Was wäre wenn?


Mit diesem Video, so Live wie es nur geht, weil gerade aufgenommen, will ich Ihnen in Anbetracht des sehr schwachen Tages mal zeigen wie das ablaufen würde, wenn sich die Lage bei den beiden Themen nun weiter verschlechtert, die den Markt derzeit primär umtreiben.

Wenn also Donald Trump das Ping Pong der Zölle zu einem echten Handelskrieg auswachsen lassen würde, weil es am Ende "ums Gewinnen" geht. Und wenn die EU ernst zu wackeln beginnen würde.

Die Botschaft des Videos ist, dass das Entwicklungen sind, die eher Zeit brauchen und es deshalb auch Zeit für die Kurse braucht, um nach unten zu kommen.

Natürlich kann alles anders kommen und es wie ein Strich nach unten gehen, dann aber nur, wenn die Marktinterna einen Knacks haben, also im Sinne eines Flash Crashs. Das Szenario betrachte ich hier nicht, aber Entwicklungen in der realen Welt brauchen immer etwas Zeit, im Sommer sowieso, in dem sich die Kanzlerämter und Weißen Häuser leeren.

Aber sehen Sie selbst:

Ihr Hari

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Wochenausblick KW23


Thema der Woche

Thema der Woche ist der Rückblick auf 2 Wochen Urlaub. Schön war mein Urlaub, in der zweiten Woche habe ich mich richtig erholt und Abstand vom Markt bekommen, auch wenn der er es mir mit dem Aufleben der Eurokrise nicht einfach gemacht hat.

Wer meine Hotel-Rezension nicht gesehen hat, findet sie hier: -> Urlaubsberichte <-

Es wäre schön, wenn auch andere Stück für Stück zu diesem Thread beitragen würden, am Ende profitieren wir alle davon.

An dieser Stelle ist auch ein guter Moment, um noch einmal daran zu erinnern, was ein "Beitrag" ist. Einen "Beitrag" erkennt man wie der Name schon sagt daran, dass er inhaltlich zur Gemeinschaft "beiträgt" und das hat in der Regel mit etwas eigenem Aufwand zu tun, dessen sich der Schreiber befleissigt. Der Schreiber drückt damit auch aus, dass ihm die anderen lieb und wert sind, denn er versucht nicht nur zu nehmen, sondern den anderen auch selber zu geben.

Diese Grundhaltung trägt dieses Forum und macht es anders und substanzreicher als so viele Foren da draussen, wo so viele meinen, dass ein egozentrischer Einzeiler als Meinung in die Welt hinausgerotzt, ein "Beitrag" wäre. Nein ist er nicht, das Bemühen den anderen etwas mitzuteilen, einen "added Value" hinzuzufügen, das ist ein Beitrag der schätzenswert ist, selbst wenn man nicht die Meinung teilt.

Auch eine ausformulierte und hergeleitete Frage kann ein wertvoller "Beitrag" sein, wenn sie offene Dinge auf den Punkt bringt, die auch für andere interessant sein könnten. Und auch eine subjektive Beobachtung kann ein "Beitrag" sein, weil sie uns eine andere Perspektive ermöglicht. Und auch ein kurzer Dank, Link oder Hinweis ist ein "Beitrag", weil er anderen etwas gibt.

Vieles kann also ein Beitrag sein, auch Kurzes, was ihn aber vom reinen Nehmen, von der "Nutzwert-Denke" unterscheidet, ist die Bereitschaft selber etwas zu geben. Zu geben in Form von Zeit, Wissen, Feedback, Beobachtung, Reflektion, der Formen gibt es viele, die Bereitschaft zu Geben eint sie alle.

Wer das hier aktiv im Forum tut, hat meine besondere Sympathie und falls Sie sich nicht kompetent genug fühlen, zu Marktthemen Beiträge zu bringen, könnten Sie es doch vielleicht zu so einem Thema wie persönlichen Empfehlungen von Urlaubszielen tun. Wir alle kennen das Problem, geeignete Ziele zu finden und belastbare Empfehlungen zu erhalten. Diese Gemeinschaft ist auch dafür eine Chance, uns die Urlaubswochen besonders entspannend und glücklich zu gestalten, man müsste halt nur wissen, wo man hingehen soll.

Hinweis der Woche

Als organisatorischer Hinweis, ich bin jetzt im Juni und Juli voll an Bord, inklusive der Hochphase der nächsten Quartalssaison im Juli.

Im August bin ich dann wie jedes Jahr wieder im lockeren Ferienmodus. Bin da präsent und schreibe an den meisten Tagen mal etwas, aber locker und entspannt, wie immer im Ferienmodus. Diese Sommerferien dauern dann vom Sonntag 29.07. bis Samstag 01.09.

Am Sonntag 02.09. beginnt dann der wie jeden Herbst intensive und ereignisreiche Lauf hin zum Jahresende, der dann nur noch durch eine kurze Woche Herbstferien Ende Oktober unterbrochen wird. Und dann haben wir schon 2019 - Wahnsinn. Die Schokoweihnachtsmänner sind sicher schon in Produktion. 😉

Ereignis der Woche

Die kommende Woche ist an absehbaren Themen relativ arm, während die darauf folgende Woche mit FED, EZB und dem Trump-Kim Treffen dann "All Hands Battlestations!" sein wird.

Insofern gibt es kein absehbares Ereignis der Woche und ich nutze das für einen kurzen Rückblick auf die abgelaufenen beiden Ferienwochen:

Vor drei Wochen habe ich zur KW 20 und dem S&P500 geschrieben:

Kurzfristig ist in dieser Woche damit von weiterem Anstieg bis einem Retest der Trendlinien alles möglich. Ein Retracement wäre gerade am Anfang der Woche keineswegs überraschend, genau genommen rechne ich damit.

Ich denke aber trotzdem, dass der Markt mit dem Ausbruch der letzten Woche eine Grundlagenentscheidung zu einer bullischeren Phase getroffen hat. Heisst ich rechne mit Wahrscheinlichkeit damit, dass der Ausbruch aus dieser Struktur Bestand hat, selbst wenn diese Woche ein Retracement kommen sollte.

Ein Blick zeigt uns, das genau das passiert zu sein scheint, eingebettet in die volatile Seitwärtsbewegung, die im großen Bild seit Monaten mein Szenario bis in den Spätsommer ist:

Es ist also in den US Indizes im Saldo gar nicht so viel passiert und der Urlaub war wohl gewählt. Der kleine "Fakeout" im Rechteck ist dabei der kurze Angstschub zu Italien von Dienstag, der aber wie gewohnt und wie andere Aufreger, zuverlässig abgeschüttelt und zu "Buy the Dip" genutzt wurde.

Damit stellt sich ja die Frage, ob die ganze Aufregung um Italien berechtigt war? Ich sage klar "ja", ebenso wie ich zu einem eskalierenden Handelskonflikt klar "ja" sage.

Kurzfristig schüttelt der Markt alles ab, solange es noch keine echten Auswirkungen auf die Gewinnerwartungen hat. Aber für uns ist wichtig, die Dinge die nur Rauschen im Blätterwald sind, von denen zu unterscheiden, die tatsächlich das Potential zu deutlichen Verwerfungen haben. Ein Potential heisst ja nicht, dass es Realität wird. Mit Glück sind die Beteiligten klug genug, einen eskalierenden Handelskonflikt zu vermeiden. Aber das Potential ist da und deshalb müssen wir das im Gegensatz zu diversen "Hindeburg Omens" und ähnlichem Kokolores ernst nehmen.

Und nicht nur ein eskalierender Handelskonflikt im Ping-Pong-Stil der Gegenmaßnahmen hat dieses Potential, Italien hat es doppelt und dreifach. Denn Italien ist "too big to fail" - heisst wenn Italien aus dem Euro ausscheidet, sind schwere Verwerfungen die Folge und die Währung wahrscheinlich am Ende.

Und ich bin der Überzeugung, dass das Geschwür das da nun in Italien endgültig sichtbar wurde, nicht mehr weggehen wird, weil es strukturell in dieser fehlkonstruierten Gemeinschaftswährung immer mehr eitert. Trotzdem wird es noch lange von ganz viel weißer Salbe überdeckt werden und EZB wie EU - unsere Bundesraute mittemang - werden noch viele Verrenkungen machen, die am Ende das Leiden nur verlängern. Auch die Schuldenunion wird auf die eine oder andere Art und Weise kommen, genau genommen ist sie via Target ja schon da und auch das muss erst weiter eitern, bevor das Furunkel platzen kann.

Daher habe ich am Dienstag geschrieben:

Wir werden also kurz- bis mittelfristig volatileres Hin- und Her erleben und die Aktien Europas werden weiter nicht der Ort sein, an dem die großen Gewinne gemacht werden. Wir werden den DAX schnell mal 10% sich nach unten bewegen sehen, wir werden aber deswegen alleine eher *nicht* sofort die große Krise und damit auch eher *nicht* das Ende des Bullenmarktes an der Wallstreet erleben!

