180 Grad 2017



Guten Morgen!

Auch nach so einem Vortag, geht wieder die Sonne auf und bei uns hier so richtig strahlend zum ersten Mal seit Wochen. Das werde ich nutzen, um über Mittag mal länger aus meiner Höhle zu kommen und die Nase in den Wind zu halten.

Was den gestrigen Tag angeht, muss ich gestehen, dass ich mit dieser Gnadenlosigkeit des Abverkaufs nicht gerechnet habe. Auch nicht damit, dass es keinerlei Versuch der Kavallerie geben würde, das Durchrutschen zu unterbinden.

Dabei hatte der Tag gut begonnen, das Down-Gap wurde schnell, zügig und überzeugend geschlossen und dann war die Chance da, nach oben durchzubrechen.

Ich bin nach wie vor sicher, dass wenn genau da, bei der Nulllinie ein großes Kaufprogramm gekommen wäre, wir den identischen Kursverlauf, nur nach oben bekommen hätten.

Genau das Kaufprogramm kam aber nicht, ein Doppeltop bildete sich Intraday und von da an ging es nur noch abwärts, von einem durch Short-Covering ausgelösten kurzen Hupfer am Ende abgesehen.

Sie sehen an dieser Darstellung, dass ich davon ausgehe, dass wir hier einfach eine Replik des Jahres 2017 erleben, nur mit 180 Grad verdrehter Logik.

In 2017 wurde jedwede negative Nachricht und jedwedes Risiko ignoriert, der Markt stieg in jedem Fall und jeder Dip wurde gekauft - BTFD!

Jetzt wird jedwede positive Nachricht und jedwede Chance ignoriert, der Markt fällt in jedem Fall und jeder Rip wird verkauft - STFR!

Wenn man aber nicht so einen technischen Mechanismus als dominant annimmt, dann bleibt nur eine fundamentale Erklärung, die eher die Nackenhaare aufstellt. Denn gestern wurde alles verkauft, auch die "Safe-Havens" wie die Utilities:

Und das stinkt doch sehr danach, als ob unter der Decke Unerfreuliches passiert und es Schieflagen bei großen Adressen gibt - bei dieser Marktentwicklung keineswegs unwahrscheinlich. Der Sensenmann in Form des Margin-Calls geht vielleicht um.

Aber wie auch immer, letztlich macht es keinen großen Unterschied auf das, was wir tun müssen.

Als Investoren haben wir in voller Deckung zu sein, was immer das aus Sicht Ihrer Strategie bedeutet. Und diese Deckung ist auch nicht aufzugeben, nur weil es mal zwischendrin einen starken Tag gibt. So ein Einbruch braucht Zeit um zu heilen, halten wir die Köpfe unten und die Füsse still.

Als Trader aber, liegen hier immense Chancen im Intraday-Handel, auch der Handel gestern war ja wieder von technischen Marken begrenzt, die Nulllinie als Obergrenze und unten die Tiefs von Februar, die im SPX nun touchiert wurden:

Als Trader ist die große FED-Chance damit also keineswegs vom Tisch, sie ist durch den gestrigen Tag nur noch größer geworden. Ich werde diese Chance auch suchen, die Tiefs von gestern bieten nun wieder eine hervorragende Begrenzung nach unten.

Bedenken Sie dabei bitte auch, dass wir zusätzlich am Freitag auch noch einen großen Hexensabbat haben, viel steigerungsfähiger ist die Nervosität also wohl nicht mehr.

Was die FED angeht, wird das Marktgeschehen sicher Eindruck machen und wenn Powell nicht zur massiven Taube wird, wartet Trump wohl nur darauf, ihm die Schuld an dem Kursdesaster zuzuschieben. Denn es sei daran erinnert, dass in den US die Bürger durch Anlageformen wie 401(K) viel enger mit der Marktperformance verbunden sind und Trump kann nun keine große Baisse brauchen, die gefährdet seine Wiederwahl-Kampagne, die schon in 2019 einsetzen wird.

Wovor ich wirklich Sorge habe, ist eine erneute böse Überraschung. Dass nämlich Powell morgen dem Druck nachgibt und die Zinserhöhung im Dezember doch aufgibt. Und in Folge der Markt nur kurz steigt, dann genau das aber als Eingeständnis eines ernsten Problems auffasst und *trotz* oder *gerade wegen* der abgesagten Zinserhöhung nach einem Fakeout nach oben einbricht. Dann haben wir wohl "Land unter", auch *Crash* genannt.

Ich hoffe alle Beteiligten sind klug genug zu erkennen, dass man dem nervösen Affen nun nicht noch mehr Zucker geben darf, sondern eine ruhige Hand nötig ist, die Stabilität aussstrahlt. Das heisst, es braucht nun die angekündigte Erhöhung, auch als Unabhängigkeitssignal in Richtung Trump und dann braucht es eine Sprache, die die Risiken würdigt und für 2019 keinen fixen Straffungspfad mehr hat.

Mit so einer Haltung sind in meinen Augen die Chancen am Besten, etwas Ruhe herein zu bekommen. Mit hektischen Änderungen der bisherigen Linie, wird man vielleicht genau das Gegenteil erreichen.

Fazit:

Ich hoffe Sie betrachten das Geschehen so entspannt und fasziniert in Deckung wie ich. Wenn Sie sich dieser Deckung bisher verweigert haben, weil es ja lange immer gut gegangen ist, haben Sie nun schmerzhaft etwas gelernt. Die richtige Antwort ist dann nicht sich abzuwenden und den Kopf in den Sand zu stecken, sondern in den Spiegel zu schauen und es für die Zukunft besser zu machen.

Ich betone erneut, dass der 04.12. der Wendepunkt war, an dem das bullische Modell einer zum Jahresende kaufbaren Korrektur in etwas anders, weit Problematischeres wechselte. Dieser Tag hatte mich auch angefasst und Sie haben da ein paar Schimpfworte im Stream in Richtung Trump gehört. Seitdem bin ich in voller Deckung aus Investmentsicht. Dieser Tag war auch eine eindrucksvolle Bestätigung der Regel, dass wenn Märkte nicht mehr machen was sie sollen, es richtig gefährlich wird.

Jetzt um die FED herum, wird die Nervosität extrem hoch sein und es ist diesem Markt wirklich alles zuzutrauen. Ich warne auch davor, direkt nach der FED schon eine Richtung antizipieren zu wollen, es wird vor allem wichtig sein, was Powell sagt und das kommt eben erst in der Pressekonferenz danach.

Wer also mit mittel- oder langfristigem Horizont in Deckung ist, sollte diese am FED-Tag behalten egal was passiert und sollte lieber im schlimmsten Fall eine wenig "verpassen", als in einen wilden Fakeout zu geraten.

Für Trader gilt aber "Feuer frei", die Chancen sind beidseitig immens und wer gelernt hat seine schlechten Trades zu begrenzen, kann hier opportunistisch erheblichen Ertrag generieren.

Übrigens, seit Tagen haben die schon mehr ausgebombten, anderen Märkte der Welt nun eine Überperformance zum S&P500, selbst der DAX. Wer auf der Long-Seite handeln will, tut das derzeit also vielleicht besser in anderen Indizes als dem SPX.

