Hari Live Stream 25.03.19



15:20 MEZ - ZH2

Wir sehen, warum es richtig ist, in so eine Woche mit offenem Geist zu gehen, statt sich im Vorfeld bei einer Meinung festzulegen.

Denn der Markt kämpft mit widerstreitenden Impulsen und es ist offen, was sich durchsetzen wird.

Die Schwäche die vom Freitags-Reversal ausging, ist klar markt-negativ und impliziert weiteren Schmerz voraus.

Die Auflösung der "Müller-Tapes" ohne weitere Anklagen entlastet Trump teilweise, auch wenn sicher noch diverse Versuche gemacht werden, Themen wie Behinderung der Justiz auszuschlachten. Trumps Position ist nun aber nicht schwächer geworden und das ist markt-positiv.

Die Verhandlungem in China zum Handel gehen diese Woche weiter, Finanzminister Mnuchin wird wohl in China sein. Der Markt hat zuletzt etwas Skepsis entwickelt, die Nachrichtenlage kann also in beide Richtungen ausschlagen.

In Summe haben wir einen Markt der kurzfristig zu erhöhter Vorsicht gemahnt und das Potential weiterer Schwäche in sich trägt. Ansonsten gilt es abzuwarten und genau das signalisieren auch die Futures:

15:30 MEZ

Ein organisatorischer Hinweis in eigener Sache. Wie schon angekündigt, bin ich am morgigen Dienstag und dem folgenden Mittwoch auf Reisen via Bahn.

Dieses Mal bin ich nicht zu den Tagesrandzeiten unterwegs, sondern sitze über Mittags in der Bahn und habe am Dienstag Abend etwas vor, was mich nicht auf die Börse schauen lässt, außer nach Handelsschluss.

Die beiden Tagen werden logistisch im Blog wie folgt laufen:

An beiden Tagen kommen ganz normal am Vormittag jeweils Zusatzartikel, die ich schon teilweise vorbereitet habe.

An beiden Tagen kommt der Live Stream *nicht* normal am Nachmittag, sondern es kommt eine Art "Mittagsstream" aus dem Zug, in dem ich die europäischen Märkte behandele und die Wallstreet vom Vortag nach- und die vom Nachmittag vor-bespreche.

Dieser Mittagsstream ist jeweils ca. 11-14 Uhr. Sollte am Mittwoch etwas Grundlegendes am Markt passieren, kann ich mich zum Handelsschluss noch einmal melden, da bin ich dann schon zu Hause.

Ab Donnerstag läuft alles normal, die darauf folgenden zwei Wochen voraussichtlich auch, bevor dann die Osterferien beginnen.

15:45 MEZ - ZH1

Die Market-Map offenbart nach einer guten Handelsstunde ein extrem divergentes Bild mit einem nur minimalen, roten Übergewicht:

Das ist so ein Tag, an dem ich nichts mache und lieber abwarte, statt mich mit einer Seite zu verbünden. Es gibt auch fast keine Aktie, die eine wirklich auffällig starke Bewegung macht - Zögern allüberall.

Übrigens, dieses ist die letzte Woche mit Wallstreet ab 14:30 MEZ. Am Sonntag haben auch wir Sommerzeit und die Wallstreet läuft dann wieder 15:30-22:00 MEZ

15:50 MEZ - ZH3

Eine der wenigen richtig auffälligen Aktien ist NVidia (NVDA) mit heute großer Schwäche, auch relativ zum Sektor.

AMD ist zum Beispiel nur ein gutes Prozent im Minus, Intel ebenso und andere Chipaktien nicht viel mehr.

Sie wissen wie skeptisch ich für die nächsten Monate zur fundamentalen Entwicklung bin, meine persönlichen Eindrücke aus dem Grafikkarten-Markt sind, dass das Geschäft nicht besonders läuft und der Überhang alter Pascal-Karten immer noch immens ist.

Ich rechne also mit eher schlechten Zahlen zur nächsten Quartalssaison und sicher wird sich die Firma wieder etwas ausdenken, den Fokus des Marktes auf die "glorreiche Zukunft" zu richten. 😉

Diese Zukunft sehe ich auch, bin aber erst mal noch vorsichtig und will statt Ankündigungen einen wieder wachsenden Grafikkarten-Markt sehen. Dann ist NVDA auch wieder ein Kauf - dann.

16:00 MEZ - ZH3

Manchmal mache ich ja diese Posts, in denen ich Ihnen einfach zeige wie sich Dinge entwickeln. Manchmal wie erwartet, manchmal auch anders als erwartet.

Nun könnte man ja meinen, das seien so "siehste" Posts, deren Sinn ist, mir selber auf die Schultern zu klopfen. Das können Sie nun glauben oder sein lassen, das sind diese Posts aber nicht - ich weiss was ich kann und nicht kann.

Der Sinn ist einfach Sie zu motivieren, was mit Markttechnik alles geht, wo aber auch ihre Grenzen liegen.

Und heute bei RWE kann ich wieder nur sagen, dass diese Entwicklung sehr wohl als gute Chance im Chart zu sehen war, ich habe ja mehrfach darüber geschrieben, so auch -> am 14.03. um 16:10 MEZ <-

Schauen Sie einfach nur auf die Volumenentfaltung der letzten Wochen, die sendete recht klare Signale, das hier potentiell was geht. Und so ist es gekommen:

Um so Dinger mitzunehmen, muss man drei Dinge tun.

Erstens das sehen, zweitens darauf handeln und drittens die Fälle die nicht funktionieren - die gibt es immer - konsequent abschneiden und sich nicht zu einem großen Minus ausweiten lassen.

Wenn man die drei Dinge hinbekommt, dann wird das schon mit dem Erfolg. Nur sind die nicht so einfach wie es sich anhört, denn für erstens braucht es Disziplin und bei zweitens und drittens spuckt typischerweise das Affenhirn mit der gegenläufigen Meinung herein.

16:35 MEZ - ZH4

Das hier bei Barrick Gold (GOLD) sieht doch mittel- bis langfristig nun recht lecker aus, oder?

16:55 MEZ - ZH1

Ich habe es schon mehrfach gesagt und hier sieht man es wieder: Die Tage, an denen man aus Tagesbewegungen der Indizes eine "klassische" Schlussfolgerung ziehen sollte, sind vorbei.

Donnerstag unerwartet hoch. Freitag unerwartet runter. Und heute - wo viele Bären eine starke Abwärtsbewegung erhofften - "unerwartet" seitwärts.

Es sind zu einem guten Teil die Maschinen die das machen, ich habe es gestern im Wochenausblick beschrieben:

Man kann aber auch ganz anders argumentieren, denn das Marktenvironment ist anders geworden als "klassisch" und man sieht oben durch die lila Linie sehr schön, dass da ein übles Spiel von den Maschinen gespielt wurde - die Gnadenlosigkeit von Donnerstag und Freitag und ein Closing exakt auf 2.800 ist einfach typisch.

