Hari Live Stream 09.06.21

Organisatorische Erinnerung

Da sich in der letzten Zeit bei der Verlängerung wieder mühsame Friktionen mehren, möchte ich noch einmal ausdrücklich an meinen folgenden Artikel erinnern:

-> Verwaltung ist mühsam <-

Ich empfehle wirklich sich die wenigen Minuten zu nehmen und das noch einmal anzuschauen, es ist ganz einfach für alle, um den Verwaltungsaufwand niedrig zu halten.

Wichtig für den Fall des Falles dass sie die Verlängerung einfach vergessen sollten, ist auch was in Punkt 5 steht.

Wenn sie mit mir offen und ehrlich umgehen, werden sie bei mir auf großes Wohlwollen stossen, jeder übersieht mal was und ich bin kein Bürokrat, sondern sie sind mir wichtig.

Das Gegenteil passiert aber, wenn jemand meint er sei sehr schlau und könne mit Stories oder durch Zahlungen ins Blaue mich zu Handlungen verleiten - dann passiert das genaue Gegenteil, ich werde hart und grundsätzlich.

Die 200€ weniger, die sie als treues Mitglied für alle weiteren Jahre zahlen, sind ein *Rabatt* dafür, dass sie eben treu und ohne Friktionen dauerhaft dabeibleiben. Dieser Rabatt ist eine Motivation sich auf Mr-Market einzulassen und dauerhaft Teil der Community zu werden - denn das ist mein Interesse, nicht schnelles Geld.

Gerne dürfen sie bei der Mitgliedschaft auch rein und rausspringen, wochenlang überlegen, rumzappeln und dann doch weitermachen wollen - das ist alles OK, dann aber eben zu den regulären 490€ - genau dafür ist der Rabatt ja da oder eben nicht.

Also, etwas zu Vergessen ist gar kein Problem, das passiert mir auch ab und zu. Niemand braucht deswegen argumentative Klimmzüge oder eine Kotau machen, die Lösung ist ganz einfach, sich sofort und zeitnah nach Entdecken bei mir per E-Mail melden, 2 nette, ehrliche Zeilen zu schreiben und wir werden das Problem mit guter Wahrscheinlichkeit lösen, wenn es nicht jedesmal passiert.

Dass sie überhaupt in die Situation kommen können die Verlängerung zu vergessen, beruht darauf, dass ich keine automatischen Verlängerungen und Abbuchungen machen will und werde.

Das wäre nämlich viel schlimmer, da sind dann zwar die zufrieden, die dabei bleiben wollen, dafür werden die Diskussionen umso nerviger mit denen, die eigentlich aufhören wollen. Und ich will hier niemanden mitschleppen, der nicht dabei sein will.

Also, nutzen sie die von mir verschickte Erinnerung um die Verlängerung zeitnah vorzunehmen, dafür ist die Erinnerung da. Wenn sie es trotzdem vergessen und das kein Dauerzustand jedes Jahr wird, regeln wir das sobald sie es bemerken, aber nur wenn sie dann zeitnah und offen reagieren, so wie ich auch mit ihnen umgehe.

Vielen Dank!

Und täglich grüsst das Schaukeltier ZH2

Ich könnte und müsste mich heute wiederholen, schauen sie doch selber, es ändert sich rein nichts an der Lage:

In den Indizes passiert weiter nichts, die kleinen Aktien haben dagegen einen positiven Ton, ohne wirklich überzeugend zu sein.

Wenn man bedenkt, dass wir uns noch in den beiden statistisch eher positiven Wochen des Juni befinden, senkt das nicht das Risiko dass wir zum Ende des Quartals noch eine Abgabenphase erleben.

Davor liegt aber erst einmal die FED kommenden Mittwoch und da nun auch Yellen -> von höheren Zinsen redet <-, wissen sie auch was den Markt zu guten Teilen etwas dämpft, da will man doch erst einmal abwarten, wie sich Powell dazu nächste Woche positioniert.

Insofern haben wir eine potentiell mal wieder wichtige FED-Sitzung vor uns, bis dahin könnte es aber durchaus so wie beim Murmeltier weitergehen.

Überkauft, aber nicht extrem

Schöne Übersicht -> von Bespoke hier <- zu den Aktien des DOW und damit ein wenig zur taktischen Marktlage bei den klassischen Industrie-Aktien:

Wir sehen dass viele Aktien überkauft sind, auch ein Grund warum es da gerade nur schaukelt und nicht richtig voran geht. Aber dieser Zustand ist nur von mässigem Charakter und gilt nicht für alle Aktien.

In Summe ein ebenso diffuses Bild wie die aktuellen Kursbewegungen, das Eine hat durchaus auch ein wenig mit dem Anderen zu tun. Der Markt markiert gerade weder einen klaren Boden noch ein klares Hoch, es ist "irgendwas dazwischen", ein Schaukeltier eben. 😉

Was wirklich wichtig ist

Ich habe überlegt darüber wieder einen Artikel zu schreiben, es aber gelassen weil es hoffnungslos ist. Denn während wir uns politisch mit allerlei Manierismen, Schwurbeleien, kleinen Betrügereien und völlig unwichtigen Moralschlachten befassen, finden die wirklich zentralen Dinge still und leise unterhalb der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit statt.

Denn was kann es für uns als Staatsbürger Wichtigeres geben, als die Frage ob wir überhaupt noch einen Staat und eine Verfassung haben oder ob wir den schon nach Brüssel entsorgt haben? Entsorgt in ein Konstrukt, das zwar gerne Staat sein würde, dem es dazu aber an allem fehlt, einer Verfassung sowieso.

Denn was sich hinter dem sperrigen -> Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland <- verbirgt, für das sich so richtig niemand interessieren will, weil Twitterschlachten um Spiegelstrich und Gendergedöns ja viel wichtiger sind, verbirgt sich die für uns absolut zentrale Frage, ob wir überhaupt noch ein souveränes Staatswesen sind, in dem die Bürger direkt ihre Legislative und mittelbar darüber ihre Exekutive und Jurisdiktion wählen.

Dieser Satz bringt den für unser Staatswesen zentralen Machtkampf auf den Punkt:

Nach Ansicht der EU-Kommission stellt das Karlsruher Urteil einen „gefährlichen Präzedenzfall für das Unionsrecht“ dar. Wenn es Schule mache, bestehe die Gefahr, dass das Bundesverfassungsgericht anderen Urteilen des EuGH in Deutschland die Rechtswirkung aberkenne.

Es geht um die Kernfrage, die große Machtfrage, ob letztgültiges Recht für uns als Bürger in Karlsruhe oder in Brüssel gesprochen wird und wenn es in Brüssel gesprochen würde, müsste man folgerichtig als Bürger fragen, warum wir dann nicht nach dem urdemokratischen Prinzip von "ein Mensch eine Stimme" darüber abstimmen können und was denn überhaupt die Verfassung ist, auf deren Grundlage dieser "Staat EU" agiert?

Es ist die Frage ob sich Deutschland endgültig als Nationalstaat abschafft, eine Frage die ich zum Beispiel hier schon vor Jahren immer wieder thematisiert habe:

2018 ganz grundsätzlich den Zusammenhang erklärend, unabhängig vom speziellen Thema Euro: -> Europas strukturelles Problem <-

Ich empfehle diesen Artikel noch einmal zu lesen, er ist topaktuell und es ist eigentlich "Staatsbürgerpflicht" sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, denn es geht zentral um unser Gemeinwesen und seine Verfasstheit.

Und hier viel früher zum speziellen Thema der Eurokrise, die genutzt wurde um die Schranken der Verfassung zu überwinden:

2012: -> Das Ende Deutschlands wie wir es kennen <-

2013: -> Ja, aber – oder wie man sich selber abschafft <-

Und weil ich das alles schon gesagt habe, brauche ich es auch nicht zu wiederholen. Ich erinnere nur daran, dass unsere Zukunft bei solchen zentralen, abstrakten Fragestellungen geschrieben wird und nicht beim Gelaber bei Maischberger oder Will. Maischberger und Will, das ist "Opium für das Volk" oder "Brot und Spiele".

Ich glaube auch den Ausgang des Ganzen zu kennen, ich bin da ganz pessimistisch was den Bestand dieser Verfassung Deutschlands angeht, die wird faktisch mehr und mehr ausgehöhlt, ohne den Souverän ernsthaft zu fragen.

Und ich betone erneut, dass ich mich über einen echten europäischen Bundestaat sehr freuen würde, aber einen echten Bundesstaat, mit echter Demokratie, einer Stimme für jeden Bürger egal aus welchem Land, zentralen Institutionen im Bereich Aussenpolitik, Verteidigung, Wirtschaft, aber ansonsten allergrößter Freiheit der Bundesstaaten bei allem anderen. Ein wenig so, wie die US nach der Gründung mal waren und heute immer noch mehr sind, als dieses vermurkste Brüsseler Konstrukt.

Ein echter Bundesstaat mit einer echten Verfassung, die die Bürger Europas sich gegeben haben. Und dann hat auch ein Europäischer Gerichtshof als letztgültige Instanz seine volle Berechtigung und meine volle Unterstützung.

Das wäre aber ein anderes Deutschland als wir heute haben und in einer Demokratie sollte das der Souverän entscheiden. Im Gegensatz zu anderslautenden Behauptungen gibt die repräsentative Demokratie den Repräsentanten nicht das Recht den Staat abzuschaffen, ohne dafür den Souverän explizit zu fragen. Um das durchzusetzen, bräuchte es aber Verfassungsorgane, die sich nicht selber kastrieren wollen.

Was wir da beim Verfassungsgericht erleben, ist nach meinem Eindruck das letzte Rückzugsgefecht, weil die Unterstützung aus Berlin dafür völlig fehlt.

Und genau das ist ein echtes Problem. Denn ich bin gerne Europas Bürger, aber eines echten, demokratischen Bundesstaates.

Biotech (BNTX) und der rationale Markt ZH3

Das Chart von Biontech ist ein schönes Beispiel, wie der Markt rational abwägt und Risiken wie Chancen einzupreisen versucht. Das 2022er Forward P/E das diesem Chart als Erwartung zugrunde liegt, beträgt nur 7!

Das bedeutet, wenn all die guten Nachrichten sich auch so realisieren würden, wenn BNTX und MRNA weiter die uneingeschränkten Platzhirsche beim Impfen bleiben und auch die Milliardenverträge sich realisieren, die nun schon mit EU und Co. geschlossen wurden, dann ist BNTX auf dem aktuellen Niveau *völlig unterbewertet*!

Denn wenn so ein Umsatz- und Gewinn-Niveau dauerhaft wäre, wenn der Markt da Dauerhaftigkeit erwarten würde, dann würde er BNTX jetzt ein 2022er P/E von 20 und mehr zubilligen, was bedeutet dass der Kurs um 300% höher stehen würde. Schluck. 😛

Das tut der Markt aber nicht, weil er sieht die Risiken und was alles schief gehen kann. Und deswegen versucht er zu diskontieren.

Da die Bewegung aber in so kurzer Zeit so massiv ist und es wenig Maßstäbe gibt sich zu orientieren, tut sich der Markt damit sehr schwer - wer will es ihm verdenken?

Klar ist aber, das sollten wir nicht unterschätzen, dass wenn sich die ganzen guten Nachrichten realisieren und BNTX in eine dominante Stellung hineinwächsen würde, dann wären die aktuellen Kurse "viel zu billig".

Wir wissen es nur nicht, weil vielleicht geht ja was schief und morgen kommt die Nachricht, dass die Impfungen 2 Jahre danach schlimme Nebenwirkungen erzeugen. Oder vielleicht kommt Curevac plötzlich doch in die Puschen und hat eine viel bessere Imfpung.

Und dann wäre BNTX heute viel zu teuer - that´s life. Faktum ist aber, dass der Markt diese extrem unsichere Lage sehr gut und rational navigiert!

Aktien des Tages ZH3

Biomarin Pharmaceuticals (BMRN)

Canopy Growth (CGC)

Was robbt denn da? Es ist eindeutig zu früh da schon viel hinein zu interpretieren, aber auf den Radar im Sinne Watchlist kann man diese Entwicklung am SMA200 mal nehmen:

Trip Advisor (TRIP)

Eine Boom bei Reisen absehbar und so ein Chart? Hmmm. Hmmm. 😉

Die Risiken sind, dass es mit dem Boom nichts wird, weil eine Mutante alles wieder abwürgt. Oder eben unternehmensinterne Probleme. Aber interessant finde ich das schon:

Merck KGaA (MRK)

Die deutsche Merck, potentiell als Folge der Vetriebspartnerschaft mit Biogen (BIIB):

Expedia (EXPE) ZH4

Nochmal zurück zum Thema Reise, dieses Mal im Weekly. Auf Kompression folgt was? .... Na wir werden sehen. 😉

Was machen eigentlich die Goldminen? ZH4

Die Frage ist schnell beantwortet, eine kleine Pause, aber (bisher) keine Richtungsänderung:

Murmeltier mit Schluckaufgefahr ZH3

Was macht der breite Markt? Na sie wissen schon, Murmeltier, Schwurbeltier, Schaukeltier - suchen sie es sich aus, aber das ist keines neuen Chart des Tagesverlaufes würdig.

Aber der Blick auf das Daily mit seiner langsamen Starre, man könnte auch sagen mit dem *Sprungbrett* kurz vor den Notenbanken, sieht schon nicht ungefährlich aus. So ein Sprungbrett hatten wir vor Kurzem schon einmal und zwar Ende April:

Damit sage ich keine Richtung voraus, eigentlich ist das eher ein Ausbruchssetup nach oben, aber hier kann nun jederzeit Volatilität einsetzen, die dann nicht überraschend wäre. Es braucht nur den Katalysator.

