Hari Live Stream 19.03.20



14:55 MEZ - ZH2

Bevor ich mit dem eigentlichen Stream loslege, noch einmal die Erinnerung, dass ich als Ausgleich für den ausgefallen Faschings-Urlaub die folgenden drei Freitage - inklusive morgen - mal einen zusätzlichen Tag durchschnaufe, die Pausenlosigkeit der Krise, die auch die Wochenenden belastet, zehrt einfach und ich bin des Schreibens müde.

Es macht auch doppelt Sinn, jetzt noch einmal richtíg Land und Weite zu atmen, denn die allgemeine Ausgangssperre kommt sicher, auch wenn sie medizinisch gar nicht nötig wäre, wenn alle diszipliniert agieren würden.

Denn virologisch ist rein gar nichts gegen Spaziergänge und Aktivitäten an der frischen Luft zu sagen, im Gegenteil, diese sind der Gesundheit und Immunabwehr sogar förderlich!

Allerdings nur so lange, wie man Abstand zu Anderen hält, ausser es handelt sich um den engen Kreis des eigenen Haushaltes.

Und genau dabei findet sich eine erschreckende Ignoranz und Dummheit in der Bevölkerung, zu der -> Söder sich hier <- und -> Münchens OB Reiter sich hier äussert <-.

Man muss es so deutlich sagen, das ist *asoziales* Verhalten, Menschen heben in einer Krisensituation ihre eigenen Bedürfnisse über das Wohl der Sozialgemeinschaft und riskieren damit faktisch das Leben von unbeteiligten Kranken, die sie dann unerkannt und zunächst symptomlos in den Folgetagen anstecken werden.

Wäre ich im Medizinbetrieb und würde jetzt in Krankenhäusern unter eigener Gefährdung 12 Stunden und mehr für die Gemeinschaft ackern, wäre ich noch wütender und würde mir wünschen, dass die Polizei die solche Gruppen auflöst, gleich einen Monat sichtbare Biomarker an den Händen aufträgt, die dann im Krankheitsfall zuverlässig signalisieren, dass man diesen Patienten unbehandelt seinem Schicksal überlässt und andere vorzieht, die es schuldlos schwer trifft.

Ich weiss, es ist unrealistisch, aber an dieser Stelle sage ich deutlich: Genau das bräuchte es jetzt, dann wäre der Spuk schnell vorbei.

Was man jetzt auf jeden Fall sehr schön sieht ist, welche Menschen der Sozialgemeinschaft gegenüber wirklich *solidarisch* sind und welche das Wort nur als Kampfmittel im Munde führen, um den eigenen Vorteil gegenüber anderen zu sichern.

In dem Sinne schaffen Krisen Klarheit, sie ziehen den Vorhang der Verlogenheit weg und zeigen den Menschen nackt wie er ist.

Schauen Sie sich Ihre Freunde und Nachbarn und die politischen Fraktionen in dieser Krise nun genau an, die Spreu wird sich sichtbar vom Weizen trennen.

15:15 MEZ - ZH3

Was den Markt angeht, bekamen wir in der Nacht den nächsten Großstimulus, dieses Mal von der EZB, die ein massives Anleihenkaufprogramm auflegt.

Dem Aktienmarkt hilft es aber erneut nichts, Sie sehen hier sehr schön den immer noch fallenden Trend und könnten sich auch selber so leicht einen ersten Indikator definieren, der Ihnen zeigt wann ein Bounce zumindest kurzfristig nach oben Signale setzt:

Es ist jetzt aber nicht so, dass die EZB Aktion folgenlos wäre, sie rettet halt wieder die Zombies Italiens und andere Schuldensünder, so wie das immer bei so Aktionen ist. Die südländischen Anleihen reisst es nach oben, weil die Kavallerie zur Rettung naht!

Jetzt will ich diese Worte in diesem Fall nicht als Kritik an der Maßnahme werten, im Gegensatz zur Finanzkrise, kann ich diese Maßnahme akzeptieren, weil hier tatsächlich viele Betriebe betroffen sind, die völlig schuldlos an der Krise sind. Solche Kollateraleffekte muss man dann wohl akzeptieren, so ärgerlich sie sind, denn die fortschreitende "Zombifizierung" macht doch die Wirtschaft in der Eurozone nicht besser.

Damals bei der Eurorettung wurden damit aber gerade "Sünder" gerettet und damit deren Verhalten noch belohnt, so wie jetzt auch das alte Management von Boeing wahrscheinlich keine Folgen dafür fürchten muss, dass wichtiger Cash für allerlei zum Fenster herausgeworfen wurde, inklusive der Steigerung eigener Optionen.

Auch dieses Mal werden diese "Sünder" wieder vom EZB-Programm profitieren, aber in Anbetracht der echten, unverschuldeten Notlage für viele Firmen, hat das Programm trotz der Seiteneffekte meine Akzeptanz, auch wenn man sicher lange diskutieren könnte, ob es nicht bessere Wege für zielgerichtete Hilfen gäbe und zwar unter Umgehung der maroden Finanzinstitute.

15:40 MEZ

Wichtige Predigt

Ganz wichtig ist für Sie nun aber geistige Vorbereitung auf den irgendwann kommenden, ersten Rebound. Vielleicht ja sogar schon morgen, wenn ich dann mal nicht präsent bin. Morgen ist übrigens auch Hexensabbat, Volatilität ist also sicher.

Denn ich kann Ihnen jetzt schon sagen, wie das abläuft. Der Rebound kommt plötzlich, wenn keiner mehr damit rechnet. Und er kommt stark. Wann er aber kommt, ist völlig unvorhersehbar - heute, morgen, in 3 Wochen und 500 Punkte tiefer.

Wer sich jetzt nicht vorbereitet, wird am Anfang sagen "schaun mer mal" und warten, geprägt von der Erwartung, dass der wieder abkippt.

Dann steigt der aber durch S&P500 2.600 nach oben durch und FOMO wird in Ihnen aufsteigen und Sie laufen *schon wieder* dem Markt hinterher!

Wer sich auf den Absturz nicht innerlich vorbereitet hatte und das trotz der klaren Warnungen, wird es vielleicht umgedreht auch wieder nicht tun. Manche sind halt nicht lernfähig. 😉

Dann steht der S&P500 schnell bei 2.700 und Sie werden nervös. Bei 2.800 kaufen Sie dann, weil der Druck nicht dabei zu sein zu stark wird.

Und wissen Sie was dann passiert? Dann dreht der Markt wieder und fällt wie ein Stein in einer zweiten Abwärtswelle bis 2.100. Und Sie haben richtig Panik und verkaufen bei 2.100. 😛

Ich sage Ihnen, so wird es vielleicht kommen. Wie können Sie das vermeiden?

Nur in dem Sie das nun durchdenken. Und in dem Sie sich klar machen, dass der erste echte Rebound nach diesem Absturz schnell und hart sein wird - wie der Absturz!

