Der Sinn einer Watchlist



Dieser Artikel soll Ihnen zeigen, warum sie unbedingt eine genau definierte Watchlist führen sollten, falls sie neben einem ruhigen Depot auch opportunistisch Chancen ergreifen wollen.

Und warum sie diese Watchlist täglich in einem festen Ritual durchgehen sollten und dabei Disziplin an den Tag legen sollten.

Das geht schnell, kostet kaum Zeit, man muss es "nur" tun. Und wenn es um US Aktien geht, können sie sich diese Watchlist auch als festen String bei Finviz definieren und sich jeden Tag schnell einen Überblick verschaffen.

Nehmen wir mal an, sie wollen die folgenden 10 Software Aktien täglich reviewen, dann schreiben sie einfach mit trennenden Kommas: NOW, SHOP, DDOG, DOCU, EVBG, WDAY, WORK, AYX, PD, ZEN

Selektieren sie dann bei Finviz "Screener" und geben mit Cut&Paste den String in das Feld "Ticker" ein. Dann haben sie eine Liste der Unternehmen und nun selektieren sie im Pulldown mal "TA".

Das sieht dann -> genau so aus <-, ich kopiere mal einen Ausschnitt der ersten vier Aktien als Bild herein. Das Bild ist klickbar.

Und nun sagen sie mir, was daran schwierig und zeitaufwändig wäre, ihre Watchlist einmal am Tag kurz zu reviewen? Ich höre? 😉

Das ist die Ansicht in Elite, ohne diese Kosten nervt die Werbung ein wenig und es sieht etwas anders aus, im Prinzip funktioniert es aber genau so. Das Geld für Elite auszugeben ist nur "nice to have" wenn man damit intensiv und produktiv arbeitet wie ich.

Und das ist mit Finviz ja auch nur ein Beispiel, weil es da so wunderbar elegant und schnell geht eine Watchlist auf einen Blick abzubilden, selbst inklusive technischer Daten. Es geht aber nicht um Finviz, nehmen sie gerne ein anderes Tool, wenn ihnen das besser gefällt. Wenn sie den Fokus auf europäische Aktien haben müssen sie es auch.

Das aber nur zur Einleitung, denn es geht ja darum *warum* sie eine Watchlist brauchen.

Und am Besten lernen wir ja, wenn wir auf die heisse Herdplatte gefasst haben und das ist im übertragenen Sinne mir vor Kurzem passiert.

Denn ich habe mehrere solche Watchlisten und arbeite mit denen diszipliniert und täglich. Und dann gab es da eine kleinere Software-Aktie, die ich schon länger im Auge hatte, aber damals noch keinen perfekten Einstieg gefunden hatte. Ich war sozusagen auf Lauer. 😉

Es war Simulatiom Plus (SLP) und ich hatte mehrfach sehr deutlich darüber geschrieben, zB -> hier am 10.04.19 15:45 MEZ <- und -> hier am 10.01.20 15:55 MEZ <-.

Und wenn sie nun bitte in den zweiten Link von Anfang diesen Jahres schauen, dann sehen sie mit dieser langen Konsolidierung schnell, warum ich da noch abgewartet hatte und warum ich noch keinen Trade gestartet hatte. Es war aber kurz davor und das hatte ich im Stream vom 10.01. dokumentiert.

Im -> Stream vom 10.02.20 um 17:35 MEZ <- habe ich den Ausbruch dann mit den Worten "Nun könnte es bald so weit sein" auf den Punkt identifiziert und selber mit eigenem Geld aufgesattelt.

Der kleine, blaue Pfeil markiert den Punkt, es lief perfekt an:

Und dann kam Covid und der Trubel. Und ich habe alle diese aggressiven Trades schnell geschlossen und das Depot gehedged. Das hatte nichts konkret mit SLP zu tun, es war der allgemeinen Situation geschuldet.

Und in dem Trubel muss mir irgendein Fehler passiert sein. Denn SLP ist scheinbar aus meiner Watchlist gefallen, ohne dass ich es gemerkt habe. Ich weiss im Nachhinein nicht mehr wie das passiert ist, vielleicht ein Kopier-Fehler, aber es ist passiert.

SLP ist dadurch von meinen Radar verschwunden, obwohl eine Aktie die ausbricht und nur durch einen exogenen Faktor abgewürgt wird, ein ganz heisser Kandidat für den nächsten Rebound ist - eigentlich immer.

Aber es war so viel Trubel und irgendwie ist mir SLP nicht mehr ins Vorderhin gekommen, bis ich dann hier im Daily markiert, erst Ende Mai durch den riesigen Volumen-Schub wieder darauf gestossen wurde und laut *Merde* ausgerufen und mir gegen die Stirn geschlagen habe!

Natürlich habe ich überlegt wie das passieren konnte. In ruhigeren Zeiten hätte ich es bestimmt auch vorher bemerkt, aber es war wohl einfach zu viel auf einmal im März und April.

So .... so habe ich einen massiven Schub und einen Verdoppler seit März verpasst, auf den ich so lange seit letzten August gelauert hatte. Kein Weltuntergang, aber ärgerlich.

Mein Punkt hier ist:

Wenn sie *keine* Watchlist haben, die sie regelmässig reviewen, passiert ihnen das bei ihren Aktien nicht nur bei seltenen Fehlern, sondern praktisch *immer*, weil sie die idealen Ausgangslagen ihrer Aktien gar nicht wahrnehmen können!

Sie verpassen so etwas dann *immer*! Wollen sie das wirklich?

Denn ein Teil der Zuverlässigkeit mit der ich solche Chancen mitnehmen kann - von solch blöden Aussetzern abgesehen - hat eben genau mit dieser Disziplin zu tun!

Lernen sie also auch durch meine heisse Herdplatte. So ein Fehler kann immer mal passieren, er offenbart aber was man übersieht, wenn man diese Disziplin nicht hat.

Wenn sie also opportunistische Chancen ergreifen wollen, wissen sie nun was sie zu tun haben. Disziplin und bewusst gewählte Watchlists sind ein Muss. Die Augen auf das Spiel auf dem Platz!

Ihr Hari

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Von Konstruktivismus, Bodenbildungen und dem was „man“ machen „muss“



Wer länger hier mitliest weiss, dass ich ein milder Anhänger des -> Konstruktivismus <- bin, also der Erkenntnis, dass die "Wirklichkeit" die wir wahrzunehmen glauben, gar nicht exakt so objektiv da ist, sondern auch das Produkt unseres Gehirns ist, das sich erst ein Bild von der Wirklichkeit macht.

Ein "milder" Anhänger deshalb, weil man diese Denkschule - wie alle - auch in Extreme treiben kann, womit ich dann nichts anfangen kann. Ja, wir nehmen schon die Realität wahr, aber eben erstens nur einen Ausschnitt und zweitens diesen durch unser Gehirn so verarbeitet, dass es nur ein verzerrtes Abbild und nicht die Realität selber ist.

Besonders in der Kommunikation wird das wichtig, denn das was man gesagt hat oder sagen wollte, ist noch lange nicht das, was beim Gegenüber ankommt. Denn das was an Schallwellen ankommt, wird im Kopf des Adressaten erst einmal verarbeitet, durch dessen Muster und Voreinstellungen gejagt und in Schubladen einsortiert, die mehr über den Adressaten aussagen, als über das was objektiv gesagt wurde.

Oft habe ich dabei -> Watzlawiks "Wie wirklich ist die Wirklichkeit" <- erwähnt, ein etwas älteres Buch aus den 70ern - aber nicht das Einzige - das diesen Sachverhalt sehr lesenswert heraus arbeitet.

Nun, gestern hat mich dieser Sachverhalt dreifach wieder eingeholt und mir ist dadurch erneut bewusst geworden, wie mühsam Kommunikation ist und wie sehr wir alle zu schnelle Schlüsse vermeiden sollten, wenn wir in komplexen Sachverhalten kommunizieren. Und in dem ich darüber nun reflektiere, hoffe ich, dass Sie es auch tun.

Fangen wir mit Twitter an. Da habe ich gestern -> hier <- einen spöttisch-ironischen Tweet abgesetzt, weil Buffett sich auch kritisch zur aktuellen Manie bei den Cryptos äussert.

Eigentlich kann man das doch nicht missverstehen, oder? Erstens bin ich selber ein "alter, weisser Mann" und mache die deshalb wohl kaum schlecht, wie eine überdrehte Minderheit sogenannter "Progressiver". Zweitens habe ich mich öffentlich klar zu Cryptos geäussert, im Grundtenor Buffett nicht unähnlich. Und Drittens habe ich noch ein Emoticon mit rausgestreckter Zunge daneben gesetzt, um wirklich endgültig zu signalisieren was es ist: Spott und Ironie.

Eigentlich kann man das also nicht missverstehen. Kann man aber doch, jemand hat es, jemand hat "weise" statt "weiss" gelesen und jemand hat mir unterstellt, ich würde Buffett abschätzig behandeln. Faszinierend oder? Den Unterschied macht nicht das was ich geschrieben habe, der Unterschied liegt im Kopf des Lesers - genau darum geht es im Konstruktivismus.

Nun ist das ja so ein Fall, den wir alle immer wieder erleben und den wir alle kennen. Irgend jemand versteht immer falsch was wir sagen wollen, wenn er es falsch verstehen will. Insofern nichts Besonderes.

Dann haben mich gestern im Forum aber zwei weitere Fälle ereilt die komplexer sind, aber erneut zeigen wie schwierig und mühevoll Kommunikation ist.

Da habe ich doch am Dienstag das Video zur Bodenbildung gemacht. Und nun kommt plötzlich der Kommentar eines alten, treuen Mitglieds, der die Darstellung zwar als richtig, aber nicht als vollständig erachtet, weil es doch auch andere Formen der Bodenbildung mit nur einem Tief gäbe.

Uff, da habe ich mich erst einmal hingesetzt. Und das meine ich nicht abschätzig in Richtung des Mitglieds, dem bin ich sehr dankbar, dass er diesen Kommentar einstellt, denn nur so kann man so etwas auflösen. Er hat aus seiner Sicht ja auch recht, das Problem ist die Sicht, die unterschiedliche Bedeutung die dem Wort "Bodenbildung" beigemessen wird.

Erst durch diesen Kommentar werde ich also darauf aufmerksam, dass man mit Bodenbildung ja auch jedwede Form von Kurswende verstehen könnte - darauf wäre ich nie gekommen. Und wenn man das als Bild im Kopf hat, dann würde man mein Video und vor allem die Metapher des "Stampfers" in den falschen Hals bekommen und daraus ganz falsche Schlüsse ziehen!

Deshalb Uff, was ist Kommunikation doch mühsam!

Also zur Klarstellung zum Thema Bodenbildung.

Zunächst, es wurde nach dem Wort gefragt und nicht danach, wie denn alle Formen einer Wende aussehen könnten. Denn in meiner Definition ist eine "Bodenbildung" eine Untermenge aller Formen, in denen ein Kurs der gefallen ist, wieder nach oben dreht.

Ein Kurs kann fallen und direkt wieder hoch ziehen, das ist dann ein "V". Ein Kurs kann fallen, seitwärts weg drehen aber trotzdem immer weiter steigen ohne je wieder die Tiefs ins Visier zu nehmen. Das ist auch ein "V" aber mit weitem rechten Schenkel. Ein Kurs kann einfach ein Trendtief bilden, was schon deshalb keine Bodenbildung ist, weil es eben ein untergeordnetes Tief in einem steigenden Trend ist. Und so weiter und so fort.

All das sind Formen der Wende einer Aktie, aber keine Bodenbildung. Zumindest nicht nach meiner Definition.

Worüber ich gesprochen habe ist der Fall, in dem ein Kurs stark fällt und sich dann über Zeit in einer klar definierbaren Zone stabilisiert, eben einen "Boden" ausbildet. Das ist ein attraktives Szenario, denn ein gut ausgeprägter "Boden" schafft dann eine saubere Grundlage für spätere Gewinne.

Nun habe ich ein Beispiel benutzt und das Video sollte ja kurz und knackig sein. Eine eingängige Metapher wie der Stampfer und ein eingängiges Beispiel wie British Land, birgt aber in den Köpfen der Adressaten die Gefahr, dass es nicht nur als Beispiel, sondern als "Definition" interpretiert wird. Das habe ich aber nicht sagen wollen!

Nein, eine "Bodenbildung" muss nicht immer einen geraden Boden haben. Es gibt auch leicht runde Böden (Rounded Bottom) und es gibt auch iSKS Strukturen die eine Bodenbildung sind, solange die Tiefs in der Höhe nicht zu weit auseinander liegen.

Eine "Bodenbildung" zeichnet aber universell aus, dass in einer - im Verhältnis zum Gesamtbild - relativ eng begrenzten Zone, die Kurse über lange Zeit mäandrieren und damit den "Boden" verdichten, weil er immer wieder getestet wird. Ob dann alle Tiefs auf gleichem Niveau sind, oder eines in der Mitte etwas tiefer, oder ob es eine leicht runde Struktur ist, sind Details. Würde ich all diese Details in einem Video betrachten, wären es mehr als 30 Minuten und nicht 10.

Das Bild des Stampfers passt aber immer noch. Auch der kann mal eine Vertiefung erzeugen und auch der kann auf leicht schrägen Flächen eingesetzt werden. Das Besondere an ihm ist, dass er auf einer ähnlichen Höhe den Boden durch "Stampfen" immer weiter verdichtet. Auch in einer Teichmulde in die dann eine Teichplane hinein soll, könnte ein Stampfer eingesetzt werden, das wäre dann ein "Rounded Bottom".

Auch hier beim Begriff iSKS gibt es übrigens wieder Raum für Fehlinterpretationen, die ich aber gar nicht gesagt habe. Ja, eine Bodenbildung kann auch in Form einer iSKS entstehen. Aber nur wenn die Schultern und der Kopf in der Tiefe nicht zu weit auseinander sind. Denn eine SKS ist einfach ein Muster, das überall auftreten kann, nicht nur in einer Bodenbildung. So kann auch ein "V" eine "iSKS" sein, wenn die Schultern sehr weit oben liegen. Eine iSKS zu sehen, heisst also nicht zwingend eine Bodenbildung zu sehen.

Die "Gründler" unter Ihnen werden nun gleich fragen wollen, wo denn die exakte Grenze zwischen einem "V" und einer "Bodenbildung" sei, worauf ich dann wieder "Uff" sagen müsste, denn es gibt keine. 😉 Es ist ja gerade das Besondere dieser Muster, dass sie keine mathematischen Grenzen haben, sondern dass diese sich überlappen und langsam "morphen", also ineinander wandeln.

Mit einem Computerprogramm kann man einem Gesicht eines Menschen langsam immer mehr Parameter des Gesichts eines zweiten Menschen hinzufügen, bis am Ende das erste Gesicht ganz verschwunden ist. Wenn wir diesen Prozess beobachten, sehen wir wie sich das Gesicht immer weiter wandelt. Eine Zeit lang "erkennen" wir dann noch die erste Person, irgendwann ist es nur noch die zweite Person und es gibt *keine* harte Grenze, an der das Eine zum Anderen wurde.

Genau so ist das auch mit den Mustern in Charts und mit der Bodenbildung, die eher "Vexierbilder" sind. Es ist solange eine Bodenbildung, wie das Muster gegenüber anderen überwiegt. So einfach und so schwierig zu kommunizieren. Und ich habe dabei gelernt, dass eingängige Beispiele in Videos - so schön sie sind - manchmal Verwirrung stiften, wenn sie statt als Beispiel als "definierend", also als feste Vorlage interpretiert werden. Das habe ich aber nicht sagen wollen, das hat Ihr Gehirn so konstruiert -> Konstruktivismus.

So weit zur Bodenbildung. Ich hoffe ich konnte mich verständlich machen. 😉

Dann war aber gestern noch ein dritter Fall zum Thema Konstruktivismus. Ich habe einem Mitglied geantwortet das sinngemäß fragte, was man denn mache, wenn man einen Ausbruch "verpasst" hat.

Meine Antwort war:

Antwort: Gar nichts, nächstes Setup. Es gibt kein Verpassen.

Entweder war es Dir wichtig den besseren, tieferen Einstieg zu bekommen. Dann gibt es keinen Grund - wenn es nicht klappt - hinterher zu hechten, die Börsenwelt ist gross und weit. Oder es war nicht wichtig, warum macht man es dann und wartet?

Der Grundfehler ist also zu sagen: "Ich will da unbedingt rein". Erst das erzeugt den inneren Druck. Ein gutes Setup ist eines, da zu einem kommt und wenn nicht dann nicht.

Worauf bei einem anderen Mitglied sofort Verwirrung entstand und gefragt wurde:

In einem früheren Post hast Du mal geschrieben, man sollte den Ausbruch erst abwarten, um einzusteigen. Wenn ich Deinen oben zitierten Post allerdings lese, verstehe ich Dich so, als sollte man schon vor dem Ausbruch positioniert sein.

Nein, Nein! Ich habe bestimmt nie apodiktisch geschrieben bzw gemeint *man sollte* den Ausbruch erst abwarten im Sinne als ob das die einzige Methode sei. Ganz sicher nie! In den tausenden Worten die ich schon geschrieben habe, sind bestimmt auch so Sätze, die sind dann aber in einen konkreten Kontext eingebettet, in dem es eben genau um den Fall des Retests ging und nicht um eine Betrachtung aller Möglichkeiten. Warum wird mir das also in den Mund gelegt?

Ganz einfach, Konstruktivismus. Weil es im Kopf des Adressaten entstanden ist, der vielleicht auf der Suche nach einer einfachen Regel ist, wie man so etwas handeln sollte.

Ich habe diese Regel aber nicht zu bieten, es gibt kein "man muss"!!

Zur Klarstellung zum Thema Ausbrüche:

Wie bei allen Setups muss man vorher wissen, was man will. Aus dem was man will, leitet sich das Setup ab und daraus leiten sich Risiken und ein Risikomanagement ab.

Wenn eine Aktie wie British Land noch unter der Nackenlinie Anstalten macht mit Volumen hoch zu kriechen und wenn man einen mittelfristigen Trade fahren will (auch das ist als Voraussetzung wichtig) dann *kann* man das als Setup handeln. Der Stop ist dann unter dem sich bildenden Boden.

Der Vorteil dieses frühen Setups ist, dass man früh dabei ist und das Gewinnpotential daher hoch. Der Nachteil ist, dass die Fehlerquote hoch ist, weil das oft eben doch kein Ausbruch wird.

Man kann das aber auch in dem Moment handeln, wo der Ausbruch beginnt. Der Vorteil des Setups ist, dass man schon weiss dass es ein Ausbruch ist und man in jedem Fall dabei ist. Das Risiko ist ein übler Fakeout, der dann schnell nach unten übel wird. Ein Stop muss hier hart unter die Ausbruchszone.

Und man kann das handeln, wenn der Retest erfolgreich abgelaufen ist und der Kurs wieder nach oben zieht. Vom Risiko her, ist das der beste Moment, man sichert einfach unter dem Retest ab und hat gute Chancen nach oben. Dafür aber, tritt dieser Fall vielleicht nur in 30-50% der Fälle ein, oft ziehen Ausbrüche auch einfach nach oben weg.

Heisst wenn man die Geduld hat, die Kurse zu einem kommen zu lassen - wenn man also nicht unbedingt rein muss, sondern opportunistisch auf die ideale Chance wartet, ist der Einstieg nach dem Retest für einen mittelfristigen Trade ideal. Aber nur dann. Wenn man in eine Aktie unbedingt rein will ist das weniger eine Option, denn Ausbrüche können auch weglaufen.

Also, wir sehen es ist nur dann verwirrend, wenn man nach einer umfassenden Handlunsgvorlage im Sinne "so muss man das tun" sucht.

Die gibt es aber nicht, die kommuniziere ich nie, die habe ich nie zu bieten, die ist irreal!

Man "muss" gar nichts am Markt.

Entscheidend ist aber das Wissen darum, was man will. Wenn man weiss was man will, weiss man auch was man optimieren will. Und wenn man weiss was man optimieren will und welche Risiken man eher eingehen will, ergibt sich dann logisch, ob man bei einem sich anbahnenden Ausbruch nach einer Bodenbildung schon (a) sehr früh unter der Nackenlinie, (b) direkt beim Ausbruch oder (c) nach einem eventuellen Retest einsteigt.

Alles klar?

Abschliessend möchte ich noch einmal betonen, dass ich mit diesem ehrlichen "Uff", das beschreibt wie schwierig Kommunikation ist, *nicht* die hier Fragenden kritisieren will.

Im Gegenteil, ich bin denen dankbar, denn nur so kann eine Fehlinterpretation aufgedeckt werden. Schwieriger sind eher die Schweigenden, die das Gesagte falsch interpretieren, nicht fragen und irgendwann wundert man sich, warum man komische Kommentare im Sinne "Du hast doch gesagt" bekommt. Nein habe ich nicht, zumindest nicht gewollt. 😉

Also, fragen Sie weiter, decken Sie solche Missverständnisse auf, das ist wichtig! Anstrengend ist es für mich trotzdem, "Uff" eben. 😉

Und zeigen Sie mir, wenn ich selber solchen Fehlinterpretationen unterliege, denn selbstverständlich bin ich nicht dagegen gefeit, ich bin ein Mensch wie Sie.

Sie können aber mithelfen das zu verbessern, in dem Sie sich mit dem Konstruktivismus mal befassen, vielleicht mal den Watzlawick lesen und daher sich selber immer hinterfragen, ob das was sie gelesen zu haben glauben, wirklich die Botschaft des Autors war.

Over and Out

Ihr Hari

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Die Börsenwetterlage aus der Umlaufbahn

Kann man die ganz grundsätzliche, langfristige Börsenwetterlage in sechs Sätzen und mit einem Chart beschreiben? Ich glaube ja, ich versuche es mal.

Erstens, sind die konjunkturellen Signale rund um den Globus gut und sprechen derzeit gegen eine grosse Baisse. Die Lage ist besser als die Stimmung.

Zweitens, ist die Skepsis im Angesicht der vorhandenen Risiken (Trump, Handelskriege, Eurokrise, EU-Zerfall, China etc) im Markt massiv vorhanden, auch die Bullen schielen permanent zum Notausgang. Ein derartiges Sentiment spricht gegen eine grosse Baisse. Bullenmärkte enden in Euphorie und klettern dagegen eine "Wall of Worry".

Drittens, sind die Kurse nun seit Trumps Wahl permanent ohne Korrektur gestiegen, das macht den Markt anfällig. Eine scharfe Korrektur, dürfte im ersten Halbjahr 2017 nun anstehen, sollte aber den grundlegenden Aufwärtstrend eher nicht stoppen.

Viertens, sind wir gerade Zeuge eines veritablen Ausbruchs aus einer 1,5 jährigen, grossen Konsolidierung im S&P500 und das spricht trotz im ersten Halbjahr anstehender Korrektur, für prinzipiell weiter steigende Kurse und ein gutes Aktienjahr 2017.

Fünftens, befindet sich der Aktienmarkt im grossen, zyklischen Bild sicher eher im letzten Drittel und der Beschleunigungsphase eines grossen Zyklus. In dieser Phase lassen sich aber typischerweise besonders deutliche Gewinne machen. Eine Topbildung braucht Zeit und geschieht in so einem starken Markt nicht "über Nacht".

Sechstens, sind alle obigen Aussagen natürlich nur eine Momentaufnahme und stehen unter dem Vorbehalt völlig neuer, überraschender Entwicklungen, die der Markt heute nicht kennt und die dann eingepreist werden müssten. Das ist aber eine Binsenweisheit und das Restrisiko, mit dem man immer leben muss. Wer das nicht aushalten kann, ist im Markt fehl am Platz.

Ihr Hari

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Liftoff!?



Guten Morgen!

Smaug hat, nachdem er das Auge geöffnet hatte, noch einen Tag gedöst, aber nun scheint er sich aus seinem Goldbett wälzen zu wollen und in Bewegung zu geraten.

Was in der ersten gestrigen Handelshälfte der Wallstreet primär noch Stärke bestimmter WoD Sektoren war, wurde im späteren Handel zu einer markanten Aufwärtsbewegung mit grosser Marktbreite, von der solche Ausbrüche wie bei IBM eindrucksvoll künden:

Damit macht der Markt das, was wie Sie wissen meine Präferenz war. Erstens, er gerät aus der starren Seitwärtsphase in Bewegung, nachdem die Amtseinführung hinter uns liegt. Zweitens, die erste Bewegung führt ihn zunächst weiter nach oben, womit auch der weitere Ablauf meines Marktbildes auf die Agenda kommt. Denn ich gehe weiter davon aus, dass dieser Ausbruch dann das letzte Hurrah ist, bevor eine ernste Korrektur zu übertriebene Hoffnungen an Trumps neue Welt, auf ein gesundes Mass bereinigen wird.

Taktisch stehen nun die klassischen Fragen eines Ausbruchs an, so ob er hält oder sofort wieder abverkauft wird. Das ist aber reine Routine und darin liegt kein spezieller Zweifel, sondern nur professionelle Skepsis:

Schaut man aber auf die Marktmechanik, sieht das für mich eher so aus, als ob man der Bewegung trauen dürfte. Wie gesagt, Marktbreite und Volumen passen und die Bewegung kommt ruhig aus einer sehr alten und langen Basis, so dass hier einiges Squeeze-Potential existieren dürfte, wenn sich die Bewegung nun verstetigen sollte und nicht sofort wieder zurück fällt.

Natürlich ist wie immer auch die Möglichkeit existent, dass das nur ein Fakeout ist und wir schnell wieder in die Starre zurück fallen, Sicherheit gibt es nie. In Würdigung der Gesamtlage, betrachte ich dieses Szenario aber als weniger wahrscheinlich, als den belastbaren Schub nach oben.

Wenn Sie wissen wollen, wie ich damit umgehe, dann muss man bei mir zwischen der prinzipiellen Allokation von Kapital im Markt und dem taktischen Verhalten unterscheiden.

Die Menge meines Kapitals im Markt, werde ich in diesen potentiellen Ausbruch hinein *nicht* mehr signifikant erhöhen. Heisst ich lege *nicht* massiv auf der Long-Seite nach und steige hier nicht ein, als ob das 2009 wäre und vor uns nun ein langer Bullenmarkt liegen würde. Aber ich spiele diesen sichtbaren Ausbrüch und die Stärke in bestimmten WoD Sektoren aggressiv. Auf gut Deutsch, ich versuche taktisch und aggressiv mitzunehmen, was diese bullische Bewegung nun bietet, verändere meine verhaltene strategische Positionierung, aber nicht wesentlich.

Man könnte auch bildhaft sagen, ich habe beim Tanzen nun immer den Notausgang im Blick - etwas das ich in den Wochen nach Trumps Sieg, nicht in dem Maße tun musste. Das nur zur Einordnung.

Warum wir diesem Ausbruch nur bedingt trauen sollten und nicht in Euphorie verfallen, zeigt uns auch -> Sentimentrader <- mit diesem eindrucksvollem Chart. Ein Chart das zeigt, dass solche Bewegungen zu neuen Hochs keineswegs immer der zuverlässige erste Schritt in einen massiven Schub sind:

Nun sind diese Fälle nur bedingt zu vergleichen, weil nicht immer in diesen Fällen sah die Marktbreite so gut aus wie gestern. Aber trotzdem sollte das klar machen, dass wir hier keinen Grund haben, nun in Kaufpanik zu verfallen. Aber die Price Action sollten wir respektieren und die war gestern sehr positiv. Insofern schauen wir nun nach oben und schielen gleichzeitig zum Notausgang. 😉

Sehr bemerkenswert ist heute auch, dass sich aus der EZB die Signale mehren, dass um ein Ende der Nullzinsphase zumindest gerungen wird. Direktoriums-Mitglied Sabine Lautenschläger äussert sich in einer Rede dahingehend, -> dass bald mit dem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik begonnen werden kann <-.

Hört, hört und das kommt zeitgleich zu der von mir schon gestern via Twitter verlinkten Bundesbank-Studie, nach der -> die EZB bewusst den Eurokurs nach unten manipuliert hat <-. Ich glaube nicht an solche zeitlichen Zufälle, ich glaube auch nicht, dass hier der Konsens in der EZB spricht. Hier wird ein Machtkampf zunehmend öffentlich ausgetragen, der um die prinzipielle Richtung der Geldpolitik. Deutschland ist da mit seinem völlig absurden Stimmrecht wie Malta in einer schwierigen Situation, aber die kommende Bundestagswahl macht wohl Dampf, hier mal etwas mehr Widerstand zu wagen.

So lese ich das Geschehen. Denn dass die EZB den Eurokurs nach unten manipulieren will, ist ja ein offenes Geheimnis für alle, die das genau beobachten. Das dem deutschen Michel aber so zu sagen, hat eine andere Qualität und bedeutet, dass nun der "Kampfanzug" angezogen wird.

Grosser Gewinner des heutigen Tages, wird wohl Seagate (STX) sein, die gestern -> den Forecast nach oben gesetzt haben <-. Mitbewerber Western Digital (WDC) wird nachbörslich gleich mitgezogen und liefert heute Abend Zahlen:

Heute haben wir dann vorbörslich Abbott Labs (ABT), Boeing (BA), Freeport McMoran (FCX), Hess (HES), Novartis, Santander und Textron (TXT). Für Unterhaltung ist also weiter gesorgt. Die ganze Berichtssaison läuft bisher trotz der hohen Erwartungen ganz ordentlich, was bei der Ausgangslage Zeichen von konjunktureller Stärke ist. Die Projektionen der Unternehmen, werden auch an vielen Stellen angehoben.

Ach ja, noch ein Wort zu Novartis, unserem Healthcare Bluechip, der immer noch mit Problemen kämpft. Eine Würdigung der aktuellen Zahlen, findet sich hier: -> Böse Überraschungen bleiben aus <-.

Man muss in so Fällen immer zwischen der taktischen Sicht der kommenden Wochen und Monate und der prinzipiellen, langfristigen Betrachtung unterscheiden.

Taktisch watet Novartis weiter durch operative Probleme und Wunderdinge sind nicht zu erwarten. Langfristig aber, sind bei derartigen Bluechips solche Phasen der Umorientierung oft Kaufgelegenheiten, zumal nach dem was man über die Probleme weiss, sich Novartis durchaus am eigenen Schopfe und aus eigener Kraft heraus ziehen kann.

Die Aktie sitzt nun auf einer Unterstützung, die etwas ominös danach aussieht, als ob sich hier eine riesige Umkehrformation bilden könnte:

Die Gefahr ist fraglos da und sollte diese Linie nach unten durchstossen werden, gehen ein paar Warnlampen an, die jetzt noch ruhig sind.

So richtig überzeugt, bin ich aber davon noch nicht. Eher sehe ich die Chance, dass diese Unterstützung für eine erneute Kurswende nach oben sorgen wird. Wir werden sehen, was daraus wird:

So weit heute früh, bis später!

Ihr Hari

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Der erste grosse Volumenschub



Ich habe schon oft darauf hingewiesen, dass entgegen der instinktiven Reaktion unseres "Affenhirns" (im Sinne "schade, schon weggelaufen"), der erste grosse Schub nach einem Event, überwiegend eine gute Kaufgelegenheit darstellt. So war das zum Beispiel im Artikel -> Handelsstrategie Stärke kaufen <- schon Thema und auch danach, habe ich auf diesen Umstand immmer wieder hingewiesen.

Heute möchte ich ausführlich daran erinnern, weil ich in den letzten Wochen vor und während der Ferienphase mit Exact Sciences (EXAS), Cryolife (CRY) und A10 Networks (ATEN), drei "heisse Reifen" rein charttechnisch in den Ring geworfen hatte, die alle nach diesem Muster funktioniert haben.

Das Muster hat drei einfache Bedingungen:

(1) Die Aktie hat eine lange Bodenbildung oder Konsolidierungsformation hingelegt. Sprich die Aktie ist lange seitwärts gelaufen, ohne dass damit viel zu holen war, das Volumen ist dabei ausgetrocknet.

(2) Dann kommt (oft mit einer Nachricht) ein grosser Schub nach oben, der mindestens 5% besser 10% und mehr beträgt.

(3) Der Schub muss zwingend mit einem deutlichen Volumenanstieg unterlegt sein.

Ich behaupte nun, wenn alle drei Bedingungen zutreffen, sind die Chancen sehr gut und weit höher als Zufall, dass dieser erste Schub zu kaufen ist und den Beginn einer nachhaltigen Stärkephase darstellt.

Gefühlt aus Erfahrung - ohne dass ich das beweisen kann oder mit Backtesting überprüft hätte - würde ich sagen ca. 70% Erfolgschance, dass der Kurs 10 Tage später deutlich höher notiert. Und 70% wären im prinzipiell unberechenbaren Markt schon eine markante Hausnummer und die Grundlage höchst attraktiver Trades.

Schauen wir uns die drei Aktien doch mal an:

ATEN 22.08.16

CRY 22.08.16

EXAS 22.08.16

Bei ATEN, hatten wir zwei so Situationen, wobei die Zweite nach dem zulaufenden Dreieck, als Konsolidierung besonders markant war und wir diesen Punkt genau erwischt haben. Was danach kam, war nur noch eine Rakete nach oben.

Bei CRY, war es aufgrund der Konsolidierungstruktur des Dreiecks, besonders eindrucksvoll und bei EXAS, hatten wir wieder zwei so Volumenschübe, die den Kriterien entsprochen hätten.

Nun expandiere ich die Charts um zu schauen, ob das erste Kriterium der voran gegangenen langen Bodenbildung oder Konsolidierung erfüllt war:

ATEN 22.08.16 2

CRY 22.08.16 2

EXAS 22.08.16 2

Eindeutig Ja! In allen drei Fällen, gab es eine klare, monatelange, vorausgehende Bodenbildung bzw ausgedehnte Seitwärtsbewegung.

Nun schauen wir mal in die Vergangenheit und wählen einen unserer "Kracher des Jahres" mit Newmont Mining (NEM). Diese Aktie haben wir uns ja im Herbst 2015 in mehreren Artikeln "zurecht gelegt" und dann startete in 2016 die Rakete, die nun weit über 100% Gewinn produziert hat:

NEM 22.08.16

Ist ja faszinierend, das war auch so ein Fall! Klarer Volumenschub Anfang Februar aus der Konsolidierung heraus. Und auch die Bodenbildung vorher, war voll da:

NEM 22.08.16 2

Jetzt will ich aber auch mal einen "Gegenbeweis" zeigen, den wir hier auch gesehen haben, weil die Aktie aus unserem "Champions-Universum" stammt. Schauen wir auf Edwards Lifesciences (EW):

EW 22.08.16

Hat nicht richtig geklappt, denn der erste, massive Schub wurde wieder abverkauft.

Aber halt, schauen wir mal, ob das erste Kriterium überhaupt erfüllt war:

EW 22.08.16 2

Nein, war es gar nicht! Der Schub war ein Ausbruch aus einem steigenden Trendkanal und nicht aus einer Bodenbildung/Seitwärtskonsolidierung.

Und trotzdem könnte der Trade auch bei EW am Ende erfolgreich gewesen sein, denn schauen Sie, was dann passiert ist, nachdem der Ausbruch von oben getestet wurde.

Fazit:

Das sind nur Beispiele, weil sie uns gerade untergekommen sind. Und es wird andere Beispiele geben, an denen so ein Schub nach obigen Regeln dann trotzdem zusammenbricht, zum Beispiel, weil sich die auslösende Nachricht als falsch heraus stellt.

Auch dieses Muster funktioniert eben nicht immer und selbst nicht zu 90%. Kein Muster im Markt funktioniert so zuverlässig.

Aber, ein dickes ABER. Obiges Muster hat nach meinen Erfahrungen der letzten Jahre sehr gute Chancen für einen profitablen Trade über die folgenden Tage, solange bis dieser Schub ausläuft. Und in den Fällen, in denen der Trade funktioniert, sind schnelle und hohe Gewinne drin, wie ATEN, CRY und EXAS eindeutig zeigen.

Wenn so ein Volumenschub aus einer markanten Bodenbildung/Konsolidierung einsetzt, sind die Chancen also sehr gut, damit Gewinne zu produzieren.

Und deshalb schlage ich vor, Sie beschäftigen sich mal damit. Und vor allem, sollten Sie keine Angst haben eine Aktie zu kaufen, die gerade 5 oder 10% gestiegen ist - wenn der Anstieg obigen Kriterien entspricht.

Vergessen Sie bei all dem aber nicht: Wir reden hier über einen Trade, kein Investment!

Und wie können Sie solche Fälle finden? Ganz einfach:

Scannen Sie jeden Tag durch die 10 oder 20 Aktien mit den grössten Gewinnen und Verlusten. Und dann versuchen Sie bei denen, solche Strukturen zu identifizieren.

Wenn es der erste Schub aus einer langen Bodenbildung ist, könnten Sie aufmerksam werden, die Nachrichten noch mal genau lesen und wenn auch da nichts dagegen spricht, diesen ersten Schub eher als Chance betrachten.

Ein Stop ist für so einen Trade ja auch klar und einfach: unter dem Tief des initialen Schubes.

Ihr Hari

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DAX – Was war das denn?



Ich will mich ja in meiner Ferienphase nicht intensiv mit dem Markt befassen und ich muss auch ganz klar hier den Disclaimer setzen, dass alles, was ich in der Ferienphase zum Markt sage, nicht die gleiche Qualität hat wie ansonsten.

Der Grund ist, dass ich ja an einem normalen Arbeitstag Unmengen an kleinen Informationen aufnehme, die ich werte und zu einem Gesamtbild zusammen setze. Diese Informationen habe ich nun nicht, einfach weil ich nicht genau hinschaue.

Trotzdem will ich auch im Ferienmodus versuchen, in besonderen Momenten einen kleinen, einordnenden Kommentar los zu lassen.

Und so ein Moment war gestern, als der DAX plötzlich mit Macht über 10.500 hinweg ausgebrochen ist. Das kam unerwartet, weil eigentlich war davon auszugehen, dass 10.500 ein markanter Widerstand sein würde.

Meine Vermutung ist, dass wir hier einen klassischen Short-Squeeze erlebt haben. Ganz viele dürften über 10.500 Stops für ihre Shorts und Absicherungen hingelegt haben. Als die Kurse darüber schoben, löste das ein Kaskade von Eindeckungen aus. Heisst, der Schub war weniger massives Kaufinteresse, als Eindeckung von Absicherungen.

Trotzdem ist der Schub sehr bedeutsam, wie uns das Chart eindeutig zeigt:

DAX 10.08.16

Eine solche brutale Ausbruchs-Kerze hat in der Regel Bestand. Sicher kann sie noch einmal getestet werden, aber dass sie wieder negiert wird, ist weit weniger wahrscheinlich, als dass Sie den Beginn eines grundlegenden Ausbruches legt.

Sollte die Kerze negiert werden, wäre das ein klassischer Fake-Out und würde mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer scharfen Bewegung nach unten führen, weil der Weg nach oben dann endgültig verbaut erscheint.

Heisst konkret, der DAX hat nun eine riesige Chance vor sich, die massive Konsolidierung seit April 2015 hinter sich zu lassen und eine neue bullische Phase einzuläuten.

Genügend zum S&P500 aufzuholen, hat er allemal. Der S&P500 dagegen sieht nach wie vor für mich nach "Luft raus" und "Korrekturgefahr" aus.

So weit so kurz mit einem halben Auge auf den Markt.

Erinnnern möchte ich noch an die laufende Abstimmung zum Finanzblog Award 2016. Die Abstimmung ist -> hier zu finden <- und kostet Sie keine 10 Sekunden, nämlich nur einen Klick.

Ich wäre Ihnen allen dankbar, wenn Sie Ihre Stimme Mr-Market geben würden. Ein gutes Abschneiden und ein möglicher Sieg wie 2014, bedeutet sehr viel für den Blog und seine öffentliche Wahrnehmung. Vielen Dank!

Ihr Hari

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Diamantenfieber oder das Geheimnis des Marktes

Am 17.06.16 - also vor einem guten Monat - habe ich vor dem Brexit, für die Mitglieder im Premium-Bereich den folgenden Artikel unter dem Titel "Diamantenfieber" geschrieben.

Nun werden Sie sich denken: "Warum soll ich denn einen über einen Monat alten Artikel lesen? Nichts ist so alt, wie eine alte Zeitung!"

Sie müssen natürlich gar nichts, Sie sind ja freiwillig hier. Sie dürfen nun also gerne wieder wegklicken.

Ich kann Ihnen nur sagen, es hat natürlich einen Grund, warum Sie den alten Artikel lesen sollten. Denn es vermittelt eine wichtige Wahrheit zum Markt.

Die Wahrheit, dass man keine wilden Spekulationen und Prognosen braucht, um am Markt erfolgreich zu sein und auch kein Herumraten, ob der Brexit oder irgend ein anderes Ereignis, nun so oder so ausgehen wird.

All diese -> Prognosiritis <-, verstellt uns nur den Blick auf das Wesentliche.

Denn das Wesentliche findet in den Märkten jeden Tag vor unserer Nase im "Hier und Jetzt" statt. Alleine das genau zu beobachten und aus dem Marktverhalten rationale Schlüsse zu ziehen, verschafft uns mehr Vorteil, als drei wilde Prognosen oder Spekulationen gleichzeitig.

Und wenn Sie den folgenden Artikel von vor dem Brexit lesen, werden Sie verstehen was ich meine:

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Die Börse im Sommer 2016

Mit dem Beginn des Juni, liegt auch der "Börsensommer" vor uns, der die Monate Juni, Juli und August umfasst und in der Regel von geringeren Volumina geprägt ist.

Dieses Jahr, müssen wir damit aber wohl bis Ende Juni warten, denn mit der EZB am 02.06., der FED am 15.06. und der Abstimmung über den "Brexit" am 23.06., liegen noch drei Termine vor uns, bevor der Markt dann die Chance hat zur "Sommeruhe" zu finden.

Damit stellt sich uns natürlich die Frage, was von diesem Börsensommer zu erwarten ist?

In meinen Artikel -> Sommerstarre statt Sell in May <- vom 02.05., hatte ich schon eine klare Erwartung formuliert, die Erwartung einer breiten Range im Leitindex S&P500, bei der weder nach oben, noch nach unten, besonders viel gehen dürfte.

Diese Sicht auf den Markt, hat uns im abgelaufenen Mai gute Dienst getan, denn genau dieses Schwanken zwischen den Begrenzungen haben wir nun erlebt.

Heute, einen Monat später, will ich Ihnen aber nicht verhehlen, dass die "Sommerstarre" immer noch eine hohe Wahrscheinlichkeit hat, mein Sicht auf den Markt aber deutlich positiver geworden ist, als vor einem Monat.

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Die Einordnung der aktuellen Rally anhand des S&P500

Wenn ein Markt so stark steigt, wie wir das nun seit Februar erleben, stellt sich ja immer die Frage der Einordnung.

Muss man nun permanent damit rechnen, dass der Markt doch wieder zusammen bricht?

Oder erleben wir hier gerade einen bedeutenden Ausbruch, der uns nach oben überraschen und noch viel, viel höher tragen wird?

Man kann sich dieser Frage auf vielfältige Art und Weise nähern, ich persönlich bevorzuge dabei das Prinzip des "Fliegens auf Sicht", das sich grossen Prognosen verweigert, sondern immer nur so weit schaut und das Handeln anpasst, wie man auch beim Wetterbericht schauen kann: nämlich ungefähr eine Woche in die Zukunft hinein. Denn über diesen Zeitraum hinaus, verschmiert das Bild der Zukunft zu stark, um daraus belastbare Tendenzen ableiten zu können.

Man kann aber auch ganz anders und sehr grundsätzlich heran gehen, in dem man sich einfach mal ganz ruhig vor Augen führt, was wir hier eigentlich vor uns haben.

Und das will ich heute im Überblick für Sie tun, wobei dafür wieder der Leitindex S&P500 der Massstab ist, der für mich in Marktbreite, Aussagekraft und Liquidität, den wichtigsten und belastbarsten Index der Welt darstellt.

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Do or Die!



Uff, eine ereignisreiche Woche geht zu Ende. Und ein gruseliger Börsenmonat Januar neigt sich dem Ende zu.

Ich habe ein Déjà-vu an diesem letzten Handelstag des Januars im Jahre des Herrn 2016.

Eine Notenbank (hier die BoJ) macht etwas, der Markt zuckt hoch, wie ein totes Pferd, kommt aber nicht auf die Beine und fällt wieder zusammen.

So geht es eigentlich schon die ganze Woche, der Markt kommt einfach nicht vom Fleck, weder nach oben, noch nach unten. Und warum dabei der heutige Tag im Sinne "do or die" besonders wichtig ist, wird hier mit einem schönen Chart erklärt:
-> Is today a do or die session for bulls? <-

Ganz egal, wie das heute ausgeht und auch falls die Bullen heute endlich mal etwas zusammen bekommen, steht auch schon fest, dass der Januar zumindest einer der schlechtesten Börsen-Januare der Geschichte war.

Damit bleibt eigentlich nur die Alternative, dass das eine Übertreibung war und das ganze Jahr von nun an immer besser wird. Oder, dass wir hier halt nur die erste Sturmfront einer längeren Unwetterphase erlebt haben.

Schaut man auf das, was man von den Kreditmärkten hört, scheint die Unwetterphase nicht so unwahrscheinlich:
-> The Grumbles grows louder <-
Ich habe auf jeden Fall nach wie vor "ein ganz komisches Gefühl", wenn ich mir diesen Markt anschaue, meine Instinkte trauen dem nicht so recht über den Weg. Aber danach handeln wir nicht, diese Bauchgefühle bewusst machen, sollten wir uns aber schon.

Auf jeden Fall muss man sich schon fragen, was es bedeuten würde, wenn der Markt:

  • trotz einer EZB, die schon gezuckt hat,
  • trotz einer BoJ, die heute gezuckt hat,
  • trotz einer BoC, die heute wieder gezuckt hat,
  • trotz einer FED, die bald zucken wird,
  • trotz einer stark überverkauften Marktlage,
  • trotz einer sauberen Wendeformation,
  • und trotz eines Ölpreises, der sich heute weiter stabilisiert,

dann immer noch nicht nach oben steigen könnte. Nichts Gutes für die folgenden Wochen wohl eher!

Die Bullen sollten heute also wirklich die Daumen drücken, dass dieser aktuelle Rallyversuch auch hält und durch die gezeichneten Linie bei ca. 1.920 endlich durch kommt!

S&P500  29.01.16 2

Wir hier, machen unser weiteres Verhalten schlicht vom Markt abhängig, der wird es uns schon sagen. Die Entscheidung, diese Woche am Exposure in "Hari´s Börsenwetter" nichts zu ändern, war auf jeden Fall goldrichtig. Über nächste Woche grübele ich am Wochenende.

Wenn der Markt aber heute nicht noch ein Feuerwerk abbrennt und der S&P500 die 1.920 mit Karacho nimmt, steht eine Erhöhung des Long-Exposures in der kommenden Woche nicht zur Debatte.

Und zur Einordnung ist hier noch eine schöne Übersicht über die relative Stärke von Sektoren im Vergleich zum S&P500. Schönes Anschauungsmaterial, um aktuell in den "richtigen" Sektoren zu sein: -> Relative Strength <-

Zu Einzelwerten halte ich mich heute mal zurück, heute sind auch nicht so viele Quartalszahlen und wir hatten die letzten Tage genug davon.

Aus Sektorensicht läuft der Energie und Rohstoff-Sektor mit dem Ölpreis weiter hoch und Biotech erholt sich markant von den gestrigen Verlusten, ein paar BoW Prints im Moneyflow deuteten gestern schon in diese Richtung, im Forum wurde es heute früh erwähnt.

Hier bei Biotech muss man nun genau schauen, wie hoch das Retracement geht, das ist die entscheidende Frage um zu beantworten, ob wir hier eine kleine Gegenbewegung im Bärenmarkt sehen, oder eine Trendwende nach dem Ausverkauf.

Sehr positiv ist auch wieder, wie sich trotz eines im Moment starken Aktienmarktes, Gold hält und die Minen im Plus stehen. Das war lange Jahre völlig anders und gerade bei einigen Minen, scheint eine Akkumulation nun langsam ein ernsthaftes Thema zu werden. Damit langsam zu beginnen, habe ich ja schon Ende letzten Jahres indiziert, allerdings nur bei Titeln ohne grosse Verschuldung, siehe den Link oben zum Kreditmarkt.

Damit lasse ich es für diese Woche gut sein und gehe mich erholen. Die kommende Woche läuft ganz normal, in der übernächsten Woche sind hier Faschingsferien, in denen ich im klassischen Ferienmodus dann zwar täglich präsent bin, aber weniger als sonst schreiben werde.

Bis dahin wird sich uns aber kommende Woche erst einmal offenbaren, mit welchem Bein der Februar 2016 aus dem Bett steigen wird. Der heutige späte Handel ist dafür nicht unbedeutend!

Achten Sie also nun ganz genau darauf, ob der S&P500 endlich nach oben wegkommt, oder wieder zusammen fällt. Die Gefahr ist sehr gross, dass wenn er es heute wieder nicht schafft, der nächste ernst zu nehmende Angriff, dann von den Bären nach unten kommt!

Halten Sie die Ohren steif!

Ihr Hari

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