Insofern seien wir nun ein wenig vorsichtiger bzw aufmerksamer, wir verlassen die Phase der Lethargie und nähern uns einem Punkt, an dem es ganz plötzlich wieder volatil und dynamisch werden könnte!

Den zweiten Sonderartikel haben sie heute schon -> hier zu SPACs <- bekommen, wir lesen uns morgen ganz regulär zum Stream wieder.

Machen sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live Stream 21.07.20



15:20 MEZ - ZH2 - ZH3

Im Wochenausblick war ich für meine Verhältnisse ja schon ziemlich deutlich gewesen, was die bullische Richtung angeht. Ein eindeutiges Schwarz/Weiss bietet der Markt ja nie, es kann immer anders kommen, aber die Price-Action deutete doch stark nach oben.

Und genau das passiert diese Woche, egal ob nun die Industrials ziehen oder Tech wie gestern, die Indizes steigen deutlich:

Im Daily sehen wir, dass der SPY nun aus der vermeintlichen Range ausgebrochen ist und neue Verlaufshochs erreicht hat. Die Range ist damit so hinfällig und werde ich in Zukunft nicht mehr zeigen, es war doch mehr eine ausgedehnte Konsolidierung im Aufwärtstrend.

Trotzdem hat dieses Szenario über Woche gute Dienste geleistet, denn es hat uns agnostisch und abwartend gelassen, statt zu stark in eine Richtung zu schauen. Aber seit 2-3 Wochen ist der nun vollzogene Ausbruch nach oben ja schon zu antizipieren und ich habe darüber geschrieben. Die lila Projektion habe ich übrigens unverändert gelassen:

Theoretisch könnte der Markt hier natürlich sofort zurückfallen und das zu einem Fakeout machen. Aber viel wahrscheinlicher erscheint, dass nun die Allzeithochs attackiert werden. Die Dinge sind eben nie Schwarz/Weiss, aber derzeit weiter recht deutlich in Richtung der Bullen verschoben.

Unser Job ist dabeu recht einfach, so wie er das schon seit März ist und lange im 4. Quartal 2019 war. Auf mittelfristiger Ebene ziehen wir unsere Stops unter den letzten Trendtiefs mit nach oben und sind ansonsten bei der "Party" dabei. So einfach.

15:35 MEZ

Es sind die Feinheiten der Botschaften, die die Absicht ausdrücken. Und andienerische "Regierungspresse" titelt solche Überschriften:
-> Merkel sichert Deutschland zusätzliche Milliarde <-.

Sehr witzig, Merkel sagt erst rund 100 Milliarden der deutschen Steuerzahler (im Rahmen der 500) für Programme primär im mediteranen Raum zu und wird dann dafür gefeiert, dass es ein Milliarde weniger wird. Meine Heldin! 😛

Ich will Sinn oder Unsinn dieser EU Maßnahme gar nicht diskutieren, sie ahnen meine Sicht. In einem vereinten Europa mit gemeinsamen demokratischen Institutionen und einheitlicher Steuer- und Wirtschaftspolitik wäre es sinnvoll und hätte meine Unterstützung, in diesem Europa ist es eine Frechheit und letztlich ein erneuter Bruch der bisherigen Verträge.

Aber wie auch immer, solche Schlagzeilen entstehen nicht aus Zufall und sie erzeugen beim durchklickenden Leser auch einen beabsichtigten Eindruck - die Merkel hat es mal wieder "gewuppt" - NOT!

15:45 MEZ - ZH4

Aus IBMs großem Schub sind nun im Handel gerade mal 2.x% Plus geworden. Die Zahlen waren eben nicht absolut durchschlagend, sondern nur relativ besser als die gesenkten Erwartungen.

Wie im Video gesagt, solange IBM nicht diese langfristige, fallende Trendlinie überzeugend nach oben reisst, bin ich weiter nicht interessiert und selbst dann sollten erst einmal die Hochs von Februar fallen, um den Abwärtstrend wirklich zu beenden:

15:55 MEZ - ZH4

Novartis (NOVN) hat ebenso -> indifferent geliefert <-, wie das Chart auch schon vorher aussah. Von meiner Seite kein Handlungsbedarf hier, bestehende Positionen halten und gut ist es:

Und UBS? Nunja, -> ganz nett <- aber nach wie vor für mich kein Grund, die Aktie als Investment in Erwägung zu ziehen:

16.00 MEZ - ZH3

Givaudan (GIVN) hat die hoch gesteckten Erwartungen -> überzeugend erfüllt <-, der Markt war ja auch im Vorfeld sehr überzeugt und irrt sich dann recht selten.

Trotzdem steht natürlich nun eine Konsolidierung im Raum, zu weit war der Kurs wohl schon vorgelaufen:

16:10 MEZ - ZH3

Coca-Cola (KO) und Philipp Morris (PM) kommen nach den Zahlen jeweils positiv in Bewegung. Auch hier muss aber noch einiges mehr passieren, bevor das als grundlegende Richtunhsänderung und Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung eingeordnet werden kann.

Aber es ist immerhin ein Anfang und PM sieht eigentlich so aus, als ob dieser Ausbruch auch bald Realität werden könnte - kurz: "kann man machen". 😉

16:20 MEZ - ZH3

Die Zahlen bei Lockheed Martin (LMT) waren in meinen Augen -> richtig gut <-, der Forecast wird angehoben, wer mach das schon in diesen Tagen?

Demgegenüber ist die Marktreaktion verhalten und das Chart weiter nicht weniger indifferent als oben bei KO und PM.

Ich vermute dass sich hier schon die "Biden-Skepsis" gegenüber dem Sektor zeigt und die hat nicht mit Biden, sondern dem Einfluß des linken Flügels der Demokraten zu tun. Investoren in diesem Sektor sollten sich wie schon gesagt damit arrangieren, dass hier je nach Verlauf der Umfragen vielleicht erst einmal wenig geht:

16:30 MEZ - ZH3

Aktien des Tages sind heute mal wieder BioNTech (BNTX) und Virgin Galactic (SPCE) und dann Opko Health (OPK), First Majestic Silver (AG) und Sonos (SONO)

16:38 MEZ - ZH3

Sektor des Tages ist heute Öl und Gas, praktisch alle Aktien steigen signifikant und im Sektor-ETF XLE sieht man eine kleine, aber nette Wendeformation, die noch die 50-Tage-Linie erobern muss, um formal zu triggern und sich in Gang zu setzen.

Zum ersten Mal seit Juni, traue ich hier dem Sektor eine stärkere Aufwärtsbewegung zu und es könnten sich hier auch kurzfristige Trades ergeben:

16:50 MEZ - ZH1

Ganz lustig wie heute das exakte Gegenteil zu gestern gespielt wird. Big Tech rot, Industrials und Zykliker Grün!

Solange die Indizes im Mittel steigen, dürfte es den Bullen aber recht sein. 😉

17:05 MEZ

Der "Daily Shot" des WSJ hat hier eine nette Übersicht über den Einfluss der "zero fee" Trader bei Robinhood und Co.:

18:00 MEZ - ZH1

Im Nasdaq könnte es heute zu einem Abwärtstrendtag kommen, solange das Minus und Volumen deutlich geringer als gestern bleibt, kein Problem:

Im Russell2000 ist dagegen Erholung angesagt, 1,5% Plus stehen immer noch auf der Tafel:

In Summe keine große Änderung zum Handelstart und einfach eine Sektorrotation auf Tagesbasis, was durchaus zu einem Sommerhandel passt.

Heute Abend kommen noch Texas Instruments (TXN), Intuitive Surgical (ISRG), Snap (SNAP), Interactive Brokers (IBKR) und iRobot (IRBT) mit Zahlen.

Machen Sie es gut, bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live Stream 28.05.20



15:00 MEZ - ZH2

Und täglich grüsst das Bullentier. Das kann man drehen und wenden wie man will, das ist klar bullische Price-Action - inklusive netter Shake-Outs auf dem Weg nach oben wie gestern:

15:10 MEZ

Der ShakeOut bei den Momentum-Werten war gestern echt nicht von schlechten Eltern und es war absolut richtig da mit dem Risikomanagement aktiv zu werden, wenn man auf großen Positionen oder Gewinnen sass.

Mark Minervini hat das gestern -> hier <- sehr schön auf den Punkt gebracht:

Got shaken out of a few names today. Easy to say you should have held after the fact, but you can't manage risk through a rear view mirror.

If you are not feeling stupid every now and then, you are not managing risk.

Diese Ehrlichkeit spricht dafür, dass seine Erfolge real sind, denn jeder hat eben diese Momente, in denen der Markt einen mal auf dem falschen Fuß erwischt - das gehört zum Geschäft dazu!

Und das ist ein schönes Beispiel, dass man am Markt alles richtig machen kann und trotzdem einen Trade mit Verlust schliessen. Und alles falsch machen kann und den Trade trotzdem mit Gewinn schliessen.

Das "richtig" und "falsch" wirkt sich dann erst über die Dauer statistisch aus und wer an so Stellen nicht reagiert und Hopium inhaliert, findet sich dann irgendwann 20% tiefer wieder und bereut es, keinen Stop zu haben.

Außerdem konnte man ja gestern wieder rein, als man das "V" sah, wer schnell aussteigt, kann auch ohne Verluste schnell wieder rein.

Man muss das ganze Thema Risikomanagement wie eine Versicherung betrachten. Es sind Kosten, die man bewusst in Kauf nimmt. Denn Risikomanagement kostet Profit, Versicherungen kosten auch Geld.

Aber dieses Risikomanagement sorgt dafür, dass man eben zuverlässig 90% seiner erreichten Gewinne dann auch einstreichen kann, ohne Risikomanagement lösen die sich ansonsten auch mal in Luft auf oder drehen ins Minus.

Der Sinn jeder Versicherung ist, zu einem akzeptablen Preis die größten, fatalen Risiken abzuschneiden. Der Sinn einer Versicherung ist nicht, ganz normale und beherrschbare Risiken zu versichern.

Weswegen im realen Leben eine Haftpflichtversicherung für jeden ein Muss ist und eine Hochzeitversicherung eher ein Schmarrn.

Und weswegen jeder Trader ein Risikomanagement braucht, das dann zu greifen beginnt, wenn es bei seiner persönlichen Risikotoleranz zu schmerzen beginnt.

Dabei sage ich bewusst immer Risikomanagement, denn das ist viel mehr als Stops. Das ist auch Positionsgrößen, oder Hedging oder automatisierte Regeln oder oder. Was immer ihnen hilft, die für ihre Strategie bedeutenden Risiken zu begrenzen.

15:25 MEZ

Wer nicht sehen will, warum riesige Geldtransfers über Ländergrenzen hinweg in der fehlkonstruierten Eurozone ein Problem sind und keine Lösung, findet -> hier mit Alitalia <- wieder ein schönes Beispiel. Man könnte aber auch das Renteneintrittsalter nehmen, Steuerfragen und so weiter und so fort.

Es hat einfach keine Logik und fördert nur Skrupellosigkeit, wenn der der die finanzielle Unterstützung Dritter in Anspruch nimmt, damit an seine Bürger oder Firmen höhere Leistung ausschüttet als der, der das finanziert.

Auch in Deutschland haben wir doch zwischen den Bundesländern dieses Problem, Berlin gewährt sich allerlei Schmakazien, die in einem finanzierenden Bayern oder Baden Würtemberg nicht zu haben sind.

Das ist unsystematisch, ungerecht und unzüchtig und es zerstört langfristig das Gefühl von Solidarität, das man mit diesen Maßnahmen vordergründig hochhalten will.

Es bleibt dabei, entweder bekommt diese Eurozone eine echte Wirtschafts- und Finanzregierung, so dass ein Bürger in Italien die gleichen Steuern zahlt und gleich in Rente geht wie in Deutschland. Dann sind solche Transfers nötig und richtig!

Oder man hat das weiter nicht, dann verschlimmern diese Transfers das Problem und fördern die Spaltkräfte, statt sie zu begrenzen.

Was würde denn mit der EU passieren, wenn hier jemand an der Regierung wäre, der in gleicher Weise erpresserisch den Lautsprecher Richtung Südeuropa gibt wie nun Salvini oder Conte? Und je stärker diese Ungleichgewichte für den kleinen Michel sichtbar werden, desto eher passiert das auch und zerreisst Europa.

Wir brauchen ein geeintes Europa, wir haben keine Wahl. Aber dieses real existierende Konstrukt ist eine Sackgasse, eine Fehlentwicklung.

Statt diesem Geschrei nachzugeben, sollte man den Lackmustest machen. Denn nie im Leben wird Italien die Eurozone verlassen, weil das die Garantie für Armut der Bevölkerung wäre.

Ein Italien mit einer neuen Lira würde über den ins Bodenlose fallenden Wechselkurs so schnell und gnadenlos abrutschen und an Wohlstand verlieren, dass die Bürger ganz schnell wieder wüssten, was sie an der EU haben. Das Geschrei ist nicht ernst zu nehmen und rein taktischer Natur und in dem man es befriedigt, legt man die Axt an die europäische Solidarität - nicht anders herum.

Das Schlimme ist aber auch - und das ist das große Dilemma - mit Italienern und Franzosen ist auch kein echter gemeinsamer Staat machbar, der Rom und Paris die Selbstständigkeit nimmt. Das Gerede von der Solidarität ist immer dann laut, wenn es dem eigenen Vorteil dient. Nur die Deutschen träumen vom Aufgehen in das große Ganze, weil sie keine eigene Identität mehr haben, niemand sonst.

