Die Legende von der „bösen“ Spekulation

Es gibt Artikel, die will man schon immer schreiben. Und Reden, die man schon immer mal halten wollte. Weil Sie grundsätzlicher Natur sind. Und weil sie unbedingt mal gesagt werden müssen.

Nur tut man es nie, weil sie wie ein langer Roman viel Arbeit machen und man überhaupt erst einmal einen Faden finden muss. Und weil immer irgend etwas Aktuelles dazwischenkommt und der Artikel sich wieder in den Hintergrund schiebt.

Bei mir ist das beim Thema der vermeintlich "bösen, bösen" Spekulation der Fall. Es ist ja eine der Lebenslügen unserer Gesellschaft, dass Spekulation per se etwas Böses und Zerstörerisches sei. Und dass diese unbedingt eingegrenzt, reguliert und verhindert werden muss.

Gegen diesen Konsens etwas zu sagen oder zu schreiben, hat schon fast den Charakter einer Gotteslästerung. Man kommt sozusagen wie Galileo Galilei vor die gesellschaftliche Inquisition und muss öffentlich Abbitte leisten, wenn man sich nicht Beschimpfungen und Schlimmerem aussetzen will.

Leider kann ich nicht anders und muss um der Wahrheit willen einfach sagen: "Und die Spekulation ist doch wichtig !". Im Mittelalter war der Konsens auch mal, dass alte, weise Kräuterfrauen "Hexen" seien, die man verbrennen müsste. Der gesellschaftliche Konsens hat also nicht immer Recht. 😉

Von mit Testosteron geschwängerten "Masters of the Universe"

Erschwert wird eine sinnvolle Argumentation leider massiv durch das wahnwitzige Gebaren, das gelgehaarte Jünglinge mit zu viel Testosteron im Blut, in den Handelsräumen der Grossbanken dieser Welt an den Tag legen. Wer sich für die "Masters of the Universe" hält, weil er Kurse durch eigene Marktmacht manipulieren kann, gehört in psychologische Behandlung, aber nicht vor einen Trading-Desk, mit dem man Milliarden bewegen kann.

Das sind ohne Frage Exzesse, die keinen gesellschaftlichen Zweck haben. Und dass diese überhaupt möglich sind, müssen sich primär die Politiker vorwerfen lassen, die nun so lautstark über Spekulation per se schimpfen. Denn erst durch politische Entscheidungen - wie den "Glass Steagall Act" zu Zeiten Bill Clintons aufzuheben - wurde der Boden für diese Exzesse bereitet. Und auch heute könnte die Politik dem schnell ein Ende machen, wenn Sie endlich ein hartes Trennbankensystem wieder einführen würde. Ich habe das in Artikeln wie -> Bankenregulierung - ein Kasperletheater <- oder -> Deutsche Bank zerschlagt sie endlich ! <- mehrfach und überdeutlich thematisiert. Nur tut die Politik genau das nicht. Aber das ist eine andere Geschichte.

Tatsache ist aber, dass die Spekulation per se eine der wichtigsten zivilisatorischen Errungenschaften ist, ohne die unsere moderne Gesellschaft nicht existieren könnte. Ich werde das im Folgenden ausführen. Und nur weil es Auswüchse und von Testosteron umnebelte Gehirne in solchen Handelsräumen gibt, ist nicht Spekulation per se schlecht. Es gibt im Fussball auch Randalierer, Krakeler, Neonazis und alles mögliche. Der Abschaum der Menschheit ist manchmal im Fussballstadion zu finden. Ist deshalb der Sport Fussball pauschal ein schlechter Sport, den man unterbinden muss ?

Zu Recht würde der gesellschaftliche Konsens jeden, der so ein Argument für den Fussball aufbaut, in die Schranken weisen. Warum ? Weil alle wirklich wissen, worüber sie reden und deshalb die Randalierer als Auswuchs eines ansonsten schönen und wichtigen Sportes einordnen können. Anders ist das bei der Spekulation. Die ist von Unwissen geprägt, wie das mittelalterliche Wissen um das, was die Kräuterfrauen gemacht haben. Und was man nicht versteht, verbrennt man halt gerne mal auf dem Scheiterhaufen und lässt sich von Demagogen leiten.

Ein Lichtstrahl in der Dunkelheit

Und während ich also dazu schon lange etwas schreiben wollte, kam ein Lichtstrahl in das Dunkel der Unwissenheit. Und zwar in Form eines unbedingt! lesenswerten Artikels des WiWo Redakteurs Dieter Schnaas. Dieser ist nun auch Online erschienen und kann hier
-> Es lebe die Spekulation ! <-
nachgelesen werden. Ich kann nur dazu raten, das zu tun.

In dem Artikel sagt Schnaas viele Dinge, die ich auch schon immer sagen wollte und leitet den bedeutenden Wert her, den Spekulation für unsere zivilisatorische Entwicklung hat. Denn Spekulation ist weit mehr, als ein Trade vor einem Trading Desk. Es ist die Wette auf einen Gewinn in der Zukunft, die man mit Risiko in der Gegenwart eingeht. Auch Elon Musks Tesla oder SpaceX oder Solar City ist Spekulation pur und zwar im besten Sinne. Hohes Risiko, keinerlei Gewissheit über den Ausgang inklusive grosser Chance des Scheiterns. Und unermessliche Gewinne und eine Veränderung der Welt, wenn es gelingt. Auch das ist Spekulation. Und ohne den "Spekulanten" der auf Leute wie Elon Musk setzt und ihnen damit Kapital und Rückenwind verschafft, könnten diese nie erfolgreich sein. Und dafür braucht es zwingend einen Markt für Unternehmensbeteiligungen, auch "Börse" genannt. 😉

Es sind die Kräfte der -> schöpferischen Zerstörung <- im Schumpeterschen Sinne, die den Fortschritt bringen. Erst durch die Kraft der Zerstörung kommt oft der Wandel, auf dem Besseres gedeihen kann. Ohne die Zerstörung, beginnt die Welt langsam wie in Bernstein zu erstarren.

Was konservativ mit konservieren zu tun hat

Und da sind wir auch bei dem Punkt, in dem ich die Gedanken von Dieter Schnaas weiter führen will. Denn hinter der Ablehnung der Spekulation steht oft eine weit tiefer gehenden Denkstruktur bei den Menschen. Es ist kein Zufall, dass sich Menschen, die die Welt und Natur fast ausschliesslich im Sinne des Wortes "bewahren" betrachten, besonders oft kritisch zur Spekulation äussern und diese vehement ablehnen. Und zwar der Kirchenmann auf der Kanzel ebenso, wie der Öko-Aktivist mit dem Megaphon in der Hand, obwohl die beiden sonst in der Regel nicht viel gemein haben.

Der Begriff des konservativen Denkens ist dafür genau zutreffend. Wer primär bewahren will und erhalten und Veränderung vermeidet, denkt konservativ - ist es nicht notwendigerweise im politischen, verdreht gebrauchten Sinne, aber denkt so im eigentlichen Sinn des Wortes. Er/Sie "konserviert". Um das vom politischen Begriff "konservativ" abzugrenzen, nennt man diese Denkstrukturen auch "strukturkonservativ" oder "wertkonservativ" und die finden sich unter allen politischen Flaggen.

Dahinter steht eine Lebensphilosophie, die die Welt eher statisch bewahren will und den Wandel eher als Bedrohung empfindet. Das ist auch verständlich und will ich gar nicht kritisieren, wir Menschen sind ja auch wie Nussschalen auf dem grossen welligen Ozean des Lebens und unser Leben in weiten Teilen davon geprägt, diese Unsicherheiten irgendwie beherrschbar zu machen. Es ist unser Überlebenswille, der uns von einer Welt wie einem Schrebergarten träumen lässt, in der alles seinen Platz hat, schön anzuschauen ist und keine Überraschungen drohen. Genau das ist "strukturkonservativ" und menschlich sehr verständlich. Und es ist ja auch vieles "bewahrenswert" und ich bin der Letzte, der das nicht so sieht. Nur vergisst eine zu einseitige Sicht darauf, dass die Welt auch den Wandel braucht, um voran zu schreiten.

Dummerweise ist es genau dieser gefürchtete Wandel und die permanente, damit einher gehende Zerstörung, die wesentlich daran mitwirkt, dass diese herrliche und bewundernswerte Natur um uns herum überhaupt erst hervor gebracht wurde ! Und ohne die Schumpetersche Zerstörung wäre die Menschheit auch nicht existent und die Welt noch von Dinosauriern bevölkert. Nur gut, dass damals niemand da war, der die Dinosaurier vor dem Aussterben geschützt hat, ich würde heute hier wohl nicht schreiben. 😉 Nein genau genommen, wäre das Leben noch nicht einmal aus dem Urmeer gekrochen. Wozu denn auch, ist doch unter Wasser auch schön ? 😉

Schumpeters schöpferische Zerstörung am Werk

Ich hatte in diesem Zusammenhang ein eindrückliches Erlebnis vor ziemlich genau 30 Jahren. Ich war im Raum Tübingen vor dem Albtrauf und in der Nähe im Raum Mössingen kam auf einer Breite von ca. einem Kilometer der Albtrauf in Form eines Bergrutsches herunter. Alle Bäume vernichtet und alles nur Staub und Dreck und Steine: -> Bergrutsch bei Mössingen <-

Es war damals die Zeit der Panik vor dem "Sauren Regen" und dem "Waldsterben" und entsprechend waren die Reaktionen. Untergangsszenarien wurden alarmistisch gemalt, nach denen bald die ganze Schwäbische Alb so aussehen würde, wenn wir jetzt nicht dringend "einhalten würden" usw. usw.

