Houston, we have a problem!



Guten Morgen!

Heute etwas später, aber ich bin ja im Ferienmodus. Wobei der mal wieder etwas theoretisch ist, ich schreibe schon wieder viel zu viel und bin viel zu präsent. Weswegen ich morgen auch mal gar nichts schreiben werde, ich muss mich dazu einfach mal zwingen.

Dieser Beitrag ist also voraussichtlich der Letzte für diese Woche, am Montag geht es normal weiter. Ins Forum schaue ich aber immer wieder. Denn wenn ich ein spezielles Problem habe, dann dass mein Gehirn dazu neigt ein "Workaholic" zu sein. Ich muss mich zwingen, mir die Auszeiten zu nehmen, sonst knockt mich am Ende mein Körper aus, wie über Weihnachten/Neujahr.

Heute will ich daher noch einmal etwas sehr Grundsätzliches los werden. Ich habe das zwar schon öfter gesagt, es ist aber dringend nötig, es immer wieder eindringlich zu wiederholen. Und ich will mal drei theoretische "Kategorien" von Mitgliedern hier im Blog betrachten.

Wir haben hier mittlerweile eine zunehmende Zahl von Mitgliedern in der Community, die gelernt haben den Markt zu fühlen und auch auf die richtigen Quellen schauen. Diese Mitglieder brauchen meine eindringlichen Mahnungen gar nicht mehr, die sehen selber, dass wir in einem -> Bärenmarkt <- sind und wissen, was das bedeutet.

Es kommt nun immer öfter vor, dass schon im Forum geschrieben wird, worüber ich parallel in einem Artikel schreiben wollte, so zum Beispiel heute den Yen. Dass das so ist, ist aber nicht schlecht, sondern toll und ich bin sehr stolz darauf! Und ich werde trotzdem hier schreiben, was ich schreiben wollte, denn erstens schadet es nicht die Wahrheit zweimal zu hören und zweitens gibt es eben auch andere Mitglieder, die noch nicht so weit sind.

Denn dann gibt es auch noch die Mitglieder, die den Markt nicht selber fühlen, die aber wenigstens ernst nehmen, was hier geschrieben wird und sich damit langsam von der ganzen Desinformation lösen, die an zu vielen Stellen zu den Märkten betrieben wird.

Nehmen wir meinen Wetterbericht. Der stand am Anfang der Woche bei 40% Long und 10% Short. Wer wenigstens so aufgestellt ist, wie der Wetterbericht, also in den 40% Long einige Gold- und Silberminen hat, dann noch etwas Healthcare - der Sektor hat schon sehr stark abgegeben und ist vom Grundsatz her recht krisenresistent - und dann noch etwas Rüstungsaktien und ein paar echte Bluechips der Kategorie Johnson&Johnson, der ist eigentlích ganz gut unterwegs. Wenn man dann mit den 10% noch konsequent die "Gurken" shortet, wird dieses Depot - trotz immer noch vorhandenem Long-Überhang - bestenfalls wenig im Minus sein.

Hinzu kommt, dass Ihnen hoffentlich klar ist, dass ich ohne den festen Wochenend-Rhythmus, gestern Abend das Long-Exposure auf 30% reduziert und das Short-Exposure auf 20% erhöht hätte. Warum? Weil ich doch immer predige, dass uns Art und Umfang eines Rebounds eine Menge sagen und das was gestern nach der FED kam, gibt zu grösster Sorge Anlass.

Diese Mitglieder der zweiten Kategorie, sollten einfach weiter machen und dran bleiben. Das eigene Gefühl für den Markt, stellt sich erst mit viel, viel eigener Beobachtung und Wiederholung ein, theoretisch kann man so etwas nicht lernen, der aktuelle Thread -> Erkenntnisgewinn <- im Forum kündet davon.

Und dann gibt es noch eine dritte Kategorie von Mitgliedern. Das sind die, an die sich meine nun folgenden, mahnenden Worte primär richten.

Denn diese Mitglieder sitzen nun auf immer noch recht grossen Depots, sind 10 oder 20% unter Wasser, ärgern sich einerseits, sind aber andererseits auch wie blockiert, da jetzt zu verkaufen. Denn nun zu verkaufen, würde ja den Fehler eingestehen lassen und dagegen wehrt sich unser "Affenhirn" mit Vehemenz. Wenn dieser Typus dann irgendwann verkauft, dann schaut er typischerweise danach gar nicht mehr hin, weil man den Schmerz nicht erträgt.

Ich kann nur dringend warnen - diese Haltung ist hoch gefährlich!

Besonders gefährlich ist es dann auch, sich im Web auf die Suche nach einer Bestätigung des eigenen Bias zu machen, denn wenn man eine bestimmte Meinung hat, gibt es immer irgend jemanden, der sie auch hat und mit dem man sich dann zusammen wohlig im eigenen Saft suhlen kann, frei nach dem Motto: "Millionen Fliegen können sich nicht irren". 😉

Bei diesen innerlich wackeligen Anleger, wirken dann solche intellektuell äusserst dünnen Artikel wie -> Kaufkurse <- auf das Gehirn, wie sonst klebrige Süssigkeiten auf die Zähne wirken. Sie machen kurzfristig ein gutes Gefühl, erzeugen aber Karies, wenn man sich nicht schnell wieder von ihnen befreit.