So hängt die EU und die Eurozone zwischen Baum und Borke und es gibt keinen Ausweg außer mal den harten Lackmustext zu machen und damit faktisch Europa kleiner neuzugründen, dafür aber als echter Bundesstaat.

15:45 MEZ - ZH3

Da haben sie mit Workday (WDAY) eine dieser fiesen Software-Aktien, schauen sie auf die lange Lunte gestern und heute den Ausbruch nach Zahlen.

Und was habe ich gemacht? Ich war drin und habe gestern - sogar noch früh und vor dem Einbruch - die Position glatt gestellt, weil ich in der Regel mit Trades nicht in Quartals-Zahlen gehe.

Nun war es in Rückschau "falsch", aber nein, es war genau richtig, weil die Regel sinnvoll ist und ich würde es beim nächsten Mal wieder machen!

16:00 MEZ - ZH3

Quartalszahlen gibt es auch noch ab und zu und der Retailer DollarTree (DLTR) hat heute -> überzeugt <-.

Ich poste dieses Chart aber vor allem, weil es wieder so ein Beispiel ist, bei dem der Markt das Geschehen schon vorher wusste oder ahnte. Schauen Sie auf die sich beschleunigende Ausbruchsbewegung und das steigende Volumen:

Wie heisst es so schön, wo Rauch ist, da ist oft auch Feuer!

16:15 MEZ - ZH3

Einen schönen - bedeutsam aussehenden - Ausbruch gibt es bei Alexion Pharmaceuticals (ALXN), nachdem sich - Patentstreitigkeiten dem Ende nähern <-.

Wir sehen eine Art iSKS im Daily und langfristig einiges Erholungspotential:

17:00 MEZ - ZH3

Der alte Bekannte Edwards Lifesciences (EW) sieht auch danach aus, als ob er sich nun endgültig zu den Hochs in Bewegung setzen will:

17:30 MEZ - ZH5

Forbes hat einen ganz interessanten Artikel veröffentlicht, der sich mit der Schuldenlast vermeintlicher "Blue Chips" befasst:

-> Insdide the 2,5 Trillion Debt Binge <-

Lesen Sie das mal, vor allem die Investoren unter uns, die solche Aktien wie 3M (MMM), Mc Donalds (MCD) oder Coca-Cola (KO) im Depot haben, sollten das lesen.

Nun muss man aufpassen, hohe Schulden sind noch nicht alleine deshalb ein Problem, weil sie hoch sind. Solange sie tragbar sind, ist das alles kein Problem und stabile Franchises wie MCD und KO sind da sehr belastbar.

Aber .... klar ist aber auch, dass zB bei MCD mit seinen Restaurants - weniger bei KO - diese Krise mit Ausgangsbeschräkungen doch ein riesiges Problem wäre, wenn da nicht die FED wäre, die Unternehmens-Anleihen in Massen aufkauft und damit den Firmen die Schulden-Bonanza überhaupt erlaubt!

Um es mal ganz hart und glasklar zu formulieren:

Ohne den Eingriff der Notenbank. bei einer eskalierenden Pandemie, hätten McDonalds Aktionäre vielleicht einen potentiellen Pleitier im Depot!

Ist ihnen das wirklich klar, wenn sie da so gelassen denken, dass Mc Donalds ja eine sichere Bank sei?

Das Problem mit der Tragfähigkeit großer Schuldenberge ist ein wenig digital. Solange sie tragfähig sind ist alles OK, wenn aber plötzlich nicht mehr, setzt sich eine Kaskade von Dominosteinen wie bei General Electric (GE) in Gang, die gerne auch mal im Exitus endet!

Denken Sie also immer an das traurige Leben des Truthahns und halten sie *keine* Aktie für absolut sicher!

Und haben sie ein Auge auf die Schuldenlasten, viele Firmen - auch KO und MCD - haben diese in den letzten Jahren dank des billigen Geldes vervielfacht und das geht solange gut, wie die FED das unterstützt und insofern muss man sich da derzeit wohl keine Sorgen machen.

Aber irgendwann wird der Bogen überspannt und dann ist ganz plötzlich *schluss mit lustig* und vermeintliche Bluechips entpuppen sich dann als Anleger-Fallen.

18:15 MEZ - ZH1 - ZH3

Tja liebe Mitglieder, was soll ich sagen, die Bullen beherrschen die Lage. Ich habe im Daily mal die 200-Tage-Linie stärker in Orange hervorgehoben, damit man sieht was hier passiert:

In Rom hiess es früher "Vae Victis" also "Wehe den Besiegten". In Abwandlung muss man derzeit "Vae Ursis" sagen, "Wehe den Bären!"

Ich wünsche einen schönen Abend, morgen ist mein letzter Tag vor dem Ferienmodus über Pfingsten.

Am Vormittag kommt ein Dies&Das mit Schwerpunkt auf den *Mindset* den man für den Börsenhandel braucht. Am Nachmittag dann ein normaler Stream, der einen kleinen Wochenausblick einarbeitet.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live Stream 05.05.20



15:30 MEZ - ZH2

Die Märkte setzen die Stärke nahtlos fort, auch das Urteil des BVG zur EZB wird zumindest von den US Märkten mit einem Schulterzucken betrachtet - dazu im Nachgang zu diesem Eingangspost auführlich mehr.

Ich sehe das mit einer gewissen Faszination, weil ich habe im Nachgang zum Wochenende mit etwas mehr Schwäche gerechnet, auch wenn ich ansonsten völlig neutral und agnostisch war und keineswegs zwingend einen Bruch nach unten auf der Rechnung hatte - nur darauf vorbereiten sollten wir uns halt mit Risikomanagement.

Dass der Markt aber Trumps China Drohungen abschüttelt, Buffetts Skepsis und nun auch das BVG, ist schon faszinierend. Und das passiert ja nicht in einer Phase ansonsten großer Sicherheit, sondern eine massive Rezession von historischem Umfang ist im Gange!

Dass da die Bären langsam abdrehen und "böse Mächte" vermuten, kann man irgendwie verstehen. 😛

Für uns gilt das, was ich auch im Video sagte und sie sehen wie es sich bewährt. Wir sollten nach unten klar absicheren - aber bitte *nicht* zu zappelig und nahe, ich habe die Linie bewusst bei ca. 2.720 *unter* der Seitwärtszone gezogen.

Und ansonsten sollten wir mit mittlerem Exposure dabei sein und abwarten.

15:45 MEZ

Nur zum Bundesverfassungsgericht und zur EZB. Große Worte werden dazu in den Medien geschrieben, wenn wie hier vom -> Rütteln an der Allmacht der EZB <- die Rede ist, nur weil das BVG sich dazu bequemt hat, einen Rest von Selbstbehauptungswillen an den Tag zu legen.

Es wäre vermessen wenn ich jetzt behaupten würde, dass ich alle Konsequenzen schon durchdringe, darüber wird in den Frankfurter Bankentürmen jetzt sicher auch siniert. Aber ich erwarte eigentlich nur einen kleinen Stolperstein, der die Karawane nicht aufhalten wird. Sprich viel bringt das nichts mehr, das Thema ist durch.

Was ist *durch*?

Ganz grundsätzlich die langsame Verschiebung der Rechte des deutschen Souveräns an die supranationalen Organisationen EU und EZB, die - ich habe dazu mehrere Artikel verfasst und will das hier nicht ausführlich wiederholen - nach meiner Auffassung die Verfassung und unseren Staat von innen aushöhlt.

Das gelingt nur, weil wir durch den langsamen Übergang wie der Frosch sind, der langsam im Glas gekocht wird und der daher die langsam steigenden Temperaturen nie bemerkt.

Hätte man uns im Jahr 1995, also vor 25 Jahren, summarisch aufgelistet, was alles nun aus der Verfügungsgewalt unserer Verfassungsorgane nach Brüssel und zur EZB gewandert ist, ohne dass diese demokratisch legitimiert sind, wären wir wie der Frosch erschreckt aus dem Glas gesprungen und hätten gerufen: Das ist ein Verfassungsputsch!

Dabei hätte ich ja gar nichts gegen einen gemeinsamen europäischen Staat - womit ich nicht die EU, sondern ein enger integriertes Gebilde meine - dieser muss dann aber eine eigene Verfasstheit haben und vor allem demokratisch sein, was heisst 1 Bürger = 1 Stimme. Das und vieles andere ist bei der EU nicht gegeben und das Parlament mit seiner Stimm-Arithmetik und fehlenden Einflussmöglichkeiten ist weiter nur das Abziehbild eines echten Parlamentes.

Die Politik hat sich aber im Lichte des Wissens, dass eine echte Staatsgründung eines europäischen Staates nicht durchsetzbar ist, dazu entschlossen uns Bürger langsam wie den Frosch zu "erhitzen" und immer mehr an das Brüsseler-Gebilde abzugeben, dem an vielen Ecken eben echte Legitimation im Sinne eines Staates fehlt. Und die EZB ist davon nur eine weitere Variante, die nach den gleichen Methoden den Frosch erhitzt, bis er sich zersetzt und auflöst.

Diese langsame Bewegung, diese Verlagerung von wichtigen Entscheidungen des Verfassungs-Sourveräns an EU und EZB, hat das BVG mehr als 20 Jahre immer in kleinen Schritten mitgemacht, bis zur Selbstaufgabe.

Das was nun vom BVG moniert wird, ist auch keineswegs mutig und betrifft nicht die wirkliche Substanz der Staatsfinanzierung. Und natürlich sind die Anleihenaufkäufe der EZB Staatsfinanzierung, völlig lächerlich das umzudeklinieren! Hätte das BVG die Anleihenkäufe zur Staatsfinanzierung erhoben, dann *würden* wir eine harte Marktreaktion sehen. Davor sind sie aber zurückgeschreckt.

Dabei ist es doch ganz einfach. Würde die EZB die Staatsanleihen Italiens nicht mehr aufkaufen, könnte sich Italien nicht mehr finanzieren und wäre Pleite - das ist unbestreitbares Faktum. Was ist das jetzt bitte etwas anderes als Staatsfinanzierung durch die EZB?

Nein, das BVG kritisiert hier nur, dass die EZB sich die Rechte einfach genommen hat und diese Abgabe nicht wie andere vom Bundestag genehmigt wird. Ja mei, würde der Bayer sagen, dann holen wir das halt nach.

Ich bin mit einigen Staatsrechtlern statt dessen der Meinung, dass die Vertreter des Souveräns (das Parlament) ihre Rechte *gar nicht an andere abtreten können*, ohne sich vom Souverän dafür eine Genehmigung zu holen, was Volksabstimmung und Verfassungsänderungs-Konvent heissen würde.

Wenn ich als Gesellschafter einer Firma einen Geschäftsführer bestelle, kann der auch nicht sagen dass er seine Verantwortung jetzt mal woanders hin abgibt, sondern diese Entscheidung obliegt alleine mir, dem Gesellschafter, weil sie gesellschaftsverändernden Charakter hat und damit außerhalb der Kompetenz des eingesetzten Geschäftsführers oder hier Parlamentariers ist.

Und diese Abgabe der Rechte durch den Bundestag an übergeordnete Konstrukte *hat auch gesellschaftsverändernden Charakter*, weswegen diese dem Souverän vorzulegen wäre. Dieses strukturverändernde Thema, das einem Verfassungs-Konvent entspricht, ist mMn nicht durch eine allgemeine, repräsentative Wahl abgedeckt.

Man könnte auch anders formulieren:

Wir geben als Souverän über Wahlen unseren Parlamentariern das Recht, für uns gesetzgeberisch zu agieren. Aber haben wir ihnen damit auch das Recht gegeben, sich selber und die Ordnung unter der wir sie gewählt haben auszuhöhlen und langfristig abzuschaffen? Ich meine Nein.

Aber wie auch immer, diese staatsrechtliche Sicht wird auch vom BVG seit über 20 Jahren beiseite geschoben, was heute passiert ist, ändert daran gar nichts, zumal man sich an das wirklich wichtige Brett - die Staatsfinanzierung - gar nicht heran getraut hat.

Trotzdem hat selbst das zu einem kurzen Zucker im Euro und bei den italienischen Staatsanleihen geführt, aber auch nicht mehr:

Fazit: Ich habe das *RIP* zum BVG und zum deutschen Verfassungsstaat schon 2012 und -> zB hier 2014 <- beschrieben, daran hat sich nichts geändert. Ich zitiere von damals und könnte auch heute sagen:

Es bleibt mir weiter ein Rätsel, warum den Verfassungsrichtern scheinbar der Mumm fehlte, diesen notwendigen Strich am konkreten Fall mal scharf zu ziehen. Den Grenzstrich zwischen legitimer Abgabe bestimmter Rechte an eine übergeordnete Institution und einer illegitimen Aushöhlung der Verfassung ohne Mandat des Souveräns. Der EUGH hat dazu nichts beizutragen, das ist alleine eine Frage der deutschen Verfassung.

In meinen Augen hat das BVG aus Angst vor der Courage eine grosse Chance vertan, Europa wieder eine belastbare Grundlage zu verschaffen. Der Preis wäre dafür eine kurze Phase der Unsicherheit und Turbulenzen an den Märkten gewesen. Aber die kommen so oder so, man kann nicht ewig zusammen pressen, was gar nicht so zusammen gehören will.

16:35 MEZ - ZH3

Zu den Zahlen heute, Dominion Energy (D) und L3 Harris (LHX) überzeugen und haben eine ähnliche Struktur unter der abwärts gerichteten Trendlinie:

Newmont Goldcorp (NEM) ist diffus:

Und Regeneron (REGN) bestätigt die hohen Erwartungen:

16:40 MEZ

Noch einmal zum Thema Hedging im Bereich der Absicherung, weil immer die gleichen Probleme kommen und das frustriert.