Und wenn es nur eine Anomalie einer ansonsten normalen Retracementwoche war, werden wir am Montag wieder überrascht werden, denn genau dieses Spiel lieben die Maschinen - die sehen in den Futures- und Options-Märkten und vorbörslichen Systemen der Großbanken die Positionierung des Marktes in den Tag hinein - dann kann man die Messer wetzen, wie am Donnerstag und Freitag jeweils.

Das heisst nicht, dass der Markt keine handelbaren Strukturen mehr hat. Aber sie haben sich verändert.

Wer echte Trends sehen will, muss auf in der Regel auzf Wochenkerzen schauen. Das ist nichts Neues.

Wer aber von diesem Tagesgeschaukel weniger betroffen sein will, muss auf frei schwingende Einzelaktien unterhalb der Bluechip-Kategorie schauen, die nicht durch die diversen ETFs mit dem Markt gezogen werden.

Und wer das Spiel intelligent mitspielen will, sollte herausfinden was auf Tagesbasis das Unerwartete ist und diese Bewegungen Intraday spielen, sobald sie sich real zeigen. Bewegungen, die eher gegenläufig zur klassischen Lesart sind.

17:40 MEZ - ZH3

Ich hatte Ihnen -> im Stream vom letzten Donnerstag um 17:15 MEZ <- vier bisher hier unbekannte Aktien nur alleine aufgrund ihrer Volumensignatur gezeigt.

Nun hat der Markt ja am Freitag scharf korrigiert, was bei so kleineren Aktien gerne große Verluste bedeutet. Und heute eiert der Markt ziellos daher.

Das ist doch mal ein schöner Testfall, um empirisch an 4 Fällen zu zeigen, was man denn bei so Setups erwarten kann, wenn der übergeordnete Markt korrigiert.

Wir haben dabei zwei Arten von Reaktionen.

Erstens Sapiens International (SPNS) und Crescent Point Energy (CPG) mit einem zum Markt passenden, relativ gesehen geordneten Retracement, das aber unter fallendem Volumen stattfindet:

Das sind klassische Retracement-Strukturen, die durchaus das Potential für eine folgende Aufwärtsbewegung in sich haben. Gerade bei SPNS hat man im Oktober eine schöne Vorlage, wie das aussehen könnte. Bedenken Sie, dass sich diese Struktur damals in einem im 4. Quartal scharf korrigierenden Markt bildete, in einem besseren Umfeld wäre das weit bullischer ausgegangen.

Diese Strukturen sind als Neutral zum Markt zu betrachten, das ist, was man bei Aktien dieser Art bei so einem Einbruch wie am Freitag erwarten kann und macht in beiden Fällen die positive Story noch nicht kaputt.

Zweitens Darden Restaurants (DRI) und Conagra Brands (CAG), die einfach die Rally fortsetzen, als ob am Freitag nichts passiert wäre. Beeindruckend:

In Summe also zwei Aktien die neutral mit dem Markt laufen und zwei die große relative Stärke zeigen und trotzdem steigen.

Keine so schlechte Ausbeute für diesen kleinen Test. Und keine Aktie dabei, die die Volumenbewegung ernsthaft negiert hätte. Am Schwächsten ist relativ wohl CPG.

Betrachten Sie das als erneutes Indiz, dass Sie sich mit Volumen-Schüben befassen sollten. Es ist eine der Mechaniken, die nach meiner Erfahrung die besten Ergebnisse im mehrtägigen Handelsbereich zeitigt.

18:10 MEZ - ZH1

Keine Änderung des Geschiebes, der Tag liefert uns - zuminderst bisher - keinerlei Richtung.

Gerade läuft das Apple Event, auch bei Apple ist heute bisher mehr Geschiebe als Richtung, aber vielleicht kommt ja noch was, wenn Tim Cook ein "Wunder" verkündet.

Statt selber machen, wäre ja auch Netflix (NFLX) kaufen vor Jahren mal eine Option gewesen, aber Apple hat dieses "Selbermach-Gen". Das hat Apple gross gemacht und ist super, wenn man wirklich Außergewöhnliches schafft, was andere nicht können. Es macht aber träge und langsam, wenn es dann nur "me too" ist.

Für mich war es das heute, wenn heute Abend doch noch Wichtiges passiert, werde ich das Morgen aus dem Zug heraus im "Mittagsstream" kommentieren.

Morgen früh lesen Sie hier einen Artikel zu recht spannenden Aktien, die weniger bekannt sind.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Wallstreet Stream 14.12.18



14:55 MEZ

Ein verkürzter Wallstreet Stream beginnt, der heute gegen 17 Uhr endet. Denn egal was heute passiert, selbst wenn wir eine Rally bekommen, am großen Fragezeichen wird es nichts ändern. Nur ein massiver Einbruch aus der Range heraus wäre bedeutend, das erscheint heute aber auch nicht sehr wahrscheinlich.

Im Future sehen wird eine leichte Erholung, durchschlagend ist die aber auch nicht:

Mehr Volatität als gestern ist also denkbar, mit etwas wirklich Relevantem, rechne ich aber nicht.

Was ich mir aber heute durchaus vorstellen kann, ist etwas Stärke, der Markt neigt in den letzten Wochen dazu, die Indikatoren der Futures zu negieren. Und da die heute schwach sind, könnte der Gapfill wieder anstehen, dieses Mal nach oben.

Danach geht der Markt an so Freitagen gerne in gruseliges Geschiebe über, das niemand braucht. 😉

15:10 MEZ

Meine Begeisterung für die Goldminen, hält sich ja, wie Sie wissen, in Grenzen. Die für Barrick Gold (ABX) dabei besonders, weil das Management einfach einen miesen Trackrecord für Großmannssucht und verfehlte Deals hat.

Trotzdem komme ich nicht umhin, dieses Langfristchart als objektiv aussichtsreich zu würdigen:

15:48 MEZ

Da ist er schon der Gapfill-Versuch:

16:10 MEZ

Ist Netflix (NFLX) jetzt bullisch oder bärisch zu sehen? Spannende Frage.

Vom Chart her hat das zwar weiteres Downside, befindet sich aber nicht außerhalb der Abgaben anderer Momentum-Aktien des NASDAQ, man schaue nur auf die Chipaktien:

Mein Problem bei Netflix ist weniger das Chart, als das Geschäftsmodell. Und dabei bin ich ja (im Gegensatz zu Facebook ;)) Pro-Netflix und bin selber Kunde. Die großen Pluspunkte sind die Auswahl und der einfache, plattformunabhängige Zugang zu akzeptablen Gebühren.

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer, warum ich glaube, dass Netflix keine Amazon der Videos ist.

Denn Amazon hat es geschafft, zum *Welt-Kaufhaus für Alles* zu werden, die Marktmacht ist so groß, dass niemand daran vorbei kommt. Dazu kommen ja noch andere Geschäftsfelder wie das Cloud-Geschäft und das macht Amazon stabil und unabhängig, die Spinne im Netz des westlichen Handels sozusagen.