Und in dem Sie sich klarmachen, dass Sie *nie* vorher wissen können, ob es nicht doch schon die Wende ist. Denn auch wenn der obige Ablauf das Standardmodell darstellt, sind wir nun in einer historisch völlig einmaligen Situation.

Lassen Sie nun eine echt substantiell positive Nachricht zum Virus kommen, die wir uns jetzt gar nicht vorstellen können, die den Markt aber das Ende der Krise erahnen lässt und der Markt wird nach oben explodieren!

*Sie* müssen sich nun überlegen, wie Sie damit umgehen wollen, wenn Sie diese Gedanken erst bei 2.700 haben, wird es *wieder* zu spät sein!

Eine Möglichkeit wäre, nach oben ein wenig dabei zu sein und damit FOMO befriedigen und dem Affen Zucker zu geben. Denn so wie ich Ihnen heute gezeigt habe, dass "If Panic, Panic first" gilt, gilt das auch für die Kaufpanik nach oben.

Statt zu lange zu warten, legen Sie sich vielleicht ein Medium zurecht, mit dem Sie diesen Anstieg dann spielen wollen, was immer das ist.

Dann warten Sie nun ruhig weiter, bis der Abwärtstrend nach oben bricht und der erste Schub kommt und denn kaufen Sie Sich mit Ihrem Medium ein und sind dabei.

Gleichzeitig sind Sie aber total bereit diesen Trade - und das ist es und nichts Anderes - sofort wieder ohne Reue abzuschneiden, wenn das Ding doch dreht.

So sind Sie emotional dabei und vermeiden diese emotionalen Nöte von FOMO im falschen Zeitpunkt.

Wenn Sie mich fragen, wird dieser Markt nicht so schnell nach oben durchsteigen, der erste Rebound wird wieder abverkauft und es gibt keinen Grund zur Eile. Das ist aber nur eine 70% Wahrscheinlichkeit, ist das Standardmodell und 30% sind auch viel.

In dem Sie das im Vorfeld durchdenken und sich eine Strategie überlegen kontrolliert dabei zu sein, vermeiden Sie zuverlässig das, was den meisten Schaden anrichtet: Die Angst und Panik, auch die Angst zu verpassen.

Sie können das gestalten wie Sie wollen, Sie könne nun auch einfach scheibchenweise Qualitätstitel akkumulieren, weil Sie sich klar darüber sind, dass Sie auch noch einmal 20% Minus und 6 Monate Baisse durchstehen werden. Auch das ist eine legitime Strategie.

Aber durchdenken Sie das in jedem Fall *JETZT*, nicht erst wieder am dritten Tag eines Rebounds, der dann mit jedem Tag immer überzeugender wird. Dann sind sie nämlich wieder unter Druck und genau da liegt das Problem.

16:20 MEZ - ZH1

Sehr schön, das will man sehen!

Das ist der erste kleine Indikator, der in mir Hoffnung erzeugt, dass ein erster Rebound nun vielleicht nicht mehr weit ist!

Denn *jetzt* ist der Markt *sehr* selektiv. Er verkauft die einen Aktien weiter massiv und andere akkumuliert er. Hier sind jetzt Stockpicker am Werk, denen der Markt "tief genug" gefallen ist und die Indizes zeigen das noch nicht an, weil das Bild so heterogen ist.

Also, die erste kleine Hoffnungsglocke auf einen bald bevorstehenden ersten Rebound läutet leise. Mit der Frage des Bodens hat das nichts zu tun, wie ich oben erklärt habe. Niemand weiss, wann wir den haben.

Wir können aber erkennen, wenn der Markt aus dem Charakter des totalen Ausverkaufs heraus wechselt. Und so eine Market Map will man dann sehen.

16:40 MEZ - ZH2

Schauen Sie auf Volumen und Trendlinie. Geraten die Dinge jetzt nach oben in Bewegung? Möglich ist es nun - aber nicht sicher. Augen auf, aber nicht gleich Schnapp-Atmung bekommen. 😛

16:52 MEZ - ZH3

Tesla (TSLA) hat genau auf der 200-Tage-Linie den stärksten Tag seit mehr als 2 Wochen:

17:20 MEZ

Für alle "Bottom-Fisher" ist hier das Standard-Modell -> gut von Tiho Brkan erklärt: <-

I received some messages regarding how to see a bottom.

There are many technical indicators I use, plus you need to be “lucky” to buy around it.

But the most important for me is when I notice the market stops making new lows on bad news!

That’s when you’re close...

What we want to see is the end of panic (usually a peak in the $VIX index). That is the first sign.

Markets start a relief rally, followed by a re-test of the low. This is a base-building period when you should be looking for positive divergence in breadth & credit spreads, etc.

There is nothing wrong with an undercut of the initial low, which happened from Nov 2008 low, until March 2009 final bottom.

Sometimes you just get a re-test of the low, too.

During a base building process, bad news will keep coming, but the price will become more resilient.

Various strong businesses will emerge as stock market leaders, refusing to sell off on further bad news.

Weak sectors will still suffer (Technology in 2002, Financials in 2009, etc) and drag the market lower, but most stocks will start acting healthy again.

All of this takes time & experience. Every situation has similarities to the past, however, every bottom is different.

Be patient, watch the market carefully, let it give you clues. Keep an extremely open mind & respect the price above narratives.

Take it day by day!

18:00 MEZ - ZH3

So liebe Mitglieder, das ist mein letzter Eintrag hier bis kommenden Montag, am morgigen Freitag mache ich wie angekündigt mal frei. Im Forum und bei Twitter schaue ich aber sicher herein, ich bin also nicht ganz weg, ich mache mich nur mal vom zweimaligen Schreiben frei.

Was den Bounce angeht, zappelte der Markt noch und ich würde mich darauf auch nicht festlegen, aber ich sage es mal so: So gut wie jetzt, war die Chance in den letzten 2 Wochen nie!

Wie weiter oben nachdrücklich beschrieben - bitte lesen Sie das - sollten Sie sich *jetzt* gedanklich darauf vorbereiten, wie sie in der unsicheren Lage mit einem potentiellen Rebound umgehen wollen.

Und tun Sie sich einen Gefallen und hören Sie auf über *DEN* Boden nachzugrübeln, darum geht es jetzt nicht und da wird man durch Grübeln und lesen von Einzelmeinungen auch nicht klüger. Konzentrieren Sie sich auf die Price-Action vor Ihrer Nase, die sollte Ihnen zeigen, ob ein Bounce nun einsetzt oder nicht und mehr müssen Sie aktuell auch nicht wissen.

Gestern hat der bekannte Investor Bill Ackman -> hier <- in einem Fernseh-Auftritt Donald Trump fast angefleht, das kann man als Punkt der Panik werten und Mark Minervini sagt zurecht -> hier <- mit einem Augenzwinkern:

If yesterday marks the low, it will be called the Ackman bottom.

