Quartalszahlen Review KW17 2021



Wir stehen vor der zweiten von drei Wochen intensiver Quartalssaison im 2. Quartal 21, es ist die Woche in der die meisten Weltunternehmen berichten. Kommende Woche wird es dann noch einmal heiss, danach beginnt es zunehmend zu tröpfeln und braucht nicht mehr unsere uneingeschränkte Aufmerksamkeit.

Aufgrund der Menge der Berichtsunternehmen kann ich nur eine Auswahl großer Namen herausziehen und muss vieles links liegen lassen, was eigentlich auch Aufmerksamkeit verdient hätte.

Das Video besteht aus einem 26-minütigen Review von 46 Aktien die in der KW17 berichten wie folgt:

AAPL, MSFT, GOOGL, FB, AMZN, TXN, QCOM, NXPI, AMD, TSLA, SHOP, NOW, NOVN, LLY, MRK, BMY, ABBV, AMGN, GSK, AZN, ILMN, SYK, TMO, MMM, ABBN, GE, SHW, ITW, RTX, BA, LHX, AIR, CAT, ECL, BAS, ADM, UPS, KNIN, VALE, BP., XOM, MO, MCD, SBUX, V, MA

Ihr Hari

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Quartalszahlen Review KW05 2021



Die erste Quartalssaison des Jahres 2021 befindet sich in der KW05 auf ihren Höhepunkt.

Das Video besteht aus einem Review des SPX Futures, von Silber und 38 Aktien wie folgt:

ES1!, XAGUSD, NXPI, QCOM, IFX, GOOGL, SPOT, AMZN, UPS, TMO, PFE, MRK, ABBV, VRTX, ALGN, REGN, AMGN, GILD, BDX. RO, NOVO_B, GSK, SAN, SHL, HUM, SIE, ABBN, LIN, ETN, PH, ITW, APTV, XOM, RDSA, BP., PYPL, EA, ATVI, UNA, PM

Ihr Hari

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Frühlings-Gefühle



Frühlings-Gefühle durchströmen den Markt und das ist wichtig. Denn der Versuch war am Freitag und Montag Nacht merkbar da, den Bounce zum Abknicken zu bringen, die Bullen war aber zu stark dafür.

Das ist deshalb wichtig, weil je stärker und stabiler dieser Bounce wird, desto wahrscheinlich hat der 23.03. den Tiefpunkt markiert und ein immer noch wahrscheinlicher Retest dreht dann oberhalb dieser Tiefs mit einem höheren Tief wieder nach oben.

In einem sehr schwachen Markt, wären wir jetzt schon zuverlässig abgekippt und hätten gestern das Gapdown der Nacht vergrössert. Haben wir aber nicht, woran sicher der Stimulus mitwirkt, aber letztlich ist das "warum" egal, wichtig ist dass der Markt im Bounce nun Durchhaltevermögen zeigt und das ist ein positives Signal.

Verzerrt wird diese ganze Einschätzung aber wie ich gestern schon sagte vom heutigen Quartalsende, die derzeitige Stärke sollte auch mit Repositionierungen großer Adressen zu tun haben. James DePorre erklärt -> hier <- sehr schön, was es damit auf sich hat, das erspart mir die Erklärung:

One issue that is coming into play as we wrap up the month is pension plan allocations. Many pension plans have target allocations. For example, they may want to hold 70% equities and 30% bonds. When equities fall in price and bonds rise, those percentages will change. With the recent fall in prices, many funds will now be underweight equities and will need to add to their positions at the close tomorrow.

There is some talk that some funds may not be making their typical re-allocations because of the volatility, but there is still likely to be buy pressure into the close tomorrow.

Der erste Test dieses Bounce kommt also ab Morgen dem 01.04.20 und dem Beginn des 2. Quartals. Dann erst wissen wir was der Markt wirklich denkt, wenn er nach vorne schaut, außer er schickt uns im wahrsten Sinne des Wortes in den April.

Der zweite Test kommt dann im Laufe des April mit den ökonomischen Daten, die dann die Zeit des Crash beinhalten und mit der Quartalssaison, in der die Firmen ihre neuen Ausblicke präsentieren werden.

Es gibt aber schon objektive Gründe für diese Frühlingsgefühle, da prasseln nun zunehmend positive Nachrichten herein:

Die Welt ist auch technologisch nicht mehr die von vor 20 Jahren und schon gar nicht von vor 100 Jahren, so eröffnen zum Beispiel designte mRNA-Impfstoffe neue Chancen, diese schneller zu entwickeln und vor allem zu produzieren, alte Impfstoffe mussten noch langwierig in Eiern oder Zellen gebrütet werden. mRna-Impfstoffe sind noch nicht bewährt und noch Hoffnung, aber früher gab es diese Hoffnung eben gar nicht.

Einen guten Überblick darüber was da alles passiert und was es bedeutet finden Sie -> hier beim Verband der forschenden Pharma-Unternehmen VfA <-

Es gibt also Grund für latenten Optimismus, der nun zunehmend im Markt ankommt und im Hintergrund lauert ja immer noch dieser gigantische Stimulus, den es so in keiner der bisherigen Krise gab und der die Panik vor der großen Weltwirtschaftskrise ein wenig dämpft.

Objektiv ist diese Krise schlimmer als Lehman, das nur eine Finanzkrise war. Wir haben hier eine weltweite Krise, die sich direkt auf die Menschen auswirkt und aus der zusätzlich eine Depression und Finanzkrise erwachsen könnte. Gleichzeitig haben wir aber auch die schnellsten und massivsten fiskalischen Gegenmaßnahmen, die es je gegeben hat - die 1930er Weltwirtschaftskrise war zum Beispiel deshalb so lange und tief, weil man die Wirtschaft nicht antizyklisch gestützt hat, sondern die Krise durch Sparmaßnahmen verschärft hat.

Deswegen wiederhole ich auch das im Wochenausblick Gesagte, dass diese Situation einmalig ist und das gilt auch für den Stimulus, weswegen uns historische Vorlagen hier nur begrenzt weiterhelfen. Sie sind besser als nichts, aber letztlich auch nur anekdotisch und nicht wirklich auf diese Krise übertragbar.

Womit wir wieder bei der Frage sind, die viele umtreiben wird und das ist, ob man jetzt weiter einsteigen sollte?

Die Antwort ist unverändert, es gibt zu viele mögliche Verlaufsszenarien, um das klar und eindeutig zu beantworten und wir sollten auch nicht nach etwas suchen, was es gar nicht geben kann. Aber die Chance, dass der 23.03.20 das absolute Tief markierte ist durchaus vorhanden und wird stärker, je überzeugender dieser Bounce nun abläuft.

Und ich vermute, dass damit viele von Ihnen nun erneut ein emotionales Problem haben, Sie sind nun vielleicht Ende Februar gut herausgekommen, wie kommen Sie nun wieder herein?

Ich kann Ihnen dazu nur eine scheibchenweise Vorgehensweise in Stufen raten. 30-50% Exposure sind derzeit je nach Risiko-Appetit sicher zu verantworten. Und ich rate Ihnen gedanklich mit einem Trick nun anders herum heran zu gehen.

Statt an der Seitenlinie zu warten und zu Zögern und zu Grübeln wann man kauft - voller Angst dass es dann sofort wieder fällt - denken Sie besser anders herum.

Sie kaufen *jetzt* scheibchenweise Qualität, wie zum Beispiel den iShares Water ETF von letztem Freitag und schwören sich aber, diese Qualität abzusichern oder wieder abzustossen, falls wir wirklich durch die Tiefs vom 23.03. durch und doch noch in einen 50-60% Crash hinein fallen sollten.

Sie ändern also die Wahrnehmung, statt über den Einstieg zu grübeln, wagen Sie ihn in definiertem, begrenztem Umfang und grübeln eher über die Absicherung im Falle des Falle. Und das konnte man eigentlich seit nun 2 Wochen schon gedanklich so vorbereiten, ich erinnere zum Beispiel an -> meine nachdrückliche Predigt vom Live Stream 19.03,20 15:40 MEZ <-

Ganz wichtig ist für Sie nun aber geistige Vorbereitung auf den irgendwann kommenden, ersten Rebound. Vielleicht ja sogar schon morgen, wenn ich dann mal nicht präsent bin.

....

Sie können das gestalten wie Sie wollen, Sie könne nun auch einfach scheibchenweise Qualitätstitel akkumulieren, weil Sie sich klar darüber sind, dass Sie auch noch einmal 20% Minus und 6 Monate Baisse durchstehen werden. Auch das ist eine legitime Strategie.

Aber durchdenken Sie das in jedem Fall *JETZT*, nicht erst wieder am dritten Tag eines Rebounds, der dann mit jedem Tag immer überzeugender wird. Dann sind sie nämlich wieder unter Druck und genau da liegt das Problem.

