Wo sind Ihre Fragen?



Guten Morgen liebe Mitglieder!

Bevor ich später in einem anderen Artikel zum Markt und dieser Woche komme, will ich mich direkt an Sie wenden und Sie fragen:

Wo sind Ihre Fragen?

Wir haben viele neue Mitglieder, wir haben aber auch viele alte Mitglieder, die noch voller Fragen und Unklarheiten sind und mit Sicherheit nicht immer alles verstehen und einordnen können, was ich schreibe. Das gilt ganz besonders für die, die nur sporadisch mitlesen.

Wo sind Ihre Fragen?

Wir haben eine -> Fragen Ecke <- und eine -> Grundlagen und Basics <- Sektion im Forum und in beiden ist wenig bis nichts los.

Dabei weiss ich ganz sicher, dass unter Ihnen einige sind, die selbst noch Fragen wie "was ist ein ETF?" haben. Aber keiner fragt. Faszinierend. Wenn Sie nicht zu denen gehören, die schon alles wissen und alles verstehen, was hier geschrieben wird, dann kann ich Ihnen sagen warum:

Entweder aus Trägheit oder aufgrund einer völlig verfehlten, geradezu kindischen Angst sich "lächerlich" zu machen..

Dabei sollten wir eigentlich schon seit der Sesamstraße alle wissen: Wieso, Weshalb, Warum? - Wer nicht fragt bleibt dumm!

Und Sie sind doch hier Mitglied geworden um Ihren Börsenerfolg zu verbessern, oder? Warum fragen Sie dann nicht? Warum?

Wir haben hier eine freundliche, hilfsbereite Kultur im Forum. Wir haben -> Nutzungsregeln <-, die unter Punkt 4 genau das noch einmal adressieren.

Und ich bin bekannt dafür, dass ich auf sinnvolle Fragen solche langen Antworten schreibe, wie ich das am Wochenende hier wieder zum Thema -> US Baugewerbe/Bauindustrie <- getan habe. Da könnten Mitglieder übrigens noch anfügen, ein wichtiges Thema.

Sicher, es kann auch schon mal vorkommen, dass ich den Zeigefinger hervor hole. Zum Beispiel wenn jemand etwas fragt, das sie/er mit dem Eintippen des Wortes in die Suchfunktion des Forums hätte in 30 Sekunden selber heraus finden können. Aber das kommt eher selten vor und wenn, wurde dabei noch niemandem der Kopf abgerissen.

Und ja, um zu fragen, ist es zwingend Pflicht sich vorher hier vorzustellen, wie alle anderen auch: -> Mitglieder stellen sich vor <-.

Dieses kleine zeitliche Investment müssen Sie erbringen. Wenn Sie das nicht wollen ist es auch OK, dann gibt es aber keine Möglichkeit zu fragen.

Klar ist auf jeden Fall eines. Wer noch nicht so erfolgreich ist, wie sie/er möchte und noch nicht zu den Profis gehört, die eine eigene, erfolgreiche Strategie verfolgen und hier nur als Input mitlesen wollen, der kann keinen Fortschritt machen, in dem er/sie sich nur berieseln lässt.

Machen Sie sich bitte klar, dass Sie hier ein Angebot haben, wie Sie es in dieser Form kaum woanders finden werden. Hier werden Sie nicht nur berieselt, hier können Sie interaktiv fragen und bekommen in der Regel eine kompetente Antwort.

Machen Sie sich bitte auch klar, dass es hier keinen "Nürnberger Trichter" geben kann, der Sie passgenau auf Ihre speziellen Bedürfnisse berieselt. Denn das Vorwissen der Mitglieder ist zu unterschiedlich, vom totalen Anfänger mit der Frage "was ist ein ETF", bis zum Profitrader und Fondsmanager grosser Publikumsfonds, ist hier alles versammelt.

Wenn ich also einen Artikel schreibe, wird jeder etwas anderes nicht verstehen oder anders verstehen. Ich kann Sie einfach nicht alle gleichzeitig auf Ihrem Erfahrungsniveau ansprechen. Sich die Informationen zu suchen und sich weiter zu entwickeln, das ist *ihre* aktive Aufgabe - anders geht es einfach nicht.

Aber die Community und ich sind da, um Ihnen dabei zu helfen. Genau das ist das Besondere dieser Plattform. Dafür müssen Sie aber ihre Ängste und Ihr Phlegma überwinden und dieses Angebot nutzen. Bevölkern Sie also diese beiden Foren oben. Und fragen Sie alles, was Ihnen unklar ist.

Wieso, Weshalb, Warum? - Wer nicht fragt bleibt dumm!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Die fatale Angst zu verpassen

Der folgende Artikel erschien Donnerstag 24.09.15 09:30, lange bevor sich die Idee eines Doppelbodens realisierte, die nun ja offensichtlich vom Markt gespielt wird.

Schon damals war aber diese Erwartung spürbar, auch ich habe ja hier schon vor über einem Monat die -> 2011er und 1998er Analogien <- gezeigt und auf die wettet nun offensichtlich der Markt. Und die Angst zu verpassen, dürfte beim aktuellen Rebound auch eine Rolle spielen, denn es ist eine mächtige Emotion, die bei vielen sogar stärker ist, als die Verlustangst.

Lesen Sie also mal, was ich vor 2 Wochen dazu geschrieben habe, es ist immer noch hoch aktuell.

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Auch wenn wir es nicht merken, wir sind ganz oft von Ängsten getrieben und bei solchen Ängsten dreht es sich nicht nur um die naheliegende Angst vor dem Einbruch, sondern oft viel stärker aber auch fataler, um die Angst etwas zu verpassen.

