Historische Jahreswechsel



Das an der Börse traditionell starke Jahresende und der Jahreswechsel 2020/2021 liegt vor uns.

Abstrakte Statistiken sind das Eine, eine konkrete Reise zu den vergangenen Jahreswechseln und ihren US Präsidenten dann doch das Andere.

Vielleicht kommt die Botschaft so auch per Video besser herüber, schauen wir doch mal, was uns fast 3 Jahrzehnte an Jahreswechseln so zu sagen haben:

Ihr Hari

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Der Sieg der Guten



Nachdem ich ja heute früh Mr. Palpatine bemüht habe, stellt sich ja nun die Frage, ob es mit dem Markt so wie im Film weiter geht. Heisst noch lacht der Imperator, aber am Ende gewinnen in Hollywood immer "die Guten", die übersetzt auf den Markt aktuell wohl eher die Bären sein müssten, die nach eigener Überzeugung ja schon seit Jahren - wie die Rebellen gegen das Imperium - gegen die finstere Macht der Notenbanken und nun den dunklen Lord "Darth Donald" kämpfen, der die Märkte mal wieder "hochpimpt".

Einen Blick auf diesen Kampf zwischen "Gut und Böse", können wir in absurder Form hier wieder erhaschen, wenn wir sehen wie sich "The Donald" -> Twitterschlachten mit Alec Baldwin liefert <-

Einerseits ist das ja erheiternd, andererseits auch erschreckend, weil es wie im Brennglas wieder zeigt, wie stark die narzistische Ader und die Angst vor Kränkung in Trump ist. Sicher, praktisch jeder der im Politikbetrieb prominent unterwegs ist, dürfte eine ausgeprägte narzistische Ader haben, denn wer das nicht hat, ist von bestimmten Konsequenzen der öffentlichen Rolle eher abgeschreckt und exponiert sich daher auch nicht so.

Und wir alle - jeder von uns - haben ein gewisses Mass an Narzismus (Selbstliebe) in uns und das ist auch nicht schlimm, sondern wichtig und gesund, solange es sich nicht ins Extrem auswächst, denn es treibt uns an.

Aber bei Trump ist das doch besonders intensiv fühlbar. Ich meine, der gute Donald ist gerade der mächtigste Mann der Welt geworden, das ist doch mal eine wirkliche Leistung, die man erst mal bringen muss und die wirklich Respekt verdient.

Wäre es da nicht mal an der Zeit, etwas souveräner zu werden und einen bemühten Baldwin, der seine besten Tage auch schon hinter sich hat, einfach wegzulächeln? Oder vielleicht ernsthaft selber zu lachen?

Der stark ausgeprägte Narzist kann das aber nicht, diese Souveränität ist ausserhalb der eigenen Möglichkeiten, denn die Kränkung des Egos wirkt zu stark. Und sie ist deshalb so stark, weil sich hinter der Fassade beim Narzisten keine Stärke, sondern ein mangelndes Selbstwertgefühl verbirgt, das unbedingt durch Symbole, Erfolge und Ehrerbietung Dritter aufgepeppt werden muss.

Ich persönlich versuche an Trump unvoreingenommen heran zu gehen und ihn in seiner Präsidentschaft an dem zu messen, was er tut. Seine ersten tastenden Versuche als "President elect", sehen doch bisher ganz manierlich aus.

Und dass die negative Propaganda über ihn völlig übertrieben ist, davon bin ich überzeugt, er wurde zu einem Monster stilisiert, das er wohl eher nicht ist.

Aber diese offensichtliche, stark narzistische Ader in ihm, die macht mir einfach Sorge bei jemandem, der den Atomknopf in der Hand hält und in einer Krisensituation in Minuten über den Untergang der Welt zu befinden hat. Denn was passiert, wenn er sich immens gekränkt fühlt? Wozu ist er dann fähig? Ich weiss es nicht, aber ein mieses Gefühl im Nacken bleibt.

Fairerweise muss aber auch sagen, dass man sich ähnliche Fragen auch zu einer Reihe anderer Politiker stellen muss, die auch über atomares Potential verfügen oder verfügt haben. Insofern ist es manchmal ganz beruhigend, wenn man nicht alles weiss. Wissen ist zwar Macht, macht das Leben aber nicht einfacher. Dumm lebt sich eher glücklich und ungeniert. 😉

Aber zurück zum Sieg der Guten. Imperator Donald I. hat ja nun darüber befunden, dass der Markt weiter steigen soll. Gerade seine dunklen Künste einer massiven Steuersenkung, beflügeln die Gewinnphantasie des Marktes und treiben die Kurse.

Die bärischen Rebellen sind verstreut und haben dem zunächst wenig entgegen zu setzen. Ich würde es als Markt-Opportunist bis Jahresende wohl eher mit dem Imperium halten. Wenn Imperator Donald I. dann aber im Frühjahr gegen die ersten Blockaden und harten Widerstände läuft und die Realität mit ihrer Komplexität, seine schönen Pläne zu erdrücken droht, dann dürfte die Zeit der Rebellen kommen und dann wird der echte Opportunist im Markt einfach eine andere Fahne aufziehen, den Markt shorten und sich zum schon immer überzeugten Rebellen erklären. 😉

Denn am Ende gewinnen in Hollywood immer die Guten. Es gab dazu auch mal eine lustige Science Fiction Geschichte - ich bekomme gar nicht mehr zusammen von wem - in dem eine aggressive Rasse die Erde zwecks Eroberung beobachtet und dabei auch Filme schaut, die sie für Darstellungen und Nachrichten der Realität halten. Aufgrund dieser Filme, sieht man aus Angst von einer Eroberung ab, weil man gesehen hat, dass egal was passiert, immer ein menschlicher Superheld aufsteht, der mit seinen Superkräften dann alleine wieder die Welt gegen die Invasoren rettet und diese vernichtet. 😉

Die Einen halten Donald Trump für diesen Superhelden, der ihnen Ehre, Jobs und Achtung wieder gibt. Die anderen halten Donald Trump für Imperator Donald I., der überall in der Galaxis zu bekämpfen ist. Die Realität wird - wie immer - wohl irgendwo in der Mitte liegen. 😉

Aber wie gesagt, bis zum Jahreswechel halten wir es mit dem Imperium und das hat gerade dafür gesorgt, dass der S&P500 nun über 2.200 notiert hat. Heute wird das Volumen an der Wallstreet nun schon zu Sinken beginnen und morgen wird es noch weniger werden. Immer mehr Marktteilnehmer verschwinden nun in den "Thanksgiving Holdiday" und der Markt wird daher tendentiell mit leicht positivem Ton verhalten aufwärts laufen. Ein Wochen-Closing im Bereich 2.200 - 2.220 wäre für mich daher keine Überraschung.

Rein technisch gesehen, ist der S&P500 nun natürlich korrekturreif. Mein heisser Tip dafür ist ein kleiner Dip jetzt sofort, denn die glatte 2.200er Marke verleitet typischerweise zu Gewinnmitnahmen. Ein grösser Dip dann aber eher kommende Woche. Aber wir werden sehen, letztlich ist der genaue Tag nicht wirklich antizipierbar.

All das ist aber nichts Neues und habe ich nun schon mehrfach gesagt. Insofern schliesse ich damit die Betrachtung der Indizes ohne Chart, es gibt nichts Neues zu sagen und zu zeigen, das Sie nicht schon wissen.

Beschäftigen wir uns also mit einzelnen Aktien und Themen, die heute Aufmerksamkeit auf sich ziehen:

Im Forum ist es schon aufgefallen und heute springt wirklich ins Auge, dass der ganze Healthcare-Sektor heute fast ausnahmslos abschmiert, hier im grossen ETF XLV dokumentiert:

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Was ist der Grund dafür? Ich kann derzeit nur spekulieren, aber es muss ein zentraler Grund und daher auch ein politischer Grund sein. Die schlechten Zahlen von Medtronic (MDT) helfen heute sicher nicht, immerhin ist das mit 110 Milliarden USD ein Bluechip, aber ob es das alleine ist, ich weiss nicht.

Ich lese derzeit allerlei, was in der sich formenden Trump Administration zum Thema Healthcare diskutiert wird oder werden soll - so etwas davon überhaupt nach draussen dringt. Und das Bild ist komplex, vor allem hat es eine Tendenz, die Preisdeckelungen auch unter Trump weiter vorstellbar machen.

Ein gutes Stück der Hoffnung, dass mit Clintons Abgang der Druck auf die Preise und Margen so einfach vom Tisch ist, dürfte sich gerade zerschlagen, vielleicht ist das der Auslöser. Aber erneut, ich weiss es nicht, ich sehe nur die Preise und die haben immer Recht.

Dafür springen nun die Wasser-Versorger Aqua America (WTR) und American Water Works (AWK) an und sind nun unbedingt einen Blick wert.

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Ich persönlich habe die Korrektur genutzt, um hier jetzt einen Fuss in die Tür zu bekommen. Lange war das nicht möglich, weil die Aktien einfach stiegen und stiegen und ich schon aus dem Bahnhof gefahrenen Zügen, eher nicht hinterher hechte, sondern immer auf einen Dip warte, um einen gesunden Einstieg zu bekomme.

