Hari Live Stream 29.09.20

Indifferenz

Wir sehen Indifferenz in den Futures und ich befürchte auch, dass der ganze Tag so indifferent bleibt. Die Augen sind nun auf die Debatte in der kommenden Nacht gerichtet und das spricht für richtungsloses Gezappel am heutigen Tag.

Ich erwarte inhaltlich auch nicht viel aus der Debatte, die Positionen sind bekannt. Aber im Sinne Katalysator kann auch eine erwartbar laufende Debatte deutliche Bewegungen auslösen, insbesondere wenn Biden sich selber aus dem Rennen nimmt - dann rappelt es wohl heftig, wie heute früh beschrieben.

Bei Trump fällt mir dagegen nichts mehr ein, was ihm noch schaden könnte, der könnte wohl auch die Hosen vor den Kameras herunterlassen, seinen Wählern wäre es egal. 😉

Die wichtigen Fragen werden heute in den Indizes beantwortet. Wenn der NASDAQ100 sich über der 20-Tage-Linie halten kann und vielleicht noch nachlegt, dann kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit "der Boden ist drin" sagen.

Der SPY dagegen muss heute die 50-Tage-Linie erobern und darf nicht in den Gapfill-Modus gehen:

Starlink IPO

-> Hier <- haben wir es offiziell. Der Starlink-IPO kommt wohl, was mich nicht wundert, weil wenn etabliert, ist das ein weltweit agierendes Telekom-Unternehmen mit stabilen Cashflows.

Der Hinweis "Public market does *not* like erratic cash flow haha" ist eine Spitze gegen die Short-Seller und seine Erfahrungen bei Tesla. Einen Börsengang von SpaceX kann man sich wohl auf unbestimmte Zeit abschminken.

Es würde den in der Raumfahrt immer möglichen Fall eines gescheiterten Starts dann noch schlimmer machen und unproduktive Energie binden. Statt sich dann zu 100% um die Entdeckung und Behebung des Fehlers zu kümmern, hat das Management es dann mit klugschnackenden Analysten, aggressiven Shortsellern die Gerüchte in die Welt setzen und Anleger-Anwälten zu tun, die Sammelklagen einreichen.

Da lebt es sich als rein privates Unternehmen doch ruhiger. Verständlich aber trotzdem schade.

5G Ausrüster Ericsson Nokia ZH4

Die Abwehrmauer gegen Huawei wird immer enger, es ist jetzt schon absehbar, dass das Unternehmen in wenigen Jahren in der westlichen Welt keine Rolle mehr spielen wird.

Nachdem schon der taiwanesische Marktführer TSMC keine Chips mehr an Huawei liefern darf, gerät jetzt auch die chinesische -> SMIC in den Radar <-.

Was die Chipfertigung angeht, ist China viele Jahre "hintendran" und ist insofern an dieser Stelle besonders verwundbar. Große Maschinen wie die von ASML unterliegen schon heute Ausfuhrbeschränkungen, aber es fehlt auch einfach an Prozesswissen. Während die Welt im Bereich 5nm angekommen ist, befindet sich die chinesische Fertigung eher noch im 25nm Bereich.

Das alles wird Huawei schwer treffen und letztlich aus dem Rennen nehmen, im Moment lebt das Unternehmen noch mit Lagerbeständen, die sich aber schnell leeren.

Profiteure könnten im 5G-Bereich natürlich Ericsson und Nokia sein, Nokia gewinnt gerade -> hier in UK Marktanteile <-.

Das Problem ist aber, dass Ericsson zwar in Teilbereichen technisch "state-of-the-art" ist, aber kein umfassendes Angebot besitzt - ein Spezialanbieter also. Nokia dagegen ist breiter aufgestellt, technisch aber etwas hintendran.

So kann derzeit keiner wirklich Huawei ersetzen, in Anbetracht des immensen politischen Drucks und hoher strategischer Interessen der US beim Thema, stehen aber Übernahmen immer im Raum und darf man die Aktien nicht aus dem Blick verlieren.

Das klar attraktivere Chart hat eindeutig Ericsson, hier dürfte die Übernahme-Spekulation auch größer sein:

Aktien des Tages ZH3 ZH4

Beyond Meat (BYND)

Fitbit (FIT)

Nio (NIO)

Fastly (FSLY)

Natera (NTRA)

Big Tech und die 20-Tage-Linie ZH3

Schauen sie (klicken und genau hinschauen) wo AAPL, AMZN und MSFT jeweils kleben, an bzw unter der 20-Tage-Linie und im Kampf mit der 50-Tage-Linie.

Hier fällt die Entscheidung, ob der Boden drin ist oder wir doch noch einmal nach unten gehen:

Schwach, schwächer Banken! ZH4

Ich hatte mich ja schon vor ein paar Tagen kritisch zum europäischen Bankensektor und der Rolle der EZB darin geäussert. Und gestern habe ich gegen die Selbstermächtigung der EZB zur Klimapolitik gewettert.

Nun schauen sie mal, welcher Sektor heute wieder maßgeblich die europäischen Märkte nach unten zieht!

Vielleicht sollte die EZB mal besser ihren Job machen und sich um die harte Finanzmarktstabilität kümmern, denn ein zerbröselndes Bankensystem ist damit nicht kompatibel und weit eher am Mandat, als sich als Nebenregierung aufzuspielen. Damit müsste man aber zunächst mal eingestehen, dass das was mit der eigenen Politik zu tun hat und seine Energie nicht abseits des Mandats verbrauchen.

Frau Schnabel übernehmen sie, hier gibt es für "Wirtschaftsweise" wirklich was zu tun. Warum schmiert der Bankensektor in der Eurozone so ab, während er in den US stabil ist? Hmmm? Irgendwelche Ideen? Die EZB weiss doch sonst alles?

Exxon (XOM), the next GE? ZH5

Ben Carlson fragt -> hier <- zurecht, ob die vermeintlich so cash-starke Exxon (XOM) nicht zur neuen General Electric (GE) wird?

Ein Blick auf das Chart legt diese Vermutung nahe:

Ich habe das folgende Zitat schon auf Twitter gebracht und will es hier für alle Neueinsteiger wiederholen, weil es so zentral ist:

But history is littered with huge corporations that get to the top of the mountain yet never come close to reaching those levels again.

Und mit anderen Worten, die Straßen der Börsen sind gepflastert mit den Anleger-Leichen, die Sicherheit in ruhmreicher Vergangenheit gesucht haben. Oder können sie sich an die unzähligen Weltunternehmen erinnern, die in den 70ern und 80ern neben IBM die IT-Welt dominiert haben? Alle vergangen, alle nur noch abgenagte Knochen, alle nur noch Staub.

Der süssliche Ruf von vergangener Stabilität, großem Ruhm und vermeintlichem "braucht man immer Status", ist ein Gift für Sicherheitsucher, das im Laufe der Zeit oft zum Exitus führt.

Wichtig ist dagegen Zukunft, zukünftige Cashflows, zukünftiges Wachstum, zukünftige Innovation, zukünftig zu erschliessende Märkte. All das schafft relative Sicherheit bei Aktien.

Haben sie Mut zur Zukunft, Mut den Wandel zu begrüssen und Altes beiseite zu legen! Wer den Mut nicht hat, wird dauerhaft an der Börse keinen Erfolg finden.

Müller der Selbst-Vermarkter

Eigentlich sollte man den Mann ja möglichst wenig erwähnen, wobei ich immer wieder erstaunt bin, wie viele den gut finden, dabei sind die Löcher seiner Marketing-Fassade so groß wie Einschlagskrater.

Aber dieses Video ist so krass, dass ich nicht anders kann:

-> Börse wird immer mehr zu einem Mafia-System <-

Zunächst einmal marketingtechnisch brilliant, wie er seine Anleger bei ihren Vorurteilen abholt, sich damit selber als "Saubermann" positioniert und mit dem Hinweis auf kommende Krisen für seinen Fonds Werbung macht.

Ein echtes Vorbild für jeden Marketier, der Mann versteht sein Marketing-Geschäft und das meine ich so wie ich das sage.

Inhaltlich aber in weiten Teilen Unfug. "Mafia System" und Müller hat "keine Lust mehr", weil die alle so böse sind, nur sein Verantwortungsgefühl hält ihn am Platz. Schnüff!

Das Gejammer dass die Börsen ja "rigged" seien ist so alt wie die Börsen und es ist auch jedes Jahr wahr, weil so ein Markt natürlich auch Glücksritter und Manipulationsversuche anzieht - logisch!

Das war aber 1930 nicht anders als 1980 und 2020 und wenn man sich wirklich ernsthaft damit beschäftigt, sind die Märkte heute weit weniger von einzelnen Marktteilnehmern manipuliert, weil die Transparenz deutlich gestiegen ist. 1980 ohne die ganzen elektronischen Systeme konnten die Goldman Sachs der Welt doch machen was sie wollten und niemand hätte es abseits eines engen Kreises echter Pros merken können.

Da musste man noch den Händler anrufen und sich von ihm telefonisch den Kurs geben lassen, *das* waren Manipulationsmöglichkeiten! Und der Endkurs stand am nächsten Tag in der Zeitung - bis dahin Dunkelheit und Nichtswissen für den Anleger!

Dann fehlt im Video natürlich das Blabla zur "Überbewertung" nicht, was ohne eine Betrachtung der Zinspolitik völlig unseriös ist. Zinsgewichtet sind die Bewertungen selbst der US Märkte zwar erhöht aber nicht überzogen, die im Rest der Welt sowieso nicht.

Und am Ende der Hinweis dass mal wieder ein Crash kommen könnte. Ach was, das kann man an jedem Tag seit 1899 so sagen und ist jedesmal abstrakt richtig, aber inhaltlich wertlos.

Summa Summarum ein wunderbares Werbegespräch, das Anleger wieder in seine Netze spült. Ich hoffe sie sehen das Marketing-System solcher Leute mittlerweile selber und wenn nicht, wird es dringend Zeit, weil es für jemanden der wirklich was von Märkten versteht so offensichtlich ist, dass es schmerzt.

Vor dem Rededuell

Wir sehen bis jetzt das erwartete Gezappel mit leicht negativer Tendenz, das aber wenig Aussagekraft für die kommenden Tage hat:

Damit schliesse ich für heute und nein, ich werde heute Nacht um 3 Uhr MEZ *nicht* für das Duell aufstehen, so interessiert mich das dann nicht und am Ende wird das Ergebnis sowieso von den Spins danach gemacht, außer einer leistet sich einen ganz außergewöhnlichen Fauxpas.

Ich bin morgen früh unterwegs und erst Mittags wieder am Platz, ich beschäftige mich mit dem Ergebnis also erst im Stream. In der Frühe stelle ich noch ein vorbereitetes Video zur Trendfolge ein.

Machen Sie es gut und bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live Stream 23.09.20

Immer noch unklar

Die unklare, kurzfristige Lage setzt sich fort, nichts an diesem Rebound ist so überzeugend, dass man daraus zwingend ein Ende der Korrektur ableiten könnte.

Der Eindruck drängt sich zunehmend auf, dass sich diese unklare Lage in diesem Quartal auch nicht mehr klärt und es dafür das neue Quartal braucht.

Im Daily, mit der gestern gezeigten Projektion sieht das dann so aus. Wenn die Projektion recht hätte, würde es nun bald wieder abwärts gehen. Wenn nicht, ist auch das eine Botschaft:

Palantir Börsengang

Bei Hensoldt ist heute meines Wissens der letzte Tag der Zeichnungsfrist.

Aber auch -> Palantir <- kommt nächste Woche via Direktplatzierung - also ohne Möglichkeit der Zeichnung für kleine Anleger - an die Börse.

Das ist kein Problem, denn das was wir bisher an Zahlenwerk sehen, ist wenig beeindruckend - zumindest für mich. Da war die Geheimnistuerei größer als der wirtschaftliche Erfolg.

Aber das wird die Börsen ja nicht wirklich bewegen, sondern die Erwartungen was daraus werden kann. Und schon gehen -> solche positive Erwartungen <- herum. Und wir wissen ja, dass das durchaus zu einem "chasen" der Bullen führen kann, also stark steigenden Kursen, weil die Erwartungen "to the moon" gehen.

Mein Fazit daraus ist, dass ich Hensoldt fundamental fassen kann und mich mit der IPO-Spanne halbwegs sinnvoll bedient fühle.

Palantir kann ich dagegen nicht fassen, das ist reine Erwartung und insofern sollte man die Aktie wie einen Momentum-Trade behandeln. Wenn sie rennt, dann rennt sie halt und man reitet den Bronco. Aber eine fundamentale Meinung habe ich dazu nicht, zu intransparent ist mir das noch. Die Frage steht im Raum, warum die großen Erwartungen denn vor dem IPO nicht besser erfüllt werden konnten?

NASDAQ ETF QQQ ZH3

Für die Tech-Aktien ist das nun ein wichtiger Moment. Die Gegenbewegung ist von unten gegen die 50-Tage-Linie gelaufen, das aber unter *fallendem* Volumen. Und es wurde keinerlei höheres Verlaufshoch gebildet, der Abwärtstrend ist bisher intakt.

Nun fallen die Kurse heute initial wieder. Der NASDAQ *muss* jetzt also schleunigst und überzeugend die 50-Tage-Linie nehmen, sonst sollten wir davon ausgehen, dass wir hier nur einen bärischen Bounce gesehen haben, bevor die Korrektur weitergeht:

Aktien des Tages ZH3

Auch an so einem diffusen, eher negativen Handelstag, gibt es Aktien des Tages auf der Long-Seite:

Nike (NKE)

Nike liefert exzellente Zahlen zum Online-Verkauf und so sieht das dann aus:

Bei NKE sieht man übrigens auch schön, warum ich die Volumenfarbgebung nach der Intraday-Bewegung nicht mag. NKE ist mit Gapup um fast 10% nach oben geschnellt, da aber im kurzen Handel davon ein wenig abgegeben wurde, ist der Volumenbalken nun rot.

Ich bevorzuge eine Farbdarstellung im Verhältnis zum Vortagesschlusskurs, also inklusiver der Gaps, auch wenn formal gesehen das gezeigte Volumen mit dem Gap nichts zu tun hat. So stelle ich es auch bei Tradingview immer ein.

Das kann jeder halten wie er mag, wir sollten uns dieser Varianz nur bewusst sein.

Zoom (ZM)

Zoom zoomt weiter hoch:

Twitter (TWTR)

Twitter, was ist denn da los? Ist Elliott Management eingestiegen um Jack Dorsey den Marsch zu blasen? Leider profaner, eine Hochstufung:

Western Digital (WDC)

Bei der ausgebombten Dauerenttäuschung WDC kommt heute wieder -> etwas Phantasie herein <-. Eine Hochstufung gibt es auch, aber ich würde da noch deutlich mehr sehen wollen, bevor ich einen neuen Aufwärtstrend ernsthaft erwäge:

Lustig finde ich in dem Zusammenhang -> solche "Analysen" <-. Schauen sie mal auf die Überschrift (60% Potential! = KlickiKlickiKlicki) und den Text (die kurzfristige Story ist hier Alles andere als solide). Äh ja. 😛

Solaredge (SEDG)

SEDG dreht scheinbar da, wo es drehen sollte. Das ist eine technisch interessante Ausgangslage:

Starker Dollar, schwaches Gold ZH3

Vorgestern hatte ich -> hier <- gesagt, dass sich doch immer mehr die Interpretation einer Topbildung bei EURUSD durchsetzt.

Das kann man jetzt als vollendet betrachten:

Passend dazu negiert Gold die Dreiecks-Fortsetzungsstruktur und zwar egal wie man sie zeichnet:

Ojemine die Banken ZH5

Ich will ihnen mal wieder ein Gruselchart zeigen, europäische Banken.

Dabei gewähre ich dem Chart noch die Gnade der logarithmischen Darstellung, linear wäre das noch lustiger:

Wir halten fest, die Banken liegen *unter* den Lehman-Tiefs und fallen markant weiter. Für Anleger sind die Aktien toxischer Giftmüll. Dabei gibt es gar keinen Zweifel, dass ohne eine starken Bankensektor kein Wirtschaftsraum dauerhaft erfolgreich sein kann.

Und nun frage ich sie - sehen sie *irgendwo* in der Politik mal eine Diskussion woran das liegt und wie man das ändern kann? Sehen sie überhaupt mal eine Problembeschreibung?

Natürlich ist die Frage rhetorisch, denn jede Analyse würde zwangsläufig bei der Quelle des Übels, der EZB und ihrer Geldpolitik landen und ist daher sakrosankt, weil Finanzfachfrau Angela endgültig beschieden hat, dass Europa ohne den Euro scheitert.

Kann es aber nicht sein, dass Europa schon längst scheitert - mit dem Euro? Und was passiert eigentlich wenn die Banken gegen Null fallen, werden die dann alle gegenseitig aufgekauft und am Ende bleibt eine Staatsbank des Paradies der Werktätigen? Fragen über Fragen.

Nachsicht und Abschluss ZH1 ZH3

Haben sie Nachsicht liebe Mitglieder, an diesem diffusen Börsentag fällt mir echt nichts ein und dann muss ich auch nichts erfinden.

Ich habe weiter oben Anhand des QQQ das Problem beschrieben und genau das passiert, der Bounce scheitert - zumindest zunächst - an der 50-Tage-Linie.

Wir haben jetzt seit 2 Wochen keine wirklich überzeugende Price-Action mehr gesehen und damit haben wir eine Art Schaukeltrend abwärts etabliert. Und wie bei allen Trends tun wir gut daran, von der Fortsetzung auszugehen, bis wie eines Anderen belehrt werden.

Ich habe zunehmend Zweifel ob wir vor dem 4. Quartal noch etwas Anderes sehen und diese Projektion ist damit weiter im Spiel:

Ich habe schon oft gepredigt, dass wir unsere Energie nicht in Phasen vergeuden dürfen, in denen es nicht viel zu holen gibt. Das ist so eine Phase. Sparen wir unsere Energie für den Moment auf, wenn dieses Abwärtsschaukeln endet.

Damit schliesse ich und mache Sinnvolleres, als auf dieses Geschehen zu schauen. Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live Stream 10.07.20



15:40 MEZ - ZH2

Wie oft Freitags, ist der Stream leicht verkürzt und endet gegen 17 Uhr MEZ.

Im Markt ist auch rein gar nichts passiert, die "Range" war für diese Woche eine gute Annahme, die in keine Richtung irgendetwas Durchschlagendes brachte und es sieht auch nicht so aus, als ob sich das diesen Freitag ändern wird.

Wenn man das Bild der letzten beiden Wochen auf sich in Gänze wirken lässt, kommt man aber nicht umhin festzustellen, dass es eher ein bullisches Bild ist.

Denn auf den starken Anstieg der Vorwoche, folgte nun eine langsame Abwärtskonsolidierung, wie sie so in Aufwärtstrends üblich ist. Auch die 2-Wochen-Sicht von Finviz transportiert das recht gut:

15:10 MEZ - ZH3

Kommende Woche wird stark davon geprägt werden, wie die Zahlen der US-Großbanken ausfallen werden und inwiefern man die Lage der Wirtschaft darin wiederfindet.

Gerade Banken wie Wells Fargo (WFC) sind dabei besonders interessant, weil sie die kleineren Kunden und Firmen als Fokus haben. Wer fälschlicherweise denkt, der Markt würde die Folgen der Covid-Krise ignorieren, nur weil schwache Aktien durch starke Techwerte in den Indizes neutralisiert werden, sollte sich solche Charts mal anschauen:

Interssant in dem Zusammenhang ist auch -> dieses Chart von BofA <-:

15:30 MEZ - ZH5

Ich will heute mal den Blick auf das langfristige Bild von Gold richten:

Wenn man die Spitzen im Monthly abschneidet, wie ich das oben gemacht habe, wurde der Deckel gerade erreicht. Wenn man die absoluten Hochs nehmen will, liegt er bei 1.921 von vor 9 Jahren.

Dass das nun passiert, ist nicht so verwunderlich wenn man sich klarmacht, dass faktisch derzeit eine Abart der Modern Monetary Theory (MMT) in Gang gesetzt wurde, auch wenn man es nicht so nennt.

Typisch wäre nun bald ein "Henkel" über ein paar Monate, aber rechnen Sie danach mal den "Measured Move" aus, wenn das Ding nach oben über die 2.000 hinweg zieht. 😛

Wobei man ja aufpassen muss. Wir reden hier nicht wirklich über "Gewinne" bei Gold, wir reden eher über Kaufkraftverluste bei den klassischen Währungen, während Gold langfristig wertstabil bleibt.

Diese Kaufkraftverluste zeigen sich weniger im klassischen Warenkorb, dafür aber umso mehr in der Kaufkraft, um sich via Aktien an profitablen Geschäftsmodellen zu beteiligen und so das Geld "in Sicherheit" vor der MMT zu bringen.

15:50 MEZ - ZH1

Die Richtungslosigkeit kann man schon im frühen Handel an der MarketMap sehen. Was gestern grün war ist heute rot und umgedreht. Das nennt man auch "Sommerhandel". 😉

16:25 MEZ - ZH3

An Aktien des Tages in einem "zersägten" Markt habe ich heute nur 3:
Roku (ROKU), Hecla Mining (HL) und Camping World Holdings (CWH):

16:30 MEZ

Hier noch das GIF zum zersägten Markt:

16:40 MEZ - ZH3 - ZH5

Weil von der Größe her unter meinem Radar, war Turtle Beach (HEAR) nicht Teil der Aktien des Tages. Aber weil der Ausbruch aus der Dreiecks-Struktur so schön ist, will ich ihnen das Chart trotzdem zeigen:

17:00 MEZ - ZH3

Symrise hatte ich -> im Stream vom 23.06.20 18:00 MEZ <-, damals noch genau unter der eingezeichneten Nackenlinie.

Nun haben die letzten knapp 3 Wochen eine wunderbare Rally gebracht, die durchaus weiteres Potential in sich trägt.

Aber, die Erwartung dass Symrise in den DAX kommt, ist sicher Teil dieser Bewegung. Wir wissen aus Erfahrung mit vielen Aktien, dass am Tag an dem das passiert, die Aktie erst einmal ein temporäres Hoch hinlegen wird.

Trotzdem wünsche ich dem DAX, dass Symrise aufgenommen wird. Es würde stabiles, dauerhaftes Wachstum in den DAX bringen, etwas was im DAX zu wenig ist und dafür zu viele "Gurken".

17:10 MEZ - ZH3

So liebe Mitglieder, damit ist die KW 28 auch schon wieder vorbei, zum Markt fällt mir heute wie eingangs erwartet eher wenig ein:

in 2 Wochen beginnen dann schon meine großen Ferien, die dann bis Ende August andauern. Danach geht es praktisch ohne Pause bis Weihnachten durch, weil die US Wahlen dieses Mal keine echten Herbstferien zulassen:

Vor den Ferien liegen nun aber noch 2 intensive Wochen voller Quartalszahlen, wobei die kommende Woche bei mir zeitlich ein wenig "holperig" werden wird, weil ich teilweise unterwegs bin.

Die Menge des Contents betrifft das aber kaum, den Zeitpunkt der diversen Streams dagegen schon, Details dazu habe ich im Rahmen des Wochenausblicks am Montag für sie.

Nun wünsche ich uns allen ein schönes Wochenende, wir lesen uns hier am Montag wieder.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live Stream 02.07.20



15:10 MEZ - ZH2

Was man gestern noch mit einem Schulterzucken abtun konnte, muss man heute schon langsam ernster nehmen. Wir sehen erneut deutliche Stärke im Markt vor dem langen "Independence Day"- Wochenende.

Nun sind die Tage vor langen Wochenenden traditionell stark aber der Eindruck drängt sich schon auf, dass der Markt zum 3. Quartal *keine* Charakteränderung vollziehen will, sondern weiter die ökonomische Situation eher ignoriert und hoch will. Irgendwo muss das viele Geld ja auch hin. 😉

15:20 MEZ

Jetzt ist Sentiment ein komplexes Thema, letztlich sind es immer nur Ausschnitte bestimmter Kundensegmente und auch wenn die einen bärisch sind, können die anderen sehr wohl bullisch sein. Und über all dem schwebt dann noch die Frage, wie ehrlich diese Aussagen überhaupt sind. Sentiment ist also sehr interpretationsbedürftig.

Trotzdem ist es schon bemerkenswert und zur obigen, bullischen Entwicklung passend, dass wir -> gerade den neuen AAII Sentiment-Survey der kleinen Anleger bekommen <- und der auf einen historisch sehr bärischen Stand gefallen ist.

Der Weg des maximalen Schmerzes (Pain Trade) geht also wohl weiter eher nach oben:

16:15 MEZ - ZH3

An einem starken Tag wie heute, sind die Aktien des Tages leicht gefunden. Natürlich wiederholen sich bestimmte Namen, aber der Sinn ist ja auch nicht, immer neue Ideen zu generieren, sondern einfach zu dokumentieren, welche Aktien am Tage ein besonders starke (oder schwache) Price-Action zeigen.

Heute sind es: Akamai (AKAM), The Trade Desk (TTD), Tesla (TSLA), NIO (NIO) und Mosaic (MOS).

MOS habe ich als Beispiel für einen Abpraller im Trendkanal dabei, von der Art gibt es derzeit viele Aktien:

16:30 MEZ - ZH3

Auffällig ist heute auch die Stärke bei den europäischen Banken. Den Trade bei der Deutschen Bank hatte ich ihnen ja schon gezeigt, hier ist er erneut:

Und hier ist der Blick auf den Sektor-ETF, der gerade auch eine Bodenbildung vollenden könnte:

17:00 MEZ - ZH3

Bei den Goldminen gab es gestern ein großes Gapdown, das dann aber sofort wieder gekauft wurde und nun lange Dochte in den Charts erzeugt hat. Und heute hält die Stärke an.

Das ist in Summe ein sehr starkes Verhalten, die bullische Struktur ist damit klar bestätigt:

17:15 MEZ

Wesentlicher Treiber der heutigen Stärke sind natürlich auch die -> überraschend starken US Arbeitrsmarktdaten <-

Die große Frage ist halt, wie belastbar das ist, weil die Auswirkungen der stark steigenden Infektionszahlen ja erst wieder mit Verzögerung kommen. Im Moment läuft die US Wirtschaft an, aber wird sie bald wieder abgewürgt?

Einen großen zweiten Lockdown wird es in den US wohl eher nicht geben, der ist politisch nicht gewollt. Aber passen die Menschen nicht ihr Verhalten sowieso an?

Hier bei uns jammert der Einzelhandel -> über die Maskenpflicht <-, ich habe bei so einer pauschalen Aussage aber meine Zweifel.

Denn ebenso wie es Menschen geben wir, für die das gilt, wird es auch den umgedrehten Fall geben, Menschen die in keinen Laden gehen, in dem alle sorglos ohne Masken herumlaufen.

Vor allem ist es doch eine Illusion den Wandel aufhalten zu wollen, die Bundesregierung will nun zum Beispiel -> 220 Millionen Steuergeld für Papierzeitungen ausgeben <-. Mich macht das nur wütend, das ist so ungefähr wie Pferdedroschken im Aufstieg des Automobils mit Steuergeldern zu fördern.

Lange Rede kurzer Sinn, ich sehe den Zusammenhang "kein Lockdown -> anziehender Handel" keineswegs so einfach. Große Teile der Menschen passen sich selbstständig aufgrund des eigenen Gefahrenempfindens an, das war doch vor dem Lockdown hier auch so, da haben viele nicht auf die Politik gewartet und schon vorher Kontakte reduziert, wir übrigens auch.

Und zwischen anziehenden Infektionszahlen und harten Folgen liegen 3-4 Wochen bei diesem Virus. Weswegen für mich auch die US Arbeitsmarktdaten mit einem großen Fragezeichen zu betrachten sind.

17:50 MEZ - ZH3

Bei den Chipaktien gibt es auch ein paar nette Ausgangslagen. Hier sind mit Skyworks Solutions (SWKS), Qualcomm (QCOM) und Marvell Technologies (MRVL) drei Beispiele:

18:00 MEZ - ZH3

Ergänzend zu dem um 17:15 MEZ gesagten ist auch noch das hier interessant, es gibt aber auch ähnliche Meldungen von anderen Firmen:

-> McDonald's verlängert wegen COVID-19 Pause in US-Restaurants <-

Das Chart von Mc Donalds (MCD) sieht weiter durchwachsen aus:

18:15 MEZ - ZH3

So liebe Mitglieder, das war der letzte Stream dieser Woche, weil morgen die Wallstreet geschlossen ist. Morgen kommt dann am Vormittag ein "Dies & Das" und dann ist Wochenende.

Wir sehen im SPY sehr schön, dass der beim zweiten Tief genau an der 50-Tage-Linie gedreht hat. Das ist die bullischte Variante, es hätte auch tiefere gegeben, die immer noch den Trend erhalten hätten.

Ob vor dem langen Wochenende nun noch viel passiert weiss ich nicht, wir können aber festhalten, dass trotz aller fundamentalen Fragezeichen die mittelfristige Price-Action weiter nach oben zeigt.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Die US Sektoren vor der Wahl


Nach den Indizes, will ich mit Ihnen vor der Wahl auch einmal durch einige US Sektoren gehen und diese dabei unter der Perspektive betrachten, was wohl im Falle des Falles passieren wird.

Um die Darstellung zu vereinfachen, gehen wir daher hier davon aus, dass der Markt den wahrscheinlichen Ausgang schon eingepreist hat. Der wahrscheinliche Ausgang ist eben das Patt, nachdem die Demokraten das Repräsentantenhaus erobern und die Republikaner den Senat verteidigen können.

Sollte dieser wahrscheinliche Ausgang Realität werden, können wir davon ausgehen, dass der Markt das Thema Wahl recht schnell hinter sich lässt und dann liegt auch ein latent positiver Katalysator vor, weil die allgemeine Unsicherheit die nun im Markt existiert, entweichen kann. Und Unsicherheit belastet immer, weswegen es eine statistische Tendenz gibt, dass Märkte nach wichtigen Wahlen eher steigen als fallen.

Im Folgenden betrachte ich einige Sektoren-ETFs daher unter dem Blickwinkel, was eine Abweichung von der Erwartung bedeuten würde, wenn also die Republikaner beiden Häuser verteidigen oder die Demokraten beide erobern könnten.

Healthcare (XLV):

Der Healthcare Sektor könnte ein deutlicher Profiteur sein, wenn sich das "Patt" bestätigen sollte. Denn der Sektor steht für sich gut da, das größte Risiko - das auch immer wieder den Untersektor Biotech belastet - sind politische Eingriffe zum Beispiel zur Preisdeckelung bei Medikamenten.

Jedweder politischer Eingriff ist erst einmal disruptiv, weswegen das Beste was dem Sektor passieren könnte das "Patt" ist, in dem keine Seite ohne die andere kann. Das würde zuverlässig zu starke, populistische Eingriffe verhindern.

Healthcare wird also ein Profiteur eines Patts sein, die beiden "Durchmarsch-Szenarien" sind weniger positiv, dann wird politisch mehr "herumgefummelt".

Banken (XLF)

Trump betreibt eine Deregulierung, weswegen ein Durchmarsch der Republikaner ein klares Positivum für den Sektor wäre. Aktuell sind die Sorgen eines Patt aber weitgehend eingepreist, weswegen beim Patt auch eine Erleichterungsreaktion kommen kann.

Klar negativ für den Sektor wäre dagegen ein Durchmarsch der Demokraten.

Technology (XLK)

Der Technologie-Sektor ist vergleichsweise unabhängig von der Wahl, weder Demokraten noch Republikaner sind besondere Gegner oder Befürworter dieses Sektors. Dass eine Tendenz existiert, die großen Konzerne wie Google und Facebook stärker an die Kandarre zu nehmen, gilt für beide Lager, ansonsten will niemand die Innovationskraft des Sektors dämpfen oder in Frage stellen.

Hier werden also keine ideologischen Grabenkämpfe geführt, weswegen der Sektor von einem Ende der Unsicherheit nach markanter Korrektur, durchaus profitieren könnte.

Industrie (XLI)

Auf dieser Ebene schwierig zu besprechen, weil in Industrie extrem viel enthalten ist, von Rüstungsunternehmen bis zu Konstrukteuren von Brücken und Bahnen.

Ich will daher zwei Untersektoren herausgreifen, die interessant erscheinen.

Auf der einen Seite der US Infrastruktur Sektor. Für den gab es lange keine sinnvollen ETFs, nun ist mit dem IFRA einer da, der ist aber noch zu jung um belastbare Charts zu liefern.

Das Verrückte aber auch Spannende am Thema ist, dass sich beide Parteien eigentlich einig darin sind, dass die US einen dringenden und grundlegenden Infrastruktur-Refresh benötigen.

Trotzdem sind alle Versuche einer Einigung im Sande verlaufen, was eben auch mit der Polarisierung zu tun hat. Denn die beiden Parteien setzen unterschiedliche Schwerpunkte und man hat in den letzten 2 Jahren dann lieber gar nichts gemacht, statt sich zu einigen.

Sollte sich eine Seite durchsetzen, dürfte das so weitergehen. Genau darin liegt aber die Chance eines Patt. Sicher ist es nicht, aber zumindest die Chance eröffnet sich, dass man dann einen Kompromiss finden kann, denn auch die Wähler machen zunehmend Druck, die mit kaputten Straßen und maroden Stromleitungen tagtäglich leben müssen.

Für die US Infrastruktur-Aktien eröffnet ein Patt also Chancen.

Der zweite Untersektor ist Aerospace & Defense (ITA). Dieser hat vor der Wahl stark korrigiert und Unsicherheit eingepreist, die sich nach der Wahl auflösen könnte, auch wenn es beim Patt bleibt.

Hier ist es recht einfach, je stärker die Republikaner sind, desto besser für den Sektor und umgedreht.

Energy (XLE)

Der Energie-Sektor ist von der Wahl relativ unbetroffen, der wird mehr von geopolitischen Fragen bestimmt. Insofern ist die Frage von Iran-Sanktionen relevant, die den Ölpreis massiv bewegen, diese machen aber nicht die Abgeordneten sondern die Regierung, was den Einfluß der Wahl begrenzt.

Mehr Effekt wird im Clean Energy Sektor (ICLN) zu sehen sein, der von einem Durchmarsch der Demokraten profitieren sollte:

Ganz grundsätzlich ist es also keineswegs so, dass der eine Ausgang der Wahl prinzipiell immer positiv und der andere prinzipiell immer negativ wäre. Das behaupten nur die Ideologen der jeweiligen Lager.

Richtig dürfte sein, dass im Markt nun Unsicherheit eingebacken ist, die sich nach der Wahl auflösen kann, wenn das wahrscheinliche Szenario des "Patts" eintrifft. Das ist also latent positiv für den Markt.

Richtig dürfte auch sein, dass wegen der für den Markt wichtigen Steuerreform, ein kompletter Sieg der Republikaner eine noch stärkere Erleichterungsreaktion bringen dürfte, dann gehen wir wohl schon Morgen massiv nach oben in den Indizes.

Aber auch ein Durchmarsch der Demokraten kann in einzelnen Sektoren positive Effekte verursachen, im breiten Markt ist Schwäche dann aber doch wahrscheinlich und wir müssen uns mit einem volatilen Retest der Tiefs arrangieren.

Denn unabhängig von politischen Überzeugungen, würde ein Durchmarsch der Demokraten massive Unsicherheit wegen des dann angestrebten Impeachment-Verfahrens bedeuten und Unsicherheit mag der Markt nicht, selbst wenn das am Ende ebenso ausgeht wie bei Clinton.

Gleichzeitig ist dieser Durchmarsch der Demokraten aber das Szenario mit der laut Umfragen geringsten Wahrscheinlichkeit und ist deswegen im Markt *nicht* eingepreist.

Heisst zusammengefasst, bei einem Patt wie einem Sieg der Republikaner darf man gelassen-optimistisch sein und davon ausgehen, dass die Wahl schon bald aus dem Blick des Marktes verblasst. Ein Durchmarsch der Demokraten dagegen, würde wohl erhebliche Verwerfungen verursachen.

Morgen in aller Frühe werden wir es wissen. Unser Vorteil in Europa ist mal wieder, das wir schon auf die Wahl reagieren können, während die US Anleger noch passiv abwarten müssen und schlafen.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Wallstreet Stream 28.09.18



14:50 MEZ

Der letzte Handelstag des zweiten Quartals ist angebrochen, ich starte heute etwas früher, gegen 17 Uhr ist aber heute Schluß und "Wochenende".

Vorgestern ist der Markt gefallen, gestern ist er gestiegen und heute? Logisch wäre für eine Schaukelbörse zu fallen und so sieht es auch in den Futures aus:

Furchtbar viel interpretiere ich da aber weiter nicht hinein, wie das 4. Quartal beginnt, werden wir erst am Montag wissen.

Nehmen wir den Tag in den US heute also ganz locker, die schaukelige Chartstruktur oben rund um die Nackenlinie, besitzt ja auch keine besonders hohe Aussagekraft.

15:00 MEZ

Nicht ganz so locker kann man in Europa sein, Italien verdirbt mit einem Haushaltsentwurf mit 2,4% Defizit die Stimmung, denn dahinter steht die Frage der dauerhaften Schuldentragfähigkeit.

Der Euro merkt es sofort und schmiert ab, im positiven Fall ist es nun der untere Verlauf im Chart, im negativen Fall geht es ganz nach unten durch:

Besonders stark sieht man den Effekt im italienischen FTSE MIB Leitindex, der um 4% abschmiert:

Summa Summarum sehen wir daran, wie viel die Eurokrise gelöst ist - nämlich gar nicht. Es wurde nur weiße Salbe und warme Worte darauf geschmiert und das seit Jahren. Denn wenn die Krise wirklich gelöst wäre, würde der Markt nicht so sensitiv auf einen einzelnen Haushaltsentwurf reagieren.

Das wirklich Schlimme daran ist, dass die EZB all ihre Munition verfeuert hat und dank der Mega-Taube Draghi auch keine mehr hat. Vielleicht fragt den Mann mal jemand, was er macht wenn Italien und die Eurozone nun in eine neue harte Rezession stürzt?

Die Antwort wird wohl sein, dass es dann noch mehr von der falschen Medizin gibt und wir dann Minus 2% Zinsen bekommen, mit allen üblen Nebeneffekten. Das ist alles, was geblieben ist und daran sollte jeder sehen, wie unverantwortlich und gefährlich diese Politik war und ist, für die Merkel und Draghi und einige andere recht prominent die Verantwortung tragen.

Griechenland war nur lästig, teuer und nervig, hatte aber nicht das Potential die Eurozone zu zerstören. Italien hat es. Das Ergebnis wird entweder Zerstörung oder eine vollendete Schuldenunion sein, ich gehe beim vorhandenen politischen Personal fest von Letzterem aus.

15:15 MEZ

Was derzeit auch problematisch wirkt und die Konjunktur gerade in Europa weiter dämpfen könnte, ist der weiter steigende Ölpreis, der langsam die 100 USD ins Visier nimmt.

Da hatte ich ja vor einiger Zeit geschrieben, dass ich bei 80 USD im Sektor nicht mehr auf die Longseite wette, weil die Nachfrage das nicht mehr decken sollte. Aber Öl ist halt auch ein politischer Rohstoff und genau die Politik treibt hier weiter, den es sind die -> amerikanischen Sanktionen gegen den Iran <- deren Erwartung die Preise treibt.

Die Nachfrage ist also nicht das Problem, die steigt wirklich nicht mehr groß, aber das Angebot wird politisch verknappt und das treibt den Preis natürlich.

15:25 MEZ

Übrigens, wie "grandios" Draghi und Merkel und viele andere Beteiligte das europäische Finanzsystem mit all ihren Eingriffen "gestärkt" und "stabilisiert" haben, kann man auch sehen, wenn man den US Bankensektor seit Lehman mit dem in Europa vergleicht:

Ich habe mir hier nicht die Mühe gemacht, auf eine identische Währung zu achten. Der Stoxx 600 ist in Euro und der XLF in Dollar, insofern ist der echte Vergleich minimal anders. Ich versichere Ihnen aber, dass es für die Botschaft keinen Unterschied ausmacht.

Und das Argument dass Banken durch neue Fintechs unter Druck wären, zieht auch nicht, das sind die in Europa ebenso wie in den US. Der wesentliche Unterschied ist die Regulierung, ist der politische Ansatz.

Man sieht auch wunderbar, wie die Banken auf beiden Seiten des Atlantiks im Gleichschritt laufen - bis 2011, dann kommt hier in Europa die große "Rettung" und Draghis "innovative" Geldpolitik.

Und jetzt sagen Sie mir was hier passieren würde, wenn es nun eine neue Finanzkrise wegen Italien gäbe, mir fällt dazu nur *AUA* ein hier in Europa.

Früher in der Natur war es so, dass ein Mensch der ohne Nahrungsreserven in den Winter ging, schlicht das Ende des Winters nicht erlebte.

15:55

Kleines persönliches Update in zwei Teilen:

Kommende Woche ist ja am Mittwoch mit dem "Tag der deutschen Einheit" ein Feiertag. Mein Sohn ist dann auch zu Hause und die Börse in Deutschland hat zu.

Ich mache am kommenden Mittwoch auch frei, auch wenn am Nachmittag die Wallstreet ganz normal läuft. Sollte an der Wallstreet Außergewöhnliches passieren, melde ich mich kurz, sonst nicht.

Dann noch zu nächstem Sommer, für die die es interessiert. Ich hatte ja mal Madeira erwähnt, wir haben jetzt auch ein Haus gebucht das wir mieten, sind aber nach 12 Jahre endlich mal wieder auf "unserer" Insel La Palma, auf der wir bevor unser Sohn zur Welt kam, so oft waren und uns immer wohl gefühlt haben.

Wer sich dafür interessiert unten ein Link, das ist La Palma, von Meer bis 2.400 Meter hohen Gipfeln mit Observatorien ist da alles geboten und es gibt viele große Villen mit viel Platz drum herum, die man wie wir von Privat mieten kann:

Schauen Sie sich mal das Video an: -> La Palma <-

16:05 MEZ

Sieht so aus, als ob viel mehr als 10% bei Tesla (TSLA) aufgrund der Nachricht nicht geht und die Unterstützung (noch) nicht in Gefahr gerät. Damit ist durchaus auch ein Gapfill eine Möglichkeit für die kommenden Tage:

16:28 MEZ

Übrigens, im Forum war vor Kurzem ja die Frage, ob Micron (MU) nicht vielleicht schon wieder dreht?

Ich sage dazu nur "langsam". Möglich ist alles, aber die Aktie ist voll im Abwärtstrend und was idealerweise passieren müsste, wären die folgenden drei Schritte:

(1) Eine Auflösung des aktuellen Dreiecks nach oben
(2) Ein Ausbruch über die fallenden Trendlinie und 50-Tage-Linie
(3) Das endgültige Freischwimmen über den Hochs von Ende August

Möglich ist das, aber noch einiges an Weg und nichts, das sich nun zwingend aus dem Chart ergibt.

16:35 MEZ

Cara Therapeutics (CARA) hatte ich -> vor ca. 1,5 Wochen am 17.09. hier <- als Trade gezeigt. Damals war die Aktie an der Nackenlinie und nun läuft sie wunderbar, seitdem schon 13% Plus und sieht weiter gut aus:

16:45 MEZ

Wow, noch einmal kurz zu Musk und Tesla, siehe -> hier bei CNBC <-

Demnach hatte Musk einen ausgehandelten Deal mit der SEC, in dem er keine Schuld einräumt und eine Strafe zahlt. Dieser Deal hätte ihn aber 2 Jahre als Chairman gesperrt.

Musk hat den Deal in letzter Minute platzen lassen, weil er sich keiner Schuld bewusst sei. Er geht auf "All or Nothing". Ich gehe davon aus, dass die Sperre das Problem ist, weswegen er Nein gesagt hat.

Typisch Musk, damit hat er Übung, seine ganzen Firmen von Space-X bis Tesla sind seit einem Jahrzehnt ein "All or Nothing" gegen immense Widerstände.

Ich halte für denkbar, dass das "Going Private" wieder ganz aktiv wird. Denn wie kann man der SEC die Zunge heraus strecken und ein Gericht beeindrucken? In dem zu dem Zeitpunkt wo ein Urteil gesprochen wird, Tesla mit 420 USD schon von der Börse gegangen ist. Wie will man eine Ankündigung als "Betrug" verurteilen, die danach real passiert?

Das größere Problem dürfte sein, dass die Klage der SEC den ganzen Hedge-Fonds auf der Short-Seite ein juristisches Einfallstor gibt, um das privatrechtlich zu versuchen, was sie auch bei Volkswagen versucht haben. Eine riesige Ablenkung und Vergeudung von Resourcen aller Art ist es auf jeden Fall und insofern muss Musk sich wirklich "in den Arsch beißen".

Es bleibt spannend und ein Segen für die Popcorn-Industrie. 😉

17:00 MEZ

Der DAX, der eigentlich recht gut aussah, wurde von der Nachricht aus Italien natürlich auch getroffen und ist wie ganz Europa abgeknickt.

Trotzdem, ein Blick auf das Chart mit den von mir unveränderten Markierungen zeigt, dass der DAX immer noch im positiven Szenario ist und genau da gedreht hat, wo er sollte:

Und der SPY, der kennt sowieso wieder nur eine Richtung, es ist einfach faszinierend:

Damit schließe ich diese Woche, diesen Monat und das dritte Quartal. Ein Quartal, in dem eine Korrektur wahrscheinlich war, im Rest der Welt auch gekommen ist, aber in den US ausgefallen ist.

Wir lesen uns hier im Oktober und im 4. Quartal wieder und zwar am Montag. Weihnachten ist nicht mehr weit. 😉

Ich wünsche ein schönes Wochenende!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Sie haben den Dollar, wir haben Draghi!



Ein Kurzkommentar zum aktuellen Geschehen in Anlehnung an -> Erdogans ökonomische Wirtschafts-Alchemie <-.

Denn der Absturz der türkischen Lira liefert einen Angst-Katalysator insbesondere für die europäischen Märkte, wunderbar am Abschmieren des Euro aber auch des Eurostoxx zu sehen:

Der Euro hat damit potentiell die große Wendeformation getriggert und die Nackenlinie durchbrochen, weiteres Abwärtspotential ist je nach Verlauf gut vorstellbar:

Passend und ärgerlich ist dabei, dass es mal wieder vor allem -> italienische und spanische Banken <- sind, die da auf der Suche nach Rendite um jeden Preis mit Finanzierungen und damit Risiken drin hängen.

Es hat sich also unter der "Regulierung" der EZB als Bankenaufsicht *rein gar nichts* geändert, alles wie gehabt. Mich überrascht das wie Sie wissen nicht, ich war immer dagegen den Bock des leichten Geldes auch noch zum Gärtner der Bankenüberwachung zu machen.

Aber mein Pruddeln wird nichts ändern, es ist einfach nur bezeichnend. Wo in Anatolien Allah in seiner unermesslichen Weisheit alles regelt, haben wir ja Mario Draghi, der haut uns dann wieder mit Worten vom Himmel herab raus. Also keine Sorge, alle können ruhig weiterschlafen. 😉

Ernsthaft, Sie wissen dass ich immer gesagt habe, dass dieser Markt im August/September korrekturgefährdet ist, dafür aber einen Katalysator braucht.

Nun, die Türkei-Krise kann so ein Katalysator werden, wenn sie jetzt weiter eskalieren sollte, was natürlich offen ist. Vielleicht - aber nur vielleicht - haben wir den Katalysator für die August-Korrektur also gerade vor uns.

Eines ist aber auch ganz klar und will ich deutlich einordnen. Die Türkei ist ökonomisch zu unbedeutend und die in Frage stehenden Gelder sind am Ende doch zu begrenzt, als dass sich daraus voraussichtlich mehr als ein Korrektur-Katalysator entwickeln wird.

Diese Korrektur, wie tief sie auch immer geht, bereitet also mit hoher Wahrscheinlichkeit einen kaufbaren Boden. Nur *wann* der zu kaufen ist, das müssen wir halt wie immer Stück für Stück und Tag für Tag sehen. Eine Glaskugel habe ich halt immer noch nicht.

Bis Sonntag zum Wochenausblick! Ich habe gerade eine (routinemässige) Magen- und Darmspiegelung hinter mir und bin noch etwas kraftlos nach einer eher durchwachten Nacht (Details wollen Sie nicht wissen ;)).

Jetzt schlafe ich wieder und träume von der Allmacht des Gottes der West-Europäer: Super-Mario. Indrallah!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Liquiditätserörterungen



Einen schönen gut Tag zusammen!

Noch einmal, damit es bei jedem ankommt - nicht alle lesen ja alles:
Dieses ist heute ausnahmsweise mal der einzige Artikel zur Marktlage, ein Nachmittagsbericht kommt also nicht mehr!

Die FED liegt hinter uns und was ist passiert?

Erst einmal grundsätzlich nicht so viel, wobei bei Einzelthemen schon gute Bewegung ist, dazu aber später mehr. Der Abzug von monatliche 10 Milliarden Liquidität wird aber Folgen haben, nur nicht sofort und das will ich heute hier einordnen.

Zunächst haben wir den Zeitfaktor, der Abzug der Liquidität tritt nicht sofort ein, das hat mit der Technik zu tun, die die FED dabei einsetzt. Hier hat unser "Plastik" gestern im Forum sehr treffend auf den umgedrehten Ablauf im Herbst 2012 hingewiesen, als die FED ihr QE3 im September ankündigte und alle sich bis November gefragt haben, wo denn die Auswirkungen des frischen Geldes bleiben? Die Antwort war damals, dass es eben erst ab Mitte November da war!

Lesen Sie bitte noch einmal den Artikel vom November 2012 -> Warum QE3 erst ab 14.11. seine Wirkung entfaltet <-. Und dann lesen Sie bitte noch einmal aus dem Januar 2013 -> Don´t fight the FED - Ein kurzer Rückblick auf QE3 <-.

Tun Sie es, auch wenn es fast 5 Jahre her ist, es ist trotzdem erhellend und wichtig. Und denken Sie daran, dass es dann das ganze Jahr 2013 nur hoch ging! Die Liquiditätszufuhr hatte fraglos ihre Wirkung!

Heisst für uns, der Abzug der Liquidität wird sich irgendwann auswirken, aber noch nicht heute und auch nicht morgen.

Der zweite Faktor ist das Volumen. 10 Milliarden USD pro Monat sind nicht so viel, in den Hochphasen des QE wurden monatlich 20, 30 oder 40 Milliarden zugeführt. Dieser Abfluss wird also eine dämpfende Wirkung entfalten, er ist für sich alleine aber nicht stark genug den Markt zu drehen, solange die Konjunktur gut läuft.

Mein Fazit:

Der Beginn des Straffungsprozess der FED ist kein "Non-Event", er *wird* die bulllischen Marktkräfte leicht dämpfen, man kann sich das wie einen leichten Belastungsfaktor vorstellen. Aber erstens wird es bis ins 4. Quartal hinein dauern, bis das wirklich den Markt erreicht. Zweitens wird es vom Umfang so sein, dass es bei weiter guter Konjunktur gut verdaubar ist. Und drittens ist die FED unter Yellen so auf den Zehenspitzen, dass sie das sowieso sofort wieder einstellt, wenn sich negative Auswirkungen zeigen.

Ich denke es ist gerade das "Drittens", das den Markt auch weiter gelassen agieren lässt. Der "Yellen-Put" ist einfach weiter im Markt. Nehmen wir das Geschehen also im Sinne "Dämpfung" ernst, halten uns aber weiter von Katastrophenszenarien fern, die natürlich sofort von denen konstruiert werden, die seit 8 Jahre den Weltuntergang herbei reden und nun langsam ganz verzweifelt mal Recht bekommen müssen. 😉

Hier ist ein durchaus logischer Artikel zum Thema aus der FuW: -> An den Börsen droht Katerstimmung <-. Hmm, ja, hmm. Ja durchaus überzeugend. Und trotzdem, derart überzeugende bärische Argumentationen kennen wir seit Jahren und gerade in diesem Jahr praktisch jede Woche. Und was hat es gebracht?

Wir tun einfach gut daran, weiter den Preis zu unserem ultimativen Guide und Richter zu machen, und was das angeht, sieht der Leitindex SP500 so aus:

Ist das eine Topbildung, wie ich sie ausführlich in -> Wie eine Topbildung aussieht <- beschrieben habe? Definitiv nein, auch wenn es immer eine Topbildung werden kann.

Aber es ist eben bisher keine und deshalb sollten wir diesen Zukunftsprognosen weiter mit grosser Skepsis begegnen. Die Zusammenhänge der Märkte sind so komplex und reflexiv noch dazu, dass kein Analyst das komplett überblicken kann.

Der Preis ist und bleibt der ultimate Richter. So weit meine Sicht auf das Thema.

Nach dieser Einordnung nun noch ein paar kurze Beobachtungen, dann "entlasse" ich Sie wieder in die Obhut des Marktes, Sie können das heute auch ohne mich, da bin ich sicher!

Am Nachmittag kommen aus den US noch um 14:30 Uhr der wichtige Philly FED Index und um 15:30 Uhr MEZ redet Mario Draghi. Achten Sie zu den Zeiten auf die Kurse.

Heute früh war schon die Bank of Japan (BoJ) mit einem Zinsentscheid im Markt, es hat sich aber -> nichts geändert <-

Im Zuge von -> Fusionsphantasien für die Commerzbank <-, reisst es heute die Kurse des Bankensektors nach oben.

Eine klare Meinung habe ich zu diesem Chart des Sektors trotzdem nicht und sehe noch keinen unmittelbaren Handlungsbedarf auf der Long-Seite:

EURUSD hat nun eine potentielle SKS im Nachgang der FED gebildet - jetzt wird es richtig spannend:

Das Thema Solar will ich noch grundsätzlich adressieren, ich habe es im Forum -> hier <- schon getan.

Da steht uns am morgigen Freitag ein wichtiges Event bevor, das erheblich Kursbewegend sein wird und das auch einen Teil der letzten Bewegungen von First Solar (FSLR) miterklärt, die den Ausbruch wieder negiert haben und nun unschlüssig hin und her schwanken:

Das Thema wird -> hier recht gut erklärt <-, bitte lesen Sie das, wenn Sie am Sektor interessiert sind.

Kurz gesagt geht es um ein Verfahren vor einem Handelsgericht, aus dem entweder die Empfehlung von Einfuhrzöllen und Strafen für chinesische Produkte resultieren wird oder eben nicht. Und je nachdem wie das ausgeht, wird FSLR zu den grossen Gewinnern gehören oder zum Gegenteil und die chinesischen Hersteller werden sich weitgehend invers verhalten.

Das ist nun eine Situation wie vor Quartalszahlen, vor denen man keinen Edge hat. Und der Markt signalisiert genau diese Unsicherheit mit seiner Rückkehr in die Range. Sich hier zu exponieren, ist nun ein Lotteriespiel und mit Markttechnik nicht zu fassen, bedenken Sie das bitte!

Wie man damit umgeht liegt bei Ihnen und der Grösse der Position. Ich selber werde vor Lotteriespielen immer eher vorsichtiger. Nicht weil ich das Ergebnis irgendwie antizipiere, sondern weil ich mich einer Lotterie nicht aussetzen will. Am Freitag Abend sind wir klüger, je nachdem was empfohlen wird, muss die Regierung es aber überhaupt erst noch umsetzen. Eine unmittelbare Reaktion des Marktes wird es trotzdem geben.

Ja und Gold? Gold hängt nun genau da, wo ich es immer erwartet habe - knapp unter 1.300 USD. Der Weg vom Hoch nach hier war also mal wieder ein Trade mit Ansage. 😉

Nun wird sich zeigen, ob sich das Edelmetall trotz des Straffungsprozesses der FED wieder berappeln kann, das wäre dann sehr bullisch. Oder nicht, dann muss man weiter nach unten schauen:

Und der Airbus Trade, diesen Montag in -> Fakeout-Risiko <- gezeigt, war ein Volltreffer. Drei Tage später sieht der so aus:

Gotcha! Sie sehen, Ausbruchstrades können durchaus Spass machen. 😉

So weit von mir heute, nun wünsche ich Ihnen einen erfolgreichen Tag. Wir lesen uns am morgigen Freitag Vormittag wieder, vielleicht auch etwas später als normal. Der Nachmittagsbericht zum Abschluss kommt aber wieder ganz regulär.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Perlen Reloaded – Aktien die ich mag und nicht mag



Wichtiges sollte wiederholt werden. Und daher bitte ich Sie, heute noch einmal in den folgenden Artikel von 2015 hinein zu schauen:
-> Mit dem Wind im Rücken segeln <-

Alles in allem hat sich meine generelle Sicht von damals sehr bestätigt. Sicher, in Details würde man Schwerpunkte anders setzen, wir sind ja nun auch 2 Jahre weiter, aber der Grundtenor ist nach wie vor richtig.

Investieren Sie also mit Präferenz in Unternehmen, denen der Wind ganz generell in den Rücken bläst. Lassen Sie bei langfristigen Investments also Unternehmen in Branchen oder Sektoren links liegen, die sich nicht in einem strukturell positiven Umfeld und Wachstumsmarkt bewegen, egal wie gut irgendwelche "Kennzahlen" aussehen. Handeln kann man diese Unternehmen ohne Frage, aber bei Investments hilft der Wind im Rücken ganz ungemein!

Das sind also Sektoren die ich mag und wenn man darin Aktien mit starker Marktstellung und gutem Ausblick findet, sind das Aktien die ich mag.

Nun als Kontrast aber ein weiterer Auszug aus den Perlen Reloaded, zu dem was ich nicht mag und warum. Aktuell - im Juli 2017 - wird die Aktie übrigens wieder "empfohlen", dieses Mal bei 8€ und mit nur noch gut 60 Millionen€ Marktkapitalisierung. Aber "Morgen" wird die grossartige Zukunft sicher anbrechen, das was nie gelungen ist. Morgen aber schon! 😉

----------------

Dienstag 24.03.15 16:40 - Aktien, die ich nicht mag - Der Fall Euromicron

Es gibt Aktien, die ich als Einzeltitel nicht mag. Und ein so ein Fall aus dieser Kategorie, liefert dafür heute perfektes Anschauungsmaterial.

Es ist Euromicron (A1K030), bei denen heute ein Bilanzskandal aufgedeckt wurde, der CEO muss gehen und die Aktie raucht um über 20% ab. Lesen Sie hier:

-> Euromicron hat Probleme mit der Bilanz <-.

Ich mag diesen Typus Aktien nicht, weil es bei denen ein Muster gibt. Und darüber will ich heute mit Ihnen sprechen.

Typisch für so Aktien ist, dass diese vor allem in den bekannten Anlegerpostillen immer an die Privatanleger heran getragen werden. Zu Euromicron zum Beispiel, liest man seit Jahren immer die gleiche Geschichte davon, dass der Aktie ja "so eine grosse Zukunft" bevor stehen würde. Blöd nur, dass diese Zukunft seit Jahren irgendwo immer +12 Monate entfernt ist und nie näher kommt. 😉

Netzwerk, Datensicherheit und IT-Sicherheit hört sich ja auf den ersten Blick auch nach Wachstum an. Nur reichen die Schlagwörter halt nicht, man muss schon genauer schauen, was das Unternehmen macht und vor allem, ob es wirklich einen Wettbewerbsvorteil hat, der nachhaltiges Wachstum ermöglicht. "Me too" Lösungen braucht der Markt nämlich nicht, auch nicht bei Sicherheit und Netzwerken.

Erst am 01.03.15 hat "Finanzen" dazu den folgenden Artikel Online gestellt: -> Euromicron: massiv unterbewertet <-

Da schreibt mal wieder jemand von "Value", weil das KBV bei 0,7 ist und fusst das Ganze alleine auf die Aussagen des Managements bzw öffentlichen Zahlen. Sie wissen wie ich dazu stehe und in Artikeln wie -> Das Zerrbild des Value-Investing <- habe ich ausführlich dargelegt, was davon zu halten ist: Nichts!

Ich denke, Ihnen als treue Leser ist nun schnell klar, wie verfehlt diese ganze Argumentation ist. Denn die könnte nur dann zutreffend sein, wenn man davon ausgeht, dass der ganze Rest des Marktes schlicht zu blöd und beschränkt ist, diese "offensichtliche Unterbewertung" aufgrund öffentlich sichtbarer Zahlen selber zu erkennen.

Jetzt ist der Markt sehr wohl immer wieder lokal ineffizient und neigt zu Übertreibungen und auch dazu, Dinge temporär zu übersehen. Aber so "blöd", eine in den Anleger-Medien über Jahre immer wieder breit getretene Aktie permanent völlig falsch einzuschätzen - so blöd ist Mr. Market dann doch nicht!

Wenn man so will, ist also der Autor dieser "Value-Analyse", der einzig Sehende im deutschen Markt und teilt diese tiefschürfende Erkenntnis mit Ihnen - ja *mit Ihnen* - im kostenlosen Internet! Wenn es nicht so traurig wäre, das Anleger darauf hin Geld in Bewegung setzen, müsste man nun laut lachen. 😉

Nein, die Realität ist, dass die geballte Intelligenz des Marktes der Euromicron gerade einmal 100 Millionen € Marktkapitalisierung zubilligt. Und da wir ja auch verstanden haben, dass der Markt Erwartungen einpreist und auch Unternehmen ohne Umsatz schon einmal ein paar Milliarden Marktkapitalisierung gewährt, wenn die Aussichten gut sind, heisst das umgedreht, dass hier niemand grosse Erwartungen hat. Ausser den Gläubigen solcher "Value-Analysen" natürlich, das sind die einzig Intelligenten im Markt. 😉

Auch zum Thema -> Marktkapitalisierung <- habe ich mich ausführlich geäussert und ich mache um so Unternehmen eine Bogen, weil wie in dem Artikel argumentiert, ist der Informationsnachteil für Anleger viel zu gross - wie wir ja heute wieder bei Euromicron sehen.

Und damit kommen wir zum dritten Faktor, den unbedarfte Anleger so lieben. Die Dividende und Euromicron zahlte immer eine hohe Ausschüttung. Das wenigstens muss doch toll sein, oder? Nein, ich muss Sie enttäuschen, ist es auch nicht. Warum habe ich im Artikel -> Die Dividende - überschätzt, overhyped, missverstanden <- argumentiert.

Und auch dafür ist Euromicron das beste Anschauungsmaterial. Denn wenn dieses Unternehmen bei erst 100 Millionen Marktkapitalisierung so eine gloriose Zukunft hat, warum werden dann die Gewinne ausgeschüttet und nicht reinvestiert? Wenn das Unternehmen so gut ist, müsste es doch vor Investitionsideen nur so brummen und damit auch ein weit höheres Return of Investment erzielen, als wenn das Kapital ausgeschüttet wird.

In Summe haben wir also hier ein Unternehmen, das perfekt in das Beuteschema all der normalen Anleger passt. Die Kriterien, mit etwas Sarkasmus gewürzt, lauten:

1. Jedes neue Jahr ist immer eine "tolle Zukunft" in Aussicht, diese hat aber noch keiner richtig erkannt. Ausser natürlich der super-smarte "Value"-Anleger, der so Geheimpublikationen wie Börsen Online, Focus Money, Finanzen oder der Aktionär liest. 😉 Kurz, der Markt ist zu blöd! 😉

2. Dass das Unternehmen klein ist und über Jahre im Umsatz nicht vom Fleck kommt, ist egal. Die Zukunft ist aber glorios, vor allem, wenn das Management das sagt! Ansonsten gilt Punkt 1, die andern sind schlicht zu blöd. 😉

3. Hohe Dividenden und geringe KGVs sind per Definitionem "Value". Die Frage, warum das Unternehmen trotz fehlendem Wachstum ausschüttet, statt zu investieren, stellt sich doch gar nicht. 😉

Und nun frage ich Sie: sind wir überrascht, dass man so am Markt auf keinen grünen Zweig kommt?

Ich weiss, ich war jetzt richtig bösartig in meiner Argumentation. Und klar, gegen Schummeleien ist kein Kraut gewachsen und vielleicht kommt Morgen zu einer anderen Aktie auch so eine Nachricht in den Markt und ich schaue dumm aus der Wäsche, weil ich damit nicht gerechnet habe.

Die Überraschung durch die Bilanzprobleme alleine, ist auch kein Argument. Das kann durchaus jedem mal passieren, so blöd überrascht zu werden. Die Summe der Indikatoren ist es aber, die uns von Aktien dieses "Beuteschemas" fern halten sollte. Und insofern passen diese Bilanzprobleme nun einfach "wie die Faust aufs Auge!".

Und am Ende habe ich ja noch das Totschlag-Argument. Denn es hätte eine ganz einfache Methode gegeben um zu erkennen, dass Euromicron als Aktie uninteressant ist. Und das ist ........ trara ........ dieses Chart, das seit 2012 nur abwärts geht:

Euromicron 24.03.15

Da bleiben keine Fragen offen, oder? Das ist das Urteil des Marktes. Und wer sich dagegen stellt, weil er glaubt eine Zahl wie ein KBV korrekt ablesen zu können, leidet unter krasser Selbstüberschätzung.

Und übrigens, da war bei Euromicron sogar eine Art iSKS, die getriggert hatte und nun durch die Bilanz-Überraschung abgeschossen wurde. Gegen einen rein technischen Trade war da auch nichts einzuwenden, das war halt dann Pech mit dieser Überraschung.

Aber über technische Trades reden wir hier ja nicht. Wir reden hier über eine völlig verfehlte Argumentation mit einer "Unterbewertung". Und dafür hätte ein Blick auf dieses Chart in einer Sekunde jedem zeigen können, dass hier grosse Skepsis angesagt ist. Ausser natürlich, man hält sich für klüger als der Rest des Marktes.

Wir hier wissen aber: wir gehen mit dem Markt und sind nicht klüger als er. Und wenn wir nur diese Regel verinnerlichen, geht es uns schon viel besser als vorher. 😀

Und genau das Chart oben, ist neben zu kleiner Marktkapitalisierung und fehlendem Wachstum über Jahre der grosse Unterschied zwischen guten Aktien und Euromicron. Beide könnten theoretisch eine Bilanzmanipulation in sich tragen, von aussen kann man das nie mit Sicherheit wissen.

Aber wo ist das Risiko wohl grösser? Ich denke, die Antwort ist klar.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Kraft tanken



Hier ist der Tag im DAX Stand 16:45 Uhr:

Der DAX hat also genau das getan, was zu erwarten war. Kaum Bewegung in einer immer enger werdenden Range von maximal ca. 50 Punkt, die aber mit einer leicht positiven Tendenz.

Alles was ich da sehe, ist primär ein Markt, der sich auf eine grosse Bewegung morgen vorbereitet. Im obigen kurzfristigen Bild hat das eine leicht bullische Tendenz, im grösseren Bild von heute Morgen mit Tageskerzen, eine leicht bärische.

Im Saldo wissen wir es aber nicht und müssen uns in Demut üben und eine Fortsetzung der Korrektur weiter als realistische Variante, aber auch nicht mehr betrachten.

Eines ist aber sicher, heute kann man wie erwartet abhaken und in die Sonne gehen, die bei uns von einem strahlen blauen Himmel scheint.

Aufmerksam will ich heute nur auf den Bankensektor in Europa machen, der steigt und steigt. Der Grund dafür ist klar, der Duft der Zinswende - und damit verbunden höheren Zinsmargen - liegt in der Luft.

Im Chart des -> iShares Stoxx Europa 600 (A0F5UJ, EXV1), der Bankaktien aus ganz Europa, also inklusive Grossbritannien beinhaltet, sehen wir kurzfristig mit Tageskerzen einen sauberen Ausbruch aus einer Konsolidierungsflagge:

Und im ganz langfristigen Bild mit Monatskerzen, sehen wir die Rückkehr aus einem tiefen Tal in den Normbereich. Es ist hier durchaus vorstellbar, dass wir gerade eine Mittel-Konsolidierung hinter uns haben, an die sich ein weiterer Schub Richtung 23-24€ anschliesst:

Starke Bewegungen haben wir dann heute bei zwei Aktien mit Short-Seller-Historie: Wirecard und Aurelius. Die Gründe hinter starken Bewegungen dieser Aktien interessieren mich aber nicht, insofern dazu kein Kommentar. Dazu findet sich sicher allerlei Spekulatives in den einschlägigen Foren. 😉

Und das wars in meinen Augen schon. Wir lesen uns morgen wieder, dann wird es wieder "ernst" und es stehen drei volatile Börsentage mit jeder Menge Wirtschaftsdaten vor uns.

Tanken wir also Kraft. Ich mache das jetzt am Besten im Pool. 😉

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***