Die Kurse und die Bewertung bei Netflix sind aber nur zu rechtfertigen, wenn Netflix für Filme und Serien das Gleiche wie Amazon schafft - eine derartige Marktmacht, dass keiner der Rechteinhaber daran als Plattform vorbei kommt. Bis jetzt, in den Anfängen, hatte Netflix außer durch Amazon keine echte Konkurrenz und vor allem, die allermeisten Produktionen waren daher auch bei Netflix zu haben.

Das ändert sich jetzt aber dramatisch, wenn die großen Rechteinhaber wie Disney (DIS) anfangen, ihre eigene Plattform zu pushen. Und dann werden es die Kunden entscheiden.

Bleiben die Kunden trotzdem bei Netflix, dann werden Disney und Co irgendwann reuevoll angekrochen kommen, weil sie nicht mehr die gewünschte Reichweite erlangen. Ich vermute aber eher - wenn ich mich als Maßstab nehme - dass die Bindung an Netflix nicht groß ist und man einfach dahin wechselt, wo die Dinge sind, die man sehen will. Das muss ja noch nicht einmal zur Kündigung bei Netflix führen, es begrenzt aber das Volumen, das jemand bereit ist auszugeben, wenn er neben Netflix noch andere Anbieter braucht.

In meinen Augen ist Netflix also eher bärisch zu sehen, ich zweifele an, dass das Unternehmen die notwendige Dominanz erlangen kann. Und ohne diese Dominanz, kann Netflix zwar immer noch wachsen, einfach weil Streaming ein Wachstumsmarkt ist. Ob dann aber die heutigen Multiples zu rechtfertigen sind, erscheint zumindest fraglich.

Wie denken Sie darüber?

16:30 MEZ

Auch dieser Gapfill-Versuch wird gleich wieder abgewürgt. DePorre hat heute treffend gesagt, wenn es wie ein Bärenmarkt aussieht, wie einer riecht und sich wie einer anfühlt, dann ist es einer!

Sie kennen ja das 2-Schritte-vor und einer-zurück Prinzip eines trendenden Marktes und das funktioniert im Bärenmarkt genau so, nur umgedreht. Und genau das beobachten wir gerade, ein kleiner Schritt vor und schon wieder zwei Schritte zurück.

Ich kann nur wiederholen, seien Sie nun entweder schon in Deckung, oder haben Sie zumindest eine saubere Strategie, wie Sie in Deckung kommen, falls der Markt die Range nach unten verliert.

Ansonsten, wenn Sie diese Vorbereitungen getroffen haben, sehe ich wenig was für uns hier und heute zu tun ist, weswegen ich diesen sehr kurzen Stream auch bald schließe.

16:42 MEZ

Ich war ja lange recht optimisch bei Incyte (INCY) was seine Struktur anging. Warum sieht man hier im Chart immer noch in Schwarz:

Nun hat Incyte das nicht negiert und die Chance ist immer noch da, aber selbst solche positiven Strukturen werden durch den nervig schiebenden Markt nun zerstört und was wir nun haben, lässt durchaus die obige Interpretation in Rot auch zu.

Ich will mich nicht darauf festlegen, sondern nur darauf hinweisen, dass auch solche Chartstrukturen durch den Markt nun in Zweifel gezogen werden. Dieser Markt ist einfach übel, er fühlt sich wirklich wie ein Bärenmarkt an.

16:45 MEZ

Ich bin daher auch zu typischen Bärenmarkt-Trading übergegangen, was bedeutet, dass ich Gewinne nun immer zügig abschneide und mitnehme, statt diese länger laufen zu lassen.

Die Regel vom Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen, ist nämlich völlig richtig, gilt aber nicht universell, sondern immer nur *mit* dem Trend. Im Bullenmarkt gilt sie also für Long-Trades und im Bärenmarkt für Short-Trades.

Gegen die Hauptmarktrichtung aber, sollte man relevante Gewinne zügig sichern, sonst sind sie bald wieder weg. Zweimal hatte ich da die letzten Tage Glück und habe sofort mitgenommen. Gestern bei Leoni war ich drin und konnte mehr als 20% mitnehmen, heute bei Wheaton Precious Metals (WPM) war ich auch auch mit Glück drin und konnte nach Handelsstart 16% mitnehmen.

Das sind die kleinen Trades auf Snapper, die ein nettes Zubrot verschaffen. Wirklich massiv das Depot damit bewegen, kann ich aber nicht, dafür riskiere ich bei solchen Spekulationen nicht genug. Aber so rostet man wenigstens nicht ein und bleibt in Übung für den Tag in der Zukunft, an dem man wirklich wieder mit beiden Händen zugreifen kann. 😉

17:05 MEZ

So, ich beende das Elend hier. 😉

Treue Mitglieder, die seit 2012 dabei sind, werden wahrscheinlich sagen, dass sie mich noch nie so defätistisch und pessimistisch zum Markt gesehen haben. Da ist was dran, wir hatten auch noch nie so einen Bärenmarkt seit 2012.

Die Korrekturen 2015 mit dem Flash Crash und selbst zum Jahresbeginn 2016 waren wie die Korrektur im Februar begrenzt und das Licht am Ende des Tunnels war schnell zu sehen. Dieses Mal ist das anders, es scheint so, als ob wir gerade erst in den Tunnel gefahren sind.

Sie wissen ja, ich predige immer, dass wir nicht herumraten sollen, sondern dem Markt folgen und den ernst nehmen. Was der Markt aber macht ist gruselig und Bärenmarktverhalten und daher ist es völlig angemessen, dass ich das nun sehr kritisch sehe.

Trotzdem, auch wenn ich diese Börsenwoche jetzt nur schnell beenden möchte, bewahre ich mir einen offenen Geist und weiss, dass der Markt die FED liebt und nun zyklisch sowieso mal wieder für eine starke Woche reif wäre.

Wenn wir heute einen Einbruch verhindern können, sind kommende Woche also durchaus Chancen da, die das große, eher düstere Bild aber bestenfalls erhellen und kaum wirklich bereinigen können.

Lassen Sie sich also nicht herunterziehen und missverstehen Sie meine Zeilen auch nicht als schlechte Laune. Im Gegenteil, ich beschreibe nur den Marktzustand, auch weil mir zu viele immer noch auf die Rally "gleich um die Ecke" hoffen.

Ich persönlich begrüsse das Geschehen aber im großen Bild, denn ich stehe ja weitgehend an der Seitenlinie und hoffe eher, dass wir noch einmal 10% abrauchen, um nach Jahren mal wieder so richtig attraktive Einstiegspunkte zu schaffen.

Bedenken Sie also, im aktuellen Elend wird gerade die Grundlage unserer hohen Gewinne in den Folgejahren gelegt. Damit das real wird, dürfen wir von diesem Markt aber unser emotionales Kapital nicht zerstören lassen und müssen unser monetäres Kapital in enger Deckung behalten.