An diese Mitglieder, will ich mich nun im Besonderen richten. Denn wir haben ein Problem im Markt.

Das Problem ist die Liquidität!

Machen wir uns bitte klar, dass die Liquidität der wichtigste Faktor ist, der die Märkte bewegt.

Nein, es sind nicht ökonomische Daten. Und es sind auch nicht Sentimentdaten. Beide sind sehr wichtig und beeinflussen die Märkte, über allem dominiert aber die Liquidität.

Stellen Sie sich einen sehr kleinen Markt vor, der nur aus 10 Aktien besteht. Und nun nehmen Sie mal an, alle Unternehmen darin sind im Boom. Die Umsätze steigen, die Gewinne steigen, die Aussichten sind hervorragend.

Wenn nun aber aus übergeordneten Gründen, die Anleger in diesem Markt Kapital abziehen müssen, weil sie es zum Beispiel brauchen, um Kredite zurück zu zahlen, dann wird dieser Markt fallen!

Und umgedreht wird dieser kleine Markt steigen, wenn Geld hinein drängt, auch dann, wenn die 10 Aktien die allerschlimmsten Gurken des Planeten sind.

Liquidität dominiert alles. Und das Problem ist, dass wir eine von den Notenbanken geschaffene Überliquidität im System haben, die - wenn sie abgebaut werden muss - brutale Konsequenzen haben wird.

Wie das Geschäft dieser Aktien aussieht, ist dann nebensächlich und auch dass das Sentiment nach unten überdehnt ist, spielt keine Rolle mehr, wenn -> der Sensenmann umgeht <- und an alle Türen klopft, um seine Kredite zurück zu fordern.

Sie wissen ja, ich bin ein Fan des Sentiments und arbeite viel damit. Aber es ist vor allem dann ein guter Indikator um Hochs und Tiefs in einer Seitwärtsbewegung ohne grosse Verwerfungen zu erkennen. Wenn aber ein Markt aus strukturellen Gründen stark steigt oder fällt, schwebt das Sentiment permanent an der Decke oder liegt am Boden und verliert in der extremen Bewegung seine Ausagekraft.

Dieser Effekt entsteht daraus, dass die Anleger dann nicht mehr so agieren, wie sie *wollen*, sondern so, wie sie *müssen*. Das Sentiment misst aber nur das *wollen*, weswegen der Margin-Call so tückisch ist.

Das ist das wahre Problem, das sich hinter so sperrigen Begriffen wie "Carry-Trade", "Kreditkrise" oder "Margin-Call" verbirgt, mit denen unerfahrene Anleger nicht viel anfangen können und sich dann lieber den süssen Zuckerguss der langfristigen Kaufkurse zu Gemüte führen.

Es ist übrigens richtig, dass das sehr langfristig Kaufkurse sind, die wir hier vor uns haben. Sicher wird der DAX auch noch 20.000 ereichen, das ist praktisch sicher. Nur "wann" ist die Frage und was nützen ihnen die "langfristigen Kaufkurse", wenn Sie das Geld vielleicht in 1,3 oder 5 Jahren brauchen und der DAX dann bei 6.000 steht?

Ich sage zu diesen beruhigenden Placebo-Aussagen immer nur: Langfristig sind wir alle tot! Denn auch das ist wahr und zeigt exemplarisch, dass eine Aussage zum Markt, die zu weit in die Zukunft geschoben wird, jeden Wert verliert. Ausserdem, selbst wenn der DAX in 3 Jahren bei 20.000 ist, warum muss man dann vorher den Weg auf 6.000 und tiefer unbedingt mitmachen?

Aber zurück zur Liquidität.

Ein wichtiger Indikator dafür ist der Yen, da in dieser Währung die "Carry-Trades" generiert werden. Man leiht sich billig Geld im Yen, man holt sich also Kredit und investiert das dann in attraktivere Anlagen, zum Beispiel Aktien.

Tragisch wird es aber, wenn der Yen zu steigen beginnt. Dann frisst das die Gewinne auf, also zahlen die Investoren lieber ihren Kredite zurück. Um das tun zu können, müssen sie aber erst ihre Aktien verkaufen, womit dem Markt Liquidität entzogen wird. Und genau das passiert hier:

JPYUSD 11.02.16

Das ist hoch gefährlich, was hier passiert! Dazu kommen dann noch die ganzen Staatsfonds der Ölländer, die nun Assets auflösen müssen, um den Staatsbankrott zu verhindern. Es kommt China hinzu, das Kapitalreserven verbrennt, um den Yuan zu stützen. Und im Hintergrund droht die Eurozone aus verschiedensten strukturellen Gründen zu kollabieren.

Und wenn die Entwicklung weiter fort schreitet, kommt dann noch der "Margin Call" hinzu, sprich Investoren müssen ihre Anlagen gegen ihren Willen auflösen, weil sie sonst die Kreditfinanzierung nicht aufrechterhalten können.

