Favoriten für 2014 ? Chinas Aktienmarkt mit Umkehrformation

Das Jahresende nähert sich. Ein Jahr das börsentechnisch und theoretisch ganz einfach gewesen wäre, wenn man alles ignoriert hätte und einfach blind und taub DAX und S&P500 gekauft hätte. Und den ganzen Rest des Anlageuniversums konsequent einfach vergessen hätte.

Aber das wird kaum einer der institutionellen Anleger mit breit aufgestellten Depots gemacht haben, weswegen dieses Jahr auch viele der Anleger mit grossen, defensiven Depots hinter dem Markt hinterher hinken dürften.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der US Aktienmarkt seine Überperformance zum Rest der Welt in 2014 aber einfach fortsetzt, ist nicht sehr gross, denn er ist relativ schon nicht mehr wirklich billig. Mit dem Jahreswechsel bestehen daher auch gute Chancen, dass sich neue Trends heraus bilden und sich auch neue Favoriten für 2014 heraus kristallisieren. Ich will Ihnen daher nun in loser Folge zum Jahresende ein paar Sektoren und Charts vorstellen, die das Potential haben, zu den "Favoriten 2014" zu gehören.

Ein klassisches Selektionskriterium dafür ist, wenn der Sektor aus einer längeren Phase der schwachen Entwicklung kommt, die Nachrichtenlage sich aber schon aufhellt und sich in den Charts erste Boden- und Umkehrformationen zeigen, die aber noch nicht zum grossen bullischen Ausbruch geführt haben. Man könnte auch flapsig sagen, wenn der Sektor schon "mit den Hufen scharrt".

Sektoren, die diesen Kriterien entsprechen, verdienen Anfang 2014 Aufmerksamkeit. Nicht alle dieser Sektoren werden anspringen, einige aber schon. Und die, die tatsächlich anspringen, werden schnell grosse Chancen für die Anleger generieren.

Als ersten dieser Sektoren, will ich Sie daher auf den chinesischen Aktienmarkt, der grossen in Hongkong notierenden Bluechips hinweisen. Einzelaktien aus China zu handeln, dürfte für die meisten deutschen Anleger eher Selbstüberschätzung sein, denn ohne kulturellen und sprachlichen Bezug funktioniert ja noch nicht einmal eine vernünftige Nachrichtenversorgung, von einem Eindruck vom Handeln des Managements ganz zu schweigen. Wenn ich hier in Deutschland manchmal Kommentare von Laien zu den Bilanzen von chinesischen Aktien lese, muss ich immer wieder schmunzeln. Aber der ganze chinesische Markt als ETF ist durchaus interessant und auch für deutsche Anlager vernünftig zu verfolgen. Weswegen ich mich auch auf die grossen ETFs der Bluechips konzentriere.

Nun sind mir die ganzen Artikel und Meinungen zu den offensichtlichen Struktur-Problemen in China natürlich bekannt und viele haben sicher einen Punkt. Die Transition Chinas in die Moderne ist eine Herkulesaufgabe und man muss - bei allen Problemen und allen Repressalien - im Nachhinein schon erstaunt sein, wie gut diese bisher gelungen zu sein scheint. Es kann also durchaus sein, dass China auf eine Banken- und Kredit-Krise hin steuert. Der Punkt ist, wir wissen es nicht und schaffen keinen Mehrwert, in dem wir hier von Deutschland aus darüber spekulieren. Der Markt versteht diese Lage in Summe viel besser als wir. Und wenn der Markt das Signal gibt, dass er nach oben will und damit der Entwicklung in China Vertrauen schenkt, ist das ein viel relevanteres Signal, als jeder Versuch von uns, uns zu China-Kennern aufzuschwingen, die wir nicht sind.

Mit der neuen chinesischen Führung und einigen Reformen, kam auf jeden Fall Hoffnung auf ein Ende der schwachen Entwicklung in Chinas Aktienmarkt. Im grossen in Dollar notierenden US ETF -> FXI <- kann man diese Entwicklung wunderbar verfolgen. Aber auch in Deutschland und in Euro gibt es brauchbare Angebote, so den ähnlichen ETF WKN A0F5UE, deren Charts durch den Euro natürlich anders aussehen. Ich benutze aber gerne den ETF FXI, da er der Grösste und Liquideste und damit der ETF ist, bei dem Chartstrukturen die höchste Aussagekraft haben. Das ich damit zur Hälfte Chinas Banken kaufe, ist mir bewusst.

Schauen wir auf das Chart des FXI mit Tageskerzen, sehen wir eine beeindruckende Umkehrformation in Form einer inversen Schulter-Kopf-Schulter Formation (iSKS):

FXI 11.12.13

Wir sehen auch, wie der Kurs nach dem Schub über die Nackenlinie nun oberhalb dieser bullisch seitwärts konsolidiert. Eine Fortsetzung nach oben hat hier Chancen und könnte zeitlich sehr gut zum Jahresanfang 2014 passen. Nach Jahren der Seitwärtsbewegung sind chinesische Aktien auf jeden Fall reif für eine neue bullische Bewegung, selbst wenn man aufgrund der rechtlichen und bilanziellen Fragezeichen immer einen 10%igen Sicherheitsabschlag auf alle berichteten Bilanzzahlen annehmen würde.