Der heutige Tag ist dagegen ein Wartetag, an dem es nicht viel zu tun geben wird. In einem normalen Markt wäre heute die Chance auf Stärke und einen positiven "Buy the Rumor" Trade immens hoch. Aber so richtig normal war das gestern ja nicht mehr. 😉

Ich wünsche einen schönen Tag. Ich melde mich zum Stream heute Nachmittag, der voraussichtlich auch kurz und knapp sein wird.

An die Mitglieder die ein Depot eingereicht haben der Hinweis: Bitte denken Sie an die -> Abstimmung bis Mittwoch <-!

Ihr Hari

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Die Säfte fliessen



Guten Morgen!

Was für ein Wandel, gestern noch hatten wir um diese Zeit einen antriebslosen Markt, der zwar mal wieder ein wenig nach oben zuckte, von dem aber aus sich heraus nicht viel zu erwarten war. Heute haben wir einen Ausbruch der gut aussieht und der nun bei drittem Versuch tatsächlich zu dem deutlichen Schub führen könnte, nachdem es schon am 25.01. aussah, der dann aber doch wieder völlig abverkauft wurde.

Allerdings muss man auch heute darauf hinweisen, dass der Beweis nun erst anzutreten ist, dass dieser Markt auf die gestrige Stärke nun weiter aufbauen kann und nicht gleich wieder zusammen fällt. Aber zumindest sieht das nun so gut aus, wie lange nicht, wir werden sehen.

Was macht den Unterschied?

Ich denke es ist ganz einfach, es ist ein exogener Einfluss der die Stimmung so gedreht und die Bullen aus ihrer Lethargie geweckt hat und den habe ich gestern Abend schon verlinkt, uns erreichte die Info gegen 18 Uhr MEZ:

-> Trump vows phenomenal tax announcement <-

In unserer Presse, die ja primär damit beschäftigt ist, Trump zum Gottseibeiuns zu stilisieren, wurde das weitgehend übersehen. Für den Markt ist es aber extrem relevant. Besonders bullisch im Sinne "Buy the Rumor" ist dabei die Methode der Ankündigung von etwas "Phänomenalem" ohne die Details zu nennen. Denn damit schürt man Erwartungen und Erwartungen bewegen Kurse wie wir wissen und Erwartungen überschiessen auch gerne mal nach oben.

Dieser neue "Buy the Trump Rumor" Trade, verbunden mit der sichtbaren Unfähigkeit der Bären, nach unten etwas auf die Reihe zu bekommen, lässt uns nun mit Schwung nach oben laufen.

Nun werden einige sich fragen, ob man das nicht ahnen konnte? Blödsinn, die ganze Frage ist falsch, wir wissen nie, was Morgen passiert und was Trump ankündigt. Auch dass Trump gegenüber Xi die "Ein-China-Politik" bestätigt zu haben scheint, ist Überraschung und Beruhigung vor grossen Handelskrieg-Ängsten gleichzeitig. Auch das stützt den Markt und konnte auch niemand vorher mit Bestimmtheit wissen.

Aber die Grundhaltung unserer Aufstellung war richtig, sich nicht zu bärischen Aktionen hinreissen zu lassen, solange nicht die markanten Marken nach unten gebrochen wurden. Gleichzeitig aber auch nicht vollinvestiert zu sein, sondern genügend Cash bereit zu halten, um jederzeit reagibel zu sein.

Diese Haltung war richtig und ist weiter richtig und wenn wir nun endlich die Expansion nach oben bekommen, die schon am 25.01.17 einzusetzen schien, ist das nur zu begrüssen, weil wir danach wohl endlich die Korrektur bekommen können, die genau nach diesem weiteren Schub auf der Agenda stehen dürfte. Genau dieses grobe Bild hatte ich ja direkt vor Trumps Amtseinführung (Smaugs sich öffnendes Auge) und es ist weiter gültig, auch wenn wir nun zwei Wochen mit "Herumeiern" verloren haben, weil offensichtlich genau der Katalysator fehlte, der nun da ist und die Säfte fliessen lässt.

Im DAX sehen wir wunderschön, wie richtig es war die 11.500 als grobe Wasserscheide zu nehmen und nicht bärisch zu werden, bevor es da durch geht. Das ist ein wichtiges Grundprinzip, wir raten nicht und agieren nicht ohne Grundlage, wir folgen den Preisen, die sind die einzige objektive Wahrheit die existiert:

Wir sehen am Chart aber auch, dass die Bewegung nun zwar gut aussieht, nach oben aber auch nichts passiert ist. Warum sollten wir also nun die Haltung ändern?

Nein die lautet weiter: Bullisch mit gebremstem Schaum und auf Zehenspitzen und bereit sofort abzuspringen, sobald der Markt hier unter 11.500 durchfällt. Insofern gibt es gar keine Änderung, weil wir richtig aufgestellt waren.

Im S&P500 sehen wir die Pirouette auch sehr schön, die der Markt Zögernd und Zagend zwischen dem 25.01. und heute generiert hat, wir sehen aber auch was ich immer gesagt habe, dass der Aufwärtstrend intakt ist, wenn auch nicht mehr so stark wie noch im November letzten Jahres:

Also, auch wenn ich es jetzt wiederhole, alles bleibt beim Alten!

  • Wir sind *nicht* bärisch, solange nicht die Bären mal zeigen, dass sie tatsächlich Kraft haben und der Massstab dafür ist der Preis.
  • Wir gehen mit, solange dieser Markt den Aufwärtstrend nicht bricht.
  • Wir halten relevanten Cash im Angesicht grosser Unwägbarkeiten.
  • Wir bereiten uns gedanklich und von der Aufstellung her auf eine Korrektur im ersten Halbjahr vor, die falls nun endlich ein relevanter Schub kommen sollte, danach dann gute Chancen hat.
  • Wir trauen über diese Korrektur hinaus, dem Markt im Verlauf des Jahres 2017 weiter etwas zu

Deutlicher kann ich nicht. 😉 Ich hoffe Sie damit immun gegen die diversen Zuckungen zu machen und die Spannung etwas gelassener zu nehmen, die von so einem unwirklich ruhigen Markt ausgeht, wie wir ihn in den letzten Wochen erlebt haben.

Kommen wir zu Einzelthemen:

Zu Nvidia (NVDA) habe ich mich schon gestern im Forum geäussert. Ein tolles Unternehmen, mit einer Quasi-Monopolstellung im Grafikchip-Bereich, weil der einzige echte Mitberber AMD nicht mithalten kann.

Ensprechend dazu gestern -> tolle Zahlen <- und ein supertolles Chart:

Wenn aber eine Kursentwicklung *super*toll ist und die Zahlen "nur" toll, muss auch das beste Unternehmen mal korrigieren und diese Gefahr ist in Form eines potentiellen Doppeltops bei NVDA nun da:

Klar ist aber auch, dass eine echte Korrektur wohl eine Kaufgelegenheit wäre und weil das viele so sehen werden ist zweifelhaft, ob eine Korrektur viel Momentum nach unten entwickeln kann. Der gemeine BTFD-Trade ist dann schnell wieder da.

Bei Sierra Wireless (SWIR) war der von mir thematisierte Ausbruch genau der Punkt, an dem man die Aktie wieder ins Depot nehmen musste. Witzig ist nach wie vor, wie wenig genau die Gleichen da draussen, die den Abwärtstrend bekämpft haben, nun zur Aktie zu sagen haben. Um SWIR wurde in deutschen Foren lange ein grosser Hype gemacht. Nun wo es interessant wird, schaut keiner mehr hin - so ist es oft.

