Hari Live Stream 22.07.19



15:15 MEZ - ZH2

Die neue US Handelswoche geht an den Start, prall gefüllt mit extrem vielen Quartalszahlen, nur am heutigen Montag ist es noch eher ruhig.

Die Schwäche von Freitag hat bisher keine Fortsetzung gefunden, was nicht so überraschend ist. Ich hatte ja erklärt, dass diese nur die Folge eines kommunkativen Hin- und Hers bei der FED war und nicht notwendigerweise substantielle Ursachen hatte.

Weniger FED-Mitglieder vor den Mikrofonen, die dafür intensiver nachdenken was sie reden, würden sicher das Ergebnis an Transparenz verbessern und nicht verschlechtern. Hier wird zu viel "geschnattert", glücklicherweise hat nun die "Quiet Period" begonnen, bis Mittwoch nächste Woche.

Der weitere Verlauf der Woche ist offen, ein weiteres langsames Abwärtsbröseln, ähnlich wie in der Vorwoche, aber gut vorstellbar. Wichtig wird auch erneut die Reaktion auf die Quartalszahlen sein, dass Gewinne schnell abverkauft werden, wie letzte Woche bei IBM und MSFT, will man nicht unbedingt sehen:

15:40 MEZ - ZH3

Die Semiconductors sind weiter sehr, sehr stark - unsere "Schaufelaktien" Applied Materials (AMAT) und Lam Research (LRCX) heute vorneweg, nachdem die "Masters of the Universe" bei Goldman nun -> ihren Segen <- erteilt haben:

Bei LRCX ist damit übrigens auch diese Schaukelstruktur nach oben aufgelöst, über die ich zuletzt geschrieben hatte:

16:00 MEZ - ZH3

Heute werden Sie nicht so viel von mir lesen, es geht ruhig zu und alle tanken Kraft für die kommenden Tage, die sehr bewegt werden, vor allem der Donnerstag mit der "Wundertüte" EZB.

Zu Netflix (NFLX) hatte ich Ihnen schon die folgenden zwei Statements gesagt, zumindest glaube ich, dass ich es gemacht habe 🙂

Erstens, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass NFLX mit dieser Enttäuschung einen prinzipiellen "Post-Earnings-Drift" abwärts begonnen hat.

Zweitens, wer das Shorten will, hätte den idealen Punkt wohl, falls NFLX noch so einen Retest macht wie eingezeichnet, die Chance dafür ist nun da:

Und wenn NFLX diesen Retest nicht mehr macht, dann ist das halt so, diese Gelassenheit muss man haben. Es gibt doch auch keinen Zwang bestimmte Aktien zwanghaft Long oder Short zu traden, gute Trader (Jäger) warten im Gebüsch, bis ihre Chance sich offenbart. Und wenn nicht, warten sie entspannt weiter. 😀

16:30 MEZ - ZH4

Am Mittwoch 24.07. liefert mit Teledyne (TDY) eine weitere der "Wachstums-Depot" Aktien ja Zahlen. Heute Abend ist ja Hexcel (HXL) dran, ich hatte das im Video thematisiert.

Bei Teledyne ist nach Rally nun so etwas gut denkbar, das man am Geschehen im März orientieren könnte:

16:40 MEZ - ZH3

Ganz spannend ist sicher auch, was im Zuge der EZB-Sitzung diese Woche mit EURUSD passiert.

Meine Erwartung ist ja wie Sie wissen eher, dass Draghi da noch einmal die "Bazooka" hervor holt, als dass das eine langweilige Pressekonferenz wird.

Der Markt hat sich in EURUSD ja schon in Stellung gebracht, in dem er diese SKS produziert hat, jetzt muss "Super-Mario" nur den Abzug durchziehen, bevor er in den Sonneruntergang reitet:

16:45 MEZ - ZH3

Die Erwartung des Marktes an Draghi, kann man natürlich auch in Form der Renditen der 10-jährigen Bunds ausdrücken. (Bunds = Deutsche Staatsanleihen)

Diese haben die Nullinie im Mai nach unten verlassen und drücken nach einer kurzen Gegenbewegung seit Mitte Juli wieder markant nach unten.

Die darin liegende Erwartung ist klar: Draghi holt die Bazooka heraus. Ich frage mich nur, wie man Anleihen weiter drücken will, die überwiegend schon in den Büchern der EZB sind?

Für alle denen nicht klar ist, was das heisst, sei es noch einmal gesagt:

Für die "Gnade" sein Geld 10 Jahre lang dem deutschen Staat zu leihen und damit nicht mehr verfügbar zu haben, muss man aktuell 0,35% Zins zahlen. Zahlen!

Das nennt man finanzielle Repression. Und es gibt tatsächlich Menschen, die das für ein angemessenes "New Normal" halten. Faszinierend.

17:15 MEZ

Die FED hat die Erwartungen an die Sitzung vom 31.07. ja nun auf eine Senkung eines Viertelpunktes herunter getrimmt.

Aber können Sie sich vorstellen, dass die FED gar nicht senkt? Theoretisch ist alles möglich, theoretisch ist die FED auch unabhängig.

Praktisch sind das aber Menschen in Verantwortung, die von der Politik ernannt wurden, die teilweise noch Karriere machen wollen und die auch ein Leben haben und wenn sie im Laden am Wohnort einkaufen gehen, nicht bespuckt werden wollen.

Und all das macht die FED nicht wirklich völlig unabhängig nur relativ unabhängig. Und dann haben die da nun das "stabile Genie" Donald Trump im Nacken, der heute -> so getweetet <- hat:

With almost no inflation, our Country is needlessly being forced to pay a MUCH higher interest rate than other countries only because of a very misguided Federal Reserve. In addition, Quantitative Tightening is continuing, making it harder for our Country to compete. As good.....

....as we have done, it could have been soooo much better. Interest rate costs should have been much lower, & GDP & our Country’s wealth accumulation much higher. Such a waste of time & money. Also, very unfair that other countries manipulate their currencies and pump money in!

Und dann, falls das nicht reicht -> noch das <-:

It is far more costly for the Federal Reserve to cut deeper if the economy actually does, in the future, turn down! Very inexpensive, in fact productive, to move now. The Fed raised & tightened far too much & too fast. In other words, they missed it (Big!). Don’t miss it again!

"Don´t miss it again! Wäre ich Powell, würde ich das als Drohung lesen.

Ich denke, das Wort des Anführers mit der ultimativen Befehlsgewalt, wird bei der FED deutlich gehört. Glauben Sie, dass Jerome Powell der Mann ist, der sich dem in einer dann absehbar offenen Feldschlacht entgegen stellt?

Eine Feldschlacht, die dann von Seiten Trumps sehr schnell persönlich und unter die Gürtellinie gehen wird, so dass der normale Arbeiter im Rostgürtel Powell dann als "Schuldigen" ausmachen wird? Eine Feldschlacht, bei der Powell weiss, dass er dann nicht mehr ruhig einkaufen gehen kann?

Ehrlich, ich glaube das eher nicht und der Markt auch nicht. Ein Viertelpunkt ist nun fest gebucht, mit Chance auf mehr.

Wenn dieser Viertelpunkt doch nicht kommt, wäre das eine Sensation und gleichzeitig Kriegserklärung. Und der Markt würde massiv korrigieren.

Das nur, damit allen klar ist, was in der kommenden Woche gespielt wird.