Übrigens, damit Sie mal sehen, was bei den Water Utilities für ein Potential steckt, führe ich mal mit SJW Corp (SJW) eine mit einer Milliarde USD Marktkapitalisierung eher kleinere Aktie des Sektors ein. Ich lasse einfach die Charts sprechen, halten Sie dabei ihren Unterkiefer fest, damit er nicht aufklappt: 😀

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Der ganze Sektor war seit 2009 im Wesentlichen ein "No Brainer". Hier war das schon öfter Thema.

Eine weitere "World of Trump" Aktie, die ich Ihnen schon am 23.09. und erneut vor einer Woche in -> Mean Reversion <- nahe gebracht habe, steigt weiter und ist trotzdem weiter aussichtsreich, denn durch Trump steigen die Geschäftsaussichten von Ceco Environmental (CECE) in der industriellen Abgasreinigung erheblich.

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Die Bewertung ist nicht übertrieben und selbst 2% Dividende sind drin. Ein Dip ist nun überfällig, aber wenn der kommt, ist er wohl eher wieder zu kaufen.

Tja und natürlich der Stahl-Sektor in den US. Wer wissen will, wo so richtig die "Kurs-Post" abgeht, ist hier genau richtig.

Denn es ist ein Sektor, der von Trump zweifach profitiert. Einerseits durch das erwartete, massive Infrastrukturprogramm. Denn Brücken und Strassen bestehen eben primär aus Stahl und Beton. Andererseits aber auch aus der Hoffnung auf protektionistische Abschirmung gegenüber China. Denn China mit seinen massiven Überkapazitäten, hat den Markt mit billigem Stahl geflutet, wie auch mit Kohle, Aluminium und allem, was sich aus der Erde holen lässt.

Das hat viele US Stahlunternehmen an den Rand der Existenz gebracht, um so stärker ist nun das Gefühl der Befreiung.

Wenn wir auf den alten bekannten AK Steel (AKS) schauen, sehen Sie was ich meine:

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Die Aktie hat seit Anfang November über 50% gewonnen und Ende Oktober scheint - dem Volumenschub nach zu schliessen - jemand etwas gewusst zu haben.

Wenn Sie jetzt aber glauben, die Aktie oder der Sektor sei schon zu stark gelaufen, habe ich dieses langfristige Chart für Sie. Gulp 😀

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Na, was machen Sie jetzt? Läuft der Speichel schon im Mund zusammen? 😉

Um das Ganze etwas einzuordnen, vielleicht mal ein Blick auf das langfristige Chart der doppelt so grossen US Steel (X):

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Das sieht bestätigend aus, es scheint keine Situation zu sein, die speziell nur bei AKS zu finden ist.

Und nun noch ein Blick auf den breiten Metals & Mining ETF XME, in dem Stahl einen grossen Anteil hat, aber auch andere Metalle vertreten sind, inklusive Gold:

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Auch das passt ins Bild und sieht aussichtsreich aus. Der hier -> obscure group of stocks <- genannte Sektor, steht möglicherweise erst am Anfang einer grossen Bewegung, die unmittelbar mit Trumps Präsidentschaft korreliert.

Setzt er seine Pläne wie angekündigt durch, ist hier auf jeden Fall noch erhebliches Upside.

So weit für heute, machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Vorbereitungen



Vor unseren Augen, entwickelt sich der erwartete Seitwärtstag, mit leicht bröseliger, abwartender Tendenz. Das war klar und wird sich heute auch kaum ändern, warum auch sollte sich jemand jetzt schon festlegen? Einzige Ausnahme wäre, wenn schon Daten zur Wahl kämen, die den Ausgang weiter präjudizieren.

Das ist ein Grund für mich, noch einmal ganz entspannt zwei Aspekte der Vorbereitung auf den morgigen Tag in den Fokus zu rücken.

(1) Das potentielle Goldilock Upside

Heute früh habe ich in -> Angespannte Ruhe <- gesagt:

Mit dem gestrigen Schub, hat der Markt in meinen Augen schon die Hälfte eines "Goldilock-Schubes" vorweg genommen. Sprich da kann man im idealen Fall noch einmal gute 2% erwarten und das war es dann! Nicht viel also, was kurzfristig bullisch noch drin zu sein scheint.

Das hat im Forum die berechtigte Frage erzeugt, warum ich dem Markt da nicht mehr zutraue. Meine Antwort habe ich schon gegeben, will ich hier aber wiederholen.

Denn ich traue dem Markt im "Goldilock"-Fall sehr wohl mehr zu, ich sehe dann gute Chancen für eine markante Jahresendrally. Meine obige Aussage bezieht sich *ausschliesslich* auf die unmittelbare Reaktion, also auf das, was wir dann diese Woche von Mittwoch bis Freitag erwarten können.

Schliesslich hat der Markt doch im Oktober x-fach gute Chancen gehabt, die Range nach oben zu verlassen. Und das mit guten Katalysatoren und mit einer entspannten Erwartung an die Wahl, bei der niemand Trump ernsthaft Chancen gegeben hat.

Da ist der Deckel der Range im S&P500 aber auch nicht nach oben weggeflogen. Warum soll er das dann nun sofort tun? Eine Rückkehr in den Bereich 2.150 - 2.200, wird es bei einem "Goldilock"-Sieg von Clinton bestimmt geben, aber sofort einen Ausbruch über 2.200? Damit tue ich mich schwer, ich glaube der Markt braucht da noch einen anderen Katalysator, zum Beispiel Aussagen Clintons zur Notenbankpolitk oder eine sehr überzeugenden Mannschaft für den Bereich Wirtschaft und Finanzen.

Dass ich mich damit schwer tue, heisst ja aber nicht, dass die massive Rally nicht doch kommen kann. Das Potential ist ohne Frage da, denn einige Marktdaten sagen, dass viele im Markt nun (zu) bärisch sind und einiges Geld an der Seite wartet, um in den Markt geworfen zu werden.

Auch war die Bewegung gestern sicher nicht dynamisch genug, um alle Shorts zum Covern zu bringen, auch ich habe ja wieder ein paar Shorts als Hedges im Markt. Und wenn sich das morgen nach oben auflöst, müssen die alle gecovered werden und werden die Bewegung verstärken.

Also, Upside ist im Falle "Goldilock" sicher für Morgen vorhanden. Ob es direkt aus der alten Range nach oben heraus zu neuen Hochs führt, davon bin ich nicht überzeugt. Passieren kann es trotzdem, die zu überwindenden Hürden, habe ich hier dargestellt:

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Wenn wir aber morgen früh einen zügigen Einstieg in den richtigen Trend finden, kann uns das alles egal sein. Denn dann sind wir drin und können entspannt abwarten, wie weit die Rally trägt. Es kommt also mal wieder weniger darauf an, heute gut zu spekulieren, als morgen früh gut zu handeln!

Und damit sind wir auch gleich beim zweiten Punkt, den ich in Vorbereitung des morgigen Tages besprechen will:

(2) Unser Edge durch die Zeitzone

Ich habe gesagt, dass wir in Europa einen Vorteil gegenüber dem normalen US Anleger haben, weil wir schon um 2 Uhr Eastern Time (8 Uhr MEZ) handeln können, also genau dann, wenn die endgültigen Ergebnisse gerade da sind.

Diesen Vorteil haben wir natürlich nicht gegenüber den professionellen Anlegern, die sind international unterwegs und wie wir mit Interactive Brokers (IB) direkt an der Wallstreet sind, sind diese auch direkt in Europa unterwegs.

Aber zumindest gegenüber der breiten Menge der US Retail-Anleger, haben wir diesen Reaktionsvorteil. Und auch viele institutionelle Anleger, die fremdes Geld verwalten, brauchen etwas länger grundlegende Anlageentscheidungen zu treffen, weil da oft Teams darüber befinden und die müssen erst mal zusammen kommen.

Fragt sich nur, was der Vorteil denn sein soll, denn der Markt hat ja nun alle Eventualitäten eingepreist und wer sind wir, das heute besser wissen zu wollen?

Richtig, wir wissen es nicht besser und heute dem Markt erklären zu wollen, dass er sich bei seiner Einschätzung des Wahlausgangs irrt, wäre arrogante Einbildung.

Der Vorteil ist also nicht, dass wir den Ausgang besser kennen, der Vorteil liegt in der Reaktionsgeschwindigkeit und der Tendenz des Marktes, nach erheblichen Einflüssen und Überraschungen sogenannte Trendtage hinzulegen.

Wir haben das ja erst gestern, am Montag, erlebt und ich habe das heute früh thematisiert, wie der Markt einen klassischen Trendtag hatte und wer am Montag um 8 Uhr gleich in Richtung der Überraschung long gegangen ist, hatte immer noch einen erfolgreichen und profitablen Tag mit schönen Gewinnen.

