Quartalszahlen Review KW18 2021



Wir stehen vor der letzten von drei Wochen intensiver Quartalssaison im 2. Quartal 21. Kommende Woche beginnt es zunehmend zu tröpfeln und braucht nicht mehr unsere uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Nur in Europa kommen dann noch allerlei namhafte Unternehmen, Europa hängt beim Berichtswesen ca. 1-2 Wochen hinter den US.

Aufgrund der Menge der Berichtsunternehmen kann ich nur eine Auswahl großer Namen herausziehen und muss vieles links liegen lassen, was eigentlich auch Aufmerksamkeit verdient hätte.

Das Video besteht aus einem 26-minütigen Review von 49 Aktien die in der KW18 berichten wie folgt:

CHGG, SEDG, IFX, ATVI, ROKU, DDOG, TWLO, NET, PYPL, MUV2, SQ, PFE, SHL, EXAS, CVS, CERN, MCK, BDX, NOVO_B, FRE, BRK_B, BABA, ETSY, EL, HEN3, ADS, UBER, BKNG, BUD, DPW, BATS, BG, LIN, GM, VOW3, BMW, SIEA, ETN, GEBN, XYL, RSG, AWK, D, ENB, COP, ALB, MOS, CCJ, GOLD

Ihr Hari

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Dies & Das 10.01.20



Das heutige Dies & Das behandelt keine neuen Themen, sondern drei Themen, die ich schon angesprochen habe, hier aber noch einmal in umfassender Form behandele.

Nicht jeder von Ihnen hat immer alles schon gesehen und gelesen, suchen Sie sich heraus, was Sie interessiert und lassen Sie sein, was Sie schon ausreichend kennen.

Warum Sie Gurus nicht hinterher laufen sollten

Das folgende Stück hatte ich im Kern schon am Dienstag zu Tesla (TSLA) im Forum. Es ist aber so grundsätzlich und so wunderbares Lehrmaterial, dass ich hier sicherstellen möchte, dass es auch die sehen, die nicht an Tesla interessiert sind.

Da gab es den "großen Investor" -> David Einhorn <-. Es gibt ihn immer noch, nur der Ruf ist nicht mehr der gleiche.

Berühmt wurde Einhorn für seine "bold calls", was bedeutet, dass er sich mit Überzeugung und großen Mengen Geldes hinter eine bestimmte Überzeugung bei Aktien gestellt hat. Long oder Short, beides war dabei, aber er war immer voll überzeugt und wich davon nicht ab.

Der Ruhm beruhte also darauf, dass Einhorn für viele einer der wenigen war, die "klüger als der Markt" waren. Im Nachinein sieht man eindeutig, der Junge hatte einfach Glück.

Denn dann begannen in den letzten Jahren die Wetten nicht mehr aufzugehen. Ein besonders prägnantes Beispiel war seine Milliarden Long-Position bei SunEdison (SUNE), hier ist das Chart von April 2016, kurz bevor Einhorn seine Anteile, oder genauer gesagt die Anteile seiner gläubigen Investoren, -> für ein paar Pennies verkaufte <-.

Das waren schon "Anfängerfehler", weil man stellt sich nicht bis in den Führerbunker gegen den Markt. Wobei für Einhorn war es kein Fehler, es war sein Erfolgsmodell, er war halt vermeintlich "klüger" als alle anderen und am Ende würde er Recht behalten. Pustekuchen!

Nun könnte man ja glauben, dass er nun Demut gelernt hatte, aber erneut Pustekuchen, bei Tesla (TSLA) - dieses Mal Short - erneut das gleiche Spiel.

Er ist fest davon überzeugt, dass Tesla Pleite gehen wird, weil er hat ja "die Bilanz gelesen", Sie wissen dass ich zu dieser Logik schon immer nur die Augen verdrehe.

Er leistet sich sogar massive, mediale Scharmützel mit Elon Musk, bringt also sein Ego voll "on the Line", so wie er das schon immer gemacht hat. Und nun soll er bei diesem Kursbild -> immer noch Short sein <-. Aua!

Keine Ahnung, wie viele Milliarden seine armen Anleger nun verloren haben, das dürfte schmerzhaft sein. Und wir sehen wieder den gleichen Fehler, der für ihn kein Fehler ist, weil wo er Recht hat, hat er eben Recht. Nicht unähnlich dem Telekom Aktionär von 2000. 😛

Für mich ist damit erwiesen, dass der Mann bei seinen früheren, erfolgreichen "Calls" einfach nur Glück gehabt hat. Es fehlt ihm an einer absoluten Grundlage erfolgreicher Anleger, nämlich sich rechtzeitig Fehler eingestehen zu können. Das hier ist auf jeden Fall nur mit zu viel Ego zu erklären.

Woran es ihm aber überhaupt nicht fehlt, ist die Fähigkeit auf Kosten anderer steinreich zu werden, denn mit seinen Fonds verdient er für seine "Management Leistung" natürlich trotzdem genug und diese "bold calls" sind einfach eine Masche, auf die schwache Anleger hereinfallen, die einfach einen starken Guru suchen, dem sie folgen können.

Das ist David Einhorn und dann haben wir da Jim Cramer. Der Junge hat eher einen zweifelhaften Ruf, weil er mit seinem "Mad Money" so klamaukig daher kommt und Dinge gerne ins Extrem zieht.

Dieser Jim Cramer hat sich auch über Musk ausgelassen, seine Tweets, seinen Streit mit der SEC, sein "Funding secured". Dann aber, als klar wurde dass Tesla liefert und er selber auch einen Tesla gefahren hat, wurde Cramer vom Saulus zum Paulus - er hat seine Meinung geändert und ist seit Anfang Dezember - gerade beim großen Ausbruch - -> ins Bullenlager gewechselt <-.

Heute redet er so über Musk und Tesla wie -> hier bei CNN <-: "I am believer. I am a believer because of what Musk accomplished".

Oder hier im Video:

Und wissen Sie was? Jeder naive Anleger, wird Cramer das vorhalten, der sei doch nur ein "Wendehals". Einhorn steht dagegen zu seinen Überzeugungen.

Das mag für das normale Leben eine sinnvolle Einschätzung sein, an der Börse ist es genau anders herum!

Einhorn macht Fehler, er will klüger als der Markt sein, das ist sein Geschäftsmodell, das ihn berühmt gemacht hat. Cramer folgt dem Markt und obwohl er ebenso wie Einhorn *öffentlich* gegen Tesla Position bezogen hat und damit seine Reputation ins Spiel gebracht hat, hat er die Kraft und den Intellekt diesen Fehler einzusehen und die Richtung zu wechseln!

Das respektiere ich, das ist eine Leistung! Cramer respektiere ich, das habe ich schon immer gesagt. Ein Einhorn ist dagegen einfach nur ein weiteres wandelndes Ego, das seine Fähigkeiten überschätzt und von schwachen Anlegern lebt, die Gurus zum Folgen brauchen.

Einem Mann mit der Denkstruktur von Cramer, würde ich im Zweifel, wenn er Vermögensverwalter wäre, mein Anlagegeld anvertrauen. Einem Einhorn nie und nimmer, der sein Ego mit meinem Ersparten pflegt.

Ich finde diese Botschaft absolut zentral, deshalb habe ich sie hier auch noch einmal heraus gearbeitet.

Und thematisiert habe ich das auch schon, im Artikel -> Warum Sie Gurus nicht hinterher laufen sollten <-.

Ausdrücklich auch nicht mir, ich will Sie hier zu Selbstständigkeit bringen. Es ist für Sie egal, was ich persönlich mache. Es ist für Sie wichtig, die Dinge selber "richtig zu machen", was immer das im Rahmen Ihrer Strategie bedeutet.

PS: Als Service-Statement: Ich gehe davon aus, dass der Kursspass bei Tesla nun für längere Zeit vorbei ist und der Kurs auf dem nun gefundenen Niveau mehr oder weniger seitwärts schaukeln wird, sozusagen zwischen 420 und 580.

