Hari Live Stream 28.06.19



15:25 MEZ - ZH2

Wettertechnisch ist das einer der schönsten Tage des Jahres heute hier in Südbayern. Temperaturen knapp unter 30 Grad, aber nicht zu heiss, strahlend blauer Himmel und nur vereinzelte Schäfchenwolken. Und eine Ruhe über dem Land, die einen tief durchschnaufen lässt. Wer jetzt noch arbeitet, ist selber schuld oder hat einen bösen Arbeitgeber!

Mein böser Arbeitgeber heisst die Börse, der werde ich heute aber den Mittelfinger zeigen und nur oberflächlich und verkürzt darauf schauen.

Denn charttechnisch scheint sich die Annahme von Anfangs der Woche zu bewahrheiten, dass wie eine Replik der vorletzten Woche erleben werden. Damals waren Mittwoch und Donnerstag auch die beiden tiefsten Tage und der Freitag brachte einen Rebound und das ist das, wonach es heute riecht:

Am heutigen Tag findet auch das Rebalancing des Russell2000 statt, ansonsten sollten wir vom Tag nicht viel erwarten, alle Augen richten sich zum G20 und den Implikationen auf die Notenbanken.

Voraussichtlich ein guter Tag also, um den Markt einen guten Mann sein zu lassen und das Wetter an der frischen Luft zu geniessen.

15:40 MEZ - ZH4 - ZH5

Beständige Stärke in den letzten Wochen, hat Caterpillar (CAT) wieder an den Abwärtstrend heran geführt:

Ich habe dieses Chart schon ein paar Mal gezeigt und es hat bisher nie funktioniert. Es muss aber auch nicht schnell funktionieren, weil es Monatskerzen sind.

Geduld haben Du musst junger Padawan!

15:45 MEZ - ZH4

Der von Microns (MU) Zahlen ausgelöst Schub wirkt noch nach - wie so oft, konnte man in den initialen Schub noch hineinkaufen.

Nun kommt aber der G20 und der Sektor, der mit am stärksten von der Interpretation des Handelskonfliktes abhängt, dürfte der Chipsektor sein, den Micron nun ein paar Tage hochgezogen hat.

Wer einen idealen Sektor sucht, um den G20 zu spielen, dürfte also in beide Richtungen bei den Semiconductors gut aufgehoben sein.

16:12 MEZ - ZH4

Die beiden Wachstumsdepot-Kandidaten des Aerospace&Defense Sektors Hexcel (HXL) und Teledyne (TDY) setzen ihre Ausbruchsbewegung ruhig und beständig fort.

Es sind solche Aktien, die ohne grosses Tamtam einfach jeden Tag ein bischen steigen, bei denen man sich dann Wochen später erstaunt an die Stirn schlägt und sich fragt, warum man diese Bewegung übersehen hat. Heimlich, still und leise sozusagen:

16:16 MEZ - ZH3

Ich zeige dieses Chart zu Bayer (BAYN) noch einmal.

Das Volumen des gestrigen Tages ist sehr überzeugend, das des heutigen - laufenden - Tages sieht auch nicht so schlecht aus.

Die Chance einer erneuten Wetterscheide ist eindeutig da, Dankesschreiben sind an den Ruf zu richten, -> der Paul Singer vorausgeht <-.

16:32 MEZ - ZH4

Einen interessanten Volumenanstieg und eine interessante, mittelfristige Chartstruktur, zeigt der kleinere, hier weniger bekannte Luftfahrt-Zulieferer Karman (KAMN). Die hier gezeigten, ähnlichen Entwicklungen der Vergangenheit, deuten auf eine Chance hin.

So etwas ist keine Garantie, dafür ist die Sample-Size auch viel zu klein. Aber steigendes Volumen in steigende Kurse hinein will man sehen und ist auch jeden Fall eine bessere Ausgangslage, als nur herum zu raten und so eine Entwicklung nicht zu haben:

17:00 MEZ - ZH3

Die Konsolidierung bei Gold (GLD) und Goldminen (GDX), sieht übrigens immer noch sehr konstruktiv aus. Eine Wende kann man daraus noch nicht ableiten, nicht einmal der volle Retest des Ausbruchs ist zwingend:

17:15 MEZ - ZH5

Unser "Johann" hat gerade -> hier im Forum Post 64 <- den deutschen Solar- und Windpark-Betreiber Encavis (CAP) thematisiert.

Man kann ja dazu stehen wie man will, aber dass diese Geschäftsmodelle im Zuge der großen medial-politischen Grünen-Welle boomen werden, ist recht wahrscheinlich. Investieren und gut fühlen, das hat schon immer funktioniert, nicht nur bei Prokon.

Insofern hat Johann einen Punkt und wenn ich dann auf das langfristige Chart schaue, dann sieht das schon interessant aus. Steigendes Volumen im Anstieg und eine riesige Bodenbildung als Konsoldierung nach dem massiven Anstieg 2011-2015 - ich habe schon schlechtere Charts gesehen:

Als Investment kommt so etwas für mich persönlich nicht in Frage, zu politisch ist mir das Geschäftsmodell, denn die Betreiber sind noch mehr als die Panel-Hersteller vom politischen Grundkonsens abhängig. Ein Panel-Hersteller liefert halt dahin in die Welt, wo der Bedarf ist, ein Betreiber in Deutschland braucht das Wohlwollen der Gemeinde- und Landräte und das hat eben viel mit der politischen Wetterlage zu tun, die sich in Jahren ziemlich radikal ändern kann. Wir haben das ja schon ein paar Mal erlebt und Investoren in spanischen Solarparks wissen auch, was da alles passieren kann.

Aber als langfristiger Swing-Trade, den man durchaus für 1-2 Jahre halten könnte, wenn er ideal läuft, finde ich das Ding auch persönlich recht interessant. Danke Johann!

17:30 MEZ - ZH3

Ich finde technisch ganz interessant, was hier jetzt bei General Electric (GE) passiert. Dieses Seitwärts-Eiern unter dem Deckel von ca. 10,5 USD, während das Volumen immer anämischer wird und von unten sich die Kurse auch komprimieren.

Das ist so eine "Auf Kompression folgt Expansion" - Szenario, das irgendwann einen erheblichen Schub generiert. Ich würde darauf jetzt nicht wetten, das kann auch noch einen Monat so weiterdümpeln und prinzipiell ist die Richtung offen, auch wenn nach oben hier wohl zu favorisieren ist. Aber wenn der Schub kommt, sollte man da hinschauen.

Zahlen sind am 30.07. in genau einem Monat:

17:45 MEZ - ZH4

Da wir schon bei Solar sind, auch die gute, alte SMA Solar (S92) scheint ihre Wendeformation zu triggern und nicht mehr zurückzufallen, was an diesem Chartbild aber irritiert, ist genau das fehlende Volumen im Anstieg:

Hier würde ich daher auch ein Seitwärts-Geeiere als möglich erachten, wenn im Markt echte Überzeugung und Erwartung wäre, sollte das Volumen eigentlich höher sein. Trotzdem, das Chartbild sieht attraktiv aus.

18:00 MEZ

So ... nun ist es doch noch ein normaler Stream geworden. Der SPY hat den Gapfill verweigert und drängt nach oben, der antizipierte, positive Wochen- und Quartals-Abschluß, bricht sich wohl Bahn. Am Montag werden die Karten dann neu gemischt:

Ganz interessant und kompetent finde ich den Artikel -> zu einem Raketen-Konzept der DLR <-.