Und letztlich hat uns der Markt genau diese Botschaft gegeben. Er hat uns mit der Reaktion am Dienstag gezeigt, dass er die Risiken kennt und keineswegs sorglos ist. Und er hat uns mit der folgenden Beruhigung gezeigt, dass er auch weiss, dass das Ding zwar weiter schwärt, man auf Sicht von Monaten aber noch keine ernsten Sorgen haben muss.

Und so gehen wir mit einem Markt in den Frühsommer, der wieder seine Stärke bewiesen hat und der gerade im Momentum-Bereich letzte Woche eine ganze Reihe ausgezeichneter Setups offenbart hat. Das ist nicht das Verhalten eines Bärenmarktes, der SP500 lässt den Markt eher schwächer aussehen, als er in Wirklichkeit ist.

Ich bin also weiter optimistisch zum Jahresende und verbleibe in meinem großen Bild, dass die Seitwärtsbewegung noch bis in den Hochsommer fortschreibt, dann aber spätestens im Herbst von einem Ausbruch hin zu S&P500 3.000 ausgeht!

Und trotzdem halte ich es für wahrscheinlich, dass der Euro am Ende an Italien und innerem Eiter zu Grunde gehen wird, das ist kein Widerspruch zur bullischen Sicht oben, weil unterschiedliche Zeitebenen betroffen sind.

Chance und Risiko der Woche

Besonders erwähnenswerte Chancen oder Risiken, sehe ich für die kommende Woche nicht. Ich gehe eher davon aus, dass das Seitwärtsgezacker mit positivem Ton fortschreitet. Wenn der S&P500 in Bewegung kommen sollte, dann mittelfristig tendentiell her nach oben, aber vielleicht nachdem er in den nächsten Tagen vor der FED noch einmal nach unten zuckt.

Mein Daumen im Wind sagt also: Kommende Woche leichte Schwäche-Gefahr, darauf in den Sommer hinein eher nach oben.

Index der Woche

Index der Woche ist die megaphon-artige Struktur, die der italienische MIB40 ausgebildet hat:

Diese ist aber immer noch in eine ganz langfristige Wendestruktur eingebettet:

Kurzfristig, für die kommende Woche, kann es gut sein, dass es weiter hoch geht.

Darüber hinaus drückt so ein Megaphone aber massive Unsicherheit aus und das ist ja eine zutreffende Beschreibung. Direktionale Festlegungen sind hier Fehl am Platze und reine Raterei, die Risiken sind klar erhöht, allerdings hat auch diese Struktur - auch "broadening Top" genannt - eine statistische Tendenz zur Auflösung nach oben, -> hier Bulkowski dazu <-

Chart/Grafik der Woche

An dieser Stelle will ich tendentiell Charts und Grafiken Dritter bekannt machen, die nicht so in unserem regelmässigen Fokus liegen.

Ich greife dabei heute zur Einordnung wieder zu diesem schon bekannten Chart von -> DShort - Jill Mislinky <-:

Ich finde das zur Einordnung sehr wichtig. Denn auch das sagt uns wie auch andere Analysen, dass die seit Februar abgelaufene Korrektur von Tiefe und Umfang her, absolut perfekt zu vergangenen, ähnlichen Events passt und es deswegen keine gute Idee ist, gerade jetzt bärisch oder gar panisch zu werden. Die Bären bekommen sicher wieder ihre Chance, ob diese Chance nun aber gerade jetzt da ist, darf man statistisch bezweifeln.

Sicher kann das nun der "this time is different" Fall sein und wenn der Euro jetzt doch schnell auseinander fallen sollte, wird das auch so sein. Wir kennen aber weiter die Zukunft nicht und es lohnt sich für uns daher eher, auf den wahrscheinlichen Ablauf zu setzen und nicht auf die "this time is different" Ausnahme.

Sektor der Woche

Vor drei Wochen schon habe ich nach Trumps Aussagen, Biotech zum Sektor der Woche ernannt. Das war richtig, es ging im Saldo trotz eines scharfen Korrekturtages weiter nach oben und wir sehen bei einigen Werten und in den großen ETFs eine positive Price-Action, die eher vom Charakter "Risk ON" und nicht "Off" kündet.

Beide ETFs, XBI wie IBB sind nun aber an wichtigen Marken und könnten sich hier im Sinne "Ausbruch" weiteres, bedeutendes Potential erschließen - oder zurück fallen. Wir werden sehen. Wenn der Sektor jetzt *nicht* zurück fällt, sondern nachlegt, würde ich das als übergeordnetes, bullisches Signal werten und von weiteren mittelfristigen Gewinnen ausgehen:

Aktie der Woche

Zur Aktie der Woche habe ich nun direkt am Ende des Urlaubs keine Meinung.

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

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Sie ist wieder da!



Hallo liebe Mitglieder,

Aus dem Urlaub und damit aus der börsentechnischen Umlaufbahn, will ich kurz das aktuelle Geschehen einordnen.

Denn Sie ist wieder da! Nein, nicht *Er*, nicht der Gröfatz, sondern *Sie*, die Eurokrise.

Wobei, nichts von alledem was da in Italien passiert und was es als Konsequenzen nach sich zieht, ist wirklich überraschend. Ich habe gefühlt endlos über die Fehlkonstruktion des Euro geschrieben, habe darüber geschrieben, dass alle Aktionen der Politik und Notenbank darauf nur weiße Salbe geschmiert haben und habe immer erwartet, dass die innere Verwesung des Konstrukts früher oder später an die Oberfläche tritt.

Nun ist in Italien einfach wieder eine der größten Eiterbeulen der Fehlkonstruktion an die Oberfläche getreten. Sie ist noch nicht geplatzt, aber sie ist sichtbar und das genügt schon für Marktreaktionen.

Wie ordne ich das Geschehen nun strategisch ein?

Langfristig gehe ich davon aus, dass die Katze nun aus dem Sack ist, dass die Eurozone nun am Beginn einer unlösbaren Problementwicklung steht, die sie entweder in Frage stellen oder zumindest grundlegend verändern wird. Was wir in Italien erleben, sind also die ersten Regentropfen einer aufziehenden, fundamentalen Gewitterfront.

Der Euro reagiert ja schon massiv und hat die langfristige Aufwärtsbewegung mittendrin brutal abgewürgt:

Und es ist gerade diese Entwicklung beim Euro, die insbesondere Deutschand zwischen "a rock and a hard place", also in einen Schraubstock bringen wird.

Auf der einen Seite stehen die immer unverhohleneren Erpressungsversuche zur Finanzierung der im Süden angehäuften Defizite, die Target-Salden als Druckmittel. Auf der anderen Seite steht aber Trump mit seinem Druck auf den Handelsüberschuß und nun raten Sie mal, was den Handelsüberschuß weiter drastisch anheizen und die sowieso schon vorhandene Überhitzung der deutschen Industrie weiter steigern wird: ein fallender Euro! Sic!

Zwischen diesen beiden Polen wird Deutschland massiv unter Druck geraten, man muss kein Prophet sein, um das zu erkennen.

„Nebenschauplätze“ wie eine von der Türkei ausgehende Bankenkrise sind dabei nur Brandbeschleuniger - Brüssel und EZB haben es sträflich versäumt, das europäische Bankensystem wirklich grundlegend neu aufzustellen.

Mittel- und langfristig gesehen gilt also:

  • Nicht-Euro Währungen wie der Dollar sind im Portfolio vorzuziehen.
  • Deutsche und Europäische Aktien sind weiter insbesondere gegen US Aktien unterzugewichten, wie wir das ja schon die ganze Zeit tun. Vergessen Sie das Bewertungsgerede.
  • Gold hat zum ersten Mal seit Jahren wieder einen fundamentalen Treiber aus Sicht von Euroinhabern. Es macht nun Sinn einen angemessenen Prozentsatz der Euros in Gold zu tauschen. Nicht taktisch, dazu habe ich keine Meinung, sondern strategisch.

Auch die langfristigen Charts des Eurostoxx stützen dieses Bild, schauen Sie selber, wie das mit Wochenkerzen aussieht und achten Sie darauf, dass das letzte Hoch sehr wohl die Parallelität zum dem Hoch von 2015 sein kann, das ich mit einem Ausrufezeichen versehen habe:

Im ganz großen Bild sehen wir auch, dass eine Bewegung nach oben von hier massive Widerstände überwinden müsste, für die ich keinen Katalysator in den kommenden Monaten sehen kann:

Jetzt aber ganz wichtig:

Das oben ist eine mittel- und langfristige, sich positionierende, strategische Aussage. Ich glaube *nicht*, dass die Lage nun sofort eskaliert und auch wenn die italienischen Renditen nun im Vergleich zu Bunds deutlich gestiegen sind, ist das immer noch weit von einer Krise entfernt.