Dieses Mal keine Erklärungen, davon gibt es genug, sondern kurze, knappe und unmissverständliche Handlungsanweisungen:

(1) Wer kein großes, wohl differenziertes Investment-Depot hat, braucht kein Hedging! Sparen Sie sich alle weiteren Punkte!

(2) Wer nicht zuverlässig große Long-Positionen mit den klassischen Methoden (Trends, Unterstützungen) timen kann, dem fehlt die Grundlage für das Hedging!

(3) Hedging löst *keines* der Timing-Probleme, die man auch ohne Hedging hat!

(4.1) Statt über Hedges zu grübeln, fragen Sie sich, wann sie ihr Depot teilweise oder ganz verkaufen wollen. Genau das machen sie dann auch, nur dass technisch gesehen ihre Hand statt bei vielen Aktien auf den Verkaufsknopf zu drücken, eine Gegenposition (Hedge) in gleicher Höhe kauft.

(4.2) Wenn Sie also wissen, wann sie verkaufen müssen, wissen sie auch, wann sie hedgen müssen. Wenn sie das nicht wissen, haben sie auch bei Hedges nichts verloren, sondern weit grundsätzlichere Probleme.

(5.1) Statt über das Auflösen von Hedges zu grübeln, fragen Sie sich, wann sie ihr Depot wieder aufbauen und ihr Exposure erhöhen wollen. Genau das machen sie dann auch, nur dass technisch gesehen ihre Hand statt bei vielen Aktien auf den Kaufknopf zu drücken, die Gegenposition (Hedge) in gleicher Höhe wieder auflöst.

(5.2) Wenn Sie also wissen, wann sie wieder kaufen wollen, wissen sie auch, wann sie die Hedges auflösen. Wenn sie das nicht wissen, haben sie auch bei Hedges nichts verloren, sondern weit grundsätzlichere Probleme.

Kurz und knapp, wer seine Positionen mit einer Strategie timen kann, kann auch Hedgen, wenn das wg Grösse des Depots einen Sinn macht. Wer nicht, der nicht.

Eine spezielle Timing-Logik für Hedges zur Absicherung gibt es nicht. Verkaufen und Kaufen sie, das ist die Frage, die Hedges sind nur technisches Tool dafür, das invers eingesetzt wird und nur wenn es wg großem Depot Sinn hat.

17:40 MEZ - ZH3

Ich bin heute durch allerlei abgelenkt, tut mir leid. Hier in Bayern werden die Beschränkungen ja nun auch gelockert und irgendwie wirkt das so, als ob nun überall der Wahnsinn ausbricht. Das Telefon klingelt, Leute fragen, die Schule meldet sich usw und so fort.

Meine Frau berichtet gerade, dass an der Kasse der Kunde vor ihr der Kassierin im Ton des Geheimnisses erklärt hat, dass ja Bill Gates an dem Ganzen schuld sei, weil der damit Millionen verdienen wolle. Und die hat natürlich interessiert zugehört.

Oh Gott das zieht Kreise, wir sind wieder im Mittelalter angekommen! Es ist einfach furchtbar.

Der Markt schiebt weiter hoch und negiert jede Schwäche, bald wird diese Darstellung damit in Frage gestellt und das Szenario einer temporären Topbildung muss verworfen werden:

17:55 MEZ - ZH3

Wer echte Weltraumaktien sucht, tut sich damit ja schwer. Um so erstaunlicher, dass mit OHB eine der wenigen aus Deutschland kommt, dank der Familie Fuchs, die Raumfahrt im Blut hat.

Ich habe das Unternehmen oft genug besprochen, daher hier kein Wort mehr dazu, aber auf das Chart will ich sie aufmerksam machen.

Diese Range wird irgendwann brechen und wenn nach oben, generiert das beim lila Stern über der 200-Tage-Linie ein Kaufsignal:

18:15 - ZH3 - ZH5

Ganz stark heute nach Zahlen auch der Laserspezialist IPG Photonics (IPGP):

Aber noch ist nichts passiert, es könnte aber bald was nach oben passieren:

18:20 - ZH3

Skyworks Solutions (SWKS), Apple-Zulieferer und 5G-Aktie - gestern Abend mit guten Zahlen und jetzt?

18:30 MEZ - ZH1

Ganz starker Tag, die Liquidität überrennt weiter alles. Schauen Sie hier via Finviz (klickbar) auf die 20 größten Aktien nach Marktkapitalisierung mit heute mindestens 4% Plus:

Zum weiteren Verlauf bin ich diese Woche weiter neutral und agnostisch. Ich sichere unter der Seitwärtsrange ab und bin ansonsten ruhig dabei.

Aber das Geschehen hat schon eine Botschaft für uns. Es ist die Botschaft, dass der von der Liquidität ausgehende Kaufdruck alles überrollt, selbst abstrakte Sorgen vor einem neuen Handelskonflikt.

Und das bedeutet, dass diese Range wohl eher *nach oben* bricht, außer - und das ist die große Wildcard - die zweite Infektionswelle kommt und die Öffnungen zurückgedreht werden müssten.

Aber dagegen haben wir ein Risikomanagement und wenn wir keines haben, brauchen wir eines. Mit dem Risikomanagement im Rücken, können wir aber entspannt nach oben agieren.

Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live Stream 24.01.20



15:10 MEZ - ZH2

Der Stream wird heute vor dem Wochenende kürzer und endet gegen 17:00 MEZ. Warum sehen Sie mit einem Blick, wenn Sie auf den SPX Future schauen:

Ich betone ja immer, dass wir das Spiel auf dem Platz beobachten und nicht unsere Wünsche oder Ängste handeln sollten - und egal wie stark man überzeugt ist, dass der Markt dramatisch korrekturbedürftig ist, die Price-Action sagt etwas Anderes.

Zweimal in dieser Woche, am Dienstag und am Donnerstag, gab es exogene Faktoren, die den Start der überfälligen Korrektur hätten einläuten können, sie wurden aber sofort wieder gekauft und führen heute wieder zu den Hochs.

Gestern war dabei besonders beeindruckend, denn wir hatten tatsächlich eine Reihe feiner Signale, die einer Korrektur vorausgehen können und haben mit dem Corona-Virus einen Faktor, um den sich ein unsicherer Markt massiv sorgen würde.

Trotzdem geht es heute wieder hoch und das müssen wir einfach respektieren und anerkennen als das was es ist: ein Bullenmarkt.

Auch im Fear & Greed Index sehen wir nun einen langsamen Abbau, es spricht also vieles dafür, dass der Markt seine Überdehnung in der am bullischten Variante abbaut, durch eine reine Seitwärtsbewegung:

Natürlich kann das trotzdem eine Topbildung werden, es gibt immer und in jeder Situation das Risiko einer Überraschung. Aber die Price Action sendet uns keine Signal dafür und insofern muss man dem bärischen Szenario aktuell eine vergleichsweise kleine Wahrscheinlichkeit geben und kann es ignorieren, bis es wirklich sein Haupt erhebt.

Und deshalb gibt es heute auch nicht so viel zu sagen, alles bleibt unverändert, der 02.02. als "Murmeltiertag" ist ja auch noch ein paar Tage entfernt. 😛

15:20 MEZ

-> Apple wehrt sich gegen einen neue Anlauf der EU, die Ladeanschlüsse zu vereinheitlichen <- und ich gebe Apple völlig recht, daraus spricht mal wieder eine völlig verfehlte, dirigistische Gedankenstruktur, die da in der Kommission vorherrscht.

Vordergründig werden viele denken, dass Apple ja nur sein Ökosystem verteidigen will - das will Apple sicher, ist in diesem Fall aber nicht das Thema. Apple ist schon längst auf dem Weg zum Quasistandard USB-C und das ist gut so.

Eine Festlegung der Ladeschnittstellen durch eine Bürokratie hat aber Auswirkungen, die dirigistisch denkende Menschen nie begreifen werfen. Denn tatsächlich gehört zum Fortschritt bei Schnittstellen auch immer ein Redesign, sonst hätte wir alle noch klobige DVI, VGA oder noch schlimmer ATA-Stecker.

Wenn jetzt eine Behörde aber den Stecker vorgibt, müsste die Industrie bei Innovation erst auf die langsame Zustimmung technikferner Bürokratie warten, das macht keinerlei Sinn und ist letztlich Planwirtschaft. Die Kräfte des Marktes machen das ganz ausgezeichnet, genau deswegen haben wir jetzt kein klobiges DVI, kein VGA und kein ATA mehr und bekommen mit USB-C/TB40 faktisch einen Standard, in dem über ein dünnes Kabel gleichzeitig Strom, USB, Video und Audio übertragen wird.

Das ist doch genial und ist das Ergebnis der *Freiheit* der Marktkräfte, wenn die Konsumenten den Umgang mit Schnittstellen hassen, werden sie die Geräte weniger kaufen und so entsteht das Incentive zum Fortschritt, das genau dann vom Spielfeld genommen wird, wenn Bürokratie die "richtige" Schnittstelle vorgeben will. Und auch wenn die Entscheidung in einer Technik-Komission fällt, macht es das Ergebnis am Ende nicht besser.

Abgesehen davon, ist die Begründung - der Kampf gegen Elektroschrott - lächerlich. Über wirkliche Mengen reden wir bei Ladegeräten nicht, kein Vergleich zu den wirklichen Mengen an Elektrogeräten aller Art, die über die großen Plattformen wie Amazon oder Alibaba aus China in die EU kommen und teilweise nicht die geringsten Anforderungen an elektrische Sicherheit erfüllen.

Da ist wirklich *Schrott* darunter und das in Massen und der "CE" Aufdruck ist in dem Zusammenhang technisch ein Witz, weil er vom Hersteller selber nach Gusto angebracht wird, der in diesen Fällen irgendwo in China hinter verschachtelten Firmenkonstrukten aber gar nicht habhaft gemacht werden kann. Hier ist die EU aber erstaunlich handzahm, ich verstehe nicht, warum das noch möglich ist, zumal damit auch oft Umsatzsteuer-Betrug verbunden ist.

Wenn Staaten und supranationale Organisationen Sicherheitsstandards definieren, die bei Waren eingehalten werden müssen, ist das eine sinnvolle Sache und gehört durchgesetzt. Darunter sollte man den Markt aber seine Arbeit machen lassen, Eingriffe in die Formen von Steckern im IT-Umfeld, atmen einen dirigistischen Geist aus der Mottenkiste.

15:40 MEZ - ZH3

Krones (KRN) war hier in den letzten Monaten immer wieder positiv Thema, so zuletzt -> im Stream vom 17.12.19 um 15:58 MEZ <-

Heute löst eine Kaufempfehlung der UBS eine langsam nach oben schmelzende Struktur auf und obwohl der Kurs schon wieder etwas zurück kommt, spricht fast alles dafür, dass Krones die Talsohle hinter sich hat und mittelfristig weiter steigen wird:

15:45 MEZ - ZH4

American Express (AXP) sah ja schon vorher aussichtsreich aus, ich habe das diese Woche im Quartalszahlen-Review-Video thematisiert. Nun -> überrascht AmEx aber noch positiver als schon vom Markt erwartet <- und schiebt mit echter Gewalt nach oben heraus:

15:55 MEZ - ZH3 - ZH5

Intel (INTC) hält seinen Schub übrigens, das ist jetzt so ein Ding, bei dem mir einfach der Mund auf steht und ich keine Ratschläge zu vergeben habe.

Denn einerseits denkt man, dass man dem nicht mehr hinterspringen kann, andererseits hat Intel noch so viele Baustellen und ist mit einem PE von 14 immer noch defensiv bewertet, dass man sich gar nicht vorstellen mag was passieren würde, wenn Intel diese Baustellen mal schliessen sollte und die Produktion im 10nm und 7nm Bereich in den Griff bekommen würde:

16:05 MEZ - ZH4

Henkel war hier seit dem Herbst mehrfach Thema als potentieller Reversal-Kandidat für 2020, so zuletzt -> am 20.12. 20 um 16:00 MEZ <-.

Nun sieht das wirklich mehr und mehr nach einer Wendechance aus:

16:35 MEZ

Achja, fast hatte ich es schon wieder vergessen, natürlich wollte ich noch meinen Senf zum Thema -> Gabriel und Deutsche Bank <- loswerden. Wie oft bei mir, ist es aber ein wenig anders, als die meisten in der initialen Reaktion denken dürften, denn Gabriel zieht mehr Häme auf sich, als er verdient.

Ich bin kein Fan von "Siggi Pop", aber auch niemand, der ihn verachtet, denn wenn man von seiner Unstetigkeit absieht, die ihm im Leben einiges verbaut hat, ist er doch ein Sozialdemokrat alter Schule von "Schrot und Korn" sozusagen und jemand, der noch weiss was der berühmte "kleine Mann" auf der Straße denkt und fühlt, über den heute die SPD dominierende Apparatschicks nur in Sonntagsreden sprechen.

Dazu passt auch -> dieser Vorgang <-, wo wieder ein alter Sozialdemokrat der noch was vom realen Leben versteht, die Partei frustriert verlässt. Das passiert nun einer nach dem anderen, Buschkowski dürfte auch demnächst dabei sein. Und als Außenminister hatte Gabriel in meinen Augen dreimal mehr Format als das Maaslein, das das Amt nun mehr besitzt, denn besetzt.

Es hat also schon schlimmere Aufsichtsräte gegeben als Gabriel, die Deutsche Bank hat Scheichs als Hauptgesellschafter und die mögen Gabriel, warum also nicht.

Was mich daran wirklich stört ist die Methode Achleiter, dessen einziges Ziel nach meiner Wahrnehmung der eigene Machterhalt ist. Mit Gabriel ist eine weitere Person im Aufsichtsrat, die zwar einen Sinn bei der Pflege des politischen Umfelds hat, aber weder etwas zur Zukunft der Deutschen Bank beitragen kann, noch Achleitner gefährlich werden kann.

Das Problem der Deutschen Bank hat einen Namen und der ist nicht Gabriel, sondern fängt mit A. an. Dieser Herr hat keine echte Strategie, um die Deutsche Bank in die Zukunft zu führen und ein Aufsichtsrat Gabriel passt da einfach nur ins Bild.

16:55 MEZ - ZH3

Ich habe ja zuletzt viel über einen Melt-up geschrieben und dabei auch an "Broken Parabolas" erinnert. Nun haben wir mit Ballard Power (BLDP) genau so ein Chartbild einer Parabola, das gestern genau am Moment der Wahrheit war.

Denn Sie sehen selber schnell, dass BLDP nach dem parabolischen Anstieg von grob 6 auf 12, nun mehr oder weniger genau die 50% auf 9 abgebaut hat, die man für eine bullische Fortsetzung noch akzeptieren kann.

Wenn die Aktie von hier nun weiter steigt, könnte das tatsächlich der nächste Schub werden. Wenn sie von hier doch fällt und die 50% verliert, steigt die Wahrscheinlichkeit einer "Broken Parabola" erheblich und man muss die Parabola wohl als "Fake" werten.

Da viele Menschen nach Schwarz/Weiss Aussagen suchen, sind solche Sätze für diese oft schwer zu verstehen oder werden als Blabla eingeordnet. Denn es geht um Wahrscheinlichkeiten und ich formuliere es daher alternativ mal so:

Dass nach so einer Parabola so ein Einbruch kommt, war klar und hoch wahrscheinlich, das ist die Logik die ich ja auch zum breiten Markt nun immer wieder sage.

Damit man diesen Einbruch noch als "gesunde Korrektur" werten kann, sollte BLDP von den 50% bei ca. 9 nun aber besser wieder steigen. Solange das passiert, ist der bullische Case intakt. Wenn BLDP da nun aber durchfällt, bleibt wenig Hoffnung übrig, dass diese Bewegung mehr als ein Fake war.

Es ist typisch für den Umgang mit dem Markt, dass wir nie genau wissen, was er machen *wird*, aber mit Wahrscheinlichkeiten Annahmen machen können, was logisch passsieren *könnte*. So steckt im Wissen, dass so eine Parabola typischerweise so endet schon eine Menge Wert, nur wissen wir trotzdem nicht, wo genau sie ihr Hoch finden wird. Diese Unpräzision ist für viele nur schwer zu ertragen, es ist aber die Realität komplexer Systeme die uns im Leben umgibt, weit über den Finanzmarkt hinaus. 😀

17:10 MEZ - ZH1

Da schaukelt er dahin der SPY, ich schliesse damit wie angekündigt und wünschen Ihnen ein schönes Wochenende!

Wenn am Wochenende oder im späten Handel keine Überraschung passiert, beginnt die kommende Woche mit unveränderter Ausgangslage, weswegen der Wochenausblick auch kürzer werden kann, da ich letzte Woche das Grundsätzliche ausführlich erklärt habe.

Der Corona-Virus hat aber immer noch das Potential, den Markt in einer Furchtreaktion nach unten zu zwingen, wenn da über das Wochenende die Lage eskalieren sollte, werden wir am Montag mit einem Gap-Down eröffnen.

Das sollte sich jeder klarmachen und sich entsprechend positionieren, 2 volle Tage können eine lange Zeit sein, wenn eine Seuche um den Erdball zu laufen beginnt. Bereiten Sie sich also gedanklich vor, damit Sie so ein Geschehen dann nicht aus der emotionalen Bahn wird. Ob es passiert oder nicht, weiss aber nur der Wind und ich auf keinen Fall.

Die Woche selber wird im Blog ohne Besonderheiten im normalen Rhythmus ablaufen.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

Wichtiger Nachtrag 19:40 MEZ

Ausgelöst durch Meldungen, dass das Corona Virus in mehreren Fällen in den US angekommen ist und sich schnell verbreitet, haben wir nun doch:

(a) Ein Intraday-Reversal
(b) Beständige Schwäche die sich 1% Minus nähert.

Damit haben wir ein erstes Warnsignal, ich habe gesagt, ein Intraday-Reversal wird wahrscheinlich das erste Warnsignal sein, falls eine Korrektur einsetzt.

Natürlich kann niemand sagen, wie sich das mit dem Virus über das Wochenende entwickelt, vielleicht ist am Montag schon wieder alles verflogen, aber ich wiederhole die Worte von oben, 2 Tage sind eine lange Zeit.

Durchdenken Sie nun unbedingt die Situation und tun Sie was nötig ist, so dass Sie sich auch wohlfühlen, wenn wir am Montag mit einem 2-3% Gapdown eröffnen würden. Ich sage nicht dass das zwingend kommt, die Nachrichtenlage wird eine wichtige Rolle spielen und woher soll ich wissen, wie das mit dem Virus weitergeht. Ich sage aber sehr deutlich, dass das Risiko dafür nun ganz real ist, was es seit Oktober eben lange nicht war.

Denken Sie mal zurück, wann habe ich zuletzt so eine Warnung am späten Abend ausgesprochen? Eben. Seit Oktober bestimmt nicht.

Halten Sie die Ohren steif!

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Von der europäischen Klima-Gießkanne profitieren



Dieser Artikel richtet sich primär an Investoren und will Ihnen einen für 2020 und darüber hinaus möglicherweise attraktiven Sektor nahebringen.

Es sind die Europäischen Versorger (Utilities)

Ich habe meine Haltung zum Thema Klima zuletzt umfassend -> hier im Dies & Das vom 10.01.20 dargelegt <-. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen. Aber selbst jemand wie ich, der den menschlichen Beitrag an der Erderwärmung sieht, sich mit der wissenschaftlichen Sicht auf die Dinge beschäftigt und der Meinung ist, dass ein globales Gegensteuern nötig ist, kommt nicht umhin, solche Aktionen wie den vom Europa-Parlament ausgerufenenen "Klimanotstand", als Klamauk oder genauer gesagt reinen Populismus zu brandmarken.

Aber bei reinem Populismus wie dem des Europa-Parlamentes, wird es ja nicht bleiben. Die EU-Kommission will bis 2030 Billionen in den Klimaschutz stecken, was dabei herauskommen wird, können wir uns alle vorstellen, eine gigantische, unproduktive Subventions-Gießkanne, die an alles und jeden etwas verteilt, damit jeder zufrieden ist.

Ich zitiere mal -> aus diesem aktuellen Artikel <-:

Nach dem Kommissionsvorschlag sollen nun grundsätzlich alle Staaten Geld aus dem Fonds für Umschulungen oder die Ansiedlung neuer Unternehmen bekommen. Geld für Kernkraft schließt die Behörde allerdings aus. Profitieren sollen 108 europäische Regionen und 237.000 Beschäftigte in der Kohlebranche, 10.000 im Torfabbau und 6000 in der Gewinnung von Schieferöl.

So "punktgenau" und "zielgerichtet", habe ich mir das ungefähr vorgestellt. 😉 Wenn die echte Mondfahrt in den 60er Jahren vom Fokus so abgelaufen wäre, wären Menschen nie auf dem Mond gelandet. "Ursels Mondfahrt" wird also einfach wieder eine riesige Verteilungsmaschine sein, wenn man den Wind der da gemacht wird, für Stromerzeugung nutzen könnte, wären unsere Energieprobleme wohl gelöst. 😛

Jeder bekommt also etwas ab und damit indirekt auch die Versorger und zwar massiv. Denn natürlich sind die Gelder nur dann sinnvoll zu investieren, wenn diese in bestehende Versorger oder Infrastruktur-Anbieter fliessen können. Und diese dürften neben der "Umwelt-Industrie", zu den großen Gewinnern eines solchen EU-Programmes gehören.

Nehmen wir beispielsweise "Ausgleichszahlungen" die an Kohlekumpel gezahlt werden, die nehmen dann einfach den Druck von RWE und Co. bei den Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Und viele der Versorger Europas haben doch schon längst aktive Töchter im Bereich der erneuerbaren Energien und werden direkt profitieren.

Die Versorger Europas wurden gerade in Deutschland lange von der Politik gequält und unter Druck gesetzt, diese Phase liegt aber nun hinter ihnen. Wenn die Politik ernsthaft etwas beim Klimathema bewegen will, kommt sie um die Zusammenarbeit mit den Versorgern nicht herum und das bedeutet letztlich, dass der warme Regen von "Ursels Mondfahrt" auch bei den Versorgern direkt oder indirekt ankommen wird.

Selbst ein Blackout in einer großen industriellen Region Europas, würde den Versorgern nun eher helfen, weil damit die Bedeutung einer stabilen Stromversorgung deutlich würde und die Strom-Preise steigen würden.

Nun gibt es viele gute Gründe, sich über diese Subventionsorgien mit der Schrotflinte aufzuregen, das ist alles "weisse Salbe" für ein Thema, das eine ganz andere, viel grundlegendere, globale Herangehensweise bräuchte. Zu dem Thema ist -> ein Video eines Talks mit Bill Gates ganz interessant <-, auf das uns "Miraculli" -> hier in Post 3 <- aufmerksam gemacht hat. Bill Gates denkt auf jedenfall in globalen Maßstäben und hat einen ebensolchen Blick, was man wahrlich nicht von jedermann behaupten kann.

Aber das soll alles hier nicht Thema sein, wir als Anleger nehmen diese Dinge ergeben hin und bemühen uns, daraus einen Vorteil zu ziehen. Als Anleger ist genau das unsere Aufgabe und da ist so ein riesiges Programm ganz eindeutig eine Chance, zumal wir eine naheliegende Vermutung haben können, welcher Sektor in Europa davon besonders profitieren wird.

Nun ist es da ja eine wunderbare Fügung, dass uns mit dem -> iShares STOXX Europa 600 Utilities (EXH9) <- ein wunderbares Anlagevehikel für diesen europäischen Versorger-Sektor geliefert liefert.

Und schon im November letzten Jahres im -> Sektor ETF Review Europa <- habe ich Sie auf dieses attraktive Langfristchart aufmerksam gemacht, auf das übrigens eine Ausschüttungsrendite von 3,5% noch oben darauf kommt:

Auch ohne das Wissen um die Pläne der EU-Kommission, könnte das also ein attraktiver Sektor als Investment für 2020 und darüber hinaus sein. Dazu kommen dann noch alle Anbieter von Infrastruktur im Bereich Energie.

Mit dem Wissen um diese Pläne, wird der Sektor erst recht attraktiv, denn ohne und gegen diese oft staatsnahen Firmen, kann die EU ihre Pläne gar nicht auf die Straße bringen.

Womit meine Argumentation auch schon auf dem Tisch liegt, so einfach ist das manchmal.

Eine Argumentation, die man natürlich auch aus Sicht von Einzelaktien führen kann. Wir haben im ETF sehr starke Aktien, die schon früh bei den Eneuerbaren Energien aktiv waren wie Iberdrola. Wir haben aber auch stark verprügelte Aktien, die durch Umstrukturierungen jetzt erst langsam aus einem Jammertal heraus kommen, dafür aber auch noch besonderes Aufholpotential haben.

Hier sind einfach 5 Beispiele der Art von Aktien und Charts, die sich im Sektor finden. Es sind bekannte, große Namen und keine Positiv-Auswahl der "Besten", es soll nur zeigen, mit welchen langfristigen Chartstrukturen wir es im Sektor zu tun haben:

Da viele dieser Aktien recht hohe Dividenden ausschütten und aus Ländern wie Spanien, Italien oder Frankreich kommen, wo die Rückerstattung der Quellensteuer für uns eine Qual ist, erscheint mir in diesem Fall der ETF sowieso als die bessere Wahl für Investoren. Das zumal die Argumentation ja für ganz Europa gilt.

Fazit:

Eine recht einfache Logik, weisst auf eine langfristige Investment-Chance bei europäischen Utilities und Infrastruktur-Anbietern im Bereich Erneuerbare Energien hin. Nur weil die Logik einfach ist, muss sie ja aber nicht schlecht sein.

Einschränkend muss daran erinnert werden, dass der Sektor natürlich auch im negativen Sinne ein "politischer Sektor" ist, in dem die Firmen ohne Wohlwollen der Politik nicht erfolgreich sein können.

Was mich aber nun recht optimistisch macht ist, dass diese Firmen zumindest in Deutschland ihre Krise mit dem Staat in Sachen "Energiewende" schon hinter sich haben. Ich bezweifele ganz generell, dass die Staaten die Investitionslust dieser Unternehmen erneut dämpfen wollen, denn ohne diese Firmen, kann man die Billionen gleich einstampfen - Strom kommt eben nicht aus der Steckdose.

Jetzt wird es in der zweiten Reihe ja noch jede Menge Firmen geben, die von den Subventionen potentiell besonders profitieren könnten. Kleinere, auf Clean Energy spezialisierte Versorger zum Beispiel, aber auch Infrastruktur-Anbieter zum Beispiel, wie die österreichische Andritz, die -> stark im Bereich Wasserkraft <- ist.

Es wäre schön, wenn wir in diesem Thread davon noch ein paar Ideen sammeln könnten.

Ihr Hari

Zugstream 27.03.19



11:25 MEZ - ZH2

Es hat heute ein wenig länger gedauert, bis ich schreiben kann, weil der ICE Verspätung hat. Allerdings keine große Sache, 15 Minuten, dieses Mal kann ich mich bisher über die Bahn nicht groß beschweren.

