Betrachtung zur Politik: Wir brauchen ein Europa 2.0

Heute ist der Tag des Untergangs von Europa, nein, der Beginn des Untergangs der westlichen Welt, denn heute werden die Briten mehrheitlich für den Austritt aus der Europäischen Union stimmen, und weitere Nationen werden folgen, die sich dann ebenfalls mehrheitlich für den Exit entscheiden werden, bis dann nur noch Deutschland und einige andere unverdrossene Staaten übrig bleiben.

Nun, ein Szenario, das wahrscheinlich nicht Realität werden wird. Nicht nur die Buchmacher, auch die Marktteilnehmer schätzen die Dinge wohl realistisch ein, wenn sie dem Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU die größeren Chancen zubilligen. Eine solche Entscheidung wäre in jedem Fall positiv, da es eine Menge Unsicherheit aus dem Markt herausnehmen würde.

Doch ein Sieg der "Remainers" böte sicherlich keinen Anlaß, in der europäischen Politik "Business as usual" zu betreiben. Der Überdruß an "Europa" ist mittlerweile überall sehr groß. Ein Festhalten an der alten Politik würde die Zentrifugalkräfte nur noch weiter verstärken. Überall in Europa sind europaskeptische bis -feindliche Kräfte stark angewachsen, insbesondere auch in Deutschland mit der AfD oder in Österreich mit der FPÖ, in welch letzterem man nur um Haaresbreite an einem rechtspopulistischen Staatsoberhaupt vorbeigeschrammt ist.

Auf der anderen Seite bestünde aber auch kein Anlaß, alles in den letzten siebzig Jahren Gewachsene radikal in Frage zu stellen. Europa war immer vor allem ein Projekt zur Erhaltung des europäischen Friedens. Wenn wir uns an den Beginn der Neunziger Jahre erinnern, so vergegenwärtigen wir uns, welch ungeheuere Unruhe damals den Balkan erfasste. Der Jugoslawienkrieg hatte das Potential, das gerade vereinigte Deutschland und die westeuropäischen Staaten, allen voran Frankreich, gegeneinander aufzubringen. Helmut Kohl spürte das, und seine Antwort lautete: Mehr Europa. Mehr Europa, nicht weniger.

Wir sind aber nun an einem Punkt angelangt, an dem "mehr Europa" nicht mehr die Lösung der anstehenden Probleme der Zukunft ist. Jedenfalls nicht in dem Sinne, daß die Nationalstaaten immer mehr Kompetenzen an einen europäischen Superstaat abtreten, welcher zu grundlegenden Weichenstellungen nicht in der Lage ist, wie die Flüchtlingskrise im letzten Jahr überdeutlich aufgezeigt hat.

Die Frage indes, die sich stellt, ist nicht die nach "Mehr Europa" oder nach "weniger Europa". Die Frage, die sich stellt, ist die nach einem Update für Europa, nach einem "Europa 2.0" sozusagen. Ein Update ist eine Anpassung der Software an die Anforderungen der Zeit, an eine Welt, die sich weiterentwickelt hat, die nicht stehengeblieben ist. Man versucht, die Probleme des heutigen Europa mit einer Software zu bewältigen, welche vor Jahrzehnten entwickelt wurde. Die Stimmbürger scheinen es zu spüren, und deshalb sollte man ihren Verdruß auch ernst nehmen und nicht gleich jeden in die rechte Ecke verfrachten, der mit dem Erscheinungsbild des heutigen Europa nicht einverstanden ist. Natürlich darf man den rechten, völkisch-nationalen Einheizern auch keine Plattform bieten,sonst bekommt man diese Un-Geister am Ende nicht mehr in die Flasche zurück, aus der man sie gelockt hat, gerade wir hier in Deutschland und auch in Österreich.

Ein Europa 2.0, das gut durchdacht ist, ist im Moment nicht zu sehen. Aber man hat doch gewisse Ansprüche daran, wie es aussehen sollte: Ein freies, ein liberales Europa soll es sein, kein Europa, das von einer fernen Zentrale gelenkt wird. Ein Europa, das den Willen seiner Bürger ernst nimmt. Ein Europa, das sich einig ist, das willens und bereit ist, auch entsprechend zu handeln. Insofern wäre ernsthaft zu erwägen, zu einem europäischen Kern zurückzukehren. Dieser Kern muß mindestens Deutschland und Frankreich umfassen und günstigerweise die angrenzenden kleineren Staaten. Eine gemeinsame oder wenigstens abgestimmte Fiskalpolitik käme dann in Reichweite. Ein solcher europäischer Kern bräuchte aber auch ein geistiges und kulturelles Fundament; deswegen sollte er nicht zu groß ausfallen.

Auch wenn wir nicht wissen, wie das EU-Referendum in Großbritannien heute ausgehen wird, so wäre es doch erfreulich, wenn der Ausgang des Referendums Anlaß dafür wäre, Europa neu zu denken: Nicht durch die Rückkehr zu dem alten System der Nationalstaaten, sondern durch eine Runderneuerung der europäischen Software, zur Schaffung eines "Europa 2.0" .