Fahrende Wohnungen statt Autos

Wer meinen Artikeln in den letzten Jahren folgt weiss, dass ich schon länger mit Vehemenz argumentiere, dass die Veränderungen durch vollautonomes Fahren völlig unterschätzt werden, weil man - geistig in der Vergangenheit hängend - die "Fahrzeuge" weiter mit dem Blick heutiger Autos betrachtet. Also als lästige Pflicht um von A nach B zu kommen.

Das wird nicht so sein, im Gegenteil, vollautonome sich bewegende Vehikel werden eher fahrender Wohnraum sein, in dem man lebt und liebt und arbeitet.

Lesen Sie zum Beispiel aus -> diesem Artikel <- meine Argumentation vom letzten März, aber schon früher und öfter habe ich so argumentiert:

Also her mit dem autonomen Fahren!, das in meinen Augen *der* große Disruptor in der Mobilität werden wird. Nicht die Frage des Antriebssystems, die jetzt heiss diskutiert wird, verändert alles, sondern die Autonomität.

Ich habe darüber schon geschrieben, denn der Fehler der beim Thema gemacht wird ist, dass sich dieses autonome Fahren einfach als "Fahren" vorgestellt wird, also als heutige Autos die von alleine fahren.

Das ist ganz typisch für Umbrüche, wenn der Mehrheit die Phantasie fehlt die Chancen einer neuen Welt schnell zu erkennen. Sobald aber Fahrzeuge ohne unseren Eingriff vollautomatisch von A nach B fahren können, sind es keine Fahrzeuge mehr im herkömmlichen Sinne.

Es sind Orte des Lebens, in denen man arbeiten, schlafen, sich entspannen und Sex haben kann. Orte wie unsere Wohnungen auch, nur mit dem Unterschied, dass diese sich während wir arbeiten oder schlafen, von A nach B bewegen können.

Das wird Veränderungen auslösen, die weit über das hinaus gehen, was wir uns heute vorstellen. Das Parkproblem in Großstädten ist zum Beispiel dann einfach weg, weil ich vor dem Haus aus meinem Fahrzeug aussteige und ihm dann sage sich selber zu parken, was es auch in unterirdischen Wabensystemen selber tun wird, die durchaus zentral organisiert und ein paar hundert Meter entfernt sein können. Und wenn ich es brauche, rufe ich es wieder heran und es schnurrt in wenigen Minuten herbei.

Auch das "Tanken" kann übrigens ohne unser Zutun ablaufen, sobald man nicht mehr Stecker irgendwo mit Kraft hereinstecken muss, sondern das Laden über Induktion in Serie möglich ist - in diesen "Bodenwaben" zum Beispiel.

Entscheidend und brutal disruptiv wird es sich aber auf unsere Entfernungswahrnehmung auswirken und es wird die ganzen Lebenskonzepte der Menschen verändern. Eine Entfernung die ich im "eigenen Heim" im Schlaf durchmesse, ist für uns gefühlt wie "Beamen" und lässt den Raum weiter schrumpfen. In München ins Bett gehen und in Hamburg in den eigenen vier Wänden aufwachen - das wird die gefühlte Realität werden mit brutalen Auswirkungen zum Beispiel auf die ganzen Hotelketten, aber auch mit vielen, ganz neuen Geschäftsmodellen.

Aber auch in -> 2050 - Das Ende des ÖPNV <- war das Thema.

Bei Caravans haben wir schon erste Ausprägungen dieser Konzepte gesehen, aber auch bei normalen Autos setzen sich die Gedanken der Designer nun in die Richtung in Bewegung. Da gibt es offensichtlich auch andere, die die gleichen Gedanken denken, was ja nicht so verwunderlich ist. In der Masse und in der Politik ist das aber noch nicht angekommen, sonst würde man den ÖPNV nicht ausbauen, wo er sich perspektivisch eher seinem Ende nähert.

Schauen Sie mal, was BMW hier zur aktuellen CES vorstellt.

-> Interieur der Zukunft: BMWs fahrende Wohnzimmer <-

Jetzt denken Sie sich in 20-30 Jahren noch den Fahrersitz und das Lenkrad weg - Gurte braucht es mangels Unfallgefahr dann auch nicht mehr - und Sie haben einen echten Lebensraum, der Sie von München nach Paris bringt, ohne dass Sie das als "Reise" empfinden müssen.

Das ist auf vielfachen Ebenen disruptiv.

Pillepalle und neuzeitliche Flagellanten

Ohje, das Klimathema. Es hat sich ja schon abgenutzt, das ist der Nachteil dieser medialen Wallungen. Aber ich habe so viele schöne Sachen zum Thema gelesen, dass ich Ihnen das als Überblick nicht vorenthalten will.

Aber keine Sorge, das sind sozusagen meine umfassenden "letzten Worte" zum Thema für einige Zeit, bis es echte, neue Entwicklungen gibt. Mit dem folgenden, langen Text und seinen vielfältigen Links, ist umfangreich und erschöpfend gesagt, was ich sagen will.

Wenn Sie kein Neumitglied sind, wissen Sie schon, wo ich da stehe, da aber doch einige neue Mitglieder dabei sind, will ich mich Eingangs einordnen. In kurzen Worten stehe ich: "auf dem Boden einer seriösen Wissenschaft, die sich auch der eigenen Unzulänglichkeiten bewusst ist".

Also nicht auf dem Boden der Weltuntergangs-Propheten aus Potsdam oder sonstwo, die der Wissenschaft mit ihrem überzogenen Alarmismus einen Bärendienst erweisen. Auch auch nicht auf dem Boden bräsiger Ignoranten, die glauben objektive Daten einfach mit einer Handbewegung wegwischen zu können.

Ja, es gibt einen so schnellen Temperaturanstieg, dass er alleine aus natürlichen Gründen schwer, bis nicht zu erklären ist. Ja, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Mensch daran erheblichen Anteil hat. Ja, wir sollten so schnell wie möglich mit dem Verbrennen sedimentierter Biomasse der Erdgeschichte aufhören. Ja, dafür sollte man auch die eine oder andere "Erschwernis" in Kauf nehmen, das Ziel ist wichtig! Ja, Restzweifel sind zwar vorhanden und einiges ist noch nicht ausreichend verstanden, das ist aber aus dem Vorsichtsprinzip nachrangig, wir sollten auch handeln, wenn wir uns nicht ganz sicher sind.

Nein, unseren Kindern werden nicht die Füsse brennen. Nein, unsere Kinder haben sehr wohl eine große Zukunft, die ihnen nicht geraubt wurde. Nein, 3 oder 4 Grad mehr erfordern lokal schmerzhafte Anpassungen, machen die Welt aber im Saldo nicht zu einem weniger lebenswerten Ort. Nein, wir werden ohne die Kernkraft nicht schnell auf alle fossile Energieträger verzichten können, weil es eine belastbare Grundlast-Technologie braucht, die auch in Dunkelflaute eine Industrienation am Leben hält. Nein, Wetter ist immer noch kein Klima und die meisten medialen Aufreger derzeit einfach unwissenschaftlicher Quatsch.

Übrigens am Rande, zum Thema Kernkraft habe ich auch ein schönes Fundstück, lesen Sie mal "-> Animal life around Fukushima is thriving <-. Das passt doch gut zu meinen Erzählungen vom damaligen -> Bergrutsch von Mössingen <-. Wir werden alle sterben - not! 😛

So ungefähr kann man also meine Haltung beschreiben:
Aktive, rationale, zupackende Klimapolitik: Ja! Panischer Aktionismus und Weltuntergangs-Geschrei: Nein!

Das nur zur Einleitung und Einordnung, damit Sie nicht gleich für mich eine Schublade aufmachen, die bei diesem Thema ja vielfältig vorhanden sind. Aber es soll hier nicht um meine Haltung gehen, ich will einfach ein paar schöne Fundstücke mit Ihnen teilen.

Erstens einen schönen Artikel, der den Finger tief in die Wunde der Klima-Apokalyptiker legt:
-> Aufbruch statt Abbruch <-

Die Klimakrise ist der perfekte Boden für das Aufblühen aller möglichen Endzeit- und Umkehrbewegungen, ähnlich den Büßerbewegungen am Ende des Mittelalters. Sie sehen in der Zügellosigkeit und im dekadenten Wohlleben unserer Zeit die Ursünde, die zur ewigen Verdammnis der Klimahölle führt. Deshalb fordern sie den Bruch mit der expansiven Moderne und den Rückzug in eine selbstgenügsame Lebensform.