Dafür habe ich heute eine neue Begründung für die Verspätung gehört, am Bahnhof hiess es "Umstände wg Vandalismus". Immer mal was Neues. 🙂

Was den Markt angeht, haben die Bullen gestern das Modell einer unmittelbaren 04.12. Replik abgeräumt. Von den beiden am Sonntag gezeigten Modellen bleibt daher das "One Day Wonder" und die Seitwärtsbewegung um 2.800.

Ich präferiere weiter die Seitwärtsbewegung, die nun bis zum Ende der Handelsthematik nicht nachhaltig von der 2.800er Zone weg kommt. Aber wie werden sehen.

11:36 MEZ

Draghi gestern: -> ECB analyzes negative Rates <-

Unser geliebter EZB-Chef sagte:

“If necessary, we need to reflect on possible measures that can preserve the favorable implications of negative rates for the economy, while mitigating the side effects, if any,"

Jetzt können wir interpretieren, was das genau heissen soll. Es ist aber rational anzunehmen, dass es nichts Gutes für Bargeld-Besitzer sein wird. 😉

Auch -> hier <- übrigens zum Thema.

11:46 MEZ - ZH5

Folgendes lese ich von einem Händler bei DowJones zum heutigen europäischen Handel:

Einerseits bremsten die kursierenden Konjunktursorgen konjunkturabhängige Aktien. Andererseits war zu hören, dass es wegen der extrem niedrigen Renditen am Anleihenmarkt kaum Anlagealternativen zu Aktien gebe. "Zinsreagible und dividendenstarke Aktien bleiben europaweit überwiegend gesucht", sagte ein Händler.

Das ist so, das habe ich in -> Fluchtbewegung vor Draghi <- so thematisiert und das wird auch auf Monate - ja vielleicht Jahre - so bleiben, weil die EZB (siehe oben) keinen Richtungswechsel vornehmen wird.

Substanzstarke Aktien mit beständigem Wachstum gehören ins Investmentdepot. Das war schon immer so, in Draghis Welt ist es aber doppelt und dreifach wahr!

12:10 MEZ

Ich habe den Herrn Weber ja schon immer für einen Karrieristen gehalten, aber das schlägt dem Faß den Boden aus: -> Weber will EU Feinden die Gelder streichen <-.

Ich spreche hier nicht über die Offenlegung der Finanzierungsquellen, da bin ich auf seiner Seite, dazu unten mehr. Ich spreche über die Absicht, dass die Exekutive, hier die EU Kommission, sich anmaßen will zu entscheiden, was "gute Demokraten" sind.

Er ist ja nicht der Einzige, der solche Phantasien entwickelt. Ein Haufen von Opportunisten, die Demokratie in Sonntags-Reden im Munde führen, legt nach meinem zunehmenden Eindruck scheinbar die Axt an unsere freiheitliche Grundordnung und merkt es wahrscheinlich noch nicht einmal!

Es geht mir hier nicht um Rechts- und Links, ersetzt LePen durch ein paar Linksextreme und ich komme zum gleichen Ergebnis.

Die Frage ist, was in einem demokratischen Diskurs möglich sein muss und selbstverständlich muss es möglich sein, politisch den Wunsch nach einer grundlegend anderen Politik zu vertreten, inklusive Änderungen, die an die Substanz des Staates gehen.

Wäre es anders, wären wir wieder in der DDR 2.0, in der man auch alles politisch machen durfte, solange es die Herrschaft der Partei und das Prinzip der Blockparteien nicht in Frage stellte - mit anderen Worten nicht viel ;). Demokratie beinhaltet natürlich auch, das Grundsätzliche in Frage zu stellen.

Machen wir es doch mal konkret in Deutschland fest. Wir haben hier eine Verfassung, die ausdrücklich auch mit 2/3 Mehrheit geändert werden kann. Die Verfassungsväter sahen die Änderung der Grundlagen also eindeutig als Teil des demokratischen Diskurses an.

Was unterscheidet nun eine demokratische Partei, die vieles umkrempeln will und man dafür nicht mögen muss, von einer verfassungsfeindlichen Organisation?

Ganz einfach, die demokratische Partei kann sehr wohl lautstark dafür eintreten, durch eine massive Verfassungsänderung, das Staatswesen grundlegend umzukrempeln.

Wenn sie dafür durch Wahlen eine 2/3 Mehrheit bekommt und das Ziel nach Verfassungsänderung kein totalitäres Sytem, sondern immer noch ein rechtsstaatliches, demokratisches Staatswesen ist, dann ist das als Teil des demokratischen Diskurses zu akzeptieren! Genau so ist bei uns die Verfassungsfeindlichkeit definiert, das Ziel ist das Problem.

Und noch mehr, Staat und Regierung - in der EU wäre das die Kommission - haben sogar eine Neutralitätspflicht diesen Bestrebungen gegenüber, solange es eben demokratische Bestrebungen sind. Denn wenn die Regierung - hier die Kommission - ihr genehme Seiten bevorzugt, hebelt sie die Gewaltenteilung aus!

Eine verfassungsfeindliche Organisation dagegen, würde entweder einen gewaltsamen Umsturz planen, oder würde als Ziel die Bildung eines totalitären (Gottes- oder Führer-) Staates verfolgen.

Demokratische Parteien aber, die mit demokratischen Mechanismen und mit einem demokratischen Ziel ein Staatswesen (oder die EU) grundlegend umkrempeln und umstrukturieren wollen, sind zu akzeptieren und neutral zu behandeln - sprich nicht gegenüber anderen Ansichten zu benachteiigen!

Worüber ich hier schreibe sind zentrale Grundsätze eines Rechtsstaats und Verfassungsstaats. Weicht man davon ab, um eine grundlegend andere, im demokratischen Diskurs vorgetragene Meinung unterdrücken oder benachteiligen zu wollen, ist man auf direktem Weg in die DDR 2.0.

Man kann das Problem doch sehr einfach klar machen. Wer entscheidet denn dann, wann eine Partei keine Gelder mehr von der EU für ihre Parteiarbeit bekommt? Wir ahnen es, die Kommission - also der "Gutsherr" Weber.

Das ist für mich Denken nach Gutsherrenart, Weber hat sich für mich damit intellektuell als Kommissions-Chef völlig disqualifiziert!

Und wissen Sie was, ich glaube gar nicht, dass da eine finstere Absicht dahinter steht, die EU in eine Zwangsgemeinschaft umzuwandeln, die nicht mehr in Frage gestellt werden darf. Ich bin kein Fan davon, schnell die große Verschwörung zu wittern.

Ich glaube viel eher, dass Leute wie dieser Weber intellektuell begrenzte Karrieristen sind, die schon so lange in ihrer sich selbst bestätigenden Brüsseler-Blase leben, dass sie gar nicht mehr merken, dass sie gerade dazu ansetzen, die Grundlagen einer Demokratie mit Füssen zu treten.

Und übrigens, mit solchen Ideen stärkt Weber am Ende die Feinde, die er bekämpfen will. Und mich verzweifelt es, so jemanden als Kommissionspräsident in Aussicht zu haben.

Denn ich möchte keinen Zerfall der EU und keinen Rückfall in Kleinstaaterei, das wäre fatal! Ich will aber eine andere EU, eine in manchen Bereichen engere, konstitutionellere und in manchen Bereichen eine die mehr regionale und nationale Freiheiten erlaubt. Ein Europa der Völker und Regionen, mit einem gemeinsamen Dach im Bereich Außenpolitik und Verteidigung. Keinen Bananen regulierenden Zentralstaat. Bin ich nun auch ein "EU-Feind"?

Übrigens, was die ausländische Finanzierung angeht, gebe ich Weber im Wesentlichen Recht. Parteien müssen ihre Finanzierungsquellen offen legen, damit im demokratischen Diskurs immer jeder sehen kann, wessen Lied jeweils gesungen wird.

Die Lösung lautet also Transparenz der Finanzquellen und nicht selektive Subventionierung politischer Parteien von der Exekutive nach Gutsherrenart. Wenn die Bürger zuverlässig wissen, woher eine LePen oder AfD ihre Finanzmittel bezieht, werden sie sich ihren Reim schon machen.

13:00 MEZ - ZH3

Ach das Schreiben im Zug ist mühsam. Es ruckelt und schaukelt und man vertippt sich dauernd. Dann sitzt man eng zusammen gekrümmt, hat nur einen Mini-Bullauge vor sich ohne Überblick und wenn man den Text dann drin hat, ist die Verbindung mal wieder weg. Uff ....

Dieser Stream ist daher auch kürzer als sonst, ab morgen ist aber wieder alles normal, ich sitze dann wieder entspannt vor meinem 38-Zöller und es ist auf Wochen keine Reise mehr geplant. Gut so!

Einen Blick auf den DAX wollte ich noch einmal werfen und der hat eine Struktur, die durchaus ein Deja-Vue auslösen könnte, wir unten markiert,

Solange der DAX hier seine 50-Tage-Linie halten kann, ist diese Option weiter im Rennen:

13:35 MEZ - ZH4

Der Konsumgüterkonzern Unilever plant -> eine kleinere Übernahme <-, ein guter Anlaß, um mal wieder einen Blick auf das langfristige Chart zu werfen.

Und was wir sehen gefällt. Sie erinnern sich vielleicht an diese rhythmische Struktur, die ich Ihnen schon gezeigt habe und diese wird nun vielleicht nach oben aufgelöst - die Volumensignatur spricht dafür!

Unilever ist sicher auch eine dieser europäischen Aktien, die man besser als Anleihen oder Bargeld im Depot haben sollte.

13:50 MEZ

Die Märkte erwarten mitten im Börsenboom schon -> eine Zinssenkung <- der FED als nächsten Schritt - Senkung, nicht Erhöhung - und die 10-jährigen Bunds gehen für Minuszinsen weg.

Ach herrliche, neue geldpolitische Welt, wer so "gerettet" wurde, braucht keine Feinde mehr. 😉

Ich wünsche mir, dass jemand mal Draghi mit der Frage grillt, wie genau denn eine "Normalisierung" der Geldpolitik aussehen würde und warum diese 10 Jahre nach Lehman und 7 Jahre nach der Eurokrise immer noch nicht möglich ist. Wer trägt die Schuld daran?

14:10 MEZ - ZH2

Die Futures sind indifferent, mein Eindruck ist, dass das wieder ein eher schwacher Tag werden könnte. Insbesondere der Russell2000 der kleineren Werte, sieht weiter wenig erbaulich und nach weiterem Downside aus:

Ich denke wir tun gut daran, weder ängstlich vom nächsten Einbruch, noch von schnellen weiteren Gewinnen auszugehen. Nach dem starken 1. Quartal, wäre ein indifferentes 2. Quartals nur normal.

Etwas unsicher bin ich, wie sich das Window Dressing dieses Mal bis Freitag auswirken wird. Eigentlich sollte das nach dem starken Quartal stützend sein, aber viele Investoren dürften so hinterher hinken, dass das den Kohl auch nicht mehr fett macht.

Damit schließe ich diesen eher kurzen Zugstream, ab morgen läuft in den kommenden 2+ Wochen wieder alles normal, danach sind dann Osterferien.

Heute Abend schaue ich sicher wieder herein und wenn die Welt untergehen sollte, werde ich das kommentieren, bevor ich dann das Licht ausmache. 😛

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Unsicherheits-Kerze



Guten Morgen!

Zunächst einmal zu gestern. Wir hatten das zu erwartende Gap-Up zum Handelsstart und wir hatten auch den typischen Versuch ein Gap zu schließen. Dieser lief aber in der Mitte des Handels aus und die Bullen konnten einen positiven Abschluß sicherstellen:

Ich werte das eher als Positivum, Abwärtsdruck konnte sich nicht mehr durchsetzen.

Wenn wir einen Schritt zurück gehen, hat der gestrige Tag im S&P500 den dritten Doji im Beobachtungszeitraum generiert, auch "Indecision Candle" oder "Unsicherheits-Kerze" genannt:

Ein Doji beschreibt einen Tag, an dem die Kurse Intraday kaum vom Fleck kommen, sie aber um die Mitte herum stark geschwankt sind, was man an langen Dochten auf beiden Seiten sehen kann. Einen unmittelbaren, direktionalen Edge drückt der Doji für sich alleine nicht aus, er kann wie oben am 08.11. eine Wende markieren, kann aber wie am 29.11. auch nur eine Konsolidierung im Trend markieren.

Was aus dem gestrigen Geschehen wird, werden wir also erst hinterher wissen, wir wissen nur dass der Markt gestern unsicher war. Ich tendiere hier zur positiven Interpretation und zitiere dazu James DePorre -> hier <-:

In my view, the price action is strong and suggests that more upside is on the way. We are a bit overbought but with a dovish Fed and the trade wars on hold the bears' big arguments have lost their impact.

Wir dürfen aber nicht vergessen, dass der Markt nach den vielen Aufwärtstagen seit dem 26.11. kurzfristig überkauft ist und das erst mit einem Retracement verarbeitet werden muss. Eine Rückkehr zur 200-Tage-Linie von oben wäre also keine Überraschung, erst wenn wir diese wieder verlieren, nehme ich das ernst und stelle die bullische Interpretation zunehmend in Frage.

Verwechseln Sie diese eher bullische Sicht zum Jahresende aber nicht mit Sorglosigkeit. Ich habe mehrfach gesagt, dass ich trotz versöhnlichem Jahresausklang eher mit einem niedrigeren Hoch rechne, das dann erhebliche Fragezeichen in Richtung 2019 senden wird. Es kann gut sein, dass die Bären hier recht haben, das wird nur nicht notwendigerweise in den kommenden 3 Wochen exekutiert.