Die Chance, dass das morgen wieder passiert, ist da. Es wird gerade dann passieren, wenn es ein *klares* Ergebnis gibt, eines das keinen Raum für Spekulationen und Zweifel lässt. Bei einem wackeligen Ergebnis, ist alles anders, denn da können dann jede Minute neue Erkenntnisse kommen.

Aber wenn es einen klaren Ausgang gibt, ist die Chance für einen positiven oder negativen Trendtag hoch und das ist der kleine "Edge", den wir durch die Zeitzone haben. Aber ein kleiner Edge ist am Markt eine Menge, meistens hat man gar keinen.

So viel in Vorbereitung des morgigen Tages.

Ich werde morgen früh, abweichend vom normalen Modus, *keinen* einzelnen grossen Artikel schreiben, sondern eher mehrere kleine "Info-Schnipsel" produzieren, so wie ich das auch immer rund um FED-Abende mache.

Das erlaubt mir, Beoabachtungen zeitnah zu kommunzieren. Denn einen langen Artikel zu schreiben, würde morgen früh eher keinen Sinn machen, denn während man unten noch schreibt, hat sich das von oben schon wieder am Markt verändert.

Nun noch zwei Hinweise auf Nebenwerte, die wir hier im Blog immer wieder auf dem Radar haben.

(3) Hecla Mining (HL) & Iamgold (IAG)

Sie wissen, dass Hecla Mining (HL) wegen seiner Stabilität, des langen positiven Trackrecords und der Minen in politisch sicheren Ländern, mein Favorit bei den Silberminen ist.

Heute kamen Zahlen und die waren -> hervorragend <-.

Das generiert ein Chartbild, das von grosser Stärke kündet:

hl-08-11-16

Gerade wenn man es mit Sektor-ETF SIL vergleicht sieht man, welch massive relative Stärke HL hat. Eine Stärke, die ich Ihrer Aufmerksamkeit empfehle:

sil-08-11-16

Übrigens, eine Aktie im Goldminensektor, die die letzten Tage grosse relative Stärke zeigte, ist Iamgold (IAG). Auch die haben heute -> gute Zahlen <- geliefert und haben nun eine aussichtsreiche Chartstruktur:

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(4) Orbital ATK (OA)

Ein sehr interessanter, mittelgrosser Wert, aus dem aussichtsreichen Aerospace & Defense Sektor, ist immer Orbital ATK (OA) gewesen.

Leider haben Accounting-Probleme und eine damit einhergehende Sonderprüfung, zu einem Absturz aus Unsicherheit geführt und die Lage ist immer noch nicht geklärt.

Nun kann uns niemand sicher sagen, ob das nur eine Formalie oder echte Substanzprobleme sind. Nach dem, was ich zwischen den Zeilen lese, handelt es sich aber primär um Buchungsfragen auf dem Zeitstrahl der letzen Jahre.

Bedeutet, dass sich Gewinne und Umsätze zwischen den Jahren vielleicht verschieben können, an der substantiellen Lage des Unternehmens in der Gegenwart, ändert das aber nichts. Aber erneut, das ist nur ein Eindruck von aussen, wenn ich nicht die richtigen Informationen bekomme, kann ich auch nicht die richtigen Schlüsse ziehen.

Auch OA hat -> heute Zahlen geliefert <- und die waren gut. Vor allem wurde die Guidance bestätigt.

Im Chart könnte das nun zu einem Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung führen, die seit Bekanntgabe der Unregelmässigkeiten bestanden hat:

oa-08-11-16

Ich selber halte OA vom Geschäft her immer noch für aussichtsreich, und wenn man einen Raumfahrt-Play spielen willen, bei dem das Geschäft nicht nur "unter Ferner liefen" in einem Rüstungskonzern abläuft, hat man mangels Börsennotierung von Elon Musks Space-X, ja auch nicht so viel Auswahl. Die deutsche OHB ist einer der wenigen anderen Fälle von Aktien, bei denen Raumfahrt ein Kerngeschäft ist.

Ich bin also bereit, dem Unternehmen ein wenig Vertrauen zu schenken und bin mit einem ersten Fuss wieder drin. Wohl wissend, dass die Accounting-Probleme offen sind, aber wegen diesen, ist der Kurs ja wo er ist - ohne diese, wäre OA deutlich höher, denn das Unternehmen ist gegenüber den Peers, immer noch eher attraktiv bewertet.

So weit für heute. Jetzt ruhen wir uns aus und morgen früh, geht es dann bestimmt heiss her.

Ihr Hari

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Angespannte Ruhe



Guten Morgen!

Wahrscheinlich können wir uns den heutigen Börsentag weitgehend schenken, der von angespannter Ruhe geprägt sein dürfte, an dem aber wohl eher wenig passieren dürfte.

Gestern hat der Markt einen "Goldilock-Sieg" von Clinton vorweg genommen und es ist der erwartete Trendtag geworden. Wer also morgens um 8 Uhr den S&P500 Future gekauft hat, konnte die Position am Abend kurz vor 22 Uhr immer noch mit schönen Gewinnen schliessen:

sp500-08-11-16

Auch das starke Closing der letzten 30 Handelsminuten zeigt, wo die Überzeugung des grossen Geldes zu verorten ist: das Thema ist aus Sicht des Marktes durch.

Nun wird ja derzeit immer wieder das Versagen der Demoskopen beim Brexit angeführt, um zu begründen, warum es noch anders kommen könnte. Kann es ja auch, Trump ist immer noch nicht chancenlos.

Aber gerade dieses Raunen macht es unwahrscheinlicher, dass so ein Szenario zum zweiten Mal in diesem Jahr Realität wird. Denn Überraschungen, die alle erwarten, sind keine Überraschungen mehr. Und gerade weil die Demoskopen grosse Angst haben, sich wieder zu verheben und damit ihren Berufsstand und ihre Geschäftsgrundlage zu zerstören, dürften diese bei ihren Prognosen erhebliche Anpassungen eingebaut haben, die einen Faktor der "versteckten Wut" einzurechnen versuchen.

Eine wirkliche Überraschung, wäre daher nun ein Erdrutschsieg der Demokraten, auch den würde der Markt übrigens nicht mögen, denn dann könnten die Demokraten durchregieren.

Aber wie auch immer, in 24 Stunden schreibe ich Ihnen hier und dann ist diese Phase der Spekulation endlich vorbei. Wir werden dann sehen, dass der Markt schon in 24 Stunden seinen Blick nach vorne richtet und die Wahl aus seiner Sicht schon "kalter Kaffee" ist, so es das erwartete Clinton-Szenario wird. Die Fragen, die den Markt dann umtreiben werden, werden wieder die FED sein aber auch die Frage, wie sich die neue Präsidentin denn aufstellt und was das für ihre Wirtschaftspolitik indiziert.

Mit dem gestrigen Schub, hat der Markt in meinen Augen schon die Hälfte eines "Goldilock-Schubes" vorweg genommen. Sprich da kann man im idealen Fall noch einmal gute 2% erwarten und das war es dann! Nicht viel also, was kurzfristig bullisch noch drin zu sein scheint.

Sollte es doch eine - für den Markt böse - Überraschung geben, die drei Varianten haben könnte:

  • Doch ein Sieg Trumps
  • Ein Stalemate und grosse Unsicherheit
  • Ein Erdrutschsieg der Demokraten, der auch das Repräsentantenhaus fallen lässt

dann werden wir morgen aber eine erhebliche! Verunsicherungsreaktion des Marktes erleben. Ein "Crash-Tag" mit Abgaben über 3% erscheint dann recht wahrscheinlich und auch an den Folgetagen, wird das erst einmal nicht besser werden.

Wir können die Lage aus Sicht des Marktes also auf den Punkt bringen:

Eigentlich ist das Thema durch, aber wenn es doch nicht durch ist, dann .... AUA!

Wenn wir über diese Phase der kommenden Tag hinweg schauen, sind bei einem sauberen Sieg von Clinton wie von Trump aber die Chancen recht gut, dass sich zum Jahresende dann eine Rally anschliesst. Denn auch bei einem Sieg Trumps, sollte nach einer Erschreckensreaktion dann eine Beruhigung eintreten. Das wäre dann die Brexit-Analogie.

Zu eindeutig sind die Daten die uns zeigen, wie viel Cash auf der Seitenlinie ist und wie stark die Marktteilnehmer derzeit skeptisch und vorsichtig agieren. Wenn sich das langsam löst, dürften steigende Kurse die Folge sein.

Dauerhaft schädlich, wäre aber der Durchmarsch der Demokraten ebenso wie auch der Stalemate. Denn beide Szenarien erzeugen langfristige Unsicherheit und das ist nicht gut für den Markt. Als damals im Spätherbst 2000, die Hängepartie zwischen Bush und Gore wegen Wahlunregelmässigkeiten in Florida einen Monat dauerte, ist der Markt in der Zeit um 8% eingebrochen.

