Wacker Chemie (WKN: WCH888) – Setzt der Ausbruch über 60€ ein ?

Heute früh, vor Eröffnung des Handels in Frankfurt, möchte ich Ihr Augenmerk auf die Aktie von Wacker Chemie (WKN: WCH888) richten.

Die Aktie hat nun eine Chartformation ausgebildet, die man am besten als "mit den Hufen scharren" beschreiben könnte und die wirklich als mustergültig zu bezeichnen ist.

Sie sehen im Tageschart ein deutliches "W" mit einem Doppelboden, perfekt unterstützt durch einen seit Anfang Mai ansteigenden Trend mit höheren Tiefs. Auch in der Korrektur der letzten Tage zeigte die Aktie relative Stärke, was das bullische Setup unterstreicht.

Wacker Chemie 01.07.13

Der entscheidende Bereich ist dabei die Nackenlinie, die ziemlich genau auf der runden 60€ Marke liegt und grob mit dem 38er Fibonacci-Retracement der grossen Aufwärtsbewegung von Anfang des Jahres korreliert. Ein nachhaltiger Bruch dieser Nackenlinie nach oben, sollte eine Reihe von Folgekäufen und damit eine dynamische Bewegung nach oben auslösen.

Wie so oft passt dabei das Chartbild überhaupt nicht zu dem, was die Analysten sagen, die überwiegend eher verhalten bis negativ sind. Merryl Lynch hat Wacker auf Neutral mit 59€, JP Morgan sogar auf Underweight mit 44€. Leser von Mr-Market wissen aber, dass eine sich zu einige Analystenzunft keineswegs zwingend als negativ zu interpretieren ist, im Gegenteil.

Denn was aus dem europäischen Blickwinkel auf den Solarsektor im Moment übersehen wird ist, dass der US amerikanische Solarmarkt in einen neuen Bullenmarkt einzutreten scheint, Aktien wie Solar City (WKN: A1J6UM) sind dafür das deutliche Signal. Und die stark ansteigenden Installationszahlen im amerikanischen Markt, werden natürlich mittelfristig auch die weltweiten Polysilizium Preise stützen und heben auch schon heute die Kurse der chinesischen Solarunternehmen. Das in Deutschland noch das grosse "Solar-Elend" herrscht, hat dagegen nach meiner Ansicht eher mit selbst verschuldeten Faktoren wie den negativen Effekten des EEG auf die Innovationsstärke und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Solarindustrie zu tun. Wer einmal sehen will, was im Solarmarkt ausserhalb Deutschlands so passiert, dem empfehle ich einen Blick auf den an der Wallstreet gehandelten Branchen-ETF TAN, um einen Eindruck vom bullischen Momentum im Sektor zu bekommen.

Nun besteht das Geschäft von Wacker Chemie ja nicht nur aus Polysilizium, sondern es ist ein breit aufgestelltes Chemieunternehmen mit Kunden in diversen zyklischen Bereichen, auch der Textil- oder der Auto-Industrie. Und insofern ist Wacker Chemie vor allem von der Konjunktur in Europa abhängig. Hier haben wir gestern ja aber auch positive Signale bekommen, die darauf hin deuten, dass sich in Südeuropa eine Wende abzeichnet. So ist zum Beispiel der PMI in Spanien zum ersten Mal seit 2001 mit über 50 im expansiven Bereich angekommen. Auch von dieser Front ist also eine positive Entwicklung möglich.

Am Ende sind aber all diese Spekulationen um fundamentale Entwicklungen für uns letztlich irrelevant und machen das Depot nicht fett, der Markt preist diese schneller ein, als wir "Piep" sagen können. Ich füge diese hier im freien Bereich nur zum Verständnis an, weil nicht jeder der freien Leser mit der Mr-Market Methode vertraut ist und versteht, dass das Handeln nach öffentlichen Nachrichten keinen Edge am Markt generieren kann. Am Ende wird uns der Chart viel schneller signalisieren, wie es mit Wacker Chemie weitergeht, als wir fundamentale Daten überhaupt werten können. Und dieser Chart riecht eher nach Ausbruch.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber, dass ein Ausbruch erst dann real ist, wenn die Nackenlinie auch wirklich gebrochen wurde. Wer sich schon vorher exponieren will, sollte sich daher unbedingt einen Stop unter der rechten Trendlinie zurecht legen. Denn die Aktie ist sehr volatil und eine überraschende Nachricht kann das Bild schnell auf den Kopf stellen. Alleine eine Nachricht, nach der es doch zu einem Handelskrieg rund um Solar zwischen der EU und China kommt, dürfte dieses Setup negieren und den Kurs von Wacker nach unten weg kippen lassen, darüber sollte sich jeder bewusst sein. Und wenn der Ausbruch erfolgreich in Gang gekommen sein sollte, gehört deshalb ein Stop unter die Nackenlinie. Handeln Sie also getreu dem Motto "Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen".