Und? Haben Sie das getan? Dann renne ich jetzt ja schon offene Türen ein, dann tun Sie schon, was ich hier erneut sage.

Und was Sie da nun kontrolliert und scheibchenweise kaufen können und schon länger konnten sind nicht die Gurken, die vielleicht doch Pleite gehen, sondern echte Qualität. Schauen Sie mal nur als Beispiel, da oben in der Liste der Firmen waren mit Thermo Fisher Scientific (TMO), Johnson & Johnson (JNJ), Abbott Labs (ABT) und Danaher (DHR) vier Namen, die hier allen gut bekannt sein sollten, weil Sie zu meinem engeren Investment-Universum gehören.

Nun will ich damit weder diese Aktien über andere herausheben, noch will ich sagen, dass man derzeit nur Aktien im Bereich Healthcare kaufen kann, es gibt auch andere "Safe Havens", schauen Sie zum Beispiel mal was Procter & Gamble (PG) oder eine Microsoft (MSFT) gerade macht.

Ich benutze nur diese offensichtlichen Nachrichten zu Tests und Impfungen und will Ihnen damit nur zeigen, dass es derzeit gar nicht so schwer ist, sich Qualität ins Depot zu legen, auch wenn man bewusst *nicht* weiss, ob wir noch einmal zu den Tiefs gehen und *nicht* weiss, ob im April nicht doch noch die zweite Phase des Zusammenbruchs kommt.

Schauen Sie mal diese Charts, das sieht doch im Rebound überwiegend recht stark aus und bei diesen Aktien nicht danach, als ob das nur ein "Dead Cat Bounce" wäre - am schwächsten von allen ist noch TMO:

Aber selbst bei den Gurken gibt es erste Frühlings-Gefühle, schauen Sie mal Öl und Öl-Aktien wie BP. Öl generiert neue Tiefs, die es seit 2003 nicht mehr gegeben hat, Ölaktien wie BP machen das aber zuletzt nicht mehr mit und generieren hier sogar eine potentielle Wendeformation:

Letzteres ist jetzt kein Investment sondern eher ein taktischer, mittelfristiger Swing-Trade - zumindest für mich, Sie wissen wie ich über den Sektor langfristig denke - aber ich will Ihnen damit zeigen, dass hier tatsächlich erste Krokusse spriessen.

Womit wir wieder beim Thema sind, das ich hier schon oft erklärt habe, dass dieser Wiederaufbau der Positionen nach dem Crash ein Prozess ist, für den es keinen einzelnen Tag zum Einstieg geben wird.

Nichts hat sich an der Unsicherheit geändert, nichts daran dass ein Retest der Tiefs möglich ist und ein Bruch derselben auch. Und wenn Sie heute eine der Aktien oben kaufen würden, kann es Ihnen fraglos passieren, dass morgen am 01. April eine böse April-Überraschung kommt und der Markt wieder zu fallen beginnt, weswegen Sie vielleicht den Quartalsanfang noch abwarten sollten, heute der 31.03. sollte nicht repräsentativ sein.

Oder es kann Ihnen passieren, dass Mitte April neue Angst aufkommt, wenn die Fallzahlen in Asien wieder steigen sollten. Aber das ist einfach die derzeit deutlich erhöhte Unsicherheit und wer auf die endgültige Sicherheit wartet, kann bis zu den Hochs wieder warten und wird sich dann auch nicht sicher sein.

Entscheidend ist in diesem Prozeß, dass wir inkrementell agieren und uns konsequent der Marktlage anpassen. Und dieses Glas des Marktes ist derzeit weder ganz leer, noch ganz voll, es kann aber realistisch zu 30-50% gefüllt sein und das ist ja auch schon mal was.

Also, für die Investoren unter Ihnen gilt mein Rat:

  • Agieren Sie inkrementell und scheibchenweise, diszipliniert Schritt für Schritt.
  • Vermeiden Sie Käufe nach emotional-optimistischen Aufwallungen, kaufen Sie nach einem Regelwerk.
  • Kaufen Sie kompromisslos fundamentale Top-Qualität und nicht die am tiefsten gefallenen Gurken, die können Sie traden wenn Sie wollen.
  • Kaufen Sie kompromisslos starke Langfrist-Charts, denn der Markt kennt fundamentale Qualität besser als Sie, starke Aktien *haben* starke Charts, sonst sind es keine!
  • Seien Sie sich bewusst, dass das Risiko einer zweiten Crash-Phase weiter besteht und bereiten Sie sich darauf innerlich und mit einer Absicherungs-Strategie vor. Wenn es nicht eintritt - um so besser!
  • Erhöhen Sie Ihr Exposure aktuell maximal auf ein mittleres Niveau, das Ihrem Risiko-Empfinden angemessen ist und mit dem Sie sich auch bei einem Retest der Tiefs wohl fühlen würden.
  • Denken Sie mittelfristig optimistisch, ohne dabei kurzfristig naiv und blauäugig zu sein, diese Krise *wird* vorbei gehen und wir neue Hochs sehen!

Und jetzt wünsche ich heute viel Erfolg und morgen am 01.04.20 wird es richtig spannend, das 2. Quartal 2020 beginnt.

Ihr Hari

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Hari Live Stream 25.03.20



15:10 MEZ - ZH2

Gestern schrieb ich in -> To Bounce or not to Bouce <-:

Woran erkennen wir, dass der Bounce real ist?
Daran dass wir unter hohem Volumen nun die Hochs von letzten Freitag bei ca. 2.500 im SPX nehmen. Im Moment sieht es so aus, als ob die Chance dafür nun real da ist!

Der gestrige Tag und der heutige Verlauf nach Verabschiedung des fiskalischen Stimulus in den US liefern uns nun genau diese Chance. Es wäre das erste Mal seit dem Beginn der Krise, dass der S&P500 wieder 2 Tage hintereinander im Grünen schliessen würde.

Aber genau hier zögert und schwankt der Markt auch wenig verwunderlich, wir werden sehen wie der heutige Tag wird. Dass sich nicht sofort eine "Sell the News" Reaktion in Gang setzte, ist schon mal ein kleines Positivum:

Klar ist aber auch und das will ich noch einmal wiederholen: selbst wenn der Ausbruch über 2.500 hinweg heute kommt und der Bounce uns in die 2.700er Region im SPX führt, die Wahrscheinlichkeit dass nun "Friede, Freude, Eierkuchen" herrscht ist extrem klein und es ist hoch wahrscheinlich, dass wir die Tiefs zumindest noch einmal sehen oder in die Nähe kommen.

Dieser Bounce sollte also zur sinnvolle Repositionierung genutzt werden und nicht dafür sich gleich in FOMO zu suhlen!

15:25 MEZ - ZH3

Auch der DAX zeigt uns, worum es geht. *Mindestens* bis zum 38er Fibo-Retracement bis 10.370 sollte dieser Rebound Kraft haben, sonst wäre das ein Ausdruck immenser Schwäche und würde neue Tiefs in Folge der nächsten Abwärtsbewegung hoch wahrscheinlich machen.

Noch ist das nicht eingetreten und noch fallen die derzeitigen Abgaben unter ein klassisches "Sell the News" Szenario, nur sollte diese initiale Schwäche nun besser bald enden und ein ernsthafter Rally-Versuch auftreten, wenn das wirklich der zweite positive Tag hintereinander werden soll:

15:35 MEZ - ZH5

Gerade gefunden, ein wirklich wunderbares Chart von Fidelity.

Natürlich ist jede Krise anders und dieses Chart soll nicht implizieren, dass es nun exakt wie 2008 oder 1987 läuft. Eine Pandemie ist auch ganz etwas anderes als die Krisen die wir damals hatten.

Das Chart hilft aber immens das aktuelle Geschehen in ein größeres Bild einzuordnen.

15:50 MEZ - ZH3

Ein Indikator, an dem wir auch erkennen können, dass wir es mit einem klassischen Oversold-Bounce zu tun haben und *nicht* mit einem breiten, ersten Kaufschub nach einem Boden, ist die Tatsache, dass die Qualitätsaktien die sich in der Krise gut gehalten haben, kaum am Bounce teilnehmen, während die schwer verprügelten Werte einen starken Snapper hinlegen.

Beispielhaft sei hier Amazon (AMZN) im Vergleich zu Boeing (BA) oder BP (BP) gezeigt. Diesere Bounce hat also wohl mehr mit Short-Eindeckungen, als mit neuem Kaufinteresse institutionellen Geldes zu tun. Dass hier kleine Privat-Anleger schon FOMO haben, kann man getrost als vom Volumen nebensächlich ignorieren:

16:30 MEZ - ZH3

Wissen Sie, was das aus taktischer Sicht *Beste* wäre, das uns nun passieren könnte?

