Der zupackende Gary Cohn



Guten Morgen!

Nicht viel Neues gibt es seit gestern Abend zu berichten, an der allgemeinen Lage hat sich nichts geändert. Aber keine Sorge, kommende Woche wird es spannender und es gibt dann auch mehr zu berichten, wenn die Quartalssaison richtig anläuft.

Der heutige Tag hat aber einige Wirtschaftsdaten. Wir hatten heute früh schon Export und Importdaten aus China sowie die Handelsbilanz des Juni. Alle drei Daten sind für uns wenig überraschend ausgezeichnet ausgefallen, den chinesischen Aktien wird es nicht schaden. Der gelenkte Staatskapitalismus zeigt mal wieder sein Werk und daraus entstehende Ungleichgewichte werden halt gedeckelt. Wird das ewig gut gehen? Nein, aber es kann lange im Griff behalten werden, auf jeden Fall viel länger als nur bis diesen Herbst und deshalb erscheint der chinesische Aktienmarkt weiter auf "Grün" zu stehen.

Am Nachmittag kommen dann noch die US Erzeugerpreise und dann redet Janet Yellen wieder, dieses mal vor dem Bankenausschuss des Senats. Da im Senat grössere Kaliber als im Repräsentantenhaus sitzen, ist hier eher noch mit interessanten Dialogen zu rechnen, an der grundlegenden Sprachregelung wird es aber sicher nichts ändern.

Interessant in dem Zusammenhang sind die gestern im US Politmagazin "Politico" erschienen Gerüchte, dass der Ex-Goldman Gary Cohn der neue FED-Chef werden soll. Das macht Sinn und hat einige Logik, wenn man sich die Machtlinien in der Trump-Administration ansieht.
-> Politico: Cohn to follow Yellen <-

Für die FED würde es sicher bedeuten, dass die Politik weniger zaghaft sondern zupackender wird. Das hat alleine schon Körperchemie und Testosteron zu tun, denn bei Goldman kann man ohne Ego und der Fähigkeit ala Paul Volcker auch mal brutal durchzuziehen, wohl kaum aufsteigen. Janet Yellen ist dagegen ein reines Bürokraten-Gewächs und das dringt ihr aus jedem Knopfloch. Wenn das Wort einer geldpolitischen "Taube" je eine visuelle Entsprechung brauchte, mit Yellen wurde diese gefunden.

Ich halte Gary Cohn für eine gute Wahl mit Potential. Er wäre ein FED-Chef mit einem Marktverständnis, wie es vor ihm kaum jemand hatte, die Linie der Akademiker und Bürokraten ohne Erfahrung in der freien Wirtschaft ist mit Greenspan, Bernanke und Yellen nun zu lang geworden und wenn wir uns anschauen, seit wann die FED zu ängstlich unterwegs ist und was das bewirkt hat, ist auch der Track-Record dieser Leute dubios. Die Stabilität, die Volcker in den 80er und 90er Jahren unter Schmerzen als Grundlage geschaffen hat, wurde seit Greenspan verspielt und durch eine reaktive Expansionspolitik ersetzt, die immer neue Blasen generiert.

Gary Cohn ist im Übrigen ein Demokrat und geniesst auf beiden Seiten des politischen Betriebs Anerkennung. Sehr kontrovers dürfte seine Ernennung also nicht ablaufen.

Gefährlich ist Cohn für den Markt. Klar, Linke würden nun sagen, nur weil er ein Ex-Goldman ist, wird er der Wallstreet nach dem Mund reden. Das ist Unfug, das Gegenteil ist wahr. Denn der Wallstreet nach dem Mund geredet haben unisono Greenspan, Bernanke und Yellen in ihrer Ängstlichkeit und Zahlenverliebtheit. Es gibt dafür ja auch ein geflügeltes Wort, der Greenspan/Bernanke/Yellen-Put, der eben den Markt nach unten absichert, weil er sicher davon ausgehen kann, dass diese Zögerer sofort zur Rettung eilen, sobald der Markt mal einen leichten Schnupfen hat.

Der Wallstreet wurde also seit Greenspan nach dem Mund geredet, Cohn ist von einem anderen Kaliber. Er versteht sehr genau die Zusammenhänge und hat eben die Fähigkeit auch mal eine Sache durchzuziehen, auch wenn sie kurzfristig mit Schmerzen verbunden ist. Cohn wäre der Erste seit Volcker, der diese charakterliche Fähigkeit hat und das macht ihn gefährlich für den Markt, dem damit der absichernde Doppelboden weggezogen wird.

Ob Cohn es dann real tut, ist eine andere Frage und heute nicht zu beantworten - dafür müsste man den Mann mehr erlebt haben. Fakt ist aber, dass Cohn viel weniger ängstlich und weit unabhängiger wäre, als die letzten drei FED-Chefs vor ihm und das macht ihn zu einem Faktor, der die eingefahrenen Dinge in Bewegung bringen könnte.

Eines ist auf jeden Fall klar, Pressekonferenzen mit ihm werden wieder interessanter, als sie mit der ausdruckslosen Sprach-Katastrophe Yellen sind. 😉

EURUSD hängt wieder an der Scheidelinie 1,15, hier dürfte bald Spannendes passieren und eine markante Bewegung einsetzen:

Ich persönlich halte nun einen Abpraller für wahrscheinlicher, als ein sofortiger, nachhaltiger Durchbruch. Einiges Gezappel und Hin und Her um 1,15 ist nun aber gut denkbar.

Aufmerksamkeit erlangt heute wieder Novartis mit Meldungen zu einem -> historischen Durchbruch in der Genforschung <-.

Ich habe schon vor ca. 3 Wochen in -> eine Chance <- ausgeführt, warum Qualitätsaktien zu denen es einen negativen Markt-Konsens gibt, aus Investitionsgesichtspunkten interessant sein können:

Was ist also eine Aktie, von der niemand mehr etwas erwartet, der niemand Potential zutraut und die trotzdem im Kurs hochkriecht? Als treuer Leser wissen Sie es. Eine Chance. 😉

Man muss nur aufpassen, dass es wirklich eine Qualitätsaktie mit zweifelsfreier Stabilität des Geschäftsmodells ist, die früher oder später wieder Fahrt aufnimmt. Das obige Argument wird leider zu schnell für "Gurken" oder "Pseudo-Qualität" verwendet, ganz besonders wenn "Qualität" nur über Kennzahlen wie KBV und KGV definiert wird, was regelmässig zu Verlusten führt.

Qualität ist eben mehr als Kennzahlen und erfordert einen breiten Blick auf Geschäftsmodell, Strukturen und Management. Wenn man aber wirklich Qualität vor sich hat und diese vom Markt gerade nicht geschätzt wird - so wie das auch bei McDonalds (MCD) in den Jahren 2012-2015 der Fall war - dann ergeben sich daraus oft gute, langfristige Chancen.

Hier sind die Charts von Novartis und McDonalds in Dollar, die sprechen eine klare Sprache. Vorsicht, wie immer bei Finviz durch Dividenden verzerrt, aber hier zählt nur die Grundstruktur und die passt:

Geduld braucht es aber, die braucht es bei Investments in temporär unbeliebte Qualitätswerte immer. Das ist ein Investment, kein Trade!

So weit und kurz an diesem ruhigen Tag, von dem ich nach der gestrigen Rally heute wieder leichte Konsolidierung und Gebrösel erwarte.

Morgen geht die Quartalssaison mit den drei Grossbanken Citigroup, JP Morgan und Wells Fargo dann richtig los.

Wir sehen in den Charts mit Tageskerzen, dass alle drei seit Anfang Juli in einer Konsolidierung sind, die wohl auf reiner Vorsicht des Marktes beruht:

Mit übergrosser Euphorie geht der Markt als definitiv nicht in die Zahlen, eine Auflösung nach oben ist also auch gut denkbar. Einen klaren Edge sehe ich aber hier nicht und halte wie meistens bei Zahlen, meine Füsse still.

Damit es sich lohnt, auf Quartalszahlen zu wetten, muss es im Vorfeld schon eine sehr deutliche Schlagseite des Marktes geben. Diese ist hier nicht gegeben.

Ihr Hari

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Befreiung!