Angekündigt



Guten Morgen!

Ich habe gestern mal bewusst kein Wort zu Gold verloren, weil ich mal sehen wollte, ob da aus Ihrem Kreis etwas kommt. Leider Fehlanzeige.

Denn wir hatten am Freitag Abend einen sehr grossen und auffälligen "Selling on Strength" Print im Moneyflow des GDX und der ist, wie wir wissen, oft indikativ. -> GDX SoS 06.05.16 <-

Insofern sollte jeder gewarnt gewesen sein, der einfach jeden Tag einmal auf den Indikator schaut. Wie wichtig diese Disziplin ist, dazu werde ich heute erneut schreiben.

Bei Gold scheint sich die überfällige Korrektur nun doch noch in Gang zu setzen. Ein starker Rückgang gestern, eine schwache Gegenbewegung heute und morgen ein erneuter starker Rückgang - das wäre der klassische Ablauf. Bei den Minen ist die Bewegung "gehebelt", wie wir gestern wieder gesehen haben, dieses Mal nach unten.

Sie wissen, dass ich im März davon ausgegangen bin, dass diese Konsolidierungsphase bis in den Mai andauert. Nachdem die Edelmetalle sich aber viel länger dagegen gewehrt haben, als ich ursprünglich angenommen hatte, hat sich der Zeitstrahl nach hinten verschoben und ich gehe nun von einer schwierigen Phase bis in den Juni hinein aus.

Auch wenn man den Edelmetallen einen neuen, starken Bullenmarkt zubilligt - was ich durchaus tue - sollte man im Minimum mit einem weiteren Rückgang zur Trendlinie rechnen:

Gold XAUUSD 10.05.16

Völlig normal, wäre aber auch ein Taucher unter 1.200, wo im Juni die 200-Tage-Linie hoch kommen sollte. In jedem dieser Fälle, würden die nun stark nach oben überdehnten Minen deutlich korrigieren und damit im Verlauf attraktive Kaufkurse liefern, die in eine sehr positive zweite Jahreshälfe überleiten könnten.

So weit mein "Gameplan" im Sektor, der vom Grundsatz her so schon seit März steht, nur der exakte Verlauf verschiebt sich naturgemäß immer mit der realen Entwicklung.

Der DAX hat heute nun die ganz grosse Chance, nach oben richtig Land zu gewinnen. Die 10.000 wurden gestern erobert, kurz nach unten getestet und heute wird wohl wieder über 10.000 eröffnet und die Vorgaben aus Asien sind dieses mal gut. Und auch von Griechenland sind keine Probleme zu erwarten, die Taschen unseres Steuergeldes sind tief für die, die als Politiker dort hinein greifen können, aber nichts dafür tun müssen, dass es sich dort überhaupt akkumuliert.

Die ganze Verlogenheit der öffentlichen Kommunikation, kann man schön an dem aktuellen Welt-Artikel erkennen, der unter der Überschrift läuft: -> Die AfD wird zur grossen Hürde bei der Griechen-Rettung <-

Zitieren wir: "Es wird immer offensichtlicher: Griechenland kann seine Schulden nicht selbst tragen. Das müsste Konsequenzen haben - eigentlich."

Völlig absurd. Welche "Rettung"? Und warum verhindert die AfD da nun etwas? Und warum erkennt man das seit Jahren Offensichtliche jetzt erst?

Richtig ist, dass dieses Faktum, dass Griechenland seine Schulden nicht tragen kann, jedem Beobachter mit einem Intelligenz-Quotienten oberhalb einer Amöbe, seit Jahren bekannt sein konnte. Ich habe dazu während der diversen "Rettungs-Versuche" hier x-fach in diesem Tenor geschrieben. Sie wissen das als treue Leser gut.

Richtig ist, dass wir von der Regierung mit der Kanzlerin an der Spitze, über Jahre belogen wurden, was diesen Umstand angeht und uns die in Griechenland versenkten Steuermilliarden als "Rettung" und "kluge Politik" verkauft wurden. Vielleicht hatten sie ja auch Logik, um die Banken mit Steuergeld heraus zu kaufen nämlich, dann hätte die Redlichkeit aber geboten, das dem Souverän zu sagen.

Richtig ist, dass die einzige politische Kraft, die das damals politisch thematisiert hat, die "alte" AfD mit Lucke an der Spitze war. Mit der "neuen" AfD hat das weniger zu tun, die hat andere politische Prioritäten.

Und nun wird die Wirklichkeit wieder so verbogen, dass die Angst vor dieser AfD, einer "sinnvollen" Politik im Wege stehen soll. Das ist unerträglich dumm. Oder schon wieder klug, weil solche Propaganda ja immer Wirkung entfaltet, wie wir in vielen anderen Staaten auch sehen können.

Das Einzige was in einem seriösen Politbetrieb nun anstehen würde wäre, dass die Regierung zu ihren Fehlern steht und sich vor dem Souverän dafür rechtfertigt, dass sie hier über Jahre unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Volksvermögen versenkt hat.

Natürlich kann Griechenland seine Schulden nicht tragen, das war schon immer klar.
Und natürlich gehört Griechenland nicht in die Eurozone, auch das war schon immer klar.

Es ist erschreckend zu sehen, was in einer Demokratie passiert, wenn eine echte Opposition als Regulativ über Jahre fehlt, so wie das im Bundestag seit der letzten Wahl der Fall ist, wo zwei Parteien knapp an der 5% Hürde gescheitert sind. Insofern ist es von echten Demokraten nur zu begrüssen, wenn die Regierung mal "Angst" vor der Opposition haben muss und dabei ist es unerheblich, ob diese "AfD" oder anders heisst.

Hauptsache es gibt überhaupt eine Opposition, denn nur so kann Demokratie funktionieren! Es zeichnet gerade Autokraten, Sonnenkönige und Despoten aus, dass sich diese *nicht* mit einer Opposition "herumärgern" müssen, sondern ihren unermesslichen Ratschluss per Hofberichterstattung im Fernsehen auf das "dumme Volk" herab rieseln lassen.

Ich weiss, harte Worte, aber kaum etwas kann mich so wütend machen, wie die Lügen rund um den Euro, die weit stärker als eine Migrations-Million hin oder her, weiter an den Grundlagen unserer Stabilität und unseres Wohlstands knabbern.

Aber zurück zum DAX. Der Boden für so einen Verlauf ist bereitet, nun muss der DAX "nur" noch tanzen:

DAX 10.05.16

Machen wir was aus dieser taktischen Chance. Machen wir uns aber bewusst, dass es nur eine temporäre, taktische Chance ist. Im übergeordneten Bild macht es weiter Sinn, einen hohen Cash-Bestand zu besitzen und sich in der aktuellen Phase nicht zu sehr dem Markt zu exponieren.

Denn egal ob bei den Indizes oder bei den Edelmetallen, wir brauchen wohl erst eine ausgiebigere Korrektur, bevor man mit gutem Gewissen wieder auf der Long-Seite zugreifen kann.

Taktische Chancen gibt es aber immer und irgendwo ist immer ein Bullenmarkt. Man muss aber nicht jeden Monat voll investiert hohe Risiken gehen, es geht auch eine Nummer kleiner.

Ihr Hari

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Betrachtung zur Politik: Der Wahlsonntag, eine Zäsur

heute ist Wahlsonntag in Baden-Württemberg, wo ich lebe, sowie in Rheinland-Pfalz und in Sachsen-Anhalt. Noch wissen wir nicht, wie die Landtagswahlen ausgehen, doch eines steht fest: Die AfD wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit in alle drei Landesparlamente mit einem zweistelligen Prozentsatz einziehen. Das markiert eine Zäsur.

Eine Zäsur deswegen, weil die Mehrheitskonstellationen der „alten“ Bundesrepublik damit nicht mehr herstellbar sind: Eine „bürgerliche“ Mehrheit (Schwarz-Gelb) und eine Gegen-Mehrheit (Rot-Grün) zu der „bürgerlichen“ Mehrheit. Auf eine gewisse Art ersteht damit das Parteiensystem des Kaiserreichs beziehungsweise der Weimarer Republik von neuem: Drei Parteien links der Mitte, drei Parteien rechts von ihr, wobei die jeweiligen Flügelparteien der bestehenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Ordnung skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen. Das sind hier und heute die Linkspartei und die AfD; zu damaliger Zeit waren es die USPD, später die Kommunisten sowie die Konservativen, später die Deutschnationalen.

Bereits gegen Ende des Ersten Weltkriegs vereinigten sich die der Mitte zugeneigten Parteien im „Interfraktionellen Ausschuß“, einem Vorläufer von später während der Weimarer Republik realisierten Regierungsmehrheiten. Diese teils informelle Koalition von Parteien verhandelte und trug den Waffenstillstand, der den Ende des Krieges markierte, und mußte ihn gegen den gehässigen Widerstand des linken und rechten Randes verteidigen. Die Geschichte der Weimarer Republik ist eine Geschichte des Kampfs der demokratischen Mitte gegen diese Flügelparteien. Hierin, muß man befürchten, liegt eine Perspektive für die vor uns liegenden Jahre.

Man muß natürlich auch sehen, daß die Bundesrepublik hierin kein Sonderfall ist. Auch in den anderen Demokratien zeigen sich solche Segmentierungstendenzen, namentlich in den USA, wie man jetzt im Vorwahlkampf sieht. Wir leben im Zeitalter von Globalisierung und Modernisierung, und in diesem Zeitalter gibt es sowohl Gewinner als auch Verlierer, zumal in den USA mit ihrer sehr ungerechten Vermögensverteilung. Die Kandidaten Trump und Sanders finden bei den Globalisierungsverlieren viel Zulauf, so wie bei uns Linkspartei und AfD, und nicht nur bei ihnen.

Im Unterschied zu anderen europäischen Ländern ist die Bundesrepublik jedoch in einer vergleichsweise komfortablen Lage. Im Schwarzwald gibt es, wie Winfried Kretschmann im Wahlkampf sagte, in beinahe jedem Tal einen „hidden champion“, und dank der monetären Expansion der EZB können die Produkte dieser „hidden champions“ infolge des tiefen Euros preisgünstig verkauft werden - der Euro ist natürlich nicht der einzige Grund. Doch diese monetäre Expansion wird sich dem Ende zuneigen – Draghi hat ja angekündigt, dass es weitere Zinssenkungen nicht geben wird. Auch der Wachstumsimpuls aus China wird sich deutlich abschwächen, wie es die neusten Zahlen nahe legen.Paradoxerweise nützt die Politik der EZB denjenigen, die sie eigentlich gar nicht brauchen, und denjenigen, die sie brauchen, nützt die Politik wegen der strukturellen Probleme nur wenig.

Damit wird aber auch das wirtschaftliche Klima früher oder später ungemütlicher werden, die zuletzt veröffentlichten Zahlen des Ifo-Instituts deuten es an. Dann jedoch wird die materielle Basis bröckeln und dann könnte die Grundstimmung unter den Wählern sich noch mehr den extremen Parteien zuneigen. Bereits heute ist festzustellen, daß das politische Klima deutlich rauher geworden ist als noch vor einigen Jahren. Das könnte sich verschärfen.

Dabei ist der deutsche Wähler an sich sehr geduldig. Er ist ein erster Linie an einer sachgerechten Lösung der anstehenden Probleme orientiert - durch den Staat, versteht sich. Und er wird durch einen nach wie vor gemessen an anderen Ländern großzügigen Sozialstaat ruhiggestellt. Doch wir haben momentan mit der Flüchtlingskrise und der Staatsschuldenkrise zwei massive ungelöste Probleme auf dem Tapet. Man wagt nicht daran zu denken, was passierte, wenn auch noch eine globale Wirtschaftskrise dazukäme, angestoßen vielleicht in China, vielleicht in Amerika. Dann wäre der Ausgang des heutigen Wahlsonntags ein Vorbote für das, was möglicherweise noch kommt.

Eine dramatische Börsenwoche – Teil 1: Bernankes Nachfolge und die Bundestagswahl

Eine der wichtigsten Börsenwochen des Jahres hat begonnen.

Eröffnet wurde sie standesgemäß. Und zwar mit dem Paukenschlag, dass der Favorit auf die Bernanke Nachfolge Larry Summer zurück gezogen hat und das offensichtlich unter massivem öffentlichen Druck. Die Wallstreet liebt es, denn deren Favoritin ist Janet Yellen, von der man erwartet noch aggressiver auf Stimulus zu setzen, als das Bernanke schon tat. Und so finden wir logischerweise den DAX heute früh auf historischen Höchstständen oberhalb 8600 wieder.

Allerdings wird die Freude wohl nur dann andauern, wenn es Yellen dann auch wird. Wie vom Wall Street Journal kolportiert, soll Obama nach einem "dritten" Kandidaten suchen und das würde die Unsicherheit eher erhöhen, der Markt mag Unsicherheit einfach nicht.

Am Ende der Woche dräut dann auch noch die Bundestagswahl und auch diese hat es in sich, denn bedingt durch unsere Wahlrecht mit der 5-Prozent-Hürde, wird die Regierung der grössten Volkswirtschaft der Eurozone möglicherweise nur von sehr wenigen Stimmen abhängen und damit eher "ausgewürfelt", als nach dem exakten Volkswillen festgelegt werden.

Denn es gibt 3 Parteien in Form der FDP, den Piraten und der AfD, bei denen völlig unklar ist, ob sie die 5-Prozent Hürde überspringen werden. Und so lassen sich, abhängig vielleicht von nur ganz wenigen realen Stimmen, unterschiedlichste Regierungsszenarien kreieren. Gewiss ist nur eines: Sie sollten unbedingt zur Wahl gehen, denn selten war das Ergebnis so unbestimmt wie dieses mal.

Die 5 Prozent Hürde macht das möglich, die damals von den Verfassungsvätern gewählt wurde, um "Weimarer Verhältnisse" zu verhindern. Das ist auch gelungen, hat aber umgedreht die Politverdrossenheit gefördert, denn es hat die Macht der schon im Bundestag vertretenen Parteien zementiert und dauerhaft ist es nur der Öko-Bewegung durch die "Grünen" in der Geschichte der Republik gelungen, dieses Kartell der Etablierten ein einziges Mal aus eigener Kraft aufzubrechen. Die Linke kann man da nicht zählen, die hat ja ihre Wähler durch die Wiedervereinigung mitgebracht und war quasi sofort oberhalb der Schranke.

Ich persönlich würde eine Absenkung auf zum Beispiel 2-3% für demokratisch geboten halten, um im Bundestag wirklich den Volkswillen abzubilden und für ein lebendigeres Parlament zu sorgen. Mit einer Hürde von 2-3% kann man immer noch eine zu grosse Zersplitterung verhindern. Aber das ist nur meine Meinung, um unsere Demokratie lebendiger zu gestalten. Es wird kaum passieren, denn welches Interesse sollen die etablierten Parteien daran haben, die das Wahlrecht ändern müssten ?

Aber wie auch immer, die meisten der Szenarien der Bundestagswahl, werden die Märkte völlig unbeeindruckt lassen, da die aktuell im Bundestag vertretenen Parteien in ihrer Ausrichtung Richtung Europa und Aussenpolitik kaum zu unterscheiden sind. Und ob die aktuelle Koalition erhalten bleibt oder es eine grosse Koalition gibt, wird den Märkten bestenfalls ein Gähnen abringen.

Aber es gibt zwei Szenarien, über deren Folgen Sie sich im klaren sein sollten:

(1)

Falls Rot-Grün eine Mehrheit bekommt, zum Beispiel weil FDP und AfD gleichermassen an der 5-Prozent-Hürde scheitern - oder noch stärker, wenn es eine Rot-Grün-Linke Regierung gibt - sollten Sie nicht in deutschen Nebenwerten sein. Die internationalen Börsen wird das nicht weiter interessieren, im Gegenteil, den Südländern und ihren Renditen und damit dem Eurostoxx wird so ein Wahlergebnis eher gut tun, weil diese Parteien die Euro-Rettungspolitik der aktuellen Regierung monetär noch toppen wollen. Perse ist eine Rot-Grüne Regierung für die internationalen Märkte also auch eher "Schulterzucken" bzw. für Südeuropas Märkte positiv.

Aber bei der deutschen mittelständischen Exportindustrie, die man typischerweise in MDAX und SDAX wieder findet, dürfte das zu bösen Verkäufen führen. Und zwar neben der erwarteten Schwächung der Wettbewerbskraft, primär aus der von den Parteien verfolgten Vermögenssteuer heraus. Denn hier gibt es viele Familienunternehmen mit Ankeraktionären, die im Falle so einer Steuer Aktien verkaufen müssten, um die Steuer bedienen zu können und das wird der Markt sofort antizipieren. Das Musterbeispiel dieser Problematik unter den DAX Konzernen ist BMW, die Familie Quandt hält hier die Fäden in der Hand und die Börse würde die BMW Aktie in so einem Fall deshalb wohl erst einmal verkaufen und erst dann nachdenken.

(2)

Falls die AfD einen Überraschungserfolg gegen die Demoskopen Richtung 8-10% landet und - zum Beispiel weil FDP und Piraten draussen bleiben - defacto zum Zünglein an der Waage wird, könnte der einzige Fall eintreten, in dem die Bundestagswahl über den rein deutschen Aktienmarkt hinaus zu Verwerfungen führt. In diesem Fall darf man keine Aktien aus den europäischen Südländern haben und Bonds dieser Länder schon gar nicht. Die Märkte werden schnell die Frage stellen, ob sich durch die Existenz dieser Proteststimme im Parlament nicht sofort die Merkelsche "Rettungspolitik" ändert. Sich geänderten Strömungen anzupassen, darin hat die Bundeskanzlerin ja Meisterschaft entwickelt. 😉

Vordergründig würde es dann natürlich auf eine grosse Koalition hinaus laufen. Aber mit einer starken AfD im Nacken, wird entweder diese Koalition ihre Europa-Politik anpassen und schärfer deutsche Interessen vertreten. Oder es wird gar nicht zur grossen Koalition kommen, weil Merkel bewusst ist, dass die grossen Parteien dabei nur verlieren können. Wie man einen vermeintlichen Partner so umarmt, dass man ihn dann erdrückt, verdaut und ausspuckt - hat Merkel ja nicht nur mit der SPD vorgeführt, sondern eindrücklich auch an der FDP vorexerziert. Insofern werden sich die Märkte in dem Fall noch in der Wahlnacht die Frage stellen, ob wir hier eine erneute Wende der Regierungschefin ala "Energiewende" erleben, mit der sie sich der öffentlichen Stimmung anpasst. Und dieses Risiko würden die Aktienmärkte sofort in die Kurse der Aktien und Anleihen Südeuropas einpreisen. Ob es dann ein paar Wochen später tatsächlich eintritt, ist eine ganz andere Frage.

So weit meine Sicht auf die Bundestagswahl aus der Warte der Märkte. Das wahrscheinliche Szenario ist also ein grosses Gähnen und nur in den beiden obigen Szenarien sehe ich direkte Auswirkungen, die uns im Vorfeld bewusst sein sollten.

Das wichtigste Thema der Woche ist aber die FED Sitzung am Mittwoch mit der Frage des "Tapering". Dazu folgt heute noch ein zweiter Teil der Vorschau.

Ihr Hari

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Pfingsten 2013 – Die Ruhe Europas vor dem heissen Herbst

Pfingsten steht vor der Tür und leitet an den Börsen langsam die ruhigere Sommerphase ein. Die Strassen sind heute hier schon halbleer, halb Bayern flieht in vorgezogene Sommerferien. Eine Gelegenheit die ich nutzen möchte, um mit Ihnen ein paar emotionale Gedanken meinerseits zur Lage in Europa zu teilen.

100 Jahre ist nun der Sommer 1913 her. Ein Sommer, den meine Grosseltern noch als Kinder erlebt haben. Ein Sommer der oberflächlichen Ruhe und Gelassenheit, die Welt schien damals an der Oberfläche noch in Ordnung und fest gefügt. Man hätte damals meinen können, Europa sei in Bernstein gegossen, alles war wie es sein sollte - so schien es zumindest. Dabei waren unter der Decke schon all die Spannungen spürbar, die sich ein Jahr später so furchtbar entladen würden.

Ein Jahr später zerplatzte Europas alte Welt wie ein Spiegel, in den man einen Backstein geworfen hatte. Was sich anschloss, waren zwei Weltkriege, unsägliches Leid und brutaler Umbruch, an dessen Ende im wahrsten Sinne des Wortes kein Stein mehr auf dem anderen stand. Die Folgen dessen, was nach diesem letzten Sommer des alten Europas passierte, beschäftigen uns noch heute. Und niemand, absolut niemand, konnte sich 1913 vorstellen, wo die Welt schon Jahre später stehen würde.

Heute, 100 Jahre später, beschleicht mich ein ähnliches Gefühl einer unwirklichen Ruhe, so wie wenn sich der Himmel schon gelb in Erwartung des kommenden Gewitters färbt, während die Luft noch warm und ruhig wirkt.

Dieses Gefühl einer untergehenden Welt, wird auch schön von Tolkien im "Herrn der Ringe" durch die Worte "Galadriels" vermittelt. Was kein Wunder ist, denn Tolkien (1892 geboren) war ein Kind dieser Zeit, in der das alte Europa unterging : "
Die Welt ist im Wandel
Ich spüre es im Wasser.
Ich spüre es in der Erde
Ich rieche es in der Luft.
Vieles, was einst war, ist verloren, da niemand mehr lebt, der sich erinnert.

Jetzt werden Sie denken: ja spinnt denn der Hari ? Ist er jetzt zum neuen Nostradamus geworden ?

Definitiv nein. Erstens steht uns in Europa kein neuer Krieg bevor, zumindest kann ich mir das nicht vorstellen. Und zweitens bin ich sehr optimistisch, was die Entwicklung der Welt als Ganzes angeht. Die Welt ist auf einem guten Weg und es gibt keinen Grund für Weltuntergangsromantik. Machen wir doch die Menschen und ihr Wohlergehen - ihr Leben in Freiheit und Wohlstand - zum Massstab und vergleichen 1913 mit 2013. Dann sehen wir schnell, wie positiv sich diese Welt verändert hat. Und ich bin voller Optimismus, dass die Welt das weiter tun wird. Dafür sorgt schon der technologische und kulturelle Fortschritt, der gerade in Deutschland immer gerne mit Skepsis betrachtet wird, ohne den wir aber noch Leibeigene eines Landvogtes wären.

Dieses voraus geschickt, beschleicht mich beim Blick auf Europa und Deutschland aber doch das Gefühl einer untergehenden Welt, die noch an der Oberfläche verzweifelt an ihrer Normalität festhält. Man könnte dazu viel schreiben, woher dieses Gefühl kommt, ich will nur zwei aktuelle Ereignisse beispielhaft heraus greifen.

Da haben wir auf der einen Seite den französischen Staatspräsidenten, der sich - wenn man den Medien -> hier <- glauben darf - nicht zu schade ist zu behaupten: "Die Finanzkrise ist hinter uns, die Ursachen sind behoben." Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich jetzt laut lachen.

Wir haben aber natürlich auch unsere Bundeskanzlerin, mit Ihrer ebenso verfehlten Logik der "Alternativlosigkeit". Und das bei einem Kernthema der Gestaltung unserer Zukunft, wirklich DER Frage unserer Generation. Und wir haben unzählige Parteisoldaten, die einfach nachplappern und damit gedankenlos das genaue Gegenteil von dem verkünden, was 50 Jahre lang seit Adenauer unter der Überschrift "eine starke Währung ist gut für Deutschland" das Mantra jeglicher bundesdeutscher Regierungspolitik war.

Wir haben also auf der einen Seite eine Politik, die sich den realen Problemen in eine Phantasiewelt entzieht und glaubt, wenn man nur immer wieder und ausreichend das eigene Mantra beschwört, würde ja alles gut. Gerade wir Deutschen haben ja eine traurige Tradition darin, über den rational vertretbaren Punkt hinaus an einer Überzeugung fest zu halten. Ich will dafür gar nicht die Reichskanzlei bemühen, sondern Honeckers "Vorwärts immer, Rückwärts nimmer" ist doch das viel schönere und passendere Zitat dieser Scheuklappenpolitik.

Und auf der andern Seite haben wir eine unglaubliche, unter der Decke brodelnde Wut im deutschen Bürgertum. Eine Wut, die medial nicht richtig an die Oberfläche tritt, weil ihr bisher das Vehikel fehlte, um sich zu artikulieren. Und weil die Presse in "diesem unserem Lande" eben doch eine teilweise Symbiose mit der Politik eingegangen ist - alleine der dominante öffentlich-rechtliche Rundfunk sorgt schon dafür. Das ist ja kein Wunder, wenn 65 Jahre lang letztlich die gleichen Parteien die Macht im Staate inne haben.

Diese Wut zeigte sich bisher eher in Resignation und in Form von immer weiter steigenden Nichtwählerzahlen. Mit der "Alternative für Deutschland" hat diese Wut nun aber einen Katalysator bekommen. Und einen treffenden Blick auf das Brodeln unter der scheinbar ruhigen Oberfläche erlaubt beispielsweise das, was aktuell im Handelsblatt passiert ist.

Da hat das Handelsblatt ein Interview mit Bernd Lucke, dem AfD-Chef gebracht und das unter eine - nunja, etwas populistisch überspitze - Überschrift gesetzt, die die AfD in Richtung NPD rückte. Nicht unüblich im "Kostenlos-Web", in dem man um Aufmerksamkeit ringen muss, aber deswegen keine hinreiche Entschuldigung. Insofern eigentlich geschenkt und nichts Überraschendes, der Artikel als solcher war aber überwiegend in Ordnung, da habe ich schon Schlechteres gelesen.

Darauf hin brach ein "Shitstorm" von Lesern des Handelsblatts los, den man teilweise hier nachlesen kann: -> Unverschämte und dreiste Beleidigung <-. Und die Leser des Handelsblatts entstammen im Schnitt ja schon dem, was man gemeinhin "gebildetes Bürgertum" nennt.

Und es gab eine (für mich persönlich) kleinkarierte Reaktion des Handelsblatt Chefredakteurs, die man hier nachlesen kann: -> Liebe AfD Freunde <-

Wäre ich der Verleger, würde ich den Mann sofort ablösen, denn auch wenn man inhaltlich schon seiner Meinung sein kann, ist es für eine Führungskraft ein absolutes "NoGo", den eigenen, nicht völlig grundlos empörten Kunden, mit einem beleidigten "you made my day" sozusagen den virtuellen Mittelfinger entgegen zu strecken.

Warum erzähle ich Ihnen diese Anekdote ? Weil sie bezeichnend für die wirkliche Stimmung in Deutschlands Bürgertum unter der Decke der "Alternativlosigkeit" ist. Und weil sie zeigt, wie offen die Nerven schon jetzt liegen. Schauen Sie einfach, was auch in anderen seriösen Publikationen wie der FAZ von gebildeten Bürgern geschrieben wird. Die unterdrückte Wut ist gewaltig. Und diese Wut sucht ein Ventil. Und nicht die Wut ist verwerflich, sondern die, die sie in einer für unser aller Zukunft entscheidenden Frage hervor rufen, weil sie sich einer ernsthaften Beschäftigung mit der Realität verweigern.

Zur Sache wissen Sie, dass ich kein Mitglied der AfD bin und auch keines werde. Wie ich auch kein Mitglied einer anderen Partei werde. Und das ich keineswegs alles gut und richtig finde, was die AfD vertritt. Das ich es aber massiv begrüsse, dass diese vermeintliche Alternativlosigkeit nun aufgebrochen wird und wir endlich über diese entscheidende Zukunftsfrage diskutieren. Dem Eindruck es mit "Blockparteien" zu tun zu haben, konnte man manchmal wirklich haben, wenn man von allen Parteien des Bundestages diese identischen Glaubenssätze zum Thema Euro hörte - einem Thema das hochkomplex und eben keineswegs "alternativlos" ist.

Und Sie wissen, dass es für mich persönlich offensichtlich ist, dass dieser Euro - so wie er ist - eine völlige Fehlkonstruktion ist und uns ökonomisch zwangsläufig um die Ohren fliegt. Die einzige Frage ist, wann das passiert und ob wir damit geordnet umgehen, oder ob die Realität eine ungeordnete, chaotische Auflösung erzwingt. Und mit jedem Monat der "Alternativlosigkeit", wird das Risiko der ungeordneten Krise erhöht. Insofern ja, dieser Euro ist für mich der Spaltpilz an Europa. Und insofern liege ich in dieser Frage nahe an dem, was die namhaften Ökonomen, die die AfD mitgegründet haben, auch vertreten.

Möchte ich deshalb die D-Mark zurück. Nein, nicht notwendigerweise. Und Deutschtümelei und einen Rückfall in rein nationalstaatliches Denken möchte ich schon gar nicht. Gerade auch deshalb muss dieser Euro weg, weil er nationalstaatliche Egoismen und die alten Schubladen des alten Europas der Weltkriege befördert. Nein, ich möchte gerne eine starke, stabile Währung - egal wie sie heisst - und würde es sehr begrüssen, wenn es ein "Taler" eines Kern- oder Nord-Europas wäre, das kulturell besser zueinander passt und sich wirklich als echter integrierter Wirtschaftsraum vereint. Was dann zwangsläufig auch die Aufgabe nationaler Souveränität bedeutet.

Wenn ich diesen "Taler" aber nicht bekommen kann - und es spricht viel dafür, dass im aktuellen Europa so eine Entwicklung ohne einen Bruch unmöglich ist (was wieder an Frankreich liegt) - dann leben wir in Deutschland nach meiner Überzeugung mit einer neuen D-Mark weit besser. Die Schweiz macht es uns doch als Antithese vor unseren Toren vor, was von der Rhetorik des "Untergangs der deutschen Wirtschaft" in diesem Fall zu halten ist. Der Schweizer Franken ist völlig überbewertet und lastet schwer auf der schweizer Wirtschaft. Und die vergleichsweise kleine Schweiz hat viel geringere Möglichkeiten als ein Deutschland, das durch Binnenkonjunktur zu kompensieren. Und trotzdem, vergleichen Sie mal Arbeitslosenraten oder eben den Wohlstand und die Vermögen der Bevölkerung. Haben Sie das Gefühl, man lebt schlecht in der Schweiz ? Muss man noch mehr dazu sagen ?

Womit wir wieder zu diesem Gefühl kommen, das ich aktuell in mir drin habe. Dem Gefühl eine Welt zu beobachten, die sich in einer trügerischen Ruhe sonnt, bevor sich die Zukunft wild und dynamisch Bahn bricht. Das Gefühl nun ein paar Wochen des Sommers vor mir zu haben, bevor uns Krise und Chaos wieder einholen.

Denken Sie an diese Wut, die da latent im Bürgertum brodelt. Die manchmal noch als Resignation daher kommt, eine Resignation die sich aber schnell in Aggressivität wandelt, wenn sich dafür ein Katalysator bietet.

Denken Sie an die kommende Bundestagswahl. Denken Sie daran, wie die Börsen der Welt auf die Umfragen starren werden. Denn in Deutschland entscheidet sich die Zukunft des Euros. Denken Sie daran, was die Handelsprogramme der Grossfinanz machen werden, wenn die AfD in den Umfragen steigt und steigt. Denken Sie daran, wie sich dadurch das Haupt der Eurokrise wieder erhebt und wie es ausgeschlachtet werden wird, um Sündenböcke zu suchen. Denken Sie daran, wie hier im Lande die Stimmung giftig werden wird, wenn die Pfründe der vorhandenen Parteien in Gefahr geraten.

Vor uns liegt ein heisser Herbst. So viel ist sicher. Und wenn in diesem Prozess etwas schief geht, dann kann es auch einen Knacks geben, der weit über Deutschland hinaus geht. Und die weltweiten Börsen werden darauf in einer Art und Weise reagieren, gegen die die Sorgen um Griechenland ein laues Lüftchen waren. Und die Notenbanken werden versuchen, die Dosis der Medizin zu erhöhen und noch aggressiver Geld aus dem Helikopter werfen.

Der Einsatz steigt auf jeden Fall. Für uns in Europa geht es in den kommenden Monaten und Jahren ums Ganze. Und wenn überhaupt etwas alternativlos ist, dann die Zwangsläufigkeit, mit der uns die ökonomische Realität in Europa in diese Entscheidung hinein treibt. Denn die Realität lässt sich eine Zeit lang mit Plakaten nach dem Motto "Vorwärts zum x-ten Parteitag" überkleistern, irgendwann bricht sie sich aber Bahn.

Womit ich mit dem absurdesten Satz enden möchte, den ich seit langem gelesen habe:

Die Finanzkrise ist hinter uns, die Ursachen sind behoben.

Amen !

Geniessen wir deshalb diesen Sommer 2013. Wir werden die Ruhe brauchen. Der Herbst kommt mit Stürmen. Denn die Welt ist im Wandel ...

Ihr Hari

PS: Und ich beginne mit dem "Geniessen" am Pfingstmontag. Das ist ein normaler Handelstag, aber ich werde ihn überwiegend als Feiertag geniessen. Rechnen Sie also mit einer Meldung in "Hari Live", aber nicht mit einem Artikel. Am Dienstag bin ich wieder voll da. Wir sprechen uns auf jeden Fall vorher am Sonntag im Premium Bereich bei den "Sonntag Links".

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