Dass der Bounce es tatsächlich in die mit einem Kreis markierte 2.600-2.700er Zone im SPX schafft. Dort hätten wir dann ein sehr gutes CRV dafür neue Short-Positionen zu eröffnen bzw die Hedges wieder voll hochzufahren.

Ob der erneute Rückgang dann dort wie eingezeichnet endet und ein höheres Tief generiert - der Optimalfall - oder ob wir zu neuen Tiefs fallen kann uns dann egal sein. Entscheidend ist da oben beim Kreis zu repositionieren.

Und klar, das ist dann sehr logisch und man kann argumentieren, dass der Weg des maximalen Schmerzes dann wohl direkt im "V" nach oben wäre. Aber das zu Glauben erfordert wirklich anzunehmen, dass es keine zweite Sorgenphase im April gibt, wenn die ökonomischen Katastrophendaten hereinprasseln und sich der "Tanz" nach dem "Hammer" als schwierig herausstellt - und das wird er sein.

Nein, ich denke wir haben jetzt in den restlichen Tagen des März einfach eine Chance auf eine Hoffnungsphase und die sollten wir zur Repositionierung nutzen. Im April wird es dann recht sicher noch einmal sehr schwierig werden und eine Menge schlechter Nachrichten auf den Markt einprasseln.

Dass der Markt das dann mit einer volatilen Seitwärtsbewegung ala 1987 verdaut, kann ich mir durchaus vorstellen und wäre positiv. Dass jetzt schon Friede, Freude, Eierkuchen kommt, halte ich dagegen für unrealistisch.

17:00 MEZ - ZH1

Kurzfristig, Intraday für die Trader unter uns, ist das nun seit 16 Uhr mit dieser engen Konsolidierung eine spannende und potentiell profitable Ausgangslage.

Denn egal in welche Richtung Sie schauen, Sie können eng absichern und haben eine potentiell recht scharfe Bewegung vor sich, wenn sie richtig liegen.

Nach meiner Wahrnehmung geht die Tendenz hier übrigens eher nach oben.

18:05 MEZ - ZH1 - ZH2

So liebe Mitglieder, jetzt habe ich fast eine Stunde mit meinem Steuerberater telefoniert, aber Beratung umgedreht. 😉

Ihm rennen natürlich nun die Mandanten auch die Bude ein mit Fragen was sie jetzt machen sollen, ob es einen "Safe Haven" für ihr Kapital gibt usw. Der Steuerberater muss es ja wissen, tut er auch, weil er kann ja mich fragen. 😛

Dafür bekomme ich dann wieder kostenlosen Support wenn es um echte Steuerprobleme geht, so wäscht eine Hand die andere.

Was den Markt angeht, war mein Trade von 17:00 MEZ ja perfekt, wie man leicht sieht - Volltreffer:

Und wichtig ist vor allem, dass wir nun wohl tatsächlich über die Hochs von Freitag laufen - das Chart ist verzögert, ich zahle bei Tradingview die Futures nicht noch einmal, da ich sie bei IB schon bezahlt habe:

Damit haben wir gute Chancen auf einen zweiten, grünen Tag und damit haben wir gute Chancen, dass das ideale Szenario von 16:30 Uhr MEZ oben auch eintritt. Wunderbar. 😀

Ich schliesse damit, viel über Einzelaktien zu sprechen macht derzeit keinen Sinn, weswegen ich auch morgen überlegen werde, statt eines Streams wieder einen reinen, kompakten Lagebericht zu machen.

Denn wir sind noch nicht in der Stockpicking-Phase nach einem belastbaren Boden, in der es dann wieder jede Menge Sinn macht, einzelne Aktien und ihre Setups zu betrachten.

Wir sind aktuell - wie ich Ihnen oben zeigte - einfach in einem "Oversold-Bounce" und da steigt einfach alles, was vorher verprügelt wurde - so simpel.

Unser Job ist jetzt einfach diese Swings gut zu spielen und das ist uns ja bisher so gut gelungen, wie es besser kaum möglich ist. Womit Sie diese Swings spielen, ist gerade sekundär.

Die Zeit der Selektion und des differenzierten Handelns kommt definitiv wieder, aber der Tag ist nicht heute, heute surfen wir einfach auf den Wellen von Ebbe und Flut.

Zum Thema übrigens aus der Vergangenheit das:

-> Der Weg des Traders - Vom Markt, dem Surfer und dem Meer <-

Machen Sie es gut, bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Nicht allmächtig



Die Nacht brachte in Asien ein Reversal ins Positive, das aber im Laufe des Vormittags in Europa schon wieder abgegeben wurde.

Wir sind damit im Rebound-Szenario, aber wenn Sie auf den Future schauen sehen Sie, wo dieser Rebound wieder abverkauft wurde - genau unter der alten Unterstützungszone, die in der Abwärtsbewegung nur kurz gehalten hatte:

Es ist also schlicht noch nichts passiert und wir werden sehen, was das große Geld der Wallstreet heute daraus macht.

Nicht allmächtig

Mit diesen täglichen Artikeln, will ich Ihnen ja vor Eröffnung der Wallstreet jeweils ruhige Guidance für den Tag mitgeben.

Heute ist es mir daher besonders wichtig, im Nachgang zu den Szenarien des -> gestrigen Wochenausblicks <- noch einmal die große Annahme zu betonen, die hinter den Szenarien steht.

Denn wenn man gar keine Annahmen macht, ist schlicht alles möglich, das führt uns aber nicht weiter. Der Treiber des aktuellen Geschehens ist aber ganz eindeutig das Virus und insofern muss man eine Annahme zum Verlauf des Virus machen, sonst hat man keine Grundlage.

Gleichzeitig merke ich bei Ihnen den ganz natürlichen Drang, sich jetzt für eine Richtung festzulegen und dabei schlägt dann auch der "Confirmation Bias" zu, man hat eigentlich einen "Glauben" und sucht sich dann die Einzelargumente, die vermeintlich den eigenen Bias stützen.

Ich kann nur sagen: Lassen Sie das sein! Denn es führt zu nichts. Es gibt derzeit keinen technischen Parameter, egal ob Indikatoren oder Sentiment, der für sich alleine bei der Entscheidung helfen kann.

Ich will Ihnen das mit einem Gedankenexperiment mal eindrücklich klar machen. Stellen wir uns mal vor, wir würden in einer Stunde Klarheit über das Virus erlangen.

Wir wissen schon jetzt, dass die Notenbanken so oder so einen massiven, koordinierten Stimulus starten werden, gehen wir davon mal fest aus. Und jetzt erhalten wir im Gedankenexperiement in einer Stunde die folgenden Infos zum Virus und die Frage ist, was wir dann anlagetechnisch tun?

Info1: Das Virus wird sich zuverlässig abschwächen und mit dem Frühsommer verschwinden. Schon in 4 Wochen wird man merken, dass die Multiplikation in der Bevölkerung begrenzt bleibt und nicht exponentiell verläuft.

Was werden Sie tun? Sie werden mit beiden Händen alles kaufen, was bei Drei nicht auf dem Baum ist, denn dieses Wissen zusammen mit dem massiven Stimulus der Notenbanken, garantiert ein "V" und einen massiven, wirtschaftlichen Rebound!

Info2: Das Virus frisst sich mit exponentieller Ausbreitung durch die Bevölkerung. Die 2% Todesrate ist zutreffend, es gibt alleine in Deutschland 1 Million Tote und damit in 2020 eine völlige Überlastung des Gesundheitssystems. Viele Tote basieren auch gar nicht auf dem Virus an sich, sondern den fehlenden medizinischen Kapazitäten für Schwerkranke. Die Straßen sind in D wie in den US leer und das Leben zeitweise wie in Wuhan zum Erliegen gekommen.

Was werden Sie tun? Sie werden alles verkaufen was Sie noch haben, denn keine Zinssenkung kann Kranke gesund machen, die Menschen auf die Straße bringen und die Firmen wieder anlaufen lassen. Der Stimulus der Notenbanken ist nett, löst aber das Problem nicht.

So ... ich denke wie sind uns einig, was Sie in den Fällen jeweils machen würden, oder? Und wenn das so ist, haben Sie damit auch die Antwort, warum der weitere Verlauf des Virus nun die allesentscheidende Frage ist, wichtiger noch als die Notenbanken!

Ja, die Notenbanken drücken schon aufs Gaspedal oder werden es tun, von einer konzertierten Aktion der Notenbanken zur Stützung der Weltkonjunktur kann fest ausgegangen werden. Ob das aber einen durchschlagenden Effekt haben kann, hat mit dem Verlauf der Pandemie zu tun. In dieser Sache sind die Notenbanken nicht allmächtig und das ist ganz wichtig zu verstehen!

Sie tun sich also keinen Gefallen, wenn Sie an diese Krise wie an eine Finanzkrise heran gehen und über Sentiment-Indikatoren oder Annahmen über das Verhalten der Notenbanken den Markt timen wollen.