Sic! Und wehe uns, wenn wir diesen neuzeitlichen -> Flagellanten <- das Feld überlassen. Geschichte reimt sich eben. Die -> Salonkommunisten haben hier mal aufgeschrieben <-, wie oft die Welt schon untergangen ist.

Gleichzeitig - und das ist die andere Seite der Medaille - ist das was die deutsche Politik nun mit großem Tamtam beschlossen hat, lächerliches Pillepalle, wenn man davon ausgeht, dass der Mensch tatsächlich die Temperatur derart treibt, wie es nun scheint.

Machen wir doch mal ein Gedankenexperiment. Nehmen wir mal theoretisch an, dass der Mensch alleine die Schuld an einem Temperaturanstieg hat, der die Weltdurchschnittstemperatur schnell hebt. Ignorieren wir weiter die Tatsache, dass das kleine Deutschland alleine für die Welt überhaupt nichts bewirken kann. Folgen wir stattdessen dem Gedanken der "Vorbildfunktion" Deutschlands - am deutschen Wesen soll die Welt genesen. All das sei mal rein als Gedankenexperiment angenommen.

Unter dieser Annahme, ist das ganze politische Gewese rund um Pendlerpauschale, Kohleausstieg usw absolut lächerlich. Es gibt auch ein Leben ohne Pendlerpauschale und auch ohne Verfeuerung fossiler Brennstufe, man muss dann aber mal konsequenter denken. Dann darf es keine Denkverbote geben. Dann geht es darum, die Atomkraft als einzige klimaneutrale Grundlastenergie schnell wieder hochzuziehen und in der Übergangszeit neben den erneuerbaren Energien, das vergleichsweise "saubere" Gas deutlich zu fördern. Dann geht es auch darum, das Prinzip der wirtschaftlichen Agglomerationen - in die alle pendeln - wieder umzukehren und die Arbeit wieder zu den Wohnorten der Menschen in der Fläche zu bringen. Und dazu braucht es brilliante Internet-Verbindungen und ein Ende der Pendlerpauschale, die letztlich ein Zersiedelungsbonus ist. Und es braucht viele andere Maßnahmen abseits von Pillepalle.

Fliegen ist mit teilweise zweistelligen Preisen dann tatsächlich viel zu billig und müsste drastisch teurer werden. Mal eben zum Urlaub nach Antalya oder an den Ballermann jetten, ist dann für die Mehrheit nicht mehr, auch das kann man aber aushalten, das Leben ist auch ohne schön und war so bis in die 70er Jahre auch ganz normal ohne Urlaubsflüge. Eine "Klimarebellin" Carola Rackete wird zwar auch bei höheren Preisen erneut wie diese Weihnachten -> ins menschenleere Patagonien reisen <-, weil bei wohlhabenden Eltern ist das kein Problem. Bestimmt ist sie aber klimaneutral durch den Südatlantik geschwommen. Und selbst wenn es Schiff und Bus waren, die blasen auch jede Menge durch den Schornstein. Wofür? Viel fällt mir zu dieser widerwärtigen Doppelmoral nicht mehr ein.

Und ja, sicher wird diese Anpassung dann weh tun, dem einen mehr, dem anderen weniger, aber wir werden das als Gesellschaft locker überleben können - es gibt Schlimmeres, Krieg zum Beispiel, und man hat vor 50 Jahren auch ohne Pendlerpauschale gut gelebt. Wir brauchen die Verbrennung von Kohle und Öl nicht und von Gas nur in einer Übergangszeit. Und die Verbrennung von Holz wie im Mittelalter, brauchen wir schon gar nicht. Wir brauchen aber Atomkraft, auch das wird für manche schwer zu akzeptieren sein. Denn wenn wir billigen Strom ohne Begrenzungen haben, lassen sich alle Heizerfordernisse auch ohne fossile Energiequellen regeln.

So hat eben jeder sein Thema, bei dem er über den Schatten springen muss, wenn wir wirklich von Pillepalle weg wollen und die obigen Annahmen als richtig betrachten. Wenn man das also ernst nimmt, darf es nicht bei diesem Pillepalle bleiben. Oder man nimmt die Analyse nicht ernst, dann kann man sich dieses ganze Gewese aber sparen. Das Eine oder das Andere, nicht aber das aktuelle Klein-Klein, das nur unsinnige Kollateralschäden erzeugt und das Land lähmt, statt es zielgerichtet zu aktivieren.

Erneut, damit das nicht in den falschen Hals kommt, ich sage ja nicht, dass dieser Reduktionsansatz der richtig Weg ist oder ich den Annahmen des Gedankenexperiments vollständig folge, ich will nur zeigen, was Konsequenz bedeuten würde. Denn das was aktuell politisch passiert, ist egal aus welchem Blickwinkel betrachtet, einfach nur unproduktiv und politische Selbstbefriedigung.

Nun ordnen wir das aktuelle Klimageschehen doch aber auch mal erdgeschichtlich ein. Zwei schöne Artikel habe ich dazu im Spektrum der Wissenschaft gefunden, die beschreiben, was auf diesem Planeten zum Thema Klima "natürlich" ist.

Hier ist der Erste aus 2003:
-> Klimakapriolen der Kreidezeit <-

Zitate:

Unser heutiges Wissen über kurzfristige Veränderungen im Weltklima und ihre Ursachen stützt sich zum großen Teil auf Erkenntnisse über natürliche Klimaschwankungen während der vergangenen 2,5 Millionen Jahre. Dieser Zeitraum ist jedoch keineswegs typisch für die Erdgeschichte. Wir Menschen leben seit dem Auftauchen unserer Gattung in einer "Eishauswelt", deren Klimadynamik eng mit dem raschen Auf- und Abbau ausgedehnter Gletscher in hohen Breiten verbunden ist. Entsprechend herrscht zwischen den Polen und dem Äquator ein relativ steiler Temperaturgradient. Während mindestens der Hälfte der letzen 540 Millionen Jahre – der Zeit, in der es höheres vielzelliges Leben gibt – war die Erde dagegen eine Treibhauswelt mit eisfreien Polkappen und geringen Temperaturunterschieden zwischen hohen und niedrigen Breiten.

Auf dem Höhepunkt der Entwicklung vor etwa 94 Millionen Jahren – am Übergang zwischen den Kreidestufen Cenoman und Turon – lagen die durchschnittlichen Lufttemperaturen um 7,5 bis 8,5 Grad Celsius höher als heute. Das ergibt sich aus globalen Klimamodellen. Die Temperaturverhältnisse im Ozean lassen sich dagegen aus dem Mengenverhältnis der Sauerstoff-Isotope in kalkschaligen Einzellern (Foraminiferen) rekonstruieren. Längs des Äquators herrschten damals im oberflächennahen Wasser im Mittel fast 34 Grad.

Lesen Sie das mal. Übrigens hat in der Kreidezeit der Planet vor Leben gebrummt, nie war die Biomasse höher. Diese Biomasse holen wir ja gerade als Öl und Gas aus der Erde. Ein Effekt des CO2, den wir ja auch jetzt anhand der steigenden Begrünung der Welt sehen können.

All das war völlig natürlich, dass die Dinosaurier sich "die Füße verbrannt haben", ist dagegen nicht überliefert. 😛

Nun aber ein ganz anderer Artikel zum Gegenteil aus 2019:
-> Die letzte Zuflucht des Lebens <-

Zitate

Die Erde vor etwa 700 Millionen Jahren: Die schwerste Vereisungsperiode in der Geschichte des Planeten hat Land und Meer gleichermaßen zu Wüsten gemacht. Auf den Kontinenten herrschen Frost und Dürre, in die weitgehend zugefrorenen Ozeane gelangte kaum Sauerstoff – Letzteres zeigen Isotopendaten aus Gesteinen jener Zeit. Gleichzeitig allerdings blühte in diesem als Cryogenium bezeichneten Zeitabschnitt, auch das zeigen Versteinerungen, das erste komplexe Leben, weltweit bildeten schwammartige Organismen Riffe, die ohne Sauerstoff nicht hätten existieren können.