Ich sagte schon in der "Potentialbetrachtung", dass der Markt gerade eine Art "Befreiungsschlag" vollzieht und alle Sorgen erst einmal hinter sich lässt.

So etwas ist eine mächtige Bewegung, die durchaus Luft für mehrere Wochen positiver Stimmung hat, darauf folgt dann aber fast immer eine schwierige Phase, die dann vom Ablauf her im August zu verorten wäre. Da bin ich dann ja auch wieder im Sommerurlaub - insofern passt es ja. 😉

Machen wir also gemeinsam mal einen Parforceritt durch das Marktgeschehen.

Bevor wir das tun, geniessen wir aber noch den Bericht zum Superhelden Ben in Japan: -> Bernanke in Japan <-. Das alleine hat an den Märkten Milliarden in Bewegung gesetzt, so ist das halt mit Superhelden. 😛

Jetzt aber los 🙂

Der TLT scheint genau da drehen zu wollen, wo ich es gestern bei den -> taktischen Shorts <- antizipiert hatte:

TLT 12.07.16

Der GDX ist etwas stärker, aber auch hier besteht die gleiche Chance.

GDX 12.07.16

Und dabei haben sich die Zinserwartungen noch gar nicht nach oben in Bewegung gesetzt. Das Risiko ist aber da, dass durch die diversen FED Mitglieder die ab heute reden, der Markt eine veränderte Sicht bekommt. Beide kurzfristigen Trades, sind also weiter aussichtsreich.

Ob Alcoa (AA) nach den guten Zahlen nun Fahrt aufnimmt? Die Chartlage ist nicht so eindeutig, dass mir direkt das Wasser im Mund zusammen läuft:

AA 12.07.16

Beim Biotechwert Wert Bluebird Bio (BLUE), der oft im BioTonicum auch Thema war, kann man nun aber mal hinschauen, ob das nun ein belastbarer Boden wird. Die Chance dafür ist da!

BLUE 12.07.16

BLUE 12.07.16 1

Ebenso aus unserem Biotech-Universum, ist Sage Therapeutices (SAGE) nach -> positiven Studienergebnissen <- der Gewinner des Tages mit über 30% Plus:

SAGE 12.07.16

SAGE 12.07.16 2

Eine weitere Aktie aus dem Healthcare/Biotech-Universum, die wir hier aber nach meiner Erinnerung noch nicht besprochen haben, ist der "Schaufel-Hersteller" -> Exact Sciences (EXAS) <- mit seinen Krebs-Tests.

Auf meinen Radar ist die Aktie aufgrund ihrer Chartstruktur gekommen und das Wissen darum was sie machen, hat mich zumindest nicht abgeschreckt, wie wohl ich bestimmt nicht alles verstehe.

Hier ist die Chartstruktur:

EXAS 12.07.16

EXAS 12.07.16 2

Sehen Sie, wie die Aktie unter erhöhtem Volumen "nach oben schmilzt"? Da ist eine Menge Dampf darauf und die Struktur indiziert einen baldigen, weiteren Schub nach oben.

Vielleicht können ja Mitglieder ergänzen, die sich mit der Krebs-Test Thematik besser auskennen.

Schauen Sie mal, wie der EEM als Repräsentant der Emerging Markets nun aussieht. Das zieht bei den US Tradern gerade hohe Aufmerksamkeit:

EEM 12.07.16

Bei Micron (MU) war es richtig, nach den Zahlen ruhig zu bleiben. Jetzt fehlt noch ein kleiner Schub, dann haben wir ein neues Verlaufshoch und freie Bahn:

MU 12.07.16

In jedem Fall hat MU genau da gedreht, wo es drehen sollte und insofern kann man die Zone um 11,50 USD nun als harten Stop benutzen.

Peter Brand sieht -> Öl im Rückwärtsgang <-

Zum Thema Gold und Silber, empfehle ich diese kluge Sicht von Bob Loukas zu studieren: -> Golden Fireworks <-

Sein Fazit ist ähnlich wie meines: Kaufbarer Dip voraus. Der dann folgende Schub, führt aber im Bereich 1.4xx zu einem temporären Top, auf das erst einmal eine schärfere Korrektur folgt.

Und zum Abschluss - als kalte Dusche sozusagen - etwas zum Fürchten, damit wir uns nicht *zu* euphorisch fühlen.

Hier die Summe der Schulden (Anleihen) mit negativer Rendite in der Welt: -> 10 Billionen Schulden mit negativer Rendite <-.

Nur damit jedem klar ist, welches historisch einmalige und hoch riskante Experiment, hier von einigen Notenbanken gefahren wird. Die FED ist da im Vergleich noch die "solideste".

Und eine Frage sollte uns den Kopf kratzen lassen. Nehmen wir mal an, die Zinsen steigen wieder leicht, so dass die Kurse dieser 10 Billionen in den Verlustbereich wechseln.

Was passiert dann? Wie reagieren die Marktteilnehmer dann?

Machen Sie es gut. Bis Morgen!

Ihr Hari

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Klarstellung


Ich denke, ich muss mal wieder etwas klar stellen. Das erscheint mir auch nötig, weil es im Forum sehr ruhig ist und während ich schon aus dem Osterurlaub zurück bin, die meisten von Ihnen noch an den Ostereiern zu kauen scheinen oder sich dabei den Magen verdorben haben und nicht schreiben können. 😉

Die Klarstellung bezieht sich darauf, wie ich den Markt in den kommenden Wochen sehe und da kann man ja mal schnell mit den Zeithorizonten durcheinander kommen.

Vor allem habe ich Ihnen ja gestern im Artikel -> Fortsetzungsformation <- allerlei Charts gezeigt, die eher Gegenwind für den Aktienmarkt indizieren.

Nur sind diese Indizien eben nur Indizien und nicht mehr, die ebenso wie der Rest des Marktes auch von zentralen Parametern wie der Notenbankpolitik abhängen und dadurch auch verändert werden können. Und die Notenbanken sind permanent unterwegs, aktuell ist es wieder der -> Chef der BoJ Koruda <-.

Ich weiss, wir alle würden uns klare Ansagen wünschen. Einen Monat kaufen, einen Monat verkaufen und das immer perfekt getimed.

Aber das ist nicht die Realität, der Ausblick des Marktes ist immer "Grau", er ist Abbild des Widerstreits zwischen Angebot und Nachfrage, zwischen Gier und Angst. Und unsere Aufgabe ist es, aus diesem Grau die Grautöne zu extrahieren, die uns dann leichte Hinweise in eine Richtung geben.

Das ist die harte und schwierige Aufgabe der Marktanalyse. Nicht die grossen Prognosen, dass dieses und jenes passieren wird - die sind für die medialen Lautsprecher, die damit zwar Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aber garantiert keinen Anlageerfolg haben.

Ich befüchte daher, dass einige von Ihnen nun sofort zu bärisch werden, nachdem ich so ein paar Indizien gezeigt habe und das will ich hier und heute klarstellen.

Denn Nein, sehr bärisch ist nicht meine Haltung zum Markt!

Meine Haltung zum Markt der kommenden Wochen, habe ich zum Wochenanfang laut und deutlich im Artikel -> Börsenalltag <- dargestellt.

Und darin war zur Visualisierung dieses Chart:

S&P500 04.04.16

Und im Text dazu habe ich klar formuliert, das mein "Wunsch" Szenario (1) nun das Unwahrscheinlichste ist und ich derzeit mit Präferenz zu Szenario (3) neige. Das ist auch heute, 3 Tage später noch so.

Und dieses Szenario indiziert weitere Stärke im April, die bis spätestens Mai zu neuen Hochs führen kann. Und dann "wars das" mit guter Wahrscheinlichkeit in den Sommer hinein.

Von diesem Szenario gehe ich mit Präferenz aus. Wäre ich aktuell sehr bärisch gestimmt, hätte ich im Wetterbericht deutlich abgebaut oder wäre auf die Short-Seite gewechselt. Das bin ich aber nicht und die 10% Reduktion ist ausdrücklich nur der erste Schritt einer Strategie, in der ich langsam bis zum Mai in die Stärke hinein abbaue! Sie können es auch "Gewinne mitnehmen" nennen, das kommt auf das Gleiche hinaus.