Und diese kurzfristig bullische Sicht ist natürlich nur dann realistisch, wenn der Eindruck eines Waffenstillstand zum Thema Handel keine "Fake News" ist, es gab letzte Nacht wieder allerlei Geschnatter, das da ein Fragezeichen aufwirft.

Wir werden sehen, aus US-Sicht ist zu befürchten, dass der Donnerstag bedingt durch den überraschenden Börsenfeiertag am Mittwoch wieder mit einem Gap eröffnet, in welche Richtung auch immer.

Klar ist, dass die Bullen um diese Korrektur hinter sich zu lassen, die Nackenlinie bei 2.820 erobern müssen, das wars dann.

Im NASDAQ100 sehen wir dass der nun um die 50er und 200er Linie kämpft, wir sehen aber auch hier, dass der NASDAQ100 nach mehr als einer Woche Anstieg klar überkauft ist und ein Retracement braucht:

Womit wir zum DAX kommen, der heute vom sehr schwachen Nikkei beeinflusst wird. In Asien schwappen die Zweifel am Handels-Waffenstillstand wieder hoch, -> relativierende Aussagen <- aus der US Administration helfen natürlich nicht und befördern den Zweifel. So gibt es zu -> diesen Aussagen von Kudlow <- noch keine Bestätigung aus China, das gibt den Zweiflern Nahrung. Sollte die Bestätigung kommen, kann das aber auch schnell zum Positivum werden.

Dem Markt geht dieses Handels-Thema und die Abhängigkeit von Gesabbel aus dem Weißen Haus gehörig auf die Nerven, das begleitet uns nun das ganze Jahr 2018, aber es ist wie es ist, wir müssen es ertragen.

Was für den DAX aber natürlich wichtig ist, ist der heutige Termin der Autofürsten mit Trump. Nichts zeigt besser die Zahnlosigkeit der EU, als dieser Vorgang. Denn faktisch kommen die Autobauer als Bittsteller und das wird von Trump sicher auch medial so ausgeschlachtet. Dabei ist die EU wirtschaftlich keineswegs schwächer als die US, es fehlt aber die klare Führung und ein Wasserkopf kann keine stringente Machtpolitik betreiben.

Und das große Fragezeichen über dem Brexit ist für den DAX natürlich auch ein Problem, das sich wohl erst am Wochenende lüften wird. Vor dem Hintergrund ist Unsicherheit und Schwäche wahrlich keine Überraschung und wie am Wochenende gesagt, habe ich zum DAX - im Gegensatz zum SPX - keine klare Präferez was den Verlauf zum Jahresende angeht:

Sollte das Treffen der Autobauer bei Trump Zölle vermeiden, wird das den DAX wohl treiben, eine Bestätigung von Mays Brexit-Deal im Parlament in London dann noch einmal. Aber beide Ereignisse können auch negativ ausgehen und die Markttechnik kann uns dabei nicht helfen.

Fazit:

Ich bleibe bei der Erwartung eines von hier aus gesehen positiven Jahresabschluss an den US Märkten und wechsele erst dann die Seiten, wenn der SPX die 200-Tage-Linie klar verliert. Ich habe aber wie schon mehrfach mit Charts gezeigt erhebliche Zweifel, ob es zu neuen Hochs reicht und befürchte ein eher schwächliches Aufwärts-Geeiere.

Gleichzeitig bleibt uns das Handels-Drama erhalten und wird in 2019 wohl wieder eskalieren, eine wirkliche Einigung ist nicht absehbar.

Insofern ist das Risiko hoch, dass wir in 2019 einen unerfreulichen Jahresanfang erleben, berücksichtigen Sie das, wenn Sie kurzfristige Chancen ergreifen.

Das Handelsthema ist wie ich seit dem Frühjahr sage kritisch und es geht richtig um etwas, weswegen Kompromisse nicht leicht sind. Denn es geht in Wirklichkeit um den Aufstieg Chinas zur Weltmacht, den die Machthaber bisher mit höchst unfairen Methoden orchestriert haben. Methoden, denen sich die kurzfristig denkenden westlichen Manager auch noch angedient haben und sich nun wundern, dass neue Wettbewerber entstanden sind, die sie in den Grundfesten angreifen.

Trump hat Recht, dass er das angreift, *endlich* muss man dazu sagen. Aber es geht eben nicht um Details und deswegen wird auch Xi weiter kein wirkliches Entgegenkommen zeigen, es geht um die Weltmacht und sonst um nichts. Dass das hier in Deutschland nicht verstanden wird, ist kein Wunder. Wir haben uns aus der Geostrategie verabschiedet und pflegen das Händchenhalten, gedanklich ebenso wie faktisch. Die Blumenkinder haben eben doch gewonnen, dummerweise nur bei uns.

Es bleibt also schwierig und über einen potentiell versöhnlichen Jahresabschluss hinaus, ist das ganze Jahr 2018 eigentlich eine riesige Unsicherheits-Kerze!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Überraschung!



Guten Morgen!

So schnell kann es gehen. Da habe ich gestern in der Mitte des US Handels doch echte Zweifel entwickelt, der Markt sah aber auch wirklich so aus, als ob er trotz jeder Menge guter Zahlen seine Kraft nach oben verliert und das ist dann oft Vorbote einer Korrekturbewegung.

Aber schon innerhalb der folgenden Stunde begann der Markt dann doch zu steigen, so als ob er ein "Hallo Wach" bekommen hätte und ab ca. 21:30 Uhr schoß der Markt dann nach oben:

Der Grund dafür ist klar und eindeutig, es ist die Überraschung rund um eine Einigung zwischen US und EU in Sachen Handel. Und das war eine echte Überraschung, damit hatte wohl niemand mehr so gerechnet, mich eingeschlossen.

Selbst die Bewegung ab 21:30 Uhr beruhte aber darauf, dass da was aus der Trump-Administration gesickert sein muss, denn was hatten wir armen "Retail-Anleger" denn? Wir hatten die überraschende Ankündigung einer Pressekonferenz - nicht mehr!

Klar, das kann man im Sinne einer Einigung interpretieren, aber es kann auch anderes bedeuten. Und führt das alleine zu so einer zielsicheren Rally, die dann durch die Realität einfach bestätigt wird?

Wohl kaum, ich behaupte das "Big Money" hat zumindest ab 21:30 MEZ gewusst was gespielt wird, zu viele Leute sind auf US Seite beteiligt und zu stark sind die Bande zwischen den Handelnden und den großen Institutionen.

Es reicht doch schon, so jemandem der da verhandelt persönlich nahe zu sein und der muss nur ein "sieht gut aus" nebenbei loslassen und schon hat das Auswirkungen. Es braucht also gar keinen "Insiderverrat", es reicht die Leute zu beobachten, denen man sowieso nahe ist und man ahnt was passiert.

Ich gehe deshalb auch davon aus, dass schon die Bewegung ab Mitte des Handels damit zu tun hatte. Da gab es wahrscheinlich Infos, mit welchen Absichten die US Delegation in die Verhandlungen gegangen ist. Denn da muss schon klar gewesen sein, dass es auf eine Einigung zusteuert.

Womit wir bei der Frage sind, was da nun wirklich verhandelt wurde?

In meinen Augen muss man die Girlanden wie Sojabohnen und Energie wegwischen, die dienen nur dazu Trump bei seinen Wählern gut aussehen zu lassen. Wenn man diese Girlanden aber wegnimmt, ist eigentlich nichts passiert, als schöne Absichtserklärungen. Man ist wieder da, wo man zu Obamas Zeiten mit dem Grundansatz TTIP schon mal war.

Was in meinen Augen also wirklich stattgefunden hat, ist eine grundlegende strategische Anpassung, die die Trump-Administration vorgenommen hat. Ich kann das nicht anders interpretieren, als dass man erkannt hat, sich die EU im Kampf gegen China besser an die Seite zu holen, statt einen Zweifrontenkrieg mit den beiden größten Handelspartnern gleichzeitig zu führen - EU und China.

Ohne eine solche strategische Neuausrichtung der US Seite - die sinnvoll ist und bei der ich mich gewundert habe, warum das nicht gleich so gemacht wurde, Zweifrontenkriege waren noch nie eine gute Idee - hätte es gestern Abend auch kein "Friede, Freude, Eierkuchen" Event gegeben.

Und damit sind wir wieder beim Markt, denn diese Absicht, mit dieser strategischen Wendung in die Verhandlungen zu gehen, ist sicher schon vor dem Treffen gesickert, denken Sie nur an all die Kontakte die ein Mnuchin oder Kudlow haben. Erneut, da muss gar nichts im justiziablen Sinne an Infos fliessen, wer diesen Menschen nahe genug ist, bekommt es mit und wenn man nicht völlig verblödet ist, ist man sich auch des monetären Wertes dieses Wissens bewusst.

Lange Rede kurzer Sinn, ich denke wir haben gestern eine echte Überraschung erlebt, eine Überraschung die das "Smart Money" schon früher als wir wusste oder zumindest ahnte und wie das bei echten Überraschungen so ist, bewegen sie den Markt dann auch signifikant.

So gehen wir in einen der bewegtesten Handelstage des Jahres, ein Tag an dem ich nicht mehr mitkomme, alles zu kommentieren was zu kommentieren ist.

Ich lasse daher auch den Review der Zahlen von gestern Abend weitgehend weg, die sind schon "Geschichte", selbst das dicke Minus bei Facebook (FB), das mich natürlich freut.

Aber wenigstens auf Qualcomm (QCOM) will ich noch einmal aufmerksam machen, die gestern nach Widerstand Chinas den NXP-Deal haben fallen lassen und nun auf Bergen von Cash sitzen, die womöglich für Aktien-Rückkäufe genutzt werden.

Gute Zahlen kamen dann auch noch dazu und so läuft bei QCOM gerade eine Neubewertung, die trotz 6% Plus gestern keineswegs am Ende angekommen sein muss:

Weitere dicke Enttäuschungen gestern gab es aber auch, Paypal (PYPL) oder Biogen (BIIB) seien neben Facebook (FB) genannt, auf die schaue ich vielleicht mal im Rahmen des Streams, falls ich dazu Zeit finde an diesem verrückten Handelstag.

Ich konzentriere mich heute früh lieber auf den Blick nach vorne und da sehen wir natürlich die EZB am Nachmittag. Ich erwarte keine großen Überraschungen und nur Rhetorik und werde Draghis Pressekonferenz heute daher nicht folgen, der Stream startet wie immer gegen 15 Uhr.

Für die europäischen Märkte und den DAX ist das gestrige Geschehen in Washington aber natürlich ein Segen und der DAX wird jetzt damit die Entscheidung herbei führen. Schauen Sie, wo wir jetzt sind:

Wenn auch diese Entspannung im Handelskonflikt - plus ein Draghi heute Nachmittag, der Märkte mit seinen betörenden Lippen eher hochredet - nicht ausreicht, um den DAX über die 200-Tage-Linie und 12.800 zu hieven, dann muss man das sehr bärisch interpretieren.

Denn "was nicht steigen kann, muss fallen" und eine bessere Nachricht als die gestern aus Washington war für den DAX kurzfristig kaum denkbar. Ich gehe aber eher davon aus, dass dieser Ausbruch heute im DAX gelingt, wenn nicht, wissen Sie was das bedeutet!

Maßgeblich spielen für den DAX dabei natürlich auch die Autobauer eine Rolle, für die das Geschehen Balsam ist, die aber alle auch noch jede Menge nachzuholen haben. Hier BMW, zusammen mit VW heute deutlich stärker als Daimler:

Wir haben heute ja aber auch eine geballte Ladung an Zahlen, alleine bis zum US Handelsstart sind angekündigt:

A10 Network (ATEN), Abiomed (ABMD), Adient (ADNT), Airbus (AIR), Alexion (ALXN), Allergan (AGN), Altria (MO), Ambev (ABEV), American Airlines (AAL), Anheuser Busch (BUD), Anglo American (AAL), Astra Zeneca (AZN), Batxer (BAX), Bristol Myers Squibb (BMY), British American Tobacco (BAT), Bodycote (BOY), Canon, Cap Gemini (CAPP), Carrefour (CARR), CME Group (CME), Celgene (CELG), Cemex (CX), Cerner (CERN), Comcast, Conoco Philips (COP), Covestro (1COV), Diageo (DGE), Dr Horton (DHI), Daimler, Drägerwerk, Essilor (ESLOY), Ferrovial (FER), Fortive (FTV), Fujitsu, Hershey (HSY), International Paper (IP), Invesco (IVZ), Kering (PRTP), Kion Group (KGX), Krones, Lazard (LAZ), L3 Tech (LLL), Lonza Group (LONN), Mastercard (MA), Mc Donalds (MCD), MTU Aero Engines (MTU), Marathon Petroleum (MPC), Nestle (NESN), Newmont Mining (NEM), Nokia, Nomura, NewYork Times (NYT), Oaktree (OAK), Orange (ORAN), Praxair (PX), Pulte Group (PHM), Puma, Raytheon (RTN), Repsol, Roche Holding (RO), Royal Dutch Shell (RDS), Saint Gobain (SGOB), Schneider Electric (SCHN), Sika (SIKA), Sky (SKYB), Suez (SEVI), Telefonica, Total, Under Armour (UA), Valero Energy (VLO), Verbund (VERB), Wacker Chemie, Xerox (XRX), Yandex (YNDX)

Und heute Abend dann:

Amazon (AMZN), Amgen (AMGN), Chipotle Mexican Grill (CMG), Cypress (CY), Edison (EIX), Edwards Lifesciences (EW), Electronic Arts (EA), Expedia (EXPE), First Solar (FSLR), Flex (FLEX), Flowserve (FLS), Intel (INTC), Juniper (JNPR), Lam Research (LRCX), LÓreal (OREL), Starbucks (SBUX), Vale (VALE), VeriSign (VRSN), Western Digital (WDC), Yamana Gold (AUY)

Wow. Es ist völlig hoffnungslos, das alles verfolgen und kommentieren zu wollen. Ich konzentriere mich auf wenige, ausgewählte Werte.