Autsch. Im Zweifel dann doch lieber Kreidezeit und 8 Grad mehr, oder?

So .... wenn ich das nun im öffentlichen Raum schreiben würde, würden manche gar nicht mehr weiterlesen und nur noch "Klimaleugner!" plärren. Und "steinigt ihn, er hat Jehova gesagt!"

Wissenschaftliches Faktum ist, dass das die natürliche Bandbreite ist, die dieser Planet ganz alleine drauf hat. Und dass die Pole wie aktuell vereist sind, ist keineswegs der Normalzustand auf diesem Planeten, -> wir leben in einer ausklingenden Eiszeit <-. Und genau das ist wissenschaftlich, nicht das Gefasel von einer "brennenden Erde". Und Menschen sind trotzdem auf diesem Planeten entstanden und auch all die aktuelle, so "bewahrenswerte" Natur, basiert auf diesen viel wärmeren Zeiten. Wir alle stehen sozusagen evolutionär auf den Leichen dieser Zeitalter.

Richtig ist trotzdem, dass die Temperatur - vermutlich auch aufgrund menschlichen Einflusses - derzeit recht schnell steigt. Die -> Daten zum Beispiel der NASA sind eindeutig <-.

Und richtig ist auch, dass es völlig unabhängig von Klima-Erwägungen, schon für sich alleine viele gute Gründe gibt, so schnell wie möglich von den fossilen Brennstoffen wegzukommen und diese alten Sentimente der Biomasse ua der Kreidezeit, nicht mehr in die Atmosphäre zu blasen.

Schon alleine weil wir es besser können, als diesen Dreck zu verbrennen, sollten wir also damit aufhören.

Aber für Weltuntergangsrhetorik, für Geschichten von brennenden Füssen, dafür kleinen Kindern Angst zu machen, dass sie keine Zukunft mehr haben ... dafür gibt es keinen Grund.

Dabei sollte doch offensichtlich sein, wie unsere auf das Lokale fokussierten Gehirne derzeit mit medialem Alarmismus manipuliert werden sollen. Schon immer hat es auf der Welt Naturkatastrophen gegeben, irgendwo ist auf einer großen Welt statistisch immer "der heisseste Tag", "der schwerste Sturm", "der meiste Schnee", "die größten Brände" oder was immer sie wollen - auch ganz ohne Temperaturanstieg im Mittel. Schon immer stand das in der Zeitung und weil es uns nicht betraf, haben wir es aber beiseite gelegt. Nun wird es aber heraus gehoben und permanent medial mit Weltuntergangs-Angst aufgeladen und mit Bärchen oder Bienen zur Emotionalisierung versehen, damit wir "haarlose Affen" dabei etwas spüren und Panik bekommen.

Man kann sogar argumentieren, dass diese Manipulation einen Sinn hat, weil wir "haarlose Affen" eben nicht in der Lage sind, langsame und systemische Veränderungen wie das Weltklima zu erfassen und diese daher politisch einfach ignorieren würden. Da ist was dran, solange Temperaturen reine Statistik in Tabellen bleiben, zuckt die Masse der Menschen die Schultern und macht gar nichts. Auch was die Armut der Welt angeht, bringen erst traurige Kinderaugen auf Spendenplakaten unser Blut in Wallung.

Wir sind eben für das Reagieren auf das direkte Umfeld einer Savanne "ausgemendelt" und nicht für die Wahrnehmung globaler, systemischer Entwicklungen. Und deshalb steckt Sinn darin, dass man solche wichtigen, systemischen Entwicklungen auch mal emotionalisiert und damit überhaupt erst erlebbar macht. Man kann es dabei aber auch übertreiben und bewirkt dann das Gegenteil - eine Abstumpfung - zumal man damit der Glaubwürdigkeit der berechtigten Sache schweren Schaden zufügt.

Und genau das passiert, wenn alles zu "Klima" gemacht wird, was bei Drei nicht auf dem Baum ist. Der schneereiche Winter letztes Jahr bei uns, wie der schneearme Winter dieses Jahr und als aktueller Aufreger australische Buschbrände, die es schon immer gab, die dieses Jahr halt besonders stark sind, durch den Klimawandel durchaus gefördert werden, aber auch mit vielen anderen Parametern, sonstigem menschlichen Einfluss und auch Zufall zu tun haben - viele Faktoren überlagern sich halt. Währenddessen herrschen in Alaska Minus 50 Grad und woanders fällt der stärkste Dauerregen seit Beginn der Aufzeichnungen, das kann man bestimmt auch irgendwie ausschlachten.

Vor allem wirkt in unseren Köpfen dieser Mechanismus, den Michael Batnick -> hier <- so schön für die Börse aufzeigt. Wir überbewerten einzelne Risikomeldungen und übersehen dabei die graduelle Verbesserung. Wir starren also auf Australien, sehen aber nicht die vielfältigen positiven Effekte, die steigende Temperaturen in anderen Teilen der Erde haben, weswegen der globale Saldo höherer Temperaturen keineswegs nur negativ ist. So sind unsere Menschenhirne halt, immer darauf gepolt, den Löwen im Busch der Savanne zu erkennen. Am Ende resultiert bei globalen, systemischen Fragen daraus eine Wahrnehmungsverzerrung mit negativen Folgen. Entweder ignorieren wir oder fallen alarmistisch in Panik, die Ratio dazwischen hat es schwer.

Am Ende schadet dieser ganze, völlig überzogene Alarmismus der durchaus berechtigten Sache, die Menschen der Welt erstmals für eine langsame, globale Entwicklung zu sensibilisieren, die man eben im direkten persönlichen Umfeld *nicht* erfahren kann und abstraktes Denken erfordern würde. Er stumpt ab und ruft Abwehrreaktionen hervor, zumal wenn man dann mit den religiösen Logiken der neuen Flagellanten konfrontiert wird, die ihr Weltbild aus dem mittelalterlichen Dogma einer begrenzten, statischen Welt beziehen, die nach "Gottes Willen" genau so geschaffen sein soll, wie sie nun gerade zufällig ist.

Wie hat der Klimaforscher Hans von Storch zuletzt so schön im Fernsehen gesagt:
"Viele Kollegen haben von diesen Übertreibungen die Schnauze voll."

Oh Gott, er hat Jehova gesagt! Steinigt ihn!

Es gibt nur einen Weg in die Zukunft, der uns im globalen Maßstab vom Verbrennen der fossilen Energieträger befreit und uns trotzdem als Menschheit weiter voran schreiten lässt. Und das sind nicht die feuchten Träume der neuen Flagellanten, sondern Fortschritt, Forschung, gedankliche Stringenz und konsequentes Handeln.

Denn neue Konzepte und Technologien, die das Alte beerdigen, werden sich nur dann global durchsetzen, wenn sie allen einen Vorteil verschaffen und alle sie haben wollen! Moralischer Rigorismus funktioniert nicht, wenn die vitalen Interessen der Menschen der Welt in eine andere Richtung gehen.

Eine "saubere" Welt ohne Luft- und Wasserverschmutzung und ohne fossile Emissionen ist eindeutig möglich - schon heute. Aber nur mit Fortschritt, nicht mit einer Begrenzungs- und Verzichts-Ideologie, die schon alleine deshalb amoralisch ist, weil sie aus der Sicht des satten Europas, Milliarden Menschen in der dritten Welt den Aufstieg zu Wohlstand verwehrt. Das werden die aber sowieso nicht mit sich machen lassen, weil die andere Sorgen haben, als nach Patagonien zu fliegen. Weswegen die ganze Begrenzungs-Logik der Flagellanten, von vorne herein zum Scheitern verurteilt ist - die Armen der Welt werden dieses Spiel einfach ignorieren!

Wir brauchen bessere Lösungen und Energieformen, als die aktuellen. Die setzen sich dann von ganz alleine durch. Nur so kann sich etwas ändern.

Wir brauchen Fortschritt und Zukunftsmut.

Packen wir es an!

