DAX-Betrachtung: Bleibt alles anders

DAX-Betrachtung: Bleibt alles anders

Ein Gastkommentar von Tokay

Der seit der Doppelkrise vom Sommer 2011(Eurokrise, Fiscal Cliff in den USA) laufende Bullenmarkt besteht weiterhin fort. Naturgemäß wird nun vermehrt die Frage gestellt, wie lange die Sache noch gut gehen könne. Einerseits steht das Thema „DAX 10000“ einmal mehr auf der Agenda, auf der anderen Seite machen diverse Crash-Szenarien die Runde, was dann mit der Höhe der Börsenkredite oder den Aktivitäten der einschlägigen Gurus(George Soros, Warren Buffett) begründet wird.

Schauen wir uns dazu das nachfolgende Langfristchart an. Der Bullenmarkt wird nach wie vor durch zwei große Linien geprägt:

  • einmal durch die Linie DE, die die obere Begrenzung des seit 2009 gültigen Aufwärtstrends markiert;
  • dann durch die Linie ABC, die die untere Begrenzung des seit 2011 gültigen Aufwärtstrends bezeichnet;
  • relevant ist außerdem die „innere Linie“(fein gestrichelt), die ein Maximum an Hoch- und Tiefpunkten seit 2009 miteinander verbindet und daher den mittleren Trend seit 2009 am besten wiedergibt.

DAX 21.02.14

Wir erkennen, dass der DAX momentan ziemlich deutlich nach oben gelaufen ist, ohne dass man aber von einem „überhitzten“ Zustand sprechen kann. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder der DAX setzt seinen Anstieg entlang der oberen langfristigen Begrenzungslinie DE fort mit dem Ziel 10700 Punkte oder er sinkt weiter ab bis zur Untergrenze des 2011er Trends, der ABC-Linie. Diese liegt derzeit bei ca. 9100 Punkten.

Bei letzterer wiederum gibt es zwei Alternativen: Anstieg entlang der Linie ABC(Ziel wären auch hier wieder die 10700 Punkte) oder weiteres Absinken bis zur „inneren Linie“, welche derzeit bei ca. 8750 Punkten markiert. Bis hierhin könnten die Kurse fallen, ohne dass man von einem Ende des Bullenmarktes sprechen müsste. Wird diese Grenze allerdings unterschritten, wird es kritisch. Wichtig jedoch ist vor allem, dass Rückgänge vom heutigen Niveau aus vorerst nur als Korrekturen zu betrachten sind.

Tritt keine dieser Möglichkeiten ein, sollten die Kurse weiter nach oben laufen. Die gezeigten Linien hätten dann bis spät ins Jahr 2014 hinein Bestand, sollten sie nicht vorher invalide werden. Erst bei Punkt F bzw. bei 10500 Punkten, würde eine Entscheidung darüber fallen, ob die Kurse weiter entlang der ABC-Linie steigen oder ob sie sich dann endgültig Richtung „innere Linie“ oder Richtung untere Begrenzung des langfristigen Aufwärtstrends zurückentwickeln. Jedoch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Die Kursanstiege seit 2011, das wissen wir, beruhen vor allem auf der expansiven Geldpolitik der Notenbanken. Der Markt agiert nicht gegen die Notenbank. Da die Unternehmensgewinne weniger stark gestiegen sind, sind vor allem die Bewertungen der Unternehmen gestiegen. Das war auch möglich aufgrund deren verbesserter Perspektiven. Somit müsste es zu weiteren Kursanstiegen kommen, sofern die oben genannten Gründe auch in diesem Jahr überwiegend fortbestehen.

Da Zinsen und Gewinne sich nicht sehr stark ändern dürften, gibt es wenig Anhaltspunkte für eine massive Überbewertung, um das mindeste zu sagen. Auch liegen die Bewertungen kaum über denen früherer Jahre, so dass wenig Anlass für eine „Mean Reversion“ besteht. Unter Druck dürften die Kurse allerdings dann kommen, wenn das Fed früher oder entschiedener als erwartet zu einer Politik der Zinserhöhungen überginge oder wenn die Gewinndynamik der Unternehmen entschieden nachließe. Dann kämen nicht nur die Kurse an den US-Börsen unter Druck, sondern auch bei uns. Aber solange die Rahmenbedingungen so bleiben wie bislang, sollten die Kurse weiterhin ansteigen. Der Markt antizipiert im Moment noch dieses positive Szenario. Wir wissen allerdings, wie schnell sich die Meinung des Marktes ändern kann.

Tokay

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Gedanken zum Runaway-Move im S&P500 – 10.04.13

Es sieht so aus, als ob die Bollinger Band Kontraktion ihre Energie erneut nach oben in Form einer Expansion auslöst. Was den Leitindex S&P500 angeht, macht dieser Markt wirklich keine Gefangenen. Der Liquiditätsdruck ist einfach gewaltig und das Geld, das aus Europa abgezogen wurde und dem DAX seit Tagen fehlt, scheint direkt in US Aktien zu fliessen.

