und der Markt immer neue Gewinne generiert, setzt einen das ja unter Druck. Mit dem Bild des "irrationalen Marktes" kann man sich der wirklich wichtigen aber auch schmerzhaften Frage entziehen, ob man nicht vielleicht einen grossen Fehler gemacht hat. Auf die Argumente der Marktskeptiker zu hören, ist dann also nur eine fortgeschrittene Variante des beliebten "Wegschauens" und "Verdrängens", wenn einem die Wirklichkeit nicht gefällt.

Wer also in einem stark steigenden Markt nicht dabei ist, sucht gerne "Erleichterung" bei allen, die ihm Argumente liefern, warum die im Markt ja "Idioten" und "Lemminge" seien. Und wenn es viele von dieser Kategorie gibt - und das ist aktuell immer noch der Fall - muss ein Markt deshalb weiter steigen.

Genau deshalb habe ich Ihnen vor knapp 2 Wochen in -> Stärke gebiert Stärke <- geschrieben, dass ein starker Markt nicht einfach auf dem Fusse dreht, sondern eher weiter nach oben läuft.

Ich sage Ihnen auf den Kopf zu, die Akzeptanz dieser Wahrheit ist bei Ihnen im freien Bereich nur sehr gering ausgeprägt. 😉 Und nun sind zwei Wochen vergangen und der Markt ist weiter hoch gelaufen und ist immer noch überkauft. Aber jetzt *muss* er korrigieren, jetzt *muss* der Markt doch endlich mal drehen, so sagt Ihnen Ihr Ego heute.

*Muss* er? Die Wahrheit ist, der Markt *muss* gar nichts und in einem so starken Markt, ist eine Fortsetzung des Trends gut möglich.

Die gleichen Anleger aber, die so einen Markt für "irrational" halten und schon lange nicht mehr dabei sind, würden dann, wenn der Markt 20-30% korrigiert hat, zugreifen wollen. Weil dann sind viele gute Aktien ja "billig".

Sind Sie das? Schauen wir mal auf diese beiden Charts des DAX im Jahre 2011 und des S&P500 im Jahre 2008:

Da, wo ich in den Charts zum Zwecke der Erklärung den notwendigen Exit mit blauen Pfeilen markiert habe, dort wäre der Markt für diesen Typus Anleger - der sich klüger als der Markt wähnt - "billig" gewesen und Anleger hätten mit dem gleichen Argument zugegriffen, mit dem sie heute an der Seite stehen.

Nun gut, wenn ich Sie nicht überzeugen kann, dann machen Sie einfach weiter so. Pflegen Sie Ihr Ego, suhlen Sie sich im Gefühl zu den "Querdenkern" zu gehören, die die Irrationalität des Marktes als Einzige erkennen können. Glauben Sie einfach weiter klüger als der Markt zu sein. "Be my guest", ein Markt braucht diesen Typus Marktteilnehmer. 😉

Wenn Sie sich aber darüber erheben können, wenn Sie erkennen können, wie Ihr Ego auf Ihr Handeln einwirkt, dann wiederhole ich für Sie sechs Grundregeln:

(1) Stärke gebiert Stärke

(2) Schwäche gebiert Schwäche

(3) Ein Markt der neue Hochs generiert, dreht nicht auf dem Fuss, sondern braucht in der Regel Zeit und Hin und Her, um eine Topbildung zu entwickeln.

(4) Ein Markt der neue Tiefs generiert, dreht nicht auf dem Fuss, sondern braucht in der Regel Zeit und Hin und Her, um eine Bodenbildung zu entwickeln.

(5) Ein Markt der neue Hochs generiert, ist wenig anfällig für einen Crash

(6) Ein Markt der schon 20% verloren hat und weiter abwärts bröselt, ist sehr anfällig für einen Crash.

Und natürlich gibt es keine Regel ohne Ausnahme und irgendwann, wird es auch mal einen Crash direkt folgend auf neue Hochs geben. Falls heute Nacht ein Atomkrieg in Ostasien ausbrechen würde, würde das wohl so sein. Aber nach diesen Ausnahmen zu handeln macht keinen Sinn, das ist das unkontrollierbare Restrisiko des Lebens. Wir müssen am Markt nach dem handeln, was wahrscheinlich ist.

Nun alles klar? Wenn nein, kann ich Ihnen nicht helfen. Wenn ja, ist Ihre Aufgabe als Anleger, nach diesen Prinzipien zu handeln. Ihrem Depot wird es langfristig gut tun.

Ihr Hari

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Das dümmliche Gebrabbel der Weltuntergangspropheten



Es gibt Dinge, die kann man nicht genug wiederholen, auch weil wir ja jeden lieben Tag von dem immer gleichen Schwachsinn zum Finanzmarkt zugetextet werden.

Dazu gehört das dümmliche Gebrabbel der Weltuntergangspropheten, das nach einem immer gleichen Muster funktioniert und auf die Vergesslichkeit der Leser setzt.

Denn wenn man zufällig mal Recht hatte, was selbst einem Affen mit Dartpfeil mal gelingt, kann man sich die nächsten 10 Jahr als "Crashprophet" durch die Talkshows führen lassen. In allen anderen Fällen ist das Geschwätz von gestern schnell vergessen.

