Der Stahlhändler Klöckner und die Macht der Wendeformation

Eine Aktie, die uns in der Community diesen Sommer ganz besonders viel Freude gemacht hat, ist der Stahlhändler Klöckner (KC0100).

Besonders viel Freude deshalb, weil seit Monaten alle Bewegungen hervorragend durch Markttechnik zu antizipieren waren und wir sehr frühzeitig eine inverse Schulter-Kopf-Formation (iSKS) erkannt haben, die uns dann erhebliche und schnelle Gewinne brachte.

Schon im Juni haben wir zu Recht vermutet, dass das Hoch vom Mai dazu diente, um dem Investor Knauf den Ausstieg zu guten Kursen zu ermöglichen. Mit dieser Vermutung war dann aber auch logisch verbunden, dass sobald die strategischen Verkäufe auslaufen würden, Klöckner eine ausgezeichnete Kaufgelegenheit generieren würde.

Das galt ganz besonders, weil in den US die Stahlbranche zunehmend brummt, was man in den Charts von US Steel oder AK Steel leicht nachvollziehen kann. Und Klöckner macht durch diverse Übernahmen mittlerweile 40-50% seines Umsatzes auf der anderen Seite des Atlantik. Klöckner ist also zur Hälfte ein amerikanischer Stahlhändler und kein rein deutscher oder rein europäischer - ein Umstand, der im Markt scheinbar erst langsam bei der Bewertung zum Tragen kommt.

Deshalb ist Klöckner auch grosser Profiteur der Dollar-Stärke, die ab Juli einsetzte und Klöckner mit rein in Europa fokussierten Stahlkonzernen wie Salzgitter in einen Topf zu werfen, ist deshalb schlicht verfehlt.

Aber all diese fundamentalen Argumente brauchten wir gar nicht, den das Chart hatte die nötigen Informationen in Perfektion für uns:

Klöckner 18.09.14

Da war zunächst die inverse Schulter-Kopf-Formation (iSKS), die dann an einer deutlichen Nackenlinie nach einigen Retests triggerte. Übrigens kann man zu Klöckner auch eine alternative Nackenlinie im Bereich des 38er Fibonacci-Retracements zeichnen - was ich hier nicht getan habe, um das Chart nicht zu unübersichtlich werden zu lassen.

Zu einer iSKS kann man ein Bewegungsziel errechnen, dass dann eine sehr gute Wahrscheinlichkeit hat, erreicht zu werden und das wurde auch kurz danach bei ca. 11,5€ erreicht, einer Marke die gleichzeitig nahezu das 61,8er Fibonacci Retracement darstellt. Das Bewegungsziel für die oben genannte alternative Nackenlinie liegt sogar bei über 12€.

Bewegt sich eine Aktie nach einem Einbruch schnell über das 50er Fibo-Retracement zurück, erhöht das deutlich die Wahrscheinlichkeiten, dass der Einbruch komplett wett gemacht wird.

So passte es perfekt ins Bild, dass Klöckner nach dem Erreichen des Bewegungsziels eine klare Bullenflagge ausbildete, die nun auch getriggert wurde und damit den Boden für eine Rückkehr zu den alten Hochs bereitet.

Wer nun also aggressiv in der Aktie Long ist, setzt seinen Stop unter das Tief der Bullenflagge, sichert so den überwiegenden Teil der Gewinne und geniesst ansonsten die weitere Bewegung.

Im grossen Bild macht Klöckner fundamental wie charttechnisch weiter einen guten Eindruck und man kann nun einfach dabei bleiben, nach unten abgesichert wie beschrieben.

Klöckner ist auf jeden Fall wieder ein Musterbeispiel dafür, wie alle relevanten Informationen im Chart enthalten waren, man brauchte nur die Disziplin, diese Signale auch für Handlungen zu nutzen. Manchmal ist Börse wirklich so einfach.

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IBEX35 vor dem nächsten Schub ? – Update zur Bullenflagge

Der spanische Aktienmarkt in Form des IBEX35 hat uns 2013 hier auf Mr-Market sehr, sehr viel Freude gemacht.

Oft habe ich darüber geschrieben, so zuletzt am 24.09.13 unter dem Titel -> IBEX35 oder Viva España ! <- oder am 23.10.13 die aktuelle Korrektur bis ca. 9500 unter dem Titel -> IBEX35 - Der Dip der erfrischt <- angekündigt.