Das ist ein klassischer Runaway-Move, den wir hier seit November 2012 in den US Indizes sehen, bei dem jede kleine Korrektur sofort massiv gekauft wird. Wer es nicht glaubt, dem zeige ich das Baby noch einmal im Tageschart, schauen und staunen Sie selbst:

S&P500 10.04.13

Und der Auslöser ist eindeutig, 85 Milliarden USD jeden Monat von Seiten der FED. Das habe ich -> hier <- schon Anfang des Jahres nachgewiesen. Das Gefährliche an der Situation ist das Wissen, dass diese Bewegungen in der Regel übel enden. Denn wenn dann - irgendwann - ein Dip doch mal nicht gekauft wird, dann werden alle gleichzeitig zum Ausgang rennen. Und die Gewinne von Wochen und Monaten werden in Tagen und Stunden eliminiert.

Nur wissen wir nicht *wann* dieser Moment kommt. Deshalb ist es auch richtig, bei den ersten kleinen Brüchen im Markt vorsichtiger zu werden. Man muss dann aber auch gedanklich schnell wieder umschalten und von der Rally mitnehmen was geht. Wie in den letzten Tagen. Geistige Flexibilität ist Trumpf !

Und nun sagt diese Struktur eindeutig, dass die 1600 im S&P500 wohl bald auf den Radar kommen. Rein von den technischen Parametern her, ist die Korrektur von letzter Woche nun endgültig abgeschlossen und der Weg nach oben frei !

Leicht ist dieser Markt aber nur für Anleger mit "sonnigem Gemüt". Weswegen auch die Mehrzahl der institutionellen Anleger und Hedgefonds zuletzt den Markt unterperformt hat, die sich ja alle viele, viele Gedanken machen. Für Anleger aber, die aber von all dem nichts wissen und einfach mit sonnigem Gemüt wie selbstverständlich davon ausgehen, dass jeder Dip konsequent gekauft wird, ist dieser Markt im Moment total einfach. So ist das aber immer bei einem Runaway-Move. Manchmal ist Unwissen einfach herrlich ..... bis dann irgendwann von Mr. Market doch der Hammer heraus geholt wird. Nur wann wird das sein ?

Die relative Schwäche des DAX scheint im übrigen anzuhalten, hier gibt es eindeutig abfliessende Gelder, die sich im US Markt dann wiederfinden. Der DAX hat in den letzten Tagen locker relativ 400 Punkte gegenüber den US Indizes verloren, das ist eine Menge. Werden sich diese negativen Geldströme aus der EU heraus bald ändern ? Kaum zu prognostizieren, teilweise dürften es die von mir kommunizierten Langfristeffekte des Umgangs der EU mit Konten im Zuge der Zypern-Krise sein. Aber nach der Regel, nach der Trends immer länger dauern als man glaubt, würde ich nicht mit einem schnellen Wechsel des Trends rechnen. Was auch bedeutet, dass die Trendwenden der stark gelaufenen deutschen Industrieaktien in der zweiten Reihe, wie eine Dürr oder Kuka, sich nach dem aktuellen Bounce fortsetzen könnten.

Wenn man Short sein will um sein Depot zu hedgen, finden sich da teilweise ganz attraktive Charts mit Top-Strukturen. Aber mehr als eine Anreicherung und ein Hedge des sonstigen Depots sollten Shorts in diesem Markt weiterhin nicht sein. Es ist einfach keine gute Idee, sich gegen den Druck der Notenbanken zu stellen. Und dieser Druck schiebt alles nach oben !

Für das zweite Quartal bleibt meine am Montag -> hier <- geäusserte Erwartung bestehen. Nach kurzer Schwäche Anfang der Woche, ein Anlauf auf neue Höchststände. Den erleben wir gerade. Und dann eine volatile Seitwärtsbewegung im 2. Quartal. Ich nehme diese Rally also selektiv bei bestimmten Werten mit, hechte aber nicht mehr mit vollem Risiko den Kursen hinterher. Dafür will ich nun einfach eine deutlichere Korrektur sehen. Und wenn mich diese Vorsicht nun im 2. Quartal doch ein paar Prozent Performance kostet, dann ist es halt so. Es gibt Schlimmeres. Das ist mir der entspannte Schlaf wert.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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S&P500 Marktupdate – Auch Hari braucht mal Pause ;-) – 28.02.13

Liebe Mr-Market Community,

zunächst einmal möchte ich meiner Freude darüber Ausdruck geben, wie grossartig das Foren-Board angenommen wird. Ich habe viele, viele schöne und persönliche Vorstellungen von Ihnen bekommen und nun ist richtig Leben in den Foren.

Besonders schön ist es für mich, Ihre individuellen Geschichten und Hintergründe zu lesen. Viele Leser der ersten Stunde bekommen so für mich überhaupt ein Gesicht.

Und ich bin stolz auf die Menge an Erfahrung, Wissen und Engagement, die sich hier nun in der Mr-Market Community versammelt hat. Egal ob China oder Südamerika, egal ob Pharmakologie oder Informatik, mittlerweile haben wir die Experten in unseren Reihen, die wir direkt fragen können. Und ich freue mich über die vielen Frauen, die sich für die Börse interessieren und nun dabei sind.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal daran erinnern, dass nur registrierte Mitglieder die sich auch persönlich der Community vorstellen, Zugang zu den Foren erhalten. Was Sie für die Vorstellung brauchen, können Sie als registriertes Mitglied -> hier <- nachlesen. Wenn Sie dieser Link nichts ins Forum führt, sind Sie noch nicht registiert.