Weil das so ist, hole ich aber dieses Geschwätz gerne immer wieder nachträglich an die Oberfläche. Lesen Sie daher, was ich am 25.02.15 den Premium-Mitgliedern zu einer 2015er Crash-Prognose in äusserst deutlichen Worten geschrieben habe. Was danach bis heute passiert ist, können Sie ja in den Kursen sehen.

Mir bleibt da nur Sie mit den Worten von "Obi-Wan Kenobi" zu fragen:

"Wer ist der grössere Tor? Der Tor oder der Tor, der ihm folgt?"

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Mittwoch 25.02.15 21:50 - Weltuntergangspropheten

Sie wollen mal im Brennglas sehen, wie einfach das Geschäft der Weltuntergangspropheten funktioniert?
Dann lesen Sie hier: -> Countdown of stock market crash 2016 <-.

Den Inhalt kann man kurz und knapp so zusammen fassen: "Blah Blub Blah" - substanzloses Gebrabbel. Opium für das Volk.

Dieser Artikel ist völlig risikolos und Win-Win-Win.

Win, weil er die Vorurteile derer bedient, die nun abseits stehen und nicht mitverdienen. Wenn man schon nicht mitverdient, kann man sich so wenigstens als Teil einer "eingeweihten Kaste" verstehen, das wärmt wenigstens die Seele, wenn das Depot schon rot ist.

Win, weil wenn der Crash in 2016 nicht kommt, sich niemand mehr an diesen Artikel erinnern wird. Es ist immer klug, Weissagungen weit in die Zukunft zu verlegen, das mindert das Risiko, mit runtergelassenen Hosen erwischt zu werden.

Win, weil wenn in 2016 tatsächlich ein Crash kommt, dann kann und wird man sich mit medialer Bugwelle feiern lassen. Ein neuer Crash-Guru wurde geboren, der Mann der XYZ vorher gesagt hat!

Wahr ist dagegen, dass das alles Common Sense und Mainstream ist, was da im Artikel steht.

Wahr ist, dass jeder halbwegs intelligente Marktteilnehmer weiss, dass dieser Markt schon sehr weit gelaufen ist und nicht ewig so weiter gehen kann. Es schreit uns ja geradezu an.

Wahr ist, dass wir uns in einem historischen Experiment der Notenbanken und Politik befinden, das mit immens hohen Risiken versehen ist, schief zu gehen. Und damit eine schwere Struktur-Krise herauf beschworen werden könnte, gegen die 2008 ein laues Lüftchen war.

Wahr ist, dass irgendwann wieder ein Crash kommen wird - so sicher wie das Amen in der Kirche.

Insofern ist der Artikel gar nicht mal per se falsch, er beschreibt eigentlich den Common Sense und deswegen sind so Pamphlete auch so erfolgreich, jeder kann wissend dazu nicken.

Der entscheidende Punkt ist aber, wir wissen nicht wann dieser Crash kommt und wie tief er geht. 2016? Vielleicht. Vielleicht aber auch schon ab nächster Woche. Oder erst 2019 oder nicht mehr dieses Jahrzehnt. Niemand weiss das.

Es ist auch nicht nötig es zu wissen, weil ich werde ihn "live" erkennen, den beginnenden Zusammenbruch des Marktes, wie ich auch 2008 und 2000 mittendrin erkennen konnte, weil es mir die Markttechnik entgegen geschrien hat.

Ich werde vielleicht die ersten 10%-20% des Einbruchs fressen müssen, das wird aber kein Vergleich sein zu dem, was danach kommt. Und ich werde vor dem Crash ein paar Mal zu früh raus gehen und so auch ein paar Prozent verpassen, weil der Markt doch wieder dreht. Einfach weil ich lieber *zu* vorsichtig bin, als *zu* selbstgefällig.

Aber als aktiver Anleger der sein Depot verwaltet, habe ich vor dem Crash keine Angst - im Gegenteil, er wird riesige Chancen generieren. Mein bisher bestes Anlagejahr in prozentualem Gewinn war 2009, mit hohem, zweistelligen Ertrag über ein ganzes, breites Depot hinweg und weit, weit über der Marktperformance. Warum das in 2009 möglich war, ist leicht zu erkennen. Es war das Jahr, in dem man mit beiden Händen, wie ein Kind im Süsswarenladen, zugreifen konnte.

Als Bürger, Vater und Ehemann aber, der dann mit Währungskrisen, politischen Unruhen, Infragestellung unseres Wirtschaftssystems und Radikalisierung der Massen leben muss, fürchte ich mich dagegen vor diesem Crash sehr.

Aber dabei hilft mir nicht, solche dünnen, inhaltsleeren Weissagungen zu lesen. Da hilft nur, seine Stimme in der demokratischen Meinungsbildung so einzubringen, dass es nicht dazu kommt. Oder dass man zumindest seinem Sohn später ehrlich sagen kann, ich habe meine Stimme laut und deutlich erhoben. Mein Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung ist dieser Blog.

Gute Nacht!

Ihr Hari

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