Nun ist es mal wieder Zeit, auch im freien Bereich auf den IBEX35 zu schauen, denn der hat in seiner Korrektur eine wunderschöne Bullenflagge gebildet, die möglicherweise letzten Donnerstag am 21.11.13 bei 9.457 ihren Tiefpunkt gesehen hat:

IBEX35 26.11.13

Noch hat der Kurs die Bullenflagge nicht verlassen, insofern steht der Ausbruch noch aus und das Tief vom 21.11. ist noch nicht endgültig bestätigt. Aber es fehlt nicht mehr viel und nächste Woche könnte dieser Ausbruch auf der Agenda stehen.

Schauen wir auf das längerfristige Chart mit Wochenkerzen seit 2009, in dem man die wunderschöne Umkehrformation des IBEX35 erkennen kann, sehen wir auch, wo das Potential liegt:

IBEX35 26.11.13 Wochen

Sollte der Ausbruch kommen, hat der IBEX35 Potential um schnell bis zur 11.000er Marke zu laufen. Das könnte im Idealfall schon bis Ende des Jahres bzw Anfang Januar 2014 erreicht sein.

Jetzt ist so eine Entwicklung natürlich nicht sicher - nichts ist sicher an den Märkten. Aber mit einer Absicherung unter dem Tief vom 21.11.13, generiert der IBEX35 aktuell ein potentiell attraktives Long-Setup, mit begrenztem Risiko nach unten.

Eine ähnliche Struktur mit nahezu identischen Implikationen, sehen wir übrigens auch im italienischen MIB40 Index. Ich ziehe aber im Zweifel den IBEX35 vor, da Spanien politisch stabiler und mit seinen Reformen auf dem richtigen Weg ist, während in Italien ausser dem bekannten politischen "Ringelpietz mit Anfassen", eher wenig an strukturellen Reformen passiert ist.

Ihr Hari

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Massive Insiderkäufe beim Kupfer-Produzenten Freeport McMoran (WKN: 896476, FCX)

Eines der vielen erfolgreichen Setups, mit denen wir im Premium-Bereich im Moment viel Freude haben, ist der grosse Kupfer-Produzent Freeport McMoran (WKN: 896476, FX).

Am 15.10. haben wir bei 33,88 USD das Long-Setup eröffnet, weil die auf der Trendlinie aufsitzende Bullenflagge im Chart überdeutlich zu sehen war. Danach ging es auch rapide und in kurzer Zeit, um mehr als 10% hoch und nun scheint Freeport McMoran erneut eine Bullenflagge zu bilden. Diese hat noch etwas Luft nach unten bis ca. 35 USD, hat aber erneut gute Chancen, danach mit Momentum nach oben aufgelöst zu werden.

Freeport McMoran 12.11.13

Diese bullische Sicht bekommt aber auch Unterstützung aus einer ganz anderen Ecke, von den Insiderkäufen nämlich. Schauen Sie mal hier bei den -> Insider Daten zu FCX <-, wie die Insider zuletzt in sehr grossem Volumen konsistent zugekauft haben. Entscheidend sind in der Liste primär die grünen im Verhältnis zu den roten Zeilen. Achten Sie auch darauf, wie auf dem Höhepunkt des Rohstoffzyklus im Jahr 2010 und 2011 fast nur Insiderverkäufe bei FCX auftraten. Und nun wird massiv im Millionen-Umfang, vom Management in das eigene Unternehmen investiert.

Beachten Sie auch, dass bei Insidertransaktionen die Käufe weit bedeutender sind als die Verkäufe. Verkaufen muss man aus vielen Gründen und das muss nicht zwingend immer ein Misstrauensurteil über das eigene Unternehmen sein. Manchmal will man sich einfach eine Immobilie kaufen oder will mehr diversifizieren oder muss eine Steuerschuld tilgen. Sich ins eigene Unternehmen mit eigenem Geld einkaufen, tut man dagegen in der Regel nur, wenn man von der positiven Entwicklung überzeugt ist. Dieses zumal man in dem Unternehmen sowieso schon durch seinen Job eine Art "Klumpenrisiko" hat. Insiderkäufe sind also starke Signale, zumal wenn sie so geballt auftreten.

Alles in allem habe ich auf jeden Fall schon schlechtere Setups gesehen. Erste mögliche Stoplinie ist wie immer die Trendlinie, ein harter Stop gehört aber im Sinne der Trendfolge erst unter das Tief der letzten Bullenflagge und damit unter die 200-Tage-Linie bei ca. 32 USD.

Und das Schöne an der wachsenden Mr-Market Community ist, solche attraktiven Setups kommen nicht nur von mir, sondern mittlerweile auch aktiv von anderen Lesern. So hat zum Beispiel unser Leser "Jabal", diese Situation vor ca. einer Woche auch schon erkannt und im Forum kommuniziert.

Die individuelle Fortentwicklung weg vom sinnlosen Raten, Spekulieren und Prognostizieren mit "Konjunktivitis" trägt zunehmend Früchte. Und klare, rationale definierte Setups, haben mit Wünschen und Hoffnung auch herzlich wenig zu tun. Sie sind vielmehr das kalte, unemotionale Spiel mit Wahrscheinlichkeiten und dieses rationale Handeln füllt am Ende das Depot, nicht die Hoffnung und auch nicht das Ego, das sich gerne mit "grossen" Prognosen aus dem Fenster lehnt.

Ihr Hari

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Charts des Sommers – Barrick Gold mit Quartalszahlen

Barrick Gold (WKN: 870450) heute mit Quartalszahlen und einem Quartals-Verlust von sage und schreibe über 8 Milliarden USD. Dieser beruht auf Abschreibungen auf verschiedenste Minen-Aktivitäten. Teilweise aufgrund des niedrigen Goldpreises, teilweise aber auch aufgrund massiver operativer Probleme, wie beim riesigen Projekt Pascua Lama an der chilenischen Grenze in den Anden.

Diese Abschreibungen waren aber schon vom Markt erwartet worden und lösen daher kein Zucken mehr aus. Positiv ist dagegen, dass es Barrick auf allen Ebenen gelungen ist die Kosten zu senken und den Cashflow zu stärken. Das Unternehmen scheint also auf dem richtigen Weg, hin zu einem Fokus auf Profitabilität, statt reinem Umsatzwachstum wie in der Vergangenheit.

Der Chart seit September 2012 mit Tageskerzen zeigt, wie der Kurs aktuell entlang der 50-Tage-Linie kriecht und damit eine potentielle Bullenflagge ausbildet, die zu einem Schub bis zum Gap vom 15.04.13 und damit deutlich über 20 USD führen könnte. Wenn sich dann an dieser Stelle eine weitere Korrektur anschliesst, würde sich sogar eine inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation bilden. Aber so weit sind wir noch nicht.

Damit es so weit kommt, muss aber zwingend der Goldpreis mitspielen - trotz aller operativen Fortschritte von Barrick, ist das der entscheidende Faktor. Und der Goldpreis befindet sich gerade in einer wichtigen Phase, in der die weitere Richtung völlig offen ist. Stops sind also Pflicht, wenn man mit Barrick Gold am Markt agieren will. Denn wenn der Goldpreis erneut zu den Tiefständen abtauchen würde, würde auch Barrick Gold wegkippen und neue Tiefststände generieren, da sollte sich niemand einer Illusion hingeben.

Wer aber immer noch den Sinn von Stops nicht erkannt hat - und da gibt es eine ganze Menge - schaue mal was denen passiert ist, die bei K+S vor kurzem keinen Stop knapp unter 25€ hatten. Stops sind eben nicht dazu da, erste Gewinne zu eng und zu früh abzusichern - das endet fast immer nur damit, zu früh ausgestoppt zu werden und verhindert so am Ende grosse Gewinne, statt diese zu fördern.

Genau so werden Stops aber dummerweise oft von denen eingesetzt, die dann hinterher über Stops schimpfen und sie dann ganz weglassen. Kaum befindet sich eine Position mal leicht im grünen Bereich, führt die Angst die Gewinne wieder abzugeben dazu, die Stops viel zu eng nachzuziehen. Das kann nicht gut gehen und ist nicht das Problem von Stops, sondern von der Person, die vor dem Bildschirm sitzt.

Stops sind aber dafür da, ein Desaster wie bei K+S im Depot abzufedern. Und dafür sind sie unerlässlich. Stops können nichts dafür, wenn sie falsch eingesetzt werden und damit kontraproduktiv wirken.

Barrick 01.08.13

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Marktupdate DAX und S&P500 – 15.01.13

Im frühen deutschen Handel ein kurzes Marktupdate für DAX und S&P500.

Wir steuern auf einen kritischen Punkt zu.