Auch was die einzelnen Sektoren angeht, sollte man im Falles eines Sieges von Clinton nicht mehr zu starke Bewegungen erwarten. Denn da sie die ganze Zeit der Favorit war, wurden die Erwartungen an ihre Politik auch schon in den Kursen eingebacken, wie wir ja zum Beispiel das ganze Jahr im Biotech-Sektor gesehen haben.

Auch hier kommt es entscheidend wieder auf das *wie* des Sieges an, ein "Durchregieren" der Demokraten und eine damit verbundene sehr starke Position des Sanders-Lagers, dürfte hier erneut zu einem Schlachtfest führen - das ist klar das Risiko.

So weit zur Wahl, ich denke jetzt ist alles gesagt und wir sind vorbereitet, in 24 Stunden sind wir klüger.

Die Deutsche Post hat heute übrigens -> ausgezeichnete Zahlen <- geliefert, erstaunlich ist eher, dass diese damit nur um 1% höher eröffnet.

Im Chart sehen wir eine Struktur, die eigentlich zu Hoffnungen Anlass gibt, allerdings bestätigt das OBV nicht, das eine leicht negative Divergenz zeigt:

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Ich bin kein Fan der Aktie, wie Sie wissen und ich denke in meinen Zweifeln, die andere auch haben, liegt auch die Begründung für die vergleichsweise schwache Reaktion des Marktes. Denn es ist immer die *Zukunft* und die Erwartungen an diese, um die es geht. Und in der Zukunft, ist die von Amazon ausgehende Gefährdung des Kerngeschäftes keineswegs gebannt, Amazon *wird* diesen Weg so stur wie schon bei anderen Themen gehen. Es stellt sich also nur die Frage, wann und wie stark Amazon in das Geschäft der Paketdiente eingreift und nicht ob.

Und auch die Zweifel an der Globalisierung und das teilweise Zurückdrehen dieser, ist kein Pluspunkt für die Logistiker, die besonders von der Globalisierung profitieren. Selbst technische Entwicklungen wie 3D Druck, die Produktion tendentiell wieder regionalisieren, sind langfristig kein Pluspunkt für die Logistiker. Die Fragezeichen, ob die Globalisierung mit ihren Warenströmen ihren Höhepunkt erst einmal hinter sich hat, sind berechtigt.

Das sind meine langfristigen Zweifel und es dürften die Zukunfts-Zweifel des Marktes sein. Und deshalb schwächelt das OBV und kommt die Aktie trotz ausgezeichneter Zahlen nicht richtig in Schwung.

Aber der Markt irrt sich ja auch manchmal und ich irre mich noch öfter, eine schlechte Aktie ist die Deutsche Post also bestimmt nicht. Nur halt nicht meine, aber ich bin eben nicht der Massstab der Welt und habe auch keine Glaskugel.

So weit von mir an diesem eher ruhigen Morgen. Entspannen wir uns heute, morgen wird es so oder so dafür eher hektisch werden. Und wer sich jetzt immer noch nicht sauber für die Wahlnacht aufgestellt hat, wird es heute wohl auch nicht mehr hinbekommen.

Ihr Hari

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Was wir haben

Vor uns liegt in Form der US Wahl ein digitales Ereignis, das nur alle 4 Jahre auftritt, aber erhebliche Konsequenzen auf die ganze Welt hat.

Schauen wir doch nur auf das Chaos im Nahen Osten. Ist dieses Chaos nicht auch die Folge einer Obama-Administration, die zu zögerlich agiert hat? Ist es nicht auch Folge einer Bush-Administration, die vorher zur Destabilisierung der Region beigetragen hat?

Ich sage ausdrücklich "auch", denn wer in den US die Quelle allen Übels sieht, leidet unter starker Wahrnehmungsverengung und einer zu simplifizierenden Weltsicht. Mangelnde Bildung, religiöse Radikalität, Stammesdenken, blutige Kulturkonflikte, all das zeichnet und zeichnete den Nahen Osten auch ohne die US aus und ist primär erst einmal die Folge einer mittelalterlichen, religiös dominierten Kultur, die noch keine Aufklärung hinter sich hat. Auf gut Deutsch, auch ohne die USA im Spiel, würde man sich da wohl die Köpfe einschlagen, nur entlang anderer Konfliktlinien.

Was der Anführer der - immer noch - wichtigsten und stärksten Ordnungsmacht der Welt macht oder eben nicht macht, hat eben massive Auswirkungen auf die Entwicklungen der Welt und insofern geht die US Wahl uns alle an. Insofern ist auch Isolationismus für die US keine realistische Option, denn in dem man nicht macht, macht man auch.

Sich einfach zurück zu ziehen und sich darin zu sonnen, ist nur das Vorrecht kleiner Völker, die international keine Rolle spielen. Für die grossen Ordnungsmächte, ist das aber keine Option, denn auch Nicht-Handlung ist Handlung und der Aufstieg des IS ist ohne jeden Zweifel auch Produkt eines Machtvakuums, das man zugelassen hat.

Alles hat eben Konsequenzen und wenn man wegschaut, dreht sich die Entwicklung weiter, nur halt vielleicht erst recht nicht so, wie man gerne hätte. Wer als Eltern Verantwortung für seine Kinder trägt, sollte eigentlich wissen, was eine Verantwortung bedeutet, vor der man nicht weglaufen kann. Auch dort nützt es nichts, nicht hinzuschauen, die Folgen erreichen einen so oder so. Dann besser hinschauen und Einfluss nehmen, so das überhaupt möglich ist. Und Dank darf man für diesen Einfluss auch nicht unbedingt erwarten, nötig ist er aber trotzdem.

Also, die US Wahl geht uns alle an und als Anleger erst Recht. Macht es aber Sinn, da gegen den Markt auf einen bestimmten Ausgang zu wetten?

Eher nicht. Denn der Markt verarbeitet alle Nachrichten sofort und wir könnten das auch nicht besser. Heute sehen wir doch wie im Brennglas, was passiert, nachdem sich der Vorsprung Clintons in den Umfragen stabilisiert und das FBI noch zusätzlich Entwarnung gibt. Der Markt nimmt die Reaktion auf einen verhaltenen Clinton Sieg schon teilweise vorweg, die Aktienmärkte steigen, der Dollar steigt und Gold fällt.

Im aktuellen -> Artikel auf Tichys Einblick <-, hatte ich gestern die Reaktion auf verschiedene Szenarien thematisiert und heute sehen wir genau die "Goldilock"-Reaktion, die ich da beschrieben habe. Passt also.

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Erwartete Reaktion



Guten Morgen!

Ich bin wieder voll "im Dienst", der Sohnemann sitzt im Schulbus und bei uns kommt Schneeregen herunter. Das erinnert mich mit Schaudern daran, dass nun locker 4 Monate der Jahreszeit vor uns liegen, die ich wegen Dunkelheit und Kälte so gar nicht mag - der Winter. Sicher, gegen einen strahlenden Wintertag mit frischem Schnee habe ich nichts, aber wann ist das in unseren Breitengraden mal so? Die Regel sind trübe, feucht-kalte, Schnupfentage, auf die man gut verzichten könnte.

Aber Grummeln nützt nichts und um auf den Kanaren zu wohnen, hätte ich besser nicht Vater werden sollen. Man kann eben nicht alles haben, eine alte Weisheit, die immer mal wieder in Vergessenheit gerät. 😉

Der Markt bestätigt heute sehr schön meine Antizipation einer Nach-Wahl Bewegung, wie ich Sie Ihnen am Donnerstag in -> Von Goldilock bis Stalemate <- gezeigt habe.

Über das Wochenende, hat sich der Umfragevorsprung von Clinton stabilisiert und die Entwarnung des FBI, wird zwar kaum noch einen Wähler bewegen - denn wer Clinton für korrupt hält, wird das auch weiter tun - generiert aber eine Erleichterungsreaktion, dass wir nicht in ein chaotisches Szenario geraten, in dem eine frisch gewählte Präsidentin gleich mit einer Strafermittlung konfrontiert ist.

Insofern zeigt der Markt folgerichtig die Reaktion, die ich für einen Sieg Clintons im Sinne "Goldilock" schon antizipiert hatte: S&P500 hoch, Dollar hoch, Gold runter.

Auch aus Sicht der Markttechnik und des Sentiments, ist diese Reaktion folgerichtig und wenn die Wahl nicht doch mit einem Sieg Trumps überrascht, haben wir nun sehr gute Chancen für Stärke diese Woche. Wir dürfen also mal wieder nach oben schauen!

Wie schwach die letzten Wochen waren und dass damit eine Gegenbewegung nur folgerichtig ist, können wir auch erkennen, wenn wir uns -> den Performanceüberblick des Marktes <- zu Gemüte führen. Wir sehen bei der Monats- und Quartalsperformance ein Meer an Minuszeichen.

Und wenn wir auf das -> AAII Sentiment <- schauen, dann sehen wir eine eher bärische Erwartung, wie sie dieses Jahr nur selten vorhanden war:

aaii-07-11-16

Das spiegelt sich auch im Dumb/Smart Money Spread bei -> Sentimentrader <- wieder, der sich fast geschlossen hat:

sd-money-07-11-16

Damit ist der Dumb/Smart-Money Spread noch nicht auf einem klar bullischen Niveau wie im Februar, er ist aber auch kein Gegenargument gegen Kursgewinne mehr, wie er das im Hochsommer war.