Wenn Wacker also über 60€ ausbricht, kann man dem Kurs Raum zur Bewegung geben, 70€ sind dann schnell drin und auch mein mittelfristiges Kursziel von 90€ ist nicht aus der Welt. Wenn der Kurs diese Bewegung aber nicht vollziehen will, die Trendlinie bricht und am Ende ein tieferes Tief ausbildet, dann muss man erst einmal konsequent und zügig raus. Die letzte Verteidigungslinie sollte dabei das 50er Fibonacci-Retracement bei ca. 55,8 sein, das exakt dem Korrekturtief vom 25.06. entspricht und daher besondere Bedeutung hat. Darunter ist dieses hier besprochene Setup erst einmal negiert. Das bedeutet dann ja nicht, dass Wacker nicht später erneut und dann erfolgreich nach oben in Bewegung gerät, es bedeutet dann nur, dass dieses konkrete Setup nicht funktioniert und man zur Sicherheit erst einmal auf die Seitenlinie tritt.

Niemand kennt die Zukunft und auch ob Wacker Chemie den Ausbruch so vollzieht ist keineswegs sicher. Sicher ist am Markt gar nichts. Aber die Wahrscheinlichkeiten sehen für mich positiv aus und mehr als Wahrscheinlichkeiten haben wir im Markt sowieso nicht. Weswegen man auch konsequent wieder aussteigen muss, wenn eine Position gegen einen läuft. Nur Anfänger definieren eine Verlustposition dann in ein "Investment" um. Dieses Verhalten ist klares Zeichen einer fehlenden Strategie und ohne klare Strategie sollte sich niemand dem schizoiden Mr. Market aussetzen, das kostet am Ende nur Geld.

Ihr Hari

For the Record: Ich selber "lauere" exakt nach der oben beschriebenen Logik auch auf diesen Ausbruch. Ich weiss aber auch, dass es bei diesen Mustern "Fakeouts" gibt und verzichte daher lieber auf die ersten 1 oder 2 Prozent der Bewegung bzw. warte einen Tag, um dadurch sicher zu gehen, dass der Ausbruch auch real wird und vor allem hält. In allen starken Trends wird das sichere Geld eher in der Mitte der Bewegung gemacht und die Zahl der Fakeouts hat gegenüber früher durch den Einfluss der Algos deutlich zugenommen.

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Hat Hewlett-Packard ( HP ) gedreht ? Setzt die Aktie den Aufwärtstrend fort ?

Hat Hewlett-Packard (WKN: 851301) gedreht und setzt den Aufwärtstrend seit November fort ?

Schauen wir auf das Chart. Die Trendlinie, das Fibonacci Retracement und die leicht steigenden Volumina im Anstieg machen das zur realen Möglichkeit.

Ausserdem hatten wir nun fünf Phasen der Korrektur, 3 Abwärtsbewegungen, dazwischen zwei schwache Gegenbewegungen, was oft ausreichend ist, um das Abwärtsmomentum aufzubrauchen.

Und trotzdem, irgendwie bin ich noch nicht so richtig überzeugt. Zu magnetisch schaut das 50er Fibo Retracement, die 200-Tage-Linie und das Gap aus.

HP 23.04.13

Manche meinen ja, sie müssten in so Artikeln immer den Eindruck erwecken, als hätten sie alles im Griff. Nun, ich gestehe, ich bin mir hier aktuell unsicher. Und eine Glaskugel habe ich je bekannterweise auch nicht. Ich denke aber, dass HP mittelfristig immer noch ein Kauf ist. Nur ob der Einstieg jetzt oder erst bei 17 USD erfolgt, das ist für mich die Frage.

Ihre Meinung ? Was sehen Sie ?

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Augen auf bei E.ON ! – Beginnt der Rebound ? – 21.03.13

Sie erinnern sich vielleicht an meinen Artikel vom 30.01.13, in dem ich erklärt hatte, warum ich damals beim Energieversorger E.ON -> langfristig eingestiegen <- war. Heute früh Stand 09.45 Uhr sollten wir unbedingt noch einmal genau hinschauen.

Den Grund konnte man damals auf einen recht einfachen Nenner bringen: E.ON war einfach weit genug gefallen, genügend Substanz war vorhanden und es waren genügend negative Erwartungen eingepreist, um ein langfristiges Engagement von diesem Niveau aus zu rechtfertigen. Den perfekten Boden trifft man sowieso nie und ein Boden schien auf dem Niveau vom 30.01. nahe genug.

Meine langfristige Sicht auf die Aktie ist heute unverändert und die letzten Wochen haben diese Sicht auch bestätigt. Ich möchte hier auch nicht die ganzen fundamentalen Fakten und aktuellen Entwicklungen rund um Brasilien oder die Energiewende nacherzählen, die können Sie woanders besser lesen und das schafft keinen Mehrwert. Fakt ist aber, das in den letzten Wochen weitere diverse Mistkübel über dem Unternehmen ausgeschüttet wurden, es gibt Probleme auf allen Ebenen und das Sentiment könnte kaum schlechter sein. Der Kurs kam aber trotzdem nicht weiter als bis zur Unterstützung bei 12,5€ herunter - die mit dem Tief von 2011 korreliert - und liegt nun wieder deutlich über 13€.

Es scheint also tatsächlich so zu sein, dass die Aktie trotz schlechter Nachrichten nicht mehr weiter fallen will. Und mein langfristiges Engagement bleibt gelassen bestehen. Aber auch kurz- und mittelfristig wird E.ON nun interessant.