Auf der einen Seite haben wir einen eindeutig bullischen Markt, der bisher nur geringen Konsolidierungsdruck zeigt. Das der Markt nach diesem Anstieg zum Jahresanfang bisher kaum etwas abgegeben hat, spricht stark für eine reine Konsolidierung vor dem nächsten Schub nach oben. Auch fundamental scheint der Markt unterstützt. Europa, Japan und China senden politische Signale, die einer guten Performance der Indizes nicht abträglich sein dürften. Die Chartentwicklung im DAX riecht nach einer Bullenflagge und die 7700 stellen seit Anfang des Jahres Untersützung dar.

Auf der anderen Seite hat der Markt unter der Decke bei einzelnen Aktien erneut zu "bröseln" begonnen und hängt insbesondere im S&P500 vor einem Ausbruch über die alten Hochs bei 1475 vom September, die sich aber bei einem Scheitern auch als ein übles Doppeltop heraus arbeiten könnten. Und dummerweise beginnt das Debt Limit Thema langsam in den Vordergrund zu drücken, wie man an Meldungen wie hier zu -> Obama <- leicht nachvollziehen kann.

Insofern tickt nun die Uhr und entweder schaffen es die Bullen in den nächsten Tagen doch nach oben auszubrechen. Dann sollten im S&P500 ca. 1525 das nächste Ziel sein. Und im DAX könnten schnell die 8000 ins Visier kommen. Je länger aber die Bullen diesen Schub nicht mehr hinbekommen, desto grösser wird die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Markt doch zu nachhaltigen Abgaben entschliesst, obwohl rein von der Markttechnik her bisher nicht viel dafür spricht.

Bisher wurden in den letzten Monaten solchen Situationen immer zugunsten der Bullen aufgelöst. Insofern sehe ich auch aktuell den Vorteil immer noch auf der Seite der bullischen Auflösung. Aber Vorsicht ist nun geboten und die Reissleine sollte jeder nun in der Hand haben und genau wissen, wann und unter welchen Bedingungen man sie ziehen möchte.

Ich wünsche gute Entscheidungen.
Ihr Hari

PS: In eigener Sache: ich werde mich vorraussichtlich kommenden Montag einer kleinen OP unterziehen. Nichts Schlimmes oder Weltbewegendes und ich werde wohl spätestens Mittwoch, vielleicht sogar schon Dienstag wieder hier im Blog voll aktiv sein. Nur wundern Sie sich nicht, wenn es Anfang kommender Woche temporär hier mal etwas ruhiger zugeht.

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Kurzkommentar – 07.12.12 – Wallstreet bremst starken DAX

Heute Abend mitten im Wallstreet Handel, ein paar Worte zur Lage im DAX.

Die Welt könnte so einfach sein. Der DAX will mit Macht hoch und auch historische Jahreshöchststände wären bei dem derzeitigen Kaufdruck keineswegs bis Jahresende ausgeschlossen.

Aber die Wallstreet hängt dem DAX wie ein Mühlstein um den Hals und zerrt ihn immer wieder runter. So auch heute. Wir hatten überraschend gute Arbeitsmarktdaten, der S&P500 wickelte den erwarteten Gapfill bei 1410 ab und bekam dann trotzdem im späten Handel erneut den "Hintern" nicht richtig hoch. Zumindest nicht bis 19.30 Uhr, dem Zeitpunkt dieses Artikels. Wenn da im späten Handel nicht noch massiv gekauft wird, scheint die 1420er Zone für den S&P500 aktuell schwer zu überwinden sein, während der DAX schon auf Jahreshöchstständen notiert.

Auch was bei Apple heute erneut geschieht, sieht bedenklich aus. Die Fortsetzung der gestrigen Rally wurde sofort wieder abverkauft und zum Zeitpunkt des Artikels notiert Apple 2,6% im Minus ! Damit ist der Doppelboden und der Swinglow bisher zwar nicht negiert, aber auch nicht bestätigt und nun hohe Vorsicht angebracht. Es zeigt erneut, wie sinnvoll es ist, bei antizipierten Wenden auf Bestätigung am Folgetag zu warten, selbst wenn einen das im positiven Fall etwas Performance kostet.

Schauen wir doch nun mal auf das langfristige Chartbild des DAX aus Wochensicht, das einen Blick zurück bis 2007 erlaubt:

Sie sehen den bullischen "Descending Broadening Wedge" der sich seit September aufbaute, den ich -> hier <- ja vor einem Monat thematisiert hatte. Ich habe ihn bewusst mal eher als parallele "Bullenflagge" eingezeichnet, weil man in diesem kleinen Massstab so besser sehen kann, wie durch einen Fakeout am 16.11. nach unten (roter Kreis) ganz klassisch Stops gezogen wurden, nur um dann richtig nach oben Fahrt aufzunehmen. "Bullflag" und "Descending Broadening Wedge" sind auch recht ähnliche Formationen.

Seit diesem Fakeout läuft der DAX massiv nach oben, man kann jeden Tag geradezu fühlen, wie Vormittags frisches Geld in den Markt strömt, während Nachmittags die Wallstreet wieder etwas nach unten zerrt. Aber trotz dieses Gegenwindes aus den USA, ist der DAX überzeugend aus dem Wedge ausgebrochen und hat Jahreshöchststände erreicht.

Betrachtet man das Momentum der Bewegung und die Grösse der Konsolidierung im "Wedge" kann man daraus ableiten, dass der DAX dieses Jahr noch lange nicht fertig ist. Die nächste Hürde wäre, das Verlaufshoch vom 02.05.2011 bei 7600,43 zu überwinden. Das dürfte vielleicht noch einmal ein wenig "ruckeln", danach wäre aber der Weg zu dem historischen Höchststand vom 09.07.2007 bei 8151,53 frei.

Ja, Sie haben richtig gehört, historischer Höchststand ! Wobei das ja aufgrund der Tatsache, dass der DAX ein "Performance-Index" ist der Dividenden inkludiert, nicht so ganz richtig und zumindest mit den meisten anderen Indizes nicht zu vergleichen ist. Gegenüber dem Jahr 2007 müsste der DAX 10-12% höher stehen als im Sommer 2007, weil nur das eine identische Marktkapitalisierung bedeutet. Denn Dividenden dürften in den 5 Jahren ungefähr in diesem Umfang aufgelaufen sein. Berücksichtigt man dann noch die Inflation, müsste der DAX eher sogar ca. 20% höher stehen, um für die Anleger den identischen realen "Wert" des Jahres 2007 zu haben.

Aber wie auch immer, der DAX hat nach meinem Eindruck für sich alleine genügend Momentum, um noch dieses Jahr oder Anfang 2013 historische Höchststände zu erreichen. Und ich kann auch politisch in den kommenden Wochen in der Eurozone nichts sehen, was diese Bewegung nachhaltig aufhalten sollte.

Wenn - ja wenn - da die Wallstreet nicht wäre ! Und die schwankt und hat durchaus Zeichen einer Topbildung. Klar wird immer die Diskussion um das Fiscal Cliff angeführt, aber ob die wirklich so entscheidend ist, bin ich gar nicht sicher.

Denn ein "kicking the can down the road" - sprich ein Verschieben der Entscheidung bis 2013 - ist doch Common Sense. Im Gegenteil, sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass die Politik der US so unverantwortlich ist, es über den Jahreswechsel hinweg "darauf ankommen zu lassen", können wir uns wohl auf einen geharnischten Absturz in den Indizes einrichten. Denn dann wird die Wallstreet der Politik zeigen, wo der Hammer hängt und danach wird ganz schnell Hektik in den beiden Abgeordneten-Häusern ausbrechen.

Um diesen Zusammenhang zu verstehen, darf man nicht von Deutschland mit seiner gesetzlichen Rentenversicherung im "Generationenvertrag" auf die USA schliessen. In den US haben breite Bevölkerungsschichten ihre Alterssicherung in Form von Aktiensparplänen. Zusammen brechende Kurse kommen also sofort bei den Wählern und bei ihrer Kaufkraft an. Ganz anders als in Deutschland. Übrigens auch ein Grund, warum die FED die Kurse um jeden Preis zu stützen versucht.

Aber dieses unwahrscheinliche Szenario einer unverantwortlichen politischen Klasse, ist derzeit das einzige, für mich heute sichtbare - kleine aber bedeutende - Risiko, das einem fröhlichen Jahresabschluss im DAX im Wege steht. Abgesehen natürlich von den berühmten "schwarzen Schwänen". Aber da die eben schwarz und nicht grau sind, macht es auch keinen Sinn darüber zu spekulieren. 😉

Schaut man über den Jahreswechsel hinweg, wird es entscheidend sein, wie sich die Erwartung der Unternehmensgewinne entwickelt. Denn nach meinen Eindruck ist die Wallstreet aktuell deshalb so zögerlich, weil Sie sinkenden Gewinne bei den Firmen befürchtet - eine Topbildung eben, Apple ist da nur der Vorreiter. Und wenn sich dieser Trend fortsetzt, wird sich der kleine DAX den Bleigewichten der Wallstreet nicht entziehen können. So stark ist der DAX alleine auch nicht.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

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IBEX35 – 15.11.12 – Spanische Aktien mit Bullenflagge

Heute Morgen möchte ich Sie mit dem IBEX35 auf einen Markt aufmerksam machen, der ein wunderschönes Chartbild ausgebildet hat. Es wird Sie vielleicht überraschen, aber es ist der spanische Aktienmarkt, der in der aktuell laufenden Schwächeperiode relative Stärke zeigt.

Man sollte sich von all den negativen Indikatoren und den Nachrichten in den diversen Medien nicht irritieren lassen, Aktienmärkte sind die besten wirtschaftlichen Vorlaufindikatoren der Welt. Und der Chart des spanischen Index IBEX35 sagt klar: bessere Zeiten voraus.

IBEX35 151112

Sie sehen auf dem Chart den wunderschönen Doppelboden von Mai und Juli diesen Jahres. Und Sie sehen, wie der Index nun in Form einer Bullenflagge oberhalb der 200-Tage-Linie konsolidiert, während der RSI sich auf gutem Niveau hält. Solange die 200-Tage-Linie nicht nachhaltig geschnitten wird, indiziert das relative Stärke in der aktuellen weltweiten Marktschwäche. Und sobald wir in den grossen Märkten drehen, könnte der IBEX35 zu den grössten Gewinnern der dann folgenden Aufwärtsbewegung gehören.

Diese Sicht wird im übrigen auch von vielen Fundamentaldaten zu den im Index enthaltenen Unternehmen getragen. Diese Unternehmen sind oft in den Weltmärkten aktiv, vor allem durch historische Bande in Südamerika, wurden aber in Folge der Schwäche des Heimatmarktes mit herunter geprügelt, obwohl die Unternehmen teilweise die Mehrheit der Umsätze schon lange ausserhalb Spaniens machen.

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Gold Swing High – 24.09.12 – Die kurzfristigen Folgen

15:00 Uhr

Ich habe hier mehrfach von einem "Swing-High" bei Gold gesprochen. Nun will ich Ihnen anhand des Stundencharts von Gold (XAUUSD) auch mal zeigen, was das bedeutet:

Sie sehen oben rechts im roten Kreis, das "Swing-High" vom Freitag. Eine dynamische Bewegung hoch in die Nähe von 1800 USD, die noch Intraday sofort wieder verkauft wird. Und deren Wende am Folgetag (Heute) bestätigt wird. Das ist ein "Swing-High". So eine Struktur impliziert in der Regel ein kurzfristiges Top, genauer gesagt eine kurzfristige Erschöpfung der Bullen.

Ganz typisch ist dann auch, dass der Kurs bis zur nächsten Unterstützung zurück fällt, bevor der Kurs dann wieder dem etablierten Trend folgt und einen neuen Anlauf auf die Marke nimmt. Diese Unterstützung sehen Sie in Form des grünen Kreises links unten, der die massive "Fahne" vom 13.09.12 markiert. Die "Fahne" ist das Niveau, das damals aggressiv gekauft wurde.

Ein Szenario wie mit den Pfeilen indiziert, hat daher eine relevante Wahrscheinlichkeit. Zunächst ein weiterer Rückgang Richtung 1720 USD, wobei klar sein sollte, dass der Kurs nicht zwingend so weit fallen muss. Es ist mehr eine Indikation des Potentials. Und dann eine folgende Rally bis 1800 USD und darüber hinaus.

Ein derartiger Ablauf würde übrigens perfekt in das mittelfristige Bild der Bullenflagge passen, das ich Ihnen -> hier <- am 18.09.12 skizziert habe. Lesen Sie den Artikel vielleicht noch einmal und schauen Sie, wo da der rote Pfeil ausläuft. 😉

Sollte Gold nun aber noch nicht einmal genügend Abwärtsdruck aufnehmen, um sich dem 1720er Bereich zu nähern, sollte man das sehr bullisch werten. Wenn Gold also heute im Laufe des Handels wieder hochläuft, werde ich nicht zögern, meine taktisch aufgelösten Positionen sofort wieder zu aktivieren !

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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