17:30 MEZ - ZH4

Apple (AAPL) ist heute sehr stark und nähert sich einem spannenden Punkt:

Im breiten Markt ist wenig los, das Ganze ist sehr richtungslos und ich mache bald Schluß. Morgen fängt die Woche dann richtig an, mit Visa (V), Coca-Cola (KO), United Technologies (UTX), Texas Instruments (TXN), Lockheed Martin (LMT) und Gilead (GILD), um nur ein paar zu nennen.

17:55 MEZ - ZH5

Die Kette der negativen Revisionen deutscher Maschinenbauer, setzt heute -> die Dürr AG fort und senkt die Prognose <-.

Das langfristige Chart ist sehr gruselig und droht nun sogar, die Unterstützung zu verlieren. Dabei liegen die Verluste seit dem Hoch von 2017 schon über 50%, die logarithmische Darstellung schönt das optisch ein wenig, keine Darstellung ist eben in allen Fällen perfekt:

Irgendwann werden diese deutschen Maschinenbauer und mit ihnen der MDAX wieder richtig attraktiv, daran gibt es keinen Zweifel, dieser Einbruch legt dafür gerade die Grundlage.

Das ist aber definitiv kein Grund, hier in fallende Messer zu greifen! Kluge Anleger warten hier, bis sich die Abwärtsbewegung (scheinbar) erschöpft hat und dann ist der Punkt gekommen, mal was zu wagen und natürlich trotzdem eng abzusichern.

Aber dieser Tag ist bei Dürr nicht heute! Dürr schaut gerade in den kurstechnischen Abgrund und braucht nun dringend eine sofortige Wende.

18:05 MEZ - ZH1

Ich schliesse damit für heute, der Markt dümpelt weiter vor sich hin:

Morgen wird sich das bestimmt ändern, vielleicht auch noch heute im späten Handel, das zu vermuten, ist aber reine "Spökenkiekerei" und daher sinnlos.

Ich wünsche einen schönen Abend, von Dienstag bis Donnerstag wird es definitiv *heiss*, draußen im Freien ebenso, wie an der Börse.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Ankündigungen und Beobachtungen



Noch 2 Wochen, bis ich wieder im "Normalmodus" bin - heute ein paar lockere Ankündigungen und Beobachtungen:

Ankündigung (1)

Ich freue mich ankündigen zu können, dass in ca. 2 Wochen wahrscheinlich ein weiterer Kolumnist aus dem Mitglieder-Kreis zu uns dazu stösst. Endgültig ist es noch nicht, aber so wahrscheinlich, dass ich das hier nun schon indiziere.

Er ist Mitte 30 und Familienvater mit Beruf, ein "ganz normaler Anleger" also. Und er wird uns in seiner Kolumne an seinen Erfolgen und Pleiten, an seinen Irrungen und Wirrungen auf dem Weg zur erfolgreichen Geldanlage teilhaben lassen.

Vielleicht werden einigen von Ihnen sich ja auch in ihm wiedererkennen, was durchaus im Sinne der Kolumne wäre. 😉 Es wird also eher eine persönliche, von Reflektion und Selbsterfahrung geprägte Kolumne sein und keine, die „Weisheiten ala Hari verlautbart“.

Ich brauche dann natürlich ein neues „Meme“ für die Kolumnisten, nachdem das mit dem "Glorreichen Sieben" ja bei dann 8 Personen nicht mehr passt. Vielleicht „Oceans Eleven“? Dann wären wir bald „Markets Eight“ 😉

Ankündigung (2)

Ich hatte es schon in den Streams vom 11.06. und 27.07. angedeutet, ich habe leider eine genetisch induzierte Erkrankung beider Augen, genannt auch "Cornea Guttata" als Vorform einer "Fuchs-Endotheldystrophie", die zwingend eine Hornhauttransplantation an beiden Augen nötig macht, weil ich sonst schon in ein paar Jahren nicht mehr scharf genug sehen könnte, um noch zu arbeiten.

Das erste Auge gehe ich dieses Jahr schon an und das wird mich im Herbst einmal für 1-2 Wochen völlig arbeitsunfähig machen. Der Termin ist nicht exakt planbar, weil eine zu tranplantierende Hornhaut ja überhaupt mal verfügbar sein muss. Richten Sie sich also darauf ein, dass ich relativ plötzlich - mit wenigen Tagen Vorlauf - diesen Herbst mal für 1-2 Wochen "total weg" sein werde.

In Vorbereitung dieser OP unterziehe ich mich Morgen einer längeren Untersuchung, für die meine Augen so aufgetropft werden, dass ich nicht mehr arbeiten kann. Ab Morgen Mittag werden Sie also für den Rest des Tages nichts mehr von mir hören, auch nicht wenn der Markt einen 20% Crash an einem Tag macht. Der Grund ist simpel, ich kann auf die Nähe nichts lesen. Am Mittwoch ist das dann wieder weg.

Beobachtung (1)

Der DAX vollzieht einen schönen Rebound, ob das mehr ist als nur eine Gegenbewegung im Abwärtstrend, wird uns aber erst die Zone um 12.600 sagen, in der auch einige gleitende Durchschnitte laufen:

Beobachtung (2)

Das hier bei Dürr ist zwar noch etwas schief, aber es ist doch eher eine Wendestruktur geworden. Achten Sie auch darauf, wie das Volumen in der Konsolidierung nach dem plötzlichen Schub vom 09.08. abflaute:

Beobachtung (3)

Die Chance bei OHB wurde -> hier im Forum <- ja schon erkannt. Ich habe das erfreut zur Kenntnis genommen, dass doch immer mehr den Wert von so Chartstrukturen real erleben, statt nur passiv davon zu lesen.

Und hier haben wir die "Belohnung" für alle die aufmerksam waren:

Beobachtung (4)

Das Chart von First Solar (FSLR) signalisiert eine zunehmend besser werdende Chance, dass der zweite Ausverkauf am 27.07. einen Boden eingezogen hat. Alle die verkaufen wollten, sollten nach dem zweifachen Ausverkauf nun draussen sein.

Noch würde ich etwas abwarten, aber wenn der 20er und 50er SMA in Schlagweite fallen sollten, ist ein Kaufsignal nahe, das spätestens bei 56 dann bestätigt wäre:

Beobachtung (5)

Auf Johnson & Johnson (JNJ) habe ich zuletzt im -> Stream vom 26.07. kurz vor den Ferien <- hingewiesen, auch im Forum war das -> heute Thema <-.

Ja, das ist wahre Schönheit und das war auch mit Ansage. Nach dem heutigen Schub steigt das Risiko einer erneuten Konsolidierung:

Das Potential der Bewegung macht aber durchaus neue Hochs denkbar:

Ihr Hari

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Träges Geschehen und Auto Beobachtungen



Das Marktgeschehen wirkt auf mich aus der Ferne so träge, dass ich wirklich keinen Bedarf verspüre sich damit länger als nötig zu beschäftigen. Es ist halt Mitte August und so ist das um diese Zeit halt.

Nur wenn dann eine überraschende Nachricht auf den Markt trifft, dreht es sich um, denn bei dem geringen Volumen hat die dann in den Kursen besondere Durchschlagskraft. Aber diese Nachricht haben wir (noch) nicht und selbst Trump wirkt, als ob er mal einen Gang zurückschaltet.

Zur Lage und den Indizes habe ich also keine Neuigkeiten, ein paar Charts habe ich aber noch in aller Kürze. Und ein paar Beobachtungen zum Thema Auto.

Bei der hier als Trade wohlbekannten ROKU (ROKU) zeigen die Zahlen -> stark steigenden Umsatz <-, womit die Aktie nachbörslich noch einmal 10% nach oben springt:

Adidas -> überzeugt auf der ganzen Linie <-.

Die Aktie springt damit erneut über das Ausbruchsniveau, mal sehen ob dieses Mal genügend Kraft zur Fortsetzung vorhanden ist. Grundsätzlich ist das eine aussichtsreiche Struktur, die wir hier sehen:

Dürr -> bestätigt den Ausblick <-, das reicht aber nicht.

Wie schon gezeigt ist das immer noch eine wenig einladende Struktur, viele Autozulieferer haben derzeit wenig erbauliche Chartstrukturen:

Das wundert mich auch nicht, denn gestern saß ich mal wieder mit meinem Audi-Händler zusammen und was der unter der Hand zu erzählen hatte, war wenig erbaulich und eher eine Schimpf-Kanonade.

Nicht nur das -> WLTP-Desaster <-, das dazu führt, dass derzeit viele Fahrzeuge nicht verkauft werden können, weil sie noch nicht wieder neu zugelassen sind. Da sitzen in diesen Konzernzentralen riesige Wasserköpfe, die sich vor allem mit sich selber beschäftigen, aber so etwas nicht vernünftig auf die Reihe bekommen. Wenn Nichtstun und Herumeiern gute "Corporate Governance" ist, dann sind diese Unternehmen ganz vorne dabei. 😉

Und klar hat auch die Politik bei WLTP ihren Anteil, aber bei BMW hat man das Thema eindeutig besser im Griff, weil früher ernst genommen, wir reden hier also erneut über Management-Versagen im Konzern-Wasserkopf.

Aber es sind auch andere selbstverschuldete Probleme gerade bei Audi, wo die Produktpolitik nur noch Kopfschütteln hervorruft. Nehmen Sie unser derzeitiges Hauptfahrzeug, einen Audi SQ5 Benziner, mit 350 PS gut motorisiert. Ja, ja, ich weiss ich "Umweltfrevler", das Thema mit CO2 und SUVs fangen wir jetzt bitte nicht an, ich will nicht den Sommerfrieden stören. 😉 Lange habe ich eher Coupes gefahren, aber ich werde zu alt um mich da immer herein zu quälen. Es gibt bei uns für den Formfaktor SUV bzw Crossover zwei gute Gründe, die mit den von Beschränkungsideologen behaupteten Gründen und Offroad-Gehabe rein gar nichts zu tun haben.

Erstens ist er für eine Familie einfach praktisch. Punkt. Es ist eine Art VW-Bus, ohne so träge wie ein Bus zu sein. Zweitens ist es genau das Ein- und Aussteigen und die Sitzposition, die eine Wohltat ist, wenn man älter wird und man nicht mehr missen will. Und warum so viele PS? Ganz einfach: Weil es Spaß macht und entgegen anders lautender Hysterie, keinen relevanten Unterschied bedeutet - Bätschi 😛

Dafür fliege ich übrigens praktisch nicht, ob man das von alle SUV-Hassern sagen kann, wage ich mal stark zu bezweifeln. Gerade das Juste-Millieu lässt sich doch seine 2-3 Fern-Urlaube nicht nehmen, da drückt man dann ein Auge zu.

Wenn ich mir also den Schuh des "ökologischen Fußabdrucks" anziehen würde - was ich ausdrücklich nicht tue - ist der bei mir in Sachen Mobilität wahrscheinlich viel besser als bei vielen der Grünen-Wähler. Erstens praktisch keine Flüge. Zweitens Fernfahrten in Deutschland wenn möglich mit der Bahn. Drittens keine Fahrten zur Arbeit, weil Arbeit zu Hause. Viertens kaum Einkaufsfahrten, weil Anlieferung von allem was geht. Fünftens Kurzstrecken wie "zum Bäcker" grundsätzlich zu Fuß. Ob ich die wenigen Kilometer die ich fahre, dann mit 350 oder 190 PS fahre, spielt dann keine Rolle, selbst wenn ich diese Rechnungen teilen würde. Ich teile sie aber nicht, weil die Realität der Produktionsketten viel komplexer und die Welt dynamisch und nicht statisch ist.

Achja, ich vergaß, auch keine fossilen Stoffe bei der Heizung und keinen Schornstein auf dem Dach, Sole-Wärmepumpe. Ich sollte die Ehrenmitgliedschaft bei den Grünen bekommen - so Frevler wie mir, die noch verstehen was Evolution ist, geben die aber keine Preise. 😉

Aber zurück zu dem Fahrzeug. Das gab es lange nur als Diesel, für mich persönlich nie ein Thema, ich habe den Motor wegen seines Verhaltens nie gemocht und wenn Händler mir sagten dass die nicht mehr nageln, habe ich das "Nageln" trotzdem störend gehört, wenn auch leiser. Dann kam er als V6 Benziner, den habe ich nun. Und jetzt gibt es ihn nach einem Jahr wieder nur als Diesel. Warum? Niemand weiss es, der Händler schüttelt auch nur den Kopf, weil das nach seinen Aussagen bei diesen S-Versionen am Bedarf vorbei ist. Vielleicht ist ja auch WLTP der Grund, diese Nichtinformation der Händler ist aber unter aller Sau.

Oder das Thema E-Fahrzeug. Es gibt gar keinen Zweifel, dass Leute auf dem Land mit eigener Garage schon heute in Fläche auf E-Autos als Zweitwagen wechseln können, die dann für die Kurzfahrten zur Arbeit und zum Einkaufen genutzt werden. Ich würde es sofort tun, wenn Audi mir ein Angebot bieten würde.

All die Nachteile aufgrund der fehlenden Ladeinfrastruktur existieren da gar nicht, geladen wir in der Nacht zu Hause und fertig. Und dann hat Audi mit dem Q2 das ideale Fahrzeug dafür, in das im Bodenbereich eine Lage Batterien passen würde.

Was machen die Produktplaner aber? Die ersten E-Fahrzeugen kommen im Highend im Bereich 100.000€, da wo man die Fahrzeuge auch für Langstrecken nutzen will, wahrscheinlich weil man schlicht mit dem Model S von Tesla konkurrieren will.

Wurden die Kunden mal dazu befragt was die wollen? Nein. Wurden die Händler mal befragt, die den Wunsch ihrer Kunden genau kennen? Nein! Mein Händler war richtig frustriert. Er sagt die machen in der Zentrale sowieso was sie wollen, die aber die am Kunden dran sind und dessen Wünsche kennen, werden nicht mal zu Rate gezogen.

Tja, wer wundert sich da noch? Und die Annahme, dass es nur bei Audi so zugeht, dürfte eher falsch sein. Wenn Tesla jetzt wirklich finanzstarke Investoren hat und ins Private geht und damit auch in seinen Absichten weniger transparent ist als eine börsennotierte Gesellschaft, wird die Lage für solche "Trantüten" von Konzernen nicht besser.

Und klar gibt es bei Audi auch Management-Durcheinander, aber diese Probleme sind ja seit Jahren da und in diesen Jahren war immer Stadler permanent ganz oben, die Chance zur Kontinuität wäre also vorhanden dagewesen, sie wurde aber nicht genutzt. Dafür gibt es endlose Motorvarianten die niemand braucht und immer neue Intarsieren. Bravo, ganz brilliantes Management, während Tesla die Industrie aufrollt.

Wen nehme ich also lieber, einen CEO der wie ein Rocker mal über die Stränge schlägt oder eine wandelnde Anzughülle, die nur verwaltet statt Innovation zu produzieren? Ich muss da nicht lange überlegen.

Stellt sich vielleicht noch die Frage, warum ich immer noch bei Audi immer bin und nicht bei Tesla? Das habe ich schon einmal gesagt. Früher wegen der Produkte, Quattro war für mich immer Pflichtprogramm, ich fahre wie gesagt gerne schnell und weiss auch wie man driftet. 😉 Heute nicht mehr. Heute nur noch wegen des Händlers, den ich gut kenne, dem ich verbunden bin, dessen Meister unsere Fahrzeuge an der Garagentür abholt und hinbringt und bei dem wir uns neben hohen Rabatten um rein gar nichts kümmern müssen. Das gibt man so schnell nicht auf, Service bindet hier, weil er Zeit und Nerven spart - die Produktpolitik von Audi definitiv nicht mehr!

Zurück zu den Zulieferern, ich denke dass die Absatzprobleme - zuletzt durch das WLTP-Desaster - bei denen massiv durchschlagen. Schauen Sie zum Beispiel mal auf Elring Klinger, das ist wenig einladend:

Da ist man doch froh, dass in anderen Sektoren wenigsten die Zurich Versicherung -> weiter überzeugt <-

So weit für heute, wenn nichts Außergewöhnliches passiert, melde ich mich am Sonntag mit dem Wochenausblick in die KW33 wieder, der aber auch eher langweilig ausfallen dürfte.

Erholen Sie sich, ich mache das auch.

Ihr Hari

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Das Plätschern



Guten Morgen!

Es gibt so Börsentage, da fragt mach sich: "Was schreib ich nur?", weil der Markt dahin zu plätschern scheint und heute ist so einer. Es gibt heute wirklich nicht viel zu berichten, was ausgedehnte Zeilen wert wäre.

Der SP500 ist weiter in der erwarteten Konsolidierung/Korrektur, wohin diese führt ist offen, sie sieht aber weiter konstruktiv aus und löst keine Schnappatmung aus.

Das hier war die Projektion, die ich Ihnen gestern früh gezeichnet habe, wir sind bisher genau im Plan, mehr gibt es dazu nicht zu sagen:

Der DAX vollzieht sein allseits bekanntes, eratisches Gezappel mit plötzlichen, markanten Schüben, die dann aber wieder in sich zusammen fallen - ein Fan dieses Index werde ich bestimmt nicht mehr. Wichtig ist hier einfach die Konsolidierung im Bereich 13.000 und es spricht einiges dafür, dass diese noch weiter geht und das Gezappel zumindest bis zum kleinen Verfallstag am Freitag andauert:

Auch hier sind wir im größeren Bild in meiner Projektion, leicht besser als diese, was aber mit dem stark fallenden Euro zu tun hat. Lassen wir den Euro mal wieder zum Dollar steigen und schnell wird sich das ausgleichen:

Sollte der Euro weiter stark zum Dollar fallen, ist aber auch ein schnellerer Ausbruch als eingezeichnet denkbar.

EURUSD bleibt weiter entscheidender Faktor für DAX & Co. In meiner Projektion (in hell Lila) hatte ich dem Kurs mehr Potential nach oben gegönnt, als scheinbar in ihm steckt. Nun ist auch der schnelle Pfad (in dunkel Lila) denkbar und wenn der eintreten sollte, geht der DAX wohl schnell nach oben weg:

Bei Öl impliziert das gestrige Reversal, dass wir hier nun mit Wahrscheinlichkeit zumindest ein Retracement sehen. Aber auch ein Top ist nicht völlig ausgeschlossen, bei nahezu 80 USD nehme ich zu dem Thema keine Wetten mehr an, der Ölpreis ist sowieso geopolitisch beeinflusst und daher wenig berechenbar:

Dürr -> bestätigt eigentlich nur <-, was der Markt sowieso schon wusste.

Im Chart hat eine Topformation damit langsam ihren Measured Move erreicht und man kann nun durchaus mal nach einer bullischen Wendechance im Sinne der "vollendeten Tatsache" Ausschau halten:

Auch Leoni -> bestätigt seinen Ausblick <- und auch hier ist der Gedanke an eine Wende nicht völlig von der Hand zu weisen, die ich in Blau eingezeichnet habe.

Allerdings kann man auch dieses Dreieck (in Schwarz) heraus arbeiten und ehrlich gesagt bin ich nicht überzeugt welche Richtung richtig ist, wir werden sehen:

So weit heute früh, um 11 Uhr kommen heute die Inflationsdaten aus Europa, um 14 Uhr spricht Draghi und um 14:30 Uhr kommen die US Baugenehmigungen. Dazu diverse andere Notenbanker und um 16:30 Uhr wie immer die Öllagerbestände aus Cushing.

Einen Zusatzartikel habe ich morgen für Sie, darin mache ich einen Ausblick über meine Pfingstferien hinweg. Bis heute Nachmittag!

Ihr Hari

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Double-Whopper



Guten Morgen!

Vor uns liegt der "Double-Whopper" von FED und EZB hintereinander, die einen heute um 20 Uhr MEZ, die anderen Morgen ab 13:45 Uhr MEZ. Da sollte man ja eigentlich meinen, dass man nun aufgeregt Gewehr bei Fuss stehen würde, aber beide Termine hinterlassen bei mir nur ein grosses Gähnen und ich erwarte auch keine massiven Marktbewegungen rein aus den Terminen folgend.

Was die FED heute angeht, ist eine weitere Zinserhöhung praktisch sicher und in den Kursen eingebacken. Sehr überraschend wäre nur, wenn diese nicht käme. Alles worum es heute geht, ist der Ausblick auf 2018, also wie aggressiv will die FED da im Lichte der US Steuerreform weiter machen.

Dieser Ausblick ist aber auch noch vom Stabwechsel an der Spitze belastet und es wird sich vor allem das Augenmerk darauf richten, wie sich Jerome Powell positioniert. Yellen aber wird als bekannt Übervorsichtige in der Pressekonferenz wohl alles vermeiden, was ihren Nachfolger ungeziemlich belastet oder bindet, weswegen ich auch da von wenig Futter und wenig Neuem ausgehe.

Eine deutliche Bewegung hinlegen kann der Markt natürlich trotzdem, wir kennen alle zum Beispiel den "Sell the News" Effekt, aber diese Bewegung basiert dann nicht auf Neuigkeiten, sondern dann benutzt der Markt den Termin um zu tun, was er sowieso schon tun wollte.

Oft bei wichtigen FED-Sitzungen machen ich ja Abends ab 20 Uhr eine Art Live-Bericht, alte Hasen kennen das. Heute erspare ich mir das, der Ablauf heute ist ganz normal. Sollte wider Erwarten doch eine grosse Überraschung kommen, kann ich mich ja immer noch melden.

Ähnlich sehe ich die morgige EZB Sitzung, da wird wohl auch nichts passieren, der Markt wurde auf jeden Fall auf nichts vorbereitet und insofern wäre alles andere eine grosse Überraschung. Die Pressekonferenz wird auch wie immer laufen, Draghi wird seine Position sowieso nicht mehr ändern und das ganze Setup ist ja darauf angelegt, dass es gar keine ernsthafte Fragesession geben kann, sondern die Journalisten eher als Stichwortgeber dienen, damit Draghi sagen kann, was er sowieso sagen wollte. Da eine Replik nicht möglich ist, hat man dann den unermesslichen Ratschluss von Mario Draghi so hinzunehmen.