Ich bin fest überzeugt, dass diese Krise "anders" ist und entscheidend von einem exogenen Faktor abhängt, dem Virus. Sicher haben die Notenbanken Wirkung, aber in diesem Fall eben begrenzt.

Und damit sind wir auch bei der Annahme, die ich in meinem Szenario des Wochenausblicks gemacht habe, dass es für das Virus nämlich *keine* schnelle Lösung geben wird und in den kommenden Wochen auch keine positiven Nachrichten, nur steigende Zahlen in der westlichen Welt, die *hoffentlich* nicht ganz so dramatisch sind, wie befürchtet. Ich wüsste auch nicht und kein Virologe weiss, wo diese "schnelle Lösung" herkommen sollte.

Basierend auf dieser Verlaufsannahme, schließe ich ein "V" aus. Nur wenn sich am Markt tatsächlich wieder das alte Narrative durchsetzt, dass das Virus wirklich temporär ist und im Frühsommer verschwindet, dann ist ein "V" fraglos möglich von dem Moment an, an dem Markt auf diese Erwartung einschwenkt. Ohne diese Erwartung, können die Notenbanken es aber diesesmal *nicht* richten, das ist meine Annahme, die den Szenarien zugrunde liegt.

Wobei es gibt schon ein Szenario mit dem die Notenbanken ein "V" erzwingen könnten, auch wenn es Millionen Tote gibt. Und das wäre der direkte Kauf von Aktien. Wenn die Notenbanken das im großen Stil machen, dann steigen die Börsen auch im Weltuntergang. Nur mit einem Markt und "Price Discovery" hat das dann rein gar nichts mehr zu tun.

Beobachtungen und Ideen zur Lage

Wenn Sie auf einen Rebound lauern und den taktisch spielen wollen, können Sie sich jetzt auf Sektoren konzentrieren, die vielleicht schon ausreichend ausverkauft wurden.

Und da haben wir die Chipaktien, den Semiconductor-Sektor, der natürlich massiv durch den Stillstand in China geschädigt wurde. 20% hat der Sektor ETF SOXX in der Korrektur von den Hochs abgegeben.

Nun kommen ja aber aus China langsam optimistisch stimmende Signale, es könnte durchaus sein, dass China das Virus in den Griff bekommt. Und dann wäre ein Griff in den Sektor genau hier, auf der Unterstützung wahrscheinlich keine dumme Idee. In einem Rebound sollte dieser Sektor besonders profitieren können:

Auch massiv ausverkauft wurde Öl und mit dem Rohstoff die Ölaktien. In den ganzen letzten Wochen, in denen die Aktienmärkte noch so getan haben, als wäre der Stillstand Chinas nur eine Lapalie, wurde Öl aber schon massiv ausverkauft.

Auch wenn Sie meine Skepsis zur langfristigen Performance dieser Aktien gut kennen, ist der Sektor doch ein heisser Kandidat für einen aggressiven Rebound aus dem "Corona-Loch" heraus, wann immer der kommt.

Schauen Sie, eine BP oder auch eine Shell sind bei 8% Dividendenrendite angekommen und die Charts sitzen auf den Tiefs von 2015/2016 beinahe auf. Wir sollten hier eine initiale Schubbewegung abwarten und nicht ins fallende Messer greifen, dann irgendwann wird der Sektor aber ein heisser Kandidat für schnelle, opportunistische Gewinne sein, sobald der konjunkturelle Rebound einsetzt:

Und die starke Bewegung im Euro fällt natürlich auf:

Die logische Erklärung dafür ist die Tatsache, dass der Euro wegen der Zinsdifferenzen zum Dollar eine "Carry-Trade-Währung" war und damit die Rally befeuert wurde - Euro verkaufen, Dollar kaufen, Zinsdifferenz kassieren - wie sonst seit vielen Jahren im Yen.

Dann ist es ganz logisch, dass im Zusammenhang mit dem massiven Ausverkauf, auch der Euro wieder zurückgekauft wurde und diese Bewegung erzeugt hat.

Ich rate also dazu, in diese Bewegung nicht zu viel hinein zu interpretieren und daraus keine langfristige Eurostärke abzuleiten. Wir sehen hier mit guter Wahrscheinlichkeit den Effekt aufgelöster Carry-Trades und wenn die Korrektur endet, wird auch diese Bewegung dann wieder enden.

So, nun warten wir auf die Eröffung der Wallstreet, die Futures sind nur begrenzt belastbar, weil die ganz großen Bewegungen den echten Handel brauchen.

Das Verhalten des Marktes jetzt mit den Notenbanken im Rücken, wird sehr wichtig sein. Wenn das zusammen mit der überverkauften Lage keinen Rebound generieren kann, ist allerhöchste Vorsicht angesagt!

Ich werde wie versprochen den Tag im Foren-Thread locker begleiten. Das werden keine regelmässigen Posts sein wie im Stream, dafür bin ich aber bis 22 Uhr präsent - gehen wir einfach mal ergebnisoffen in den Handelstag.

Ihr Hari

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Die Firmenbewertung und das Gewinn-Multiple


Im Zusammenhang mit der -> Bewertung des Öl- und Gassektors <- ist mir vor kurzem wieder bewusst geworden, dass nicht bei allen von Ihnen das Grundverständnis vorhanden sein dürfte, wie der Markt überhaupt Firmen bewertet und welche Konsequenzen das hat.

Mein Worte waren damals, dass Öl zweifelsfrei noch Jahrzehnte gebraucht werden wird und klar ist auch, dass es immer gewisse Anwendungen für Öl geben wird und trotzdem gehe ich im Sektor von langfristig fallenden Kursen aus und das auch dann, wenn die Gewinne objektiv gleich bleiben würden. Die Frage der weiteren Nutzung von Öl ist also sekundär.

Begründet habe ich das mit dem "Gewinn-Multiple" das Investoren für Öl- und Gas-Aktien zu zahlen bereit sein werden und wenn das sinkt, fallen die Kurse und das auch wenn die Gewinne objektiv unverändert bleiben. Aber genau das muss man ja überhaupt erst einmal verstehen und die Dimension der Aussage begreifen. Und dabei will Lehrer Bömmel nun helfen.

Jeder von Ihnen hat schon von so Dingen wie KGV gehört und auch davon, dass die Zukunfts-Erwartungen der Marktteilnehmer die Kurse bestimmen, nicht die Vergangenheitdaten und nicht die Gegenwart. Aber trotzdem dürften diese einzelnen Fachbegriffe sich für viele nicht in ein schlüssiges Gesamtbild einfügen.

Und deshalb will "Lehrer Bömmel" das heute nachholen, ein Gesamtbild vermitteln und damit auch gleich die Frage beantworten, warum selbst bei gleichbleibendem Ölverbrauch und gleichbleibenden Gewinnen die Kurse von Öl- und Gasaktien wohl langfristig - unter Schwankungen - fallen werden.

Und bei Lehrer Bömmel wird Wissen ja mit konkreten Beispielen veranschaulicht und deshalb stellen wir uns nun ganz dumm und fragen uns: "Wat is ene Gewinn-Multiple"?

Zunächst einmal heisst "Multiple" einfach "Vielfaches", wir sprechen hier also über einen Firmenwert als Vielfaches des Gewinns. Und wenn das Unternehmen börsennotiert ist, ist die Marktkapitalisierung - die sich aus dem Kurs x Anzahl Aktien errechnet - ja der Firmenwert und das sogenannte KGV also das "Gewinn-Multiple".

Um sinnvolle und einfache Beispiele zu erzeugen, muss man aber eine gerade bei Firmenbewertungen sehr komplexe Wirklichkeit stark vereinfachen, was ich hier nun tun werde.

Es gelten also hier folgende Vereinfachungsregeln:

Erstens gibt es viele Wege eine Firma zu bewerten und je nach Branche und Art des Unternehmens (Start-Up oder etabliertes Unternehmen zum Beispiel) muss man auch zwingend unterschiedliche Ansätze wählen, weil bei einem Start-Up ein Gewinn-Multiple beispielsweise keinen Sinn ergibt. Für unseren Zweck hier, betrachten wir aber *nur* das Gewinn-Multiple, das man bei börsennotierten Unternehmen auch im deutschen KGV oder im amerikanischen P/E (von Price vs Earnings) nennt.

Zweitens ist "Gewinn" ein sehr weit gefasstes Wort, in Zeiten von IFRS erst recht. Reden wir über den Vor- oder Nachsteuergewinn, über das EBIT, das EBITDA oder irgend eine andere "kreative" Form der Gewinnberechnung? Für unseren Zweck hier, nennen wir es einfach "Gewinn" und es ist egal, was es genau ist.