Besonders beeindruckend ist in diesem Zusammenhang eine weitere Auswertung von Sentimentrader, die zeigt, wie massiv diese Woche auf fallende Volatilität (VIX) gewettet wird - eine Wette, die wir im -> Free Lunch Thread <- ja auch ausführlich thematisiert haben.

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Marktteilnehmer, die diese Art von Wetten eingehen, zählen eher zum "Smart Money" - wer will, darf sich hier in der Community also gebauchpinselt fühlen. Dabei sei aber gleich eingeschränkt, dass das wahre "Smart Money", nicht in diesen egogetriebenen Kategorien denkt, die sind eher Zeichen des "dummen Geldes". Denn der Markt interessiert sich für unser Ego gar nicht, der fährt einfach rücksichtslos über unsere Befindlichkeiten hinweg!

Diese Statistik zeigt uns aber, dass grosses Geld massiv auf eine Beruhigung und Erleichterungsreaktion diese Woche setzt und wer sind wir, dass wir mit dem grossen Geld diskutieren?

Summa Summarum, erscheinen aus taktischer Sicht die Chancen auf steigende Kurse diese Woche gut. Trotzdem muss ich warnen, dass auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines Siegs von Trump oder eines fiesen Stalemates vielleicht unter 50% liegt, sie aber doch vorhanden ist und das eine erhebliche Erschreckensreaktion hervor rufen würde. Gerade weil der Markt vor der Wahl nun schon den Sieg Clintons ein wenig feiert, steigt auch die Fallhöhe.

Zwischen diesen beiden Polen müssen wir halt navigieren, weswegen ich dazu rate, die Feste zu feiern, wie sie fallen und heute "feiern" wir erst einmal ein wenig Erleichterung.

Was gibt es sonst diese Woche, die völlig von der US Wahl überlagert wird?

Nicht viel, am Dienstag Morgen kommt die Handelbilanz Chinas und Daten zu Im- und Export. Am Mittwoch früh dann Chinas Verbraucherpreise, aber da werden wir nur auf das Wahlergebnis starren. Und das war es auch schon, diese Woche ist vor allem Wahl, Wahl, Wahl.

Quartalszahlen gibt es auch noch, da stehen nun vor allem europäische Schwergewichte wie Münchner Rück, Allianz, Telekom, Deutsche Post, Henkel oder Siemens an. In den US gibt es auch Massen an Quartalszahlen, nun sind aber vor allem die Unternehmen der zweiten und dritten Reihe am Start, die Schwergewichte sind im wesentlichen schon durch.

So weit zum Start dieser spannenden Woche. Feiern wir die Feste, wie sie fallen und argumentieren wir nicht mit dem Markt. Nach mehreren Wochen der Schwäche, hat der nun ganz gute Chancen. Und wenn diese Chancen auch wieder abgewürgt werden sollten, ist auch das ein Signal, das dann Erinnerung an unangenehme Zeiten hervor ruft, in denen auf Brösel, Brösel dann unweigerlich ein *Boom* folgte. Aber da sind wir noch nicht.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Von Goldilock bis Stalemate



Heute Abend kommt von mir ein weiterer, grundsätzlicher Einwurf von der Seite. Es wird der letzte Artikel meinerseits in dieser Ferienwoche sein, am kommenden Montag 07.11. bin ich dann wieder voll da.

Und am Morgen des 09.11. sollten wir dann alle sehen, dass wir ab 08:00 Uhr Ruhe und Zeit für die Börse haben, so wir das einrichten können. Denn dann können wir auf die US Wahl reagieren, die US Anleger aber noch nicht.

Wir haben nun noch drei Handelstage bis zur Wahl und im Moment sieht es nicht so aus, als ob sich da an der Ausgangslage noch viel ändern wird, ausser die Umfragen ändern sich massiv.

Die Ausgangslage lautet S&P500 ca. 2.080-2.110 und Gold ca. 1.280-1.310 USD. Gerade im S&P500, werte ich das latent positiv, denn der Markt hätte nach Verlassen der Range ja auch hart Einbrechen können und früher ohne die Algos, wäre er wohl auch heftig nach unten durchgerauscht.

Das hat er aber nicht getan und so stehen wir nun hier und haben zum Beispiel ab der 200-Tage-Linie bei 2.082, durchaus eine Rebound-Chance, ich habe ähnlich überverkaufte Lagen markiert:

sp500-03-11-16

Kann der Markt von hier im Sinne "Brösel, Brösel, Brösel - Boom", nun direkt in einen freien Fall übergehen?

Natürlich kann er das, aber wohl nur nach einem entsprechenden Ergebnis der Wahl, dazu gleich mehr. Besonders wahrscheinlich, erscheint mir das vorher aber nicht. Eher rechne ich damit, dass wir bis zur Wahl weiter bröseln.

Schauen wir uns daher doch mal 4 mögliche Szenarien an:

(1) Goldilock

Clinton gewinnt recht deutlich, so dass es keine Zweifel gibt und das Repräsentantenhaus bleibt bei den Republikanern.

(2) Demokratischer Durchmarsch

Clinton gewinnt sehr deutlich und alle Häuser fallen an die Demokraten, die nun "durchregieren" können.

(3) Der Sieg der Wut

Trump gewinnt trotz all seiner charakterlichen Mängel, weil er für die weisse Mittelschicht die "Brechstange" ist, um das Haus der verhassten "Eliten" zum Einsturz zu bringen.

(4) Stalemate

Clinton siegt, aber nur so marginal, dass sie von Betrugsvorwürfen überzogen wird und Trump mit wilden Anschuldigungen um sich wirft. Wahlen werden angefochten, es wird teilweise neu ausgezählt, Gerichte sind befasst, Bürgerwehren gehen auf die Strasse. Das Land ist blockiert und droht in einen Bürgerkrieg zu geraten.

Prozentuale Wahrscheinlichkeiten, dürfen Sie an die 4 Varianten selber daran kleben, da lese ich wie Sie nur die Umfragen und denke mir meinen Teil.

Ich will Ihnen aber zeigen, wie ich denke, dass der dann S&P500 reagieren wird. Schauen Sie mal:

sp500-03-11-16-2

(1) Goldilock ist das Idealszenario für den Markt. Ein V-förmiger Rebound recht wahrscheinlich und Gold dürfte abschmieren, der Dollar wieder steigen.

(2) Beim demokratischen Durchmarsch dürfte die Freude nur kurz währen, bevor sich langsam aber stetig Unsicherheit einfrisst, wie stark der Dirigismus in den verschiedenen Branchen nun werden wird.

(3) Beim Sieg der Wut, kommt fast sicher erst einmal eine recht starke Reaktion des Erschreckens, die einen Retest der 2.000er Markt recht wahrscheinlich macht. Dann sind aber auch hier die Chancen auf einen Rebound gut, wenn sich mehr und mehr zeigt, was Trump nun bedeutet und was nicht.

(4) Der Stalemate ohne legitimierten Präsidenten ist das Horrorszenario, in dem die Märkte massiv abstürzen und wie tief das dann geht, hängt davon ab wie tief und lange die Hängepartie in Washington geht und ob es zu Unruhen kommt. Für Gold ist das das Idealszenario, dann sind wir schnell bei 1.400 und darüber.

So sehe ich prinzipiell die Varianten, natürlich gibt es davon diverse Abarten und Abwandlungen.

In Summe ist eine Rebound-Chance nun also real da, nur zum "Stalemate" sollte es besser nicht kommen.

Damit wünsche ich Ihnen schon heute Abend ein schönes Wochenende, wir lesen uns hier am Montag direkt vor der Wahl wieder. Im Forum bin ich aber sporadisch aktiv, wie heute auch zum Desaster bei First Solar oder gestern zu Apple.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Ceep calm and carry on



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Eigentlich wollte ich im Ferienmodus heute nichts mehr schreiben, aber die Marktlage erzwingt einen Einwurf von der Seitenlinie.

Sie sehen ja selber, dass der S&P500 die Range nach unten zu verlassen scheint.

Der S&P500 ist noch nicht vollständig raus gefallen, ein "Undercut" ist Stand 18:30 Uhr noch drin. Aber das ist eine ernst zu nehmende Schwäche, die wir nun haben und ich rechne eher nicht mit einem Undercut, sondern eher damit, dass das nun der echte Einbruch nach unten wird.

Das folgende Chart ist Stand 18:30 Uhr MEZ:




sp500-01-11-16

Wenn wir dann noch wahrnehmen, dass EURUSD um 0,7% gestiegen ist, der Dollar also entsprechend gefallen, dass Gold um 1,0%, und der Volatility Index VIX um 12% gestiegen ist, dann ist schnell klar, was hier passiert.

