Untrumpiges



So, was haben wir denn heute am Markt an "Untrumpigem", das mal nicht mit dem Warten auf 17 Uhr zu tun hat?

Nicht so viel. Es ist halt einfach so, dass die Frage wie es da nun weiter geht, die alles dominierende Frage der Märkte ist. Libertin hat vorhin im Forum geschrieben:

Arggh, wir werden uns noch nach dem Notenbank-Fetischismus zurücksehnen.

So ist es, auf den Punkt. Gegen Trumps güldenes Haar heute um 17 Uhr und in den kommenden Tagen, werden Draghis betörende Lippen, nur eine traurige, uninteressanter Fussnote sein.

Und es macht einfach keinen Sinn darüber zu spekulieren, wie das ausgeht. Lassen wir es einfach bleiben, wir wissen es nicht.

Aber es gibt ja doch ein paar Dinge im Markt vor 17 Uhr zu beobachten.

So zum Beispiel, dass trotz dieser Aussichten, die Volatilität immer noch in der Nähe historischer Tiefs herum eiert:

Also glasklare Aussage von mir: Absicherungen sind (noch) billig!

Das heisst *nicht*, dass wir diese brauchen werden. Ich kenne die Zukunft nicht und vielleicht setzt schon heute ab 17 Uhr die nächste Rally-Phase ein, weil Trump so goldene Worte wie "Unternehmenssteuer-Senkung" in den Mund nimmt.

Aber Faktum ist: jetzt sind Absicherungen (noch) billig. Vergessen wir das nicht.

Klar ist auch, dass wir wohl schon bald bei den Edelmetallen wissen werden, welche Interpretation richtig ist:

Entweder die des höheren Tiefs in einem neuen, grundlegenden Aufwärtstrends:

Oder die, der bärischen Gegenbewegung, die nun bald einer erneuten Einbruchsphase Platz macht:

Und wir werden bei Aktien auch bald wissen, ob so etwas wie bei der Deutschen Bank, eine typische enge Konsolidierung vor einem weiteren Schub, oder der Strömungsabriss vor einer ernst zu nehmenden Korrektur ist:

Ganz wichtig, wirklich ganz wichtig, für uns ist, dass wir es hier mit Yoda halten: Entspannt und von der Macht durchstömt sein du musst junger Padawan. Ruhe. Gelassenheit. Hmmm.

Denn instinktiv wollen wir uns im Vorfeld positionieren. Wollen das erraten, was da nun kommt und wollen klüger sein als der Markt. Das sind unsere ganz natürlichen Reflexe der Savanne, die Reflexe von Kampf und Flucht, die in so spannenden Situationen auf uns wirken. Das "Affenhirn" eben.

Nur sind sie hier nicht zielführend. Wir wissen einfach nicht, was Trump heute macht und wie der Markt darauf reagiert. Und das Geld im Depot wird mit intelligenter Reaktion auf Realitäten und nicht mit Herumraten und Wunschvorstellungen verdient.

Bringen wir unsere Depots im Vorfeld also in eine gute Ausgangslage. Das Wissen um die Volatilität oben, kann da hilfreich sein. Und dann machen wir "Ommm".

Ich weiss noch nicht, ob ich mich vor 17 Uhr noch einmal melde. Ob das Sinn macht, ist fraglich, wir werden sehen.

Aber ab und nach 17 Uhr bin ich hier und schreibe, ganz ähnlich wie an FED Abenden, wenn die gute Janet ihre langweiligen Worte faselt. So langweilig, wird es heute garantiert nicht, das ist sicher.

Bleibt nur die Frage, ob Ihr Popcorn auch bereit liegt. Meines schon. 😉

Bis später!

Ihr Hari

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Zwei Tage Auswärts



Guten Morgen!

Sie wissen, dieses ist wg Reise mein letzter Marktbericht hier für ca. 2 Tage. Am Freitag Nachmittag nach den US Arbeitsmarktdaten, bin ich dann wieder regulär am Platz und schreibe.

Ich werde in dieser Zeit den Markt weiter verfolgen und mich auch vielleicht mal im Forum dazu melden, Artikel gibt es voraussichtlich nicht, ausser ich finde überraschend viel Zeit und Ruhe.

Der Zeitraum ist ganz passend, denn ich gehe auch beim Markt davon aus, dass die US Arbeitsmarktdaten am Freitag das sind, was diesen in den Bann zieht.

Gerade bei den Edelmetallen sind die Arbeitsmarktdaten zentrales Thema, denen ich erneut ein paar Worte des Ausblicks schenken will.

Denn bei so massiven Einbrüchen, wie sie gestern Gold, Silber und erst recht die Minen erfahren haben, wird ja immer nach "Ursachen" und "Gründen" gesucht.

In meinen Augen gibt es die hier aber nicht, wer sich das Chart zu Gold mit der massiven Unterstützung angeschaut hat, dem musste klar sein, dass ein Bruch dieser nach unten, einen massiven Abverkauf in Gang setzen *musste*:

gold-05-10-16

Ich bitte das nicht misszuverstehen. *Nicht* der Einbruch war zwingend, sondern die Tatsache, dass wenn der Kurs diese Unterstützung verliert, es dann durch Stops in einem Ausverkauf markant nach unten gehen würde!

Genau so gut - in meinen Augen sogar leicht wahrscheinlicher - hätte es nach oben aus diesem Dreieck heraus gehen können.

Insofern ist der einziger "Grund" für den massiven Einbruch die Markttechnik. Es gibt keinen fundamentalen Grund. Es gibt aber einen fundamentalen Auslöser. Auslöser ist aber nicht Grund.

Stellen Sie sich vor, Sie stehen auf festem Grund mit jemandem zusammen, der Sie schuppst, so dass Sie nach hinten stolpern. Sie stolpern, setzen sich vielleicht auf den Allerwertesten, kommen wieder hoch, sind sauer und gehen in einer Gegenbewegung auf den "Schubser" los.

Nun stellen Sie sich die gleiche Sitution an einer grossen Klippe vor, hinter der es 100 Meter runter geht. Sie stolpern, kippen weg und abwärts geht es. Exitus - keine Chance mehr, auf den Schubser los zu gehen.

In diesem Sinne hatten wir gestern einen Auslöser und das waren gute Konjunkturdaten, die den Dollar nach oben geschickt haben und die Zinserwartungen an den Dezember weiter erhöht haben. Und das hat als "Schubser" gereicht, zumal die Positionierung von "Smart Money" sowieso in grossem (wenn auch nicht riesigen) Masse Short war. Und abwärts ging es!

Womit sich die Frage stellt, wie es weiter geht. Einen möglichen Ablauf sehen Sie im Chart und der korreliert eben mit den US Arbeitsmarktdaten am Freitag. Denn die werden wieder die US Zinserwartungen verändern, je nachdem wie "gut" sie herein kommen.

Denn zunächst einmal ist fast sicher, dass nach so einem Einbruch heute erst einmal eine (eher kleine) Gegenbewegung kommt. Auch ein direkter Rücklauf über den Widerstand (im Sinne Fakeout) ist noch denkbar, nach dem Ausmass des Einbruches gestern, aber eher unwahrscheinlich.

Wahrscheinlicher, erscheint heute ein marginaler Rebound und dann am Donnerstag ein weiterer Abwärtsschub. Und dann kommt der Freitag mit den US Arbeitsmarktdaten.

Hier kommt nun zum Tragen, dass die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer FED Zinserhöhung im Dezember nun bei 70% oder mehr liegen dürfte. Heisst da ist selbst bei guten Arbeitsmarktdaten nicht mehr so viel Luft nach oben. Wenn die Daten aber schwächer herein kommen, ist das Überraschungspotential immens.

Ich sage damit nicht, dass es am Freitag den grossen Rebound geben wird, ich weiss doch nicht, wie die Daten herein kommen. Aber das Setup für so einen massiven Rebound ist dann da, eher nicht heute, sondern am Freitag.

Das wollte ich Sie wissen lassen.

Wenn wir im Sektor über diese Taktik der nächsten Tage hinaus schauen, bin ich nach wie vor recht überzeugt, dass wir hier eine absolut notwendige Korrektur und das damit verbundene Abschütteln der schwachen Hände sehen, bevor es weiter hoch geht.

Machen wir uns doch klar, wie lange wir auf so einen Ausverkauf gewartet haben, gerade bei den Minen. Und letztlich ist er über den Sommer über Monate nicht gekommen. Dass er jetzt kommt, wo man schon fast nicht mehr damit gerechnet hat, ist halt der fiese, reflexive Mr. Market - worauf alle warten, kann nur schwer eintreffen.

Es gibt im fundamentalen Umfeld einfach zu viele Argumente für die Edelmetalle und es gibt für mich eigentlich nur einen "schwarzen Schwan", der den Sektor in den Bärenmarkt zurück drücken könnte und das wäre ein massiver Zinserhöhungszyklus der FED. Ich halte das aber für unrealistisch, weil schlicht die Schulden der US dafür auch zu hoch sind.

Davon abgesehen aber, stellt sich mir im grossen Bild derzeit nur die Frage, *wann* man wieder in den Sektor massiv einsteigen sollte und nicht *ob*. Die erste klare Chance dafür, kommt diesen Freitag und da werde ich dann wieder darüber schreiben.

So viel zu den Edelmetallen, die derzeit viel Aufmerksamkeit ziehen.

Übrigens, wenn Sie sich gefragt haben, warum dann gestern der Euro so plötzlich wieder angezogen hat, dann gab es dafür tatsächlich eine Ursache. Und wenn Währungen sich massiv in Bewegung setzen, dann sind in der Regel die Notenbanken nicht weit.

So war es auch hier, -> Gerüchte um die EZB <- mischten die Märkte auf. Die wurden zwar dementiert, aber der Effekt blieb - so macht man Kurse. 😉

Daran dass Gold trotz des wieder fallenden Dollars gestern nicht zurück kam, können Sie auch erkennen, dass meine Aussagen von oben richtig sind. Der Dollar war Auslöser, nicht aber Ursache und wer über die Klippe geht, muss sich erst mal wieder hoch hangeln.

Was die Indizes angeht, liegen meine Augen im Sinne Chance immer noch eher auf dem DAX und den europäischen Märkten, als dem S&P500.

Ich habe ja gestern den "Descending Broadening Wedge" im DAX gezeigt, hier ist er noch einmal:

dax-04-10-16

Wenn dieser nach oben bricht, könnte auch das erhebliches Potential freisetzen und die 11.000 sind dann schnell erreicht. Immerhin hält sich der DAX heute auch wieder über 10.500, das Glas ist zwar nur zu 50% gefüllt, gefühlt aber halbvoll und nicht halbleer.

Öl ist aus dem Dreieck wir erwartet ausgebrochen und nimmt nun die runde 50 USD Marke ins Visier:

oel-05-10-16

Auch wenn ich mittelfristig mit einer Bewegung darüber hinaus rechne, wäre doch ein weiterer Dip wie eingezeichnet, eher typisch.

So liebe Mitglieder, so viel heute vormittag zum Markt, es ist sowieso schon wieder fast 10 Uhr geworden.

Ich mache mich jetzt auf den Weg, wünsche Ihnen gute Entscheidungen und wir lesen uns im Forum und spätestens Freitag Nachmittag!

Ihr Hari

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In Bewegung geraten



Dieses ist der Report zum Wochenanfang, der normalerweise am Montag Morgen erscheinen würde.

In Anbetracht des wahrscheinlichen Endes der Sommer-Starre-Phase, das durch das Geschehen am Freitag eingeleitet wurde, erscheint dieser Bericht schon an Sonntag Nachmittag, damit Sie sich in Ruhe auf eine volatile und wichtige Woche einstellen können. Am morgigen Montag Vormittag folgt dafür kein Update, das nächste Update ist dann wie gewohnt am Montag Nachmittag.

Endlich! Könnte man sagen. Endlich gerät der Markt in Bewegung!

Und so empfinde ich es auch, die zwei Sommer-Monate waren wirklich enervierend, was ihre Starre anging. Nun habe ich genau diese "Sommer-Starre" ja schon seit dem Frühjahr intensiv im Visier gehabt, wie Sie wissen. Aber trotzdem, mittendrin hat man fast das Gefühl, als ob die schwüle Luft stehen bleibt und kein Lüftchen weht. Da sehnt man sich nach ein wenig Wind und den bekommen wir nun wohl.

Werten wir doch zunächst einmal, was wir am Freitag überhaupt erlebt haben. Die Dynamik des Einbruches im S&P500, zeigt das Chart:

S&P500 11.09.16 t

Das ist also der stärkste Einbruch seit dem Brexit und die Seitwärtsrange von 2 Monaten wurde somit innerhalb weniger Stunden zertrümmert. Hier waren klar Algos am Werk, die den ganzen Tag gnadenlos verkauft haben.

Damit ist das Fazit auch, dass man sich den Börsensommer wirklich schenken konnte, gut dass ich das weitgehend getan habe und die Kraft für die nun wichtigere Phase aufgespart habe!

Was war der Auslöser des Einbruchs von Freitag? Ganz profan wohl eine Mischung von "wurde aber auch Zeit" und einer neuen Volte in Sachen FED. Denn der Markt hatte nach den schwachen Arbeitsmarktdaten vor einer guten Woche, eigentlich die Zinserhöhung für diesen September abgehakt. Dann aber kamen kurz vor der nun am Dienstag beginnenden "Quiet-Period" diverse FED-Mitglieder mit starken Worten Richtung Zinserhöhung und das in einer Eindeutigkeit, die den Markt überrascht hat.

Gleichzeitig signalisierten diverse Wirtschaftsdaten aber letzte Woche auch Konjunktur-Fragezeichen und einige Auguren ala Gundlach sehen sogar eine Rezession am Horizont.

So scheint sich in den Köpfen vieler Marktteilnehmer das Dezember/Januar Szenario zu wiederholen: eine FED die zu spät im Konjunkturzyklus sich in den Kopf setzt, die Zinsen zu erhöhen, weil sie etwas zu beweisen hat.

Wohin das im Januar geführt hat, wissen wir. Bei denen, die am Freitag mitverkauft haben, war das mit Sicherheit im Hinterkopf.

Aber ist das auch real?

Josh Brown wählt den sarkastischen Weg, das Geschehen zu werten: -> Decline signals end of western civilization <-.

Er nimmt damit auf intelligente Art und Weise die diversen Crash-Auguren auf die Schippe, die auch dieses Mal garantiert aus ihren Löchern kommen werden. Kann ja auch sein, dass das der Beginn des "grossen Einbruchs" ist, das kann immer sein. Aber ist es auch wahrscheinlich? In meinen Augen eher nicht.

Dass ich nicht der Einzige bin, der hier eher sich aufbauende Long-Chancen sieht, zeigt auch der Moneyflow, denn am Freitag hatten wir trotz eines gnadenlosen Abwärtstages einen mit 600M+ grossen -> Buying on Weakness Print im SPY <-

Das ist bemerkenswert! Man darf diese Signale aber nicht so werten, dass es nun auf jeden Fall gleich wieder hoch geht, nur weil da dieser BoW ist. So einfach ist es nicht und auch das "Big Money", dass sich da am Freitag eingekauft hat, rätselt genau so wie wir, wie es weitergeht.

Aber das Signal sagt, da sind ganz viele da draussen, die jeden Dip als Kaufgelegenheit interpretieren und sich hart einkaufen werden. Und daraus lässt sich dann eine wichtige Ausage ableiten, die uns grosse Sicherheit gibt:

Selbst wenn das der Beginn des grossen Absturzes ist, wird es mit ganz grosser Wahrscheinlichkeit von hier nicht einfach weiter runter gehen, ohne dass noch eine Gegenbewegung kommt, die noch fast bis zu den Hoch führt.

Genau dafür werden die "Dip-Käufer" sorgen, die sich im BoW offenbart haben. Wir haben also mit hoher Wahrscheinlichkeit noch Zeit uns zu sortieren und nein, das ist (noch) nicht das Ende der westlichen Zivilisation. 😉

Es ist ja auch kein Wunder, dass dieser BoW kommt, denn wir wurden doch nun alle seit Jahren darauf konditioniert, dass jeder Einbruch zu kaufen ist und am Ende zu neuen Hochs führt.

Warum sollte es dieses Mal auch anders sein, kann man sich da fragen, zumal der Auslöser ja eher profaner Natur ist. Denn ein weiteres Zins-Viertel-Pünktchen der FED, lässt die Anlage-Welt doch nicht zusammen brechen und es gibt doch überhaupt gar keinen Zweifel, dass eine FED unter Janet Yellen sich weiter als Taube gerieren wird und weiter alles tun wird und mehr, um die Märkte zusammen zu halten.

Also erneut, gerade weil der Markt so konditioniert ist, wie er konditioniert ist, wird eine Topbildung ein Prozess sein, in dem der Markt erst lernen muss, dass Dips nicht mehr zu neuen Hochs führen. Vielleicht erleben wir gerade den Beginn dieses Prozesses, den Beginn des "grossen Absturzes" eher nicht, der kommt erst, wenn die Erkenntnis sickert, dass der Bullenmarkt am Ende ist und das dauert.

Welche Szenarien sind also denkbar?

Ich sehe drei Szenarien:

Im ersten Szenario, dem bullischen Case, ist auch der Einbruch von Freitag eine Long-Chance, die man sofort nutzen sollte:

S&P500 11.09.16 S1

In dem Szenario laufen wir am Montag noch etwas nach unten, zu überzeugend war dieser Einbruch und nach so Einschlägen kommt fast immer was nach.

Dann aber, ab Dienstag, verfliegt die Angst und die Dip kaufenden Programme übernehmen mit Macht. Am Ende ist das was wir hier sehen also der von mir angekündigte Fakeout nach unten, der der wahren Bewegung nach oben voraus geht.

Das ist aktuell mein 30% Szenario.

Im zweiten Szenario, dem neutralen Case, hält die Angst bis zur FED Sitzung vor. Wir sehen dann am Montag eine kleine Gegenbewegung, danach kommen aber noch einmal tiefere Tiefs, bevor der Markt dann in Erwartung der FED stabilisiert und nach der FED erleichtert durchatmet.

S&P500 11.09.16 S2

Denn ich halte es weiter für unrealistisch, dass die FED am Ende anders als als Taube agieren wird. Ein Angst-Sturm im Wasserglas sozusagen.

Das ist aktuell mein 50% Szenario.

Im dritten Szenario, dem bärischen Case, laufen wir zwar zügig wieder hoch, schaffen es aber nicht mehr die Hochs zu erreichen und drehen dann markant nach unten und durchschlagen nach der FED die wichtigen Unterstützungen:

S&P500 11.09.16 S3

Das ist dann *DAS* Signal für die Bären, die Krallen zu wetzen.

Meine Sicht also auf die Lage:

30% Kurzfristige bullische Chance vor uns.
50% Kurzfristige Volatilität und Verwirrung, aber kein wirklicher Grund zur Sorge - Mittelfristige Stärke zum Jahresende ist immer noch drin.
20% Gefahr durch unmittelbare Topbildung.

Sie sehen also, in welche Richtung meine Tendenz geht. Was dann passieren wird, weiss ich natürlich ebenso wenig wie jeder andere und werde meine Meinung entsprechend der Geschehnisse ändern. Aber ich sehe immer noch eher Chancen in dieser Korrektur und hoffe eher, dass sie uns noch ein wenig nach unten führt, um so schöner, wird sie wohl wieder hoch schnappen. 😀

Wichtig ist aber:

In allen drei Szenarien, auch im bärischen, kommt noch eine Bewegung nach oben. Noch gibt es also keinen unmittelbaren Grund zur Panik auf der Titanic. Das Risiko, dass es nun ohne Pause einfach runter geht, ist zwar nicht Null - das ist es nie - aber in meinen Augen so klein, dass man es unter "Restrisiko" verbuchen kann, etwas womit man sowieso immer leben muss.

Ich meine, vielleicht schiesst ja auch der kleine nordkoreanische Gnom bald eine scharfe Atomrakete irgendwohin, mit dem Restrisiko müssen wir halt leben.

Das zur Einordnung aus meiner Sicht am Sonntag Nachmittag. Die Frage ob wir Ende kommender Woche tiefer oder höher stehen, ist also völlig offen und das wird sich auch im Wetterbericht niederschlagen, der noch keine Änderung erfährt, weil der Fakeout weiter im Raum steht und sich noch keine klare Tendenz etabliert hat.

Und der DAX werden Sie fragen?

Der erscheint aus sich heraus derzeit etwas stärker als der S&P500, hat ja auch mehr nachzuholen. Trotzdem, die EZB ist vorbei und das Spiel das hier gespielt wird, ist das Spiel der Wallstreet und der DAX wird folgen.

Der DAX steht an der wichtigen Unterstützung bei 10.500 und je nach Verlauf der Wallstreet oben, wird diese kurz unterschritten und dann geht es hoch, oder im 20% Szenario ganz verloren:

DAX 11.09.16

Das könnte nun also im bärischen Fall ein Doppeltop werden, muss es aber nicht und der Henkel ist immer noch nicht negiert. Die kommenden Tage werden es zeigen.

Auch die Pirouette bei Gold und den Minen ist unmittelbare Folge der Ängste um die Zinserhöhung und auch da sind die Chancen nicht schlecht, dass sich diese Angst spätestens mit der FED in einer guten Woche verbraucht hat.

Auch der Edelmetallsektor könnte also bald ein zyklisches Tief bilden.

Was steht sonst noch kommende Woche an, in der alles auf die FED in der Folgewoche wartet?

Am Montag reden vor der Quiet-Period noch FED-Mitglieder, das kann noch kräftig so oder so Bewegung machen.

Am Dienstag kommt Chinas Industrieproduktion und der deutsche ZEW.

Am Donnerstag kommen dann die Schweizer Nationalbank und die Bank of England mit ihrem Zinsentscheid. Dazu der wichtige Philly-FED Index, sowie Einzelhandelsumsätze und Verbraucherpreise in Europa und US. Der wichtigste Tag der Woche.

In Summe eine Woche, in der sich alle Marktteilnehmer die gleichen Fragen wie wir stellen werden und sich alle an das erinnern werden, was bisher immer geklappt hat: Buy the Dip.

Und insofern ist die Woche dann doch wieder etwas berechenbarer. Machen wir das Beste daraus!

Ihr Hari am Sonntag Nachmittag (noch aus Österreichs Bergen)

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Einfach erstaunlich



Es ist einfach erstaunlich, wie wenig Bewegung in den US Indizes ist. Man hat das Gefühl, als ob der Markt Anfang Juli in einen verzauberten Schlaf gefallen ist, aus dem er auch nun am Beginn des September nicht aufwachen will.

Wenn wir auf das Chart des S&P500 schauen, sehen wir die Parallelität zur Starre-Phase im Juli und rein vom Chart her, ist hier durchaus ein Ausbruch nach oben in den Karten: ->Another cycle higher <-:

S&P500 06.09.16

Sicher ist daran aber gar nichts und insofern kann man hier nur eine abwartende Haltung einnehmen.

Was die Indizes nicht bieten, ist aber "unter der Decke", durchaus in einzelnen Segmenten und Aktien zu finden. Nämlich attraktive Setups mit Potential.

Ganz vorne ist heute der Edelmetall-Sektor. Die Minen, denen ich in -> Ach September <- einen bevorstehenden Rebound zugebilligt hatte, haben sich genau ab da in Bewegung gesetzt und liefern heute in Form des ETFs GDX erneute Stärke:

GDX 06.09.16

Die spannende Frage ist, ob die Stärke die wir sehen, das zweite tiefere Hoch einer Topbildung generiert, oder zu neuen Hochs läuft. Das ist aber im Vorfeld nicht zu sehen, muss man dafür aber sehr kritisch im Auge behalten, denn wenn der Sektor mit tieferem Hoch wieder dreht, dann - aber erst dann - müssen die Alarmlampen angehen. Unabhängig davon, waren die Minen letzten Donnerstag aber ein Kauf und die Chancen für neue Hochs sind gut.

Aussichtsreiche Setups sehe ich zum Beispiel hier in Hecla Mining (HL) und New Gold (NGD), zwei mittelgrosse Miner, die ich - wie Sie wissen - vom Profil ihrer Lokationen in sicheren Ländern her, für ein Investment mag:

HL 06.09.16

NGD 06.09.16

Der Biotech-Sektor dürfte in Kürze eine Richtungs-Entscheidung treffen. Hillary Clinton hat ja nun allerlei sprachlich auf den Sektor geworfen, der in Form des ETFs IBB nun genau auf der bullischen Kreuzung der 50- und 200-Tage-Linie liegt:

IBB 06.09.16

Wenn der Sektor trotz des politischen Sperrfeuers hier nach oben dreht, ist das ganz stark und als Kaufsignal zu werten. Das OBV ist schon mal eher bestätigend und deutet eher nach oben.

Beim Shortkandidaten Chipotle Mexican Grill (CMG) ist noch nichts passiert, die Situation läuft aber immer mehr auf eine Entscheidung zu. Irgendwann bleibt keine anderen Wahl mehr, als nach oben den Abwärtstrend zu brechen oder nach unten wegzubrechen:

CMG 06.09.16

Ich präferie bei diesem Chartbild, dieser Bewertung und dieser Nachrichtenlage, immer noch den Weg nach unten, mit Kursziel 200-250 USD:

CMG 06.09.16 2

Ein spannendes Chartbild, zeigt der Paketdienstleister UPS:

UPS 06.09.16

Wir sehen ein zulaufendes Dreieck zwischen den alten Hochs und einer Unterstützungszone. Das OBV sagt, dass es eher zu neuen Hochs gehen wird.

Bei Mosaic (MOS) - die auch am 01.09. schon erwähnte - ist nun der Zeitpunkt um als Trader Farbe zu bekennen.

Wenn man daran glaubt, dass die Chancen zum Ausbruch gut sind und der Sektor einen Trendwechsel erfahren wird, hat das Retracment der letzten vier Tage nun die Grundlage für einen Einstieg geschaffen:

MOS 06.09.16

Die Begrenzungen sind eindeutig und klar. Entweder dreht das Baby nun mehr oder weniger "hier und jetzt" und fliegt nach oben weg, oder man kann auch diese Gelegenheit abhaken und sich anderen Dingen zuwenden.

Der ganze 3D Sektor, so auch 3D Systems (DDD) profitiert heute von der Phantasie, die vom GE-Arcam Deal ausgeht. Allerdings wird es in meinen Augen wohl bei Phantasie bleiben, denn Arcam war schon vorher im Luftfahrtsektor unterwegs und hatte Aufträge von GE. Insofern ist das ein klarer strategischer Kauf.

Aber wer sollte den Gemischwarenladen DDD kaufen? Und warum? Ich tue mich da etwas schwer. Und das Chartbild seit dem Einbruch von Mai, sieht auch eher dubios für mich aus:

DDD 06.09.16

Auf jeden Fall ist das Bild nicht klar bullisch überzeugend.

Ganz zum Schluss noch ein Zock. Ein reiner Zock mit hohem Risiko, aber immensen Chancen. Ein Zock auf eine kleine Aktie, mit gerade mal 100 Millionen Market Cap.

Eine Aktie aus dem Öl & Gas Sektor, sprich wenn der Ölpreis deutlich steigen sollte, wird das ein grosser Gewinner. Hier die -> Website <-

Was mich interessiert, ist einfach das Chart und die zum Ausbruch gehörende Volumensignatur. Schauen Sie selbst und entscheiden Sie selber, ob Sie hier "zocken" wollen.

Wenn ja, bitte mit beschränkter Positionsgrösse, denn so eine Aktie kann auch plötzlich Pleite gehen. Denn das ist einer dieser Werte, den die Saudis fast bis zum Exitus gebracht haben. Aber nur fast:

CRK 06.09.16

CRK 06.09.16 2

So weit für heute. Machen Sie es gut bis Morgen!

Ihr Hari

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Etwas schwächer aber nicht schlecht



Die US Arbeitsmarktdaten kamen -> etwas schwächer als erwartet <- herein, ohne aber wirklich schlecht zu sein.

Ich finde das schade, denn sehr gute Daten hätten ein wunderbares Setup generiert. Dann wäre die September-Zinserhöhung der FED wohl endgültig eingepreist worden und der Markt hätte weiter korrigiert, so dass man vor der FED Sitzung Klarheit gehabt hätte, dass die Überraschung eigentlich fast nur nach oben weisen kann.

So aber, wird die Zinserhöhungsphantasie etwas gedämpft, was wir zum Beispiel auch bei der Gegenbewegung des Edelmetall-Sektors sehen, die ich ja gestern früh schon in den Raum gestellt hatte. Auf Wochensicht, bekommen wir wohl nun einen massiven Hammer im GDX, das OBV ist weiter eher bestätigend:

GDX 02.09.16

Und damit zeigen die grossen Indizes wie der S&P500 nun wieder Stärke, ohne dass das wohl als Katalysator ausreichen dürfte, die wochenlange Starre zu überwinden.

Das Fiese daran ist, die Lage bleibt nun so indifferent wie seit Wochen zuvor, eine Zinserhöhung ist nur partiell eingepreist und der Markt hängt nahe der Höchststände und hat weder Kraft nach oben, noch nach unten. Da am Montag auch noch US Börsenfeiertag ist, bleiben wir bis mindestens Mitte nächster Woche wohl zwischen "Baum und Borke" hängen.

Das ist kein Setup für grosse Risiken, leider scheint das nun der fortdauernde Zustand zu sein. Schade.

Was sehe ich sonst noch an meinem letzten vollen Ferientag?

Im Biotech-Sektor bleibt der -> von Hillary Clinton ausgehende Druck auf die Biotech-Preise <- wohl erhalten, was die Lage im Sektor ETF IBB nun besonders kritisch macht.

Denn der "eiert" nun in einer wichtigen Zone herum. Wenn er von hier weiter nach unten läuft, muss man befürchten, dass es doch noch zu einer finalen Abwärtsbewegung bis vielleicht 200 USD führt. Wenn er sich hier aber nun lösen kann, ist der Weg nach oben frei. Das OBV deutet eher auf Chancen:

IBB 02.09.16

Und der DAX? Der sieht für mich immer noch eher aussichtsreich aus. Da bildet sich im Tageschart eine Art Henkel. Solange dessen Tiefs (schwarze feine Linie) nicht gebrochen werden, darf man eher nach oben schauen! Tage ohne die Wallstreet wie kommenden Montag, sind im DAX auch traditionell eher stark, zwar verhalten, aber stark:

DAX 02.09.16

Als Trade ein Treffer, war auch das Britische Pfund zum Euro (GBPEUR), wie ich das im Artikel von Montag in -> Letzter Aufruf <- dargestellt habe.

Hier ist nun das Tageschart und dann schauen Sie bitte in den Artikel von Montag, diese Struktur könnte sich nun exakt so bilden, wenn es im Tageschart so weiter gehen würde:

GBPEUR 02.09.16

Am Montag bin ich wieder normal "im Dienst", mit mindestens zwei - oft drei - Artikeln am Tag und intensiver Marktbeobachtung. Bis dahin geniesse ich noch wehmütig das sonnige Wochenende, das für mich eine Urlaubsphase beendet, die in den letzten 2 Wochen ausgesprochen schön und erholend war, eigentlich könnte der Urlaub jetzt so richtig anfangen.

Aber so geht es Ihnen sicher auch, die Pflicht ruft und wir folgen! Bis Montag.

Ihr Hari

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Das coolste Chart der Welt



Guten Morgen!

Ein eher ruhiger Wochenausklang sollte vor uns liegen. Quartalszahlen gibt es am Freitag eher weniger und auch an Wirtschaftsdaten, haben wir Einkaufsmanagerindizes und das wars dann.

An der grossen Lage, hat sich nichts geändert. Der DAX liegt weiter in Schlagdistanz die 10.200 zu knacken und hat durchaus Potential für weitere Kursgewinne Richtung 10.500 in der kommenden Woche.

Der S&P500 zeigt, dass er stark überkauft ist und eine Pause braucht, echter Abwärtsdruck nach unten, entsteht aber (bisher) auch nicht:

S&P500 22.07.16

Jetzt können wir gemeinsam eine Münze werfen, ob der S&P500 sein Potential schon verbraucht hat, oder doch noch einen finalen Schub bis ca. 2.200 hinlegt, bevor er endlich korrekturreif ist. Ich kann Ihnen das heute nicht sagen.

Aber umgedreht wird ein Schuh daraus, wenn der S&P500 nächste Woche noch einmal nach oben nachlegt, dann kann man danach mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mal ein paar Gewinne vom Tisch nehmen und auf eine Korrektur setzen. Insofern wäre dieser Pfad fast zu begrüssen, weil er taktische Klarheit schafft.

Die Chancen dafür sind nicht schlecht, denn kommende Woche kommt der absolute Höhepunkt der Quartalssaison mit unter anderem:

Montag: Danaher (DHR), ENI, Express Scripts (ESRX), Gilead Sciences (GILD), Kimberly-Clark (KMB), Rockwell Collins (COL), Texas Instruments (TXN)

Dienstag: 3M (MMM), AK Steel (AKS), Akamai (AKAM), Anadarco Petroleum (APC), Apple (AAPL), BP, Ballard Power (BLDP), Baxter (BAX), Check Point Software (CHKP), Citrix Systems (CTXS), Eli Lilly (LLY), Freeport McMoran (FCX), Illumina (ILMN), iRobot (IRBT), Juniper (JNPR), MTU Aero Engines, MAN Group, Mc Donalds (MCD), Michelin, Mobileye (MBLY), Twitter (TWTR), Under Armour (UA)

Mittwoch: ARM Holding, Agnico Eagle Mines (AEM), Airbus, Altria (MO), Amgen (AMGN), BASF, Barrick Gold (ABX), Bayer, Boeing (BA), Coca-Cola (KO), Coeur Mining (CDE), Deutsche Bank, Dolby Labs (DLB), FLIR Systems (FLIR), Facebook (FB), Garmin (GRMN), GlaxoSmithKline (GSK), GoPro (GPRO), Goldcorp (GG), Hochtief, Hess (HES), Kinross Gold (KGC), LG Display (LPL), Logitech (LOGN), NXP Semiconductor (NXPI), New Gold (NGD); Nintendo, Northrop Grumman (NOC), Open Text (OTEX), Peugeot, ST Micro, Saft, ServiceNow (NOW), Solar City (SCTY), Statoil, Suncor Energy (SU), Teradyne (TER), Vertex Pharmaceuticals (VRTX), Vossloh

Donnerstag: Agenus (AGEN), Alexion (ALXN), Alphabet (GOOG), Amazon (AMZN), Anglo American, Astra Zeneca (AZN), BAE Systems, BNP Paribas, Baidu (BIDU), Baker Hughes (BHI), Bunge (BG), Carrefour, Celesio, Centrica, Clariant, ConocoPhilips (COP), Cray (CRAY), Credit Suisse, Cypress (CY), Danone, Diageo, Dialog Semiconductor, Drägerwerk, Expedia, Fords (F), Fortinet (FTNT), Gea Group, International Paper (IP), Komatsu, Kyocera, L-3 Communications (LLL), Linde, Mastercard (MA), Nordex, Pentair (PNR), ProSiebenSat1, Qiagen, Raytheon (RTN), Renault, Schneider Electric, Stericycle (SRCL), Suez Envrionment, Synaptics (SYNA), Taser (TASR), Telefonica, Thermo Fisher Scientific (TMO), Thomson Reuters (TRI), Total, Vale, Verbund, Verisign (VRSN), Volkswagen, Wacker Chemie, Weatherford (WFT), Western Digital (WDC), Wincor Nixdorf, Yamana Gold (AUY), Yandex (YNDX)

Freitag: AB Inbev (BUD), AbbVie (ABBV), Arcelor Mittal, BBVA (BBVA), Barcleys, Embraer, Essilor, Exxon Mobile (XOM), Generali, Heidelberg Cement, Hitachi, MAN, Merck&Co (MRK), Phillips 66 (PSX), Reckitt Benckiser, Sanofi, Sika, Swiss Re, UBS, UPS (UPS), Vinci, Wolters Kluwer, Xerox (XRX)

Ufff - das wird hektisch. Und da die Quartalssaison bisher eher positiv war, dürfte das den Markt weiter stützen. Erst wenn das im August ausläuft, ist der S&P500 in meiner Erwartung endgültig korrekturreif.

Was die Edelmetalle und Gold angeht, bleibe ich bei meinem Chart von vor drei Tagen, das davon ausgeht, dass die Korrektur noch etwas weiter geht:

Gold 19.07.16 2

Der "ideale" Zeitpunkt für den Edelmetall-Sektor ein Korrekturtief zu bilden, wäre die FED Sitzung am Mittwoch 27.07. kommende Woche, die sowieso den "Höhepunkt" der Woche darstellen wird. Behalten wir so einen Verlauf also im Auge. Sollte Gold im Vorfeld unter 1.300 USD tauchen, generiert das potentiell ein attraktives Setup.

Kommen wir zu den wenigen Quartalszahlen von gestern Abend und heute.

Mein Lieblingsshort seit letzten Herbst, Chipotle Mexican Grill (CMG), produziert in Perfektion eine -> Enttäuschung <-, weil die Krise weiter schwelt. Nachbörslich verliert die Aktie 2%, hält sich aber noch vergleichsweise gut.

Der Grund dürfte technischer Natur sein, denn aus Sicht der Bullen *muss* die Aktie da nun drehen, 400 USD ist eine ganz wichtige Unterstützung:

CMG 21.07.16

Wenn die Linie bei 400 USD bricht, ist noch ganz viel Luft nach unten:

CMG 21.07.16 2

Skyworks Solutions (SWKS) -> liefert an der Oberfläche überzeugenden Zahlen <-, wird aber nachbörslich deutlich abverkauft, weil der Gewinn fällt und der Ausblick nicht begeistert.

Der kurz bevor stehende Ausbruch, ist damit erst einmal abgesagt:

SWKS 21.07.16

Visa (V) hat ein -> differenziertes Bild <-, das den Markt nicht überrascht.

Vor einem guten Jahr, hatte ich ja die Vermutung, dass die Kreditkartenkonzern recht schnell durch Apple Pay und Co. unter Druck geraten. Das war nicht der Fall, es dauert länger, die Platzhirsche anzugreifen, vom Tisch ist das Thema aber nicht. Das Chart von Visa ist weiter ungetrübt von Sorgen, wie ein Strich nach oben:

V 21.07.16

Vodafone, liefert heute morgen -> gute Zahlen <-, die aber bisher wenig zu überraschen scheinen.

Auch im Chart sieht man nur eine seit Jahren endlose Seitwärtsbewegung zwischen 200 und 250 Pence und damit wenig, was einen nun zu Handlungen motiviert.

Mit Zahlen kommt heute noch vor US Börsenstart: General Electric (GE), ansonsten ist - wie immer am Freitag - an Zahlen nicht so viel los.

Und nun zum Abschluss, werden Sie sich gefragt haben, wo der Bezug zum Titel bleibt. Hier ist er, es ist das coolste Chart der Welt!

Unbedingt anschauen, ausdrucken und neben den Bildschirm hängen: -> Is this it? <- 😛

Ich mache heute auch mal langsamer und gleite in das Wochenende. Am Nachmittag melde ich mich aber auf jeden Fall noch einmal. Ich wünsche einen schönen Tag!

Ihr Hari

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Edelmetallpreise & Minenkurse



Und weiter geht es bei der Adressierung von -> Themen, die Sie interessieren <-.

Heute greife ich mir eine Frage heraus, die ich weit schneller und einfacher beantworten kann, als die Letzte:

Die Auswirkungen der Edelmetallpreise (v.a. Gold aber ggf. auch Silber) auf Minenwerte -> in erster Linie natürlich Goldminenbetreiber aber auch Industriemetallförderer ala FCX etc - wäre ein Zusammenhang, der falls er überhaupt besteht mich enorm interessiert.

Das ist ganz einfach:

Erstens, Firmen werden an der Börse letztlich über Ihre Gewinne bewertet. Denn man ist ja Aktionär eines Unternehmens, damit das Gewinne macht, von denen man profitiert.

Heisst konkret, ein Unternehmen das absehbar auf die nächsten Jahrzehnte keinen Gewinn macht, ist von der Seite nichts wert. Was dann noch bleibt, ist der Substanz- oder Verkaufs-Wert. Weil selbst wenn das Unternehmen selber keine Gewinne macht, kann man seine Assets (seine Materialien, Minen, Ländereien, Geräte etc) ja vielleicht an Dritte verkaufen.

Wenn aber ein Unternehmen dauerhaft keine Gewinne macht und auch keine Assets hat, die man zu Geld machen kann, hat es den Kurs Null. Punkt.

Zweitens, es geht dabei aber nicht um die Gewinne der Gegenwart, sondern um die erwarteten Gewinne der Zukunft, um die Erwartungen also. Es ist also kein Problem, dass ein Unternehmen aktuell Verluste macht, wenn man das glaubhaft als Investitionen für viel grössere Gewinne in der Zukunft versteht. So ein Fall ist zum Beispiel Amazon. Wo aber die Erwartungen Null sind, sind auch die Kurse Null oder beim Substanzwert der Betriebsauflösung.

Drittens, bei Minen ist das Bild ganz einfach. Die haben einerseits Verkäufe, die vom Fördervolumen und zB Goldpreis abhängen. Also Volumen x Marktpreis. Und haben andererseits eine Kostenbasis, die relativ unreagibel ist, weil sie mit festen Mitarbeitern, Maschinen etc zu tun hat. Das Delta ist der Gewinn. Eine Änderung des Goldpreises, wirkt sich also unmittelbar auf den Gewinn und damit auf den Kurs aus. Und das sogar gehebelt.

Viertens, der Hebel entsteht aus einem ganz einfachen Basiseffekt. Stellen Sie sich beispielhaft einen Goldförderer vor, der aktuell eine Kostenstruktur von 1.100 USD pro gefördeter Feinunze Gold hat. Nehmen wir weiter an, Gold sei bei 1.200 USD. Damit hat der Goldminer 100 USD Gewinn pro Unze und aus dieser Erwartung entsteht der Kurs. Nun steigt Gold von 1.200 auf 1.300 USD, also um ca. 9%. Die Kostenstruktur bleibt aber weitgehend statisch, weswegen der Gewinn von 100 auf 200 USD pro Unze hoch geht. Der Gewinn hat sich also verdoppelt, der Kurs wahrscheinlich auch. Das ist der "Hebel" zwischen einer recht statischen Kostenstruktur und einem variablen Goldpreis.

Fünftens, ist die Kostenstruktur aber nicht völlig statisch, alle grossen Goldminen haben in der Baisse der letzten Jahre immens viel dafür getan, die Kosten (zb Personalkosten) nach unten zu bekommen. Das macht die Unternehmen aber im Anstieg des Goldpreises besonders profitabel, sprich der Hebel ist sehr hoch und wenn Gold um ein Prozent steigt, steigen die Minen um 4, 5 oder 6%.

Sechtens, kommt ein steigender Goldpreis einigen Minen aber nicht völlig zu Gute, wenn die ihre Goldförderung schon via Termingeschäften gehedged oder sogar an sogenannte "Streaming-Companies" verkauft haben wie Franco Nevada (FNV), Royal Gold (RGLD) oder bei Silber eben Silver Wheaton (SLW). In dem Fall freut sich die Streaming-Company über den steigenden Goldpreis, der Miner hat erst einmal nichts davon. Gemacht werden die Verträge trotzdem, weil sich die Minen so ihre Existenz sichern können, denn nach unten zieht eine Streaming-Vertrag natürlich auch einen Boden gegen fallende Edelmetallpreise ein.

Fazit:

Das sind die wesentlichen Faktoren die einwirken. Und das nicht nur bei Gold oder Silber, sondern ähnlich auch bei Kupfer und Co.

Verkaufspreis X Produktionsvolumen - Kostenstruktur = Gewinn pro Einheit.

Da die Minen durch die Bank ihre Kostenstruktur gegenüber 2011 massiv verbessert haben, sind diese nun auch so attraktiv als Aktien. Genau das weiss der Markt ja aber, weswegen er bei Erwartungen an einen steigenden Metallpreis die Minen um ein Vielfaches des Metallpreises hoch kauft - der Hebel eben, der prinzipiell aber in beide Richtungen wirkt.

Ganz einfach also. Alles klar?

Ihr Hari

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Not Yet!



Eigentlich ist in den Indizes heute nichts passiert, das leichte Minus im DAX und leichte Plus im S&P500, ist getreues Abbild eines steigenden EURUSD Währungspaares, sprich eines fallenden Dollars und eines steigenden Euros.

Und ein fallender Dollar hilft wie wir wissen, kurzfristig der US Industrie, ebenso wie eine steigender Euro bei der europäischen Industrie kurzfristig als Belastung wirkt.

Das Asset des Tages ist eher das, was sich schon heute früh abzeichnete: der Edelmetallsektor.

Gold und vor allem Silber mit fast 4%, liefern eine absolut beeindruckende Performance. Und schauen wir auf den GDX, sehen wir, wie der in einer Folge von Gaps, schon neue Verlaufshoch erreicht hat:

GDX 08.06.16

Wenn Sie sich erinnern, habe ich den Moment sich wieder im Sektor zu engagieren und das Ende der Korrektur einzuläuten, fast auf den Punkt getroffen. Ich erinnere an den Post vom 30.05. -> Gold und der Dollar <-. Darin sagte ich:

Sie wissen aber auch, dass ich das 2. Quartal immer im Blick für ein zyklisches Tief hatte, von dem aus dann Chancen ins Jahresende hinein auszumachen sind.

Und genau diese Situation haben wir *Jetzt*. Halten wir also fest, während ich bisher zur Zurückhaltung im Sektor gemahnt habe, beginne ich nun Chancen zu identifizieren.

Und obwohl ich den Punkt so wunderbar getroffen habe, war ich vielleicht zu vorsichtig, denn ich sagte auch:

Missverstehen Sie das aber bitte nicht mit einem "sofort kaufen". Nein, ich denke, die Korrektur ist nach unten noch nicht abgeschlossen! Aber wir dürfen uns nun langsam die Käufe zurecht legen und auf den richtigen Zeitpunkt lauern, so wie es sich für "gute Jäger" gehört.

Kommt also ein letzter Dip noch? Vielleich kommende Woche? Ich weiss nicht, ich weiss nicht. Denn was wir als Price-Action hier sehen, ist einfach nur b*e*i*n*d*r*u*c*k*e*n*d*!

Auch die Tatsache, dass ich dem Edelmetall wieder zu wenig zugetraut habe, ist ja auch ein Signal. Das Signal grosser innerer Stärke im Sektor, die klar von einem Gezeitenwechsel und neuem Bullenmarkt kündet.

Denn ich habe in den letzten Monaten - Sie können das ja gerne nachvollziehen - jede Phase des Edelmetalls von der Tendenz her getroffen und trotzdem mehrfach, dem Sektor weniger zugetraut, als dann doch in ihm steckte. Das Timing war also perfekt und gleichzeitig habe ich die Wucht unterschätzt.

Was ist also mein Fazit?

Das aktuelle Geschehen bestätigt eindrücklich kommende Stärke und markiert den 30.05. als den Tag, ab dem man wieder akkummulieren sollte.

Ob wir doch noch einmal vorher abtauchen oder sofort nach oben gehen, weiss ich schlicht nicht. Mit meiner Technik ist mir das aber auch weitgehend egal. Lesen Sie noch einmal, was ich dazu einen Tag später am 31.05. geschrieben habe in -> In den Rhythmus kommen <-:

Sie wissen, dass ich bis auf die Basispositionen abgebaut hatte und lange meine Füsse still gehalten habe. Auch wenn ich davon ausgehe, dass es das noch nicht war, rechtfertigte der Taucher von Gold gestern auf 1.200 USD aber doch, langsam wieder mit der Akkumulation zu beginnen - Schritt für Schritt. Das nur zur Einordnung. Die Zeit meiner Abstinenz im Sektor, ist mit dem kommenden Ende des 2. Quartals vorbei.

Ich habe am 30.05. also, von der Basisposition ausgehend, wieder zu akkkumulieren begonnen und das Einzige, was ich nun ändere ist, dass ich nun vielleicht etwas aggressiver Dips zu Käufen nutze.

Ansonsten steigt auch Öl dank schwacher Lagerbestände weiter und was passiert an einem Tag, an dem der Dollar fällt, Öl steigt und Gold steigt? Sie ahnen es, der Rohstoff-Sektor schwingt massiv nach oben. Hier zwei Beispiele:

AKS 08.06.16

XME 08.06.16

Und für alle "Freeport McMoran Fans" sei gesagt, dass dieses Chart verdächtig nach einem Henkel oder einer rechten Schulter riecht. Es ist letztlich egal, wie Sie das Baby nennen wollen, die Price-Action weist nach oben, Carl Icahn wird es mögen: 😉

FCX 08.06.16

FCX 08.06.16 2

Von diesem Geschehen im "Metals & Mining" Bereich abgesehen, ist heute aber gar nicht so viel los. Deswegen schliesse ich auch meine Kommentierung mit einem kurzen Blick auf das -> Marktsentiment <- von Joachim Goldberg.

Sie lesen dort, dass die deutschen Anleger recht optimistisch sind, aber ihr Pulver eher verschossen haben und nun auf das ausländische Kapital warten müssen, das noch an der Seitenlinie steht.

Das Bild ist völlig deckungsgleich mit unserer Wahrnehmung. Wir haben die Chance in DAX & Co. klar gesehen und uns so aufgestellt. Gleichzeitig hat der richtige Schub bisher gefehlt und ich habe auch eine qualifizierte Vermutung geäussert, woran das liegt: am Brexit.

Aus Sicht eines US Anlegers, wirft ein potentieller Brexit grundlegende Fragen zur Zukunft der EU und damit auch der Eurozone auf. Ob das objektiv so ist, ist völlig irrelevant, wir wissen, es sind die Erwartungen die zählen und sonst nichts!

Diese Kaufzurückhaltung kann durch zwei Ereignisse aufgelöst werden. Erstens, wenn der Brexit abgesagt wird und zweitens wenn er kommt, der Markt aber einige Tage und vielleicht Wochen später feststellt, dass alles doch nicht so heiss gegessen, wie gekocht wird.

Heisst, das Aufwärtspotential in DAX & Co. ist immer noch da, aber *not yet" meine lieben Anleger, *not yet*!

Glauben wir aber nicht, dass wir zwingend bis zur Abstimmung warten müssen, bis sich diese Spannung auflöst. Umfragen, die plötzlich ein klares Meinungsbild pro EU erzeugen, würden auch schon im Vorfeld den Effekt erzeugen.

In diesem Sinne bis Morgen!

Ihr Hari

PS: Als kleiner, lustiger "Schocker" im Nachlauf des gestrigen Einbruchs bei Biogen, will ich Ihnen heute mal zeigen, was im Sektor auch geht:

BSPM 08.06.16

Ja, ich weiss - *sehr* kleiner Mikro-Cap und reine Lotterie. Aber einfach ein Beispiel, wie das Prinzip in beide Richtungen wirkt. Aus einer seriösen Investmentsicht, kommt es einfach auf ausreichende Diversifizierung und einen Zeitpunkt an, zu dem man dem Sektor zu akzeptablen Kursen näher tritt. Und dieser Zeitpunkt könnte durchaus jetzt sein. Auf jeden Fall viel eher, als vor einem Jahr. 😉

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Würden Sie dieses Chart kaufen?



Ich mache heute mal ein Experiment und frage Sie, ob Sie dieses Chart kaufen würden?

NASDAQ 20.04.16

Wohl eher nicht, oder?

Die Gründe dafür sind eingezeichnet, das Asset ist nach der Rally vom Februar-Tief nun überkauft, verliert seit 2014 Momentum, hat aktuell einen "inverted Hammer" in der letzten Wochenkerze und "stinkt" geradezu danach, hier eine grosse Topbildung zu vollziehen.

Womit sich die Frage stellt, was wir hier vor uns haben und die Antwort ist nicht erfreulich, es ist der NASDAQ 100, der deutlich schwächer als der S&P500 ist.

Eigentlich hat der NASDAQ eine Vorlaufwirkung und nun hängt er deutlich hinter S&P500 und Co. hinterher. Gestern hat auch Intel Zahlen und massive Entlassungen bekannt gegeben, die zu einem guten Teil mit dem schwächelnden PC-Geschäft zu tun haben.

Nun muss man das auch nicht überbewerten, der NASDAQ ist nur ein Index. Aber es ist ein wichtiger, an dem sich auch die Bereitschaft des Marktes immer manifestiert hat, ins Risiko zu gehen und auf die Zukunft zu setzen.

Ich will mit diesem Chart nur mal den Kontrapunkt zur aktuellen, bullischen Euphorie setzen. Diese aktuelle Stärke hatte ich, wie Sie wissen, im April erwartet und höchstens in dem Ausmass und der Persistenz, überrascht sie mich nun ein wenig.

Aber es gibt eben auch gute Gründe, die mich dazu veranlassen, diese Stärke in den US Indizes eher zum langsamen Abbau zu nutzen und nun nicht mit beiden Händen den Kursen noch hinterher zu rennen. Im DAX sehe ich die Lage etwas optimistischer, einfach weil da so viel Nachholpotential ist, aber Charts wie das des Nasdaq motivieren mich nicht, über kurzfristige Opportunitäten und einzelne Sektoren hinaus, hier nun massiv ins Risiko auf der Long-Seite zu gehen.

Die Zeit für massives Long-Exposure mit beiden Händen ist *nach* einem Einbruch, aber *nicht* nach über 2 Monaten Rally und Charts, die so wie oben aussehen.

Diese sehr einfache Logik, hat mir seit 2000 schon oft den berühmten "Arsch" gerettet. Dass ich dabei manchmal kurzzeitig etwas weniger nach oben mitnehme, als ich theoretisch mitnehmen könnte, ist ein angemessener Preis, den ich gerne zahle.

Das nur noch einmal zur Einordnung. Kurzfristig sieht dieser Markt sehr bullisch aus und das kann auch bis Ende April und auch Anfang Mai anhalten. Aber dann werde ich nicht zu denen gehören, die nur blind und gierig nach oben schauen. Vielleicht bei selektiven Sektoren wie den Edelmetallen schon, aber nicht bei den breiten US Indizes!

Ihr Hari

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Scharfe Gewinnmitnahmen



Guten Morgen!

Gestern war ein merkwürdig wirkender Börsentag. An der Oberfläche der Indizes, haben wir nur eine mässige Konsolidierung gesehen, wie sie zu erwarten war. Die genannten 9.600 im DAX und 1.950 im S&P500 kamen nie ernsthaft in Gefahr.

Unter der Decke aber, gab es massive und scharfe Abgaben in fast allen Sektoren, die zuvor lange sehr gut gelaufen waren. Rohstoffe, Edelmetalle, Biotech, Semiconductor, Solar, selbst Agrar. Alles wurde mit Macht ausgekehrt, was vorher wochenlang hoch geschossen war.

Das waren sie also nun, die lange überfälligen Gewinnmitnahmen, die schon vor ein paar Tagen hätten kommen sollen. Noch im europäischen Handel war in bestimmten Bereichen wie Biotech davon nichts zu merken, die Wallstreet und die "Goldmänner", haben dann einfach den Hebel umgelegt.

Nun war ja völlig klar, dass das kommen würde und auch in dieser Schärfe. Und trotzdem ist es nie möglich den exakten Tag auf den Punkt vorher zu sehen, auch wenn man gestern nach den China-Daten durchaus mit dem Risiko rechnen konnte.

Und selbst wenn man das wusste und im Vorfeld abgebaut hatte, fühlt es sich bei den verbleibenden Werten immer noch scharf und unangenehm an. Niemand gibt eben gerne "mal eben" 10% der Gewinne ab.

Aus diesem Grund erinnere ich an das, was ich in -> Vom Scheffeln und komplexen Korrelationen <- am Freitag sagte. In den Spätphasen solcher Rallies, wenn sich eine "Fahnenstange" nach oben bildet, ist der Trailing Stop eine legitime und sinnvolle Methode, um bis zuletzt dabei zu bleiben und dann vielleicht 5% unter den Hochs abgeworfen zu werden.

Oder alternativ man fährt sein Positionsgrössen-Management konsequent und dann wären in den letzten Tagen die Risiken so gross geworden, dass man etwas verringert hätte und Teilgewinne mitgenommen hätte. So habe ich es gemacht und auch gestern früh nach den China-Daten noch etwas abgebaut. Trotzdem geht es auch mir dann aber so, dass man hinterher am liebsten auf Null abgebaut hätte, denn Minus sieht immer unschön aus.

Aber so ist das halt, hinterher ist man immer klüger und perfekt kann man diesen Tag der scharfen Wende eben nicht treffen. Wenn man ihn halbwegs getroffen hat, also abwärts mit deutlich weniger Exposure unterwegs ist als aufwärts, hat man schon einen guten Job gemacht.

In Summe ist das Geschehen aber eher positiv. Es sieht bisher alles nach einer rein technischen Reaktion im Sinne Gewinnmitnahmen im überdehnten Markt aus. Und diese Gewinnmitnahmen waren ja wirklich lange überfällig, erstaunlich ist eher, dass sie jetzt erst einsetzen.

Nun muss man noch die Tiefe des Retracements abwarten und daraus Schlüsse ziehen und dann können sich hier vielleicht auch wieder Chancen zum Nachlegen ergeben. Oder eben nicht, wenn diese Sektoren nun wieder komplett wegkippen sollten.

Heute haben wir wieder recht wenig an bemerkenswerten Wirtschaftsdaten, die US Eröllagerbestände werden wie jede Woche um 16:30 Uhr etwas Aufmerksamkeit ziehen.

Sie erinnern sich ja sicher an die gestern Nachmittag gezeigten, beiden Charts zu GDX und XME. Nun schauen wir mal auf Öl und sehe die fast identische Struktur:

WTI 09.03.16

Wir bekommen dadurch bestätigt, dass der Einbruch gestern nicht darauf beruhte, dass sich durch neue Nachrichten bei einem der Rohstoffe etwas geändert hat. Wir haben einfach überfällige Gewinnmitnahmen gesehen, die synchron in allen gut gelaufenen Assets einsetzten.

Etwas verstörend ist diese massive Korrelation aber schon, aber so ist das halt in der schönen neuen Welt der Algos. Letztlich ist es egal, ob man Öl, Kupfer oder Gold hält, die grosse Tendenz ist synchron, weil automatisierte Programme weltweit alle das Gleiche machen.

Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie ein September/Oktober 2008er Event in diesem neuen Environment ablaufen würde. Es würde wohl viel, viel schlimmer, weil alles schnell und hart gleichzeitig zum Ausgang strebt. 2008 haben Algos noch keine bedeutende Rolle gespielt, 2016 dominieren sie zunehmen den Markt.

Was den DAX angeht, rechne ich heute und morgen früh vor der EZB nicht mit weltbewegendem. Grundsätzlich ist die aktuelle Schwäche aber sehr positiv, wir gehen nicht mit überzogenen Erwartungen in die EZB und das Sentiment ist eher skeptisch und nicht euphorisch/erwartungsvoll wie im Dezember.

Sicher hat die EZB die Latte wieder selber hochgelegt, aber dem Markt steckt der Dezember noch in den Knochen und die EZB wird auf keinen Fall ihre Reputation aufs Spiel setzen wollen.

Und dann haben wir noch ein Chart des DAX, das wenn ich mich festlegen müsste, für mich kurzfristig eher nach oben weist als nach unten:

DAX 09.03.16

Also .... wenn heute nichts völlig Überraschendes passiert, können wir wohl noch einmal durchschnaufen. Was bei der EZB dann passieren wird, ist völlig offen und können wir nicht wissen. Vielleicht gibt es grosse Uneinigkeit im Gremium, die harsche Kritik der Banken an den Negativzinsen wird ihre Wirkung entfalten. Und wenn nur ein lauwarmer Kompromiss zustande kommt, wird Draghi wieder enttäuschen und das dürfte ihm schon am Anfang der Pressekonferenz ins Gesicht geschrieben sein, denn diesen Gang tritt er sicher nicht gerne an.

Also noch einmal: versuchen wir nicht zu erraten, was wir nicht erraten können!

Wenn ich aber meinen Blick auf das werfe, was ich wissen kann - nämlich wie der Markt in diesen Termin herein geht und welches Sentiment herrscht, dann bin ich im Gegensatz zum letzten Dezember nicht skeptisch und bärisch eingestellt - damals waren die Erwartungen stark aufgeblasen, so dass man diese kaum übertreffen konnte und ich hatte das im Vorfeld mehrfach thematisiert.

Dieses Mal sind die Erwartungen zwar hoch, aber nicht übertrieben und eine gesunde Skepsis steckt in den Knochen des Marktes. Eine Überraschung nach oben ist also keineswegs unwahrscheinlich und ich habe wenn überhaupt einen klitzekleinen Bias für eine Auflösung nach oben nach der EZB, die den DAX über 10.000 steigen lässt.

So weit heute Früh, ich wünsche einen schönen Tag!

Ihr Hari

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