Das nur zur Klarstellung, da ich unsicher bin, was bei Ihnen ankommt. Das bin ich immer, wenn ich angeschwiegen werde, was gerade leider wieder der Fall ist.

Übrigens gefällt mir die gestrige Price-Action im S&P500 eher gut und die Stärke deutet darauf hin, dass tatsächlich nur wieder ein höheres Tief generiert wurde und nun eine weitere Stärkephase von ein paar Tagen folgt.

Schauen Sie selbst, wie das vorgestrige Minus gestern sofort mehr als ausgeglichen wurde:

S&P500 06.04.16

Und es gibt einen weiteren Faktor, der sogar den DAX nun nach oben in Bewegung bringen könnte. EURUSD ist an einer wichtigen Widerstandszone unter 1,15:

EURUSD 06.04.16

Und wenn der Dollar hier wieder zu steigen beginnen sollte und der Euro dann zurück kommt - was gut vorstellbar ist, nun wo die Zinserwartungen an die FED Dank Janet Yellen fast wieder aus dem Markt sind - dann wird auch der DAX wieder nach oben in Bewegung geraten und der S&P500 sich schwer tun.

Fazit:

Nein, ich bin nicht klar bärisch. Mein Wunschszenario (1) habe ich seit Anfang März zunehmend abgehakt, zu klar war der Markt wieder im Griff der Notenbanken.

Ich bin aber auch nicht stark bullisch für den breiten Markt, ausser für selektive Sektoren, das haben wir ja besprochen.

Ich habe mit Präferenz die Erwartung, dass im April noch etwas nach oben geht und dass man diese Stärke nutzen kann und sollte, um temporär Gewinne mitzunehmen und sich in den frühen Sommermonaten einen "lauen Lenz" mit "schlankem Depot" zu machen - was immer danach dann kommt, denn das weiss ich noch nicht. Das genau ist das Szenario (3) oben im Chart des S&P500.

"Eigentlich" ist das zweite Halbjahr in Präsidentenwahljahren auch eher eine starke Marktphase, aber falls die Alternative Trump vs Sanders lauten sollte, tue ich mich schwer mir das vorzustellen.

So, nun hoffe ich, ich konnte klar machen, wie differenziert ich den Markt sehe. Es bleibt schwierig. 😉

Der heutige Tag sieht eher gut aus, der gestrige Swing im S&P500 macht den Eindruck, als ob Substanz dahinter wäre und er ernst zu nehmen wäre. Schauen wir also wieder mal nach oben, wie ich das für den DAX schon gestern ja indiziert habe.

An wichtigen Wirtschaftsdaten ist heute wenig geboten, der Höhepunkt ist am späten Abend nach Börsenschluss das gemeinsame Auftreten der letzten vier FED Chefs von Volcker bis Yellen. Inhaltlich dürften sich Greenspan, Bernanke und Yellen weitgehend einig sein, -> Paul Volcker <- stellt die Gegenposition dar, er ist aber mit seinen nun bald 90 Jahren wohl zu alt, um noch ernsthaften Einfluss auszuüben.

Demenz

Nebenbei gesagt, bewundere ich Menschen wie Volcker, die in dem Alter noch in der Öffentlichkeit stehen, wo andere schon 20 Jahre vorher das Denken eingestellt haben. "Demenz" ist ja auch nur ein Oberbegriff wie "Krebs" für verschiedenste, komplexe Leiden mit unterschiedlichsten Ursachen. Und die Ursachen der verschiedensten Formen werden noch gar nicht oder nur teilweise verstanden.

Es gibt mit Sicherheit auch Degenerationen des Gehirns, für die der Mensch nichts kann und die rein biochemisch/genetische Ursachen haben, die man unter "Schicksal" abbuchen muss.

Es schält sich aber auch immer mehr heraus, dass geistige Starre, also das Verweigern Neues zu lernen und sich einer sich wandelnden Welt zu stellen, einen wesentlichen Risikofaktor darstellen. Man kann auch dement werden, weil man das Gehirn nicht mehr trainiert und versteinern lässt und ich kenne Menschen, die schon in den 50ern mit Sätzen wie "das brauche ich nicht mehr" damit angefangen haben.

Das Gehirn ist unser wichtigster Muskel. Machen wir nicht den Fehler, es nicht mehr zu trainieren. Und das Gehirn zu trainieren bedeutet es zu zwingen Neues zu lernen. Das hält Gesund, ebenso wie Gymnastik und mässige Bewegung den Körper gesund hält.

Damit man auch im hohen Alter aber noch Lust hat Neues zu lernen, muss man eine positive, der Zukunft zugewandte Sicht auf die Welt entwickeln. Wer sich dagegen im "früher war alles besser" vergräbt, verbaut sich den Weg das Positive im Neuen zu suchen und damit das Gehirn in Bewegung zu halten.

Insofern möge Paul Volcker noch lange glücklich leben, einen grossen Einfluss auf die Notenbankpolitik, hat er zu meinem grossen Bedauern wohl nicht mehr.

Ich wünsche einen erfolgreichen Tag!

Ihr Hari

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Börsenalltag – Mean Reversion Depot



Guten Morgen!

Nach einem herrlichen Wochenende, das wir zu unserem grossen Vergnügen weitgehend an der frischen Luft verbracht haben, hat uns der Börsenalltag wieder.

Und "Alltag" ist es, was auf dem mittelfristigen Radar für April zu stehen scheint. Der Rebound aus den Tiefs vom Januar/Februar hat sein Ziel fast erreicht. Die Zinserwartungen an die FED sind wieder fast ganz unten angekommen und die EZB hat fast alles verfeuert, was es zu verfeuern gibt.

Womit sich die Frage stellt, was denn den Markt dann überhaupt noch nach oben katapultieren könnte und diese Frage scheint berechtigt, zumal die "Sell in May" Logik und die träge Sommerphase nun schnell näher kommt.

Es gibt aber einen potentiellen Katalysator und das sind die anstehenden Quartalszahlen zum ersten Quartal. Die müssten deutlich besser sein als die deutlich gesenkten Erwartungen, dann würde das ein neuen Schub verursachen. Aber selbst dann sind im S&P500 vielleicht noch einmal 10% realistisch, aber nicht mehr. Die Bäume wachsen also nicht mehr in den Himmel, davon ist auszugehen.

Im Chart des S&P500 sieht man, wie der Rebound nun kurz davor ist den Measured Move bei 2.080+ zu erreichen und mit einem Anstieg darüber, dann auch die potentielle, grosse Topbildung zu negieren:

S&P500 04.04.16

Mein "Wunsch", die Variante (1), ist seit Anfang März zunehmend unwahrscheinlicher geworden und jetzt gebe ich ihr die geringste Wahrscheinlichkeit von den drei eingezeichneten Varianten, denn die Marktbreite ist gut, die Notenbanken haben den drogensüchtigen Markt wieder am "Kanthaken" und auch das Sentiment ist keineswegs zu euphorisch, eher im Gegenteil.

Bleiben (2) und (3) und in beiden Fällen ist die Zeit vorbei, in der man sich zu viel vom Markt erwarten sollte. Wobei ich aktuell eher leicht der Variante (3) zuneige, denn ich erwarte zu den Quartalszahlen wieder mal eine "besser als erwartet" Arie und diese könnte den S&P500 durchaus im April noch zu marginalen Hochs schieben, bevor er dann in die Sommerstarre geht und nicht mehr viel passiert.

Seriös formulierbare Erwartungen an den DAX, habe ich dagegen eher nicht. Der ist mir zu sehr vom Eurokurs und zu sehr von einzelnen Aktien abhängig, so dass er für wilde Schwankungen gut ist. Sollte der Dollar nun wieder steigen, ist hier durchaus ein schneller Schub Richtung 11.000 denkbar, der Index hat extrem viel nachzuholen. Aber auch das Gegenteil ist denkbar, die innere Schwäche des DAX ist ja augenfällig:

DAX 04.04.16

Ich persönlich halte mich vom DAX fern, zu dessen Bewegungen habe ich derzeit keinen richtigen Zugang. Wenn ich raten müsste, würde ich sagen, dass der DAX am Anfang der Woche erst noch etwas fällt und dann mit Draghi am Donnerstag im Zuge eines wieder fallenden Euros deutlich nach oben dreht und endlich überzeugend die 10.000 nimmt. Aber wie gesagt, das ist reines Raten und keine wirklich seriöse und begründbare Erwartung.