Wenn wir das schaffen, an der Seitenlinie zu stehen und innerlich entspannt uns auf zukünftige Kaufkurse zu freuen, dann liegen noch äusserst erfreuliche Anlagejahre vor uns, gerade *weil* der Markt nun vielleicht zur großen Korrektur ansetzt.

Also, drücken Sie mit mir die Daumen, dass es noch weiter runter geht, am Besten so richtig mit Karacho zum Jahresanfang 2019 und dann darf es bei 2.400 im SPX gerne im Februar oder März drehen. 😉

Ich weiss, ich weiss, Wünsche werden am Markt selten erfüllt, man darf sie ja aber mal äussern. 😉

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende, wir lesen uns hier am Montag wieder, um die letzte Woche vor den Ferien zu beginnen.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Buchstabensuppe



Guten Morgen!

Reuters hat den Zahlen von Alphabet (GOOGL) gestern, in einem schönen Wortspiel die richtige Überschrift gegeben: -> Googles Owner starts to look like Alphabet-Soup <-.

Oberflächlich betrachtet, waren die Zahlen gut, wenn man einfach auf Gewinn und Umsatz schaut. Aber was sind diese Zahlen noch wert?

Denn Alphabet hat nun auch weitere Umstellungen in der Rechnungslegung vorgenommen, die mit IFRS und dem "Mark to Market Prinzip" einher gehen. So wird der Wert von Beteiligungen - wie zum Beispiel Uber bei Alphabet - nun mit seinen Veränderungen direkt im Gewinn ausgewiesen und das jedes Quartal!

Ganz offen, ich persönlich halte diese Logik für *Schwachsinn*, wie ich überhaupt den "Mark to Market" Weg der modernen Rechnungslegung für völlig verfehlt halte. Und Alphabets Zahlen sind nun wirklich nur noch "Buchstabensuppe - Alphabet-Soup".

Machen wir uns mal konkret klar, was das bedeutet. Stellen wir uns vor, ein Unternehmen ist völlig stabil und hat keinerlei Änderungen bei Umsatz und Gewinn, im operativen Geschäfts passiert also gar nichts. Dann hat dieses Unternehmen eine Beteiligung an einem Unternehmen und auch diese Beteiligung ist völlig stabil. Nichts im realen Geschäft gibt also Anlaß, den Gewinn oder Firmenwert anders zu bewerten als im Quartal vorher. Dummerweise gibt es an der Börse aber gerade einen großen Boom oder Crash ganz nach Wahl, in dessen Folge die Multiples die Unternehmen gewährt werden, sich stark verändern. Das hat alles nichts mit dem Geschäft der Beteiligung zu tun, wirkt sich aber auf deren "Bewertung" aus.

Die Konsequenz wäre, dass die Muttergesellschaft nun einen grossen Gewinn oder Verlust ausweisen wird, obwohl sich im echten Geschäft Null-komma-Null verändert hat! Ich finde das *Schwachsinn*.

Und klar, natürlich macht es Sinn, diese Bewertungs-Effekte bei Beteiligungen im Zahlenwerk auszuweisen, daran gibt es doch keinen Zweifel. Aber ein Zahlenwerk ist primär dazu da, ein realistisches Bild der wirtschaftlichen Leistungskraft eines Unternehmens zu zeigen, darauf beruht ja auch Besteuerung. Und dieses realistische Bild ist nicht mehr gegeben, wenn unberechenbare Kursschwünge bei Beteiligungen sich jedes Quartal direkt in die Gewinnberechnung der Muttergesellschaft herein fressen.

Faktisch wirkt diese Methodik extremst prozyklisch. Wenn Kurs sowieso steigen, weil die Wirtschaft boomt, werden die Gewinne der Unternehmen nach oben überzeichnet. Und in der Krise, müssen im Kern solide Unternehmen dann massivste Verluste ausweisen, nur weil die Kurse ihrer Beteiligungen einbrechen. Am Ende ist das eine Feedback-Schleife, die in beide Richtungen verstärkend wirkt. Nach oben wie nach unten, werden die Bewegungen überzeichnet. Wehe also, wenn dieser Markt mal zu fallen beginnt. Dann lösen die Kursrückgänge massive Verluste bei den Unternehmen aus, die wiederum neue Kursrückgänge auslösen.

Sie sehen, ich halte da gar nichts davon und weine im internationalen Maßstab den Prinzipien des schönen HGBs nach. Aber es gibt eben starke Kräfte die das anders wollen, ich habe das schon vor Jahren in -> vom Irrsinn des IFRS und einem wertlosen Buchwert <- zum Thema gemacht. Lesen Sie diesen Artikel mal, das ist wichtig zu verstehen, dann ist man vom Glauben kuriert, dass der Buchwert noch ein sinnvoller Maßstab zur Bewertung ist.

Tja und dann gab es bei Alphabet noch den Effekt der US-Steuerreform, der die Steuerquote aufs Jahr gesehen von 20 auf 11% drückte und zu allem Überfluß wurde dann auch noch die Berechnung von Erfolg im Online-Geschäft von "Klicks" auf "Impressions" umgestellt, natürlich bestimmt nicht, weil die Zahlen mit "Klicks" weiter positiv gewesen wären. 😉 Letzteres ist Spielerei, die nach dem Motto funktioniert, das man nur der Statistik trauen sollte, die man selber gefälscht hat.

In Summe ist das Zahlenwerk von Alphabet damit ein riesiger Pudding, den man nicht an die Wand nageln kann und damit einer Bank-Bilanz nicht unähnlich. Hat jetzt Alphabet also wirklich gute Zahlen geliefert und läuft das Geschäft wirklich rund? Ich habe keine Ahnung, ich traue dem nicht mehr.

Und der Markt, der in diesen Dingen ziemlich klug ist, wohl auch nicht - nachbörslich eierte Alphabet trotz der vordergründigen Beat-Fanfare um die Nulllinie.

Hexcel (HXL) hat gestern auch -> solide Zahlen <- geliefert, eine starke Marktreaktion ist nachbörslich nicht auszumachen:

Und Barrick Gold (ABX) -> liefert weiter Absichtserklärungen <-, die den Markt aber nicht überzeugen, nachbörslich kommt mehr als 1% Minus zusammen. Die Aktie muss man weiter nicht haben, auch nicht wenn man unbedingt Goldminen haben will, dann gibt es attraktivere Kandidaten:

Heute kommen vor US Handelsstart mit Quartalszahlen:

3M (MMM), Akzo Nobel, Biogen (BIIB), Caterpillar (CAT), Coca-Cola (KO), Comdirect, Corning (GLW), Eli Lilly (ELI), Freeport McMoran (FCX), Harley-Davidson (HOG), Kuehne & Nagel, Lockheed Martin (LMT), NextEra Energy (NEE), PulteGroup (PHM), Puma, SAP, Santander, Sartorius, Seagate (STX), Telekom Austria, Telenor, Verizon (VZ), Weatherford (WFT), Xerox (XRX)

SAP hat schon -> gute Zahlen geliefert <-, die vom Markt positiv aufgenommen werden.