Das zeigt uns zwei wichtige Dinge:

Erstens, wie wichtig Wettbewerb ist. Diese (halb-)staatlichen Organisationen rund um die ESA haben jahrzehntelang nur vor sich hin gedümpelt, ohne echte Innovation zu wagen. Nun kommt SpaceX und verändert alles. Innovation braucht Druck, Innovation braucht Schmerz, Innovation ist gut!

Zweitens, wie weit SpaceX mittlerweile voraus ist. Wenn ich diese Konzepte und ihren Entwicklungsstand jetzt sehe, ist das viel zu wenig, viel zu spät. Europa verliert den Anschluß in der Raumfahrt, die Russen mangels Kapitalkraft wohl auch.

Ich wünsche ein schönes Wochenende!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Was wir vom G20 und danach erwarten können



Was wir vom G20 Gipfel heute und morgen erwarten können, ist schnell erzählt. Viel Hände schütteln, viel Lächeln in Kameras, wohlfeile Statements die schon Tage vorher verhandelt wurden und ansonsten: nicht viel.

Aber darum geht es hier ja nicht, uns geht es um den Markt und da sticht natürlich das potentielle Meeting Trump-Xi und damit verbunden die Handelsthematik heraus. Und die Frage ist, was wir in dieser Sache erwarten können?

Auch da ist die Antwort recht einfach, schauen wir auf den SPY:

Wir hatten vorletzte Woche eine gesunde Konsolidierungsbox, nachdem es in der Woche davor zur starken Rally aus der Mai-Korrektur heraus gekommen ist.

Wir hatten diese Woche bisher eine etwas stärkere, aber immer noch gesunde Konsolidierungsbox, nachdem es in der Woche davor zur starken Fortsetzungsrally gekommen ist.

Der SPY war auf Allzeithochs, was eine Konsolidierungsphase sowieo wahrscheinlich macht.

Das Sentiment ist eher skeptisch und negativ, ich habe Ihnen das verschiedentlich gezeigt, sei es mit dem Funds Manager Survey oder gestern mit dem -> AAII Sentiment der normalen Anleger <-:

Gleichzeitig dürfte kaum ein Profi Substantielles vom G20 erwarten, dass das so ist haben wir vorgestern wieder erlebt, als der von Finanzminister Mnuchins ausgelöste Pop sofort abverkauft wurde, aber eben auch nicht zu fortgesetztem Abgabedruck führte. Und wir haben es gestern erlebt, als Larry Kudlow die Luft aus Hoffnung auf eine schnelle Lösung gelassen hat und der Markt nur wenig gezuckt hat. Große Angst sieht definitiv anders aus.

Eher scheint es so. dass sich der Markt damit abgefunden hat, dass man sich beim G20 nett die Hände schüttelt und mehr nicht heraus kommt. Nur das Zeichen einer Eiszeit, also kein Meeting und negative Kommentare übereinander, dürften eine negative Überraschung sein. Bei einem G20 Gipfel, wo es auch viel um Gesichtswahrung geht, erscheint das aber unwahrscheinlich.

Jedwede positive Signale aber, die zeigen dass man konstruktiv zusammenarbeitet und es doch voran geht, dürften eher eine positive Überraschung sein.

Ich gehe also davon aus, dass Chance und Risiko aus dem G20 Treffen eher zur Oberseite neigen, trotzdem ist das reines Raten.

Ich denke der Markt wird schon in Kürze den G20 gedanklich hinter sich lassen und seinen Blick auf die kommende Quartalssaison und die FED Ende Juli richten - dieses Mal recht spät erst am 31. Juli, die Händler werden es nicht mögen, weil es den August-Urlaub verkürzt.

Was die Quartalssaison angeht, gibt es wieder allerlei Geschnatter über das dritte Quartal mit fallenden Gewinnerwartungen hintereinander. Auch da ist das Sentiment alles andere als optimistisch, was ein Positivum ist.

Und was die FED angeht, wird der Ausgang des G20 hier wohl Einfluß haben. Nimmt man die FED-Mitglieder, die zuletzt vor den Mikrofonen standen, beim Wort, wird nur eine positive Überraschung beim G20 mit Einigungssignalen wohl eine erste Zinssenkung im Juli verhindern, die dann einen Viertel-Basispunkt ausfallen sollte.

Insofern gilt zum G20 teilweise wieder die inverse FED-Logik, nach der schlecht auch wieder gut ist, wir kennen das ja zu genüge.

Und was eine FED angeht, die ohne Rezession in einen Lockerungszyklus bei den Zinsen geht, ist der historische Trackrecord für die dann folgenden Monate extrem gut, Mark Minervini hat das -> hier <- im Chart gezeigt:

Beachten Sie bitte auch, dass heute der Russell2000 Index rearrangiert wird, es dürfte heute also erhöhtes Volumen und allerlei Bewegungen bei Einzelaktien geben.

Summa Summarum, sieht es beim G20 eher nach einem Non-Event aus und wenn hier eine Überraschung kommt, wird es vermutlich eher eine Positive sein.

Über den Juli bis zur FED-Sitzung macht es Sinn, als "Base Case" von einer schaukelnden Seitwärtsbewegung auszugehen, die um und unter den Allzeithochs abläuft und nach unten von der 50-Tage-Linie begrenzt wird - ohne also besonderes Abwärtspotential zu entfalten.

Die oben gezeigten Stops können wir also gedanklich behalten, weil sie uns zeigen würden, wann die Lage doch kritischer wird, als hier und heute angenommen.

Wenn man den Weg des geringsten Widerstands, den Weg der Überraschung und damit auch den Weg des maximalen Schmerzes skizzieren sollte, ist der wohl weiter nach oben. Wir klettern eine klassische Wall of Worry und kaum jemand kann sich einfach nach oben durchziehende Märkte vorstellen, weil es so tausend Dinge gibt, um die man sich sorgen kann.

Ich kann mir das genau deswegen schon vorstellen.

Ihr Hari

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Wochenausblick KW48


Ereignis der Woche

Thema der Woche

4 Wochen noch bis Weihnachten, die Uhr tickt. Die heute beginnende Woche hat kein singulär herausragendes Ereignis und Thema, sie führt aber auf eines hin, das ich schon im letzten Wochenausblick thematisiert habe. Und zwar den G20 Gipfel und das Treffen Trump-Xi.

Von einem Buy the Rumor Effekt, den ich letzte Woche im Vorfeld des Treffens für möglich gehalten habe, ist derzeit weit und breit nichts zu sehen. Insofern war meine Erwartung nicht zutreffend. Die fehlende Buy-the-Rumor-Phantasie mag man als positiv werten, weil es gibt keine Erwartungen die enttäuscht werden können, aber es sieht eben auch eher so aus, als ob es wirklich nichts Positives geben wird, außer Händeschütteln. Skeptisch war ich ja schon letzte Woche, dass da was heraus kommen wird, ich habe das im letzten Wochenausblick als "Sell the News" thematisiert.

Heute setzt sich der Markt dann mit der Rahmenvereinbarung zum Brexit auseinander, die eigentlich keine Vereinbarung ist, sondern eher der lose Rahmen einer geordneten Fortführung eines langsamen Austrittsprozesses, denn unzählige Details sind undefiniert. Aber immerhin, besser als ein Chaos ist es allemal und ich denke dass das UK nun viele Möglichkeiten bietet, den Prozess in Ruhe zu gestalten, ohne dass permanent die Guillotine des Chaos über den Gesprächen hängt.