Summa Summarum, treten wir nun also in eine Phase ein, in der wir den schnellen Anstieg aus den Januar/Februar Tiefs hinter uns lassen und uns zunehmend auf eine Seitwärtsbewegung einstellen sollten. Marginal neue Hochs im S&P500 sind drin, mehr würde mich aber vor dem Herbst doch sehr überraschen.

Das bedeutet, dass wir unsere Cash-Bestände wieder etwas erhöhen und uns vor allem auf das "Stock bzw Sektor-Picking" konzentrieren. Wo ich da vor allem hinschaue habe ich deutlich gemacht, werde ich aber diese Woche sicher auch noch einmal zusammen fassen.

In der kommenden Woche haben wir vergleichsweise wenig relevante Wirtschaftsdaten. Heraus ragt eine erneute -> Rede von Janet Yellen an diesem Donnerstag <-, in der sie mit ihren Vorgängern Bernanke, Greenspan und Volcker zusammen trifft. Ja auch Volcker, der letzte der FED Chefs der alten Schule, bevor Greenspan sich als "Magier der Märkte" gerierte und damit diesem Allmachtsglauben Bahn gebrochen hat, der nun die Notenbank-Generation beherrscht und uns diese Dominanz einer Geldpolitik eingebrockt hat, an der wir nun zunehmend leiden.

Am Mittwoch Abend um 20Uhr, haben wir dann noch das FOMC Protokoll der letzten Sitzung und am Donnerstag wird auch Draghi mit einer Rede erwartet. Der Inhalt ist absehbar, der Euro muss nun wieder runter geredet werden. 😉

So weit zur Lage am Anfang April.

Einen Blick auf das Mean Reversion Depot will ich zum Ende des 1. Quartals auch werfen. Leider habe ich verpasst, einen "Snapshot" des Depots nach Handelsschluss am 31.03. zu nehmen und kann Ihnen nur den Saldo vom 01.04.16 12:00 MEZ zeigen. Sicher könnte ich die exakten Werte einzeln herleiten, den Aufwand erspare ich mir aber, weil er an der Kernaussage nichts ändert und auf Kommastellen kommt es hier sowieso nicht an.

Lag das Mean Reversion Depot Ende Februar mit Minus 4% noch *vor* dem S&P500 und massiv *vor* dem DAX, hat sich das Bild nun etwas eingetrübt:

Mean Reversion 01.04.16 1200

Ein kleines Minus von ca. 1% hat das Depot im März verbucht und saldiert nun bei ca. 5% Minus.

Der S&P500 dagegen, ist von 1.932 bis 2.060 im März sehr deutlich ins Plus gezogen, wir haben die grosse Stärke ja erlebt und damit hat das ganze 1. Quartal von 2043,94 Schlusskurs 2015 auf 2.059,74 sogar leicht im Plus abgeschlossen. Beeindruckend!

Der DAX dagegen, hat weiter die rote Laterne, mit dem monatlichen 0,2% Dividenden-Ausgleich, ergibt sich: 10.743,01 Schlusskurs 2015. 9.965,51 Schlusskurs März 2016. Macht ein Minus von 7,2% und normalisiert ohne Dividenden-Anteil ein Minus von 7,8%. Der DAX ist und bleibt also eher ein Trauerspiel. Wenn man sich anschaut, an welchen Einzelaktien das gelegen hat, bekommt man wenig Hoffnung auf Besserung, denn deren Probleme scheinen strukturell, denken wir nur an Versorger, Banken und Volkswagen.

Die relative Schwäche im Mean-Reversion-Depot beruhte neben Einzelaktien wie der Deutschen Bank, die ihre kleine Rally wieder völlig abgegeben hat, vor allem darauf, dass der initiale Reversal-Schub des Februars im März in eine Seitwärtskonsolidierung gewechselt ist. Insbesondere bei Gold haben wir das ja beobachtet.

Das muss aber nichts Schlechtes sein, denn wenn nach einem starken Anstieg eine nur flache Konsolidierung folgt, ist das erst einmal positiv zu sehen. Die Chancen im 2. Quartal sind also nach wie vor da.

Einen Hinweis in eigener Sache habe ich auch noch, der sich primär an die treuen Mitglieder der ersten Stunde richtet, die mir im April 2013 beim Start des Premium-Bereiches sofort das Vertrauen geschenkt haben. Es ist mal wieder April und Sie alle haben Verlängerungsdaten am 15.04. oder 30.04.. Wenn Sie die Verlängerung selbstständig vornehmen, ersparen Sie mir individuelle Erinnerungsmails. Ich bedanke mich schon jetzt für Ihre Treue!

So, nun wünsche ich uns allen einen guten Start in die Woche!

Ihr Hari

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Der Notenbank-Dezember: „It´s the currencies stupid!“

Der letzte Monat des Jahres 2015 ist angebrochen, alle rechnen fest mit der Jahresendrally, in der wir uns eigentlich schon mitten drin befinden. Und alle fragen sich, wie 2016 wohl werden wird?

Denn viele Bewegungen an den Märkten scheinen überdehnt und sind reif für eine markante Wende. Je nach dem wie man rechnet, dauert dieser Bullenmarkt nun schon seit 2009 bzw 2011, also zwischen 5 und 7 Jahren. Und der Bärenmarkt bei Rohstoffen und den Emerging Markets, geht nun ins fünfte Jahr.

Natürlich sind die Notenbanken mit ihrem historisch einmaligen Experiment der grossen Geldschwemme, wesentliche (wenn auch nicht alleinige) Treiber bei diesem Spiel und wir wissen alle nicht, ob das gut ausgehen wird.

Die Notenbanker wissen es aber selber nicht, auch wenn sie natürlich den Anschein der Allmacht unbedingt aufrecht erhalten müssen, sonst würde mehr zusammen brechen, als ein paar Egos. Denn würden sie die Zusammenhänge und Mechanismen wirklich verstehen, mit denen die Märkte auf ihre "kreativen" Massnahmen in der Realität reagieren, wäre die Politik der Notenbanken ja schon längst erfolgreich gewesen.

Ist ist aber nicht, die Notenbanken konnten bisher weder die Konjunktur ernsthaft anschieben, noch ihre Inflationsziele auch nur ansatzweise erreichen. Und ob die US Wirtschaft nicht auch alleine aus dem Loch gekommen wäre - und das dann mit mehr Dynamik als aktuell - wenn sich die FED die ganzen QE Programme nach dem Auslaufen der unmittelbaren 2008er Krise gespart hätte, werden wir nie heraus finden, weil wir kein Paralleluniversum zur Verfügung haben.

Insofern sind aber auch die Selbstbeweihräucherungen eines Ben Bernankes, dass die Politik der FED die Weltwirtschaft gerettet habe, mit äusserster Vorsicht zu geniessen. Ebenso wie die Selbstvergewisserungen Mario Draghis, dass seine Politik zwangsläufig zum Wohle Europas sei.

Solche Selbstgewissheiten beruhen auf einem interventionistischem Weltmodell der Planbarkeit von Wirtschaftszyklen, das keineswegs der heilige Gral der Ökonomie ist, den es sowieso nicht gibt. Richtig war es, in der 2008 Krise mit der Geldpolitik dagegen zu halten, um diese abzufedern. Darüber gibt es keinen Dissens. Und auch, dass man mitten in der Eurokrise den Staaten erst einmal ein wenig Zeit kaufte, hatte Logik.

Aber ob diese immer gleiche Medizin auch in 2015 und 2016 noch Sinn hat? Das ist stark in Frage zu ziehen. Nach Jahren und Jahren der immer gleichen Arzneigabe ohne durchgreifende Besserung, wäre es für gute Ärzte ja eigentlich mal Zeit, die Wirksamkeit der Therapie zu hinterfragen. Diese Frage wollen sich die Notenbanker der Gegenwart aber wohl nicht stellen, lieber macht man weiter mit dem, was schon bisher kaum funktioniert hat.