Die letzten Tage waren für mich aber auch administrativ sehr arbeitsam. Über die Erlebnisse die mir den letzten Sonntag etwas vergällten, habe ich ja schon geschrieben. Vieles ist dabei liegen geblieben und ich brauche auch mal eine kleine Pause. Ich werde daher am morgigen Freitag keinen Artikel schreiben und nur wenige Live-Tips. Ausser natürlich mich reitet der Teufel und ich habe doch Zeit und Lust. 😉 Aber rechnen Sie bitte nicht damit. Einen Handelstag ohne Hari werden Sie bestimmt überleben, zumal Sie sich ja nun im Forum beliebig austauschen können.

Ab kommenden Montag bin ich dann wieder voll da. Und ich denke auch, dass sich der administrative Zusatzaufwand dann normalisiert und ich wieder in den normalen Ablauf hinein finde. Jetzt ist halt ein relativ grosser Schwall an Neuanmeldungen zu verzeichnen. Wenn Sie sich also am morgigen Freitag oder dem kommenden Wochenende über eine Vorstellung für das Forum freischalten wollen, haben Sie etwas Geduld wenn meine Reaktion mal 24 Stunden dauert, auch Hari braucht mal Pause. 😉

Vorher will ich Sie aber nicht ohne eine kurze Markteinschätzung vor dem Handelsstart in den USA lassen. Die vorgestern -> hier <- im Artikel formulierte Erwartung eines Bounce nach dem Absturz von Montag, hat sich ja bewahrheitet. Nur ist damit - auch wie erwartet - noch keine Entscheidung gefallen. Aber wie immer sagt ein Chart mehr, als viele Worte. Schauen Sie auf das ungewöhnliche 4-Stunden-Chart des Leitindex S&P500 der letzten Tage:

S&P500 - 28.02.13

Sie sehen eindeutig, dass der S&P500 trotz der starken gestrigen Bewegung die Serie immer tieferer Hochs noch nicht geknackt hat. Das ist auch der entscheidende Punkt für heute und morgen, der S&P500 muss die Hochs von Montag bei 1525 wieder übersteigen. Bis Morgen sollte der Index das schaffen, sonst haben wir einen bestätigten Abwärtstrend und die Reise geht mit guter Wahrscheinlichkeit wieder nach unten. Ich rate sehr dazu, genau diese Frage nun genauestens im Auge zu haben.

Fundamental ist das Thema Italien nun erst einmal verfrühstückt. Dafür eskaliert die Thematik des Sequesters in den USA. Der Markt geht nach der Erfahrung des "Fiscal Cliff" vom Jahreswechsel fest davon aus, dass das sowieso nur eine politische Farce ist und auf den letzten Drücker eine Lösung gezimmert wird. Ich sehe das eigentlich auch so. Aber wenn doch nicht, wenn die US am Montag mit sozusagen "runter gelassener Hose" dastehen, dann können wir uns auf eine üble Reaktion gefasst machen. Erinnern Sie sich immer daran, nicht die Nachrichten machen die Kurse, sondern die Erwartungen des Marktes, die dann anhand der Nachrichten angepasst werden.

Auf der anderen Seite steht am morgigen Freitag der berühmte "First of Month Jumper Trade" wieder an. Und das Sentiment ist extrem zurück gekommen, was man einerseits im -> AAII Sentiment <- nachvollziehen kann, anderseits auch erneut bei -> Cognitrend <- bestätigt wird. Das ist mittelfristig bullisch zu werten.

Soweit die groben Rahmenbedingungen, um bis Montag durch den Markt zu navigieren. Ich empfehle daher, statt sich zu viel Gedanken zu machen, sich an den Signalen des Marktes zu orientieren. Und dafür ist ein Blick auf die genannten Strukturen im S&P500 besonders wichtig.

Wenn Sie mich fragen was ich erwarte, gebe ich den Bullen für Freitag und Anfang kommender Woche etwas höhere Chancen als den Bären.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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S&P500 und DAX Marktupdate – Game-Changer durch die FED ? – 21.02.13

Die gestern um 20 Uhr veröffentlichten FOMC Minutes der FED von Ende Januar stellen einen potentiellen "Game-Changer" für die Märkte dar. Grund genug, uns die aktuelle Situation in S&P500 und DAX mal genauer anzuschauen.

Die Wallstreet reagierte auf die gestrigen FOMC Minutes auf jeden Fall mit deutlichen Abgaben und erzeugte damit den ersten wirklich schwachen Handelstag des Jahres 2013 ! Derartige Warnschüsse müssen unbedingt ernst genommen werden, denn sie haben das Potential der Beginn einer Änderung der Gezeiten an den Märkten zu sein.

Ursache der Schwäche waren Passagen in den FOMC Minutes, die eine zunehmend kontrovers geführte Diskussion darum deutlich machen, ob die FED ihre Assetkäufe wirklich so unbegrenzt und abhängig von den Arbeitsmarktzahlen weiter führen sollte. Das der Markt gerade die Marke um 1525 erobert hatte, machte Gewinnmitnahmen für die Marktteilnehmer noch dazu um so logischer.