Nach unten ist die rechte Schulter die relevante Stopzone. Wenn sich die positive Entwicklung fortsetzt, darf diese nicht mehr unterschritten werden.

Chinas Aktienmarkt ist auf jeden Fall ein Kandidat für einen Favoritenwechsel in 2014. Ob es wirklich so kommt, wird uns keine Spekulation zeigen, sondern die reale Kursentwicklung und die damit verbundenen Geldströme Anfang 2014. Eine Beobachtung ist China für mich aber schon jetzt wert.

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Ideen zur Jahresendrally – Vivendi, Agco, China – 26.11.12

Statt den Markt zu analysieren, will ich heute einfach mal drei Anlage-Ideen mit Ihnen teilen. Und zwar Vivendi, Agco und China.

Nehmen wir also einfach mal theoretisch an, wir bekommen jetzt eine Jahresendrally und vielleicht sogar einen guten Jahresanfang. Wo liegen dann Gelegenheiten, die eine interessante Investition darstellen könnten, ohne mit zu grossen Risiken behaftet zu sein.

Ich werde dabei bewusst die Themen, die ich hier schon in eigenen Artikeln thematisiert habe, wie zb die Edelmetalle und entsprechenden Minen, oder Spanien, SAP, Linde, ABB, Nokia oder Salzgitter, nicht erneut thematisieren. Das bedeutet aber nicht, dass diese Themen nicht mehr aktiv wären. Die drei Ideen die nun folgen, habe ich bestenfalls mal in einem Kommentar oder Live-Tip erwähnt, den nicht zwingend jeder gesehen hat.

Viel Spass, schauen Sie sich die drei Ideen mal selber an, die ich hier nur sehr kurz anreisse. Und lassen Sie uns an Ihren Gedanken dazu teilhaben.

Vivendi (WKN 591068)

Der französische Medienkonzern war lange durch hohe Überschuldung gelähmt. Insbesondere da das alte Management nicht bereit war, dass Konglomerat aufzulösen und so den Konglomeratsabschlag vom Tisch zu schaffen. Ende Juni wurde dann der ehemalige CEO Levy abgelöst, auch durch das Betreiben der Grossaktionäre im Hintergrund. Nun steht scheinbar die Aufspaltung des Konzerns auf der Agenda.

Damit kann endlich der innere Wert des Konglomerats gehoben werden. Die Börse honoriert es schon jetzt, die Fundamentaldaten sehen attraktiv aus und der Chart hat eine nahezu perfekte Cup & Handle Formation gebildet. Sehen Sie selbst. Kursziel 20€.

Agco (WKN 888282)

Der Traktoren und Landmaschinen Hersteller Agco (unter anderem Markt Fendt) hat eine attraktive Bewertung, ein langjähriges, eingespieltes Management, zuletzt einige Insiderkäufe, bewegt sich in einem zukunftsträchtigen Geschäftsfeld und sitzt auf einem klaren Aufwärtstrend. Alles Parameter eines sehr sauberen Trades mit klarem Stopniveau und damit definiertem Risiko. Werfen Sie mal einen intensiveren Blick auf diesen Titel, ich habe ihn schon mehrfach kurz erwähnt.

China

China, wie bitte ? Ja ganz einfach China. 🙂 Denn China hat nun nach längerem Interregnum eine neue Führung. Und es ist ganz typisch, dass in einem Führungsvakuum auch die Infrastruktur-Investitionen auf Hold gesetzt werden. Besonders in einem zentralistischen System. Zumal in einem Land, das so von den Interessen der Parteifunktionäre durchzogen ist. Das lähmt den ganzen Apparat über alle Ebenen, nicht sicher zu wissen, wer in Zukunft die Hand ist die straft - oder eben füttert. Und vor allem nach welchen Regeln gefüttert wird. 😉

Diese Unsicherheit ist nun verschwunden. Gleichzeitig geben Wirtschaftsdaten und Inflationsrate Raum für staatliche, expansive Massnahmen. Es gehört also nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass nun eine Phase der staatlichen Ausgabenprogramme vor uns liegt. Und nach Jahren der Seitwärtsbewegung, haben auch die Aktienmärkte Exzesse der Vergangenheit teilweise verarbeitet.

In China muss man natürlich immer mit dem Risiko plötzlicher Verwerfungen leben, denn das politische System ist weit weniger stabil, als es aus der Ferne scheint oder uns die Führung glauben machen will. Zu gross sind die Gegensätze im Land und ohne entsprechendes Wachstum, das letztlich vielen Wohlstand verschafft, dürfte es schnell zu Unruhen kommen. Das weiss aber die Führung und hat deswegen gar keine andere Wahl als zu stimulieren und investieren.

Sicher nicht der schlechteste Zeitpunkt, um China wieder auf den Radar der Anlage zu nehmen. Wer sich nicht dem Risiko einzelner Aktien aussetzen will, die aus der Ferne nur schwer zu verfolgen sind, kann zu diversen ETFs greifen. Zum Beipiel zum iShares China Offshore 50 (WKN A0F5UE) der 50 grössten in Hongkong notierten Werte.

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