Wie sie Low Risk Trading Setups erkennen und nutzen

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IFAutor

So ein Blogger ist Ingmar Folk, der seit mehreren Jahren aktiv an der Eurex handelt.

Er hat sich auf den Intradayhandel des Bund- und Euro Stoxx 50 Futures spezialisiert, sein Tradingansatz stellt dabei die Risikokontrolle in den Vordergrund.

Außerdem bloggt Ingmar Folk unter -> www.coin-flip-trading.com < - und nutzt die Seite immer wieder für Tests zum Thema Zufallseinstieg beim Trading.

Hier nun, was er Ihnen heute auf Mr-Market zu sagen hat.

Ihr Hari

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Solar Sektor 2014 mit guten Chancen

Wenn Sie mich zum Anfang des neuen Jahres fragen, in welchen Sektoren ich für 2014 ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis sehe, ist die Antwort ganz klar: Solar !

Im Sektor passt nach meinem Eindruck einfach alles. Erstens sind die fundamentalen Treiber nicht nur weiter aktiv, sie zünden überhaupt jetzt erst weltweit so richtig. Zweitens ist das Sentiment noch keineswegs euphorisch, erst seit letztem Herbst ist der breite Markt so richtig auf den Sektor aufmerksam geworden. Und Drittens hat der Sektor schon einen Teil einer notwendigen Korrektur zum Ende 2013 vollzogen und damit auch etwas Luft aus einer überkauften Markttechnik abgelassen.

Ich habe hier auch schon öfter thematisiert, dass Solar bisher eine Nischentechnologie war, die eigentlich zu teuer und wirtschaftlich fragwürdig war, ausser dort, wo mit massiven steuerlichen Umverteilungsorgien nachgeholfen und damit der normale Energiemarkt ausser Kraft gesetzt wurde.

Das Hauptproblem von Solar waren dabei nicht nur die Erzeugungskosten der Kilowattstunde, sondern vor allem das völlige Fehlen sinnvoller Speichertechnologien. Denn ohne Stromspeicher, hat Solar nun einmal die dumme Eigenschaft, nicht immer dann Strom zu erzeugen, wenn er gebraucht wird. Und so produzieren unsere über das EEG subventionierten Solardächer alle fröhlich Strom, der aber bisher zu grossen Teilen wirkungslos verpufft, weil er nicht gespeichert und abgenommen werden kann. Strom, von dem der lokale Hausbesitzer in der Regel auch nichts hat, ausser eben den wirtschaftlichen Gewinn durch die überhöhten Einspeisesätze, die er aber "hintenrum" - über den Strompreis - dann wieder bezahlt.

Was wiederum auch die Umweltbilanz viel negativer macht, als man uns allenthalben glauben machen will, denn bei der Produktion der Solarzellen, werden ja teure Materialien verbraucht, Abfälle und eben auch Stromverbrauch produziert. Alles Aufwendungen, die sich erst später durch gewonnene Kilowattstunden amortisieren müssen. Und zwar nicht nur von den reinen Kosten, sondern auch von der Umweltbilanz her.

Genau dieses Kernproblem der "vergeudeten Kilowattstunden", wird nun aber in den kommenden Jahren verschwinden, denn dafür sorgt das Aufkommen der Elektromobilität und damit die Produktion günstigerer Stromspeichertechnologien, die früher oder später in Grossserie produziert und zu stark fallenden Preisen für die gespeicherte Kilowattstunde führen werden.