In Italien existiert faktisch eine Art Patt und die interessierten Kreise in Brüssel und EZB werden noch viele Rettungsversuche und Zugeständnisse machen, ebenso wie unsere Bundesraute wieder diversen "Rettungspaketen" zustimmen wird.

Wir werden also kurz- bis mittelfristig volatileres Hin- und Her erleben und die Aktien Europas werden weiter nicht der Ort sein, an dem die großen Gewinne gemacht werden. Wir werden den DAX schnell mal 10% sich nach unten bewegen sehen, wir werden aber deswegen alleine eher *nicht* sofort die große Krise und damit auch eher *nicht* das Ende des Bullenmarktes an der Wallstreet erleben!

In meinen Augen sollten wir also weiter das machen, was wir sowieso schon machen. Unseren Fokus auf den Dollar legen und auf die Wallstreet.

Wenn es überhaupt eine Änderung gibt, dann dass ich zum ersten Mal seit Jahren wieder einen strategischen Grund sehe, Euros in Gold zu tauschen und damit das Gesamtportfolio anders auszubalancieren.

So viel von mir aus dem Urlaub und damit aus der Umlaufbahn. Ab Sonntag geht es im Blog mit dem Wochenausblick wieder normal los. Bis dahin....

Ihr Hari

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Wallstreet Stream 18.05.18



15:18 MEZ

Nun beginnt mein "Endspurt" in die Ferien. Was mich wirklich beeindruckt, ist seit April die Stärke der US Small Caps im Russell 2000. Schauen Sie mal:

Langfristig ist das nicht der Rede wert, weil dafür hatte der RUT letztes Jahr eine Unterperformance und so gleicht sich alles aus. Aber aus der aktuellen Sicht betrachtet, ist eine klare Überperformance der SmallCaps wahrlich kein bärisches Signal.

Es ist eher das Signal dass die Konjunktur brummt und nun auch die Stockpicker unterwegs sind.

15:28 MEZ

Bisher haben sich ja alle Risiken in Italien letztlich für den Euro wieder gelegt. Viele Worte, viel Gefuchtel mit den Händen, aber am Ende keine Änderung und der Weihnachtsmann Mario hat dann noch seinen Liquiditätsmantel über die Probleme gelegt und alles war gut.

Gleichzeitig ist Italien aber auch das große Geschwür, das zu groß ist um wie Griechenland von den Geldalchimisten verdaut zu werden, sondern das durchaus die Eurozone zum Einsturz bringen *könnte*.

Könnte, man beachte den Konjunktiv. Trotzdem sollten wir sehr deutlich festhalten, dass wir mit den -> aktuellen Geschehnissen <- wieder ein Risiko im Markt haben, das eine Rating-Agentur in Umkehr der bekannten Notation als Triple-A Risiko bezeichnen müsste.

Wir haben damit derzeit zwei AAA-Risiken, die real vor sich hin schwären und wirklich einen Bärenmarkt begründen könnten, wenn sie eskalieren sollten. Erstens einen offenen Handelskrieg zwischen den drei Großblöcken, US, EU, China. Zweitens eben ein Zerbrechen der Eurozone, weil Italien ins Chaos versinkt.

Genau genommen gibt es noch ein drittes AAA-Risiko und das ist die Kreditkrise in China, das halte ich aber derzeit nicht für übermässig wahrscheinlich. Es ist schwer von außen ein Bild zu bekommen, aber es scheint schon so, als ob der lange Arm der KP noch alles im Griff hat. Noch.

Dann haben wir noch ein paar AA-Risiken, als da sind eine Kreditkrise in anderen Emerging Markets oder ein Krieg im Nahen Osten. Den größten, dauerhaften Impakt auf die Kurse hätten aber in meinen Augen die oben als AAA quantifizierten Risiken und bei denen sollten wir daher besonders kritisch hinschauen. Erneut, ich mache damit keine Aussage über die Wahrscheinlichkeit des Eintretens, ich sage nur, wie schlimm das Problem wäre, falls es eintreten sollte.

Es könnte also wieder die Zeit geworden sein, auch mal immer wieder einen Blick auf die -> europäischen Credit Default Swaps <- zu werfen. Nur so weil Vorsicht die Mutter der Porzellankiste ist.

Erneut, ich prognostiziere hier keine Eurokrise. Fakt ist aber, dass seit ein paar Jahren für eine Eurokrise ein relevanter Katalysator völlig fehlte. Nun ist wieder einer da, der theoretisch eine auslösen könnte. Das ist schon ein bemerkenswerter Unterschied.

15:55 MEZ

Deere (DE) hat -> den Ausblick erhöht <- und sieht fundamental und technisch attraktiv aus. Ich hatte das Setup in den letzten Tagen ein paar mal erwähnt:

16:05 MEZ

Ich habe ja nun seit Wochen und Monaten auf Gold und den peinlichen Dauerbullen herumgehackt. Da war einfach nichts zu holen und dass Gold vom Widerstand wieder zurück gefallen ist, hat mich wie Sie wissen kein bischen überrascht, denn es war in 2018 immer zu sehen, dass da keine echte innere Stärke ist. All die Wenns und Abers waren also eher vergeudete Lebenszeit und verpasste Chancen an anderer Stelle.

Aber ..... jetzt ist Gold auf der Trendlinie und damit an einem Punkt, der zur Wende führen *könnte*. Auch hier beachte man unbedingt den Konjunktiv. Ich habe keine Ahnung ob Gold durchfällt und man alle Hoffnung fahren lassen muss oder ob hier die Bullen erwachen.

Aber nun interessiere ich mich taktisch wieder für das Edelmetall, das nun fraglos überverkauft ist und werde da nun genau hinschauen was da passiert. Das ist auf jeden Fall relativ gesehen die taktisch bisher beste Ausgangslage des Jahres 2018 in Gold. Immerhin das, wobei etwas weniger hässlich als potthässlich, noch nicht automatisch eine Schönheit macht. 😉 Und schräge Trendlinien mit nur zwei Auflagepunkten, haben sowieso nur eine schwache Ausssagekraft.

Achja ... und sollte die Eurokrise tatsächlich wieder ihr Haupt erheben, wäre das tatsächlich ein fundamental positiver Katalysator für Gold. Auch viele "wenns" aber immerhin.

16:18 MEZ

Oh, oh, oh. Ich habe es heute früh schon befürchtet, der schlechte Ausblick bei Applied Materials (AMAT) zieht eine massive Schleifspur im ganzen Sektor. AMAT fast 10% Minus und andere hinterher, ein paar Beispiele:

17:08 MEZ

Oh oh oh, Deutsche Bank, tiefer geht immer?

Ich habe es schon mal erwähnt, ich habe Zweifel, dass die Deutsche Bank noch lange als selbstständige Großbank auf dem Kurszettel steht. Alles an dem Chart ist bärisch, was bleibt ist Zerschlagung:

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis KBV ist übrigens unter 0,5, das muss *VALUE* sein! 😛

17:15 MEZ

Ach übrigens, in Sachen Deutsche Bank und so und zum Thema Buchwerte, Bilanzen. Da habe ich noch was Lehrreiches: 😉

17:32 MEZ

Da wir schon bei technisch-militärischen Spielereien sind, "Boys with Toys" sozusagen, hier das Chart von BAE Systems mit ganz sauberem, den Anstieg indizierenden Volumenprofil seit März:

Sehen Sie, wie sich im Laufe der Wende das Volumenprofil langsam von überwiegend Rot auf überwiegend Grün wandelt? Nicht die Menge Grün oder Rot ist der Punkt, sondern die Spitzen. Denn die Spitzen sind tendenziell die Tage, an denen das grössere Geld reingerollt ist - oder in der linken Hälfte rausgerollt.

Obwohl sich im mittleren Bereich die Kurse nur hin und her bewegen und noch keine Richtung haben, ist die Charakteränderung deutlich zu sehen, oder? Achten Sie auf so etwas, das Volumen gehört zur Analyse der Price-Action immer dazu.

Im Langfristchart ein klarer Abpraller von der Trendlinie:

17:50 MEZ

Ganz schlüssiges Chart zu den langlaufenden US Bonds (ETF TLT) von Greg Harmon: -> The path lower <-.

Schauen Sie mal hier:

18:04 MEZ

Paypal (PYPL) gestern erwähnt, heute kurz vor dem Sprung. Vergessen Sie die LHR (SKS) Markierung, das ist automatisch generierter Quatsch in dem Fall:

18:12 MEZ

Noch ein kleines Setup, falls getriggert sind die Hochs der Measured Move bei Northrop Grumman (NOC):

18:22 MEZ

Einer geht noch. Unilever war ja zuletzt vor einem Monat in -> Bluechip-Zahlen <- Thema. Da habe ich gefragt, ob sich da jetzt nicht eine rechte Schulter einer iSKS bildet.