Um das zu erkennen, schauen Sie selbst mit mir auf das Tageschart seit Mai 2012:

EON - Augen auf - 21.03.13

Sie sehen, das die Aktie seit dem Tiefpunkt von Anfang Februar nun das dritte höhere Tief ausgebildet hat, die Definition eines beginnenden Aufwärtstrends. Sie sehen auch, dass der Kurs nun die 50-Tage-Linie durchbrochen hat, ein wichtiges Signal. Und Sie sehen, dass die Aktie kurz davor ist, auch das Hoch vom 12.02.13 bei 13,495€ hinter sich zu lassen.

Diesen Moment, den Moment wenn E.ON überzeugend durch 13,5€ hindurch geht, sollte man noch abwarten um sicher zu gehen, dass die Aktie nicht in ihre bisherige Seitwärtsbewegung zurück fällt. Sobald das gelingt, ist aber eine Erreichung des 23er Fibonacci-Retracements bei ca. 14,1€ sehr wahrscheinlich geworden, dort wo ich den grünen Stern hingezeichnet habe.

Und dann beginnt es erst richtig interessant zu werden. Denn wenn Sie als regelmässiger Leser von Mr-Market.de nun etwas Übung in Kursmustern haben, sehen Sie sofort die potentielle, riesige Cup&Handle Formation die sich da ausbilden könnte.

Das ist aber noch Zukunftsmusik. Klar ist aber, dass E.ON nun nach einem Ausbruch riecht. Und wenn der in Bewegung kommt, dürfte die Aktie auch wieder deutliches institutionelles Interesse anziehen. Die Chance auf eine Wende ist also gar nicht so klein und die Nacht ist immer am dunkelsten, wenn der Morgen kurz bevor steht.

Falls sich das aber alles erneut als Bullenfalle heraus stellen sollte, ist es eine gute Idee einen Stop mit Abstand unter dem Februartief, also unter 12,4€ haben. Wenn diese Marke erneut unterschritten wird, sind bei E.ON wohl alle Hoffnungen zu begraben. Dann würde ich auch meine Langfristposition auflösen. Danach sieht es aber im Moment nicht aus.

Ihr Hari

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S&P500 und DAX Marktupdate – Game-Changer durch die FED ? – 21.02.13

Die gestern um 20 Uhr veröffentlichten FOMC Minutes der FED von Ende Januar stellen einen potentiellen "Game-Changer" für die Märkte dar. Grund genug, uns die aktuelle Situation in S&P500 und DAX mal genauer anzuschauen.

Die Wallstreet reagierte auf die gestrigen FOMC Minutes auf jeden Fall mit deutlichen Abgaben und erzeugte damit den ersten wirklich schwachen Handelstag des Jahres 2013 ! Derartige Warnschüsse müssen unbedingt ernst genommen werden, denn sie haben das Potential der Beginn einer Änderung der Gezeiten an den Märkten zu sein.

Ursache der Schwäche waren Passagen in den FOMC Minutes, die eine zunehmend kontrovers geführte Diskussion darum deutlich machen, ob die FED ihre Assetkäufe wirklich so unbegrenzt und abhängig von den Arbeitsmarktzahlen weiter führen sollte. Das der Markt gerade die Marke um 1525 erobert hatte, machte Gewinnmitnahmen für die Marktteilnehmer noch dazu um so logischer.

Riskant ist diese Diskussion, da sich der Markt seit November 2012 eindeutig in einem durch die FED Liquidität induzierten Runaway-Move befindet. Und wir wissen, dass solche Bewegungen gerne mit einem sehr üblen, dynamischen Einbruch enden, der wochenlange Gewinne in wenigen Tagen auslöscht. Wenn Sie auf den Tageschart des S&P500 schauen, sehen Sie auch das Risiko:

S&P500 Runaway-Move 21.02.13

Ich habe Ihnen in Blau den Trendkanal des Runaway-Moves eingezeichnet, der nur kurz durch die Verwirrung um das Fiscal Cliff unterbrochen wurde. Sie sehen leicht, dass diese Steigung nicht ewig durchgehalten werden kann. Sie sehen allerdings auch, dass wir schon am 04.02.13 einen schwachen Tag hatten, der aber am Folgetag sofort wieder negiert wurde.

Es ist also keineswegs ausgeschlossen, dass auch die gestrige Schwäche wieder nur ein "One-Day-Wonder" ist. Und das es heute Nachmittag schon wieder hoch geht und der Runaway-Move erhalten bleibt, wie im grünen Pfeil im Chart dargestellt.

Nur gibt es einen Unterschied zum 04.02.13: die FED Thematik hat das Potential die Stimmung des Marktes dauerhaft zu ändern. Sehr wahrscheinlich ist also, dass wir heute - möglicherweise schon vor Eröffnung der Wallstreet in den Futures - die entscheidende Unterstützung bei 1495 (im Chart der schwarze waagerechte Strich) testen.

Und was dann passiert, hat Bedeutung über den Tag hinaus. Können wir heute die 1495 nicht halten, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die richtige, lange erwartete Korrektur nun da ist !

Das Potential dieser Korrektur habe ich auch eingezeichnet. Es wäre nur logisch und entspräche der Korrektur zwischen September und November 2012, wenn wir ungefähr bis zum 50er Fibonacci Retracement des Runaway-Moves zurück kommen. Also bis in eine Zone zwischen 1435 und 1440.