Aber wie auch immer, auch wenn die Notenbanken die Ursache vieler Bewegungen sind und auch am grossen Bullenmarkt seit 2009 bzw 2011 ihren Anteil haben, brauchen sie einen Transmissionsriemen, um ihre Politik in der realen Wirtschaft ankommen zu lassen. Das Kreditgeschäft ist so ein Transmissionsriemen, der wahrscheinlich Bedeutendste für die Märkte, sind aber die Währungen.

Die Währungsbewegungen sind es, die auch in 2015 ganz massgeblich für Erfolg oder Misserfolg der Geldanlage entscheidend waren und es weiter sein werden. Erinnern wir uns nur an das erste Quartal mit der grossen Rally im DAX, die in Euro grandios aussah, aus Sicht eines US Anlegers aber weit weniger beeindruckend war, weil ein grosser Teil schlicht dem Wechsel des Euros zur Weichwährung geschuldet war.

Wenn man so will, waren also viele Gewinne die DAX Anleger in dieser Zeit auch "Scheingewinne", weil das Depot zwar nominal höher stand, der Wert des Depots im Vergleich zu einem weltweiten Währungskorb aber keineswegs so gestiegen ist. Und in einer globalisierten Welt, ist es halt eine Illusion, nur auf die eigene Währung zu schauen, denn wenn man Waren oder Leistungen aus anderen Währungsräumen bezieht, zahlt man den bitteren Preis der Abwertung.

So möchte ich in Abwandlung von Bill Clintons berühmtem "It's the economy, stupid", allen die das nicht sehen wollen nun zurufen: "It´s the currencies stupid!"

Was hier los ist, zeigt uns wunderbar das langfristige Chart des Währungspaares Euro und Dollar:

Dollar 01.12.15

Wir sehen den massiven Absturz des Euros von 2014 bis zum Ende des 1. Quartals 2015, der seit dem von einer Seitwärtskonsolidierung abgelöst wurde. Wenn Sie im Euroraum das Gefühl hatten, dass viele Waren von US Unternehmen teurer wurden, hier ist der Grund zu sehen.

Nun gibt es zwei typische Varianten. In der Einen, wird das ein Doppelboden und der Euro steigt von hier wieder zum Dollar.

In der Anderen, war das nur eine Zwischenkonsolidierung und eine zweite Abwärtsspirale setzt sich in Gang, die typischerweise von Art und Umfang her, der ersten Phase in 2014 ähnelt. Was bedeutet, dass in dem Fall EURUSD bei der Parität nicht halt machen würde, sondern durch fällt.

Welche der beiden Varianten nun zum Tragen kommt, werden die beiden Notenbank-Entscheidungen am 03.12. bei der EZB und am 16.12. bei der FED letztlich präjudizieren. Diese Bewegung von EURUSD aber richtig zu treffen, dürfte *die* entscheidende Frage sein, die über Wohl und Wehe der Depots in 2016 entscheiden wird.

Denn wenn EURUSD weiter durch die Parität durch fällt, werden die US Börsen zunehmend unter Druck geraten und in Europa dagegen zunächst eine fröhliche Rally ablaufen, zumindest nominal in Euro gerechnet. Und das Elend der Rohstoffe und der Edelmetalle, ist dann lange, lange noch nicht am Ende. Auch eine massive Krise in den Emerging Markets dürfte dann aufziehen, da diese unter einem starken Dollar leiden und einen erneuten massiven Anstieg des Dollars wohl nicht verkraften können.

Wenn EURUSD hier aber zum Doppelboden ansetzt, könnte 2016 zum grossen Jahr der Rohstoffe und Edelmetalle werden, die Emerging Markets werden dann ein Comeback erleben und die US Börsen neue Höhen erklimmen. Die ohnehin anämische Konjunktur in Europa wird aber nicht ans Laufen kommen und die Lebenslügen der Eurozone noch stärker an die Oberfläche treten, was den DAX sehr nach oben begrenzen dürfte.

Das Interessante an der aktuellen Ausgangslage ist, dass der Markt derzeit eine glasklare Erwartung hat, die bisher die Tendenz von EURUSD nach unten unterstützt hat.

Der Markt erwartet einen massiven neuen Stimulus der EZB übermorgen am Donnerstag. Die EZB hat sich dafür kommunikativ zu deutlich aus dem Fenster gelehnt, um nun nichts zu machen.

Und der Markt erwartet nun eine Zinserhöhung der FED Mitte Dezember, ist sich nur noch nicht schlüssig, ob das nun der Beginn eines längeren Erhöhungs-Zyklus oder nur eine einmalige Aktion sein wird.

Beide Erwartungen drücken bisher EURUSD weiter nach unten, weswegen der nun die Tiefs von Anfang 2015 erneut testet. Das taktische Problem ist aber, diese Erwartungen sind wohl schon weitgehend eingepreist und können für sich keine weitere Abwärtsbewegung mehr stützen.

Wenn die EZB die aufgeblasenen Erwartungen also leicht enttäuscht und die FED klar zu verstehen geben sollte, dass auf eine einmalige Erhöhung, erst mal keine weiteren folgen werden, fällt die Logik der aktuellen Bewegung bei EURUSD in sich zusammen und der Doppelboden kommt schnell auf die Agenda.

Das ist die grosse Frage der kommenden Wochen vor Weihnachten. Wer diese Frage nicht richtig trifft, wird ein deutliches Problem im Depot haben.

Man muss sich wirklich fragen, was die Notenbanken reitet, so eine entscheidende Wegscheide direkt in die Vorweihnachtszeit zu legen und damit die Märkte gerade zur massiven Gezeitenwende in 2016 hinein einzuladen. Aber wie auch immer, die Frage der Währungen ist die grosse Frage, der wir uns im Notenbank-Dezember stellen müssen.

Im Premium Bereich haben wir dieses Szenario schon lange auf dem Radar, konnten damit die "Buy the Rumor" Rally in die EZB hinein seit Anfang Oktober mitnehmen und sind uns im Klaren, was eine bestimmte Entwicklung für die Rohstoff- und Edelmetallmärkte bedeuten würde. Auch einzelne Gelegenheiten legen wir uns dazu schon zurecht.

Bei den fraglichen Terminen, werden wir dann eng dran sein, um sofort die richtigen Schlüsse zu ziehen. Wenn Sie das auch wollen und frühzeitig mitbekommen wollen, wie sich diese Sache entwickelt, stossen Sie doch zu uns dazu!

Ihr Hari

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Bernanke, Premium, Tesla und Solar – Das Jahr 2013 auf Mr-Market

Liebe Leser,

ein spannendes, ereignisreiches und erfolgreiches Jahr auf Mr-Market.de, nähert sich langsam der Zielgeraden.

Es war ein sehr erfolgreiches Jahr für uns auf Mr-Market. Gerade für die grossen institutionellen Anleger, war es aber teilweise auch ein schwieriges Börsen-Jahr.

Erfolgreich war 2013, weil uns der Markt eine grosse Zahl hoher Gewinne beschert hat.

Erinnern Sie sich noch, wie wir im Mai von Anfang an dabei waren, als die von uns intensiv beobachtete Tesla Motors Aktie, mit Macht abhob und sich innerhalb von 6 Monaten bis zum Hoch verfünffachte ? Oder wissen Sie noch, wo der Solarsektor oder 3D Systems am Jahresanfang standen, die uns eine Verdoppelung des Einsatzes ermöglichten ? Für Trader war 2013 ein Traum, selten habe ich so viele, so sensationelle Kursraketen erlebt wie 2013.

Schwierig war das Jahr aber auch und das weniger für Trader, sondern mehr für Investoren, die auf eine Diversifizierung ihres breiten Portfolios achten müssen und sich nicht erlauben können, Risiken und technische Überdehnungen einfach blind auszublenden.

Denn mit dem gnadenlos nach oben strebenden Markt, konnte man als breit aufgestellter Investor in 2013 nur mithalten, wenn man alle Risiken ignorierte und jeden Dip kaufte, sobald er auftrat. Rationale Vorsicht, Diversifizierung, Cashbestände, Absicherung und Hedging - all die Fähigkeiten, die einen guten Portfoliomanager auszeichnen - wurden in 2013 eher nicht belohnt, sondern bestraft. Ich habe selten so viele V-förmige Reversals gesehen, wie in 2013.