Drittens sind Steuereffekte bei Verhandlungen zu einem Firmenwert auch immer ein wichtiger Faktor, wir tun hier mal so, als ob es keine Steuereffekte gäbe.

Viertens müssen zukünftige Gewinne in die Gegenwart -> abgezinst (diskontiert) <- werden, weil man statt das Geld für zukünftige Gewinne zu investieren, dieses ja auch anlegen könnte. Für unseren Zweck hier tun wir also so, als ob es keinen Zins und damit keinen Diskontierungsfaktor geben würde.

Fünftens kann man das Gewinn-Multiple natürlich nur bei börsennotierten Firmen als KGV ausdrücken, weil es nur da ja einen "Kurs" gibt, der tagesgenau den Firmenwert visualisiert. Für unsere Zwecke und zur Vereinfachung benutze ich das Kürzel KGV hier als Synomnym für alle Gewinn-Multiple, auch von nicht börsennotierten Firmen.

Wenn wir all diese Voraussetzungen für dieses Gedankenexperiment als gegeben betrachten, haben wir nun die Grundlage um ganz einfach zu zeigen, was der Markt mit dem KGV (Gewinn-Multiple) da eigentlich bewertet und warum.

Machen wir es mal konkret und stellen wir uns eine konkrete Firma vor, die Sie - ja genau Sie - nun kaufen wollen - Sie stehen mit dem Inhaber in Verhandlungen.

Firma A

Firma A hat gar kein Geschäft mehr, sie ist praktisch stillgelegt, dafür besitzt die Firma aber noch im Lager eine Menge an Waren, die aktuell noch einen Marktwert von 1 Million haben.

Was würden Sie dem Inhaber dafür bieten?

Zunächst einmal gibt es hier kein Multiple mehr, weil sie innerhalb eines Jahres ja den gesamten Lagerbestand verkaufen werden und es keinen wiederholbaren Gewinn mehr gibt. Ist das Multiple hier also 1?

Natürlich nicht, weil warum sollten Sie sich den Stress machen und eine Firma mit Waren zum Marktwert von 1 Million für 1 Million kaufen? Sie wollen doch Gewinn machen, sonst macht es keinen Sinn Ihre Zeit zu vergeuden und außerdem haben Sie ja beim Verkauf noch eigene Kosten.

Also werden Sie dem Firmeninhaber vielleicht 500.000 bieten, dann kommen noch ihre Kosten darauf und es bleibt Gewinn übrig.

Das KGV in dem Szenario einer Firma ohne jede Zukunft ist also sozusagen 0,5, wobei das hier eine schiefe Formulierung ist, weil wir ja nicht von operativem Gewinn sondern Auflösung von Lagerbeständen - also Buchwerten - reden. Aber für die vereinfachte Darstellung hier bei Lehrer Bömmel ist das OK.

Firma B

Firma B hat ein ganz stabiles Geschäft, das absehbar auf Jahre stabil bleiben wird und auch der Gewinn von 1 Million pro Jahr wird stabil bleiben. Man kann aber auch nicht mit Wachstum rechnen, die Firma läuft voraussichtlich einfach weiter.

Was würden Sie dem Inhaber dafür bieten?

Jetzt müssen Sie rechnen, wie viele Jahre Gewinn Sie bereit sind zu zahlen, um diese Firma zu erwerben. Vereinfacht gesagt sind das die Jahre die sie warten müssen, bis sich ihre Investition amortisiert hat.

Völlig klar ist, dass je stabiler das Geschäft ist, desto mehr Jahre sind sie bereit zu warten. Je unsicherer das Geschäft, aber trotzdem ohne Wachstumsperspektive, desto weniger sind sie bereit zu warten.

Denn mit jedem Jahr des "Wartens" steigt ja abstrakt das Risiko, dass doch etwas Negatives passiert und das Geschäftsmodell von Firma B zerstört wird.

Wenn solche Firmen im privaten Bereich die Besitzer wechseln - also das was wir kleinen Mittelstand nennen - haben sich dabei KGVs (Gewinn-Multiples) von 4-7 eingebürgert, wie Sie auch -> hier bei der KMU Unternehmerbörse <- sehen können.

Sie sind also beispielhaft bereit 5 Jahre zu warten, bis sich ihre Investition in das Unternehmen amortisiert und so lautet dann auch Ihr Angebot an den Firmeninhaber.

Firma C

Wenn der alte Firmeninhaber es schafft, statt an Sie zum KGV von 5 zu verkaufen seine Firma an die Börse zu bringen, hat er gute Chancen dort eher ein KGV von 7-12 für das gleiche Geschäft zu erhalten, die von den Zeichnern beim IPO dann bezahlt werden. Das motiviert zum Börsengang, andererseits ist der administrative Aufwand und die Kosten so hoch, dass sich das nur für größere Firmen wirklich lohnt.

Der Unterschied in der Bewertung liegt unter anderem an der höheren Visibilität der Zahlen von börsennotierten Unternehmen, mit denen auch eine höhere Sicherheit für Investoren einher geht. Und wenn Sie sich an Firma B erinnern, sind Sie ja bereit mehr zu zahlen, wenn die Gewinnentwicklung langfristig sicherer ist. Außerdem verschafft Ihnen der Markt ja viel mehr Interessenten an ihrem Unternehmen, als sie es im direkten Verkauf könnten und mehr Nachfrage heisst höhere, durchsetzbare Preise.

Firma D

Bei Firma D verkauft Ihnen ein Gründer mit einer genialen Idee seine Firma, die aktuell 1 Million Gewinn macht. Aufgrund des tollen Geschäftsmodells und des starken Wachstums, können Sie aber fest davon ausgehen, dass der Gewinn stark steigen wird und sich alle 2 Jahre verdoppelt, wenn nicht mehr.

Jetzt wird es ganz schwierig, denn nun müssen Sie viele Annahmen machen. Einfach zu sagen das ist auch ein KGV von 5 ist Unsinn und der Verkäufer wird die Firma so nicht veräussern, weil das viel zu billig ist.

Denn mitverkauft wird ja nicht nur der Gewinn heute, sondern das immense Potential, das wenn realisiert in 5 Jahren zum Beispiel schon einen Gewinn von 5 Millionen generieren kann. Sie würden dann also die Firma fast geschenkt bekommen.

Umgedreht kann man das Wachstum ja aber auch nicht einfach in die Zukunft hochrechnen, weil bei Potentialen sind immense Risiken vorhanden und im Übrigen müssen *Sie* die Chancen ja erst erschliessen, der Verkäufer verkauft Ihnen ja nur die Gegenwart und nicht die Zukunft, die Sie erobern müssen. Und Sie wollen dem Verkäufer doch nicht eine unternehmerische Leistung vergüten, die Sie überhaupt erst erbringen müssen.

Kurz gesagt, ein Potential ist etwas wert, kann aber nicht einfach unbegrenzt hochgerechnet werden und muss daher stark diskontiert werden. Und klar, in Realität ist ein Gewinn-Multiple für so eine Firma *kein* geeignetes Mittel um den Firmenwert zu bestimmen, man nutzt dann andere Techniken. Aber wie oben gesagt, bleiben wir hier im Beispiel mal dabei.

Am Ende werden Sie dem Inhaber im privaten Umfeld vielleicht ein Multiple (KGV) von 20 bieten und an der Börse würde vielleicht ein KGV von 30 oder 40 aufgerufen. Das macht Sinn.

Firma E

Jetzt kommen wir zur Firma B mit ihren stabilen Gewinnen zurück, die Sie im außerbörslichen Umfeld vielleicht mit einem KGV von 5 gewürdigt hätten. Und jetzt kommt die Analogie zu Öl und Gasfirmen.

Denn nun hat der Firmenchef eine unangenehme Wahrheit für Sie. Ja, die Firma hat stabile Gewinne und ja, die halten ziemlich sicher noch 5 Jahre, aber die ganze Technologie der Firma ist überholt, es kommen Mitbewerber und vor allem ist zu befürchten, dass der Gesetzgeber das Geschäft der Firma in ca. 10 Jahren mit allerlei Abgaben und Erschwernissen belegen wird.

Zahlen Sie jetzt noch ein Multiple von 5? Auf gar keinen Fall!

Der Grund in die Firma zu investieren ist doch die Zukunft und mit so einer negativen Zukunftserwartung werden Sie sich die Frage stellen, ob Sie überhaupt noch in diese Firma investieren wollen!

In Realität, wenn Sie sich das Szenario real vorstellen, werden Sie es wahrscheinlich nicht mehr machen - wozu damit Zeit vergeuden? Und wenn doch, dann für ein Multiple von 2 oder 3, denn der Kauf macht für Sie nur noch Sinn, wenn Sie *ganz sicher* sein können, Ihre Investition über Gewinne wiederzubekommen.