British American Tobacco (BATS) hatte ich im Video am Montag als Struktur bezeichnet, die mich eher als Wendestruktur überzeugt. Genau das passiert nach guten Zahlen und hier ist auch noch mehr Luft nach oben:

Auch so eine Wette auf einen temporären Rebound war ja Wacker Chemie (WCH) , auch die sind nach Zahlen auf dem richtigen Weg:

Gut drauf ist auch Nestle (NESN) nach -> übertroffenen Erwartungen <-, das hat der Markt schon vorher gewusst:

Und gut drauf ist auch Roche (ROG) nach -> besserem Ausblick <-, vielleicht schafft es die Aktie ja jetzt endlich, die seit 2014 andauernde, große Konsolidierungs-Bewegung hinter sich zu lassen:

Dass Daimler dagegen mit -> miesen Zahlen <- und trotz des Rückenwinds aus Washington derzeit 1% im Minus notiert, darf man als zutiefst bärisch interpretieren - im Video war ich auch schon eher skeptisch was Daimler angeht:

So weit an diesem bewegten Morgen. Schauen Sie selber auf das Geschehen und teilen Ihre Beobachtungen im Forum. An so einem verrückten Tag wie heute, braucht es einfach mehr Augen als meine zwei.

Machen Sie es gut, bis zum Stream!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Vom Arm umdrehen



Guten Morgen!

bevor ich zum Markt komme, möchte ich auf meine Schlußfolgerung zum Thema Wochenausblick am Sonntag eingehen. Das Thema hattte ich ja -> hier <- zur Abstimmung gestellt.

Meine Schlußfolgerung wird Sie auf den ersten Blick vielleicht überraschen, weil sie entgegen der Abstimmung zu sein scheint. Das ist sie aber nicht, weil die Abstimmung eine wichtige Information erbracht hat. Lassen Sie mich das erklären.

Zunächst das Ergebnis:

Ab kommendem Wochenende kommt der Wochenausblick nicht mehr am Sonntag, sondern wie bis Ende letzten Jahres immer am Montag Morgen - nur das letzte Halbjahr war die Ausnahme bzw ein Versuch, der nun wieder eingestellt wird.

Am Montag Morgen wird er etwas gekürzt und mit dem "Überblick zum Start" zusammengelegt. Da er trotzdem recht umfangreich ist, wird er in der Regel bis 11 Uhr am Montag Morgen erscheinen, nicht bis 10 Uhr.

Nun zur Begründung:

Zunächst habe ich bemerkt, dass einige in meine "Präferenz" etwas anderes herein interpretiert haben, als ich. Meine "Präferenz" für Alternative 1 war nämlich keineswegs meine persönliche, im Sinne wie es mir am besten passen würde, sondern es war die Alternative, die ich mir mit dem Hut Ihres Host, Coach und Mentors aufgezogen habe, also meine Annahme was für alle das Beste ist.

Meine persönliche Präferenz ist selbstverständlich immer Alternative 2 gewesen, so dass mein Wochenende ganz frei ist, 2 Tage Erholung und den Kopf frei braucht jeder. Das wurde offensichtlich teilweise anders interpretiert und daher mich unterstützend auf Alternative 1 geklickt. Wenn ich eine Verantwortung habe und die empfinde ich hier, nehme ich aber *immer* die Position des Gesamtwohls ein und wenn ich wirklich über meine eigenen, persönlichen Bedürfnisse spreche, bezeichne ich diese auch genau so.

Das ist aber nur ein Nebenthema, denn die wichtige Erkenntnis der Umfrage kommt von anderer Stelle. Denn bis Sonntag spät Abends hatten gerade mal ca. 200 Mitglieder geklickt und eine Option ausgewählt. Davon gut die Hälfte Alternative 1.

Selbst wenn ich also annehme, dass alle die sich bis Sonntag Abend eindeutig für den Wochenausblick am Sonntag ausgesprochen haben, *nicht* in die Fehlinterpretation von oben gefallen sind, reden wie hier über gerade mal ein Sechstel der Mitglieder!

Denn alle die gar nicht geklickt und gar nicht gelesen haben, haben damit ja auch eine Aussage getroffen und zwar die, dass sie der Wochenausblick am Sonntag nicht interessiert!

Das ist für mich die große Überraschung dieser Umfrage, denn ich dachte das Interesse ruhig am Sonntag sich auf die Börsenwoche vorzubereiten sei höher. Daher auch meine Präferenz zu Alternative 1 aus vermeintlicher Sicht auf das Gesamtwohl.

Nun nehme ich gerne an, dass es noch ein paar gibt, die zufällig an diesem Sonntag mal nicht herein geschaut haben, dann kann man den Prozentsatz etwas auf 20% erhöhen.

Es bleibt aber dabei, dass gerade mal 20% der Mitglieder ein aktives Interesse an einem Wochenausblick am Sonntag haben.

Das verändert alles. Das verändert meine Präferenz und für dieses geringe Interesse muss ich nicht etwas für mich Schmerzhaftes tun, mir nämlich den Sonntag zerschneiden und damit die Zeit deutlich zu verkürzen, in der ich pro Woche mal den Kopf von der Börse frei bekomme.

Damit ist die Entscheidung klar, der Stream am Freitag bleibt, das Wochenende ist wieder konsequent börsenfrei und die Woche startet wie bis Ende 2017 schon immer am Montag - nun gegen 11 Uhr mit einem Wochenausblick in kompakterer Form.

Kommen wir zum Markt, der heute die Chance auf einen Rebound hat. Ob er diesen vollzieht und wie weit dieser geht, wird für uns die ganz wichtige Information zum Charakter des Marktes sein.

Denn wie ich schon gestern spät Abends -> hier im Forum <- geschrieben habe, können plötzliche Einbrüche immer mal auftreten, es ist der Rebound, der uns den Charakter des Marktes offenbart.

Dabei ist es faszinierend zu sehen, wie die Cyberdyne Systems Fraktion im SPX sich eindeutig auf die gleitenden Durchschnitte kapriziert. Schauen Sie selber:

Am Freitag hatte der SPX exakt auf dem 20er SMA geschlossen. Das Signal war damit grün, alles war noch in Butter, der Markt hatte die Handelssorgen ja wochenlang abgeschüttelt, warum sollte es dieses Mal anders sein?

Dann kam gestern das riesige Gap-Down, nachdem große Adressen mit Trumps Handelsgezeter offensichtlich die Geduld verlieren. Es begann also zu "mattern".

Am Ende des gestrigen Tages kam mit den -> beschwichtigenden Aussagen von Navarro <- dann der Rebound, der den Markt exakt auf die 50-Tage-Linie hoch führte - was ein Zufall. 😉

Damit haben wir heute die Rebound-Chance.

Wenn der Rebound heute kommt und zumindest die 2.740, ideal sogar die 20-Tage-Linie wieder erobert, dann ist alles in Butter, im optimalen Fall haben wir gestern einen Fakeout gesehen und es geht in Folge nach oben weg.

Wenn heute der Rebound aber nicht kommt oder schnell ausläuft und im Laufe des Tages der SPX durch die 50-Tage-Linie durchfällt, dann ist das Signal der "tiefgelbe Alarm", denn der Markt will dann deutlich tiefer.

Wenn der SPX in den kommenden Tagen dann auch noch die 200 Tage Linie verliert, dann haben wir roten Alarm und sollten endgültig in voller Deckung sein, den Stahlhelm so weit herunter gezogen wie es geht!

So ungefähr könnte man diese Thema sehr sauber spielen und sein Risiko-Management gestalten. Der Rebound heute gibt uns also das wichtige Signal.

Um zum Handelskrieg zurück zu kommen, das was Jim Cramer dazu -> hier <- geschrieben hat, der ja mit dem Präsidentenberater Larry Kudlow befreundet ist und daher gewissen Einblick hat, zeigt das Bild, das da nun beim großen Geld existiert und es ist kein schönes Bild:

Now, if you believe that you've seen us fighting back hard against pretty much everyone on trade, you ain't seen nothing yet. Trump's fixated on autos, on steel and aluminum, on tech and on intellectual property. He made it clear today that big tariffs are coming for autos and I believe that will include foreign autos that are made in Mexico. He believes he has seen remarkable job creation in steel and aluminum. I think he is about to ban any acquisitions whatsoever by the Chinese in order to preserve our tech companies and not have them used against us. And intellectual property? I think he's going to demand that the Chinese stop the process of demanding joint ventures if they want U.S. companies to come there and hire.

Das Bild sagt, dass Trump gerade erst angefangen hat und er wird die Situation gnadenlos weiter verschärfen, weil er aufgrund der aktuell positiven Konjunktur in den US davon ausgeht, dass der optimale Moment existiert, um den anderen der Welt seinen Willen aufzuzwingen.

Das ist zwar das Verhalten eines Straßenschlägers, der kein Interesse an belastbaren, vertrauensvollen Beziehungen hat, was aber keine Überraschung ist. Denn wenn man sich Trumps Lebenslauf anschaut - so weit darüber bekannt ist - hat er keine echten Freunde und Partner. Er hat treue Untergebene, die schon länger an seiner Seite sind, aber keine echten Freunde und Partner. Auch die permanente Fluktuation im weißen Haus passt da perfekt ins Bild.

Trump kennt scheinbar Feinde, nützliche Idioten und loyale Satrappen, dazwischen ist wenig, zu Beziehungen auf Augenhöhe ist er nicht in der Lage. Für die Welt ist das langfristig verheerend, denn diese kann nur mit Vertrauen und langfristig angelegter Partnerschaft existieren, aber die Folgen werden eben erst später sichtbar werden.

Wenn Cramer recht hat, bleibt uns das Thema also im Sommer erhalten und wenn die anderen nicht nachgeben, wird Trump es weiter eskalieren, er wird sozusagen versuchen den anderen den "Arm umzudrehen".

Für die Börsen bedeutet das Ungemach, aber nur solange, bis sich echte negative Effekte in der US Wirtschaft zeigen, denn Trump will im November Zwischenwahlen gewinnen.

Auch diese Analyse passt ins Bild des -> was wäre wenn <- Videos von gestern, die Handelsthematik hat sehr wohl das Potential, den Markt bis zur 2.400er Zone herab zu zwingen und damit eine fast 20% Korrektur von den Höchstständen zu erwzingen. Sie hat aber wohl für sich alleine nicht das Potential für mehr, weil auch Trump eben Wahlen im November gewinnen will.

Für Europa und den DAX sieht es da natürlich schlechter aus. Nicht nur dass Deutschland am meisten durch Handelsbeschränkungen zu verlieren hat, nicht nur dass der Schnatterhaufen EU nicht wirklich stark und geeint gegen Trump vorgehen wird, sondern die Regierungskrise in Deutschland stellt ein weiteres Risiko dar - wobei ich nicht sicher bin ob für Deutschland die Krise riskanter ist oder ein "weiter so" der Groko, aber das ist ein anderes Thema.

In Summe liegen schwere Lasten auf einem DAX, der immer noch relativ nahe an den Höchstständen ist und die potentielle SKS die ich wie Sie wissen schon lange auf dem Radar habe, wird zunehmend real und hätte einen Measured Move bei - Überraschung! - exakt 10.000 - 13.600-11.800=1.800 Fallhöhe unter der Nackenlinie.

Was könnte beim DAX im optimalen Fall heute gehen? Ich denke so bis ca. 12.470 wäre Luft, dann spätestens rechne ich aber mit drehenden Kursen, denn der DAX bleibt klar bärisch. Nur eine Wallstreet die in den vollen Rallymodus wechselt, kann den DAX nun wohl retten:

Grundsätzlich ist damit heute so ein Tag wie ich ihn im Video beschrieben habe, in dem man in einer Gegenbewegung Anpassungen machen kann. Es macht nämlich keinen Sinn in einem schwachen Tag zu paniken, die Börse schaukelt immer, auch wenn es abwärts geht!

Nun kann Ihnen aber niemand sagen - auch ich nicht - ob sich die Korrektur ausweitet weil der Handelskrieg eskaliert oder wir schon bald wieder drehen. Und gleichzeitig rate ich ja von direktionalem Raten ab.

Das bedeutet, das alles was wir als Investoren tun können und sollten ist, unser Risiko zu managen, was bedeutet, unser Gesamtexposure so aufzustellen, wie es zu so einem Markt passt.

Und zu so einem Markt passt eben "leichtes Gepäck" und gerade *keine* direktionalen Wetten mit dem ganzen Kapital, das sage ich ja schon seit Monaten.

Wer schon so aufgestellt ist, hat auch heute wenig Handlungsbedarf und adjustiert vielleicht hier und da und schaut wie oben beschrieben, was der SPX nun macht. Wer das aber nicht hat, hat in einem möglichen Rebound die Chance in Stärke hinein abzubauen und diesen entspannten Zustand zu erreichen. Aber gut, wenn Sie sich sicher sind, dass der Markt sofort dreht und zur Rally ansetzt, dann können Sie auch heute "All In" gehen, das alles ist alleine Ihre Entscheidung. Was ich aber in meinem eigenen Depot mache, habe ich beschrieben, es ist leichtes Gepäck mit dem ich unterwegs bin.

Bis zum Stream heute Nachmittag. Start vielleicht erst zwischen 15:30 und 16:00 Uhr MEZ

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***