Und weil solche V-förmigen Reversals eigentlich ungewöhnlich sind und durch den Liquiditätsdruck der Notenbanken in 2013 immer wieder die natürlichen Schwingungen der Märkte kurz geschlossen wurden, haben sich auch so viele Portfoliomanager in 2013 schwer getan und hinken nach dem was ich lese und höre, hinter der Performance von DAX und S&P500 hinterher.

Das ist aber nach meiner Ansicht kein Grund sich zu grämen, denn absolute Performance-Zahlen sagen ohne Kontext sowieso nichts und damit zu klappern ist kompletter Humbug. Performance kann immer nur im Verhältnis zur Grösse des Depots, der Strategie und dem Zeithorizont betrachtet werden und muss vor allem im Verhältnis zum eingegangenen Risiko bewertet werden. Eine Strategie, die in 2013 vielleicht dazu führte, dass man bei geringerem Depotrisiko am Ende ein paar Prozent gegenüber dem DAX hinterher hinkt, wird beim nächsten Absturz - und auch der wird kommen - dafür sorgen, dass man diesem aus dem Wege geht.

Auch ich selber habe diesen Dualismus des Jahres 2013 in meinen verschiedenen Depots bemerkt. Während es als dem Trend folgender Trader in 2013 leicht war, den Markt zu schlagen - dafür sorgten eben die ganzen Kurs-Raketen ala Tesla und Co. - war es als auf langfristigen, sicheren Ertrag ausgerichteter Investor, mit breit aufgestelltem Portfolio, eher schwierig, mit DAX, S&P500 und Co. vollständig mitzuhalten.

Alles in allem war es aber ein tolles und vor allem historisches Börsenjahr. Die Notenbanken waren zwar schon immer wichtig, aber in meiner Erinnerung der letzten ca. 25 Börsenjahre, gab es kein Jahr, in dem die Notenbanken so dominant für die Marktentwicklung waren wie 2013.

Abgesehen vom Markt selber, war 2013 aber auch deshalb für Mr-Market ein erfolgreiches Jahr, weil der Start des Premium-Bereiches im April zu einem schönen Erfolg geworden ist, auf den ich sehr stolz bin.

Mr-Market ist damit einer der ersten rein privat betriebenen Blogs im deutschsprachigen Raum, dem die Professionalisierung gelungen ist und der sich damit von allerlei bunt blinkenden Bannern und der Dominanz SEO geprägter Klickzahlen emanzipiert hat.

Denn diese Dominanz von Klickzahlen und SEO im Internet, fördert nach meiner Meinung nicht die Qualität des Contents, sondern fördert eher marktschreierisches Gebaren und lautes mediales Geklapper, dass mit allerlei Schlagwörtern im Titel auf Leserfang geht. Die Relevanz des Contents steht dann oft im diametralen Gegensatz zur Bugwelle der Überschrift.

Mag dieses mediale Geklapper im Unterhaltungsbereich bei den Berichten aus den diversen Königshäusern ja noch problemlos sein, weil ausser Zeitaufwand kein Schaden entsteht, ist es aber im Börsenumfeld besonders tückisch, wenn sich Leser davon zu Handlungen treiben lassen. Denn Mitglieder von Mr-Market wissen: was jeder weiss und worauf sich alle vorbereiten, kann genau deswegen an der Börse nur schwerlich eintreten. Dafür sorgt die Reflexivität der Märkte.

Der Erfolg des Premium-Bereiches ermöglicht uns nun, intensiv und sachlich zu diskutieren, uns gegenseitig zu helfen und uns auszutauschen. Und gemeinsam zu lernen und unsere Techniken im Kampf mit Mr-Market zu verbessern.

Und "wir" ist dabei eine dreistellige Community engagierter Leser, von denen viele auch in den Foren aktiv sind und eigene Ideen beitragen. Es ist uns gelungen, eine Community zu etablieren, die von Fachkenntnis aber auch Respekt voreinander geprägt ist und von der alle nur profitieren können. Foren-Trolle und notorische Rechthaber sind hier nicht existent und das wird auch so bleiben.

Ich möchte daher bei dieser Gelegenheit allen Premium-Mitglieder herzlich für das Vertrauen und die Unterstützung danken, die Sie diesem Blog in 2013 gegeben haben ! Besonders gilt mein Dank aber den vielen aktiven Mitgliedern, die mit eigenen Beiträgen und teilweise auch eigenen Artikeln die Community nach vorne bringen und zu einem Ort machen, an den man gerne jeden Tag zurück kehrt.

Ich bin stolz darauf, Teil dieser Gemeinschaft zu sein und ich verspreche, in 2014 nicht nachzulassen und mit der gleichen Energie weiter am Erfolg von Mr-Market zu arbeiten.

Denn selbst wenn viele nun hier her gefunden haben und Mr-Market nun als ihre Börsenheimat verstehen, es könnten noch viel mehr sein. Denn der Bedarf an wirtschaftlich unabhängigen, seriösen und kompetenten Informationen und Anleitungen zu den Finanzmärkten ist immens. Das Hauptproblem ist eher, dass die Menschen nur schwer zu den wenigen Stellen in einem Meer von Informationen finden, die wirklich etwas zu sagen haben, das über die Nacherzählung der diversen Geschehnisse hinaus geht.

So weit zu einem tollen Jahr 2013. Und dieses tolle Jahr war für mich auch ein arbeitsames Jahr, zusammen mit meinen eigenen Aktivitäten am Markt, habe ich hier nun einen neuen Fulltime-Job, der mich auch oft noch spät in den Abendstunden schreiben und diskutieren lässt, wie die Premium-Mitglieder wissen.

Deshalb brauche ich jetzt auch einmal eine Auszeit und werde mir diese in der einzigen Zeit des Jahres nehmen, in der auch die Börse mal weitgehend ereignislos ist.

In der Zeit vom kommenden Samstag 21.12.13 bis einschliesslich dem 06.01.14, wird daher hier im freien Bereich nicht mehr viel passieren. Ich schliesse einen neuen Artikel nicht perse aus, rechnen Sie aber nicht damit. Ab 07.01.14 bin ich dann wieder voll da.

Im Premium-Bereich werde ich meine Aktivitäten auch deutlich herunter fahren, dort werde ich aber nach Lust und Laune vielleicht den einen oder anderen Kommentar oder Artikel schreiben und wir werden uns in der Community auch über den Jahreswechsel sicher intensiv im Forum austauschen. Gerade grundsätzliche Fragestellungen bespricht man ideal in dieser Zeit, in der man nicht permanent von der Hektik des Börsengeschehens getrieben wird. Und insbesondere die Frage, welche Aktien in 2014 zu den neuen Favoriten gehören dürften, ist ja hoch spannend.

Für den Dienstag 07.01.14 ist dann - zum Start des neuen Börsenjahres auf Mr-Market - auch gleich um 12 Uhr wieder ein "Lunchtalk" mit der Wirtschaftswoche geplant, vielleicht merken Sie sich diesen Termin schon einmal vor.

So, nun bleibt mir nur, Ihnen ein paar schöne Festtage zu wünschen und falls Sie nicht zu den Premium-Mitgliedern gehören, auch gleich einen guten Rutsch ins neue Jahr !

Machen Sie es gut und halten Sie die Ohren steif ! Wir lesen uns 2014 !

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 15.12.13 – 28.12.13

Premium gross

Hari Live - Archiv 15.12.13 - 28.12.13

Freitag 27.12.13 17:20 - Apache (857530, APA)

Einer geht doch noch. 😉

Und zwar weil Apache so ein schönes Beispiel ist, wie sich Chartstrukturen fortentwickeln und sich so auch die Sicht auf eine Situation ändert. Das ist auch völlig normal und richtig so, wir müssen geistig flexibel sein, denn eine Chartstruktur sagt etwas über die Gegenwart aus, kann sich aber in Zukunft immer ändern.

Am Freitag 20.12.13 15:50 habe ich hier über Apache geschrieben, dass das Chart nun attraktiv aussieht. Das war auch so, dann kam aber am 23.12. ein Einbruch, der das Bild verändert hat, im Stundenchart gut zu sehen:

Apache Stunde 27.12.13

Im Tageschart könnte nun das, was vorher wie eine klare Wende aussah, nur eine Bärenflagge sein und darunter liegen noch grosse Gaps und die 200-Tage-Linie, die den Kurs anzuziehen scheinen. Das Tageschart ist zwar nicht perse bärisch, aber überzeugend bullisch auch nicht:

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S&P500 und DAX – Korrektur oder Bärenfalle ?

Gestern war ein unschöner Tag an den Märkten. Es gab Gewinnmitnahmen quer Beet, beinahe keine Assetklasse war davon unbetroffen.

Und besonders bemerkenswert ist, dass der Leitindex S&P500 nun kurz davor steht, eine deutlich geformte Schulter-Kopf-Schulter Formation (SKS) auszulösen, die typisch für eine zumindest temporäre Topbildung ist:

S&P500 Stunden 12.12.13

Diese SKS haben wir hier im Premium-Bereich schon seit Tagen als relevante Möglichkeit verfolgt und sind insofern nicht überrascht. Die wirklich spannende Frage ist, durchschlägt diese nun die Nackenlinie nach unten und löst damit die Formation - nach dem klassischen Retest von unten - auch aus ? Die relevante Nackenlinie liegt dabei irgendwo etwas unter 1780 USD. Den exakten Verlauf der Nackenlinie kann man in der Regel erst dann endgültig festlegen, nachdem die Formation getriggert ist und Realität wurde.

Es wäre die erste deutlich bärische Formation, die im S&P500 seit langer, langer Zeit triggern würde und diese hätte insofern Bedeutung über den Tag hinaus.

Vergessen Sie aber bitte nicht, dass eine SKS nur dann einen statistischen Edge generiert, wenn sie wirklich ausgelöst wurde. Vorher ist es nur eine Möglichkeit und das ist (noch) die aktuelle Situation.

Denn wir sollten dieses Jahr nicht den gleichen Fehler immer wieder machen und nur aufgrund erster Warnzeichen sofort zu bärisch werden. Vorsicht ist gerechtfertigt, Panik und Kursschlussreaktionen aber nein !

Auf der Seite der Bullen gibt es nämlich auch gewichtige Argumente.:

Erstens die Historie, nach der die erste Dezemberhälfte ganz typisch für Schwäche und eine Konsolidierung ist, während die zweite Dezemberhälfte typischerweise sehr stark ist.

Zweitens die Tatsache, dass der Markt jetzt schon die Befürchtungen vor einem Tapering zur FED-Sitzung kommenden Mittwoch den 18.12. einpreist. Das schafft Raum für positive Überraschungen. Denn ganz ehrlich, ich persönlich wäre eher überrascht, wenn auf einer der letzten Sitzungen mit Bernanke als Chairman - Janet Yellen soll ab 01.02.14 die Führung übernehmen - und dann noch kurz vor Weihnachten, so eine weit reichende Entscheidung getroffen würde. Wohl wissend, dass der Markt seine Anpassungsbewegungen dann zum volumenarmen Jahreswechsel vollziehen müsste. Das ist mehr "Mut", als ich von der FED erwarte, die ja doch sehr vorsichtig mit dem Markt umgeht.

Drittens ist das was wir bisher gesehen haben, kein massiver Abgabedruck, sondern einfach Gewinnmitnahmen quer Beet. Und die sind als solche ganz normal. Warum sollte auch ein Investor, der nun auf 20% oder 30% Gewinn sitzt, davon nicht mal etwas mitnehmen und sich ruhige Weihnachten gönnen ?

Und letztlich und viertens zeigt auch das Tageschart des S&P500, dass hier nun Raum für eine Korrektur ist, aber der übergeordnete Aufwärtstrend sich noch nicht im Entferntesten in Gefahr befindet:

S&P500 Tag 12.12.13

Man kann Trendlinien auf vielfältige Arten und Weisen zeichen und es gibt nie "die" Trendlinie, denn sie sind keine objektiven Marken, sondern nur Visualisierungen einer Bewegung. Aber egal wie man zeichnet, eine Korrektur herab bis ca. um die 1720 im S&P500 wäre völlig normal, gesund und kein Grund zur Panik. Und natürlich wäre der DAX dann auch wieder deutlich unter 9000. Aber wäre das wirklich so schlimm ? Erinnern Sie sich noch, wie lange 8000 wie eine kaum erreichbare Marke aussah und wissen Sie noch, wann der DAX diese Marke überhaupt wieder geschafft hat ?

Was heisst das nun konkret für uns als Anleger:

Erstens ist es rational, wenn man auf Gewinnen sitzt, diese nun teilweise zu realisieren und es zum Jahresende mal gemütlicher anzugehen.

Zweitens ist es rational, nun Vorsicht walten zu lassen, sich genaue Stopmarken zu definieren, sich ein Risikomanagement zurecht zu legen und damit für den Fall gewappnet zu sein, falls der S&P500 tatsächlich herab bis 1720 zu korrigieren beliebt.

Drittens ist es rational, im Zuge dieser Vorsicht nun Positionsgrössen abzubauen und ganz generell Risiko aus dem Depot zu nehmen.

Irrational ist es aber, nun den grossen "Top" auszurufen, diesen Markt aggressiv zu shorten und generell in Panik zu verfallen. Dafür gibt es noch überhaupt keinen Anlass. Unterschätzen Sie nie die Kraft des Bullen.

Was hier gerade passiert, kann sehr wohl nur der Dip sein der erfrischt. Und genau im Januar, wo fast jeder der zwei Beine und zwei Arme hat nun von einer Korrektur ausgeht, kommt dann eine erneute Jahresanfangsrally. Genau genommen spricht die aktuelle Konsolidierung genau dafür, dass hier mal wieder einige diesen Bias der Jahresanfangkorrektur haben und ihr aus dem Weg gehen wollen. Sie wissen aber auch, dass das was alle erwarten und wo sich jeder darauf vorbereitet, am Markt eher selten passiert. Oder ?

Statt zu raten und uns von unseren Emotionen treiben zu lassen, lassen wir also lieber den Markt entscheiden. Jetzt sagt der Markt uns: etwas Vorsicht kann nicht schaden. Der Aufwärtstrend ist aber erst dann gebrochen, wenn er gebrochen ist. Und hat solange unseren Respekt verdient !

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Die Rohstoffe, das US Debt Limit und der US Dollar

19:25 Uhr. Die Rohstoffe und die damit verbundenen Trades, haben uns hier auf Mr-Market seit Anfang Juli viel Freude gemacht. Frühzeitig sassen wir in diesem Trade drin, der durch FED Chef Bernanke, aber auch bessere Wirtschaftsdaten aus China ausgelöst wurde.

Schon mehrmals habe ich Ihnen das Segment beispielhaft am ETF -> iShares Europe Basic Resources (WKN: A0F5UK) <- gezeigt, in dem unter anderem die Rohstoffriesen wie BHP Billiton (WKN: 850524) oder Rio Tinto (WKN: 852147) enthalten sind. Schauen wir also mal auf das aktuelle Chart mit Tageskerzen:

Basic Resources 26.09.13

Alles in Butter, kann man da nur sagen und man sieht, welch schöne Gewinne in dem Sektor seit Anfang Juli möglich waren. Der Trend ist eindeutig nach oben, nach Lehrbuch von höheren Tiefs geprägt und bisher nicht in Gefahr.

Und trotzdem werde ich nun etwas unruhiger und vorsichtiger, was den Sektor angeht. Und das hat zwei Gründe.

Erstens steuert der Sektor nun auf die Entscheidung zu, ob die seit Anfang Juli zu beobachtende Stärke nur eine Gegenbewegung im übergeordneten Abwärtstrend ist, oder ob es sich hier um eine grosse, langfristige Trendwende handelt. Beides ist immer noch möglich.

Auch das kann man anhand des obigen ETFs schön visualisieren, wenn wir das identische Chart von oben nun auf Wochenkerzen aufzoomen und damit einen Blick zurück bis 2009 bekommen:

Basic Resources Wochen 26.09.

Jetzt darf man bei so Branchen-ETFs, noch dazu in Euro notierend, solche Trendlinien nicht überbewerten. Denn letztlich gibt es unzählige Arten in den Sektor zu investieren und alle diese Arten stellen den gesamten Sektor dar und haben teilweise leicht unterschiedliche Charts, weil alleine durch die unterschiedlichen Darstellungswährungen Divergenzen resultieren.