Riskant ist diese Diskussion, da sich der Markt seit November 2012 eindeutig in einem durch die FED Liquidität induzierten Runaway-Move befindet. Und wir wissen, dass solche Bewegungen gerne mit einem sehr üblen, dynamischen Einbruch enden, der wochenlange Gewinne in wenigen Tagen auslöscht. Wenn Sie auf den Tageschart des S&P500 schauen, sehen Sie auch das Risiko:

S&P500 Runaway-Move 21.02.13

Ich habe Ihnen in Blau den Trendkanal des Runaway-Moves eingezeichnet, der nur kurz durch die Verwirrung um das Fiscal Cliff unterbrochen wurde. Sie sehen leicht, dass diese Steigung nicht ewig durchgehalten werden kann. Sie sehen allerdings auch, dass wir schon am 04.02.13 einen schwachen Tag hatten, der aber am Folgetag sofort wieder negiert wurde.

Es ist also keineswegs ausgeschlossen, dass auch die gestrige Schwäche wieder nur ein "One-Day-Wonder" ist. Und das es heute Nachmittag schon wieder hoch geht und der Runaway-Move erhalten bleibt, wie im grünen Pfeil im Chart dargestellt.

Nur gibt es einen Unterschied zum 04.02.13: die FED Thematik hat das Potential die Stimmung des Marktes dauerhaft zu ändern. Sehr wahrscheinlich ist also, dass wir heute - möglicherweise schon vor Eröffnung der Wallstreet in den Futures - die entscheidende Unterstützung bei 1495 (im Chart der schwarze waagerechte Strich) testen.

Und was dann passiert, hat Bedeutung über den Tag hinaus. Können wir heute die 1495 nicht halten, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die richtige, lange erwartete Korrektur nun da ist !

Das Potential dieser Korrektur habe ich auch eingezeichnet. Es wäre nur logisch und entspräche der Korrektur zwischen September und November 2012, wenn wir ungefähr bis zum 50er Fibonacci Retracement des Runaway-Moves zurück kommen. Also bis in eine Zone zwischen 1435 und 1440.

Und das dürfte dann sehr schnell gehen, möglicherweise noch schneller, als im Chart eingezeichnet. So ist das nun einmal, wenn ein Runaway-Move in sich zusammen fällt und alle gleichzeitig zum Ausgang rennen.

Bleibt also die entscheidende Frage, wie Mr. Market heute die FED Debatte nach dem gestrigen Schrecken einordnen wird. Wie Sie aus unzähligen Hinweisen meinerseits wissen, ist die Bestätigung am Folgetag bei Trendwenden von grösster Bedeutung und sollte abgewartet werden !

Die Frage wie Big Money das heute einordnet, kann ich Ihnen natürlich auch nicht beantworten - auch ich habe keine Kristallkugel. Aber ein paar Beobachtungen und Gedanken kann man sich schon machen:

  1. Was in der FED kontrovers diskutiert wird, ist nicht das aktuelle Programm abzubrechen, sondern nur nach welchen Kriterien man es beendet. Und ob dieses Ende abprupt oder langsam schleichend erfolgen soll. An den 85 Milliarden frischer Liquidität pro Monat ändert sich also erst einmal gar nichts. Wenn dem Markt das klar wird, begrenzt das das kurzfristige Abwärtspotential doch deutlich.
  2. Die ausstehenden politischen Entscheidungen in Washington (-> Sequester <-) und die Wahl in Italien am Wochenende, machen es aber auch unwahrscheinlich, dass der Markt dieses Mal sofort wieder zurück kommt und alle Ängste fallen lässt. Vor der Wahl in Italien sollte man an den europäischen Märkten von weiterer Vorsicht und Gewinnmitnahmen ausgehen - Berlusconi lässt grüssen.
  3. Auch wenn die FED über einen vorzeitigen Ausstieg aus den Assetkäufen redet, wirklich tun wird sie es nicht können. Denn wie sollen sonst die amerikanischen Anleihen bedient werden ? Zinssteigerungen sind ein NoGo und die USA - wie die meisten westlichen Staaten - in einer Situation, wo die Zahlungsfähigkeit nur durch die Druckerpresse aufrecht erhalten werden kann.
  4. Marktechnisch haben sehr viele institutionelle Marktteilnehmer diesen Anstieg aus Vorsicht nicht richtig mitgenommmen und warten nun händeringend, auf den Zug wieder aufsteigen zu können. Jede Korrektur wird also schnell auf Kaufinteresse treffen, diese Korrektur wird geradezu herbeigewünscht. Das macht es aber auch unwahrscheinlich, dass wir zu tief einbrechen.

Summa Summarum werden wir also wohl erst Anfang kommender Woche klar sehen. Wenn Sie jetzt wissen wollen, was für mich persönlich das wahrscheinlichere Szenario ist, dann ist das weder der obige Einbruch, noch eine Fortsetzung des Runaway-Moves.

Ich kann mir gut vorstellen, dass wir kurz unter 1495 schauen, nur um die schwachen Hände heraus zu schütteln. Und nur, um dann doch wieder zu drehen, aber auch keine neuen Höchststände zu erreichen. Der Markt würde in dem Szenario also in eine qualvolle Seitwärtsbewegung eintreten, einen "wait and see" Modus sozusagen. Bevor der Markt dann im Laufe des Jahres doch nach oben läuft. Aber auch die echte Korrektur herab bis zum 50er Fibonacci Retracement kann ich mir gut vorstellen. Das wir heute schon wieder dynamisch steigen dagegen weniger - aber "who knows" ? Mr. Market macht selten das, was man sich so vorstellt. 😉

Und was das für den DAX bedeutet ? Mehr oder weniger von der Tendenz her das Gleiche. Ob der DAX dabei gegenüber dem S&P500 relativ schwächer oder stärker ist, dürfte stark mit den Entwicklungen in Italien zusammen hängen. Eine Sperrminorität für Berlusconi würde den europäischen Aktienmärkten sicher gar nicht gut tun.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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S&P500 mit Indecision Doji – Korrektur oder Runaway Move ? – 25.01.13

S&P500 auf Steroiden. Das wäre wohl eine korrekte Beschreibung der aktuellen Situation, denn eigentlich hätte schon lange eine kleine Korrektur laufen müssen. Es sieht fast so aus, als befinden wir uns in einem sogenannten "Runaway Move".