Genau so ist es gekommen. Hier ist eine wunderbare Wendestruktur und wie bei BAE Systems ein überzeugendes Volumenprofil. Gerade läuft der Kampf um Ausbruch und 200-Tage-Linie:

Das sieht gut aus und passt ins Bild der Annahme, dass dieser Sektor langsam wieder interessant wird.

18:28 MEZ

So liebe Mitglieder, ich bin dann mal weg. 😉

Nein, keine Sorge. Ich habe nun 2 Wochen lang keine Verpflichtungen und rechnen Sie mit nichts, aber ich werde mich bestimmt auch mal melden - 2 Wochen schweigen geht doch gar nicht. 😉

Um es erneut zu beschreiben, das Schreiben belastet mich auch überhaupt nicht, wenn ich dazu Lust habe und mir die Worte von alleine in die Finger fliessen. Heute hat es mir zum Beispiel Spass gemacht, heute war das für mich ganz locker.

Anstrengend ist es dann, wenn man "muss". Der gnadenlose, tägliche Rhythmus ist das, was auf die Dauer aufzehrt. Denn Schreiben ist ein kreativer Prozeß und man ist nicht jeden Tag gleich drauf und es fällt einem auch nicht jeden Tag etwas ein, schon gar nicht immer Neues.

Aber der Markt gibt halt den Takt vor und Ihre Erwartungen auch. So ist das halt, wenn man so etwas anfängt wie ich mit diesem Blog vor mehr als 6 Jahren und keinen richtigen Backup hat. Trotzdem macht es mir Spaß und die Freiräume dazwischen - wie die nun kommenden 2 Wochen - sorgen dafür, dass es weiter Spaß macht, weil die kreativen Batterien wieder aufgeladen sind.

In diesem Sinne verabschiede ich mich mit diesem kleine Clip in 2-wöchige Ferien. Und Ihnen wünsche ich schöne Pfingsten. Ich komme wieder, keine Frage!

Halten Sie die Ohren steif!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Wallstreet Stream 10.05.18



15:20 MEZ

Der 10. Mai ist geschichtlich ein recht "bewegter" Tag.

Nicht nur dass heute vor 78 Jahren "Fall Gelb" begann und vor 77 Jahren -> Rudolf Heß <- nach England flog, sondern heute vor 64 Jahren hat Texas Instruments (TXN) den ersten Transistor vorgestellt und vor 149 Jahren wurde die transkontinentale Strecke aus der Verbindung Union Pacific und Central Pacific mit dem "goldenen Nagel" in Utah geschlossen und in Betrieb genommen.

Union Pacific -> gibt es immer noch <-, Central Pacific ist über den Umweg über Southern Pacific Transportation dann 1996 in Union Pacific aufgegangen.

Und Texas Instruments (TXN) gibt es sowieso noch und hat gerade auch charttechnisch eine interessante Ausgangslage:

15:32 MEZ

Thema des Tages ist eine recht scharfe Gegenbewegung des Euros zum Dollar, die in meinen Augen primär ein technischer bedingter Bounce ist, der aber durch schwache Inflationsdaten in den US befördert wird.

DAX und MDAX mögen es natürlich nicht, halten sich für 0,8% Plus in EURUSD aber sehr manierlich und bestätigen eher ihre neu gewonnene, innere Stärke:

15:40 MEZ

Wenn Sie sich an das Video von Sonntag erinnern, habe ich mich darin ja über die vor politischer Korrektheit peinlich triefende Unternehmens-Webpage des Pipeline-Unternehmens Enbridge (ENB) lustig gemacht:

Ich verachte diese defensiv, verdruckste Art und Weise an Dinge heran zu gehen. Entweder man macht etwas, weil man es machen will, dann steht man auch offen und mit geradem Rückgrat dazu. Oder man lässt es bleiben. So einfach ist da meine Welt.

Aber abseits davon habe ich im Video auch auf die Chance einer Art Doppelboden hingewiesen und genau das könnte es nach Zahlen heute vor Handelsstart nun auch werden. Der finale Ausbruch fehlt aber noch:

15:52 MEZ

Ich habe schon mehrfach geschrieben, dass ich Qualcomm (QCOM) bei 50 wieder interessant finde. Ich denke, da ist nun was in Bewegung gekommen:

16:05 MEZ

Ach übrigens, wer immer noch glaubt wir würden von vernünftigen Menschen regiert und wären nicht in einem Paralleluniversum namens Schilda, wird mit Lesen -> dieses Sachverhalts <- noch einmal an die wahnwitzige Realität erinnert.

Und nein, es geht bei dem Post gar nicht um etwas Politisches und nicht mal um die Frage, ob wir allen in der Welt in einem Riesenaufwand "Asyl" gewähren müssen. Auch wenn man auf dem Stammpunkt stehen würde, dass jeder Wohlstandsmigrant hier mit offenen Armen aufzunehmen und in unsere Sozialsysteme zu integrieren wäre ....

... wären der administrative Vorgang und die politischen Vorgaben immer noch *Schwachsinn hoch Drei* und eine strafrechtlich relevante Vergeudung von Steuergeldern ...

16:35 MEZ

Bei Qiagen sah es lange zweifelhaft aus und man musste sich fragen, ob sie hier eine große Topbildung anbahnte. Diese wurde aber nie getriggert und nun hat sich in den letzten Wochen das Blatt klar gewendet und die Topbildung wurde negiert:

16:45 MEZ

Der VIX beruhigt sich langsam, ganz spannend ist dabei noch einmal ein Blick auf die Entwicklung seit 2008 im Vergleich:

Wir sehen erneut, wie absurd hoch der VIX im Februar war, nachhaltig übertroffen nur durch Lehman und nicht einmal die Eurokrise.

Ich kann nur wiederholen, das mir das subjektiv schief vorkam und ich einen Zusammenhang zur Auflösung des Short-Vola Trades vermutet hatte, der die Werte vielleicht nach oben übertrieben hat. So tief stecke ich aber nicht in der Berechnung des VIX drin um da den Zusammenhang finden zu können und ich habe auch keine Zeit und Lust das zu erforschen. Vielleicht ist auch schlicht keiner vorhanden.

Denn es kann sehr wohl auch sein, dass es einfach nur ein subjektives Wahrnehmungsproblem bei mir ist, weil ich 2008 und 2011 eben echte fundamentale Probleme gesehen habe und deswegen auch Sorgen hatte. Im Februar diesen Jahres hatte ich - wir haben das ja zusammen erlebt - aber gar keine fundamentalen Sorgen, das Geschehen habe ich immer gelassen betrachtet und es war für mich immer nur eine notwendige und nach 2017 überfällige Korrektur.

Anders herum wird aber ein Schuh daraus. Wenn die Vola wirklich so hoch war und nicht überzeichnet wurde, kann man daraus dann auch ein bullisches Argument kontruieren. Denn dann war das schon eine sehr bedeutende Korrektur und bedeutende Korrekturen mit dem Charakter einer volatilen Bereinigung kommen in der Regel nicht alle paar Monate. Was bedeutet, dass die Chancen für ruhiges Fahrwasser voraus nicht so schlecht sind.

16:55 MEZ

Gipfeltreffen Trump-Kim an 12.06. in Singapur. Sollte es wirklich zu einem historischen Friedensschluß auf der koreanischen Halbinsel führen, bin ich auf die Verrenkungen der neurotischen Trump-Basher, insbesondere im Hamburger Sturmgeschütz gespannt.

-> Treffen Trump-Kim <-

Sie wissen wie kritisch ich Trumps Charakter sehe, aber vielleicht ist es genau so ein Charakter, den die Potentaten der Welt als Gegenstück brauchen. Einer dem sie das Gleiche zutrauen, wozu sie selber bereit sind.

Dieser Realismus, die Welt nicht nur aus der rosaroten Moralistenbrille zu sehen und zu verstehen, dass ein grober Klotz manchmal einen groben Keil braucht und kein Geschwurbel, ist aber in bestimmten Kreisen abhanden gekommen.

Auch deshalb sind wir in Deutschland nicht mehr verteidigungsfähig - nicht nur die Bundeswehr ist marode, der Selbstbehauptungswille des Landes auch.