Ihr Hari

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Quartalszahlen Review KW45 2019



Die Quartalssaison des 4. Quartals 2019 hat den Höhepunkt überschritten, in der KW45 berichten aber noch jede Menge interessante Unternehmen, auch der 2. Reihe.

In nun schon bewährter Tradition, bespreche ich hier mit Ihnen in ca. 30 Minuten die mittel- und langfristige charttechnische Lage bei 25 namhaften Aktien, die in dieser Woche Zahlen liefern.

Besprochen werden, in der Reihenfolge wie folgt:
RACE, WTR, BHC, EVBG, BDX, REGN, NEM, IMB, ORP, QCOM, CVS, BMW, ADS, HUM, CYBR, DIS, SIE, DTE, ZURN, ATVI, PLNT, LHA, RHM, ALV, ENB

Ich stelle diesen Quartalszahlen Review erneut schon heute am Montag ein, direkt nach dem Wochenausblick, damit Sie Zeit haben das Video anzuschauen. Am morgigen Dienstag kommt dann kein Vormittagsartikel, das ist sozusagen dieses Video hier.

Ihr Hari

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Vormittagslage 31.05.19



Guten Morgen am Brückentag!

Der gestrige Handelstag an der Wallstreet, brachte keine belastbaren Signale, man konnte gleichermassen negativ argumentieren, dass kein Bounce zusammen gekommen ist, wie auch positiv, dass die Bären aber kein Downside-Momentum mehr entfalten konnten:

Eigentlich bin ich also mit der Erwartung ins Bett gegangen, Ihnen heute von einer gegenüber gestern unveränderten Ausgangslage schreiben zu können. Einem Markt am Abgrund und am Scheideweg, der aber so überverkauft ist, dass ein kurzfristiger Bounce gute Chancen hat.

Aber dann kam "The Donald" mal wieder. Ätzend.

-> Trump verhängte Strafzölle in der mexikanischen Migrationsfrage <-

Und das ist keine Kleinigkeit und hat das Potential, dem sowieso am Abgrund eiernden Markt nun das Rückgrat zu brechen.

Warum? Was ist das Problem?

Das Problem sind nicht 5% Zoll auf einen Handelspartner der zweiten Reihe, das würde bei der Börse nur ein Schulterzucken hervorrufen.

Das Problem ist, dass Trump hier zum ersten Mal Zölle als politisches Druckmittel abseits einer reziproken Handelsthematik einsetzt. Was eine erhebliche, strukturelle Eskalation seines Verhaltens darstellt.

Machen wir uns klar, dass man bei aller Diskussion um die Richtigkeit der Vorgehensweise gegenüber China, es da nur mit einer im Kern legitimen Reaktion in einem Handelskonflikt zu tun hat. Die eine Seite verhält sich aus Sicht der anderen Seite im Handel unfair, also werden im Handel Gegenmassnahmen ergriffen. Das hat Logik und bleibt im Bereich der Verhältnismässigkeit der Mittel.

Auch da kann man anderer Meinung sein, ob das nötig ist, aber es ist eben eine Reaktion im Kontext des Disputes und daher legitim. Zölle aber als Waffe in anderen politischen Disputen einzusetzen, hat einen völlig anderen Charakter. Das wäre weitergedacht so, als wenn eine Seite in einem Zolldisput dann auch Panzer auffahren würde.

Mit Trumps Reaktion wird also der Handelskontext verlassen und das ist hoch problematisch und ich gehe davon aus, dass viele Marktteilnehmer das auch so wahrnehmen werden.

Und es gibt einen weiteren Aspekt, der dem Markt Sorgen machen muss und wenn der sinkt, zu scharfen Abgaben ala Dezember 2018 führen könnte.

Und das ist die Tatsache, dass Trump es sich genau deswegen traut, weil die Märkte bisher so vergleichsweise ruhig und gelassen agieren.

Er glaubt nur deshalb Zölle als Waffe einsetzen zu können, weil es ihm innenpolitisch bisher nicht schadet.

Was aber umgedreht bedeutet, dass ihm eine genervte Wallstreet erst deutlich den Arm umdrehen muss, wie sie im Dezember letzten Jahres auch Powell den Arm umgedreht hat. Und das heisst, dass die Kurse nun deutlich fallen müssen.

So kann man Trumps Aktion lesen und ich denke, es wird einige Martkteilnehmer geben, die das auch so lesen.

Gleichzeitig ist aber die große Schwierigkeit nun, dass der Markt schon ohne diese Aktion reif für einen Bounce war und es nach einem heutigen Abverkauf noch mehr sein wird.

Zusätzlich steht der US Markt wirklich an der Kippe, den Blick auf den S&P500 kennen Sie, ich zeige Ihnen hier mal den Future des NASDAQ100:

Wir sehen, es spricht einiges dafür, dass der Markt hier kurzfristig erst einmal nach oben abprallt. Aber wenn er durchfällt, hat er viel Luft und wenig Halt darunter.

Das ist die Lage des heutigen Tages und es gibt *nichts*, absolut *nichts*, was uns heute vormittag zuverlässig indizieren kann, wie der Markt das im Wallstreet-Handel verdaut.

Wie oben gesagt, wirtschaftlich gesehen sind diese 5% auf Mexiko eher nebensächlich, aber die politischen Implikationen sind immens und die Frage wird sein, ob die großen Adressen darauf reagieren oder erneut Schultern zucken und dem immer noch vorherrschenden Bias weiter folgen, nachdem das alles nicht so schlimm wird und sich am Ende doch die Vernunft durchsetzt.

Heute wird also eine wegweisende Session. Zwischen plötzlicher Rally wenn die Nacht am Dunkelsten ist und einem markanten Einbruch, weil dem Markt das Rückgrat gebrochen wurde, erscheint alles möglich!

Ich kann und werde heute wie angekündigt trotzdem keinen Stream schreiben, weil ich am Nachmittag eben schon andere Verplichtungen eingegangen bin. Ich kann nicht alles immer umstellen, weil Trump über Nacht mal wieder die Dinge auf den Kopf stellt.

Letztlich kann ich auch nicht viel beitragen, weil wir müssen nun wirklich abwarten, ob sich die hoch kritischen, bärischen Implikationen, oder die technische Überdehnung im bullischen Sinne durchsetzen werden.

Vielleicht kommt ja auch gleich wieder ein Tweet um eine negative Interpretation zu konterkarieren, hier erscheint alles möglich und eine verlässliche politische Grundlage ist nicht mehr vorhanden.

Nebenbei gesagt, mit den deutschen Autobauern und ihren Werken in Mexiko, kann man auch schnell die ersten Kollateralschäden identifizieren, -> hier <- zum Beispiel BWM mit einem Werk, das dieses Frühjahr erst in Produktion gehen sollte.

Und das Chart von BMW sieht vorsichtig gesagt "not pretty" aus:

Was natürlich auch dem DAX einen wichtigen Schlag gibt und ihn nun potentiell doch aus der Unterstützung nach unten herausfallen lässt:

Fazit:

Trumps nächtliche Aktion hat erhebliche Implikationen über die eher nebensächlichen 5% hinaus, weil damit die Reziprokität von Handelsdisputen verlassen und Zölle als politisches Kriegsmittel bei vom Handel unabhängigen Themen eingesetzt werden.

Wenn man darüber nachdenkt was das bedeutet, rechtfertigt das durchaus einen signifikanten Risikoabschlag der Börsen. Auch die Aussichten für die Verhandlungen der EU mit Trump werden dadurch schwer überschattet, wir denken nur an Drohungen, die im Zusammenhang mit einem Unterlaufen der Iran-Sanktionen in Richtung Europa schon ausgestossen wurden.

Gleichzeitig wird das Gummiband der Märkte durch die heutigen Abgaben aber so weit nach unten gedehnt, dass ein plötzlicher "Snapper" nach oben nun jederzeit einsetzen kann - es braucht nur den berühmten Tweet.

Wer das als Trader handeln will, kann das tun, es bestehe Opportunitäten in alle Richtungen. Die Investoren unter uns, sollten sich dieser unsicheren und volatilen Lage aber nicht aussetzen und sich mit dem (hoffentlich) hohen Cash-Anteil tief eingraben und die Füsse still halten.