Übertragen auf die Börse, wird durch diese Information aus einem Unternehmen das vorher vielleicht ein KGV von 12 wert war nun ein KGV von 6 oder 7, also eine Bewertung ohne jede Zukunftsperspektive.

So ..... ich hoffe der Punkt ist angekommen.

Sie haben gesehen, dass es Ihre *Zukunftserwartung* ist, die den Preis bestimmt, den Sie für das Unternehmen zu zahlen bereit sind. Nicht die Gewinne der Vergangenheit, sondern die erwarteten Gewinne der Zukunft!

Und je höher das KGV (das Multiple) ist, das Sie zu zahlen bereit sind, desto positiver ist Ihre Zukunftserwartung und desto sicherer gehen Sie von Gewinnwachstum aus.

Wenn diese Erwartung hoch ist wie im Fall von Firma D, dann sind Sie eben bereit auch ein hohes Multiple (KGV) zu zahlen. Und sonst nicht und wenn da keine Zukunft mehr ist, wird die Bewertung immer mehr zu der von Firma A, in der man nur noch den Wert der Abwicklung der vorhandenden Assets zum Maßstab macht.

Wenn man das nun auf den Ölsektor überträgt, haben Bluechips wie Exxon oder Chevron aktuell noch ein P/E 15-16 oder Shell und BP ein KGV von 10-12. Lassen wir mal Unterschiede in der Gewinnberechnung und der Bewertung von Reserven beiseite, wie gesagt, ich will das hier ganz einfach halten.

Der entscheidende Punkt ist, dass selbst wenn die Gewinne gleich bleiben würden, die reine Perspektivlosigkeit zu einem Effekt analog wie bei Firma E führen dürfte. Was vorher noch ein P/E von 16 wert war, ist in Zukunft vielleicht nur noch ein P/E von 10 wert. Und was ein KGV von 10-12 wert war, ist vielleicht nur noch ein KGV von 7-8 wert.

Dummerweise ist auch völlig klar, dass die Umsätze mit Öl durch die Umstellung im Verkehr langfristig sinken werden. Sicher wird immer Öl gebraucht werden, zB in der Chemie, aber eben in geringerem Umfang und auch da dem Risiko der Substitution unterliegend. Aber selbst wenn im Saldo der Ölverbrauch gar nicht sinken sollte, sondern gleich bleibt, kann die Wahrnehmung eines absehbaren Endes zu einer Zurückhaltung der Investoren führen, wie oben dargestellt.

In Kombination beider Effekte ist also davon auszugehen, dass Öl- und Gasaktien langfristig langsam fallen werden, auch wenn sie fraglos noch lange hohe Dividenden ausschütten und fraglos auch immer mal wieder Jahre haben werden, in denen sie im Sinne einer Mean Reversion dann 20 oder 30% steigen.

Der langfristige Trend im Sinne mehrerer Jahrzehnte geht aber wahrscheinlich nach unten und das völlig unabhängig von der Stabilität der Gewinne oder der Nutzung von Öl - einfach weil die Multiples (KGVs) die der Markt für das Geschäft zu zahlen bereit ist, langfristig gegenüber heute sinken werden.

Der einzige Weg für die Ölfirmen sich gegen dieses langfristige Bröseln der KGVs (Gewinn-Multiples) zu wehren, ist sich eine neue Zukunft zu erarbeiten, abseits von Öl- und Gas. Genau das versucht beispielsweise Shell mit dem Übergang zu einem Unternehmen der erneuerbaren Energiebranche und ist vom Grundsatz her ein richtiger Ansatz. Ein Ansatz aber, der sehr kapitalintensiv ist und mit Risiken verbunden, die einen erheblichen Bewertungs-Abschlag gegenüber Firmen wie beispielsweise NextEra Energy (NEE) rechtfertigen, die ohne Altlasten schon im Geschäft mit erneuerbarer Energie sind.

Insofern ist nicht sicher, dass heutige Ölaktien wie Shell im Kurs immer weiter fallen werden, weil diese sich ja - wie Shell es versucht - von Öl und Gas wegwandeln könnten. Es sind dann aber in der Substanz andere Firmen mit anderem Geschäftsmodell, die immer noch wie die alten Ölfirmen heissen. Sollten die Firmen aber mit ihrem jetzigen Öl- und Gas-Geschäft einfach unverändert weitermachen, werden diese mit hoher Wahrscheinlichkeit langfristig fallen, was ich hoffe oben deutlich gemacht zu haben.

Eine Investition in den Sektor kann also immer noch Sinn machen, man sollte dabei aber sehr selektiv vorgehen und sich unbedingt des oben beschriebenen Bewertungs-Mechanismus bewusst sein. Der Markt diskontiert Zukunft, er bewertet nicht die Vergangenheit!

Vielleicht hat dieser Artikel ja ein wenig Licht ins Dunkel gebracht.

Ihr Hari

PS:

Und noch eine wichtige Erkenntnis liegt in obiger Erklärung: Das KGV ist *kein* Maßstab dafür, ob eine Aktie attraktiv oder nicht ist.

Denn das KGV beschreibt nur den Konsens der diskontierten Gewinnerwartungen in der Zukunft, es ist eine Momentaufnahme. Und egal ob das KGV 10 oder 40 ist, können diese Erwartungen sich in Zukunft als zu hoch, zu niedrig oder genau richtig heraustellen.

Wer also Aktien mit niedrigem KGV kauft, kauft Firmen die aus Sicht des Marktes keine große Zukunft mehr haben. Nicht mehr und nicht weniger. Zu glauben, dass der Markt sich dabei irrt, ist ohne wirklich tiefgehende Kenntnis der Branche und Firma eher naiv.

Man kann bei der Bewertung von Einzelfirmen sehr wohl klüger als der Markt sein, dafür braucht es aber Wissen und Erfahrung bei Firmenbewertungen sowie intensive Kenntnisse der Branche und des Wettbewerbsumfeldes. Ideal auch Insiderwissen.

Die große Mehrheit der Anleger, die mit KGVs und KBVs zur fundamentalen Bewertung von Aktien operieren, haben dieses anspruchsvolle Wissen aber *nicht*.

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Quartalszahlen Review KW06 2020



Die Quartalssaison des 1. Quartals 2020 ist in der Hochsphase.

In nun schon bewährter Tradition, bespreche ich hier mit Ihnen in ca. 24 Minuten die mittel- und langfristige charttechnische Lage bei 30 namhaften Aktien, die in dieser Woche Zahlen liefern.

Dabei habe ich bewusst auch ein paar kleinere, bzw weniger bekannte Kandidaten untergemischt.

Zusätzlich werfe ich am Anfang einen kurzen Blick auf den SPX Future und die Lage am Montag Morgen.

Besprochen werden, in der Reihenfolge wie folgt:

GOOGL, NXPI, BP., ETN, KLAC, RCL, TDG, DIS, ABBN, FMC, GSK, HUM, IRBT, MRK, NOVO_B, SIE, TWLO, ATVI, ASSA_B, BDX, BMY, FTNT, PM, PINS, SRCL, TTWO, TWTR, XYL, ABBV, CAE

Ihr Hari

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Wallstreet Stream 01.05.18



15:15 MEZ

Der Mai ist gekommen und der Markt eröffnet mit leicht negativem Ton. Wieder hatten wir allerlei gute Zahlen, die aber wohl eher zum Abverkauf genutzt werden und wenn die Zahlen mal nicht gut sind, wird gleich ein Schlachtfest daraus - das ist scheinbar der Ton des Marktes in dieser Quartalssaison.

Wir stehen nun vor zwei wichtigen Terminen. Erstens die Zahlen von Apple heute Abend nach Handelsschluss. Daran hängt nicht nur der Semiconductor-Sektor, sondern noch viel mehr, wie ich Ihnen auch gleich zeigen werde.

Und dann Morgen Abend die FED, von der zwar keine Zinserhöhung erwartet wird, deren Ausblick ins Jahr hinein aber erhebliche Auswirkungen auf einen zunehmend nervösen Markt haben dürfte.

Wenn man sich die gestrige, am Ende negative Tageskerze anschaut, gewinnt man den Einruck, dass der Markt sich schon für eine Richtung entschieden hat und zwar nach unten:

Aber warten wir mal, gerade bei Apple ist so viel negative Erwartung im Kurs, dass Tim Cook sich schon sehr "anstrengen" müsste, die noch nach unten zu überbieten.

15:30 MEZ

Bezeichnend für die negative Wahrnehmung des Marktes waren gestern die Zahlen von Cognex (CGNX), der Aktie ich Ihnen für das -> Wachstumsdepot <- gezeigt hatte. Gezeigt mit der Erwartung, dass es noch etwas weiter runter geht, sich in der 40er Zone dann aber eine Kaufgelegenheit auftut.