Es erscheint mir also dringend nötig die Geschehnisse im Leitindex S&P500 in ein grösseres Bild zu rücken. Ansonsten läuft man Gefahr sich in Details zu verlieren und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen.

Schauen wir doch mal auf das Tageschart des S&P500 seit Anfang 2012:

S&P500 25.01.13

Das erste was man sofort sieht ist, wie überkauft dieser Markt nun ist und wie sehr er nach einer Korrektur schreit. Beachten Sie dazu die beiden roten Kreise. Nachdem der S&P500 gestern die runde Marke von 1500 erreicht hatte, bildete der Markt einen sogenannten "Indecision Doji" aus. Dieser tritt vermehrt bei bedeutenden Richtungsänderungen des Marktes auf. Beachten Sie auch wie hoch der RSI nun gelaufen ist. Auf diesem Niveau kommt es fast immer schon bald zu Gewinnmitnahmen. "Fast" immer, es gibt eine Ausnahme und das ist der Runaway Move, dazu aber später mehr.

Nun sollten Sie sich aber auch den Charakter der Aufwärtsbewegung seit November 2012 anschauen. Und vergleichen Sie diese Bewegung bitte mit dem bullischen Trend von Juni bis September 2012.

Man muss ganz klar sagen, die Bewegung von Juni bis September war eine gesunde Aufwärtsbewegung, die ganz typisch wellenartig in einem Trendkanal aufwärts führte. Starke Anstiege und technische Überdehnung wurden immer mit einer Gegenbewegung beantwortet. Das ist der Charakter eines gesunden Marktes, das "Gummiband" funktioniert.

Ganz anders dagegen die Bewegung seit November 2012. Diese Bewegung ist auf "Steroiden". Es gibt keinerlei Erholungsphasen. Die Korrektur zum Jahresende kann man ignorieren, dass war ein singulärer Event getrieben durch die "Fiscal Cliff" Ängste. Sobald diese Ängste verschwanden, nahm der S&P500 wieder seinen Anstieg auf als ob nichts passiert wäre.

Dieser Anstieg ohne jemals Luft zu holen, hat ganz eindeutig mit den Multimilliarden zu tun, die die FED nun jeden Tag in den Markt kippt, ohne diese wieder abzuschöpfen. Erinnern Sie sich bitte, dass genau zum Start dieser Bewegung im November 2012 die Liquidität aus QE3 den Markt erreichte und dann die FED sogar noch ein QE4 oben drauf gesetzt hat. So gibt es in diesem Januar jeden Tag Buy Operationen der FED, auch heute ist wieder eine grosse POMO Buy Operation.

Ich erinnere in diesem Zusammenhang noch einmal an meinen Artikel von vor 2 Wochen -> Ein kurzer Rückblick auf QE3 <-, in dem ich die Mechanismen dargestellt habe.

Das Ergebnis kann man in der Gnadenlosigkeit der aktuellen Aufwärtsbewegung erkennen. Jeden Tag fliesst frische Liquidität in den Markt und das ist ein Treibsatz wie eine Rakete. Wahrlich ein Markt auf Steroiden !

Wie geht es nun weiter ?

Erstens bleiben die Liquiditätsinjektionen der FED dauerhaft erhalten, der Treibsatz ist weiter da und stützt die Kurse.

Zweitens macht eine solche Bewegung fast nie auf dem Fuss kehrt. In einem gesunden Markt eigentlich nie. Wie eine normale Topbildung aussieht, kann man im Chart im September/Oktober 2012 beobachten: mehrere fallende Hochs, bevor es dann richtig abwärts ging. Es ist also eher unwahrscheinlich, dass der Markt von dem aktuellen Niveau aus einfach massiv nach unten dreht. Auch hier wäre der Runaway Move aber wieder die bösartige Ausnahme von der Regel.

Drittens ist auch das AAII Sentiment in den US nun auf dem höchsten (bullischen) Level seit 2 Jahren. Das ist nicht perse negativ, indiziert aber auch einigen Raum für einen "Durchschnaufer" des Marktes.

Viertens sind wir nun technisch so überkauft und der Indecision Doji so eindeutig, dass sehr viel für eine kurzfristige Korrektur spricht. Diese wird aber wohl von kurzer Dauer sein und nur die überkaufte Markttechnik bereinigen.

Summa Summarum sieht mein wahrscheinlichstes Szenario für den S&P500 also so aus:

In Kürze einsetzende Gewinnmitnahmen, die für geringe Schwäche in den kommenden Tagen führen. Dann ein erneuter Schub nach oben im S&P500. Der DAX dürfte so die untere Begrenzung des gestern skizzierten fallenden Keils testen, bevor auch er sich zu einem erneuten Anstieg aufschwingt.