Wenn aber die Solarenergie mit einer effektiven Speichertechnologie verknüpft wird, wird sie zur idealen, geradezu perfekten Energieform. Eine Energie, die ohne Emissionen, vollständige Autarkie von Stromnetzen ermöglicht und damit auch Anwendungen ermöglicht, an die man heute noch gar nicht denken mag. Denn bisher war die moderne Zivilisation an die Nähe zur zivilisatorischen Infrastruktur gebunden und dehnte sich daher langsam wie ein Netzwerk aus. Mit völliger Energieautarkie ist Zivilisation im Prinzip überall möglich, selbst auf dem Mond und Mars. Neben dem Vorkommen von Wasser ist Energie das zweite "Grundnahrungsmittel" der Zivilisation. Die meisten anderen Dinge kann man mehr oder weniger erzeugen und produzieren, wenn Wasser und Energie im Überfluss vorhanden sind. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Und die Autarkie ist ein so hohes Gut, dass auch die Preisfrage in den Hintergrund tritt, solange der so erzeugte Strompreis nur um überschaubare Prozentwerte vom "Netzstrom" abweicht. Für mich wäre es zum Beispiel ein Traum, in meinem Haus die Verbindung zum Stromnetz kappen zu können und ich weiss von vielen anderen, die genau so denken. Und wenn ich einmal autark bin, interessiert mich der theoretische Preis der erzeugten Kilowattstunde auch nicht mehr. Ich denke dann eher in klassischen Investitionszyklen, genau wie beim Auto, wo man beim Kauf sich in der Regel auch keine Gedanken darum macht, ob der Fahrtkilometer hinterher über die Lebenszeit 0,96 oder 1,14€ kosten wird, sondern eher die einmalige Investition im Blick hat.

Und für die Emerging Markets, wie für das chinesische Riesenreich oder Sibirien, Australien oder Kanada, wäre es ein Traum, die grossen Landflächen mit einer autarken Energieform zuverlässig versorgen zu können.

Deswegen halte ich die Solarenergie für die primäre Profiteurin der Elektromobilität, beide Technologien gehen Hand in Hand und Elon Musk sorgt nicht ohne Grund für Nähe zwischen Tesla Motors (WKN: A1CX3T) und Solar City (WKN: A1J6UM). Und das Aufkommen günstiger Speichertechnologien für Strom, wird den Verkauf der Solarenergie weltweit massiv befeuern. Und das ganz ohne staatliche Subventionen, einfach weil diese Kombination die perfekte Energieversorgung ist.

Und deswegen hat der weltweite Siegeszug der Solar-Energie nach meinem Eindruck gerade erst begonnen und wenn es nicht durch staatliche Eingriffe verhindert wird, steht dem Sektor wohl ein goldenes Jahrzehnt bevor.

Ich sage dabei bewusst "dem Sektor", denn bei einzelnen Unternehmen kann es ganz anders ausssehen. Wie bei allen modernen Technologien durchlaufen diese Innovationszyklen und ich bin keineswegs überzeugt, dass die Silizium basierten, starren Dachpanels wirklich noch das Bild der Solarenergie in 10 Jahren prägen werden. Auch in der Computerindustrie stehen die heutigen Grössen wie Apple, Microsoft, Google & Co. auf den Leichen unzähliger börsennotierter Gesellschaften, die irgendwann die falsche technologische Abzweigung genommen haben.

Deswegen ist es grundsätzlich gefährlich, in diesem Sektor einzelne Unternehmen langfristig zu spielen. Und dass der ganze Sektor vor einer grossen Zukunft steht, bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass das ebenso für jedes einzelne Unternehmen gilt.

Glücklicherweise haben alle mit professionellem Börsenzugang zur Wallstreet, ja aber Zugriff auf die beiden grossen ETFs des Solarsektors -> TAN <- und "KWT". Und diese ETFs sind in meinen Augen auch die idealen Vehikel, um den Aufstieg des Sektors langfristig zu spielen.

Schauen wir auf das Chart des TAN mit Wochenkerzen, sehen wir die perfekte Wendeformation mit der brillianten Performance von 2013:

TAN 06.01.14

Das Schöne dabei ist, dass der TAN Ende 2013 schon etwas korrigiert hat, allerdings fehlt mir noch etwas bei der Bewegung und ich wäre nicht überrascht, wenn der Tan im Verlauf des ersten Halbjahres auch die 30 USD noch einmal näherungsweise erreicht. Insbesondere auch, weil der Sektor ja erst im September/Oktober des letzten Herbst in die Aufmerksamkeit der weltweiten Öffentlichkeit getreten ist, wie man gut am Volumen erkennen kann. Und diese schwachen Hände müssen nun erst einmal raus aus dem Sektor und ich bin nicht sicher, ob die Korrektur bis zum Jahreswechsel dafür schon ausreichend war.