Es gibt aus mittelfristiger Sicht heute nichts zu tun, wir müssen akzeptieren, dass wir erst vom Markt ein Signal brauchen, für welchen der beiden Pfade er sich nun kurzfristig entscheiden will. Die mittel- und langfristige Lagesicht habe ich erst gestern dargestellt und bleibt unverändert gültig.

Ich wünsche heute viel Erfolg, für mich war es das diese Woche hier was Artikel angeht. Ins Forum schaue ich natürlich immer mal wieder rein.

Kommende Woche ist dann die letzte Woche vor den zweiwöchigen Pfingstferien und bringt die Arbeitsmarktdaten und eine EZB Sitzung.

Ihr Hari

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China & Quartalszahlen KW19 2019


Eigentlich konnte man mit einer ruhigen Handelswoche rechnen, dann kam völlig überraschend Trump am Sonntag Abend.

Von außen ist Trump jetzt wieder der Böse, der die schöne Harmonie stört. Ich vermute da ganz andere Probleme dahinter, die eher im kulturellen Bereich angesiedelt sind und mit einer Hinhaltetaktik der Chinesen zu tun haben.

Darüber spreche ich im Video und dann noch über 10 Aktien wie folgt:

BATS, KHC, ORP, BMW, EA, IFX, DIS, CON, RHM, ZURN

Ihr Hari

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Was jetzt nach oben will


Mit dem heutigen Video versuche ich eine Frage zu adressieren, die viele nun in sich drin haben dürften. Es ist die Frage, wie man nun zum Jahresende noch optimal profitiert, was kauft man also, wenn man in einem nach Powell und G20 steigenden Markt noch etwas zum Jahresende mitnehmen will?

Mir fällt dabei immer wieder auf, dass dabei wesentliche Elemente einer rationalen Entscheidung ignoriert werden, so zum Beispiel der ganz entscheidende Zeithorizont. Denn wenn ich die nächsten 3 Wochen die optimale Performance erzielen will oder mir nun für das nächste Jahr die besten Investment-Aktien ins Depot legen will, wird das unterschiedliche Ergebnisse produzieren.

Aber auch die besondere Lage des Sektors sowieso die relative Stärke in der Markttechnik, sind wichtige Parameter die man im Auge behalten sollte.

Statt das theoretisch auszuführen, zeige ich Ihnen im Video konkrete Beispiele um den Punkt zu machen. Es ist dabei ein wenig zur "Predigt" geworden, wer schon lange dabei ist, sollte da keine Überraschungen finden. Wie von Ihnen ja aber immer wieder bestätigt, haben aber auch wiederholende Predigten ihren Wert. 😉

Ich wünsche gute Erkenntnisse!

Ihr Hari

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Überraschung!



Guten Morgen!

So schnell kann es gehen. Da habe ich gestern in der Mitte des US Handels doch echte Zweifel entwickelt, der Markt sah aber auch wirklich so aus, als ob er trotz jeder Menge guter Zahlen seine Kraft nach oben verliert und das ist dann oft Vorbote einer Korrekturbewegung.

Aber schon innerhalb der folgenden Stunde begann der Markt dann doch zu steigen, so als ob er ein "Hallo Wach" bekommen hätte und ab ca. 21:30 Uhr schoß der Markt dann nach oben:

Der Grund dafür ist klar und eindeutig, es ist die Überraschung rund um eine Einigung zwischen US und EU in Sachen Handel. Und das war eine echte Überraschung, damit hatte wohl niemand mehr so gerechnet, mich eingeschlossen.

Selbst die Bewegung ab 21:30 Uhr beruhte aber darauf, dass da was aus der Trump-Administration gesickert sein muss, denn was hatten wir armen "Retail-Anleger" denn? Wir hatten die überraschende Ankündigung einer Pressekonferenz - nicht mehr!

Klar, das kann man im Sinne einer Einigung interpretieren, aber es kann auch anderes bedeuten. Und führt das alleine zu so einer zielsicheren Rally, die dann durch die Realität einfach bestätigt wird?

Wohl kaum, ich behaupte das "Big Money" hat zumindest ab 21:30 MEZ gewusst was gespielt wird, zu viele Leute sind auf US Seite beteiligt und zu stark sind die Bande zwischen den Handelnden und den großen Institutionen.

Es reicht doch schon, so jemandem der da verhandelt persönlich nahe zu sein und der muss nur ein "sieht gut aus" nebenbei loslassen und schon hat das Auswirkungen. Es braucht also gar keinen "Insiderverrat", es reicht die Leute zu beobachten, denen man sowieso nahe ist und man ahnt was passiert.

Ich gehe deshalb auch davon aus, dass schon die Bewegung ab Mitte des Handels damit zu tun hatte. Da gab es wahrscheinlich Infos, mit welchen Absichten die US Delegation in die Verhandlungen gegangen ist. Denn da muss schon klar gewesen sein, dass es auf eine Einigung zusteuert.

Womit wir bei der Frage sind, was da nun wirklich verhandelt wurde?

In meinen Augen muss man die Girlanden wie Sojabohnen und Energie wegwischen, die dienen nur dazu Trump bei seinen Wählern gut aussehen zu lassen. Wenn man diese Girlanden aber wegnimmt, ist eigentlich nichts passiert, als schöne Absichtserklärungen. Man ist wieder da, wo man zu Obamas Zeiten mit dem Grundansatz TTIP schon mal war.

Was in meinen Augen also wirklich stattgefunden hat, ist eine grundlegende strategische Anpassung, die die Trump-Administration vorgenommen hat. Ich kann das nicht anders interpretieren, als dass man erkannt hat, sich die EU im Kampf gegen China besser an die Seite zu holen, statt einen Zweifrontenkrieg mit den beiden größten Handelspartnern gleichzeitig zu führen - EU und China.

Ohne eine solche strategische Neuausrichtung der US Seite - die sinnvoll ist und bei der ich mich gewundert habe, warum das nicht gleich so gemacht wurde, Zweifrontenkriege waren noch nie eine gute Idee - hätte es gestern Abend auch kein "Friede, Freude, Eierkuchen" Event gegeben.

Und damit sind wir wieder beim Markt, denn diese Absicht, mit dieser strategischen Wendung in die Verhandlungen zu gehen, ist sicher schon vor dem Treffen gesickert, denken Sie nur an all die Kontakte die ein Mnuchin oder Kudlow haben. Erneut, da muss gar nichts im justiziablen Sinne an Infos fliessen, wer diesen Menschen nahe genug ist, bekommt es mit und wenn man nicht völlig verblödet ist, ist man sich auch des monetären Wertes dieses Wissens bewusst.

Lange Rede kurzer Sinn, ich denke wir haben gestern eine echte Überraschung erlebt, eine Überraschung die das "Smart Money" schon früher als wir wusste oder zumindest ahnte und wie das bei echten Überraschungen so ist, bewegen sie den Markt dann auch signifikant.

So gehen wir in einen der bewegtesten Handelstage des Jahres, ein Tag an dem ich nicht mehr mitkomme, alles zu kommentieren was zu kommentieren ist.

Ich lasse daher auch den Review der Zahlen von gestern Abend weitgehend weg, die sind schon "Geschichte", selbst das dicke Minus bei Facebook (FB), das mich natürlich freut.

Aber wenigstens auf Qualcomm (QCOM) will ich noch einmal aufmerksam machen, die gestern nach Widerstand Chinas den NXP-Deal haben fallen lassen und nun auf Bergen von Cash sitzen, die womöglich für Aktien-Rückkäufe genutzt werden.

Gute Zahlen kamen dann auch noch dazu und so läuft bei QCOM gerade eine Neubewertung, die trotz 6% Plus gestern keineswegs am Ende angekommen sein muss:

Weitere dicke Enttäuschungen gestern gab es aber auch, Paypal (PYPL) oder Biogen (BIIB) seien neben Facebook (FB) genannt, auf die schaue ich vielleicht mal im Rahmen des Streams, falls ich dazu Zeit finde an diesem verrückten Handelstag.