Und das dürfte dann sehr schnell gehen, möglicherweise noch schneller, als im Chart eingezeichnet. So ist das nun einmal, wenn ein Runaway-Move in sich zusammen fällt und alle gleichzeitig zum Ausgang rennen.

Bleibt also die entscheidende Frage, wie Mr. Market heute die FED Debatte nach dem gestrigen Schrecken einordnen wird. Wie Sie aus unzähligen Hinweisen meinerseits wissen, ist die Bestätigung am Folgetag bei Trendwenden von grösster Bedeutung und sollte abgewartet werden !

Die Frage wie Big Money das heute einordnet, kann ich Ihnen natürlich auch nicht beantworten - auch ich habe keine Kristallkugel. Aber ein paar Beobachtungen und Gedanken kann man sich schon machen:

  1. Was in der FED kontrovers diskutiert wird, ist nicht das aktuelle Programm abzubrechen, sondern nur nach welchen Kriterien man es beendet. Und ob dieses Ende abprupt oder langsam schleichend erfolgen soll. An den 85 Milliarden frischer Liquidität pro Monat ändert sich also erst einmal gar nichts. Wenn dem Markt das klar wird, begrenzt das das kurzfristige Abwärtspotential doch deutlich.
  2. Die ausstehenden politischen Entscheidungen in Washington (-> Sequester <-) und die Wahl in Italien am Wochenende, machen es aber auch unwahrscheinlich, dass der Markt dieses Mal sofort wieder zurück kommt und alle Ängste fallen lässt. Vor der Wahl in Italien sollte man an den europäischen Märkten von weiterer Vorsicht und Gewinnmitnahmen ausgehen - Berlusconi lässt grüssen.
  3. Auch wenn die FED über einen vorzeitigen Ausstieg aus den Assetkäufen redet, wirklich tun wird sie es nicht können. Denn wie sollen sonst die amerikanischen Anleihen bedient werden ? Zinssteigerungen sind ein NoGo und die USA - wie die meisten westlichen Staaten - in einer Situation, wo die Zahlungsfähigkeit nur durch die Druckerpresse aufrecht erhalten werden kann.
  4. Marktechnisch haben sehr viele institutionelle Marktteilnehmer diesen Anstieg aus Vorsicht nicht richtig mitgenommmen und warten nun händeringend, auf den Zug wieder aufsteigen zu können. Jede Korrektur wird also schnell auf Kaufinteresse treffen, diese Korrektur wird geradezu herbeigewünscht. Das macht es aber auch unwahrscheinlich, dass wir zu tief einbrechen.

Summa Summarum werden wir also wohl erst Anfang kommender Woche klar sehen. Wenn Sie jetzt wissen wollen, was für mich persönlich das wahrscheinlichere Szenario ist, dann ist das weder der obige Einbruch, noch eine Fortsetzung des Runaway-Moves.

Ich kann mir gut vorstellen, dass wir kurz unter 1495 schauen, nur um die schwachen Hände heraus zu schütteln. Und nur, um dann doch wieder zu drehen, aber auch keine neuen Höchststände zu erreichen. Der Markt würde in dem Szenario also in eine qualvolle Seitwärtsbewegung eintreten, einen "wait and see" Modus sozusagen. Bevor der Markt dann im Laufe des Jahres doch nach oben läuft. Aber auch die echte Korrektur herab bis zum 50er Fibonacci Retracement kann ich mir gut vorstellen. Das wir heute schon wieder dynamisch steigen dagegen weniger - aber "who knows" ? Mr. Market macht selten das, was man sich so vorstellt. 😉

Und was das für den DAX bedeutet ? Mehr oder weniger von der Tendenz her das Gleiche. Ob der DAX dabei gegenüber dem S&P500 relativ schwächer oder stärker ist, dürfte stark mit den Entwicklungen in Italien zusammen hängen. Eine Sperrminorität für Berlusconi würde den europäischen Aktienmärkten sicher gar nicht gut tun.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Aktientipp – 03.01.12 – Grammer (WKN 589540) bricht aus !

Ein Gastkommentar von Johann

Nachfolgend möchte ich die nicht nur aus charttechnischer Sicht interessante Aktie der mittelständischen Firma Grammer (WKN 589540) aus Bayern vorstellen.

Die GRAMMER AG ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und Systemen für Pkw-Innenausstattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Offroad-Nutzfahrzeuge, Lkw, Busse und Bahnen. Weltweit mehr als 8.000 Mitarbeiter befinden sich in ausländischen Niederlassungen wie China, Spanien, Slowenien, Japan, Großbritannien, Brasilien und den USA.

Am 17.12.2012 meldet Grammer die Gründung eines Joint Venture für Lkw-Sitze in China mit der Firma Yuhua. Bei einem Umsatz von 1,09 Mrd Euro weist die Firma eine Marktkapitalisierung von nur 189 Mio Euro auf. Das KGV liegt bei ca. 6,4 und die Dividendenrendite wird mit etwa 4,6% erwartet.

Nachstehend das Chartbild auf Wochenbasis mit den gleitenden Durchschnitten von 10 und 50 Wochen. Zur weiteren Information ist das Fibonacci Retracement zwischen Hoch und Tief im Jahr 2011 eingetragen. Die beiden eingezeichneten Linien stellen die Begrenzung für Aufwärts-bzw. Abwärtstrend dar.