Wenn ich heute den ganz einfachen Screen bei Finviz auf mehr als 3% plus und mehr als 3-faches Volumen lege, finde ich heute fast nur massiv ausverkaufte Werte, die einen Rebound vollziehen, auch Shell ist dabei:

Das zeigt uns, womit wir es hier zu tun haben, einfach einem "Relief-Bounce", nicht mehr und nicht weniger. Wirkliche Akkumulation von Long-Positionen, ist das noch nicht.

Damit wir nun ernsthaft an einen ernst zu nehmenden Rebound glauben können, bräuchte es jetzt Morgen das "Follow Through", also den zweiten grünen Tag hintereinander nach langer Zeit. Falls das passiert, könnte der Bounce Fahrt aufnehmen und das werden Sie nun morgen ohne mich herausfinden. Sie schaffen das, nach dieser Vorbereitung allemal! 😀

Halten Sie die Ohren steif!

Ihr Hari

PS:

Falls es jemand immer noch nicht verstanden hat.

Ich wache wie James Coburn nun zum ersten Mal seit Wochen aus der Passivität auf, da könnte - Achtung Konjunktiv - mit etwas Glück nun mal wieder etwas nach oben gehen. Zeit wäre es.

Bis wir so eine Stimmung wie John Wayne unten haben und mal richtig was wagen können, brauchen wir aber noch mehr an Bewiesen und zumindest einen zweiten, grünen Tag.

Bedenken Sie auch bei aller Antizipation, die ich hier jetzt vermittele:
So lange wir im Abwärtstrend sind, sind wir im Abwärtstrend! Respektieren Sie die Charts vor Ihrer Nase und achten Sie auf die Zeitebenen!

Viel Erfolg!

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Ein Quantum Trost



Guten Morgen!

Ein Quantum Trost, verspüren die von Schwäche gebeutelten Marktteilnehmer am heutigen FED-Tag, denn wie gestern Nachmittag schon zu spüren, wollte der Markt nicht gestern, sondern an einem anderen Tag sterben und hat daher heute gute Chancen, zu einer kleinen und verhaltenen Gegenbewegung anzusetzen.

Im DAX ist leicht zu erkennen, warum und wieso genau hier ein Bounce gute Chancen hat:

DAX 15.06.16

Die Markttechnik kann uns noch nicht sagen, was dann nach dem Brexit daraus erwächst, wie soll sie denn auch, denn Markttechnik ist keine Zeitmaschine in die Zukunft.

Aber die gezeigte Struktrur lässt derzeit ebenso eine bärische Interpretation zu, wenn die fallende Trendlinie ihre Dominanz behalten sollte, wie auch eine bullische Interpretation, wenn im Sinne der blauen Pfeile nun ein höheres Hoch folgen sollte.

Kurzfristig aber, am heutigen FED-Tag, darf man wohl mal wieder verhalten nach oben schauen. Auch ein -> Blick auf die weltweiten Märkte <- zeigt schnell, dass die europäischen Märkte nun klar im überverkauften Bereich sind.

Übrigens, wer immer noch darüber phantasiert, dass etwas anderes als aufkommende Brexit-Ängste für die Schwäche der letzten Tage verantwortlich war, braucht nur mal auf diesen Vergleich der Länder zu schauen und damit erkennnen, wo sich die Schwäche kumuliert hat. OpEx ist am Freitag übrigens auch in den US und ist nicht geeignet, dieses Muster zu begründen. Das ist eher der "Schwarze Mann" mit dem man früher unwissende Kinder erschreckt hat. 😉

Heute Abend dann, erscheint es fast undenkbar, dass heute eine weitere Zinserhöhung kommt. Der Markt geht fest davon aus, dass eine solche - wenn überhaupt - dann im Juli oder wahrscheinlicher im September kommt. "Nach Datenlage" sozusagen, etwas das die FED ja seit einiger Zeit gerne immer wieder betont und in meinen Augen Teil des Problems der Notenbanken und nicht Teil der Lösung ist.

Denn schauen wir noch einmal, was da die letzten Wochen passiert ist. Die FED hatte den Markt glasklar auf eine Erhöhung im Sommer - auch im Juni - vorbereitet. Zu dem Zeitpunkt war der Brexit ja auch schon bekannt und es war klar, dass der Termin eine Woche vor dem Referendum in hoher Volatilität statt finden würde.

Dann kamen die völlig überraschend schwachen Arbeitsmarktdaten und die haben alles verändert, auch die Sprachregelungen der FED. Plötzlich wurde von Yellen auch der Brexit deutlich betont und keiner geht mehr davon aus, dass heute etwas Inhaltliches passiert.

Aber lesen wir das doch mal zwischen den Zeilen. Es bedeutet nämlich, dass die viel beschworene "Forward Guidance" der FED nicht einmal die Arbeitsmarktdaten des Folgemonats antizipieren kann, obwohl diese Daten noch vor dem Markt alle bei der FED zusammen laufen. Was sagt uns das über die Qualität der diskretionären Entscheidungen der FED?

Gleichzeitig versucht Yellen damit wie ein "Trader" zu agieren, der die kommenden Arbeitsmarktdaten antizipieren will und davon wichtige Entscheidungen (beim Trader das Exposure und bei Yellen die Zinserhöhung) abhängig macht.

Entschuldigung, was ist das denn für eine hektische, diskretionäre Notenbankpolitik ohne Linie? Im fehlgeleiteten Versuch, es dem Markt nur ja recht zu machen, wird das grössere Bild und eine stetige Strategie völlig aus den Augen verloren und die FED agiert taktisch und opportunistisch wie eine Proprietary Trading Firm.

Das macht keinen Sinn und ich bin sicher, der Markt wäre besser dran, wenn er durch klare Konsequenz einfach sicher wüsste, in welche Richtung die FED ihre langfristige und stetige Politik orientiert und er sich eben nicht alle paar Wochen in wilde Spekulationen ergehen müsste, nur weil mal wieder ein paar Wirtschaftsdaten eine Anomalie haben.

Aber es ist, wie es ist und mein Geschimpfe auf die aktuelle Notenbank-Generation mit ihrer Hybris der vollkommenen Steuerbarkeit von Wirtschaftszyklen, führt auch nicht weiter.

Und weil es ist, wie es ist, wird heute Abend das grosse Wortklauben beginnen, was man aus dem Statement heraus lesen kann.

Auch wenn die Entscheidungen der FED heute mit hoher Wahrscheinlichkeit ein "Non-Event" sein werden, wird es aus Markt-Sicht nicht notwendigerweise ein "Non-Event" sein.

Denn der ist nun zu nervös und wackelig, so dass man die Aussagen der FED wie einen Katalysator, wie ein Zündholz betrachten kann. Starke Swings sind nur wegen kleiner Worte heute sehr wohl denkbar, realistisch ist es aber, trotzdem vor dem "Brexit" nicht von einer nachhaltigen Bewegung nach oben oder unten auszugehen.

Direkt nach der FED, kommt dann ja in der Nacht auch noch die viel beachtete Bank of Japan und wenn wir morgen wieder aufwachen, werden wir "beglückt" die laufenden Marktreaktionen darauf bewundern dürfen. Dass die SNB dann morgen auch noch kommt, wird da zur Nebensächlichkeit, da die SNB in diesem globalen Spiel kein gestaltender Spieler wie FED, EZB und BoJ ist, sondern reagierende Abwehrkette, die aus den grossen Bewegungen nur das Beste zu machen versucht.