Das ist nichts weiter, als das Einpreisen gestiegener Unsicherheit, die aus den wieder anziehenden Umfragewerten von Trump resultiert. Und erneut, das passiert nicht, weil der Markt gegen Trump wäre, sondern weil nun Unsicherheit entsteht, wo der Markt sich doch schon so schön mit einem Sieg Clintons eingerichtet hatte. Und Unsicherheit führt immer zu Gewinnmitnahmen und Abgaben, das muss keiner der Kandidaten persönlich nehmen.

Dass es nur um die Wahl geht, können Sie auch leicht daran erkennen, dass Biotech/Healthcare zu den stärkeren Sektoren in der Schwäche gehört. Geringere Chancen für Hillary und vor allem das Schwinden der Chance, auch das Repräsentantenhaus zu erobern, stärkt die Biotechs - so einfach. Warum dürfte klar sein, denn die Preisregulierungs-Ideen der Demokraten, sind für Biotech sozusagen der "Gottseibeiuns".

Dieser Umstand der heutigen Schwäche, sollte uns hier in der Community nicht überraschen, schon Anfang Oktober hatte ich argumentiert, dass ich dem Markt nun ein paar Wochen die Chance zur Herbst-Rally gebe, bevor dann vor der Wahl die Unsicherheit steigen wird und die Herbst-Rally damit abgeblasen ist.

Diese Chance für die Herbst-Rally, haben die Bullen nicht ergreifen können und seit Tagen bröselt es im S&P500 daher langsam abwärts. Was heute passiert, sollte unter den Mitgliedern also wirklich niemanden mehr verunsichern, zumal das Geschehen bisher sehr geordnet abläuft.

Nun kann man ja die Frage stellen, ob wir mit den heutigen Bewegungen schon einen Vorgeschmack auf die Marktbewegungen nach einem Trump Sieg bekommen?

Kurzfristig sicher, weil das sind einfach Reaktionen auf Unsicherheit und das hat mit Trump erst einmal rein gar nichts zu tun.

Über die kurzfristige Reaktion hinaus, kann man daraus aber gar nichts schliessen. Ganz einfach, weil niemand wirklich weiss, was Trump bedeutet, weil der Mann für nichts steht, ausser sich erst einmal selber toll zu finden und alle anderen ihm unterlegen.

Es gibt einfach kein klares Programm hinter Trump, nur vages Gerede von jemandem, dessen Bildung scheinbar deutlich verbesserungsfähig ist.

Ohne klare politische Ansichten, kann sich die Börse aber auch nicht eindeutig positionieren. Nach einem Sieg Trumps, gerät also alles in den Fluss und genau das ist Unsicherheit und die ist nicht gut für Kurse. Was danach kommt, steht in den Sternen.

Man male sich nur mal dieses Szenario aus, wenn dieser Narzist es tatsächlich schafft die Präsidentschaft zu erlangen und sich dann noch mehr als "Master of the Universe" fühlt, als jetzt schon. Von Demut und dem Wunsch dem Land zu dienen, kann da sowieso keine Rede sein. Die Vorstellung, dass so jemand den Atomknopf in der Hand hält, macht mir wirklich Sorge.

Putin auf der anderen Seite als Chef der zweiten grossen Atommacht [ansonsten aber fast Entwicklungsland - laut Helmut Schmidt ein "Obervolta mit Atomraketen" sozusagen ;)], scheint kalt und zynisch wie sibirischer Winterschnee zu sein, aber er ist rational und kontrolliert, der macht so schnell keine Dummheiten. Aber was macht ein impulsiver und jähzorniger Trump unter Druck mit diesem Machtpotential? Mich schaudert es.

Alleine schon die republikanische Partei, wird durch Trumps Sieg endgültig ins totale Chaos gestürzt, denn dann läuft Trumps Abrechnung mit allen, die sich nun von ihm abgewandt haben.

Ein Sieg von Trump bedeutet also mit Sicherheit eine harsche Unsicherheitsreaktion im heutigen Stil, also S&P500 und Dollar runter, Gold und Volatilität hoch. Aber was nach der initialen Reaktion kommt, ist völlig unberechenbar.

Und was ist mit einem Sieg Clintons? Ich kann wirklich nicht sagen, dass ich da viel glücklicher wäre, es ist wirklich eine Schande, dass das wichtigste Land der Welt nur zwei so indiskutable Kandidaten hat. Aber immerhin ist meine Sorge um den roten Knopf bei Clinton geringer und das ist ja schon was. Denn auch Clinton ist wie Putin "kalt und zynisch wie sibirischer Winterschnee" und damit zumindest rational und berechnend, statt impulsiv und aufbrausend.

Ansonsten steht Clinton für "weiter so" und für 4 Jahre Stillstand, denn die andere Hälfte des Landes, wird diese ungeliebte Präsidentin bis aufs Messer bekämpfen, die damit noch weniger zustande bringen kann, als Obama.

Das Beste was für die Börsen in den kommenden Wochen hätte passieren können, wäre ein sehr klarer Sieg Clintons gewesen, nach dem es ja aussah. Wenn dieser sehr klar gewesen wäre, hätte ihn die Trump-Fraktion wohl auch zähneknirschend akzeptiert und die ihn unterstützenden Wutbürger aus der Mittelschicht des mittleren Westens, hätten sich wieder vor Baseball und Football gesetzt und von der Politik angewidert abgewandt.

Ein knapper Sieg Clintons aber, kann bis zum Bürgerkrieg führen und auf jeden Fall wird es die Präsidentin Clinton delegitimieren und das Land damit potentiell in 4 Jahre Chaos stürzen.

Den stärksten Effekt hat dabei nach meinem Eindruck nicht das Theater um Clintons Mail, das ist mittlerweile sowieso überzogen, wie weiland die Fixierung auf Bill Clintons Hosenschlitz - man vergleiche nur, was sich Trump im Vergleich geleistet hat. Den stärksten Effekt haben die Veröffentlichungen von Wikileaks rund um eine Bevorzugung von Clinton gegenüber Sanders, weil das im eigenen Lager zersetzend wirkt und die Sanders-Fans von der Urne fern hält.

Genau deswegen in der Absicht Clinton zu schaden, wurde es ja auch genau jetzt platziert und der Gedanke, dass hier der Geheimdienst des Kreml mitspielt, ist mehr als naheliegend. Denn witzigerweise dürften China wie Russland von einer delegitimierten und daher extrem handlungsunfähigen Präsidentin Clinton am meisten profitieren. Noch mehr als von einem Präsidenten Trump, denn der ist unberechenbar für alle. Und wie schnell sich Egomanen in die Haare bekommen können, haben wir ja erst kürzlich wieder erlebt.

Keine besonders schönen Aussichten also und genau das lässt Investoren nun auf die sichere Seite gehen und deshalb fällt der S&P500 gerade aus der Range. Überraschend ist die Entwicklung aber nicht, denn der Markt hatte einseitig den positiven Ausgang eingepreist und uns war das klar.

Immerhin generiert die Schwäche dann Potential für eine Jahresendrally, wenn es doch nicht so schlimm kommen sollte. Aber die kommenden Tage, wird der Markt nun mit den Umfragen schwingen. Wir sollten also davon ausgehen, dass hier noch weiteres Abwärtspotential existiert, ausser es gibt eine erneute Überraschung, die die Umfragen bewegt.

Was nach der Wahl passiert, steht in den Sternen. Wir sollten gar nicht versuchen, darüber zu spekulieren. Ich weiss nur, dass mir kein Szenario wirklich gefällt.

Und das ist tragisch. Amerika hat so viele grossartige Menschen und auch gute Anführer. Warum müssen dann diese beiden Gestalten auf dem Wahlzettel stehen, bei denen man sich nur fragt, ob Syphilis oder Tripper nun schlimmer ist?

Hier ist das poltische System gescheitert, etwas was wir ja auch in Deutschland beobachten. Auch Demokratien brauchen eben - wie alle Systeme - alle paar Jahrzehnte einen sauberen "Reset", damit sich Machtstrukturen nicht zu sehr festsetzen können und es eine echte "Herrschaft des Volkes" bleibt.

Bei uns in Deutschland hat leider der Parteienstaat die Macht übernommen, in einem Umfang, den die Verfassungsväter nie gewollt haben. Auch das muss schnell beendet werden, wenn uns unser Land lieb ist.

Aber zurück zum Markt. Rechnen wir im Zuge der Umfragen mit weiterer Unsicherheit und weiteren Abgaben. In einer Woche in der Nacht vom 08. auf den 09. November, kommt es dann zum Climax und was danach passiert, steht wirklich in den Sternen.

Wenn der Markt sich aber im Vorfeld genügend gesorgt hat, ist die Chance auf eine Erleichterungsrally dann nach der Wahl da. Heute hat er sich aber noch nicht genügend gesorgt, damit fängt er gerade erst an.

Insofern kann man nur den Spruch der Engländer im zweiten Weltkrieg wiederholen: Keep calm and carry on!

Ihr Hari

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Ferienmodus voraus



So liebe Mitglieder,

jetzt freue ich mich doch auf eine Woche "Ferienmodus". Die letzten Wochen waren irgendwie nervig. Einerseits war permanent hohe Aufmerksamkeit gefordert, weil der Markt mehrfach ansetzte, um den Ausbruch nach unten oder oben zu wagen, andererseits ist dann immer wieder nichts passiert. Permanenter "Coitus Interruptus" eben und das nervt irgendwann.

Ich freue mich darauf, nun morgens auszuschlafen, mich dann genüsslich im Bett zu wälzen und mich dann erst räkelnd - nach einem Kaffee natürlich - zu fragen, ob überhaupt und wenn ja wann, ich denn jetzt mal den Rechner einschalte und auf die Börse schaue. 😉

Ich werde es jeden Tag tun und Ihnen auch in der Regel einmal am Tag einen Kommentar zum Markt schreiben. Der wird aber erstens nicht so umfangreich sein wie sonst und zweitens kommt er "irgendwann" im Laufe des Tages, wann immer es mir gerade passt.

Das genau ist der Ferienmodus. Ab dem 07.11. ist wieder alles normal und das ist auch gut so, denn am 08.11. wählt die USA ihre(n) neue(n) Präsident(in) - na war das angemessen geschlechtsneutral oder müsste ich "genderkorrekt" nun seit Neuestem vom Präsidentx oder so ähnlich reden? 😛

Was erwartet Sie in der kommenden Woche, ohne meine intensive Begleitung?

Zunächst einmal behaupten hier ja einige, es müsste nun eine Korrektur kommen, nur weil ich im Ferienmodus bin. 😉 Das halte ich für ein Gerücht, zumal es auch im August nicht so gekommen ist.

Aber Sie erwartet auf jeden Fall am Mittwoch eine FED Sitzung mit FOMC Statement. Allerdings ohne Pressekonferenz von Yellen und niemand - wirklich niemand - rechnet wenige Tage vor der Wahl, mit irgendetwas Substantiellem. Käme es doch, wäre das eine immense Überraschung.

Ansonsten gibt es den üblichen Mix an Wirtschaftsdaten, Dienstag früh wichtige Daten aus China und die Sitzung der Bank of Japan (BoJ), Mittwoch die ADP Arbeitsmarktdaten, Donnerstag die Bank of England (BoE) und Freitag dann den grossen, bösen Arbeitsmarktbericht der US, wie jeden ersten Freitag im Monat.

In Summe, ist das also eine sehr geschäftige Woche, mit jeder Menge Katalysatoren, die dann von einer Quartalssaison auf dem Höhepunkt abgerundet werden, in der nun die Unternehmen der zweiten Reihe mit Macht mit Zahlen kommen.

Direkt vor der Wahl, wäre ein Ausbruch nach oben aus der Range nun eher erstaunlich. Denn der Markt hat zur US Wahl, derzeit vor allem das aktuelle Szenario eines Sieges von Clinton mit Erhalt der republikanischen Mehrheit im Repräsentantenhaus eingeplant.

Das ist das positive Szenario für den Markt, was aber Enttäuschungs- und in der Woche vor der Wahl auch Sorge-Potential beinhaltet, wenn entweder Trump doch gewinnt oder auch das Repräsentantenhaus, an die Demokraten fallen sollte.

Insofern, bergen die Katalysatoren der kommenden Woche für mich mehr Potential für einen Einbruch aus der Range nach unten, als für einen Ausbruch nach oben.

Sollte es kommende Woche zum Einbruch kommen, könnte es nach der Wahl durchaus wieder hoch gehen. Aber so richtig wohl dabei, hier nach oben nachzulegen, fühle ich mich nun wohl erst, nachdem der Markt mal nach unten korrigiert hat. Je eher und klarer er das macht, desto besser.

So viel ganz grob zum herausfordernden Environment der kommende Woche, das ich mir wie gesagt, recht entspannt und "gehedged", aus der Ferienwarte anschauen werde.

Kommen wir auch noch einmal zum heutigen Tag:

Die Indizes bewegen sich weiter kaum, aber das Geschehen bei EURUSD ist hoch interessant. Denn es stellt sich die Frage, ob es da jetzt zur Wende kommt? Der Kampf läuft auf jeden Fall markant, schauen Sie selbst:

eurusd-28-10-16

Besonders bemerkenswert finde ich, dass die Schwäche des Dollar an einem Tag sichtbar wird, an dem bekannt wird, dass die -> US Wirtschaft in Schwung kommt <-, was eine Zinserhöhung im Dezember noch wahrscheinlicher macht.

Dass der Dollar darauf nicht mit Stärke reagiert, zeigt mir, dass diese Zinserhöhung nun völlig eingepreist ist, was wiederum Überraschungspotential für das Gegenteil schafft und deshalb gebe ich EURUSD hier durchaus reale Long-Chancen.

Damit korreliert natürlich direkt das Geschehen bei Gold und den Rohstoffen. Schauen Sie, wie Gold in dem engen Entscheidungsbereich um die 200-Tage-Linie hin und her schwankt und sich weder Bullen noch Bären durchsetzen können.

xauusd-28-10-16

Ich weiss, die Versuchung sich hier festzulegen ist hoch, wir sollten aber Ruhe und Gelassenheit bewahren. Lassen wir erst den Markt seine Karten aufdecken, bevor wir unseren Zug machen! Denn das ist nun auch keine klare Flagge mehr, das kann alles Mögliche sein. Abwarten! Wenn der Dollar zu fallen beginnt, wird Gold nach oben schiessen, davon kann man fest ausgehen.

Passend zum Thema, hat der von mir genannte mittelgrosse Miner mit Nachholpotential - New Gold (NGD) - gestern -> gute Zahlen <- geliefert und dreht heute weg von der Unterstützung um 6% nach oben:

ngd-28-10-16

Im grösseren Bild sehen wir schnell, dass wir hier ziemlich genau beim 50er Fibo Retracement des Anstieges in diesem Jahr sind. Wenn die Aktie also drehen will, dann hier und jetzt!

ngd-28-10-16-2

Rein technisch gesehen, sieht auch der Öl-Riese Chevron (CVX) nach den -> guten Zahlen <- interessant aus, die aber so überraschend nicht waren, die Erwartungen waren auch niedrig.

Auf jeden Fall klopft der Kurs da nun an den Deckel, das könnte etwas Upside freisetzen:

cvx-28-10-16

Ich muss allerdings gestehen, für mich persönlich sind die ganz grossen Öl-Riesen mit ihrem diversifizierten Geschäft kein Investitions-Thema mehr. Ich sehe Öl und Gas mittelfristig klar auf dem absteigenden Ast und wenn ich in Energie-Rohstoffe gehe, denke ich eher an Lithium und Co. Ein - allerdings ein Abo erfordernder - Artikel der FuW, bringt das heute auf den Punkt: -> Rohstoffe der nächsten Generation boomen <-.

Öl ist für mich, wie auch von Ihnen mit interessanten Ideen zum Artikel -> Ölaktien <- untermauert, ein taktisches Thema auf der kurz und mittelfristigen Ebene, auf der man den laufenden Rebound spielt. Und wenn man das tut, gibt es für mich aussichtsreichere Szenarien, als die Mega-Riesen Chevron, Exxon und Co.

Letztere sind langfristige Investitionsthemen und an denen bin ich wie gesagt, im Sektor persönlich nicht mehr interessiert, weil mir das strukturelle Potential fehlt. Ich investiere eben gerne in Sektoren, mit wachsendem Geschäft, nicht mit schrumpfendem. Ich habe sozusagen gerne den Wind der fundamentalen Entwicklungen im Rücken.

So liebe Mitglieder, das wars von mir diese Woche.

Behalten Sie den Dollar unbedingt im Auge, wenn der nun zu fallen beginnt, sind wir in einem anderen Spiel als zuletzt und auch den US Märkten wird das strukturell erst mal nicht schaden.

Behalten Sie die Inflation unbedingt im Auge, wenn die wieder kommt - und danach riecht es gerade - sind wir in einem anderen Spiel als zuletzt und das würde - wie ein fallender Dollar - die Edelmetalle und Rohstoffe befeuern.

Und es würde den Banken helfen, die massiv unter den Negativzinsen leiden. Ich hatte Ihnen heute früh zum Beispiel das langfristige Chart der UBS gezeigt, heute nachmittag sieht das noch besser aus!

Und behalten Sie die Grenzen der Range im S&P500 im Auge und vergessen im Falle des Falles die Möglichkeit eines fiesen "Undercuts" nicht. Sprich harte Stops an den Grenzen der Range sind eher suboptimal - man muss da schon hinschauen und dann eine sinnvolle Entscheidung treffen.

Mit diesen Worten wünsche ich Ihnen alles Gute. Ich stelle am Montag wie immer den Wetterbericht ein und melde mich wie gesagt auch im Ferienmodus regelmässig, nur eben wesentlich seltener und zeitlich ohne Rhythmus. Im Forum bin ich sicher auch immer mal wieder aktiv.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht



Guten Morgen!

Ich trenne heute die allgemeinen Betrachtungen von dem Blick auf einzelne Quartalszahlen. Letztere kommen etwas später am Vormittag. Übrigens kann es heute Abend auch sein, dass der Nachmittagsbericht erst nach 18 Uhr kommt, also bitte nicht wundern.

Zum Markt gibt es - wir kennen das ja nun schon zu Genüge - mal wieder nichts Neues zu berichten. Wir hatten praktisch keine Bewegung über Nacht. S&P500 und Gold sind also weiter neutral in unentschiedener Lage, der DAX sieht weiter gut und eher aussichtsreich aus.

Ich will daher heute mal den Blick etwas weiter in die Zukunft richten und die Frage stellen, was denn diesem Markt - insbesondere dem S&P500 - ernsthaft gefährlich werden könnte.

Klar, da gibt es die bekannten Risiken, die wir seit Jahren kennen. Geopolitische Eskalationen beispielsweise, das öffentliche Leben zum Erliegen bringenden Terroranschläge oder das Platzen der Kreditblase in China. Aber auch das Aufflammmen der Eurokrise und viele andere Dinge wie beispielsweise weltweite Seuchen - alles Risiken, die wir heute noch nicht kennen, die uns aber jederzeit ereilen können.

Es lohnt sich aber nicht, darüber zu viel zu fabulieren, weil das sind die "Restrisiken" mit denen wir immer leben müssen und auch seit Jahren leben. Und der Gedanke, dass man deswegen dem Aktienmarkt fern bleiben sollte ist sowieso verfehlt, denn alle Assets werden solche Krisen merken, nur ist das den Bürger oft nicht so bewusst, weil zu ihren Besitztümern wie Lebensversicherungen oder Immobilien eben nicht jeden Tag und jede Stunde ein aktueller und belastbarer Kurs aufblinkt.

Wäre es anders, hätten beispielsweise auch Immobilien eine tägliche und kompetente Preisstellung, wäre die Wahrnehmung eine völlig andere. Weil jede Änderung der Wirtschaftslage, jeder Strassenbau, jede Baumassnahme in der Umgebung und selbst der Ein- oder Auszug von Nachbarn, würde unmittelbar den Preis ausschlagen lassen. Und das nicht erst, nachdem die Tatsache vollzogen ist, sondern schon vorher, wenn sich die Erwartung aufbaut.

Es ist das Nichtwissen, das Fehlen von aktuellen, täglichen Preisinformationen, das Immobilien subjektiv so wertstabil aussehen lässt. Wenn man so will, ist es also eine Wahrnehmungsverzerrung. Umgedreht wirken aber auch Qualitätsaktien extrem stabil, wenn man nur alle paar Jahre mal auf den Kurs schaut. Nehmen Sie doch Bluechips wie Procter & Gamble oder Nestle, die sie einer Immobilie in bester Lage gleichsetzen können und schauen Sie nur alle paar Jahre mal auf den Kurs. Da gibt es dann nichts zu meckern.

Mit den Risiken unvorhersehbarer Veränderungen und Krisen, muss man also einfach leben und darüber theoretisch herum zu spintisieren, hat keinen Wert. Über Risiken, die real anstehen und die wir also absehen können, macht es aber Sinn nachzudenken und sich auch die Konsequenzen bewusst zu machen.

Und da gibt es ein Risiko, vor dem ich Sorge habe, was den S&P500 angeht. Es ist nicht ein Sieg von Trump. Wenn das überraschend passiert, wird es wie beim Brexit heftig rappeln, was danach passiert ist aber völlig offen und ob es dann überhaupt negativ für den Markt ist, ist auch offen.

Sorge habe ich vor einem zu hohen Sieg Clintons, mit dem der Senat und das Repräsentantenhaus auch an die Demokraten fallen.

Denn dann können die Demokraten "durchregieren" und vor allem wird die von "Bernie" Sanders angeführte Linke ihren Preis fordern. Diese Aussicht wird der Markt hassen und das völlig zu Recht.

Ein demokratischer Präsident Obama war für den Markt kein Problem, weil er durch die republikanische Mehrheit in beiden Häusern blockiert war. Wie überhaupt es für die Wirtschaft am Besten ist, wenn sich die Politik abseits hält und Dirigismus und Gängelung unterlässt. Und das ist eben dann am Sichersten der Fall, wenn die Politik durch verteilte Mehrheiten blockiert ist. Das liebt der Markt, klare Mehrheiten dagegen, sind potentiell gefährlich.

Warum das so ist, will ich Ihnen an einem schönen Beispiel aus Deutschland zeigen. Lesen Sie mal den bitterbösen Artikel:
-> Kreislauf des Irrsinns <-

Einfach dirigistischer Wahnsinn ist das. Und jetzt muss man aufpassen, dass man die Kategorien nicht durcheinander bekommt, nur weil der Autor auch grundsätzlich gegen das politische Ziel der "Klimarettung" so vom Leder zieht.

Es geht mir *nicht* um die grundlegende, politische Frage, ob man Energie sparen sollte und ob "Klimarettung" überhaupt eine sinnvolle Politik ist. Auch darüber kann man streiten, aber es ist legitim, wenn durch politische Mehrheiten dazu eine Entscheidung fällt. Das ist der Primat der Politik und das ist gut so.

Es geht mir um die handwerkliche Umsetzung.

Wenn die Politik beschliesst, dass man aus welchen Gründen auch immer Energie sparen will, wäre ein ordnungspolitisch sauberer Weg, die Energiekosten so zu erhöhen, dass es sich schlicht lohnt, das Haus dämmen zu lassen.

Damit bleibt die Entscheidung, ob und was das Individuum tut, in seiner vollen Hoheit. Wer dann sein Haus nicht dämmt, hat halt die Konsequenzen im Geldbeutel und diese indirekte Steuerung wird viel besser als direkte Vorgaben dafür sorgen, dass am Ende viele kleine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen der Individuen, zu einer sinnvollen Reduktion des Energieverbrauchs des ganzen Landes führen.

Erneut, es geht nicht darum, ob das Ziel sinnvoll ist, das ist eine legitime politische Vorgabe, über die man in einer Demokratie mit dem Stimmzettel befinden kann. Es geht darum, wie das Ziel umgesetzt wird und was ich oben beschreibe, wäre dann sinnvolle ordnungspolitische Umsetzung, die uns einigen Irrsinn ersparen und den Bürger nicht gängeln würde.

Was hier aber passiert, ist das Gegenteil von Ordnungspolitik. Kleinteiliger Dirigismus, für den dann wieder Behörden, Überwachungsinstitute und Gesetze geschaffen werden müssen - ein gigantischer Rattenschwanz an unproduktiven Aktivitäten, die das Land einfach nur Geld kosten.

Und genau da liegt das Problem bei einem zu starken Sieg der Demokraten, der beide Häuser in ihre Hände fallen lassen würde. Und der Markt weiss das. Denn je "beseelter" und mit weltverbessernder Gesinnung die Politik durchsetzt ist - und das ist bei der politischen Linken eben stark der Fall - desto eher wird man in die Dirigismus-Falle tappen und Land und Leute mit dirigistisch-planwirtschaftlicher Denke quälen.

Erneut, das Ziel mag ja sinnvoll sein, die politisch-handwerkliche Umsetzung macht aber den Unterschied - wie beim deutschen Dämmwahn. Gut gemeint ist eben noch lange nicht gut gemacht. Und gute Ordnungspolitik, kann die Linke einfach nicht, denn dazu müsste sie akzeptieren, dass das freie Spiel der Marktkräfte, die effektivste und beste Art und Weise ist, um gewünschte Änderungen herbei zu führen - man muss nur die Rahmenbedingungen des Marktes intelligent anpassen.

Eigentlich schade, weil einige Ideen der Linken sind ja durchaus einen Versuch wert, solange man ihn aber dirigistisch-planwirtschaftlich unternimmt, werden sie vor allem Schaden anrichten. Auch in den USA.

All das weiss der Markt und da die grossen Investoren eher so denken, wie ich das oben beschreibe, dürften sie auch Sorgen vor so einem Szenario haben.

Da haben wir also den Fall, der den Markt nicht nur kurzzeitig, sondern nach dem 08.11.16 auch dauerhaft in die Knie zwingen könnte:

Ein zu klarer Sieg der Demokraten, der dirigistischen Weltverbesserern ein gestalterisches Zeitfenster gewährt.

Das "Goldilock-Szenario" des Marktes wäre wohl ein Sieg Clintons, bei dem das Repräsentantenhaus in republikanischer Hand bleibt und Clinton damit begrenzt und blockiert. Genau das, hat der Markt aber nach meinem Eindruck aktuell eingepreist und das macht die Lage zur Wahl durchaus riskant.

Behalten wir das im Hinterkopf.

Heute kommt um 10 Uhr der IFO-Index, um 16 Uhr das US Verbrauchervertrauen und um 17:30 Uhr eine Rede von Draghi. Ansonsten liegen alle Augen auf den Quartalszahlen, zu denen ich mich im Nachgang zu diesem Post melde.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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