Deutlich lässt sich erkennen, wie sie dabei ein spitz zulaufendes Dreieck bildet, was meist auf einen bevorstehende Ausbruch hindeutet, wobei es schwierig ist abzuschätzen, für welche Richtung sich Mr. Market entscheiden wird.

Sehr interessant finde ich außerdem, dass sich die Gerade des Abwärtstrends Anfang Dezember 2012 mit dem 50% FiboRT schneidet und genau zu diesem Zeitpunkt der Kurs scheinbar mühelos nach oben geht.

Wenige Tage danach wird das chinesische Joint Venture veröffentlicht. Es scheint fast so, als hätte sich Mr. Market für den aus seiner Sicht leichteren Weg nach oben entschieden. 😉

chart grammer 2

Liebe Grüße
Johann

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Marktupdate – 23.07.12 – Die Rückkehr der alten Dämonen

08:20 Uhr - Vor Handelsstart

Pünktlich zum Beginn der ersten Korrektur der Aufwärtsbewegung am Freitag, kamen am Wochenende auch wieder Meldungen in den Markt, die die alten Dämonen - namentlich Griechenland, IWF & Co. - beschworen.

Ohne diese Nachrichtenlage wäre die Wahrscheinlichkeit heute sehr hoch gewesen, dass der DAX oberhalb 6600 schon wieder nach oben dreht.

Nun müssen wir aber abwarten, wie weit die neuen-alten Ängste erneut eskalieren. Das optimale Szenario, das die Bullen heute hinlegen könnten wäre, wenn die Abwärtsbewegung schon bei 6550 (dem 50er Fibo-RT) ausläuft und ab ca. 10 Uhr gleich wieder gekauft würde um den DAX wieder deutlich über 6600 zu drücken. Das wäre ein sehr bullisches Signal, das keiner übersehen sollte !

Passiert das nicht, muss man mit einer Bewegung bis in die Zone um 6400 (dem 38er Fibo-RT) rechnen. Dort aber besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse wieder nach oben drehen. Denn nichts an den erneuten Ängsten ist neu oder überraschend und das hier zuletzt diskutierte negative Sentiment im Markt gibt starken Abwärtsbewegungen wenig Raum.

Insofern halte ich es nach wie vor für das wahrscheinlichere Szenario, das aktuelle Geschehen als eine potentielle Kaufgelegenheit in einer andauernden Sommerrally zu betrachten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !
Ihr Hari

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Marktupdate – 02.07.12 – Wie gehts weiter im DAX ?

14:00 Uhr

Ich erlaube mir heute mal ein spekulatives Marktupdate. Sinn davon ist es, Ihnen aufzuzeigen wo der DAX nun aus technischer Hinsicht hinlaufen könnte.

Spekulativ deshalb, weil die Reaktion der Wallstreet noch aussteht und wir vor 17 Uhr nicht sicher wissen werden, ob der Ausbrauch oberhalb S&P500 1362 wirklich dauerhaft ist. Denn nur wenn ja, kann sich der Blick nun weiter nach oben richten !

Und ich bin ehrlich nicht sicher, ob wir diese Bestätigung heute wirklich bekommen. Ich bin da neutral und warte ab, rechne aber damit, dass wir heute einen harten Test bekommen, bei dem wir zeitweise unter die 1362 schauen. Überrascht wäre ich, wenn dieser erneute Test ausfallen würde.

Nehmen wir aber mal rein spekulativ an, der Ausbruch nach oben würde heute an der Wallstreet bestätigt und wir erleben gerade, wie sich ein neuer Aufwärtstrend etabliert. Dann schauen Sie mal auf das folgende Tageschart des DAX Futures.

Sie erkennen, dass der Chart etwas unübersichtlicher ist als sonst, weil ich die Fibonacci Retracements (Fibo-RT) nun eingezeichnet habe. Grund ist, dass wir dieses Thema hier im Blog ja ausführlich diskutiert haben. Als Grundlage der Fibo-RTs habe ich die gesamte Abwärtsbewegung vom Hoch im März bis zum Tief im Juni genommen.

Weiterhin habe ich einen gedachten neuen Trendkanal eingezeichnet, betone aber nochmals, dass das eine Spekulation auf weiter stabile Kurse an der Wallstreet ist. Denn objektiv bestätigt ist dieser neue Trend noch nicht.

Was sehen wir nun also im Chart:

1. Die Zone um 6550 könnte kurzfristig eine markante Marke sein, da es sich nicht nur um das 50% Fibo-RT handelt, sondern auch um die obere Begrenzung des gedachten Trendkanals. Und auch die alte Unterstützungszone von 6600, die nun Widerstand ist, liegt oberhalb dieser Marke.

2. Auch ein erneuter Test der 200-Tage-Linie von oben, bei knapp unter 6300, würde den neuen Trendkanal aber nicht invalidieren, wenn er einmal zuverlässig etabliert sein sollte !

3. Ein sinnvolles mittelfristiges Ziel einer dynamischen Bewegung könnte irgendwo im Bereich der Zwischenhochs von Ende April liegen, also in der Zone DAX 6700-6850.