Wenn Obama Rückgrat hat, gibt er danach seinen Friedensnobelpreis aus Scham zurück. Der war sowieso eines dieser Narrenstücke der schwedischen Akademie. -> Die fünf schlechtesten Friedensnobelpreisträger <-

17:20 MEZ

Beeindruckende Stärke und Ausbruch im SP500, egal wie man die Trendlinie zeichnet. Der Instinkt war mal wieder richtig, seit dem Reversal am 03.05. habe ich gespürt, dass der Markt nach dem dritten erfolgreichen Test der unteren Begrenzung nun Ausbruchspotential nach oben hat:

17:45 MEZ

Mal wieder was Neues aus der Region der einstelligen Milliarden-Marktkapitalisierung, die ich so mag.

-> Monolithic Power Systems (MPWR) <- ist ein spezialisierter Chiphersteller, der wie der Name sagt im Bereich der Energie-Systeme tätig ist.

Das Produktportfolio ist extrem breit und über viele Branchen diversifiert, schauen Sie mal drauf.

Aufmerksam wurde ich aber über das Chart, deutliche Seitwärts-Konsolidierung seit letzten Herbst mit Ausbruchschance jetzt:

Das aber eingebettet in einen gnadenlosen Trend, der Ausweis der Fähigkeit des Managements ist:

18:00 MEZ

Zum Abschluß eines sehr "grünen" Börsenstages noch ein lehrreiches Chart. Eines das uns wieder daran erinnert, dass Stärke wieder Stärke gebiert und dass die Art wie unser Affenhirn intuitiv an Charts heran geht, völlig neben der Spur ist.

Mit diesem Chart von SolarEdge (SEDG) verbinde ich keine Aussage zur Zukunft, ich möchte einfach nur, dass Sie es auf sich wirken lassen und sich ehrlich fragen:

Hätten Sie bei (1) gekauft? Einige schon nicht mehr, weil "zu weit gelaufen" und so. Aber einige vielleicht schon.

Hätten Sie bei (2) gekauft? Die Mehrheit nicht mehr, ein Markttechniker vielleicht, die Flagge war zu klar.

Hätten Sie bei (3) gekauft? Wohl kaum jemand mehr, das war zu schwer und wie das abknickte und dann abflog, das war harte Kost.

Hätten Sie bei (4) gekauft? Frei in der Umlaufbahn irgendwo da oben? Ich gebe zu, selbst in mir und obwohl man die enge, bullische Konsolidierung klar sieht, rebelliert der Affe da, also dürfte es praktisch keiner mehr machen.

Das Ergebnis sehen Sie. Denken Sie mal darüber nach, die Stichworte sind Trend, Momentum und "Stärke gebiert Stärke":

18:06 MEZ

So der Vater Hari schließt den Vatertags-Stream ab. Damit ist auch die Woche schreiberisch abgeschlossen, denn Morgen steigt ab 10 Uhr die Mr-Market Wanderung, die uns bis zum Nachmittag zusammen wandern, reden, trinken und essen lässt, während wir mit unseren Wänsten das Auenland durchmessen.

Ca. 20 Mitglieder sind wir, Absage bisher nur eine, ich freue mich auf morgen!

Die Straße gleitet fort und fort,
weg von der Tür, wo sie begann,
weit über Land, von Ort zu Ort,
ich folge ihr, so gut ich kann,
ihr lauf’ ich raschen Fußes nach,
bis sie sich groß und breit verflicht’
mit Weg und Wagnis tausendfach.
Und wohin dann? Ich weiß es nicht.

[Der Hobbit, J.R.R. Tolkien]

Wir lesen uns hier wieder am Sonntag zum Wochenausblick. Bedenken Sie bitte, dass die kommende Woche meine letzte Woche vor einer 2-wöchigen Ferienphase über Pfingsten ist. Danach bin ich bis Ende Juli wieder voll da, im August sind dann Sommerferien.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Der schwachstarke DAX



Guten Morgen!

Ein schwacher DAX? Der ist doch gerade erst ausgebrochen? Und auch ein starker DAX? Wie geht das zusammen?

Doch, ich will genau das sagen und zwar historisch langfristig, ebenso wie kurz- bis mittelfristig in die Zukunft schauend.

Zunächst einmal muss ich daran erinnern, dass der DAX ein Performance Index ist und damit anders als die meisten Indizes der Welt die Dividenden inkludiert. Er sieht also besser aus, als er ist, ich habe das schon mehrfach thematisiert, so auch 2014 in -> Der Dow und der DAX, zwei Indizes mit Problemen <-.

Dabei ist die Konstruktion des DAX aus der Sicht des Anlegers ja ein Geniestreich. Denn genau genommen ist es eher eine thesaurierender ETF als ein Index. Denn im DAX werden recht aktiv die Mitglieder gewechselt und das führt auch zu richtigen "Sicherungsaktionen" wie weiland bei Volkswagen, als die Stämme herausgeworfen und die Vorzüge aufgenommen wurden. Das wurde aber zu einem Zeitpunkt gemacht, als die Stämme noch durch den Übernahmekampf rund um Porsche massiv aufgebläht waren, diese "Gewinne" wurden also sozusagen für den Index gesichert und dauerhaft eingebucht.

Und die Tatsache dass Dividenden "thesauriert" werden, führt zu einer geringeren Steuerbelastung beim Anleger, als wenn Dividenden erst ausgeschüttet, beim Anleger versteuert und dann wieder angelegt werden. Eigentlich dürfte der DAX also aktuell nach Mifid II auch nicht verkauft werden, weil noch "Fonds-Daten" und Besteuerungsgrundlagen fehlen, das sagen wir aber lieber nicht zu laut, es könnte ja jemand darauf aufmerksam werden. 😉

Spass beiseite, mit dem DAX bekommt der Anleger also nicht nur die Dividenden während der Laufzeit steuerfrei mitgeliefert, er bekommt auch ein verhaltenes "Management", das zu schwache Aktien konsequent raus schmeisst und durch andere ersetzt.

Und trotzdem ist der DAX seit 2012 ziemlich schwach, wie schwach historisch kann ich Ihnen nur dann fair zeigen, wenn ich den DAX Kursindex - also ohne Dividenden - dem Leitindex S&P500 gegenüber stelle. Hier ist das Chart:

Eindrucksvoll, oder? Ich denke das Bild ist selbsterklärend, bis ca. 2011-2012 liefen DAX Kursindex und S&P500 eigentlich parallel, so wie man das erwarten würde. Seit 2011-2012 öffnet sich aber ein riesiges Gap, der DAX hängt massiv hinterher.

Neben einer nicht besonders guten Struktur der 30 Topunternehmen Deutschland, in denen zuviel Finanzinstitute und zu wenig innovative Industrie ist, gibt es dafür noch eine sinnvolle Erklärung, die auch zeitlich zu dem Zeitpunkt passt, an dem sich die Schere öffnete - es ist die ungelöste Eurokrise.

Denn ungelöst ist sie selbstverständlich und offensichtlich, ganz anders als die Legenden die Merkels Spindoktoren um die grosse "Durchdenkerin" herum stricken. Nichts wurde bisher strukturell verbessert, die Scherkräfte werden nur durch die Geldpolitik der EZB und einen Transfermechanismus zugedeckt. Und der Markt deckt das gnadenlos auf, man muss nur mal den wahren DAX und den S&P500 nebeneinander halten.

Das ist übrigens auch der Grund, warum meine im Herbst 2013 hier avisierten -> DAX 20.000 in diesem Jahrzehnt <- nun in Gefahr geraten.

Lesen Sie den Artikel vielleicht noch einmal, da war sehr viel Prophetisches drin, vor allem wenn Sie es vor dem Hintergrund betrachten, wie sehr der Markt in den letzten Jahren immer schlecht geredet und der nächste Crash herbei geredet wurde. DAX 20.000 bis 2020 habe ich damals gesagt, möglich ist es immer noch, aber es wird nun schwierig, weil der DAX eben so hinterher hängt.

Und damit sich das ändert, müsste der Grund für die Unterperformance beseitigt werden. Wenn ich Recht habe und es die schwelende Eurokrise ist, dann haben wir mit der neuen Groko wenig Hoffnung auf Änderung, im Gegenteil, die kranken und nicht tragbaren Transferstrukturen werden festgezurrt und vertieft. Und dann wird der DAX wohl weiter eine klare Unterperformance zum S&P500 zeigen.

Auch mittelfristig muss man skeptisch sein, denn wir haben doch nun einen Schwall an guten Nachrichten, die aber schon bekannt sind. Die Konjunktur brummt, das Steueraufkommen hat sich in den letzten 10 Jahren fast verdoppelt, der Staat ist (noch) stabil und die Firmen ringen eher um qualifizierte Arbeitskräfte als um Aufträge.

In dieser Situation erleben wir die typischen Blüten die immer nur kommen, wenn es zu gut geht und die Verantwortlichen das Wort "prozyklisch" nicht buchstabieren können. Gewerkschaften reden von 28 Stunden-Woche, Regierungsparteien von weiteren Steuererhöhungen, die Ausgaben der Sozialsysteme werden fröhlich aufgeblasen, nach uns die Sintflut.

All das sind die Signale eine wirtschaftlichen Hochs, das nicht ewig währt und dessen Wandel in eine Krise Börse gerne vorweg nimmt. Während dessen werden in den US die Steuern gesenkt und man besinnt sich wieder auf "schaffe, schaffe Häusle baue". Dass diese Bewegung von einem Pubertisten im Erwachsenenkörper ausgeht, ist dafür völlig nebensächlich, alleine das was "hinten raus kommt" zählt. Und vom Aufstiegswillen Chinas muss ich ja gar nicht reden, die gerade unsere Industrie aufkaufen.

Ich frage Sie, muss man vor dem Hintergrund was den DAX angeht besonders optimistisch sein? Sollte man den DAX gegenüber anderen Indizes als Anleger nun für die Zukunft bevorzugen?

Die Antwort ist klar und einfach Nein und so verhalten wir uns ja hier im Blog. Unsere Augen als Anleger gehören in die weite Welt, dorthin wo die Musik des Fortschritts spielt. Im Euro und in Mitteleuropa haben wir doch sowieso ein "Klumpenrisiko" weil wir hier leben und arbeiten.

Deswegen dürfen und sollten wir immer noch Opportunitäten im deutschen Markt mitnehmen und das tun wir ja. Denn man darf den DAX auch nicht auf Deutschland verallgemeinern, der MDAX sieht *viel* besser aus und in dem sind ja die Unternehmen, die Deutschlands industrielle Stärke gerade abbilden. Und der Markt hat das mit einer klaren Überperformance des MDAX auch zum SP500 sofort honoriert. Der MDAX ist der "echte deutsche Index", der die industrielle Basis repräsentiert, nicht der DAX.

Es gibt also auch hier weiterhin Opportunitäten und solange diese industrielle Kraft, die sich bei den mittleren und kleineren Unternehmen zeigt, nicht endgültig erdrückt wird, ist "Polen nicht verloren" und gibt es attraktive Aktien im deutschen Aktienuniversum.

Aber der Fokus gehört eben strukturell woanders hin, einfach weil diese Probleme wohl strukturell sind und nicht weggehen werden, bis die Lebenslügen rund um Europa und den Euro endlich offen einer Lösung zugeführt werden.

Und den noch gut laufenden Mittelständlern werden doch eher Knüppel zwischen die Beine geschmissen, statt Unternehmertum gefördert, um das zu sehen, muss man nur nach Berlin blicken. Ein normaler Arbeitsnehmer macht sich keine Vorstellung von dem Gesetzesirrsinn der einen da als Unternehmer überfällt. Der deutsche Mittelstand ist nicht wegen Berlin, sondern trotz Berlin so stark. Was wäre mit einer wirtschaftsfreundlichen und wirtschaftskompetenten Regierung möglich, man mag es sich gar nicht ausmalen.

Wann der Zeitpunkt ist, zu dem die Lebenslügen endlich offen angesprochen werden, vermag ich nicht zu sagen. Ich hoffe bald, aber meine Hoffnung hat wenig Chance auf Erfüllung.

Ihr Hari

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Die Börsenwetterlage aus der Umlaufbahn

Kann man die ganz grundsätzliche, langfristige Börsenwetterlage in sechs Sätzen und mit einem Chart beschreiben? Ich glaube ja, ich versuche es mal.

Erstens, sind die konjunkturellen Signale rund um den Globus gut und sprechen derzeit gegen eine grosse Baisse. Die Lage ist besser als die Stimmung.

Zweitens, ist die Skepsis im Angesicht der vorhandenen Risiken (Trump, Handelskriege, Eurokrise, EU-Zerfall, China etc) im Markt massiv vorhanden, auch die Bullen schielen permanent zum Notausgang. Ein derartiges Sentiment spricht gegen eine grosse Baisse. Bullenmärkte enden in Euphorie und klettern dagegen eine "Wall of Worry".

Drittens, sind die Kurse nun seit Trumps Wahl permanent ohne Korrektur gestiegen, das macht den Markt anfällig. Eine scharfe Korrektur, dürfte im ersten Halbjahr 2017 nun anstehen, sollte aber den grundlegenden Aufwärtstrend eher nicht stoppen.

Viertens, sind wir gerade Zeuge eines veritablen Ausbruchs aus einer 1,5 jährigen, grossen Konsolidierung im S&P500 und das spricht trotz im ersten Halbjahr anstehender Korrektur, für prinzipiell weiter steigende Kurse und ein gutes Aktienjahr 2017.

Fünftens, befindet sich der Aktienmarkt im grossen, zyklischen Bild sicher eher im letzten Drittel und der Beschleunigungsphase eines grossen Zyklus. In dieser Phase lassen sich aber typischerweise besonders deutliche Gewinne machen. Eine Topbildung braucht Zeit und geschieht in so einem starken Markt nicht "über Nacht".

Sechstens, sind alle obigen Aussagen natürlich nur eine Momentaufnahme und stehen unter dem Vorbehalt völlig neuer, überraschender Entwicklungen, die der Markt heute nicht kennt und die dann eingepreist werden müssten. Das ist aber eine Binsenweisheit und das Restrisiko, mit dem man immer leben muss. Wer das nicht aushalten kann, ist im Markt fehl am Platz.

Ihr Hari

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Wie eine Topbildung aussieht



Nein, wir haben noch keine Topbildung. Wir haben derzeit einen stampfenden, schiebenden, schwitzenden Bullenmarkt. 😀

Aber ich habe ja zuletzt immer wieder betont, dass neue Hochs *keine* Gefahr sind, dass Märkte in der Regel *nicht* sofort auf dem Fusse drehen - ausser es passiert etwas völlig Überraschendes - und dass man deswegen bei neuen Hochs keine Angst haben muss. Denn mir ist völlig klar, wie schwer es unserem Affenhirn fällt, so starke Märkte zu kaufen. Viel lieber greift unser Affenhirn zu, wenn etwas stark fällt, weil es sich dann billig anfühlt - Sie wissen schon, das berühmte fallende Messer - Aua! 😉

Berechtigten Grund zur Sorge gibt es dagegen, wenn klare Wendeformationen existieren, oder man so eine "Brösel, Brösel, Brösel" Situation hat, an deren Ende dann der Absturz über die Klippe kommt.

Nun sind Worte aber nur Worte, einprägsame Bilder machen mehr Eindruck. Deswegen mache ich mit Ihnen heute eine Chartreise durch die letzten 5 Situationen, die im langfristigen Bild mit Wochenkerzen den Namen "Crash" oder "Einbruch" zu Recht getragen haben. Als da sind:

  1. Eurokrise 2011 aus Sicht von S&P500 und DAX
  2. Lehman 2008 aus Sicht von S&P500 und DAX
  3. Internetblase 2000 aus Sicht von S&P500 und DAX
  4. Long Term Capital Management (LCTM) Crash 1998 aus Sicht von S&P500 -> LTCM Crash <-
  5. Schwarzer Montag 1987 aus Sicht von S&P500 -> Black Monday <-

Für die beiden Ereignisse von 1998 und 1987 habe ich keine sauberen Charts vom DAX mehr, daher nur die S&P500 Betrachtung. Ich rate dazu, sich die beiden Links zu 1998 und 1987 mal zu Gemüte zu führen, um zu verstehen, worum es dabei gegangen ist. Denn das wird für die Bewertung wichtig sein und viele werden diese Krisen nicht bewusst erlebt haben, es kann ja nicht jeder so eine alter "Knacker" wie ich sein. 😉

Der Black Monday von 1987 hatte übrigens keinen klaren Katalysator, man könnte sagen, der Markt ist unter dem eigenen Gewicht zusammen geklappt. Der LCTM Crash dagegen hatte für den Markt eine eindeutige, plötzlich und in ihrer Dynamik völlig überraschende Ursache. Insofern ist 1998 die Ausnahme und es wird interessant sein zu sehen, ob auch die Kurse da ein Ausnahmeverhalten zeigen.

Im Folgenden zeige ich Ihnen nun die 8 Charts mit Markierung und kurzen Worten, die weitgehend für sich sprechen. Gegen Ende dann eine Zusammenfassung.

So .... ich denke die Botschaft ist klar. In allen - wirklich in allen - Fällen ausser 1998 bei LCTM, hat sich der Einbruch vorher durch zumindest ein niedrigeres Hoch, eine klare Topbildung oder eine Brösel,Brösel,Brösel Situation mit klarem Abwärtstrend angedeutet. In vielen Fällen wie 2000 gab es sogar x-fache Warnungen mit niedrigeren Hochs und damit *Null* Grund, diese Reise nach unten mitzumachen.