Trotzdem ist dieses Chart typisch für die Lage des Sektors als Ganzes. Die Entscheidung ob das nur eine Gegenbewegung oder doch eine grosse, dauerhafte Wende wird, ist nicht mehr fern. Heisst aber auch umgedreht, es ist keineswegs gegeben, dass der seit Juli andauernde Aufwärtstrend so weiterläuft. Bisher haben wir diese Gewinne hier gelassen mitgenommen. Nun wird es Zeit weniger gelassen und weit aufmerksamer zu werden.

Noch mehr als dieser Umstand, treibt mich aber die Entwicklung beim US Dollar um, mit dem der Rohstoffsektor typischerweise invers korreliert ist. Ein schwacher Dollar bedeutet in der Regel starke Rohstoffaktien und umgekehrt.

Sie erinnern sich vielleicht an meinen Beitrag von Anfang Juli -> Das Ungeheuer Devisenmarkt <-, in dem ich Ihnen schon den gigantischen “Megaphone Pattern” gezeigt hatte, den ich mir nun, mehr als 2 Monate später, noch einmal anschauen möchte:

Dollar Index 26.09.13

Sie sehen im Chart deutlich, wie der Dollar durch die "No Taper" Überraschung der FED noch einmal massiv gedrückt wurde, nachdem schon vorher die Richtung sowieso nach unten zeigte. Sie sehen damit auch, was letztlich hinter der Stärke der Rohstoffaktien stand, nämlich ein Dollar, der genau zu Bernankes Rede Anfang Juli massiv zu schwächeln begann. Aktuell notiert EURUSD wieder um die 1,35 - wir hatten also eine mehrmonatige Phase des schwachen Dollars.

Und das ist auch, was mich nun zunehmend nervös macht. Für diesen schwachen Dollar, war die Reaktion der Rohstoffwerte in den letzten Wochen viel zu verhalten. Klar, rein vom Chart her ist der Trend intakt, aber ich betrachte die Unfähigkeit des Sektors im Lichte des seit "No Taper" noch schwächeren Dollars eine Rally hinzulegen, als klares Warnsignal !

Nun sieht man auf dem Chart auch, dass der US Dollar Index gerade vielleicht eine Bärenflagge ausbildet, an die sich dann ein letzter Schub anschliessen könnte, der den Dollar herab zur unteren Begrenzung des Megaphones bringen würde. Auslöser könnte eine höhere Nervosität vor der Debt Limit Problematik sein, schon heute hat man bemerken können, wie der Markt beginnt wieder auf das Gerede der Boehners (Republikaner) dieser Welt zu reagieren. Und die Angst vor einem Budgetstop unterminiert das Vertrauen in den Dollar, weswegen es den obigen Kurs weiter drücken sollte.

Dieser letzte Schub nach unten wäre dann sozusagen die letzte Phase, in der die Rohstoffe Unterstützung vom Dollar haben. Dann ist absehbar, dass Anfang Oktober erstens eine Lösung für die Debt Limit Problematik gefunden werden wird. Und zweitens ist absehbar, dass die "To taper or not to taper" Unsicherheit wieder kommen wird - die nächste FED Sitzung ist gewiss und durch das aktuelle Gerede der diversen FED Gouverneure wissen wir, wie umstritten die Entscheidung im September war.

Beide Ereignisse werden voraussichtlich den Dollar massiv stärken, weswegen die im Chart skizzierte Entwicklung gute Chancen hat. Und das Problem ist: wenn ein starker Dollar auf den Rohstoff-Sektor trifft, der bei einem schwachen Dollar schon zuletzt nicht mehr richtig weiter steigen wollte, dann erhöht das die Risiken im Sektor ganz erheblich. Das gilt übrigens auch ausdrücklich für Gold - die Unfähigkeit während einer Phase des schwachen Dollars wieder von der 1300 USD Linie wegzukommen, lässt mich skeptisch eine Augenbraue heben und erhöht die Risiken nach unten deutlich.

Soweit meine Logik, warum ich für den Rohstoffsektor nun wieder aufmerksamer und vorsichtiger werde. Bisher konnte man den Sektor ganz gelassen laufen lassen, zu klar war der neue Aufwärtstrend. Nun aber wird es kritischer.

Das heisst nicht, dass man nun sofort aussteigen muss. Der Trend zeigt immer noch nach oben und vielleicht bekommen wir auch den grossen Ausbruch über den langfristigen Abwärtstrend hinweg. Aber ich werde nach unten den Trades nun nicht mehr viel Platz gewähren und lieber ein paar Gewinne mitnehmen, als in dieser Phase der Unsicherheit zu aggressiv auf der Long-Seite zu stehen. Und auch die finalen Stops werden näher heran gezogen, um nun die Gewinne zu sichern. Denn wenn der Dollar massiv nach oben schiesst, kann es im Rohstoffsektor auch schnell nach unten gehen.

Soweit meine Sicht auf die Zusammenhänge. Ich hoffe es war für Sie hilfreich, um die Grosswetterlage im Sektor besser einzuschätzen.

Wenn Sie dieser Entwicklung nun regelmässig folgen wollen, auch um davon zu profitieren, dann lade ich Sie herzlich ein, zum Premium-Bereich der Mr-Market Community dazu zu stossen. Die weit überwiegende Mehrzahl der hier im Blog aktiven Leser ist schon dabei. Im Premium-Bereich besprechen wir diese Themen immer wieder und verfolgen gemeinsam die täglichen Volten von Mr. Market. Eine grobe Übersicht der letzten Artikel im Premium-Bereich, finden Sie im Blog rechts oben.

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 15.09.13 – 21.09.13

Premium gross

Hari Live - Archiv 15.09.13 - 21.09.13

Freitag 20.09.13 17:20 - Uff !

So. In Anbetracht der extrem anstrengenden Woche, mache ich jetzt meine Bücher zu. Ob ich heute hier noch etwas schreibe, ist auch eher unwahrscheinlich.

Wir sprechen uns im Forum und spätestens Sonntags bei den Sonntags Links.

Und an die deutschen Staatsbürger unter Ihnen:

Vergessen Sie bitte nicht zur Wahl zu gehen, wenn Sie nicht schon sowieso per Briefwahl gewählt haben.

Denn erstens - auch wenn es nur ein kleiner Einfluss ist - ist es der einzige Moment in 4 Jahren, an dem wir Bürger direkten Einfluss auf die wirklich wichtige Politik für unser Land nehmen können.

Und zweitens - wer glaubt er straft durch Nichtwählen irgend jemanden irrt. Denn die Parteien haben es geschickt eingerichtet, dass die Wahlkampfkostenerstattung anhand der Prozentzahlen umgelegt wird und nicht nach absoluten Wählern. Wer also nicht wählt, finanziert alle Parteien gleichermassen entsprechend der Stimmanteile. Warum sollte man das wollen ?

Also ... auf ins Wahllokal !

Und ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

Freitag 20.09.13 16:30 - Gold

Und schon sind wir bei 1339 USD in Gold. Bestätigung des unten gesagten. Dieses Spiel ist zumindest für mich im Moment nicht mehr berechenbar. Was logisch eine neutrale, beobachtende Position zur Folge hat.

Lassen wir die grossen Adressen das nun unter sich austragen. Die Entscheidung fällt endgültig bei dem Tief vom 07.08. und dem Hoch vom 28.08.

Wenn man einen Erklärungsversuch wagt, dann könnte es sein, dass es am Mittwoch Abend tatsächlich Goldman Sachs und/oder JP Morgan mit grossen Positionen auf dem falschen Fuss erwischt hat. Und diese nun unbedingt wieder aus ihren Verlusten raus wollen, zumal heute OpEx ist.

Mit normalen Marktbewegungen hat es auf jeden Fall nichts mehr zu tun, wenn ein Asset wie der GDX am Mittwoch unter extrem hohem Volumen 10% hoch gekauft wird, nur um dann sofort ins Reversal zu laufen. In einem normalen Markt würde die Käufer dieser 10% auf keinen Fall sofort wieder ihre Positionen abgeben. Da ist was unter der Decke im Busch, was wir nicht wissen.

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