Ich werde heute über den Tag wenig machen. Den absehbaren Erholungsversuch, werde ich zu handeln versuchen - falls er denn kommt - und danach meine Hände falten und warten, was uns Janet Yellen bringt.

Ich melde mich heute Nachmittag noch einmal kurz, erwarte da aber auch wenig Berichtenswertes, dafür komme ich dann aber nach 20 Uhr noch einmal, ca. nach 21 Uhr, wenn sich ernsthaft eine Reaktion absehen lässt und Yellens Pressekonferenz schon läuft.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

DAX und S&P500 Marktlage – Der dritte Weg!

Heute, am Beginn des Monats März, ist es an der Zeit auch im freien Bereich mal wieder einen kurzen Blick auf die grosse Marktlage zu werfen. Etwas, was wir in der Community jeden Tag mehrmals in grösserer Tiefe tun.

Sie haben vielleicht mitbekommen, dass wir zum Jahresanfang fast völlig aus dem Markt waren und das war ja auch der richtige Ansatz. Ab Ende Januar, haben wir dann zunehmend einen kommenden Rebound gespielt und auch das war der richtige Ansatz, besonders in den Sektoren wie "Metals & Mining" und "Energie", die massiv von einem absehbaren Reversal profitieren, das wir auch seit Ende letzten Jahres auf dem Radar hatten.

Nun, am 01. März, stehen sich zwei Lager im Markt relativ unversöhnlich gegenüber:

Weiterlesen ...

Zwei Seelen in der Brust – 2008 oder Rally?



Guten Morgen!

Der Karneval dauert an, auf den Strassen, wie auch an der Börse. Und für uns dauert der Flug auf Sicht an. Denn wer derzeit mehr als 24 Stunden nach vorne schauen will, macht sich etwas vor - zu labil ist die Börsenwetterlage.

Und in meiner Brust sind zwei Seelen, die ungefähr so aussehen. Auf der einen Seite die Sorge vor etwas Gruseligem:

S&P500 07.02.16 1

S&P500 07.02.16 2

Das grosse Bild des Marktes ist ohne jeden Zweifel hoch riskant, technisch *und* fundamental. Warum fundamental, brauche ich wohl nicht mehr zu begründen, die Strukturprobleme verfolgen uns ja seit Jahren und keines wurde - entgegen anders lautenden Politik-Gebrabbels - wirklich gelöst.

Alle wurden letztlich nur schlimmer und wie William White der ehemalige Chefökonom der "Notenbank der Notenbanken", der Baseler -> Bank für internationalen Zahlungsausgleich <-schreibt, sind wir im Jahr 2016 wohl noch verwundbarer, als in 2007: -> Was die Komplexität lehrt <-

Und trotzdem glaube ich nicht, dass das so einfach wird und der Markt nun einfach ala 2008 duchfällt. Gerade jetzt, am Anfang dieser 6. Woche des Jahres, ist die Stimmung so gruselig und die Absicherungsquoten der Anleger so hoch, dass der "Weg des maximalen Schmerzes" für mich kurzfristig eher nach oben zeigt. Den Pfad nach unten erwarten dagegen nun aktuell fast alle.

The Fat Pitch zeigt in seiner -> Weekly Market Summary <- auch eindrücklich, warum viel nun für eine Rally spricht, genau da, wo man sie kaum mehr erwartet. Im idealen Fall, um maximalen Schmerz hervor zu rufen, ist also das durchaus möglich:

S&P500 07.02.16 3

Wobei es dafür wohl irgend einen Katalysator braucht, der das grosse Geld davon überzeugt, den Test der Tiefs zu kaufen. Realistisch kann der nur von der FED kommen. Und dafür bietet diese Woche am Mittwoch und Donnerstag durch ein Testimonial von Janet Yellen Gelegenheit.

Sollte der S&P500 diese Pirouette vollziehen, würde der DAX unter 9.000 schauen und von da dann zurück kommen.

Das sind die zwei Seelen in meiner Brust. Auf der einen Seite der erfahrene Anleger, der das grosse Bild im Auge hat und all die strukturellen Risiken sieht, die schlicht und einfach massiv sind und auf einen "Lender of the last Resort" treffen - die Notenbanken - der sein Pulver weitgehend verschossen hat.

Auf der anderen Seite aber der Trader, der den massiven Negativismus sieht, der über dem Markt liegt und der dann am Gierigsten wird, wenn alle anderen den Blues haben - und das ist jetzt!

Beide Seelen in der Brust könnten dann wieder vereint werden, wenn beide Recht haben und nur der Zeithorizont den Unterschied macht. Im Lauf der Woche also die 5-8% Rally, auf die wir schon seit 2 Wochen warten. Dann aber keine neuen Hochs, nur eine tiefere Schulter und dann der endgültige Absturz. Das wäre die Vereinigung beider Sichten. Ob es so kommt, steht aber in den Sternen.

Ich kann Ihnen daher die Entscheidung nicht abnehmen, wie Sie sich positionieren, zumal nicht in meiner Ferienwoche. Nein. die müssen Sie schon selber für sich treffen.

Ich glaube aber nicht, dass wir noch lange warten müssen bis wir mehr Klarheit bekommen und vermute, schon am Donnerstag fallen wir entweder in einem 2008er Szenario nach unten durch, oder die Rally hat eingesetzt, die sich da unter der Decke vielleicht zusammen braut.

Klar ist aber, dass im grossen, übergeordneten Bild die Logik gedreht hat. Im Aufwärtstrend, rechnet man mit weiter steigenden Kursen und sichert sich gegen überraschende Einbrüche ab. Im Aufwärtstrend kauft man den "verdammten" Dip.

Im Abwärtstrend, rechnet man mit weiter fallenden Kursen und sichert sich gegen überraschende Rallys ab. Im Abwärtstrend verkauft man den "verdammten" Bounce.

Letzteres nennt man "Bärenmarkt" und kommt der Realität dieser Wochen näher, als Ersteres. Und selbst wenn der dritte Fall mit dem Undercut eintritt und der Markt bald zum "Short-Squeeze" ansetzt, wäre die grosse, massive Topformation immer noch da und vielleicht generiert das dann nur die letzte kleine Schulter, bevor die Formation endgültig triggert.

Nein, im grossen Bild sieht die Lage wirklich bedenklich aus, aber das wissen wir ja seit Jahresanfang und eigentlich auch schon vorher.

Und was Gold angeht, ist bei dieser Chartstruktur ein Retracement nun fast zwangsläufig. Im idealen, bullischen Fall, sieht das dann so aus und formt damit eine "Cup´n Handle" Struktur, die dann jede Menge Potential für weitere Gewinne in sich trägt:

XAUUSD 08.02.16

Sie sehen, dass selbst ein Rückgang zur 200-Tage-Linie bei ca. 1.130, immer noch einer bullischen Struktur entspräche. Nur viel tiefer darf Gold nicht mehr fallen, dann war es wohl doch eher eine Bärenmarktrally und keine Wende, die wir gerade erlebt haben.