Ich teile die Sicht, dass man für diesen Rahmen den Brexit hätte gar nicht machen müssen, aber das nun abzulehnen und von einer Neuverhandlung zu phantasieren, würde das Land wirklich ins Chaos stürzen. Wenn die Briten klug sind - und so kenne ich sie eigentlich bei all ihren Schrullen - nicken sie das jetzt mit zusammengekniffenen Zähnen ab und benutzen dann die folgenden Verhandlungen, um das Ding zu ihren Gunsten zu bewegen. Und auch Austritts-Verträge sind ja nicht für die Ewigkeit und können gekündigt oder missachtet werden. Zunächst einmal hat UK aber Zeit gewonnen und immer noch alle Freiheiten. Und das zu verschenken, weil es fraglos keine schöne Vereinbarung ist, wäre nun wirklich eine Form von "Borderline-Verhalten" in Form einer Selbstverletzung.

Wir sehen heute auch eine leicht positive Eröffnung, die von Asien ausgeht und von der Einigung beim Brexit zumindest nicht torpediert wird. Schon gleich um 10 Uhr haben wir aber den Ifo-Index, der den DAX in Bewegung setzen wird und man muss leider davon ausgehen, dass UK doch ein Borderliner ist und die Vereinbarung im Parlament keine Mehrheit findet. Das wäre ein klares Negativum für den europäischen und deutschen Markt.

In der Woche selber haben wir noch eine Menge Wirtschaftsdaten, jede Menge Einkaufsmanagerindizes und Inflationsdaten, die FOMC Minutes der letzten Sitzung und je näher wir uns dem Ende nähern, desto mehr wird das Geschnatter zum G20 ansteigen.

So langweilig wie letzte Woche, wird uns also wohl eher nicht.

Chance und Risiko der Woche

Bei Chance und Risiko der Woche kann ich Ihnen wieder das Bild des SPX zeigen, das sagt alles. Chance und Risiko sind eng zusammengeschnurrt und ich bin überzeugt, wir stehen vor einer starken Bewegung in eine der beiden Richtungen.

Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass wir hier seitwärts wegeiern. Der Markt ist nun "wundgescheuert" und für eine starke Bewegung reif.

Und entweder wird das nun ein Doppelboden und wenn der Markt das zu glauben beginnt, geht es mit Karacho hoch, oder wir schmieren nun richtig ab.

Ich habe keine große Meinung dazu, fragen Sie jemanden mit Glaskugel. Ich kann Ihnen aber sagen, dass die Marktmechanik für mich derzeit klar bärisch ist. Auf der Bullenseite, ist neben einem überverkauften Markt und der Saisonalität eigentlich nur die Hoffnung, dass von irgendwo eine positive Überraschung kommt, die den Markt kippen lässt und zu einem Short-Squeeze und Performance-Anxiety zum Jahresende führt.

Das ist aber Raten ins Blinde, während der kaltherzige Blick auf die aktuelle Marktmechanik klar bärisch ist und für einen markanten Einbruch spricht. Ich habe beispielsweise schon lange nicht mehr so eine kurstechnisch erbärmliche Thanksgiving-Woche erlebt wie dieses Jahr. Ich habe damit bei aller schon vorher vorhandenen Skepsis, so negativ nicht gerechnet.

Und weil das so ist, sollten wir jetzt eindeutig weiter die Bullen etwas beweisen lassen. Das Momentum liegt bei den Bären, auf die sollten wir im Zweifel setzen und damit wir unsere Meinung ändern, müssen die Bullen einen Beweis antreten. So sehe ich das seit vorletzter Woche und so sehe ich das immer noch.

Hinweis der Woche

Ich möchte die Problematik des "Margin Debt" mal zum Thema machen. Durch das Internet gehen -> Artikel wie dieser <-, die mit Charts wie diesem vor dem bösen Ende warnen. Ein Ende das uns dann drohen soll, wenn diese Wertpapier-Kredite mal aufgelöst werden müssen, weil der Margin-Call droht:

Diese Darstellung ist weder ganz falsch, noch ganz richtig, die Wahrheit liegt dazwischen und der Zungenschlag macht den Unterschied.

Zunächst einmal, worum geht es? Es geht um Aktienkäufe auf Kredit, die mit einem "Margin-Konto" wie es viele von uns bei Interactive Brokers (IBKR) haben - auch ich - ganz leicht möglich sind. Natürlich geht es beim "Big Money" dabei um ganz andere Summen als unsere "Peanuts", aber das Prinzip ist das selbe.

Man hat via Margin-Konto nämlich automatisch mehr Kapital zur Verfügung, als man objektiv eingezahlt hat, kann also mehr als 100% seiner Feuerkraft am Markt einsetzen. Natürlich fallen darauf dann Zinsen an und es ist faktisch ein Wertpaperkredit, der typischerweise als Vielfaches des eingezahlten Kapitals berechnet wird.

Daran ist zunächst mal nicht Schlimmes und nichts Gefährliches und wenn man das wie ich weitgehend ignoriert und im Wesentlichen nie mehr als das eigene Kapital riskiert, entstehen keine additiven Risiken, sondern nur Vorteile.

Ich kann zum Beispiel zu 100% investiert sein und habe trotzdem mehr als genug Feuerkraft für einen vollen Hedge. Solange ich dabei sauber rechne, der Hedge wirklich gegenläufig und neutralisierend ist, entsteht dadurch auch kein Problem. Denn wenn ich 100% investiert bin und zu 50% hedge, ist das "Capital at Risk" faktisch nicht 150%, sondern 50%.

Ich habe in dem Beispiel also die Margin genutzt, aber damit nicht die Risiken erhöht, sondern diese verringert. Marginnutzung ist also nicht perse schlecht und risikoerhöhend, es hängt wie so oft von den Details ab.

Ganz anders wäre es aber, wenn ich nun weil ich bestimmte Aktien so liebe und zu gierig bin, meine Feuerkraft inklusive Margin voll ausgeschöpft hätte. Nehmen wir mal an, ich hätte 100K als Kapital und hätte via Margin 300% meines echten Kapitals, also 300K zur Verfügung und hätte diese bis zur Halskrause ausgereizt.

Und nun fängt der Markt im Oktober an zu fallen und steht 10% tiefer. Und weil ich diese Aktien dauerhaft halten will, hätte ich nicht verkauft.

Dummerweise wird der Kreditrahmen aber hier im Beispiel als Faktor auf das echte Kapital errechnet und das ist durch 10% Verlust geschrumpft. Und dann kommt der Broker noch daher und erhöht die Marginanforderungen. Gerade konnte man sich bestimmte Dinge noch leisten und plötzlich steht man mit heruntergelassenen Hosen da. Und da greift dann der Margincall, mein "Kreditrahmen" sinkt und so muss ich vielleicht nun Positionen verkaufen, nur weil diese plötzlich den Kreditrahmen sprengen. Weswegen ich dringe rate, seinen Kredit mit Bedacht zu nutzen und nie auch nur in die Nähe einer vollen Ausschöpfung zu kommen.

Das zur Erklärung worum es geht und faktisch wird so durch den Margincall zusätzlicher Abwärtsdruck erzeugt. Im Lehman Crash 2008 ist Gold zum Beispiel stark gefallen, nur weil durch den Margincall alles rausgeworfen werden musste, um Liquidität zu generieren und eine Pleite abzuwenden.

Insofern sind die Warnungen im Artikel berechtigt, wenn dieser Markt fällt, wird er durch den Margin-Call besonders hart und schnell fallen und alles wird rausgeworfen und nirgendwo kann man sich verstecken.