Ich habe schon oft gesagt -> Leverage kills <- und das gilt nicht nur für sich selbst überschätzende, junge Trader, sondern auch für den ganzen Markt, wenn der es übertreibt. Und der Markt hat es übertrieben und daran waren massgeblich die Notenbanken als "Drogenkartelle" beteiligt, die die Droge überhaupt erst gefördert haben.

Houston, we have a Problem. Wir haben ein Liquiditätsproblem und diese Abflüsse generieren wieder neue Abflüsse, eine sich selbst verstärkenden Schleife, die einen Bärenmarkt so auszeichnet.

Wer in diesem Markt blauäugig voll investiert ist, dem kann wirklich nur noch ein Wunder helfen. Und glauben Sie ja nicht, dass wir zwingend schon genug korrigiert haben. Der DAX ist gar nicht mal das Problem, der hat durch die Banken und die Autoindustrie tatsächlich schon so viel abgegeben, dass der nun vielleicht sogar mal relative Stärke zeigen kann. Aber schauen wir doch mal auf den MDAX, der von Grenzschliessungen und China besonders betroffen wäre:

MDAX 2008-2016 11.02.16

Keine Fallhöhe mehr? Sichere Kaufkurse? Ich bitte Sie!

Damit will ich es heute erst einmal gut sein lassen. Ich könnte weitere Daten und Analysen verlinken und liefern, warum wir nun ein Liquiditätsproblem haben und die Abflüsse strukturell sind. Das ist aber nicht nötig, wir sehen doch in der Price-Action schon ganz einfach, dass jeder Bounce sofort verkauft wird.

Und wir sehen auch, wie Gold als Krisenindikator nun steigt. Wobei man auch hier vorsichtig sein muss, das Jahr 2008 hat uns gezeigt, dass wenn durch den "Margin-Call" alles verkauft werden muss, auch Gold verkauft wird, in diese Verkäufe hinein dann aber der "Long-Trade des Jahrzehnts" ist.

Das Problem ist, wenn Sie nun einer dieser Anleger sind, die bisher störrisch nichts verkauft haben und nun meine mahnenden Worte oben lesen, die sich in viele ähnliche Kommentare der letzten Monate einreihen, dann werden Sie nun vielleicht vom einen Extrem ins Andere rutschen und nun alles verkaufen.

Aber auch das ist Unfug!

Denn ich sage doch nicht, dass der DAX nun zwingend auf 6.000 rutscht und der S&P500 zwingend auf 1.500. Ich weiss es auch nicht, ich kenne aber die Risiken und die versuche ich Ihnen gerade klar zu machen.

Wenn nun aber die FED im März auf dem Fuss kehrt macht und ein massives QE4 generiert, dann dreht sich die Liquidität wieder um, die Märkte erhalten Zuflüsse und steigen. Ich weiss das nicht, ich bin nicht die FED. Ich mache Ihnen hier realistische Risiken klar, Risiken sind aber keine Gewissheiten!

Was nun sehr kurzfristig auch passieren kann - und was gar keine geringe Wahrscheinlichkeit hat - ist das, was ich Ihnen am Montag im Artikel -> Zwei Seelen in der Brust <- geschrieben habe. Dort habe ich das folgende Chart des S&P500 gezeigt:

S&P500 07.02.16 3

Und das ist immer noch eine sehr realistische Möglichkeit, die Alternative ist dann - wie am Montag gesagt - die 2008er Replik.

Was sollten Sie also tun, wenn Sie es nicht schon getan haben?

Ganz einfach, den Markt ernst nehmen und nicht das Geschwätz vieler Prognostiker da draussen, von denen viele Eigeninteressen haben, die Anleger zu beruhigen, insbesondere wenn sie von Provisionen leben. Sie wissen ja, Prognosen sind Unfug.

Statt dessen ist eine abgewogene, auf Sicherheit ausgerichtete Aufstellung zu finden, die Chancen nicht negiert, aber auch nicht blauäugig alles festhält. Eine Aufstellung, wie ich sie beispielhaft im Wetterbericht skizziere.

Ob das dann aktuell 30% Long und 20% Short oder 40% Long und 10% Short ist, ist weniger wichtig, als überhaupt so eine abgewogene, auf Sicherheit spielende Aufstellung zu haben! Und in jedem Fall viel Cash zu haben!

Und wenn man so eine gesunde Basis hat, dann kann man auch ganz gelassen mal Chancen nach oben ergreifen, wie für den Fall, dass sich der oben skizzierte Undercut nun realsiert.

Ich werde diesen Undercut auf jeden Fall aggressiv mitnehmen, wenn er sich realisieren sollte. Das kann ich aber nur, weil ich nun ganz gelassen in einer sicheren Position mit viel Cash sitze.

So...

Das war heute nun hoffentlich deutlich genug. Deutlicher kann ich es nicht. Sagen Sie nie, ich hätte Sie nicht gewarnt!

Damit wünsche ich uns allen nun ein gutes Händchen und wenn Sie unsicher sind, schauen Sie ins Forum. Die Qualität der Marktbeobachtung wird dort immer besser. Wir lesen uns hier regulär am Montag wieder!

Ihr Hari

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Kann man EURUSD antizipieren?