4. Was wir auf dem Chart nicht sehen, im S&P500 würde eine DAX-Bewegung wie unter 3. mit Erreichen der 1400er Marke, möglicherweise sogar mit neuen Jahreshöchstständen oberhalb 1420 korrelieren.

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Hari´s Märkte am Abend – 10.02.12 – Wochenabschluss

22 Uhr Handelschluss

Da ist sie also, die erste ernst zu nehmende Korrektur seit Wochen und als solche mehr als überfällig. Ich freue mich darüber, dass sie nun endlich da ist ! Wer heute um 08.20 Uhr meine Warnung sah, hatte die Chance der Bewegung um 100 DAX Punkte von 6750 runter bis 6650 aus dem Weg zu gehen.

Schade finde ich, dass wir bei DAX 6650 schon wieder eine Umkehrformation hatten und schon wieder gestiegen sind. Denn wenn es das mit der Korrektur schon wieder war, könnten wir dann auch in den nächsten Tagen keinen Tag mal entspannt die Bewegung nach oben geniessen. Denn nur nach einer erfolgten, nachhaltigen Korrektur gibt es eine Phase geringen Risikos für Longs. Und was heute passiert ist, reicht zwar um als Korrektur zu gelten, aber nicht um den überkauften Zustand des Marktes wirklich zu bereinigen.

Unten sehen Sie den DAX Future Chart aus 10 Minuten Sicht. Man sieht wunderbar die inverse Schulter-Kopf-Schulter (ISKS) Formation mit einem Tief etwas unter 6650 und einer Nackenlinie (je nachdem wie man sie genau zieht) bei ca. 6685.

Wer sich mal für einen einfachen Intraday-Trade interessiert, der schaue auf das blaue Dreieck im Chart in Höhe der Nackenlinie. Beim Ausbruch über die Nackenlinie bin ich im Handelssystem Long gegangen um die erwartete Bewegung der ISKS Formation mitzunehmen, die rein rechnerisch Potential bis ca. 6720 hatte, weil diese Bewegungen gerne den Abstand zwischen Tiefpunkt und Nackenlinie (hier also ca. 35 Punkte) noch einmal oben drauf legen. Nachdem sich aber abzeichnete, dass die Bullen dafür nicht genügend Kraft hatten, weil sie den kleinen Dip um 6700 schon nicht mehr kaufen konnten, habe ich mit kleinem Gewinn glatt gestellt - das ist das nach unten zeigende blaue Dreieck. Keine grosse Sache also, aber vielleicht ein nettes Beispiel, wie man eine Chart-Formation traden kann. Sie sehen weiter rechts (also später) noch einen weiteren kleinen Long-Trade, den ignorieren wir aber mal um die Erklärung hier nicht ausufern zu lassen.

Was die Entwicklung des Marktes Anfang nächster Woche angeht, habe ich nach diesem Tag keine klare Tendenz die ich mit Ihnen teilen könnte. Denn eigentlich sollte es noch etwas unruhig weiter gehen. Das Thema Griechenland steuert ja nun definitiv aufs grosse Finale zu und auch wenn selbst eine Pleite den Markt nach meiner Erwartung nicht mehr zum grossen Einbruch bringen würde, hat es doch das Potential für eine Fortsetzung dieser Korrektur. Die Umkehrformation schon bei 6650 öffnet aber auch die Möglichkeit, dass wir ganz schnell den GAP von heute morgen unterhalb 6800 wieder schliessen.

Man kann argumentieren, dass diese Umkehrformation ja im späten Handel durch das Abrutschen bis 6670 wieder negiert wurde. Aber ich bin damit vorsichtig diese späten Bewegungen im DAX überzubewerten, da diese ja nur noch rechnerische Fortschreibungen der Wallstreet sind. Im echten Handel wollte der Markt nicht mehr unter 6650 und das ist zunächst mal ein Faktum, dass man einfach so stehen lassen muss. Insofern bin ich heute Abend für kommenden Montag ohne klare Tendenz - auch wenn ich einer Fortdauer der Korrektur leicht höhere Chancen einräume. Ich erwarte also demütig, was Mr. Market so alles in Petto hat.

Nehmen wir aber mal theoretisch an, wir würden Anfang nächster Woche weiter korrigieren. Wenn Sie mich dann fragen, wie weit es runter gehen könnte, bin ich natürlich überfragt. Ich kann Ihnen aber sagen, was "nach Lehrbuch" eine normale Bullenmarkt-Korrektur wäre und die läge so im Bereich von ca. 3-6%. Nehmen wir 5%, also gut 300 Punkte im DAX an, dann landen wir in der Zone von DAX 6400. Genau diese Zone ist auch die erste, wo ich erwarten würde, dass ein Rücksetzer nachhaltig wieder gekauft wird. Denn um diese Zone haben wir im Januar lange gekämpft und 6400 nach dem Ausbruch am 30. Januar sogar noch einmal von oben getestet. Das heisst nicht, dass wir nicht auch schon höher drehen können. Das heisst nur, dass ich da keine Marken sehen kann, die für mich echte Signifikanz haben.

All diese Diskussionen um die Höhe einer Korrektur sollten Sie aber nicht dazu verleiten, das Wesentliche aus dem Auge zu verlieren:
Wir sind immer noch mitten in einer dynamischen Aufwärtsbewegung und auch wenn wir bis 6400 im DAX korrigieren, ist noch nichts passiert, was diese in Frage stellt !