Wer also die Charts und die Marktmechanik klar beachtet hat, wer dann ausgestiegen ist, wenn sich klar ein Abwärtstrend oder eine vollendete Topformation ergab, war immer auf der sicheren Seite und hat den grossen Absturz *nicht* voll mitmachen müssen. Vielmehr konnte dieser Marktteilnehmer dann viel tiefer wieder kaufen und so einen massiven relativen Ertrag erzielen. Der Crash legte die Grundlage für riesige Gewinne danach sozusagen.

Sicher, vom Top 10 oder 20% Prozent abgeben zu müssen ist nicht schön, wer das vermeiden will, muss halt auf kleineren Zeitebenen wie Tageskerzen solche Absicherungsaktionen machen und damit etwas intensiver rein und raus gehen. Der entscheidende Punkt ist aber, einen Grund den Weg nach unten mitzumachen, gab es nicht für die, die Augen hatten zu sehen und wenigstens die Grundkonzepte von Trends verstanden haben.

Es gab nur eine Ausnahme: LTCM 1998. Und das, weil das für die Märkte völlig überraschend und schnell, ohne grosse Vorbereitung kam. Gestern sprach ich davon, dass wir auch so einen Fall hätten, wenn der koreanische Gnom nun einen Atomkrieg beginnen würde. Stimmt, in dem Fall gibt es keine Vorwarnung in den Charts und keine tieferen Hochs die *Alarm* für sehende Augen schreien. In dem Fall geht es sofort massiv runter.

Mit diesem Restrisiko müssen wir aber leben, sonst dürfen wir Morgens gar nicht mehr aufstehen und selbst in so einem Fall ist noch Zeit, mittendrin händisch die Reissleine zu ziehen, wir haben im Chart da Wochenkerzen und keine Minutenkerzen!

Fazit: Keine Panik bei neuen Hochs. Sicher kann das ein Top werden, aber riskant wird ein Markt erst später, wenn er anfängt tiefere Hochs und tiefere Tiefs zu generieren. Brösel, Brösel eben. 😉

Ich hoffe das trägt zur Beruhigung bei und hilft Ihnen, Bullenmärkte in Zukunft auch mal richtig mitzugehen. Hören Sie nicht auf die ganzen Crash-Propheten mit ihrem Gebrabbel, die haben auch keine Glaskugel.

Der Markt weist uns den Weg, der ist nicht unser Feind, sondern unser Hirte. 😉

Ihr Hari

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Das Jahr im Blick



Und schon wieder ist eine Woche herum, Wahnsinn. Eine Woche die zuerst zäh und dann doch positiv war, uns aber vor allem erneut eine wichtige Botschaft sendet:

Trotz guter Chancen sind die Bären weiter kraftlos und chancenlos

Und das sollten wir ernst nehmen. Auch was ich heute vom Markt bisher sehe, ist zwar noch nicht die riesige Bestätigung, aber sieht sehr konstruktiv aus, die gestrigen Gewinne werden gehalten und leicht ausgebaut. Kurz, das sieht recht gut aus und spricht dafür, dass sich der Markt nun endlich aus der Starre lösen kann, die nun schon so viele Wochen andauert.

Ich will das zum Anlass nehmen, heute zum Ende der Woche, mal den Blick in wenigen klaren Worten auf das ganze Jahr zu weiten.

Mein Grundmodell hatte ich mit Ihnen schon letzten Dezember in der -> 2017er Weltreise <- geteilt und später verfeinert aber im Kern wiederholt und dieses Bild ist auch heute weiter gültig und valide.

Es sagt, dass 2017 ein eher gutes Börsenjahr wird, das aber in der ersten Jahreshälfte (spätestens Sommer) von einer markanten Korrektur durchbrochen wird, die heiss gelaufene Erwartungen wieder zurecht stutzt.

Ich halte das immer noch für das wahrscheinlichste Modell. Sicher, wenn LePen zum Beispiel gewählt wird, wird wegen der systemischen Angst um den Euro alles ganz anders sein. So ein Modell basiert natürlich nur auf dem, was an Wissen schon da ist und da muss man wohl davon ausgehen, dass LePen es in die Stichwahl schafft, dann aber unterliegen wird. Vieleicht kommt es anders, aber auf vielleicht kann man kein Modell basieren. Sagen wir es also so:

Wenn es nicht zur grossen Eurokrise kommt, dürfte das eher ein gutes Aktienjahr werden.

Der primäre Grund dafür sind zwei Dinge: Konjunktur und Trump. Wir sind nun ein paar Wochen in Trumps Präsidentschaft und man hat den Eindruck, als ob sich die Dinge nun langsam zu setzen beginnen. Das Gespräch mit Xi gibt dabei eine Menge Beruhigung, denn neben dem Zerfall des Euros, wäre ein harter Konflikt mit China wohl das grösste absehbare Risiko für die Märkte in 2017.

Bei dem, was wir dagegen bisher von Trumps Politik wissen, ist zwar nicht klar wie die im Detail aussehen wird und wie durchsetzbar diese in Senat und Repräsentantenhaus sein wird, aber die Grundtendenz ist mit hoher Wahrscheinlichkeit für US Aktien positiv in 2017.

Damit kann man sich eigentlich auch mit guten Chancen auf die Branchen festlegen. Es spricht viel dafür, dass das was mit der "World of Trump" nun schon angezogen hat, auch weiter in 2017 zu den favorisierten Sektoren gehört und wir es nicht mit einer Eintagesfliege zu tun haben.

Heisst konkret, vorbehaltlich eines Zerfalls der Eurozone, der in 2017 zwar denkbar aber noch nicht das wahrscheinlichste Szenario ist, spricht viel dafür, dass man in 2017 mit US Industrie, Energie und Rohstoffen, also mit der klassischen Industrie, gut unterwegs sein wird. Und auch der Finanzsektor wird natürlich profitieren. Technologie wird auch weiter laufen, die läuft immer und auch Aerospace & Defense wird weiter laufen, auch das läuft immer.

So sehe ich das. Es macht also Sinn, nun in diesen Sektoren zu sein, die wahrscheinliche Korrektur dann taktisch zu spielen - zum Beispiel mit Hedges - und dann wieder in den WoD-Sektoren nachzulegen.

Ich hoffe es hilft ein wenig, um das grössere Bild für 2017 zu verstehen, dass ich eigentlich unverändert seit Trumps Sieg mit mir herum trage. Sicher kann es immer anders kommen, aber das ist heute mein Modell und wenn das Schicksal es anders will, werde ich mein Modell ebenso schnell anpassen, wie nach der Wahl Trumps.

Kommen wir noch zu ein paar Opportunitäten.

Zunächst einmal erneut Sierra Wireless (SWIR), die ich ja in den letzten Tagen immer wieder erwähnt habe. Vor nun genau 2,5 Wochen, am 23. Januar, habe ich in -> Orientierungssuche <- bei damals 17,1 USD erstmals begründet, warum nun SWIR auf den Radar kommt, nachdem ich die Aktie bis dahin weitgehend ignoriert hatte. Der Grund war ganz einfach: Die Price-Action.

Ich rate gerade den Mitgliedern, die hier nun neu oder zum "Schnuppern" dabei sind dazu, das was ich damals geschrieben habe, noch einmal zu lesen. Ich habe mich dort auch darüber mokiert, wie blind bei SWIR gerade in Deutschland in 2015 und selbst 2016 immer gegen den Markt gewettet wurde, weil man sich mit fundamentalen Argumenten gegenseitig versichert hat, was SWIR doch für eine tolle Zukunft im IoT haben würde. Und dann hat man mit Hopium gekauft, ist tief ins Rote gefallen und irgendwann frustriert ausgestiegen und schaut nun nicht mehr hin.

Jetzt aber, vor 2,5 Wochen, hat uns der Markt und damit der Preis gesagt, dass man nun hinschauen sollte. Und das ist der Moment, zu dem kluge Anleger unruhig werden, nicht wenn in Magazinen nette Stories herum gereicht werden. Gestern Nacht kam dann auch noch die Meldung, dass SWIR -> von Volkswagen für die nächste Generation der Autos als Lieferant ausgewählt wurde <- und der Kurs ist heute noch einmal zeitweise 30% angesprungen:

Habe ich davon am 23.01. irgendetwas "gewusst"? Nichts, gar nichts. Ich habe mich auch gar nicht damit befasst, weil das machen schon genügend kluge Menschen im Markt, die dann dafür sorgen, dass der Kurs macht was er macht.

Aber der Markt hat was gewusst, wenn solche grossen Deals ausgehandelt werden, wissen immer viele davon, bei SWIR wie bei Volkswagen und wer dann nicht völlig verblödet und ein bischen börsenaffin ist, legt sich ein wenig SWIR m Vorfeld ins Depot. Insiderhandel? Baah, für die Sekundärinsider die das nur mitbekommen, ist das kein wirkliches Problem, weil nicht wirklich kontrollierbar. Bei den Primärinsidern sieht das anders aus.