Und trotzdem werden hier auch übertriebene Ängste geschürt. Denn wenn Sie sich mal klarmachen, dass der Kreditrahmen eine Funktion des eigenen Kapitals ist, wird schnell klar, dass der Margin-Debt mit steigenden Kursen zwangsläufig steigt und sich daraus überhaupt nichts Überraschendes ableiten lässt. Etwas flapsig, wenn Sie Ihr Depot bei IB verdoppeln, haben Sie bei gleichen Regeln eben auch doppelt so viel Kreditrahmen.

Wenn man fair wäre, müsste man also über den steigenden Verlauf des Margin Debts auch die Kurse legen und nur das Verhältnis ist dann wirklich interessant. Wenn dann der Margin Debt schneller steigt, als die Kurse, dann hat man eine wirkliche Ausdehnung des Kreditrisikos. Und wenn er weniger steigt, ist das sogar eine Senkung des Risikos, selbst wenn der absolute Wert der Kredite objektiv steigt.

Sie können sich das leicht vorstellen, wenn Sie sich den Effekt von Inflation vorstellen. Selbstverständlich steigen Kreditvolumina nominell auch alleine durch die Inflation, riskanter sind sie deswegen aber nicht geworden.

Das was die Charts implizieren, ist so wie dargestellt also auch ein wenig klassische Angstmache, der "Everything Bubble" müsste um die Kursgewinne normalisiert werden und wenn dann immer noch einer da wäre, dann wäre der wirklich ernst zu nehmen.

Letztlich ist die Info zum Margin Debt also eine Nullinfo, weil der löst für sich gar nichts aus. Er ist nur - und das sollte man sich bewusst machen - ein Brandbeschleuniger bei fallenden Kursen und kann eine Negativschleife in Gang setzen. Und insofern ist er gefährlich - nicht als Katalysator und Auslöser, sondern als Beschleuniger, wenn es sowieso schon brennt.

Auch deshalb fallen Kurse in Bärenmärkten ja schneller, das Problem hat es schon immer gegeben und ob diese Kredite absolut gesehen höher als in der Vergangenheit sind, ist eine irrelevante Information, denn nur wenn sie relativ stärker als die Kurse gestiegen sind, haben wir eine echte Risikoausweitung.

Vielleicht hilft die Erklärung ja ein wenig das Problem besser zu verstehen.

Chart/Grafik der Woche

Das Chart der Woche zur Konjunkturfrage in den US liefert mal wieder -> DShort in diesem Artikel <-:

Wir sehen die ökonomischen Vorlaufindikatoren die weiter sehr gut aussehen und bestenfalls eine Rezession in ca. einem Jahr indizieren. Bestenfalls, die Indikatoren können auch zwei Jahre auf dem Plateau bleiben, die Vergangenheit hat es bewiesen. Für weitere Charts und Erklärungen verweise ich auf den Artikel.

Das zeigt uns, dass der Markt mit der aktuellen Schwäche allerlei riecht, eine unmittelbar bevorstehende Rezession ist es aber nicht und wenn doch, ist da schon eine Menge frühe Sorge eingebacken.

Man darf das als leichtes Positivum werten, die objektiv Lage ist derzeit in den US wohl besser, als die Stimmung an den Märkten.

Der Markt ist aber derzeit klar in einer negativen Schleife gefangen, es bräuchte einen Katalysator um das zu lösen und zu drehen. Und dieser Katalysator ist derzeit nicht zu sehen.

Index der Woche

Einer der Faktoren, die der Markt in seiner depressiven Stimmung des halbleeren Glases derzeit völlig ignoriert ist, dass die FED in Form von Jerome Powell wohl schon geblinzelt hat.

Man sieht am Anleihenmarkt bei den 10-jährigen etwas, das ein Doppeltop werden könnte und seit einigen Tagen fallen die Rendite der 10-jährigen wieder, genau da ging es richtig los, wo Powell eine taubenhaftere Wortwahl wählte.

Ich habe hier vor 10 Tagen in -> halbleeres Glas <- thematisiert, dass Jerome Powell eigentlich geliefert hat. Der Bondmarkt hat darauf auch reagiert wie man oben sieht.

Der Aktienmarkt dagegen nicht, der ist in einer negativen Feedback-Schleife die dem Daueranstieg von 2017 ähnelt, nur anders herum. Am Mittwoch kommen die FOMC-Minutes um 20 Uhr, vielleicht lenken die die Aufmerksamkeit des Marktes auf das Thema. Ich glaube es aber eher nicht, es braucht härtere Geschütze um den Markt aus dieser Feedback-Schleife zu holen und ab Mitte der Woche wird alles nur auf den G20 schauen und zittern und bibbern.

Summa Summarum haben wir also eine Woche vor uns, die durchaus die Chance einer Wende in sich trägt. Die Grundrichtung des Marktes ist aber abwärts und solange die Bullen nicht das Gegenteil beweisen, sollten wir uns genau so konsequent auf tiefere Kurse vorbereiten, wie wir das in den letzten Jahren im Aufwärtstrend immer für höhere Kurse getan haben.

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

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Wochenausblick KW47



Der Wochenausblick ist heute ausnahmsweise mal wieder früher fertig. Geniessen Sie ihn schon im ausklingenden Wochenende.

Am morgigen Montag kommt dann in der Frühe nichts, um die Mittagszeit voraussichtlich ein Video und am Nachmittag der Stream ganz regulär.

Ereignis der Woche

5 Wochen noch bis Weihnachten, der helle Wahnsinn, das Jahr ist praktisch herum. Gerade eben waren doch erst die Sommerferien zu Ende, oder nicht?

Bei uns in Bayern fühlt sich das im Herbst immer so an, weil die Schulferien spät beginnen und erst Mitte September enden. Und mit dem guten, warmen Wetter dieses Jahr - es gab hier wirklich keinen Grund darüber zu schimpfen, auch Wasser ist gerade richtig herunter gekommen - hat sich der Sommer gefühlt bis in den Oktober verlängert. Dann kommt Weihnachten eben schnell. Das Frühjahr wird dagegen ewig lang, schon Ende Januar hofft man auf Frühling, der kommt aber erst im April - so auch letztes Jahr.

Am 27. September sah es hier so aus, der Turm im linken Bildteil ist das Kloster Andechs, ein paar Miglieder kennen es seit dem Frühjahr aus der Nähe. 😉

Und am 01. November sah es noch so aus, das im Vordergrund ist mein Sohn und unten liegt der Ammersee bei Breitbrunn. Da lässt sich doch leben, oder?

Tja und nun liegt schon die Thanksgiving-Woche vor uns, in der viele Truthähne ihr Leben lassen und am Donnerstag die US Trader einen zu vollen Bauch haben, um zu handeln, weswegen der Donnerstag auch ein US-Börsenfeiertag ist.

Am Freitag stürzt man sich dann in das Getümmel des "Black Friday" in den Malls oder man tippt hektisch auf Tablets, um die neuesten Online-Schnäppchen zu erhaschen. Und damit die Händler da mitmachen können, endet die Wallstreet am Freitag schon früher, bisher war es um 19 Uhr MEZ.

Tja und weil das noch nicht genug der Feiertage sind, haben wir am Mittwoch Buß- und Bettag und mein Sohn hat keine Schule. Damit ich mit ihm so Wanderungen machen kann wie oben, mache ich am Mittwoch frei, es gibt keinen Morgenbericht und keinen Stream. Dafür gibt es einen Grundlagenartikel zu Bärenmärkten, den ich schon vorbereite.

An Wirtschaftsdaten ist die Woche normal bis spärlich ausgestattet, kein Wunder bei den Feiertagen, besondere Notenbanktermine stehen auch nicht an und die Quartalssaison ist vorbei.

Die Thanksgiving-Woche hat aber statistisch einen guten Ruf als starke Börsenwoche. Woran das liegt weiss ich nicht, vielleicht stimmen volle Bäuche und volle Malls ja milder und lassen die US Wirtschaft subjektiv in einem besseren Licht erstrahlen. 😉

Chance und Risiko der Woche

Chance und Risiko liegen wenig überraschend immer noch eng beeinander.

Die letzte Woche hat wie erwartet eine Fortsetzung des Retracements von 2.800 herab gebracht, was für uns den Erwartungen entsprach.

Tiefe und Stärke des Retracements war aber stärker, als für ein optimal bullisches Setup ins Jahresende gut ist. Die "rechte Schulter" im S&P500 hängt mir nun zu sehr, eine iSKS nach Lehrbuch war es nie, aber jetzt ist sie in meinen Augen eher invalidiert:

Sicher, das ist immer noch eine potentielle Wendeformation, wenn jetzt nach oben etwas passiert, aber als echte iSKS kann das nicht mehr durchgehen. Ich bin auch skeptisch, ob wir hier einen sauberen Trigger bekommen und rechne selbst im besten Fall eher mit einem Herauslaufen seitwärts nach oben.

Sie haben gemerkt, wie ich aufgrund der Tiefe und Stärke des Retracement im Laufe der letzten Woche negativer wurde und nun betone ich erneut, dass die Bullen etwas zu beweisen haben und wir ihnen hier *nicht* mehr einfach vertrauen sollten, so wie wir das im Sinne BTFD nun mehr als 2 Jahre konnten.

Sie sehen da zwei Pfeile und das sind die beiden Beweise die ich sehen will. Erst wenn der SPX in der kommenden Woche überzeugend die 200-Tage-Linie und damit ca. 2.760 im SPX nimmt, das ist ca. 1% vom Schlußkurs von Freitag entfernt, bin ich bereit das Ganze als Wendeformation ernst zu nehmen. Und damit man sich wirklich hinter neue Höchststände noch in diesem Jahr stellen kann, müsste er nun zügig die 2.800 wieder nehmen, das will ich erst einmal sehen!

Die Chance dazu ist in dieser Thanksgiving-Woche fraglos da, das Marktverhalten von Donnerstag und Freitag letzte Woche deutet eher auf fortgesetzte Stärke in dieser Woche und ich schaue die nächsten Tage auch eher nach oben. Aber trotzdem haben die Bullen nun erst einmal etwas zu beweisen, einen Vertauensvorschuss haben sie letzte Woche verbraucht.

Thema der Woche

Von der FED kommt in der kommenden Woche nicht viel, das Hauptthema ist und bleibt neben den Zinsen der Handelskonflikt, der mit dem Treffen Trump-Xi im Rahmen des G20 Gipfels in Buenos Aires vom 30.11. - 01.12. einen wichtigen Meilenstein erleben wird.

Die Hoffnung des Marktes ist, dass man dort den Weg zu einer Einigung finden wird. Diese Hoffnung wurde durch einige Aussagen der letzten Woche befeuert, die wiederum bei dem Bounce am Ende der Woche mitgeholfen haben.

Aber ist das wirklich so?

Ich bin da mittlerweile skeptisch. Auch -> das aktuelle Geschehen beim APEC-Gipfel <- spricht dagegen.

Außerdem dachte ich Trump macht das zum Wahlkampf-Schlager, nachdem das nun aber nicht passiert ist, spricht mehr für ein langes Ringen. Und ich habe wenig gehört oder gesehen, das zu der Annahme einer Einigung beim G20 Gipfel passt und ich kann mir auch nicht so recht vorstellen, dass die Chinesen nachgeben werden und überhaupt können. Ich habe das Thema der Gesichtswahrung schon mehrfach angesprochen, das dort kulturell sehr wichtig ist und auch für den Machterhalt wichtig ist.

Denn dass Trump einen Erpressungskurs fährt, ist offensichlich und dass diese Erpressung teilweise auch berechtigt ist, weil China seinen Aufstieg auf eine sehr unfaire Handelspolitik basiert, wird natürlich in China nicht thematisiert. Ein Nachgeben kann sich Xi trotz seiner Macht also nur schwer erlauben.

Die Chinesen sind eher für ihren langen Atem bekannt und Trump ist durch die letzte Wahl in den US nicht stärker geworden. Werden die Chinesen jetzt nachgeben? Ich kann es mir nur schwer vorstellen, muss aber festhalten, dass ich auch kein gesteigertes Wissen um die Internas habe, lassen wir uns also überraschen.

Wir haben hier also eine potentielle Buy the Rumor - Sell the News Situation. In der kommenden Thanksgiving-Woche kann die Hoffnung auf eine Einigung beim Gipfel gespielt werden. Dann kommt vielleicht die große Enttäuschung und das wars dann mit dem starken Jahresende.

Ein bärisches Szenario, das gar nicht mal so unwahrscheinlich ist, sieht nun also so aus:

Das ist nur ein Szenario und wenn die Bullen nun den Beweis antreten, kann das auch schnell invalidiert werden. Sie sehen aber an den doch weit bärischeren Szenarien, die ich Ihnen in den letzten Wochen zunehmend zeige, dass sich meine Sicht auf den Markt verdüstert hat, weil die Marktmechanik nicht mehr durchweg positiv ist.

Übrigens falls Sie denken, dass das nur prozyklische Sorge in der Korrektur sei, erinnern Sie sich bitte an meine Szenarien im Frühjahr in der ähnlich tiefen Korrektur. Da war ich gelassen und optimistisch, da habe ich solche Top-Szenarien nicht gezeigt.

Erneut, das heisst nicht dass diese nun zwingend so kommen müssen, die Bullen können es immer noch herausreissen. Aber das müssen sie eben tun und bis sie das tun, bin ich skeptischer und vorsichtiger, als ich im Frühjahr war.

Sollten wir in dieser Thanksgiving-Woche also verhaltene Stärke sehen, sollten Sie an das obige "Buy the Rumor" Szenario denken, die Stärke zwar mitnehmen, aber nach unten ein rigoroses Risikomanagement betreiben, denn "Sell the Fact" ist dann ein reales Risiko.

Sollte eine Einigung zwischen China und den US aber tatsächlich kommen, dann wird immens viel vom Markt abfallen und wir wohl massiv nach oben schiessen. Und ich meine *massiv*, also schnelle 10% Plus in den Indizes. Auch das ist wahr und eine reale Chance!

Aber Wetten auf politische Ausgänge sollte man besser nicht machen, halten wir uns lieber an die Marktmechanik und die ist aus Bullensicht nun immer noch nicht überzeugend. Lassen wir die Bullen erst etwas beweisen.

Hinweis der Woche

Oben zeige ich Ihnen ja wieder ein eher bärisches Szenario, wie schon einige seit Mitte Oktober. Das dokumentiert eine doch wesentlich erhöhte Vorsicht die ich nun habe - ein große Topbidlung in den Indizes ist nun real vorstellbar.

Eine Prognose ist das nicht, aber bisher war eine Topbildung unrealistisch, nun ist sie das nicht mehr und das ist schon ein bemerkenswerter Unterschied!

Es gibt aber ein Positivum und das ist, dass ich ja nicht der Einzige mit dieser erhöhten Vorsicht ist. Genau genommen bin ich Teil der Herde, denn das erscheint derzeit überwiegend Konsens unter den Pros im Markt zu sein, bei den Fondsmanagern hat uns das ja vor Kurzem auch Urban Carmel wieder gezeigt.

Um das zu unterstreichen, habe ich heute ein Chart aus diesem lesenswerten Artikel von Horan Capital Advisors für Sie: -> Investors more bearish on equities <-

Die Herde wird negativer, auch wenn wir noch keine Panik haben, die dann ein klarer Kontraindikator wäre. Aber diese negative Stimmung sorgt für Absicherungsgeschäfte und die machen wiederum stark fallende Kurse nicht wahrscheinlicher.

Übrigens, wenn ein Anfänger oder Neueinsteiger diese vermeintlich widerstreitenden Aussagen liest - kurzfristig Chancen, durchaus große Chancen zum Jahresende, falls die Handelsthematik gelöst wird, aber auch Risiken und erstmal ernsthafte Gedanken an eine Topbildung - dann denkt dieser Anfänger vermutlich "ja was denn nun?".

Dieser Gedanke ist - ich muss das so deutlich sagen - Ausdruck des eigenen Balkens vor dem Kopf. Denn widersprüchlich ist das nur, wenn man von jemanden erwartet, dass er einem sagt wie die Zukunft zuverlässig wird. Klar, das ist die Methode mit der Klicks generiert werden, es ist aber schlicht und einfach Unfug!

Die Realität ist aber immer voller Zukunfts-Szenarien mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten und man braucht keine fixe Meinung zu einer bestimmten Richtung, um sich richtig aufzustellen. Denn diese Kombination von kurzfristigen Chancen und deutlichen Risiken einer größeren Richtungsänderung, ist geradezu prädestiniert dazu, sich nun kurzfristig für Chancen in der Thanksgiving-Woche zu positionieren und gleichzeitig wie oben gesagt, nach unten trotzdem ein sehr rigides Risikomanagement zu fahren.

Ich kann nur mein Mantra der letzten Wochen wiederholen, man kann sehr wohl Beides machen! Man kann auf das Beste hoffen und sich auf das Schlimmste vorbereiten.

Chart/Grafik der Woche

Ich habe es schon mehrfach gesagt, eine Rally in den Emerging Markets braucht einen schwächeren Dollar. Vor dem Hintergrund würde ich nun genau hinschauen, was nun in EURUSD passiert und das Währungspaar Richtung 1,18 steigen und damit eine echte Wende signalisieren kann:

Direkt davon abhängig ist natülich auch Gold in Dollar notierend. Hier sehen wir einen erneuten, ernst zu nehmenden Versuch, den Deckel der Widerstandszone um die 1.240 USD (in lila) wegzusprengen:

Wenn das gelingen würde, wäre es ein bullisches Signal. Damit das möglich wird, bräuchte es aber wohl auch einen fallenden Dollar, sonst dürfte es scheitern.

Index der Woche

Falls Sie noch mehr Charts mit Warnsignalen wollen, habe ich zum Thema Anleihen noch etwas. Schauen wir mal auf die US High Yielder, auch "Junk" genannt. Unternehmens-Anleihen also, die unter höherer Gefahr stehen in einen Default zu laufen und daher bei Rezessionssorgen als Erstes zu fallen beginnen:

Das sieht nicht wirklich vertrauenerweckend aus, oder? Aber es ist auch kein Anlaß zur Panik, denn schauen Sie zur Einordnung hier:

Das Fazit lautet also erneut:

Das sind Warnsignale, die sich durchaus zu Größerem auswachsen können. Wir sind aber noch *nicht* in einem 2016er Szenario, weder im Sentiment noch bei den Ängsten um eine Kreditkrise. Und 2016 war am Ende doch der Beginn einer massiven Rally, die uns bis in den Herbst 2018 getragen hat.

Wir haben also Grund zur Vorsicht, mehr als im Frühjahr, aber wir haben noch keinen Grund für Panik und eine generell düstere Zukunftssicht. Und genau diese Haltung versuche ich Ihnen hier ja wieder in allen Facetten zu vermitteln.

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Sandkastenpolitik



Guten Morgen,

der Ost-Altonaer Kindergarten "Kleine Wichtel" hat dieses Wochenende zum Sommercamp geladen. Das wird aber nicht überall gerne gesehen, denn die indigene Bevölkerung, also die, die da schon länger leben, leidet unter dem Geschrei der Kinder und all den Sicherheitsmassnahmen, damit die Kinder nicht einfach auf die Strasse rennen. Vor allem aber leidet man unter der Aussicht, dass eine Horde Frühpubertierender, sich den Kindergarten "Kleine Wichtel" als Ziel ausgesucht hat.

So ungefähr kann man wohl die Lage in Hamburg zum G20 beschreiben und ich bin froh, dass ich da gerade nicht wohnen muss. Trotzdem halte ich die Kritik für verfehlt, dass man so einen G20 Gipfel nicht in so einer Stadt machen dürfte. Seien wir doch mal ehrlich, das ganze Problem das die Bürger so massiv einschränkt, das brutale Polizeiaufgebot und die verbarrikadierten Fenster, existieren nur aus einem Grund. Nicht wegen der 20 Wichtel und derer Sicherheitsmassnahmen, sondern wegen der Chaoten, die nichts anderes als kriminell und eine erneute Vorstufe der Rote Armee Fraktion sind.

Ich meine schauen wir in andere Städte, in Washington fahren jeden Tag Wagenkolonnen ausländischer Staatsgäste durch die Strassen, inklusive schwer bewaffneter Bodyguards und kontrollierende Hubschrauber. München richtet jedes Jahr die Sicherheitskonferenz im Bayrischen Hof "mittendrin" aus, die zwar eine Nummer kleiner ist als ein G20 Gipfel, aber mit Vizepräsidenten, Staatschefs und Aussenministern äusserst exklusiv besetzt ist und auch ein ideales Ziel für Attentäter und Chaoten wäre.

All das bringt auch in Washington und in München dann mal temporäre Einschränkungen der Anwohner mit sich, aber damit kann man leben. Der Unterschied zu Hamburg ist, dass sich dort bürgerkriegsähnliche Zustände anbahnen und das hat nur indirekt mit dem Gipfel zu tun, es hat damit zu tun, dass man eine Horde von gewaltbereiten Extremisten nicht genügend ausgrenzt und nicht rechtzeitig aus dem Verkehr zieht, dass man statt dessen in Teilen unserer linksbeseelten politischen Kaste sogar noch stille Sympathien für diese Hohlköpfe hat.

Stille Sympathien? Ja klar, schauen wir doch nur mal, wie im öffentlich rechtlichen Rundfunk, den ich leider zwangsfinanzieren muss, die Moralpredigerin Dunya Hayali diesen Denk-Schwachmaten eine Plattform geboten hat: -> Dunya Hayali zu G20 <-.

Unfassbar, was für eine intellektuelle Flatulenz da medial gefördert wird. Aber halt, jetzt kann man ja argumentieren, dass man jede Stimme in einer Demokratie zu ihrem Recht kommen lassen muss, solange sie nicht als verfassungsfeindlich verboten wurde. Da ist was dran, das Argument zieht bei mir. Glauben Sie aber ernsthaft, dass den Identitären, die auch vom Verfassungsschutz beobachtet werden oder Herrn Höcke eine ähnliche Plattform geboten würde?

Wenn man wirklich mal will, dass sich diese extremen Gestalten selber outen, dann hätte man nur unmoderiert der "aktivistischen" Dame den Höcke gegenüber setzen müssen. Keine Moderation, auch keine Möglichkeit für eine Stunde aus dem Raum raus zu kommen. Und dann Kameras drauf. Das wäre mal spannend gewesen, ich hätte mein Popcorn geholt und mal wieder das TV eingeschaltet.