Gestern kamen -> gute Zahlen <- und nachbörslich stehen 7% Plus auf dem Kurszettel:

Richtig krachen lässt es Activision Blizzard (ATVI), aber nicht wegen besonders guter Zahlen, sondern wegen eines -> massiven Aktien-Rückkaufplans <-:

Sie wissen, ich mag diese Rückkaufpläne nicht so, mir wäre Wachstum und Innovation lieber. Denn Aktienrückkäufe sind immer Zeichen von Unternehmen, die auf zu viel Cash hocken, mit dem sie nichts mehr anzufangen wissen. Und mit den Rückkaufplänen, bedient sich das Management mit seinen Aktienoptionen auf eine eigentlich unzüchtige Art und Weise selber, ohne die Leistung zu erbringen, für die es teuer bezahlt wird: das Geschäft voran zu bringen.

Bei Cameco (CCJ) war dagegen nachbörslich eher wenig Bewegung, weil die -> schwachen Zahlen <- ja schon angekündigt waren. Mit einem leichten Plus von 1,5% schloss der nachbörsliche Handel ab.

Wenn Sie mich fragen, was ich von diesem wilden Hin- und Her bei CCJ halte, kann ich nun nur die Schulter zucken:

Ich hatte die Chance vo einigen Tagen für gut erachtet, dass sich das zu so einem Dreieck entwickelt würde, wie oben eingezeichnet. So ist es aber nicht gekommen und nun ist die Struktur völlig indifferent.

So etwas gibt es, nicht jede Struktur hat eine Interpretation mit klarer Tendenz, hier kann man nun nur abwarten. Die Chance, dass dieser Bruch des langfristigen Abwärtstrends Bestand hat, halte ich aber weiter für gut:

So weit an diesem Freitag Morgen. Ich melde mich wie immer am Nachmittag noch einmal.

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Die EZB Woche und ihre Konsequenzen



Guten Morgen liebe Mitglieder!

Dieses ist mein erster Morgenbericht nach der neuen Logik, wie im Artikel -> Entscheidung zur neuen (alten) Blogstruktur <- kommuniziert.

Ereignisse der kommenden Woche

Vor uns liegt eine ereignisreiche Woche, die mit dem EZB Entscheid am Donnerstag ihren Höhepunkt finden wird.

Aber auch andere wichtige Ereignisse werfen ihren Schatten voraus, so haben wir diese Woche am Freitag wieder die grossen US Arbeitsmarktdaten und am Mittwoch die ADP Daten im Vorfeld. Beide werden wieder kritisch beäugt werden, um heraus zu finden, ob die FED in gut 2 Wochen wirklich die Zinsen erhöht, oder doch eher nicht.

Aber als ob EZB und grosse Arbeitsmarktdaten mit FED Spekulation nicht reichen würden, kommen in der Nacht auf Dienstag auch eine Reihe wichtiger Wirtschaftsdaten aus China, heute am Montag Daten vom Immobilienmarkt in den US, am Dienstag Einkaufsmanagerindizes in den US und Deutschland, am Mittwoch auch noch Verbraucherpreise in der Eurozone und am Mittwoch dann noch oben darauf, zwei Reden von Janet Yellen, da sich die FED noch nicht in der "Quiet Period" befinden.

Die absehbare Diskussion am heutigen Montag, um die Bewertung der Umsätze des "Black Friday" und der daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen auf die US Konjunktur, runden das Bild ab.

In Summe also eine der aktivsten Wochen des Jahres zu einem sehr wichtigen Zeitpunkt, kurz bevor EZB und FED ihre Karten auf den Tisch legen.

Einschätzung der Marktlage

Die Lage der Märkte ist dabei relativ neutral, nach der vorletzten schwachen Woche und der letzten starken Woche, mit ihrem "EZB Buy the Rumor Trade", kann ich keinen klaren Edge in die EZB Sitzung hinein erkennen. Ich verweise dazu wieder auf die umfangreiche Wochenanalyse von -> The Fat Pitch <-

Faktum is, dass die Märkte eine massive Erwartungshaltung an die EZB aufgebaut haben. Das aber nicht aus dünner Luft heraus, sondern weil diverse EZB Mitglieder bis zu Draghi selber, sehr deutlich in die Richtung einer massiven Erweiterung des Stimulus gedeutet und die Märkte vorbereitet haben.

Sollte Draghi am Donnerstag nicht liefern, würden wir eine sehr, sehr harsche Reaktion sehen, die den Euro massiv zum Dollar nach oben drücken würde. Alleine, dieses Szenario ist extrem unwahrscheinlich, die EZB würde nicht so deutlich herum reden, wenn da nichts kommen würde.

Wir können also fest davon ausgehen, dass die EZB am Donnerstag auf irgend eine Art und Weise den Stimulus massiv ausdehnen wird, einerseits vielleicht über die Dauer, oder über das Volumen oder über den Umfang und die Auswahl der Assets, die Teil des Programms sind.

Das Einzige, was wir nicht wissen und im Vorfeld auch nicht wissen werden ist, ob diese Ausweitung des Stimulus ausreicht, um die Erwartungen des Marktes zu befriedigen oder ob doch eine leichte Enttäuschung zurück bleibt.

Ganz schwer tue ich mich aber dabei mir vorzustellen, dass die EZB die heiss gelaufenen Erwartungen noch übertreffen wird. Ich wüsste nicht, was sie dafür noch machen könnte, aber "you never know", vielleicht kaufen sie ja auch bald Aktien auf. 😉

Schlussfolgerungen für die Positionierung zum Jahresende

Im Lichte dieser Erwartungen und eines fehlenden Edge in die EZB Sitzung hinen, macht es für mich Sinn, einige der Gewinne der nun aufgelaufenen Rally zu sichern, Positionsgrössen zu verringern und etwas neutraler in die EZB und diese Woche hinein zu gehen. Keineswegs bärisch, dazu gibt es keinen Anlass, aber eben neutraler und mit weniger Risiko und Exposure.

Für diese Haltung gibt es auch einen anderen Grund, der mit historischen Zyklizität und der FED Sitzung am 16.12. zu tun hat. Denn wenn dieser Markt vor dem Jahresende noch eine Schwächeperiode hinlegt, dann ist jetzt - in den zwei Wochen nach der EZB Anfang Dezember - dafür der ideale Zeitraum.

In dieser Phase könnte eine leichte Enttäuschung über den Umfang der EZB Massnahmen, auf frische Sorgen um zu schnelle Zinsaktionen der FED treffen. Dieses Risiko wird insbesondere steigen, wenn die Arbeitsmarktdaten diesen Freitag besonders gut sein werden.

Eine solche Mischung könnte sehr wohl für eine erneute Konsolidierungsphase der Märkte sorgen, bevor dann mit der FED Sitzung am 16.12. klar wird, dass die FED alles tun wird, nur nicht die Zinsen nun schnell erhöhen. Eine klare "One and Done "Kommunikation der FED, würde dann eine markante Jahresendrally anstossen, die in 2016 hinein trägt und mit einem wieder fallenden Dollar einher geht.

Wenn man dieses Bild als Chart anhand des S&P500 darstellt, dann sieht das so aus:

S&P500 29.11.15

Danach würde sich nun eine mehr oder weniger Seitwärtsphase im blauen Rechteck anschliessen, die durchaus auch wieder tiefere Kurse als letzte Woche generieren könnte, bevor der Markt dann nach der FED die Chance hat, zu einem erneuten Hallali und Allzeithochs aufzubrechen.