Die Botschaft die ich erneut zu Ihnen senden will, gerade denen die noch frisch dabei sind und den Kopf noch von der "normalen" Logik voll haben, die mit allerlei fundamentalen Argumenten sinnloserweise Timing versucht: Der Markt weiss in der Regel mehr und es lohnt sich, seinen Signalen zu folgen. Auch bei SWIR, die nun in 2,5 Wochen ca. 50% gewonnen haben, das ist doch ein Wort. 😉

Wenn sie so wollen, hat Börsenerfolg also gerade vor Ihrer Nase stattgefunden. Neben SWIR, gibt es dann 2 oder 3 andere Szenarien, die nicht so funktioniert haben und die entweder mit leichtem Verlust ausgestoppt wurden oder sich nur wenig bewegt haben, der Saldo ist aber immer noch positiv und das ist der Punkt.

Erwähnen möcht ich auch noch einmal Hexcel (HXL), die diesen Montag in -> Enthauptungsschlag <- gezeigte Struktur, formt sich weiter aus:

Und da ich es nach der langen Woche heute mal kürzer machen will, will ich Ihnen nur noch einen Sektor ETF zeigen, den XLE des Energie-Sektors, in dem die Schwergewichte wie Exxon und Chevron und viele andere sind. Hier sind die -> Holdings des XLE <-.

Ist das eine Flagge mit Hammer am Ende da bei den Wochenkerzen? Ja, ich denke das ist eher eine als keine:

Damit schliesse ich diese Woche, die kommende Woche hat einige wichtige Wirtschaftsdaten mehr als diese Woche und vor allem auch jede Menge Notenbanker-Geplapper, aber auch der kommenden Woche fehlt ein klarer Höhepunkt, also ein Termin wie eine FED Sitzung, auf den dann alle starren - ich finde das eher gut so und kann auf diese Notenbank-Events gut verzichten.

Im nun bevor stehenden Wochenende, wird der Markt noch sehr aufmerksam auf das Gipfeltreffen zwischen Japans Abe und Trump in Washington starren. Spannend wird, wie Trump mit dem Thema Protektionismus und dem Vorwurf der Währungsmanipulation an Abe umgeht, gerade wir Deutschen können da schon mal schauen, was uns in den kommenden Monaten erwarten oder nicht erwarten wird.

Der Markt würde natürlich einen freundlichen Ton sehr schätzen, da das Sorgen um Protektionismus und Handelskriege dämpfen würde. Würde das so kommen, würde es am Montag wohl in steigenden Kurse umgesetzt.

So, nun wünsche ich Ihnen ein erholsames Wochenende, -> dehnen und strecken Sie Ihre Telomere ein wenig <-. Ich gehe davon aus, dass auch Sex dafür gut ist. 😉

Ihr Hari

PS: Der Serverumzug steht nun an, er kommt entweder heute Nacht oder in der Nacht von Sonntag auf Montag. Drücken Sie mir die Daumen und wundern sich nicht, wenn es mal eine Nichtereichbarkeit gibt.

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Spüren Sie es auch?



Spüren Sie auch, wie der Markt zunehmend sorgenvoll wird und sich etwas zusammen zu brauen scheint?

Ich zitiere mal wieder James DePorre heute:

Big money is hiding in big-caps as they try to produce some relative performance, but the underlying action is troubling. The market can run for quite a while with the disconnect between big-caps and small-caps, but it is not healthy and tends to resolve itself by the indices moving to the downside eventually.

Dabei sind es nicht einmal primär die US Märkte, die dieses Signal senden, nein das Signal kommt aus Europa. Gerade eben habe ich im freien Bereich auf den plötzlich mit Gold gleichzeitig steigenden Dollar hingewiesen, was eher das Zeichen von "Risk Off" an den Märkten ist: -> Gold und der Dollar - Die Situation ist da <-

Schauen wir doch noch einmal, wie der DAX mit dem Desaster flirtet, das ist der DAX seit Jahresanfang - weder Bullen noch Bären bekommen ernsthaft ein Bein auf die Erde:

Schauen wir aber auch mal auf den Eurostoxx50 und was wir da sehen, macht noch skeptischer:

Kann das noch eine bullische Flagge sein? Ja, kann es, aber so richtig überzeugt bin ich nicht. Denn wir sehen, wie die Abwärtskerzen in der "Flagge" grösser werden, je länger sie dauert und wir sehen, dass die Abwärtsneigung zunimmt.

Das sieht eher nach einem "Brösel, Brösel Szenario" aus und so eines war im Sommer 2011 vor der Eurokrise:

Nun habe ich aber genug geunkt, ich sehe dann immer die Gefahr, dass unerfahrene Leser nun gleich in Panik verfallen und alles verkaufen.

Deswegen will ich auch hier wiederholen, dass ich damit nur unsere Sinne schärfen will, wenn Sie so wollen, ist das dritte deutliche Warnung meinerseits. Mittlerweile sammeln diese sich aber deutlich, nachdem es lange keine mehr gab.

Aber Warnung hin oder her, wir agieren erst, wenn der Markt wirklich nach unten in Bewegung gerät, bis dahin hat er immer noch unser Vertrauen verdient und er kann uns immer noch nach oben überraschen. Aber zumindest zappelt der DAX an der Klippe und das darf man nicht ignorieren.

Im grossen Bild dürfen wir ja auch nicht vergessen, dass eine 10% Korrektur nun nur gesund und zu wünschen wäre. Sie kam bisher nicht, weil zu viele darauf warten und sie kann auch noch einmal einen Monat ausbleiben. Die Zeit um massiv nach oben Long zu gehen, ist das aber derzeit trotzdem nicht.

Dass der Markt gerade nicht sehr gnädig ist, können wir heute auch an ABB bewundern. Wir hatten ein in Summe -> ganz brauchbares Zahlenwerk <-, das man differenziert und durchaus auch mit Hoffnung sehen kann.

Der Markt sieht aber nur ein "nicht schnell und gut genug", ganz einfach auch, weil der Kurs schon einiges vorweg genommen hat. Zumindest der Aufwärtstrend seit 2016, ist aber noch intakt:

Der Bergbauriese Rio Tinto, hat -> gute Zahlen <- geliefert, und erhöht die Dividende wie die Aktienrückkäufe. Und wenn die Rohstoffpreise weiter anziehen, wofür einiges spricht wenn jetzt nicht eine neue Eurokrise kommen sollte, dann wird es der Schaden der Rio Tinto Aktionäre nicht sein.

Trotzdem stösst Rio Tinto nun bei ca. 35-40 Pfund in eine sehr massive Widerstandszone vor, weil hier bei vielen Verkaufsbereitschaft sein dürfte, die in den letzten Jahren dort unter Wasser geraten sind. Insofern sollte niemand überrascht sein, wenn von hier erst einmal eine Konsolidierung einsetzt:

Also ....

Mein ganz konkreter Rat in der aktuellen Marktlage ist: Lassen Sie Ihren Long Positionen weiter Raum zu laufen und sicher Sie diese nur nach unten ab, denn keiner weiss, wie weit dieser Markt nun noch laufen kann, bevor die unvermeidliche Korrektur einsetzt. Aber machen Sie sich nun mal konkret Gedanken, wie Sie eine theoretische 10% Korrektur im Zeitraum März durchstehen wollen. Und dann setzen Sie das auch mal konsequent um, wenn es soweit kommt. Denn Absichten zu haben, ist das Eine. Es dann zu tun, das Andere am Markt.

Übrigens, Stockpix hat heute ein sehr treffendes Chart zu Nestle gezeigt: -> Nestle Chart <-. Das wollte ich heute auch zeigen, so ist es mir abgenommen. Der Punkt ist, auch in diesem Markt gibt es Aktien die man haben kann und wenn es zur Korrektur kommt, wird Nestle wohl wie so oft unterdurchschnittlich darunter leiden.

Sie müssen also gar nicht zwingend abbauen oder absichern, es kommt wie immer auf die Details an, was in Ihrem Depot ist. Es gibt Aktien, die sind nun so wackelig, die wird es wohl in der nächsten Korrektur zerlegen. Aber sinnvoll kann nun auch sein, die Investitionsquote gar nicht zu ändern, dafür aber den Charakter der Positionen zu ändern, also zB eine Aktie XYZ gegen Nestle auszutauschen. Das könnte Ihrem Depot je nach Konstruktion auch schon eine robustere Struktur verschaffen.

Nochmal übrigens: Bei der NordLB ist Mr-Market nun auch angekommen, ist doch nett: -> Rückblick auf den Monat <-

Machen Sie es gut, bis Morgen!

Ihr Hari

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