Die Jahre vergingen und die Natur ergriff wieder Besitz von der Brachfläche. Und bald danach kam ein Naturfreund dort vorbei und stellte das einzige ausseralpine Vorkommen von dieser Pflanze und jenem Insekt dort fest. Und der Bergrutsch wurde 1988 Naturschutzgebiet. Und ist ein Kleinod der Natur geworden, über den ich mich freue, da ich diese Monokultur-Wälder der industriellen Waldbewirtschaftung sowieso nicht leiden kann und Natur für mich etwas wildes, bewegtes und lebendes ist und eben kein gepflegter Garten, der immerdar gleich bleibt.

Was hatte der Bergsturz also bewirkt ? Er hat eine künstliche Monokultur hinweg gefegt und damit erst den Boden für all die seltenen Arten geschaffen, die dort nun siedeln. Die Vernichtung hat also erst den Fortschritt bewirkt. Schöpferische Zerstörung im besten Schumpeterschen Sinne.

Ich könnte endlos solche Beispiele bringen und am Ende ist es wie ich oben sagte: die Natur ist kein Schrebergarten im Bernsteinglas, in dem alles seinen festen Platz hat und auf keinen Fall verändert werden darf. Das sind schwärmerisch romantische Vorstellungen die einige haben, in so einer statischen Welt zu leben, wäre aber wohl eher ein Albtraum.

Die Natur und die Welt ist gewaltig, brutal, immer im Wandel und voller Überraschungen und Wunder. Sie kann die ganze Menschheit in genau 5 Minuten von jetzt vernichten, weil genau dann uns ein Gammablitz von einer Supernova in unserer näheren Sternumgebung erreicht, der derzeit schon unwiederruflich unterwegs ist. Sie kann aus der Antarktis einen Tropenwald machen und in Italien eine Eiswüste erzeugen, weil sie beliebt am morgigen Sonntag den 15.09. die Erdachse zu kippen, wie sie es schon oft so gerne gemacht hat.

Und am Ende schafft die Natur so den Raum, auf dem sich Neues entwickeln kann. Ohne diese Mechanismen wäre die Menschheit nicht existent und das Leben wäre nicht einmal aus den Ozeanen gekrochen. Und es gäbe für "Baumwächter" nichts zu bewachen. Das ist die Natur. Ihre Vielfalt und grandiose Schönheit entsteht aus dem Wandel und der schöpferischen Zerstörung. Stillstand ist dagegen völlig "unnatürlich".

Ohne Markt keine Arbeitsteilung und ohne Arbeitsteilung keine Zivilisation

Und was hat das mit der Spekulation zu tun ? Ganz viel. Denn die Spekulation ist nichts weiter als die zivilisatorische Triebfeder dieses wichtigen Prinzips der schöpferischen Zerstörung, mit dem sich der Fortschritt Bahn bricht. Denn nach der natürlichen Evolution hat mit dem Auftreten des Menschen auch eine gesellschaftliche und wissenschaftliche Evolution begonnen, die letztlich zu unserer mehr oder weniger "modernen" Zivilisation geführt hat. Und die Triebfeder dieser zivilisatorischen Entwicklung waren unter anderem entscheidende Erfindungen wie das Geld, der Markt und das alles angetrieben von der schöpferischen Kraft dessen, was man "Spekulation" nennt. Dem gestalterischen Versuch nämlich, sich in der Zukunft einen Vorteil zu verschaffen, in dem man in der Gegenwart Risiken eingeht.

Denn bitte bedenken Sie. Eine der wichtigsten Grundlagen unserer zivilisatorischen Entwicklung und der Entstehung von Musik, Theater, Wissenschaft usw. usw. ist die Arbeitsteilung. Erst die Arbeitsteilung hat ermöglicht, dass die Menschen über den täglichen Lebenskampf um Nahrung und Wasser hinaus schauen konnten und Zeit und Musse für Kultur und Wissenschaft und später Sport fanden. Denn erst die Arbeitsteilung ermöglicht uns, uns so zu spezialisieren, dass wir in dem was wir tun, immer besser werden und die Erfindung der Schrift hat dann ermöglicht, das weiterzugeben.

Wie kann aber die Arbeitsteilung gelingen, wenn der spezialisierte Bauer der nun dummerweise seine Ernte wegen der Jahreszeiten im Herbst einfahren muss, seine Rüben nicht gegen eine Wertaufbewahrung eintauschen kann, so dass er damit erst im Frühjahr zum Schneider gehen und sich eine neue Jacke kaufen kann ? Diese Wertaufbewahrung ist das Geld. Eine der wichtigsten zivilisatorischen Erfindungen überhaupt.

Aber das Geld alleine reicht nicht. Denn um Geld zu bekommen, muss der Bauer einen Käufer finden und es reicht einfach nicht, immer nur die 2 oder 3 Nachbarn in der Umgebung abzuklappern, die haben vielleicht schon selber Rüben. Also braucht es den Markt, eine weitere entscheidenen zivilisatorische Errungenschaft. Denn am Markt werden Käufer und Verkäufer zusammen geführt und so entsteht im freien Spiel von Angebot und Nachfrage ein Preis. Genau der Preis der Rüben im Verhältnis zur Jacke des Schneiders. Und genau deshalb war der Marktplatz der Mittelpunkt der mittelalterlichen Stadt ! Das Mittelalter hat den Sinn und die Bedeutung des Marktes besser verstanden, als einige Vertreter der Gegenwart !

Ohne den Markt also keine funktionierende Arbeitsteilung. Und ohne Arbeitsteilung keine Zivilisation. Der Markt ist zwingend notwendig. Man kann versuchen diesen Mechanismus durch zentral festgelegte Preise zu ersetzen: das hatten wir schon und nannte man dann Kommunismus bzw Sozialismus. Der Versuch musste zwangsläufig scheitern, denn Rüben sind in einem schlechten Jahr halt mehr wert als bei guter Ernte. Und wenn man diese Anpassung nicht zulässt, funktioniert die Arbeitsteilung am Ende nicht mehr, weil die Anreize fehlen.

Spekulation als zivilisatorische Triebfeder des Fortschritts

Und hier kommt auch die Spekulation als Triebfeder ins Spiel. Denn der Bauer der die Marktpreise für Rüben kennt, sinnt nach Möglichkeiten, mehr Geld dafür zu erzielen. Damit er nicht nur sich, sondern auch allen Kindern diese tolle Jacke vom Schneider kaufen kann. Da er den Marktpreis für Rüben nicht steigern kann, muss er sich also um mehr Ernte - um mehr Umsatz - kümmern. Und hat da so eine Idee, von einem "Eisendings", das man von seinem Esel ziehen lässt, um damit schneller den Acker umzupflügen.

Nun investiert der Bauer also. Er geht ins Risiko. Er gibt Geld aus und investiert Zeit, die er eigentlich nicht hat und die ihm bei der Ernte fehlt. Er riskiert für diese Idee sogar, dass seine Familie im Winter nicht genug zu Essen hat, weil er die Ackerarbeit vernachlässigt. Er schert also sozusagen aus dem Gleichmass der Masse aus. Er geht ins Risiko und "spekuliert". Und er hat Erfolg. Und erfindet den "Pflug". Und macht in Folge die höchsten Rübenumsätze des Marktes.

Und andere machen es ihm nach. Und so entsteht ein Überangebot an Rüben, das die Preise fallen lässt und allen Bürgern im Ort mehr Geld für andere Dinge lässt. Und den Hunger im Nachbarort verringert, wo der Boden nicht so für Rüben geeignet ist. Die Spekulation des Bauers hat die Welt verändert. Getrieben war sie vom simplen Wunsch "mehr Geld" zu haben. Und möglich war dieses Streben nur, weil da ein Markt war, der den höheren Output an Rüben dann auch aufnehmen konnte.

Das ist der Sinn der Spekulation und dieses Streben nach "mehr", diese Wette auf eine Zukunft, führt am Ende zum Fortschritt, auch wenn es ebenso gerne mal in Sackgassen führt. In diesem Sinne hat Gordon Gekko Recht: "Greed is good" - Gier ist gut. Die Gier des Bauern auf mehr Gewinn und mehr Umsatz auf jeden Fall.

Der Unterschied zwischen wichtiger Spekulation und Exzessen

Am Beispiel des Bauern kann man auch wunderschön klar machen, wie verzerrt unsere gesellschaftliche Diskussion zum Thema schon geworden ist. Nehmen wir das leidige Thema der "Spekulation" mit Agrarerzeugnissen. Machen Sie mal eine Umfrage auf der Strasse und sie bekommen eine 99,999% Mehrheit für die Aussage: "das tut man nicht !"

Und nun vergleichen Sie diese instinktive Reaktion mal mit der obigen Geschichte des Bauers, der ohne diese Spekulation nie den Pflug erfunden hätte. Und es passiert schon seit Tausenden von Jahren, das Reis und Getreide und Mais auf Märkten gehandelt werden und so der Preis entsteht. Und damit spekuliert wird. Es war nie ein Problem, im Gegenteil, es ist volkswirtschaftlich absolut unverzichtbar, das die Preise in Jahren schlechter Ernten höher sind als in guten Jahren ! Und auf dem besagten Markt des Mittelalters im Mittelpunkt der Ansiedlung, war der Handel mit Agrargütern die Hauptbeschäftigung.

Das Problem ist ein ganz anderes. Wir haben zugelassen, dass man Getreide handeln kann, ohne es physisch hinterlegt zu haben ! Das ist das gleiche Problem wie das, was wir derzeit am Goldmarkt erleben, wo Grossbanken die hundertfache Menge des realen physischen Gold an der Comex handeln, ohne das die gehandelten Mengen eine physische Entsprechung haben ! Es ist das gleiche Problem wie ein ungedeckter Leerverkauf (nicht ein Leerverkauf per se) wo Aktien verkauft werden, auf die die Verkäufer gar keinen Zugriff haben !

Das alles sind kranke Auswüchse, die schon lange zu unterbinden wären. Auswüchse die nur der Grossfinanz helfen und keinen volkswirtschaftlichen Sinn haben. Und das hat auch alles gar nichts mit einem freien Markt zu tun, im Gegenteil - die Einflüsse dieser gigantischen Geldströme machen den Markt unfrei und lassen ihn zum Spielball weniger Grossbanken werden. Statt das zu differenzieren und den Kern des Übels zu erkennen, wird das aber alles mit der gesellschaftlich wichtigen Spekulation pauschal in einen Topf geworfen und so das Kind gleich mit dem Bade ausgeschüttet.

Die Spekulation auf steigende oder fallende Preise ist gesellschaftlich extrem wichtig, sie ist die Triebfeder des Fortschritts. Auch bei Nahrungsmitteln. Wer aber Spekulation ohne reale Hinterlegung zulässt, muss sich nicht wundern, wenn das System aus dem Ruder läuft. Da liegt das Problem !

Lassen Sie es mich etwas plakativ formulieren: Spekulation ist gut ! Spekulation mit heisser Luft gehört aber unterbunden !

Warum fällt es unserer Gesellschaft, unserer Politik und unseren Regulatoren eigentlich so schwer, diesen Unterschied zu begreifen ?

Spekulation und Innovation - zwei Seiten der selben Medaille

Ich hoffe, ich habe mit dem Beispiel des Bauern klar gemacht, dass Spekulation und Innovation nur zwei Seiten der selben Medaille sind. Im aktuellen gesellschaftlichen Glaubensbekenntnis ist aber Innovation gut und Spekulation schlecht. Mit Verlaub, das ist kompletter Unfug, das eine geht gar nicht ohne das andere !

Das Problem ist hier, dass man am Begriff Spekulation oder "Spekulant" nur die negativen Auswüchse festmacht. Also den "Master of the Universe" bei Goldman Sachs und nicht den Investor Elon Musk, der ebenso sein Geld über die Börse in Bewegung setzt. Aber beides sind nur unterschiedliche Ausprägungen derselben Sache. Es ist der Versuch, sich in der Zukunft im Wertaufbewahrungsmittel "Geld" einen Vorteil zu verschaffen, in dem man in der Gegenwart Risiken eingeht.

Und niemand weiss bei einer Innovation vorher, ob sie die Welt positiv verändert oder sinnlos ist. Ebenso wenig lässt sich das für die Spekulation sagen. Wenn man die Spekulation nicht mehr zulässt, verhindert man auch all die positiven Veränderungen, die sie bewirkt. Eine Welt ohne Spekulation ist eine ohne Innovation, eine Welt in Bernstein.

Ich will darin nicht leben. Es wäre die Hölle. Lassen Sie uns also nicht die Spekulation wie die "Hexen" des Mittelalters verteufeln. Lassen Sie uns statt dessen deren offensichtliche Exzesse begrenzen und ansonsten die Spekulation ihre Arbeit machen. Damit die Mittel und Energien der Welt auf Fortschritt und Innovation gerichtet werden. Und sich so am Ende "das Bessere" durchsetzt. Was immer das ist. Wie in der Natur. Auch die Säugetiere haben sich mal gegen die Dinosaurier durchgesetzt.

Lassen wir uns also von der Zukunft überraschen, statt sie zu fürchten !

Ihr Hari

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Die Lage im LED Anlagenbau: Aixtron, Veeco und Cree

Treue Leser wissen ja, wie bissig ich mich schon vor fast 1,5 Jahren -> hier <- zum Aixtron Management und seinen "Prognosen" geäussert hatte. Ein Artikel der vielleicht gerade heute lesenswert ist um zu schauen, was daraus nun geworden ist.

Nun schreiben wir den Sommer 2013 und meine Bissigkeit war mehr als berechtigt, zeitweise ist der Kurs bis 8,4€ abgetaucht. Das alte Management ist seit ein paar Monaten weg und was lesen wir nun aktuell zum 2. Quartal ? Dieses mal keine Prognose wegen geringer Visibilität....

-> Aixtron Quartalszahlen <-

Nun gut, keine Prognose ist zwar besser als eine völlig falsche, aber ich finde das persönlich doch eher irritierend. Aixtron ist beileibe nicht das einzige Unternehmen im Anlagenbau/Maschinenbau, dass von wenigen Grossaufträgen abhängt. Und Grossaufträge sind per Definitionem immer wackelig. Andere Unternehmen bekommen aber trotzdem eine Prognose hin, im Zweifel halt mit grosser Bandbreite und sehr konservativ gerechnet.

Die Logik der mangelnden Visibilität ist schon alleine deshalb für mich fragwürdig, weil Grossaufträge per Definitionem lange in der Sales Pipeline hängen und nicht mal eben über Nacht auftauchen. Die werden eher verhandelt und verhandelt und .... dann nochmal verhandelt. All das kostet Zeit. Sprich das was man im 3. Quartal abschliessen möchte, kennt man schon Monate vorher als "Sales Prospect".

Ein Management, das also überhaupt keine Prognose für Umsatz und EBIT liefern kann, lässt mich persönlich vermuten, dass es entweder das Geschäft nicht im Griff hat und seine Sales Pipeline nicht kennt. Also reagiert statt zu agieren. Oder das es die interne, defensiv gerechnete Prognose - denn jeder Finanzvorstand muss eine für das Liquiditätsmanagement haben - lieber nicht kommunizieren will. Muss ich als Anleger in so einem Unternehmen investiert sein ? Wohl eher nicht !

Ins Bild passt dabei auch das in der Mitteilung enthaltene 5-Punkte-Programm, das für mich die Lehrbuch Sätze einer defensiv orientierten Konsolidierung bzw Sanierung durchdekliniert. Könnte aus dem Grundkurs für angehende McKinsey Berater stammen, die Mitarbeiter hat das bestimmt toll motiviert. Sorry für den Sarkasmus. 😉

Ernsthaft, die konsolidierenden Massnahmen als solche, sind in der schwierigen Lage in der sich der MOCVD Markt befindet, sicherlich notwendig und ohne Alternative. Aber Wirtschaft ist zu 50% Psychologie und Mitarbeiter wie Investoren brauchen eine (realistische) Perspektive. Wie man das richtig macht, macht uns Elon Musk mit seinen Unternehmungen vor. Erst die Perspektive schafft die Energie um Höchstleistungen zu produzieren. Und so entsteht ein positiver Feedback-Zyklus.

Was ein Unternehmen wie Aixtron also langfristig braucht - technologischen Fortschritt der neue Umsatzpotentiale ermöglicht und damit eine Perspektive - scheint zu fehlen oder wird zumindest nicht kommuniziert. Und die Kraft überhaupt in Innovation zu investieren, ist für mich auch nicht sichtbar. Zumindest wird mir das in dieser Mitteilung nicht vermittelt. Und für ein Unternehmen, das an der Börse noch als Wachstumswert gehandelt wird, ist eine solche Perspektive Pflicht !

Passend dazu empfehle ich einen Blick auf den direkten Mitbewerber und Marktführer Veeco Instruments (WKN: 896007). Veeco hat natürlich die identischen Probleme im Markt wie Aixtron. Veeco gewinnt aber scheinbar zunehmend Marktanteile, ist deutlich grösser als Aixtron (wenn auch breiter aufgestellt) und der CEO John R. Peeler hat sich -> hier <- im letzten Quartal zum groben Ausblick geäussert.

Bei dem fehlenden Fokus auf Innovation muss man sich auch die Frage stellen, ob Aixtron nicht schon technologisch zurück gefallen ist, eine Frage die ich mangels Fachkenntnissen aber nicht beantworten kann. Zumindest was von Peeler zu den Marktanteilen gesagt wird, deutet in diese Richtung. Und vergleichen Sie mal die Margen, das ist ein Indikator wer hier den Preis benutzen muss um zu verkaufen. Und wer den Preis als Argument braucht, hat inhaltlich und technologisch weniger zu bieten.

Wenn man in dem Sektor investiert sein will, erscheint mir persönlich Veeco also als das attraktivere Investment. Nach einer Schwächephase seit Anfang Juni ist Veeco massiv überverkauft und sitzt nun auf einer Aufwärtstrendlinie auf. Auch taktisch könnte da also was gehen, achten Sie aber auf die Zahlen am 29.07. in wenigen Tagen, die ich abwarten würde !

Veeco 25.07.13

Übrigens, dass der Markt keineswegs tot ist, sondern es sich hier eher um einen Investitionsstau handelt, können Sie leicht am Chart des LED Marktführers Cree (WKN: 891466) erkennen. Das ist einfach ein wunderschön bullisher Chart:

Cree 25.07.13

Fazit: Der LED Markt lebt und bleibt auch für Investoren attraktiv. Ob Aixtron aber das Unternehmen ist, mit dem man diesen Markt in den kommenden Jahren spielen sollte, wage ich mal zu bezweifeln.

Ihr Hari

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Der neue Solar Boom – Und was das mit Tesla Motors zu tun hat

Ein neuer Solar Boom ? Ich weiss, aus der vom deutschen EEG verkleisterten Brille, erscheint das eher merkwürdig. Da hat man eher den Niedergang der ganzen Branche vor Augen, vollendet nun durch die aktuellen Geschehnisse um die (für mich) "fetteste aller deutschen Solarkatzen" - Solarworld, ein Unternehmen das nach meiner Ansicht wie fast alle der Branche, primär von einer staatlich verordneten Vermögensumverteilung profitiert hat. Wobei genauer gesagt nicht das Unternehmen wie wir ja nun sehen, sondern primär sein Hauptaktionär.

Denn was dem normalen Stromzahler mit der einen Hand über überhöhte Strompreise aus der Tasche gezogen wurde, wurde via EEG mit der anderen Hand denen in die Tasche gesteckt, die sich ein Solarpanel auf das Dach schrauben konnten. Was aber erstens eine gewisse Kapitalkraft und zweitens eine Immobilie erfordert, beides nicht gerade Zeichen des malochenden Arbeiters. Das EEG ist wirklich mal eine der viel zu oft beschworenen Umverteilungen "von unten nach oben". Denn unter dem EEG leidet in Wirklichkeit der finanziell schwache Mieter und Arbeitnehmer. Profiteure dagegen sind Immobilienbesitzer, die sich so ein Ding aufs Dach schrauben können und dafür staatlich garantierte Rendite einkassieren, die von anderen über den Strompreis finanziert wird.

Und das obwohl der da erzeugte Strom immer noch oft genug nutzlos versickert, weil es im Netz massiv an Speicherkapazität für Strom mangelt. Und wenn man dann mal ein Speicherwerk, wie zuletzt das Pumpspeicherwerk im südlichen Hotzenwald bei Atdorf, bauen will, sind die üblichen Verdächtigen der "ich bin gegen alles" Fraktion natürlich sofort vor Ort.

Sie sehen, ich bin eher kein Freund des EEG und der dahinter stehenden dirigistischen Staatswirtschaft. Dieses Gesetz hat in meinen Augen Innovation eher verhindert und nicht sie befördert. Und es hat Deutschland aus einer Zukunftsbranche eher heraus katapultiert, obwohl die tüftelnde, mittelständische deutsche Industrie eigentlich alle Voraussetzungen hätte, in dieser Branche ganz vorne mit zu spielen.

Das als Sündenbock für den Untergang der deutschen Solarindustrie nun auf die "böse" chinesische Industrie gezeigt wird, fällt für mich dabei eher unter Folklore und das "Haltet den Dieb" Prinzip. Denn auch wenn die Chinesen ohne jede Frage zu aggressiven Preisen agiert haben, die teilweise den Charakter von Dumping hatten und auch wenn dabei staatlicher Rückenwind aus China eine Rolle spielte, ist das doch nur die logische Folge der wahren Ursache: zu grosse, überdimensionierte Futtertröge bar jeder wirtschaftlichen Vernunft. Futtertröge die Innovationskraft nehmen, Fett machen und Dritte (wie die Chinesen) anziehen, die auch an den staatlich umverteilten Gewinnen Teil haben wollen. Abgesehen davon habe andere, nicht subventionierte, Branchen doch den gleichen Wettbewerbsdruck aus China und setzen sich auch dank technologischer Stärke und Innovationskraft der deutschen Industrie durch.

Nein, wären es nicht die Chinesen, wäre es andere geworden, Ursache und Wirkung sind für mich aber eindeutig verteilt. Und Ursache ist für mich ein verfehltes EEG, das verfehlte Anreize setzt. Oder um es etwas harscher zu beschreiben: wenn jemand aus Ihrer Nachbarschaft jeden Tag grosse, prall gefüllte und duftende Wursttöpfe vor die Tür stellt, wer ist dann schuld, dass die Strasse permanent voller kläffender Köter ist, die selbst aus Nachbarorten angelaufen kommen: die Hunde oder der, der permanent die Wursttöpfe vor die Tür stellt ? Auf wen würden Sie als Nachbar Ihre Aggression richten ?

Aber lassen wir das Schimpfen über das EEG. Man könnte ja meinen, ich sei ein Verächter der Solarenergie. Weit gefehlt, ich bin von der Technologie tief überzeugt und bin sicher, diese wird ihren Weg machen. Und zwar ohne staatliche Gängelung, sondern einfach weil die Technologie eine lange Liste sehr überzeugender Vorteile vereint.

Vorteile die aber erst zum Tragen kommen können, wenn man endlich die erzeugte Energie auch lokal speichern kann. Und in einem Land, in dem selbst ruhig und blau schimmernde Pumpspeicherseen schon den Furor diverser Bürgerinitiativen nach dem St. Florians Prinzip auf sich ziehen, in so einem Land ist die beste Lösung einfach die individuelle Batterie im Keller.

Und damit kommen wir zu Tesla Motors. Denn der schnellste und beste Weg um die Batterietechnologie nach vorne zu bringen und Speicherkapazität bezahlbar zu machen, ist ein Erfolg der Elektroautos. Und Tesla Motors ist da ja nun auf bestem Wege.

Denn in der Kombination von Solarpanel auf dem Dach und Stromspeicher im Keller, bekommt die Solarenergie endlich ihren wahren Wert. Sie ermöglich Energie-Autarkie, verringert damit die Belastung der Netze, nimmt den Druck von den grossen Überlandleitungen und stellt sicher, dass der erzeugte Sonnenstrom auch wirklich vor Ort verbraucht wird, statt in überforderten Netzen zu versickern. In Kombination mit einer Speichermöglichkeit, steht der Solarenergie so der echte Durchbruch bevor. Dafür braucht es auch keine staatlichen Subventionen mehr, die Vorteile sind für sich alleine zu überzeugend. Und dafür gebe ich dann mein Dach auch gerne und aus Überzeugung her - lokale Stromerzeugung macht dann Sinn, wenn der Strom auch lokal verbraucht wird.

Insofern sollten alle Fans der Solarenergie nun Tesla Motors ebenso die Daumen drücken, wie den wenigen echten Vorreitern der Elektromobilität in Deutschland, mit BMW an der Spitze. Ein Durchbruch von Elektroautos zieht zwangsläufig die Solarenergie in den nicht subventionierten, weltweiten Massenmarkt. Und das Absatzpotential ist dann gewaltig, gerade in der dritten Welt, denn die bisherige Solarindustrie hat ja bisher nur in den wenigen Ländern eine schwüle Sumpfblüte erlebt, die durch die Subventionen künstlich gestützt wurden.

Auffällig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Musik in der Branche nun wieder ausserhalb Deutschlands spielt, insbesondere in den USA. Faszinierend finde ich dabei Solar City (WKN: A1J6UM) - das dritte Unternehmen in dem Elon Musk wirkt. Faszinierend nicht deshalb, weil die technologisch etwas Besonderes in Petto haben, sondern einfach weil das Unternehmen etwas Offensichtliches tut, worauf aber hierzulande scheinbar niemand so richtig gekommen ist. Denn Solar City produziert keine Panels, es kauft diese auf dem Weltmarkt günstig ein und vermarktet diese in eigenen Lösungen. Und hat damit auch immer Zugriff auf die beste Technologie. Von Solar City bekommt der Kunde alles aus einer Hand, so wie man auch ein Auto kauft, Installation und Service inklusive.

Und jetzt frage ich Sie: wenn Sie ein iPad in der Hand haben, interessiert es Sie dann, wenn die Chips von anderen Herstellern kommen ? Nein, es ist immer noch ein Apple Produkt. In vielen Industrien hat sich dieser Arbeitsteilung zwischen den Basisproduzenten und denen, die darauf basierend die Marken aufbauen und ihre Ingenieurskunst zu Geld machen durchgesetzt. Warum das niemand im Solarmarkt so richtig durchgezogen hat und statt dessen Panelfabrik nach Panelfabrik entstand, entzieht sich meiner Kenntnis. Solar City hat auf jeden Fall ein funktionierendes Geschäftsmodell und profitiert daher von niedrigen Panelpreisen, statt unter diesen zu leiden. Der Durchbruch der Solarindustrie in den USA ist damit gerade in vollem Gange und die Absatzzahlen steigen.

Und natürlich hat auch Mr. Market das längst erkannt. Es gibt eben keinen besseren Frühindikator als Mr. Market himself. Leider gibt es in Deutschland keinen grossen Solar-ETF, an dem man das zeigen könnte. Dafür aber an der Wallstreet den Guggenheim Solar ETF (TAN), in dem alle namhaften Unternehmen vertreten sind, angeführt von First Solar (WKN: A0LEKM). Und nun schauen Sie mit mir mal auf das Tageschart des TAN seit Mitte 2011:

TAN 14.05.13

Klarer bekommt man eine Bodenbildung selten geboten und diese Struktur hat erhebliches Potential nach oben. Das ist die klare Sprache des Marktes, während wir in Deutschland ein Unternehmen nach dem anderen abwickeln.

Fazit:

Die Solarenergie steht vor einer grossen Zukunft, die gerade jetzt beginnt, wo lokale Stromspeicher der Technologie einen Sinn abseits von staatlichen Subventionsorgien geben. Das weltweite Potential ist gewaltig und es ist für neue Branchen durchaus typisch, dass das richtige Geldverdienen erst in der zweiten Phase los geht, nachdem die erste Phase ihre Euphorie und Depression hinter sich gebracht hat.

Es ist schwer voraus zu sehen, welche Unternehmen das Rennen machen werden. In Deutschland muss man sie aktuell eher nicht suchen. Selbst eine SMA Solar hat gegenüber Power-One Boden verloren, weswegen ABB auch Power-One übernommen hat. Wer Zugriff auf einen breit aufgestellten ETF hat, tut also gut daran, diesem den Vorzug vor Einzelaktien zu geben.

Aber ich bin sehr optimistisch, was die langfristige Performance des Sektors in den nächsten Jahren angeht. Das ist ein Thema, was man nun vielleicht wirklich im Sinne "Buy and Hold" ins Depot legen kann und einfach gelassen abwarten, wie sich die Technologie entwickelt. Um die Zukunft der Solarenergie als Technologie ist mir auf jeden Fall nicht bange.

Ihr Hari

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Tesla Motors – Die Story und der Chart des Jahres !

Ich bin ja wahrlich kein Freund von Selbstbeweihräucherung. Und auch keiner von Superlativen. Aber manchmal muss man einfach doch dem Prinzip "Tue Gutes und rede darüber" folgen. Wenn nämlich bald alle auf das Thema aufspringen, gerät in Vergessenheit, wo man die frühen Gewinne mitnehmen konnte.

Insofern richtet sich dieser Post an Leser, die bisher Mr-Market.de noch nicht gefolgt sind. Treue Leser sind dagegen nicht überrascht, sondern geniessen glücklich, mit einem seeligen Grinsen im Gesicht. 😉

Und Ihnen, den neuen Lesern, möchte ich mit einem eindrucksvollen Chart die Story und insbesondere den Chart des Jahres zeigen. Und mit diesem Bild verneige ich mich vor Elon Musk, einem der begabtesten und visionärsten Unternehmer unserer Generation.

Und ja, die Leser von Mr-Market.de waren frühzeitig dabei. Schon seit Frühjahr 2012 war das hier regelmässig Thema.

Lesen Sie zum Beispiel mal: -> Tesla Motors - Eine Ohrfeige für Winterkorn, Piech, Zetsche und Co. <-.
Oder lesen Sie: -> Elon Musk, der Mann der mit Visionen nicht zum Arzt muss <-

Diese massive Bewegung hat natürlich auch mit einem Short-Squeeze zu tun - Unmengen an heissem Geld, das sich nicht vorstellen konnte, das Elon Musk seine Versprechungen wahr machen würde. Und ja, nach so einem Anstieg gibt es natürlich auch mal eine heftige Korrektur.

Aber in diesem Chart steckt auch eine sehr berechtigte Neubewertung von Tesla Motors, ein Unternehmen das sich anschickt, den Automarkt historisch zu verändern. Und die deutschen Premium-Marken sollten schnell aus Ihrem Tiefschlag aufwachen, wenn dieser Hype ihre Produkte nicht zu alten, unattraktiven Dinosauriern machen soll.

Mehr zum Thema lesen Sie hier im Blog und insbesondere im Forum, in dem Tesla Motors und Elon Musk intensives Thema sind. Nun aber zum Chart, mit dem ich mich vor Elon Musk verneige:

Tesla Motors 10.05.13

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Tesla Motors – Eine Ohrfeige für Winterkorn, Piëch, Zetsche und Co.

Treue Leser dieses Blogs erinnern sich sicher an meinen Artikel zu Tesla Motors von Februar 2012, mit dem Titel
-> Tesla Motors - die Zukunft des Automobils <-

Schon damals habe ich die provokante Frage gestellt, Zitat: "ob nicht die etablierten Konzerne bewusst die Entwicklung hemmen, weil sie Angst um Ihre gewaltigen Margen im Premium-Segment haben".

Nun ist im letzten Jahr viel passiert. Tesla hat den entscheidenden Sprung hin zur Serienproduktion geschafft. Die Autos verlassen nun die eigenen Bänder und die Produktion ist schon auf absehbare Zeit ausverkauft. Die Marke wächst in ihrer Strahlkraft und Elon Musk, als der ausgewöhnliche Mann der nicht nur Tesla nach vorne schiebt, sondern mit Space-X "nebenher" mal eben als erstes privates Raumfahrtunternehmen die ISS versorgt, trägt natürlich zur Strahlkraft bei.

Gleichzeitig begann die deutsche Autoindustrie in den letzten Monaten, das Thema der Elektromobilität klein zu reden. Elektroautos werden als nicht ausgereift dargestellt und in die Ecke kleiner unattraktiver "Nuckelpinnen" für den Stadtverkehr geschoben. Ich nehme dabei Norbert Reithofer ausdrücklich aus und sein Name taucht daher auch nicht im Titel auf. Denn BMW ist ausdrücklich die löbliche Ausnahme, die sich mit Innovation und unternehmerischen Risiken aktiv um den Einstieg in diese neue Welt bemüht.

Das Daimler unter Zetsche sich weiter verzettelt und selbst noch mit der Brennstoffzelle zugange ist, ist nicht sehr überraschend. So wird auf jeden Fall kein produktiver Fortschritt erreicht. Da muss wohl erst ein Führungswechsel her, bevor Daimler endlich wieder in die Spur findet.

Ein Trauerspiel finde ich persönlich aber die Aufstellung des VW Konzerns. Es gibt dort wahrlich genügend Marken mit benzingetriebenen PS Kolossen, dass man eine zum innovativen Flagschiff machen und auch mal etwas riskieren könnte. Ob Bentley, Bugatti, Lamborghini oder Porsche ist letztlich egal. Auch wenn die Blechkarosse anders aussieht, ist unter jeder Marke doch letztlich die gleiche, abgehangene Motor und Antriebs-Technik - nur teilweise zur Dinosaurier-Grösse aufgeblasen. Wirkliche Innovation wird dagegen schmerzlich vermisst und durch technischen Firlefanz ersetzt. Zumindest erlebe ich persönlich das aktuelle Angebot so.

Wirkliche Innovation wird aber vielleicht nicht gewollt, anders kann ich persönlich die derzeitige gefühlte Tatenlosigkeit von Winterkorn und Piëch zum Thema nicht werten. Denn an Marken und Kapital für einen innovativen Ausflug mangelt es im VW Konzern nun wahrlich nicht. Man muss sich ja auch klarmachen, dass diese neue Welt die Kernkompetenzen deutscher Autobauer massiv bedroht. Denn deren Kernkompetenz liegt gerade in der komplexen Technologie rund um Otto- und Diesel-Motor. All das wäre aber mit einem rein elektrischen Antriebsstrang mit einem Schlag weg und irrelevant. Hundert Jahre altes Wissen würde in kurzer Zeit zu altem, rostigen Plunder, über den die Geschichte hinweg gegangen ist.

Insofern macht es rein wirtschaftlich jede Menge Sinn, das Thema Elektroantrieb klein zu reden und möglichst lange noch die Margen der Sprit-Dinosaurier mitzunehmen. Und insofern kann ich die Bremsversuche der deutschen Autoindustrie gut verstehen.

Nur darf man dabei nicht den Fehler machen, anderen die im Premium-Bereich frei werdende Nische für innovative Fahrzeuge zu überlassen. Und man darf nicht glauben, dass man den Lauf der Geschichte aufhalten kann. Zu offensichtlich sind die systembedingten Vorteile eines rein elektrischen Antriebsstrangs. Denken Sie alleine an die Spritkosten für 100km versus die Stromkosten. Und das man den Platz unter der Fronthaube bei einem Elektroantrieb ganz erstaunlichen Verwendungen zuführen kann, hat ja dieser Test des Tesla Model S des österreichischen -> ÖAMTC <- eindrucksvoll bewiesen. 😉 Nein, man muss die Zeit die man mit Bremsversuchen geschenkt bekommt unbedingt nutzen, um selber an der Spitze der Technologie dabei zu sein.

Nun waren das aber bis vor kurzem in Deutschland alles abstrakte Überlegungen und insofern hatte die Autoindustrie mit ihren Bremsmanövern leichtes Spiel. Wer hatte auch schon von Tesla gehört und selbst wenn Elon Musk ohne jede Frage eine der herausragendsten unternehmerischen Persönlichkeiten der Gegenwart ist, wer kannte den schon, ausserhalb einer kleinen, eingeweihten Gemeinde ?

Das ändert sich aber gerade. Tesla Motors kommt nach Europa und auch diese Produktion ist schon wieder ausverkauft. Den Test des ÖAMTC habe ich oben schon verlinkt. Noch wirksamer dürfte aber der Langstreckentest sein, den nun Redakteure des angesehenen Manager-Magazins gemacht haben. Das für Winterkorn & Co. eher peinliche Fazit lautet:
"Dieses Auto ist zu gut für Deutschland ! "Lesen Sie unbedingt nun selbst:

-> Tesla Model S Fazit I: Dieses Auto ist zu gut für Deutschland ! <-
-> Tesla Model S Fazit II. Anti Verzichtsmobil mit kleinen Makeln <-

Glauben Sie jetzt noch die ganzen Geschichten, dass Elektroautos noch nicht reif seien und bestenfalls als unattraktiver Kurzstreckenwagen durch die Städte schaukeln können ? Fühlen Sie sich nun nicht auch etwas veräppelt ?

Und bitte bedenken Sie, dass das Manager Magazin bei den Entscheidern der deutschen Industrie eine sehr hohe Reichweite hat. Denn während die deutsche Autoindustrie versucht Elektroautos in die Verzichtsecke unattraktiver "Nuckelpinnen" zu stellen, erwächst hier am oberen Ende des Marktes grosse Gefahr.

Wir haben hier mit Tesla eine echte Marke, die in Kalifornien schon von nahezu jedem begehrt wird, der Rang und Namen hat. Verbunden mit dem charismatischen Elon Musk an der Spitze, hat diese Marke all die Inkredenzien, die auch Apple unter Steve Jobs auszeichnete.

Und das verfehlt schon jetzt nicht seine Wirkung. Ich war in diesen Fragen schon immer gerne bei der Avantgarde dabei, bin seit über 20 Jahren - dank eines genialen Ingenieurs namens Ferdi Piëch - treuer Audi Kunde und habe noch genau in Erinnerung, mit welchen grossen Augen mein nach Mercedes und BMW süchtiges Management schaute, als der Chef damals mit einem neuen Audi auf den Hof fuhr. Einem "Wackeldackel-Audi". Igitt ! Ein paar Jahre später war allen klar, dass Audi damals eher die Avantgarde der Marken war und der Wackeldackel wurde an die Mercedes Fahrer weiter gegeben.

So funktioniert das halt mit Marken, bevor sie die breite Masse erreichen, werden sie vom Image der Wenigen aufgeladen. Denken Sie erneut an Apple und warum es jahrelang ein "must have" war, so ein weisses Ding mit sich herum zu schleppen.

Und heute ? Heute ärgert mich Audi - wie andere deutsche Marken auch - mit lächerlichen, 50 km weit reichenden Hybriden und überteuertem technischen Firlefanz, der zwar ganz nett ist, aber auch nicht wirklich nötig, um mit Spass Auto zu fahren. Und wenn ich mir anhören muss, dass Elektroautos noch nicht reif wären, komme ich mir veräppelt vor.

Um es den Herren bei Audi, Volkswagen und Daimler mal ins Stammbuch zu schreiben: Ich habe auf diese spritfressenden Karossen keine Lust mehr, ich will nun einen Tesla haben - oder ein Auto deutscher Prägung mit gleichem Leistungsvermögen. Und wieder steht die Zeitenwende an und Chefs und Prominente werden als Erste mit Teslas auf den Hof fahren. Und die Hälse werden sich drehen. Und die Benzin-Dinosaurier dagegen unglaublich alt aussehen.

Das ist die Zeitenwende im Automobilbau, die nun nur noch Jahre entfernt ist. Und wen könnte ich besser als Testimonial dafür aufrufen, als die Schwarmintelligenz von Mr. Market. Schauen Sie mit mir auf das Tageschart von Tesla Motors (WKN: A1CX3T) seit Mitte 2012:

Tesla 29.04.13

Mr. Market hat sein Urteil gesprochen. Tesla hat seine kritische Phase mit dem Anlauf der eigenen Produktion überwunden. Aus Tesla Motors ist nun ein echter Automobilhersteller und eine vollwertige Marke geworden. Das rechtfertigt eine komplette Neubewertung des Titels.

Und natürlich, nach diesem parabolischen Anstieg steht nun auch früher oder später mal wieder eine Korrektur an. Aber diese könnte eher Kaufgelegenheit sein. Denn wenn die deutschen Premiummarken Tesla weiter so eine offene Flanke bieten, bei den "Early Adaptors" wie mir abzuräumen, dann wird die Aktie noch in weit höhere Regionen steigen.

Mir ist bewusst, dass ich mit diesem Artikel am wohlig, selbstgefälligen Gefühl rüttele, die deutsche Autoindustrie sei unangreifbar. Und das man meine Worte daher nicht gerne lesen wird. Aber Hochmut kommt vor dem Fall. Und die Dinosaurier sind dann ausgestorben, als sie oberflächlich betrachtet am grössten und mächtigsten waren. Und natürlich sind die Batterien noch nicht so billig, dass man damit wirklich im Massenmarkt bei Autos für 20.000€ erfolgreich sein kann. Dieses Argument ist geschenkt.

Aber Marken - die dann später auch die Masse will - werden immer bei den Early-Adaptors geschaffen. Und sinkende Preise für die Batterie-Technologie sind nur eine Frage der Zeit, sobald ein Hersteller mal wirklich in Serie produziert und steigende Stückzahlen erzeugt. Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, dass man in absehbarer Zeit auch Autos wie einen Tesla in Preisregionen von 30.000 und 40.000€ bauen kann. Es weiss nur keiner, wie viele Jahre das noch dauert. Je schneller Tesla aber Erfolg hat und die Stückzahlen steigen, desto kürzer wird dieser Zeitraum.

Die entscheidende Schlacht wer für innovative Autos steht, wird aber gerade geschlagen. Hier in der Gegenwart, einer Gegenwart in der es für die deutschen Autobauer vermeintlich so rosig aussieht. Und mit Ausnahme von BWM träumen die deutschen Hersteller zum Thema vor sich hin. In Anbetracht der extremen Bedeutung, die die Wertschöpfungsketten der Autoindustrie für Deutschland als Industrienation haben, muss man in Richtung von Winterkorn, Zetsche und Co. einfach rufen:

Hört auf zu bremsen und wacht endlich auf ! Ich will keinen Sprit-Fresser mehr !

Und wenn bis dahin nicht endlich hier im Lande was passiert, dann wird wohl eher das kommende -> Tesla Model X <- mein nächstes Familienauto. Und Audi hat einen treuen Kunden verloren, der durch Ferdi Piëch vor langer Zeit zur Marke kam.

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Der neue Wettlauf ins All – Elon Musk, der Mann, der mit Visionen nicht zum Arzt muss.

Ein Milliardär hebt ab. Das ist die typisch zweideutige Schlagzeile mit Unterton, mit der der "Spiegel", von den Absichten von Elon Musk berichtet, der schon in 10-15 Jahren zum Mars will und dort eine Kolonie von 80.000 Menschen aufzubauen beabsichtigt. Menschen, die für diesen One-Way-Trip eine halbe Million Dollar pro Person zahlen sollen. Wenigstens ist der Artikel dann sachlich, sehen Sie selbst:

-> Ein Milliardär hebt ab <-

Elon Musk Mars
Alle Fotos dieses Artikels sind Copyright und Courtesy von SpaceX www.spacex.com

So kann doch nur ein vermeintlicher "Spinner" reden, oder etwa nicht ? Ausserdem könnten wir mit dem ganzen Geld doch die Welt verbessern, zum Beispiel ... ja zum Beispiel was eigentlich, für das nicht schon genug Geld da wäre, wenn man nur sinnlose Verschwendung, Fehlleitung und Korruption von Steuergeldern in allen Bereichen der Welt mal einstellen würde ?

Diese Haltung ist nicht neu in einem Deutschland, das mit dem Ende der Nazi-Schreckens-Herrschaft nicht nur eine barbarische Diktatur los wurde, sondern als Kollateralschaden auch seinen kollektiven Glauben an sich selbst verloren hat. Und damit fatalerweise auch die Kraft, die Zukunft nach eigenem Willen zu formen. Wir können diese Visionslosigkeit wunderbar auch an Deutschlands taktierendem Verhalten in der Eurokrise bewundern, obwohl alle Augen auf uns gerichtet sind. Und wir haben mit Angela Merkel die in meinen Augen perfekt dazu passende Bundeskanzlerin. Sie macht nach meiner Wahrnehmung einen guten Job bei der kleinteiligen Verwaltung der Gegenwart. Aber Visionen und Gestaltungskraft ? Geschenkt, wer braucht denn so was ! Ist ja auch viel zu gefährlich, weil könnte ja schief gehen. Wer Visionen hat, sollte besser zum Arzt gehen, wie Helmut Schmidt mal gesagt haben soll. In Deutschland ist diese Haltung Common Sense.

Dabei war Deutschland das Land der Dichter und Denker, erfüllt mit Visionären auf allen Ebenen von Kunst, Kultur bis Wissenschaft und Wirtschaft. Und das Land eines Hermann Oberth oder Wernher von Brauns, die der visionäre, unbedingte Wille einte, die Raumfahrt möglich zu machen. Eine visionäre Haltung, verbunden mit dem Glauben an die eigene Kraft und Kreativität, die heute noch in den USA zu Hause ist. Die in Deutschland aber nach meinem Eindruck nur noch in kleinen Nischen in der Wirtschaft lebt, wo der deutsche Ingenieursgeist und der Wille zum Erfolg nach wie vor Weltgeltung hat. Und witzigerweise sind das genau die Branchen, die unsere Wirtschaftskraft bestimmen. Irgend etwas muss es mit visionären Zielen und dem Glauben an sich selbst wohl auf sich haben.

So müssen nun also Amerikaner daher kommen, die die Kraft haben, grosse Visionen auch Realität werden zu lassen. So dieser Elon Musk. Irgendwie schon ein vermeintlicher "Spinner" oder ? 80.000 Menschen auf den Mars die dafür zahlen ? Da lachen doch die Hühner .. oder vielleicht doch nicht ?

Elon Musk Portrait

Aber Moment, Elon Musk ! Diesen Namen haben wir doch schon einmal gehört. Ist das nicht der, der Paypal "erfunden" und dann an EBay verkauft hat ? Und so Milliardär wurde. Ist das nicht der, dem Tesla Motors (WKN A1CX3T) gehört und es mit der ganzen Autoindustrie aufnimmt ?

Genau - das ist dieser Elon Musk. Die Zeit hat 2009 mal ein schönes Portrait verfasst, dass ich Ihnen -> hier <- zum lesen sehr empfehle. Auch wenn der Artikel wieder so einen leisen "Spinner" Unterton hat. Aber dieser Unterton ist nun besonders schön und entblöst sich selbst, denn der Artikel ist von 2009 und wir können nun drei Jahre später bewundern, was daraus wurde.

Denn ja, als ob das nicht reicht, ist Elon Musk auch der Gründer von SpaceX, dem ersten privaten Unternehmen, dass für die NASA nun Flüge zur Raumstation ISS organisiert. Und dieser erste Flug wurde dieses Jahr erfolgreich abgeschlossen. Das erste private Raumschíff in der Erdumlaufbahn ! -> SpaceX <-

Nun schauen Sie selbst was daraus geworden ist. Das Bild ist von der NASA aus der Raumstation ISS aufgenommen und zeigt die angedockte "Dragon" Kapsel von Space-X. Und die Dragon wurde von der Falcon 9 Rakete, auch von SpaceX, in die Umlaufbahn gebracht. Die erste private Weltraummission der Geschichte im Auftrag der NASA, während die staatsfinanzierten Space Shuttles nun ausgemustert sind. So wurde aus einer Vision in wenigen Jahren Realität. Wie war das mit dem Spinner ? Lacht noch jemand ?

Elon Musk ISS
Alle Fotos dieses Artikels sind Copyright und Courtesy von SpaceX www.spacex.com

Jetzt werden Sie vielleicht denken, ich will hier meine persönliche Hymne an Elon Musk los werden. Das ist aber nicht so, auch wenn ich ohne Frage allerhöchsten Respekt und auch Bewunderung vor diesem Ausbund an Schaffenskraft und Kreativität habe. Aber auch er ist Mensch und fehlbar. Und er zahlt einen harten Preis für seinen Erfolg, was das Portrait in der Zeit heraus arbeitet.

Nein, in Wirklichkeit will ich Ihnen klar machen, dass ein neuer Wettlauf ins All im Gange ist, der die Welt verändern wird. Ein Wettlauf der die klassische dritte Phase einer neuen Technologie darstellt. Nach der Euphorie in den 60er und 70er Jahren, kulminierend mit der Mondlandung. Und der Depression in den 80er und 90er Jahren. Nun ist die Zeit reif, echtes Geld im Weltraum zu verdienen.

Denn wissen Sie eigentlich, wer an sonstigen sogenannten "Spinnern" noch an diesem Wettlauf beteiligt ist ?

Da haben wir Jeff Bezos, ja der Jeff Bezos von Amazon mit -> Blue Origin <-

Wir haben Richard Branson, ja der Richard Branson von Virgin mit -> Virgin Galactic <-

Oder den Hotel-Milliardär Robert Bigelow mit -> Bigelow Aerospace <-

Und falls das nicht reicht, mit -> Planetary Resources <- formt sich ganz in den Anfängen ein Unternehmen, dessen Ziel es ist Rohstoffe aus den Asteroiden zu gewinnen. Lesen Sie -> hier <- im Handelsblatt. Beteiligt sind nicht nur der Begründer des X-Price, sondern als Geldgeber auch Larry Page und Eric Schmidt von Google. Und natürlich fehlen sofort all die "klugen" Menschen nicht, die schon heute wissen wollen, dass das sowieso nicht geht und keinen Sinn hat. Wie war das noch mit der dem IBM Chairman Thomas Watson von 1943 zugeschriebenen Aussage: "I think there is a world market for maybe five computers" ? 🙂

Alles Menschen, die sich als innovative und/oder äusserst erfolgreiche Unternehmer ausgezeichnet haben. Und die bewiesen haben, dass sie durch die Kraft des Willens und der Innovation die Welt verändern können.

Elon Musk Launch

Jeder halbwegs vernünftige Mensch müsste nun doch sehen, dass da etwas Bedeutendes in Gange zu kommen scheint. Und das ist auch so. Jetzt wird nicht alles gelingen. Vieles wird Traum bleiben und selbst ein Elon Musk oder Jeff Bezos unterliegen dem Risiko, sich irgendwann zu viel zuzumuten und einer Hybris des Erfolges zu erliegen. All das ist wahr. Wahr ist aber auch, dass nur wer zu den Sternen greift und das Risiko des Scheiterns in Kauf nimmt, die Welt verändern kann. Und hier ist etwas in Bewegung geraten, das mehr als der Spleen von ein paar Milliardären ist.

Ich hoffe, ich habe nun Ihr Interesse geweckt. Und das die Welt trotz all dieser Nachrichten noch schläft und die langfristige Bedeutung dessen, was da unter der Decke der öffentlichen Wahrnehmung passiert nicht erkennt, liegt halt an der klassischen Phase 2 Depression solcher Entwicklungen. Raumfahrt ? Bah, wie langweilig ! Das kennen wir doch aus dem Schwarzweiss-Fernsehen. 😉

Stellt sich nur die Frage, warum tun diese bekannten Unternehmer das ? Warum investieren Sie Milliarden ? Was für Geschäft suchen die denn "da oben" ? Oder ist das nur ein Spleen und Abenteuerlust ? Und gibt es heute schon Unternehmen an der Börse, in die man investieren kann ?

Bis ich versuche diese Fragen zu beantworten, wird etwas Zeit vergehen. Freuen Sie sich auf den zweiten Teil des neuen Wettlaufs ins All. Aber übersehen Sie schon heute nicht einen der potentiell spannendsten, sich langsam entwickelnden Märkte der Zukunft:

Space ... the final frontier ...

Alle Fotos dieses Artikels sind Copyright und Courtesy von SpaceX www.spacex.com

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Kurzhinweis: Tesla Motors kurz vor Auslieferung des Model S

Tesla Motors (WKN A1CX3T) steigt heute dynamisch, aktuell 7%, nachdem die Auslieferung des ersten Model S diese Woche scheinbar kurz bevor steht.

Falls Ihnen Tesla Motors nichts sagt, lesen Sie bitte -> diesen <- ausführlichen Artikel vom Februar, oder bemühen Sie bitte die Suchfunktion des Blogs nach "Tesla" und "Elon Musk", ich habe die Aktie im Blog mehrfach besprochen.

Zu den vergangenen Artikeln gibt es heute inhaltlich auch wenig hinzu zu fügen, die Auslieferung des Model S ist ein entscheidender Meilenstein, da Tesla damit zu einem ernst zu nehmenden Autohersteller wird. Bisher hatte der Markt grosse Angst, dass dieser wichtige Schritt misslingen würde, denn es ist ein Unterschied ein paar innovative Prototypen zu bauen oder eine Serienfertigung ans Laufen zu bringen.

Sollte sich diese Unsicherheit zum Positiven auflösen, hat Tesla in meinen Augen hebliches Potential. 50 USD bis Ende 2012 erscheinen mir nicht utopisch, falls der Markt die Überzeugung gewinnt, dass Tesla die Produktion im Griff hat. Als Stop bieten sich ganz hervorragend die 26 USD an. Wenn wir die wieder sehen, dürfte mit der Produktion etwas im Argen liegen und dann ist es auch gut ausgestoppt zu werden.

Nun schauen Sie bitte auf den aktuellen Chart und achten Sie insbesondere auf den Doppelboden, das "W" und die diversen Moving Averages. Wobei man Charttechnik bei einem derart von News getriebenen Wert nicht überbewerten darf. Trotzdem springt einem das Potential im Chart geradezu ins Auge.


Source: Finviz.com

Mit diesem Hinweis, möchte ich Sie auf die Situation bei Tesla aufmerksam machen. Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse !

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Hari´s Märkte am Abend – 25.05.12 – Wochenabschluss – DAX Lagebesprechung

19.30 Uhr - heute etwas früher, da ich nicht glaube, dass heute am Markt noch viel passiert.

Zum Abschluss der Woche und in Vorbereitung auf die kommende Woche, möchte ich heute eine Reihe von Punkten ansprechen, die mir im Moment bedeutsam erscheinen.

TAKTISCHES

Lassen wir mal die ganze Politik beiseite und schauen mal nur auf den Chart des DAX. Ich habe dazu den Chart des Futures in der Stundensicht gewählt, weil wir dort wegen der Handelszeit bis 22 Uhr weniger Gaps haben und daher eine kontinuierliche Entwicklung sehen können. Lassen Sie sich von der Komplexität des Bildes nicht verwirren, ich werde weiter unten die Szenarien erklären.

Denn ich will Ihnen zeigen, dass man die aktuelle Entwicklung ebenso bullisch wie bärisch interpretieren kann, je nachdem welchen Blickwinkel man einnimmt.

Betrachten wir zunächst das bullische Szenario, das durch die grünen Linien gekennzeichnet ist. Man kann argumentieren, dass wir einen Abwärtstrend hatten, der durch die Bewegung vom 21.05., vom Montag dieser Woche, gebrochen wurde. Weiter kann man argumentieren, dass die Tiefs von Montag zwar getestet, aber danach nicht mehr gebrochen wurden. Als Folge hat sich eine Trendlinie immer höhere Tiefs gebildet, die ein Zeichen für eine Trendwende sein könnte. Und man kann argumentieren, dass der Non-Event des EU Sondergipfels ja eigentlich schlechte Nachrichten waren, weil Hoffnungen zerstoben. Und trotzdem hat der Markt keine neuen Tiefs gebildet, normalerweise ein Indiz für eine bevorstehende Wende nach oben.

Im bärischen Szenario würde man zunächst den typischen Ablauf solcher Korrekturen sehen. Nach einem ersten Absturz kamen wir in der starken Unterstützungszone um 6400 zum halten und haben danach eine Seitwärtsbewegung durchgemacht, in der wir versuchten die vorherige Unterstützungszone von 6600 zurück zu erobern, die nun zum Widerstand geworden war. Nachdem das mehrfach nicht gelang und durch die Seitwärtsbewegung die überverkaufte Markttechnik abgebaut war, gab es den ganz typischen nächsten Schwall nach unten, der erst oberhalb 6200 zum Halten kam. Nun begann das gleiche Spiel, 6400 war zum Widerstand geworden und mehrfache Versuche diese Marke zurück zu erobern scheiterten. Mit dem heutigen Tag ist der überverkaufte Marktzustand auch wieder deutlich abgebaut, was Raum für den nächsten Schwall nach unten schafft, der dann eine Zone 6000-6200 etablieren könnte. Und im übrigen haben wir zu keinem Zeitpunkt die Linie des 200er Durchschnitts zurück erobern können, der durch die feine schwarze Linie dargestellt ist. Das ist eher das Zeichen eines bestehenden Abwärtstrends.

Soweit die beiden Sichtweisen. Sie merken vielleicht schon aus meinen Worten, das ich rein von dem her was ich im Chart sehe, eine leichte Präferenz zum bärischen Szenario habe. Für mich sieht das was der Markt aktuell macht eher nach einer Konsolidierung vor der nächsten Abwärtsbewegung, als nach einer Wende aus. Allerdings hat die markttechnische bzw charttechnische Analyse in so einem politischen Umfeld natürlich massive Grenzen, diese liefert nur dann brauchbare Erkenntnisse, wenn der Markt ohne starken Einfluss von aussen alleine schwingen kann.

Das ist aber definitiv nicht der Fall, am Ende entscheidet die Politik und der griechische Wähler über das kurzfristige Schicksal des DAX. Insofern bleibe ich bei meiner schon geäusserten Sicht einer leichten (55:45) Präferenz für weiter fallende Kurse. Substantiell geändert werden kann das Bild bis zum 17.06. wohl nur durch überraschende Entwicklungen, die wir alle im Moment noch nicht sehen.

Insofern, abwarten, Tee trinken und Kapital schützen. So einfach kann Strategie sein und so schwierig ist das umzusetzen. 😉

STRATEGISCHES

Je mehr ich darüber nachdenke, lese und verstehe, desto mehr wird mir klar, dass das Thema des "Shale Gas" in den US zu einem echten "Game-Changer" mit weltweiten Konsequenzen wird. Es sieht so aus, als ob den USA damit auf Jahrzehnte eine billige Energiequelle zur Verfügung steht, als Folge davon könnte die USA zu einem Netto-Exporteur von fossilen Energierohstoffen werden. Schon heute ist eine Anpassungsbewegung im Gange, in deren Folge Kraftwerke und energieintensive Industrie auf Gas umstellen. Und die US Administration fördert das massiv.

Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind erheblich. Geopolitisch dürfte der Nahe Osten mit seinen Ölvorräten damit seine strategische Bedeutung für die USA langsam verlieren, aber auch Länder wie Russland, die ausser Öl und Gaslieferungen nicht viel zu bieten haben, dürften mittelfristig ein Problem bekommen. Noch wichtiger ist aber der Effekt auf die amerikanische Schwerindustrie, die einen rasanten Wiederaufstieg erleben dürfte. In den alten, abgewrackten Industrieregionen rund um Pittsburgh macht sich jetzt schon Aufbruchsstimmung breit. Denn billige Energie verschafft der US Industrie erhebliche Wettbewerbsvorteile. Und das betrifft nicht nur die Schwerindustrie, sondern alle Industriezweige, die Öl als Kostenfaktor haben, so auch die Chemieindustrie wie zum Beispiel die alt ehrwürdige Dow Chemical (WKN 850917). Die BASF (WKN BASF11) hat das übrigens auch erkannt und baut schon in den USA ein Werk. Falls Sie es übersehen haben, sollten Sie unbedingt -> dieses <- Interview mit dem US Chef von BASF lesen.

Übrigens, wir in Europa könnten den gleichen Boom erleben, so gibt es zum Beispiel in Polen, aber auch bei uns in der Norddeutschen Tiefebene, wahrscheinlich erhebliche Vorkommen unkonventionellen Gases, die gefördert werden könnten. Zumindest bei uns in Deutschland ist das aber unvorstellbar, da wären schon diverse Bürgerinitiativen vor. In Deutschland wehrt man sich zunehmend gegen alles, das die vermeintlich "heile" Welt vor der Haustür verändern könnte. Sie müssen sich einmal vorstellen, am Südrand des Schwarzwaldes bei Bad Säckingen wehren sich Bürgerinitiativen sogar gegen ein Pumpspeicherwerk, also gegen einen "ach so bösen" Speichersee oben im Schwarzwald, der als Energie-Zwischen-Speicher dienen soll und in der Nähe eines schon vorhandenen Speichers gebaut werden soll.

Ich kenne übrigens den Ort an dem gebaut werden soll und kann nur sagen, mir fehlt jedes Verständnis für Widerstand gegen das Projekt. Es gibt wohl kein Bauwerk im Bereich Energie, dass umweltfreundlicher ist und weniger Emissionen, Lärm und Risiko beinhaltet, als ein ruhiger, blau schimmernder Speichersee ! Und damit die Energiewende mit erneuerbarer Energie überhaupt gelingen kann, brauchen wir zwingend Stromspeicher, denn Sonne und Wind sind halt nicht 24 Stunden rund um die Uhr verfügbar. Was wäre also naheliegender, als neben einen schon vorhandenen Speicher noch einen grösseren zu setzen ? Aber selbst das ist nun nicht mehr gewollt, für einige Mitbürger scheint Wohlstand einfach vom Himmel herab zu fallen und der Strom aus der Steckdose zu kommen. Wenn Sie es nicht glauben, lesen Sie -> hier <-

Den USA steht nach meiner Erwartung auf jeden Fall eine positive Entwicklung bevor, das Bankensystem ist stabilisiert, der Häusermarkt zieht an, die Verbraucher fassen Vertrauen, das Land hat eine positive demographische Entwicklung und nun kommt noch billige Energie oben drauf. Und wer glaubt, dass Amerika seine "yes we can" Mentalität verloren hätte, der kennt das Land sowieso nicht. Diese war unter Depression verschüttet, gehört aber zur "genetischen Ausstattung" der amerikanischen Nation und wird sich wieder durchsetzen. Ich erwarte in den nächsten Jahren daher einen beeindruckenden industriellen Wiederaufstieg der USA, während Europa sich auf absehbare Zeit selbst lähmt. Auf meine Anlageschwerpunkte hat das schon heute deutliche Konsequenzen. Und wenn man sich dann noch einige mögliche Konsequenzen der Eurokrise ausmalt, macht es jede Menge Sinn einen Teil seines Depots im Dollarraum zu haben.

SELEKTIVES

Sie erinnern sich vielleicht daran, dass ich mich hier zuletzt mehrfach über das Management der Aixtron (WKN A0WMPJ) mokiert hatte, dass einerseits die Anleger mit Hoffnung beruhigt, andererseits aber da wo es zählt, beim eigenen Geld, keinerlei Anstalten macht die Ernsthaftigkeit der eigenen Worte durch Insiderkäufe zu untermauern. Nun hatten wir am 17. und 21.05. sogar einen massiven Insiderverkauf in Höhe von zusammen 1,7 Millionen € ! Jetzt ist nicht jeder Insiderverkauf gleich ein Grund in Panik zu geraten, auch Insider wollen mal was finanzieren und brauchen ihre Mittel an anderer Stelle. Trotzdem frage ich Sie: Wenn Sie beim eigenen Unternehmen, dessen Auftragsentwicklung Sie sehr gut kennen, davon ausgehen würden, dass die Wende im Gange ist und dass der Kurs im 2. Halbjahr wieder bei 16-18€ steht, würden Sie dann heute 1,7 Millionen zum Kurs von 13€ auf den Markt werfen ? Ich definitiv nicht, da hole ich mir dann lieber eine Zwischenfinanzierung, wenn ich das Geld wirklich brauche.

Ganz im Gegensatz dazu ist in meinen Augen übrigens der Kabelhersteller Leoni (WKN 540888) zu sehen, ein Unternehmen mit attraktivem Produktportfolio und klarem Wachstumstrend. Hier ist der Kurs im Zuge der Marktschwäche deutlich herunter gekommen und nun haben am 18., 21. und 22.05 drei Vorstände für zusammen ca. 420 Tausend € eigene Aktien gekauft. Das sieht eher nach Vertrauen in das eigene Unternehmen aus !

Wer mich fragt, welches Papier ich aktuell im Sinne von "Buy and Hold" in mein Depot legen würde, dem würde ich die schweizerische ABB (WKN 919730) nennen. ABB ist marktführend im Bereich Energie-Infrastruktur und dürfte massiv von den absehbaren Umbrüchen, auch durch die "Energiewende", profitieren. Kurzfristig leidet auch ABB natürlich etwas unter der Eurokrise, da bei diesen Grossprojekten auch immer politische Einflüsse eine Rolle spielen, wir konnten das ja zuletzt auch bei den Windkraft-Projekten von Siemens (WKN 723610) beobachten. Insofern sind kurzfristige Sprünge beim Kurs der ABB eher unwahrscheinlich. Aber mittelfristig führt an anderen Energienetzen und damit an ABB wohl kein Weg vorbei, selbst bei weiterer Krise in Europa.

Schaut man sich die aktuelle Kursentwicklung und Bewertung an, sieht man, dass die stocksolide ABB derzeit zu höchst attraktiven Kursen zu haben ist, sehen Sie selbst im Stundenchart, das den Kursverlauf des letzten Jahres abbildet:

In meinem Investmentdepot ist ABB nun auch vertreten und ein Titel, mit dem ich tatsächlich "Buy and Hold" umsetzen werde. Denn ich sehe langfristig erhebliche Chancen und kann ganz entspannt bis dahin warten, 4% Dividendenrendite versüssen die Wartezeit. Wer ganz sicher gehen will nicht deutlich ins Minus zu rutschen, legt einen Stop auf ca. 11,50 €.

WISSENSWERTES

Ich hatte ja zuletzt einiges über SpaceX, Tesla (WLN A1CX3T) und Elon Musk geschrieben und Tesla schon im Februar -> hier <- thematisiert. Nun ist im Handelsblatt ein interessanter Artikel erschienen, den ich Ihnen zum Lesen empfehle:
-> Elon Musk auf Apples Spuren <-

Am kommenden Pfingstmontag ist die Börse in Frankfurt zwar geöffnet, das dürfte aber einer der sinnlosesten Handelstage seit langem werden. Denn nicht genug damit, dass wegen des langen Wochenendes viele Marktteilnehmer sowieso lieber bei ihren Familien sind. Nein, dieses Jahr fällt in den US auch noch der Memorial Day auf den Pfingstmontag, weshalb die US Börsen geschlossen sind. Den kommenden Montag kann man also börsentechnisch wohl komplett ignorieren.

Bedenken Sie bitte auch, dass ich nächste Woche Urlaub von der Börse mache. Ich bin im Lande und werde gerne auf Kommentare reagieren, insofern keine Scheu, schreiben Sie. Und ich werde vielleicht sogar mal den einen oder anderen Beitrag im Blog verfassen. Ich werde aber die Börse nur mit einem Auge beobachten und daher wird es nach Handelsschluss auch keine "Märkte am Abend" geben. In der übernächsten Woche sollte dann alles wieder normal laufen.

Ich wünsche Ihnen schöne Pfingstfeiertage und viel Erfolg in der kommenden Woche !

Ihr Hari

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