Warum gibt es eigentlich Aktiensplits?

Der folgende Grundlagenartikel für Anfänger, ist am 15. Mai diesen Jahres im Premium Bereich erschienen und wurde für den freien Bereich nur marginal angepasst.

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Die Frage nach dem Sinn von Aktiensplits ist eine, die jeder ernsthafte Marktteilnehmer beantworten können muss. Dieser Artikel widmet sich den dazu gehörenden Grundlagen.

Zunächst ist es wichtig zu betonen, dass jede Aktiengesellschaft das Interesse hat, den Kursverlauf zu verbessern und höhere Kurse zu erreichen. Das liegt nicht nur an den Vorständen mit ihren Optionen, sondern auch daran, dass damit die Gesellschafter (Aktionäre) glücklich gemacht werden, die dann einen Vermögenszuwachs in den Bücher haben. Und ein hoher Aktienkurs ist auch Macht, denn die Aktien können als Akquise-Währung bei Übernahmen eingesetzt werden.

Damit stellt sich doch die Frage, was ein hoher Aktienkurs überhaupt ist? Und jetzt behaupte ich einfach mal, dass wenn wir wir nun in der Bevölkerung den folgenden Multiple-Choice machen würden, die Mehrheit wohl Alternative 1 ankreuzen würde:

Firma A hat mit ihrer Aktie eine Kursnotierung von 100 Euro. Firma B hat mit ihrer Aktie B eine Kursnotierung von 50 Euro.
Welche Firma ist größer?

(1) Firma A
(2) Firma B
(3) Beide sind gleich groß
(4) Das ist so nicht zu beantworten

Und damit sind wir schon beim Hauptgrund für Aktiensplits, dem Affen ins uns allen, insbesondere dessen -> Ankereffekt <-.

Aktiensplits werden also in der Regel gemacht, um diesen Effekt auszunutzen, man könnte auch deutlicher sagen, um die geistige Begrenzung der Menschheit auszunutzen.

Denn in Wirklichkeit sagt ja der Kurs selber gar nichts aus, auch nichts über die Größe des Unternehmens und natürlich ist oben (4) die einzig richtige Antwort.

Machen wir es konkret in einer sehr fiktiven, satirischen Geschichte - oder vielleicht doch nicht fiktiv? 😛

Ein fiktives Unternehmen - die Seldon Digital AG, nachdem wir einen namhaften Hamburger Verlag kurz vor der Insolvenz übernommen haben - plant seinen Börsengang und will über den 1 Milliarde Euro einsammeln.

Zusammen mit 7 ehemals treuen Mitgliedern, die nun den Vorstand der Seldon Digital AG bilden und natürlich bis zur Halskrause mit Aktien-Optionen vollgestopft sind, beschliessen wir eine sinnvolle Stückelung von 10 Millionen ausgegebenen Aktien zum Emissionspreis von 100€.

So geht die Seldon Digital AG erfolgreich an die Börse und eiert dann kurstechnisch 2 Jahre lang mehr oder weniger seitwärts.

Nach diesen 2 Jahren, die Optionen drohen wertlos zu verfallen, kommt einer von Ihnen auf die Idee, ob wir die Aktie nicht durch einen 1:5 Aktiensplit auf 20€ bringen sollten, weil dieser optisch billigere Preis doch bestimmt mehr der eher ahnungslosen Käufer anlockt, die nur auf den Preis schauen. Außerdem sind doch bestimmt viele Abfischorders im Markt, die so in Käufe umgewandelt werden. Und über die psychologischen Schwächen der Anleger, wissen wir hier bei der Seldon Digital AG ja hervorragend Bescheid.

Und weil wir gierige Manager sind, machen wir es so, wir wandeln mit Hauptversammlungsbeschluss das Stammkapital von 10 Millionen Aktien zum Nennwert 100€ auf den Stand von 50 Millionen Aktien zum Nennwert 20€ um. Und jeder schon bestehende Aktionär findet nach Vollzug die fünffache Aktienzahl im Depot, die aber nur ein Fünftel des Preises hat - keine objektive Änderung also.

Und wissen Sie was? Diese Operation funktioniert. Die Aktie macht innerhalb von wenigen Wochen eine Aufwärtsbewegung von bis zu 10%, weil diese nun von vielen als "billiger" empfunden wird. Und viele, die die Aktie sowieso haben wollten, schlagen nun zu.

Ursache für diese Bewegung ist aber eine Illusion, ist der tobende "Affe" in den Menschen.

Das ist die Hauptmotivation der meisten Aktiensplits, ein Angriff auf unser "Affenhirn" sozusagen.

Nun schreitet die Zeit aber voran und die Seldon Digital AG beginnt tatsächlich zu wachsen, aufgrund unseres herausragenden Contents natürlich. Der Kurs steigt und steigt und erreicht 900€.

Und wieder hat einer von Ihnen eine Idee, im Wissen um die Nöte von Kleinanlegern. Sie argumentieren, dass mit bald 1.000€ für alleine eine einzige Aktie der Seldon Digital AG, ein bestimmter Typus Kleinanleger mehr oder weniger ausgesperrt wird, der vielleicht 1.000 - 2.000€ pro Aktie investieren kann und nicht mehr.

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Die unterschätzten Risiken der Asset-Manager


Die großen Asset-Manager wie Blackstone (BX), geraten derzeit wieder auf den Radar der Anleger, weil die Finanzkrise von 2008 langsam aus den Erinnerungen und auch aus den 10-Jahres-Charts verschwindet und die hohen Dividenden locken.

Blackstone bietet zum Beispiel derzeit 8% Dividende und das teilweise steuerfrei, da kann man als armer zinsloser EZB-Geschädigter, ja schon hibbelig werden. 😉

Mich interessieren diese Titel derzeit als Investor trotzdem nicht und dabei spielen auch solche Nachrichten eine Rolle: -> Blackstone spends most since 2007 <-.

Das ist der ganz typische Schweinezyklus in diesem Geschäft, die Firmen können die Anleger-Gelder nicht einfach liegen lassen und auf die nächste Delle warten und so wird die Mehrzahl der Investitionen dann gemacht, wenn das meiste Kapital vorhanden ist und das ist eben am Ende eines Bullenmarktes auf Höchstständen. Das ist gar nicht mal Unfähigkeit des Managements, es ist inhärent im Geschäftsmodell begründet.

Wer jetzt glaubt, das sei ja kein Problem und die Bilanz sei solide, der unterschätzt völlig die Effekte, wenn Assetpreise zu fallen beginnen und in den Bilanzen der Assetmanager dann abgeschrieben werden müssen. Damit entstehen Domino-Effekte und diese Aktien wirken dann wie ein Hebel auf die Krise.

Schauen Sie mal Blackstone in 2008, die sind um sage und schreibe 90% zusammengefallen, das Portfolio des Jahres 2007 wurde also faktisch *ausradiert*, weil Abwertungen und Finanzierungsprobleme alles dominierten:

Auch die hier oft besprochene Brookfield Asset Management (BAM) mit ihren diversen hier oft thematisierten Tochterfirmen wie Brookfield Infrastructure Partners (BIP), hat sich 2008 nicht mit Ruhm bekleckert und um 75% geviertelt:

In Summe hat das Brookfield Management aber einen besseren Job als BX gemacht und insofern kann man da investieren, von den 8% Dividende bei BX sollte man sich aber nur begrenzt locken lassen.

Wie man es wirklich richtig macht und was wirklich ein "sicheres" Investment ist, hat uns aber Warren Buffett mit seiner Berkshire Hathaway (BRK-A) vorgemacht, letztlich ja auch ein "Asset-Manager":

Wir hatten hier in 2008 "nur" 47% Minus, nicht einmal die Hälfte also und die Performance danach war auch gut.

Und genau diese Berkshire, hat in der damaligen Zeit und bis vor wenigen Jahren *keine* Dividende ausgeschüttet und schon gar nicht 8%. Buffett hat also darauf geachtet Reserven zu bilden und schiebt auch keine Schuldenlasten vor sich her.

Debt/Equity, ich habe das vor Kurzem in -> Stabilität und Unsicherheit in der Kreditkrise <- thematisiert, ist bei Berkshire bei geringen 0,26, bei Blackstone X dagegen bei 1,51 und bei Brookfield Asset Management sogar bei 4,88, bei Brookfield Infrastructure Partners immer noch bei 2,21!

Man sieht daran das Geschäftsmodell dieser Unternehmen. Die versuchen möglichst schnell, möglichst viel an ihre Aktionäre auszukehren und die Vorteile von Leverage via Kredit für die Aktionäre (und die Boni des Managements) zu realisieren.

Das ist eine tolle Sache in steigenden Märkten, wie in den letzten 10 Jahren, man bekommt die Marktperformance plus ein Premium. Aber wehe die Asset-Preise fallen auf breiter Front und die Kreditbedingungen verschärfen sich gleichzeitig, dann haben diese Unternehmen zu wenig Reserven.

Also seien Sie vorsichtig. Ich will nicht pauschal gegen diese Investments sprechen, aber glauben Sie nicht, dass Sie bei einer Blackstone einen krisensicheren Depot-Bestandteil haben - das Gegenteil ist der Fall, in der richtigen Krise wirkt das Geschäftsmodell eher als Hebel nach unten.

Ihr Hari

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Wallstreet Stream 18.07.18



15:20 MEZ

Der Markt ist indifferent, zeigt aber keine echte Schwäche. Es wirkt wie klassischer Sommerhandel, aber mit einem positiven Ton.

Einen Bias oder eine Antizipation zum heutigen Tage habe ich nicht:

15:30 MEZ

Es gibt einen Thread aus letztem Sommer, den ich sehr mag und von dem ich weiter hoffe, dass sich mehr beteiligen. Insofern will ich das Thema wieder in Erinnerung rufen, denn es geht um -> Die schönsten Plätze der Heimat <-

Im letzten Jahr sind einige neue Mitglieder zu uns gestoßen, so dass ich davon ausgehe, dass viele diesen Thread gar nicht kennen. Dann wird es sicher spannend sein zu schauen, was andere - mich eingeschloßen - da schon eingestellt haben.

Und vielleicht machen Sie diesen Sommer auch der Community eine Freude und beteiligen sind.

Ich bitte auf jeden Fall meinen ersten Post zum Thread vollständig zu lesen, denn der beschreibt worum es geht und worum gerade nicht.

PS: Bei zwei Mitgliedern sind die Bilder "verschwunden", weil die Abspeicherung auf einem Server offensichtlich nur temporär war. Das ist schade, wenn Sie mir neue Links zur Verfügung stellen, ändere ich das und reaktiviere die Bilder wieder.

15:45 MEZ

Morgan Stanley (MS) überzeugt auf der ganzen Linie und kann wie schon Bank of America vorher den skeptischen Bias überwinden:

15:52 MEZ

Abbott Labs (ABT) hat heute Zahlen geliefert. Treue Leser wissen, dass die Aktie fest zu meinem Investment-Universum gehört und ich ihr eine hohe Qualität zubillige. Auch im Video am Montag habe ich mich positiv geäussert.

Und was passiert? ABT liefert -> ausgezeichnete Zahlen und hebt den Ausblick <- - mal wieder. Gutes bleibt eben Gutes. 😉

Und was soll man noch groß zu so einem Chart sagen?

16:00 MEZ

Schwieriger ist die Einschätzung beim Luftfahrt-Mischkonzern Textron (TXT). Eigentlich war das ein -> "Beat" <-, der Markt scheint aber nicht ganz happy und es sieht so aus, als ob die Aktie abschmieren wollte - warum ist mit derzeit nicht ganz klar:

Textron hat aber - wie ich schon im Video sagte - bei Zahlen eine Tradition zu wilden Swings, insofern nehmen wir es erst einmal gelassen.

16:05 MEZ

Valmont (VMI) wurden übrigens auf den 23. verschoben. Heute Abend folgen dann:

Alcoa (AA), American Express (AXP), eBay (EBAY), IBM (IBM) und Kinder Morgan (KMI)

16:10 MEZ

Die für jeden unbedingt lesenswerte Analyse von Urban Carmel der -> Fund Manager current asset allocation <- ist wieder da. Pflichtlektüre für jeden.

Mittelfristig sind diese Daten eher konträr zu lesen, so waren die Fundmanager das ganze letzte Jahr übergewichtet bei europäischen Aktien und untergewichtet in den US. Wir haben ja auch unzählige, vertrieblich motivierte Interviews dieser Art gesehen, in denen völlig sinnlos mit der "Bewertung" argumentiert wurde, als ob diese die Kurse in den kommenden Monaten bewegen würde.

Was in den letzten 12 Monaten wirklich passiert ist, ist für uns wenig überraschend das genaue Gegenteil gewesen, die US Märkte haben Europa klar outperformed.

Um so wichtiger und bedeutender ist der Umschwung, der sich da nun in den Daten abzeichnet. Und wichtig ist auch zu erkennen, dass die Daten eher bullisch sind, weil die Skepsis hoch ist.

16:25 MEZ

Knallige 4% plus generiert heute Buffetts Berkshire Hathaway (BRK.B), etwas was man bei der Aktie selten sieht. Auslöser ist, dass ein -> Cap bei Share-Buybacks <- weggenommen wurde, Financial Engineering also - der Markt liebt es trotzdem.

Man könnte also sagen, dass Berkshire zu viel Cash hat und nicht weiss, was es damit anstellen soll - strukturell wirklich keine besonders tolle Nachricht, aber der Markt hat immer Recht:

16:35 MEZ

Die Fund Manager Asset Allocation berichtet ja weiter oben davon, wie ungeliebt nun Emerging-Market Anlagen sind. Da schauen wir doch mal, was der ETF EEM macht, der auch China beinhaltet.

Dabei bedenken wir, dass diese Asset Allocation nie ein sofortiger Timing-Indikator ist, sondern nur ein mittel- bis langfristiger im Sinne einer inversen Interpretation:

Das Chart mit dem Dreieck überzeugt mich noch nicht davon, hier von sofort steigenden Kursen auszugehen. Sollte von hier aber noch eine Abwärtsbewegung Richtung 40 USD starten, *dann* bin ich in der Nähe von 40 voraussichtlich sehr interessiert.

17:05 MEZ

Faszinierend auch zu sehen, wie wenig sich der Markt für 5 Milliarden Strafe bei Alphabet (GOOGL) interessiert. Gut, die Hälfte war schon bekannt und was sind 2 Milliarden für einen Konzern mit 26 Milliarden Gewinn jedes Jahr?

Nicht viel, aber etwas schon, insofern darf man diese Reaktion als Beweis der Stärke und Bestätigung des Ausbruchs werten:

17:25 MEZ

Während der DAX an der Wegscheide zwischen SKS und bullischer Entwicklung hängt - ein durchaus denkbares Dreieck als Struktur wäre auch bullisch zu werten - zeigen viele schwer verprügelte deutsche Maschinenbauer und Autozulieferer Wendestrukturen von ganz tiefen Niveaus.

Ich zeige hier mal beispielhaft Duerr (DUE), Leoni (LEO) und Gea Group (G1A).

In allen drei Fällen ist noch nicht klar, dass das eine Wende wird, es kann ebenso eine Bärenmarktrally im Abwärtstrend sein. Aber zumindest sehr bemerkenswert sind diese Lebenszeichen und die Chance dass hier nun etwas zu holen ist, ist gut:

17:30 MEZ

Für den MDAX, in dem solche Werte wie oben oft enthalten sind, hatte ich die aktuelle "Konsolidierungsbox", die seit letzten Herbst schon andauert, ja schon gezeigt. Wenn man diese Wenden in den Charts sieht und dann auch noch sieht, dass die Euro-Aktien nun nicht mehr übergewichtet bei den Fundmanagern sind, kann man eine Auflösung nach oben nun auf den Radar nehmen:

Der MDAX gehört also nun - nach Monaten des Ignorierens und Wasser tretens - vermehrt wieder auf unseren Radar!

Die Erweiterung um die 10 größten TecDax-Unternehmen, wird den Index im Herbst dann sowieso zu meinem Liebling als deutschen Aktienindex machen.

18:08 MEZ

Bei Corning (GLW) habe ich letzten Dienstag im -> Stream vom 09.07. <- bei damals 28,75 USD die Frage gestellt, ob sich da nicht ein Boden entwickelt. Nun sieht das noch mehr danach aus, die Entscheidung fällt dann bei 30 USD:

18:12 MEZ

Der SPY schiebt weiter ruhig hoch, die Signale bleiben auf Grün:

Ich verabschiede mich damit in den Feierabend, heute nach Handelsschluß berichtet dann noch die Obergurke IBM. Ich hoffe auf die Meldung, dass Rometty endlich geht, dann gibt es ein Feuerwerk. Einen strukturellen Wandel sehe ich bis dahin eher nicht.

Der Markt drückt seine ganze "Begeisterung" derzeit so aus:

Das einzig Positive das man sagen kann ist, dass hier jedwede positive Erwartung entwichen ist. Es genügt also schon eine positive Kleinigkeit, um die Kurse zu stützen. Nur ist selbst diese Kleinigkeit bisher nicht zu sehen - heute Abend wissen wir mehr.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Wo wieder zupacken?



Am Montag habe ich Ihnen im Video -> was wäre wenn? <- gezeigt, wie eine ausgedehnte Korrektur im SPX aussehen könnte, die von einem eskalierenden Handelskonflikt erzwungen würde, obwohl die konjunkturellen Signale in den US weiter überwiegend positiv sind.

Jetzt nehmen wir mal an, das käme so, der SPX würde bis in 2.400er Zone abwärts wandern, von dort dann aber ab dem 4. Quartal den Bullenmarkt fortsetzen.

Als mittel- und langfristiger Investor hat man ja immer Qualitätsaktien im Blick, die man gerne "hätte" und bei denen deutliche Korrekturen eine Chance darstellen einzusteigen oder nachzulegen.

Was ich mit Ihnen daher heute mal rein spekulativ machen möchte, ist Ihnen Charts von Aktien unterschiedlicher Sektoren zeigen, bei denen ich in obigem Szenario wieder gierig werden würde.

Ich habe bewusst 8 Aktien ausgewählt, die schon klare Korrekturzeichen auf Ebene von Wochenkerzen zeigen, womit sich ein Schwerpunkt im Industrie-Bereich ergibt. Wogegen es bei Big-Tech diese Korrektursignale auf Ebene von Wochen noch gar nicht richtig gibt.

Natürlich - für neue Mitglieder sei das gesagt - hängt das alles davon ab, wie man dann - wenn der Punkt erreicht ist - die Gesamtlage einschätzt. Vielleicht sind dann ja andere Probleme zum Handelskonflikt dazu gekommen und man kann nicht mehr von einer Wende im 2.400er und damit noch langfristig bullischen Bereich des SPX ausgehen.

Insofern sind die folgenden Charts nun keine Handlungsanweisungen, die man dann vielleicht in ein paar Monaten einfach blind exekutieren kann und umgedreht kann es auch sein, dass diese Punkte nie erreicht werden.

Aber es kann doch nicht schaden, sich für eine größere Korrektur mal ein paar Opportunitäten bereit zu legen und manchmal macht es sogar Sinn, auf so Niveaus Abfisch-Orders im Markt zu haben. Denn wenn mal wieder so ein Flash-Crash kommt, in dem es an einem Tag 10% runter und wieder hoch geht, dann gehört man mit so Orders dann zu den Gewinnern und nicht Verlieren.

Im Mittel sind die gezeigten Zonen so um die 10% von den aktuellen Kursen entfernt. Das ist noch ein gutes Stück und es kann gut sein, dass wir diese Niveaus nicht mehr sehen werden. Wenn doch, wären es aber nette Einstiegsniveaus.

So weit der Vorrede, nun Ideen los ohne weitere Worte, die Charts im Format Wochenkerzen sprechen für sich.

Ihr Hari

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Investieren ist so einfach – Teil II



Dieses ist der zweite Teil zum -> Teil 1 <- von Gestern und nun will ich den Cliffhanger auflösen. Denn Investieren ist wirklich einfach, wenn man einfach nur die Marktperformance mitnehmen will. Und das ist wie gesagt mehr als viele erreichen, die sich mit untauglichen Mitteln und Selbstüberschätzung von Mr. Market rasieren lassen.

Machen wir es hier also mal konkret. Und machen wir es uns ganz einfach. Wir sind ja schliesslich Doktoren, Finanzwirte, Juristen und was auch immer, aber keine Warren Buffetts. Wir bauen uns also ein einfaches Investmentdepot.

Wir bauen dieses Investmentdepot mit dem Ansatz "Buy and Hold", sprich hier wird nicht versucht zu "timen" und selbst ein 2008 werden wir aussitzen.

Ich sage ausdrücklich nicht, dass das die optimale Methode ist, an ein Investment heran zu gehen. Ich persönlich investiere nicht, ohne eine (ruhige) Timing-Komponente dabei zu haben. Aber es die einfachste Methode, um die Marktperformance einfach mitzunehmen und um "einfach" geht es in diesem Beitrag.

Der nächste Schritt höherer Komplexität wäre dann, ganz leichte "Timing-Komponenten" einzuführen, zum Beispiel anhand gleitender Durchschnitte oder anderer Korrelationen, wie Sie beispielsweise im Artikel -> Eine passive Investmentstrategie für Anleger mit wenig Zeit <- thematisiert wurden. Das soll hier aber nun kein Thema sein, hier machen wir es ganz einfach - so einfach wie es nur geht.

Und doch, einen Eingriff in das Depot erlauben wir uns doch, denn "Buy and Hold" ohne über Jahre je darauf zu schauen, ist einfach Blödsinn, ein Fall "Enron" kann immer passieren:

Einmal im Jahr - zum Beispiel zum Jahreswechsel aber nur einmal! - erlauben wir uns potentiell einzelne Titel auszutauschen, wenn bei denen substantielle Probleme ala "Enron" am Horizont auftauchen sollten. Das ist bei Qualitätstiteln sehr ungewöhnlich, aber nicht völlig ausgeschlossen. Aber nur dann tauschen wir aus, wir timen am Jahreswechsel also nicht, wir putzen und wienern nur das Depot im Sinne eines Grossreinemachens, falls es unvermeidbar sein sollte.

Wenn wir so an die Sache heran gehen wollen, ist es doch auf den ersten Blick ganz einfach: Wir kaufen einen ETF auf den MSCI World und fertig. Oder wir kaufen eine Handvoll ETFs, mit denen wir die Weltbörsen abbilden.

Letztlich kommt das auf das Gleiche heraus, denn Diversifizierung ist kein Wert an sich. Wenn man zu stark diversifiziert, hat man nur Durchschnitt und kann am Ende gleich den MSCI World kaufen. Kluge Diversifikation ist gerade stark genug, um Klumpenrisiken zu vermeiden, ohne aber den Wert einer bewussten Auswahl kaputt zu machen.

Ja, das mit dem MSCI World oder ein paar ETFs, das kann man so machen. Ich habe überhaupt nichts dagegen, es ist eine sinnvolle Vorgehensweise. Wenn ich Ihnen jetzt also etwas anderes vorschlage, nämlich 10 Aktien direkt zu selektieren und liegen zu lassen, dann sage ich damit nicht, dass der ETF Ansatz falsch oder schlecht wäre.

Ich sage Ihnen aber, was viele von Ihnen (nicht alle, Menschen sind unterschiedlich) mit 10 direkten Qualitäts-Aktien gegenüber dem MSCI World für einen wichtigen Vorteil haben: Die Psychologie.

Denn Investieren ist nur dann einfach, wenn man dann auch in der Krise gelassen dabei bleibt und nicht im genau falschen Moment verkauft. Der Markt macht da aber unglaublichen Druck auf unsere armen Seelen, einen Druck den man sich gar nicht vorstellen kann, wenn man so einen Crash noch nie im voll investierten Zustand erlebt hat.

Der Nachteil des ETFs auf den MSCI World ist: Das ist ein abstraktes Vehikel, zu dem wir keinen inneren, emotionalen Zugang haben. Das sind für uns einfach abstrakt "die Märkte" und für die gilt ja: tiefer geht immer. Warum also nicht aussteigen, flüstert uns dann am Tiefpunkt garantiert unser Affenhirn ein. Ich wette schon jetzt mit Ihnen, dass es so sein wird und zwar genau am Tiefpunkt, denn da ist der Druck am grössten!

Gleiches gilt auch für Fonds oder mehrere ETFs, das sind alles abstrakte Vehikel, zu denen wir keinen emotionalen Zugang haben. Und wenn wir dann noch einen negativen Bericht über den Fondsmanager lesen, dann wars das schnell mit "Buy and Hold" und wir werden im potentiell falschen Moment ganz hektisch.

Wenn wir aber 10 Aktien sinnvoll diversifiziert über die Welt ausgewählt haben, die zu den *Sichersten der Sichersten* gehören, Aktien zu deren Geschäft wir uns etwas vorstellen können, die vielleicht Dividenden-Aristokraten sind und einen makellosen Track-Record über Jahrzehnte haben, dann hilft uns das dabei ruhig zu bleiben. Der Punkt ist also:

Bei einem abstrakten Index haben wir keinen Massstab, keine Sicherheit, dass es nicht noch viel weiter runter geht. Bei einer konkreten Nestle, da gehen die meisten von uns in der Krise emotional anders heran. Da denken wir: Diese Bluechips haben schon ganz Anderes überlebt, die werden auch davon nicht kaputt gehen. Das gibt Sicherheit in der Krise - zumindest vielen von uns.

Diese Bindung, dieses Verstehen der Substanz die man da im Depot hat, macht einfach ruhiger und lässt die Krise besser durchstehen, als beispielsweise bei einem Fonds, bei dem man nicht weiss, ob der Fondsmanager nicht doch völlig falsche Entscheidungen trifft, auch weil er durch Abzüge der Anleger unter massiven Druck gerät.

Deshalb glaube ich, dass Investments mit einzelnen soliden Bluechips, für viele von uns psychologisch besser durchzuhalten sind. Hier hat die Beziehung zur Aktie mal einen Wert. Diese Logik wird sicher nicht für alle unter uns gelten, Menschen sind unterschiedlich, aber eben doch für viele. Ob Sie persönlich dazu gehören, können Sie nur selber prüfen.

Das Problem des ruhigen Dabeibleibens, wird auch sehr schön in diesem umfangreichen Artikel heraus gearbeitet, den ich Ihnen zum Lesen anempfehlen möchte, wenn Sie Englisch können: -> The myth of the passive indexing revolution <-.

Der Artikel ist "pro ETFs" und sieht es eher umgekehrt als ich oben, sprich sieht die psychologischen Risiken bei Einzelaktien grösser. Ich habe kein Problem mit dieser Sicht, das ist absolut diskussionswert, auch wenn ich wie oben geschrieben überzeugt bin, dass starke Qualitätstitel mit bekannten Namen, unter denen man sich etwas vorstellen kann, zu einer grösseren Krisenresilienz des Anlegers führen, als abstrakte Vehikel wie ein ETF. Aber das darf jeder für sich entscheiden und ich habe wie gesagt auch nichts dagegen, wenn jemand so eine Basis-Strategie mit ETFs abbildet, statt Einzelaktien.

Wichtig ist der Artikel hier im Kontext aber vor allem, weil er aufzeigt, wie gerne die Anleger dann genau am Tiefpunkt aussteigen und sich damit jede Chance nehmen, die Marktperformance in ihren Depots zu verankern. Wenn Sie diesen ganz ruhigen "fast Buy and Hold Weg" einschlagen wollen, darf das auf keinen Fall passieren, dass Sie rein aus Emotionen wie Angst oder Gier, ihr Depot verändern. Und alles was mithilft, das zu verhindern, ist gut. Punkt.

Markttiming macht schon Sinn. Erneut, ich behaupte hier nicht, dass so eine gänzlich passive Strategie grundlegend besser ist. Aber es macht nur Sinn mit Strategie, Kompetenz und Disziplin. Hektisch aus dem Moment heraus, weil man durch schlimme Medien-Nachrichten aufgeschreckt wird, ist es die Garantie für Fehlentscheidungen und dagegen muss man sich schon im Vorfeld wappnen.

Und was ist der Nachteil eizelner Aktien zum ETF? Der Nachteil ist, dass ein Problem bei einer einzelnen Aktie mehr ins Gewicht fällt, als in einem breiten ETF - was wir aber minimieren, in dem wir nur solide Bluechips wählen.

Und was ist noch ein Nachteil? Dass im ersten Jahr die Gebühren aus 10 kleineren Transaktionen meistens höher sind, als die Gebühren aus einer grossen Transaktion. Das dreht sich aber im Laufe der Zeit ins Positive, denn die Gebühren des ETFs fallen jedes Jahr an und das läppert sich im Laufe der Zeit dann ganz erheblich. Langfristig sind die Käufe von Einzeltiteln also billiger, wenn man diese dann auch hält.

Und auch im ersten Jahr, haben Sie bei 10 Aktien zwar mehr Gebühren, dafür beim ETF aber typischerweise einen viel grösseren Spread, der eine Menge ausmachen kann. Bei Brokern mit recht linearen Gebührentabellen, bei denen man nicht im Bereich der Mindestgebühr operiert, macht es auch im ersten Jahr keinen grossen Unterschied, danach geht die Gebührenschere zu Gunsten der Einzelaktien deutlich auf.

Diese ganze Gebührenthematik ist aber eher nebensächlich bei ETFs, bei aktiven Fonds wäre das anders. Die ca. 1.5% pro Jahr, muss der dann erst mal erwirtschaften um mit dem Markt mitzuhalten und im Laufe der Jahre läppert sich das auch.

So, nach dieser Vorrede machen wir doch nun mal so ein konkretes 10er Depot. Ich teile jetzt das Depot einfach in 10 Sektoren auf und nenne für jeden Sektor eine Aktie und fertig.

Dieses Depot hat weder den Anspruch das *Beste* zu sein, noch den *Markt zu schlagen*. Nichts von alledem. Und Sie können auch gerne die Werte gegen andere solide Branchentitel austauschen, die Ihnen mehr zusagen. Dieses Depot soll nur das Prinzip verdeutlichen.

Und dieses Depot ist nur ein Beispiel, bei dem ich mich bewusst auf Namen konzentriert habe, die hier im Blog immer wieder Thema waren und mit denen man recht gut schlafen kann. Das heisst nicht, dass diese 10 "Haris Beste" oder so etwas Ähnliches wären - erneut, es ist ein Beispiel, wie man so was macht, nicht mehr und nicht weniger. Und es kann auch immer sein, dass eine Aktie dann doch in ein Problem läuft, dann muss man sie halt austauschen.

In einem bin ich aber trotz Beispiel recht sicher: Mit diesem Depot, wird man ohne zu grossen Aufwand langfristig mit dem Markt mitlaufen können. Mal besser, mal schlechter, aber ohne Stress und auch die Krisen überlebend. Und das ist doch der Punkt, wenn Investieren "einfach" sein soll. Man muss es nur tun. Hier ist es also:

Ein einfaches, gleichgewichtetes 10er Investmentdepot für den langen Atem:


(1) Finanzsektor: (Zurich Versicherung)

(2) Konglomerate: (Berkshire Hathaway)

(3) Industrie: (Honeywell)

(4) Technologie: (Microsoft)

(5) Healthcare: (GlaxoSmithKline)

(6) Rüstung: (Raytheon)

(7) Konsumgüter: (Johnson&Johnson)

(8) Retail-Services: (Mc Donalds)

(9) Agrar: (Archer Daniels Midland)

(10) Rohstoffe/Edelmetalle: (Newmont Mining)

Sie können hier unzählige Anpassungen nach Gusto machen:

  • Sie können statt der Zurich (Versicherung) die UBS (Bank) oder Allianz oder SwissRe nehmen
  • Sie können Buffetts Berkshire wegnehmen, auch weil Ihnen das Fragezeichen was nach Buffett passiert zu gross ist und dafür Chemie mit BASF oder Bayer einsetzen
  • Sie können statt Gold einen echten Rohstoffriesen wie Rio Tinto wählen
  • Sie können Rüstung nicht zu einem eigenen Sektor machen und dafür noch etwas Anderes beimischen, zum Beispiel im Technologie-Bereich
  • Sie können statt 10 auch 12 Sektoren wählen
  • Sie können statt Johnson & Johnson alternativ Procter&Gamble, Nestle oder Unilever wählen
  • Sie können statt McDonalds einen Tabakkonzern wie Altria wählen
  • Sie können statt Honeywell auch die schon länger wenig überzeugende GE oder Siemens nehmen.
  • und so weiter und so fort, ich denke der Punkt ist gemacht.

Übrigens, im Moment sind die Märkte ohne jede Frage nicht "billig", gerade nicht diese Bluechips, über die wir hier reden. Wenn man jetzt voll einsteigt, ist das Risiko gleich am Anfang in einen herbe Korrektur zu laufen, also deutlich vorhanden. Die Lösung ist, eben nicht alles auf einmal in den Markt zu kippen, sondern die Positionen in den gewählten Aktien/ETFs Stück für Stück zu erhöhen und zwar über Jahre immer in Schwäche hinein! So vermeidet man, einen zu schlechten Einstandskurs zu bekommen, was man dafür braucht, ist aber Zeit und Geduld.

Wer aber keine Zeit und Geduld hat, sollte sowieso gar nicht erst versuchen, mit so einem ruhigen, passiven Ansatz wie hier diskutiert zu starten, es wird am Ende sowieso nicht funktionieren. Denn um auch die Baissen und schlechten Phasen durchzustehen, braucht man Geduld, Geduld, Geduld.

Wichtig ist also, sich einen festen Korb solider Assets (hier Aktien, können aber gerne auch ETFs sein) zu definieren und dann Schritt für Schritt in Schwäche hinein über die Jahre zu akkumulieren. Das ist ruhiges Investieren und das kann ein erster sinnvoller Schreit sein, bevor man sich herausfordernden Aufgaben zuwendet, nämlich den Markt zu timen und ihn zu schlagen.

Also:

Ist an dieser Liste irgend etwas überraschend oder besonders "innovativ"? Nein!

Können Sie mit dieser Liste über die Zeit ruhig und vergleichsweise stressfrei mit dem Markt mitgehen? Ja!

Warum tun Sie es dann nicht so oder abgewandelt? Warum haben Sie dann nicht *wenigstens* so eine eigentlich triviale Basis an soliden Aktien?

Investieren ist so einfach, wenn man den Markt nicht schlagen, sondern nur bei seiner Performance mitgehen will.
Man muss es nur tun, einen langen Atem haben und das Affenhirn im Griff behalten. 😉

Und wenn wir das getan haben, können wir nur noch zum Depot sagen:

Mit so einem Depot haben wir dann die Grundierung geschaffen, auf der basierend wir dann zur Kür schreiten. Einer Kür, in der wir in bestimmten Bereichen auf die wir uns konzentrieren, aus dem Markt einen deutlichen Mehrwert holen wollen, ihn also "schlagen" wollen.

Und dafür brauchen wir dann die Markttechnik und all das, worüber wie hier im Blog immer wieder sprechen.

Ihr Hari

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Kinder Morgan und Deutsche Post – Bullenmarkt oder Bärenmarkt?

Die breiten Indizes von S&P500 bis DAX, haben nun zum bisher besten Rebound-Versuch des Jahres angesetzt. Drei Tage hintereinander, ist der S&P500 nun gestiegen und auch der DAX hat mit der 9.300er Marke, einen ersten wichtigen Widerstand zurück erobert.

Natürlich kommen dann - das ist wie beim Murmeltier, das täglich grüsst - gleich die "grossen" Prognostiker aus ihren Ecken, die dann die "grossen Wende" ausrufen und wieder "Kaufkurse" schreien, wie sie das ja schon am Anfang des Jahres so treffend und punktgenau getan haben. Wer hier Sarkasmus findet, kann ihn behalten. 😉

Oder andere, die Permabären, sind sich so etwas von sicher, dass es es immer weiter runter gehen *muss*, dass sie diesen ersten ernst zu nehmenden Rebound des Jahres, nun schon wieder Shorten, weil das "Endspiel" ja zwangsläufig begonnen hat und wir sowieso schon bald vor einer Währungsreform stehen.

Das kann alles sein und ich schliesse nichts aus, es hilft uns aber herzlich wenig. Und wer sich zu stark und verbohrt mit einer vermeintlich "sicheren" Zukunft verheiratet, hat nur eines garantiert: dass er im Markt keinen Erfolg haben kann. Denn der Markt ist immer in Bewegung und per Definitionem wetterwendisch.

Eine besonders absurde Form des Drangs etwas statisch zu definieren, was in Realität immmer in Bewegung ist, ist dabei der Versuch, einen Bullen- oder Bärenmarkt über absolute Prozentzahlen zu definieren.

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Gemengelage und Buffettologie



Guten Morgen!

Ich würde Ihnen ja nun gerne eine klare, direktionale Aussage machen, aber ich kann nicht herbei beten, was im Markt nicht vorhanden ist.

Was wir gestern an der Wallstreet gesehen haben, war nicht mehr als das "Allernötigste". Echtes Kaufinteresse ist nach wie vor "missing in Action" und es fällt schwer sich vorzustellen, woher das plötzlich kommen sollte.

Auch der DAX konnte den wichtigen Widerstand knapp über 9.300 nie ernsthaft in Gefahr bringen und das ist eher bärisch zu werten und eröffnet das Risiko, das es schon bald wieder abwärts geht.

Umgedreht fehlt derzeit aber auch sichtbar der Abwärtsdruck und so haben wir nun eine "Gemengelage", in der man einfach akzeptieren muss, dass es hier nichts zu Erzwingen gibt. Bleiben wir also ruhig und versuchen nicht aus dem Markt zu pressen, was nicht da ist.

Auch der Gapfill des Gaps von Montag früh, steht ja immer noch im Raum, selbst wenn der Markt nicht nach unten wegrollen sollte:

DAX 17.02.16

Achten Sie beim DAX insbesondere aber auf die auffällige Symmetrie der Formation in den beiden blauen Kästchen! Wenn man das nun weiter fortschreiben würde, würde man einen Verlauf bekommen, wie in Lila indiziert. Das wäre dann heute verhaltene Stärke, die sich aber nicht durchsetzen kann und am Ende wegrollt, ohne die 9.300 nehmen zu können.

Das nur als Gedankenspiel für einen denkbaren Pfad.

Die EZB will übrigens scheinbar den Fehler von Dezember nicht wiederholen, als sie zu hohe Erwartungen am Markt geschürt hatte und geht schon jetzt auf die Euphoriebremse: -> Gewaltige Vermögensvernichtung <-

Zitat EZB Nowotny:

Sind die Erwartungen an die EZB nun wieder zu hoch?

Ich habe jedenfalls die Befürchtung, dass sich die Erwartungen wieder in diese Richtung entwickeln könnten. ..... Daher, glaube ich, ist es wichtig, hier deutlich zu machen, dass man sich nicht in Gedankenspiele verlieren soll, die schon rein institutionell und technisch nicht durchführbar sind.

Dem Markt dürfte das nicht übermässig helfen und auch der Euro steigt damit kaum überraschend wieder zum Dollar.

Heute haben wir als Katalysatoren um 14:30 Uhr die US Baugenehmigungen und Erzeugerpreise und als Hauptereignis um 20 Uhr die Veröffentlichung des FOMC Sitzungsprotokolls, aus dem der Markt wieder Honig ziehen will, was in der FED wirklich los ist und was die beabsichtigt.

Ich glaube die Antwort schon zu kennen: Die FED eiert auch herum und weiss es nicht. Aber zumindest den Schein muss man wahren. 😉

Ein bemerkenswertes und interessantes Ereignis gibt es aber aus der letzten Nacht noch zu berichten:

Warren Buffetts Berkshire Hathaway erhöht die Wetten auf Öl und Gas und -> kauft sich bei Kinder Morgan ein <-!

Kinder Morgan ist ein Pipeline-Spezialist und hat ohne Frage nun ein interessantes Chart, das nun noch besser aussehen wird, weil diese Nachricht zwangsläufig zu einem Schub führen wird. Nachbörslich ist KMI schon 8% im Plus:

KMI 17.02.16

Das ist ein klassischer Buffett Deal, er kennt das Geschäft und kauft es zu einem Zeitpunkt, an dem die Bewertungen depressiv sind. Trotzdem wäre ich vorsichtig, hier besonders grosse Weisheit hinein zu interpretieren, denn die Lage bei den Energieaktien ist ja offensichtlich und viele grosse institutionellen Anleger wetten nun auf den Rebound.

Buffett hat nun einfach das Problem, dass er ja in seinen Jahresberichten selber adressiert: Berkshire Hathaway ist einfach zu gross, um noch wirklich hoch profitable Deals zu finden, die andere gar nicht sehen können. Denn das sind dann oft kleinere Firmen, die nun aber unter dem Radar einer Berkshire Hathaway laufen, die ja Multi-Milliarden anzulegen hat,.

Solche Deals in bewährtem Geschäft, die man zu einem guten Preis bekommt, sind da noch das Beste was man machen kann und insofern ist Kinder Morgan ein guter Deal. Ob aber Saudis und Russen aus politischen Gründen noch über Jahre durch Überproduktion die Preise drücken und ob ein Iran das Problem noch verschlimmert, ist ebenso ausserhalb Buffetts Einflussbereich wie die Frage, wie schnell die Elektromobilität sich durchsetzt und damit der Ölbedarf noch weiter drastisch sinkt.

Mein Fazit lautet hier also: guter Deal aber nichts wirklich Überraschendes.

Gold schwankt oberhalb 1.200 USD hin und her und das ist positiv zu sehen und spricht für Stärke und fehlenden, strukturellen Abgabedruck. Sobald sich Gold der 1.200er Marke nähert, kommen Käufer auf den Plan.

Der typische Ablauf wäre nun, dass es irgendwann noch einen finalen Einbruch gibt, der dann bis 38er Fibo Retracement oder darunter geht. Dieser Einbruch wird dann aber sofort gekauft und wenn man nicht gerade genau da vor dem Schirm sitzt, hat man keine Chance ihn zu erwischen.

Dieser schnelle Einbruch mit Rebound ist dann aber auch das Signal für das Ende der Konsolidierung, wie wir das mit einem Fakeout nach unten ja auch oft bei bullischen Flaggen sehen, bevor es dann nach oben weg geht:

Gold 17.02.16

Auch das einfach als ein mögliches Szenario, das man im Hinterkopf behalten kann.

So weit für heute morgen, nehmen wir den Tag heute gelassen, etwas anderes bleibt uns ja auch gar nicht übrig. 😉

Ihr Hari

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Buffett, Berkshire Hathaway, IBM & Deere

Der folgende Artikel erschien schon Mittwoch 18.02.15 09:50 in Hari Live

Es ist immer wieder interessant, im Nachhinein zu sehen, was Warren Buffett mit seiner Berkshire Hathaway Holding so treibt. Sicher, durch die zeitliche Verzögerung bei den SEC Filings, ist das schon Schnee von gestern, wenn man das lesen kann. Aber da Berkshire eher langfristig agiert und eine eingegangene Position nicht im Folgequartal gleich wieder verkauft, steckt trotzdem eine Menge wichtiger Information in der Offenlegung der Daten bei der SEC.

Nun sind wieder die -> Informationen zum abgelaufenen 4. Quartal <- veröffentlich worden und die offenbaren einige interessante Details.

Erstens hat Buffett seine Beteiligungen an Ölfirmen deutlich reduziert. Das sollte allen zu denken geben, die nun grosse Chancen im Sektor riechen, weil der Ölpreis so stark gefallen ist. Und es schlägt in die gleiche Kerbe, in die ich hier im Premium-Bereich auch immer schlage, wenn ich darauf hinweise, dass eine längere, volatile Seitwärtsbewegung des Ölpreises auf niedrigem Niveau nun viel wahrscheinlicher ist, als ein schneller Rebound in die alten Regionen.

Zweitens hat Buffett seine Beteiligung bei IBM deutlich erhöht. Er sieht scheinbar etwas, was auch ich zu sehen glaube und in einem Artikel vom Montag 26.01.15 16:40 hier im Premium-Bereich ausführlich dargestellt habe - gewürzt mit meiner persönlichen Erfahrung als "alter IBMer".

Drittens - und das finde ich sehr spannend - teilt Buffett scheinbar meine langfristige Begeisterung für den Agrotechnik-Sektor. Wir beobachten hier schon länger Agco (888282, AGCO) intensiv und ich habe mehrfach argumentiert, dass dieser Sektor weit mehr ist, als langweilige Traktorenbauer, sondern ein High-Tech Sektor, in dem Robotics auch schon bald zum Tragen kommen wird.

Das Schöne am Sektor aus Sicht eines langfristigen Investments ist halt, dass es überhaupt keinen Zweifel am langfristigen Bedarf für diese Maschinen gibt. Selbst eine Apple ist da "wackeliger", es kann theoretisch technische Umbrüche geben, die Apple vielleicht verpasst und die die heutigen Cash-Cows - wie das iPhone - in einigen Jahren obsolet machen. Das ist zwar unwahrscheinlich, aber keineswegs undenkbar - ich erinnere an Nokia und Blackberry.

Die Vorstellung aber, dass die Welt keine intensive Landwirtschaft mehr braucht, ist völlig unrealistisch. Das Gegenteil ist der Fall aus dem schlichten Grund, weil immer mehr Menschen ernährt werden müssen, während gleichzeitig die Böden immer mehr auszehren und die Wasserversorgung schwieriger wird.

Insofern gibt es in meinen Augen kaum etwas, was langfristig krisensicherer ist, als dieser Sektor. Klar, es ist ein Investitionssektor, der auch Zyklen unterliegt und in einer Währungskrise, werden auch die Bauern neue Anschaffungen in die Zukunft verschieben und so die Aktien des Sektors nach unten schicken. Nur ist ganz sicher, dass diese Investitionen später nachgeholt werden - aufgeschoben ist halt nicht aufgehoben und gegessen und geerntet werden, muss immer.

Vor diesem Hintergrund ist es hoch spannend, dass Buffett nun seit dem dritten Quartal eine grosse Position im Marktführer Deere (850866, DE) aufgebaut hat - und das bewusst unter der Decke, er hat sich dafür eine Sondergenehmigung der SEC geholt, sonst hätte er die Position schon vor drei Monaten veröffentlichen müssen.

Wenn wir auf das langfristige Chart von Deere seit 2008 schauen, sehen wir schnell, wie attraktiv das aussieht. Ich habe mit zwei blauen Linien, zusätzlich die dominante Struktur eingezeichnet, die eher einen Ausbruch nach oben impliziert:

DE 19.02.15

Wer dagegen in den ganzen Agrar-Sektor, inklusive Düngemittel, investieren will, bei dem dann die Agrartechnik ala Deere und Agco aber nur eine kleine Untermenge ist, kann das gut mit dem -> iShares Agribusiness (A1JS9B, IS0C) <- tun.

Noch ein wichtiger Hinweis. Bitte schauen Sie sich die Charts dieses Sektors unbedingt in Dollar an. Die Charts in Euro sind durch die Euroschwäche massiv verzerrt und implizieren schon laufende, massive Ausbrüche, die es in der Realität gar nicht gibt, denn der Sektor notiert weitgehend in Dollar und rechnet auch überwiegend in Dollar ab.

Auch der obige IS0C steht in Dollar kurz vor einem Ausbruch und ist keineswegs schon nach oben ausgebrochen, wie das das Chart in Euro impliziert.

Aber egal, wie Sie persönlich an den Sektor heran gehen, in einem langfristig angelegten Investment-Depot, darf er nach meiner festen Überzeugung nicht fehlen. Und seit heute ist klar, dass auch Warren Buffett diese Sicht teilt. Bei mir ist der Sektor auf jeden Fall schon länger im Investmentdepot vertreten.

Ihr Hari

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Alibaba und IPOs – Sinn oder Unsinn für Anleger?

Der folgende Beitrag erschien am 15.09.14 09:45 in Hari Live und wurde für den freien Bereich leicht angepasst, um den Kontext verständlich zu halten

Im Zusammenhang mit einem Kommentar zu Charly Mungers Interview in Sachen Buffett und Berkshire Hathaway, habe ich daran erinnert, dass sich die Wissenden gegenüber den Ahnungslosen dadurch auszeichnen, dass sie wissen, was sie *nicht* wissen. Dieser wichtige Punkt passt in meinen Augen sehr gut zum Thema Alibaba und Börsengängen generell.

Sie haben bisher hier auf Mr-Market nichts zum Börsengang von Alibaba gelesen. Ein Börsengang, der übrigens weniger ein Börsengang, als eine Kapitalerhöhung ist, denn Alibaba ist mit seinem Businessportal alibaba.com schon -> 2007 in Hongkong an die Börse gegangen <- und wurde aber -> 2012 wieder delisted <-. Formal war das natürlich eine andere rechtliche Einheit, dahinter stand aber auch damals Jack Ma und die Internet Plattform Alibaba. Von dieser Geschichte liest man aber nun nichts mehr, warum wohl? Die Antwort erscheint mir persönlich klar: rein - raus - wieder rein ist nicht wirklich vertrauenerweckend. 😉

Aber darüber will ich hier gar nicht schreiben, ich will eigentlich zu Alibaba gar nichts sagen. Ich will Ihnen aber erklären, warum Sie dazu hier auf Mr-Market nichts lesen und auch nicht zu anderen IPOs.

Der Grund ist ganz einfach, weil ich grundsätzlich *NIE* an IPOs teilnehme, sondern immer abwarte, was der Markt daraus macht, nachdem Lockup-Periode und Kurspflege durch die Investmentbanken ausgelaufen sind und sich erstmalig unbeeinflusste Kurse ergeben.

Wenn ich die drei wichtigsten Eigenschaften aufschreiben müsste, die man braucht um konsistent am Markt erfolgreich zu sein, wäre eine der drei Eigenschaften ganz eindeutig der Satz:

-> Man muss gnadenlos rational sein und nur dort agieren, wo man für sich wirklich einen objektiven Vorteil (Edge) erkennen kann, der die eigenen Chancen zumindest zu einem 51 zu 49 Verhältnis führt. Wo man diesen Vorteil rational nicht sehen kann, bleibt man konsequent und ohne Reue fern.

Und es gibt wohl kaum einen Moment bei Aktien, an dem man ein schlechteres Chance/Risiko Verhältnis hat, als bei einem IPO - und zwar egal bei welchem. Warum wird auch schnell klar, wenn man sich mal überlegt, wer sich da mit welcher Motivation gegenüber steht.

Einen IPO, verbunden mit der Last der öffentlichen Berichtspflichten, machen Altgesellschafter nur, wenn sie auf diese Art und Weise zu guten Konditionen aussteigen können und/oder sich Cash ins Unternehmen holen können, auf jeden Fall zu besseren Konditionen, als sie ohne IPO selber erzielen könnten.

Da das Unternehmen aber noch nicht öffentlich ist, wissen genau genommen nur die Altgesellschafter sicher, was im Unternehmen wirklich los ist und was es wert ist. Und ab welcher Schwelle ein IPO ein Premium erzeugen würde, das diesen aufwendigen Weg lohnend macht.

Neben den Altgesellschaftern stehen dann noch die Investmentbanken, die den IPO begleiten und befeuern. Diese kommen gerade dann an das Mandat, wenn sie den Altgesellschaftern versprechen können, dass sie den IPO zuverlässig durchbringen und einen besonders hohen Emissions-Preis erzielen können. Und die Investmentbanken sind auch oft so incentiviert, diesen hohen Preis zu erzielen.

Wir haben also auf der einen Seite zwei starke Kräfte, die genau wissen was im Unternehmen los ist und ein massives, wirtschaftliches Interesse haben, den Preis hoch zu treiben. Er darf zwar nicht so hoch gehen, dass gleich eine massiver Einbruch droht, das würde an der Reputation der Investmentbanken nagen, aber er darf und soll schon 10 oder 20 oder mehr Prozent über dem liegen, was die "Wissenden" dem Unternehmen eigentlich zubilligen, sonst würde man ja keinen IPO machen. Und um trotz eines überhöhten Emissionspreises dann den folgenden Einbruch zu verhindern, gibt es eben Lockup-Perioden und vor allem die Kurspflege der Investmentbanken, weswegen sich ernst zu nehmende Marktpreise erst dann entwickeln können, wenn beide ausgelaufen sind.

Und auf der anderen Seite haben wir die Schafe - Entschuldigung ich meinte natürlich die Investoren 😉 - die zur Tränke geführt werden müssen, aber gar nicht die Daten und Mittel haben, um zuverlässig den Wert des Unternehmens einzuschätzen, wie die auf der anderen Seite des Deals.

Und um die Investoren zur Tränke zu führen, wird natürlich massiv beworben, gute Stimmung gemacht usw. Und eben Themen wie 2007-2012 dezent unter dem Tisch deponiert. "Roadshow" nennt man das, in der die potentiellen Investoren vom Einstieg überzeugt werden sollen, man kann das also mit einer gewissen Logik auch eine "Verkaufsveranstaltung" nennen. 😉 Sicher, wer in den Roadshows sitzt, bekommt sicher tieferen Einblick und die institutionellen Investoren haben ganze Teams, die sich in die Zahlen zum IPO vergraben können. Aber trotzdem bleibt auch da immer noch eine Restunsicherheit, den man kann nur analysieren, was einem von den Altgesellschaftern auch gesagt und gezeigt wird.

Damit ist doch offensichtlich und klar, dass bei so einem Setup - so einem Ungleichgewicht zwischen den Wissenden im Unternehmen und denen, die ihnen ihr Kapital geben sollen - kein 50/50 Chancengleichgewicht existieren kann. Nein, so ein IPO ist strukturell immer eher ein 40/60 Szenario zu Gunsten der Altgesellschafter.

Das heisst nicht, dass nicht auch mal IPOs für die Anleger gut ausgehen können. Auch 40% treffen oft ein. Und es gibt auch IPOs, bei denen es den Altgesellschaftern nicht auf einen schnell Cash-Out, sondern wirklich auf langfristige Aktionäre ankommt und die deswegen auch beim Emissionspreis sehr fair und realistisch sind.

Aber der entscheidende Punkt ist der, den ich oben gemacht habe: es ist sonnenklar, dass wir als kleine Anleger hier keinen Edge haben können! Und deshalb halte ich mich von IPOs generell fern und warte ab, bis Mr. Market Monate später ein unbeeinflusstes Urteil fällt. Und habe keine Reue, wenn dann auch mal ein IPO gut läuft und ich etwas "verpasst" habe.

Denn erneut: Man ist dann erfolgreich, wenn man gnadenlos rational ist und nur dort agiert, wo man für sich wirklich einen objektiven Vorteil (Edge) erkennen kann! Bei IPOs aber kann das strukturell gar nicht der Fall sein.

Ihr Hari

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Die Dividende – überschätzt, overhyped, missverstanden – und trotzdem wichtig !

Schaut man auf das Meinungsbild vieler normaler Anleger, wie es in Äusserungen in Blogs, Foren und Medienkommentaren der Finanzpresse zu finden ist, kann man ein immer wiederkehrendes Meinungs-Muster finden, von dem natürlich viele in der Finanzindustrie gut leben und dieses Muster daher medial hegen und pflegen.

Den unerfahrenen Anleger erkennt man unter anderem an dem folgenden Erfolgsmantra :

1. Fundamentaldaten sind das alleine Entscheidende und dafür „analysiert“ man brav öffentliche Bilanz-Daten wie KGV und KBV. Markt- und Chart-Technik ist dagegen Kokolores und unseriös, hart an der Grenze zur Kaffeesatzleserei.

2. Eine „Value-Strategie“ - oder zumindest das, was diese Anleger sich darunter vorstellen - ist die alleine selig machende Methode, weil Warren Buffett macht es ja auch so.

3. „Gefallene Engel“ – ehemals erfolgreiche und nun abgestürzte Bluechips – sind die Aktien, die die heftigsten Kaufreflexe auslösen. Weil da muss ja „Value“ darin liegen.

4. Erste Verlustpositionen werden zu „Investitionen“, die man in weiter fallende Kurse hinein aufstockt. Schön, das man diese „Value-Anlagen“ noch billiger bekommt.

5. Und …. gute Aktien müssen Dividenden zahlen. Und Aktien mit hoher Dividende muss man unbedingt haben.

Erfahrene Anleger werden jetzt schmunzeln. 😉 Aber zu den ersten vier grossen Missverständnissen, will ich heute gar nichts schreiben. Die Mitglieder dieses Blogs kennen diese Themen sowieso und auch im freien Bereich, habe ich einige der Aspekte – Stichwort „Honigfalle“ - schon adressiert.

Aber heute will ich mich mal dem 5. Punkt zuwenden, den vermeintlich so wichtigen Dividenden.

Um das Fazit vorweg zu nehmen:

Dividenden werden vielfach missverstanden und in ihrer Bedeutung gnadenlos überschätzt. Aber trotzdem generiert eine Anlage in dividendenstarke Aktien am Ende für den durchschnittlichen Anleger gute Resulte. Allerdings aus ganz anderen Gründen, als in der Regel geglaubt wird. Es wird bei Dividenden sozusagen oft das Richtige, aus den falschen Gründen getan.

Um das zu verstehen, muss ich Stück für Stück mit Ihnen durch das durchgehen, was Dividenden sind – und was eben nicht. Ich versuche einfach ganz rational die Fakten aufzulisten, aus denen Sie Ihre Schlüsse ziehen können.

(1)
Dividenden sind keine Zinsen und kein Zinsersatz. Dividenden sind ausgeschüttete Unternehmensgewinne, die auf der Ebene des Unternehmens schon mit (im deutschen Fall) Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer versteuert wurden – um dann bei Ausschüttung auf Ebene des Anlegers noch einmal mit Abgeltungssteuer versteuert zu werden.

(2)
Eine Dividendenausschüttung verschafft dem Anleger perse keinen Vorteil gegenüber der Situation, in der der Cash im Unternehmen verbleibt und nicht ausgeschüttet wird. Denn genau in der Höhe der Ausschüttung, verringert sich sofort an der Börse der Kurs, der den Börsenwert darstellt. Ist doch auch klar, wenn ein Unternehmen zb 100 Millionen € an versteuertem Gewinn ausschüttet, haben die Anleger nach Abgeltungssteuer 73,625 Millionen € mehr auf dem Konto. Das Unternehmen ist aber 100 Millionen weniger an der Börse wert. Die Differenz von 26,375% ist die Steuer auf Anlegerebene. In Summe auf den ersten Blick keine besonders attraktive Transaktion für den Anleger.

(3)
Nimmt man an, dass der durchschnittliche Anleger mit seinen eigenen Anlagen im Mittel eine Rendite von x % per annum erzielt – hier nehmen wir mal beispielhaft 5% p.a. an – ist eine Ausschüttung als Dividende also nur dann von unmittelbarem Vorteil für den Anleger, wenn das Unternehmen weniger als 5% Rendite auf das im Unternehmen eingesetzte Kapital erzielt. Genau genommen ist die Hürde sogar noch geringer, weil ja die Steuerbelastung der Ausschüttung, die im Unternehmen notwendige Vergleichs-Rendite auf unter 4% drückt.

Ich wiederhole also, weil es so wichtig ist: nur wenn das Unternehmen mit dem in ihm verbleibenden Kapital eine geringere Rendite erzielt, als es der Anleger mit seiner sonstigen Geldanlage selber kann, ist die Ausschüttung für den Anleger unmittelbar wirtschaftlich ein Vorteil. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Unternehmen so „in Geld schwimmen“, dass zu befürchten ist, dass das Management dieses freie Kapital für irgendwelche überteuerten Übernahmen verjubelt. Dann ist eine Ausschüttung an den Anleger bestimmt besser, als das Kapital im Unternehmen zu verschwenden.

(4)
Umgedreht aber, wenn ein Unternehmen extrem wächst und daher sehr hohe Kapitalrenditen erzielt, aber auch hohe Kredite benötigt, um sein Wachstum zu finanzieren, wäre eine Ausschüttung völliger Blödsinn. Wozu soll der Anleger auch Kapital aus dem Unternehmen nehmen wollen, dass im Unternehmen mit 20% und mehr „verzinst“ wird ?

Genau deswegen zahlen stark wachsende Unternehmen mit grossen Kurssteigerungen eher selten Dividenden. Dividenden kommen dann auf das Tablett, wenn die Unternehmen nicht mehr genügend sinnvolle Ideen für ihr überschiessendes Kapital haben. Es sind also eher die alten, träge werdenden Unternehmen, die hohe Dividenden zahlen – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Nehmen Sie Apple als Beispiel. Bis vor kurzem wuchs das Unternehmen und wuchs und wuchs. Und nie wurde eine Dividende gezahlt. Dafür hat sich der Kurs vervielfacht. Nun zahlt Apple eine Dividende, weil ihm scheinbar die Ideen ausgehen, was mit dem Kapital zu machen ist. Und nun frage ich Sie, welche Apple hat Ihrem Depot besser getan – die vor drei Jahren oder die Apple heute ?

(5)
Übrigens hat gerade der von den Dividenden-Jägern so geliebte Warren Buffett und sein Partner Charlie Munger bis zuletzt abgelehnt, trotz riesiger Liquiditäts-Berge bei Berkshire Hathaway Dividenden an die Anleger auszuschütten. Weil die beiden zu Recht argumentieren, dass sie mit dem Kapital bessere Renditen erzielen als die Anleger. Wenn Sie des englischen mächtig sind, lesen Sie zum Beispiel hier:
-> Why Buffet doesnt pay dividends <-

Oder lesen Sie einfach mal die alten Shareholders Letter von Buffett, die er jedes Jahr heraus gibt. Insbesondere den von diesem Jahr, in dem er das Thema explizit anspricht. Wie passt das mit dem in Deutschland vorhandenen Zerrbild vom „Dividendenliebhaber“ Buffett zusammen ? Buffett nimmt Dividenden ohne jede Frage gerne entgegen, bevor die Unternehmen damit „Kokolores“ anstellen. Das stimmt. Buffett kennt aber natürlich viel besser als wir alle, den im Gegensatz zur Dividende wirklich wichtigen Parameter – den „Cashflow“ – dazu aber unten mehr.

(6)
Gerne liest man dann immer wieder, dass ja fast die Hälfte der DAX Performance aus Dividenden stammt und das dieses der Beweis für die Bedeutung der Ausschüttungen sei. Mit Verlaub, was für eine Bauernfängerei und Verdrehung von Ursache und Wirkung ! Erstens einmal ist der DAX als Performance-Index sowieso eine Sondersituation, weil er Dividenden inkludiert. Andere Indizes wie der S&P500 führen diese nicht im Kursverlauf, ausgeschüttet bekommen die Anleger sie aber trotzdem.

Eher beweist der hohe Anteil an Dividenden am Kursverlauf des DAX also, wie wenig die Unternehmen über die Zeit ihren Wert steigern konnten oder mit anderen Worten, wie unbefriedigend sich der DAX entwickelt hat. Rechnen Sie mal auf den S&P500 noch die Dividenden drauf und erstellen Sie einen Performance-Index. Dann vergleichen Sie den neu konstruierten "S&P500 Performance Index" mit dem DAX in den letzten 10 Jahre - da werden sie aber über das Chart staunen ! Das ist aber gar nicht der wichtige Punkt.

Wichtig ist, dass wenn die DAX Unternehmen diese zb 3% pa nicht ausgeschüttet hätten, diese ja in den Unternehmen verblieben wären und „gearbeitet“ hätten. Und damit sind wir wieder bei der internen Rendite auf das eingesetzte Kapital, die bei vielen guten Unternehmen im DAX hervorragend ist. Am Ende würde der DAX also ohne Ausschüttungen wahrscheinlich viel, viel höher stehen als aktuell, eben weil die Unternehmen weit höhere Gewinne hätten und mit dem freien Kapital sinnvolle Investitionen getätigt hätten.

Einen DAX mit und ohne Dividende einfach so zu vergleichen, ist also ziemliche Bauernfängerei. Dann wäre das Management aller DAX Unternehmen völlig inkompetent, sinnvolle Renditen auf das Eigenkapital zu erzielen. Denn der Vergleich von DAX mit und ohne Dividenden unterstellt damit implizit, dass das ausgeschüttete Kapital unverzinst und ohne Rendite tot in den Unternehmen liegen würde.

So weit zunächst. Ich könnte noch mit einer Reihe von Aspekten weiter machen, das Thema ist noch viel umfangreicher. Und natürlich habe ich oben auch vieles stark vereinfacht, zum Beispiel die Rendite-Thematik. Würde ich es aber nicht tun, würde das hier eher ein Buch als ein Blogbeitrag. Deshalb höre ich nun mit den obigen „Appetizern“ auf, damit der Artikel nicht zu lang wird.

In Summe habe ich Ihnen dargestellt, warum Dividenden keineswegs perse wünschenswert sind und oft eher Ausdruck von wenig wachsenden Unternehmen sind, denen die Liquidität „zu den Ohren heraus kommt“. Das sind aber nicht gerade zwingend die Unternehmen, die ein Depot wirklich voran bringen – wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel. Die Telekomindustrie sollte diesen negativen Zusammenhang ja im letzten Jahrzehnt ausreichend bewiesen haben. Nirgendwo waren die Dividenden höher und was hat es den Anlegern gebracht ? Und ein DAX ohne Auschüttungen, hätte den Anlegern dagegen in Summe vielleicht weit höhere Depotstände erzeugt, als einer mit.

Und trotzdem kann eine Dividendenstrategie für normale Anleger brauchbare Ergebnisse erzielen. Und das liegt an einem „Seiteneffekt“ der Dividenden von dem, was wirklich wichtig bei der Unternehmensanalyse ist. Es liegt an der wichtigen Eigenschaft eines „guten“ Unternehmens, hinter der auch Warren Buffett immer hinter her ist. Und das ist ein starker, positiver Cashflow.

Ich kann den Begriff Cashflow hier jetzt nicht tiefer erläutern, das sprengt den Rahmen. Etwas pauschal und „populär“ formuliert, ist es die Fähigkeit des Unternehmens permanent hohe Einnahmen (Cash) zu generieren, die dann durch das Unternehmen fliessen (Flow) und dort arbeiten können. Ein hoher Cashflow ist also Zeichen eines Unternehmens mit starker Marktstellung, die zu permanenten hohen Einnahmen führt.

Solche Unternehmen sind tatsächlich „Buffett-Unternehmen“ und das zu Recht. Und zwar völlig unabhängig davon, ob diese Dividenden ausschütten oder nicht.

Aber umgedreht wird ein Schuh daraus. Um überhaupt Dividenden dauerhaft aussschütten zu können, brauchen die Unternehmen einen hohen Cashflow. Nur „gute“ Unternehmen mit hohem Cashflow können also überhaupt Dividenden ausschütten. Wobei die „guten“ Unternehmen wie eben Berkshire Hathaway mit immensem Cashflow, immer noch besser damit fahren, das Kapital im Unternehmen arbeiten zu lassen, statt es auszuschütten.

Mit einer Dividenden-Strategie selektiert der Anleger also indirekt die Unternehmen, die sich das überhaupt leisten können. Und die haben einen hohen Cashflow. Dabei sollte man weniger auf die Dividendenhöhe, als auf Dauerhaftigkeit und Verlässlichkeit der Dividende Wert legen. Denn von Unternehmen, die mehr ausschütten, als sie Cash generieren, sollte man sowieso die Finger lassen. Wenn unbedarfte Anleger von einer "Sonderdividende" hören und dann sofort zur Börse rennen um diese "mitzunehmen", offenbaren die Anleger damit nur, dass sie die Dividende nicht als das verstanden haben, was sie ist und diese mit einer Zinszahlung gleichsetzen. Diesen Irrglauben konsequent weiter gedacht, wäre es dann ja das Tollste, wenn sich Apple jetzt hypothetisch selber auflöst, alle Patente, alle Produktions- und Entwicklungsstätten an Samsung, Google und Co. verkauft und dann eine gigantische "Sonderdividende" ausschüttet. Die Dividende ist dann ja toll, nur leider der Kurs danach Null und am Ende hat der Anleger eher Depot-Wert verloren, als gewonnen. Wer Sonderdividenden hinterher jagt, hat das offensichtlich nicht verstanden.

Und nur aufgrund dieses Seiteneffektes des Cashflows, erzielen Dividenden-Strategien gute Ergebnisse, weil sie Unternehmen eines bestimmten Typus selektieren. Denn den wirklich wichtigen Cashflow zu berechnen und zu verstehen, überfordert die Fähigkeiten der allermeisten Anleger und erfordert auch sich wirklich im Detail im Unternehmen zu bewegen, wie das ein Buffet tut. Insofern ist die Dividende eine sinnvolle Annäherung an das, was wirklich wichtig ist. Genau genommen liebt Buffett deshalb Dividenden auch nicht, er liebt Cashflow über alles ! Man erkennt Unternehmen mit starkem Cashflow aber eben auch an einer guten, dauerhaften Dividende. So herum wird ein Schuh daraus !

Bleibt noch die Frage offen, warum so viele gute Unternehmen dann Dividenden ausschütten. Die Antwort ist ganz einfach: weil es die Anleger wollen, nicht weil es zwingend sinnvoll ist. Und "die Anleger" sind dabei gar nicht mal nur die privaten Anleger, sondern gerade auch die grossen institutionellen Adressen, um die bemühen sich die Aktienunternehmen nämlich besonders, die wollen sie alle als Aktionäre haben.

Nun verstehen die institutionellen Anleger die obigen Zusammenhänge natürlich sehr gut. Warum wollen sie dann trotzdem unbedingt Dividenden ? Auch ganz einfach, weil die in der Regel nicht das eigene Geld, sondern das Geld Dritter verwalten. Hier agieren Angestellte - nicht Inhaber - im Namen ihrer Auftraggeber. Es handelt sich ja um Family Offices, Stiftungen usw - you name it. Und die alle, die Anleger die den Institutionellen das Geld in die Fonds legen, wollen regelmässige Einnahmen sehen. Zum Beispiel weil sie davon leben. Und deshalb machen es sich auch die Fonds einfach und selektieren Unternehmen mit Dividendenzahlung, worauf sich auch die Unternehmen anpassen und Dividenden ausschütten, um genau diese Anleger bei Stange zu halten. Es handelt sich also um eine Art selbsterfüllende Prophezeiung.

Nur jemand mit dem Rückrat und der Reputation von Warren Buffett kann sich diesem Druck entziehen, er ist ja auch nicht wirklich Angestellter von Berkshire Hathaway, sondern eher Hauptaktionär. Und deshalb zahlt Berkshire keine Dividende. Und viele institutionelle Fonds haben deshalb den Großmeister der Wertsteigerung nicht in ihren Depots, weil ihre Vorschriften ihnen vorgeben, nur in Dividendentitel zu investieren. Selbst schuld, kann ich da nur sagen. 😉

Fassen wir also zusammen:

Eine Dividendenstrategie ist keineswegs die „Königsklasse“ der Geldanlage. Es ist eher die Durchschnittsklasse. Denn ausgezahlte Dividenden sind für den Anleger immer noch besser, als wenn das Management das Kapital für Sinnloses verpulvert oder sich selbst mit Boni in den Rachen schiebt. Sie sind aber schlechter und verhindern eher Rendite im Anleger-Depot, bei Unternehmen, die tatsächlich mit ihren Investitionen eine höhere Rendite als der Anleger erzielen. Wie Buffetts Berkshire Hathaway. Ganz abgesehen davon, dass im Unternehmen verbleibende Gewinne, einer temporären Steuerstundung beim Anleger gleich kommen. Und Steuern wollen wir doch alle sparen, oder ? 😉

Aber zumindest kann man mit einer Dividendenstrategie nicht so schnell komplett daneben liegen. Und auch das ist ein Wert. Und deshalb macht eine Dividendenstrategie für normale Anleger Sinn. Überschätzt und „overhyped“ ist sie aber vor allem in Deutschland trotzdem. Die Dividende vermittelt halt emotional vermeintliche Sicherheit und das verschafft ihr Popularität. Und Sicherheit suchen deutsche Anleger besonders intensiv, obwohl die Börse eher der falsche Ort ist, um mit diesem Kriterium auf Suche zu gehen. 😉

Mit meinem eigenen Geld agiere ich selber entlang der oben beschriebenen Linien. In Sektoren und bei Aktien, die ich intensiv verfolge und auch gut kenne, ist die Frage ob eine Aktie Dividende ausschüttet oder nicht, völlig irrelevant. Und wenn überhaupt, ist das bei zu hohen Ausschüttungen eher Anlass, meine Augenbraue kritisch zu heben und mich zu fragen, warum dem Management eigentlich keine sinnvolleren Investitionsmöglichkeiten einfallen, als alles an den Anleger auszukehren. Bei Aktien und Sektoren aber, wo mir die Kompetenz und das tiefere Verständnis vom Geschäftsmodell fehlt - wie zum Beispiel wenn ich in den Emerging Markets oder in Asien, also in anderen Kulturkreisen, unterwegs bin - greife ich gerne zur Dividende als Vorselektionskriterium. Denn das sind dann wenigstens Unternehmen, die sich eine Dividende "leisten können". Und damit bleibt man in der Regel von den allergrössten "Gurken" verschont.

Ich hoffe, ich konnte etwas Erhellendes zu Ihrem Marktverständnis beitragen.

Ihr Hari.

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