Das wäre das Verhalten eines normalen, gesunden Marktes.

Leider gibt es ein Alternativszenario, das weniger positiv ist. Es kann sein, dass der Liquiditätsdruck zu stark ist, um überhaupt eine Korrektur zuzulassen. Wenn der S&P500 selbst hier unter 1500 nun nicht in den Korrektur-Modus wechselt, haben wir eindeutig einen Runaway-Move.

Ein Runaway-Move in dieser Situation ist aber keine gute Nachricht. Denn die Risiken der Bewegung steigen dann immens und erlauben eigentlich nicht mehr, die Bewegung beruhigt mitzugehen. Wie böse ein Runaway Move oft ausgeht, habe ich in einem Artikel zur -> Technik eines Runaway Moves <- ausführlich dargestellt.

Auf wenn es sich etwas verdreht anhört, es wäre jetzt sehr wünschenswert, dass der Leitindex S&P500 nun zu einer kleinen Korrektur ansetzt. Das wäre Zeichen eines gesunden Marktes. Läuft der Index von hier aber weiter hoch, steigen die Risiken auf ein kaum tragbares Niveau und ein kleiner Funke kann zu einem gewaltigen Rutsch führen.

Sie müssen den Markt immer mit einem Gummiband vergleichen. Ein gesunder Markt schnappt zurück, wenn das Gummiband zu sehr gedehnt ist. In seltenen Fällen dehnt sich das Gummiband aber ohne Pause immer weiter. Das Ergebnis ist dann ein plötzliches Reissen des Gummibandes - ohne jede Vorwarnung. Und aufgrund dieses Risikos ist es immens schwer, am Ende eines Runaway Moves als Trader wirklich Geld zu verdienen. Denn Stops sind dann aufgrund des immensen Overnight-Risikos weitgehend wertlos.

In diesem Sinne wünsche ich uns nun eine kleine, gesunde Korrektur und Ihnen gute Entscheidungen ! Mr. Market interessiert sich aber nicht für meine Wünsche, vergessen Sie das nie !

Ihr Hari

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DAX in der Konsolidierung – Erneuter Ausbruch und DAX 8000 voraus ? – 24.01.13

Am späten Nachmittag kurz vor Handelsschluss heute ein kurzer Blick auf unseren DAX, der ja seit Tagen eine Unterperformance gegenüber dem S&P500 verzeichnet. Der S&P500 hat dagegen heute zum ersten Mal seit 2007 die 1500er Marke überschritten !

Vergleicht man aber die Situationen der beiden Indizes, ist das gar nicht so verwunderlich. Der S&P500 litt zum Jahresende 2012 massiv unter der "Fiscal Cliff" Debatte. In dieser Zeit verzeichnete der DAX eine Überperformance und hatte zwischen dem 16.11.12 und 02.01.13 einen Runaway-Move über 840 DAX Punkte, ohne eine einzige nennenswerte Korrektur auf diesem Weg. Das Wort "Jahresendrally" war dafür mehr als zutreffend.

Nun bestehen ja gute Chancen, dass es in den USA doch nicht zum grossen Showdown im März um das "DebtCeiling" kommt. Das die US Indizes darauf sehr positiv reagieren und nun eine Überperformance zeigen, ist nur normal. Das technische Ziel des S&P500 ist kurzfristig bei 1525, aber auch die historischen Höchststände bei 1576 sind keineswegs aus der Welt.

Der DAX dagegen musste nach diesem Runaway-Move einfach konsolidieren. Das er das nun seit 2 Wochen in einer Seitwärtsbewegung tut und dabei seinen technisch überkauften Marktzustand abbaut, ist sehr bullisch zu werten. Wenn Sie auf das Tageschart des DAX seit Anfang 2012 schauen, sehen Sie sogar eine Parallelität zum "Descending Broadening Wedge" (Fallender Keil) von Oktober und November, der mit dem Fakeout unter 7000 dann zur Rally überleitete:

DAX 24.01.13

Wir haben nun zumindest eine Bullenflagge ausgebildet und die Markttechnik, ebenso wie das Sentiment, sprechen durchaus für einen erneuten Ausbruch nach oben und eine Bewegung hin zu den historischen Höchstständen bei 8151 vom Juli 2007. Zum Sentiment empfehle ich einen Blick auf die aktuelle Analyse von -> Cognitrend <-.

Summa Summarum, ohne nun extensiv auf alle technischen Details und analytischen Gründe meiner Sicht auf den DAX einzugehen, gebe ich einem weiteren bullischen Schub nach oben nach wie vor die grössere Wahrscheinlichkeit. Shorten würde ich diesen Markt im Moment auf keinen Fall, dazu müssten erst einmal erste "Brüche" im Markt sichtbar werden.

Bedenken Sie auch, dass eine Topbildung immer Zeit braucht und ein Markt mit derartigem Momentum eigentlich nie einfach in der Richtung kehrt macht - von den berühmten "Schwarzen Schwänen" mal abgesehen. Und ein Stop liegt sinnvoll unter dem sich erneut aufbauenden fallenden Keil, wobei man einen erneuten Fakeout wie im November immer auf der Rechnung haben sollte.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Don´t fight the FED ! – Ein kurzer Rückblick auf QE3 – 07.01.13

Wir Menschen neigen dazu schnell zu vergessen. Deshalb ist es manchmal nötig, sich Dinge im Nachhinein wieder in Erinnerung zu rufen. So heute die Auswirkungen der QE3 Massnahmen der FED, die ja schon im September angekündigt wurden, dann aber - vermeintlich - keine Wirkung entfalteten.

Unzählige Artikel sind dazu ja erschienen, die aus den abwärts bröselnden Kursen seit September 2012 die Schlussfolgerung zogen, dass die Liquiditätseinschüsse der FED in den Markt keine Wirkung hätten.

Dabei könnte nichts falscher sein als diese Annahme ! Alles das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben wurde, weil schlicht das QE3 Programm nicht verstanden wurde ! Und nun, im Nachhinein, kann ich es Ihnen auch beweisen.

Sie erinnern sich hoffentlich an meinen überraschenden Artikel vom 11.11.12, in dem ich Ihnen die öffentlich praktisch nicht bekannte Tatsache klar machte, dass die ab September veranlassten Käufe der FED im Rahmen des QE3 aufgrund Verzögerungen im Settlement erst ab (frühestens) dem 14.11.12 den Markt erreichen würden ? Wenn nicht, sollten Sie hier noch einmal nachlesen: -> Warum QE3 erst ab 14.11 seine Wirkung entfaltet <-

Nun ist es Zeit sich im 8-Stunden-Chart mal anzuschauen, was dann im DAX und im S&P500 zum Jahresende passierte. Bedingt durch die Verwirrung um den Fiscal Cliff ist der S&P500 dabei etwas "gedämpft", hat aber immer noch ein eindrucksvolles Bild. Schauen Sie selbst:

DAX FED QE3

S&P500 FED QE3

Eindrucksvoll oder ? Ist das Zufall und hat nichts mit der FED zu tun ? Eher nein, sehr unwahrscheinlich. Wir sehen hier in den Charts ganz eindeutig, was frische Liquidität ausmacht die ins System strömt.

Und jetzt fragen Sie sich mal ehrlich im Nachhinein. Wie viele von Ihnen haben diese Information zur Kenntnis genommen, die Schultern gezuckt weil es keinen hörbaren "Knall" gab und das Thema dann sofort wieder vergessen ? Denken Sie daran, wenn Sie zukünftig der Liquiditätsversorgung der Märkte durch die Notenbanken nicht die Aufmerksamkeit schenken, die ihr gebührt !

Eindrucksvoll übrigens auch, wie man im Chart des S&P500 sehen kann, wie die Fiscal Cliff Verwirrung die Kurse zum Jahresende dämpfte und der Gap zum Jahresanfang nur wieder den alten Trend aufnahm und sozusagen nahtlos fortsetzte. Man kann also ganz klar sehen wo der S&P500 ohne Fiscal Cliff das Jahr 2012 geschlossen hätte.

Also, schreiben Sie es sich am besten neben den Bildschirm: Don´t fight the FED ! 😉

Ihr Hari

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Börsenjahr 2013 – 02.01.2013 – Beobachtungen zum Jahresanfang – Teil 1

Ein neues Börsenjahr hat begonnen und was in den ersten Tagen und Wochen eines neuen Börsenjahres passiert, hat oft Bedeutung für das ganze folgende Jahr. Denn mit dem Jahreswechsel findet oft genug auch ein Favoritenwechsel statt.

Grund genug mit Ihnen um 11:00 Uhr mal einige Beobachtungen und Gedanken zu teilen, die mir am heutigen ersten Handelstag des Jahres bisher aufgefallen, bzw. durch den Kopf gegangen sind:

US Debt Limit und der schwierige Februar 2013

Die schlimmsten Auswirkungen der "Fiscal Cliff" sind nun aus dem Weg geräumt, aber nur um den Preis eines noch viel grösseren Problems in wenigen Wochen. Denn spätestens März wird die USA wieder gegen das Schuldenlimit fahren, ein Problem das schon im Spätsommer 2011 zur Herabstufung der USA und den folgenden Irrungen und Wirrungen an den Börsen beigetragen hat.

Leider hat die aktuelle Einigung keine der grundlegenden Fragen addressiert, sondern diese nur auf den Zeitpunkt in 2 Monaten verscboben. Und noch schlimmer, Obamas vermeintlicher Triumph an einer Stelle, wo die Republikaner nicht wirklich Nein sagen konnten - wer will schon als der Verantwortlicher für massive Steuererhöhungen der Mittelklasse dastehen - macht eine frühzeitige, konstruktive Einigung nun noch unwahrscheinlicher. Denn im Februar/März werden dann die Rechnungen präsentiert und die frisch geschlagenen Wunden gerächt werden und zu diesem Zeitpunkt existiert der öffentlichkeitswirksame Hebel Obamas nicht mehr.

Das sind keine guten Aussichten für eine einfache, konstruktive und dauerhaft für das Land tragfähige Lösung. Vor dieser Lösung stehen wohl Schweiss, Tränen, Drama und Verwirrung und die Börsen werden das überhaupt nicht lieben. Berücksichtigt man dann noch, dass im Februar auch Italien wählen soll, gehört wenig dazu sich vorzustellen, dass die Märkte nach einer Jahresanfangsrally schon ab Mitte/Ende Januar wieder schwierig werden.