Ich konzentriere mich heute früh lieber auf den Blick nach vorne und da sehen wir natürlich die EZB am Nachmittag. Ich erwarte keine großen Überraschungen und nur Rhetorik und werde Draghis Pressekonferenz heute daher nicht folgen, der Stream startet wie immer gegen 15 Uhr.

Für die europäischen Märkte und den DAX ist das gestrige Geschehen in Washington aber natürlich ein Segen und der DAX wird jetzt damit die Entscheidung herbei führen. Schauen Sie, wo wir jetzt sind:

Wenn auch diese Entspannung im Handelskonflikt - plus ein Draghi heute Nachmittag, der Märkte mit seinen betörenden Lippen eher hochredet - nicht ausreicht, um den DAX über die 200-Tage-Linie und 12.800 zu hieven, dann muss man das sehr bärisch interpretieren.

Denn "was nicht steigen kann, muss fallen" und eine bessere Nachricht als die gestern aus Washington war für den DAX kurzfristig kaum denkbar. Ich gehe aber eher davon aus, dass dieser Ausbruch heute im DAX gelingt, wenn nicht, wissen Sie was das bedeutet!

Maßgeblich spielen für den DAX dabei natürlich auch die Autobauer eine Rolle, für die das Geschehen Balsam ist, die aber alle auch noch jede Menge nachzuholen haben. Hier BMW, zusammen mit VW heute deutlich stärker als Daimler:

Wir haben heute ja aber auch eine geballte Ladung an Zahlen, alleine bis zum US Handelsstart sind angekündigt:

A10 Network (ATEN), Abiomed (ABMD), Adient (ADNT), Airbus (AIR), Alexion (ALXN), Allergan (AGN), Altria (MO), Ambev (ABEV), American Airlines (AAL), Anheuser Busch (BUD), Anglo American (AAL), Astra Zeneca (AZN), Batxer (BAX), Bristol Myers Squibb (BMY), British American Tobacco (BAT), Bodycote (BOY), Canon, Cap Gemini (CAPP), Carrefour (CARR), CME Group (CME), Celgene (CELG), Cemex (CX), Cerner (CERN), Comcast, Conoco Philips (COP), Covestro (1COV), Diageo (DGE), Dr Horton (DHI), Daimler, Drägerwerk, Essilor (ESLOY), Ferrovial (FER), Fortive (FTV), Fujitsu, Hershey (HSY), International Paper (IP), Invesco (IVZ), Kering (PRTP), Kion Group (KGX), Krones, Lazard (LAZ), L3 Tech (LLL), Lonza Group (LONN), Mastercard (MA), Mc Donalds (MCD), MTU Aero Engines (MTU), Marathon Petroleum (MPC), Nestle (NESN), Newmont Mining (NEM), Nokia, Nomura, NewYork Times (NYT), Oaktree (OAK), Orange (ORAN), Praxair (PX), Pulte Group (PHM), Puma, Raytheon (RTN), Repsol, Roche Holding (RO), Royal Dutch Shell (RDS), Saint Gobain (SGOB), Schneider Electric (SCHN), Sika (SIKA), Sky (SKYB), Suez (SEVI), Telefonica, Total, Under Armour (UA), Valero Energy (VLO), Verbund (VERB), Wacker Chemie, Xerox (XRX), Yandex (YNDX)

Und heute Abend dann:

Amazon (AMZN), Amgen (AMGN), Chipotle Mexican Grill (CMG), Cypress (CY), Edison (EIX), Edwards Lifesciences (EW), Electronic Arts (EA), Expedia (EXPE), First Solar (FSLR), Flex (FLEX), Flowserve (FLS), Intel (INTC), Juniper (JNPR), Lam Research (LRCX), LÓreal (OREL), Starbucks (SBUX), Vale (VALE), VeriSign (VRSN), Western Digital (WDC), Yamana Gold (AUY)

Wow. Es ist völlig hoffnungslos, das alles verfolgen und kommentieren zu wollen. Ich konzentriere mich auf wenige, ausgewählte Werte.

British American Tobacco (BATS) hatte ich im Video am Montag als Struktur bezeichnet, die mich eher als Wendestruktur überzeugt. Genau das passiert nach guten Zahlen und hier ist auch noch mehr Luft nach oben:

Auch so eine Wette auf einen temporären Rebound war ja Wacker Chemie (WCH) , auch die sind nach Zahlen auf dem richtigen Weg:

Gut drauf ist auch Nestle (NESN) nach -> übertroffenen Erwartungen <-, das hat der Markt schon vorher gewusst:

Und gut drauf ist auch Roche (ROG) nach -> besserem Ausblick <-, vielleicht schafft es die Aktie ja jetzt endlich, die seit 2014 andauernde, große Konsolidierungs-Bewegung hinter sich zu lassen:

Dass Daimler dagegen mit -> miesen Zahlen <- und trotz des Rückenwinds aus Washington derzeit 1% im Minus notiert, darf man als zutiefst bärisch interpretieren - im Video war ich auch schon eher skeptisch was Daimler angeht:

So weit an diesem bewegten Morgen. Schauen Sie selber auf das Geschehen und teilen Ihre Beobachtungen im Forum. An so einem verrückten Tag wie heute, braucht es einfach mehr Augen als meine zwei.

Machen Sie es gut, bis zum Stream!

Ihr Hari

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Wo wieder zupacken?



Am Montag habe ich Ihnen im Video -> was wäre wenn? <- gezeigt, wie eine ausgedehnte Korrektur im SPX aussehen könnte, die von einem eskalierenden Handelskonflikt erzwungen würde, obwohl die konjunkturellen Signale in den US weiter überwiegend positiv sind.

Jetzt nehmen wir mal an, das käme so, der SPX würde bis in 2.400er Zone abwärts wandern, von dort dann aber ab dem 4. Quartal den Bullenmarkt fortsetzen.

Als mittel- und langfristiger Investor hat man ja immer Qualitätsaktien im Blick, die man gerne "hätte" und bei denen deutliche Korrekturen eine Chance darstellen einzusteigen oder nachzulegen.

Was ich mit Ihnen daher heute mal rein spekulativ machen möchte, ist Ihnen Charts von Aktien unterschiedlicher Sektoren zeigen, bei denen ich in obigem Szenario wieder gierig werden würde.

Ich habe bewusst 8 Aktien ausgewählt, die schon klare Korrekturzeichen auf Ebene von Wochenkerzen zeigen, womit sich ein Schwerpunkt im Industrie-Bereich ergibt. Wogegen es bei Big-Tech diese Korrektursignale auf Ebene von Wochen noch gar nicht richtig gibt.

Natürlich - für neue Mitglieder sei das gesagt - hängt das alles davon ab, wie man dann - wenn der Punkt erreicht ist - die Gesamtlage einschätzt. Vielleicht sind dann ja andere Probleme zum Handelskonflikt dazu gekommen und man kann nicht mehr von einer Wende im 2.400er und damit noch langfristig bullischen Bereich des SPX ausgehen.

Insofern sind die folgenden Charts nun keine Handlungsanweisungen, die man dann vielleicht in ein paar Monaten einfach blind exekutieren kann und umgedreht kann es auch sein, dass diese Punkte nie erreicht werden.

Aber es kann doch nicht schaden, sich für eine größere Korrektur mal ein paar Opportunitäten bereit zu legen und manchmal macht es sogar Sinn, auf so Niveaus Abfisch-Orders im Markt zu haben. Denn wenn mal wieder so ein Flash-Crash kommt, in dem es an einem Tag 10% runter und wieder hoch geht, dann gehört man mit so Orders dann zu den Gewinnern und nicht Verlieren.

Im Mittel sind die gezeigten Zonen so um die 10% von den aktuellen Kursen entfernt. Das ist noch ein gutes Stück und es kann gut sein, dass wir diese Niveaus nicht mehr sehen werden. Wenn doch, wären es aber nette Einstiegsniveaus.

So weit der Vorrede, nun Ideen los ohne weitere Worte, die Charts im Format Wochenkerzen sprechen für sich.

Ihr Hari

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Mir gehts gut!