So hat man eine Plattform geboten, solche dümmlichen Parolen zu verbreiten, die durch die Anwesenheit respektabler Gestalten wie Schily dann noch geadelt wurden.

Und genau da liegt das Problem. Genau da ist die stille Sympathie. In den Köpfen einiger linksbeseelter Moralisten, die die Medien und insbesondere die ÖR-Medien dominieren, sind die "Höckes" verabscheuungswürdig und man kann sich gar nicht weit genug davon distanzieren. Das ist ja auch OK. Diese linksextremen Gewalttäter aber, das sind für einige scheinbar Kinder im Geiste, die nur leider ein bischen zu radikal sind. Aber eigentlich wollen die ja das "Richtige", für Frieden, für die Kommune, gegen Kapitalismus und Ausbeutung und so.

Solch leicht verirrten Kinder tadelt man mit einem "dududu!", hat aber Sympathie für ihren jugendlichen, moralischen Furor. Die "Nazis" aber, die muss man mit allem bekämpfen was man hat, vor allem mit "Unterhaken" und Gesicht zeigen und so. Es ist genau diese Asymetrie der Sympathie, die das Problem erst schafft. Der Verfassungsschutz beobachtet aber beide gleichermassen und ich sage für mich ganz eindeutig, dass beides "Spinner" sind, auf die ich mit Abscheu und Verachtung herab sehe.

Auch wenn es nicht gefällt, wer sich als Bürger in Hamburg nun fürchtet, wer seine Schaufenster verbarikadieren muss, sollte nicht auf den G20 Gipfel schimpfen. "Eingebrockt" haben das den Bürgern die stillen Unterstützer in den "Szenevierteln" und deren politische Batallione, denn ohne Rückzugsräume und die stillen Sympathien, könnten diese Chaoten unmöglich einen solchen Impakt erzeugen. Auch ein Porsche-Autohaus fackelt man eben nicht so einfach ab, wenn man erst gestern aus Paris zugereist ist. Nein, das wird lokal als Ziel ausgesucht, wird geplant und lokal unterstützt. Und nachdem man die Brandsätze geworfen hat, zieht man sich in die Rückzugsräume zurück und wird dort vor den "Bullen" geschützt. So läuft das.

Kurz und klar, ohne die stille Sympathie für diese Radikalen, ohne die "Szene" im Geiste die man hat wuchern lassen, hätten die Bürger Hamburgs nun nur das Problem, dass sie ab und zu am Strassenrand mal warten müssen, bis eine Wagenkolonne vorbei ist. Sicherheitsmassnahmen korrelieren halt unmittelbar mit der erwarteten Bedrohungslage.

Trotzdem ist die Frage ja berechtigt, ob so ein G20 Gipfel diesen Aufwand rechtfertigt. Meine Meinung dazu ist: so eindeutig nicht. Aber Gipfel sind wichtig, nur nicht "so".

Wichtig wäre - und insofern sollten wir jeden Gipfel gleich welcher Art ausdrücklich begrüssen - das man miteinander redet. Wenn es aber um das Reden geht, dann braucht es keine Rahmenprogramme und keine Sherpas, die Wochen im Vorfeld vordefinierte, sinnfreie Statements erarbeiten, die man auch gleich von Dampfplauderern mit Narrenkappen vorlesen lassen könnte, mehr Inhalt ist sowieso nicht in den Formelkompromissen. Dann braucht es nur das was man eine "Klausur" nennt. Man kommt an einem angenehmen Ort zusammen, macht die Türen zu und redet miteinander. Und dann macht man am nächsten Morgen die Türen wieder auf, und geht nachdenklich aber mit wichtigen Erfahrungen seiner Wege - ohne Pressekonferenzen und gestanzte Statements.

Das wäre produktiv, das wäre ein Format, bei dem es um das geht, warum Gipfel wichtig sind: zu reden. Und das kann dann sehr wohl in einer Stadt wie Hamburg sein, warum nicht.

Was der G20 aber in Wirklichkeit ist, ist doch primär ein Rahmenprogramm das der Selbstdarstellung dient und jeder hat seine eigene Agenda dabei, bei Merkel ist diese Agenda Wahlkampf. Es ist natürlich ein "totaler Zufall", dass dieser Gipfel hier vor der Wahl stattfindet. Merkel hätte sich sicher schönere Bilder gewünscht, als sie sie jetzt mit Trump und Chaoten auf den Strassen bekommt. Und deshalb braucht *diese* Art von Gipfel niemand, nur die Politiker, die sich in ihm inszenieren.

Mit einem Augenzwinkern kann man ja mal betrachten, wie sich einige Politiker verhalten würden, wenn den "Aktivisten" das "coolste" gelingen würde, was sie erreichen können, nämlich einen Farb- oder Blutbeutel auf einen der Politiker zu schleudern.

Der statusbewusst-steife Xi würde die Fassade zu wahren versuchen und sich stocksteif wegbewegen. Ein derartiger Gesichtsverlust wäre für ihn aber kulturell unerträglich und würde zu einer massiven politischen Krise mit Deutschland führen, das ihn nicht schützen konnte. Dieser Beutel im Kameraklicken der Weltpresse, würde Xi bis an sein Lebensende verfolgen und die Beziehungen belasten. Putin wie Trump dagegen, würden wie weiland Kohl in ihrer jeweiligen Art das Ding einfach abschütteln.

Trump dürfte sich wohl auf den Angreifer werfen und ihn würgen wollen, Sie wissen schon Wrestler und so. 😉 Und Putin würde den Sinnspruch der Klingonen befolgen: "Rache ist ein Gericht, das am Besten kalt genossen wird", auch hier wissen Sie schon Polonium und so. 😉 Und Merkel? Merkel würde die Raute machen und abwarten, das Zeichen das sie immer macht, wenn sie mal wieder ratlos ist und nur verschwurbelte Worte nach oben drängen.

So.... nachdem wir diese Abziehbilder der medialen Charakterwahrnehmung betrachtet und ein wenig geschmunzelt haben, wenden wir uns endlich dem Markt zu. 😉

Der müsste nach dem Muster der richtungslosen Schaukelbörse heute mal wieder bröseln. Die FOMC Minutes haben wenig Neues gebracht, aber -> Unsicherheit in der FED <- gezeigt. Es ist diese Unsicherheit die vom Markt eher bullisch gewertet werden dürfte, denn sie zeigt, dass die FED wie ein scheues Reh sofort mit der Straffung der Geldpolitik aufhören würde, wenn die Konjunktur auch nur leicht negativ zuckt.

Und weil das so ist, ist der "Yellen-Put" weiter im Markt und man kann weiter überdurchschnittliche Risiken gehen, denn die FED wird einen schon raushauen. Es ist genau dieser Moral Hazard, der ganz wesentlich zu massiven Bullenmarkt beiträgt, in dem wir gerade sind und ich sehe überhaupt nicht, wie die Notenbanken sich da wieder rauswinden wollen. Ein Paul Volcker ist weit und breit nicht zu sehen und deshalb tun wir gut daran mit den Wölfen zu heulen und im Bullenmarkt weiter mitzumachen.

Trotzdem steht die Fortsetzung der Korrektur weiter im Raum und es hat sich am grossen Bild rein gar nichts geändert. Schauen wir auf den DAX, sehen wir den Punkt:

Das sieht so verdammt nach einer bärischen Flagge unter 12.500 aus, die sich bald nach unten auflöst, dass das wiederum das stärkste Argument ist, warum die Algos genau das Gegenteil machen werden und eine Rally starten.