Umgekehrt bestehen aber gute Chancen für eine langfristige Fortsetzung der fundamentalen Aufwärtsbewegung, die den TAN bis Ende 2014 durchaus bis in die Region um 70 USD führen könnte. Zwischen diesen beiden Polen von 30 und 70 USD, mag sich nun jeder seinen eigenen Kursverlauf ausdenken, ich habe keine Ahnung und auch keine Glaskugel und ich nehme die Kurse wie sie kommen.

Ich habe deshalb lange überlegt, ob ich diesen möglichen Verlauf einzeichne, weil so etwas ja sofort als Prognose interpretiert wird. Und Sie wissen ja, was ich von Prognosen halte: Nichts !

Ich habe mich dann doch dafür entschieden, weil dieser mögliche Verlauf den Tenor meines Textes visualisiert: Ein Sektor, der im klaren Aufwärtstrend ist. Ein Trend, der sich in 2014 mit Wahrscheinlichkeit fortsetzen wird. Aber auch ein Sektor, der die grossen Gewinne von 2013, vielleicht noch nicht ausreichend konsolidiert hat.

Insofern hoffe ich, dass Sie als treue Leser den Unterschied zwischen einer (sinnlosen) konkreten Prognose und einer Visualisierung eines Gedankens nicht übersehen, denn der konkrete Kursverlauf des TAN ist unbestimmt und bleibt es, wie die Zukunft. Aber was ich beispielhaft im Chart eingezeichnet habe, wäre für mich auf jeden Fall 2014 nicht so überraschend und ich glaube, wir täten alle gut daran, uns gedanklich mit der inhärent darin steckenden Volatilität vertraut zu machen, wenn wir im Sektor investieren wollen.

Ihr Hari

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Warum Setups oft nicht aufgehen. Und trotzdem wichtig sind. Am Beispiel Bunge.

Mit der Premium Mitgliedschaft habe ich auch die neue Funktion des "Setup-Monitors" eingeführt. Jeden Tag, in der Regel bis 10 Uhr, präsentiere ich Ihnen dort eine Auswahl von 5-10 Setups für mögliche Trades oder Anlagen. Dabei liegt der Fokus auf dem mittelfristigen Zeithorizont, Intraday Setups sind ebenso wenig Teil des Setup-Monitors, wie sehr langfristige Investitionen.

Da unsere Hirne als Anleger aber durch den permanenten Unfug der Prognosen und "heissen Tips" selbst ernannter Besitzer von Kristallkugeln leider etwas verseucht sind, erscheint es mir wichtig noch einmal zu erklären, was ein Setup ist und was es nicht ist. Welche Bedeutung es hat und warum man mit konsequentem Handeln auf Basis gut ausgewählter Setups eine positive Performance erzielen kann, selbst wenn ein grosser Prozentsatz der Setups nicht aufgeht - was völlig normal ist. Und ich will Ihnen das anhand eines der aktuellen Setups im Premium-Bereich, der Aktie des Agrarproduzenten Bunge (WKN 762269), beispielhaft darstellen.

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Risk Off – Warum auch die Seitenlinie ein guter Platz ist, um dem Spiel zuzuschauen

Erinnern Sie sich an den August 2011, als die Märkte plötzlich im Zuge der Eurokrise zusammen brachen ? Erinnern Sie sich an den September 2008 und den Lehmann-Moment ?

Wenn Sie schon länger im Markt unterwegs sind, dann erinnern Sie sich. Und Sie werden sich im Nachhinein fragen, warum Sie damals nicht einfach auf die Seitenlinie getreten sind oder sogar Short gegangen sind. Hinterher erscheint das ja auch ganz logisch und einfach.

Aber Live - mittendrin - ist das alles nicht so einfach, wie es hinterher ausschaut. Trotzdem waren damals die Zeichen an der Wand. Und wer sie lesen konnte wusste, dass das Chance-Risiko-Verhältnis damals nicht mehr übermässig positiv war. Dass der Zusammenbruch dann kam, konnte niemand vorher sehen. Das es schon bessere Zeitpunkte gab um aggressiv Long zu sein, war aber sichtbar, wenn man die Augen und Ohren offen hielt.

Und so sehe ich heute früh zum Handelsstart des 04. April auch immer mehr die aktuelle Lage. Und möchte Sie daher nicht im Unklaren darüber lassen, dass ich mit meinen eigenen Longs zunehmend aus dem Markt gehe.

Es ist jetzt schon wieder eine gute Woche her, dass ich mich im Artikel -> vom Aufhören, wenn es am schönsten ist <- schon dazu geäussert habe. Im Gedankenmodell des Artikels liefen die Märkte noch bis zu den Höchstständen und darüber hinaus, bevor dann im späten April oder Mai eine echte Korrektur einsetzt.

Nun haben wir im S&P500 die historischen Höchststände fast erreicht. Es mehren sich aber schon jetzt die Zeichen, dass der Markt Momentum verliert. Der "First of Month Jumper" am Montag war ausserordentlich schwach. Und der gestrige schwache Tag in Anbetracht einer grossen FED Buy Operation und in Anbetracht der Höchststände im Visier, ist ein klares Zeichen an der Wand. Auch der US Transportsektor, der ein guter Leading-Indikator ist, hat gestern seine 50-Tage-Linie verloren. Auch das ein Zeichen an der Wand. Und grosse Bluechips wie Johnson & Johnson haben derart brutale Aufwärtsbewegungen hinter sich, dass diese gerade zu nach einer Korrektur schreien. Noch mehr Zeichen an der Wand.

Erinnern Sie sich bitte daran, dass eine Topbildung ein langer Prozess ist und solch starken Märkte nicht auf einem Fuss drehen. Insofern kann es immer noch sein, dass wir noch einmal zu Höchstständen laufen und es kann auch sein, dass wir noch Wochenlang seitwärts schwingen. Aber die kurzfristige Chance nach oben ist wohl begrenzt und das Risiko nach unten zunehmend erheblich. Denn wenn der Markt nach so einem Runaway-Move mal korrigiert, dann wird er innerhalb weniger Tag die Gewinne des ersten Quartals wieder abgeben. Das wird dann "Aua" für alle, die nicht an der Seitenlinie stehen.

Umgedreht sehe ich die Wahrscheinlichkeit als hoch an, dass wir im Verlaufe des 2. Quartals eine 10% Korrektur erleben und damit unter den heutigen Kursen liegen werden, selbst und erst recht wenn der Markt nun noch einmal nach oben läuft.

Auf der anderen Seite ist es Faktum, dass die ganze Rally seit November im wesentlichen von den Notenbanken - im wesentlichen der FED - orchestriert wurde. 85 Milliarden USD jeden Monat frisch in den Markt ziehen eben ihre Schleifspur und so sind die Indizes nahe der Höchststände, obwohl die weltweite Konjunktur das eigentlich gar nicht hergibt.

Und diese 85 Milliarden USD pro Monat gehen erst einmal weiter und das wird jede Korrektur schnell beenden bzw abflachen. Insofern sehe ich auch keine Grund nun in Panik zu geraten, für einen Zusammenbruch des Marktes ala 2008 oder 2011 gibt es aktuell keinerlei Indikatoren.

Aber das Chance-Risiko-Verhältnis war mittelfristig schon mal besser als Heute. Und kluge Anleger wissen, dass man manchmal auch von der Seitenlinie aus, das Spiel auf dem Platz ganz gut beobachten kann.

Kurzfristig ist heute ein kleiner Bounce sehr wahrscheinlich. Einfach weil die Anleger nun so auf "Buy the Dip" konditioniert sind, dass diese das auch dieses Mal wieder praktizieren werden. Aber in der zweiten Hälfte der Session an der Wallstreet - also heute Abend - würde ich vorsichtig werden. Vor den morgigen Arbeitsmarktdaten ist weiterer Druck auf die Indizes keineswegs unwahrscheinlich.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen

Ihr Hari

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Wacker Chemie (WKN: WCH888) – Steht der nächste Aufwärtsschub bevor ?

Sie erinnern sich vielleicht gut an meine bisher drei Artikel zu Wacker Chemie (WKN: WCH888)
am 30.11.12: -> Wacker Chemie vor der Wende ? <-,
am 04.02.13: -> Wacker Chemie – Der Turnaround Kandidat, der Solarworld nicht ist ? <- und
am 12.02.13: -> Wacker Chemie – Im Aufwärtstrend – Kurs bald 50% höher bei 90 Euro ? <-,
mit denen wir dem Aufwärtstrend der Aktie seit November letzten Jahres schön gefolgt sind und grosse Profite mitnehmen konnten.

Seit dem letzten Artikel sind nun wieder 5 Wochen vergangen, der Kurs überstieg zeitweilig 70€, bevor er zu einer Korrektur im Aufwärtstrend ansetzte, die sich nun möglicherweise dem Ende nähert. Grund genug also, uns den Chart und die Entwicklung der Aktie erneut genauer anzuschauen.

Schauen wir also zunächst einmal auf das detaillierte Tageschart, um die Lage besser einschätzen zu können:

Wacker Chemie 19.03.13

Sie sehen in dem Chart die typische, hin und her schwingende Struktur eines Aufwärtstrends. Die über 70€ waren eindeutig zu viel zu schnell, was man unschwer an den technischen Parametern erkennen und für sich nutzen konnte. Die darauf folgende Gegenbewegung war daher nur konsequent und hat eine Menge der überschiessenden Erwartung nun wieder aus dem Markt genommen.

Nun hatten wir gestern einen schönen Intraday-Swing, den man im Chart als deutliche grüne Fahne bewundern kann. Und dieser Swing fand unter steigendem Volumen statt, ein wichtiges Indiz dafür, dass dieser Swing nun Bedeutung hat.

Gleichzeitig sind wir nun nicht mehr weit vom 50er Fibonacci Retracement entfernt und es ist einfach ganz typisch, dass im Aufwärtstrend ein Anstieg dann um 50% wieder abgegeben wird.

Es scheint also der Zeitpunkt gekommen, wo man einem Wiedereinstieg bei Wacker Chemie gedanklich mit gutem Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) nahe treten könnte. Fundamental gibt es nicht viel Neues zu berichten. Positiv sehe ich, dass die Insolvenz beim grossen chinesischen Solarhersteller Suntech nun Faktum zu sein scheint. Damit schreitet die Marktbereinigung voran, die zwingende Voraussetzung dafür ist, dass die Preise im Solarmarkt - und damit für Polysilizium - wieder anziehen können.

Trotz des gestrigen klaren Swings ist keineswegs sicher, dass das schon der Tiefpunkt war. Es ist auch gut vorstellbar, dass der Kurs noch einmal bis 55€ zurück kommt, bevor die wirkliche Wende ansteht. Aber wenn man von einer Fortdauer des neues Aufwärtstrends ausgeht - und ich tue das - dann haben wir vielleicht schon heute wieder ein brauchbares Setup, um wieder einen ersten Fuss in die Aktie zu setzen.

Nach unten liegt die für mich entscheidende Marke beim Tief vom 31.01.13 bei 52,29€, das gleichzeitig mit dem 62 Fibo Retracement korreliert und in dessen Nähe sich die 200-Tage-Linie befindet. Diese Marke ist "do or die" für den Trend. Wenn Wacker Chemie diese Marke mit Schlusskurs unterschreitet, ist der Aufwärtstrend gebrochen und ich würde kompromisslos aussteigen. Ich rechne eher weniger damit und geben einer Trendfortsetzung die grössere Wahrscheinlichkeit. Möglich ist es aber und man sollte darauf vorbereitet sein.

Sollte Wacker Chemie den Aufwärtstrend jetzt aber wieder aufnehmen, bleibt mein Kursziel von 90€ aus dem Artikel vom 12.02.13 weiterhin bestehen.

Übrigens, zum Thema Fibonacci-Retracements. Schauen Sie mal wo Wacker am 25.02.13 drehte, bei 71,13€ im Maximum. Und dann lesen Sie den Artikel vom 12.02.13 noch einmal, in dem ich die Retracements des gesamten Absturzes von Wacker Chemie im Wochenchart dargestellt habe. Und schauen Sie mal, wo das 23er Fibo-RT liegt. Lustig oder ? 😉

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen.

Ihr Hari

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Goldminen – Baut sich da eine grosse Long-Chance auf ?

Schon wieder Goldminen als Thema ? 😉

Mit denen konnte man doch monatelang kein Geld verdienen ! Ausserdem steigen doch die Förderkosten immer weiter und damit bleibt die Profitabilität unter Druck ! Darüber hinaus haben die doch jede Menge Geld durch überteuerte Übernahmen vergeigt ! Nein, lassen Sie mich damit zufrieden.

In Ordnung, Sie müssen hier nicht weiter lesen. 😉

Wenn Sie es aber doch tun, will ich Ihnen vermitteln, dass Sie gerade die Gründe beschreiben, warum das im Moment einer der ungeliebtesten Sektoren überhaupt ist. Das ist aber Vergangenheit und im Kurs enthalten. Und ungeliebte Sektoren bergen riesige Chancen, wenn man einigermassen den Punkt der Trendwende erwischt.

Und diesen Punkt könnten wir nun langsam erreichen. Schauen Sie mit mir auf das Tageschart des Goldminen ETF GDX:

GDX 23.01.13

Sie sehen das grosse zulaufende Dreieck, dass sich statistisch mit höherer Wahrscheinlichkeit nach oben auflöst, als nach unten. Sie sehen eine gigantische Bullenflagge, die sich dann zu einer ausgedehnten Korrektur vertiefte. Und trotzdem notiert der GDX klar oberhalb der Tiefs vom Juli 2012 und der Aufwärtstrend ist voll intakt. Sie sehen die massive bullische Divergenz im RSI und einen MACD der sich im positiven Bereich hält.

Mit sagt dieses Charts, dass für die Goldminen eine hohe Chance für einen Ausbruch nach oben aus dem zulaufenden Dreieck besteht. Und das das Potential einer solchen Bewegung im Bereich von 60 USD zu verorten ist, oder mehr als 30% über den heutigen Kursen. Das Risiko nach unten kann man dagegen mit einem Stop unter die untere Begrenzung des Dreiecks auf ca. 5% begrenzen. Ich habe schon schlechtere Setups gesehen.

Im übrigen, die Geschichte von den immer weiter überproportional steigenden Förderkosten der Minen ist Unfug. Dort wird mit zweidimensionaler Primitiv-Logik einfach die Vergangenheit in die Zukunft fortgeschrieben. Nicht verstanden wird, dass die Förderkosten vor allem deshalb im Schnitt stiegen, weil die Minen immer mehr Projekte um jeden Preis eröffneten, auch eher unprofitable mit geringem Goldgehalt oder schwierigen geologischen Verhältnissen. Die Förderkosten der bestehenden Minen steigen zwar auch, aber lange nicht in dem Umfang wie das dargestellt wird. Der Mix über alle Projekte hinweg ist aber stark gestiegen, weil eben immer mehr unprofitable Projekte begonnen wurden.

Das ist das typische Verhalten eines zyklischen Sektors im Schweinezyklus und hat seinen Höhepunkt schon überschritten. CEOs wurden entlassen, Projekte wurden und werden eingemottet. Die Minen schwenken von einem Fokus auf Output um jeden Preis, hin zu einem Fokus auf Profitabilität. Und das wird zwei wichtige Dinge bewirken:

Erstens werden damit die Förderkosten wieder sinken oder sich zumindest normalisieren, weil der Mix der Projekte wieder stimmt. Zweitens wird aber damit der Output an Gold sinken. Und das bewirkt eine Verknappung beim Edelmetall. Die Folge davon ist ein höherer Goldpreis und davon die Folge sind weit höhere Gewinne bei den Minen. Dieser Mechnismus ist auch wieder typisch für den Schweinezyklus, nur dieses mal in die aufsteigende Richtung.

Wenn der Goldpreis also nicht aufgrund anderer, exogener Faktoren in sich zusammen fällt - und dafür spricht im Moment wenig bis nichts - dann werden die Goldminen in den kommenden Monaten deutlich steigende Gewinne verzeichnen. Und der GDX dann wohl neue Höhen erklimmen.

Wie immer kann alles ganz anders kommen. Ein attraktives Chance/Risiko Verhältnis ist hier aber nach meiner Ansicht allemal vorhanden.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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