Ich betone, dass ich hier klar im spekulativen Bereich über die Abfolge der Ereignisse bin und es kann ganz anders kommen. Ich will Ihnen nur klar machen, dass wir im Moment auf Sicht der kommenden 2 Wochen keinen klaren Edge mehr haben und dass eine logische Abfolge der Ereignisse eine kleine Schwächephase Anfang Dezember durchaus zu erwarten lässt.

Zum DAX kann ich nur auf das Chart im Artikel -> Truthahn Party <- von Donnerstag verweisen. Mehr als die dort eingezeichnete Zone oberhalb 11.600 ist wahrscheinlich erst einmal nicht drin. Für mehr, müsste die EZB die Erwartungen noch übertreffen.

Wenn es also einen Zeitpunkt gab, mal Gewinne zu sichern und etwas weniger aggressiv zu werden, könnte das in den kommenden Tagen, in die andauernde Stärke des "Buy the Rumor Trades" in die EZB hinein, der Fall sein. Eine bärische Haltung ist das kein bischen, nur eine etwas weniger bullische.

Its the currencies stupid!

Abbild der oben beschriebenen Entscheidungen der Notenbanken, werden natürlich die Entwicklungen der Währungen sein und dabei besonders von EURUSD:

EURUSD 30.11.15

Einerseits ist hier bemerkenswert, dass EURUSD bei 1,05 eine wichtige Unterstützung hat, unter der jede Menge Stops lauern werden. Sollte Draghi es also schaffen, die Märkte am Donnerstag doch zu überraschen und damit den Euro unter 1,05 zu drücken, dürfte sich eine massive Stopkaskade in Bewegung setzen, die dann den Euro schnell zur Parität zum Dollar führt. Folge davon wäre wohl eine massive Rally in DAX & Co., selbst 12.000+ wären dann durchaus zügig drin.

Andererseits sieht man am Kursverlauf von EURUSD aber auch sehr schön, wie der Markt in einem klassischen "Buy the Rumor" Trade´, schon im Vorfeld der EZB Sitzung einen massiven, neuen Stimulus eingepreist hat. Anders ist der massive und pausenlose Rückgang bei EURUSD nicht zu erklären und diesen Trade haben wir hier ja voll auf der Rechnung gehabt. Damit ist der Markt nun aber auch reif für eine Gegenbewegung, die durch eine leichte "Sell the News" Reaktion ausgelöst werden kann.

Sollte die EZB also die aufgeblasenen Erwartungen gerade mal erfüllen oder sogar leichte Enttäuschung hervor rufen, dürfte die 1,05 erst einmal halten und EURUSD den eingezeichneten Verlauf nehmen. Und sollte das oben für den S&P500 beschriebene Szenario eintreffen und die FED Mitte Dezember einen klaren "One and Done" Ansatz verfolgen, könnte ein Aufwärtsbewegung von EURUSD dann sogar Fahrt aufnehmen.

Die Folge so eines Trendwechsels bei EURUSD wäre, dass in DAX & Co. nicht mehr so viel zu holen ist, dafür aber die US Märkte zu bevorzugen sind und die dollarsensitiven Assets der Emerging Markets und Rohstoffe besonders grosse Chancen in 2016 hinein haben.

Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass es wirklich die Währungen sind (it´s the currencies stupid), die als Ausdruck der Handlungen der Notenbanken hier den wohl entscheidenen Faktor der kommenden Wochen ausmachen werden.

Marktbreite und Stockpicking bei Small- und MidCaps

Eine weitere Beobachtung will ich mit Ihnen teilen, die auch wichtig werden könnte und im bullischen Sinne auf eine Fortsetzung der Rally hindeutet. Wir hatten lange ein massive Überperformance der hoch kapitalisierten Bluechips, die die Indizes oben gehalten hat, aber auch zu der gefühlt geringen Marktbreite führte.

Gerade in der letzten Woche, habe ich aber in meinen Watchlists einige Aktien des Small- und Mid-Cap-Bereiches bemerkt, die nach oben in Bewegung geraten sind. Das mag Zufall sein, mein Eindruck auch von anderen Parametern ist aber, dass es das nicht ist, sondern hier etwas in Bewegung gerät.

So eine Rotation in die kleinen und mittleren Werte hinein, ist grundsäzlich sehr positiv und bullisch zu werten und sollten wir nicht übersehen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die grossen Werte gerade in den US nun erst einmal Pause machen, dafür aber unter der Decke der Indizes durch gezieltes Stock-Picking bei den kleineren und mittleren Werten noch eine Menge zu holen ist - auch in den kommenden 2 Wochen zwischen EZB und FED.

Ich wünsche eine erfolgreiche Woche!

Ihr Hari

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Die EZB Rally oder: Der beste DAX heisst MDAX

In den letzten beiden Jahren gab es eine feste Grösse, auf die wir uns bei einer strategischen Asset Allokation zuverlässig verlassen konnten. Und das war die Tatsache, dass die US Indizes besser laufen, als die europäischen.

Das war ja auch kein Wunder, denn während die Konjunktur in den USA wieder Tritt fasste, woran billiges Gas seinen Anteil hatte, dümpelte Europa anämisch vor sich hin.

Verstärkt wurde der Effekt durch die Stärke des US Dollar, die die grossen Kapitalströme in die US Märkte zog. Denn wenn ich ein weltweit agierender Asset-Manager bin, dann wähle ich doch bevorzugt Märkte, bei denen schon alleine die Währungsentwicklung für Gewinne sorgen wird, völlig unabhängig von einer Kursentwicklung.

Wobei der Dollar und die Stärke der US Märkte ja ein bisschen wie das "Henne und Ei" Problem ist. Einerseits spielt die Zinserwartung an die Notenbank natürlich auch eine Rolle und die FED signalisiert ja, dass sie in 2015 die Zinsen wieder erhöhen will. Anderseits sorgt aber gerade eine starke Wirtschaft für eine harte Währung, Deutschland hat das ja in den Zeiten der Bundesbank (sie ruhe in Frieden - ich trauere ihr nach) immer wieder vorgemacht.

Insofern ist der starke Dollar nicht nur Auslöser für Kapitalströme, sondern er ist auch Folge der starken US Wirtschaft und letztlich haben wir es hier mit einer sich gegenseitig verstärkenden Wirkung wie in kommunizierenden Röhren zu tun.

Nun aber, mit dem Beginn von 2015, scheint sich eine Änderung dieser Überperformance der US Märkte anzudeuten. Zumindest ist das in den Charts klar zu sehen, die ich Ihnen nun zeigen will.

Schauen wir erst einmal auf den S&P500, der in 2015 wild schwingt und relativ richtungslos ist, mit der Gefahr eine Topbildung zu vollziehen:

S&P500 15.01.15 2

Zum Vergleich schauen wir auf den DAX, der das Dreieck schon nach oben verlassen hat und eine klar bullische Grundstruktur besitzt:

DAX 15.01.15 2

Wir sehen deutlich, wie viel besser der S&P500 in ganz 2014 gelaufen ist. Dort war ein klarer Aufwärtstrend, während der DAX richtungslos vor sich hin eierte.

Deutlich wird aber auch, ab wann sich ein Unterschied zu dieser Entwicklung andeutete: eigentlich erst ab Anfang 2015, nachdem klar wurde, dass die EZB tatsächlich ein Anleihenkaufprogramm starten wird.

Damit wird die EZB Sitzung am kommenden Donnerstag 22.01.15 zum extrem wichtigen Faktor für die Märkte. Denn der Markt hat offensichtlich schon einen "Buy the Rumor" Trade aufgelegt, der derzeit im vollen Gange ist.

Abhängig davon, was die EZB real macht, wird dieser Trade wieder in sich zusammen fallen oder, wir erleben den Start einer grundlegenden Änderung der Kapitalströme, dieses mal aus den US Indizes in die europäischen Märkte.

Die Chancen für Letzteres sind gar nicht schlecht, denn der starke Dollar entfaltet zunehmend seine Wirkung und macht der US Industrie das Leben nicht leichter, zumal nun durch den einbrechenden Ölpreis auch Sorgen um die Fracking-Industrie hinzu kommen.

Und der Fracking-Boom hat natürlich in der Vergangenheit massive Investitionen ausgelöst, von denen viele Industrieunternehmen wie General Electric (851144, GE) profitiert haben. Der absehbare Zusammenbruch dieser Industrie, hinterlässt nun eine Schleifspur bei den Zulieferern und Dienstleistern, auch die schwache Kursentwicklung von GE hat genau mit dieser Erwartung des Marktes zu tun.

Gleichzeitig sollte der schwache Euro die europäische Exportwirtschaft zunehmend stützen. Das ist sicher nur ein kurzfristiger Effekt, Währungsabwertungen haben noch nie zu einer starken Wirtschaft geführt und die US Industrie wird langfristig unter dem Druck des Dollar nur noch stärker und wettbewerbsfähiger werden. Mittelfristig, mit der Sicht auf Monate, ist das aber ein positiver Faktor für die europäischen Unternehmen und die Sicht auf die kommenden Monate ist ja die, die uns beim Handel an den Märkten besonders interessiert. Langfristig sind wir sowieso alle tot. 😉

Auf jeden Fall haben die europäischen Aktienmärkte sowieso eine Menge nachzuholen, die Erwartungen an eine positive Überraschung sind gering und gleichzeitig deuten aber makroökonomische Entwicklungen und die Politik der Notenbanken dahin, dass Europa die Chance hat zu überraschen.

Nun ist Mr. Market ja der beste Frühindikator den man sich vorstellen kann und deshalb ist es besonders interessant zu sehen, wo nun die stärksten Gewinne im "Buy the Rumor" Trade in die EZB hinein sind.

Da fällt mir einerseits der spanische Aktienindex IBEX35 ein, was kein Wunder ist, denn hier treffen die positiven Effekte eines möglichen Anleihenkaufprogramms auf schon vollzogene Strukturreformen, die im Gegensatz zum erstarrten Italien schon für sich alleine leichte Hoffnung für das Land machen.

Auffällig ist aber auch, dass der MDAX nun seit kurzer Zeit noch viel besser als der DAX aussieht und schon den Ausbruch zu neuen Hochs vollzogen hat. Schauen wir auf das Chart und vergleichen wir das mit S&P500 und DAX oben, der Unterschied ist augenfällig!

MDAX 15.01.15

Die Gründe dafür sind offensichtlich. Der MDAX ist industrielastiger als der DAX, Maschinenbau ist hier ein wichtiger Faktor. Damit schlägt hier der schwache Euro besonders stark zu und auch die niedrigen Ölpreise sind ein positiver Katalysator.

Es könnte für die kommenden Monate also Sinn machen, auf Europas Exportindustrie zu setzen. Und wenn man das tut, führt kein Weg am MDAX und seinen Unternehmen vorbei.

Damit das Wirklichkeit wird, muss die EZB aber nächsten Donnerstag erst einmal liefern. Ich glaube übrigens kein bisschen daran, dass die Notenbank mit ihrer Geldpolitik die prinzipiellen Erstarrungen in Europa überwinden kann. Das könnte nur eine andere Politik, als wir sie haben und langfristig macht es daher jede Menge Sinn, weiter auf die US Industrie zu setzen, die ungleich bessere Voraussetzungen hat.

Aber für eine ein paar Monate andauernde Hoffnungsrally an den europäischen Märkten, ist die aktuelle Ausgangslage auf jeden Fall gut und wenn die EZB liefert, wird es der Markt wie ein Drogensüchtiger erst einmal goutieren. Was danach kommt, ist eine ganz andere Geschichte.

Achja .... und dann war da ja noch Griechenland. Aber "Who cares"? Die Schulden liegen mittlerweile bei der öffentlichen Hand, also uns, den Steuerzahlern. Und wir werden dafür blechen, das war schon immer klar, allen Beteuerungen unserer politischen "Elite" zum Trotz. Den Markt interessiert das aber nur noch am Rande, wenn es nicht zu völlig unkontrolliertem Chaos, bei einem möglichen "Grexit" kommen sollte.

Aber selbst der "Grexit" wird wohl ein schöner Traum bleiben, die absurde Logik des "Zusammenhaltens um jeden Preis" feiert in der Eurozone immer noch Urstände. Und solange die, die das bezahlen müssen, nicht die sind, die die Entscheidungen treffen, wird das auch so bleiben. Mit dem Geld Dritter lässt sich immer besonders freigebig um sich werfen.

Vielleicht sollte die Eurozone sich aber mal an der Medizin orientieren, in der sogar wichtige Körperteile wie Finger und sogar ein Bein bei einer unkontrollierbaren Infektion amputiert werden, um den Hauptkörper zu retten. Und auch der Körper ist ein komplexes System, dessen Reaktionen nur schwer vorher zu sehen und bestenfalls mit Wahrscheinlichkeiten zu fassen sind. Man macht es aber trotzdem, zum Wohl des grossen Ganzen.

Ihr Hari

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Die Giganten IBM und Apple kooperien – Grosse Chance für Apple

Heute erreicht mich die folgenden Nachricht: -> IBM und Apple kooperieren! <-

Diese Nachricht kann man aus meiner Sicht gar nicht hoch genug hängen. Und auch wenn es IBM bestimmt nicht schadet, dürfte der Haupt-Profiteur Apple sein. Gut gemacht Tim Cook!

Wir müssen uns klar machen, dass Apple mit seinem Qualitätsimage, aber auch seiner Monokultur und recht starken Abgrenzung gegen fremde Software, eigentlich theoretisch schon lange dafür prädestiniert war und ist, in den Firmennetzen bei Endgeräten eingesetzt zu werden.

Denn für eine IT bzw Infrastruktur-Abteilung, sind die offeneren Systeme wie Android - bei denen der Anwender extrem viel verändern kann - ein echter Graus. Denn diese individuelle Veränderung der Benutzer birgt Gefahren und das nicht nur wegen simpler Schadsoftware. Auch und gerade beim Thema Industriespionage. Natürlich kann man auch Apple Geräte ausspähen, keines ist völlig sicher. Aber für eine IT Abteilung ist es viel einfacher, bei einer einheitlichen Installationsbasis für Sicherheit zu sorgen, als beim Wildwuchs von Android & Co.

Bisher aber hat Apple wenig - und in meinen Augen zu wenig - für die Geschäftskunden getan. Man konnte ja auch genügend Geld im Retail-Geschäft mit den normalen Endkunden verdienen, die Geräte waren ja "hip" genug.

Nun aber scheint Apple das riesige Potential der Geschäftswelt erschliessen zu wollen und hat dabei mit IBM den idealen Partner gefunden. Kein Unternehmen dürfte so gut vernetzt in den grossen Konzernen sein, keines hat einen so seriösen Ruf. Und als weiteren Pluspunkt, ich sehe in dieser Kooperation kaum Konfliktzonen, die Interessen sind wirklich weitgehend komplementär und ergänzen sich in Perfektion.

Ich bin ja selber ein alter "IBMer" und weiss daher, wie dieser Laden tickt. Die entscheidende Frage wird nun sein, ob man diese Kooperation abseits der Absichten der Chefs auch auf den mittleren Management-Ebenen mit echtem Leben füllen kann. Denn auf beiden Seiten findet sich eine extrem selbstbewusste Unternehmenskultur, die dazu neigt, sich selbst zu genügen.

Wenn und falls das aber gelingt, werden beide Unternehmen massiv profitieren und vor allem für Apple dürfte das erhebliche Potentiale heben. Und rein rational - von theoretischen Animositäten der beiden Kulturen abgesehen - sehe ich auch keinen Grund, warum das nicht funktionieren sollte. Denn beide Seiten profitieren und die recht selbstbewussten IBMer dürften durch die zuletzt wenig überzeugenden Zahlen auch demütig genug sein, das nun als Chance zu begreifen.

Fazit:

Diese vergleichsweise kleine Meldung, lässt mich also in Kenntnis der Unternehmen aufhorchen. Hier könnte Bedeutendes auf den Weg kommen. Und dem Aktienkurs von Apple wird es gut tun, auch wenn die Effekte eher langfristiger Natur sein dürften.

Auf jeden Fall ist das ein weiterer Grund, weiter eine Long Position in Apple zu halten. Im Premium-Bereich gehen wir die positive Kurs-Entwicklung bei Apple schon seit Monaten mit und zumindest bis zur offiziellen Bekanntgabe der neuen Geräte im Herbst - wahrscheinlich iWatch und neue iPhones - dürfte die Aktie im Sinne "Buy the Rumor" weiter gut unterstützt sein.

Mit der heutigen Kooperation eröffnet sich Apple aber auch darüber hinaus grosse Umsatzpotentiale. Erneut: gut gemacht Tim Cook!

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Leitindex S&P500 nimmt die historischen Höchststände ins Visier – 05.03.13

Im frühen Handel in Europa merken Sie schon, wie die Indizes wie S&P500 und DAX heute scheinbar mit Macht nach oben drehen. Auslöser dürfte die absehbare Auflösung diverser Sorgen sein.

Erinnern Sie sich bitte daran, dass Mr. Market nichts so sehr hasst wie Unsicherheit. Deshalb kehrt nach dem ersten Schreck nun auch vorerst Ruhe an den südeuropäischen Aktienmärkten ein und die Indizes nehmen ihre alte Aufwärtstendenz wieder auf. Deshalb kehrt nach dem Vollzug des Sequesters auch in den USA nun wieder Ruhe ein, denn die Furcht war grösser, als die unmittelbar spürbaren Auswirkungen. Und auch Signale, dass eine -> Entspannung im Haushaltsstreit <- kurz bevor steht, tragen zu der guten Stimmung bei. Damit gibt es im Moment kurzfristig keine grosse Hürde mehr im Fokus der Wallstreet, die einer Fortsetzung der Rally im Wege stehen könnte.

Die alte Regel "buy the rumor, sell the news" hat halt universelle Gültigkeit. Und da sich diese Regel auf positive Nachrichten bezieht, funktioniert Mr. Market bei erwartet schlechten Nachrichten bzw Sorgen genau umgekehrt: "sell the rumor, buy the news".

Auch technisch hat der Rücksetzer rund um Berlusconi und Sequester das Sentiment bereinigt und eine bullische Übertreibung beseitigt. Damit ist der Boden bereitet, damit die Indizes den lange erwarteten Run auf historische Höchststände doch noch dieses Frühjahr in Angriff nehmen können.

Und zu allem Überfluss generiert der Leitindex S&P500 gerade eine beeindruckende, bullische, inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation im Stundenchart, die ein rechnerisches Ziel von 1565-1575 generiert. Sehen Sie selbst im Stundenchart:

S&P500 iSKS 05.03.13

Sie sehen die überdeutliche inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation, die kurz vor der Aktivierung steht (in den Futures ist es aktuell schon geschehen). Eine so deutliche inverse SKS macht es sehr wahrscheinlich, dass diese von den Algos getradet wird, was wiederum das Eintreffen des rechnerischen Ziels wahrscheinlich macht.

Das einzige Fragezeichen dieser Formation ist im Moment, wo die Nackenlinie sinnvoll zu ziehen ist. Die 1525 eignen sich dafür ebenso wie die 1530. Daraus ergeben sich dann die rechnerischen Kursziele von ca. 1565-1575 im S&P500.

Und jetzt raten Sie mal, was auch um die 1570 herum liegt .... genau, die historischen Jahreshöchststände vom 08.10.2007 bei 1576. Da sag doch noch mal jemand, der Markt hätte keinen Sinn für die Schönheit von Zahlen 😉

Diese inverse SKS nimmt also exakt die historischen Höchststände ins Visier. Ehrlich gesagt wäre ich schon fast erstaunt, wenn sich die Algos diese Gelegenheit nehmen lassen !

Das diese Entwicklung auch für den DAX die 8000 in Reichweite bringt, dürfte offensichtlich sein.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – wohin uns die Sommerrally führen könnte

22 Uhr - Handelsschluss

Heute Abend mal wieder ein paar Worte zum Markt. Sozusagen aus der Sicht eines entspannten "Urlaubers", der die Märkte mit mehr Entfernung (und damit weniger Präzision) als sonst durch eine Sonnenbrille betrachtet. 😉

Es ist mit oder ohne Sonnenbrille offensichtlich, dass die Sommerrally ins Laufen gekommen ist. Was sind die Auslöser dieser Entwicklung ? In meinen Augen zwei wesentliche Parameter:

(1)

Psychologisch primär eine Form von Entspannung, die wir alle spüren. Denn obwohl sich in Europa substantiell nichts geändert hat, sind die Schlagzeilen und Horrornachrichten etwas von den Titelseiten verschwunden. Wir sorgen uns einfach nicht mehr so sehr, wie noch vor Wochen. Das ist eine ganz typische menschliche Verhaltensweise, wir können Hochspannung einfach nicht unbegrenzt aushalten. Und so sorgt unser eigener Körper ganz natürlich dafür, dass bei jedem Thema, gleich wie schwierig, im Laufe der Zeit eine Gewöhnung eintritt. Und dafür reicht es, dass einfach der permanente "Alarm" fehlt, der Mensch vergisst - so war er schon immer. 😉

Und wenn man mal nicht mehr jeden Tag auf Europa und den fiskalischen Weltuntergang starrt, dann treten halt auch die einzelnen Aktien wieder in den Vordergrund. Und dann entdeckt man, dass an einigen Stellen doch ganz attraktive Einstiegskurse vorhanden sind. Und so setzt sich nach dem katastrophalen 2. Quartal nun das langsame Hochschieben des Sommers in Gang. Leser die länger dabei sind wissen, dass ich genau diese Entwicklung für den Sommer schon mehrfach, seit Ende März immer wieder, prognostiziert hatte. Schwieriges 2. Quartal und ruhiges Hochschieben im Sommer war seit Monaten mein Mantra, wenn ich das mittelfristige Bild betrachtete.

(2)

Der zweite wesentliche Faktor ist, dass ein konstanter Bid im Markt ist, der es den Bären nahezu unmöglich macht grosse Geländegewinne in den Indizes zu verzeichen. Dieser Bid speist sich wiederum aus zwei Quellen:

Einerseits hält Ben Bernanke die Hoffnung hoch. Er hat zwar nichts Konkretes gesagt und die Aussagen der FED sind eigentlich unverändert und es gibt kein konkretes Anzeichen einer bevorstehenden weiteren Geldpolitische Lockerung. Aber Hoffnung ist ein mächtiges Werkzeug, nicht umsonst gilt die Regel "buy the rumor, sell the news". Und diese Hoffnung verschafft dem Markt Sicherheit nach unten.

Darüber hinaus ist wirklich bemerkenswert, wie die grossen defensiven Titel seit Monaten steigen und steigen. Schauen Sie sich mal an, wie sich eine Johnson&Johnson (WKN 853260) oder Merck & Co. (WKN A0YD8Q) entwickelt. Und das sind nur Beispiele, das ganze Segment der defensiven Bluechips sieht im Moment fast wie "Growth"-Werte aus. Ich kann mich lange nicht erinnern, bei Aktien wie oben solche dynamisch ansteigenden Charts gesehen zu haben. Für mich ist daher ganz klar, dass hier massiv Kapital in diese Titel fliesst. Hier positionieren sich die institutionellen Anleger, die Ihre Cash Bestände zu Recht lieber in derartigen Bluechips sichern, als der nächsten Phase der Krise auszusetzen. Die permanenten "Buying on Weekness" Tage der letzten Wochen in diesen Titeln, bestätigen das Bild institutioneller Zuflüsse in die defensiven Werte. Diese Entwicklung zeigt aber auch, dass die Währungs- und Staatsschulden-Krise keineswegs als beendet betrachtet wird, sie hat nur ein Pause eingelegt, diesen Sommer dürfen wir mal endlich durchschnaufen.

Deswegen muss man auch unbedingt zwischen den Indizes und den einzelnen Aktien unterscheiden. Die defensive Bluechips steigen und da sie in den Indizes eine hohe Gewichtung haben, laufen die Indizes nach oben und sehen recht gut aus. Schaut man aber abseits der defensiven Bluechips in den konjunktursensiblen Segmenten des Marktes, sieht es zum Teil ziemlich finster aus. Wer diese defensiven Bluechips nicht in seinem Depot hat, dürfte bei einem Performance-Vergleich zu den Indizes daher im Moment in der Regel blass aussehen.

Man kann es also auch so sagen: Es gibt einen "Flight to Safety" im Aktienbereich, der die Indizes besser aussehen lässt, als der breite Markt in Wirklichkeit ist. Bei aller Freude über die Sommerrally, sollten Sie also das grosse Bild nicht aus dem Auge verlieren.

Was bedeutet das nun für die kommenden Wochen ?

Schauen wir mal auf das Tages-Chart des S&P500 Futures.

Man sieht sehr leicht den Aufwärtstrend. Man sieht aber auch, dass wir nun an einer wichtigen Wegscheide sind. Wir müssen nun unbedingt die Juli-Hochs übersteigen, ansonsten laufen wir grosse Gefahr eine Art "Doppeltop" auszubilden und zumindest bis zum unteren Ende des Trendkanals herunter zu fallen, hier bei ca. 1344, dem 50er Fibo-Retracement. Das haben wir heute aber noch nicht geschafft, wir brauchen Morgen also den "follow-through". Das negative Szenario ist als b) eingezeichnet.

Bekommen wir aber Morgen den "follow-through", sollten wir bis in den Bereich um 1387 laufen, bevor wir dann etwas Luft holen, ideal die 1363 noch einmal testen um dann endgültig die 1400 in Angriff zu nehmen. Das ist Szenario a) im Bild.

Es gibt noch ein Abart von Szenario a) in der wir Morgen erst einmal bis zum 62er Retracement bei 1363 Luft holen, bevor wir dann doch weiter hoch drehen. Ich bin mir bei diesem Szenario aber nicht so sicher, da ich vermute, dass der vermeintliche "Doppeltop" dann eher zu stärkeren Abgaben führen würde.

Meine Präferenz aus Urlaubersicht, also mit etwas Abstand und nicht ganz der tiefen Analyse wie sonst:

Ich präferiere Szenario a). Die zunehmende Breite der aktuellen Bewegung, die wiederholt starke Price-Action in der letzten Handelsstunde, die absehbare Nachrichtenruhe der nächsten Wochen, sowie die Unfähigkeit der Bären nennenswertes Momentum aufzunehmen, sprechen für mich für eine der Varianten des Szenario a), das uns noch diesen Sommer bis 1400 im S&P500 und im DAX bis knapp unter 6900 bringen könnte. Szenario b) wird erst dann ernst, wenn wir nach einer für morgen oder übermorgen zu erwartenden kleinen Korrektur die 1363 nachhaltig verlieren.

Insofern geniessen Sie den Sommer. Ich verspreche Ihnen, die Krise kommt im Herbst wieder. Damit ich diese Meinung ändere, müssten die konjunktursensiblen Aktien beginnen Stärke zu zeigen und damit eine Wende bei der Weltkonjunktur "wittern". Davon sind wir aber weit entfernt und um das zu erkennen, reicht es eine Aktie wie Klöckner (WKN KC0100) anzuschauen.

Insofern kann es im Moment wohl nicht schaden, das zu tun, was das institutionelle "Smart Money" im Moment auch tut: die grossen, defensiven Bluechips bei einer Korrektur einzusammeln. Unsere gemeinsam -> hier <- erstellte Aktienauswahl, bietet da einige interessante Kandidaten.

Gute Nacht allerseits !

Ihr Hari

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Marktupdate – 27.06.12 – Marktsentiment vor dem EU Gipfel

21.00 Uhr

Eine wichtige Frage für kurzfristige Anleger vor dem EU Gipfel dürfte sein, was der Markt erwartet bzw welche Szenarien eingepreist sind und welche nicht.

Das ist besonders interessant, weil wir dieses Mal eine ungewöhnliche Situation haben. Zuletzt war es immer so, dass der Markt vor solchen Terminen im Sinne "buy the rumor" mit Hoffnung anzog, während er nach den eher durchwachsenen Ergebnissen dann gerne im Sinne "sell the news" wieder abgab.

Dieses Mal ist aber alles anders, denn Angela Merkel hat mit für mich im Stil überraschenden und aussergewöhnlich harten und deutlichen Worten jegliche Hoffnung auf eine einfache Lösung im Sinne "Deutschland kippt um" aus dem Markt genommen. Ich halte das für sehr bemerkenswert, da es so ganz untypisch für die ansonsten vorsichtige und sich alle Szenarien offen haltende Merkel ist.

Ich betrachte das als Indikator, das wir möglicherweise auf einen entscheidenden Wendepunkt in der endlosen Geschichte der Euro-Krise zulaufen. Bis gestern habe ich auch an einen Gipfel zum "Gähnen" geglaubt, nun bin ich nicht mehr sicher.

Jetzt kann man natürlich nicht ausschliessen, dass es in Amerika Marktteilnehmer gibt, die immer noch Illusionen über Deutschlands offene Brieftasche nachhängen. Den Profis im "Big Money" muss man aber genügend Intelligenz und Verständnis zubilligen, dass sie nun keine Erwartungen an einen "Quick Fix" beim EU-Gipfel mehr haben. Dieses zumal die Phrase "not in my lifetime" ja gestern via Zero Hedge quer durch die Wallstreet lief.

Das wir heute einen starken Tag erleben, hat deswegen auch nichts mit Europa zu tun. Aus Sicht der Nachrichtenlage spielt hier China eine Rolle, wo man nun weitere fiskalische Stimulierungsmassnahmen erwartet. Und auch die Markttechnik hat die Stärke schon signalisiert - wer jetzt hier Koch und Kellner ist, überlasse ich denen die es interessiert, mich interessiert aber nur das Ergebnis. Das China und nicht Europa eine Rolle spielt, kann man auch gut an den heute stärksten Sektoren beobachten - wenn Rohstoffe gut laufen, ist eigentlich immer China irgendwie im Spiel.

Was Europa und den Gipfel angeht, kann man die Stimmung des Marktes aber eher als lethargisch und von Europa genervt bezeichnen. Die aktuelle Cognitrend Analyse -> hier <- passt da gut ins Bild. Aber auch Artikel wie -> hier <- beim "Reformed Broker" bringen es auf den Punkt.

Wenn diese Analyse von Lethargie richtig ist, muss man das aus Sicht des Sentiments als eine eher positive Entwicklung werten. Denn dann könnte der Gipfel nur noch dann nachhaltig enttäuschen, wenn er im Streit auseinander geht - was ich aber für sehr unwahrscheinlich halte, zumal nun auch aus Frankreich deutlich konsensorientiertere Signale kommen, nachdem endlich die Wahlen hinter uns liegen.

Umgedreht könnte aber jede überraschende, positive Wendung nun ein Feuerwerk am Markt zünden. Sollte es Hollande und Merkel also gelingen da ein "Überraschungsei" zu finden, dürften die Shorts am Montag - oder je nach Zeitablauf des Gipfels vielleicht schon am Freitag - ein böses Erwachen haben. Und zwar dann nicht nur wegen des "Ei" an sich, sondern auch wegen des Signals einer neu gefundenen deutsch-französischen Eintracht. Diese Eintracht für sich, könnte der Markt nach Merkels medialer Vorbereitung, wohl schon als positive Wendung werten.

Wir haben also die ungewöhnliche Situation, dass Lethargie im Markt auf eine Frau Merkel trifft, die scheinbar nach eigener Einschätzung in eine Entscheidungsschlacht geht. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit grosser Bewegungen danach, denn bisher war es eher anders herum - vor dem Termin hyperventilierte der Markt schon, nur um sich danach zu fragen warum eigentlich.

Aus reiner Sentimentsicht, kann man den EU-Gipfel also durchaus mit der "Chancen-Brille" betrachten. Bitte bedenken Sie aber, dass Sentiment nur ein Baustein einer Analyse ist und auch nur einen gewissen statistischen Vorteil verschafft, der leicht durch reale Entwicklungen überlagert werden kann. Aber jeder statistische Vorteil hat seinen Wert und vielleicht liegt er dieses Mal auf der Seite der Bullen.

Ihr Hari

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Marktupdate: FED – Buy the Rumor, Sell the News !

15:00 Uhr

Ein kurzer Kommentar zur aktuellen Lage im Vorfeld der FED Sitzung.

Es ist für mich nun sichtbar, dass sich das gestern schon skizzierte Szenario des "FED Hoffnungs Trades" gerade realisiert. Der Markt preist also heute und vielleicht auch noch Mittwoch früh, eine neue fiskalische Massnahme der FED ala QE3 ein.

Auch ein Rolle bei der guten Stimmung dürfte die positive Erwartung eines "End of Quarter Window Dresssing" sein, denn letztes Jahr brachte das 2. Quartal in den letzten Tagen erhebliche Anstiege.

Erinneren Sie sich in diesem Zusammenhang bitte an die alte Regel "Buy the Rumor, Sell the News" ! Und bitte bedenken Sie, dass wir nun in einigen Bereichen wieder einen kurzfristig technisch überkauften Zustand erreicht haben !

Damit die FED in Anbetracht der grossen Erwartungen morgen um 18.30 Uhr noch positiv überraschen kann, müsste Bernanke nun wohl eine richtig begeisternde Massnahme, wie zb echte Assetkäufe auflegen. Ob das aber in Anbetracht der doch brauchbaren Konjunkturentwicklung in den US wirklich kommt, wage ich zu bezweifeln. Eine reine Verlängerung von Operation Twist oder andere kleine Massnahmen, dürfte der Markt aber nun wohl schon mit Enttäuschung quittieren.

Das alles sind nicht die Inkredenzien, die es für mich lohnend machen vor der FED nun heftig den Kursen hinterher zu rennen. Ich bin ja auch ausreichend Long aufgestellt. Vielmehr werde ich die aktuelle Stärke im Laufe des heutigen späten Handels nutzen, um etwas Risiko aus meinem Depot zu nehmen. Sollten wir heute also im DAX weiter Richtung 6400 steigen, werde ich im späten Handel möglicherweise sogar kurzfristig Shorts auf die Indizes eingehen, um eine mögliche "Sell the News" Reaktion am Mittwoch zu spielen.

Erneut sei gesagt, dass das hier nur ein kurzfristiges Spiel mit Wahrscheinlichkeiten ist und nicht mit einem mittelfristigen Marktausblick zu verwechseln ist. Und sicher ist morgen auch eine brutale Rally möglich, wenn die FED den Markt positiv überraschen sollte. Das ist aber in Anbetracht der aktuellen Vorfreude des Marktes in meinen Augen nun weniger wahrscheinlich, als eine Enttäuschung.

Was den mittelfristigen Ausblick auf das 3. Quartal angeht, werde ich mich dazu wohl erst nächste Woche äussern, nachdem der Rauch der FED-Entscheidung verflogen ist. Sie erinnern sich aber sicher, dass ich schon vor Monaten das Bild eines schwierigen 2. Quartals entworfen habe, an das sich dann ab Mitte Juni ein überraschend positiver Sommer anschliesst, in dem die Kurse langsam aber stetig hochschieben. Dieses Szenario ist nach wie vor aktiv und hat nach wie vor meine Präferenz. Warum und wieso und ob ich das nach der FED immer noch so sehe, lesen Sie dann hier im Blog kommende Woche.

Insofern sollten Sie meine taktische Sicht auf die FED-Sitzung nicht mit einer prinzipiell negativen Marktsicht verwechseln, denn ich bin für den Markt mittelfristig eher positiv gestimmt. Sollte eine "Sell the News" Situation nach der FED eintreten, werde ich diese Schwäche je nach Nachrichtenlage möglicherweise sofort wieder kaufen. Das insbesondere, weil das hier besprochene Cup&Handle Szenario im S&P500 nun aktiv ist, wir haben also ein Kursziel von 1400 und durchaus die Chance, diese Marke schon bis Ende des 2. Quartals zu erreichen.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen und denken Sie immer an Ihre Absicherung für den Fall des Falles, auch geringe Wahrscheinlichkeiten können eintreten !

Ihr Hari

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