Wenn wir gestern und heute wieder erleben, welche brutalen Auswirkungen solche plötzlichen Währungsbewegungen haben, stellt sich ja die Frage, ob man diese Bewegungen nicht antizipieren kann?

Das wäre doch ein tolle Vorstellung. Dann hätte man bei BMW eben noch ein wenig gewartet und vielleicht gestern früh einen Long auf EURUSD in den Markt gelegt.

Es ist aber in meinen Augen nur eine schöne Vorstellung, ich halte EURUSD im Moment nicht für antizipierbar, weil das Währungspaar derzeit primär von den Notenbanken bewegt wird. Und wann die mal wieder den Mund aufmachen, ist unberechenbar.

Schauen wir doch auf das Chart, um das zu unterstreichen:

EURUSD 04.02.16 1

Wir sehen zwei massive, plötzliche Schübe bei EURUSD. Der erste war am 03.12.15. als Mario Draghi völlig überraschend beim Stimulus enttäuschte. Der zweite setzte sich gestern in Bewegung, als die FED plötzlich zuckte und ein weltweites, massives Deleveraging in Gang setzte, das derzeit immer noch läuft.

Dazwischen ist aber 2 Monate lang schlicht gar nichts passiert. Wir haben also eine Seitwärtsbewegung und zwei überraschende Peaks, die punktgenau durch die Notenbanken initiiert wurden.

Ist das antizipierbar? Für mich auf jeden Fall nicht, vielleicht existiert ja irgendwo ein Genie das es kann, ich kann es nicht.

Man könnte ja noch argumentieren, dass die FED diesen Schritt sowieso irgendwann vollziehen würde und sich in die anderen Notenbanken einreiht. Aber dass dieser Schritt sich dem Markt genau am 03.02.16 durch den New-York-FED Präsidenten Dudley offenbart, ist reiner Zufall. Es hätte genau so gut erst in über einem Monat bei der nächsten FED-Sitzung sein können. Genau damit hat der Markt auch gerechnet und ist genau deswegen nun so überrascht.

Wechseln wir auf das grössere Bild, sehen wir in EURUSD nun ein grosse Range ca. zwischen 1,15 und 1,05:

EURUSD 04.02.16 2

Die Notenbanken sind nun für mich klar in einem "Race-to-the-Bottom", denn niemand will seine Währung zu stark werden lassen. Wenn aber alle nur abwerten wollen, hebt sich das am Ende alles gegeneinander auf - ausser gegen Gold - und am Ende hat niemand einen Vorteil.

Wenn das so ist, macht es Sinn sich darauf einzurichten, dass EURUSD noch länger in dieser Range verbleiben wird, denn jede Bewegung der einen wird von den anderen Notenbank konterkariert.

Und wenn EURUSD noch länger in dieser Range bleibt, müssen wir diese Swings wie seit gestern einfach ergeben und schulterzuckend akzeptieren. Sie sind nicht antizipierbar und begründen aber vielleicht auch keinen langfristigen Trend.

Nehmen wir diese Sturmwinde hin, die mal von Osten und mal von Westen blasen. Ich weiss, leichter macht uns das das Leben nicht. Aber das Börsenleben im Jahr 2016 ist eben, wie es ist!

Ihr Hari

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Auflösung Carry-Trade



Die brutale Auflösung des Carry-Trades in Euro und Yen, setzt sich heute fort.

Diese setzte sich gestern grob gegen 15 Uhr mit brutaler Macht in Bewegung, wahrscheinlich durch das "Zucken" der FED stark beeinflusst.

In EURUSD sehen wir heute schon wieder neue Hochs:

EURUSD 04.02.16

In JPYUSD sehen wir eine Struktur, die zu einer massiven Cup´n Handle werden könnte:

JPYUSD 04.02.16

Die Auflösung des Carry-Trades ist für die Aktienmärkte der Welt und insbesondere für den DAX zunächst einmal eine deutliche Belastung.

Gleichzeitig hilft der schwächere Dollar den US Unternehmen und damit den US Indizes.

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Marktlage 2016 – Das Jahr des Bären?



Liebe Leser im freien Bereich,

nach der für die Wallstreet historisch schlechtesten ersten Börsenwoche der Geschichte, stellt sich natürlich die berechtigte Frage, ob dieser Markt nun weg kippt und 2016 endgültig zum Jahr der Bären wird?

Nun, im Artikel -> Welt in Bewegung mit unbestimmter Zukunft <-, habe ich ja letzte Woche dargestellt, dass es darauf keine definitive Antwort geben kann, weil die Zukunft prinzipiell unbestimmt ist und bleibt.

Dass wir am Markt nie 100% Sicherheit haben werden, heisst aber umgedreht auch nicht, dass wir gar nichts wissen und der Markt nur eine Abfolge unzusammenhängender Zufälle wäre.

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SKS Manie



Guten Morgen!

Die zweite Handelswoche des Jahres 2016 geht an den Start, nach dem die erste Woche der Wallstreet den schlechtesten Jahresstart der Geschichte beschert hat.

Zu meiner allgemeinen Sicht auf die Lage, habe ich mich schon am gestrigen Sonntag in -> Hari´s Börsenwetter <- geäussert. Fast egal wo man hinschaut, überall starren einen grosse SKS Topformationen in den Charts an, das Bild des S&P500 habe ich gestern gezeigt.

Kein Wunder ist es deshalb, dass sich auch beim Yen zum Dollar, also im JPYUSD Währungspaar, diese markante iSKS zeigt, die sich das ganze Jahr 2015 aufgebaut hat:

JPYUSD 11.01.16

Wir wissen ja, dass dieses Bild besondere Bedeutung hat, denn dahinter steht der "Carry Trade", mit dem sich Anleger in niedrig verzinsten Währungen mit Abwertungsdruck Geld leihen, um damit aggressive Wetten an den Märkten zu fahren.

Dieser Carry-Trade, hat den Bullenmarkt der letzten Jahre massgeblich mit befeuert und wenn der durch einen steigenden Yen nun aufgelöst werden sollte, hat wohl das letzte Stündchen des Bullenmarktes geschlagen.

Dabei ist es müssig zu fragen, ob der Aktienmarkt fällt, weil der Yen steigt oder der Yen steigt, weil der Aktienmarkt fällt. Solche simplen Causal-Beziehungen hätten wir zwar gerne, sind aber im komplexen System des Marktes nicht die Realität.

Realität ist, dass sich Yen und Aktienmarkt gegenseitig bedingen und beeinflussen, zusammen mit x anderen wichtigen Faktoren, die auch einwirken. Und insofern ist ein Blick auf das obige Chart wie ein Fieberthermometer für die Finanzmärkte - wenn diese iSKS triggert, könnte es übel werden.

Sie sehen aber im Chart oben auch, was ich schon gestern im Börsenwetter geschrieben habe. Der Markt ist nach dieser ersten Woche nun so überdehnt und steht nun in so vielen Teilmärkten an wichtigen Unterstützungen, dass wir fest von einem Rebound-Versuch ausgehen können, der diese Woche einsetzen wird.

Ob der schon heute startet oder erst Morgen, nachdem es heute noch einmal weiter runter geht, vermag ich Ihnen nicht zu sagen. Vielleicht kommt er ja auch erst in der zweiten Wochenhälfte. *Dass* bald ein Rebound kommt definiert nicht präzise *wann* er kommt.

Dass er kommt, ist aber sehr wahrscheinlich, die Kernfrage ist wie immer, wie hoch geht er. Wie immer wird uns dieser Rebound als Retracement im neuen Abwärtstrend, wichtige Signale geben, wie ernst es danach wird.

Wie auch schon gestern dargestellt, weisst nach meiner aktuellen Marktanalyse der wahrscheinliche mittelfristige Pfad des Marktes - nach diesem Rebound - erst einmal weiter nach unten und damit in JPYUSD nach oben. Vorbehaltlich neuer Einflüsse - insbesondere durch die Notenbanken - die wir heute noch nicht kennen.

Für einen nahen Rebound, spricht auch die traditionell starke Woche vor der OpEx am Freitag. Viele Positionen dürften massiv vom Markt überrollt worden sein und es wird Anstrengungen geben, wenigstens das Nötigste noch zu retten. Auch das Sentiment ist nun sehr sauer geworden und das Jahr 2008 ist nun wieder in aller Munde.

Das sind genau die Voraussetzungen, zu denen der Markt gerne mal in die Gegenrichtung läuft, nur um danach, wenn alle wieder durchatmen, zum echten Einbruch anzusetzen - der Weg des maximalen Schmerzes also.

Mein persönlicher Gameplan für diese Woche ist also, taktisch auf der Trading-Seite etwas vom potentiellen Rebound mitzunehmen, die Stärke dann aber zum weiteren Positionsabbau zu nutzen und vielleicht sogar mal ein paar Shorts bereit zu legen.

Was steht diese Woche an? Einiges.

Erstens haben wir eine interessante Übernahme zwischen zwei Aktien, die wir hier mehrfach im Tenor positiv besprochen haben:

Affymetrix (AFFX) wird von meinem Favoriten Thermo Fisher Scientific (TMO) übernommen und AFFX dürfte heute 50% höher eröffnen. TMO schreitet damit auf dem erfolgreichen Pfad sinnvoller Akquisitionen fort, der Deal macht in meinen Augen Sinn.

AFFX 11.01.16

TMO 11.01.16

Zweitens beginnt heute Abend nach Börsenschluss mit Alcoa (AA) die Berichtssaison. In der ersten Woche passiert aber noch nicht so furchtbar viel, erst nächste Woche geht es los.

Ich gehe in der Berichtssaison, trotz herab gesetzter Erwartungen, von einigen Enttäuschungen aus. Wenn eine derartige Marktlage auf Aktien trifft, die hoch bewertet sind und noch keine echte Korrektur hatten und dann werden enttäuschende Zahlen geliefert, dann bekommt man massive, zweistellige Verluste noch am gleichen Tag. Ich befürchte, das werden wir diese Berichtssaison ein paar Mal erleben. Weniger bei Alcoa, da sind miese Erwartungen im Preis, aber bei anderen Aktien.

Drittens und ansonsten, haben wir diese Woche vor allem jede Menge FED Mitglieder mit Reden, heute und morgen aber wenig an Daten. Interessanter wird es dann am Mittwoch Morgen, wenn wichtige Daten aus China eintreffen und Mittwoch Abend, wenn das "Beige Book" der FED veröffentlicht wird.

Am Donnerstag veröffentlicht die EZB dann das Protokoll der Sitzung von Dezember, das wird hoch interessant, denn wir haben ja schon damals geahnt, dass das hoch kontrovers abgelaufen ist und Draghi Grenzen gezeigt wurden, die er nur wiederwillig akzeptieren musste. Und am Freitag kommen dann aus den US die wichtigen Erzeugerpreise und Einzelhandelsdaten.

In Summe ist also jede Menge geboten. Trotzdem wird diese Woche unter dem Zeichen der Kernfrage stehen:

Kommt der Rebound und wenn ja wie hoch und wie überzeugend fällt er aus?

Bleiben wir dabei gedanklich offen und geben dem Markt die Gelegenheit, uns positiv zu überraschen. Rechnen wir aber realistisch damit, dass dieser Rebound zu verkaufen ist und sich weitere Schwäche anschliesst.

Man könnte also auch als Motto dieser Woche sagen: Hoffen wir auf das Beste und bereiten uns auf das Schlimmste vor!

Ich wünsche eine erfolgreiche Woche!

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 30.08.15 – 05.09.15

Premium gross

Hari Live - Archiv 30.08.15 - 05.09.15

Freitag 04.09.15 16:10 - Klarheit in Unklarheit

Die US Arbeitsmarktdaten haben alles offen gelassen und keine Frage beantwortet. Am OK Corral gab es nur eine wilde Schiesserei mit ein paar Verletzungen, das Ringen um die Macht in den Strassen von Tombstone, dauert aber an.

Dazu passend handelt der Markt unentschlossen und vor dem langen Wochenende, wird sich kaum mehr jemand wirklich festlegen wollen.

Und trotzdem, wir haben für die folgenden Tage nun weit mehr Klarheit, also noch heute Vormittag. Wie das, werden Sie fragen?

Ganz einfach, weil nun zu über 80% klar ist, dass es eben vor der FED Sitzung am 16./17.09. keine Klarheit geben wird und der Markt damit in einer indifferenten, ängstlichen Seitwärtsbewegung verbleiben könnte.

Sicher andere, Katalysatoren können ihn da heraus bewegen, wenn China nun weiter massiv einbricht und den Renminbi nächste Woche weiter abwerten sollte, dann wird das selbstverständlich Folgen haben.

Aber wenn wir mal annehmen, dass es bis zur FED Sitzung keine anderen, grossen Katalysatoren mehr gibt, dann ist rein aus dem Markt heraus, nun so ein Ablauf wahrscheinlich geworden, der sehr viel mit dem 2011er Ablauf zu tun hat. Eine wilde Seitwärtsbewegung nämlich, bevor ein finaler Undercut die Wende einleitet:

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Hari Live – Archiv 23.08.15 – 29.08.15

Premium gross

Hari Live - Archiv 23.08.15 - 29.08.15

Freitag 28.08.15 17:30 - Sie sehen ...

Sie sehen, dass Sie nichts sehen!

Unter dieses Motto kann man - wie zu erwarten war - den heutigen Börsentag stellen.

Viel Bewegung ist nicht mehr, etwas mehr Ruhe haben die Marktteilnehmer nach einer der spannendsten und wahrscheinlich der volatilsten Woche des Jahres, auch verdient.

Positiv ist zu vermerken, dass aber auch kein Abwärtsdruck mehr aufkommt. Nachdem der S&P500 gestern die 1.950 noch einmal von oben gestestet hat, war es das wohl erst einmal. Leichte Schwäche zum Handelsende wäre immer noch typisch vor so einem Wochenende und nach diesem wilden Ritt, es sieht aber Stand 17 Uhr nicht so aus, als ob man sich heute in eine Richtung grosse Sorgen machen müsste.

Zur kommenden Woche habe ich noch keine dedizierte Meinung. Die Grundtendenz, dass ich dem Rebound eher Vertrauen schenke und ihm Raum bis 2.040-2.050 im S&P500 und bis 10.6xx im DAX gebe, bleibt bestehen und die Charts von gestern sind weiter valide. An diesen grundlegenden Widerstandszonen, stellen sich dann auch ganz grundlegende Fragen an diesen Rebound. Aber diese Brücke überqueren wir, wenn wir vor ihr stehen.

Kommende Woche steht dann komplett im Zeichen der Notenbanken - mal wieder. 😉

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EZB Nebeneffekt: Der Euro als Carry Trade Währung

Dass nach einem Panik-Tief wie am Montag, erst einmal wilde Swings auftreten, die dann auch länger andauern, bis sich der Markt beruhigen kann, ist ebenso völlig normal, wie die schwappenden Wellen, die von einem grossen Stein ausgelöst werden, der in einen vorher stillen Teich geworfen wird.

Trotzdem fielen in diesen wilden Swings, besonders die wilden Zuckungen des Euros, insbesondere im EURUSD Verhältnis auf. Anleger mit Euro-Depots, haben das schmerzhaft gemerkt, denn ebenso wie der fallende Euro im ersten Quartal auf dem Papier schnelle Gewinne ermöglichte, verstärkte der steigende Euro im Absturz die Minuszeichen, wenn man US Werte im Depot hatte.

Die klassische Erklärung, die nun wieder von den meisten Kommentatoren reflexartig aus der Westentasche gezogen wird, ist der Hinweis, dass die Euro Stärke das Ergebnis geänderter Zinserwartungen in den USA sei. Auf gut Deutsch, der Markt schreibt die erste Zinserhöhung der FED zunehmend ab und das schwächt den Dollar und stärkt relativ den Euro.

Diese Erklärung ist auch sicher nicht völlig falsch, denn natürlich wirken Zinserwartungen auf die Währungen, zumal ja FED Mitglied Dudley gestern schon selber Zweifel an der ersten Zinserhöhung gesäht hat. Für das Geschehen der letzten Tage, springt diese Standarderklärung aber viel zu kurz.

Denn wenn man nach Ursachen sucht, sollte man die inverse Beziehung zwischen EURUSD und den Indizes, insbesondere dem Leitindex S&P500, auch mal ernsthaft anschauen. Und dann fällt einem auf, was ich im Handel der letzten Tage massiv bemerkt habe:

Fast auf den Punkt genau, gibt es eine nahezu perfekte, inverse Beziehung zwischen S&P500 und EURUSD.

Ich habe diese hier mit Stundenkerzen über die letzten Tage dokumentiert und das Ergebnis ist sehr beeindruckend. Fast perfekt ergeben sich die inversen Wendepunkte und zwar mehrfach im Tagesverlauf:

ES 26.08.15

So eine inverse Parallelität aber, lässt sich mit einer sich generell ändernden Zinserwartung überhaupt nicht erklären, das ist dann als Analyse schlicht viel zu kurz gesprungen.

Für so eine inverse Beziehung gibt es für mich nur eine logische Erklärung: es muss einen direkten Zusammenhang im Handel des grossen Geldes geben. Sprich wir sehen hier nur zwei Seiten der selben Medaille.

Und wenn man das begriffen hat, ist auch schnell klar und völlig logisch, was hier wirklich los sein muss:

Der Euro ist zur massiven Carry Trade Währung für grosse US Investoren geworden.

Ich hatte das schon länger vermutet, aber so wie das hier in den letzten Tagen ausgesehen hat, ist das Ausmass noch weit grösser, als ich mir habe vorstellen können.

Für die Leser, die nicht wissen was ein "Carry Trade" ist: Es bedeutet, dass massive Zinsunterschiede ausgenutzt werden, um Geld in der niedriger verzinsten Währung auf Kredit zu leihen und in der höher verzinsten Währung dann in attraktiveren Anlagen (also auf Kredit) anzulegen und die Zinsdifferenz einzustreichen.

Nun ist es aber so, dass "Dank" unserer Notenbank EZB mit der "Nullzinspolitik", die Zinsen vergleichbarer Anleihen (zb BUNDs vs US T-Bonds) in Europa bei fast Null liegen und damit 1-2% unter den Renditen vergleichbarer US Papiere.

Heisst konkret, die grossen Adressen der Finanzwelt - das US "Big Money" also - verschuldet sich zu fast Nullzinsen in Europa in Euro und kauft damit - gehebelt, weil fremdfinanziert - zum Beispiel US Anleihen und Aktien, die eine höhere Rendite versprechen. Und das lässt dann auch die US Indizes so lange so weit nach oben schieben. Nur wehe, wenn dieser Trade aufgelöst werden muss und das haben wir die letzten Tage hautnah erlebt.

Diese Transaktion, mit der US Anleger sich Euro leihen und dann in Dollar konvertieren um US Anleihen oder Aktien zu kaufen, schwächt logischerweise den Euro, denn der wird im Rahmen der Transaktion ja verkauft. Und stärkt den Dollar, der gekauft wird.

Und so haben wir über Monate erleben dürfen, wie der Euro ins Bodenlose fiel und der Dollar stieg. Dieser Anstieg schaffte dann den Emerging Markets massive Probleme und nun haben wir den Salat.

Umgedreht läuft es aber leider genau so, Märkte sind keine Einbahnstrasse.

Wenn US Investoren nun panisch US Aktien verkaufen wie am Montag, nehmen sie die Dollars, wandeln diese zurück in Euros und lösen damit ihre Kredite ab. Und das treibt EURUSD so massiv wie die letzten Tage in die entgegengesetzte Richtung des Marktes - nach oben.

Ich bin zu 99% sicher, dass dieser Mechnismus wesentlicher Teil der Währungs-Bewegungen ist, die wir sehen und die man oben eindrucksvoll im Chart erkennen kann. Nicht der einzige Faktor natürlich, aber definitiv ein ganz wesentlicher Teil.

Das ist für mich auch ein weiteres Beispiel dafür, welche Kollateralschäden diese gnadenlose Nullzinspolitik der Notenbanken und der EZB im Speziellen auslöst. Denn letztlich wird damit die Spekulation auf billigen Kredit gefördert und nicht die Stabilität des Finanzsystems.

Und wenn wie gestern bei Reuters Meldungen herum gehen, -> nach denen die EZB laut ihrem Chefvolkswirt das Wertpapier-Kaufprogramm falls nötig ausweiten will <-, können sich die "Carry-Trader" schon die Finger reiben. Die Zinsdifferenz bleibt oder wird erhöht, der Carry Trade kann wieder los gehen und was machen die US Märkte heute Abend? Sie steigen - Überraschung. 😉

Und wenn uns als Bürger und Gesellschaft, dann irgendwann die Folgen dieser Geldpolitik um die Ohren fliegen, war es dann natürlich der "Gottseibeiuns" aller links beseelten Ideologen gewesen, "der böse Kapitalismus" nämlich. Der muss dann exorziert werden, damit die Welt wieder "gut und rein" werden kann. 😯 Die geldpolitischen "Planwirtschaftler", die hier wesentlich ihre Finger im Spiel hatten und das mit angerichtet haben, waschen ihre Hände dann natürlich in Unschuld, die wollten ja nur "das Beste" und was will man schon gegen so viel Bemühen sagen? 😉

Für uns erfahrene Anleger heisst das übrigens auch, dass ein Long auf EURUSD wohl ein guter Hedge für den nächsten Einbruch ist. Er gleicht den Effekt der Euro-Stärke in Euro-Depots aus und schwingt gegenläufig synchron gegen weitere Einbrüche an den Märkten.

Ach ist das nicht schön, wie "stabil" das Finanzsystem nun dank all der angestrengten Bemühungen von Politik und Notenbanken wurde? Wir können wirklich stolz sein, wie "viel" wir aus 2008 gelernt haben. Wer hier Sarkasmus findet, kann ihn behalten. 😉

Ein weiteres, für uns wichtiges und unerfreuliches Thema ist übrigens, dass im Einbruch von Montag die ETFs gezeigt haben, dass sie durch ihre Dominanz nun zu einem systemischen Problem geworden sind. Das diskutieren wir aber intensiv in der Community, ich habe das Thema aber auch schon hier im freien Bereich angerissen: -> Momentum Factor ETFs - Ausdruck einer Fehlentwicklung? <-

Ihr Hari

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JPYUSD – Der Yen Carry Trade gibt den Weg vor

Der folgende kurze Hinweis erschien Mittwoch 12.11.14 09:40 in Hari Live

Treue Leser wissen von meinen diversen Beiträgen, welche zentrale Bedeutung der Carry Trade im japanischen Yen für die weltweiten Aktienmärkte hat. Denn dort wird die additive Liquidität geboren, die dann in die diversen "Risk On" Assets fliesst.

Diesen Mechanismus kann ich Ihnen nun besonders eindrucksvoll zeigen. Gleichzeitig wirft das Chart des Yen in USD aber Fragen auf, ob wir vor einer erneuten Korrekturphase an den Märkten stehen:

JPYUSD 12.11.14

Sie sehen im Chart, wie der Yen durch die Geldflutungspolitik der japanischen Notenbank nach unten geprügelt wurde. Sie sehen aber auch, wie die massive Oktober-Korrektur der Aktienmärkte punktgenau mit einer Phase des starken Yens zusammen fiel. Das ist definitiv *kein* Zufall!

Sie sehen auch, wie der 15.10. nicht nur den Wendepunkt bei JPYUSD, sondern auch in den breiten Aktienmärkten bedeutete.

Und Sie sehen, wie der folgende unwirkliche Anstieg an den Aktienmärkten, eins zu eins mit einem brutalen Abverkauf im Yen korrelierte. Auch das ist kein Zufall, sondern Ergebnis des Carry Trades.

Nun scheint dieser Abwärtsschub aber erst einmal vorbei zu sein und in Japan stehen Neuwahlen an, die zumindest bis zur Wahl, im Markt ein paar Fragezeichen aufwerfen könnten.

Im JPYUSD gibt es zwar noch keine belastbare Wendeformation und in sofern ist es noch zu früh, eine Wende auszurufen. Aber zumindest hat das aktuelle Geschehen grosse Ähnlichkeit mit dem Auslaufen des Abwärtsmomentums im September.

Sicher kann es von hier weiter runter gehen, noch ist JPYUSD ein fallendes Messer. Die Chancen für eine temporäre Wende sind aber da und was das für die Märkte bedeutet, können wir im Oktober bewundern.

Wir tun also gut daran, JPYUSD genau im Auge zu behalten. Wenn sich hier eine Wendeformation formt, ist das ein klares Signal für die Aktienmärkte Risiko heraus zu nehmen und sich auf unruhiges Fahrwasser einzurichten.

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Hari Live – Archiv 14.09.14 – 20.09.14

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Hari Live - Archiv 14.09.14 - 20.09.14

Freitag 19.09.14 17:20 - S&P500 und Wochenabschluss

So liebe Mitglieder, am Ende einer Woche, die mir und hoffentlich auch Ihnen schöne Gewinne gebracht hat, noch ein Blick auf den S&P500:

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