Diese Angst entsteht, wenn man eine innere Überzeugung (einen Bias) hat, dass der Markt ja früher oder später wieder steigen oder fallen „muss“. Und in dem Moment, wo diese Erwartung in uns Raum gewinnt, kriecht auch die Angst in uns hoch, nun „schnell zu machen“, damit man den abfahrenden Zug nicht verpasst.

Das ist ein fatales Gefühl und es führt sehr oft dazu, dass die Anleger auf eine starke Bewegung noch aufspringen, nur um dann festzustellen, dass diese sofort wieder dreht.

Denn aufgesprungen ist man dann nicht aufgrund einer belastbaren Analyse der Bewegung und ihrer Bedeutung im grossen Bild. Aufgesprungen ist man, aufgrund des eigenen Bias und wenn man den hat, löst jeder sinnlose Zucker nach oben sinnlose Kaufreflexe aus im Sinne: nur nicht zu spät kommen!

Jeder Vertriebler oder Händler hat dieses Spiel mit der Angst zu verpassen im Grundbaukasten der Verkaufstechnik. Weil wir eben alle nur Affen ohne Behaarung sind, auch wenn unser Selbstbild uns gerne einredet, wie "rational" wir ja immer seien. 😉

Deshalb sind Angebote gerne „nur solange der Vorrat reicht“ oder haben ein Enddatum, zu dem der „Rabatt“ wieder ausläuft. Natürlich ist das alles Quatsch, aber es funktioniert. Es erzeugt in uns Menschen Druck „schnell“ noch etwas zu machen, bevor die Chance vermeintlich weg ist.

In der aktuellen Marktlage. sehe ich diesen Reflex potentiell in Einigen von uns auch am Werk. Und der Reflex beruht auf der Annahme, dass ein Test der Tiefs vom 24.08. eine Kaufgelegenheit darstellen wird.

Jetzt habe ich diese Sicht hier ja oft und mehrmals auf unterschiedliche Art und Weise kommuniziert und ja, auch heute ist für mich noch der Ablauf ala 2011 – das marginale neue Tief von dem aus der Markt dann dreht – mein Favorit, was die Wahrscheinlichkeiten angeht.

Das Dumme ist, wenn ich so ein Szenario über längere Zeit präferiere, bekommt es prägende Wirkung im Sinne „das wird so kommen“. Und daraus resultiert dann die Angst, unbedingt beim Bruch der Tiefs herein zu springen, damit man nichts verpasst.

Das ist aber falsch und macht aus einer Wahrscheinlichkeit eine Gewissheit. Solche Denkstrukturen sind fatal! Und sie sind idiotisch!

Schreiben wir uns deshalb hinter die Ohren: Der DAX kann sehr wohl durch das Tief durchgehen und erst im Bereich der Oktobertiefs von 2014, also zwischen 8.000 und 8.500 den nächsten Halt einlegen!

Ich halte dieses Szenario *nicht* für wahrscheinlicher, als den Rebound mit Doppelboden ala 2011 oder 1998, aber das Szenario ist trotzdem sehr real und darf nicht einfach ignoriert werden!

Der Gedanke etwas am Markt zu „verpassen“ ist sowieso komplett idiotisch – pures, reines Affenhirn sozusagen. Wir verpassen am Markt nie etwas! Der ist jeden Morgen wieder da und jeden Morgen ergeben sich neue Chancen, unabhängig davon, was am Vortag passiert ist. Und wenn nicht mehr nach „oben“, dann eben nach „unten“.

Wenn Sie solche Gedanken wie oben nun haben sollten, haben Sie ein Problem, über das Sie sich unbedingt im Klaren werden müssen.

Faktum ist, dass es besser ist, ein paar wenige Prozent zu verpassen, wenn man dafür höhere Gewissheit bekommt, dass der Markt nun wirklich einen Boden gefunden hat. Und das weiss man eben nicht während er durch die Tiefs durchfällt, sondern erst *nachdem* er schon wieder gedreht hat und andere Parameter wie Volumen, Sentiment und Co. zu der Theorie der Wende passen.

*Dann* bekommt man auch mal 70% „Gewissheit“, dass die Wende hinter uns liegt. Und der Vorteil des Handelns *nach* der Wende ist auch, dass man mit den neuen Tiefs sofort ein belastbares Stopniveau hat. Denn wenn die wieder fallen, war die Theorie der Wende wohl verfehlt.

Also mein guter Rat:

(1) Machen Sie Präferenzen nicht zu Gewissheiten! Niemand kennt die Zukunft und wir reden am Markt nur über Wahrscheinlichkeiten.

(2) Bekommen Sie unbedingt die blödsinnige „Angst zu verpassen“ in den Griff! Das ist definitiv einer der idiotischsten Reflexe, die man am Markt überhaupt haben kann.

(3) Und handeln Sie nur, was Sie sehen! Und solange Sie noch keinen Rebound sehen, ist da auch keiner, ganz egal was „Hari“ sagt oder Ihnen Ihr Affenhirn eingeben will.

Versuchen Sie in sich ein Gefühl der gelassenen Entspanntheit aufkommen zu lassen. Sie müssen gar nichts!

Erst aus dieser Gelassenheit heraus, kann man dann die Chancen präzise auf den Punkt ergreifen, wenn sie sich tatsächlich sichtbar offenbaren und nicht nur im Vorfeld vermutet werden.

Lassen Sie den Markt zu sich kommen und rennen Sie ihm nicht hinterher!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***