Was haben wir sonst noch am Anfang dieser Woche?

Die -> Devisenreserven Chinas <- sind (offiziell) um 99,5 Milliarden gefallen:

Um das zu werten, muss man die Erwartungen verstehen und die reichten bis zu dick dreistelligen Katastrophenwerten und lagen im Mittel bei ca. 120 und höher als im Vormonat.

Insofern halte ich diese Zahlen für im Rahmen der Erwartungen und diese haben sogar Potential, eine minimale Erleichterungsreaktion auszulösen, weil sie nicht noch schlimmer sind.

Der "Höhepunkt" der Woche sind zwei Testimonials von Janet Yellen for dem Kongress, die das Potential für hohe Wellen an den Märkten haben, denn nach FED Dudleys Aufschlag, werden nun alle kritisch schauen, was die FED Chefin dazu zu sagen hat. Wer EURUSD handelt, kann also schon mal wieder die Gurte enger ziehen, es wird nötig sein, um nicht aus dem Sitz zu fallen. 😉

Die Quartalssaison geht natürlich weiter und nun rücken in den US immer mehr die Unternehmen der zweiten Reihe in den Vordergrund, während sie hier in Europa erst so richtig Fahrt aufnimmt. An Wirtschaftsdaten ist die Woche leicht, erst am Freitag kommen allerlei relevante Daten von BIP Deutschlands bis Einzelhandelsumsätze der US.

Alle Augen werden sich also auf die FED richten und Mitte der Woche wird es sehr spannend, bis dahin kann sich der Markt noch im Elend suhlen, wenn er denn mag.

Denken Sie bitte daran, dieses ist mein einziger Bericht am heutigen Tag, wir lesen uns morgen im Laufe des Tages wieder.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Willkommen im Bärenmarkt!



Guten Morgen!

Die Überschrift ist ja "knackig" und das soll sie auch sein. Natürlich sind wie noch nicht auf allen Zeitebenen im Bärenmarkt, auf der langfristigen Zeitebene wehrt sich der Bulle noch.

Aber trotzdem will ich mit diesem Wort ein wenig alle die wachrütteln, die bisher in ihrem Börsenleben nichts anderes als den "immerwährenden" Bullenmarkt seit ca. 2012 erlebt haben, in dem die Notenbanken aus allen Rohren gefeuert haben.

Denn das, was wir aktuell erleben, wie jeder kleine Rebound sofort wieder abverkauft wird, das ist typisches Bärenmarktverhalten. Das ist einfach nur "Buy The Fu++ing Dip" (BTFD) auf den Kopf gestellt, hier dann "Sell The Fu++ing Bounce" (STFB). 😉

Schauen wir auf gestern, hatte ich ja schon gestern in -> Wegscheide II <- thematisiert, dass solche scharfen Rallys gerade für Bärenmärkte typisch sind und sagte:

Bärenmärkte überdehnen das Gummiband massiv nach unten - wie heute - schnappen dann durch das Covern der Shorts in einem "Squeeze" besonders aggressiv hoch - so wie es heute seit 16:20 Uhr aussieht - und fallen dann wieder zusammen.

Machen wir uns bitte klar, dass unsere Schlussfolgerungen und Vermutungen was den Markt angeht, einen "Recency Bias" haben. Sprich wir sind geprägt von dem, was uns die letzten Jahre umgeben hat. Und das war ein "BTFD" Environment, in dem jede Schwäche sofort nachhaltig gekauft wurde. Und wenn die Schwäche mal nicht gekauft wurde, kam die Notenbank mit einem neuen Stimulus um die Ecke.

Dieses Environment hat uns geprägt und so flüstert uns unser Hirn mit seinem Erfahrungswissen permanent ein, dass das nun auch bald passieren wird. Der Markt wird wieder hoch schiessen, die Notenbank wird kommen und so weiter und so fort.

Was aber, wenn sich die Gezeiten wirklich geändert haben und die Notenbank nicht mehr kommt?

Es gibt dafür objektive Anzeichen. Die FED will wohl wirklich den Ausstieg aus der Niedrigzins-Welt schaffen und das macht auch Druck auf die EZB. Und auch innerhalb der EZB -> ist man sich uneinig <-.

Und vor diesem Hintergrund müssen auch die aktuellen Aussagen aus der EZB eingeordnet werden, nach denen man nun mit ruhiger Hand fahren will und frühestens im März wieder über eine Änderung diskutiert wird. Das verpatzte Kommunikationsmanagement Anfang Dezember hat klare Narben verursacht und Draghi seine Grenzen aufgezeigt.

Damit sind die Notenbanken als positiver Katalysator erst einmal vom Tisch. Und dass die Weltlage schwierig ist, ist wohl eine triviale Feststellung, hier wird noch einmal erklärt, was -> China so gefährlich macht <- und das sind die Schulden und damit die Sorge vor einer Kreditkrise, wie schon Lehrer Bömmel gestern erklärt hat.

Deshalb ist es für uns so wichtig, uns nach der "Price-Action" zu richten und nicht nach unseren Ahnungen. Denn "die Wahrheit liegt auf dem Platz" und die aktuelle "Price-Action" an den Märkten ist klares Bärenmarkt-Verhalten.

So auch heute wieder, wo ein markanter Rebound von gestern im Future schon wieder in sich zusammen gefallen ist. Schauen Sie mal auf den DAX Future, Sie sehen gestern eine perfekte technische Formation in Form einer iSKS, die ganz nach Lehrbuch einen Retest hatte und dann den "Measured Move" erreicht hat:

DAX 15.01.16

Wunderbares und profitables Futter also für Trader, die auf solche Strukturen achten. Aber substantiell war davon gar nichts, das war eher ein Squeeze durch die Auflösung von Short Positionen. Und das heutige Gap sagt auch klar, was davon über den Tag hinaus zu halten war.

Jetzt sucht unser Hirn mit "Recency-Bias" aber permanent Bestätigungen für die Theorie, nach der die nächste grosse Rally ja "gleich um die Ecke" sein muss. Denn so sind wir es ja gewohnt. Auch das ein "Bias", hier der "Confirmation-Bias". Wir können uns unseren Verdrahtungen im Gehirn halt einfach nicht entziehen.

Und so fragen wir uns nun, ob dieses Verhalten der Kurse nicht vielleicht mit der heutigen OpEx zu tun hat? Und es nächste Woche doch zur grossen Rally kommt?

Meine Antwort darauf ist: Das kann schon sein. Sicher kann eine Rally nächste Woche kommen, genügend überverkauft ist der Markt dafür immer noch. Und ein Einfluss der heutigen OpEx ist sicher da, ich halte ihn aber auch nicht für so gross, dass er das gesamte Marktverhalten erklären kann.

Nein, wir sollten statt dessen der Wahrheit ins Auge sehen:

Auf der kurz- und mittelfristigen Zeitebene haben wir derzeit das Kursverhalten eines Bärenmarktes.

Und das bedeutet, wir müssen umdenken. Wir müssen nun davon ausgehen, dass Rallys wieder verkauft werden. Falls der Bulle noch da draussen sein sollte, muss er uns das *beweisen*, in dem sich die "Price-Action" verbessert.

Diese Haltung ist ganz wichtig, sonst treibt uns unser seit 2012 eingeübter Bullenmarkt-Bias immer wieder in Rallys hinein, die kurz nach dem wir aufgesprungen sind, wieder in sich zusammen fallen.

Machen wir uns also keine Sorgen darum, ein paar wenige Prozent nach oben zu verpassen. Wenn der Bulle sich regt, können wir wieder einsteigen und die paar "verpassten" Prozent, verbuchen wir dann unter Risikomanagement. Es gibt Schlimmeres.

Machen wir uns lieber Sorgen, dass wir - wenn wir nicht aufpassen - in eine bröselnde Abwärtsbewegung geraten, die in Regionen führt, die wir noch nicht sehen wollen. Das ist das wahre Risiko, ob es sich dann realisiert, werden wir sehen.

Also noch einmal: Die Wahrheit liegt auf dem Platz!

Und auf dem Platz wird gerade kein schöner Offensivfussball, sondern eine trauriges Getrete von "Rumpelfüsslern" aufgeführt, die die Aktionen des Gegners zerstören wollen und den Ball immer wieder ins Aus treten.

In so einem Markt, bleiben wir als mittelfristige Anleger in unserer Deckung und warten auf bessere Tage. Wir werden diese besseren Tage daran erkennen, dass Dips wieder gekauft werden. Dieser Tag ist aber nicht heute.

Erneut muss ich dazu wie eine Gebetsmühle wiederholen, dass diese Aussagen keine Prognosen sind. Vielleicht dreht der Markt ja nächste Woche schon und ein neuer Bullenmarlt beginnt - wer weiss. Das Geheimnis des Börsenerfolges besteht aber nicht aus Prognosen und Raten. Es besteht daraus, zuverlässig zu erkennen was ist und das Verhalten schnell dem anzupassen. Und was derzeit ist, ist die Price-Action eines Bärenmarktes. Punkt.

So weit die Mahnung, uns in unseren Köpfen auf ein offensichtlich verändertes Umfeld einzustellen. Und nicht die Welt von 2012 bis Mitte 2015 einfach fortuschreiben.

Was gibt es heute sonst noch konkret?

Heute liefern mit Wells Fargo und Citigroup zwei weitere Schwergewichte aus dem Finanzsektor Zahlen. Intels Zahlen gestern waren nicht schlecht, ob die Reaktion dann wirklich so negativ sein wird, wie es die nachbörslichen Kurse indizierten, ist noch offen.

Um 14:30 Uhr kommen heute in den US Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze, das wird den Markt sicher deutlich bewegen. Die Effekte der OpEx werden sich bis in den Abend nach MEZ ziehen, weil dann an der Ostküste eben erst Mittag ist und die Optionen auslaufen.

Achja und vergessen Sie nicht, in den US ist am Montag mit "Martin Luther King Day" ein Feiertag und die Börsen sind geschlossen.

Ich wünsche einen schönen Tag!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

High Yield Anleihen signalisieren Risiko

Der folgende Artikel erschien schon Dienstag 29.09.15 17:10 in Hari Live und reiht sich in eine Kette von Beobachtungen zum Thema ein.

Aber auch im freien Bereich habe ich den Indikator schon 2013 im Artikel -> Die Märkte und der Junk Indikator <- eingeführt und davon abgeleitet, dass damals noch keinerlei Gefahr für die strukturelle Rally bestand - was dann ja auch eintrat.

Nun, im Herbst 2015 ist die Lage aber anders. Lesen Sie hier:

-------------------------------

Ich habe schon oft über die High Yield Anleihen als Indikator dafür geschrieben, ob wir ein ernst zu nehmendes Problem haben, oder nur eine "Garden Variety" (Feld- Wald und Wiesen) Korrektur vor uns, die man schnell abhaken und deren Dip man mit guten Chancen kaufen kann.

Am Mittwoch 29.07.15 hatte ich vor der Urlaubsphase im Premium Bereich unter dem Titel "Trade with Carl - Short Junk" einen Beitrag, der sich mit dem Shorten des ETFs JNK befasste, der die US High Yielder umfasst und dabei besonders die bedrängten Energie-Unternehmen im Fracking-Bereich im Fokus hat.

Dieser Trade war sehr erfolgreich, wie wir dem folgenden Chart entnehmen können:

JNK 29.09.15

Wir hatten eine perfekte, bärische Gegenbewegung nach dem 24.08., die es aber nicht bis zum Widerstand geschafft hat und dann ging es wie erwartet wieder runter.

Und nun hat der JNK im Gegensatz zum S&P500 schon neue Tiefs erreicht, was unterstreicht, dass wir es aktuell im Markt mit einer ernst zu nehmenden Korrektur zu tun haben, hinter der substantielle Sorgen stehen.

Dass der JNK nun so viel Boden verloren hat und schon zu neuen Tiefs aufgebrochen ist, sollten wir als deutliches Warnsignal nehmen, dass wir in keinem gefahrlosen Bullenmarkt mehr sind, in dem früher oder später jeder Dip zu kaufen ist.

Und dass das in einer Phase passiert, in der die Notenbanken einen guten Teil ihres Pulvers ohne nennenswerte Effekte auf die Realwirtschaft schon verschossen haben, sollte uns im langfristigen Bild nur noch vorsichtiger machen, auch wenn es kurzfristig stark nach Rebound riecht.

Auch die FuW, hat das im -> Chart des Tages <- zum Thema gemacht und wenn wir da von gestiegenen CDS Prämien hören, kommen alten Hasen schnell ungute Erinnerungen an 2007 hoch.

Ich will aber noch einen darauf setzen und die aktuelle Korrektur über den JNK mal in die grössere Perspektive stellen:

JNK 29.09.15 2

Sie sehen eindeutig, dass es nun - im Gegensatz zum Oktober 2014 - "ernst" ist. Wir haben bei den High Yieldern schon heute einen Einbruch, der sich nur noch mit der Lage 2010 zum "Flash Crash" bzw der "Griechenland 1.0 Krise" und mit der Lage 2011 zur Eurokrise vergleichen lässt.

Bei aller berechtigten Erwartung an eine denkbare Wende und ein bald bevorstehendes "Undercut & Rebound" Szenario an den Aktienmärkten, das dann zu einer Jahresendrally führt, sollte uns das vorsichtig genug machen um zu verhindern, dass wir zu gierig jedem Bounce gleich nachlaufen.

Die langsame und stufenweise Erweiterung des Depots mit Qualitätsaktien, lässt sich sicher auch heute rechtfertigen. Dafür sind die Kurse tief genug.

Um aber aus Überzeugung nun Kaufkurse auszurufen, wie das viele Mainstream-Medien in Deutschland schon letztes Wochenende getan haben, ist es nach meiner Einschätzung noch zu früh.

Das endgültige Urteil über diese Korrektur steht noch aus und wir wissen noch nicht, welchen Namen wir beim Fragezeichen mal in der Zukunft hinschreiben werden.

Das nur zur Einordnung für alle, die nun zu gierig nur nach oben schauen. Man kann zur Lage auch kurz und knapp sagen:

Kurz- und Mittelfristige Chancen? Ja!

Es spricht nun viel für eine Jahresendrally, die sich bald (im Oktober) in Bewegung setzen könnte. Und auch ein potentieller Doppelboden entsprechend der -> 2011er Analogie <- hat nun gute Chancen. Der JNK dürfte also kurzfristig auch wieder steigen und eine Gegenbewegung einleiten.

Generelles Feuer frei? Nein!

Auch wenn wir nun eine Jahresendrally sehen sollten und der JNK eine Gegenbewegung vollzieht, kann diese im grossen Bild immer noch nur die rechte Schulter eine Topbildung sein. Auch 2007 kamen die Märkte zum Jahresende noch einmal in die Nähe der Höchststände, bevor es dann 2008 richtig abwärts ging.

Der "Junk Indikator" signalisiert ganz klar strukturelle Gefahr und das sollten wir nicht einfach ignorieren.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Gold und der Weg des maximalen Schmerzes

Der folgende Artikel erschien schon gestern Montag 06.10.14 09:40 in Hari Live

Gold hat in USD nun heute Nacht endlich das getan, was schon länger absehbar war: die Tiefs bei 1180 USD wurden erneut getestet:

Gold 06.10.14

Damit ist ein temporärer Bounce nun höchst wahrscheinlich geworden. In Summe erleben wir nun seit Monaten, wie Gold sich exakt so bewegt, wie wir das schon seit Anfang des Jahres hier als grossen "Gameplan" mehrfach skizziert haben.

Zu klar war einfach die zu positive Erwartung der Gold-Bugs, die aus reiner Hoffnung heraus, auf einen Rebound gesetzt haben und unbedingt eine Umkehrformation sehen wollten, wo in Wirklichkeit ein grosses fallendes Dreieck war, das nach Auflösung nach unten schrie.

Ich erinnere in diesem Zusammenhang an den Artikel -> Gold zwischen Mythen und Propaganda <-, der auch Links zu den anderen Artikeln zum Thema hat.

Nun ändert sich der mediale Konsens am Markt aber merkbar, die diversen Börsenbriefe der „Gold-Bugs“ schwenken um und selbst die härtesten Gold-Bullen, nehmen nun einen Absturz bis 1000 USD ins Visier - zu deutlich ist einfach die aktuelle Schwäche, als dass man da noch gegen an schreiben kann. Natürlich wird der Absturz auf 1000 USD mit dem „Twist“ versehen, dass das dann der finale Absturz sei, aber der Konsens richtet seinen Blick nun klar nach unten und das Sentiment ist sauer wie selten.

Und damit kommt nun wieder die Reflexivität zum Tragen und wir, die wir diese Mechanismen verstehen, tun nun gut daran, uns auch andere Alternativ-Szenarien zu durchdenken, als den Absturz auf 1000 USD, den wir schon so lange auf dem Radar haben.

Sie wissen in diesem Zusammenhang, dass ich ein Freund der Theorie vom „Weg des maximalen Schmerzes“ bin, dem Weg, den der Markt systemimmanent gerne nimmt. Man könnte es auch schlichter den Weg des geringsten Widerstandes nennen, weil das der Weg ist, auf dem niemand positioniert ist und damit Widerstand leisten kann. Ein Weg, den niemand auf der Rechnung hat, ist aber auch ein Weg voller Schmerz für die Marktteilnehmer.

Gerade bei Gold, ist die Tendenz diesen Weg zu nehmen besonders ausgeprägt, weil bedingt durch die Struktur der COMEX und die Möglichkeit dort ohne physische Hinterlegung gehebelt zu handeln, der Goldpreis von den ganz grossen Jungs beliebig hin und her geschickt werden kann. Da bietet es sich doch geradezu an, die normalen Anleger mal wieder abzufischen und erneut auf dem falschen Fuss zu erwischen.

Und wie würde so ein mögliches Szenario des maximalen Schmerzes nun aussehen?

Nun, es würde nach einem anämischen Bounce, der sich nun anschliessen könnte, einen Einbruch unter 1180 erfordern. Dieser Einbruch würde dann die letzten Gold-Bullen demoralisieren und der ganze Markt würde auf die 1000 USD starren. Wenn dann, irgendwo zwischen 1100 und 1150 USD, ein Rebound orchestriert wird, dürfte das den gesamten Markt auf dem falschen Fuss erwischen und zu einem brutalen Short-Squeeze führen:

Gold 06.10.14 2

Bedenken Sie aber bitte, das ist nur ein Szenario unter vielen. Aber eines das ebenso Sinn macht, wie der Einbruch bis 1000 USD. Und bedenken Sie bitte, dass Gold in diesem Szenario unbedingt einen schwächeren Dollar für den Rebound braucht. Aber auch aus dieser Sicht könnte das Szenario vom Timing her Sinn machen, denn wenn nach einer kurzen Gegenbewegung im Dollar, in den kommenden Wochen noch eine weitere Phase der Dollarstärke kommen sollte, könnte sich diese Bewegung dann auch in ein paar Monaten erschöpft haben. Das wäre wohl notwendige Voraussetzung, um eine Stabilisierung beim Goldpreis zu bekommen.

Gehen wir nun also kurzfristig von einem schwachen, bis bestenfalls durchwachsenen Bounce bei Gold aus, der im Maximum vielleicht bis 1250-1260 USD tragen könnte. Und gehen wir davon aus, dass die 1180 USD dann in den kommenden Monaten trotzdem nach unten gebrochen werden.

Dann aber wird es richtig interessant und wenn die ganze Herde auf der einen (Short-) Seite des Bootes hängt, müssen wir uns nicht auch noch auf diese Seite begeben. Eine Veränderung der Positionierung der Commercials im COT-Report, wird uns wohl den Weg weisen.

Ihr Hari

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live – Archiv 27.07.14 – 02.08.14

Premium gross

Hari Live - Archiv 27.07.14 - 02.08.14

Samstag 02.08.14 09:55 - FED Zinserhöhung

Diese Erwartung und Unsicherheit prägt in hohem Masse den Markt und dürfte zu dem Einbruch der US Indizes am Donnerstag beigetragen haben: -> Yellen droht bald die erste Machtprobe <-

Die positive Reaktion auf die schlechteren Arbeitsmarktdaten am Freitag bestätigt dieses Bild.

Freitag 01.08.14 18:00 - Haris Wort zum Sonntag

So liebe Mitglieder, ich bin müde, es war in vielerlei Hinsicht eine harte Woche für mich, die eigentlich eine ruhige Sommerwoche mit "Hundstagen" hätte werden sollen. Ich zahle nun halt auch den Preis dafür, dass ich diesen Blog für Sie betreibe, denn ich selber bin aktuell genügend aus dem Markt, dass ich mich nun in einen Sessel legen und bestenfalls mit einem Auge grinsend auf das Spektakel schauen könnte. Alles was ich in so Phasen selber mache, sind so taktische Spielereien im Trading-Bereich, wie heute zum Bounce - die grosse Aufstellung steht aber und ist gut wie sie ist. Und erst wenn wieder mehr Klarheit herrscht, womit wir es hier zu tun haben, kommt da auch wieder Bewegung rein.

Ihnen gegenüber bin ich ja aber eine Verpflichtung eingegangen und ich habe mehr als genug preussisch-calvinistischen Arbeitsethos, dass Sie 100% sicher sein können, dass ich auch für Sie da bin. Gerade an so Tagen. Und so schreibe ich heute halt viel, wo ich viel lieber da draussen wäre, wo endlich mal die Sonne scheint. 🙂

Ich will das aber nicht als Gejammer verstanden wissen, denn ich tue in Summe gerne für Sie, was ich tue. Und ich bekomme dafür ja auch Einiges von Ihnen, so dass der Saldo in Summe positiv ist. Und dabei meine ich nicht primär die Zahlungen, die dienen primär dazu sicherzustellen, dass hier nur Mitglieder sind, die auch wirklich wertschätzen was ich tue. Nein ich meinen Ihren Zuspruch, Ihr Lob und Ihren Dank, den ich immer wieder bekomme. Der bedeutet mir sehr viel und der ist es, der mich hier vor allem antreibt. Aber manchmal drängt sich halt das Schöne und manchmal auch die Nachteile einer Tätigkeit ins Bewusstsein. Und heute wäre ich lieber draussen gewesen, da ich selber im Markt meine Aufstellung gefunden habe, die mich dieses Spektakel gelassen beobachten lässt.

Mir drängt sich auch gerade die Erinnerung an 2011 ins Vorderhirn, wo auch die Korrektur Ende Juli Fahrt aufnahm und uns der Sommer sozusagen geraubt wurde, weil der Markt alle Aufmerksamkeit erforderte. Auch das war ein Hochsommer, der ziemlich auslaugte.

Weiterlesen ...

Stada und die Disziplin beim Risikomanagement

Der folgende Beitrag erschien gestern Dienstag 22.07.14 10:25 in Hari Live

Ein Musterbeispiel, wie leicht man mit wenigen Linien manchmal sinnvolles Risikomanagement betreiben kann, ist der Generika-Konzern Stada (725180). Besonders interessant ist der Titel aktuell, weil er durch sein starkes Exposure in Russland, auch ein Abbild der Geschehnisse rund um die Ukraine darstellt - im Guten wie im Schlechten.

Mein letzte Kommentar zur Aktie datiert in Hari Live vom Montag 16.06. 11:30, zu dem Zeitpunkt sah Stada sehr stark aus und man konnte damals einen Long-Trade mit Absicherung eingehen. Genau dieses Absicherungsniveau, wird auch heute wieder eine Rolle spielen, dazu aber später mehr.

Im Nachgang schob Stada dann auch tatsächlich nach oben und man hätte den Stop ins Positive auf das Ausbruchsniveau nachziehen können, der Kurs bildete dann aber am 03.07. ein ziemlich deutliches Swing-High und von da an ging es nur noch abwärts. Die Abwärtsbewegung wurde zuletzt natürlich massiv durch die Geschehnisse rund um MH017 beschleunigt. Besonders der Verfall des Rubels schadet dabei Stadas Gewinnaussichten. Schauen wir mal auf das Chart:

Stada 22.07.14

Wir sehen erstens das deutliche Swing High. Zweitens sehen wir, wie man mit zwei simplen Linien sinnvolle Stopniveaus identifizieren konnte, die untere Linie ist dabei der alte Stop vom 16.06. und die obere wäre das Ausbruchsniveau, das durch den Swing-High negiert wurde.

Drittens sehen wir, dass man alleine durch Respektierung dieser beiden klaren Stop-Niveaus, den 15.07. als klares Exit-Signal hätte identifizieren können. Und man mit einem Ausstieg spätestens am 15.07., einem guten Teil des folgenden Absturzes aus dem Weg gegangen wäre.

Viertens sehen wir in die Zukunft blickend, dass möglicherweise bald ein Swing-Low anstehen könnte, dem dann ein schneller Bounce folgen sollte. Wo exakt das Swing-Low kommt, ist nicht präzise vorher zu sehen und hängt natürlich auch von den Sanktions-Entscheidungen des Westens ab. Das dieser Swing-Low kommt ist aber wahrscheinlich, denn Stada ist ja kein Pleite-Kandidat, der nun ins Bodenlose fällt - hier wird einfach das Russland Risiko vom Markt eingepreist.

Ob dieses Swing-Low dann eine grundlegende Trendwende bedeutet oder nur den Auftakt eines temporären Rebounds darstellt, bleibt offen und dürfte auch in hohem Masse von der geopolitische Entwicklung abhängen. Klar ist, dass Stada nun eher günstig bewertet ist, falls sich die Krise um Russland verflüchtigt, harte Sanktionen ausbleiben und der Rubel sich stabilisieren sollte. Klar ist aber auch, dass Stada noch weitere Fallhöhe besitzt, falls es zu einem echten Wirtschaftskrieg des Westens mit Russland kommen sollte.

In Summe will ich mit dieser Nachbetrachtung verdeutlichen, wie einfach manchmal sinnvolle Absicherung ist, wenn man nur die Disziplin hat, sich auch tatsächlich daran zu halten. Diese Disziplin ist in der Regel das wirkliche Problem das Anleger haben, denn zu dem Zeitpunkt an dem man den Stop ziehen müsste, hier spätestens am 15.07., ist die Lage nicht wirklich so klar, wie es im Nachhinein dann aussschaut. Trotzdem war auch am 15.07. mitten im Getümmel klar zu erkennen, dass nun beide Linien ebenso wie die 50-Tage-Linie gebrochen sind und das Konsequenzen haben sollte.

Was man brauchte, war "einfach" Disziplin beim Risikomanagement. Vergessen Sie das nie !

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live – Archiv 13.04.14 – 19.04.14

Premium gross

Hari Live - Archiv 13.04.14 - 19.04.14

Samstag 19.04.14 10:05 - Märkte

-> Weekly Market Summary <-

Witzig, "the fat pitch" entspricht mal wieder 100% meiner Marktsicht - neutral mit leicht negativem Unterton - die ich hier in Hari Live schon am Freitag unter den Stichwörtern: "Knäul an Fragezeichen" und "keine klare Indikation für kommende Woche" formuliert habe.

Insofern wieder ein zur Vorbereitung auf kommende Woche sehr lesenswerter Link.

Weiterlesen ...