Ich habe heute auch wieder allerlei komplexe Chartanalysen gesehen, in denen sogar mit "unsichtbaren Widerstandsmarken" und ähnlichem um sich geschmissen wurde. Deshalb - und weil ich hier ja auch versuchen will Wissen zu vermitteln, das Sie weiter bringt - noch ein paar Zeilen zum Thema Chartanalyse aus meiner persönlichen Sicht bzw. Erfahrung:

Denn "unsichtbare Widerstandszonen" und ähnliches sind für mich "Voodoo" und sind für mich Ausdruck des Elends der "Chartisten". Denn weil es so leicht ist ein paar bunte Linien zu ziehen, tummeln sich leider ein paar im Markt, denen die Grundlagen fehlen und die manchmal gar nicht verstanden haben wann Charttechnik überhaupt funktionieren kann und wann eben nicht. Das mangelnde Verständnis um Zusammenhänge wird dann durch selbst erzeugte Komplexität verdeckt. Dabei funktioniert richtig eingesetzte Chartechnik tatsächlich, aber nicht weil die Linien schön aussehen, sondern nur wenn einer der beiden folgenden, wichtigen Parameter erfüllt ist:

(1) Die Marke/Linie muss die Massenpsychologie echter Kaufs/Verkaufsentscheidungen der Marktteilnehmer abbilden - das Prinzip des charttechnischen Widerstands ist dafür ein klassisches Beispiel. In anderen Worten, die Chartmarke bzw das Muster muss eine Signifikanz im Markt gehabt haben, weil viele Marktteilnehmer bei hohem Volumen dort in einer bestimmten Art und Weise aktiv waren. Das ist übrigens auch der Grund warum Chartmarken "verblassen", weil sie eben je älter sie werden an Signifikanz verlieren. Ein Widerstand aus dem Jahr 2000 hat heute keine Relevanz mehr, weil kaum noch ein Titel in Depots existiert, der zu dieser Zeit gekauft wurde.

(2) Oder - wenn die Marke/Linie keine reale Signifikanz nach (1) hat - muss sie in Mode gekommen sein und muss von den Marktteilnehmern und Algos intensiv verfolgt werden. Die Fibonacci Retracements sind aktuell so ein Beispiel. Objektiv ist das in meinen Augen auch Voodoo. Dabei bin ich mir der mathematischen Hintergründe sehr wohl bewusst und auch der Tatsache, dass in der realen Natur tatsächlich bestimmte Fibonacci-Folgen existieren und das aus gutem Grund. Die Übertragung des Gedankens auf die Börsen überzeugt mich aber aus Gründen die hier den Rahmen sprengen würden gar nicht, ebenso wenig wie die Elliott-Wellen Theorie, die aber gerade etwas aus der Mode gekommen ist. Und trotzdem funktionieren Fibonacci-Retracements aktuell. Denn wenn genug Marktteilnehmer diese Marken beobachten und darauf reagieren - und gerade die Algos agieren derzeit gerne auf den Fibonacci Retracements - dann erzeugt das eine selbsterfüllende Prophezeihung, man nennt das Mode. Eben weil viele Marktteilnehmer darauf achten, findet genau die Bewegung statt nach der sie geschaut haben. So entsteht eine positive Rückkopplung und Verstärkung der Muster.

Man könnte daraus auch einen sehr philosophischen Schluss ziehen, der weit über die Märkte hinaus geht: die Suche nach einer "objektiven" Wirklichkeit ist sinnlos, weil wir selbstbezüglich Teil dieser Wirklichkeit sind und diese beeinflussen - schon alleine durch unsere Beobachtung. Wenn Sie so wollen Heisenberg auf Makrolevel 😉

Daraus folgt übrigens auch eine wichtige Regel für die Märkte, die man sich unbedingt merken sollte: Auch sachlicher Unfug kann im Markt "wahr" und "real" werden, wenn nur genug daran glauben und danach handeln. Und statt es abzulehnen, ist man gut beraten diese Dinge im Auge zu behalten und sich danach zu richten, wenn man erfolgreich sein will. Denn der Markt ist nicht rational und interessiert sich nicht dafür warum eine Bewegung stattfindet. Insofern funktioniert ein Trading nach Fibonacci Retracements im Moment sehr gut. In 10 Jahren werden es vielleicht irgend welche andere "geheimnisvollen Zahlen" sein. Raum bietet die Mathematik dafür ja genug.

Eine Marke die aber weder breit bekannt nach (2), noch für den realen Handel der Vergangenheit signifikant nach (1) ist, die ist tatsächlich nur in der Phantasie des Chartisten relevant - wie ein Gesicht in den Wolken. Und leider gibt es von dieser Art Marken zuviele und das bringt die im Kern sinnvolle Charttechnik unnötig in Misskredit. Deswegen gibt es auch so viele die die Charttechnik komplett ablehnen, ebenso wie sie von vielen geliebt wird. Beide Seiten haben in meinen Augen recht, wollen aber nur die jeweils eine Seite der Medaille sehen.

Soweit ein Ausflug zur Charttechnik so wie ich sie erlebe und einsetze, nun zurück zu den Aktien.

