145. Die Marktlage 01.08.2020



Hallo zusammen,

Mein Urlaub ist vorbei. Es war ein erholsamer mit 2,5 Wochen Wohnmobilreise durch Deutschland. Ich habe gemerkt, dass ich diesen auch wirklich gebraucht habe.

Die Sommerferien waren so nicht geplant gewesen - Corona hat unsere Pläne etwas umgeschmissen. Aber wir haben das Beste daraus gemacht. Deutschland hat doch immer wieder wunderschöne Ecken zu bieten. Besonders hat mir Amrum gefallen, das wir als Tagestouristen uns angeschaut haben. Definitiv eine Reise wert. Vielleicht waren wir nicht das letzte mal dort.

Nun bin ich seit 1 Woche wieder "im Dienst" und ein neuer Monat hat begonnen. Zeit für eine neue Marktanalyse.

Viel Spass!

Letzte Analyse Ende Juni habe ich folgendes als Fazit geschrieben:
In der Summe:
Bei Betrachtung des Daily-Charts könnte man annehmen, wir stehen an einer Klippe kurz vor dem Abgrund und es geht schnurgerade herunter. Viele Indikatoren, die in der Twitter-Welt herumgeschickt werden, zeigen eine Lage, die nach Vorsicht ruft (wie auch meine Ampel, die auf 20% steht).
Jedoch glaube ich, dass der Markt uns die Situation nicht so einfach macht und ein höheres Tief nach dem Frühjahr diesen Jahres generiert. Danach lechzen zu viele, die unterinvestiert sind.
Wir werden weiter die Wall of Worry nach oben kriechen. Ein Bullish Percent Index von ca. 50 % rechtfertigt ein wiederaufflammen der Kauf-Community.
Rechnen wir nach einem kleinen Geschaukel mit weiter steigenden Preisen. Eine Überperformance anderer internationaler Märkte wie Dax und EEM sieht wahrscheinlich aus.

Wir können retrospektiv sagen: der Gang nach oben und der Stärke der Emerging Markets sind so eingetreten (siehe Charts unten). Schauen wir, ob es auch so weiter geht. Was sagen die Charts?

Zusammenfassung:
Heute habe ich Schwierigkeiten bei der Zusammenfassung. Die Lage wird immer verzwickter und komplizierter. Eine seriöse Aussage ist meiner Meinung nach kurz- und mittelfristig schwer zu treffen. Somit sollten wir unser Risikomanagement entsprechend parat haben. Siehe auch der Tweet von Mark Minervini.

Deshalb heute etwas ungenauer:
- Langfristig sind steigende Kurse zu erwarten. Das aktuelle, berechnete Kursziel ist 3.600, welches über mehrere Zeitebenen bei den Point and Figure Charts prognostizert wird. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit des Eintretens
- Das Sentiment und die Asset Allocation sprechen für ebenfalls steigende Kurse.
- Kurzfristig zeigt sich, dass jeder noch so kleine Dip gekauft wird, jedoch: Wann endet das und wir bekommen die bereinigende Konsolidierung zu einem Fibonacci-Retracement?
- DER Sektor to be ist Technologie!
- Schauen wir auf die Emerging Markets, diese könnten weiterhin eine internationale Überperformance bieten.
- Beobachten wir den Dollar. Dieser hat Relevanz insbesondere für den Dax (negativ), die Rohstoffe (positiv) und die großen amerikanischen Konzerne (positiv)

Summasummarum: Halten wir uns an unser Risikomanagement, gehen wir die höheren Kurse mit und sichern nach unten ab!

Makro-Charts

Schauen wir uns einige übergeordnete Charts an:

Der Markt, vertreten mit dem wichtigsten Aktienindex der Welt, dem S&P 500, ist sehr volatil in den letzten Monaten. Aktuell bewegt er sich an der oberen Kante des Bollinger Bandes. Prallt er ab und bewegt sich nach unten? Bei Betrachtung der Vergangenheit konnte das nicht prognostiziert werden. Jedoch ist ein weiteres impulsives Ansteigen nach oben ÜBER die Kante des Bollinger Bandes in der Vergangenheit nicht erfolgreich gewesen.

Meine in den letzten Monaten immer wieder dargestellte Umkehrformation im USD ist eingetreten. Eine Gegenbewegung nach dieser impulsiven Abfahrt nach unten ist wahrscheinlich. Was kommt jedoch danach? Wichtig für den Dollar wäre ein Überschreiten der Unterstützungslinie seit 2011 und ein Monatsende 2020-08 über dieser. Wenn dies nicht passiert, ist eine Abfahrt nach 88 wahrscheinlich.

Weiterhin keine Auffälligkeiten im kumulierten Advance-Decline Chart - weiterhin in Bullenhand.

Im Global Dow sieht es weiterhin interessant aus. Kann die langfristige Trendlinie seit 2009 geknackt und wieder erobert werden oder haben wir eine Erholungsrally mit Retests gesehen und die Reise geht weiter in den Süden?

Das Weekly Put/ Call Ratio schlägt aktuell noch keinen Alarm, ist jedoch überreizt. Ein Ansteigen über 0,6 würde das Risiko von fallenden Kursen deutlich erhöhen.

Wer ist verantwortlich für die steigenden Kurse? Industrials sind es zumindest nicht. Das sieht seit Anfang 2018 erbärmlich aus.

Die Marktlage-Ampel

Meine selbst gestrickte Marktampel sieht aktuell einen Investgrad von 60% vor.

Größtenteils sind bearishe Kursziele der Point and Figure Charttechnik nicht mehr aktiv. In mehreren Zeithorizonten (starkes Signal!) wird das Kursziel 3.600 Punkte prognostiziert.

Marktlage langfristig

Ein weiterer sehr starker Monat ist in den Büchern. Sieht alles gut aus in diesem Chart.

Marktlage mittelfristig

Im Weekly Chart sieht alles nach "Vorsicht".

Der PPO, der RRG Indikator und die Widerstandslinie, die direkt über dem aktuellen Kursgeschehen hängt, laden nicht zu einem Kauf ein. Risikomanagement ist angebracht.

Eine erste Konsolidierung seit dem Tief auf ein Weekly-Fibonacci-Retracement wäre schön.

Das AAII Sentiment Survey spricht eine klare Sprache: die Kurse gehen weiter nach oben. Das bullishe Lager ist verschwindend klein.

Marktlage kurzfristig

Das nächste Chart sieht auf den ersten Blick etwas verwirrend aus. Ich habe mit rot die bearishen Keile eingezeichnet, welche immer flacher werden. Mit grün sind die Widerstandslinien eingezeichnet. Wir erkennen bei der aktuellen und der letzten, dass der Kursverlauf VOR dem Durchbrechen nach oben (sollte dies nun passieren) über mehrere Tage "Luft holen" muss. Meine Interpretation der Sache ist, dass die Luft dünner wird, die Schar des bullishen Lagers dünner, um den Aufwärtstrend weiter zu halten. Im Umkehrschluss heißt das aber nicht, dass dieser Trend somit versiegt und aufhört. Er wird nur langsamer.

Die bullishe Sicht der Dinge wäre ein Anschmiegen an das All-Time-High und danach eine impultive Rally zu neuen Hochs. Die bearishe Sicht wäre eine Konsolidierung auf Fibonacci Retracements 50% o.ä..

Im Fear and Greed Index ist noch deutlich Luft für mehr Greed - steigende Kurse sind somit machbar.

Ein neues Chart in meinen Artikeln: der VIX sagt aktuell auf: weitergehts zu neuen Höhen!

Das Chart von gestern zeigt, mit welchem Markt wir es zu tun haben. Klar wir hatten Monatsende etc. Jedoch eine solche Rally in den letzten Minuten ist nicht alltäglich. Denken wir immer an das endlose Geld da draußen, das Anlage sucht!

Ein warnendes Zeichen ist das Ratio der Halbleiter mit den Bonds. Dieses Ratio hinkt hinterher, was normalerweise kein gutes Zeichen ist.

Relative-Strength-Charts (RRG)

Kommen wir zu den Charts der relativen Stärke.

Zu allererst die Assets im Vergleich zum VBINX, dem Vergleichsindex:

Real Estate und Rohstoffe sind in beiden dargestellten Zeitebenen eine Bank. Das sieht gut aus.

Die Aktien, vertreten durch die ITOT, sind im Weekly stärksten Quadranten, fallen aber ab. Dies zeigt sich gut im Daily, in dem die Aktien bereits im Weakening Quadranten sind. Weitere Schwäche ist hier zu erwarten.

Der USD Dollar ist in beiden Zeitebenen einfach nur kaputt - es kommen wieder bessere Zeiten.

Bonds sind indifferent und brauchen noch etwas Zeit, um Stärke zu sammeln.

Kommen wir zum RRG Chart der Länder im Vergleich zum S&P 500:

Hier zeigen sich die Emerging Markets als der Favorit. Die letzten Tage wurde etwas Luft geholt. Ein Wiedereintreten in den Daily-Leading und den Neueinstieg in den Weekly-Leading ist wahrscheinlich.

Erhebliche Schwäche zeigen Deutschland (Dax) und Japan (Nikkei). Beiden zeigten im Weekly eine gute Performance. Jedoch war die letzte Woche für beide Länder im Ratio zum S&P 500 ein Game-Changer. Ein Abfall Richtung Weekly-Lagging ist wahrscheinlich.

Interessant könnte in nächster Zeit China werden. Dieser Markt benötigt noch etwas Luft, könnte aber demnächst durchstarten.

Bei den Sektoren sticht der Technologie-Sektor XLK hervor. Er bewegt sich sehr stabil in den letzten Wochen an der Grenze Leading/ Weakening und hat im Daily Chart im Laufe der letzten Woche über den roten Quadranten Luft geholt. Ein Eintauchen in den Leading sieht wahrscheinlich aus.

Die restlichen Sektoren wirken auf mich indifferent. Insbesondere Vorsicht im IBB. Dieser konnte vor einer Woche keine weitere Stärke sammeln und ist tief in den roten Daily-Quadranten gerutscht.

Point-and-Figure-Charts

Meine Analyse der Point and Figure Charts. Diese strotzen nur vor Stärke.

Euer

Hullahuppi

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143. Die Marktlage 04.06.2020



Hallo zusammen,

ein neuer Monat ist da, Zeit für eine neue Marktlage.

Leider habe ich aktuell immer weniger Zeit für den Markt, da ich in einer vergleichbaren Situation wie Stockpix vor ca. 2 Jahren (glaube ich zumindest) bin: ich strebe eine Zertifizierung an. Nicht in der Immobilienbewertung, sondern im Projektmanagement (wen es interessiert: PMP). Wie intensiv und aufwändig das noch werden wird, kann ich noch nicht absehen, jedoch frisst das Ganze jetzt schon viel Zeit.

Nichtsdestotrotz, möchte ich heute eine weitere Lage für mich und für alle meine Leser schreiben, um ein Gefühl für den Markt zu bekommen.

Heute wieder in altbewährter Struktur.

Viel Spass,

0. Zusammenfassung

Eine Unmenge an Geld ist durch die Notenbanken in Umlauf gebracht worden (siehe 1. Das große Bild - Asset Allocation). Dieses sucht weiterhin noch Renditemöglichkeiten, wobei Akien extrem unterinvestiert sind im BofA Survey. Dies hat zu einer massiven Rally und keinerlei größerem Dipp geführt und wird dies auch weiterhin tun, sofern keine großen Unsicherheiten den Verlauf stören.

Das Sentiment in allen Zeitebenen unterstützt weiterhin steigende Kurse (siehe Fear and Greed & AAII Sentiment)

Kurzfristig haben wir eine deutlich überkaufte Lage, die meiner Meinung nach zu keiner großen Konsolidierung aufgrund der hohen Nachfrage führt. Ein Retracement auf der 200-Tage Linie im Daily wäre möglich.

Eine Seitwärtskonsolidierung über den Sommer könnte ich mir vorstellen, um die hohen Breadth Werte abzubauen. Die geeignete Sektorenwahl könnte in den nächsten Wochen weiterhin entscheidend sein. Interessant könnten dabei Industry, Materials und Transport sein. Diese haben Nachholbedarf.

Aufpassen auf den Dollar - dieser ist im Monthly Chart aus dem Trend nach unten gefallen (siehe 1. Das große Bild). Dies könnte dem Dax und deutschen exportorientierten Unternehmen auf Dauer nicht gut tun.

Kursziele nach Point and Figure für den S&P 500:
nach oben: 3.600 Punkte
nach unten: 1900 Punkte

Somit ist das Motto: Kurs und Stratgie halten, nicht verunsichern lassen.

1. Das große Bild

Der US-Dollar scheint die bearishe Variante meiner Projektion durchführen zu wollen. Ist die Dominanz des Dollars über die nächsten Monate erst einmal vorbei und wir bekommen einen stärkeren Yen und Euro? Dies hätte insbesondere Folgen für die Rohstoffe und unsere exportorientiere Wirtschaft.

Die Asset Allocation April spricht eine klare Sprache: Das viele Geld ist noch laaaange nicht in Rendite-Objekte geflossen. Wir können weiter mit einer Unterstützung von dieser Seite rechnen.

Auch der Global Dow hat sich in den letzten 2 Monaten kräftig erholt. Er sitzt nun direkt unter einem massiven Widerstand. Was nun? Luft holen für den Knall nach oben?

`

Außer Spesen nichts gewesen? Bei Betrachtung des kumulierten Advance Decline mit einer Projektion der vergangenen Aufwärtstrends haben wir exakt bei Auftreffen auf die Trendlinie einen Abpraller bekommen. Der Trend wurde nicht gebrochen.

Die Breadth Indikatoren nähern sich historischen Höhen - allerorten kann man dies auch in Twitter lesen, wie historisch diese sind.

Das Put/Call-Verhältnis nähert sich ebenfalls einem Wert, der einem Top droht.

Gleiches gilt für den High Low Index:

Meine Ampel ist in allem Trarah gestern von 40% auf 60% Investitionsgrad gestiegen. Der Grund dafür ist in den Kapiteln unten zu erkennen.

2. Die Kauf-Lageampel

Die Langfristige Sicht

Unten ist das sehr langfristige Point and Figure Chart 5% 3-er Umkehr dargestellt. Man kann eine Konsolidierung beginnend ab 2010 endend in 2018 erkennen. Seitdem hatten wir einen Run nach oben ohne nur 1x einen Rücksetzer zu sehen - bis 2018. War es das jetzt?

War der Taucher unter das 2018/12 Tief eine Bärenfalle und es geht einfach weiter?

Aktuell könnte man sich als weitere Variante ein zulaufendes Dreieck vorstellen: eine weitere Konsolidierung in eine 0-Säule, um dann nach oben/ unten aufzulöen.

Aktuell muss ich sagen, kann ich mir nur bei diesem vielen Geld ein Auflösen nach oben vorstellen...

Eine entartete iSKS ist zu erkennen, die ich schon lange hier in meinen Berichten zeige. Mittlerweile ist der PPO Indikator auch wieder nach oben gedreht und der RRG Indikator beginnt im roten Quadranten zu drehen.

Fazit aus diesem Chart: Trendkanal ist kurz nach unten durchbrochen und wieder erreicht - weiter machen!

Die Mittelfristige Sicht

Die mittelfristige Sicht der Dinge sieht richtig gut aus. Trend ist klar aufwärts mit einem Point and Figure Kaufsignal.

Auch im Weekly Chart des S&P 500 sieht alls gut bei den Indikatoren aus. Stramm aufwärts und noch lange nicht im roten Bereich. Einzig die gleitenden Durchschnitte sind noch nicht da, wo man einen Aufwärtstrend sehen möchte. Eine Konsolidierung und ein Drehen der SMA würde der Situation etwas Luft geben.

Unterstützung neben der BofA Asset Allocation kommt auch von dem AAII Sentiment. Wir haben überdurchschnittlich viele pessimistische Anleger. In einem reflexiven Markt unterstützt das steigende Kurse.

Ein Bullish Percent Index von 87% auf Bull Confirmed Status ist nicht das, was wir haben möchten, um neu in Aktien zu investieren. Definitiv haben wir hier eine Marktüberreaktion, die aufgelöst werden sollte.

Einziger Sektor, der noch nicht überreitzt ist und in einem Bullish-Percent Aufwärtstrend ist, ist der Consumer Staples Sektor bei 63%.

Die kurzfristige Sicht

Auch das kurzfristige Point and Figure Chart 0,5% ist in einem Aufwärtstrend, hat den Abwärtstrend durchbrochen und steht auf einem Kaufsignal.

Auch der kurzfristige Breadth Indikator Prozent der 10 ist deutlich zu weit im roten Bereich und sollte konsolidieren: 97% - 97% der Unternehmen im S&P 500 sind über dem SMA 50 Tage!

Das Daily Chart zeigt eine Konsolidierung Ende April bis Mitte Mai und einen fulminanten Ausbruch über die 200-Tage Linie. Einzig der PPO zeugt davon, dass die Lage überkauft ist. Fällt der RRG vom grünen zurück in den gelben Bereich?

Auch kurzfristig unterstützt das Sentiment höhere Kurse: der Fear and Greed Indikator ist "nur" auf 62% und Greed.

3. RRG-Chart - Die anderen Assets und Sektoren

Ich habe die RRG Chart Darstellungen geändert. Da es wochen- (mittelfristig) und tagesweise (kurzfristig) Analysen gibt, habe diese auch beide dargestellt.

Der Vergleich der Assets Vergleichsindex VBINX

Einzige Assetklasse, die mittelfristig "in" ist, sind Aktien. Kurzfristig sieht das nicht anders aus. Nach einer Schwächephase über den gelben Quadranten sind Aktien mit Real Estate wieder im grünen Bereich. Der Rest ist in beiden Zeitebenen "out".

Der Vergleich der Länder zum S&P 500

Im Ländervergleich zum S&P 500 sehen wir einen Stern: den Dax. Dieser zeigt mittel- und kurzfristig relativ zum S&P 500 Stärke.

Der Vergleich der Sektoren zum S&P 500

Im Sektorenvergleich mit dem S&P 500 stechen mittelfristig einige heraus:
- Transport
- Energy
- Industry
- Materials
- Consumer Disc.
- Financials

Im Tagesvergleich sind diese jedoch bereits tief im grünen Quadranten und nicht mehr interessant für ein Investment. Einzig Energy könnte in den nächsten Tagen noch Richtung Leading Quadranten drehen - Augen auf.

4. Point and Figure Charts

Anbei die von mir beobachteten Point and Figure Charts mit den berechneten Kurszielen.

Das 3-er Umkehr 40 Punkte Chart des S&P 500

Das 3-er Umkehr 20 Punkte Chart des S&P 500

Das 1-er Umkehr 20 Punkte Chart des S&P 500

Euer

Hullahuppi

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Wallstreet Stream 21.03.18



15:20 MEZ

So, nun beginnt ganz entspannt ein längerer Wallstreet Stream, der vorausichtlich bis Handelsschluß 21 Uhr andauern wird. Gegen 18 Uhr mache ich eine Stunde Pause zum Abendessen, der Stream bleibt aber offen.

Das wichtige Datum ist dann um 19 Uhr MEZ das FOMC Statement und ab 19:30 Uhr MEZ die erste Pressekonferenz von Jerome Powell.

Aufgrund von Aussagen Powells vor Repräsentantenhaus und Senat, hängt die Befürchtung in der Luft, dass die FED etwas falkenhafter als in der Vergangenheit sein wird. Es hat nämlich nicht nur Powell an der Spitze gewechselt, auch im Gremium gab es Wechsel, so dass es für den Markt dieses Mal schwieriger ist das Ergebnis zu antizipieren als sonst. Dass eine Zinserhöhung kommt ist eigentlich klar, aber wie wird die FED in die Zukunft blicken?

Es ist diese Unsicherheit, die die Marktteilnehmer in den letzten Tagen hat Gewinne mitnehmen lassen. Natürlich wirkten auch singuläre Nachrichten wie das Thema um Facebook, aber diese Unsicherheit lastete auf dem Markt.

Weil das so war, gibt es zur FED eine kleine Präferenz zu bullischen Auflösung, denn es dürfte schon das Ausbleiben einer Überraschung genügen, um eine Erleichterungsreaktion in Ganz zu setzen.

Weil der Markt reflexiv ist, haben diese Gedanken aber nicht nur wir, sondern heute auch andere und versuchen sich im Vorfeld schon zu positionieren, wir werden sehen was das im Vorfeld bewirkt.

All zu viel sollten wir in die Bewegungen des Nachmittags aber nicht herein interpretieren, bis 19 Uhr werden wir eine gespannte Ruhe erleben.

15:25 MEZ

Ich habe es bisher nur kurz retweetet, aber Sie sollten auf keinen Fall Urban Carmels monatlichen Review der -> Fund Manager Asset Allocation <- übersehen. Pflichtlektüre für jeden!

15:50 MEZ

Schöne "Rounded Bottom" Intraday-Struktur im DAX gerade innerhalb der letzten 2 Stunden. Sie sehen auch, wo ich via CFD mal ein Intraday-Tänzchen gewagt habe, den Stop ziehe ich demnächst nach oben.

Heute habe ich ja mal wieder die Zeit und Aufmerksamkeit, so etwas zu machen.

15:55 MEZ

Öl springt weiter hoch und nähert sich schnell der Nackenlinie:

15:58 MEZ

Heute springen dann auch endlich die Energie-Aktien an, potentieller iSKS Wendeformation im ETF XES der Öl-Dienstleister:

16:40 MEZ

Der Ton des Marktes gefällt. Da haben auch andere den Gedanken, dass zur FED die Chancen eher auf der bullischen Seite liegen:

Übrigens, zum DAX Trade von oben, der ist ein schönes Beispiel, warum man um große Gewinne zu generieren, nicht zu schnell kleine Gewinne sichern sollte. Der DAX kam kurz nach 16 Uhr bis auf exakt 2!! Punkte dem Einstieg nahe. Nur weil ich noch nicht nachgezogen hatte, bin ich (mit viel Glück) noch drin.

Wir merken uns, dass wer im Trading hohe Gewinne will akzeptieren muss, dass viele seiner Trades Plus/Minus Null ausgestoppt werden, weil der Kurs wie ein Scheibenwischer wieder zurück kommt. Wer die kleinen Gewinne sofort sichert, hat zwar mehr als Plus/Minus Null, aber fast nie einen großen Gewinn. Und am Ende sind es die wenigen großen Gewinne, die den Unterschied machen.

Bei mir war das heute ein Stück weit Glück. Nicht immer dreht der Markt 2 Punkte darüber, manchmal auch 2 Punkte tiefer. 😉 That´s Life

17:00 MEZ

Macy´s (M) hat sich noch nicht bewegt, sieht für mich aber immer noch erwartungsfroh und spannend aus:

Im ganzen Sektor Clothing/Retail gibt es aber gerade ein paar Aktien, die mich vom Chart her ansprechen.
So auch The Gap (GPS) und Michael Kors (KORS):

17:40 MEZ

Nutanix (NTNX), hier mehrfach im Forum Thema und auch bei mir einmal am 09.01., ist ein wunderbares Beispiel für den Unterschied der Bewertung einer Lage durch unseren evolutionären Instinkt (Affenhirn) und die Regeln der Markttechnik:

Wenn der Affe in uns dieses Chart sieht, tut er sich unermesslich schwer das noch zu kaufen. Weil nach Alltagslogik, was so hoch steigt, kommt auch wieder zurück.

Laut Markttechnik ist so eine enge Konsolidierung unter fallendem Volumen aber sehr bullisch, klare Präferenz nach oben!

Nun sollten wir diesen Einzelfall nicht zum Maßstab machen, egal wie das ausgeht, beweist es weder das Eine noch das Andere - ein Einzelfall kann immer durch alles Mögliche mal von der statistischen Präferenz abweichen.

Aber statistisch gesehen garantiere ich Ihnen, dass die Markttechnik hier Recht hat. Statistisch wird - da bin ich ganz sicher - es aus so einer Ausgangslage öfter nach oben als nach unten weggehen, wenn kein anderer Parameter (wie beispielsweise der breite Markt) das Spiel von Angebot und Nachfrage überlagert.

Denn dieses Bild sagt ganz klar, dass niemand die Aktie abgeben will und sie nur deshalb konsolidiert, weil temporär mal keine neuen Käufer nachkommen. Das nennt man "Kraft sammeln" in Konsolidierungen.

17:56 MEZ

So, ich mache jetzt eine Stunde Pause, bin dann zum FOMC Statement wieder da. Der Markt macht schon auf Vorfreude, mal sehen ob es auch danach dann trägt.

Das Statement wird man um 19 Uhr MEZ plus ein paar Sekunden Serverlaufzeit über den Atlantik voraussichtlich -> hier <- lesen können.

Bis später.

19:05 MEZ

Die FED bleibt in ihrer Projektion bei drei Erhöhungen. Das ist keinesfalls falkenhafter als befürchtet.

In einer Millisekunde, noch bevor die Datei den Serverweg über den Atlantik zurückgelegt hatte, haben die Algos reagiert, die solche Dokumente automatisiert scannen. Es war mal wieder faszinierend zu sehen.

Ob es aber so viel nützt bezweifele ich, zumindest nicht auf der Ebene von Minuten und mehr, denn danach gehen sofort die typischen Spielereien und Schiebereien los.

Auf jeden Fall ist das keine negative Nachricht, die Chance dass der Markt nun wieder nach oben dreht ist da. Wenn er es nicht tut, ist auch das eine wichtige Nachricht und sollte unsere Vorsicht erhöhen:

19:15 MEZ

Hier kann die Pressekonferenz Live geschaut werden, falls gewünscht:

-> FOMC Live Broadcast <-

19:40 MEZ

Powell ist angenehmer zu hören als Yellen, was nicht so schwierig ist. Er hat einen etwas nervigen Tick Worte wie eine Art Stottern zu wiederholen, vielleicht ist das aber die Nervosität und legt sich.

Weniger schön ist aber, was der NASDAQ gerade macht:

19:45 MEZ

Mit allem Vorbehalt, ich betrachte den Abverkauf der Hochs nach der FED der nun abläuft als potentiell bedeutend und kritisch. Vorsicht da jetzt, das könnte eine Bewegung sein, die mehr als Zappeln nach der FED ist.

20:10 MEZ

Spannend. Viele, viele grundlegende Fragen an den neuen FED-Chef und er macht eine ganz gute Figur. Er gibt sinnvoll ausführliche Antworten, recht direkt, ohne unnötiges Geschwurbel. Es fehlt etwas an Lockerheit, aber das ist völlig normal. Würde ich da zum ersten Mal sitzen und wissen, dass *ein* falsches Wort Milliarden in Bewegung setzt, wäre ich auch nervös. 😉

Für den ersten Termin macht er das recht gut. Ich nehme auch einige Infos auf, aber es ist unmöglich das hier schnell zu beschreiben und kommentieren.

Und was ich persönlich an seinem Stil mag, es fehlt völlig die süffisante Arroganz Draghis und auch das Geschwurbel Yellens. Er ist sachlich, direkt, präzise. Jetzt bei den nächsten Terminen noch eine persönliche Note, dann kann das kommunikativ was werden. 😉

Im großen Bild finde ich das Verhalten des NASDAQ100 nach wie vor als "Concern". Er ist wieder etwas zurück gekommen, aber trotzdem, schauen Sie mal wie er gerade präzise die 50-Tage-Linie und Trendlinie dieser großen Struktur getestet hat.

Da sollte nach unten nun besser nichts mehr anbrennen, gleichzeitig habe ich ein komisches Gefühl im Magen, dass bei FAAMG noch Schwäche nachkommt. Wir werden sehen:

20:15 MEZ

Pressekonferenz vorbei, die Kaufprogramme hauen sofort rein. Jetzt gilt es, entweder weg von der Linie oder durchfallen. Die letzten 45 Minuten werden recht spannend und die Bewegungsbreite nach der FED ist grösser als bei den letzten Sitzungen, was ja kein Wunder ist.

20:38 MEZ

Vieles von den aktuellen Bewegungen ist natürlich Spielerei von Tradern und man darf das heute Abend nicht überbewerten. Powell hat nichts wirklich Neues geliefert, sondern Beständigkeit signalisiert, was ja ein Wert an sich ist.

Trotzdem, so richtig gefällt mir die Price-Action nicht - ich bin nach der FED skeptischer als davor. Schauen Sie unten, wir haben ein starke Bewegung in EURUSD mit aktuell Plus 0,8%. Der Markt wertet die FED also klar als weniger falkenhaft als befürchtet. Auf den DAX drückt das natürlich, aber die US Aktien sind dafür dass der Dollar fällt nicht besonders stark:

Also erneut mit allem Vorbehalt eines eingeschränkt aussagekräftigen Zappelns nach der FED: nach einer bullischen Auflösung sieht das für mich nicht aus. Eher so, als ob uns die Risiken rund um FAAMG erhalten bleiben.

20:50 MEZ

XES update:

21:05 MEZ

So liebe Mitglieder, das wars. Jetzt muss ich das erst einmal sacken lassen und verarbeiten. Ich kann meine Augen ja auch nicht überall haben, während ich gleichzeitig, zuhöre, schreibe, selber handele, nachdenke und meinen Sohn ins Bett bringe.

Es hat sich aber heute gelohnt, auch wenn rein von der Höhe her die Bewegung im normalen Rahmen war, war es doch ganz interessant und mein Bild vom Markt ist etwas skeptischer geworden. Denn das ist die Performance des NASDAQ100 am heutigen Tag - einem Tag *nach* vielen Abgaben und einer FED die Stabilität vermittelt und keinesfalls falkenhafter ist als im Vorfeld befürchtet.

Da war also Einiges für eine positive Reaktion aufgereiht und wir haben das ab 19 Uhr bekommen:

Hmmm. Kopfkratz und Bartkraul. Hmmm. Ich will das noch nicht überbewerten, morgen ist ein neuer Tag aber trotzdem Hmmm.

Machen Sie es gut, ich trinke jetzt ein Bier.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Untergewichtete US Märkte



Guten Morgen!

Das antizipierte, leichte Retracement scheint im Gange zu sein, alle Futures drehen im frühen Handel leicht nach unten und der DAX unter 12.500.

Auch gestern war das schon bei Apple zu sehen, die erwartete leichte Sell-the-News Reaktion kam wie ein Uhrwerk - hier der Intraday-Verlauf:

Das kann die kommmenden Tage noch ein wenig weiter nach unten führen, mehr als ein gesundes Retracement müssen wir da aber vorerst nicht hinein interpretieren. Die Märkte bleiben stark und bullisch.

Ein starkes Argument für weiter steigende Märkte, insbesondere in den US, ist dabei erneut die -> Fund Managers Current Asset Allocation September <-:

Wir sehen, dass US Aktien bei den Fund-Managern so untergewichtet sind, wie seit fast 10 Jahren nicht mehr. Das ist bemerkenswert!

Nun sind solche Daten keine Timing-Indikatoren auf Tagesbasis. Im Moment liegt der positive Druck eher auf den Euro-Aktien und das kann auch gut noch Tage und sogar Wochen weiter gehen.

Aber irgendwann Ende September oder Oktober, wird sich dieses Blatt wenden. Idealerweise fällt das zusammen mit einer erneuten, kleinen Korrektur, die ich ja wie Sie wissen für den Herbst noch auf dem Radar habe.

Und dann - wenn diese idealen Umstände so eintreffen - *dann* ist das der Moment, in dem man aggressiv *BTFD* bei den US Aktien machen muss!

Und wenn dann - wie -> wie gestern von Steven Mnuchin angedeutet <-, die Steuerreform tatsächlich noch zum Jahresende käme und rückdatiert würde, würde das doppelt und dreifach gelten - das wäre dann ein Feuerwerk bei US Aktien!

Das ist also mein Gameplan zum Jahresende, kurz und klar. Und da man den Zeitpunkt nicht genau timen kann, beginne ich nun in Stärke hinein das Exposure in Euro-Aktien zugunsten von US-Aktien langsam zu reduzieren.

Was 2018 dann kommt, dazu habe ich noch keinerlei Meinung und denke da auch noch nicht darüber nach - ein Schritt nach dem anderen führt den Bergsteiger zum Gipfel.

Untergewichtet ist wie Sie oben sehen auch das britische Pfund. Das will nun aber -> wegen Zinserhöhungsspekulationen <- nicht mehr warten und powered nach oben.

In -> Taktische Chance <- hatte ich Ihnen dazu vor einer Woche eine Wendeformation gezeigt - die sieht nun so aus:

RWE ist seit gestern deutlich ins Zögern gekommen. Sah es in der Frühe noch sehr gut aus, kam dann ein deutliches Reversal, das heute bestätigt zu werden scheint.

Nach dem Ausbruch zu neuen Hochs ist das so früh ungewöhnlich, weshalb ich meine Bewertung der Situation gegenüber gestern anpasse. Ein Blick auf das ganz langfristige Chart zeigt uns, was hier wahrscheinlich los ist:

RWE kämpft jetzt mit einem deutlichen, langjährigen Widerstand. Verbunden mit der plötzlichen Schwäche genau dort, wo sich die Bewegung nach oben entfalten sollte, macht das das eingezeichnete Szenario möglich, in dem die Aktie noch einige Monate mit diesem Widerstand kämpft und seitwärts mäandriert.

Meine Art mit so Situationen umzugehen ist in der Regel Teilgewinne mitzunehmen und mit kleinerer Positionsgrösse dabei zu bleiben. Und genau das habe ich nun getan.

So weit so knapp an diesem eher ruhigen Morgen eines wahrscheinlichen Konsolidierungstages. Bis später!

Ihr Hari

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Wenn das jetzt noch …..



Guten Abend!

Noch eine Einordnung nach Handelsschluss. Ich habe das entscheidende Chart des S&P500 der letzten zwei Tage schon bei Twitter eingestellt, hier ist es erneut:

Na, ist das jetzt bullisch oder bärisch? Hmmm?

Wenn das jetzt noch der alte, menschliche Markt wäre, der solange Bestand hatte, wie wir Börse kennen, also seit mehr als hundert Jahren .....

Und wenn das jetzt noch das Jahr 2006 oder 2007 wäre, bevor der Computerhandel und die ETFs diese Dominanz entwickelt haben .....

..... dann würde ich Ihnen heute Abend eher sagen: bereiten Sie sich auf den nächsten Abwärtsschub vor.

Denn was wir heute als Gegenbewegung nach dem gestrigen, plötzlichen Einbruch gesehen haben, war eher anämisch, schwach und konnte auf den Punkt nicht die 2.350 überwinden, die ich Ihnen am Nachmittag in -> Das Ringen <- als wichtige Signalmarke genannt habe.

Achten Sie insbesondere auf die beiden mit blau markierten Kerzen, bei denen die Kaufprogramme die in der letzten Handelsstunde versuchten die Oberhand zu gewinnen, klar bei 2.350 abgewürgt wurden.

Und dann führen wie uns auch noch aus der strategischen, mittelfristigen Sicht, die aktuell herein gekommenen "Asset Allocation" der Funds Manager vor Augen. Lesen Sie wahlweise einen dieser drei Artikel, die alle einen leicht unterschiedlichen Zungenschlag zum Thema haben. Und bedenken Sie dabei, dass eine klare, konsistente Aufstellung (Aufstellung nicht Meinung!) der Fondsmanager wegen der Reflexivität, eher als Kontraindikator zu lesen ist:

-> The markets big money is eying the exit <-

-> Fondsmanager halten Aktien für überbewertet <-

-> Fund Managers current Asset Allocation March <-

All das passt zusammen. Dieser schwächliche Rebound heute, deutet trotz der iSKS in der alten Börsenwelt eher auf weitere Schwäche hin und das wäre eigentlich ein recht klares Signal, also eines mit 60-70% Wahrscheinlichkeit, was im Markt schon extrem hoch ist.

Aber wir haben diesen "emotionalen" und menschlichen Markt der Vergangenheit scheinbar nicht mehr. Wir sehen das heute wieder, wie trotz des gestrigen Tages nur ruhig und emotionslos seitwärts gehandelt wird.

Und dieses Muster nach einem Tag wie gestern zeigt eindrücklich, wie dominant emotionslose Algorithmen und das Geschiebe der passiven Investmentvehikel geworden ist. In Teilen brauchen wir also eine neue Lehre der Marktmechanik, der Markt wandelt sich vor unseren Augen immens. Alte Bücher zum Börsenhandel, kann man wohl teilweise verbrennen.

Wir haben gerade im letzten Jahr mehrfach erlebt, wie dieses ruhige Schieben in Momenten die eigentlich voller Emotionen sein sollten, immer wieder doch zu V-Rebounds geführt hat. Ich habe das nach dem Brexit letzten Juni sehr prägnant in -> es ist so verflucht artifiziell <- beschrieben, wenn Sie den Artikel nicht kennen, lesen Sie ihn bitte noch einmal!

Und auch heute haben wir wieder so ein Marktverhalten. Und das heisst, wir sollten hier besser keine Schlüsse nach Emotionsmustern von Menschen ziehen. Zumal diese iSKS sehr deutlich ist und auf solche Muster scheinen die Algos derzeit zu fliegen. Es ist auch wunderbar zu sehen, wie der Markt sich den SP500 genau zum Handelsschluss genau an die Nackenlinie gelegt hat und uns so in die Betten schickt. Fieser Kerl das. 😉

Wir gehen also morgen besser ganz pragmatisch an die Sache heran:

*Wenn* der Markt die Tiefs von gestern nimmt, *dann* sind wir im grösseren Korrekturszenario. Wenn nicht, dann offensichtlich nicht. Und wenn die iSKS klar triggert, geht es hoch.

Ich habe ja die Befürchtung geäussert, dass das wieder nichts wird mit der 5-10% Korrektur und dieser Eindruck wächst im Angesicht dieser Struktur. Aber noch ist die Chance da, dafür muss aber diese Woche der zweite Schub nach unten kommen.

Ehrlich gesagt, ich fand die Welt der schwitzenden, sich ängstigenden und jubelnden, gierigen Menschen an der Börse auch schöner. Aber trauert man nicht immer dem nach, was vergangen ist? Genau genommen merkt man daran, dass man alt wird. 😉

Die neue Börsen-Welt ist aber eben nun wie sie ist und wir arrangieren uns besser damit. Und ich werde neue Muster und neue Daumenregeln finden, mit denen man den Algos begegnet. Teilweise sind sie ja schon da.

Eines ist auf jeden Fall ganz sicher: Auch die neue Börsenwelt wird nicht nur die Richtung nach oben nehmen können.

Fazit:

Vorsicht ist weiter geboten, die Risiken weiterer Abgaben sind unverändert sehr hoch. Aber wir sollten das wieder die Kurse entscheiden lassen.

2.336,34 waren nach meinen Aufzeichnungen heute die Tiefs. Erst wenn die fallen, schauen wir wieder nach unten.
Und wenn die iSKS klar nach oben triggert, ist auch das eine Aussage.

Ich wünsche eine gute Nacht!

Ihr Hari

PS: Eine klare Aussage geht aus der Asset-Allocation der Fundsmanager hervor: Das britische Pfund und international agierende UK-Aktien mittelfristig zu kaufen. Eben weil die so untergewichtet sind.

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Hari Live – Archiv 15.03.15 – 21.03.15

Premium gross

Hari Live - Archiv 15.03.15 - 21.03.15

Freitag 20.03.15 17:20 - Wort zum Sonntag

So liebe Mitglieder, eine (für mich) sehr erfolgreiche Woche geht zu Ende!

Erfolg stellt sich für aktive Anleger dann ein, wenn der Markt sich im Rahmen der eigenen Erwartungen und Szenarien bewegt, denn natürlich ist man genau dafür optimal aufgestellt. Und dass ich diese Woche den Markt sehr gut antizipieren konnte, haben Sie ja Live erlebt.

Etwas zum Nachdenken möchte ich Ihnen aber noch zum Wochenende mitgeben.

Mir ist bewusst, dass ein paar Mitglieder auch deshalb wenig oder gar nicht im Forum zu konkreten Setups schreiben, weil die Angst zu gross ist, etwas "Falsches" oder "Dummes" zu schreiben und sich so zu "blamieren".

Das ist ein höchst menschlicher, sozialer Reflex, den wir alle irgendwie in uns haben und für den man sich nicht schämen muss. Nicht dafür schämen müssen, heisst ja aber nicht gleichzeitig, dass wir uns zum Sklaven solcher Reflexe machen müssen.

Gleichzeitig haben Sie erlebt, wie ich in einem Moment im Markt, an dem der DAX nach gigantischer Rally über 12.000 steht, sehr deutlich davor gewarnt haben zu früh abzuspringen, einen bullischen Bias kommuniziert habe und mich sogar so exponiert habe, auch im öffentlichen Bereich laut und deutlich "es ist nur eine Zahl" zu rufen.

Das zu einem Zeitpunkt, zu dem fast jeder der sich als "Marktkenner" darstellt, nun unter der Hand raunend von der grossen Korrekturgefahr und Überdehnung spricht - sie brauchen ja nur durch die diversen Blogs zu gehen. Es ist ja auch offensichtlich, nur passiert das Offensichtliche wegen der Reflexivität halt eher selten am Markt. 😉

Gleichzeitig lege ich aber hier immer so viel Wert darauf, dass ich auch keine Glaskugel habe und die Zukunft auch nicht kenne. Und klar, natürlich ist eine Korrekturgefahr vorhanden, das ist ja offensichtlich nach dieser Bewegung. Und eine falsche, überraschende Nachricht aus dem finanzpolitischen Umfeld und der DAX geht massiv in die Knie und ich stehe wie ein "Trottel" da.

Wäre ich nun also von der Angst getrieben, etwas "falsch" zu machen und würde mich davor fürchten, daneben zu liegen, wäre ich wohl kaum in der Lage mich so klar zu positionieren. Ich tue es aber trotzdem öffentlich, während Sie vielleicht Sorge haben, sich in einem geschlossenen Forum zu blamieren, wo Sie die Aussenwelt aber gar nicht lesen kann und bewiesenermassen ein freundlicher, nicht konfrontativer Umgangston herrscht. Und dafür gibt es nur einen Grund: ich habe diese Angst nicht. Ich bin da nicht angreifbar.

Ich bin vielmehr davon getrieben, so objektiv und klar wir möglich zu erkennen, was der Markt wirklich macht. Und darüber schreibe ich dann. Und wenn der Markt beliebt seine Meinung zu ändern, habe ich mir deswegen nichts vorzuwerfen. Vorwürfe mache ich mir aber dann, wenn ich nicht dem gefolgt bin, was mir der Markt für Signale gegeben hat.

Falls Sie also Angst davor haben sollten hier zu schreiben, weil es "falsch" sein könnte, dann denken Sie mal darüber nach, warum ich erfolgreich bin. Ich kenne die Zukunft nämlich auch nicht. Und werde genau so überrascht, wie jeder andere Mensch auch.

Stellen Sie sich also mal die Frage, ob meine Offenheit mich dem Urteil des Marktes zu unterwerfen, nicht vielleicht gerade das Erfolgsmodell ist. Hat nicht das Eine ganz viel mit dem Anderen zu tun?

Ich lasse mich eben nicht von der Angst blockieren falsch zu liegen, weil ich mein Risikomanagement so trainiert habe, dass ich die Sicherheit habe, mit den Situationen umzugehen, in denen es gegen mich läuft. Und Sicherheit schafft die emotionale Stärke, das Urteil des Marktes gelassen hinzunehmen und mit ihm nach dem Erfolg zu greifen.

Wie will man aber Sicherheit gewinnen, wenn man aus Angst nichts wagt? Haben Sie schon einmal erlebt, wie ein Kind auf dem Trockenen Schwimmen lernt? Nein, dafür muss man einfach Wasser saufen!

Denken Sie mal darüber nach. Und begreifen Sie den Wert, hier über Ihre Gedanken zu Aktien und dem Markt zu schreiben, nicht als Risiko etwas "falsch" zu machen, sondern als Chance im Wind der Meinung zu "reifen" und Stärke und Sicherheit zu gewinnen, die man im stillen Kämmerlein mit den eigenen Ängsten nie finden kann! Eine Chance, bei der Sie erst einmal kein Geld verlieren können, wenn Sie "falsch" liegen, sondern nur Erfahrung sammeln.

Insofern ist es gerade im Zustand der Unsicherheit die bessere, mutige Wahl, sich erst einmal dem Urteil der Umwelt zu stellen, als mit echtem Geld dem gnadenlosen Markt.

So weit mein Wort zum Sonntag. 😀

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Die EZB Rally oder: Der beste DAX heisst MDAX

In den letzten beiden Jahren gab es eine feste Grösse, auf die wir uns bei einer strategischen Asset Allokation zuverlässig verlassen konnten. Und das war die Tatsache, dass die US Indizes besser laufen, als die europäischen.

Das war ja auch kein Wunder, denn während die Konjunktur in den USA wieder Tritt fasste, woran billiges Gas seinen Anteil hatte, dümpelte Europa anämisch vor sich hin.

Verstärkt wurde der Effekt durch die Stärke des US Dollar, die die grossen Kapitalströme in die US Märkte zog. Denn wenn ich ein weltweit agierender Asset-Manager bin, dann wähle ich doch bevorzugt Märkte, bei denen schon alleine die Währungsentwicklung für Gewinne sorgen wird, völlig unabhängig von einer Kursentwicklung.

Wobei der Dollar und die Stärke der US Märkte ja ein bisschen wie das "Henne und Ei" Problem ist. Einerseits spielt die Zinserwartung an die Notenbank natürlich auch eine Rolle und die FED signalisiert ja, dass sie in 2015 die Zinsen wieder erhöhen will. Anderseits sorgt aber gerade eine starke Wirtschaft für eine harte Währung, Deutschland hat das ja in den Zeiten der Bundesbank (sie ruhe in Frieden - ich trauere ihr nach) immer wieder vorgemacht.

Insofern ist der starke Dollar nicht nur Auslöser für Kapitalströme, sondern er ist auch Folge der starken US Wirtschaft und letztlich haben wir es hier mit einer sich gegenseitig verstärkenden Wirkung wie in kommunizierenden Röhren zu tun.

Nun aber, mit dem Beginn von 2015, scheint sich eine Änderung dieser Überperformance der US Märkte anzudeuten. Zumindest ist das in den Charts klar zu sehen, die ich Ihnen nun zeigen will.

Schauen wir erst einmal auf den S&P500, der in 2015 wild schwingt und relativ richtungslos ist, mit der Gefahr eine Topbildung zu vollziehen:

S&P500 15.01.15 2

Zum Vergleich schauen wir auf den DAX, der das Dreieck schon nach oben verlassen hat und eine klar bullische Grundstruktur besitzt:

DAX 15.01.15 2

Wir sehen deutlich, wie viel besser der S&P500 in ganz 2014 gelaufen ist. Dort war ein klarer Aufwärtstrend, während der DAX richtungslos vor sich hin eierte.

Deutlich wird aber auch, ab wann sich ein Unterschied zu dieser Entwicklung andeutete: eigentlich erst ab Anfang 2015, nachdem klar wurde, dass die EZB tatsächlich ein Anleihenkaufprogramm starten wird.

Damit wird die EZB Sitzung am kommenden Donnerstag 22.01.15 zum extrem wichtigen Faktor für die Märkte. Denn der Markt hat offensichtlich schon einen "Buy the Rumor" Trade aufgelegt, der derzeit im vollen Gange ist.

Abhängig davon, was die EZB real macht, wird dieser Trade wieder in sich zusammen fallen oder, wir erleben den Start einer grundlegenden Änderung der Kapitalströme, dieses mal aus den US Indizes in die europäischen Märkte.

Die Chancen für Letzteres sind gar nicht schlecht, denn der starke Dollar entfaltet zunehmend seine Wirkung und macht der US Industrie das Leben nicht leichter, zumal nun durch den einbrechenden Ölpreis auch Sorgen um die Fracking-Industrie hinzu kommen.

Und der Fracking-Boom hat natürlich in der Vergangenheit massive Investitionen ausgelöst, von denen viele Industrieunternehmen wie General Electric (851144, GE) profitiert haben. Der absehbare Zusammenbruch dieser Industrie, hinterlässt nun eine Schleifspur bei den Zulieferern und Dienstleistern, auch die schwache Kursentwicklung von GE hat genau mit dieser Erwartung des Marktes zu tun.

Gleichzeitig sollte der schwache Euro die europäische Exportwirtschaft zunehmend stützen. Das ist sicher nur ein kurzfristiger Effekt, Währungsabwertungen haben noch nie zu einer starken Wirtschaft geführt und die US Industrie wird langfristig unter dem Druck des Dollar nur noch stärker und wettbewerbsfähiger werden. Mittelfristig, mit der Sicht auf Monate, ist das aber ein positiver Faktor für die europäischen Unternehmen und die Sicht auf die kommenden Monate ist ja die, die uns beim Handel an den Märkten besonders interessiert. Langfristig sind wir sowieso alle tot. 😉

Auf jeden Fall haben die europäischen Aktienmärkte sowieso eine Menge nachzuholen, die Erwartungen an eine positive Überraschung sind gering und gleichzeitig deuten aber makroökonomische Entwicklungen und die Politik der Notenbanken dahin, dass Europa die Chance hat zu überraschen.

Nun ist Mr. Market ja der beste Frühindikator den man sich vorstellen kann und deshalb ist es besonders interessant zu sehen, wo nun die stärksten Gewinne im "Buy the Rumor" Trade in die EZB hinein sind.

Da fällt mir einerseits der spanische Aktienindex IBEX35 ein, was kein Wunder ist, denn hier treffen die positiven Effekte eines möglichen Anleihenkaufprogramms auf schon vollzogene Strukturreformen, die im Gegensatz zum erstarrten Italien schon für sich alleine leichte Hoffnung für das Land machen.

Auffällig ist aber auch, dass der MDAX nun seit kurzer Zeit noch viel besser als der DAX aussieht und schon den Ausbruch zu neuen Hochs vollzogen hat. Schauen wir auf das Chart und vergleichen wir das mit S&P500 und DAX oben, der Unterschied ist augenfällig!

MDAX 15.01.15

Die Gründe dafür sind offensichtlich. Der MDAX ist industrielastiger als der DAX, Maschinenbau ist hier ein wichtiger Faktor. Damit schlägt hier der schwache Euro besonders stark zu und auch die niedrigen Ölpreise sind ein positiver Katalysator.

Es könnte für die kommenden Monate also Sinn machen, auf Europas Exportindustrie zu setzen. Und wenn man das tut, führt kein Weg am MDAX und seinen Unternehmen vorbei.

Damit das Wirklichkeit wird, muss die EZB aber nächsten Donnerstag erst einmal liefern. Ich glaube übrigens kein bisschen daran, dass die Notenbank mit ihrer Geldpolitik die prinzipiellen Erstarrungen in Europa überwinden kann. Das könnte nur eine andere Politik, als wir sie haben und langfristig macht es daher jede Menge Sinn, weiter auf die US Industrie zu setzen, die ungleich bessere Voraussetzungen hat.

Aber für eine ein paar Monate andauernde Hoffnungsrally an den europäischen Märkten, ist die aktuelle Ausgangslage auf jeden Fall gut und wenn die EZB liefert, wird es der Markt wie ein Drogensüchtiger erst einmal goutieren. Was danach kommt, ist eine ganz andere Geschichte.

Achja .... und dann war da ja noch Griechenland. Aber "Who cares"? Die Schulden liegen mittlerweile bei der öffentlichen Hand, also uns, den Steuerzahlern. Und wir werden dafür blechen, das war schon immer klar, allen Beteuerungen unserer politischen "Elite" zum Trotz. Den Markt interessiert das aber nur noch am Rande, wenn es nicht zu völlig unkontrolliertem Chaos, bei einem möglichen "Grexit" kommen sollte.

Aber selbst der "Grexit" wird wohl ein schöner Traum bleiben, die absurde Logik des "Zusammenhaltens um jeden Preis" feiert in der Eurozone immer noch Urstände. Und solange die, die das bezahlen müssen, nicht die sind, die die Entscheidungen treffen, wird das auch so bleiben. Mit dem Geld Dritter lässt sich immer besonders freigebig um sich werfen.

Vielleicht sollte die Eurozone sich aber mal an der Medizin orientieren, in der sogar wichtige Körperteile wie Finger und sogar ein Bein bei einer unkontrollierbaren Infektion amputiert werden, um den Hauptkörper zu retten. Und auch der Körper ist ein komplexes System, dessen Reaktionen nur schwer vorher zu sehen und bestenfalls mit Wahrscheinlichkeiten zu fassen sind. Man macht es aber trotzdem, zum Wohl des grossen Ganzen.

Ihr Hari

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