Ich werde Morgen während Draghis Pressekonferenz so gegen 15:30 Uhr mit einem kurzen Bericht kommen und das war es dann für mich, denn dann verabschiede ich mich für den Rest des Tages zu etwas Wichtigerem, die Macht ruft nach meinem Sohn und mir. 😉

Wenn wir heute auf den DAX schauen, sehen wir den wie erwartet weiter in der Range unter 13.200:

Da ist also gar nichts passiert, aber ich erinnere an das schon Gesagte - wenn sich der DAX durch einen Katalysator von hier nach oben in Bewegung setzt, wird das sehr aggressiv ablaufen, weil auch die OpEx am Freitag dann wie ein Brandbeschleuniger funktioniert. Grosse Marktteilnehmer die sich schon eingerichtet haben, müssen auf den letzten Drücker dann noch Anpassungen vornehmen und das wird den Ausbruch zunächst im Sinne eines Magneten verhindern, wenn dieser Widerstand aber durchbrochen ist dann die Bewegung beschleunigen.

Der DAX hat also durchaus Potential, massiv in Bewegung zu geraten. Ob es passiert ist eine andere Frage.

Interessant ist dann natürlich auch der Blick auf den MDAX, denn Steinhoff steigt ja wieder etwas, gestern zweistellig. Das Chart zeigt aber immer noch einen extrem angeschlagenen Index, würden Sie diese kleine Gegenbewegung im blauen Kreis kaufen?

Eher nicht oder? Das Chart sieht weiter sehr gefährlich aus und lädt nicht zu Engagements ein.

Gut passend zum MDAX will ich Ihnen daher auch noch einmal Dürr als Lehrbeispiel zeigen, den plötzlichen Einbruch nach Quartalszahlen habe ich schon vor einem Monat in -> Tradingview! <- thematisiert:

Was wir sehen ist wenig erbaulich, insbesondere das markante Einknicken nach dem ersten Ausverkauf zeigt, dass ein Boden noch nicht gefunden ist und man hier noch sehr vorsichtig sein muss.

Wir sehen daran wieder, dass wir plötzliche Einbrüche ebenso respektieren müssen wie plötzliche Ausbrüche, in beiden Fällen ist die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung höher als das Gegenteil.

Wie es dagegen aussieht, wenn nach einem initialen Einbruch die Chance auf eine Bodenbildung existiert, zeigt uns Drägerwerk:

Das ist auch immer noch keine vollendete Bodenbildung, aber es ist wenigstens die Chance auf eine, Dürr ist noch nicht einmal bei der Chance angekommen.

Wir sollten uns also unbedingt dick und fett in unser Affenhirn schreiben:

Erstens, wenn plötzliche Einbrüche auftreten, werden wir vorsichtig und glauben nicht diese aussitzen zu können!

Zweitens, bevor sich nach einem markanten Einbruch nicht eine Bodenbildung zumindest abzeichnet, sind Abwärtsbewegungen fallende Messer aus denen wir gefälligst unsere unegalen Affengriffel lassen!

Bis später.

Ihr Hari

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Tradingview!



Guten Abend!

So, der Tag war sehr erfolgreich. Ich habe mein neues Charttool gefunden und bin sehr glücklich damit. Und da ich damit sehr glücklich bin und ich denke, dass es auch für viele von Ihnen ein riesiger Schritt nach vorne wäre, mache ich nun mal "Werbung" dafür. Und nein, ich bekomme wirklich nichts dafür. 😉 Aber Sie kann es auch weiterbringen.

Warum gefällt mir -> Tradingview <- so sehr, obwohl es auf den ersten Blick ein wenig "bunt" und unruhig aussieht? Erstaunlich gerade wenn man andere sieht, die da 25 Linien in ein Chart bei Tradingview knallen und glauben, dadurch würde ihr Trading besser - von viel kommt viel sozusagen. 😉

Nein, das liegt auch nicht an der Tatsache, dass es auch ein soziales Tool ist, mit dem man "Ideen" austauschen kann. Das Soziale nutze ich einfach nicht, aber daraus entstehen ein paar nette Nebeneffekte, die ich weiter unten erläutern werde.

TradingView muss man einfach für sich anpassen und den ganzen nur ablenkenden "SocialTrading-Kram" nicht anzeigen und schon hat man ein geniales Tool für einen ganz alleine.

Hier kommen jetzt die knackigen Hauptargumente, warum Sie sich TradingView mal anschauen und etwas Zeit in eine Anpassung auf Ihre Bedürfnisse investieren sollten, beruhend auf meinem Wissenstand nach ein paar Stunden:

(1) Charttool für *alle* Weltmärkte, von DAX über FX bis Wallstreet. Heureka!!

(2) Rein browserbasiertes Tool, keine Installation, keine Skalierungsprobleme auf unterschiedlichen Devices von iPhone bis Riesen-Monitor.

(3) Extrem leistungsfähige Charts mit ganz viel analytischer Tiefe, habe daran nur geknabbert bisher.

(4) Elegantes, einhändiges Skalieren aller Charts in alle Richtungen, so wie ich das liebe. Ein Traum!

(5) Aufruf der Charts aus eigene Watchlisten.

(6) Diverse Tools wie Screener! Top-Aktien! etc

(7) Wunderbare abspeicherbare Formatvorlagen für Charts, so dass man für bestimmte Darstellungsformen nicht immer wieder neu im Chart bauen muss.

(8) Tolle Datenversorgung schon im kostenlosen Modus. Mit Daten von Chi-X (CHXEUR) hat man faktisch Realtime-Daten von Aktien weltweit und via CFDs von Tradevíew (TVC) von Indizes weltweit. Die Unterschiede zu den Börsen selber sind marginal und nur im Volumenbereich und auf Minutenebene relevant. Und das alles schon völlig kostenlos! Weitere kostenpflichtige Live-Datenstreams können günstig zugebucht werden, wenn man das unbedingt braucht. Xetra zB 18 USD pro Monat, NYSE, NASDAQ und AMEX jeweils 2 USD pro Monat, sehr fair.

(9) Wie bei FINVIZ können die eigenen (auch die bearbeiteten!!) Charts direkt via Weblink hier im Blog/Forum eingebunden werden. Chart der eigenen Aktie anschauen, Weblink erzeugen, in Forum als Bild kopieren. Voila! Funktioniert natürlich auch in Twitter und Co. Genial, ein riesiges Plus für alle Mitglieder hier.

(10) Klare, saubere Veröffentlichungsfreigabe, ohne dummes Gezappel und Kleingedrucktes wie bei vielen Diensten. Auch der Konkurrent TradeSignalOnline bekleckert sich da nicht mit Ruhm und will eine individuelle Anfrage und Freigabe dafür. Baah! Hier bei Tradingview ist die Veröffentlichung explizit freigegeben, solange das Tradingview Logo dabei ist oder man ein "Chart by Tradingview" dazu schreibt.

Zitat aus den Nutzungsbedingungen:

TradingView gestattet allen Usern von Tradingview.com und allen anderen verfügbaren Versionen der Seite, Snapshots von TradingView-Charts in Analysen, Pressemitteilungen, Büchern, Artikeln, Blogposts und anderen Veröffentlichungen zu nutzen, ebenso TradingView für Schulungszwecke zu verwenden, für Videovorführungen,in Überblicken, Nachrichten Analysen, Sie können TradingView Charts und jedes andere Produkt der Webseite nutzen oder promoten, unter der Voraussetzung, dass ein Hinweis auf TradingView jederzeit deutlich sichtbar ist, wenn solche Produkte verwndet werden.

Sie sehen, ich bin begeistert - da passt fast alles. Und klar, wenn man dann komfortabel damit arbeiten will, viele Chartvorlagen nutzt usw, dann braucht man ein Abo. Aber schon mit rund 10 USD pro Monat ist man sinnvoll dabei, das ist alles sehr fair bespreist.

Gibt es auch Verbesserungsbedarf? Na klar, von mir bisher (nach ein paar Stunden) wahrgenommen:

(a) Watchlisten können nicht konfiguriert werden und bestehen nur aus Kürzel, Kurs und Prozent. Etwas unübersichtlich dadurch, aber das ist nur Übung bis man die Kürzel alle auswendig kennt.

(b) Layout des Desktops kann nicht konfigiert werden. Wer die Watchlisten links vom Chart will, hat zB Pech. Das ist schade und gibt Abzug in der B-Note, ist aber nicht tragisch.

Das war aber schon, was mir schnell aufgefallen ist, wobei es auch einfach an mangelnder Übung liegen kann und vielleicht irgendwo noch eine geheimnisvolle Option ist.

In Summe aber ein Super-Tool, dessen ganzen Wert man erst sieht, wenn man sich ein bischen reingewühlt hat. Für viele von Ihnen die sich mit beschränkten Tools und fehlender Datenversorgung rumplagen und die Probleme haben hier Charts ins Forum zu stellen, ist TradingView ein grosser Schritt nach vorne. Schauen Sie es sich unbedingt mal an!

So, nach dieser Motivationsrede nun zum Markt.

Der konsolidiert weiter leicht und das ist gut so. Im DAX geht es leicht weiter runter, was ein Gapfill nun gut denkbar macht, etwas was man sehr begrüssen sollte.

Warum das zu begrüssen ist, hat Joachim Goldberg hier in einer interessanten Betrachtung aufgeschrieben:
-> An Gewinnmitnahmen ist noch niemand gestorben <-.

Denn das was viele von Ihnen nun fühlen, dieses Gefühl "das wars jetzt und jetzt mal Gewinne mitnehmen", das haben eben viele andere auch und steigen aus oder bauen ab. Die Chance - oder aus deren Sicht das Risiko - ist aber verdammt hoch, dass es genau deswegen nach dieser Konsolidierung wieder nach oben weg geht. Das ist die Richtung, die ich primär im Auge habe und die den meisten Schmerz verursachen würde, aber jetzt ist erst einmal Geduld gefragt.

Spannend wird nun aber doch Gold. Schauen Sie mal, das springt mir auch ins Auge und ich bin ja nun wirklich kein Goldbug, der sofort Hurrah schreit. Da durch den Widerstand muss das Ding für einen Doppelboden durch:

Bei den Charts des Sektors sehen übrigens die "Streamer" ganz gut aus, unser "Johann" hat davon schon Royal Gold (RGLD) erwähnt, das gilt aber auch für Franco Nevada (FNV) und Wheaton Precious Metals (WPM) die ehemalige Silver Wheaton.

"Streamer" sind Firmen, die Gold und Silber nicht selber aus der Erde holen, sondern mit den echten "Minern" langlaufende Abnahmeverträge schliessen und das Edelmetall dann weiterkaufen. Etwas böse könnte man sagen das sind "Hedgefonds", die die Miner finanzieren und da ist auch was dran, aber das Geschäft ist solide und vor allem es funktioniert!

Anhand von Dürr will ich Ihnen auch noch zeigen, dass einem das Chart nicht immer alles vorhersagen kann, manchmal ist man einfach ausgeliefert, gerade bei Quartalszahlen. Und die kamen bei Dürr heute und wurde negativ aufgenommen. Schauen Sie selbst:

Ja, es gab schon ein paar Warnzeichen, so dass man vor den Zahlen skeptisch werden konnte. Das Momentum liess nach, das Abwärtsvolumen schwoll vor den Zahlen an. Aber das war nicht eindeutig, bestenfalls ein Grund neutral zu werden, denn da war immer noch ein höheres Hoch und ein höheres Tief und vor allem da war gestern dieser richtig fiese Hammer über der Unterstützung, so als ob es das schon gewesen war.

Und dann kam heute mit den Zahlen doch der Abriss nach unten. Nicht alles ist eben in den Charts, denn die bilden ja nur ab, was der Markt schon weiss. Wie es nun weitergeht muss man abwarten. Das kann ein Fakeout werden oder der Beginn einer grösseren Abwärtsbewegung. Auch das sagt uns das Chart noch nicht eindeutig.

Zur Wallstreet fällt mir dagegen heute nicht viel ein, die ist sehr indifferent, was uns auch schnell die -> Finviz Market Map <- zeigt:

Nun kann man das, wenn man unbedingt mag, als Warnzeichen interpretieren. Von dieser Art hatten wir dieses Jahr aber hundert und keine hat wirklich getriggert. Insofern sage ich eher "gemach" und abwarten.

Erst wenn sich dieser zulaufende Keil im SP500 nach unten auflöst, dann rate ich zu ersten Sicherungsoperationen, das ist dann früh genug. Behalten wir das also im Auge:

Ich wünsche einen schönen Abend!

Ihr Hari

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Alter Wein in neuen Steuerschläuchen



Guten Morgen!

Ein neuer Tag und die alten Themen, es ist weiter alles unverändert. Ich kann mich wirklich nicht an eine derartig korrekturfreie Marktphase erinnern, wie wir sie nun im grossen Bild erleben. Vielleicht ist es ja wirklich das "New Normal", aber wir tun gut daran, nicht davon auszugehen und Anleger, die keinen anderen Markt kennen, weil sie erst vor wenigen Jahren dazu gestossen sind, tun gut daran eine gewisse Demut zu behalten und nicht davon auszugehen, dass sie nun alles gesehen haben.

Aber unabhängig von der Weigerung des Marktes, eine 5% Korrektur einzugehen, ist das Geschehen im Oktober in seiner Starre besonders faszinierend. Schauen wir auf den Eurostoxx 50, da sehen wir schnell was ich hier meine:

Wir sehen eine faszinierend enge Seitwärtskonsolidierung, die nach allen Regeln geradezu danach schreit, nach oben in einen neuen Schub aufgelöst zu werden. Das ist eindeutig eine sehr starke, bullische Struktur und es bräuchte wohl eine echte, böse Überraschung, um das nach unten zu drücken.

Heute haben wir am Vormittag bzw Mittag an Quartalszahlen: ASML, Abbott Labs (ABT), Temenos. Und Abends nach Börsenschluss: Alcoa (AA), American Express (AXP), Citrix (CTXS), Hexcel (HXL), Kinder Morgan (KMI), Valmont (VMI), eBay (EBAY).

Ansonsten haben wir kaum Wirtschaftsdaten heute, dafür aber Notenbankerreden den ganzen lieben Tag lang - das sind wir ja aber schon gewöhnt.

Gestern Abend hat IBM eigentlich alten Wein in neuen Steuer-Schläuchen bekannt gegeben, denn der "Earnings Beat" stammt zu einem guten Teil aus -> steuerlichem Financial Engineering <-.

Ja, die Umsätze der "Strategic Imperatives" sind weiter gewachsen, aber ob das mit 11% gegenüber dem Vorjahr schnell genug ist um bei der Verteilung des Kuchens bei KI und der Cloud ein wirkliches Wort mitzureden, bleibt fraglich. Insbesondere ist im Gesamtbild Umsatz und Gewinn weiter *gesunken*, nicht gestiegen, ein echter Turn-Around sieht anders aus und die Geschwindigkeit der Wende - wenn es denn eine ist - bleibt unbefriedigend.

11% Wachstum in "heissen Themen" die für sich alleine weit mehr wachsen, ist kein Ausweis von Erfolg des Managements, sondern Ausweis des Scheiterns und eines weiteren Zurückfallens gegenüber der Konkurrenz.

Das Wallstreet Journal liefert in -> seinem Artikel <- den folgenden Satz:

Profit fell 4.5% to $2.73 billion. Margins narrowed over all and in most business units, though progressively less since the beginning of the year—a hopeful sign of stabilization.

Nun gut, weniger Abwärtsgeschwindigkeit macht Hoffnung auf Stabilisierung - das kann sein. Eine Wende ist es nicht. Wenn das Unternehmen diese Signale nach 1-2 Jahren unter Rometty gezeigt hätte, wäre das ein gutes Zeichen gewesen, die Wahrheit ist aber auch beim WSJ zu sehen, denn das sind die Umsatzrückgange zum Vorjahr bei allen Quartalszahlen seit 2012. Erfolgreiches, zupackendes Management sieht anders aus. Hätte Jobs so lange gebraucht, wäre Apple heute nicht das wertvollste Unternehmen der Welt:

Rometty ist übrigens seit Anfang 2012 CEO und das ist ihr Track-Record - für welche Leistung da ein CEO überhaupt Gehalt bekommt, kann man sich fragen. Weg mit der Person von der Spitze, die kann es nicht - das ist alles, was mir dazu einfällt. Es muss wohl einer von "draussen" wie weiland Lou Gerstner her. Das sagte ich schon gestern und ist heute immer noch wahr.

Sie sehen, ich bin bei meiner alten Firma von der Hoffnung Ende 2014, dass IBM nach 3 Jahren Restrukturierung bald die Kurve bekommt, nun auf eine ziemlich negative Haltung gewechselt. Warum sieht man im Chart oben, irgendwann ist es mal gut mit den Versprechungen und Fensterreden. Irgendwann muss geliefert werden.

Dass der Markt den "alten Wein im neuen Steuerschlauch" trotzdem mit 5% Plus nachbörslich feiert, hat mit den nicht vorhandenen Erwartungen zu tun, die ich gestern beschrieben habe. Wer nichts erwartet, kann auch nicht mehr enttäuscht werden. Ob dieses Plus im realen Handel heute hält, wird man sehen.

Ich sehe auf jeden Fall noch kein echtes Wendesignal bei IBM, weder fundamental noch vom Chart her. Die Aktie und vor allem das Management ist nun in dem Modus, wo es mir als Anleger erst etwas beweisen muss und dieser Beweis ist nicht ansatzweise zu sehen.

Ganz im Gegensatz zu IBM, macht das Management von Interactive Brokers (IBKR) einen guten Job, hat gestern einen schönen Gewinn bekannt gegeben und wurde nachbörslich erneut mit 3% Plus belohnt.

Diese enge Konsolidierung könnte sich nun also nach oben auflösen und wir können als IB-Kunden weiter ruhig schlafen:

Mit dem beginnenden Parteikongress in China, ist der "Free Lunch" in Chinas Indizes nun zum Ende gekommen, den ich Ihnen zum ersten Mal im Mai in -> vollendete Tatsache in China <- nahegebracht habe. Bis zum Parteikongress war recht klar, dass alle Daten Stabilität zeigen würden und auch keine wilden Experimente gewagt werden und der Verlauf der ETFs FXI und ASHR für diesen Zeitraum, gibt meiner Annahme im Nachhinein Recht. Sie sehen, dass der Zeitpunkt Ende Mai ein sehr treffendes Timing war:

Nun ist dieser "Free Lunch" aber vorbei, denn was nach dem Parteikongress passiert ist völlig offen. Damit mache ich weder eine bärische, noch eine bullische Aussage, ich sage einfach, dass ich keinen Edge mehr sehe. Ich kassiere die ca. 15% Gewinn also dankend ein und mache mich aus dem Staub. 😉

Erhöhte Vorsicht ist in Deutschland nun bei Dürr gefragt. Die haben auf dem Investorentag nämlich gute Nachrichten geliefert, die Prognose erhöht und alle erwarteten heute ein dickes Plus, wie -> hier <- dokumentiert.

Im Handel passiert aber das Gegenteil, es geht abwärts. Und dann haben wir auch noch eine negative Divergenz im OBV. Wenn sich hier morgen Schwäche anschliessen sollte und das nicht nur eine "Sell-the-News-Eintagesfliege" ist, sollten alle Alarmlampen bei Anlegern angehen, so sehen dann grundlegende Wenden aus:

So weit an diesem Morgen. Ich wünsche einen schönen Tag!

Ihr Hari

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Was machen die Maschinenbauer?



Es ist ziemlich genau einen Monat her, da habe ich im Artikel -> Zwei kraftvolle Maschinenbauer <- einen Blick auf Dürr und Gea Group geworfen.

Nun ist es doch mal interessant zu schauen, was daraus geworden ist und wie die Lage einen Monat später zu werten ist.

Wenn Sie sich erinnern, sah ich bei Dürr eine Wendestruktur mit "Deckel" bei 65€, den Zeitpunkt des Artikels vom 15.03.16, habe ich mit einem blauen Kreis markiert:

Dürr 14.04.16

Wir sehen, dass der Trade zunächst sehr gut funktioniert hat, dann kam aber ab Ende März der zwangsläufige Retest, der aber etwas zu tief herunter gegangen ist, um ihn als uneingeschränkt und zweifelsfrei bullisch zu interpretieren

In Summe haben wir hier also einen Trade, der nur "ein bischen" funktioniert hat und nun leicht indifferent wirkt, aber immer noch eher mit Tendenz nach oben.

Bei Gea Group, bin ich dagegen von kurzfristiger Schwäche und einem Bruch des Keils bis ca. 38€ herab ausgegangen, bitte schauen Sie noch einmal auf das alte Chart zur Referenz.

Damit verbunden war die Erwartung, dass diese Schwäche dann eine langfristige Kaufgelegenheit generiert.

Genau dieser Bruch hat dann Anfang April statt gefunden, allerdings wirft das markante Reversal von vorgestern nun die Frage auf, ob es das schon war?

Gea 14.04.16

Meine Antwort ist: eher Nein. Da kommt noch was, das OBV ist mir viel zu negativ und die genannten ca. 38€ als Ziel, bleiben auf dem Radar.

Bei Gea ist das grundlegende Setup also mehr oder wenig bisher eingetroffen, nun warten wir auf den Punkt, um wieder zugreifen zu können.

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Endlich!



Als letzte Meldung vor Ostern, will ich mit Ihnen noch ein paar kurze Beobachtungen teilen.

Der DAX hat die Schwäche durch die Geschehnisse in Brüssel ausgezeichnet verdaut, hier gilt das bekannte Motto: "was nicht fallen kann, muss steigen" und diesen Eindruck macht der Index selbst heute im Vergleich zur Wallstreet.

Ich sagte ja schon, hier hat sich einiges an Nachholpotential in den letzten Wochen kumuliert und auch die kommende Woche nach Ostern hat durchaus gute Chancen für einen latent starken Markt zum Quartalsende hin, was im DAX ein Quartalsende im Bereich 10.300 - 10.400 vorstellbar macht:

DAX 23.03.16

Im April sehen wir dann weiter, dass die Risiken dann wieder steigen, habe ich mehrfach thematisiert.

Die Überschrift "Endlich!" rufe ich aber nicht wegen des DAX aus, sondern - Sie ahnen es - wegen Gold.

Seit Wochen rechnen wir hier mit einer Korrektur, seit dem Hoch und Reversal am 11.03. habe ich diese Wahrscheinlichkeit ziemlich klar benannt. Im Artikel -> Was macht nun Gold <- an genau diesem 11.03. vor knapp 2 Wochen, habe ich einen weiteren Verlauf insbesondere bei den Minen skizziert, dem ich auch heute hohe Relevanz beimesse.

Und trotzdem hat sich der Sektor Tag um Tag geweigert, ernsthaft zu korrigieren. Bis - endlich! - heute!

Nun sieht das Chart so aus:

Gold 23.03.16

Wichtig und positiv für den Sektor wäre es nun, wenn das Edelmetall den Verlauf in Blau näme, der sich mit dem Szenario in obigem Artikel vom 11.03. deckt.

Schlecht und weit kritischer, weil eine formidable SKS Topbildung, wäre ein Verlauf wie in Schwarz.

Heisst konkret, alle Goldbullen sollten sich nun wünschen, dass das Edelmetall nun schnell unter 1.200 USD taucht und dort schon im April unter Volumen wieder dreht. Das wäre klar bullisch. Und das Szenario ist nach wie vor mein Favorit.

Nun aber herum zu "eiern" und eine Art rechte Schulter zu formen, würde das Risiko einer längeren Schwächephase deutlich erhöhen.

Wer also das Edelmetall mittelfristig steigen sehen will, sollte ihm nun eine schnelle und klare Korrektur wünschen, die die Lage bereinigt.

Was die besprochenen Maschinenbauer angeht, hat Dürr die Wendeformation seit dem Artikel -> Zwei kraftvolle Maschinenbauer <- vom 15.03. absolut perfekt gezündet:

Dürr 23.03.16

Der Measured Move liegt bei gut 80€, einen "Schluckauf" um die 200-Tage-Linie herum, sollte man aber einplanen.

Auch GEA verhält sich wie erwartet, das im Artikel skizzierte Korrekturpotential besteht weiterhin.

Biotech ist gestern gut gelaufen und korrigiert heute mit dem schwachen Markt wieder. Die kurzfristige Kernfrage ist hier, ob der Doppelboden bestätigt wird, die Chancen dafür erscheinen mir aber weiter nicht schlecht.

So weit so kurz an diesem Tag vor Ostern, an dem ebenso wie Öl und Gold, endlich auch mal die Wallstreet korrigiert, was sowieso überfällig war.

Vom morgigen Gründonnerstag, würde ich an den Märkten nicht mehr zu viel erwarten, der Anleihenhandel der Wallstreet ist sowieso verkürzt.

Am Wochenende, bekommen auch wir die blödsinnige Sommerzeit, die wohl nie mehr abgeschafft wird. Ein Grund mehr, an alle Gesetze ein automatisches Verfallsdatum zu hängen, zu denen sie explizit verlängert werden müssen. Aber auch das ein "Traum" rationaler Politik, der wohl nie in Erfüllung gehen wird. So werden wir weiter von unzähligen Gesetzen geplagt, die ihren Sinn verloren haben oder nie einen hatten und trotzdem wie Zombies immer fortdauern, weil es eben Energie kosten würde, diese abzuschaffen.

Aber durch unsere Sommerzeit, eröffnet die Wallstreet dann kommende Woche wenigstens wieder um 15:30 Uhr und schliesst um 22:00 Uhr, wie es sich gehört. Die Wallstreet handelt übrigens auch am Ostermontag, im Gegensatz zu fast allen anderen Börsen.

Die kommende Woche und letzte Woche des Quartals, hat aus sich heraus Chancen noch eine Gute zu werden - wie es im April weiter geht, betrachte ich dann, wie Sie wissen, mit einer gewissen Skepsis.

Ich werde mich am morgigen Donnerstag voraussichtlich nicht melden, wir lesen uns dann spätestens am kommenden Dienstag nach Ostern mit einem Wetterbericht. Vielleicht mache ich den auch schon am Montag, das weiss ich aber noch nicht.

Nun wünsche ich Ihnen schöne Osterfeiertage. Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Zwei kraftvolle Maschinenbauer



Zwei hiesige Maschinenbauer mit kraftvollen Chart-Strukturen, will ich heute als Idee im deutschen Anlageraum thematisieren.

Zunächst den Maschinenbauer Dürr (556520), der mit der Angst um China zum Jahresanfang massiv verprügelt wurde, weil die Sorge um Chinas Entwicklung bei seinen Lackieranlagen hoch gespielt wurde. Allerdings will China ja weiter hochwertige Güter exportieren und dafür braucht man, insbesondere auch bei Fahrzeugen, eben Lackieranlagen.

Wussten Sie übrigens, dass die börsennotierte Homag Group mit ihren Holzverarbeitungsmaschinen, von Dürr in 2014 übernommen wurde? Auch in dem Geschäftsfeld scheinen die schlimmsten Erwartungen nun vielleicht eingepreist.

Auf jeden Fall signalisiert das massive Volumen am 25.02., dass hier mit hoher Wahrscheinlichkeit ein mittelfristig belastbarer Tiefpunkt generiert wurde. Zwei signifikante Insiderkäufe, hatten wir bei Dürr am 25.02. übrigens auch. Genau am Tiefpunkt. Nun steigt der Kurs wieder deutlich und muss nun den Deckel bei 65€ weg sprengen, um den Weg in Kursregionen um 80€ wieder frei zu machen:

Dürr 15.03.16

Die zweite kraftvolle Bewegung, kann man beim Spezialanlagenbauer Gea Group (660200) schon seit letzten September finden, der in 2016 keine neuen Tiefs mehr generiert hat.

Gea 15.03.16

Gea hat seine stärkste Stellung in der Nahrungsmittelindustrie. Kurz gesagt, wer aus einem Joghurt-Becher oder einer Dose löffelt oder aus einer Flasche drinkt, hat gute Chancen, dass diese mit Gea-Maschinen befüllt wurde. 😉

Allerdings zeigt das Chart, dass man aufgrund des zulaufenden Dreiecks durchaus mit einer baldigen Korrektur rechnen muss. Falls diese kommt, könnte das aber eine interessante Kaufgelegenheit in einem recht stabilen Segment des Maschinenbaus sein.

Das langfristige Chart bestätigt die grundlegend positive Entwicklung in einem langfristig stabilen Marktsentiment, frei nach dem Motto: gegessen und getrunken wird immer.

Gea 15.03.16 2

Wer sich klassischen deutschen Maschinenbau ins Depot legen will, finden in Dürr und Gea auf jeden Fall solide Kandidaten mit starken Produkten. Dass beide - wie alle Maschinenbauer - aber auch zyklisch sind, versteht sich von selbst. Dürr dabei mehr als Gea, weil eben die Kunden von Dürr (Autobauer etc) zyklischer sind, als die von Gea (Nahrungsmittelhersteller).

Dürr ist also eher ein kurz- bis mittelfristiger Trade auf die Wendestruktur. Gea dagegen, nach möglicher Schwäche eher ein längerfristiges Investment. Unser "Johann" hat das Thema vor ein paar Tagen auch im Forum erwähnt.

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