Eine bereinigende Korrektur kann äusserst gesund für den Markt sein. Unter anderem, weil man anhand relativer Stärke in einer Schwächephase oft gut beobachten kann, welche Aktien noch dringend nach oben wollen. Schauen wir daher zum Abschluss der Woche - abweichend von der sonstigen Logik - heute also mal auf Aktien, die in der Korrektur kaum zurück gekommen sind oder heute sogar im Plus lagen. Das sind sicher interessante Kandidaten für die nächste Woche und vielleicht ist ja auch eine Idee für Sie dabei:

1. Aixtron (WKN A0WMPJ) war heute lange im Plus und rutschte erst spät ins Minus. Aixtron will scheinbar nach oben. Der Chart sieht wirklich attraktiv aus und wer nur dem Chart folgt, sollte bei Aixtron jetzt wohl investiert sein. Ich bin es nicht mehr, weil mir die Auftragslage zu undurchsichtig ist und ich fundamental noch kein positives Argument für Aixtron sehe. Das heisst aber nicht, dass ich negativ über die Aktie denke und ich bin mir bewusst, dass ich hier vielleicht eine starke Bewegung verpasse. Aber es gibt für mich genug andere Aktien mit riesigem Potential, wo ich solche fundamentalen Sorgen nicht haben muss. Und ich steige halt in meinem Investmentdepot nie nur aus charttechnischer Sicht in einen Titel ein, sondern es gehören auch immer andere Parameter dazu. Das ist mein Stil und mit dem bin ich bisher gut gefahren. Und deshalb halte ich mich daran diszipliniert, auch wenn ich dadurch mal eine Chance verpasse.

2. Veolia (WKN 501451) gab auch erst gegen Ende des Tages etwas mehr ab. Hier bin ich long und bleibe es auch. Man muss bei Veolia sicher Geduld haben, aber ich bin mittelfristig sehr zuversichtlich.

3. DIC Asset (WKN 509840) war heute erneut im Plus. Es handelt sich um eine deutsche Immobilien-Aktie mit Gewerbeimmobilien im Bestand und einem grossen Projekt in Frankfurt (Maintor). Der Titel notiert weit unter Net-Asset-Value (Buchwert), weil der Markt Zweifel an den Projekten hat und sich vor der Refinanzierung fürchtet. Hier könnten jetzt aber nach guten Vermietungsnachrichten der Knoten platzen und 6% Dividendenrendite sind auch nicht zu verachten. Ich bin Long DIC Asset mit Kursziel 9€.

4. Nordex (WKN A0D655) hat seit Beginn der Anstiegsbewegung Anfang Januar eine schöne untere Trendbegrenzung ausgebildet, auf der wir nun mit der Korrektur seit 06.02.12 aufgesetzt sind. Einiges spricht nun also dafür, dass es hier weiter hoch geht. Heute war Nordex sogar leicht im Plus. Und fundamental wird Nordex durch die Beteiligung von Susanne Klatten nicht nur geschützt, sondern auch im innovativen Bereich Carbon gepusht. Ich bin da heute für einen kurzfristigen Trade über einige Tage wieder eingestiegen.

5. Deutsche Börse (WKN 581005) wollte heute auch so recht nichts abgeben. Hier wartet der Markt auf die Quartalszahlen kommenden Montag und die Auflösung, was mit der Sonderdividende aus der gescheiterten Fusion passiert. Ich bin noch mit einem Teil investiert, würde aber eine positive Nachrichtenlage nach dem kommenden Montag zum vollständigen Ausstieg im Bereich oberhalb 50€ nutzen, weil ich dem Titel nach dem starken Anstieg der letzten Tage kurzfristig nicht viel mehr als 55€ zutraue.

Zum Abschluss noch ein paar Worte in eigener Sache und zu den beiden Umfragen.:

Ich bedanke mich für die grossartige Teilnahme an der Umfrage zur Uhrzeit, zu der "Hari´s Märkte am Abend" erscheinen sollen ! Auch über das Ergebnis freue ich mich, weil niemand 18 Uhr angekreuzt hat. 😉 Hätte sich dafür eine Mehrheit gebildet, wäre ich natürlich dem Wunsch der Leser gefolgt, hätte es aber nur beschränkt sinnvoll gefunden, weil um 18 Uhr noch die grosse Musik an der Wallstreet spielt.

So lautet mein Fazit nach Ihrem Feedback nun: Die Artikel erscheinen regulär um 22 Uhr oder kurz danach. In Ausnahmefällen, wenn es entweder meine persönlichen Umstände erfordern oder der Markt nur ruhig vor sich hin dümpelt auch früher. Aber bis auf extreme Ausnahmen nie vor 20 Uhr. Richten Sie sich also in Zukunft auf die Bandbreite 20 Uhr bis 22.30 Uhr ein !

Beim Thema "Breite des Blogs" ist die Teilnahmezahl noch nicht so perfekt. Wer das noch nachholen will ist herzlich eingeladen. Was ich bisher sehe, veranlasst mich dazu es bei der aktuellen Breite 1366 Pixel zu belassen. Das bedeutet zwar, dass für eine Minderheit der Leser mit 1280 Breite ein kleiner Teil der rechten Kommentarspalte abgeschnitten wird. Damit kann man aber denke ich leben und für alle anderen bedeutet es eine übersichtliche Breite, in der man auch komplexere Informationen unterbringen kann.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende !