Meine Sicht auf ETFs



Viel habe ich in den letzten Jahren nicht mehr zu ETFs geschrieben, weil ich diese selber kaum noch handele und auch für Investments nur in Ausnahme-Situationen einsetze.

Gleichzeitig sind viele neue Mitglieder hinzu gekommen und immer wieder merkt man die unausgesprochene Frage, was denn mit ETFs sei?

Das habe ich zwar alles schon einmal geschríeben, aber es ist über verschiedene Artikel verteilt und deswegen dachte ich es macht Sinn, meine Sicht auf dieses Anlage-Vehikel hier mal in einem Artikel zu bündeln.

Wer schon länger dabei ist, kennt diese Argumentationen schon und wird insofern nicht viel Neues lesen.

Ich gehe das Thema mal in einem strukturierten Frage- und Antwort-Spiel heran.

(1) Hast Du was gegen ETFs?

Nein, überhaupt nicht. Für Anleger mit eher kleinen Depots, die sich keine eigene Diversifizierung aus Einzelaktien bauen können, macht das Vehikel Sinn. Es macht auch Sinn für Anleger, die ganze Sektoren oder Märkte kaufen wollen, ohne sich damit viel Arbeit zu machen.

Prinzipiell ist gegen ETFs nichts einzuwenden, die sind kein "Teufelszeug".

(2) Warum setzt Du ETFs kaum ein?

Erstens weil diese mir in der Regel nichts bringen und zweitens weil mir in bestimmten Bereichen bestimmte damit verbundene Risiken nicht passen.

(3) Warum bringen Dir ETFs in der Regel nichts?

Weil mein Depot groß genug ist, um mir selber Themen-Baskets zu bauen und mein Depot auch aus Einzelaktien ausgezeichnet diversifiziert und ausbalanciert ist.

Statt dessen ETFs zu kaufen, würde für mich nur bedeuten, unnötige Gebühren zu zahlen, die bei ETFs zwar nicht riesig sind, sich aber doch über die Jahre kumulieren.

Und dann bekomme ich mit den breiteren ETFs auch viele "Gurken" ins Depot, die ich gar nicht haben will.

Am Ende ist es mir zu viele graue Masse und wenn man zu viele ETFs hat, ist man sowieso "totdiversifiziert" und kann gleich den MSCI World kaufen.

Das ist aber eine Stilfrage und will ich nicht als Regel für alle pauschalieren, das kann jeder halten wie er mag.

Siehe dazu auch der Artikel:

-> Investmentgrundlagen - Über Diversifizierung, Marktkorrelation und die Portfolio-Theorie <-

(4) Welche damit verbundenen Risiken schrecken Dich denn ab?

Zwei Themenbereiche.

Erstens die Unsicherheit, ob man in der Krise überhaupt noch an seine Assets kommt. Da werben die Anbieter ja gerne damit, dass man "Sondervermögen" hätte, aber dieses "Sondervermögen" ist ja nicht auf das Individuum hinterlegt, sondern pauschal für den ETF irgendwo in einem anderen Land, zB in Irland. Die Darstellung des "Sondervermögens" ist mir bei den ETFs in der Regel auch zu diffus und nicht überzeugend, ich weiss nicht wirklich, was darin ist und wie man daran kommt.

In einer Phase einer harten Krise, in der große Finanzinstitute wackeln, ist also keineswegs davon auszugehen, dass man noch so einfach an sein "Sondervermögen" kommt. Denn das muss dann erst mal in einem Abwicklungsverfahren auseinander "klambüstert" werden und es wird viele divergente Ansprüche aus aller Welt geben und großes Chaos.

Da ist mir die Namensaktie auf meinen Namen im Aktienbuch allemal lieber. Das ist jetzt kein riesigen Problem und solange wir keine schwere Krise haben auch irrelevant. Aber es ist ein Argument.

Siehe auch die ausführliche Diskussion dieser Thematik im Artikel:

-> Zur Sicherheit im Armageddon <-

Zweitens - und das war auch der Grund, warum ich von ETFs nun weitgehend Abstand genommen habe - ist es die erlebte Illiquidität schon in kleineren Krisen.

Auslöser war der ETF Flash Crash am 24.08.15 und ich habe das hier im Artikel -> zwei europäische ETFs <- thematisiert:

ETFs sind hier im Blog seit dem ETF Flash Crash am 24.08.15 ja kein grosses Thema mehr.

Zu deutlich sind für sehende Augen die Probleme, die sie durch ihre Dominanz herauf beschwören, denn Kursfolger können nur so lange folgen, solange da jemand ist der kompetent führt. Und im Falle des Falles, wenn es mal eng wird und alle zum Ausgang streben, muss man wohl davon ausgehen, dass die Liquidität der ETFs völlig austrocknet und für einige Zeit keine Kurse mehr gestellt werden - sprich man in der scharfen Abwärtsbewegung wohl gar nicht mehr raus kommt, während man am freien Markt bei Einzelaktien zwar schlechte Kurse, aber immer noch Liquidität finden wird.

Einen Vorgeschmack auf dieses Schwarze Loch der Liquidität und Handelsaussetzungen, hat eben dieser genannte 24.08.15 geliefert, eine erste Warnung vor einem weit grösseren Sturm, der uns irgendwann mit hoher Wahrscheinlichkeit ereilen wird.

Trotzdem gibt es ja auch keinen Grund die ETFs perse zu verteufeln, sie sind in bestimmten Anwendungsfällen immer noch das Mittel der Wahl und solange man sich der Risiken und Begrenzungen im Krisenfall bewusst ist, auch durchaus noch mit Vernunft einzusetzen.

Aber auch darüber hinaus, gab es von Markt-Kennern wie Carl Icahn immer wieder für mich logisch argumentierte Warnungen, dass bestimmte ETF-Kategorien wie Bond-ETFs strukturell illiquide sein würden und bei einem echten Einbruch gar nichts mehr gehen würde. Siehe auch hier:
-> Carl Icahn calls Blackrock a dangerous Company <-

Und da frage ich mich doch, warum ich mir das im Depot antun sollte, wenn ich wie oben mit Direktinvestments, auch meine Diversifizierung machen kann.

Es gibt in der Regel keinen Grund für mich, diese beiden Risiken einzugehen, auch wenn diese in einem gesunden Markt begrenzt und eher theoretischer Natur sind. Aber das ist halt wie bei einem Regenschirm, den hat man auch für Regen und nicht für Sonnenphasen.

(5) Setzt Du denn ETFs gar nicht ein?

Doch, aber ausschließlich da, wo ich in Märkte will, die ich mit Einzelaktien nicht sinnvoll kaufen kann.

Wenn ich zum Beispiel ein China-Exposure aufbauen will, dann mache ich das nicht über Einzelaktien, weil ich durch die sprachliche und kulturelle Schranke weitgehend blind bin, was chinesischen Aktien angeht.

Das mache ich dann mit ETFs wie dem ASHR und seinen Abarten, auch in Deutschland ist der verfügbar.

Ich betone also erneut, ich bin kein ETF Gegner und setze diese selber ein. Diese haben aber für mich Nachteile, die ich nur dann in Kauf nehme, wenn es nicht anders geht.

(6) Wenn Du denn ETFs kaufst, zu welchen Anbietern gehst Du?

Eigentlich kann man zu allen großen Anbietern gehen, da ist von außen nicht wirklich eine klare Präferenz zu formulieren. Es gibt Ratings zur Stabilität der Emittenten von Morningstar zum Beispiel, aber ich bin nicht sicher, ob ich da viel darauf geben soll.

Aber ich habe vier Präferenzschienen, die im Zweifel bei der Auswahl den Ausschlag geben, wenn mehrere gleichwertige ETFs zur Auswahl stehen.

(1)

Ich ziehe voll replizierende ETFs den Swap-Konstrukten vor, da weiss ich wenigstens, was ich im Depot habe.

(2)

Ich ziehe günstigere ETFs im Zweifel vor, denn bei ETFs wird keine Management-Leistung erbracht und insofern ist billiger besser, wenn wirklich das Gleiche drin ist.

(3)

Ich ziehe ETF Spezialisten wie Blackrock oder Vanguard, den Töchtern von Großbanken wie Comstage oder X-Markets vor. Der Grund ist, dass ETFs ja langfristig im Depot liegen sollen. Und bei Anbietern, deren Kerngeschäft ETFs sind, kann man fest von Stabilität ausgehen. Bei Banktöchtern, besteht dagegen immer das Risiko, dass die im allgemeinen Restrukturierungswahn dieser Institute verkauft, reduziert, eingestellt oder was auch immer werden.

Siehe zum Beispiel -> hier <-, Comstage wurde an Societe General verkauft - viele dürften das gar nicht wissen. Das ist zwar kein Drama, aber das braucht man auch nicht zwingend.

(4)

Ich ziehe im Zweifel den grösseren und daher liquideren ETF vor, denn Liquidität heisst verlässliche Handelbarkeit.

So weit ein Überblick meiner Sicht auf ETFs. Wenn man ein Depot aus Einzelaktien zusammenstellen kann und dafür die nötige Depotgröße hat, ist das in meinen Augen ETFs vorzuziehen. Es gibt aber auch keinen Grund ETFs zu verteufeln, in bestimmten Anwendungsfällen und bei bestimmten Anlegern machen sie Sinn.

Vergessen Sie aber bitte auch nicht, dass es viel mehr "Fonds-Aktien" als Alternative gibt, als man gemeinhin denkt. Ich meine damit Aktien, die inhärent wie ein Fonds geführt werden und deswegen eine eigene, innere Diversifizierung haben. Das Gegenteil also von "One Product Companies".

Denken Sie beispielsweise nur an Indus Holdung, die Aktie ist wie ein Fonds für kleine deutsche Mittelständler. Denken Sie an BB Biotech für den Healthcare-Bereich. Denken Sie an die bekannten Thermo Fisher Scientific (TMO), Danaher (DHR) und viele andere, aber auch neue Namen wie Roper Technologies (ROP), die alle ihre vielfältigen Geschäftsfelder wie eine Investment-Gesellschaft führen.

Oder denken Sie an Warren Buffetts Berkshire Hathaway (BRK.B) , das Musterbeispiel einer Fondsaktien mit tollem Management. Und das ohne Zusatzgebühren auf Anlegerseite. 😉

Legen Sie also ruhig mit ETFs an, seien Sie sich aber der oben beschriebenen "Ecken und Kanten" gewahr.

Ihr Hari

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Dollar-Druck



Nichts kann die Macht der Notenbanken besser nachweisen, als das Geschehen im Nachgang der gestrigen FED-Sitzung. Es liegt massiver Druck auf dem Dollar, der seitens FED wohl gewollt war. Und in Folge sehen die US Märkte sehr gut aus, während der DAX unter diesem Gegenwind kaum vom Fleck kommt.

Als wenn der Druck durch den Dollar aber nicht genügen würde, verzerrt dann aber die morgige OpEx auch noch das Bild, so dass der Versuch den breiten Markt zu antizipieren, eher der Versuch ist einen Pudding an die Wand zu nageln.

In solchen Momenten muss man es einfach sein lassen. Ich erinnere an den groben, erwarteten Ablauf, den ich heute früh in -> Tumult im Währungsmarkt <- skizziert habe, der ist immer noch gültig.

Auf jeden Fall sieht man bei EURUSD, welch massiven Schub EZB und FED dort nach oben ausgelöst haben, dessen Auswirkungen wir nun überall in den Kursen sehen.

EURUSD 1 17.03.16

Im grösseren Bild ist aber noch nichts passiert und ich erwarte immer noch eher, dass diese Art Range zwischen 1,05 und 1,15 Bestand haben wird, einfach weil sich EZB und FED letztlich neutralisieren.

EURUSD 2 17.03.16

Denn die EZB kann und wird unmöglich zulassen wollen, dass der Euro nun nach oben durchstartet und ein gewisses Grundmass an Absprachen gibt es zwischen den Notenbanken bestimmt.

Insofern ist das Modell, dass diese Schwäche im Dollar nicht ewig weiter geht, sicher das Naheliegende, mit allen inversen Konsequenzen für die bekannten Asset-Klassen.

Schauen wir weiter auf einzelne Aktien und Sektoren. Denn alles was von einem schwachen Dollar profitieren sollte, insbesondere der Rohstoff-Sektor, tut es heute auch.

Wobei bei Gold heute zu bemerken ist, dass es den Fall des Dollar nicht mehr vollständig mitnehmen kann. Das Risiko, dass hier nur ein "Schluckauf" abläuft, bevor Gold dann eben doch in die überfällige Korrektur fällt, ist weiter sehr hoch.

Gleichzeitig sehen wir aber auch, wie stark die Minen das Metall outperformen. Die Grundhaltung, dass hier ein Boden hinter uns liegt und ein neuer Bullenmarkt wohl begonnen hat, wird dadurch bestätigt.

Besonders Silber zeigt heute massive Stärke, das lange etwas hinter Gold hinterher hing. Das Chart sieht aussichtsreich aus und hängt an der Wegscheide zwischen Doppeltop und markantem Ausbruch, es riecht aber eher nach Ausbruch:

XAGUSD 17.03.16

Auch der Metals & Mining ETF XME hat nun einen Ausbruch vollzogen und wenn der nun nicht sofort wieder abgewürgt wird, ist damit eine Menge Raum nach oben offen:

XME 17.03.16

Der Biotech Sektor ist weiter sehr, sehr schwach im starken Markt. Der IBB testet nun das Tief und nun kommt endweder ganz schnell die "Kavallerie" und es wird ein Doppelboden, oder man muss sich hier ernste Sorgen machen:

IBB 17.03.16

Das ist wieder mal so ein klassischer Moment, wo ein Asset/Sektor "eigentlich" schon attraktiv erscheint, aber trotzdem noch fällt. Der Markt liebt es halt, Bewegungen bis zum Exzess auszukosten und das in beide Richtungen.

Ich persönlich gehe im Bereich Biotech damit dergestalt um, dass ich ganz langsam und bedächtig akkumuliere, schlechtes Chartbild hin- oder her. Das kann ich aber nur, weil ich eine klare Vorstellung von den Positionsgrössen habe und langfristig keinen Zweifel an der grundlegenden Entwicklung. Ein langer Atem ist bei dieser Strategie aber vonnöten, hier geht es um Investment und nicht um einen Trade.

Übrigens, zum Thema -> tiefer geht immer <-, der Marktführer Peabody Energy scheint nun bei Kohle sozusagen als Letzter das Licht auszumachen: -> Kohleriese Peabody kurz vor Bankrott <-

Wie im Artikel schon beschrieben, müssen Sie aber nicht glauben, dass nun keine Kohle mehr gefördert wird. Nein, nur die Aktionäre des rechtlichen Konstrukts "Peabody" werden alles verlieren. Andere werden die Assets aufkaufen und unter anderem Namen weiter führen. Und wenn sie die Namensrechte kaufen, wird das Vehikel sogar wieder "Peabody" heissen und für einen arglosen Beobachter alles so aussehen, als sei nichts passiert. Auch eine Umstrukturierung ist unter Chapter 11 durchaus denkbar. Nur eines steht fest: die Aktien werden aus den Depots wertlos ausgebucht, falls man glaubte hier halten zum müssen, weil der Buchwert so gut aussah. 😉

Auch Linn Energy ist übrigens nun nur noch -> einen Schritt von der Insolvenz entfernt. <-. Nur Freeport McMoran konnte sich dank der steigenden Kupferpreise wieder nachhaltig vom Abgrund entfernen, war aber von den drei im Artikel gezeigten Aktien von Anfang auch die, die von der Insolvenz noch am Weitesten entfernt war. Carl Icahn kann also durchatmen. 😉

IBM setzt seinen Weg "heimlich, still und leise" fort, ein schönes Chart, das von einem "Island Reversal" und beständiger Akkumulation kündet:

IBM 17.03.16

Auch Apple macht auf dem Pfad der Cup´n Handle Struktur weiter wie erwartet, die hier eingezeichnete Trendlinie ist Blödsinn und können Sie ignorieren:

AAPL 17.03.16

Aber auch Hain Celestial, scheint nach kurzer Pause nach oben weiter machen zu wollen, auch hier scheint noch einiges Potential drin:

Hain 17.03.16

So weit für heute, ich wünsche einen schönen Abend.

Ihr Hari

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China Fragezeichen



Guten Morgen!

Ein weiterer, potentieller "Wartetag" vor der EZB liegt vor uns. Dieser wird aber von sehr schlechten Export-Daten aus China in Unruhe gebracht, die auf Jahressicht um 25% eingebrochen sind.

Damit bekommt der Markt etwas Futter, um seine Konsolidierung hin zur EZB fortzusetzen, was grundlegend positiv zu werten ist, weil es überhöhte Erwartung aus den Kursen nimmt.

Solange der DAX aber sein Ausbruchsniveau um 9.600 vom 01.März nicht verliert, ist das alles im zu erwartenden Rahmen:

DAX 08.03.16

So schlimm dürfte der Markt die Daten aber auch nicht sehen, weil das alles Vergangenheits-Bespiegelung ist. Es ist eine signifikante Belastung der heutigen Stimmung, die auf sowieso vorhandenen Konsolidierungsbedarf trifft. Mehr aber wohl auch nicht.

Das Problem des Nachlaufes solcher ökonomischen Daten, kann man zum Thema sehr schön am aktuellen Artikel -> Lebenszeichen der Krisenmärkte <- nachvollziehen.

Bitte lesen Sie den mal, darin wird Ihnen aufgezeigt, wie nun diverse Indikatoren darauf hinweisen, dass nun der extreme Pessimismus im Rohstoffsektor weicht.

Nur, der Markt spielt das eben schon seit über einem Monat in aller Deutlichkeit und wir haben das ja hier permanent beobachtet, zumal das finale Tief des Rohstoffsektor Anfang 2016 schon in 2015 mein mehrfach besprochenes Haupt-Szenario war.

Schauen wir doch mal als Beispiel auf Rio Tinto. Hier vom "Nebenmarkt" Xetra in Euro, was aber hier egal ist, weil nur eine grobe Struktur verdeutlicht werden soll:

Rio Tinto 08.03.16

Man könnte so "Pi-mal-Daumen" die Zone von 30-45€ als "Normalzone" definieren. Man sieht dann, dass die grosse Chance Mitte Januar war, die Aktie nun aber gut die Hälfte auf dem Weg zur Normalisierung schon zurück gelegt hat.

Da kann durchaus immer noch etwas gehen, wobei ein kurzfristiges Retracement hoch wahrscheinlich ist. Aber das ideale Chance/Risiko Verhältnis ist nicht heute, sondern war vor einem guten Monat, als sich der erste Schub im Sektor sichtbar in Bewegung setzte. Seitdem haben wir diese Entwicklung ja (zb am XME) regelmässig verfolgt.

Der Markt ist einfach schneller darin, solche Entwicklungen zu erkennen. Letztlich schaut der auch nur auf Rohstoffpreise, Unternehmensdaten etc, aber er wertet diese eben unmittelbar ohne Verzögerung aus und reichert das dann noch mit der Erfahrung und Antizipation der vielen Marktteilnehmer an, die hier mit ihren Erwartungen unterwegs sind.

Das Ergebnis ist der schnellste Indikator für wirtschaftliche Entwicklungen, den man sich nur vorstellen kann, weswegen die besten Signale immer noch der Markt selber liefert. Denn wenn der steigt, dann steigt er, oder in anderen Worten, wo Rauch ist, da ist auch Feuer. Die summarische Bestätigung in Zahlen, wird dann später nachgeliefert.

Weitere herausragende Wirtschaftsdaten sind heute übrigens nicht zu erwarten, der Markt hat heute also alle Gelegenheit auszuloten, wie tief er vor der EZB nun fallen will.

Gold schiebt weiter in beeindruckender Stärke hoch. Immer wenn man denkt, jetzt müsste doch mal ein Retracement kommen, folgt der nächste Schub.

Gold 08.03.16

Das ist eindeutiges Bullenmarkt-Verhalten, in dem die Überraschungen immer nach oben kommen. Trotzdem sind die Risiken nun hoch und EZB und FED können das Bild erheblich durcheinander würfeln.

Ich kann dazu nur raten, nun kurzfristig eng abzusichern. Mittel- und langfristig scheint der Wurm aber gedreht zu haben, was bedeutet, dass Schwäche zur Akkumulation genutzt werden kann.

Aber nicht nur Rohstoffe und Gold haben eine Wende hingelegt, auch die High Yield Anleihen finden seit Mitte Februar aggressive Käufer:

JNK 08.03.16

Der -> Trade with Carl - Short Junk <- von Mittwoch 29.07.15 10:10, hat damit sein Ende gefunden und wurde ausgestoppt, nach dem er Carl Icahns Voraussage, das sei fast ein "No Brainer", alle Ehre gemacht hat.

Für die Bullen ist das ein positiver Baustein, denn der JNK ist Ausdruck davon, dass die Angst vor der grossen Kreditkrise abflaut. Es erhöht die Chancen, dass wir Mitte Februar ein für dieses Jahre finales Tief gesehen haben. Sicher einbuchen, kann man das aber nicht, auch das zeigt das Chart des JNK.

So weit vor Handelseröffnung. Heute dreht sich wohl alles um die Frage, wie tief der Markt nun korrigieren will. Davon abgesehen, habe ich im Moment nichts auf dem Radar, was diesen Tag besonders interessant macht. Wir sind eher weiter im Pre-EZB Wartemodus.

Ihr Hari

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Lehrer Bömmel und die Kreditkrise



Lehrer Bömmel fragt: Was haben diese drei Unternehmen und Charts gemeinsam?

Peabody Energy (BTU) - Kohle - Kurs-Buchwert-Verhältnis: 0,06

BTU 13.01.16

Freeport McMoran (FCX) - Kupfer, Gold - Kurs-Buchwert-Verhältnis: 0,40

FCX 13.01.16

Linn Energy (LINN) - Öl, Gas - Kurs-Buchwert-Verhältnis: 0,17

LINN 13.01.16

Also, was haben die drei Unternehmen gemeinsam?

Das sind alles drei in der Vergangenheit respektable Unternehmen, die auch jetzt noch auf riesigen Assets sitzen. Hört sich gut an? 😉

Eher schlichten Anlegern, die meinen, aus einem Wert wie dem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) einfach so unreflektiert etwas Definitives ablesen zu wollen, müsste nun also das Wasser im Mund vor Vorfreude zusammen laufen.

Nehmen wir mal BTU, die haben riesige Ländereien, die ein Vielfaches des heutigen Marktwertes von nur noch 83 Millionen USD darstellen. Alleine die Cash-Bestände von BTU waren im letzten Quartal noch bei 18 USD pro Aktie und die Aktie notiert nur noch bei 4 USD.

Das ist doch ein Witz!? Sofort kaufen, tolles Schnäppchen?

Nein, eher das Gegenteil: Finger weg! Und warum erklärt nun Lehrer Bömmel.

Denn die wirkliche Gemeinsamkeit der drei Aktien sind nicht "phantastische Buchwerte", sondern ein Hauptprodukt (Öl, Gas, Kohle, Kupfer), das so schnell im Preis auf dem Weltmarkt fällt, dass die Kosten gar nicht mitkommen können. Die Unternehmen verbrennen also im rapiden Tempo Geld - jeden lieben Tag.

Und die weitere Gemeinsamkeit ist, dass die drei Aktien alle schon auf viel zu hohen Schulden sitzen, die auch in einem positiven Umfeld schwer zu bedienen sind. Wenn aber die Preise der Produkte wegbrechen, ist das völlig hoffnunglos.

Und hier, bei den Krediten, liegt das Kernproblem. Denn wenn ein Unternehmen mal für ein oder zwei Jahre deutliche Verluste produziert, ist das ja nicht tragisch, wenn es Geldgeber gibt, die das finanzieren. Geldgeber können Aktionäre sein über eine -> Kapitalerhöhung <-. Es können aber auch Kreditgeber sein, die zum Beispiel Anleihen des Unternehmens kaufen.

Wenn aber die Unternehmen schon riesige Kredite haben und die nicht zurück zahlen können, wer wird dann weitere Kredite geben?

Eben .... Niemand! Und dann droht die Pleite.

Und wenn das vielen Unternehmen droht - und das passiert gerade, weil grosse Teile der Rohstoff-Industrie solche Probleme haben - dann nennt man das Kreditkrise. Und das hasst der Markt wie die Pest, denn wenn Unternehmen Pleite gehen, zieht das einen Rattenschwanz an Folgen nach sich. Geldgeber kippen selber, deren Kredite notleidend werden, Arbeitnehmer verlieren ihre Jobs und die Kaufkraft entfällt usw.

Wenn Sie also verstehen wollen, warum der Markt aktuell so sorgenvoll ist, dann ist das nicht direkt wegen der Entwicklung in China oder dem Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Iran selber. Nein, es ist - neben anderen Gründen - indirekt wegen der Folgen eines Abrutschens der Konjunktur in China, oder der Ölpreise, die zu weiteren Pleiten wie oben führen und so die westlichen Märkte anstecken. Kreditkrise ist das Stichwort und auch ein starker Dollar befeuert die, weil viele Kredite in Währungen der Emerging Markets so noch schwerwiegender werden.

Jetzt gehen zum Thema "Pleite" unter normalen Bürgern aber unglaubliche viele Halbwahrheiten und Missverständnisse um. Typischerweise stellt man sich unter "Pleite" etwas vor, was alle Werte verloren hat. Also kann eine BTU doch gar nicht "Pleite" gehen, wenn die noch so viel Cash haben und die Ländereien für sich schon ein Vielfaches des Börsenwertes an Wert haben?

Doch, das kann und wird das Unternehmen sehr wohl. Denn "Pleite" heisst auch einfach "Insolvenz", also "Zahlungsunfähigkeit". Und das ist ein Unternehmen, das seine Verpflichtungen schlicht nicht mehr bedienen kann, unter anderem eben die Kredite.

Es ist also ganz wichtig zu verstehen:

Egal wie viel ein Unternehmen real "besitzt" und wie wertvoll seine Assets sind - wenn es diese Assets nicht zu Geld machen kann und wenn es keine Geldgeber findet und seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann, ist es Pleite!

Peabody Energy und Linn Energy stehen ganz kurz davor. Freeport McMoran ist noch etwas weiter davon entfernt, aber auf dem Weg. Freeport braucht nun ganz schnell steigende Kupferpreise oder lukrative Verkäufe von Assets.

Und was passiert dann - insbesondere mit Aktionären - wenn ein Unternehmen "Pleite" ist?

Dafür gibt es ein landestypisches Insolvenzrecht, insofern machen Details hier keinen Sinn. Aber es gibt ein grobes Muster und das lautet:

(1) Die (alten) Aktionäre verlieren alles zu 100%. Ihre Aktien werden wertlos ausgebucht und noch schlimmer, nach Ansicht der deutschen Finanzverwaltung, kann man die Verluste noch nicht einmal steuerlich realisieren, weil ja technisch gesehen nichts "verkauft" wurde, sondern bis zum bitteren Ende gehalten wurde.

(2) Die Kreditgeber (Anleihengläubiger) bekommen je nach ihrem Status und ihren Vertragsbedingungen Teile zurück, sie werden also aus der "Insolvenzmasse" bedient.

So kurz und einfach ist die Realität.

Nun dürfte hoffentlich klar sein, warum den Markt ein "sensationeller" KBV von 0,06 bei Peabody Energy nicht mehr interessiert. Es ist eine wertlose Information, die Aktionäre werden trotzdem alles verlieren.

Deswegen fallen Aktien dann so gnadenlos, wenn die Sorge vor einer Insolvenz mal auf die Agenda kommt. Auch bei SunEdison (SUNE) konnnte wir das übrigens beobachten. Fundamentale Argumente zu den Assets und "Aussichten", sind dann schlicht dummes Gerede von Ahnungslosen. Pleite ist Pleite und die Aktie wertlos. Punkt.

Nun kommt es aber noch schlimmer. Denn diese Unternehmen wie Peabody Energy, haben ihre wertvollen Assets ja tatsächlich, die sind ja nicht gelogen, sie können halt dadurch nur die Insolvenz nicht verhindern.

Und das Insolvenzrecht der meisten Staaten hat wegen der Arbeitsplätze in der Regel eine "Fortführungspräferenz". Sprich, das Recht tut viel dafür, dass die Unternehmen unter neuem Mantel weitergeführt werden, damit die Arbeitsplätze und manchmal auch aus staatlicher Sicht strategischen Technologien nicht unter gehen. Das nennt man dann in Deutschland eine -> Auffanggesellschaft <-.

Und das funktioniert im Prinzip so, wie damals bei General Motors (GM), in dem eine Peabody II, eine Linn II und eine Freeport II gegründet werden, die aus der Insolvenzmasse Assets des alten Unternehmens übetragen bekommen oder zum Insolvenzpreis kaufen. Oft ist dabei auch ein Deal mit den alten Kreditgebern beteiligt, nach dem Motto: "Wollt Ihr Anteile an einem neuen Anlauf, oder wollte Ihr lieber alles zu Schrott gehen lassen". Meistens nimmt man dann lieber die Anteile.

Diese Freeport II ist rechtlich völlig von der alten Freeport getrennt. Aber viele der Grossaktionäre wie ein Carl Icahn, haben durchaus Chancen - je nachdem wie Ihre Verträge aussahen und wie sie sich abseits der reinen Aktien abgesichert haben - sich unter Verlusten in die neue Gesellschaft zu retten. So ist für diese Spieler zwar viel verloren, aber nicht alles und die Chance zur Wiedergutmachung ist da.

Nach einer Schamfrist geht die Freeport II dann auch wieder an die Börse (auch wie GM) und ein Aussenstehender, der nicht aufgepasst hat fragt sich: Waren die jemals weg, die machen doch immer noch das Gleiche? Selbst die Namensrechte der Produkte wurden doch übernommen!

Nur eine Gruppe steht mit Null da. Die alten Gesellschafter (Aktionäre) ohne besondere Absicherung und ohne Chance, an der neuen - typischerweise erst einmal nicht börsennotierten - Auffanggesellschaft mitzuwirken.

So ....

Jetzt hat Ihnen Lehrer Bömmel hoffentlich klar gemacht:
(1) Warum Aktien ins Bodenlose fallen, wenn die Insolvenz auch nur gedanklich ins Spiel kommt.
(2) Warum fundamentale Argumente wie Buchwert dann keinen Wert mehr haben.
(3) Warum man also - egal wie "solide" ein Unternehmen aussieht - immer raus muss, wenn sich so etwas in Bewegung setzt.
(4) Warum der Markt aktuell so nervös ist und warum immer weiter fallende Öl- und Rohstoff-Preise, zu einem ernsthaften Problem für die Märkte werden.

Ich hoffe es war ein wenig lehrreich für alle, denen diese Sachverhalte bisher nicht so klar waren.

Ihr Lehrer Bömmel (Hari)

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Rebound – Wartschleife



Ich mache es heute Nachmittag eher kurz. Wie noch vor ca. 3 Wochen auf das Christkind, warten wir nun auf den Rebound.

Im DAX hat er sich heute früh schon zu erkennen gegeben, allerdings will die Wallstreet nach einer guten Stunden nicht so recht mitspielen, die aktuelle Stabilisierung deutet aber auch eher in diese Richtung.

Im DAX sehen wir, dass die heutige Gegenbewegung genau da zum Halten gekommen ist, wo man das erwarten würde:

DAX 11.01.16

Kann der DAX diese ausgeprägte Abwärtstrendlinie nehmen und dann auch die 10.000 erobern? Wir werden bald sehen. Wenn ja, sollten 10.300 schnell auf den Radar kommen. Die Chancen dafür, sind nach wie vor nicht so schlecht.

JPYUSD verharrt wie heute morgen gezeigt auch weiter an der Nackenlinie und auch vom Euro kommt wenig an Bewegung, das eine Erwähnung wert wäre.

Wir erleben wieder diese Phase der Ruhe und Sammlung, bevor sich der Markt dann - wahrscheinlich am morgigen Dienstag - dafür entscheidet, wohin er wirklich will. Heute sollten wir daher besonders interessiert auf das Marktverhalten der letzten Stunde schauen, vielleicht erlaubt uns das schon, einen Blick auf seine morgige Stimmung zu erhaschen.

Was gibt es zu den Sektoren zu sagen? Auch nicht viel Neues.

Aerospace & Defense ist weiter relativ stark, dabei insbesondere BAE Systems, die ich Ihnen ja im Artikel -> Was tun in 2016 <- nahe gebracht habe.

Öl gibt weiter ab und der Rohstoff-Bereich schwächelt weiter vor sich hin. All das kennen wir zu Genüge.

Zu Gold ist im Positiven zu bemerken, dass die 1.100 zwar umkämpft, trotz eines sich erholenden Marktes aber (bisher) nicht abgegeben wurden. Eine positive Entwicklung und Stabilisierung, das haben wir schon anders erlebt haben.

Wenn wir uns die Chartstruktur anschauen, war genau hier auch eine Konsolidierung zu erwarten und wenn es dabei bleibt, kann man mit guter Wahrscheinlichkeit von einem weiteren Schub in ähnlichem Umfang ausgehen, der dann Richtung 1.130 USD treiben sollte:

Gold XAUUSD 11.01.16

An der Tatsache, dass Gold immer noch im mittel- und langfristigen Bärenmarkt ist, ändert das aber alles nichts. Damit sich das ändert, müsste viel mehr passieren.

Bei Einzelaktien fällt auf, dass bei Freeport McMoran vielleicht bald die Pleite-Frage gestellt wird. Was wohl Carl Icahn mit seiner Milliarde im Unternehmen dazu denkt?

FCX 11.01.16

Das Chart ist wieder Mahnmal dafür, dass wir nicht mit dem Markt diskutieren - egal wie aussichtsreich etwas aussieht - wenn der Markt signalisiert, dass er in die andere Richtung will. Bei FCX war dieser Zeitpunkt in der ersten Hälfte des Novembers. Der bis dahin sehr gut aussehende Rebound, hätte nicht so abverkauft werden dürfen. Solche Signale sollte man besser immer respektieren und nicht durch eine Hopium-Gabe zu kompensieren versuchen.

Die Wende bei GoPro und Ambarella scheint sich auch nicht zu realisieren, der Abgabedruck hält trotz Hochstufung markant an. Es ist wie es ist, dem kann man dann nur aus dem Wege gehen.

Starker Abgabedruck liegt auch auf dem Biotech-Sektor, dessen Chartstruktur im ETF IBB schlicht gruselig aussieht und gleichzeitig leuchtet das OBV im Wochenchart mit einer positiven Divergenz.

IBB 11.01.16

"Strange" - hier traue ich mich nicht, mich festzulegen, allerdings falls der Doppelboden aus August und September nachgeben sollte, wird es wohl sehr schnell auf ca. 250 USD herunter gehen, dann könnte das für ein paar Tage ein Short sein.

So weit für heute, warten wir einfach weiter, ob uns das Christkind besucht, wovon ich nach wie vor eher ausgehe. Nicht damit es uns Geschenke bringt, sondern damit wie bei ihm weiter abladen können. 😉

Bis Morgen!

Ihr Hari

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Trade with Carl II – Short Junk Update



Wir hatten ja zuletzt zwei "Trade with Carl" Szenarien. Bei Freeport McMoran muss "Carl" nach sehr gutem Beginn noch etwas üben. 😉
Immerhin kontrolliert er nun aber auch 2 Sitze im Board.

Fairerweise muss man aber auch feststellen, dass wenn der Basispreis so radikal fällt wie Kupfer in Dollar, auch das beste Management mit den besten Absichten und Ideen ein massives Problem hat.

Carl Icahn kann als aktiver Investor dafür sorgen, dass Unternehmen ihr Geld nicht verprassen, nicht als Boni vergeuden und sich wieder auf das Wohl der Aktionäre konzentrieren. Aber den Kupferpreis am Weltmarkt, kann auch er nicht hochbeten.

Wir hatten aber einen zweiten "Trade with Carl", der genau genommen der erste war. Den habe ich im Sommer in der "Idee des Tages" vom Mittwoch 29.07.15 10:10 vorgestellt und bei dem dreht es sich um einen Short auf die Junk-Bonds, den Carl Icahn damals zu Recht als "No Brainer" bezeichnete.

Und das war er bisher auch, der Trade wurde ein Erfolg, schauen Sie selber mal:

JNK 18.11.15

Wirklich bemerkenswert finde ich aber noch etwas anderes und das ist der Grund dieses Posts. Denn der "Junk-Indikator" hat ja in der Vergangenheit gute Dienste geleistet, um Stress im Finanzsystem über Probleme im Kreditmarkt zu indizieren.

Denn wenn Kredite nicht mehr so gerne vergeben werden und Pleiten drohen, merkt man das an den Renditen der Wackelkandidaten am schnellsten.

Und was das langfristige Chart des JNK hier indiziert, muss einfach nachdenklich machen:

JNK 18.11.15 2

Nun kann man argumentieren, dass der Indikator nicht mehr richtig funktioniert, weil durch den abschmierenden Ölpreis hier vor allem die Fracking-Industrie Probleme hat und sich in diesem Indikator zeigt. Und weil man daher keine Schlussfolgerungen für das generelle Geschäftsklima mehr daraus ziehen kann.

Da ist was dran, denn die Fracking Unternehmen sind teilweise Teil des JNK ETFs. Trotzdem hinterlässt dieses Chart bei mir einen sehr faden Nachgeschmack.

Irgend etwas ist nicht in Ordnung im Staate Dänemark, das zumindest, signalisiert dieses Chart. Und Carl Icahn hatte recht, das war ein "No Brainer".

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High Yield Anleihen signalisieren Risiko

Der folgende Artikel erschien schon Dienstag 29.09.15 17:10 in Hari Live und reiht sich in eine Kette von Beobachtungen zum Thema ein.

Aber auch im freien Bereich habe ich den Indikator schon 2013 im Artikel -> Die Märkte und der Junk Indikator <- eingeführt und davon abgeleitet, dass damals noch keinerlei Gefahr für die strukturelle Rally bestand - was dann ja auch eintrat.

Nun, im Herbst 2015 ist die Lage aber anders. Lesen Sie hier:

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Ich habe schon oft über die High Yield Anleihen als Indikator dafür geschrieben, ob wir ein ernst zu nehmendes Problem haben, oder nur eine "Garden Variety" (Feld- Wald und Wiesen) Korrektur vor uns, die man schnell abhaken und deren Dip man mit guten Chancen kaufen kann.

Am Mittwoch 29.07.15 hatte ich vor der Urlaubsphase im Premium Bereich unter dem Titel "Trade with Carl - Short Junk" einen Beitrag, der sich mit dem Shorten des ETFs JNK befasste, der die US High Yielder umfasst und dabei besonders die bedrängten Energie-Unternehmen im Fracking-Bereich im Fokus hat.

Dieser Trade war sehr erfolgreich, wie wir dem folgenden Chart entnehmen können:

JNK 29.09.15

Wir hatten eine perfekte, bärische Gegenbewegung nach dem 24.08., die es aber nicht bis zum Widerstand geschafft hat und dann ging es wie erwartet wieder runter.

Und nun hat der JNK im Gegensatz zum S&P500 schon neue Tiefs erreicht, was unterstreicht, dass wir es aktuell im Markt mit einer ernst zu nehmenden Korrektur zu tun haben, hinter der substantielle Sorgen stehen.

Dass der JNK nun so viel Boden verloren hat und schon zu neuen Tiefs aufgebrochen ist, sollten wir als deutliches Warnsignal nehmen, dass wir in keinem gefahrlosen Bullenmarkt mehr sind, in dem früher oder später jeder Dip zu kaufen ist.

Und dass das in einer Phase passiert, in der die Notenbanken einen guten Teil ihres Pulvers ohne nennenswerte Effekte auf die Realwirtschaft schon verschossen haben, sollte uns im langfristigen Bild nur noch vorsichtiger machen, auch wenn es kurzfristig stark nach Rebound riecht.

Auch die FuW, hat das im -> Chart des Tages <- zum Thema gemacht und wenn wir da von gestiegenen CDS Prämien hören, kommen alten Hasen schnell ungute Erinnerungen an 2007 hoch.

Ich will aber noch einen darauf setzen und die aktuelle Korrektur über den JNK mal in die grössere Perspektive stellen:

JNK 29.09.15 2

Sie sehen eindeutig, dass es nun - im Gegensatz zum Oktober 2014 - "ernst" ist. Wir haben bei den High Yieldern schon heute einen Einbruch, der sich nur noch mit der Lage 2010 zum "Flash Crash" bzw der "Griechenland 1.0 Krise" und mit der Lage 2011 zur Eurokrise vergleichen lässt.

Bei aller berechtigten Erwartung an eine denkbare Wende und ein bald bevorstehendes "Undercut & Rebound" Szenario an den Aktienmärkten, das dann zu einer Jahresendrally führt, sollte uns das vorsichtig genug machen um zu verhindern, dass wir zu gierig jedem Bounce gleich nachlaufen.

Die langsame und stufenweise Erweiterung des Depots mit Qualitätsaktien, lässt sich sicher auch heute rechtfertigen. Dafür sind die Kurse tief genug.

Um aber aus Überzeugung nun Kaufkurse auszurufen, wie das viele Mainstream-Medien in Deutschland schon letztes Wochenende getan haben, ist es nach meiner Einschätzung noch zu früh.

Das endgültige Urteil über diese Korrektur steht noch aus und wir wissen noch nicht, welchen Namen wir beim Fragezeichen mal in der Zukunft hinschreiben werden.

Das nur zur Einordnung für alle, die nun zu gierig nur nach oben schauen. Man kann zur Lage auch kurz und knapp sagen:

Kurz- und Mittelfristige Chancen? Ja!

Es spricht nun viel für eine Jahresendrally, die sich bald (im Oktober) in Bewegung setzen könnte. Und auch ein potentieller Doppelboden entsprechend der -> 2011er Analogie <- hat nun gute Chancen. Der JNK dürfte also kurzfristig auch wieder steigen und eine Gegenbewegung einleiten.

Generelles Feuer frei? Nein!

Auch wenn wir nun eine Jahresendrally sehen sollten und der JNK eine Gegenbewegung vollzieht, kann diese im grossen Bild immer noch nur die rechte Schulter eine Topbildung sein. Auch 2007 kamen die Märkte zum Jahresende noch einmal in die Nähe der Höchststände, bevor es dann 2008 richtig abwärts ging.

Der "Junk Indikator" signalisiert ganz klar strukturelle Gefahr und das sollten wir nicht einfach ignorieren.

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 06.09.15 – 12.09.15

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Hari Live - Archiv 06.09.15 - 12.09.15

Freitag 11.09.15 17:00 - Gespannte Ruhe

So liebe Mitglieder, lassen wir es heute mal ohne viele weitere Worte gut sein. Eine gespannte Ruhe liegt über den Märkten, wie ich das heute früh schon antizipiert habe. Und die Märkte machen nicht den Eindruck. als ob sich das heute noch gross ändern wird.

Nächste Woche steht dann völlig unter dem Zeichen des Wartens auf die FED, in der FuW findet sich heute ein guter, lesenswerter Kommentar zur Grosswetterlage: -> Gefährliche Entscheidung <-

Auch wenn Sie diesen Kommentar lesen, springt geradezu ins Auge, dass eine Doppelstrategie vielleicht der Königsweg ist. Also das Eine zu tun und das Andere nicht zu lassen und am Ende ein klein wenig Peitsche und ganz viel Zuckerbrot zu verteilen. Ich bin gespannt, ob mein Bauchgefühl hier zutreffen wird. Mehr als ein Bauchgefühl ist es aber nicht.

Der S&P500 hat nun auch ein beeindruckendes Dreieck ausgebildet, das auf klarste Art und Weise signalisiert:
"Da passiert bald was. Und zwar etwas ganz Massives!"

S&P500 11.09.15

Und wenn man sich diese Struktur so anschaut muss man sagen, eher zunächst nach unten, als nach oben. Aber eben wohl noch nicht heute und alles Weitere, müssen wir dann nächste Woche Tag für Tag demütig hinnehmen. Das grosse Bild habe ich ja erst heute früh wieder ausführlich gezeichnet.

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Hari Live – Archiv 26.07.15 – 01.08.15

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Hari Live - Archiv 26.07.15 - 01.08.15

Freitag 31.07.15 15:20 - Währungs-Rodeo

Die überraschend stark gefallenen US Arbeitskosten um 14:30 Uhr, lassen den Dollar zum Euro einbrechen. EURUSD steigt derzeit um über 1,2% innerhalb weniger Minuten, was man durchaus "Währungs-Rodeo" nennen darf:

EURUSD 31.07.15

Glaubte ich gestern noch, dass die inverse FED Logik aus dem Markt ist, muss ich das heute als verfrüht zurück nehmen. Denn diese verrückte Bewegung aufgrund eines vergleichsweise nebensächlichen Anlasses, lässt sich wieder nur mit der inversen Logik erklären, das ein schwacher Job-Markt die FED von einer Zinserhöhung abhält. Und das drückt natürlich den Dollar, bzw gibt etwas von seiner Stärke ab. Hier ist also nicht der Euro stark, sondern der Dollar heute von zwei Schwächlingen schwächer.

In Folge schieben die US Märkte nach oben und DAX und Co. tun sich extrem schwer. Ist dahinter mehr als dieses wahnwitzige Währungsrodeo? Nein. Könnte man die Märkte in einer abstrakten Globalwährung darstellen, wäre kaum etwas passiert.

Letztlich sehe ich in diesem massiven Rodeo aber vor allem die Unsicherheit des Marktes, der sich immer ängstlicher fragt, ob die Seitwärtsbewegung nun nach oben, oder nach unten aufgelöst wird. L.A. Little hat die Situation in seinem Beitrag heute wieder schön auf den Punkt gebracht, den ich Ihnen zum Lesen empfehle: -> Mama, where are we? <-

Halten wir einfach fest, dass wenn schon Mr. Market nach "Mama" schreit, weil er nicht mehr weiss, ob er Männlein oder Weiblein ist, wir es auch nicht wissen können. Alles was man dann sinnvoll tun kann, ist etwas mehr Abstand halten und gelassen abwarten.

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