15% Minus wurde gestern nachbörslich nach den Quartalszahlen aufgerufen, womit die Aktie in einem großen Schwall die genannte Kaufzone um 40 USD erreicht. Da könnte man ja meinen, dass da die Welt untergegangen ist?

Ist sie aber nicht, die Zahlen für das abgelaufene Quartal waren sogar besser als erwartet, aber was nicht gefiel war der Ausblick des Managements, das für den Zeitraum der nächsten Monate im Vergleich zum sehr starken 2017 nur von einem gleichbleibenden Umsatz ausgeht.

Nun kann das ja vieles bedeuten, ich habe mir daher mal ausführlich den -> Conference Call <- von gestern Abend zu Gemüte geführt und das sollten Sie auch tun, wenn Sie ernsthaft an der Aktie interessiert sind.

Was ich da gehört habe, war keinerlei Grund zu echter Sorge, sondern vielmehr der Umstand, dass auch Cognex derzeit an der kleinen Baisse bei den Semiconductors leidet, weil insbesondere die Aufträge im Bereich der OLED Produktion geringer sind als 2017, während andere Segmente gut wachsen und sich so in Summe der Umsatz ausgleicht.

In Q2, operating margin is expected to expand due to higher anticipated revenue and RD&E and SG&A will come down as a percentage of revenue. Overall, market conditions remain very good across virtually all geographic areas and industry verticals except for consumer electronics, our largest industry vertical.

A handful of large customers in OLED display and smartphone manufacturing appear to be investing less in automation this year after an exceptionally strong 2017. As such, we will face tough comparisons in the second half of this year.

Auch Cognex hängt also indirekt um 2 Ecken mit Apple zusammen, denn deren vom Markt angenommenen Absatzprobleme im Bereich OLED lassen die Produzenten gerade Zurückhaltung beim Aufbau neuer Produktionsanlagen üben und das merkt wiederum Cognex, die mit ihren "Vision"-Produkten gerade im Bereich der Automatisierung tätig sind. So weit reicht also der Arm von Tim Cook und auch Cognex als Unternehmen das Produktion automatisiert, hat ein Exposure zur Chip-Industrie.

Umgedreht zeigt das aber zusammen mit der grundsoliden Bilanz und den anderen, normal weiter wachsenden Geschäftsfeldern, dass wir hier bei Cognex eine zyklische Delle vor uns haben, die auch mit einem überstarken 2017 zu tun hat. Und dass CGNX in hochattraktiven Wachstumsmärkten aufgestellt ist.

Ganz egal ob der Markt bei den 15% Minus nun übertreibt oder nicht, mit denen er Wachstum teilweise auspreist, die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung der Erfolgstory bei CGNX ist sehr hoch und die Aktie hat damit jetzt schon die im Artikel genannte Zone erreicht. Ich wäre nicht verwundert, wenn sich das 15% Gap heute verringert, die Reaktion erscheint mir zu ungnädig, 6-8% Minus hätten es in einem gnädigeren Markt auch getan. Aber wer will schon mit dem Markt diskutieren, der hat immer Recht. 😉

Ich werde da jetzt noch ein wenig warten, ob da noch was nachkommt, so ein Einschlag zieht ja gerne eine Schleifspur hinter sich, gerade in einem ungnädigen Markt wie aktuell. Eine CGNX bei 40 ist für mich aber eher langfristige Gelegenheit als Grund zur Sorge - was heisst, dass ich wie beschrieben irgendwann in der nächsten Zeit wohl nachlegen werde, wann immer mir das taktisch opportun erscheint und der Einschlag verarbeitet ist. Die Story ist völlig intakt.

15:52 MEZ

Akamai (AKAM), die Company die im Hintergrund der Web-Performance werkelt und auch Teil meines Videos diese Woche war, hat -> gute Zahlen geliefert <- und bricht nun aus dem gezeigten Dreieck nach oben aus:

16:10 MEZ

Die Laser-Company IPG Photonics (IPGP) - auch so ein potentieller Kandidat für das Wachstumdepot - liefert die -> erwartet guten Zahlen <- und wird vom Markt mit 2% Plus gewürdigt.

Sie sehen leicht, dass auch IPGP eher nach notwendiger, kaufbarer Konsolidierung, als nach grundlegenden Problemen aussieht.

16:18 MEZ

Wenn Sie sich an das Video erinnern, habe ich mich gefragt, ob bei Johnson Controls (JCI) sich endlich mal ein Ende des Elends andeutet. Nun, die Zahlen -> sind ein Anfang <-. Eine Wende ist das aber auch noch nicht:

16:30 MEZ

Under Armour (UA) war ja so ein "wenn" Fall im Video. Wenn hier jetzt mal eine positive Überraschung gekommen wäre, wäre das Ding wohl massiv nach oben in Bewegung geraten.

Aber Konjunktiv ist eben nur Konjunktiv, solange der Fall nicht eingetreten ist. Die Zahlen waren -> weiter schlecht <-, aber trotzdem kommen "nur" 3% Minus zusammen. Man sieht daran, was im alternativen Fall drin gewesen wäre, aber es war uns halt nicht vergönnt. Better luck next time:

16:45 MEZ

Obwohl ich kein Fan dieser Ölriesen bin, hat BP auf mich im Video ja noch einen vergleichsweise guten Eindruck gemacht.

Das bestätigt sich nun mit -> guten Zahlen <- und einer Bestätigung der langfristigen Chartstruktur mit markantem Ausbruch:

16:50 MEZ

Ja und dann haben wir noch Ecolab (ECL), mit denen ich eine Auswahl der heutigen Quartalszahlen abschliessen will. Ecolab gehört für mich - wie Sie wissen - zur ersten Reihe der "Investmentgrade Aktien", mit ausgezeichnetem Track-Record.

Und Ecolab macht seinem Ruf alle Ehre und -> liefert einfach <-.

Das Ergebnis ist was wir schon kennen: "Steady as she goes":

16:55 MEZ

Heute Abend nach Handelsschluss ist dann Zeit für Tim Cook und Apple. Darüber hinaus liefern noch:

Acadia Healthcare (ACHC), Allstate (ALL), Anadarko Petroleum (APC), Apple (AAPL), Ballard Power Systems (BLDP), Brooks Automation (BRKS), Coherent (COHR), Devon Energy (DVN), Fiserv (FISV), Gilead (GILD), Juniper (JNPR), NCR (NCR), NuVasive (NUVA), Plantronics (PLT), Snap (SNAP), Suncor Energy (SU), Teladoc (TDOC), Unisys (UIS)

17:02 MEZ

Bei Universal Display (OLED) macht sich Vorfreude breit, da versuchen sich einige für die antizipierte positive Überraschung bei Apple heute Abend in Position zu bringen.

Denken Sie daran, dass OLED direkt mit Apples Absatzzahlen bei den neuen OLED Linien (Modell X und Folgende) in Beziehung steht.

17:04 MEZ

Auch bei Cognex (CGNX) sind aus Minus 15% schon nur noch 5% Minus geworden. Meine Sicht einer übetriebenen Reaktion war offensichtlich nicht ganz falsch. 10% Hub Intraday sind ja ein Wort, das geht nur wenn massives Kaufinteresse auf diesen Niveaus besteht:

17:25 MEZ

Sorry, aber da muss ich mal wieder einen Ablassen. Wer einen Beweis braucht, wie tief die ehedem ehrwürdige ZEIT gesunken ist, muss nur schauen was immer wieder als Online-Leitartikel aufgeboten wird. In der Regel aus der Kategorie naiver Weltverbesserer, die nicht mal merken wie platt und oberflächlich sie sind.

Hier wieder ein aktuelles Beispiel tiefschürfenden Journalismus mit Gutfühl-Welle: -> Geld? Brauch ich nicht! <-

"Idealisten versuchen durch den eigenen Verzicht, die Schwächen des Kapitalismus zu erforschen".

Na toll, immer der "böse Kapitalismus", was immer das ist - das wissen die selber nicht. Wenns nicht so traurig wäre, könnte man ja lachen. Übrigens hat Diogenes in der Tonne das auch schon erforscht.

Und der "Kapitalismus" verbietet es nicht sich faul an den Strand zu legen, Geld schafft erst die Grundlage dafür, weil man Wohlstand darin konservieren kann und nicht nur von der Hand in den Mund leben muss wie ehedem.

Weiter dann Tauschgeschäfte als "Alternative", die hatten wir schon in der Steinzeit, war sicher eine bessere Welt damals. Dann Schwarzarbeit, auch sehr "solidarisch" und Lebensmittel aus Müllcontainern als Alternativ zum "Kapitalismus". Großes Intellektuellen-Kino. 😉

Ich meine solche wirren Träume hatten die 68er in Woodstock auch, das kommt wohl mit jeder Generation. Es ist doch journalistisch auch völlig in Ordnung so etwas zu dokumentieren, das will ich gar nicht kritisieren, auch solche Leute gehören zur Welt dazu. Aber die Entscheidung für den Leitartikel in der Zeit? Das ist neu, das ist eine Grundaussage über den Ton des Blattes und das zeigt, wie tief das Blatt und seine Journalisten gesunken sind.