Rein nach klassischer Markttechnik muss man hier deutlich "Gelber Alarm" ausrufen, das Ding "stinkt" und zwar ziemlich unangenehm.

Aber auch im NASDAQ, der ja gestern aus überkauftem Zustand heraus einen Bounce generierte, gibt es keinen Grund das als Entwarnung zu interpretieren. Schauen Sie selber:

Wir haben weiterhin niedrigere Hochs, was war das also Gestern? Gar nichts!

Das Environment bleibt also auch heute unverändert, Bewegung kann um 14:15 Uhr MEZ auftreten, wenn die ADP Arbeitsmarktdaten den Markt in Vorbereitung der grossen Arbeitsmarktdaten morgen erreichen. Dann haben wir heute wieder ein paar Notenbanker vor den Mikrofonen, um 13:30 Uhr den Bericht der letzten EZB Sitzung und um 16 Uhr MEZ den US ISM Dienstleistungsindex.

Das nervige Warten und Schieben geht also weiter, ich kann es nicht ändern.

Damit dieser Artikel nun raus kommt, schreibe ich meine Kommentare zu einzelnen Opportunitäten im Anschluss seperat. Bis 11 Uhr sollte der zweite Artikel dann mit einigen Charts kommen.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari´s Märkte am Abend – 20.04.12 – Wochenabschluss – Kurzbericht

22 Uhr - Handelsschluss

(1)
Nichts was heute in den breiten Indizes passiert ist, hatte Bedeutung über den Moment hinaus. Insofern abhaken und das Wochenende mit IWF und G20 Treffen abwarten.

(2)
Schaut man auf die Erwartung des Marktes an das IWF und G20 Treffen, geht dieser fest davon aus, das wir wieder jede Menge warme Worte und nettes Gerede nach dem Motto "alles wird gut und alles im Griff" haben werden. Insofern wird zur Schau gestellte Einigkeit keinen mehr überraschen. Positiv wäre es wohl, wenn tatsächlich neue konkrete Abreden getroffen würden. Negativ wäre es für die Kurse am Montag, wenn man sich im IWF zwischen Europa und den aufstrebenden Mächten (BRIC) nicht einigen könnte.

(3)
Faszinierend ist für mich zu sehen, wie Krones (WKN 633500) exakt das Szenario abarbeitet, das ich -> hier <- am 30.03.12 dargestellt habe. Die Aktie hat nun oberhalb 35€ gedreht und legt heute eine Rally mit 5,6% Plus hin. Schauen Sie noch einmal in den alten Beitrag und auf den aktuellen Kursverlauf.

Am 24.04.12 kommen die Zahlen, es könnte sein, da weiss schon jemand was, denn die Bewegung heute war ohne für mich sichtbare Nachricht. Das die Kurszielerhöhung der UBS auf 40€ Ursache für ein solche Feuerwerk ist, wage ich mal stark zu bezweifeln. Wenn ich jetzt noch nicht drin wäre, würde ich nun vielleicht die Zahlen abwarten, selbst wenn das ein paar Prozent kostet. Denn nach dem heutigen Tag wären auch kleine Gewinnmitnahmen am Montag nur normal. Da ich aber schon drin bin, kann ich nun weiter Long bleiben. Falls die Zahlen halten was ich davon erwarte, hat Krones noch gutes Potential nach oben, bei sehr beschränktem Risiko - das Unternehmen ist in meinen Augen grundsolide und ebenso grundsolide finanziert.

(4)
Passend zu Krones, weil im selben Artikel dargestellt und erst vor drei Tagen erneut mit Chart dargestellt, Cameco (WKN 882017) fliegt nun ab, heute fast 5% Plus !

(5)
Faszinierend ist auch, was der Markt bei Microsoft (WKN 870747) macht. Die hervorragenden Verkäufe von Windows 7 und Office kurz vor der Veröffentlichung von Windows 8 werden mit fast 5% Plus gefeiert. Dabei ist für mich offensichtlich, dass diese Verkäufe gerade deswegen zustande kommen, weil sich viele Kunden schon gegen Windows 8 entschieden haben und sich nun noch mit Windows 7 Lizenzen eindecken.

Warum feiert der Markt dann diese Zahlen so, insbesondere im Hinblick auf das Nokia-Desaster, dass sich ja direkt auf Microsofts Windows-Mobile Bemühungen auswirkt ? Ehrlich, ich weiss es nicht ! Und der Markt hat ja meistens recht, aber eben nicht immer. Und hier denke ich ganz arrogant, das der Markt möglicherweise falsch liegt. Grund ist wohl, das fast alle Analysten noch das Hohelied der tollen Windows 8 Strategie singen. Theoretisch ist die Idee ja auch gut, nur praktisch mangelt es bei Windows 8 nach meiner Einschätzung an der Umsetzung. Und diese positive Stimmungsmache wird sicher noch Monate so weiter gehen, bis gegen Ende des Jahres die ersten echten Verkaufszahlen kommen.

Für mich sind die aktuellen Zahlen aber Bestätigung meiner negativen Sicht auf Windows 8 und nichts zu feiern. Fragen Sie sich doch einmal selbst: wenn Sie sich auf Windows 8 für Ihr Unternehmen freuen, kaufen Sie dann ein paar Monate vor Launch noch im grossen Umfang die alten Versionen ? Und ja ich weiss, die meisten Grosskunden haben langlaufende Lizenzverträge und Serviceverträge, die unabhängig von Einzelversionen sind. An dem grundlegenden Mechanismus ändert das aber nichts.

Insofern kann Microsoft nun über den Sommer im Lichte der allgemeinen Analysten-Begeisterung durchaus noch weiter steigen, selbst 38 USD halte ich nicht für unmöglich. Aber ich bin überzeugt, das dicke Ende kommt gegen Ende des Jahres. Falls Sie ihn nicht gesehen haben, lesen Sie -> hier <- meinen Artikel zum Thema vom 30.03.12.

(6)
Mein erst gestern Mittag skizziertes Bild von Nokia (WKN 870737) als der Titanic, war wohl scheinbar nicht ganz falsch. Seit dem Peak auf 3.1€ nach den Zahlen - der meinen Artikel auslöste - ist der Kurs um sage und schreibe 10% gefallen ! Tendenz weiter fallend ins Nirwana. Irgendwann wird Nokia dann vielleicht von Microsoft aufgekauft, ob das für die Aktionäre aber dann noch ein Spass ist, wage ich mal zu bezweifeln. Denn warum soll Microsoft heute einen Kurs von 3€ und damit 10 Milliarden MarketCap zahlen ? Durch die Abhängigkeit zu Windows Mobile kann wohl sowieso kein anderer der grossen Konkurrenten bei Nokia zugreifen. Im Falle eines weiteren Absturzes fällt Nokia nach meiner Einschätzung in die Hände von Microsoft.

(7)
Apple (WKN 865985) fällt weiter - Völker hört die Signale ! 😉 Apple sitzt nun fast auf dem 50er Moving Average, der für ein vorläufigen Stop der Abwärtsbewegung gut sein könnte. Kommenden Dienstag nach Handelsschluss kommen dann die Zahlen. Was da raus kommt kann jeder selber raten, ich habe keine Ahnung. Bisher hat Apple aber immer positiv überrascht, und es ist in meinen Augen eher wahrscheinlich, dass das erneut passiert. Dann ist Apple für schnelle 10% nach oben gut. Sollte aber der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass Apple das erste Mal seit Jahren negativ überrascht, dann wird das aber heftig nach unten rauschen, das wird ein Spektakel, das dann die Indizes mitzieht. Sehr spannend das Ganze !

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari