Hari Live Stream 14.01.21

Und täglich grüsst die Liquidität ZH2

Wir sehen vorbörslich einen unveränderten und seitwärts konsolidierenden Markt, so wie das schon die ganze Woche der Fall war.

Wenn man genau hinschaut, kann man sogar einen ganz milden "Suppenteller" im Future erkennen, ich habe das eingezeichnet - bärisch ist das nicht.

Für heute Abend wird Biden mit der -> Vorstellung von Details seines Stimulus-Plans <- erwartet, der bis zu 2 Billionen $ erreichen soll und bei Aktien natürlich auf Wohlgefallen trifft, bei Anleihen aber eher zu steigenden Renditen und fallenden Kursen führt.

Vielleicht gibt es danach ja einen kleinen "Sell the News" Effekt, davor sollte die freudige Erwartung heute aber weiter für einen starken Markt sorgen. Insofern grüsst mal wieder täglich die Liquidität, denn die ist maßgeblich an diesem trotz Covid bullischen Markt beteiligt.

Space - The final Frontier ZH3

Manchmal muss man schnell sein. Gestern nachbörslich kam die Information, dass die populären ARK Investment ETFs von Cathie Wood nun wahrscheinlich auch einen ARKX auflegen, der sich um die Raumfahrt und die Eroberung des Weltraums kümmert.

In kürzester Zeit sprangen nachbörslich die wenigen echten Raumfahrtaktien wie Virgin Galactic (SPCE) oder Maxar (MAXR) markant nach oben und das um bis zu 20%. Auch heute sind vorbörslich noch rund 16% bei beiden Aktien übrig!

Ich habe es sofort gesehen und kurz nach der Geisterstunde -> hier Post 348 <- und -> hier Post 43 <- entsprechende Kommentare abgesetzt.

Denn klar war auch, dass das für OHB spannend werden würde, die einen geringen Freefloat haben, markteng sind und eigentlich in ein solches Portfolio gehören.

Das Ergebnis ist: Heute ist OHB nur deswegen rund 10% im Plus:

Dabei ist ja nicht einmal klar, ob OHB überhaupt im ETF sein wird und natürlich ist es auch nicht der noch nicht existente ETF der für die Bewegung sorgt, sondern die reine Spekulation, dass es passieren wird. Genau das zeigt aber das Problem auf, denn die gleiche "Manipulation" kann eben auch ein positiver, medialer Kommentar von Cathie Wood auslösen, der dann eine Aktie hochpusht, die gleichzeitig schon im ETF liegt.

Das zieht berechtigte Kritik auf sich, ich schreibe dazu im Nachgang ein paar Worte. Hier geht es aber zunächst darum davon zu profitieren und da ist festzuhalten dass die ARK ETFs so populär geworden sind und Cathie Woods derartig medialen "Guru-Status" erlangt hat, dass die Gelder der Wallstreet in den teilweise marktengen Titeln zu erheblichen Auswirkungen führen werden.

Gerade OHB ist dafür prädestiniert, weil an der Wallstreet grundsätzlich höhere Multiples gezahlt werden als in Deutschland und OHB dümpelt immer noch eher unbekannt vor sich hin. Würde OHB an der NASADQ notieren, wäre das P/E Multiple sicher eher 30 statt aktuell 15 und der Kurs wäre doppelt so hoch. Etwas was nun auch durch solche ETFs ausgelöst werden könnte.

Die Popularität der ARK ETFs ist auch so hoch, dass auch wenn diese Schübe rein auf Verdacht ein Übertreibungselement haben, die Existenz dieses ETFs die Bewertung des ganzen Sektors sicher verbessern wird.

Unsere Aufgabe ist es daher zunächst davon zu profitieren, was uns leicht fällt, weil der ARKX doch gar nicht der erste ETF zum Thema ist.

Da gibt es schon den -> Procure Space ETF UFO <-, der aber nie so hohe Popularität erlangt hat, was nicht mit dem Inhalt, sondern mit dem guten Marketing von ARK zu tun hat.

Wer wissen will, was potentiell im ARKX sein wird und daher hochgekauft werden wird, kann und sollte sich also mal in den -> Holdings des UFO <- tummeln.

Viele wirklich reine Raumfahrtaktien gibt es nicht und die Wichtigste ist mit SpaceX leider nicht an der Börse. So werden diese ETFs mit allerlei "vom Rand" aufgefüllt, mit Unternehmen die "auch" irgendwas mit Raumfahrt machen - mit der Betonung auf "auch".

Perversion des ETF Gedankens

Ich habe über das Thema schon mehrfach ausführlich geschrieben, ganz explizit sogar hier 2017: -> Wie ETFs den Markt verzerren <-.

Richtig durchgedrungen bin ich nach meinem Eindruck nie, man will das auch nicht lesen, zu populär ist der ETF-Gedanke und zu leicht und verlockend ist es, mit ETFs ohne großen Aufwand ganze Segmente abzudecken.

Es ist auch schwierig zu beweisen, weil Kurse werden ja immer von vielen Faktoren beeinflusst und man kann immer nur vermuten, welchen Einfluß ETFs darauf haben.

Umso schöner ist der obige Fall rund um den neuen ARKX, weil er wie im Brennglas das Problem beweist und aufzeigt. Dass eine Aktie wie SPCE mal eben um 20% steigt, nur weil man vermutet dass ein populärer ETF in diese investieren wird, zeigt die *Perversion des ETF Gedankens* auf.

Denn ETFs sind eigentlich dazu gemacht den Markt neutral nachzubilden, die Kurse der Aktien im ETF also zu dokumentieren, aber nicht überhaupt selber zu erzeugen. Diese Neutralität ist zentraler Teil des ETF-Konzeptes, diese sollten nie zu "aktiven" Investoren werden, die die Kurse erst machen.

Am konkreten Fall können wir diese Perversion nun wunderbar beobachten, eine Kritik die den ARK ETFs von Cathie Wood auch schon an anderer Stelle berechtigt entgegengeschlagen ist, weil viele der jungen Technologiewerte halt eher markteng sind.

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass der *Star*-Status von Cathie Wood wohl verdient ist. Sie macht einen guten Job, hat den Fokus auf den richtigen Themen und kommunziert dazu aktiv mit ihren Anlegern in einer Art und Weise, wie man sich das von anderen Fonds- bzw ETF-Managern immer gewünscht hat. Sie macht also einen guten Job und hat sich redlich verdient einen guten Ruf erarbeitet.

Aber .... auch das muss gesagt werden, was sie tut ist nun wahrlich nichts Neues. Sie ist nicht die Einzige die den Wert von Innovation und Wachstum für erfolgreiche Depots entdeckt hat und gezielt solche Aktien verfolgt, wir hier machen das zum Beispiel seit es Mr-Market gibt, weil es eben schon immer zentraler Teil meines Ansatzes war.

Dass sie nun so einen *Star-Status* erlangt hat, hat viel mit Marketing zu tun und das wiederum mit der außergewöhnlichen Performance der ARK ETFS und die wiederum ..... und da liegt das Problem ..... ist wie hier bei den Space-Aktien zum Teil als selbsterfüllende Prophezeihung selbst erzeugt.

Die ARK Fonds haben also nicht so ein viel besseres Händchen als alle anderen, sie machen die Kurse reflexiv auch selber, weil Ruf und Liquidität marktenge Technologie-Werte pushen!

Das kann man durchaus auch ein "Ponzi-Scheme" nennen, die Bezeichnung ist in meinen Augen hier übertrieben und zu hart, ist aber auch nicht ohne wahren Kern, den wir gerade erleben.

Ganz seriös gesehen, dürften die ETFs von ARK eigentlich in marktenge Titel gar nicht investieren, was aber wiederum den Ansatz zerstören würde, Innovation frühzeitig zu erkennen.

Wir können das nicht ändern, unser Job ist davon zu profitieren. Wir sollten aber verstehen woher diese "Wunderperformance" der ARK ETFs auch kommt und was da passiert, damit uns auch die Risiken klar sind.

Denn dieses Momentum das die Aktien so steigen lässt, funktioniert in Krisen auch in die Gegenrichtung. Dann wird es völlig egal sein, dass vielleicht eine SPCE gar nicht von der Krise betroffen ist, sie wird trotzdem in den Kurs-Boden gerammt werden - man gebe sich da keiner Illusion hin!

Im Artikel oben von 2017 hatte ich dazu wie folgt geschrieben und diese Sätze haben heute umso mehr Gültigkeit:

Wäre die ETF-Industrie ehrlich, müsste sie also die Grösse von ETFs hart begrenzen und auch das Gesamtvolumen begrenzen das in ETFs aufgenommen wird, weil man ansonsten reflexiv das Prinzip der passiven Abbildung kaputt macht. Dem steht natürlich das wirtschaftliche Interesse entgegen, deshalb wird es nicht passieren.

Wenn man sich dann vor Augen führt, dass nach aktuellen Zahlen von Moodys -> passives Investieren mittlerweile 29% des US Marktes ausmacht <-, dann muss jedem mit Verstand klar sein, dass dieses Drittel des Marktes natürlich den Markt nicht nur passiv beobachtet, sondern ihn zu einem guten Teil macht!

Sagen wir es mal klar und deutlich: Der ETF Ansatz als passiver Beobachter geht gerade am eigenen Erfolg zugrunde und wird ad absurdum geführt - mit unbekannten Folgen für Märkte und Anleger.

Beobachtung kann eben nur gelingen, wenn sie das Beobachtungsobjekt nicht beeinflusst. Mittlerweile beeinflussen und bestimmten ETFs aber zunehmend den Markt. Am Beispiel ZBRA, RAVN und ROBO habe ich beispielhaft gezeigt, wie das real ablaufen kann. Bei 29% passiver Vehikel im Markt ist klar, dass das Problem sehr grundsätzlich ist.

Die Dominanz des passiven Investierens in ETFs führt also dazu, dass der Markt seine Fähigkeit die *einzelnen* Geschäftsmodelle individuell zu bewerten wieder einbüsst. Wenn man so will, wird der Markt wieder ineffizienter.

Für uns als Anleger ist das auch Chance, denn man muss in der neuen Welt nur noch die grossen "heissen" Trends identifizieren, die mit ETFs abgefackelt werden und da aufsatteln. Es vergrössert aber auch massiv die Risiken, denn wenn in einer Krise alle ihre ETFs verkaufen wollen, wird das ein Blutbad, wie wir es noch nie gesehen haben und vor dem man sich nirgendwo verstecken kann.

Wie schnell das gehen kann, davon haben wir am 24.08.15 eine erste Vorahnung bekommen, ich bin ganz sicher, es war erst ein Anfang. ETFs unbedarften Anlegern als Mittel des "sicheren" Investierens anzudienen, ist also in Wirklichkeit das Handeln mit Gefahrengütern und früher oder später wird es den Anlegern auf die eine oder andere Art und Weise vor die Füsse fallen.

Die Flut der schönen neuen ETF-Welt hebt also *alle* Boote, so sie in ETFs vertreten sind. Und senkt alle Boote in der Krise. Vergessen wir die Macht dieses neuen Mechanismus nie, eine Macht die in den kommenden Jahren noch wachsen wird.

Weitere ARKX Kollateraleffekte ZH3

Weitere Kollateraleffekte des neuen ARKX sind heute neben den schon erwähnten MAXR und SPCE unter anderem auch zu bewundern bei:

Aerovironment (AVAV) - teilweise, es gibt auch eine interessante Übernahme die den Kurs beeinflusst:

Kratos Defense & Security (KTOS)

Loral Space & Communication (LORL)

Aktien des Tages ZH3

TSM Semiconductor (TSM)

TSM liefert die -> erwartet superben Zahlen <-, der weltgrößte Chipfertiger dokumentiert damit seine Dominanz, dokumentiert damit aber auch das "Klumpenrisiko" das sich die westliche Welt schafft, wenn sie alle Fertigungsaktivitäten bei diesen wenigen Produzenten wie TSM (Taiwan) oder Samsung (Korea) konzentrieren würde:

Maxar Technologies (MAXR)

Warum wissen wir 😀

Acacia Communications (ACIA)

Hier ist der blaue Kreis im Chart sehr wichtig, ohne würde man es kaum sehen. Grund ist die -> Übernahme durch Cisco (CSCO) <-

Was man auch im Chart sieht ist, dass die Nachricht schon vorher gesickert ist und erwartet wurde, ein Fall für die SEC?

Crispr Therapeutics (CRSP)

Sunpower (SPWR)

Was für eine rhythmische Bewegung seit September!

Kann man kaufen / Allianz / ZH3 ZH4 ZH5

Mal ganz was Langweiliges. Auch das gehört dazu und bildet die Basis von Investment-Depots.

Hier die Allianz als Beispiel für *kann* man kaufen, muss nicht, aber nichts spricht so richtig dagegen.

Kann man aus Sicht von ZH3 kaufen:

Kann man aus Sicht von ZH4 kaufen:

Kann man aus Sicht von ZH5 kaufen, sie müssen sich nur Covid als Anomalie wegdenken und sie bekommen eine wunderbar schaukelnde Aufwärtsbewegung:

Und kann man aus Sicht der Dividende sowieso kaufen.

Der Dollar an der Wegscheide EURUSD ZH3

Bei EURUSD steht heute eine Wegscheide an, bei der Bidens Bekanntgabe der Details des Stimulus wahrscheinlich richtungsweisend ist.

Im Sinne der Trendfolge ist eine Auflösung nach oben marginal zu präferieren, sehr groß ist diese Präferenz aber nicht, beides ist gut denkbar und die Reaktion auf den Stimulus könnte den Unterschied machen:

Wird der Me(ä)rz kommen? / UNFI / ZH4

Der SPX eiert vor sich hin, aber der Index sagt wenig aus und das Bild ist weiter extrem heterogen und ein "Stockpicker-Markt":

Die Indizes erzählen schon dehalb nur einen Teil der Geschichte, weil es jede Menge starke Rebounds und Setups bei kleineren Aktien gibt, nicht nur bei Space, sondern in vielen Sektoren mit Nachholpotential.

Hier ist mit United Natural Foods (UNFI) so ein Beispiel, wie es sie derzeit viele im Markt gibt:

Es ist leicht zu sagen, dass der Markt eine Pause braucht und zunehmend korrekturreif ist, ja das ist er. Es ist aber schwer so ein Momentum zu brechen, weswegen es auch durchaus noch ein paar Wochen hochgehen kann, bevor dann unvermeidlich eine schärfere Entladung einsetzt.

Eine Entladung, die wie der erste Schnee natürlich trotzdem bei vielen "völlig unverhofft" kommen wird, damit konnte man ja nicht rechnen. 😛 Ich hoffe sie gehören dann nicht dazu, meine Projektionen kennen sie seit Wochen.

Heute haben wir wie gesagt mit Bidens Ankündigung seines Stimulus-Pakets eine Wegscheide, die je nach Inhalt zu einem Sell-the-News Effekt führen könnte.

Weniger marktrelevant, aber für uns als Bürger Deutschlands bedeutend ist aber, was in der CDU am Samstag passiert, wenn die Partei einen neuen Vorsitzenden wählt.

Ich rechne mit Laschet, das "Establishment" hat sich deutlichst positioniert und im Hintergrund sind auch sicher diverse Absprachen getroffen worden. Ich vermute dass auch Röttgen ein Angebot hat, um die Stimmen des Aussenseiters in einer möglichen Stichwahl Laschet zukommen zu lassen.

Vielleicht hat es seitens Laschet sogar eine Absprache und Rollenverteilung mit Söder gegeben, der zuletzt erstaunlich freundlich gegenüber Laschet kommuniziert hat.

Das Partei-Establishment rund um Merkel will eindeutig den Aussenseiter Merz nicht und ich rechne daher auch eher nicht damit, dass der Merz kommt, der März schon, der dauert aber noch.

Dabei hilft, dass es innerparteilich derzeit nicht die großen Konflikte gibt, die ein Außenseiter an der Basis als personfizierte Alternative nutzen könnte. Die Pandemie sediert die Partei ein wenig, das nutzt eher Laschet denn einem Außenseiter.

Und ganz ehrlich, so wenig ich von Laschet halte, so wenig halte ich auch von der Führungsfähigkeit von Merz. Er hatte seine große Chance gegen eine schwache AKK und hat diese versiebt, ich vermute übermorgen ist das Kapitel Merz für die CDU abgeschlossen und wenn er es doch wird, bin ich wirklich und ehrlich überrascht - dann hätten wir eine völlig offene Lage mit großer Spannung.

Es wäre so überraschend, weil es einem Aufstand der Parteibasis gleichkäme, die Merz wohl favorisiert. Genau dafür ist die CDU aber nicht bekannt, die auch immer genügend Pöstchen hat, um wackelige Funktionäre ruhig zu stellen.

Aber wie auch immer, für uns als Bürger ist das wichtig, weil damit die Kanzlerfrage indirekt entschieden wird, für die Börsen ist das ein Nebenthema, weil deutsches Geld keine wirkliche Relevanz im Markt hat.

Ich schließe diese Schreibwoche damit, wir lesen uns wie immer am Sonntag mit dem Wochenausblick zur KW3, in der Biden dann Präsident wird.

Machen sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 16.12.20

Auf und nieder immer wieder ZH2

So macht es auch der Markt, mit überwiegender Tendenz nach oben. Und das ist auch was wir heute im Future vor der FED sehen:

Der Markt reagiert wieder positiv auf die Banane des Stimulus Deal, aus den Verhandlung in Washington kommen positive Signale, aber das kennt man zu Genüge und bedeutet nicht viel.

Dann ist heute Abend wieder die FED mit Powell am Mikrofon, da ist aber nichts wirklich Neues zu erwarten. Trotzdem ist die FED in der Regel ein positiver Faktor für den Markt.

Wir wissen dass der Markt gerne "Buy the Rumor" und dann "Sell the News" macht, was hier vor allem für den Stimulus-Deal gilt. Und die beiden Events - FED und Stimulus - sind auch die beiden letzten für mich sichtbaren "Bananen" vor dem Jahreswechsel.

Sobald beide abgewickelt sind, steigt das Risiko einer kleinen "Sell the News" Reaktion und können wir davon ausgehen, dass das Börsenjahr faktisch abgeschlossen ist - mehr sollte dann niemand mehr ernsthaft erwarten.

Sollte es in den nächsten Tagen in Folge einer positiven Nachricht aus Washington einen kleinen Schub hoch Richtung 3.800 im SPX geben, kann man den wohl nutzen, um zum Jahreswechsel Gewinne mitzunehmen und das Exposure zu verringern.

Vroom, Vroom, Vroom (VRM) ZH3

Über die Aktie bin ich gestern bei Scans gestolpert. Ein -> Online Auto Händler <- und IPO von Juni.

Rechte Schulter und dann Vroom, Vroom voraus?

Zum Thema "Vroom" übrigens gut gemachter Film. "Boys with Toys" sozusagen. 😛

Rückversicherer Münchener Rück und Swiss Re ZH3

Die RÜckversicherer hatte ich -> vor 2 Wochen hier <- schon mit ihrer bullischen Ausgangslage.

Es hat diese 2 Wochen gedauert, aber nun scheinen die Aktien "reif" zu sein:

Aktien des Tages ZH3

Ich wurde durch das Chaos, das E.ON bei einem Transfer des Stromvertrages auf "Lichtblick" angerichtet hat - dem ich widersprochen habe - etwas abgehalten. Wirklich lustig, im EDV Zeitalter ist mein Vertrag im "Nirvana". Keiner bucht ab, zu keinem gehöre ich. Na denn. 😛

Shopify (SHOP)

Chipotle Mexixan Grill (CMG)

Biomarin Pharmaceuticals (BMRN)

Workday (WDAY)

WDAY bringt sich in Stellung ....

Service Now (NOW)

Faszinierende Stabilität

Versicherer Zurich (ZURN) und Allianz (ALV) ZH3

Nicht nur die Rückversicherer, auch die Versicherer wie Zurich (ZURN) oder Allianz (ALV) geben heute bullische Signale.

Schauen sie zum Beispiel mal wie perfekt bei ZURN hier eine Flagge nach oben aufgelöst wurde, da passt alles, inklusive Volumen:

Der Bayer (BAYN) Reversal-Trade ZH3

Was immer man von Bayer und Herrn Baumann halten will - sie wissen ich von Letzterem nicht viel - das hier sieht nun nach einem sauberen Reversal-Trade bei Bayer aus, der Gapfill ist hier als Minimum drin:

Deutsche Post (DPW) und DAX ZH3

Und die Deutsche Post (DPW) habe ich noch mit einem markanten Schub, wie wir ihn oben auch bei den Rückversicherern, Versicherern und Bayer gesehen haben:

Das fällt auf und umso aufmerksamer sehe ich daher auch, dass auch der DAX einen Ausbruch zeigt:

Das lässt aufhorchen und spricht dafür, dass institutionelles Geld breit in die Blue-Chips Deutschlands geht - weitere Gewinne in diesen Aktien haben von hier gute Chancen.

Was gleich kommt

Die FED kommt gleich um 20 Uhr, nachzulesen dann um exakt 20:00 MEZ plus ein paar Sekunden Serverlaufzeit hier:
-> FOMC Statement 16.12.20 20:00 MEZ <-

Der Inhalt ist sehr berechenbar und sollte keine Überraschung bieten. Charlie Bilello hat sich gestern hier unter dem Titel -> Tomorrow´s News Today <- den Spaß gemacht aufzuschreiben, was heute kommt. 😛

Schauen wir mal, ob der Mann eine Zeitmaschine hat:

BREAKING: FED HOLDS SHORT-TERM INTEREST RATES AT 0%. POWELL SAYS THERE IS NO INFLATION, PROMISES TO KEEP BUYING BONDS UNTIL ALL YIELDS ARE NEGATIVE.

Ich warte das Statement noch ab, melde mich noch einmal kurz danach, dann lasse ich sie mit Powell alleine, falls sie ihm in der Pressekonferenz folgen wollen. Ich nicht. 😉

FED: Ah ja, so so 😛

-> Wie überraschend: <-

Fed Updates Plans for Bond Buying, But Makes No Changes to Asset Purchases
Most central bank officials projected interest rates will remain near zero for at least three years

Nun gut, der Markt gähnt auch, das ist der SPY Intraday:

Für ein FED-Statement ist das gar nichts und nicht von normalen Tages-Schwankungen zu unterscheiden.

Morgen ist mein letzter Arbeitstag vor den Ferien. Am Vormittag kommt ein kurzer Ausblick zum Jahreswechsel, am Nachmittag der Stream. Dann gehe ich Zimsterne essen und meinen Luxuskörper auf dem Sofa wälzen. 😛

Ich schliesse damit, machen sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 12.05.20



15:25 MEZ - ZH2

Wenn wir auf den Future der letzten Wochen schauen, sehen wir ganz oft Schwäche über Nacht, die dann zur Wallstreet wieder gekauft wird.

Auch diese Nacht war das wieder so, nur haben die Käufer nicht mal bis zur Handelseröffnung gewartet. 😉

Ansonsten gibt es in meinen Augen nichts grundlegend Neues zu kommunizieren, die Grundfragen sind x-fach thematisiert, eingeordnet und unverändert gültig:

15:55 MEZ - ZH5

E.ON hat -> überzeugend geliefert <- und wird mit 3% Plus belohnt.

Ich hatte ihnen schon vor Monaten diese Seitwärtsbewegung gezeigt, der Ausbruch wurde durch Covid abgewürgt, mehr ist aber auch nicht passiert, insofern setzt sich die Bewegung einfach fort.

E.ON betrachte ich wie RWE langfristig für interessant im Sinne eines soliden Investments, Wunderdinge sollte man hier aber nicht erwarten.

16:05 MEZ - ZH3

Die Allianz -> enttäuscht leicht <-, die Folgen des Virus sind doch größer als gedacht.

Das passt aber zu meinem gestern beschriebenen Erleben bei AXA in Sachen Reiserücktritt, es dürften durch Covid doch auf allen Ebenen Versicherungsfälle generiert werden:

Im Schaden-Unfall-Geschäft sank der operative Gewinn um knapp 30 Prozent auf 1,032 Milliarden Euro. "Covid-19 hat die Betriebsbedingungen in unserem Geschäftsbereich Schaden- und Unfallversicherung erschwert", sagte Finanzvorstand Giulio Terzariol. Die Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich um 4,1 Prozentpunkte auf 97,8 Prozent. Die Kennziffer setzt Aufwendungen für Versicherungsbetrieb und -leistungen ins Verhältnis zum Prämienaufkommen. Je niedriger die Quote, desto profitabler arbeitet eine Versicherung.

Das ist aber letztlich nicht tragisch, am Ende sind die Versicherungsgesellschaften da stabil und haben ihr Geschäft im Griff. Das Fragezeichen bei Allianz kommt auch aus einer anderen Ecke, denn die ist mit vielen Übernahmen ja massiv im Asset-Manager Geschäft und insofern direkt von den Kapitalmärkten abhängig. Sollten die noch einmal abschmieren, wird es auch die Allianz deutlich treffen.

Das reine Versicherungspapier ist die Allianz eben nicht mehr, wer das sucht schaut eher bei anderen Versicherungen vorbei.

Das Chart sieht recht gefährlich und nach Abkippen aus, allerdings ist auch vor wenigen Tagen der Dividendenabschlag eingearbeitet, weswegen das Bild etwas ins Negative verzerrt ist:

16:20 MEZ - ZH3

Zur Deutschen Post hatte ich mich ja schon verschiedentlich positiv geäussert, so auch -> hier im Stream vom 27.04.20 um 15:56 MEZ <-

Der erste Ausbruchsversuch aus der Seitwärtskonsolidierung wurde abgewürgt, nun haben wir -> gute Zahlen <- und einen zweiten Versuch, der nun sehr gute Chancen hat, sich nach oben fortzusetzen:

16:40 MEZ - ZH3

Sie wollen mal eine Parabola sehen? Rein anekdotisch will ich ihnen Datadog (DDOG) zeigen.

Ich habe die Bewegung aber auch zu spät und erst kurz vor den Zahlen gesehen und kaufe mich in solche Bewegungen erst nach der nächsten Konsolidierung ein und vor Zahlen schon gar nicht.

Der massive Schub heute ist Folge der -> Zahlen gestern <-:

DDOG war ein IPO des letzten Herbst, ein Grund mehr auch dieses Jahr nach IPOs Ausschau zu halten. Das Kerngeschäft ist das Monitoring einer Cloud-Infrastructure und insofern profitiert DDOG direkt mit dem Boom des Cloud-Geschäfts. Auch Covid lässt das Geschäft weiter boomen, weil eben cloudbasierte Services aller Art boomen und insofern profitiert DDOG indirekt auch vom Virus. Der Schub in dieser Stärke basiert aber vor allem auf überraschend hoher Profitabilität, die durch die Zahlen sichtbar wurde.

Ich habe zu dieser Struktur derzeit keine Meinung, das Risiko eines Rücksetzers ist hoch. Nach dem nächsten Rücksetzer ist die Aktie aber einen Blick wert.

16:55 MEZ - ZH3

Zu den größten Gewinnern des heutigen Tages gehört Vodafone (VOD), die durch einen -> plötzlichen Wachstumsschub <- wie wachgeküsst wirken.

Etwaige Hoffnungen auf eine grundlegende Wende wurden zuletzt immer enttäuscht, aber zumindest möglich erscheint ein Wendegeschehen hier nun zweifelsfrei:

17:15 MEZ

Lesenswert hier von Christian Kirchner zu DWS und Union Investment und wie sie in Wirecard "Investiert" haben:

-> Wie DWS und Union bei Wirecard scheiterten <-

Es geht in dem Artikel weniger um Wirecard, das ist nur der Katalysator der es an den Tag bringt, sondern um den Investmentprozess, den man als Kunde teuer bezahlt.

Und wenn ich solches Geschwurbel zu "nachhaltiger Geldanlage" lese, kann ich mich sowieso vor Lachen kaum noch halten.

„Nachhaltige Geldanlage ist mehr als der Ausschluss von Unternehmen, sondern fußt auf ganzheitlichen Entscheidungen. Bei Union Investment verfolgen wir einen integrierten Ansatz, der nachhaltige mit fundamentalen Gesichtspunkten vereint."

Na das würde ich bei einer Reihe von Unternehmen mal gerne konkret erklärt haben, diese "nachhaltigen" Gesichtspunkte. Ist jetzt zB Genmanipulation "nachhaltig"? Da bin ich echt auf die Argumentation gespannt. 😛

Bei solcher Präzision der Aussage, fällt mir doch gleich Loriot wieder ein:

"Im liberalen Sinne heisst liberal nicht nur liberal"

Diese ganzen "ethischen" Anlage-Konzepte sind in meinen Augen nichts als Augenwischerei, mit der man dumme Anleger ködert, die sich wie in einem Ablaßhandel reinwaschen wollen. Oder mit denen man Macht hinter einer Fassade des "Gutseins" ausübt.

Denn wenn eine Notenbank nur noch nach "nachhaltigen" Gesichtspunkten Anleihen kaufen soll, hat der die Macht, der definiert was "nachhaltig" ist und was nicht. Für objektiv kann man solche Kategorisierungen nämlich nur als Ideologe oder Minderbemittelter halten, sie sind vielmehr primär politischer Natur und dem Zeitgeist geschuldet.

Echte ethische Fragen sind voller moralischer Dilemmata, die sich solchem mechanistischem Denken verschliessen, sondern echte Abwägungen erfordern, die keine klare Antwort besitzen. Wie die Frage nach der Erlaubnis von Sterbehilfe zum Beispiel. Das zeichnet ethische Fragen ja gerade aus, etwas in Gut und Böse teilen kann jedes Kleinkind und hat mit Ethik rein gar nichts zu tun.

17:40 MEZ - ZH3

AbbVie (AABV) bekommt -> positive Analystenkommentare <- und marschiert heute 4% nach oben.

Ich hatte Ihnen ABBV -> letzten Mittwoch um 17:30 MEZ <- empfohlen, als die Allergan-Übernahme endlich abgeschlossen war.

Nun haben wir dieses Chart im Daily und ich bin weiter optimistisch:

17:55 MEZ - ZH3

Ich hatte gerade einen Kommentar im Forum, dessen Antwort ich hier einstelle, weil das für viele wichtig sein könnte.

Ich habe oben ja über die "Parabola" von DDOG gesprochen. Dem wurde der Ausbruch von Fastly (FSLY) gegenüber gestellt und mir ist wichtig klarzumachen, dass das zwei *komplett verschiedene Szenarien* sind!

Hier ist Fastly, das ist *keine* Parabola, das ist ein fast klassischer *erster Volumenschub*, der läuft oft noch lange so weiter, weswegen ich ihnen diese Art von Trade (nicht den konkret) auch immer wieder empfohlen habe.

Eine Parabola ist dagegen eine langsame Steigerung der Steigung, bis es am Ende der Parabola fast nur noch nach oben geht. DDOG hat so etwas, FSLY nicht.

Ich denke der Unterschied ist überdeutlich. Bei DDOG ist der Volumenanstieg *im späteren Verlauf*, wenn alle herein rennen und der Kurs senkrecht steigt. Das erhöht die Risiken eines Reversals zunehmend. DDOG kann zwar durchaus weitersteigen, eine abgeschossene Kanonenkugel tut das auch. Ein baldiger, scharfer Aberkauf durch Gewinnmitnahmen, ist nun aber mit steigender Wahrscheinlichkeit zu erwarten.

Bei FSLY kommt der Volumensschub dagegen *am Anfang*, bei der großen Überraschung, die die Aktie erweckt. Ein komplett anderes Szenario mit einem ungleich besseren CRV, wenn man direkt beim ersten Schub reagiert - was ja bei FSLY auch schon bewiesen wurde.

18:10 MEZ - ZH1

Nichts zu sehen hier! Weitergehen, weitergehen!

Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Bayern gegen die Bären


Tja; ich wage es nochmal. Ein Depot für 2020 zu veröffentlichen; außerhalb der Spielregeln von Hari. Schau mer mal was dabei herauskommt.

Leon hatte ja einen schönen Beitrag zur Analogie von Börse und Sport geschrieben. Hat mir gut gefallen! Und ein wenig davon motiviert, will ich deshalb „Mein Dreamteam“ für 2020 zusammenstellen. Als jugendlicher –gar nicht mal so schlechter – Fußballer liegt es daher nahe, dass ich mir für „mein Depot 2020“ eine Fußballmannschaft zusammenstelle. Möglicherweise auch gar keine so schlechte Idee. So eine Mannschaft aus erfahrenen Profis, ein paar schon bekannten Talenten und ein paar „unentdeckten Wilden“ könnte genau die richtige Mischung sein.

Und darauf kommt es mir an. Denn: auch 2020 werden wir wieder gegen das Team der Bären spielen! Eine wilde Truppe. Meist in der Defensive. Wenig konstruktives Spiel und selten im Angriff. Und dafür bekannt, dass sie oft das versteckte Foulspiel in Perfektion beherrschen.

Und gegen die will ich mit meiner Mannschaft antreten! Aber nicht mit irgendeiner Mannschaft, sondern mit einer Besondern. Meine Mannschaft kommt – wie ich – aus Bayern. Bavaria first! 😉 Und wir haben nur ein Ziel: die Bären schlagen! Und das nicht wenig….

Das ist auch der Grund, warum es letzte Woche sehr wenig zu lesen gab von mir. Ich war auf Talentsuche!

Gar nicht so einfach. Aus jedem Regierungsbezirk sollte ein Spieler dabei sein. Schwierig auch deshalb, weil es scheinbar sowas wie eine „Münchner Mafia“ in Bayern gibt. Unglaublich viele ältere Spieler darunter! Ob es die nochmal bringen, wenn sie 2020 für ein ganzes Jahr durchspielen müssten?

Kurze Rede, langer Sinn: ich habe mit Siemens, BMW und Münchener Rück gesprochen (Infineon ging nicht ans Telefon), und ihnen mitgeteilt, dass von „den Alten“ vermutlich nur „der Dicke“, die Allianz mit in die Auswahl kommt. Ich brauche den unbedingt im Tor! Da hoffe ich schon rein "vom Gewicht her", dass der „keinen reinlässt“. Richtig laufen kann er nicht und einen Sprint schafft er auch nur auf kurze Distanz. Deshalb rein ins Tor; der ist schon mal gesetzt. Allianz, meine "Katze von Anzing".

Bleiben wir aber noch ein wenig in Oberbayern und auch in München. Positiv aufgefallen sind mir da noch Morphosys aus Martinsried, Süss Microtec aus Garching, Stemmer Imaging aus Puchheim, Steico aus Feldkirchen und Mensch und Maschine aus Wessling. Aber auch die folgenden Münchner Talente nehme ich mit in die erste Auswahl: Cancom, Schaltbau, MTU Aero Engines, Atoss Software und Siltronic.

Auch in Franken wurde ich fündig. Für den Fall, dass unsere Trikots gesponsert werden und es in der Halbzeit was Ordentliches zum Trinken gibt, habe ich Adidas aus Herzogenaurach signalisiert, dass „gute Chancen bestehen, dabei zu sein. Einen Versprecher gabs dann trotzdem im Gespräch; habe sie einmal mit Puma angesprochen, als es um die Getränke ging 😉 ....

In Bayreuth (Oberfranken) hat ein Jungstar ein paar ordentliche Spiele abgeliefert. Bin mir noch nicht ganz sicher, aber habe 7C Solarparken nun mitgeteilt, dass sie unter Beobachtung stehen. Würzburg (Unterfranken) hat nicht nur eine schöne Residenz, eine wunderschöne Altstadt und sehr guten Wein. Dort spielt sich seit einiger Zeit Va-Q-Tec warm und bisweilen schwindelig. Sehr talentiert! Auch ihn nehme ich mal in die erste Auswahl. Und was mich freut: auch in meiner Uni-und Siemensstadt Erlangen (Mittelfranken) habe ich jemanden gefunden: Siemens Healthineers.

Schwieriger wurde es dann schon in meiner Heimat, der Oberpfalz. Grammer, Nabaltec und Mühlbauer musste ich leider absagen. Handwerklich zwar sehr gut, aber 2020 ist – glaube ich – noch etwas zu früh für sie. Mir scheint, da fehlt noch etwas Kondition und auch im Drippling verlieren sie noch zu oft den Ball. Etwas gereifter und sicherer am Ball erscheint mir da Krones aus Neutraubling. Er hatte etwas Pech in der letzten Saison und wurde in einem Freundschaftsspiel böse von Trump, einem bekannten amerikanischen Rowdy gefoult. Krones gefällt mir aber wieder recht gut; auch wie er in letzter Zeit wieder öfter lange Pässe schlägt.

Und aus Schwaben, genauer aus Augsburg hole ich mir noch ein eher stilles Talent: Patrizia.

Jetzt kommt eine schwierige Zeit für alle Beteiligten. Die Jungs wissen was auf dem Spiel steht; sie stehen ab sofort unter strenger Beobachtung. Nix Party, nix Disco; ein Patzer und sie sind weg; da kenn ich nix! 😉 .

Denn nur 13 Spieler werden es in meine Mannschaft schaffen! Und sie haben nur noch 2 Wochen, um mich zu überzeugen. Dann fällt die endgültige Auswahl. Und nur 9 Spieler werden den Anpfiff erleben! 4 sitzen auf der Ersatzbank und warten auf ihren Einsatz. Sehr wahrscheinlich, dass ich sie ins Spiel bringe. Schnell ist mal einer erschöpft oder bekommt Wadenkrämpfe. Und dann immer die Gefahr, dass ein Spieler von einem Bären böse gefoult wird. Da will ich nix riskieren. Ohne eine sichere Bank ist ein Spiel gegen die Bären verloren.

Sie fragen sich jetzt vielleicht, warum meine Mannschaft nur 9 Spieler hat? Das will ich Ihnen erklären, wenn ich in 2 Wochen die endgültige Nominierung meines Teams und die Spielregeln bekannt gebe.

Euer
Johann

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Perfekt dass es schmerzt



Guten Morgen!

Gestern hatten wir eine FED die nichts geändert hat und einen Markt der zögerte und nach tagelanger Rally eine Pause braucht.

Kurzfristig mit Blick auf die kommenden Tage und Wochen, erscheint mit der folgende Ablauf nun die höchste Wahrscheinlichkeit zu haben:

Wir sehen wie wunderbar der SPX nach dem Gap-Up von Mittwoch die oberen Begrenzung der schon vorgestern gezeichneten Widerstandszone erreicht hat.

Wir sehen gestern auch den "Inside Day", was bedeutet dass die Kerze von gestern innerhalb der Bandbreite der Kerze von vorgestern liegt - etwas was Unentschlossenheit ausdrückt.

Wir sehen auch das Gap von Mittwoch früh das da noch lauert.

Wir wissen, dass übernächste Woche die Thanksgiving-Woche ist, in der der Markt fast immer Stärke zeigt, die kommende Woche wäre also ideal für etwas Schwäche.

Und wir sehen, dass so ein Retracement mit Gapfill eine iSKS Formation bilden würde, die dann zum Jahresende bis 3.000 führt. Der rechnerische "Measured Move" beträgt 2.815+(2.815-2.604)=3.026 - welche Überraschung. 😉

Das passt alles so perfekt zusammen dass es schmerzt.

Und damit sind wir auch bei dem, was dagegen spricht. Urban Carmel zeigt es -> hier <- in einem Chart:

Und ich kann das auch empirisch bestätigen, bei praktisch allen von mir respektierten Marktteilnehmern, bei denen ich mitlese, lese ich große oder kleine Skepsis, aber in jedem Fall Skepsis gegenüber der aktuellen Rally.

Und das ist natürlich bullisch. Ein Markt der korrigiert hat, in dem die Marktteilnehmer immer noch so skeptisch sind, ist ein Markt dessen einfachster Pfad nach oben heraus geht.

Insofern rechne ich mit dem obigen Verlauf, bin aber offen dafür, dass dieses Retracement viel kleiner wird oder sogar ausfällt.

Wichtig ist aber auch hier daran zu erinnern, dass die obigen Aussagen ein Ausblick auf die kommenden Tage und Wochen sind. Im großen Bild ist die Skepsis berechtigt, die Jury hat noch kein Urteil gefällt, ob der Markt hier nicht doch eine große Topbildung bildet, die sich dann in 2019 in einer Rezession und einem Bärenmarkt zeigen wird.

Das sinnvollste Kriterium das einzuschätzen ist für uns der Markt selber und zwar die Stärke dieses Rebound. Wenn der wirklich zu neuen Hochs über 3.000 führt, ist das Risiko erst einmal vom Tisch, wenn neue Hochs in 2018 aber nicht mehr drin sind, droht eine grössere Topbildung:

Das ist die Gemengelage, die ich in dieser Form nun schon seit einiger Zeit kommuniziere, wie haben eine gute Chance einer Rally zum Jahresende, haben aber auch ein Fragezeichen über dem großen Bild.

Und ich denke es sind genau diese Fragezeichen über dem großen Bild, die den Markt so skeptisch machen und die Bären so hoffnungsvoll, nur ist auch hier wieder der Zeithorizont das kritische Element. Denn es kann sehr wohl beides richtig sein, wir können an einer großen Topnbildung arbeiten und trotzdem in den kommenden Wochen weiter nach oben ziehen.

Im DAX sehen wir übrigens, wie die relative Schwäche andauert. Während der SPY im Vergleich zu den Zwischenhochs von Oktober gelaufen ist, was der blauen Linie entspricht, hängt der DAX deutlich schlapper darunter in den Seilen:

Für den DAX ist eine bärische Skepsis also weiter gerechtfertigt, es gibt hier nichts, was für mich klar bullische Signale senden würde.

An Einzelaktien -> liefert Allianz einen guten Ausblick <-. Sie erinnern sich ja sicher, dass ich Anfang Oktober in -> Arbeitsmarkttag <- begründet habe, warum mich im wandelnden Zinsumfeld nun die Versicherer wieder interessieren.

Wunderdinge darf man im negativen deutschen Marktumfeld hier nicht erwarten, aber im Gegensatz zu vielen gruseligen Charts deutscher Aktien, zeigt die Allianz hier doch eine ganz ansehnliche Konsolidierungsstruktur:

So weit an diesem Morgen, jetzt schauen wir mal, ob der Markt uns den Gefallen tut und genau hier wirklich zum Retracement ansetzt. Die ersten Signale deuten darauf hin.

Machen Sie es gut, bis zum Stream!

Ihr Hari

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3 Die ersten Schritte



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… immer noch aus dem Leben vor Mr. Market

Wie beim letzten Mal beschrieben lagen nun einige Allianz-Aktien und ein DAX-ETF im Depot - der erste Schritt hin zum großen Reichtum war gemacht. 😉

Anders als bei allem vorher von mir in Form von Sparbüchern, Festgeldkonten, Zinswachstum-Modellen und Sparbriefen angelegten Geld existierte nun das erste Mal die konkrete Möglichkeit Geld zu verlieren. Das war ungewohnt und fühlte sich gar nicht mal so gut an. Und es geschahen zwei Dinge, mit denen ich vorher überhaupt nicht gerechnet hatte.

Im Angesicht des Risikos

Ich begann täglich mehrfach die Kurse zu prüfen, teilweise sogar alle paar Minuten. War der Kurs der Allianz gestiegen? Was machte der DAX? Eigentlich total bescheuert, denn was sollte schon Großartiges geschehen, dass sich die Kurse in so kurzen Zeitintervallen nennenswert verändern?

Der Gebert-Indikator wurde einmal wöchentlich ermittelt und ausschließlich daraus sollten sich Kauf- bzw. Verkaufsentscheidungen ableiten. Für die Allianz-Aktien hatte ich einen Stopp Loss hinterlegt, also bestand da eigentlich auch kein Handlungsbedarf.

Aber dennoch konnte ich es nicht sein lassen und rief schon wieder die aktuellen Kurse ab. Offensichtlich war ich nicht so gelassen und entspannt, wie ich das gerne gewesen wäre und eigentlich auch gedacht hatte es zu sein.

Zusätzlich stellte ich fest, dass die Kurse meine Stimmung beeinflussten. Steigende Kurse fühlten sich gut an, die Depoteinträge waren grün und wuchsen - Börse machte Spaß und ich hatte alles im Griff.

Ging es abwärts, tat alleine schon das Wissen um den geschrumpften Buchgewinn weh und wenn der Kurs unter den Einstiegspreis sank begab sich meine Laune in den Sinkflug. Häufig gesellte sich noch ein Schuss Hilflosigkeit dazu. Keine schöne Mischung.

Diese emotionalen Auswirkungen trafen mich völlig unvorbereitet. All das kannte ich vom Sparbuch nicht, das war so langweilig und zuverlässig, wie sollte man da in Wallung geraten?

Mit Aktien sah das anders aus und ich wußte nicht so recht, was ich damit anfangen und wie ich damit umgehen sollte.

Da ich vermeiden wollte, dass die so entstandene schlechte Laune Auswirkung auf die Familie hat, versuchte ich diese Emotionen zu verdrängen bzw. zu unterdrücken, leider nicht immer von Erfolg gekrönt. Bis heute fehlt mir ein gutes Rezept für den Umgang damit. Es hat für mich eine gewisse Ähnlichkeit mit Tagen, bei denen es auf der Arbeit nicht läuft - ich für meinen Teil nehme das leider zu häufig mit Heim.

Die Kursentwicklung des DAX sah für den Zeitraum Frühjahr 2014 bis Frühjahr 2015 übrigens so aus:

Man kann vermutlich ganz gut erkennen, in welchen Phasen ich welche Laune hatte. Durch die beiden Käufe im Juni und Oktober (blaue Pfeile) war ich dann Anfang 2015 ein wenig im Plus und verkaufte (roter Pfeil) - der große grüne Smiley hat sich für mich leider nicht realisiert, da ich nicht mehr dabei war.

Mit meinem heutigen Wissen über Chartmuster hätte ich vielleicht mit dem Verkauf noch ein bisschen länger gewartet, denn diese Formation hat schließlich eine nicht zu leugnende Ähnlichkeit mit einer inversen Schulter-Kopf-Schulter:

Und wenige Tage nach meinem Ausstieg triggerte diese Formation und erreichte innerhalb von zwei Monaten ihren Measured Move und stieg sogar noch ein bisschen weiter, bevor dann im April 2015 das vorläufige Top im DAX erreicht wurde:

Aber auch davon wusste ich damals noch nichts. Diese Formation ist mir erst beim Erstellen des obigen Charts für diesen Beitrag aufgefallen. Witzig, wie man sich weiterentwickelt.

Ich kann mich nicht daran erinnern, aber wahrscheinlich habe ich mich damals in den Wochen nach dem Verkauf immer wieder darüber geärgert, genau zu diesem Zeitpunkt ausgestiegen zu sein.

Weiter ohne Gebert

Viel interessanter als das schlechte Timing des Ausstiegs ist aber, dass ich überhaupt verkaufte, denn der Gebert-Indikator hatte zu diesem Zeitpunkt gar kein Verkaufssignal generiert. Verkauf ohne Verkaufssignal - das gehörte mit Sicherheit nicht zur Strategie.

Allerdings gab es Gründe dafür:

Inhaltlich machte mich der Gebert-Indikator nur in sehr überschaubarem Maße an. Er war viel zu stark auf wirtschaftliche Kenngrößen und Entwicklungen ausgerichtet. Das ist mit Sicherheit sinnvoll, da er eine gewisse Zyklizität in den Märkten abbilden soll, aber das war einfach nicht meine Welt - es war das Werk und Konstrukt eines anderen, welches mich nur aufgrund seiner historischen Performance anfänglich überzeugt hatte. Ich stand nicht mit Überzeugung hinter diesem Ansatz, es war in gewisser Weise eine Zweckehe.

Hinzu kam, sie wissen, wie Hari immer wieder mit einem Augenzwinkern über junge Männer schreibt, die es vor Testosteron strotzend mit dem Markt aufnehmen wollen: Diese Strategie war so extrem langweilig! Wenn es hoch kommt gab es pro Jahr eine Handvoll Signale, häufig nicht einmal das. Ja, ich bekenne mich schuldig, ich wollte mehr Action.. 😉 Ob das sinnvoll war - darüber lässt sich streiten. Es zu leugnen hilft aber nicht weiter, ich war zu dem Zeitpunkt nun einmal so (und vielleicht bin ich das auch heute noch?).

Es gab aber noch einen weiteren Punkt, der mich in der Zeit, in der ich mit dem Gebert-Indikator in den DAX investiert war, nie so ganz ruhig ließ. Ich war Mitte 2014 eingestiegen, der Indikator stand aber schon länger auf grün, wie lang weiß ich leider nicht mehr. Auf jeden Fall war ich auf einem wesentlich höheren Niveau eingestiegen als zum Zeitpunkt des jüngsten Kaufsignals.

Soweit ich mich erinnern kann, konnte man in der Vergangenheit des Indikators ganz gut sehen, dass Verkaufssignale eigentlich immer mit einem Preis über dem Kurs des Kaufsignals aufgetreten waren - das ist ja was Feines und garantiert eine gewisse Sicherheit. Aber halt nicht, wenn man deutlich höher einsteigt. Wenn Sie nochmal das DAX-Chart oben anschauen, sieht man, dass der Kurs während meiner Haltezeit eigentlich die meiste Zeit unter meinem Einstieg lag. Die Sorge um Verluste war daher mein ständiger Begleiter.

Da ich aus Interesse an der ganzen Börsenmaterie beständig weiter im Internet umherstreifte und immer wieder auf andere spannende Ansätze traf, war damit Ende 2014 der Beschluss gefasst, den Gebert-Indikator nicht weiterzuverfolgen.

Als der DAX im Januar 2015 dann soweit stieg, dass meine Position wieder im Plus war, verkaufte ich mit ein paar Euro Gewinn. Kein Erfolgserlebnis, aber immerhin auch kein Verlust.

Ich bin nicht wie Warren

Was war eigentlich aus den Allianz-Aktien geworden?

Kauf im Juni 2014, emotionales Auf und Ab, im Oktober ging es nach vorherigem Anstieg deutlich runter, der Kurs drehte knapp oberhalb meines Stopp Loss (pinke Linie), das war Stress pur, fragen Sie mal meine Frau!

Eigentlich hatte ich die Aktien ja mit der Intention gekauft, sie als Value Investment lange zu halten und geduldig darauf zu warten, dass sie ihren wahren Wert zeigen. Nun führten aber die kurstechnischen Kapriolen dazu, dass ich emotional Achterbahn fuhr - so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Irgendwie war es doch gar nicht so einfach wie Warren zu sein.

Der folgende Anstieg bis in den April 2015 hinein ließ mich jedoch diesen Stress und die Sorgen um das eingesetzte Kapital schnell wieder vergessen, es lief ja. Sie wissen schon, in einem Bullenmarkt kann jeder ein Held sein. Und ein Held zu sein fühlt sich gut an. Was will man mehr?

Der Euphorie folgte die Ernüchterung, als es ab Anfang April 2015 abwärts ging. Etwa in gleichem Maße, wie der Buchgewinn dahin schwand wuchsen meine Zweifel wieder, ob das mit dem Value Investing so sinnvoll war. Der langfristige Anlagehorizont schien nicht meiner zu sein.

Mit heutigem Wissen über technische Analyse hätte ich vielleicht das Chart wie folgt verschönert und hoffentlich bei Bruch der Trendlinie bzw. im eingerahmten Bereich verkauft:

Damals hatte ich aber von Charttechnik nicht genug Ahnung und war auch zu langsam in der Reaktion. Ich starrte entsetzt auf die fallenden Kurse während ich hin- und hergerissen war zwischen kurzem Handlungshorizont, d.h. dem Sichern des noch vorhandenen Gewinns (wenn er auch schon deutlich kleiner war als am Hoch bei ca. 170 Euro) und langfristigem Horizont, wie das ja für Value Investing vorgesehen war.

Verkauft habe ich nach nicht mal ganz einem Jahr (roter Pfeil). Langfristig anlegen geht anders, keine Frage. Kursgewinn und Dividende brachten etwa 20% Gesamtgewinn, ein durchaus erfreuliches Ergebnis. Allerdings soll das nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass mein Vorgehen trotzdem ausgeprägt planlos war.

Bei mir ist es (bis heute) immer wieder das Gleiche: Immer dann, wenn ich in Situationen komme, für die ich keine festen Regeln habe, gerate ich ins Schleudern. Wenig überraschend sind das normalerweise die Situationen, in denen es abwärts geht. Warum sich auch sorgen, wenn es aufwärts geht? Da kaschiert der scheinbare Erfolg das zugrundeliegende Fehlen eines guten und detaillierten Plans.

Aber noch einmal zurück zu Warren

Ich war mir ja durchaus bewusst, dass “mein” Value Investing nun mal gar nicht so sehr Value Investing im eigentlichen Sinne war. Nur auf ein Kurs-Gewinn- und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis zu schauen war dann, auch für mich Laien offensichtlich, zu kurz gegriffen.

Nur:

  • Wie sollte ich wie Warren sein, wenn der das hauptberuflich machte?
  • Wie sollte ich gegen all die anderen Profis, die den gleichen Ansatz wählten erfolgreich sein? Die in ihrer Position zumindest deutlich eher als ich Zugang zu den Unternehmen haben.
  • Wie sollte ich das abends nebenbei machen, wenn bereits ein Arbeitstag hinter mir lag, ich noch ein bißchen Zeit mit unserem Sohn verbringen wollte, bevor er schlafen geht und ich vielleicht noch die Chance haben wollte, wenigstens ein paar Worte mit meiner Frau zu reden?

Das ist dann vielleicht nicht nur eine Nummer zu groß. Zudem fand ich es ja nicht wahnsinnig prickelnd, mich in ein Unternehmen reinzufuchsen bzw. die Zeit aufzubringen erst einmal das notwendige Handwerkszeug dafür zu erlernen.

Damit stand für mich fest: Value Investing ist es auch nicht.

Als ich dann bereits zu Zeiten meiner Mitgliedschaft bei Mr. Market den Artikel -> Gedanken zum langfristigen Vermögensaufbau und zum Zerrbild des Value-Investing <- las, war ich beruhigt, dass meine Einschätzung zumindest an dieser Stelle nicht völlig verkehrt gewesen war.

Wie weiter?

Nach dem Ausscheiden von Value-Investing und Gebert-Indikator war meine ursprüngliche Liste verfolgenswerter Ansätze reduziert auf Dividenden als Zinsersatz und Trades mit Stopp Loss und gutem CRV.

Bei welchem Unternehmen ist die Dividende denn attraktiv? Wie findet man Trades mit gutem CRV? Auf diese Fragen hatte ich noch keine Antwort. Aber davon mehr beim nächsten Mal.

Ihr calvin

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2 Wie alles begann



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… oder auch: Mein Leben vor Mr. Market.

Wann auch immer Sie beschlossen haben, Ihre Geldanlage in die eigenen Hände zu nehmen, haben Sie da erwartet, dass das gar nicht so leicht ist? Ich muss gestehen, ich bin reichlich naiv an das Thema herangetreten und habe gedacht: “Sollte ja machbar sein.”

Im Prinzip ist es das ja auch. Dass Geldanlage jenseits des festverzinslichen Sparbuchs aber nicht einfach ist und sehr viel mit mir und meinem Verhalten im Angesicht von Risiken zu tun hat - damit hatte ich nicht gerechnet.

Ich bin mit einer sehr überschaubaren Finanzbildung groß geworden. Weniger ausgeben als man hat, den Rest auf das Sparbuch legen, fertig. Eigentlich nicht der schlechteste Ansatz und gerade die Fähigkeit, mit den Mitteln auszukommen, die man zur Verfügung hat mit Sicherheit ein zeitlos erfolgreiches Konzept. Als geheime Zutat dann noch den Zinseszins hinzufügen, umrühren, genießen.

Zu dumm, wenn einem die EZB mit ihrer Nullzinspolitik in die Suppe spuckt. Natürlich ist der Sachverhalt komplexer, die Zinsen leider dennoch nahe 0.

Im Rahmen meines Studiums wäre ich eigentlich schon viel früher mit dem Thema Börse in Berührung gekommen. Eingeschrieben war ich anfänglich für den Studiengang Wirtschaftsmathematik, herausgekommen ist am Ende ein Mathematiker mit Nebenfach Informatik.

Bereits im ersten Semester habe ich festgestellt, dass mich die Wirtschaftsvorlesungen einfach nicht interessieren - das hat sich bis heute nicht geändert. Sie werden mich wohl nie über Bilanzen von Unternehmen oder wirtschaftliche Kennzahlen fachsimpeln hören. 😉

Dafür fand ich Informatik unheimlich spannend und so war die Ausrichtung des Studiums schnell geändert und der Weg in meine heutige Beschäftigung als Anwendungsentwickler geebnet. Verpasst habe ich auf diesem Weg allerdings die für mich inzwischen ganz spannend klingenden Themen wie z.B. Finanzmathematik und Portfolio-Optimierung.

Erst einige Jahre später, genauer gesagt 2014 hatte ich dann meinen ersten Kontakt mit der Börse. Ich war hinreichend von den mickrigen Zinsen auf das Ersparte der ersten Berufsjahre frustriert und begab mich auf die Suche nach einer Alternative zum alternativlosen Nullzins.

Aktien mit Dividende als Zinsersatz wurden an vielen Stellen angepriesen. Allerdings war mein Wissen über Aktien quasi nichtexistent. Ich wusste nicht, wie ich welche kaufen konnte, geschweige denn, was eine Dividende sein sollte (außer dass ich den Begriff noch aus meiner Kindheit aus dem Gesellschaftsspiel “Spiel des Lebens” kannte und das etwas Gutes war, weil man Geld bekam).

Davon abgesehen hatten Aktien doch was mit Zockerei zu tun, oder nicht? Das war ungefähr, was bei mir von der Dotcom-Blase hängen geblieben war.

Mit diesem geballten Wissen zog ich also aus in die große weite Welt des Internets und las und las und las. Und lernte, dass ich nichts wusste. Alles war neu, vieles verstand ich nicht, manches kam mir sehr abgefahren vor, einiges riskant bis fragwürdig.

Aber es war auch der ein oder andere erhellende Punkt dabei. Ich fand heraus, wie ich Aktien kaufen kann und da wir bereits Kunden bei der Diba waren, war dort auch sehr schnell ein Depot eröffnet.

Risikomanagement

Zusätzlich war ich über die Information gestolpert, dass es einen sogenannten Stopp Loss gibt, welcher es ermöglicht Risiken zu begrenzen. Das war für mich die mit Abstand wichtigste Information bei meiner Suche, denn ich bin ein sehr auf Sicherheit bedachter Mensch. Risiken gehe ich nur ungern ein, am liebsten meide ich sie, weshalb ich von Aktien zu dem Zeitpunkt auch noch nicht so recht überzeugt war.

Wenn es nun aber die Möglichkeit geben sollte, Risiken zu begrenzen und gleichzeitig die Rendite von Aktien mitzunehmen - das klang doch gar nicht so schlecht und ich war auf einmal deutlich weniger skeptisch.

Um ganz sicherzugehen wollte ich dennoch tiefer graben. Eine schnelle Suche beim Onlinehändler des Vertrauens und das Buch “Risiko- und Moneymanagement” von Sebastian Steyer war gekauft und kurz darauf verschlungen. Rückblickend steht da ziemlich sicher nichts drin, was man nicht auch frei im Internet hätte finden können, aber die Aufbereitung und Strukturierung des Themas durch jemanden, der im Gegensatz zu mir wusste, wovon er da sprach, war enorm hilfreich.

In diesem Buch war am Rande auch die Rede von einem Chance-Risiko-Verhältnis (kurz CRV), welches beschreibt, wie sich die Gewinnchance in Bezug auf das riskierte Kapital verhält. Diesen Wert zu betrachten erschien mir einleuchtend und damit war naiv gesehen auch völlig offensichtlich, wie man Geld macht:

Man muss lediglich Aktien mit gutem CRV häufig genug handeln und dann wird sich der Erfolg schon einstellen.

Wie das aber nun mal so ist, wenn man von etwas wenig bis keine Ahnung hat: Kaum hat man auf eine Frage eine Antwort gefunden, so tut sich im Bestfall nur die nächste, häufig aber ein ganzes Rudel weiterer Fragen auf.

Zum Beispiel: Wie finde ich überhaupt Aktien mit einem guten CRV?

Und wie das nun mal so ist, wenn man von etwas wenig bis keine Ahnung hat, aber viel zu einem großen Themengebiet liest: Man findet ständig neue und spannende Aspekte, so dass man recht schnell all den verschiedenen Abzweigungen dieser “Wissenspfade” aufgrund der begrenzten Zeit und der schieren Anzahl nicht mehr folgen kann bzw. völlig den Überblick verliert.

Aus dieser Masse an Informationen waren zusätzlich zu Stopp Loss und CRV aber noch zwei weitere Themen bei mir hängen geblieben - der Gebert-Indikator und Value-Investing. Zumindest auf den ersten Blick hatten beide eines gemein: Sie vermittelten mir ein Gefühl von Sicherheit.

Der Gebert-Indikator

Wer sich durch die deutsche Börsenmedienlandschaft bewegt, hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon mal die Zeitschrift “Der Aktionär” in den Händen gehalten bzw. den zugehörigen Onlineauftritt besucht. Bei mir war zweiteres der Fall und dabei stolperte ich irgendwann über den sogenannten Gebert-Indikator, benannt nach seinem Erfinder Dr. Gebert.

Dieser Indikator vermengt Informationen über Inflationsrate in der Eurozone, letzte Zinserhöhungen der EZB, die Entwicklung des Währungspaares EUR/USD und Saisonalität anhand des aktuellen Monats. Anhand einer einfachen Regel ergibt sich daraus, ob man vollständig im DAX (z.B. per ETF) investiert ist oder vollständig in Cash ist.

Im Rückblick hätte das einen wunderbar durch die Dotcom-Blase und die Finanzkrise gebracht, weil man genau in diesen Phasen nicht investiert gewesen wäre. Und exakt dieser Aspekt, Sicherheit in der Krise, gepaart mit Einfachheit, sprach mich an (natürlich auch die sehr hohe Rendite über die Zeit, mit der dieser Indikator beworben wurde).

Sei wie Warren

Nun zum anderen Punkt. Wenn man sich mit dem Thema Börse auseinandersetzt, kommt man garantiert an einem Namen nicht vorbei: Warren Buffett. Sein Erfolg und seine launigen bis markigen Sprüche sorgen für die entsprechende Bekanntheit.

Seine Strategie: Value Investing. Unterbewertete Unternehmen kaufen, sehr lange halten, warten, bis der Preis steigt und einer fairen Bewertung des Unternehmens gerecht wird und dann möglicherweise verkaufen oder noch länger halten.

Noch stärker vereinfacht: Gute Unternehmen als Schnäppchen kaufen.

Die Denkweise hinter diesem Ansatz, die Beweggründe dafür genau diesen Weg zu gehen, all das kann man in “The Intelligent Investor” von Benjamin Graham nachlesen, dem Vater des Value Investings und Erfinder der Figur des manischen Mr. Market. Ein sehr spannendes Werk, ich habe mich immer auf die Busfahrten vor und nach der Arbeit gefreut.

Warren Buffett hat sinngemäß über diesen Ansatz gesagt: “Ich kaufe gerne den Dollar für 50 Cent.“ Und genau diese Herangehensweise beschert einem einen Sicherheitspuffer, die von Graham und Buffett viel genannte margin of safety. Sicherheit und Schnäppchen in Einem, klingt doch fast zu gut, um wahr zu sein, oder?

Einen kleinen Haken gibt es natürlich - woher weiß man überhaupt, ob ein Unternehmen, welches sinngemäß momentan für 50 Cent zu haben ist, eigentlich einen echten, fairen Wert von einem Dollar hat?

Dafür, wenn ich es richtig verstanden hatte, sollte man sich u.a. in die Bilanz des Unternehmens einarbeiten, Cashflows prüfen, auf weitere wirtschaftliche Kennzahlen abklopfen. Letztendlich steckt eine vollumfängliche Wertpapieranalyse dahinter.

Wie praktisch, dass B. Graham gemeinsam mit D. Dodd den Wälzer “Security Analysis” verfasst hatte. Da ich die Idee des Value Investing sehr ansprechend fand hatte ich sogar kurzfristig überlegt, ob ich mir dieses Werk zulege, in den sauren Apfel beiße und mich für den erhofften Erfolg durch buchhalterischen Schnickschnack kämpfe, um dann für Bilanzen und Wertpapieranalyse gewappnet zu sein.

Nun ja, erinnern Sie sich, dass ich mit Wirtschaft eigentlich nicht so viel anfangen konnte?

Wie immer, wenn einem etwas zu komplex und zu schwer erscheint (und einen das Thema dann doch nur mäßig reizt), ist es ja eine zulässige Idee, nach anderen, vielleicht auch einfacheren Möglichkeiten Ausschau zu halten.

Statt des furchteinflößenden 700 Seiten umfassenden Werkes von Graham über Wertpapieranalyse habe ich mir dann das Buch “Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse - Praxisnahe Einführung mit zahlreichen Fallbeispielen börsennotierter Unternehmen” von N. Schmidlin gekauft. "Praxisnah" klang gut, fand ich. Vermutlich war es mit seinen etwas über 200 Seiten auch leichtere Kost.

Um ehrlich zu sein habe ich aber trotzdem nicht viel verstanden. Die bereits in gewissem Maße vorhandenen Zweifel wurden dann durch so nette Einwürfe wie “Um Einblick in das Unternehmen zu bekommen rufen Sie da doch an.” genährt. Nee klar, ich rufe da einfach mal als Privatperson an und danach habe ich mehr Einblick in das Unternehmen?

Trotz zunehmender Zweifel bezüglich der Praxistauglichkeit des Value Investings habe ich habe mir sogar von ein paar Unternehmen einen Jahresbericht zusenden lassen. Toll aufgemachte Bücher sind das, ansprechend gestaltet, angenehme Haptik. Nur was ich damit machen sollte, war mir nicht so recht klar, von Bilanzen verstand ich ja nach wie vor nichts.

Dann vielleicht doch noch einen Schritt einfacher an die Sache herangehen und nach mittleren bis großen Unternehmen mit bekanntem Namen suchen, bei denen das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und am besten auch das Kurs-Buchwert-Verhältnis klein sind, denn das sollte laut einhelliger Meinung verschiedener Seiten im Netz klares Zeichen für ein unterbewertetes Unternehmen sein.

Zumindest kann man auf diesem Weg wesentlich schneller zu einem Ergebnis kommen. Wie das mit Abkürzungen aber nun mal ist - da bleibt gegebenenfalls was auf der Strecke und ich hatte so meine leisen Zweifel, ob diese Herangehensweise tatsächlich erfolgreich sein könnte.

Nun hatte ich immer noch keine Aktie gekauft, hatte viele Ideen, manche Zweifel, aber noch keinen rechten Plan. Doch irgendwann muss man den Sprung ins kalte Wasser wagen und so tätigte ich meinen ersten Kauf.

Die erste Aktie

… war ein ETF. 😉 Meine Frau und ich hatten uns zu Beginn auf einen Betrag geeinigt, mit dem wir unser Depot ausstatten wollten. Ein Teil davon sollte gemäß dem Gebert-Indikator angelegt werden und der gab damals grünes Licht. Der erste Kauf war daher ein DAX-ETF von iShares.

Den anderen Teil wollten wir für Aktien nutzen. Unsere erste Aktie: Allianz.

Warum gerade die Allianz? Naja, ein geringes KGV bedeutete doch, dass wir ein Schnäppchen machen würden, oder? Eine Dividendenrendite von damals über vier Prozent und die Tatsache, dass mehrere Personen aus unserem Umfeld bei der Allianz beschäftigt waren bzw. noch sind ließ uns das Unternehmen zusätzlich in positivem Licht sehen. Eine wahrlich fundierte Analyse, nicht wahr? 😉

Zusätzlich habe ich noch einen Stopp Loss festgelegt. Und ruckzuck hatten ich mit einem ETF und einer Aktie alle mir bis dahin als relevant erscheinenden Ansätze miteinander verbunden:

  • DAX-ETF für Gebert-Indikator, also Krisensicherheit.
  • Allianz mit einem geringen KGV, also bestimmt ein Value Investment.
  • Hohe Dividendenrendite, also Zinsersatz gefunden.
  • Stopp Loss definiert, also Risiko begrenzt.

Geldanlage ist also doch einfach. Oder etwa nicht? Mehr davon beim nächsten Mal.

Ihr calvin

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Zur Sicherheit im Armageddon


Im Forum habe ich -> hier nach neuen Themen für Lehrer Bömmel gefragt <-. Eine Frage war wie folgt:

Hari, auf Deinen aktuellen Artikel bei Tichy gab es einen Leserkommentar mit einer Fragestellung, die mich auch sehr interessieren würde. Es ging dort um "Qualitätsaktien im Krisenfall", mich würde aber auch im Normalfall interessieren:

Wo sind eigentlich meine Aktien? Wer hat die in welcher Form? Wie komme ich an meine Aktien? Wo ist mein Anspruch verbrieft? Zitat: "Was passiert mit unseren Forderungen in einer Krise? Leider sind es doch nur Forderungen, denn fast niemand von uns hat doch seine Aktien in realer Papierform, im Original, als Urkunde im Safe zuhause liegen, ja nicht einmal die Bank hat die Aktien in physischer Form in ihrem Safe"

Was nützen mir gute Aktien ("Qualität, Qualität, Qualität"), wenn diese nur eine Zahl und ein Textbaustein in meiner DiBa-App sind?

Wichtiger Punkt und ja, ich habe diesen Kommentar zu -> meinem Artikel <- auch gesehen und halte ihn für im Kern richtig, aber trotzdem für wenig hilfreich und die Anleger auf die falsche Fährte lockend. Und das will ich heute erklären. Hier ist er:

Zitat von Hari: „Und da sind wir auch gleich bei der Qualität, denn in der Krise wird sowieso alles massiv fallen – wirklich alles – , darauf müssen wir uns einrichten. Die Frage ist also nicht, was wie stark fällt, sondern was nach der Krise noch die Chance hat, zu stehen und wieder an Wert zu gewinnen. “

Kommentar: Was ist aber nach der Krise mit den „Qualitäts-Aktien“? Wo sind die überhaupt? Wer hat sie? Wo liegen sie? In welcher Form? Wer hier im Forum hat seine Aktien zuhause? Also ich habe keine daheim. Hari, haben Sie Aktien daheim? Die Wahrheit ist doch, nicht einmal die Bank hat unsere Aktien. Die Aktien stehen lediglich als Stückzahl in irgendeinem Verwahrbuch. Das Ganze nennt sich Buchverwahrung.
Glaubt irgendwer, eine Forderung gegen die Depotbank hätte nach der Krise noch irgendeinen Wert? Gibt es die Depotbank noch? Und wenn ja, wer beschafft uns die Aktien? Dieser Punkt wird überhaupt nicht thematisiert. Was passiert mit unseren Forderungen in solch einer Krise? Leider sind es doch nur Forderungen, denn fast niemand von uns hat doch seine Aktien in realer Papierform, im Original, als Urkunde im Safe zuhause liegen, ja nicht einmal die Bank hat die Aktien in physischer Form in ihrem Safe. In den Krisen zuvor, in den 20er Jahren hatten Aktionäre ihre Aktien als Urkunden daheim im Safe. Die haben mitunter ihren Wert bis nach der Krise behalten. Aber doch nicht anno 2018. Wir spielen in einem Casino mit virtuellen Werten, die wir nie real gesehen haben. Leider ist das so. Ich will Antworten von Euch!

Zunächst einmal, der Autor hat von Details abgesehen in der Kernaussage Recht. Er hat aber nicht nur Recht für Aktien und das ist sehr wichtig zu verstehen, er hat Recht für unser ganzes Leben und deshalb hat er wieder Unrecht mit seiner Argumentation gegen Aktien.

Denn wir müssen immer zwei Arten von Krisen unterscheiden. Eine Systemkrise wie Lehman, in der das System wackelt aber nicht kippt. Und ein "Armageddon", also eine Krise, in der unsere Gesellschaftsordnung zerfällt.

Wenn Letzteres passiert und im schlimmsten Fall auch noch der Strom weg ist, steht alles in Frage, da unser ganzes Leben weitgehend digitalisiert und von Datenbanken abhängig ist.

Da wird von ETF Anlegern argumentiert, dass diese ja "sicher" seien, weil die ja "Sondervermögen" seien. Im Falle Armageddon Quatsch. Um an Sondervermögen in Irland zu kommen, braucht man ein funktionierendes Rechtssystem über Ländergrenzen hinweg. Es braucht noch nicht einmal ein "Armageddon" um das in Frage zu stellen, schon der Zerfall der EU dürfte genügen, dass man an Sondervermögen in Irland nicht mehr so einfach kommt.

Da wird von Immobilien-Besitzern argumentiert, dass diese ja "sicher" seien, weil es ein Grundbuch gäbe in dem der Besitz dokumentiert ist. Stimmt, noch sind die Grundbücher auf Papier, aber auch das ändert sich. Und wenn die Grundbücher mal digital sind, gilt das Gleiche wie zu Aktionärsverzeichnissen.

Im Falle "Armageddon" aber, wenn die gesellschaftliche Ordnung nicht mehr funktioniert, funktionieren aber auch bei einer Immobilie Gerichte nicht mehr, die dann nach 3 Jahren Recht sprechen. Dann gilt das Faustrecht, dem man nur mit Schrotflinte und scharfem Schäferhund begegnen kann. Und solches Faustrecht in Sachen Immobilien gibt es doch heute schon, was sind denn Hausbesetzungen der linken Szene anderes? Und bekommt man diese Hausbesetzer mit heutigem Rechtssystem schnell raus? So viel zur Sicherheit von Immobilienbesitz im Falle "Armageddon". 😉

Da wird von Rentenbesitzern argumentiert, dass die Rente ja sicher sei. Ja stimmt, solange wir eine staatliche Ordnung und Demokratie haben. Danach nicht mehr.

Und Ansprüche aus Lebensversicherungen? Ich bitte Sie, die sind auch nur elektronisch in Computern und im Falle von Armageddon zusammen mit den Versicherungs-Unternehmen schlicht weg.

Da wird von Gold-Besitzern gerne argumentiert, dass das ja "sicher" sei, weil man das physikalisch habe. Naja, wenn das Faustrecht gilt, ist es vor allem die Frage wie lange man es hat. Ein Revolver am Kopf verändert da schnell die Vermögensverhältnisse, schneller als bei Konten bei Banken.

Und es ist extrem fraglich, ob in so einer Situation wirklich jemand Gold haben will. Denn wenn es darum geht genügend Essen zu finden und seine Familie zu schützen, hat Gold nur dann Wert, wenn man daran glaubt, dass die Situation temporär ist - wie 1945-1947 nach dem Krieg. Wenn dieser Glaube aber nicht da ist, ist Gold nur totes, nutzloses Metall und die "Währung" sind dann eher Steckrüben, Zigaretten und alles was man Essen und im kalten Winter verheizen kann.

Ich könnte weiter machen, ich denke Sie wissen worauf ich hinaus will. Der Kommentator hat also Recht und leitet die Anleger trotzdem in die Irre. Denn wenn der Zustand eingetreten ist, dass elektronische Aktionärsverzeichnisse nichts mehr wert sind und auch juristisch nicht mehr durchgesetzt werden können, haben wir noch schlimmere Probleme und unser Aktienbesitz wird uns eher peripher berühren, weil wir Hunger und Angst um unser Leben haben.

Das ist der Fall Armageddon. Es gibt keine Sicherheit im Falle Armageddon, schon gar nicht bei Geldanlagen. Und das ist kein Spezialproblem von Aktien wie der Kommentar impliziert. Am Besten geht es in so einer Phase einem Bauern mit viel Land zum Anbau von Nahrung und vielen scharfen Hunden zur Bewachung des Landes.

Lassen wir den Fall des grossen Armageddon also mal beiseite, den singulär aus Aktiensicht zu betrachten, führt nicht weiter. Es gibt keinen Nachteil von Aktien im grossen Armageddon, sie werden vielmehr ebenso wertlos, wie praktisch alle anderen Anlageformen.

Betrachten wir mal die neue Systemkrise ala Lehmann, in der das System wankt aber erhalten bleibt. Ein kleines Armageddon eben. Dann kann es immer noch schwierig werden, juristische Ansprüche über Ländergrenzen hinweg durchzusetzen.

Genau dieses Thema habe ich hier schon 2016 adressiert und zwar in -> Armageddon <-. Wobei damit eben nicht das grosse Armageddon wie oben gemeint ist, sondern eine kleinere Variante, ein neues, schlimmeres Lehman, nach dem die Welt Jahre braucht um wieder zur Normalität zu finden. Bitte lesen Sie das mal!

Und wenn Sie das gelesen haben, kennen Sie auch meine Antwort: Namensaktien die im -> Aktienbuch <- von der Aktiengesellschaft geführt werden. Was konkret heisst, erklärt -> dieser Artikel ganz gut <-. Im angelsächsischen Raum sind Namensaktien Standard.

Fazit:

Der Autor des Kommentars hat generell Recht, mit seinem negativen Fokus auf Aktien aber gerade Unrecht. Das Problem der digitalen Speicherung von Besitz existiert generell, wenn man darauf achtet Namensaktien von Weltkonzernen zu besitzen, ist man relativ gesehen noch am Besten dran.

Klar, wenn der Dienstleister Clearstream nicht mehr existiert und die Allianz vergessen hat, dass wir Aktionär waren, bleiben nur gedruckte Kontoauszüge vor einem Gericht, falls es das dann irgendwann mal wieder gibt.

Aber immerhin, die Gesellschaft Allianz weiss in allen sonstigen Fällen direkt, dass wir Aktionär sind - im Gegensatz zu Inhaberaktien.

Und nun sagen Sie mir mal was hätten Sie lieber im Falle eines kleinen Armageddon, im dem das Finanzsystem und der Euro zerbricht, die lokale staatliche Ordnung mit Strom und Polizei aber erhalten bleibt.

Hätten Sie dann lieber einen ETF, dessen Anteil an einem in Irland liegenden Sondervermögen Sie dann in Irland "irgendwo" geltend machen müssen, insbesondere wenn der ETF-Anbieter selber nicht mehr operabel ist.

Oder hätten Sie dann nicht doch lieber die Namensaktie von Allianz oder Apple, bei der die Unternehmen Sie als Aktionär direkt mit Anschrift kennen und selbst wenn Clearstream abnibbelt, vielleicht ja doch eine ältere Kopie des Aktionärsbuches haben?

Ich weiss schnell, was da meine Präferenz wäre und deshalb ist der Kommentar im Ergebnis falsch. Er macht an der falschen Stelle Angst, denn alle anderen Anlageformen sind nicht besser, Und er erzeugt eine unberechtigte "Sicherheit" bei physikalischem Besitz, die leicht mit einem Revolver ausser Kraft zu setzen ist und in einem Zusammenbruch der staatlichen Ordnung auch wird.

Das ist übrigens der absolut zentrale Gedankenfehler, den alle Goldbugs machen, die den Gedanken an die physische Verfügbarkeit zur alleinigen Monstranz erheben. Denn genau dann, wenn der Fall eintritt, gegen den sich diese Menschen schützen wollen, wird niemand mehr da sein, der sie gegen Raub und Diebstahl schützen kann - ausser die eigene Knarre immer am Mann und auch das nützt nur begrenzt gegen gut organisierte Banden.

Wer früher mal Western gesehen hat, weiss was ich meine. Das war eine Zeit in der die Sicherheit nicht staatlich garantiert wurde. Nun stelle man sich mal eine einsam gelegene Farm vor, deren Farmer dann mitten in einer Hungersnot in die Kleinstadt mit Goldpulver kommt und damit Nahrung bezahlt. Was glauben Sie wohl, was innerhalb des nächsten Monats auf der Farm passiert wäre, wenn durch den Kauf mit Gold jeder weiss, dass da was zu holen ist? Wie viel hat dann also phyischer Besitz genützt?

In der schlimmen Krise, vor der die Angst haben, die in Massen Gold horten, ist physischer Besitz gerade nicht sicher, sondern ein Risiko, das man permanent mit Gewalt verteidigen muss. Hinterlegte Besitzansprüche an Konzernen, die es nur dann nicht mehr geben wird, wenn die Steinzeit dauerhaft zurück kommt, erscheinen mir da relativ gesehen noch "am Sichersten", auch wenn es absolute Sicherheit natürlich auch da nicht gibt.

Ihr Hari

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Solides, beständiges Wachstum



Heute habe ich für Sie ein 15-minütiges Video, das als Ergänzung zum Artikel -> Warum "Solid Growth" als Investment alles schlägt <- dienen soll.

Mit einigen, langfristigen Charts will ich dabei die Botschaft vertiefen, dass der Blick auf das langfristige, wachstumsgetriebene Geschäftsmodell eines Unternehmens die Kernentscheidung ist, die man für sehr langfristige Investments "richtig" treffen muss. Und eher weniger - weil nur sekundär - die oft im Vordergrund stehenden Bewertungfragen und Ausschüttungen.

Beim nochmaligen Review meines Videos ist mir dann aber aufgefallen, dass ich bei einigen klaren Aussagen im Video, wo ich Aktien als "kein Investment" charakterisiert habe, dabei immer "kein langfristiges Investment" gemeint habe, das Wort "langfristig" aber nicht immer benutzt habe. Bitte interpretieren Sie meine gehörten Worte also so, sie beziehen sich immer auf einen sehr langfristigen Zeitraum, also auf die Frage was Aktien sind, die man jetzt ins Depot legt um dann 20 oder 30 Jahre später im Ruhestand daran Freude zu haben.

Eigentlich ist das inhärent klar, denn der Zeitraum den ich bei den Aktien im Video betrachte ist immer 30 Jahre, also ein sehr langfristiger Zeitraum und natürlich beziehen sich meine Aussagen auch auf den Zeitraum.

Ich will das aber hier noch einmal betonen, denn einige Aktien - wie zum Beispiel Zykliker - können sehr wohl für ein paar Jahre ein gutes Investment sein, wenn ihnen der Wind des Zyklus in diesen Jahren in den Rücken weht. Denken Sie nur an die grosse Rohstoff-Hausse Anfang dieses Jahrtausends. Aber diese Aktien sind sehr langfristig trotzdem *kein* besonders gutes Investment, das sind nur Aktien mit inhärentem Wachstumsmodell. Und das ist die Botschaft die ich hier mit Charts untermauern will.

Nun wünsche ich viel Spaß und gute Erkenntnisse:

Ihr Hari

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An die Substanz



Guten Morgen!

Wer wissen wollte, wie stark der BTFD-Reflex immer noch ist, bekam gestern wieder Anschauungsmaterial:

Nach langen Tagen und Wochen der fehlenden Bewegung, kam zum Handelsstart mit Abgaben deutlich Schwung in den Markt. Es war zwar immer noch nur weniger als 1%, aber man konnte deutlich spüren, wie sich überall die Köpfe hoben und diese sich "was ist denn da los?" fragten. Und dann? Dann nichts. Dann kamen die BTFD Programme und schoben den Markt wieder hoch, um danach wieder in Trance zu verfallen.

Ich kann es nur immer wiederholen, das ist *nicht* mehr der Markt von vor 5 Jahren, wir müssen uns viele Grundregeln wieder empirisch neu erarbeiten.

Besonders merkwürdig ist das Verhalten vor dem Hintergrund, was in Washington passiert. Sicher, ich weiss auch, dass den Markt politisches Kasperletheater zu Recht nicht interessiert. Und die "Russia Probe" halte ich nach wie vor eher für genau das. Sicher hat Russland versucht Einfluss zu nehmen und die Dementis aus dem Kreml sind eher lächerlich, das erschliesst sich mit Grundwissen darüber, wie das geostrategische Ringen unter der Oberfläche der wohlfeilen Pressestatements abläuft.

Aber deswegen ist die Administration noch lange nicht von Russland gesteuert und die Tatsache, dass Trump das mit der Abberufung von Comey wieder hochkochen lässt, halte ich da eher für entlastend. Denn so doof ist er nicht nicht zu wissen, dass die Absetzung das Themas eher hochkochen wird, denn dämpfen - sprich er hat da eher keine Angst.

Das wirkliche Problem für Trump, habe ich schon die letzten beiden Tage beschrieben. Es ist der Stil der Abberufung, die impulsive Reaktion aus Verärgerung, die nur notdürftig mit vorgefertigten Vorlagen aus dem Justizministerium kaschiert wurde, die dann in einem unwürdigen Procedere gipfelte.

Damit hat Trump sich immens viele Feinde gemacht, gerade auch aus seinem eigenen Lager, denn gerade im FBI dürfte er auch viele Wähler haben. Und auch im Militär mit seiner Orientierung auf Loyalität im Befehlsstrang - die auch die Loyalität des Vorgesetzten zu seinen Untergebenen beinhaltet - werden überall Augenbrauen hoch gehen und es Trump immens schaden. Das Märchen, das nur Ungebildete und Abgehängte ihn gewählt haben, ist eben ein Märchen und im FBI und Militär hatte er ganz sicher auch viele Unterstützer und - im Gegensatz zur Orientierung der Medien-Schaffenden - wohl dort auch eine Mehrheit.

Diese Menschen hat er nun massiv verärgert. Und nun im Nachhinein nachzutreten und Comey als "Blender und Angeber" zu beschimpfen, ist nicht nur stillos, sondern unglaublich dämlich, weil man sich damit jede Menge Feinde macht, ohne dabei etwas zu gewinnen. Das Trump ein Problem mit der Impulskontrolle hat, ist offensichtlich.

Und was ist die Folge? Ein geplanter Trip zum FBI findet nun nicht statt, weil Trump -> signalisiert wurde, dass er unwillkommen ist <-. Hallo? Der amtierende US Präsident und Oberbefehlshaber ist beim FBI nicht willkommen im Sinne, dass man ihm einen heissen Empfang bereiten würde?

Bei Kennern Amerikas und seiner Haltung zu seinem Präsidenten müssten jetzt alle Alarmglocken angehen. Die deutsche Presse hat das Thema mal wieder nicht ausreichend auf dem Radar, die ist mit den unwichtigen Dingen beschäftigt. Aber sich mit der New York Times gegenseitig mit Dreck zu beschmeissen ist das Eine. Das muss noch kein Problem sein. Aber das FBI zum Feind zu haben? Wie ich schon vorgestern schrieb, ist Trumps Präsidentschaft nun wackelig geworden. Nicht wegen des Kampfes mit der Presse, sondern weil er die Institutionen reihenweise vor den Kopf stösst.

Und damit kommen wir zu einem geradezu unwirklichen Markt. Denn den interessiert es immer noch nicht und das kann ich nicht verstehen. Wie gesagt, politisches Getöse ohne wirtschaftliche Konsequenzen zu überhören, ist die grosse Stärke des Marktes. Aber das ist kein Getöse mehr, das geht an die Substanz. All die Dinge wie Steuerreform oder Infrastrukturprogramm, die der Markt sich von Trump verspricht, sind nun nicht näher gekommen und das ist noch eine freundliche Beschreibung. Auch ein Impeachement-Verfahren, das Washington auf mindestens ein Jahr lähmen würde, wird nun zur realen Möglichkeit und den Markt tangiert es nicht. Das ist höchst merkwürdig und irritierend.

Ansonsten ist heute eher wenig los. Wir hatten das BIP in Deutschland ohne Überraschungen und haben in den US am Nachmittag Verbraucherpreise und Einzelhandelsumsätze.

Grosse aus Quartalszahlen resultierende Bewegungen der Nacht springen mir auch nicht ins Auge und heute ist in den US praktisch gar nichts mehr an Zahlen los.

In Deutschland hat ThyssenKrupp -> die Prognose erhöht <-. Der Konzern ist immer noch im Prozess sich vom Stahlgeschäft zu lösen, macht aber Fortschritte. Diese sind dem Markt aber offensichtlich nicht schnell genug, im Chart sehen wir jetzt einen sehr deutlichen Ausbruch nach unten aus einem grossen, zulaufenden Dreieck:

Wie heisst es immer so schön euphemistisch? "Ein Einstieg drängst sich da nicht unmittelbar auf". 😉

Die Allianz dagegen, bleibt mit ihren Zahlen -> im Rahmen <-, im Kurs gibt es kaum Bewegung.

Bewegung ist aber wieder beim Raumfahrtunternehmen OHB zu verzeichnen. Ich hatte das plötzliche Minus ja -> im Forum <- als rein technisches Knicken der Fahnenstange bezeichnet, und so scheint es zu sein. Heute geht es auch ohne Nachricht wieder massiv hoch.

Am Ende ist also gar nichts passiert, man kann diese Fahnenstange einfach abschneiden und der Trend ist wunderbar vorhanden:

Etwas irritierend ist aber, dass bei dem traditionell eher ruhigen Wert nun so eine Volatilität herein kommt. Irgend etwas passiert da also, vielleicht ist die Familie mit Transaktionen im Markt. Mehr kann man dazu nicht sagen, langfristig ist OHB weiter eine interessante Beimischung.

So weit an diesem Morgen. Schauen wir mal, ob der Markt irgendwann eine Risikowahrnehmung in Sachen US entwickelt. Mehr als abwarten und uns in Geduld üben, können wir nicht, auch wenn das schwierig ist.

Gold hat eindeutig eine Gegenbewegung begonnen, die wahrscheinlich noch mehr Luft nach oben hat. Das Tief erfüllt immer noch das Charakteristikum eines höheren Tiefs und insofern ist alles offen. Ob Gold hier nun schwach "bounced" und dann abknickt, oder wir hier den nächsten Zyklus zu neuen Verlaufshochs vor uns haben, lässt sich aus der bisherigen Markttechnik nicht belastbar herleiten. Ich verzichte daher auf jedwede Spekulation in diese Richtung.

Sollte Trump nun aber tatsächlich zu wackeln beginnen, müsste das Gold unter normalen Umständen stützen und den Dollar schwächen. Aber was ist schon noch normal? 😉

Ihr Hari

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