Übrigens, Geld ist objektiv eine der absolut *zentralen* Errungenschaften der Zivilisation. Ich habe in -> Die Legende von der bösen Spekulation <- vor Jahren ausführlich darüber geschrieben, auch über die wirren Gedanken derer, die den Sinn nicht begreifen.

Ohne Aufbewahrungs- und Tauschmittel für Werte keine Arbeitsteilung und keine moderne Zivilisation. Tauschgeschäfte der Steinzeit dagegen, ja das geht auch ohne Geld. Und wenn die großen "Kapitalismus-Forscher" dann von ihren Mülltonnen mal krank werden sollten, dann wollen sie natürlich trotzdem die neuesten Medikamente der Zivilisation, die natürlich mit Tauschgeschäften vom Himmel fallen. Von dem sollte besser etwas Anderes regnen, das wäre dringender. 😉

Aber Artikel wie meiner haben keine Chance mehr auf den Leitartikel bei der Zeit, das widerspricht wohl den Glaubenslehren eines Teils der Redaktion. Und wenn mir einer ein Wirtschaftssystem zeigt, das Ressourcen besser allokiert und verteilt als eine soziale Marktwirtschaft, bin ich ganz Ohr und ganz offen dafür. Bisher konnte aber noch keiner liefern, weder theoretisch noch in der Praxis. Und nein, steinzeitliche Tauschwirtschaft ist es nicht.

O Tempora o Mores. Es kann einem Angst und Bange werden wenn man sieht, wie große Teile der Gesellschaft die Grundlagen dessen vergessen, was zu unserer Zivilisation und unserem Wohlstand geführt hat. Ein Wohlstand der solche Manierismen von Leuten erst ermöglicht, die ansonsten im Überlebenskampf der vorzivilisatorischen Zeit, schon in jungen Jahren auf dem Acker schuften würden.

17:58 MEZ

Übrigens, Cameco (CCJ), der Trade funktioniert:

18:02 MEZ

Der Markt bekommt weiter kein Momentum zusammen, weder nach oben, noch nach unten. An den Zahlen liegt es nicht, die sind objektiv weit überwiegend richtig gut.

Ich mache damit erst einmal Schluß, melde mich aber heute Abend im Foren-Thread hier zum Stream dann noch einmal zu Apple.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Sekunden-Zahlen-Review III



Erneut am heutigen Montag - statt wie sonst Dienstags - ein Video mit einem Parforceritt durch 35! interessante Aktien, die diese Woche Quartalszahlen liefern.

Wie immer habe ich den Umfang unterschätzt und meine Fähigkeit schnell zu reden überschätzt. 😉 So sind es nicht die 15-20 Minuten geworden, die ich am Anfang des Videos als Ziel nennen, sondern 33 Minuten und ca. 50 Sekunden pro Aktie.

Trotzdem gibt es Ihnen hoffentlich einen guten Überblick über das, was uns diese Woche erwartet. Ich gelobe Besserung, beim nächsten Mal weniger Aktien und 20 Minuten. 😉

Das alles ist wie immer LIVE und ungeschnitten, frei von der Leber weg. Nur die Charts habe ich mir natürlich vorher zurecht gelegt, damit ich im Video nicht erst danach suchen muss.

Wie die Zahlen ausgehen werden, wissen wir weiterhin nicht, das ist Lotterie. Dazu macht dieses Video auch keine Aussage.

Aber mit welcher mittel- und langfristigen Ausgangslage die Aktien in die Quartalszahlen gehen, das kann uns dieses Video erneut kompakt sagen:

Ihr Hari

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Zahlen Potpourri



Hallo zusammen,

aus dem Ferienmodus ein lockerer Blick auf ein paar aktuelle Quartalszahlen des Mittags. In den Indizes gibt es ja weiter kaum Neues.

Übrigens haben wir gerade wieder so eine Woche, in der die Wallstreet um 14:30 Uhr beginnt und um 21 Uhr MEZ endet, weil dort die Winterzeit erst kommendes Wochenende umgestellt wird. Hoffentlich hört dieser Umstellungsschwachsinn irgendwann mal auf, alleine mir fehlt langsam der Glaube.

Sie werden nun auch immer mal wieder andere Charttools sehen, weil ich meine Kontoverbindung bei der Saxo Bank nun endgültig gekündigt habe. Gehandelt habe ich da schon länger nicht mehr, aber als Charttool habe ich das System noch genutzt.

Was die in Sachen Steuerfalschmeldung sich aber Anfang diesen Jahres geleistet haben, macht man nur einmal mit mir. Ich probiere jetzt diverse andere Anbieter durch, mal sehen was mir am Besten in den Kram passt.

Übrigens, haben Sie im Vorfeld das mit dem heutigen, einmaligen Feiertag mitbekommen? Meine Diva und ich nicht, wir haben uns gestern etwas fassungslos angeschaut, als wir es begriffen haben, dass nun zwei Feiertage hintereinander sind. Dabei hatten wir uns schon gewundert, warum kein Paketdienst sich für Dienstag angekündigt hatte.

Leben wir auf dem Mond? Eher nicht. Wir sind keine Arbeitnehmer, da bekommt man das mit. Wir sehen auch gar kein Fernsehen, da bekommt man das in Tagesschau und Co. mit. An uns ist dieser Feiertag völlig vorbei gegangen, weil Feiertage sowieso keine Rolle spielen, Sie sehen ja, ich schreibe Ihnen ja auch heute.

Nun zu den Aktien:

Airbus hat -> gute Zahlen <- geliefert und powered weiter hoch.

Die kurze Verwirrung um die Korruptionsvorwürfe Anfang Oktober, hat die Aktie schnell abgeschüttelt. Der Sektor bleibt weiter "heiss", mich nun in diese Bewegung direkt einkaufen würde ich nicht mehr und eher eine Konsolidierung abwarten wie die im Sommer:

Ganz anders beim Schweizer Sanitärspezialisten Geberit, der nach -> durchwachsenen Zahlen <- heute abverkauft wird.

Interessant ist aber zu sehen, dass trotz dieses Abverkaufs und der durchwachsenen Zahlen der Aufwärtstrend noch nicht ernsthaft in Gefahr gerät. Das ist das Zeichen einer sehr starken Aktie:

Langfristig ganz spannend sieht der britische Ölriese BP nun nach -> guten Zahlen <- aus. Im langfristigen Bild mit Monatskerzen haben wir eine Struktur, die deutlich nach oben weisen könnte. Was noch fehlt ist ein bestätigendes Volumen:

AK Steel (AKS) geht auf die Nerven. Da war eine langfristig sehr aussichtsreiche Wendestruktur und auch kurzfristig eine Ausbruchschance. Und nun kommen nach -> miesen Zahlen <- hier wieder 10% Minus und ein scharfer Einbruch.

Nur gut, dass ich Quartalszahlen ohne Edge grundsätzlich nicht handele, das erspart mir in solchen ärgerlichen Trades zu sitzen. "Drecksaktie" ist auf jeden Fall der richtige Titel für AKS. 😉

Extrem -> mies <- kommt auch der Agrar-Riese Archer Daniels Midland (ADM) herein, hier müssen bei dieser Struktur nun alle Alarmlampen angehen:

Aber nicht alles ist mies im Agrarsegment, der Düngerspezialist Mosaic (MOS) erwacht nach einem -> Beat <- zu neuem Leben:

Und im Gegensatz zu zyklischen Namen wie Mosaic oder AK Steel, die nur für Trades gut sind, zeigt Ecolab (ECL) nach -> guten Zahlen <- mal wieder, was eine "Investment Grade" Aktie auszeichnet: Steady as she goes!

Ganz spannend aus dem Sektor "Wasser" heute übrigens Xylem (XYL), die nach einem überzeugenden -> Beat <- im Trendkanal verbleiben:

Was ein Chart und was für eine starke Aktie, wie übrigens der ganze Sektor, in den uns unser "Johann" ja vor Jahren mal eingeführt hat. In diesem Sektor konnte man seitdem wenig falsch machen.

So, melde mich wieder ab. Vielleicht kommt morgen noch eine kurze Meldung, aber wenn der Markt einfach so vor sich hinläuft, braucht es das auch nicht zwingend.

Ich geniesse mal ein wenig Freiheit, wobei genau genommen arbeite ich nun an Dingen, die im fixen Rhythmus liegen geblieben sind - so wie dem neuen Charttool. Aber das ist ja auch mal eine Abwechslung und nun wird erst einmal in Ruhe in der Sonne Kaffee getrunken.

Ihr Hari

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