Unklar ist bei diesem Bild nur, wie lange Mr. Market braucht um mit seinem Radar auf diese Hürden zu reagieren. Normalerweise reagiert Mr. Market extrem schnell, was der aktuellen Rally nur eine sehr kurze Halbwertzeit geben würde. Aber manchmal kann Mr. Market auch temporär vergessen. Die Price-Action Anfang kommender Woche, also ab dem 07.01.13, wird uns wohl zeigen welches Bild zutrifft. Kurzfristig, in den ersten Tagen des Jahres, wird nun frisches Geld wieder in den Markt strömen und ihn stützen.

China und Rohstoffe

Chinas Konjunktur kommt wieder und mit ihr der Bedarf nach Rohstoffen, der Anlageklasse die 2012 recht schwach war. Das scheint eindeutig der Trade des Jahresanfangs zu sein, der Bergbauriese Rio Tinto (WKN 852147) heute zum Beispiel mit 5% Plus.

Mit dem Anziehen der chinesischen Konjunktur kommt dann auch Bewegung in den in 2012 anämischen Stahlmarkt, die hier mehrfach besprochenen Salzgitter (WKN 620200) und Klöckner (WKN KC0100) haben wohl noch eine Menge Potential.

Ob diese Entwicklung das ganze Jahr trägt wird man sehen, denn China ist unter der Decke weit fragiler als es ausschaut. Und die kommunistische Partei kommt immer mehr in das Dilemma einerseits mehr Öffnung und Freiheit ermöglichen zu müssen - und damit auch der eigenen Korruption ins Auge zu sehen - oder die wirtschaftliche Entwicklung so nicht mehr weiter führen zu können, mit ebenso fatalen Konsequenzen bei den breiten Massen.

China ist ein Riese, der schnellen Schrittes voran schreiten muss, wenn er nicht den Zusammenbruch und schwere innere Verwerfungen riskieren will. Aber ob das Problem schon in 2013 eskaliert, wage ich nicht zu prognostizieren, mein Gefühl sagt mir eher nicht, das dauert noch etwas. Wichtig wird nun zu sehen sein, wie sich die neue Führung präsentiert und positioniert.

Japan und Yen Trade

Der Trade läuft und läuft und dürfte noch einiges Potential haben. Mittelfristig ist aber mit dieser Art Währungsmedizin nichts zu gewinnen, denn schon bald dürften die anderen Notenbanken nachziehen und schon war es das wieder mit der relativen Abwertung des Yen. Das grundlegende Problem der Japan AG, das auf Überalterung der Gesellschaft, vor allem aber starker Verkrustung der Wirtschaftsstrukturen beruht, wird aber so in keinster Weise addressiert.

Japan ist kein dynamisches Land mehr, dort gibt es eine "eine Hand wäscht die andere" Mentalität der Wirtschaftseliten, die zu massiv fehlender Durchlässigkeit und damit nachlassender Innovationskraft führt. Mit dieser neuen (alten) Regierung, die das Problem mit den Rezepten der Vergangenheit angeht, sehe ich auch nicht wie Japan strukturell in Bewegung gerät.

Man sollte also diesen Trade nach meiner Einschätzung geniessen solange er läuft, und das kann durchaus noch Monate sein, mittelfristig werde ich persönlich aber nicht auf Japan setzen. Im Gegenteil, dass Land ist was seine Schulden angeht eigentlich strukturell Pleite und wenn es an den Bondmärkten mal zu katastrophalen Verwerfungen kommen sollte, hat Japan alle Chancen der Auslöser eines solchen "Anleihen-Armageddons" zu sein.

Gold und Silber

Ich habe ja im alten Jahr zum Ausdruck gebracht, dass ich die Bewegungen der Edelmetalle im 4. Quartal nicht mehr verstanden habe. Man darf aber auch nicht vergessen, dass diese Bewegungen im wesentlichen der Comex entstammen, wo keineswegs sicher gestellt ist, dass die gehandelten Volumina auch durch physische Edelmetalle unterlegt sind. Insofern kann es schon gut sein, dass hier taktische Kräfte am Werk waren.

Rein vom grossen fundamentalen Bild her, ist die Story von Gold und Silber nach meiner Einschätzung nur stärker geworden. Der Abwertungs-Währungskrieg aller grossen Weltwährungen ist in vollem Gange und das bedeutet zwangsläufig eine relative Entwertung aller Papiergeldwährungen. Davon sollten und dürften die Edelmetalle als einzige nicht beliebig "druckbare" Währungen früher oder später selbst an der Comex profitieren, der physikalische Bedarf ist ja sowieso stark.

Seit nun 1,5 Jahren hat Gold eine gewaltige Konsolidierung hingelegt und dabei aber zu keinem Zeitpunkt die Strukturen eines Bullenmarktes verlassen. Auf grosse Konsolidierungen folgen in der Regel grosse Anstiege und das Gold nicht mehr im Bullenmarkt ist, wäre erst dann indiziert, wenn der Goldpreis die mehrfach getestete Zone von 1520 USD nach unten verlassen würde. Davon sind wir aber weit entfernt.

Schauen Sie mit mir im Wochenchart mal auf das grosse Bild von Gold in Form von XAUUSD seit 2003, damit Sie zum Thema die richtige Perspektive behalten:

Gold 02.01.13

Teil 2 dieser Betrachtungen folgt am Abend, während des Wallstreet-Handels oder morgen (03.01.12) früh.

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