Das Langfristchart ist trotzdem noch nichts, das mich zu einem Engagement motiviert, sondern eher indifferent und die Volumensignatur wenig überzeugend:

EURUSD hat nun minimal aus der Range heraus geschaut, wenn das Währungspaar nun weiter fällt, dürfte das für den DAX einen positiven Schub über 12.600 generieren. Und wenn nicht, dann nicht:

So weit an diesem Morgen, der Ruhe vor dem ersten großen "Sturm" der Quartalszahlen. An Wirtschaftsdaten haben wir gleich um 10 Uhr den Ifo-Index und am Nachmittag das US Verbrauchervertrauen und die Hausverkäufe bei Neubauten.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Von „getoppten Estimates“ und rechten Schultern!


Die Wallstreet tut in dieser Berichtsaison mal wieder alles dafür, die Aktien hoch zu schreiben. Das beliebte Spiel der Analysten ist dabei, die Latte für die Quartalszahlen im Vorfeld so zu senken, dass die Firmen dann "so gerade eben" darüber hinweg kommen und man in der Schlagzeile "tops estimates" rufen kann.

Und so kam heute vorbörslich, was kommen musste:

Johnson & Johnson tops profit estimates, -> der Umsatz hängt wegen des starken Dollars aber hinterher <-.

In Summe positive Zahlen, die der Markt sehr goutiert:

JNJ 26.01.16

Procter & Gamble tops profit estimates, -> und profitiert von Kosteneinsparungen <-.

In Summe positive Zahlen, die der Markt sehr mag. Unser Dauerfavorit seit letztem Jahr, sieht weiter hoch attraktiv aus:

PG 26.01.16

DuPont tops profit estimates, -> und verstärkt Kosteneinsparungen vor dem Merger mit Dow Chemical <-

In Summe Zahlen im Rahmen der Erwartungen:

DD 26.01.16

3M tops profit estimates, -> wobei auch hier gutes Kostenmanagement dazu beigetragen hat <-

In Summe ist das erwartete Wachstum für 2016 schwach, das war dem Markt aber schon bekannt. Der hat mit noch Schlimmerem gerechnet, weswegen sich eine massive Erleichterungsrally in Gang setzt:

3M 26.01.16

Lockheed Martin tops profit estimates, -> und überzeugt nicht nur beim Gewinn, sondern auch beim Umsatz <-

Das ist eigentlich ein echter "Beat" hier und bestätigt, wie gut der Aerospace & Defense Sektor dasteht. Dass die Aktie trotzdem fällt, dürfte mit dem etwas -> schwächeren Ausblick <- zu tun haben:

LMT 26.01.16

In wie weit das Minus heute auch mit dem Deal/Spin Off mit Leidos zu tun hat, ist mir nicht ganz klar. Der Sektor als Ganzes ist heute nicht schwach, es ist also ein LMT-spezifischer Grund. Hier gilt nun sowieso ein "Achtung" für Aktionäre, denn wie der Spin-Off aktienrechtlich abgewickelt wird, ist mir noch völlig unklar und Sie wissen ja, wie gerne unsere Finanzbehörden bei Splits merkwürdige Steuerregeln zu Ungunsten der Anleger anwenden. 😉

Freeport McMoran tops profit estimates, weil -> der Verlust deutlich geringer ausfällt als erwartet <-.

Der Markt mag es und schiebt FCX nach oben, Begeisterung, sieht aber anders aus:

FCX 26.01.16

AK Steel tops profit estimates, weil -> weil auch hier der echte "unadjusted" Verlust im Q4, geringer ist als befürchtet <-

Auch das liebt der Markt und schiebt auch AKS nach oben:

AKS 26.01.16

Soll ich nun weiter machen? Ich denke, Sie haben das Prinzip verstanden. 😉

Summa Summarum ist das aber trotzdem nicht nur Schall und Rauch, sondern schon eine Berichtsaison, die gar nicht so schlecht läuft, wie befürchtet. Ein weiterer Grund, warum die Märkte nun deutliches Stabilisierungspotential haben!

Dass man sich nun um eine Strategie bemühen muss, wie man seinen Cash auch wieder ins Spiel bringt, betone ich ja nun schon seit über einer Woche und rede dem Rebound das Wort. Sagen Sie mir als in der Rückschau nicht, es war schwierig die Wende zu treffen - denn wir haben sie getroffen. Das man an Wendepunkten aber noch unsicher ist und zu leicht ins Zögern kommt, muss einfach zwangsläufig so sein und ist immer so. Leicht macht es uns der Markt nie!

Wenden entstehen eben immer aus übergrosser Skepsis, weswegen es so eminent wichtg ist, dass wir uns nicht von unseren prozyklischen Emotionen treiben lassen, sondern dem Markt und seinen Strukturen folgen. Und die hatten die notwendigen Signale, ich habe sie hier thematisiert.

Sehr positiv ist auch zu sehen, wie die Märkte sich nun fast exakt an den Fahrplan der "rechten" Schulter gehalten haben. Es zeigt erneut, warum es wichtig ist, sich solche Szenarien im Vorfeld zu Recht zu legen, die dann wie geistige Korsett-Stangen funktionieren.

Denn ansonsten, ohne diese "Korsettstangen", macht man aus jedem Minus - wie gestern - gleich die grosse Katastrophe, weil man keinen Massstab hat, um die Dinge ruhig einzuordnen. Wer aber meine Charts zur rechten Schulter im Hinterkopf hatte, hatte etwas, um die wackelige Psyche zu beruhigen.

Hier ist sie nun, die wunderschöne, sich anbahnende Wendeformation im DAX mit Measured Move ca. 10.350:

DAX 26.01.16 2

Und hier das Pendant im S&P500:

S&P500 26.01.16 2

Der Measured Move ist hier nicht so exakt zu berechnen, weil die Nackenlinie noch etwas unklar ist, aber er sollte um die 2.000 liegen, genau da, wo ich sowieso den Rebound erwartet habe und wo dann das Risiko steigt, dass dieser wieder zu verkaufen ist.

Aber bis dahin sind noch ein paar Wochen der Beruhigung, wenn - ja wenn - die Notenbanken diesen Rebound am morgigen Mittwoch und am Freitag nicht abwürgen. Das ist das Risiko, das ich ansonsten in einer recht klaren technischen Lage sehe.

Denn wenn die beiden Notenbanken das "Richtige" tun, haben wir nun die Chance, in dieser Woche die Grundlage für eine saubere Bodenbildung zu legen, so dass die kommenden Wochen im Zeichen eines fortschreitenden Rebounds stehen könnten.

Von der BoJ am Freitag erwarte ich keine Enttäuschung, aber bei der FED morgen kann es durchaus sein, dass diese unbeirrt auf ihrem Erhöhungspfad bleibt. Wenn das passiert, könnte der Markt verschnupft reagieren, je nachdem wie scharf die Aussagen der FED sind. Denn hier und heute ist nun wohl auch ein Hoffnungstrade im Spiel.

Die Situation morgen Abend, ist also nicht risikolos. Wer ganz sicher gehen will, muss das abwarten und dafür in Kauf nehmen, etwas zu verpassen, falls die Rally weiter geht. Ich selber bin heute schon drin, weil ich die rechte Schulter ja antizipiert habe und mit der rechten Schulter, ist auch ein sauberes Stop-Niveau definiert, so dass ich keinen Grund habe, lange zu fackeln. Wenn es schief geht und das doch alles zusammen fällt, ist dann der Stop nicht weit und das Risiko damit begrenzt.

Übrigens, sollte im Nachgang zu beiden Notenbank-Terminen die rechte Schulter fallen, ist das ein lautes Alarmsignal, denn das darf nun nicht passieren. Und sollten sogar neuen Tiefs in den Indizes entstehen, wäre das das klare "Rette sich wer kann" Signal für uns. Aus heutiger Sicht, ist dieser Pfad aber weniger wahrscheinlich, als eine Fortdauer des Rebounds bis in die gezeigten Zonen.

Zum Abschluss noch drei Hinweise zu einzelnen Aktien:

Ich mag ja Barrick Gold eigentlich nicht, weil mir das Unternehmen zu massive Schulden hat und jahrelang von Missmanagement geprägt war. Dadurch wurde es aber auch deutlicher stärker verprügelt, als beispielsweise eine Newmont Mining und reagiert daher nun auch stärker auf den Goldpreis. So hat ABX jetzt eine Chartstruktur, die rein aus technischer Sicht, hoch attraktiv aussieht:

ABX 26.01.16

Aber auch Newmont Mining sieht nicht schlecht aus, es fehlt aber noch der Ausbruch:

NEM 26.01.16

First Solar läuft sowieso gut und ist heute wieder 3,5% im Plus. Aber auch Sunpower hat nach dem starken, initialen Schub nun eine eher bullische, enge Konsolidierungsstruktur gebildet. Die Chance für einen bald folgenden Schub nach oben, stehen aus der technischen Perspektive gut. Zahlen kommen erst in einem Monat:

SPWR 26.01.16

Vergessen Sie mir heute Abend nach Handelsschluss auch die Zahlen von Apple nicht! Die Erwartungen sind auch hier schon so gedämpft, dass die Chance zu einer positiven Überraschug durchaus besteht.

Machen Sie es gut, bis Morgen!

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 20.04.14 – 26.04.14

Premium gross

Hari Live - Archiv 20.04.14 - 26.04.14

Freitag 25.04. 13:30 - DAX Angstschleife

Der DAX ist klar in der Angstschleife vor dem Wochenende gefangen. Keiner will sich exponieren und mit Pech in ein übles Gap Down am Montag laufen, weil aus dem Zündeln in der Ukraine ein Brand wurde.

Ich kann mit so einem Markt nichts anfangen, denn jede Nachricht aus dem Osten kann ihn nun in jede Richtung schicken. Insofern gehöre ich auch zu denen, die sich vor dem Wochenende in keine Richtung exponieren wollen.

Rein vom Chart her, wenn man das alles mal vergisst, steht der DAX mit aktuell 9420 genau an der oberen Grenze der Unterstützung und hätte damit ein gar nicht so schlechte Long-Setup - sprich eine Wette, dass die Unterstützung hält.

Würde der Markt nun in sich schwingen, würde der Trade auch Sinn machen. In der aktuellen Lage macht es aber nur Sinn mit Draht in den Kreml oder nach Washington oder mit einer Zocker-Seele, die einfach Spass am Wetten hat. Ich habe weder diesen Draht noch habe ich Spass am reinen Raten.

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Wird es Zeit, die Goldminen, den GDX oder Barrick Gold in den Blick zu nehmen ?

Werfen wir heute, zum Beginn des neuen Jahres, mal einen Blick auf einen der meist verprügelten Sektoren des vergangenen Jahres - die Goldminen. Hier beispielhaft am grossen US ETF "GDX", in dem sich auch "Big Money" tummelt.

Aus reiner Reversal-Logik könnte man nun argumentieren, dass das, was letztes Jahr so schlecht lief, alleine deswegen nun in 2014 gute Chancen hat. Dergleichen Argumente liest man auch verschiedentlich.

Diese Logik ist auch nicht völlig falsch, als Timing-Instrument aber eher ungeeignet. Sicher wird auch bei den Goldminen irgendwann eine "Mean Reversion" einsetzen und der Sektor wird wieder signifikant anziehen. Und dann sind schnell grosse Gewinne drin. Das Konzept der "Mean Reversion" ist universell und funktioniert an den Märkten immer wieder. Nur muss dieser Zeitpunkt nicht jetzt sein, nur weil das Jahr gewechselt hat. Vielleicht erlebt der Sektor auch erst erneut neue Tiefststände, bevor dann in der zweiten Jahreshälfte die Wende einsetzt. Wie gesagt, als Timing-Instrument ist die "Mean Reversion" eher ungeeignet, ein Gummiband kann sich in der Regel weiter dehnen, als wir alle ahnen.

Fundamental ist diese Wende durchaus "in Arbeit", weil praktisch alle Minen nun ihren Fokus auf Kosten und Profitabilität legen, unrentable Projekte zurück schneiden und so den Goldpreis deutlich senken, ab dem die Minen-Operationen profitabel sind. Wenn also irgendwann der Goldpreis auch mitspielt, wird das zu schnell steigenden Gewinnen im Sektor führen und die Kurse werden eine Rally durchlaufen.

Nur ist der Zeitpunkt ungewiss und nur weil der Sektor in 2013 verprügelt wurde, muss dieser Zeitpunkt nicht jetzt sein - er kann es aber durchaus. Gold hat ja nun auch die Chance einen Doppelboden auszubilden, aber auch beim Goldpreis steht der Beweis noch aus und ein erneuter Abtaucher bis 1000 USD ist noch nicht vom Tisch.

Insofern macht es mal wieder viel mehr Sinn - als Spekulationen nachzuhängen, die sowieso zu nichts führen - einfach auf die Price-Action im "Hier und Jetzt" zu schauen und zu hören, was uns der Markt gerade sagen will.

Schauen wir dabei auf das langfristige Chart mit Wochenkerzen des GDX, sehen wir den brutalen Abwärtstrend, den man auf zweifache Art und Weise zeichnen kann. Dieser Abwärtstrend ist nicht gebrochen, was klar indiziert, das es zu früh ist, eine Wende im Sektor auszurufen.

GDX 08.01.14

Allerdings zeigt der Verlauf auch, dass wir gute Chancen haben nun bald einen Boden auszubilden. Der Volumenanstieg spricht eine deutliche Sprache, hier liefert sich grosses Geld nun ein Duell. Und während in den frühen Phasen des Absturzes niemand dagegen gehalten hat -das war eher wie ein langsames Ausbluten - tobt nun ein massiver Kampf der Bullen und Bären unter der Decke und es findet scheinbar eine Distribution statt, mit guter Wahrscheinlichkeit von den schwachen zu starken Händen, die nun akkumulieren.

Insofern ist das eine potentiell interessante Entwicklung, mit grossem Potential, aber noch ist es zu früh, die Signale auf Grün zu setzen. Noch hat der Abwärtstrend den Sektor im Griff.

Schauen wir dagegen auf das mittelfristige Chart mit Tageskerzen, sehen wir deutlich, was wir zuletzt auch bei den Kursen der Einzelaktien wie Barrick Gold (WKN: 870450) fühlen konnten. Es scheint seit Anfang Dezember eine Stabilisierung statt zu finden, die das Potential zur Bodenbildung hat - aber erneut: dieser Beweis ist noch nicht angetreten !

GDX 08.01.14 Tag

Vielmehr sehen wir auch hier den mittelfristigen Abwärtstrend, sehen aber auch, wie kurz der GDX davor ist, diesen das erste Mal hinter sich zu lassen. Und wir sehen da noch ein Gap vom Jahresanfang 2014 lauern, das noch nicht geschlossen ist und vielleicht noch wird, bevor die Entscheidung so oder so eintreten kann.

Wenn der GDX aber diesen Abwärtstrend nimmt, bestehen gute Chancen für eine schnelle Bewegung bis in den Bereich von 25 USD - womit sich dann auch die Frage des langfristigen Abwärtstrends stellen würde.

Fazit aus meiner Sicht:

Wer mit einem Zeithorizont von Jahren operiert und ebenso tiefe Taschen wie dicke Nerven hat, kann auf diesen Niveaus vielleicht anfangen, die Goldminen langsam zu akkumulieren. Man sollte sich dann aber im Klaren darüber sein, das der Sektor schnell noch einmal eine weitere Abwärtsstufe von 20% generieren kann, bevor dann wirklich eine Wende ansteht.

Wer - wie die meisten Anleger - eher im Zeithorizont Monate unterwegs ist, weil er Jahre in der Regel sowieso nicht durchhält, hat in der aktuellen Lage (noch) keinen zwingenden Grund in den Sektor einzusteigen. Denn noch zeigt der Trend klar abwärts. Allerdings könnte der Grund schnell geliefert werden, weswegen es schon heute Sinn macht, auf den Sektor ein aufmerksames Auge zu werfen.

Bedenken Sie in diesem Zusammenhang bitte erneut, dass die Fixierung auf die ersten Prozent eines neues Trend und der Versuch den Boden exakt zu treffen, bei längerfristigen Anlagen sowieso vergeudete Energie ist. Die ersten paar Prozent zu verpassen, weil man ruhig abwartet bis die Signale wirklich auf Grün stehen, sind gar kein Problem. Viel wichtiger für den Erfolg ist dann, wenn der Trend etabliert ist, auch wirklich ruhig und dauerhaft dabei zu bleiben. Und die gleichen Mechanismen, die manche Anleger hektisch veranlassen, den vermeintlich "perfekten Tiefpunkt" treffen zu wollen, treiben diese Anleger dann wieder viel zu früh aus einer Position heraus, die gerade erst den grossen Schwung nach oben aufnimmt.

Wenn Sie kein kurzfristiger Trader sind, bleiben Sie also gelassen, die Goldminen laufen Ihnen nicht weg. Wenn dieser Wurm irgendwann wirklich dreht, wird auch der neue Trend eher wieder Monate und Jahre andauern, es gibt keinen Grund für Hektik oder Torschlusspanik. Lassen Sie statt dessen den Sektor selber beweisen, dass er nun wirklich zur Wende ansetzen will, dann ist es immer noch früh genug einen Zeh ins Wasser zu stellen.

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 27.10.13 – 02.11.13

Premium gross

Hari Live - Archiv 27.10.13 - 02.11.13

Samstag 02.11.13 22:00 - Umfrage & Sonntag Links am Samstag

Liebe Premium-Mitglieder,

Heute gibt es eine Umfrage ! Und damit alle die Chance haben teilzunehmen, kommen die Sonntag-Links schon Samstag Abend.

Mit den Sonntag-Links versuche ich Ihnen ja Zeit zu sparen, in dem ich für Sie die Finanz-Medien scanne und damit Ihren Blick auf das in meinen Augen Wesentliche an den Märkten lenke. Und das, in dem ich den Aufwand auf mich nehme, die Medien am Samstag nach Börsenrelevantem zu scannen, das Sie entweder weiter bringen oder auf die kommende Woche vorbereiten soll. Ich kann dabei sicher nicht alles erwischen, was wichtig ist, dafür ist das Internet zu gross. Ich hoffe aber, es ist immer eine erhellende und interessante Auswahl.

Was Sie mit Sicherheit unterschätzen ist, was das für mich für einen Aufwand bedeutet. "Nur ein paar Links" könnte man ja meinen. Aber nein, ich lese das ja alles und noch viel mehr - Sie sehen ja nur eine Auswahl. Ich entscheide dann ja aus der Gesamtmenge, was ich so relevant finde, dass ich es für Sie verlinke.

Deshalb ist mir natürlich wichtig zu wissen, dass ich die Zeit nicht umsonst investiere und meine Arbeit am Sonntag auch geschätzt wird. Am Montag ist vieles davon ja dann schon wieder kalter Kaffee. Nur leider kommt Feedback zu den Sonntag Links höchst selten vor - was ja auch verständlich ist - weswegen ich etwas im Ungewissen bin, ob ich meine Zeit hier sinnvoll einsetze.

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Was ist los bei Barrick Gold ? Kapitalerhöhung ?

Klappern gehört zum Geschäft und auch wenn ich alles unterlasse, was mit eher penetranter Werbung zu tun hat, nur um Leser anzuziehen, muss man doch manchmal auch die Aussenwelt darauf hinweisen, was hier so im Premium-Bereich passiert.

Ich kopiere daher mal einen Beitrag zu Barrick Gold (WKN: 870450, ABX), den ich gestern Abend um 22:40 Uhr in Hari Live so sinngemäß für die Premium-Mitglieder geschrieben habe - leicht für die "Aussenwelt" redígiert und angereichert, um alleine stehend verständlich zu sein.

Donnerstag 31.10.13 22:40 - Barrick Gold

Zu später Stunde doch noch ein Kommentar.

Ich habe mich den ganzen Tag gefragt, warum der Markt so negativ auf die Zahlen von Barrick reagierte, die eigentlich positiv zu sehen waren. Auch die grosse Schwäche des ganzen Sektors in Form des GDX nach der gestrigen Stärke, musste damit zu tun haben.

Es wurde dafür die Suspendierung von Pascua Lama angeführt, aber das kann es nicht sein, es kann kein Negativum sein, wenn ein Unternehmen aufhört, Milliarden in ein Loch im Boden der Anden zu werfen. Klar werden dadurch theoretisch die Goldvorräte des Unternehmens reduziert, aber das ist doch sowieso nur eine theoretische Grösse und Pascua Lama wurde ja nicht aufgegeben, sondern nur suspendiert.

Nun, nachbörslich weiss ich es:

-> 3B$ Public Offering ABX <-

-> Barrick Gold hat trick <-

Barrick vollzieht also eine Art Kapitalerhöhung im Volumen von 3 Milliarden USD. Bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von 20 Milliarden USD entspricht das also einer Verwässerung der Altaktionäre von ca. 16%.

Um diesen Wert müsste der Kurs von Barrick also sinken, um die mehr ausgegebenen Aktien einzupreisen. Gleichzeitig hat das geringere Schuldenvolumen aber einen positiven Effekt auf die Bilanz und damit auf den Kurs, der aber typischerweise erst später und nicht in voller Höhe sichtbar wird.

Alles in allem also gute Gründe für die, die den Hintergrund kannten, Barrick zu verkaufen. Da daran ja mehrere Banken mitwirken, wusste "Big Money" das also, daher die 5% Minus heute. Und Barrick fällt nachbörslich noch einmal 5%, in Summe heute also 10%. Der Grund wird dann für uns normale Anleger nachgeliefert.

Und auch das Minus des GDX erklärt sich so teilweise. Denn vom Verhalten des Branchenprimus schliesst man natürlich auch auf andere Unternehmen. Und so eine Kapitalerhöhung erzeugt im ganzen Sektor einen massiven Unsicherheitsabschlag ähnlicher Aktionen, der heute den GDX getroffen hat.

Prinzipiell ist diese Aktion ja gar nicht so dumm und ein weiteres Zeichen, dass die Aufräumaktionen der vergangenen Exzesse im vollen Gange sind. Vieles spricht also für einen Reinigungsprozess im Sektor, der in Zukunft zu Gewinnsteigerungen und damit zu Kurssteigerungen führen wird.

Trotzdem hinterlässt so etwas bei mir immer einen schlechten Nachgeschmack. Ich schätze es gar nicht am nächsten Morgen aufzuwachen und meine Aktien 10% tiefer zu sehen, weil das Management beliebte, die Grundlagen des Wertes meiner Unternehmensanteile nach Gusto zu verschieben.

Und auch diese zeitliche Differenz zwischen den Zahlen vorbörslich und diesem Announcement nachbörslich, hinterlässt bei mir persönlich einen ganz miesen Nachgeschmack. Denn es ermöglicht den Wissenden in einen aufgrund guter Zahlen positiv gestimmten Markt hinein abzuladen. Beweise für so einen Zusammenhang habe ich natürlich nicht und vielleicht hat das alles ja gute Gründe, die ich nur nicht sehen kann. Aber wenn mir der Gedanke sofort durch den Kopf schiesst, warum dann nicht auch anderen ? Ich kann keinen Grund sehen, warum man die beiden Nachrichten nicht zeitlich zusammen gelegt hat.

Insofern bin ich da etwas säuerlich zum Thema. Und ja, ich bin bei Barrick aktuell auch dabei - wenn auch glücklicherweise nur mit einer kleinen Position.

Und damit frage ich Sie: Wo finden Sie solche Aktualität noch im deutschen Sprachraum ? Wo war sonst noch schon gestern Abend eine Wertung zum Thema im deutschen Sprachraum ?

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Charts des Sommers – Barrick Gold mit Quartalszahlen

Barrick Gold (WKN: 870450) heute mit Quartalszahlen und einem Quartals-Verlust von sage und schreibe über 8 Milliarden USD. Dieser beruht auf Abschreibungen auf verschiedenste Minen-Aktivitäten. Teilweise aufgrund des niedrigen Goldpreises, teilweise aber auch aufgrund massiver operativer Probleme, wie beim riesigen Projekt Pascua Lama an der chilenischen Grenze in den Anden.

Diese Abschreibungen waren aber schon vom Markt erwartet worden und lösen daher kein Zucken mehr aus. Positiv ist dagegen, dass es Barrick auf allen Ebenen gelungen ist die Kosten zu senken und den Cashflow zu stärken. Das Unternehmen scheint also auf dem richtigen Weg, hin zu einem Fokus auf Profitabilität, statt reinem Umsatzwachstum wie in der Vergangenheit.

Der Chart seit September 2012 mit Tageskerzen zeigt, wie der Kurs aktuell entlang der 50-Tage-Linie kriecht und damit eine potentielle Bullenflagge ausbildet, die zu einem Schub bis zum Gap vom 15.04.13 und damit deutlich über 20 USD führen könnte. Wenn sich dann an dieser Stelle eine weitere Korrektur anschliesst, würde sich sogar eine inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation bilden. Aber so weit sind wir noch nicht.

Damit es so weit kommt, muss aber zwingend der Goldpreis mitspielen - trotz aller operativen Fortschritte von Barrick, ist das der entscheidende Faktor. Und der Goldpreis befindet sich gerade in einer wichtigen Phase, in der die weitere Richtung völlig offen ist. Stops sind also Pflicht, wenn man mit Barrick Gold am Markt agieren will. Denn wenn der Goldpreis erneut zu den Tiefständen abtauchen würde, würde auch Barrick Gold wegkippen und neue Tiefststände generieren, da sollte sich niemand einer Illusion hingeben.

Wer aber immer noch den Sinn von Stops nicht erkannt hat - und da gibt es eine ganze Menge - schaue mal was denen passiert ist, die bei K+S vor kurzem keinen Stop knapp unter 25€ hatten. Stops sind eben nicht dazu da, erste Gewinne zu eng und zu früh abzusichern - das endet fast immer nur damit, zu früh ausgestoppt zu werden und verhindert so am Ende grosse Gewinne, statt diese zu fördern.

Genau so werden Stops aber dummerweise oft von denen eingesetzt, die dann hinterher über Stops schimpfen und sie dann ganz weglassen. Kaum befindet sich eine Position mal leicht im grünen Bereich, führt die Angst die Gewinne wieder abzugeben dazu, die Stops viel zu eng nachzuziehen. Das kann nicht gut gehen und ist nicht das Problem von Stops, sondern von der Person, die vor dem Bildschirm sitzt.

Stops sind aber dafür da, ein Desaster wie bei K+S im Depot abzufedern. Und dafür sind sie unerlässlich. Stops können nichts dafür, wenn sie falsch eingesetzt werden und damit kontraproduktiv wirken.

Barrick 01.08.13

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