Hallo liebe Mitglieder,

ein kurzes Lebenszeichen meinerseits aus dem Urlaub. Mir (uns) gehts gut. Wir sind am Sonntag im Urlaubsdomizil angekommen und es ist wunderschön. Gutes Internet hat es auch, ich sollte vielleicht meinen Arbeitsplatz dauerhaft hierher verlegen - wenn nur der Sohn nicht in die Schule müsste.

Hier sind zwei Bilder zum "Raten". Das eine Bild ist frühmorgens der Sohnemann in einem der Pools. Das andere Bild Abends vom steinigen Teil des Ufers, in der Nähe der Terrasse unserer Wohnung.

Dann raten Sie mal schön. Und wer da schon mal war, also gar nicht raten muss, weil er/sie es genau weiss, hält bitte den Mund, um das deduktive Raten der Anderen nicht abzuwürgen. 😉 Ich gebe dann im Verlauf weitere Hinweise.

Was den Markt angeht, nehme ich erfreut zur Kenntnis, dass er mich derzeit gar nicht interessiert. Und das schon am dritten Tag, ein richtig gutes Zeichen!

Erfreut sehe ich auch, dass der Markt eher die sowieso präferierte Richtung nach oben zu nehmen scheint, kein Grund also bisher in Unruhe zu geraten und das darf bitte auch so bleiben in den kommenden 2 Wochen!

Beeindruckend ist, wie der Russell2000 gestern weiter hochgepowered ist:

Und der DAX sieht auch verdammt danach aus, als ob er den Measured Move und die alten Hochs erreichen wollte:

Wenn man unbedingt ein Haar in der Suppe finden will, dann kann man argumentieren, dass nach den doch sehr positven - auf Konsens zulaufenden - Entwicklungen in Sachen Handel mit China, eine stärkere Reaktion möglich sein sollte.

So sind zum Beispiel die deutschen Autobauer deutliche Profiteure der gesenkten Importzölle von China und diese dürfen sich dabei wohl bei dem Druck bedanken, den die Trump Administration entfaltet hat. Wir sehen heute 2% Plus bei BMW und 1% bei Daimler, aber ich würde mal sagen, das geht noch besser:

Aber auch in Sachen ZTE stehen die Signale auf Konsens und das sollte Appple, Qualcomm und Co. helfen, denn damit verringern sich Risiken in diesen Aktien.

Ich persönlich gebe nicht so viel darauf, dass die Reaktion noch verhalten ist. Denn das ist das Verhalten, das wir im algorithmisch dominierten Markt zuletzt schon oft gesehen haben. Wir erleben ein Schieben, das langsam beginnt, dann aber nicht endet und damit dann doch den Druck auf die Unterinvestierten macht, ebenso wie eine schnelle Aufwärtsbewegung.

So weit so kurz, ich vergesse den Markt nun wieder und drücke die Daumen, dass der so positiv-ruhig bleibt. Solange das so ist, machen Sie doch auch mal frei. Man muss nicht jeden Tag im Jahr gleich aktiv sein, der Markt ist auch in 2 Wochen noch da. 😉

Das wars schon wieder. Weitermachen! 😉

Ihr Hari

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Kann man, muss man aber nicht



Guten Morgen!

Nach einem eher ereignislosen Zahlen-Abend gestern nachbörslich, kann man vermerken, dass die Quartalssaison ihren Höhepunkt hinter sich hat. In den US haben fast alle großen Bluechips berichtet, in Europa kommen nächste Woche noch einige, weswegen die nächste Woche in der Hinsicht noch interessant ist und ich auch den Sekunden-Zahlen-Review noch ein 4. und vorläufig letztes Mal erstelle, dann wird das Format bis zur nächsten Zahlensaison im Juli "eingemottet".

Heute kommen noch:

Acadia (ACAD), Air France KLM, Alibaba (BABA), BASF, Bayer, BMW, BNP Paribas, Celgene (CELG), Compugroup, DIC Asset, Erste Group Bank, Freenet, Fresenius, GEA, HSBC, Ionis Pharma (IONS), Jungheinrich, Lanxess, Legrand, Lonza, Rheinmetall, Rhön Klinikum, SocGen, SwissRe, Veolia Environment, Vestas Wind, Virtu Financial (VIRT)

Schauen wir mal auf die, die schon berichtet haben.

BASF -> steigert das Ergebnis und bestätigt die Prognose <-. Alles sehr solide, aber auch nichts was einen hinter dem Ofen hervor holt.

Der Markt reagiert daher auch leicht negativ, obwohl die Chartstruktur eher interessant aussieht:

Die Frage bleibt, warum man BASF im Depot haben sollte. Schöne Dividende? Ja, stimmt. Solides Unternehmen? Ja, stimmt? Aber reicht das, wo ist das Potential für ernsthafte Kursavancen?

BASF bleibt so ein "Kann man, muss man aber nicht" Ding, als Basisposition im Depot durchaus sinnvoll, aber nicht das, was ein Depot am Ende rausreisst, wie in der Vergangenheit eine Amazon.

Bei BMW gilt -> Gewinn hoch, Umsatz runter <-, ein gemischtes Bild also. Der Markt hat die Aktie zuletzt geliebt, BMW hatte eine Überperformance zum Sektor hingelegt und zum Beispiel gegenüber Daimler in den letzten Wochen relativ gesehen fast 10% gewonnen.

Auch das Chart sah/sieht interessant aus und habe ich Ihnen zuletzt auch im Video gezeigt. Der Markt reagiert aber wenig begeistert, denn Umsatzrückgang will man nie sehen. Gewinne können schnell mal mit Kosteneinsparungen gepusht werden, Umsatz braucht aber Kunden.

Im Chart deutet sich damit mit einem inversen Hammer ein erneuter Rückfall unter die Nackenlinie an und das ist definitiv *nicht* positiv zu sehen. Was zweimal scheitert, hat ein Problem und tiefere Kurse sind dann in der Regel in der Mache:

Wie starkt der Markt von Erwartungen geprägt ist, ist wunderschön an Rheinmetall zu sehen. -> Objektiv ist das Defense-Geschäft schwach <-, was aber primär an Verzögerungen liegt und woher die kommen, wissen wir ja, Stichwort Bundeswehr und Beschaffungsamt. 😉

Die Erwartung des Marktes wird aber vom CEO Pappberger gefüttert:

In der Rüstungssparte sorgten Engpässe bei Zulieferungen und Verschiebungen von Aufträgen auf Kundenwunsch für einen Umsatzrückgang, wie das MDAX-Unternehmen mitteilte. Die Jahresprognose bestätigte die Rheinmetall AG.

"Die Weichen für weiteres Wachstum sind gestellt", sagte Konzernchef Armin Papperger laut der Mitteilung. "Angesichts des umfassenden Nachholbedarfs bei der Beschaffung für die Streitkräfte sehen wir für uns im Defence-Bereich große Chancen - in Deutschland wie auch international."

Und es ist diese Erwartung die den Kurs in derartige Höhen geschoben hat und ihn heute trotz der objektiv enttäuschenden Zahlen erneut um 2% nach oben schiebt:

"It´s the expectation stupid" - der Ausblick zählt. Wer das an der Börse nicht verstehen will, hat da nichts verloren!

Ein -> sehr durchwachsenes Zahlenwerk <- liefert auch SwissRe.

Der Markt reagiert neutral, so überraschend ist das nicht. Und beim Chart muss man schon die ganz langfristigen Monatskerzen bemühen, um eine Struktur heraus zu arbeiten:

SwissRe ist auch so eine "kann man, muss man aber nicht" Aktie wie BASF. Solide, hohe Dividende, alles fein. Aber auch nicht mehr, einfach ein guter Anleihenersatz und so etwas braucht es ja auch im Depot.

Vom DAX gibt es heute keine Neuigkeiten, die Struktur sieht immer noch eher bullisch aus:

Und ob das schöne, aber rein technisch geprägte Reversal gestern im S&P500 hält ist offen, die Chancen sind aber gar nicht mal so schlecht:

So begeben wir uns damit in die US Arbeitsmarktdaten von heute 14:30 Uhr MEZ. Ich berichte dann im Rahmen des Wallstreet Streams davon.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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